Donnerstag, September 17, 2026
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Höhle der Löwen: clearBee lässt Fenster per Drohne reinigen

clearBee entwickelt eine Drohne für die automatisierte Fensterreinigung und wird am 21. September 2026 in der Höhle der Löwen pitchen.

Wie ist die Idee entstanden, wer steht hinter dem Startup und welcher Moment hat euch zur Gründung inspiriert?

Hinter clearBee stecken im Moment Ronald, Naveen, Hammad, Dipankar und Sven sowie eine ganze Schar motivierter Freelancer.

Es begann mit einer Frage meiner damaligen Lebenspartnerin: Ob ich nicht mehr Hausarbeit übernehmen könne? Rasch wurde klar, dass mir die Fähigkeit fehlte, wie Freddie Mercury in seinem Video „I Want to Break Free“ durch die Wohnung zu schwirren. Eine männliche Lösung musste her – und so hatten wir zwei Wochen später einen Saug- und einen Wischroboter für den Boden.

Doch was war mit den Fenstern? Die verfügbaren Fensterputzroboter muss man bis heute wie ein Baby von Fenster zu Fenster tragen. Was soll das für ein Smart Home sein? „Alexa, motiviere mich, meinen Roboter herumzutragen“, oder was? Das ist doch sowas von 1990, dass mir schlecht wird.

Irgendwann wurde klar: Ein Fensterputzroboter macht nur dann Sinn, wenn er fliegen kann.

In welcher Branche seid ihr tätig und was zeichnet das Geschäftsmodell eures Startups aus?

Mit unserer Marke clearBee agieren wir an der Schnittstelle von Smart Home und Drohnen-Technologie. Unser Ziel ist einfach: echte „Zero-Effort“-Lösungen für den Haushalt.

Dafür setzen wir auf ein modulares System, das Kunden genau da abholt, wo sie stehen:

Für Drohnenbesitzer: Wer bereits eine gängige Consumer-Drohne der Mini- oder Lito-Serie besitzt, verwandelt diese für geplante 299,00 € mit unserem Reinigungsadapter in einen fliegenden Fensterputzer.

Für Vollautonomie-Fans: Mit unserer automatischen Landestation – die den Roboter lädt und mit Reinigungsmittel versorgt – lässt sich das System für weitere geplante 249,00 € aufrüsten.

Für Neueinsteiger: Wer noch keine passende Drohne hat, kann ein kompatibles Modell direkt bei uns für geplante 399,00 € dazubestellen.

Der eigentliche Hebel für nachhaltiges Wachstum ist aber unser Refill-System: Weil unsere Technologie seifenfreies, osmotisches Spezialwasser benötigt, generieren wir über den Nachkauf von Reiniger und Ersatztüchern wiederkehrende, margenstarke Umsätze über den gesamten Kunden-Lebenszyklus.

Welches konkrete Problem löst clearBee und welche Marktlücke habt ihr damit geschlossen?

Wir eröffnen eine völlig neue Produktkategorie: die Haushaltsdrohne.

Während die Branche aktuell von teuren, klobigen humanoiden Robotern träumt, entwickeln wir eine federleichte Lösung von unter 300 Gramm für alle Aufgaben, die schlicht nicht vom Boden aus erledigt werden können.

Der Multi-Milliarden-Dollar-Markt der Haushaltsrobotik – von Rasenmäh- bis Saugrobotern – hat den Boden bisher noch niemals verlassen.

Wir entwickeln nicht nur ein Reinigungssystem. Wir bringen der Haushaltsrobotik das Fliegen bei.

Warum habt ihr euch für die Teilnahme an Die Höhle der Löwen entschieden und welche Aspekte standen dabei im Vordergrund?

Jetzt wird sicher eine hochstrategische Antwort von mir erwartet.

Aber die Wahrheit ist: Bisher war es in meinem Leben immer so, dass ich ein Produkt entwickelt habe und irgendwann ein Freund oder am Anfang noch mein Vater meinte: „Na, dann geh doch damit zur Firma XY!“

Meistens waren diese Firmen so viel größer als ich, dass ich den Vorschlag nur zögerlich umgesetzt habe – im Nachhinein aber immer froh darüber war.

Diesmal haben mir eben gleich mehrere Freunde gesagt, dass ich zu den Löwen gehen soll. Und da sie in der Vergangenheit immer recht hatten, bin ich dem Vorschlag gefolgt.

Wer war von Anfang an euer absoluter Wunschlöwe bei Die Höhle der Löwen und warum passt dieser Investor perfekt zu eurer Vision?

Ich habe mir dazu ein kleines Spiel einfallen lassen. Ich denke, das wird in der Sendung gezeigt, darum will ich es hier nicht verraten.

In Wahrheit bin ich völlig unvoreingenommen hinein gegangen, weil ich die Show bis kurz vor der Aufzeichnung gar nicht kannte.

Man baut sich im Vorfeld natürlich eine abstrakte Vorstellung davon auf, welcher Typ Mensch als Investor zu uns kreativem Haufen passen könnte.

Doch die Realität im Studio ist eine andere: Im gleißenden Licht der Scheinwerfer wirft sich möglicherweise dein persönlicher Schatten stärker, als du ihn je sehen wolltest.

Ob uns dies zum Verhängnis wurde oder uns gerade rechtzeitig die Augen geöffnet hat, darf ich natürlich noch nicht verraten. Aber es war definitiv ein entscheidender Plot Point in der ganzen Story.

Welche Form der Unterstützung durch die Investoren bei Die Höhle der Löwen erhofft ihr euch neben dem Kapital am meisten?

Die Löwen sind in Wirklichkeit natürlich Menschen. Interessante Menschen, würde ich sagen. Ich glaube, dass materieller Erfolg und der Mut, so stark in der Öffentlichkeit zu stehen, viel mit einer tiefen Verbundenheit zur Welt zu tun haben.

Gerade bei einem Produkt wie unserem, das seiner Zeit scheinbar so weit voraus ist, braucht es genau diese emotionale Verbindung zu den Menschen, um es überhaupt auf den Markt zu bringen.

Und das fehlt uns „Laborratten“ im Entwicklerstudio meist ein bisschen.

Welche nächsten Schritte sind für clearBee nach eurem Auftritt bei Die Höhle der Löwen geplant und gibt es konkrete Pläne für Wachstum, Skalierung oder neue Entwicklungen?

Dass wir wachsen müssen, haben die letzten Wochen überdeutlich gezeigt. Die Vorbereitung auf die Medienpräsenz hat offengelegt, wie viele Schlüsselpositionen bei uns noch unbesetzt sind.

Wir suchen aktuell also konkret nach Tech- und Marketing-Mitstreitern, die verrückt genug sind, den ganz großen Playern zuvorzukommen und mit uns eine absolute Weltneuheit auf den Markt zu bringen.

Zweitens planen wir eine Kickstarter-Kampagne. Mir ist bewusst, dass Crowdfunding im deutschsprachigen Raum nicht immer das höchste Ansehen genießt – aber für mich steht es für absolute Ehrlichkeit gegenüber den Kunden.

Auf Amazon kannst du dich hinter Sternchenbewertungen verstecken. Im Supermarktregal bleibst du anonym. Auf Kickstarter hingegen stehst du deinen Unterstützern direkt gegenüber. Da kannst dich nicht verstecken.

Für mich persönlich ist das ein gewaltiger Schritt: Auf allen Produkten, die ich bisher entwickelt habe, steht ein anderer Name. Ich habe sogar Geheimhaltungsvereinbarungen (NDAs) unterzeichnet und darf bis heute nicht einmal darüber sprechen, was ich alles entwickelt habe.

Das ist diesmal völlig anders. Jetzt steht mein und unser Name drauf.

Welche Erfahrungen und Erkenntnisse haben sich auf eurem bisherigen Gründerweg als besonders wertvoll erwiesen?

Wertvoll ist die Mischung aus zwei Dingen: Tief mit sich selbst verbunden zu sein – und gleichzeitig die Lauscher sperrangelweit für die Welt offen zu halten.

Einen guten Plan, um große Schritte im Leben zu gehen, sehe ich folgendermaßen:

Verlerne, dich selbst zu verraten.

Lerne, Augen zu lesen.

Und dann:

Leg FEUER!!!

Welche Ratschläge lassen sich aus diesen Erfahrungen ableiten, die für andere Gründerinnen und Gründer hilfreich sein könnten?

Wenn du dich selbstständig machen willst, musst du das, was du vorhast, lieben – und zwar bis zum Anschlag. Aber mach dir gleichzeitig klar, dass du es phasenweise hassen wirst – und zwar abgrundtief.

Wenn deine Idee wirklich neu ist, wirst du Einsamkeit zur Lebenskunst erheben müssen. Thomas Alva Edison konnte mit seinen Nachbarn schließlich auch nicht über einen möglichen Blackout philosophieren.

Überprüfe, ob dieser innere Ruf, den du da in dir zu hören glaubst, wirklich laut genug ist, um dich durch die Hölle und wieder zurückzutragen – vielleicht sogar bis in die Höhle der Löwen.

Welches spezifische Problem löst eure Technologie oder Software für eure Firmenkunden und wie messbar ist dieser Vorteil?

Neben unserem B2C-Fokus hat unsere Landestation enormes B2B-Potenzial. Bisherige Bodenstationen für das automatisierte Laden und Steuern von handelsüblichen Drohnen sind reine Industrie-Schwergewichte – mit Preisen ab ca. 20.000 € aufwärts.

Wir schließen diese Lücke und bieten Anbietern von automatisierten Drohnenlösungen im Indoor- und überdachten Bereich eine kostengünstige, hochflexible Alternative, um ihre Drohnen sicher zu landen, zu laden und für den nächsten Einsatz vorzubereiten.

Was unterscheidet clearBee im Supermarktregal oder im Online-Shop optisch und inhaltlich von der Konkurrenz?

Optisch: Neben uns im Regal steht ein klobiges Kompressor-Gerät mit Kabeln. Daneben wir: eine Drohne, die durch deine Wohnung schwebt.

Inhaltlich: Bisherige Fensterputzroboter muss man von Fenster zu Fenster tragen, manuell ansetzen, warten und wieder abnehmen. Bei hohen Fenstern braucht man dafür erst recht wieder eine Leiter.

Zudem fahren sie mit ihren Kunststoffrädern direkt über die zu reinigende Fläche – was oft Schlieren hinterlässt. Und weil sie sich am Glas festsaugen müssen, führen sandige Verschmutzungen schnell zu Kratzern.

Und daneben der Inhalt in der clearBee-Schachtel: Ein System, das völlig selbstständig reinigt, während du bei der Arbeit bist. Ein System, das auf Zuruf abhebt: „Alexa, sage der Drohne, putze das Wohnzimmerfenster.“

„Doch ein gewisser Unterschied im Coolness-Faktor, wie ich finde“, schmunzelt Ronald.

Sehen Sie ClearBee am 21. September 2026 in der Höhle der Löwen

Bild: Ronald Lilleg-Staudenherz (l.) und Naveen Rajan präsentieren die Fensterputz-Drohne „ClearBee“. Sie erhoffen sich ein Investment von 300.000 Euro für 10 Prozent der Firmenanteile. Foto: RTL / Bernd-Michael Maurer

Wir bedanken uns bei Ronald Lilleg-Staudenherz und Naveen Rajan für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Sabine Elsässer
Sabine Elsässer
Sabine Elsaesser is an experienced entrepreneur and media/startup expert. Since 2016, she has served as the Chief Editor and CEO of StartupValley Media & Publishing. In this role, she is responsible for managing the company and providing strategic direction for its media and publishing activities. Sabine Elsaesser takes great pleasure in assisting individuals and businesses in reaching their full potential. Her expertise in establishing sales organizations and her passion for innovation make her a valuable advocate for startups and entrepreneurs.

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