Frontnow entwickelt eine Plattform für Produktdaten und KI im E Commerce, die Daten strukturiert und für intelligente Anwendungen nutzbar macht
Wie ist Frontnow entstanden und wer sind die Köpfe hinter dem Unternehmen?
Gabriel Bobinski: Frontnow wurde 2020 in Berlin von Marc Funk gegründet, mit der klaren Vision, den digitalen Handel datengetrieben weiterzuentwickeln. Von Anfang an stand die Frage im Fokus, wie Produkte online besser verstanden, gefunden und ausgewählt werden können.
Heute besteht das Führungsteam aus Marc Funk als Gründer und Chief Revenue Officer, der sich auf Wachstum und Marktausbau konzentriert, und mir als CEO. Ich verantworte Strategie, Produkt und Organisation und bringe meine Erfahrung aus dem Aufbau und der Skalierung technologiegetriebener Unternehmen ein. Gemeinsam treiben wir die nächste Wachstumsphase von Frontnow voran.
Was war die ursprüngliche Idee hinter Frontnow und wie hat sie sich bis heute weiterentwickelt?
Gabriel Bobinski: Die ursprüngliche Idee war, Produktdaten im E-Commerce besser nutzbar zu machen. Viele Händler kämpfen mit fragmentierten, unvollständigen Daten, die weder für Kunden noch für Systeme optimal funktionieren.
Heute ist daraus ein deutlich umfassenderer Ansatz geworden. Wir sehen Produktdaten nicht mehr nur als operatives Thema, sondern als zentrale Infrastruktur im KI-getriebenen Handel. Unsere Plattform sorgt dafür, dass Daten strukturiert, vollständig und für KI-Systeme nutzbar sind. Ein zentraler Teil unseres Ansatzes ist dabei die intelligente Anreicherung mit externen Datenquellen. Genau darin sehen wir uns als klaren First Mover. Gleichzeitig verbinden wir diese Daten direkt mit Anwendungen im Shop, etwa durch KI-basierte Beratung. So entsteht ein durchgängiges System von der Datenbasis bis zur Kaufentscheidung.
Welche Vision verfolgt Frontnow für den E-Commerce der Zukunft?
Gabriel Bobinski: Wir glauben, dass Produktdaten zur zentralen Infrastruktur des digitalen Handels werden, ähnlich wie Websites oder mobile Apps in früheren Phasen.
Unsere Vision ist es, die Plattform zu sein, die diese Daten systematisch optimiert und für Menschen wie Maschinen nutzbar macht. Gleichzeitig wollen wir das Einkaufserlebnis neu definieren, indem wir KI direkt in die Interaktion zwischen Kunden und Shop integrieren.
Wie möchte Frontnow das Einkaufserlebnis im Onlinehandel konkret verändern?
Gabriel Bobinski: Das Einkaufserlebnis wird sich von einer klassischen Suche hin zu einer geführten, intelligenten Interaktion entwickeln. Nutzer wollen nicht mehr selbst filtern und vergleichen, sondern schneller zur richtigen Entscheidung kommen.
Wir ermöglichen genau das, indem wir strukturierte und angereicherte Produktdaten mit Conversational AI verbinden. Zum Beispiel über intelligente Chatbots, die Nutzer direkt im Shop beraten. Das Ergebnis ist ein deutlich intuitiveres Erlebnis, weniger Reibung im Kaufprozess und bessere Entscheidungen auf Kundenseite.
Welche Zielgruppen stehen bei Frontnow im Fokus und welche Bedürfnisse adressiert ihr besonders?
Gabriel Bobinski: Wir arbeiten vor allem mit E-Commerce-Händlern und Marken, die ihre Sichtbarkeit und Conversion in einem zunehmend KI-getriebenen Umfeld verbessern wollen.
Diese Unternehmen stehen vor der Herausforderung, dass ihre Produkte in klassischen wie generativen Suchumfeldern richtig verstanden und ausgespielt werden. Genau hier setzen wir an: Wir strukturieren und erweitern Produktdaten gezielt, auch mit Hilfe externer Datenquellen, und übersetzen diese Datenqualität direkt in kommerzielle Wirkung.
Wie stellt ihr sicher, dass eure KI-Lösungen wirklich einen Mehrwert für Onlinehändler und deren Kunden bieten?
Gabriel Bobinski: Für uns steht der messbare Impact im Mittelpunkt. Unsere Lösungen sind darauf ausgelegt, konkrete KPIs wie Sichtbarkeit, Conversion und Effizienz zu verbessern.
Wir sehen in der Praxis, dass bessere und kontextreichere Daten zu relevanteren Produktausspielungen führen, Rückfragen reduzieren und die Customer Experience deutlich verbessern. Gleichzeitig messen wir kontinuierlich, wie sich unsere Anwendungen auf das Nutzerverhalten auswirken, etwa durch schnellere Produktfindung oder geringere Absprungraten.
Was unterscheidet Frontnow von anderen Anbietern im Bereich KI im E-Commerce?
Gabriel Bobinski: Viele Lösungen adressieren entweder Daten oder das Frontend. Wir verbinden beides konsequent.
Klassische Systeme helfen vor allem dabei, Produktdaten zu verwalten. Unser Ansatz geht einen Schritt weiter: Wir machen diese Daten für eine KI-getriebene Welt tatsächlich nutzbar. Das heißt, wir denken Daten immer vom Anwendungsfall her und bringen sie direkt in die Interaktion mit dem Kunden. Hinzu kommt unser Ansatz, Produktdaten gezielt mit externen Datenquellen anzureichern. Genau diese Kombination aus Dateninfrastruktur, Anreicherung und Anwendungsebene ist in dieser Form am Markt noch selten.
Welche technologischen Herausforderungen begegnen euch bei der Entwicklung eurer Lösungen und wie geht ihr damit um?
Gabriel Bobinski: Die größte Herausforderung liegt in der Qualität und Komplexität von Produktdaten. Diese stammen aus unterschiedlichen Quellen, folgen keinen einheitlichen Standards und sind oft fehlerhaft oder unvollständig.
Unser Ansatz ist es, diese Daten systematisch zu strukturieren, zu harmonisieren und gezielt anzureichern, damit sie von KI-Systemen wirklich verstanden werden können. Gleichzeitig entwickeln wir unsere Plattform so, dass sie sich flexibel in bestehende Commerce-Systeme integrieren lässt.
Wie reagiert Frontnow auf die schnelle Entwicklung im Bereich Generative AI und den wachsenden Wettbewerb?
Gabriel Bobinski: Die Geschwindigkeit im Markt ist extrem hoch, deshalb setzen wir bewusst auf Fokus und klare Positionierung.
Wir konzentrieren uns auf das, was aus unserer Sicht der zentrale Engpass ist: die Qualität, Vollständigkeit und Nutzbarkeit von Produktdaten. Gleichzeitig entwickeln wir unsere Produkte kontinuierlich weiter und bringen neue KI-basierte Anwendungen schnell in den Markt. Unsere neue Teamstruktur hilft uns dabei, noch fokussierter zu skalieren und schneller auf Veränderungen zu reagieren.
Welche nächsten Schritte plant Frontnow in Bezug auf Produktentwicklung und Wachstum?
Gabriel Bobinski: Unser Fokus liegt klar auf Skalierung. Wir wollen unsere Plattform weiter im Markt verankern, international wachsen und unsere Produktlösungen weiter ausbauen.
Parallel dazu stärken wir unsere Position als zentrale Infrastruktur im KI-getriebenen Handel und bauen unseren technologischen Vorsprung, insbesondere bei der intelligenten Datenanreicherung, weiter aus.
Wo seht ihr Frontnow in den kommenden Jahren im internationalen Wettbewerb?
Gabriel Bobinski: Unser Anspruch ist es, ein prägendes Unternehmen an der Schnittstelle von Produktdaten, KI und Commerce aufzubauen.
Wir sehen uns perspektivisch als globalen Player, der mitdefiniert, wie Produktdaten genutzt werden und wie Kaufentscheidungen im digitalen Handel entstehen.
Welche drei Ratschläge würdet ihr anderen Gründern geben, die im Bereich KI oder E-Commerce ein Startup aufbauen möchten?
Gabriel Bobinski: Erstens: fokussiert euch auf ein echtes Kernproblem und nicht nur auf die Technologie. KI ist ein Enabler, aber der Mehrwert entsteht durch die Lösung eines konkreten Pain Points.
Zweitens: denkt von Anfang an in skalierbaren Systemen und nicht in isolierten Features. Gerade im E-Commerce entscheidet Integration oft über Erfolg oder Misserfolg.
Drittens: Geschwindigkeit ist entscheidend. Märkte wie Generative AI entwickeln sich extrem schnell. Wer zu lange zögert, verliert den Anschluss.
Bild:@Frontnow
Wir bedanken uns bei Gabriel Bobinski für das Interview
Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder


























