Mittwoch, Juli 29, 2026
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kjello: Hamburger Managed-IT-Plattform ersetzt eigene IT-Abteilung

Die Hamburger hagel IT-Services GmbH bringt mit ihrer Plattform kjello eine vollständige IT-Abteilung als Service auf den Markt, die speziell den Mittelstand entlastet.

Können Sie kjello kurz vorstellen und erzählen, wie die Idee zur Entwicklung Ihrer Managed-IT-Plattform entstanden ist?

kjello ist die IT-Abteilung als Service. Mitarbeitende bestellen Geräte, Software und Zugänge über ein Self-Service-Portal, On- und Offboarding laufen in Minuten statt in Tagen, dahinter liegen automatische Inventarisierung, ein Passwort-Tresor und ein Helpdesk aus echten Menschen. Die Idee ist nicht am Whiteboard entstanden, sondern im Tagesgeschäft: Wir betreuen seit 2004 mittelständische Unternehmen und haben über die Jahre immer wieder dieselben Reibungspunkte gesehen. Ein neuer Kollege startet am Montag, aber Laptop, Lizenzen und Zugänge sind über fünf Stellen verteilt. Irgendwann war klar, dass man das nicht mit mehr Personal löst, sondern mit einem Produkt.

Wer steht hinter kjello, und welche Erfahrungen haben die Entwicklung Ihrer Lösung geprägt?

Hinter kjello steht die hagel IT-Services GmbH aus Hamburg, seit 2004 am Markt, heute 32 Kolleginnen und Kollegen, über 150 betreute Unternehmen. Geprägt hat uns vor allem, dass wir die Plattform nicht für einen theoretischen Kunden gebaut haben, sondern für die Unternehmen, die wir seit Jahren im Betrieb begleiten. Jede Funktion musste sich an der Frage messen lassen: Spart das im Alltag wirklich Zeit oder ist es nur ein weiteres Tool?

Welche Vision verfolgen Sie mit kjello, und wie möchten Sie den IT-Alltag in Unternehmen langfristig vereinfachen?

Unternehmens-IT soll sich für Mitarbeitende so selbstverständlich anfühlen wie eine gute App auf dem Smartphone. Kein Ticket-Ping-Pong, keine Rückfragen, wer welche Lizenz freigeben darf. Langfristig soll IT im Mittelstand kein Projekt mehr sein, um das man sich kümmern muss, sondern eine Grundversorgung, die einfach da ist und funktioniert.

An welche Zielgruppen richtet sich kjello hauptsächlich, und welche Herausforderungen lösen Sie für diese Unternehmen?

Wir richten uns an Unternehmen mit 20 bis 250 Mitarbeitenden. Typischerweise ist die IT-Landschaft historisch gewachsen, es gibt keine eigene IT-Abteilung, und die Verantwortung liegt nebenbei bei der Geschäftsführung oder einem technikaffinen Kollegen. Wir lösen genau diese Lücke: Betrieb, Sicherheit und Beschaffung laufen über eine Plattform, ohne dass intern eine Abteilung aufgebaut werden muss.

Viele kleine und mittelständische Unternehmen verfügen nicht über eine eigene IT-Abteilung. Wie unterstützt kjello sie im Arbeitsalltag?

Über das Self-Service-Portal können Mitarbeitende selbst anstoßen, was sie brauchen, mit klaren Freigabewegen. Neue Kolleginnen und Kollegen sind in Minuten eingerichtet, austretende Mitarbeitende sauber und nachvollziehbar abgemeldet. Alle Geräte und Lizenzen sind inventarisiert, Passwörter liegen in einem Tresor statt in Tabellen. Wenn doch etwas hakt, gibt es einen Helpdesk mit im Schnitt vier Minuten Erstreaktionszeit.

Was macht kjello aus Ihrer Sicht besonders im Vergleich zu klassischen IT-Dienstleistern?

Der Unterschied ist, dass wir kein Projektgeschäft verkaufen, sondern einen laufenden Service mit Produktcharakter. Zwei Jahrzehnte Betriebserfahrung sind in eine Plattform geflossen, die Standardabläufe automatisiert. Und die Menschen dahinter bleiben dieselben, wir sind ein Hamburger Team und kein anonymes Callcenter. Die Kundenbewertung von 4,9 von 5 ist für uns der wichtigste Gradmesser.

Welche Bedeutung hat die Kombination aus Self-Service-Portal und persönlichem IT-Support für Ihre Kunden?

Sie ist der Kern. Self-Service allein führt dazu, dass Menschen bei Sonderfällen alleingelassen werden. Reiner persönlicher Support allein skaliert nicht und ist langsam. Die Kombination bedeutet: Neunzig Prozent der Standardfälle erledigen Mitarbeitende in wenigen Klicks selbst, und für den Rest ist ein Mensch erreichbar, der das Unternehmen kennt.

Welche Herausforderungen begegnen Ihnen bei der Entwicklung einer Plattform, die unterschiedlichste IT-Prozesse in einer Lösung bündelt?

Die größte Herausforderung ist die Balance zwischen Standard und Realität. Kein Mittelständler ist wie der andere, jede gewachsene Umgebung hat ihre Eigenheiten. Wir müssen genug standardisieren, damit Automatisierung überhaupt möglich ist, und gleichzeitig genug Spielraum lassen, damit niemand seine Prozesse umbauen muss. Dazu kommt die Integrationsarbeit über Firewall, Netzwerk, Backup, Server, Telefonie, EDR und die Microsoft- beziehungsweise Google-Welt hinweg.

Wie wichtig sind Themen wie Datenschutz, IT-Sicherheit und einfache Bedienbarkeit für die Weiterentwicklung von kjello?

Sie sind nicht verhandelbar. Wir hosten in Deutschland, arbeiten DSGVO-konform und setzen Mehrfaktor-Authentifizierung verpflichtend durch. Wichtig ist uns aber, dass Sicherheit nicht als Bremse erlebt wird. Wenn eine Sicherheitsmaßnahme den Arbeitsalltag zu umständlich macht, wird sie umgangen. Deshalb entwickeln wir Sicherheit und Bedienbarkeit immer zusammen.

Welche neuen Funktionen oder Entwicklungen stehen bei kjello aktuell im Fokus?

Aktuell arbeiten wir vor allem daran, die Self-Service-Abläufe weiter zu automatisieren, insbesondere rund um On- und Offboarding und die Integration in Microsoft 365 und Google Workspace. Ein zweiter Schwerpunkt ist mehr Transparenz für die Geschäftsführung: Wer nutzt welche Lizenzen, wo liegen Risiken, wo lässt sich Geld sparen.

Wo soll kjello in den kommenden Jahren stehen, und welche Rolle möchten Sie bei der Digitalisierung kleiner und mittelständischer Unternehmen einnehmen?

Wir möchten für den Mittelstand die naheliegende Antwort auf die Frage sein, wie man IT organisiert, ohne eine eigene Abteilung aufzubauen. Unsere Rolle sehen wir sehr bodenständig: nicht als Digitalisierungsberater mit Folienpaket, sondern als Betreiber, der dafür sorgt, dass die Grundlagen sitzen. Digitalisierung scheitert im Mittelstand selten an der Vision, sondern an Geräten, Zugängen und Zuständigkeiten.

Welche drei Ratschläge würden Sie anderen Gründerinnen und Gründern geben, die eine Softwarelösung für Unternehmen entwickeln möchten?

Erstens: Baut das Produkt aus einem echten Betriebsproblem heraus, nicht aus einer Marktanalyse. Wer den Alltag der Zielgruppe selbst erlebt hat, trifft bessere Entscheidungen.

Zweitens: Unterschätzt den Support nicht. Im B2B-Geschäft ist Erreichbarkeit ein Produktmerkmal, keine Kostenstelle.

Drittens: Habt den Mut, Dinge wegzulassen. Jede zusätzliche Option macht die Software für den Anwender langsamer, und im Mittelstand gewinnt die Lösung, die man ohne Schulung bedienen kann.

Bildcredits hagel IT-Services GmbH

Wir bedanken uns bei Jens Hagel für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

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