Ajambow verbindet innovatives Training mit einem wassergefüllten Sport- und Therapiebogen: Am 12. Oktober 2026 wird das Startup seine Idee in der Die Höhle der Löwen präsentieren und um ein Investment pitchen.
Wie ist die Idee entstanden, wer steht hinter dem Startup Ajambow und welcher Moment hat euch zur Gründung inspiriert?
Hinter Ajambow stehen wir, Susan Schmidt und Simon Werner. Susan ist Diplom-Sportwissenschaftlerin und seit vielen Jahren im Gesundheits- und Präventionsbereich tätig. Ich selbst komme ursprünglich aus der Fliegerei und Schauspielerei – wir bringen also zwei ziemlich unterschiedliche berufliche Welten zusammen.
Am Anfang stand durch einen ehemaligen Partner die Idee, Wasser in einem gebogenen Trainingsgerät als bewegliches Gewicht zu nutzen und das Ganze in einen Gruppenkurs zu integrieren. Wir haben darin sehr schnell großes Potenzial gesehen und begonnen, diesen Ansatz gemeinsam konsequent weiterzuentwickeln. Nach dem Ausscheiden dieses Partners haben Susan und ich die Entwicklung über viele Jahre fortgeführt. Daraus entstanden der heutige, in Deutschland hergestellte Sport- und Therapiebogen Ajambow und ein umfassendes Trainingskonzept mit eigenen Übungen, Musik, Choreografien, Ausbildungen und Präventionsangeboten.
Dabei wurde für uns eine Frage immer wichtiger: Warum bewegen sich so viele Menschen zu wenig, obwohl eigentlich jeder weiß, wie wichtig Bewegung ist? Unsere Antwort darauf lautet: Wir haben weniger ein Wissensproblem als ein Motivationsproblem. Genau deshalb wollen wir mit Ajambow vor allem auch Menschen erreichen, die mit klassischem Sport und Training bisher wenig anfangen konnten.
In welcher Branche ist Ajambow tätig und was zeichnet das Geschäftsmodell eures Startups aus?
Ajambow bewegt sich an der Schnittstelle von Gesundheit, Therapie, Prävention und Fitness. Unser Geschäftsmodell besteht deshalb nicht nur aus dem Verkauf eines Trainingsgerätes. Wir verbinden den Ajambow mit Trainingskonzepten, Ausbildungen, Musik, Choreografien und einer inzwischen umfangreichen Videobibliothek.
Wir arbeiten sowohl mit Privatkunden als auch mit Physiotherapien, Reha-Einrichtungen, Fitnessstudios, Vereinen und weiteren Gesundheitseinrichtungen. Ein wichtiger Bereich sind außerdem unsere zertifizierten Präventionsangebote für Land und Aqua.
Welches konkrete Problem löst ihr mit Ajambow und welche Marktlücke habt ihr damit geschlossen?
Wir glauben, dass wir im Gesundheitsbereich weniger ein Wissensproblem als ein Motivationsproblem haben. Fast jeder weiß, dass Bewegung wichtig ist – trotzdem erreichen viele klassische Trainingsangebote gerade diejenigen Menschen nicht, die Bewegung eigentlich am dringendsten benötigen.
Genau dort setzen wir an. Im Ajambow befindet sich Wasser, das bei jeder Bewegung in Bewegung gerät und unvorhersehbare Impulse erzeugt. Der Körper muss permanent darauf reagieren und ausgleichen. Gleichzeitig nimmt der Trainierende das Wasser akustisch und körperlich wahr. Dadurch entsteht ein Training, das sich deutlich von klassischen statischen Gewichten unterscheidet.
Dass dahinter mehr steckt als nur ein interessantes Trainingsgefühl, konnten wir auch wissenschaftlich untersuchen lassen. In einer EMG-Untersuchung der Universität Leipzig wurde beim Training mit Ajambow eine bis zu 30 Prozent höhere Muskelaktivierung gemessen. Inzwischen wird das Konzept wissenschaftlich weiter untersucht.
Warum habt ihr euch für die Teilnahme an Die Höhle der Löwen entschieden und welche Aspekte standen dabei im Vordergrund?
Ajambow ist ein Produkt, das man am besten versteht, wenn man es sieht und erlebt. Genau deshalb ist Die Höhle der Löwen für uns eine außergewöhnliche Möglichkeit. Innerhalb weniger Minuten können sehr viele Menschen sehen, was mit diesem auf den ersten Blick einfachen Bogen passiert, sobald Wasser ins Spiel kommt.
Gleichzeitig standen wir an einem Punkt, an dem wir Ajambow deutlich größer machen wollten. Dafür braucht es neben Kapital vor allem Reichweite, Erfahrung und starke Partner.
Wer war von Anfang an euer absoluter Wunschlöwe bei Die Höhle der Löwen und warum passt dieser Investor perfekt zu eurer Vision?
Unser Wunschlöwe war von Anfang an Janna Ensthaler. Ausschlaggebend waren für uns vor allem ihre bisherigen Erfahrungen und Investments im Gesundheitsbereich. Ajambow bewegt sich heute längst nicht mehr nur im klassischen Fitnessmarkt, sondern zunehmend in Prävention, Therapie und Rehabilitation. Deshalb war uns wichtig, eine Investorin an unserer Seite zu haben, die diesen Markt versteht und das Potenzial von Ajambow auch über den reinen Verkauf eines Trainingsgerätes hinaus erkennt.
Gleichzeitig bringt Janna die unternehmerische Erfahrung mit, die wir für den nächsten Wachstumsschritt brauchen. Diese Kombination aus Verständnis für den Gesundheitsmarkt, strategischem Blick und Erfahrung beim Aufbau und der Skalierung von Unternehmen machte sie für uns von Anfang an zur Wunschlöwin.
Welche Form der Unterstützung durch die Investoren bei Die Höhle der Löwen erhofft ihr euch neben dem Kapital am meisten?
Ganz klar: Erfahrung, Netzwerk und Vertrieb. Wir haben sehr viel Zeit und Energie in die Entwicklung des Produktes, der Trainingskonzepte und in die wissenschaftliche Begleitung investiert. Jetzt geht es darum, Ajambow viel bekannter zu machen und die Strukturen für Wachstum aufzubauen.
Dabei kann ein erfahrener Investor Türen öffnen, für die ein junges Unternehmen allein wesentlich länger braucht.
Welche nächsten Schritte sind für Ajambow nach eurem Auftritt bei Die Höhle der Löwen geplant und gibt es konkrete Pläne für Wachstum, Skalierung oder neue Entwicklungen?
Unser Ziel ist es, Ajambow sowohl im Endkundenbereich als auch im professionellen Gesundheitsmarkt deutlich stärker zu etablieren. Dazu bauen wir unsere Produktion und Lieferfähigkeit aus und entwickeln unsere digitalen Trainingsangebote weiter.
Gleichzeitig wächst der professionelle Bereich. Wir möchten Ajambow noch stärker in Physiotherapien, Rehabilitation, Fitnessstudios, Vereine und weitere Gesundheitseinrichtungen bringen. Dabei geht es uns nicht nur um das Gerät, sondern um ein vollständiges Konzept aus Produkt, Ausbildung und Trainingsinhalten.
Ein weiterer wichtiger Baustein ist die Wissenschaft. Nach ersten Untersuchungen an der Universität Leipzig laufen weitere Forschungsarbeiten rund um den Einsatz und die Wirkung von Ajambow. Für uns ist das besonders spannend, weil sich daraus langfristig weitere Einsatzfelder ergeben können.
Welche Erfahrungen und Erkenntnisse haben sich auf eurem bisherigen Gründerweg als besonders wertvoll erwiesen?
Durchhalten. Ajambow ist nicht über Nacht entstanden. Zwischen der ersten Idee und dem Produkt, mit dem wir heute vor den Löwen stehen, liegen viele Jahre Entwicklung, Tests, Veränderungen und auch Rückschläge.
Eine unserer wichtigsten Erkenntnisse ist deshalb: Eine gute Idee allein reicht nicht. Man muss bereit sein, sie immer wieder infrage zu stellen, zuzuhören und weiterzuentwickeln. Und man braucht Menschen, die auch dann an die Idee glauben, wenn es gerade schwierig wird.
Welche Ratschläge lassen sich aus diesen Erfahrungen leiten, die für andere Gründerinnen und Gründer hilfreich sein könnten?
Nicht zu früh aufgeben – aber gleichzeitig nicht so sehr in die eigene Idee verliebt sein, dass man Kritik nicht mehr hört. Diese Balance war auch für uns ein Lernprozess.
Und man sollte so früh wie möglich mit echten Nutzern arbeiten. Die entscheidenden Erkenntnisse bekommt man selten am Schreibtisch. Man bekommt sie, wenn Menschen das Produkt tatsächlich benutzen.
Welches spezifische Problem löst eure Technologie oder Software für eure Firmenkunden und wie messbar ist dieser Vorteil?
Ajambow ist zwar keine Software, unser B2B-Geschäft ist für uns aber ein zentraler Bereich. Physiotherapien, Reha-Einrichtungen, Fitnessstudios und Vereine stehen häufig vor derselben Herausforderung: Wie motivieren wir Menschen zu Bewegung und wie schaffen wir Trainingsangebote, die gleichzeitig wirksam, vielseitig und einfach einsetzbar sind?
Hier bietet Ajambow einen besonderen Ansatz. Durch die Bewegung des Wassers entstehen permanent wechselnde Anforderungen an den Körper. In einer EMG-Untersuchung der Universität Leipzig wurde eine bis zu 30 Prozent höhere Muskelaktivierung gemessen. Gleichzeitig kann Ajambow sehr unterschiedlich eingesetzt werden – vom Einzeltraining über Therapie und Rehabilitation bis zum Präventions- oder Gruppenkurs.
Wie sieht eure Strategie aus, um B2B-Kunden zu gewinnen, und welche Rolle spielt der Auftritt bei Die Höhle der Löwen für eure B2B-Markenbekanntheit?
Unser B2B-Vertrieb funktioniert sehr stark über das Erleben. Wenn Therapeutinnen, Trainer oder Einrichtungen Ajambow selbst ausprobieren, verstehen sie sehr schnell, was das Besondere daran ist. Deshalb spielen Demonstrationen, Fortbildungen, Ausbildungen und Veranstaltungen für uns eine große Rolle.
Die Höhle der Löwen kann uns dabei helfen, eine der größten bisherigen Hürden zu überwinden: Bekanntheit. Wenn wir künftig bei einer Physiotherapie, einem Studio oder einer Gesundheitseinrichtung anrufen und unser Gegenüber Ajambow bereits kennt, verändert das natürlich den Einstieg in ein Gespräch erheblich.
Was unterscheidet euer Produkt im Supermarktregal oder im Online-Shop optisch und inhaltlich von der Konkurrenz?
Schon die Form macht neugierig. Ajambow sieht nicht aus wie ein klassisches Trainingsgerät – und genau das ist er auch nicht. Der entscheidende Unterschied befindet sich im Inneren: Wasser.
Durch die Wasserbewegung verhält sich Ajambow bei jeder Übung dynamisch. Gleichzeitig lässt sich die Belastung über die Wassermenge verändern. Hinzu kommt unser gesamtes Trainingskonzept mit Musik, Choreografien und rund 200 Übungsvideos. Der Kunde kauft deshalb nicht einfach nur einen Bogen, sondern bekommt sehr viele Möglichkeiten, ihn einzusetzen.
Wie bereitet ihr eure Lieferkette und euren Online-Shop auf den enormen Nachfrage-Ansturm am Abend der Ausstrahlung von Die Höhle der Löwen vor?
Die Vorbereitung auf die Ausstrahlung beschäftigt uns tatsächlich seit Wochen sehr intensiv. Wir haben unsere Produktionsplanung hochgefahren, Material und Komponenten disponiert und stimmen uns eng mit unseren Fertigungspartnern ab, damit wir kurzfristig größere Stückzahlen produzieren und ausliefern können. Gleichzeitig bereiten wir unseren Online-Shop technisch auf deutlich mehr Zugriffe und Bestellungen vor.
Eine besondere Herausforderung ist dabei unser Anspruch, Ajambow weiterhin in Deutschland zu produzieren. Wir wollen wegen einer möglichen hohen Nachfrage nicht plötzlich unsere bisherige Produktionsphilosophie über Bord werfen.
Wie groß der Ansturm am Ende tatsächlich wird, kann natürlich niemand vorhersagen. Wir tun gerade alles dafür, vorbereitet zu sein – und wenn wir am Abend der Ausstrahlung irgendwann feststellen sollten, dass wir trotz aller Vorbereitung nicht mehr hinterherkommen, wäre das vermutlich ein Problem, über das wir uns trotzdem sehr freuen würden.
Sehen Sie Ajambow am 12. Oktober 2026 in der Höhle der Löwen
Bild Heiratsantrag: Simon Werner geht für seine Susan Schmidt auf die Knie.
Foto: RTL
Wir bedanken uns bei Susan Schmidt und Simon Werner für das Interview
Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.
















