Donnerstag, September 17, 2026
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Höhle der Löwen: „Prinz Penis“ bricht Tabu mit Männer-Intimpflege

Penice entwickelt Intimpflege für Männer und wird am 21. September 2026 in der Höhle der Löwen pitchen.

Wie ist die Idee zu Penice entstanden, wer steht hinter dem Startup und welcher Moment hat dich zur Gründung inspiriert?

Es war einmal ein Mann unter der Dusche. Dort sprießen bekanntlich die besten Ideen, und genau dort ist Penice entstanden.

Vor mir stand die Intimwaschlotion meiner damaligen Freundin. Und ich habe mich gefragt: Warum gibt es so etwas eigentlich nicht für uns Männer? Und was müsste anders sein, damit es beim Mann funktioniert und ankommt?

Zuerst war der Name da. Ein Name, der hängen bleibt. Als ich ihre Lotion selbst benutzt habe, habe ich sie kurzerhand „Penice“ getauft. Penis plus nice, denn genau darum geht es: Untenrum soll es sich einfach nice anfühlen.

Als ich mich im engsten Freundeskreis mit der Idee geoutet habe, wurde Penice sofort zum Running Gag. Aber zu einem von der guten Sorte, und er riss einfach nicht ab. Aus dem Gag wurde ein Dauerbrenner, und irgendwann habe ich gespürt: Da steckt mehr dahinter.

Wie ernst das Thema wirklich ist, hat mir später die Männerarbeit gezeigt. In Männerkreisen reden Männer offen über Dinge, über die sie sonst schweigen: Scham, Leistungsdruck, Unsicherheit im Bett. Da wurde mir klar, wie viele Männer mit solchen Themen allein sind.

Hinter Penice stehe ich, Markus Flagner, Solo-Gründer aus Würzburg und Herrscher über ein Ein-Mann-Königreich. In der Würzburger Startupszene kennt man mich inzwischen als den Penis-Mann. Bei meinem Pitch in der Höhle der Löwen wurde ich dann zum Prinz Penis gekrönt.

Ursprünglich komme ich aus der Informatik. Ich war rund zehn Jahre als Webentwickler selbstständig und danach drei Jahre Teamleiter in der Gründungsberatung der TH Aschaffenburg. Jetzt stehe ich selbst auf der anderen Seite.

Böse Nasen könnten behaupten, dass wir Nerds uns schlecht riechen können. Aber das Klischee ist passé, genauso wie das vom Mann, dem egal ist, wie er auf andere wirkt.

In welcher Branche bist du mit Penice tätig und was zeichnet das Geschäftsmodell aus?

Mit Penice bin ich in der Kosmetikbranche gelandet, genauer in der Intimpflege für Männer.

In das Thema habe ich mich reingefuchst: erst im Heimlabor im Treppenhaus und mit Internetrecherche nach Hausmitteln, später mit KI-Recherche und Inhaltsstoffanalysen. Ein Kosmetikexperte bin ich bis heute nicht. Deshalb gebe ich das fehlende Wissen und die Produktion in kompetente Hände.

Die Rezeptur habe ich mit einer spezialisierten Kosmetikchemikerin zur Marktreife gebracht. Produziert wird in Deutschland, bei einem Lohnhersteller in Hamburg. Die Wirkstoffkombination ist zum Patent angemeldet.

Mein Geschäftsmodell ist bewusst einfach gehalten. Nach all den Jahren in Softwareentwicklung und Beratung wollte ich ein physisches Produkt vertreiben, das die KI nicht so einfach ersetzen kann. Etwas zum Anfassen eben. Die KI darf mir dafür bei allem anderen helfen: Ich arbeite ohne Angestellte und setze auf Automatisierung statt Overhead.

Welches konkrete Problem löst Penice und welche Marktlücke hast du damit geschlossen?

Ich nehme mir eines der letzten großen Tabus vor: die Intimpflege beim Mann.

Anfang 2026 habe ich dazu rund 200 Männer und Frauen befragt. Weit über die Hälfte der Männer war sich im letzten Jahr mindestens einmal unsicher, ob sie im Schritt frisch genug sind. Und über 70 Prozent der Frauen haben erlebt, dass fehlende Frische beim Mann sie davon abgehalten hat, intim zu werden oder sich dabei zu entspannen.

Beide Seiten wissen es. Keiner sagt es. Und über 80 Prozent der Männer nutzen untenrum einfach ihr normales Duschgel.

Genau da setzt Penice an. Und zwar nicht mit dem erhobenen Zeigefinger. Ein Mann, der für sich sorgt, ist nicht eitel, sondern souverän. Wer sich in seiner Haut wohlfühlt, kann sich fallen lassen, sex-positiv denken und seine männliche Energie frei leben. Immer mit Respekt vor dem Menschen, mit dem er intim wird.

Ich nenne das Shared Intimacy. Die Botschaft lautet nicht „Du musst dich waschen“, sondern „Ich möchte, dass wir uns beide wohlfühlen“.

Und ja, das ist ein Männerthema. Es braucht einen Mann, der sich hinstellt und sagt: Leute, lasst uns darüber reden. Von Mann zu Mann, ohne Scham und mit einem Augenzwinkern. Wenn ich dafür der Penis-Mann sein muss, dann bin ich das eben gerne.

Und genau das ist die Marktlücke: Das Problem ist weit verbreitet, aber es gibt kaum ein Produkt, das Männern untenrum wirklich hilft und das sie sich auch zu kaufen trauen. Penice Daily Gel wurde gegen Penisgeruch entwickelt. Ohne Bullshit und ohne Scham.

Warum hast du dich für die Teilnahme an Die Höhle der Löwen entschieden und welche Aspekte standen dabei im Vordergrund?

Ehrlich gesagt war das eher Zufall als Plan.

Ich war eines Abends feiern, und gefühlt die hundertste Person sagte zu meiner Idee: „Das wäre doch was für die Höhle der Löwen!“ Um drei Uhr nachts lag ich dann etwas genervt im Bett und habe nachgeschaut, ob man sich da überhaupt bewerben kann.

Für diese Uhrzeit wollte das Formular zu viele Infos. Also habe ich nur Name, Telefonnummer und grob die Produktidee eingetragen, auf Speichern geklickt und das Ganze ad acta gelegt.

Ein paar Monate später klingelte mein Telefon. Die Produktionsfirma bat mich, die vollständige Bewerbung doch bitte abzuschicken, weil sie die Idee so cool fanden. Das habe ich als Wink vom Universum genommen.

Im Vordergrund stand für mich, ein Tabuthema dorthin zu bringen, wo es hingehört: zur besten Sendezeit ins Wohnzimmer. Wenn Millionen Menschen gemeinsam über Intimpflege für Männer schmunzeln, ist das Tabu schon halb gebrochen. Denn ein Thema, das sich versteckt, bleibt ein Tabu.

Wer war von Anfang an dein absoluter Wunschlöwe in der Höhle der Löwen und warum passt dieser Investor perfekt zu deiner Vision?

Von Anfang an war Judith Williams meine Wunschlöwin.

Sie hat enorm viel Erfahrung im Bereich Kosmetik und weiß genau, wie man so ein Produkt auf vielen Vertriebskanälen platziert und an den Mann bringt. Wortwörtlich.

Ich glaube, sie hätte Spaß daran, den Mann als Zielgruppe für die Intimpflege zu erobern.

Welche Form der Unterstützung durch die Investoren in der Höhle der Löwen erhoffst du dir für Penice neben dem Kapital am meisten?

Kapital ist wichtig, aber nicht das Wichtigste.

Ich erhoffe mir vor allem die Bereitschaft und den Willen, mein Penice ganz groß zu machen.

Dazu gehören das Netzwerk und die Expertise, die mir für den nächsten Wachstumsschritt noch fehlen, allen voran Kontakte zu Drogerien und in den Handel.

Welche nächsten Schritte sind für Penice nach deinem Auftritt in der Höhle der Löwen geplant und gibt es konkrete Pläne für Wachstum, Skalierung oder neue Entwicklungen?

Ganz klar: Penice erfolgreich auf den Markt bringen und so vielen Männern wie möglich zugänglich machen.

Als Nächstes ist ein Feuchttuch in Planung, das man schnell zur Hand hat, wenn es darauf ankommt. Es hat die Größe einer Kondomverpackung und passt in jeden Geldbeutel.

Danach soll ein Geschenkset folgen, natürlich mit einem Augenzwinkern. Mit witzigen Geschenkkarten und einer versteckten Botschaft passt es zum Junggesellenabschied genauso wie unter Freunden. Denn auch Männer dürfen sich gegenseitig ein bisschen Liebe schenken. Bromance eben. Und fast die Hälfte der befragten Männer würde sich über so ein Geschenk von der Partnerin freuen, weil es zeigt, dass sie sich um ihn kümmert.

Langfristig will ich mit Penice in Drogerien, Apotheken und ins Ausland. Denn ich bin überzeugt: Männliche Intimpflege wird in den nächsten Jahren so selbstverständlich wie die Bartpflege im letzten Jahrzehnt.

Das Thema hat aber auch einen ernsten Hintergrund. In der Pflege ist Not am Mann. Viele Pflegekräfte und Ärzte haben mir erzählt, unter welchen Umständen sie in Pflegeheimen und Geriatrien arbeiten. Dort möchte ich mit Penice gerne unterstützen: älteren Männern mehr Würde schenken und dem Personal die Arbeit ein Stück angenehmer machen. Aber das ist noch Zukunftsmusik.

Die Rezeptur hat übrigens noch mehr Potenzial. Ob daraus irgendwann ein weiteres Produkt unter anderem Namen entsteht, entscheidet der Erfolg von Penice.

Welche Erfahrungen und Erkenntnisse haben sich auf deinem bisherigen Gründerweg als besonders wertvoll erwiesen?

Ich dachte, blauäugig wie ich war, ich könnte im Homeoffice etwas zusammenmischen und online verkaufen.

Pustekuchen. Kosmetik ist streng reglementiert. Jedes Wirkversprechen muss belegt sein, und die Rezeptur muss in der Anwendung sicher sein. Das dauert und kostet Geld.

Dabei habe ich gelernt: Du bist für dein Produkt allein verantwortlich, auch für die Dinge, die du aus der Hand gibst. Deshalb musst du dir das Wissen aneignen oder Tools nutzen, die dir helfen, die bestmögliche Entscheidung zu treffen.

Genauso wichtig sind die richtigen Freunde und Enabler im Netzwerk. Menschen, die nicht abwinken, wenn es ernst wird, sondern wirklich unterstützen wollen. Auch ohne Geld, wenn es mal knapp ist.

Und die wichtigste Erkenntnis: nicht aufgeben. Ich hatte so viele Momente, in denen ich kurz davor war, schlappzumachen und das Handtuch zu werfen. Aber genau in diesen Momenten entscheidet sich, ob aus einer Idee etwas wird.

Welche Ratschläge lassen sich aus diesen Erfahrungen ableiten, die für andere Gründerinnen und Gründer hilfreich sein könnten?

Informiere dich früh über die Regeln deiner Branche. Bevor du Geld und Zeit investierst, nicht danach.

Nutze KI. Mit KI ist heute vieles auch alleine möglich. Du brauchst nur den Willen, es umzusetzen.

Steh deinen Mann und halte an deiner Vision fest, auch wenn sie anfangs belächelt wird. Teste sie trotzdem früh, zum Beispiel mit einer Umfrage. Am Ende entscheidet der Markt. Er ist die einzige ehrliche Messgröße.

Such dir Menschen, mit denen du auch über die unbequemen Dinge reden kannst, die dich inspirieren und deren Meinung du auch mal auf dich wirken lässt. Für mich sind das Startup-Netzwerke und Männerkreise. Dort habe ich gelernt, dass Stärke nicht heißt, alles allein zu tragen.

Und hab keine Angst vor Tabus, davor, anders zu sein als alle anderen, oder davor, nicht ins System zu passen. Vielleicht liegt das System falsch und du richtig. Genau in diesem Zwiespalt entstehen großartige Innovationen. Und wo alle schweigen, liegt oft die größte Marktlücke.

Was unterscheidet Penice im Supermarktregal oder im Online-Shop optisch und inhaltlich von der Konkurrenz?

Optisch setzt Penice auf etwas, das man in der Männerpflege nicht erwartet: Märchen.

Statt expliziter Bilder erzählt die Marke ihre Geschichte wie ein altes Märchenbuch, mit Scherenschnitt-Optik, Krone und den Brüdern Grimm als Vorbild. Denn in jedem Mann steckt ein kleiner Prinz, und der möchte küssbar sein.

Märchen haben einen großen Vorteil: Sie gelten als unschuldig. Einem Zauberspiegel nimmt man es nicht übel, wenn er einem verrät, dass untenrum nicht alles nach Rosen duftet. Und ganz nebenbei umgehe ich so die Shadowbans der doch recht prüden Social-Media-Welt, sobald es um Sex geht.

Inhaltlich unterscheidet sich Penice schon beim Einsatzgebiet. Die Konkurrenz geht bisher vor allem auf den Sack: Viele Produkte für Männer sind für die Hoden gemacht. Penice kümmert sich um das, was bisher zu kurz kam.

Penice Daily Gel setzt auf geruchsbindendes Zink und Pflanzenwirkstoffe aus Rhabarber und Rettich, ganz ohne Parfüm und Öl. Denn gerade untenrum wünschen sich die meisten Menschen Natürlichkeit und einfach einen neutralen Geruch. Außerdem ist es ein Leave-on-Gel: Es wird dünn auf Eichel und Leiste verteilt, zieht kurz ein und bleibt drauf. Gerade für Männer ist das praktisch.

Wichtig ist mir dabei: Penice ersetzt nicht das Beste fürs beste Stück, nämlich Wasser. Es ergänzt es. Wasser reinigt, Penice pflegt.

Auch bei der Herstellung war mir Respekt vor Ressourcen und Umwelt wichtig. Penice wird in Deutschland hergestellt und abgefüllt. Auf überflüssige Umverpackungen und lange Lieferwege verzichte ich. Die Tube wird ebenfalls in Deutschland produziert, und zwar aus Zuckerrohr statt aus Erdöl.

Wie bereitest du die Lieferkette und den Online-Shop von Penice auf den enormen Nachfrage-Ansturm am Abend der Ausstrahlung von Die Höhle der Löwen vor?

Da ich aus der Informatik komme, habe ich die Website penice.men auf Standfestigkeit programmiert. Server und Code halten auch dann lange durch, wenn es zur Primetime heiß hergeht.

Ob das reicht, zeigt der Abend der Ausstrahlung. Ich bin gespannt und habe das Popcorn neben dem Server-Monitor schon bereitgestellt.

Wer nach der Sendung mehr über den kleinen Prinzen wissen will, findet dort ein interaktives Märchen mit Erzählstimme. Da wird Intimpflege plötzlich zur Gute-Nacht-Geschichte.

Sehen Sie Penice am 21. September 2026 in der Höhle der Löwen

Bild: Markus Flagner, Gründer von Penice Foto: RTL

Wir bedanken uns bei Markus Flagner für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Sabine Elsässer
Sabine Elsässer
Sabine Elsaesser is an experienced entrepreneur and media/startup expert. Since 2016, she has served as the Chief Editor and CEO of StartupValley Media & Publishing. In this role, she is responsible for managing the company and providing strategic direction for its media and publishing activities. Sabine Elsaesser takes great pleasure in assisting individuals and businesses in reaching their full potential. Her expertise in establishing sales organizations and her passion for innovation make her a valuable advocate for startups and entrepreneurs.

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