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Bund fördert deutsche Videotechnologie: Rund eine Million Euro Forschungszulage für alugha
Das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt fördert die Mannheimer alugha GmbH mit einer Forschungszulage von rund einer Million Euro. Anerkannt wurden die Arbeiten an einer mehrsprachigen Videoplattform, die Videotranskription, Übersetzung, Stimmenklonung, Emotionsübertragung und Postproduktion in einem automatisierten Prozess bündelt – und Unternehmen damit eine souveräne europäische Alternative zu US-Anbietern liefert. Das Entwicklungsvorhaben läuft seit Januar 2020 und soll bis Oktober 2026 abgeschlossen sein. Das Prüfverfahren nach dem Forschungszulagengesetz bestätigte förderfähige Aufwendungen in Höhe von insgesamt 4,74 Millionen Euro.
Eine europäische Antwort auf die Dominanz der US-Plattformen
Während international vor allem US-Anbieter den Markt für professionelle Videotechnologie prägen, entsteht in Mannheim seit mehreren Jahren eine europäische Alternative. alugha bündelt in einer einzigen Plattform, wofür Unternehmen bislang mehrere, meist amerikanische Dienstleister einsetzen mussten. Videos werden in beliebige Sprachen übersetzt, mit authentisch klingenden Stimmen neu vertont und lippensynchron angepasst – in einem durchgängigen, automatisierten Prozess und innerhalb von Sekunden. Anders als bei Angeboten von Google, Amazon oder spezialisierten US-Dienstleistern verlassen die Daten dabei Europa nicht.
Für Unternehmen in regulierten Branchen – von Finanzdienstleistern über die Industrie bis zum Gesundheitswesen – ist das weit mehr als eine Komfortfrage. Wer Schulungs-, Produkt- oder Kundenvideos in mehreren Sprachen anbieten will, steht heute regelmäßig vor der Wahl: entweder die Kontrolle über Inhalte und Daten an außereuropäische Anbieter abgeben oder auf Reichweite verzichten. alugha zeigt, dass dieser Widerspruch auflösbar ist.
Minuten statt Stunden, bei rund 90 Prozent geringeren Kosten
Der wirtschaftliche Nutzen ist für Anwender unmittelbar greifbar. Produktionszeiten für mehrsprachige Videos, die bislang Stunden oder Tage in Anspruch nahmen, verkürzen sich auf wenige Minuten. Aufwendige Synchronstudios, externe Übersetzungsdienstleister und manuelle Nachbearbeitung entfallen weitgehend. Nach Unternehmensangaben reduzieren sich die Produktionskosten dadurch um rund 90 Prozent. Datenhoheit, Urheberrechte und der einheitliche Markenauftritt bleiben dabei unter europäischer Kontrolle – ein Aspekt, der angesichts des EU AI Act und verschärfter regulatorischer Anforderungen an den Umgang mit Unternehmensdaten zunehmend geschäftsentscheidend wird. Zumal der Datenabfluss in die USA – wie die letzten Nachrichtenanlässe rund um Google, Microsoft, Perplexity, OpenAI und Anthropic zeigen – mehr und mehr zum geopolitischen Problem wird.
Ambitionierte Agenda für den Technologiestandort Deutschland
Die Forschungszulage ist für alugha mehr als eine Anerkennung – sie ist Rückenwind für eine Expansion. Das Unternehmen verfolgt das Ziel, zu einer der führenden europäischen Infrastrukturen für mehrsprachige Videokommunikation im B2B-Bereich zu werden. Gründer und Geschäftsführer Bernd Korz engagiert sich zudem in der Bundesfachkommission Künstliche Intelligenz des Wirtschaftsrats der CDU und bringt dort die Perspektive deutscher Technologieunternehmen in die Debatte um europäische KI-Souveränität ein.
„Dass der Bund unser Vorhaben als förderfähig anerkennt, ist ein starkes Signal – nicht nur für uns, sondern für den gesamten deutschen Technologiestandort. Wir zeigen, dass Europa Weltklasse-Technologie im Bereich Video und Künstliche Intelligenz entwickeln kann – mit dem entscheidenden Unterschied, dass unsere Kundinnen und Kunden die volle Kontrolle über ihre Daten behalten.
Wir haben in den vergangenen Jahren eine Plattform aufgebaut, die technologisch mit den großen US-Anbietern mithält und gleichzeitig europäische Werte in ihrer DNA trägt. Und wir haben noch einiges vor.“
Bernd Korz, Gründer und CEO der alugha GmbH
Abschluss des Vorhabens für 2026 geplant
Das geprüfte Entwicklungsvorhaben soll bis Oktober 2026 abgeschlossen werden. Die Ergebnisse fließen in neue und wesentlich verbesserte Produkte des Unternehmens ein und bilden die Grundlage für den weiteren Ausbau der Plattform. Schon heute nutzen Unternehmen aus Industrie, Medien und dem Bildungssektor die alugha-Infrastruktur, um ihre Inhalte international skalierbar zu machen. Ohne ihre digitale Souveränität aus der Hand zu geben.
Bild Bernd Korz @alugha
Quelle Primus Inter Pares GmbH

























