Dienstag, Mai 21, 2024
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ooblee bietet eine Social-Commerce-Lösung mit Community-Verkaufslösungen für lokale Geschäfte, Dienstleister und Events

Stellen Sie sich und das Startup ooblee doch kurz unseren Lesern vor!

ooblee ist eine mobile-first Social-Commerce-Plattform, die Shopper:innen mit lokalen Händler:innen zusammenbringt. Das 2021 von Mirko Prelević in Montenegro gestartete Unternehmen wird seit Juni 2022 von Fabian Mischler als CEO an seiner Spitze geleitet. ooblee bietet eine Social-Commerce-Lösung mit Community-Verkaufslösungen für lokale Geschäfte, Dienstleister und Events. Die Plattform vereint Geolocation mit sozialen Features, nutzergenerierten Inhalten und lokalen Veranstaltungen, wobei das Shoppingerlebnis immer im Vordergrund steht.

ooblee verbindet die Vorzüge des Online-Shoppings mit der Offline-Welt, wodurch die lokalen Geschäfte und deren Communities gestärkt werden. Als Omnichannel-Lösung trägt ooblee zum Erfolg des lokalen Einzelhandels bei. Inzwischen ist das Start-up in vier europäischen Märkten (Montenegro, Kroatien, Slowenien und Deutschland) sowie hierzulande bereits in fünf Städten – Berlin, Bremen, Frankfurt am Main, Hannover und Mannheim – aktiv. Weitere deutsche Städte sind bereits in Planung.

Warum haben Sie sich entschieden, ein Unternehmen zu gründen?

ooblee wurde gegründet, um das Einkaufen als soziale Aktivität zu stärken. Aufgrund des Onlinehandels hat der soziale Aspekt des Shoppens, besonders in der vergangenen drei Jahren, stark abgenommen – viele lokale Händler:innen mussten ihre Geschäfte schließen. Dennoch sind lokale Geschäfte das Rückgrat jeder Gemeinschaft und spielen eine wichtige Rolle im Einkaufserlebnis. Mit der ooblee-App möchte das Unternehmen die Lücke zwischen Online- und Offline-Erfahrungen überbrücken und den Kund:innen ein soziales Einkaufserlebnis bieten, das lokale Händler:innen und ihre Kundschaft zusammenbringt. Als Experte im E-Commerce und Transformator einer bislang analogen Branche verwirklichte Fabian Mischler mit ooblee seinen Traum, eine Brücke zwischen der Online- und der Offline-Welt des Shoppings zu schaffen, ohne dabei auf „Altbewährtes“ setzen zu müssen.

Welche Vision steckt hinter ooblee?

Die Unternehmensvision von ooblee ist es, eine lokal basierte Umgebung für das Online-Shopping der Zukunft zu schaffen. Das Unternehmen möchte die lokalen Händler:innen unterstützen und dabei eine soziale Komponente in das Online-Shopping integrieren. Die Namensgebung der Social-Commerce-Plattform ist nicht nur der Heimatort des Gründers, sondern bedeutet so viel wie: “Ort mit vielen Brunnen voll frischen Wassers” und steht als Symbol für die Vision des Unternehmens: die Herstellung eine erfrischende Umgebung für das Einkaufen.

Von der Idee bis zum Start: Was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Eine unserer größten Herausforderungen bestand darin, unser Produkt mit seinen immensen Möglichkeiten einfach und verständlich zu kommunizieren. Grund dafür ist, dass es nicht nur darum geht, die Funktionen des Produkts zu erklären, sondern vor allem darum, einen Mehrwert für die Kund:innen zu schaffen und zu vermitteln, warum das Produkt für sie wichtig und relevant ist. Um das zu erreichen, mussten wir sicherstellen, dass unsere Kund:innen unsere Vision verstehen und die Vorteile unseres Produkts klar erkennen können. 

In diesem Zusammenhang war es uns ebenfalls wichtig, aus unserer klaren Vision ein intuitiv nutzbares Produkt entstehen zu lassen, das auch international adaptierbar ist. Hierbei mussten wir alle Aspekte der Produktentwicklung berücksichtigen, um zu gewährleisten, dass die ooblee-App den Bedürfnissen der Nutzer:innen entspricht und sich auf verschiedenen Märkten durchsetzen kann. Das Konzept hat sich bewährt – mittlerweile sind wir in vier europäischen Märkten aktiv. Um diese Herausforderungen zu meistern, war intern eine enge Zusammenarbeit erforderlich. Das ermöglichte uns ein umfassendes Verständnis des Marktes und der Kundenbedürfnisse, woraufhin wir eine gut durchdachte Strategie entwickelten.

Eine weitere Herausforderung bestand darin, den richtigen Vertriebsansatz zu wählen, da wir zum einen lokale Händler:innen und zum anderen Shopper:innen ansprechen wollen. Wir entwickelten dazu eine geeignete Marketingstrategie, die gleichzeitig Retailer und Endverbraucher:innen anspricht und  auf die Bedürfnisse und Wünsche beider Zielgruppe abgestimmt ist.

ooblee wurde vollständig über Bootstrapping finanziert, was bedeutet, dass wir mit begrenzten Ressourcen und ohne externe Investor:innen gestartet sind, um unser erstes Minimum Viable Product (MVP) zu entwickeln und das Unternehmen aufzubauen. Im Jahr 2021 konnten wir eine erfolgreiche Seed-Runde von 4 Millionen Euro umsetzen. Momentan ist für das vierte Quartal 2023 die Realisierung einer Series A geplant, um die ooblee-App weiter auszubauen und das Unternehmen zu skalieren. Rückblickend kann ich sagen, dass der erfolgreiche Start eines Unternehmens viel Arbeit und proaktiven Einsatz erfordert. Insgesamt ist es eine sehr aufregende Reise, die eine umfassende Planung, sowie die Fähigkeit, sich an die sich ändernden Bedürfnisse des Marktes und der Kund:innen anzupassen, erfordert. 

Wer ist die Zielgruppe von ooblee?

Zum einen richtig sich ooblee an Local Shops und Retailer, die qualitätsbewusst, community- und umsatzorientiert sind und sich für digitale Produkte begeistern. Zum anderen richtet sich ooblee an alle Endverbraucher:innen, die großen Wert auf Qualität legen und Shopping als soziale Aktivität verstehen. Derzeit setzt sich diese Gruppe hauptsächlich aus Millennials zusammen, doch zukünftig erwarten wir, dass auch die Generation Z eine größere Rolle spielen wird.

Wie funktioniert ooblee? Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

ooblee verfolgt den Omnichannel-Ansatz und integriert dabei stationäre Geschäfte mit der Online-Shoppingwelt. Die App bietet personalisierte Einkaufserlebnisse durch die Verwendung von Geolocation, sozialen Features (wie z. B. eine unmittelbare Vernetzung zu den Händler:innen, sowie zu verschiedenen Events) und liefert dabei nutzergenerierte Inhalte. Mit ihrer Anbindung an Google Maps und Apple Maps ermöglicht ooblee das Bewegungsmuster mit dem Interessenprofil abzugleichen und so lokale Geschäfte in den Alltag der User:innen zu integrieren. Die App zeigt an, wo sich ein Shop in nächster Nähe befindet. Darüber hinaus informiert die App auch über Shopping-Events und Pop-Ups in der Umgebung. 

Das Konzept von ooblee geht über das reine Ausgeben von Geld hinaus und betrachtet Shopping als soziale Erlebnis. Die App verbindet die Bequemlichkeit des Online-Shoppings mit der Offline-Shoppingwelt. ooblee schafft einen neuen Absatzkanal, wodurch der lokale Handel gestärkt und die Social-Shopping-Community gestärkt wird. Dabei haben User:innen die Möglichkeit, Produkte und Dienstleistungen lokaler Händler:innen zu durchforsten und gemeinsam mit ihren Freund:innen einzukaufen. In den jeweils genannten Städten entdecken sie die besten Shops, Events und versteckte Shopping-Geheimnisse. Das Geolocation-Feature bietet eine personalisierte Customer Journey, die Convenience, Auswahl, Schnelligkeit und Lokalität miteinander vereint. 

ooblee, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Wir planen, bis 2024 die Präsenz von ooblee in Europa und in den USA weiter auszuweiten. Dabei wird der Fokus auf der Skalierung von über 5.000 Geschäften liegen. Ab 2025 sollen auch Live-Streaming-Einkäufe integriert werden. Die Erschließung sechs weiterer Länder und von rund 10.000 Geschäften wird ebenfalls Teil der Expansionsstrategie sein, wobei der Schwerpunkt zunächst auf der Rentabilität der bereits etablierten Märkte liegt.

Um das Kundenerlebnis stets  zu verbessern, plant ooblee einen AI-Bot als Shopping-Concierge zu integrieren. Auch der Metaverse-Bereich ist für uns spannend. Mit einer klaren Fokussierung auf die digitale Transformation und die Technologie von Morgen sowie einer agilen Unternehmensstrategie, sieht sich ooblee als führender Anbieter im Bereich Social-Commerce und Omnichannel-Lösung für den Einzelhandel. In Zukunft wird ooblee sogar noch weitere Kategorien wie Fashion, Jewelry, Home Deko und Nahrungsergänzungsmittel (inklusive Fitnessstudio-Abos) anbieten, um die App zu einer ganzheitlichen Social-Commerce-Plattform zu transformieren. 

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

Erstens: Wenn du keine Vision hast, hast du nichts anzubieten. Die Vision eines Unternehmens trägt den Erfolg von Tag 1 an. Zweitens: Sei schnell – und mach Dinge lieber falsch, bevor du sie nicht machst. Eine gute Fehlerkultur gehört zum Gründen und der Unternehmensführung immer dazu. Und drittens: Lerne, zu verkaufen. Niemand wird dein Produkt bzw. deine Idee je besser verkaufen als du selbst.

Wir bedanken uns bei Fabian Mischler für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

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