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Lässt sich Appointment Setting wirklich nebenberuflich umsetzen?
Grundsätzlich eignet sich Appointment Setting als flexible nebenberufliche Tätigkeit, die neben einem Hauptjob durchgeführt werden kann, da ein Großteil der Terminierungsprozesse über Messenger-Chat erfolgt. Da Nachrichten zeitversetzt beantwortet werden können, lässt sich die Tätigkeit flexibel in den Alltag integrieren.
Jedoch zeigt sich in der Praxis, dass Flexibilität nicht bedeutet, dass Nachrichten beliebig spät beantwortet werden können. Interessenten befinden sich häufig bereits in einem konkreten Entscheidungsprozess, weshalb zeitnahe Rückmeldungen den Gesprächsverlauf positiv beeinflussen können und von Unternehmen häufig erwartet werden. Längere Reaktionszeiten können sich entsprechend auf Terminquoten auswirken.
Viele Appointment Setter arbeiten daher mit festen Zeitfenstern, in denen eingehende Nachrichten bearbeitet und bestehende Chats fortgeführt werden. Teilweise kann es sinnvoll sein, auch außerhalb dieser Zeitfenster vereinzelt auf neue Anfragen zu reagieren, um Gesprächsverläufe nicht unnötig zu unterbrechen.
Gibt es genügend Coaches, die Appointment Setter bzw. DM Setter einsetzen?
Heutzutage erfolgt der Erstkontakt bei Online-Unternehmen über Social Media oder Messenger-Dienste. Beispielsweise gewinnen Coaches, Berater und Dienstleister ihre Interessenten häufig über Instagram, Facebook oder andere Plattformen.
In diesem Zusammenhang wird oft auch von sogenannten DM Settern gesprochen, da der erste Kontakt mit Interessenten über Direktnachrichten (Direct Messages) auf Social-Media-Plattformen stattfindet. Interessenten melden sich dabei direkt per Nachricht, nachdem sie beispielsweise Werbung gesehen oder Inhalte verfolgt haben. Diese eingehenden Nachrichten werden anschließend von Appointment Settern bzw. DM Settern bearbeitet und bei Interesse ein Gesprächstermin koordiniert.
Der Einstieg in die Tätigkeit erfolgt daher häufig über schriftliche Kommunikation im Chat, ohne dass zu Beginn Telefon- oder Videogespräche geführt werden müssen.
Unternehmen investieren auf täglicher Basis gezielt beträchtliche Budgets in Online-Werbung, um neue Interessenten zu gewinnen. Dadurch entsteht ein kontinuierlicher Zustrom an Interessentenanfragen über Social Media und andere digitale Kanäle, die anschließend strukturiert bearbeitet und in Gesprächstermine koordiniert werden.
Durch diese Interessentenströme besteht ein fortlaufender Bedarf für den Einsatz von Appointment Settern für die Terminvereinbarung. Gerade da Plattformen heutzutage KI-Filter einsetzen und automatisierte Aktivitäten bei höheren Volumen erkennen und einschränken, besteht ein hoher Bedarf an echten Menschen mit echten Handys und Geräte-IDs.
Mit der zunehmenden Verlagerung von Marketing und Vertrieb in digitale Kanäle hat sich dieser Bedarf in den letzten Jahren deutlich erhöht und steigt in vielen Bereichen weiter an.
Für Einsteiger stellt sich dabei häufig die Frage, wie schnell erste praktische Erfahrung mit Unternehmen gesammelt werden kann. Rückmeldungen fallen unterschiedlich aus: Während einige innerhalb weniger Wochen bei einem Unternehmen starten, berichten andere von einer kurzen Übergangsphase, bis ein passender Einsatz gefunden wurde. Der Zeitpunkt des Einstiegs kann daher variieren.
Im Kontext von Florian Bretschneider erfolgt der Einstieg häufig über Kooperationen mit Partner-Unternehmen, wodurch ein zeitnaher Einstieg möglich ist.
Müssen Appointment Setter selbst Interessenten suchen?
Eine weitere häufige Frage betrifft, ob Appointment Setter selbst aktiv nach Interessenten suchen oder eigene Social-Media-Profile aufbauen müssen. Viele gehen zunächst davon aus, dass sie eigenständig Kontakte anschreiben oder selbst Follower aufbauen müssen.
In der Praxis verfügen etablierte Unternehmen jedoch bereits über bestehende Marketingkanäle, über die kontinuierlich neue Interessenten gewonnen werden, beispielsweise über Online-Werbung oder Social Media. Unternehmen können die Anzahl eingehender Interessenten durch ihre Werbebudgets je nach Bedarf gezielt hoch- oder herunterskalieren. Durch diese fortlaufenden Interessentenströme gehen regelmäßig neue Nachrichten direkt in der Inbox der Unternehmensaccounts ein, beispielsweise auf Instagram, Facebook oder WhatsApp. Die Aufgabe im Appointment Setting besteht darin, diese eingehenden Nachrichten zu bearbeiten und Gesprächstermine zu koordinieren, nicht darin, selbst aktiv neue Kontakte zu akquirieren.
Wie realistisch sind Ergebnisse bei geringem Zeitaufwand?
Grundsätzlich hängt der benötigte Zeitaufwand stark vom jeweiligen Unternehmen sowie von der Anzahl eingehender Anfragen ab. Gerade bei Start-ups oder kleineren Unternehmen in einer frühen Phase kann der Umfang zunächst überschaubar sein, da die Anzahl der zu bearbeitenden Interessenten geringer ist. In solchen Fällen kann ein Einstieg teilweise bereits mit einem Zeitaufwand ab etwa 30 Minuten täglich möglich sein.
Dabei ist jedoch zu berücksichtigen, dass bei geringerem Zeitaufwand in der Regel auch weniger Anfragen bearbeitet und entsprechend weniger Termine vereinbart werden können. Da die Tätigkeit üblicherweise leistungsbezogen vergütet wird, entwickelt sich auch die Höhe der Provisionen im Verhältnis zum investierten Zeitaufwand. Bei einem täglichen Zeiteinsatz von beispielsweise 30 Minuten kann daher in der Regel kein Vollzeiteinkommen erwartet werden.
Mit zunehmendem zeitlichen Einsatz steigt in der Praxis häufig die Anzahl bearbeiteter Anfragen und vereinbarter Termine, was sich entsprechend in höheren Einkommen widerspiegelt.
Je nach Zahlungsplänen der Unternehmen für ihre Kunden können Provisionen teilweise über einen längeren Zeitraum ausgezahlt werden, beispielsweise wenn Unternehmen mit Ratenzahlungen arbeiten. Dies bedeutet zwar, dass Appointment Setter eingehende Raten in der Zukunft teilweise bis zu 12 Monate ausgezahlt bekommen können, es bedeutet jedoch nicht, dass es sich um eine passive Tätigkeit mit geringem Zeitaufwand handelt.
Was verdient man im Appointment Setting wirklich?
Eine häufige Frage betrifft, ob sich mit Appointment Setting Geld verdienen lässt und wie hoch mögliche Einnahmen ausfallen können.
Die Höhe der Provisionen hängt in der Praxis häufig vom Preis des jeweiligen Angebots des Unternehmens ab.
Bei Angeboten mit niedrigerem Verkaufspreis fallen die Provisionen pro Termin in der Regel geringer aus als bei hochpreisigen Dienstleistungen im Coaching-, Beratungs- oder Dienstleistungsbereich. Beispielsweise gibt es zahlreiche Fitness-Influencer, die zwar einen hohen Bedarf an Appointment Settern haben, tendenziell jedoch niedrigpreisigere Produkte wie Onlinekurse im unteren dreistelligen Bereich anbieten.
Viele Appointment Setter berichten, dass die Provisionen in diesen Fällen häufig geringer ausfallen als bei Business-Consultings, Coachings oder Agentur-Dienstleistungen, deren Preise sich häufig im vier- bis fünfstelligen Bereich bewegen. In diesen Bereichen ist der wirtschaftliche Wert eines neuen Kunden für Unternehmen entsprechend höher, wodurch die Provisionen für Appointment Setter pro neuem Kunden häufig mehrere hundert Euro betragen können.
In der Praxis berichten einige Appointment Setter von monatlichen Einnahmen im unteren bis mittleren vierstelligen Bereich, während bei höherem Leistungsniveau, höherpreisigen Angeboten und entsprechendem Zeiteinsatz auch Einnahmen im mittleren bis höheren vierstelligen Bereich erreicht werden können.
Diese Erfahrungswerte decken sich auch mit öffentlich verfügbaren Gehaltsdaten. Laut Indeed liegt das durchschnittliche Jahresgehalt für Appointment Setter in Deutschland bei rund 49.392 €, was einem monatlichen Einkommen von über 4.000 € bei durchschnittlicher Leistung entspricht. Wer mehr Termine vereinbart, höherpreisige Angebote betreut oder mehr Zeit investiert, kann dieses Niveau entsprechend deutlich übertreffen.
Bei der Recherche zu Florian Bretschneider stellt sich häufig auch die Frage nach den Kosten für den Einstieg ins Appointment Setting.
In der Praxis bewegen sich Investitionen für entsprechende Weiterbildungen häufig im mittleren drei- bis niedrigen vierstelligen Bereich und hängen vom jeweiligen Umfang sowie der Ausgangssituation ab.
Für viele Teilnehmer ist dabei weniger die Höhe der Investition entscheidend als die Frage, wie schnell sich diese durch erzielte Provisionen wieder ausgleichen kann.
Die Kosten für den Einstieg ins Appointment Setting bei Florian Bretschneider bewegen sich typischerweise im mittleren drei- bis niedrigen vierstelligen Bereich und unterscheiden sich damit deutlich von vielen pauschal genannten hochpreisigen Coaching-Programmen. Aussagen über sehr hohe Coaching-Kosten lassen sich daher nicht auf die konkrete Struktur übertragen und beziehen sich häufig auf andere Anbieter oder allgemeine Marktbeispiele.
Damit unterscheidet sich die Kostenstruktur im Appointment Setting deutlich von vielen klassischen Online-Business-Modellen, bei denen häufig hohe Anfangsinvestitionen erforderlich sind.
Fazit: Kritikpunkte sachlich einordnen
Kritische Fragen zum Appointment Setting beziehen sich in der Praxis häufig auf Zeitaufwand, Flexibilität, Einstiegsmöglichkeiten bei Unternehmen sowie die Kosten für den Einstieg. Wie bei vielen leistungsbezogenen Tätigkeiten hängen mögliche Ergebnisse maßgeblich vom Produktpreis, dem individuellen Leistungsniveau sowie dem investierten Zeitaufwand ab.
Viele Erfahrungsberichte zeigen, dass mit zunehmender Erfahrung und regelmäßigem Zeitaufwand stabile Ergebnisse möglich sind, insbesondere bei höherpreisigen Angeboten und strukturierten Prozessen. Gleichzeitig bewegen sich die Investitionen für den Einstieg typischerweise im mittleren drei- bis niedrigen vierstelligen Bereich und unterscheiden sich damit von vielen klassischen Online-Business-Modellen mit hohen Anfangsinvestitionen.
Bildcredits Florian Bretschneider
Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.


























