Donnerstag, September 17, 2026
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Höhle der Löwen: 19-Jährige bringen automatisierte Pflanzenwand ins TV

CompactGreens bringt Pflanzen platzsparend in den Innenraum und wird am 21. September 2026 in der Höhle der Löwen pitchen.

Wie ist die Idee zu CompactGreens entstanden, wer steht hinter dem Startup und welcher Moment hat euch zur Gründung inspiriert?

Die Idee entstand während Corona. Max wollte sich frisch und gesund ernähren – die perfekte Lösung wäre der eigene Garten gewesen, allerdings hatte er keinen und suchte daher nach einer Lösung für den Innenraum. Klassische Hochbeete nehmen jedoch zu viel Platz ein und machen zu viel Dreck. So entstand die Idee von CompactGreens, um es jedem zu ermöglichen, sich frisch und gesund zu ernähren, und das direkt von den eigenen vier Wänden.

Diese Idee haben wir dann in einem Schulprojekt in der 11. Klasse weiter verfolgt und die ersten Prototypen entwickelt. Zum Ende des Jahres haben wir an dem größten Businesswettbewerb für Schüler in Deutschland (Startup Teens) teilgenommen und das bundesweite Finale gewonnen.

Über diese Zeit haben wir als Team – bestehend aus Niklas Gabriel (19), Nick Werneck (20), Jonas Frank (19), Max Lauterbach (19) und Simon Zitzmann (19) – zusammengefunden. Nach dem Gewinn von Startup Teens waren wir fest entschlossen, das Ganze auch außerhalb der Schule weiterzuführen, eine richtige Firma daraus zu machen, und hatten mit den 10.000 Euro Preisgeld auch das nötige Startkapital, um das umzusetzen.

In welcher Branche seid ihr tätig und was zeichnet das Geschäftsmodell von CompactGreens aus?

Wir sind im Bereich AgriTech und Urban Gardening tätig und verbinden Pflanzenanbau mit moderner Smart-Home-Technologie. Unser Geschäftsmodell basiert auf dem Verkauf vertikaler Pflanzenwände für Innenräume. Die Wall wird durch eine automatische Bewässerung, LED-Pflanzenlicht und eine App zur Steuerung und Unterstützung bei der Pflege ergänzt, sodass der Kunde keinen grünen Daumen benötigt und sich das System selbst steuert.

Ein besonderer Unterschied zu vielen anderen Indoor-Gardening-Systemen ist, dass wir lebende, vorgezogene Setzlinge und keine Samen-Pads versenden. Dadurch entfällt die Keimphase bei den Kundinnen und Kunden und es kann bis zu doppelt so schnell geerntet werden. Neue Pflanzen werden nach der Ernte bequem über unsere App nachbestellt und anschließend direkt nach Hause geliefert. So ermöglichen wir auch Menschen ohne Garten oder große Vorkenntnisse einen einfachen, platzsparenden und besonders schnellen Einstieg in den Eigenanbau. Durch die regelmäßige Nachbestellung der Setzlinge über die App entsteht zudem eine langfristige Kundenbeziehung und ein wiederkehrendes Geschäftsmodell.

Welches konkrete Problem löst CompactGreens und welche Marktlücke habt ihr damit geschlossen?

Das konkrete Problem, das wir lösen, ist der fehlende Platz für einen ertragreichen Eigenanbau in Wohnungen. Bisherige Indoor-Gardening-Systeme bewegen sich meist zwischen zwei Extremen: Entweder handelt es sich um kleine Kübel- oder Regalsysteme, mit denen sich einige wenige Kräuter anbauen lassen, oder um große, platzintensive und teure Hightech-Lösungen, die tatsächlich einen relevanten Teil des Eigenbedarfs abdecken können.

CompactGreens schließt die Lücke zwischen diesen beiden Angeboten. Durch unseren vertikalen Aufbau wachsen die Pflanzen nicht wie in einem Regal übereinander, sondern nebeneinander aus der Wand heraus. So können wir sehr viele Pflanzen auf besonders wenig Raum anbauen. Gleichzeitig verzichten wir durch geschützte, selbstregulierende Systeme auf teure Sensorik und unnötig komplexe Technik.

In Kombination mit der automatisierten Versorgung und unserem Abo für lebende, vorgezogene Setzlinge entsteht ein hoher und kontinuierlicher Ertrag. Damit lässt sich erstmals ein Bedarf an frischen Kräutern, Salaten und kleinen Früchten abdecken, der mit dem Ertrag eines kleinen Hochbeets oder Gartens vergleichbar ist und das platzsparend an der eigenen Wand, automatisiert und zu einem erschwinglichen Preis. Genau darin liegt unsere Marktlücke: hoher Output auf kleinstem Raum, ohne dass dafür eine große Fläche, umfangreiches Gartenwissen oder eine teure Hightech-Anlage erforderlich ist.

Warum habt ihr euch für die Teilnahme an Die Höhle der Löwen entschieden und welche Aspekte standen dabei im Vordergrund?

Wir haben uns für die Teilnahme an „Die Höhle der Löwen“ entschieden, weil ein Löwe für uns weit mehr als nur ein Kapitalgeber wäre. Neben dem für den erfolgreichen Produktlaunch benötigten Kapital bringt ein potenzieller Investor ein großes Netzwerk, wertvolle Marktkenntnisse und langjährige unternehmerische Erfahrung mit.

Gerade als sehr junge Gründer können wir besonders von einem erfahrenen Mentor profitieren, der uns in Bereichen unterstützt, in denen uns naturgemäß noch die Lebens- und Geschäftserfahrung fehlt. Die Kombination aus Kapital, Netzwerk und persönlicher Begleitung macht einen Löwen für uns zum idealen Partner für den Produktlaunch und die nächsten Wachstumsschritte von CompactGreens.

Wer war von Anfang an euer absoluter Wunschlöwe in der Höhle der Löwen und warum passt dieser Investor perfekt zu eurer Vision?

Wir hatten nicht nur einen, sondern gleich mehrere Favoriten: Carsten Maschmeyer, Janna Ensthaler und Dagmar Wöhrl. Aufgrund ihrer langjährigen unternehmerischen Erfahrung und ihrer jeweiligen Investitionsprofile hätten alle drei sehr gut zu CompactGreens gepasst. Besonders Janna Ensthalers Investitionsschwerpunkte stimmten stark mit unserem Geschäftsmodell und unserer Ausrichtung überein. Bei Dagmar Wöhrl war zusätzlich die regionale Nähe ein wichtiger Faktor, da dies eine enge, persönliche und unkomplizierte Zusammenarbeit erleichtert hätte.

Welche Form der Unterstützung durch die Investoren in der Höhle der Löwen erhofft ihr euch neben dem Kapital am meisten?

Der größte Mehrwert wäre für uns vor allem die Möglichkeit, von ihrer Expertise und ihrer Begleitung als Mentoren zu profitieren. Aufgrund unseres jungen Alters können wir naturgemäß noch nicht auf dieselbe Lebens- und Geschäftserfahrung zurückgreifen wie langjährige Unternehmerinnen und Unternehmer. Gerade bei strategischen Entscheidungen und neuen unternehmerischen Herausforderungen wäre eine erfahrene Beratung für uns deshalb besonders wertvoll.

Welche nächsten Schritte sind für CompactGreens nach dem Auftritt in der Höhle der Löwen geplant und gibt es konkrete Pläne für Wachstum, Skalierung oder neue Entwicklungen?

Nach unserem Auftritt konzentrieren wir uns zunächst darauf, unsere Produktion zu skalieren und sämtliche Vorbestellungen bis Ende 2026 auszuliefern. Parallel dazu möchten wir eine weitere Finanzierungsrunde abschließen, um zusätzliches Kapital für den Ausbau unserer Produktionskapazitäten, unseres Teams und unserer Vertriebsstrukturen einzusammeln.

Anfang 2027 soll CompactGreens regulär auf den Markt kommen und deutschlandweit jederzeit bestellbar sowie kurzfristig lieferbar sein. Für das Jahr 2027 haben wir uns das Ziel gesetzt, rund 2.000 Systeme zu verkaufen und CompactGreens nachhaltig im deutschen Markt zu etablieren. Darüber hinaus arbeiten wir bereits an neuen Add-ons und weiteren Produkten, mit denen wir unser System künftig erweitern und unseren Kundinnen und Kunden noch mehr Möglichkeiten für den eigenen Anbau bieten möchten.

Welche Erfahrungen und Erkenntnisse haben sich auf eurem bisherigen Gründerweg als besonders wertvoll erwiesen?

Eine unserer wichtigsten und wertvollsten Erkenntnisse ist die enorme Bedeutung eines guten Netzwerks. Man hört als Gründer immer wieder, wie wichtig es ist, frühzeitig Kontakte aufzubauen – und aus unserer Erfahrung können wir sagen: Das stimmt zu hundert Prozent.

In den vergangenen drei Jahren haben wir über unser Netzwerk wichtige Kontakte, neue Möglichkeiten und wertvolle Informationen erhalten, zu denen wir sonst vermutlich keinen Zugang gehabt hätten. Viele dieser Impulse waren für unsere Entwicklung unbezahlbar, obwohl sie uns finanziell nichts gekostet haben.

Am Anfang kann es ungewohnt sein, auf andere Menschen zuzugehen, um Unterstützung zu bitten oder Fragen zu stellen. Man lernt jedoch schnell: Fragen kostet nichts, kann aber entscheidende Türen öffnen. Ein vertrauensvolles Netzwerk ist deshalb eines der wertvollsten Werkzeuge, die man als Gründer haben kann.

Welche Ratschläge lassen sich aus diesen Erfahrungen ableiten, die für andere Gründerinnen und Gründer hilfreich sein könnten?

  1. Fragen kostet nichts. Im besten Fall erhält man Unterstützung und es öffnen sich völlig neue Türen. Im schlimmsten Fall bekommt man eine Absage und sieht die Person vermutlich nie wieder. Deshalb sollte man sich trauen, aktiv auf Menschen zuzugehen und nach Hilfe zu fragen.
  2. Aus unserer eigenen Erfahrung würden wir empfehlen, mit der formellen Unternehmensgründung möglichst bis zur Volljährigkeit zu warten. Eine Gründung als Minderjähriger kann schnell zu einem langwierigen juristischen und bürokratischen Prozess werden. Die Zeit davor lässt sich trotzdem hervorragend nutzen, um die Idee weiterzuentwickeln, Prototypen zu bauen und erste Kontakte zu knüpfen.
  3. Einfach anfangen. Der erste Prototyp wird niemals perfekt sein – und wahrscheinlich fragt man sich ein halbes Jahr später, was man sich bei manchen Entscheidungen gedacht hat. Genau das gehört jedoch dazu. Nur durch das Ausprobieren, Fehler und kontinuierliche Verbessern entwickelt sich aus einer Idee ein funktionierendes Produkt.

Was unterscheidet CompactGreens im Supermarktregal oder im Online-Shop optisch und inhaltlich von der Konkurrenz?

Bisherige Indoor-Gardening-Systeme bewegen sich meist zwischen zwei Extremen: Entweder handelt es sich um kleine Kübel- oder Regalsysteme, mit denen sich lediglich einige Kräuter anbauen lassen, oder um große, platzintensive und teure Hightech-Lösungen, die tatsächlich einen relevanten Teil des Eigenbedarfs abdecken können.

CompactGreens schließt die Lücke zwischen diesen beiden Angeboten. Ein besonderes Alleinstellungsmerkmal ist unsere einzigartige 90-Grad-Anordnung der Pflanzen: Sie werden nicht wie bei herkömmlichen Systemen in einem Regal übereinandergestapelt, sondern wachsen nebeneinander direkt aus der Wand heraus. Dadurch können wir eine besonders große Anzahl an Pflanzen auf sehr wenig Raum unterbringen. Gleichzeitig verzichten wir durch geschützte, selbstregulierende Systeme auf teure Sensorik und unnötig komplexe Technik.

Darüber hinaus lässt sich CompactGreens durch individualisierbare Farben an unterschiedliche Einrichtungsstile und Innenräume anpassen. Die Wall ist damit nicht nur ein funktionales Anbausystem, sondern wird zugleich zu einem individuell gestaltbaren Bestandteil des Wohnraums.

In Kombination mit der automatisierten Versorgung und unserem Abo für lebende, vorgezogene Setzlinge entsteht ein hoher und kontinuierlicher Ertrag. Damit lässt sich erstmals ein Bedarf an frischen Kräutern, Salaten und kleinen Früchten abdecken, der mit dem Ertrag eines kleinen Hochbeets oder Gartens vergleichbar ist – platzsparend an der eigenen Wand, automatisiert und zu einem erschwinglichen Preis. Genau darin liegt unsere Marktlücke: hoher Output auf kleinstem Raum, verbunden mit einem einzigartigen Pflanzenaufbau und einem Design, das sich individuell an nahezu jeden Innenraum anpassen lässt.

Wie bereitet ihr eure Lieferkette und euren Online-Shop auf den enormen Nachfrage-Ansturm am Abend der Ausstrahlung von Die Höhle der Löwen vor?

Für unseren Auftritt bei „Die Höhle der Löwen“ haben wir den gesamten Onlineshop neu aufgebaut und gemeinsam mit unserem Zahlungsdienstleister sowie unserem Webhosting-Anbieter sichergestellt, dass die technische Infrastruktur auch einem sehr hohen Besucher- und Bestellaufkommen standhält. Zusätzlich haben wir automatisierte Lasttests durchgeführt, um die Stabilität der Website unter realistischen Spitzenbelastungen zu überprüfen.

Da die Ausstrahlung vor unserem regulären Produktlaunch stattfindet, nehmen wir die eingehenden Bestellungen zunächst als Vorbestellungen auf. Dadurch haben wir den Vorteil, dass wir die erhöhte Nachfrage nicht unmittelbar bedienen müssen, sondern haben mehr Vorlaufzeit, um Produktion und Lieferkette kontrolliert zu skalieren.

In dieser Zeit können wir die Pflanzenproduktion an einen spezialisierten externen Partner übergeben und gleichzeitig die Beschaffung sowie Fertigung der einzelnen Komponenten der CompactGreens Wall frühzeitig auf die benötigten Stückzahlen abstimmen. So haben wir die Voraussetzungen für einen planbaren und zuverlässigen Ablauf, von der Vorbestellung bis zur späteren Auslieferung.

Sehen Sie CompactGreens am 21. September 2026 in der Höhle der Löwen

Bild: Simon Zitzmann, Niklas Gabriel, Nick Werneck, Max Lauterbach und Jonas Frank (v.li.); Gründer von CompactGreens
Foto: RTL

Wir bedanken uns bei den Gründern für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Sabine Elsässer
Sabine Elsässer
Sabine Elsaesser is an experienced entrepreneur and media/startup expert. Since 2016, she has served as the Chief Editor and CEO of StartupValley Media & Publishing. In this role, she is responsible for managing the company and providing strategic direction for its media and publishing activities. Sabine Elsaesser takes great pleasure in assisting individuals and businesses in reaching their full potential. Her expertise in establishing sales organizations and her passion for innovation make her a valuable advocate for startups and entrepreneurs.

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