iwoca bietet Kredite für KMU und ermöglicht schnellen Zugang zu Kapital durch digitale Prozesse
Wie ist iwoca entstanden und wer sind die Menschen hinter dem Unternehmen?
iwoca wurde 2012 in London von dem Deutschen Christoph Rieche und dem Briten James Dear mit dem Ziel gegründet, kleinen und mittleren Unternehmen einen schnellen und einfachen Zugang zu Kapital zu ermöglichen. Seit 2015 sind wir auch in Deutschland aktiv. iwoca ist ein großes , internationales Team aus Technologie- und Finanzexpertinnen, sowie erfahrenen Kundenbetreuerinnen, die den deutschen und britischen Mittelstand verstehen. Wir alle sind davon überzeugt, dass der Zugang zu einem Unternehmenskredit nicht an bürokratischen Hürden scheitern darf.
Welche Vision verfolgt iwoca im Bereich der Unternehmensfinanzierung?
Unsere Vision ist es, die strukturelle Unterversorgung des Mittelstands mit Fremdkapital zu beenden. Unternehmerinnen und Unternehmer sehen, wie Hausbanken ihre Vergabekriterien für KMU-Kredite Jahr für Jahr verschärfen. Vielen mittleren und kleinen Unternehmen wird dadurch der Zugang zu Kapital verwehrt, das sie händeringend brauchen, um in ihr Wachstum zu investieren oder ihre Liquidität zu schützen. Wir wollen diese Kreditlücke schließen und Unternehmer*innen mit schnellen und flexiblen Lösungen in ihrem Geschäftsalltag unterstützen. Unser Beitrag wirkt sich am Ende auch gesamtwirtschaftlich positiv aus: Allein im letzten Jahr haben deutsche KMU mithilfe von iwoca-Krediten rund 9.000 neue Arbeitsplätze und eine Bruttowertschöpfung in Höhe von 600 Millionen Euro geschaffen.
Wie möchte iwoca den Zugang zu Krediten für kleine und mittlere Unternehmen langfristig verändern?
Für viele kleine und mittelständische Unternehmer ist es nicht nur frustrierend, sondern auch enorm zeitaufwendig, bei ihrer Hausbank einen Kredit zu beantragen. Unser jüngster KMU-Index, für den wir regelmäßig Finanzierungsexpert*innen nach einer Einschätzung des aktuellen Kreditmarkts befragen, hat ergeben: Für fast die Hälfte der gestellten Kreditanträge beträgt die Bearbeitungszeit bei den Hausbanken mindestens drei, oftmals sogar mehr als vier Wochen. Für Unternehmen, die kurzfristigen Liquiditätsbedarf haben, ist es dann oft schon zu spät. Bei uns hingegen werden acht von zehn Anfragen innerhalb weniger als 24 Stunden geprüft und genehmigt, dank automatisierter Prozesse und smarter Datenanalyse. Wir wollen mit unseren Krediten ein Geschäftsbooster für KMU sein, kein Hindernis.
Welche Zielgruppen stehen bei iwoca besonders im Fokus und warum?
Viele unserer Kunden sind Kleinst- und Kleinunternehmen, mit bis zu zehn Mitarbeitenden. Dabei begleiten wir meist etablierte Unternehmen, die bereits seit Jahren am Markt aktiv sind – und das über alle Branchen hinweg. Oftmals handelt es sich um inhabergeführte Betriebe, in denen sich der Geschäftsführer oder die Geschäftsführerin neben dem Alltagsgeschäft selbst um die Finanzen kümmert. Da ist jede Minute, die auf umständliche und langwierige Kreditanträge verwendet werden muss, bares Geld und Zeit, die vom eigentlichen Geschäft abhält. Hier gehen die Angebote der Großbanken an den Bedürfnissen der Kleinunternehmer*innen vorbei und wir schaffen echten Mehrwert für unsere Kunden.
Wie stellt iwoca sicher, dass die Bedürfnisse von Selbstständigen und KMU wirklich getroffen werden?
Zwei Dinge – Erstens: Indem wir zuhören. Wir verstehen uns als Partner des Mittelstands und meinen das auch so. Dazu gehört der direkte Kontakt zum Kunden, den wir durch unseren mehrfach ausgezeichneten Kundenservice sicherstellen. Bei aller Automatisierung war es uns von Anfang an wichtig, dass unsere Kunden zu jeder Zeit einen persönlichen Ansprechpartner haben, der oder die sie durch den Prozess führt und für Rückfragen jederzeit zur Verfügung steht. Und unsere Kunden schätzen das sehr: Neben dem direkten positiven Feedback, das wir bekommen, wird unser Kundenservice auf Trustpilot mit 4,9 Sternen bewertet. Zweitens: Wir analysieren unsere Daten kontinuierlich. Wir beschäftigen viele Data Science und Strategy Analysten, die das Verhalten unserer Kunden und Partner analysieren und daraus ableiten, wie wir unsere Angebote für unsere Kunden noch einfacher und besser machen können.
Was unterscheidet iwoca konkret von klassischen Banken und anderen Kreditanbietern?
Der Hauptunterschied liegt in der Agilität und der technologischen Basis. Wir nutzen KI-basierte Modelle, um Risiken präziser und schneller zu bewerten. Bei Krediten bis 25 000 Euro treffen wir so innerhalb von Sekunden eine Entscheidung – inklusive Auszahlung oft in unter 15 Minuten. Bei Beträgen bis 500 000 Euro sind es zwei bis drei Geschäftstage. Neben der Geschwindigkeit ist es die Flexibilität. Unsere Kredite sind jederzeit kostenlos rückzahlbar. Unternehmer können finanzielle Sicherheit schaffen, ohne sich langfristig zu binden. Das entlastet den Kopf und gibt Raum fürs Geschäft.
Welche Herausforderungen begegnen iwoca im stark regulierten Finanzmarkt und wie geht das Team damit um?
Für eine schnelle und saubere Datenanalyse in der Kreditentscheidung spielt Open Banking und der Zugang zu den benötigten Daten eine wichtige Rolle. Wir sind hier in Deutschland bereits gut aufgestellt, doch ein Blick auf den englischen Markt zeigt, dass hier noch großes Optimierungspotenzial besteht. Wir sehen Regulierungen jedoch nicht nur als Hürde, sondern als Chance, durch Transparenz und ein solides Risikomodell die Nachhaltigkeit unseres Geschäfts zu demonstrieren.
Welche Rolle spielen Daten und Technologie im Geschäftsmodell von iwoca?
Daten und Technologie sind unser Fundament. Sie erlauben uns Kreditabschlüsse über verschiedene Kanäle, Plattformen und Broker-Netzwerke hinweg. Erst durch die technologische Skalierung können wir auch kleinere Kreditsegmente profitabel und schnell bedienen, was für traditionelle Institute oft zu aufwendig ist. Über unsere Embedded Lending Partnerschaften, zum Beispiel mit Banking-Plattformen wie Tide oder Qonto, sind wir außerdem dort präsent, wo Kunden ihren Finanzbedarf haben. Dort ist unser Finanzierungsangebot direkt in den Bankingprozess eingebunden. Und mit zunehmender Datennutzung wird es möglich, Kreditangebote proaktiv und an die aktuelle Situation angepasst auszuspielen – etwa auf Basis saisonaler Umsätze. So entsteht für unsere Kunden echter Mehrwert: Nicht nur reagieren, sondern vordenken.
Wie entwickelt sich die Nachfrage nach digitalen Unternehmenskrediten aktuell aus Ihrer Sicht?
Der Bedarf nach schnell verfügbarer Finanzierung unter deutschen KMU ist hoch. Allein in den vergangenen zwölf Monaten ist unser Kreditbuch in Deutschland auf über 275 Millionen Euro angewachsen. Im Vergleich zum Vorjahr haben wir 2025 die Zahl der von uns vergebenen Kredite und das Kreditvolumen massiv gesteigert, mit Wachstumsraten im hohen zweistelligen Prozentbereich. Aktuell unterstützen wir in Deutschland bereits mehr als 10.000 kleine und mittlere Unternehmen. Der Markt für KMU-Finanzierung in Deutschland ist riesig und wir sind bestens aufgestellt, um unseren Wachstumskurs erfolgreich fortzusetzen.
Welche nächsten Schritte plant iwoca für die Weiterentwicklung seines Angebots?
Wir haben jüngst unsere Refinanzierungslinie für den deutschen Markt auf 350 Millionen Euro aufgestockt. Die zusätzliche „Geldspritze“ werden wir nutzen, um unser Wachstum in Deutschland weiter zu beschleunigen und noch mehr KMU Zugang zu Kapital zu ermöglichen. Wir arbeiten außerdem kontinuierlich daran, unsere Embedded Lending Lösungen über Broker-Netzwerke und Plattformen tiefer zu integrieren und auszubauen. Auch auf Produktseite arbeiten wir ständig daran, unser Portfolio auszubauen und Unternehmen mit passgenauen Finanzierungslösungen genau so zu unterstützen, wie sie es brauchen.
Welche internationalen oder technologischen Entwicklungen beeinflussen die Strategie von iwoca besonders?
Ein Thema, das uns genauso umtreibt wie fast alle anderen Unternehmen ist natürlich AI: wie kann die smarte Nutzung von AI unsere Angebote und Prozesse für unsere Kunden, Partner, unsere Mitarbeiter und unser Risikomanagement noch besser machen? Wir nutzen z.B. seit vielen Jahren Machine Learning, um den Kreditentscheidungsprozess zu automatisieren, extrem schnell zu machen und so effizient in Drittplattformen zu integrieren.
Welche drei Ratschläge würden Sie anderen Gründerinnen und Gründern mit auf den Weg geben?
Basierend auf unserer Reise bei iwoca und den Erfahrungen, die wir täglich mit unseren Kunden im Mittelstand sammeln, sind meine drei Kernbotschaften:
- Löst echte pain points, keine fiktiven: Erfolgreiche Innovation entsteht dort, wo Prozesse für den Kunden spürbar einfacher werden. Bei iwoca war das die Erkenntnis, dass Schnelligkeit bei der Finanzierung für ein KMU oft wichtiger ist als nur der Zins. Versteht das Daily Business eurer Zielgruppe bis ins Detail.
- Baut Brücken durch Partnerschaften: Besonders als neuer Player in einer etablierten Branche wie dem Finanzsektor ist Vertrauen die wichtigste Währung. Sucht euch Partner, die eure Vision teilen. Gemeinsam wächst man schneller.
- Vergesst trotz aller Tech-Euphorie den Faktor Mensch nicht: Wir sind stolz auf unsere digitalen Prozesse, aber am Ende des Tages ist Vertrauen eine menschliche Angelegenheit. Ein exzellenter, persönlicher Kundenservice ist kein Kostenfaktor, sondern ein Differenzierungsmerkmal. Skaliert eure Technologie, aber bewahrt euch eure Empathie.
Bildcredits iwoca
Wir bedanken uns bei Fabian Platzen für das Interview
Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder


























