Donnerstag, Juli 30, 2026
StartInterviewsEdTech-Startup Infinite Horizon: Neues Lernspiel nutzt KI und AR gegen passive Bildschirmzeit

EdTech-Startup Infinite Horizon: Neues Lernspiel nutzt KI und AR gegen passive Bildschirmzeit

Infinite Horizon entwickelt ein Lernspiel, das Kinder mithilfe von KI dabei unterstützt, ihre Umwelt spielerisch zu entdecken und digitale Medien bewusster zu nutzen

Können Sie Infinite Horizon kurz vorstellen und erzählen, wer das Unternehmen gegründet hat?

Infinite Horizon entwickelt ein immersives Lernspiel für Kinder, die zunehmend selbstständig mit digitalen Medien umgehen. Mithilfe von Augmented Reality, Künstlicher Intelligenz und Storytelling verwandeln wir das Smartphone von einem passiven Konsumgerät in ein Werkzeug zum Entdecken und Verstehen der realen Welt – direkt vor der Haustür der Kinder. Infinite Horizon besteht aus Marvin Grosser, Julia Drejer und Steven Koch.

Wie entstand die Idee, mit Infinite Horizon ein Lernspiel zu entwickeln, das digitale und reale Welt miteinander verbindet?

Die ursprüngliche Idee war, ein Lernspiel zu entwickeln, das Kindern Medienkompetenz im Umgang mit Zukunftstechnologien wie KI und AR vermittelt. Im Laufe der Konzeptphase haben wir den Ansatz weitergedacht: Wir wollten Kindern nicht nur zeigen, wie Technologien funktionieren, sondern ihnen helfen, die Welt zu verstehen. Am besten gelingt das, wenn sie sie direkt vor ihrer eigenen Haustür entdecken und erforschen. Und wie passend: Genau darin liegt der Kern von Augmented Reality – die Verbindung der digitalen mit der realen Welt.

Welche Vision verfolgen Sie mit Infinite Horizon, und wie möchten Sie die Art und Weise verändern, wie Kinder digitale Medien nutzen?

Wir glauben: Die nächste Generation braucht mehr als digitale Routine. Sie braucht digitale Souveränität. Die Fähigkeit, nicht nur zu reagieren, sondern zu verstehen. Nicht nur zu konsumieren, sondern selbst zu entdecken. Nicht nur mitzuschwimmen, sondern die eigene Welt aktiv zu lesen und mitzugestalten. Mit Infinite Horizon möchten wir deshalb digitale Medien vom reinen Konsumraum zu einem Werkzeug für Neugier, Entdeckung und eigenständiges Denken machen.

An welche Zielgruppen richtet sich Infinite Horizon hauptsächlich, und welche Bedürfnisse möchten Sie bei Kindern und Eltern erfüllen?

Infinite Horizon richtet sich vor allem an Familien mit Kindern in einer Phase, in der digitale Medien zunehmend selbstständig genutzt werden. Kindern möchten wir ein Erlebnis bieten, das ihre Neugier weckt und sie motiviert, ihre eigene Umwelt zu entdecken, Zusammenhänge zu verstehen und selbst Lösungen zu entwickeln. Eltern möchten wir gleichzeitig eine Alternative zu passiver Bildschirmzeit bieten: ein digitales Angebot, das Spaß macht, pädagogischen Mehrwert schafft und ihnen ermöglicht, die Mediennutzung ihrer Kinder sinnvoll zu begleiten.

Viele Kinder nutzen Smartphones vor allem zur Unterhaltung. Warum haben Sie sich bewusst für einen Ansatz entschieden, der Bewegung, Entdecken und Lernen miteinander verbindet?

Smartphones sind längst elementarer Teil des Alltags von Kindern. Deshalb glauben wir nicht, dass die Lösung darin liegt, digitale Medien grundsätzlich zu vermeiden, sondern ihre Nutzung sinnvoller zu gestalten. Kinder sind von Natur aus neugierig und lernen besonders nachhaltig, wenn sie selbst entdecken und ausprobieren. Genau das möchten wir mit Infinite Horizon fördern: Das Smartphone soll nicht der Ort sein, an dem die Aufmerksamkeit endet, sondern der Ausgangspunkt, um die reale Welt zu erkunden.

Was macht Infinite Horizon aus Ihrer Sicht besonders im Vergleich zu klassischen Lern-Apps oder digitalen Spielen?

Während klassische Lern-Apps Wissen meist innerhalb des Bildschirms vermitteln, macht Infinite Horizon die reale Welt über den Bildschirm hinaus zum Teil des Spiels. Kinder entdecken Phänomene in ihrer eigenen Umgebung, übertragen ihre Beobachtungen in eine digitale Spielwelt und verstehen dort die Zusammenhänge dahinter. Statt fertige Antworten vorzugeben, motivieren wir sie, selbst Fragen zu stellen und eigene Lösungen zu entwickeln.

Welche Rolle spielt Künstliche Intelligenz als Lernbegleiter, und wie unterstützt sie Kinder dabei, eigenständig Lösungen zu entwickeln?

Die KI übernimmt bei Infinite Horizon als 3D-Avatar die Rolle eines Begleiters. Sie gibt keine fertigen Antworten vor, sondern hilft Kindern durch gezielte Fragen, ihre eigenen Beobachtungen einzuordnen, Zusammenhänge zu erkennen und eigene Lösungswege zu entwickeln. Dabei reagiert sie auf den jeweiligen Kontext und begleitet jedes Kind Schritt für Schritt durch den Entdeckungsprozess. Unser Ziel ist, KI nicht als Abkürzung zum Ergebnis einzusetzen, sondern als Werkzeug, das Neugier, Reflexion und eigenständiges Denken fördert.

Wie gelingt es Ihnen, Kinder für Themen wie Natur, Umwelt und Problemlösung zu begeistern, ohne dass der spielerische Charakter verloren geht?

Der Schlüssel ist für uns Storytelling. Kinder lernen bei Infinite Horizon nicht einfach etwas über Natur, Umwelt oder gesellschaftliche Herausforderungen, sondern werden Teil einer Geschichte, in der ihre Entdeckungen und Entscheidungen die Spielwelt beeinflussen. Die Themen werden so nicht als Lernstoff vermittelt, sondern als Herausforderungen, die es zu verstehen und zu lösen gilt. Unser Ziel ist, dass Kinder weiterspielen wollen, weil sie wissen möchten, wie die Geschichte weitergeht – und dabei ganz selbstverständlich Zusammenhänge verstehen und eigene Lösungen entwickeln.

Welche Herausforderungen begegnen Ihnen bei der Entwicklung eines Lernspiels, das sowohl pädagogisch wertvoll als auch unterhaltsam sein soll?

Die größte Herausforderung liegt darin, Unterhaltung und pädagogische Qualität wirklich gleichberechtigt zu entwickeln. Unsere eigene Stärke liegt vor allem in Gaming, Technologie und Produktentwicklung – wir sind keine Didaktiker. Deshalb holen wir uns gezielt externe Expertise ins Team, aktuell unter anderem durch einen erfahrenen Oberstudienrat, und suchen weitere institutionelle Partner für die didaktische und inhaltliche Konzeption. Gleichzeitig entwickeln wir eng mit Familien, denn am Ende muss Infinite Horizon nicht nur pädagogisch sinnvoll sein, sondern im Alltag funktionieren und Kindern wirklich Spaß machen.

Welche Bedeutung haben Eltern bei Ihrem Konzept, und wie unterstützt Infinite Horizon sie dabei, den Medienkonsum ihrer Kinder bewusster zu begleiten?

Wir glauben, dass bewusste Mediennutzung vor allem durch Begleitung entsteht. Deshalb erhalten Eltern Einblicke in die Themen, Entdeckungen und Lernfortschritte ihrer Kinder und können Bildschirmzeiten sowie Inhalte altersgerecht steuern. Unser Ziel ist nicht Überwachung, sondern Eltern Anknüpfungspunkte für Gespräche zu geben und sie dabei zu unterstützen, digitale Mediennutzung aktiv zu begleiten.

Welche nächsten Entwicklungsschritte und Wachstumsziele stehen bei Infinite Horizon aktuell im Fokus?

Aktuell entwickeln wir unseren ersten MVP, mit dem wir die zentralen Spielmechaniken und unsere Vision erstmals greifbar und erlebbar machen. Dabei geht es noch nicht um ein didaktisch vollständig ausgereiftes Lernspiel, sondern darum, den Kern des Spielerlebnisses zu testen und weiterzuentwickeln. Dafür suchen wir aktuell 50 Familien, die den MVP ausprobieren, uns ehrliches Feedback geben und Interesse haben, Infinite Horizon gemeinsam mit uns weiterzuentwickeln.

Welche drei Ratschläge würden Sie anderen Gründerinnen und Gründern geben, die mit innovativen Technologien einen gesellschaftlichen Mehrwert schaffen möchten?

Ganz ehrlich: Wir sehen uns noch nicht in der Position, anderen Gründerinnen und Gründern große Ratschläge zu geben. Wir stehen selbst noch am Anfang unserer Reise und haben noch viel zu tun, bis wir den gesellschaftlichen Mehrwert erreichen, den wir uns vorgenommen haben. Was wir aber schon jetzt wissen: Wir werden das nicht allein schaffen. Deshalb versuchen wir, früh Menschen einzubeziehen, die andere Perspektiven und Kompetenzen mitbringen – von Familien über Bildungsexperten bis hin zu institutionellen Partnern. Vielleicht ist genau das unser bisher wichtigstes Learning: Man muss nicht auf alles selbst eine Antwort haben, aber bereit sein, gemeinsam nach der besten zu suchen.

Bild: Julia DrejerMarvin Grosser und Steven Koch

Wir bedanken uns bei Marvin Grosser für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.


Premium Start-up: Infinite Horizon

Kontakt:

Infinite Horizon
Burgstraße 72A
51103 Köln

https://infinite-horizon.eu/
marvin.grosser@infinite-horizon.app

Ansprechpartner: Marvin Grosser

Social Media:
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Sabine Elsässer
Sabine Elsässer
Sabine Elsaesser is an experienced entrepreneur and media/startup expert. Since 2016, she has served as the Chief Editor and CEO of StartupValley Media & Publishing. In this role, she is responsible for managing the company and providing strategic direction for its media and publishing activities. Sabine Elsaesser takes great pleasure in assisting individuals and businesses in reaching their full potential. Her expertise in establishing sales organizations and her passion for innovation make her a valuable advocate for startups and entrepreneurs.

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