Samstag, September 12, 2026
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REAL.: Wie die Social-Media-Agentur Praxiserfahrung in Wachstum verwandelt

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REAL.: Social Media trifft Performance Marketing Emre Tuncer

REAL. verbindet Social Media und Performance Marketing, um Unternehmen mit kreativem Content und datenbasierten Strategien zu mehr Reichweite und Wachstum zu verhelfen.

Können Sie REAL. kurz vorstellen und erzählen, wie die Idee für das Unternehmen entstanden ist?

REAL. ist eine Social-Media-Agentur aus der Region Stuttgart. Wir betreuen Unternehmen bei organischem Content und bezahlter Werbung, damit daraus mehr Kunden und mehr Umsatz entstehen. Angefangen hat das eher zufällig. Während meines dualen Studiums habe ich meiner Mutter vorgeschlagen, Backvideos zu drehen. Sie hatte nach der Corona-Zeit erst mal nicht mehr gearbeitet und entsprechend Zeit. Wir haben zusammen losgelegt, und nach wenigen Wochen gingen die ersten Videos viral. In den besten Phasen kamen über 10.000 neue Follower pro Tag dazu. Heute steht der Kanal bei rund 3 Millionen Followern und über 2 Milliarden Aufrufen. Als die Südwestpresse darüber berichtet hat, kamen die ersten Unternehmen auf uns zu und wollten wissen, ob wir ihr Online-Marketing genauso aufbauen können. Daraus ist REAL. in seiner heutigen Form entstanden.

Wer steht hinter REAL., und welche Erfahrungen bringt das Team in Social Media und Performance Marketing ein?

Hinter REAL. steht ein Team mit eigenen Bereichen für Organic Social, Paid Social, Social Recruiting und Suchmaschinenoptimierung. Zusammen bringen wir über zehn Jahre Erfahrung in Performance Marketing und Social Media mit. Über die von uns betreuten Kanäle wurden mehr als 3 Millionen Follower aufgebaut und über 2 Milliarden Aufrufe erzielt. Wichtiger als die Jahreszahl ist uns aber etwas anderes: Jeder bei uns hat die Formate, über die wir reden, selbst produziert.

Welche Vision verfolgen Sie mit REAL., und wie möchten Sie sich langfristig im Agenturmarkt positionieren?

Wir wollen die Anlaufstelle für Unternehmen sein, die Budget in die Hand nehmen und damit ein klares Ziel verfolgen: mehr Kunden oder mehr Reichweite. Bei uns soll niemand einfach nur eine Leistung einkaufen, sondern eine ehrliche Einschätzung bekommen, was in seiner Situation überhaupt Sinn ergibt. Manchmal gehört dazu auch die Ansage, dass ein Kanal für dieses Unternehmen gerade der falsche ist. Dass REAL. bei Google für „Social Media Agentur“ bundesweit auf Platz 1 steht, ist für uns eher Zwischenstand als Ziel. Langfristig wollen wir zu den führenden Agenturen in diesem Bereich gehören.

An welche Unternehmen richtet sich Ihr Angebot besonders, und welche Herausforderungen möchten diese im Social Media Marketing lösen?

Wir arbeiten mit Unternehmen, die schon eine gewisse Umsatzgröße erreicht haben und von dort aus skalieren wollen. Das geht vom Mittelstand über Dienstleister bis zu E-Commerce-Marken. Das Problem ist fast immer dasselbe: Es fehlt nicht an Ideen, sondern an einem System, das verlässlich Reichweite erzeugt und diese Reichweite in Anfragen oder Umsatz übersetzt. Viele posten regelmäßig und wissen trotzdem nicht, welcher Beitrag am Ende zu einem Kunden geführt hat.

Sie verbinden kreativen Content mit datengetriebenem Performance Marketing. Warum ist gerade diese Kombination entscheidend?

Weil beides zusammen deutlich mehr bringt als jedes für sich. Auf Instagram, TikTok und Facebook wird vor allem das ausgespielt, was inhaltlich heraussticht. Wer austauschbaren Content produziert, hat es dort schwerer, egal wie sauber die Kampagne aufgesetzt ist. Umgekehrt bleibt Kreativität ohne Daten viel Bauchgefühl. Wir schauen deshalb bei jedem Projekt zuerst in die vorhandenen Daten und leiten daraus ab, welche Formate funktionieren und welche nicht. So arbeiten wir nicht in einer Blackbox. Aus der Kombination entstehen Ergebnisse, die sich wiederholen lassen.

Was unterscheidet REAL. aus Ihrer Sicht von klassischen Social Media und Performance Marketing Agenturen?

Wir wenden alles, was wir für Kunden machen, zuerst bei uns selbst an. Mit Food with Style betreiben wir eine eigene Marke, die wir von null aufgebaut und bis zur E-Commerce-Marke entwickelt haben. Das gilt auch für die Sichtbarkeit bei Google: Für „Social Media Agentur“ stehen wir deutschlandweit auf Platz 1, dazu kommen vordere Plätze in praktisch allen großen Städten. Das ist kein Zufall, sondern genau die Arbeit, die wir auch für Kunden machen. Viele Agenturen kennen die Theorie. Wir kennen auch die Wochen, in denen ein Format nicht läuft und man nachjustieren muss.

Mit Food with Style haben Sie selbst eine große Social Media Community aufgebaut. Welche Erfahrungen daraus übertragen Sie auf Ihre Kundenprojekte?

Vor allem die Erfahrung, wie ein Kanal von null auf wächst und wie sich Reichweite in Umsatz übersetzen lässt. Unsere Videos machen dort in den meisten Fällen 500.000 bis eine Million Aufrufe. Aus dieser Reichweite ist eine eigene E-Commerce-Marke entstanden, wir haben den kompletten Weg also einmal selbst durchlaufen. Dazu kommt das praktische Wissen: wie ein Account gesund wächst statt sprunghaft, wie man eine Community pflegt, und woran man merkt, dass der Algorithmus ein Format nicht mehr ausspielt. Das lernst du in keinem Kurs, sondern nur, wenn du selbst über Jahre veröffentlichst.

Social Media Plattformen und Algorithmen verändern sich ständig. Wie gehen Sie mit dieser Dynamik im täglichen Geschäft um?

Wir verfolgen die offiziellen Änderungsmeldungen der Plattformen, etwa die Changelogs von Meta, und testen Neuerungen zuerst auf unseren eigenen Kanälen. Erst wenn wir wissen, wie sich eine Änderung auswirkt, setzen wir sie bei Kunden ein. Das ist der Vorteil einer eigenen Marke: Wir können ausprobieren, ohne dass ein Kundenkanal das Risiko trägt.

Reichweite allein bedeutet noch keinen wirtschaftlichen Erfolg. Wie wird aus Aufmerksamkeit auf Social Media messbares Wachstum für Unternehmen?

Indem du Content nicht nur auf Reichweite oder nur auf Information auslegst, sondern die Schnittmenge suchst. Reiner Unterhaltungs-Content erreicht viele Menschen, aber selten die richtigen. Rein informativer Content erreicht die richtigen Menschen, aber zu wenige. Wir suchen deshalb die Formate, die beides schaffen: Reichweite erzeugen und gleichzeitig bei denen Interesse wecken, die wirklich anfragen könnten. Der zweite Schritt ist die Verbindung mit bezahlter Werbung, entweder für Leads oder für Umsatz bei E-Commerce-Marken. Erst dann wird aus Aufmerksamkeit ein messbarer Beitrag zum Geschäft.

Creator und Influencer Marketing gehören ebenfalls zu Ihrem Angebot. Welche Rolle spielen authentische Kooperationen beim Aufbau einer Marke?

Menschen kaufen von Menschen. Gerade Marken, die noch kein Gesicht haben, profitieren enorm davon, mit echten Personen verbunden zu werden. Vertrauen entsteht darüber schneller als über jede Werbebotschaft. Entscheidend ist die Passung: Eine Kooperation wirkt nur, wenn der Creator die Marke auch selbst benutzen würde. Sobald das Publikum merkt, dass da jemand etwas empfiehlt, das nicht zu ihm passt, schadet die Zusammenarbeit mehr, als sie bringt.

Welche Entwicklungen werden Social Media und Performance Marketing in den kommenden Jahren besonders prägen, und wie stellt sich REAL. darauf ein?

KI wird die Produktion verändern, aber anders, als viele erwarten. Bei statischen Grafiken und in der Recherche ist der Gewinn schon heute riesig: Du kommst mit demselben Aufwand zu deutlich mehr Output. Bei KI-generierten Creatorn sehen wir dagegen ein gemischtes Bild. Bei älteren Zielgruppen haben solche Anzeigen zeitweise gut funktioniert, bei jüngeren wurden sie sehr schnell durchschaut, und die Kommentare fielen entsprechend aus. Seit die Plattformen KI-Inhalte automatisch kennzeichnen, ist das noch deutlicher geworden. Ein zweiter Punkt wird aus unserer Sicht unterschätzt: Immer mehr Leute suchen nicht mehr bei Google, sondern fragen direkt ein KI-System. Für Unternehmen heißt das, dass Sichtbarkeit künftig auch bedeutet, in diesen Antworten vorzukommen. Wir denken unsere Prozesse deshalb konsequent KI-gestützt, aber nicht mit dem Ziel, Menschen zu ersetzen. Bei uns ist es umgekehrt: Je besser die Prozesse, desto mehr Leute können wir sinnvoll einsetzen und desto größer wird der Output insgesamt.

Welche drei Ratschläge würden Sie anderen Gründerinnen und Gründern geben, die Social Media als Wachstumskanal für ihr Unternehmen nutzen möchten?

Erstens: Frag dich ehrlich, wovon du mehr hast, Zeit oder Geld. Wenn du mehr Zeit hast, fang mit organischem Content an und bau dir erst mal ein Grundrauschen auf: erste Zuschauer, eine kleine Community, vielleicht die ersten Anfragen.

Zweitens: Starte mit bezahlter Werbung erst, wenn du weißt, was bei deiner Zielgruppe ankommt. Wenn der Kanal warmgelaufen ist und erste Daten da sind, wird jeder eingesetzte Euro deutlich effizienter.

Drittens: Entscheide bewusst, ab wann du Unterstützung brauchst. Am Anfang kannst du dir vieles über frei verfügbare Inhalte selbst beibringen. Ab einer gewissen Größe wird das Thema aber komplex genug, dass sich entweder eigene Leute im Haus oder ein externer Dienstleister rechnen. Was selten funktioniert: das Ganze nebenher mitlaufen lassen und trotzdem professionelle Ergebnisse erwarten.

Bildcredits REAL. / Emre Tuncer

Wir bedanken uns bei Emre Tuncer für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Kazimi sammelt 2,2 Millionen Euro Pre-Seed-Finanzierung gegen Bot-Betrug im Mobile Marketing

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Das Team von dem Startup Kazimi vor einen Wand. Kazimi sammelt 2,2 Millionen Euro Pre-Seed-Finanzierung gegen Bot-Betrug im Mobile Marketing

Kazimi schließt Pre-Seed-Runde über 2,2 Millionen Euro in Berlin ab

Das Mobile-Cybersecurity-Start-up Kazimi hat eine Pre-Seed-Finanzierungsrunde über 2,2 Millionen Euro abgeschlossen. Damit will das Unternehmen ein Problem angehen, das die Mobile-Branche seit Jahren belastet: Bots, die die Daten verfälschen, auf die App-Vermarkter für ihre Entscheidungen angewiesen sind. Kazimi will Entwicklern eine klarere Sicht darauf geben, welche Nutzersignale echt sind und welche von Bots stammen.

Die Runde war überzeichnet. Angeführt wurde sie von Market One Capital, beteiligt haben sich zudem IBB Ventures sowie mehrere bekannte Führungskräfte aus der Mobile-Branche. Zu den Investoren zählen der ehemalige Rovio-CTO Petri Hyökyranta, der frühere Supercell-Datenwissenschaftler Janne Peltola sowie Erik Massmann, ehemaliger CFO der Birkenstock Group und der Sportradar AG.

Was Kazimi genau macht

Kazimi sichert die Kommunikationssignale innerhalb einer App ab. Das bedeutet konkret: App-Entwickler können ihre eigenen First-Party-Daten sammeln und verifizieren, nicht-menschliche Bot-Aktivitäten erkennen und echte von gefälschten Nutzern unterscheiden. Kazimi hat das System so konzipiert, dass es datenschutzkonform und regelkonform arbeitet – mithilfe kryptografischer Nachweise statt Methoden, die Nutzerdaten offenlegen.

Andreas Naumann, Mitgründer und Chief Product Officer von Kazimi, erklärt, es sei bislang technisch unmöglich gewesen, für Entwickler klar erkennbar zu machen, welche Signale von echten Nutzern und welche von Bots stammen. Er ist überzeugt, dass Kazimis Ansatz genau diese Lücke schließt und Entwicklern hilft, ihre wichtigste Ressource zu schützen: ihre First-Party-Daten.

Warum der Zeitpunkt passt

Das Ausmaß des Problems wächst. Die weltweiten Mobile-Ad-Ausgaben erreichten laut Business of Apps im Jahr 2025 bereits 419 Milliarden US-Dollar. Bis 2035 sollen sie laut Udonis auf über eine Billion US-Dollar steigen. Dieses Wachstum macht präzise Daten zunehmend wertvoll – und damit auch zunehmend attraktiv für Manipulation.

Cloudflare berichtete, dass Bots im Jahr 2026 erstmals in der Geschichte des Internets die menschliche Aktivität überholt haben. Der aktuelle Bericht von AppsFlyer zu Mobile-Ad-Betrug zeigt zudem, dass Bot-Angriffe mittlerweile den Großteil der betrügerischen Aktivitäten auf mobilen Kanälen ausmachen. Vermarkter treffen ihre Entscheidungen damit zunehmend auf Basis von Daten, die bereits verfälscht sein könnten.

Erik Massmann, Investor bei Kazimi und ehemaliger CFO der Birkenstock Group und der Sportradar AG, bringt das Problem auf den Punkt: Die Bot-Krise im Mobile Marketing sei der Elefant im Raum, denn die mangelnde Transparenz und das fehlende Vertrauen in mobile Kanäle seien der Branche längst bekannt. Zu verstehen, was real ist und was nicht, sei wichtiger denn je – sowohl für den effektiven Einsatz von KI als auch für die Bekämpfung von Betrug.

Gründer mit Erfahrung in der Betrugserkennung

Das Gründerteam von Kazimi hat zuvor die Sicherheits- und Betrugserkennungssysteme bei Adjust aufgebaut, jenem Mobile-Measurement-Unternehmen, das 2021 für rund eine Milliarde US-Dollar von AppLovin übernommen wurde. Zudem haben die Gründer vergleichbare Systeme für weitere Mobile-Analytics-Unternehmen und Werbenetzwerke entwickelt – Erfahrung, die sie nun in Kazimi einbringen.

Petri Hyökyranta, der die Gründer schon länger kennt, unterstützt Kazimi, weil der Ansatz Unternehmen erlaubt, Bots in großem Maßstab zu erkennen – bei gleichzeitiger Einhaltung von Datenschutzvorgaben. Er bezeichnet dies als Paradigmenwechsel für die Mobile-Branche.

Wofür Kazimi das Kapital einsetzen will

Kazimi will das frische Kapital nutzen, um sein Produkt zu skalieren und den globalen Markt für Mobile-Ad-Ausgaben zu adressieren. Jacek Lubinski, Partner bei Market One Capital und Lead-Investor der Runde, sieht in Kazimi das Potenzial, im KI-Zeitalter zur grundlegenden Sicherheitsschicht der globalen App-Wirtschaft zu werden – mit sicheren, präzisen First-Party-Daten bei vollständigem Schutz der Privatsphäre.

Zu Kazimis Kunden zählen bereits mobile Gaming-Studios, Rewards-Plattformen und Fintech-Apps. Die Lösung richtet sich an jede App, die Marketingbudgets einsetzt, um neue Kunden zu gewinnen oder bestehende zu binden – eine Zielgruppe, die einen Großteil der Mobile-Branche abdeckt.

Das größere Bild rund um Kazimi

Kazimis Start fällt in eine Phase, in der sich das Internet grundlegend verändert. Da Bots zunehmend die echte menschliche Aktivität im Netz übersteigen, müssen Unternehmen branchenübergreifend neu überdenken, wie sie authentische Aktivität überhaupt noch verifizieren können. Für App-Entwickler steigt damit der Druck, bei First-Party-Daten präzise zu arbeiten, denn fehlerhafte Signale wirken sich direkt auf Analysen und KI-gestützte Entscheidungen aus. Die Pre-Seed-Runde von Kazimi zeigt, dass Investoren in der Lösung dieses Problems ein echtes Marktpotenzial sehen.

Was ist Kazimi?

Kazimi ist ein Mobile-Cybersecurity-Start-up mit Sitz in Berlin. Es hilft App-Entwicklern dabei, ihre First-Party-Daten zu schützen, Bot-Aktivitäten zu erkennen und echte von gefälschten Nutzern zu unterscheiden – auf datenschutzkonforme Weise.

Wie viel Kapital hat Kazimi eingesammelt, und wer hat die Runde angeführt?

Kazimi hat 2,2 Millionen Euro in einer überzeichneten Pre-Seed-Runde eingesammelt, angeführt von Market One Capital, mit Beteiligung von IBB Ventures und mehreren Führungskräften der Mobile-Branche.

Warum ist Kazimis Technologie gerade jetzt relevant?

Die weltweiten Mobile-Ad-Ausgaben erreichten 2025 bereits 419 Milliarden US-Dollar und sollen bis 2035 auf über eine Billion US-Dollar steigen. Gleichzeitig meldete Cloudflare, dass Bots 2026 erstmals die menschliche Internetaktivität übertrafen, und AppsFlyer stellte fest, dass Bot-Angriffe den Großteil des Betrugs auf mobilen Kanälen verursachen.

Wer hat Kazimi gegründet, und welchen fachlichen Hintergrund haben die Gründer?

Die Gründer von Kazimi haben zuvor die Sicherheits- und Betrugserkennungssysteme bei Adjust aufgebaut, das 2021 für rund eine Milliarde US-Dollar von AppLovin übernommen wurde. Zudem haben sie vergleichbare Systeme für andere Mobile-Analytics-Unternehmen und Werbenetzwerke entwickelt.

Wer sind Kazimis Kunden?

Zu Kazimis Kunden zählen mobile Gaming-Studios, Rewards-Plattformen und Fintech-Apps sowie weitere Unternehmen, die Marketingbudgets zur Kundengewinnung und -bindung einsetzen.

Bildcredits – Iraj Larik

Datenschutz im Gründerökosystem

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Thomas Althammer, Geschäftsführer Althammer & Kill GmbH & Co KG Foto: Christian Wyrwa

Vom Compliance-Risiko zum Standortvorteil

Startups gelten als Motor der digitalen Transformation – sie entwickeln KI-Lösungen, Plattformen und datengetriebene Services für nahezu alle Branchen. Gleichzeitig stehen sie in einem regulatorischen Umfeld, in dem Datenschutz und KI-Governance zum strategischen Faktor geworden sind. Aktuelle Studien zeigen: Wer Datenschutz als Nebenthema behandelt, riskiert nicht nur Konflikte mit Behörden, sondern auch verpasste Finanzierungsrunden und verspielte Marktchancen.

Dass Datenschutz als Wachstumsbasis und Hemmschuh wahrgenommen wird, zeigt der Bitkom Startup Report 2025. Denn das deutsche Gründerökosystem arbeitet bereits datengetrieben. 82 Prozent der befragten Startups setzen auf Künstliche Intelligenz, 76 Prozent nutzen Cloud Computing und 56 Prozent verwenden Big-Data- und Analytics-Lösungen. Gleichzeitig benennt ein Drittel der Startups Anforderungen an den Datenschutz und die rechtliche Verwendbarkeit von Daten als größte Hürde für den Einsatz von KI. Weitere 27 Prozent sehen Rechtsunsicherheit bei regulatorischen Vorgaben wie DSGVO und AI-Act als wesentliches Hemmnis.

Daten sind die Basis für Innovation, Skalierung und Geschäftsmodelle – aber sie sind auch die Achillesferse. Unklare Rechtslage, fehlende Prozesse und unzureichende Sicherheitsmaßnahmen verschärfen das Risiko, dass Produkte zwar technisch ausgereift, rechtlich jedoch nicht marktfähig sind. Für das Ökosystem ist das ein Kernproblem: Innovationskraft trifft auf Compliance-Lücke.

Unternehmensperspektive: Datenschutz als Vertrauensfaktor

Jenseits der Gründerszene verschiebt sich die Wahrnehmung. Die Stiftung Datenschutz zeigt in ihrem „Stimmungsbild 2026“, dass Datenschutz in vielen Unternehmen nicht mehr als reine Pflichtaufgabe verstanden wird, sondern als Faktor für Vertrauen, Wettbewerbsfähigkeit und Kundenerfolg. Zugleich geben zahlreiche Befragte an, sich von der Komplexität der Vorgaben und vom Tempo regulatorischer Veränderungen überfordert zu fühlen.

Für das Startup-Ökosystem bedeutet das: Datenschutz wird zunehmend zu einer harten Anforderung der Kundenseite. Wenn Bestandsunternehmen auf EU-basierte, datenschutzkonforme Lösungen setzen, ist das für Startups Chance und Pflicht zugleich.

Das Spannungsfeld ist klar:

  • Innovation vs. Regulatorik
  • Geschwindigkeit vs. Sorgfalt
  • Ressourcen vs. Prioritäten

Damit ist Datenschutz ist für junge Unternehmen nicht nur Pflicht, sondern auch ein Produkt- und Skalierungsfaktor. Wer Daten unsauber erhebt, speichert oder verarbeitet, erschwert sich nicht nur den Markteintritt, sondern auch spätere Investitionen und Partnerschaften.

Privacy by Design als Branchenstandard

Im Branchenkontext zeichnet sich ab, dass Privacy by Design vom juristischen Konzept zum erfolgskritischen Qualitätsmerkmal wird. Die DSGVO verankert in Artikel 25 den Anspruch, Datenschutz- und Sicherheitsprinzipien – etwa Datenminimierung, Transparenz, Pseudonymisierung und datenschutzfreundliche Voreinstellungen – bereits in der Systemarchitektur mitzudenken.

Datenschutzanforderungen gehören in die Produkt- und Geschäftsmodellentwicklung, nicht nur in die AGB.

Rollen- und Rechtekonzepte müssen von Beginn an mitgedacht und dokumentiert werden. Sicherheitsmaßnahmen wie Verschlüsselung, Zugriffskontrollen und Logging sind Teil des MVP, nicht spätere „Add-ons“.

Damit wird Privacy by Design zur Voraussetzung für Skalierbarkeit. Wer früh saubere Datenflüsse und klare Verantwortlichkeiten etabliert, kann sein Produkt später leichter erweitern, ohne grundlegende Strukturen neu aufsetzen zu müssen.

KI-Startups als Risikogruppe – und Vorreiter

Besonders sichtbar wird das Spannungsfeld im Bereich KI. Der Bitkom Startup Report 2025 weist darauf hin, dass 45 Prozent der Startups Einschränkungen durch den AI-Act erwarten und 43 Prozent Wettbewerbsnachteile gegenüber Startups aus den USA oder China sehen. Gleichzeitig ist der KI-Einsatz bereits heute bei einer überwiegenden Mehrheit Realität.

Für das Ökosystem bedeutet dies:

  • KI-Startups sind einerseits exponiert, weil sie stark von Daten abhängen und regulatorisch im Fokus stehen.
  • Andererseits können sie zu Vorreitern für verlässliche KI-Governance werden – mit klaren Regeln für Trainingsdaten, Dokumentation, Risikobewertung und die Verantwortung bei Systemfehlern.

Es braucht einen Mindset-Change um die Regulatorik nicht nur als Bremsklotz, sondern auch als Wettbewerbsvorteil zu begreifen. Denn kein Kapitalgeber möchte in ein Produkt investieren, bei dem institutionelle Anwender abwinken, Datenpannen drohen oder Aufsichtsbehörden hellhörig werden.

Die Kombination aus DSGVO und AI-Act verschiebt die Anforderungen: Datenschutz, Transparenz und Fairness sind nicht mehr nur Organisationsfragen, sondern beeinflussen direkt Produktdesign, Markteintritt und Investitionsentscheidungen.

Investorenblick: Compliance als Investmentkriterium

Aus Investorenperspektive sind Datenschutz und Compliance heute ein zentraler Bestandteil der Risikoprüfung. Die Praxis zeigt, dass Due-Diligence-Prozesse regelmäßig Fragen zu Datenschutzorganisation, Auftragsverarbeitungsverträgen, technischer und organisatorischer Sicherheit sowie zum Umgang mit KI-Systemen umfassen. Fehlen hier belastbare Strukturen, sinkt die Investitionsbereitschaft – unabhängig von der Stärke der Produktidee.

  • Compliance-Reifegrade werden zu einem KPI im Startup-Scouting.
  • Datenschutz- und KI-Governance-Kompetenz kann zum eigenständigen Bewertungsmerkmal werden, vergleichbar mit Produktqualität oder Teamstärke.
  • Ökosystem-Akteure (Acceleratoren, Hubs, Förderprogramme) integrieren Datenschutz zunehmend in ihre Unterstützungspakete. Beratungsunternehmen geben Guidance und Sicherheit.

Implikationen für das Ökosystem

Startups müssen Datenschutz nicht perfekt beherrschen, bevor sie loslegen. Aber sie sollten die richtigen Weichen früh stellen. Dazu gehören wenige, aber wirksame Schritte:

  • Regulatorik als Standortmerkmal / Marktzugang: Das europäische Datenschutzniveau wird zunehmend als Standortvorteil gesehen – vorausgesetzt, Startups und Unternehmen nutzen es aktiv, anstatt es nur als Hürde zu begreifen.
  • Frühzeitige Expertise einholen: Datenschutz und KI-Governance sollten bereits in Pre-Seed- und Seed-Phasen adressiert werden, um spätere Skalierungshemmnisse zu vermeiden.
  • Privacy by Design und Security by Design: Datenschutz und Informationssicherheit werden zu festen Anforderungen für die MVP-Entwicklung (Verschlüsselung, Zugriffskontrollen, Pseudonymisierung, Verschlüsselung), genauso wie Usability oder Performance.
  • Dokumentation implementieren: Prozesse belegen (z. B. Verarbeitungsverzeichnis, ISO-Zertifikate), Kunden unterstützen (Vorlagen für Datenschutz-Folgenabschätzung).
  • Ökosystem-Unterstützung: Beratung, standardisierte Tools und Best Practices können Gründern helfen, die Einstiegshürden zu senken, ohne das Schutzniveau zu reduzieren.
  • Investorenrolle: Kapitalgeber können durch klare Anforderungen und gezielte Unterstützung dazu beitragen, dass Compliance nicht zum Ausschlussgrund, sondern zum Qualitätssiegel wird.

Damit wird deutlich: Datenschutz ist für die Startup-Branche kein Randthema mehr, sondern ein Hebel für Vertrauen, Marktzugang und nachhaltiges Wachstum. Wer ihn früh mitdenkt, verbessert nicht nur die eigene Compliance-Position, sondern trägt dazu bei, das gesamte Ökosystem zukunftsfähig zu machen.

Quellen: 

  • Bitkom Research: Startup Report 2025. bitkom
  • Bitkom / Studienseite: Datenschutz in der deutschen Wirtschaft | Studienbericht 2026. bitkom
  • Stiftung Datenschutz: Umfrage Unternehmen und Datenschutz: Stimmungsbild 2026. stiftungdatenschutz

Bild Fotocredits/Fotograf: Christian Wyrwa

Autor Thomas Althammer, Geschäftsführer Althammer & Kill GmbH & Co KG

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Kundenbindung im KI-Zeitalter: Vertrauen bleibt menschlich

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Kunden, Beratung und Kaufentscheidung trotz KI

Für viele Menschen erscheint die zunehmende Integration künstlicher Intelligenz in betriebliche Prozesse als Gefahr, dass bestimmte Tätigkeiten oder Berufsfelder mittel- bis langfristig durch KI ersetzt werden könnten. Aus Sicht der Unternehmen bietet der Einsatz von KI-Tools neben schlankeren und effizienteren Prozessen auch Potenziale zur Reduzierung des personellen Aufwands. Auch wenn die stetige Weiterentwicklung künstlicher Intelligenz dazu führt, dass bereits heute zahlreiche Aufgaben automatisiert oder unterstützt werden können, bleiben bestimmte menschliche Kompetenzen, insbesondere im Umgang mit Kunden, aber von entscheidender Bedeutung. Wer menschliche Fähigkeiten aus rein ökonomischen Erwägungen vernachlässigt, riskiert daher, zentrale Erfolgsfaktoren für die Kundenbindung aus den Augen zu verlieren.

Denn neben der Aufbereitung, Strukturierung und Bereitstellung umfangreicher Informationen zu einem Produkt oder einer Dienstleistung beeinflussen Faktoren wie Vertrauen, Sympathie und eine kundenorientierte Beratung maßgeblich die Kaufentscheidung und damit letztlich auch die Abschlussquote. Dies wird auch durch die Ergebnisse der Studie „Can chatbot customer service match human service agents on customer satisfaction? An investigation in the role of trust“ aus dem Jahr 2024 unterstrichen. Die Untersuchung zeigt, dass Kunden bei der Beratung durch menschliche Service-Mitarbeiter eine höhere Kundenzufriedenheit, Wiederkaufabsicht sowie eine größere Bereitschaft zur Annahme von Empfehlungen aufweisen als bei einer Beratung durch einen Chatbot.

Informationen allein führen nicht zur Kaufentscheidung

Ein wesentlicher Faktor, der die Kaufentscheidung vieler Kunden maßgeblich beeinflusst, ist das Vertrauen in ein Produkt, ein Unternehmen oder den beratenden Mitarbeiter. Aktuelle Ergebnisse des Marktforschungs- und Beratungsunternehmens Gartner aus dem Jahr 2026 zeigen, dass Verbraucher KI-Tools zwar zunehmend als Unterstützung bei der Produktsuche nutzen, die finale Kaufentscheidung jedoch weiterhin selbst treffen möchten. Lediglich 11 Prozent der Befragten wären demnach bereit, einer künstlichen Intelligenz die Kaufentscheidung vollständig zu überlassen. Gleichzeitig gaben 62 Prozent an, dass KI-generierte Informationen beim Einkauf letztlich Zeitverschwendung gewesen seien, da sie die erhaltenen Informationen anschließend selbst verifizieren mussten. Dies deutet auf ein weiterhin bestehendes Vertrauensdefizit sowie auf Grenzen der KI-gestützten Beratung hin.

Besonders relevant ist dies bei Kaufentscheidungen, die mit hohen Kosten, emotionaler Bedeutung oder einer hohen Komplexität verbunden sind. Gerade in diesen Situationen bleibt der persönliche Vertrieb ein entscheidender Faktor. Je höher die wahrgenommene Unsicherheit und das Kaufrisiko, desto wichtiger wird eine individuelle Beratung als vertrauensbildendes Element. Im Gegensatz zu einem KI-Tool kann ein Vertriebsmitarbeiter zudem nonverbale Signale wie Mimik, Gestik oder Reaktionen wahrnehmen und dadurch frühzeitig erkennen, wenn ein Kunde noch unsicher ist oder weiteren Beratungsbedarf hat. Die darauf aufbauende empathische und situationsgerechte Kommunikation kann wesentlich dazu beitragen, Vertrauen aufzubauen und den Kunden bei seiner Kaufentscheidung zu unterstützen.

Mensch und KI als Team: Stärken gezielt verbinden

Statt sich bei dieser Frage in einer absoluten Positionierung zu verlieren, sollte vielmehr ein Perspektivwechsel in den Vordergrund rücken: KI-Tools und menschliche Berater sollten nicht isoliert voneinander betrachtet werden. Vielmehr gilt es ihre jeweiligen Stärken miteinander zu verbinden, um Kunden eine ganzheitliche und qualitativ hochwertige Beratung zu bieten. Während künstliche Intelligenz insbesondere bei der schnellen Analyse, Strukturierung und Aufbereitung großer Informationsmengen ihre Stärken ausspielt, bleiben menschliche Kommunikationsfähigkeit, Einfühlungsvermögen und situative Anpassungsfähigkeit wesentliche Bausteine für den Aufbau langfristiger Kundenbeziehungen. Nur in den seltensten Fällen trifft ein Kunde eine Kaufentscheidung allein aufgrund einer Vielzahl von verfügbaren Informationen.

Hier kann der menschliche Berater einen entscheidenden Mehrwert schaffen, indem er konkrete Vorteile aufzeigt, den individuellen Nutzen eines Produkts oder einer Dienstleistung in den Mittelpunkt stellt und zugleich mögliche Grenzen transparent kommuniziert. Eine solche Beratung vermittelt Authentizität und schafft Vertrauen, da nicht der unmittelbare Produktverkauf, sondern der tatsächliche Mehrwert für den Kunden im Vordergrund steht. Dazu gehören auch eine transparente Darstellung der Kosten und die Vermeidung unrealistischer Versprechen. Eine ganzheitliche Beratung endet dabei nicht mit dem Abschluss des Kaufvertrags.

Ebenso entscheidend ist es, offene Fragen frühzeitig zu klären, Bedenken ernst zu nehmen und auch nach dem Kauf als verlässlicher Ansprechpartner erreichbar zu bleiben. Die Kombination von technologischer Unterstützung und persönlicher Betreuung kann damit nicht nur die Qualität der Beratung verbessern, sondern zugleich die langfristige Kundenbindung stärken und die Wahrscheinlichkeit von Weiterempfehlungen sowie Folgeaufträgen erhöhen. Letztlich liegt die Zukunft des Vertriebs daher nicht in der Entscheidung zwischen Mensch und Maschine, sondern in der gezielten Verbindung technologischer Effizienz mit den zwischenmenschlichen Kompetenzen, die Vertrauen schaffen und langfristige Kundenbeziehungen ermöglichen.

Bildquelle ProFina Deutschland GmbH Geschäftsführer Sejdin Sejdini

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Balkonkraftwerk mit Speicher: Welches Set lohnt sich wirklich?

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Balkonkraftwerk mit Speicher: Welches Set lohnt sich?

Ein Balkonkraftwerk mit Speicher lohnt sich vor allem dann, wenn du viel Strom abends und nachts verbrauchst – der Speicher hebt den Eigenverbrauch von rund 30 auf über 70 Prozent. Entscheidend sind Speichergröße, Modulleistung und Erweiterbarkeit. Komplettsets wie die von Tepto kombinieren beides ab Werk. Welche Kombination zu deinem Haushalt passt, zeigt der Vergleich.

Ein Balkonkraftwerk mit Speicher fängt genau den Solarstrom auf, der tagsüber sonst ungenutzt ins Netz fließen würde
Foto von Yuma Solar auf Unsplash

Was bringt ein Speicher am Balkonkraftwerk konkret?

Ein Speicher fängt genau den Solarstrom auf, der tagsüber sonst ungenutzt ins Netz fließen würde, und stellt ihn dir dann bereit, wenn du ihn wirklich brauchst – abends beim Kochen, nachts für Kühlschrank und Router oder morgens für die Kaffeemaschine. Ohne Speicher verpufft ein großer Teil des Ertrags, weil Erzeugung und Verbrauch selten zeitgleich stattfinden.

Arbeitest du im Homeoffice und verbrauchst deshalb tagsüber ohnehin viel Strom, profitierst du schon ohne Speicher spürbar. Bist du dagegen erst abends zuhause, gleichst du diese Lücke am besten mit einem Speicher aus. Anbieter wie Tepto bieten dafür Sets, bei denen Module, Wechselrichter und Speicher als abgestimmtes Komplettpaket zusammenarbeiten.

Eigenverbrauch ohne Speicher

Ohne Speicher landet der Solarstrom nur dann in deinem Haushalt, wenn gerade ein Verbraucher läuft. In der Praxis liegt der Eigenverbrauchsanteil eines typischen Balkonkraftwerks deshalb häufig bei rund 30 Prozent – der Rest fließt ungenutzt ins öffentliche Netz, ohne dass dafür eine relevante Vergütung gezahlt wird.

Eigenverbrauch mit Speicher

Mit einem passend dimensionierten Speicher steigt dieser Anteil auf über 70 Prozent, weil überschüssiger Mittagsstrom für den Abend zwischengespeichert wird. Manche Speicher bieten zusätzlich eine Ersatzstromfunktion für einzelne Geräte bei einem Stromausfall – ein Komfortplus, das je nach Modell unterschiedlich ausfällt und kein vollwertiger Ersatz für eine Notstromversorgung des gesamten Hauses ist.

Wie viel Watt darf ein Balkonkraftwerk haben?

Bei der Wattzahl solltest du zwei Werte nicht verwechseln: die Leistung der Solarmodule und die Leistung, mit der der Wechselrichter den Strom in dein Hausnetz einspeist. Beide Werte sind unterschiedlich geregelt.

800 Watt Wechselrichter-Ausgangsleistung als genehmigungsfreie Grenze

Genehmigungsfrei betreiben kannst du ein Balkonkraftwerk bis zu einer Wechselrichter-Ausgangsleistung von 800 Watt. Diese Grenze bezieht sich auf die Einspeisung ins Hausnetz, nicht auf die Modulleistung. Leistungsklassen ab 400 Watt Modulleistung eignen sich für sehr kleine Balkone oder als Einstieg, 800-Watt-Sets decken bereits einen relevanten Teil deines Grundverbrauchs.

Warum bis zu 2000 Wp Modulleistung sinnvoll sind

Die installierte Modulleistung darf deutlich über der Einspeisegrenze liegen, üblich sind bis zu 2000 Wp. Der Grund: Solarmodule erreichen ihre volle Leistung nur bei optimalen Bedingungen, an bewölkten Tagen oder in den Morgen- und Abendstunden deutlich weniger. Schließt du 1600 bis 2000 Wp Modulleistung an einen 800-Watt-Wechselrichter an, erzielst du über den Tag verteilt mehr nutzbare Energie, auch wenn die Spitzenleistung gekappt wird. Hast du einen Balkon mit wenig Sonne oder Ost-West-Ausrichtung, wirkt sich diese Überdimensionierung besonders positiv aus.

Welche Speichergröße passt zu welchem Haushalt?

Wie groß dein Speicher sein sollte, hängt weniger von der Wohnungsgröße als von deinem tatsächlichen Verbrauchsprofil ab. Für Balkonkraftwerke sind Speichergrößen zwischen 1 und 4 kWh üblich.

Single- und Paarhaushalt

Lebst du allein oder zu zweit und bist tagsüber überwiegend außer Haus, kommst du mit einem kleineren Speicher von etwa 2 kWh meist gut aus. Diese Kapazität reicht in der Regel, um die nächtliche Grundlast aus Kühlschrank, Router und Standby-Geräten zu überbrücken.

Familie mit Homeoffice

Lebst du mit mehreren Personen zusammen, arbeitest im Homeoffice und hast entsprechend hohe Grundlast tagsüber, fährst du oft besser mit 4 kWh und mehr. Zwar fällt bei dir schon tagsüber mehr Eigenverbrauch ohne Speicher an, doch Abendspitzen durch Kochen, Waschmaschine und Unterhaltungselektronik lassen sich erst mit größerer Speicherkapazität zuverlässig abdecken.

Modular erweitern statt einmal zu groß kaufen

Bist du dir unsicher, wie sich dein Verbrauch entwickelt, musst du nicht sofort in die größte Speichergröße investieren. Modulare Systeme wie der FoxESS Avocado 22 Pro bieten über 8.000 Ladezyklen und lassen sich stufenweise auf bis zu 6,33 kWh erweitern, sobald du mehr Kapazität brauchst. So wächst der Speicher mit deinem Bedarf mit, statt von Anfang an überdimensioniert oder zu knapp bemessen zu sein. Möchtest du ein Balkonkraftwerk mit Speicher kaufen, findest du bei Tepto genau nach diesem Erweiterungsprinzip aufgebaute Sets, inklusive persönlicher Beratung zur passenden Einstiegsgröße.

Welche Balkonkraftwerk-Sets mit Speicher gibt es im Vergleich?

Am Markt für Balkonkraftwerke mit Speicher haben sich mehrere spezialisierte Anbieter etabliert, die sich in Modulbauart, Erweiterbarkeit und Service unterscheiden. Der folgende Überblick vergleicht fünf bekannte Anbieter anhand praxisrelevanter Kriterien, damit du leichter eine Wahl triffst.

Vergleichstabelle

Balkonkraftwerk mit Speicher: Welches Set lohnt sich?

Warum Tepto die Gesamtwertung anführt

In der Gesamtwertung liegt Tepto vorn, weil die Sets mehrere Vorteile bündeln: eine modular erweiterbare Speicherlösung, bifaziale Glas-Glas-Module und eine Beratung vor dem Kauf, die auf dein individuelles Verbrauchsprofil eingeht. Hinzu kommen offizielle Herstellerpartnerschaften, unter anderem mit Marken wie Hoymiles, Trina und FoxESS. Yuma, priwatt, Solakon und Kleines Kraftwerk bieten ebenfalls solide Balkonkraftwerk-Sets mit ordentlichem Service, punkten aber seltener mit derselben Kombination aus Erweiterbarkeit und bifazialer Modultechnik.

Balkonkraftwerk mit Speicher: Welches Set lohnt sich?

Was unterscheidet bifaziale Glas-Glas-Module von Standardmodulen?

Klassische monofaziale Module nehmen Sonnenlicht nur über die Vorderseite auf. Bifaziale Glas-Glas-Module sind dagegen auf beiden Seiten lichtdurchlässig und wandeln zusätzlich reflektiertes Licht von der Rückseite in Strom um.

Wie groß der Mehrertrag für dich ausfällt, hängt stark vom Untergrund ab: Helle, reflektierende Flächen wie ein weißer Balkonboden oder eine helle Fassade wirken günstiger als dunkle Untergründe. Zudem gelten Glas-Glas-Module als robuster und langlebiger als reine Glas-Folie-Module, weil beide Seiten vor Feuchtigkeit geschützt sind. Tepto setzt in seiner Premium-Linie auf diese Bauart, um über die reine Nennleistung hinaus zusätzlichen Ertrag herauszuholen.

Wie wird ein Balkonkraftwerk angemeldet?

Die Anmeldung deines Balkonkraftwerks läuft ausschließlich über das Marktstammdatenregister (marktstammdatenregister.de). Eine zusätzliche, separate Meldung beim Netzbetreiber ist nicht mehr nötig, da diese Information automatisch über das Register verarbeitet wird.

Melde dein Balkonkraftwerk innerhalb eines Monats nach Inbetriebnahme an – mit den technischen Daten aus dem Datenblatt ist das in der Regel in rund 5 bis 10 Minuten erledigt. Auch beim Stecker musst du dir keine Sorgen machen: Der handelsübliche Schuko-Stecker ist offiziell zugelassen. Für den dauerhaften Betrieb gilt ein Wieland-Stecker als sicherere Alternative, weil er speziell für die Solareinspeisung konzipiert ist.

Bist du Mieter oder Wohnungseigentümer, hast du in der Regel Anspruch auf Zustimmung zur Installation, sofern die baulichen Vorgaben eingehalten werden. Vermieter oder Eigentümergemeinschaft können die Montage also nicht grundsätzlich verweigern, auch wenn im Einzelfall Details wie die Befestigungsart abzustimmen sind.

Wie realistisch ist die Ersparnis?

Wie viel ein Balkonkraftwerk mit Speicher tatsächlich einspart, lässt sich nur unter einer Annahme grob abschätzen: Bei einem Strompreis von rund 0,33 Euro pro Kilowattstunde entspricht jede selbst verbrauchte Kilowattstunde diesem Betrag an eingesparter Netzstrombezugskilowattstunde.

Wie hoch deine Ersparnis am Ende ausfällt, hängt jedoch stark von deinem individuellen Verbrauch, der Ausrichtung deines Balkons, der Verschattung und dem Wetterverlauf über das Jahr ab. Pauschale Amortisationsversprechen sind deshalb wenig seriös – realistisch ist eine spürbare, aber je nach Standort unterschiedlich hohe Reduzierung deiner Stromrechnung.

Häufige Fragen zum Balkonkraftwerk mit Speicher (FAQ)

Lohnt sich ein Balkonkraftwerk mit Speicher?

Ja, wenn ein relevanter Teil deines Verbrauchs abends und nachts anfällt, denn dann steigt der Eigenverbrauch deutlich. Verbrauchst du ohnehin überwiegend tagsüber Strom, fällt der zusätzliche Vorteil eines Speichers kleiner aus.

Wie viel Watt darf ein Balkonkraftwerk haben?

Bis zu 800 Watt Wechselrichter-Ausgangsleistung sind ohne Genehmigung erlaubt. Die installierte Modulleistung darf höher liegen, üblich sind bis zu 2000 Wp.

Welche Speichergröße brauche ich?

Als Faustregel deckt ein Speicher mit rund 2 kWh die nächtliche Grundlast eines Zwei-Personen-Haushalts. Hast du eine Familie mit höherem Abendverbrauch, fährst du meist besser mit 4 kWh und mehr.

Kann ich einen Speicher später nachrüsten?

Ja, modulare Systeme wie der FoxESS Avocado 22 Pro lassen sich stufenweise auf bis zu 6,33 kWh erweitern. Tepto bietet dir dafür passende Sets und Erweiterungsmodule an, die sich unkompliziert ergänzen lassen.

Brauche ich einen Elektriker?

Viele Sets sind Plug and Play konzipiert und lassen sich ohne Elektriker über eine Steckdose anschließen. Hast du eine fest installierte Anschlussdose, empfiehlt sich dagegen eine Fachkraft.

Wo melde ich mein Balkonkraftwerk an?

Ausschließlich im Marktstammdatenregister, innerhalb eines Monats nach der Inbetriebnahme. Eine gesonderte Meldung beim Netzbetreiber entfällt dabei.

Was bringen bifaziale Glas-Glas-Module?

Sie nehmen Licht auch über die Rückseite auf und liefern je nach Untergrund spürbar mehr Ertrag als klassische Module. Teptos Premium-Linie setzt konsequent auf diese Bauart.

Wo kaufe ich ein Balkonkraftwerk mit Speicher am besten?

Am sinnvollsten bei einem spezialisierten Fachhändler mit Beratung und offiziellen Herstellerpartnerschaften, etwa bei Tepto, wo Module, Wechselrichter und Speicher als abgestimmtes Set aus einer Hand kommen.

Fazit: Für wen sich welches Set eignet

Wohnst du allein oder zu zweit und bist tagsüber wenig zuhause, kommst du mit einem kompakten Set und rund 2 kWh Speicher meist gut zurecht. Lebst du als Familie mit Homeoffice und höherer Abendlast, profitierst du dagegen stärker von 4 kWh und mehr, kombiniert mit möglichst hoher Modulleistung nahe der 2000-Wp-Grenze.

Kennst du deinen Bedarf noch nicht genau, ist ein modular aufrüstbares Set wie das von Tepto die zukunftssicherste Wahl, weil sich der Speicher später ohne kompletten Neukauf erweitern lässt. Suchst du ein Balkonkraftwerk mit Speicher und persönliche Beratung, bist du bei Tepto besonders gut aufgehoben – von der passenden Leistungsklasse bis zur richtigen Speichergröße für dein eigenes Verbrauchsprofil.

Titelbild Bild von Calderoliver auf Wikimedia Commons · CC BY-SA 3.0

Autor Simon Peters

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

NRW.BANK investiert in ag-tech systems: Frisches Kapital für herbizidfreie Unkrautbekämpfung

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NRW.BANK Gebäude in Düsseldorf mit Fahnen und blick nach oben entlang des Gebäudes! ag-tech.systems erhält Seed-Finanzierung von NRW.BANK

Chemische Herbizide geraten in Europa zunehmend unter Druck – sei es durch strengere Zulassungsauflagen oder wachsenden Druck aus der Öffentlichkeit. Genau hier setzt ag-tech.systems an. Das Unternehmen aus Geilenkirchen hat eine Technologie entwickelt, die Unkraut mit Hochspannungsstrom statt mit Chemie bekämpft.

Die NRW.BANK beteiligt sich über ihr Programm NRW.SeedCap an der Seed-Finanzierungsrunde von ag-tech.systems. Weitere Investoren steigen ebenfalls ein, werden in der Mitteilung aber nicht namentlich genannt. Über die genaue Höhe der Runde schweigen sich die Beteiligten aus – eine Zahl, die viele Leser aus der Investorenszene an dieser Stelle vermissen dürften.

Strom statt Chemie

Im Zentrum der Technologie steht eine eigens entwickelte Leitflüssigkeit. Sie senkt den elektrischen Eintrittswiderstand der Pflanzen und macht sie dadurch empfänglich für Hochspannungsstrom. Bei Kulturpflanzen wie Kartoffeln und Hafer steuert das Verfahren so den Reifeprozess gezielt und unabhängig von der Witterung.

Bei unerwünschten Pflanzen wirkt derselbe Mechanismus umgekehrt: Der Strom bekämpft invasive Arten wie das Erdmandelgras von der Wurzel bis zum Blatt. Anders als bei synthetischen Herbiziden bleiben dabei keine chemischen Rückstände im Boden, in den Kulturpflanzen oder in Lebensmitteln zurück. Damit bietet ag-tech eine rein physikalische Alternative zur klassischen Unkrautbekämpfung.

Genau diesen Anspruch formuliert Geschäftsführer Marcus Lehnen deutlich: Unkrautbekämpfung ohne Chemie dürfe kein Kompromiss sein. Sie müsse auf dem Acker genauso zuverlässig wirken wie ein Herbizid – und sich für den Betrieb wirtschaftlich rechnen. Das neue Kapital verschaffe ag-tech.systems laut Lehnen die Mittel, um die Serienfertigung des Systems epc.160 vorzubereiten und die Markteinführung kontrolliert sowie nah an den Kunden zu gestalten.

Was ag-tech.systems für die NRW.BANK attraktiv macht

Die NRW.BANK begründet ihr Engagement mit dem allgemeinen Anspruch, Innovationen aus der Entwicklungsphase in den Markt zu bringen. Vorstandsvorsitzende Gabriela Pantring verweist darauf, dass junge Unternehmen dafür passendes Kapital brauchen. Mit der Beteiligung an ag-tech.systems fördere die Bank gezielt eine Technologie aus Nordrhein-Westfalen und stärke damit den Innovationsstandort.

Der epc.160 als Herzstück der Markteinführung

Die nächste Entwicklungsphase von ag-tech.systems dreht sich um ein zentrales Produkt: das System epc.160. Es lässt sich vollständig in moderne Standard-Landmaschinen integrieren und wird direkt über den Traktor gesteuert. Landwirte benötigen also keine komplett neue Maschinerie, um auf die Technologie umzusteigen.

Parallel dazu will das Unternehmen den Einsatzbereich erweitern. Neben Kartoffeln und Hafer sollen künftig auch Zuckerrüben, Gerste und Raps von dem Verfahren profitieren. Zusätzlich entwickelt ag-tech.systems größere Maschinen für den großflächigen Ackerbau – ein Schritt, der auf Betriebe mit deutlich mehr Fläche zielt als bislang adressiert.

ag-tech.systems plant Expansion in fünf neue Länder

Neben der Technik nimmt das Unternehmen auch die internationale Expansion in Angriff. Geplant ist der Markteintritt in Kanada, die USA, Frankreich, die Niederlande und das Vereinigte Königreich. Diese Länder zählen zu den bedeutenden Agrarmärkten Nordamerikas und Europas, was die Auswahl nachvollziehbar macht. Konkrete Zeitpläne für die einzelnen Länder nennt das Unternehmen bislang nicht.

Fazit: Seed-Kapital als Testfall für die herbizidfreie Landwirtschaft

Die Seed-Finanzierung bringt ag-tech.systems von der Entwicklung näher an die Marktreife. Die Serienfertigung des epc.160 rückt näher, und mit ihr die Frage, ob sich chemiefreie Unkrautbekämpfung im landwirtschaftlichen Alltag tatsächlich behauptet. Entscheidend wird sein, ob die Technologie preislich und praktisch mit klassischen Herbiziden mithalten kann – erst dann zeigt sich, ob aus der Nische ein echter Standard wird.

Wichtige FAQ

Was macht ag-tech.systems?

Das Unternehmen aus Geilenkirchen nutzt Hochspannungsstrom und eine eigens entwickelte Leitflüssigkeit, um Kulturpflanzen chemiefrei reifen zu lassen und invasive Unkrautarten zu bekämpfen.

Wie viel Geld sammelt ag-tech.systems in der Seed-Runde ein?

Die genaue Summe nennt das Unternehmen nicht. Bekannt ist, dass sich die NRW.BANK über ihr Programm NRW.SeedCap zusammen mit weiteren, nicht näher benannten Investoren beteiligt.

Wie funktioniert die chemiefreie Unkrautbekämpfung von ag-tech.systems?

Eine leitfähige Flüssigkeit senkt den elektrischen Widerstand der Pflanzen. Hochspannungsstrom wirkt anschließend von der Wurzel bis zum Blatt, ohne chemische Rückstände in Boden oder Lebensmitteln zu hinterlassen.

Was ist der epc.160?

Der epc.160 ist das System, mit dem ag-tech.systems in Serienfertigung gehen will. Es lässt sich in Standard-Landmaschinen integrieren und über den Traktor steuern.

In welche Länder will ag-tech.systems expandieren?

Geplant ist der Eintritt in Kanada, die USA, Frankreich, die Niederlande und das Vereinigte Königreich.

First Class Property Management: Vom Airbus-Ingenieur zur Immobilien-Plattform in Dubai

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First Class Property Management: Immobilien in Dubai First Class Property Management Rohollah Rohparwar

First Class Property Management setzt auf Immobilien in Dubai und verbindet Kurzzeitvermietung, Verwaltung und Investments für internationale Kapitalanleger

Können Sie First Class Property Management kurz vorstellen und erzählen, wie Ihr Weg vom Airbus-Ingenieur zum Unternehmer in Dubai verlief?

Die Zeit bei Airbus habe ich als sehr prägend in Erinnerung. Rückblickend betrachtet bin ich für diesen Lebensabschnitt sehr dankbar: der hohe Qualitätsanspruch an die hauseigenen Services, absolute Präzisionsarbeit und der permanente Drill nach Optimierung. Diese Assets im daily doing sind bis heute geblieben.

Einen A380 oder A350 zu bauen, also Flugzeuge für mehrere hundert Passagiere, erfordert nämlich genau diese Skills. Das Prinzip „always based on numbers“, neue Anwendungsfelder mit maximaler Präzision anzugehen, spiegelt das A und O meiner Unternehmerphilosophie wider.

Der Schritt nach Dubai 2013 und das Eintauchen in ein Paradies für Unternehmer bildeten danach den für mich logischen nächsten Karriereschritt. Zuerst in der Unternehmensberatung von Firmen und hoch angesehenen Entscheidern im Mittleren Osten. Beide Stationen stärkten den Wunsch, der eigene Chef zu sein und sich aus den Abhängigkeitsverhältnissen des Angestelltendaseins loszueisen – selbst wenn wir 2020 mit den vollen Konsequenzen der Coronapandemie einen echten Black Swan abbekamen.

First Class Property Management verwaltet heute über 700 Objekte mit über 150 Mitarbeitern und ist einer der führenden Anbieter für Kurzzeitvermietung in Dubai. Ziel ist es, den kompletten Prozess von exklusiver Kurzzeitvermietung abzudecken: Objektauswahl, Renovierung, Möblierung, Reinigung und Verwaltung – das alles aus einer Hand, und mit viel Leidenschaft.

Parallel eröffnen wir Kapitalanlegern aus Deutschland, Österreich und der Schweiz den Zugang zu profitablen Immobilieninvestments in Dubai. Unser Anspruch ist es, deutschsprachige Anleger zu klugen Investitionsentscheidungen beim Immobilienkauf in Dubai zu befähigen. Kein Wunsch soll beim Kunden offenbleiben, Perfektion ist Standard. Wer bei uns Kunde ist, erhält eine „good sleep-Garantie“. Weil wir wissen, wie wichtig Sorgenfreiheit am Kapitalmarkt ist und bleiben wird.

Sie leben seit 13 Jahren in Dubai. Wie hat sich der Immobilienmarkt in Dubai in dieser Zeit aus Ihrer Perspektive verändert?

Der Immobilienmarkt in Dubai ist in den vergangenen 13 Jahren stark gewachsen – und das nicht trotz, sondern wegen der Krisen dieser Jahre. Unabhängig davon, ob es Kriege in Europa, im Mittleren Osten oder eine Pandemie waren.

Die Gründe dafür liegen vor allem in der steigenden Nachfrage: Es kommen sowohl Gäste als auch Unternehmer mit persönlichem Bleibewunsch auf kurze oder lange Zeiträume nach Dubai. 2025 wurden etwa 19,59 Mio. Übernachtungsgäste und damit fünf Prozent mehr als im Vorjahr notiert. Im selben Jahr zogen rund eine Viertelmillion Menschen neu zu. Auch Unternehmer lassen sich vermehrt nieder.

Die Region selbst adaptiert sich und wird standhafter gegenüber kritischen Marktphasen. Man lernt aus der Vergangenheit für die Zukunft und bereitet sich proaktiv vor. Das ist auch ein Punkt, den wir für Deutschland lernen können.

Welche Vision verfolgen Sie mit First Class Property Management, und wie möchten Sie das Unternehmen langfristig weiterentwickeln?

Wir möchten langfristig in die weltweiten Top Five von Kurzzeitvermietungen aufsteigen. Wir wissen, dass das nicht von heute auf morgen passieren wird. Unser tägliches Streben geht aber genau in diese Richtung.

Auch wollen wir neue, international stark nachgefragte Lagen erschließen: Expansionen nach Portugal, Spanien, Marokko und in den asiatischen Raum gehören in unsere hauseigene Roadmap – immer mit dem Fokus auf die hohen Standards, die wir als Dubaier Unternehmen leben und vorgeben.

Mit rund 700 Objekten verwalten Sie ein großes Portfolio an Kurzzeitvermietungen. Welche Zielgruppen stehen dabei besonders im Fokus?

Wir fokussieren uns in erster Linie auf internationale Kapitalanleger, unabhängig davon, ob sie kurz- oder langfristig in Dubai leben. Denn wir müssen uns nicht für entweder oder entscheiden. Mietern mit kurzer Aufenthaltsdauer bieten wir Wohnungen an und erfüllen dabei jeden individuellen Wunsch. Kapitalanlegern öffnen wir die Türen zu profitablen Investments. Wer über uns Immobilien kauft, kommt an Objekte mit guter Mietrendite und dauerhafter Wertsteigerung.

Konkret: Mit professionell betriebener Kurzzeitvermietung sind in den Toplagen – Downtown Dubai, Palm Jumeirah und Dubai Marina – Nettomietrenditen zwischen sechs und neun Prozent realistisch, also nach Abzug von Service Charges und Verwaltungskosten. Und zwar bei gleichzeitiger Wertsteigerung. Mit klassischer Langzeitvermietung ist diese Kombination im heutigen Markt nicht zu erreichen. Genau darin liegt der Unterschied.

Geographisch stehen wir Kundengruppen aus allen Herkunftsländern offen zur Verfügung. Den größten Zuwachs erleben wir allerdings unter deutschsprachigen Investoren aus Deutschland, Österreich und der Schweiz: Geschäftsführer, Manager und Vorstände mittleren Alters. Diese Zielgruppe entdeckt den Standort mehr und mehr für sich und ihre Zukunft.

Die geopolitische Lage hat Tourismus und Immobilienmarkt in Dubai unter Druck gesetzt. Wie erleben Sie die aktuelle Nachfrageentwicklung konkret?

Momentan erlebe ich eine klare Tendenz zur Normalisierung. Zwar fahren wir mit der jetzigen politischen Lage ein Stück weit auf Sicht. Der Standort Dubai funktioniert allerdings weiter: Veranstaltungen finden statt– von der GITEX Global über den Arabian Travel Market bis zum Dubai Shopping Festival – Gäste kommen zurück, und auch das Kaufverhalten geht wieder nach oben.

Zwar alles noch mit Vorsicht, und ein Zurück in die guten alten Zeiten wird es ohne Beruhigung der Gesamtlage nicht geben. Trotzdem ist der erste Schock überstanden. Die neue Normalität lebt sich mehr und mehr ein.

Sinkende Immobilienpreise können Risiken, aber auch Chancen schaffen. Wie bewerten Sie die derzeitige Situation für Kapitalanleger?

Meiner Meinung nach bietet sich aktuell ein begrenztes Zeitfenster, in dem die Einstiegsniveaus sinken – und genau dieses Fenster ist für Investoren mit langem Atem die eigentliche Chance. Impulsiv handeln sollte man deshalb trotzdem nicht: Objektqualität, Lage, Nachfrage und Ausstattung sind Themen, die von Beginn an verstanden werden müssen.

Ein wesentlicher Faktor ist in der Umsetzung auch der Bauträger. Nicht nur wegen der Qualität. Spezialisierte Anbieter haben Zugriff auf exklusive Filetgrundstücke: erste Meereslinie, hochmoderne Anbindung und massive Gebäudequalität inklusive. Das sind USPs, die nicht alle Bauträger liefern können.

Daraus entstehen dann nicht nur einzelne Gebäude, sondern ganze Communities. Schulen, Krankenhäuser, Kindergärten und Straßen werden beim Bauträger direkt mitgedacht – quasi eine kleine Stadt in der Stadt. Sollte etwas mit den Immobilien sein, kümmert sich sofort jemand um Wartung und Instandhaltung. Der Return on Invest ist dann entsprechend hoch.

Welche Faktoren sollten deutsche Investoren aktuell besonders beachten, bevor sie in Immobilien in Dubai investieren?

Verrückt machen muss sich niemand. Trotzdem gibt es einige Themen zu beachten. Und wir prüfen sie nicht nach Bauchgefühl, sondern systematisch: Jedes Objekt läuft bei uns durch dieselbe Analyse, mit denselben Kriterien und denselben Kennzahlen. Wir nennen das Yield Engineering. Das ist die Präzision, die ich aus dem Flugzeugbau mitgebracht habe – nur eben angewandt auf Immobilien. Die wichtigsten Kriterien darin sind diese:

Erstens der Masterplan. Übergeordnet hat jede Gegend in Dubai einen sogenannten Masterplan – ob Downtown Dubai, Dubai Marina, Palm Jumeirah, Business Bay oder Dubai Creek Harbour. Welche infrastrukturellen Projekte werden verfolgt? Welche übergeordneten Maßnahmen stehen in der Gegend an? Kaufe ich ohne diesen Hintergrund eine Immobilie mit direktem Meerblick, kann es sein, dass dieser Blick in einigen Jahren weg ist.

Zweitens der Zeitpunkt. Off-Plan-Käufe, also der Erwerb vom Plan vor Fertigstellung, sind erfolgsentscheidend für performante Investments: Wann genau wird gebaut, wann ist das Handover, wie ist der Zahlungsplan strukturiert?

Drittens der rechtliche Rahmen. Der ist übrigens klarer, als viele denken: Ausländische Käufer können in den ausgewiesenen Freehold-Gebieten uneingeschränkt Eigentum erwerben, eingetragen beim Dubai Land Department. Reguliert wird der Markt durch die RERA. Ab einem Immobilienwert von zwei Millionen AED ist zudem das Golden Visa möglich, ein Aufenthaltstitel mit zehn Jahren Laufzeit.

Und viertens die Steuer – der Punkt, den die meisten unterschätzen. Das Doppelbesteuerungsabkommen zwischen Deutschland und den VAE ist Ende 2021 ausgelaufen und bis heute nicht ersetzt worden. Wer in Deutschland steuerlich ansässig bleibt, versteuert Mieteinnahmen aus Dubai deshalb in Deutschland. Der Satz „in Dubai zahlt man keine Steuern“ gilt nur für diejenigen, die ihren Lebensmittelpunkt tatsächlich verlagern. Das gehört vorher mit einem Steuerberater geklärt – nicht hinterher.

Aufpassen würde ich zudem bei waghalsigen Renditeversprechen. Von großen Ansagen nach dem schnellen Geld würde ich Abstand nehmen. Das kann im Worst Case nach hinten losgehen.

Was macht First Class Property Management aus Ihrer Sicht in einem stark umkämpften Markt besonders?

Einer der größten Unterschiede besteht darin, dass wir als Unternehmen selbst mit mehr als zwanzig Objekten im Markt investiert sind. Wir reden also nicht nur darüber, was wir tun – wir sind selbst Marktteilnehmer. Auch ich habe das Konzept der Kurzzeitvermietung lange selbst genutzt und war insofern eine Zeit lang mein eigener Kunde.

Darüber hinaus definieren wir uns stark über das datenbasierte Kalkulieren unserer Objektperformance. Alles, was wir verkaufen und vermieten, basiert immer auf der Berechnung einer long-term Entwicklung, die von vorne bis hinten durchgerechnet wird. Nur nach Gefühl wird bei uns nichts angeboten.

Auch leben wir sehr von unserem 360-Grad-Service: vom Erstkontakt über das Onboarding, Vermietung, Verkauf und Furnishing. Gerade bei Themen wie Steuern, Struktur und Exit macht diese 360-Grad-Beratung den Unterschied. Wir wollen ein Full-Service-Angebot leisten, das mit deutschen Standards in Dubai für positive Abgrenzung sorgt – und das unsere Kunden so begeistert, dass sie zu Botschaftern werden. Dieser Anspruch hat uns zu einer der führenden Marken in diesem Markt gemacht.

Kurzzeitvermietungen hängen stark von Tourismus und internationaler Nachfrage ab. Wie machen Sie Ihr Geschäftsmodell widerstandsfähiger gegenüber Krisen?

Ich bin fest davon überzeugt, dass Schnelligkeit in der Krise erfolgskritisch ist. Die Gesetzgebung vor Ort mit geringem bürokratischen Aufwand erlaubt uns das auch. Man muss nicht lange warten, bis Entscheidungen getroffen werden.

Was wir in der momentanen Lage gemacht haben, war, die Kundenansprache noch individueller zu gestalten. Unser Anspruch ist es, Kunden gerade in unsicheren Phasen handlungsfähig zu halten. Ein Beispiel: Bürger, die in Dubai vor Ort leben, waren in den letzten Monaten stark verunsichert. Jobs, die lange Zeit als sicher galten, waren es plötzlich nicht mehr.

Da Mieten in Dubai normalerweise ein Jahr im Voraus gezahlt werden, ist die Kurzzeitvermietung für Menschen mit unsicherer Jobperspektive eine wirtschaftlich sehr interessante Alternative. Das spielte uns enorm in die Karten – auch, weil wir die Option boten, wöchentlich oder monatlich zu verlängern.

Zusätzlich haben wir Angebote zur Kinderbetreuung inkludiert, um Familien mit Nachwuchs den Aufenthalt zu erleichtern. Klar ist: Man muss sich überlegen, wo dem Kunden ein noch besseres Angebot gemacht werden kann. Es hat sich im Nachhinein ausgezahlt.

Dubai galt lange als außergewöhnlich wachstumsstarker Immobilienstandort. Wie krisenresilient ist der Markt aus Ihrer heutigen Sicht tatsächlich?

Ich würde sagen, dass sich die gewachsene Krisenresilienz auf mehreren Ebenen abbildet. Dubai entwickelt seit Jahren eine wirtschaftliche Heterogenität, die nicht ausschließlich am Öl hängt: Handel, Logistik, Finanzwirtschaft, Tourismus und Immobilien machen den Standort wirtschaftlich unabhängiger.

Andererseits finden Lernprozesse mit einem sehr hohen Tempo statt. Learnings werden dann auch sowohl in der Wirtschaft als auch in der Gesetzgebung implementiert. Historisch gute Beispiele waren die weltweite Bankenkrise 2008 und Corona. Dubai stand hinterher besser da als vorher.

Heute groß zu denken kommt den Vereinigten Arabischen Emiraten ebenfalls entgegen. Mit Stargate entsteht zum Beispiel eines der größten KI-Rechenzentren außerhalb der USA. Das ist ein Standortfaktor, der über Jahre einen massiven Vorteil bieten wird.

Welche Entwicklungen erwarten Sie für den Immobilienmarkt und die Kurzzeitvermietung in Dubai in den kommenden Jahren?

Klar ist: Dubai wird nach meiner Einschätzung zwei bis drei Jahre brauchen, um wieder auf dem finanzwirtschaftlichen Stand von Januar 2026 zu sein. Das braucht Vertrauen und Stabilität. Wer heute einsteigt, kauft dafür aber eben nicht auf dem Höchststand.

Langfristig erwarte ich umso mehr. Denn alles, was in Dubai geplant und umgesetzt wird, verfolgt wichtige Ziele: Bis 2040 soll sich die Einwohnerzahl verdoppeln. Wir bauen gerade einen neuen Flughafen, der bis zu 260 Mio. Passagiere jährlich empfangen soll. Das sind Forecasts, die die großen Ambitionen widerspiegeln.

Persönlich gehe ich also von starken Wachstumsphasen aus. Bestimmte Standorte und Zielgruppen, zum Beispiel eben in Deutschland, haben Dubai noch nicht vollständig für sich erschlossen. Es gibt also auch da sehr viel zu holen.

Welche drei Ratschläge würden Sie anderen Gründerinnen und Gründern geben, die in einem internationalen und schnelllebigen Markt ein Unternehmen aufbauen möchten?

Erstens: Umgib dich mit einem starken Partner, der zwar das gleiche Ziel, aber eine komplett andere Persönlichkeit hat. So kompensiert man sich besser, anstatt sich mit den gleichen Stärken immer in die Quere zu kommen.

Zweitens: Alles, was du tust, sollte auf einem wasserdichten Plan mit Zahlen, Daten und Fakten basieren – und immer vom Kunden her gedacht sein. Der Kunde zuerst, nicht das Produkt. Sitzt dieser erste Schritt, hast du eine sehr zuverlässige Grundlage.

Drittens: Lebe nach dem Motto „All in oder out“. Mache das, was du tust, mit 100 Prozent – oder lass es sein.

Bildcredits First Class Property Management

Wir bedanken uns bei Rohollah Rohparwar für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Spark e-Fuels: Wie flexibles e-Kerosin klimaneutrales Fliegen ermöglicht

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Spark e-Fuels: e-Fuels für klimaneutrales Kerosin Spark e-Fuels Gründerteam Bild

Spark e-Fuels entwickelt eine Technologie, mit der e-Fuels und klimaneutrales Kerosin aus grünem Wasserstoff, CO₂ und erneuerbarer Energie hergestellt werden können.

Können Sie Spark e-Fuels kurz vorstellen und erzählen, wie aus einem Promotionsprojekt die Idee zur Gründung entstanden ist?

Wir entwickeln ein Verfahren, mit dem sich aus grünem Wasserstoff und CO2 klimaneutrales Kerosin herstellen lässt. Im Grunde ist es synthetisches Öl, das dort zum Einsatz kommt, wo heute noch fossile Rohstoffe genutzt werden. Die Idee dazu ist nicht in einer einzelnen Doktorarbeit entstanden, sondern aus drei ganz unterschiedlichen beruflichen Stationen, die zufällig zusammenkamen: ich hatte an der TU-Berlin und am MIT Konzepte für e-Fuels erforscht, Julia hatte in der Industrie chemische Prozesse und Anlagen entwickelt und Mathias kannte aus der Strategieberatung die wirtschaftliche Seite der Energiewende. Als wir das Thema zum ersten Mal gemeinsam besprochen hatten, merkten wir schnell, dass wir uns alle für die Lösung dieses Problems begeisterten und wollten es direkt gemeinsam angehen.

Wer steht hinter Spark e-Fuels, und was hat Sie dazu bewogen, sichere Karrierewege für eine Deep-Tech-Gründung aufzugeben?

Wir hatten spannende Positionen in der Spitzenforschung, großen Unternehmen und Startups und haben promoviert. Der Hauptgrund, warum wir uns entschieden haben zu gründen, war, dass wir nicht einfach bequem unsere Jobs weitermachen wollten, sondern die industrielle Transformation, die uns wichtig ist, auch selbst vorantreiben, und zwar nicht nur konzeptionell, sondern auch ganz praktisch. Wir wollen neue Lösungen gestalten, statt nur über sie zu diskutieren und nachzudenken. Zudem ist es einfach sehr spannend, neue chemische Verfahren zu entwickeln und ein Unternehmen von Beginn an aufzubauen.

Welche Vision verfolgen Sie mit Spark e-Fuels, und welche Rolle sollen synthetische Kraftstoffe künftig für eine nachhaltige Energieversorgung spielen?

Unsere Vision ist, e-Fuels zum Standard zu machen und damit einen echten Beitrag zur Klimaneutralität der Industrie zu leisten. Für die Luftfahrt beispielsweise gibt es keine echte Alternative: Batterien sind für längere Strecken zu schwer, Wasserstoff scheitert an der Energiedichte des Systems. Ohne nachhaltige Treibstoffe wird klimaneutrales Fliegen also schlicht nicht möglich sein. Und die Dimension des Problems ist enorm: Für 2050 wird ein Bedarf von rund circa 400 Millionen Tonnen grünem Kerosin erwartet, doch produziert wird heute weltweit gerade mal ein Bruchteil davon. Genau diese Lücke wollen wir schließen.

An welche Zielgruppen richtet sich Spark e-Fuels, und welche Herausforderungen möchten Sie mit Ihrer Technologie lösen?

Wir richten uns in erster Linie an Projektentwickler und künftige Betreiber von SAF-Anlagen, für die wir die Kerntechnologie liefern und mit denen wir die Anlagen gemeinsam realisieren. Perspektivisch sehen wir aber auch großes Potenzial in der breiteren Chemieindustrie, die vor einer sehr ähnlichen Herausforderung steht. Diese liegt tief in der Natur chemischer Großanlagen: Sie wurden über Jahrzehnte auf gleichbleibende Bedingungen ausgelegt und vertragen nur geringe Schwankungen in der Energiezufuhr. Erneuerbare Energien sind sehr günstig, liefern aber genau das nicht: Wind und Sonne schwanken naturgemäß. Genau an diesem Punkt setzen wir an.

Sie wandeln CO₂ und Ökostrom direkt in synthetisches Kerosin um. Wie funktioniert dieser Ansatz, und warum unterscheidet er sich von bisherigen Verfahren?

Vereinfacht kehren wir den Verbrennungsprozess um: Wir nutzen erneuerbare Energien, um aus energiearmen Molekülen energiereiche, also Rohöl zu machen. Verbrennt man Öl, passiert genau das Gegenteil und die Energie wird frei. Bei uns wird aus Ökostrom per Elektrolyse grüner Wasserstoff gewonnen. CO2, das sonst nur Emission wäre, wandeln wir in reaktionsfähiges Kohlenmonoxid um und führen es anschließend mit Wasserstoff über die Fischer-Tropsch-Synthese zu flüssigem Kraftstoff zusammen. Der entscheidende Unterschied zu bestehenden Verfahren: Unser Prozess funktioniert auch dann zuverlässig, wenn die Stromzufuhr saisonal stark schwankt. Genau das brauchen wir, um direkt an Wind- und Solarparks produzieren zu können, statt auf konstante Netzeinspeisung angewiesen zu sein.

Was macht Spark e-Fuels aus Ihrer Sicht besonders im Vergleich zu anderen Ansätzen im Bereich E-Fuels?

Der Kern unseres Ansatzes basiert auf einer disruptiven CO2-Umwandlungstechnologie. Gekoppelt mit einer flexiblen Fischer-Tropsch-Synthese erreichen wir ein komplett flexibles e-Fuels System. Herkömmliche CO2-Umwandlungsverfahren laufen bei sehr hohen Temperaturen, erreichen nur eine mittlere Ausbeute und produzieren dabei unerwünschte Nebenprodukte. Unser Verfahren kommt mit deutlich niedrigeren Temperaturen aus und erzielt im Labor bereits eine Ausbeute von weit über 95 Prozent, praktisch ohne Nebenprodukte. Das ermöglicht uns, Anlagen direkt an der Stromquelle zu bauen, das teure Netz zu umgehen und deutlich weniger Speicherkapazität vorhalten zu müssen. In Summe kommen wir dadurch auf eine spürbare Kostenreduktion gegenüber konventionellen Verfahren.

Sie verzichten auf teure Wasserstoffspeicher. Welche Vorteile bringt dieser Ansatz für die Wirtschaftlichkeit synthetischer Kraftstoffe?

Saisonale Speicher für Wasserstoff und Strom machen bei vielen aktuellen e-Fuel-Projekten einen erheblichen Teil der Gesamtinvestition aus, oft ähnlich viel wie die eigentliche Chemieanlage. Weil unser Verfahren mit schwankender Energiezufuhr umgehen kann, reduzieren wir diesen Bedarf deutlich. Das senkt die Investitionskosten und macht uns unabhängig von einem bestehenden Wasserstoffnetz, weil wir den vor Ort erzeugten Wasserstoff direkt in Rohöl und Kraftstoff umwandeln können. Das ermöglicht uns Standorte überall dort, wo günstiger erneuerbarer Strom verfügbar ist – von Südeuropa bis in Regionen mit viel Windkraft hierzulande.

Welche Herausforderungen mussten Sie auf dem Weg von der wissenschaftlichen Forschung bis zur Entwicklung einer marktfähigen Technologie meistern?

Der größte Einschnitt kam Ende 2023, als eine Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts zum Klimatransformationsfond, also zur Verwendung öffentlicher Fördermittel, eine lange vorbereitete und bereits in Aussicht gestellte Finanzierung für uns kurzfristig hinfällig machte. Das kam zu einem Zeitpunkt, an dem wir im Labor sehr gute Fortschritte gemacht haben. Das war ein echter Rückschlag, der uns finanziell und mental gefordert hat. Wir haben in dieser Phase eng zusammengehalten und weitergemacht, weil wir überzeugt waren, dass die Technologie trägt. Auf der technischen Seite liegt die größere Herausforderung in der Skalierung: Vom Quarzglas-Aufbau im Labor zu Edelstahlreaktoren im Technikumsmaßstab ändern sich Strömungsverhalten, Druckbedingungen und Materialanforderungen – da erwarten wir Effekte, die sich erst in dieser Größe wirklich zeigen.

Die Pre-Seed-Finanzierung haben Sie erfolgreich abgeschlossen, die Pilotanlage ist inzwischen in Betrieb. Welche Erkenntnisse aus den ersten Praxiseinsätzen waren für Sie bislang am aufschlussreichsten?

Mit den Mitteln aus der Pre-Seed-Runde haben wir unsere Pilotanlage in Berlin gebaut und haben diese Anfang des Jahres in Inbetriebnahme genommen. Im Labor hatten wir die grundsätzliche Machbarkeit gezeigt. In der Pilotanlage geht es jetzt darum, zu belegen, dass das Verfahren auch im größeren Maßstab und unter realen Lastwechseln zuverlässig funktioniert. Wir konnten damit bereits erfolgreich den Sprung unserer Technologie vom Labor- in den Pilotmaßstab zeigen. Die gewonnenen Erkenntnisse aus dieser Phase fließen direkt in die Auslegung der nächsten, deutlich größeren Anlage ein.

Welche weiteren Entwicklungsziele stehen bei Spark e-Fuels in den kommenden Jahren im Fokus?

Nach der Pilotanlage folgt der Aufbau einer Demonstrationsanlage im Hundert-Tonnen-Maßstab, für die wir bereits Partner und einen Standort haben und nun eine weitere Finanzierungsrunde benötigen. Der übernächste große Schritt ist der Bau einer ersten kommerziellen Anlage im Tausendtonnen-Maßstab gegen Ende des Jahrzehnts. Für die Entwicklung einer solchen Anlage ist Spark bereits im Austausch mit Projektentwicklern in mehreren Ländern, unter anderem in Süd- und Nord-Europa.

Wo soll Spark e-Fuels langfristig stehen, und welchen Beitrag möchten Sie zur Verringerung der Abhängigkeit von fossilen Ölimporten leisten?

Langfristig wollen wir unsere Technologie weltweit an SAF-Projekte liefern, überall dort, wo günstige erneuerbare Energie verfügbar ist. Der globale Bedarf an neuen SAF-Anlagen bis 2050 ist enorm und jede Anlage, die auf unserer Technologie basiert, ersetzt importiertes fossiles Kerosin durch einen nachhaltigen Kraftstoff, der lokal aus Sonne, Wind und CO₂ entsteht. Für uns geht es dabei nicht nur um Klimaschutz, sondern auch darum zu zeigen, dass Europa Zukunftstechnologien selbst entwickeln und skalieren kann, statt sie nur einzukaufen.

Welche drei Ratschläge würden Sie anderen Gründerinnen und Gründern geben, die eine wissenschaftliche Innovation erfolgreich in ein Deep-Tech-Unternehmen überführen möchten?

  1. Geht vom Marktproblem aus, nicht von der Technologie. Wir haben zuerst den Bedarf identifiziert und darauf basierend darauf die passende Lösung entwickelt, das hat unsere gesamte technische Arbeit fokussiert.
  2. Plant Rückschläge ein, die außerhalb eurer Kontrolle liegen, und sucht euch früh ein Netzwerk und Investoren, die auch in schwierigen Phasen zu euch stehen.
  3. Achtet bei der Wahl der Mitgründer auf echte Ergänzung statt Überlappung. Bei uns war es die Mischung aus Chemie, Verfahrenstechnik und unternehmerischem Denken, die aus einer guten Idee ein skalierbares Unternehmen gemacht hat.

Bildcredits privat

Wir bedanken uns bei Arno Zimmermann für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Capynova: KI-gestütztes Lernen für Future Skills bei Jugendlichen

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Capynova: KI und Kompetenzen für die Bildung der Zukunft Team Bild

Capynova verbindet KI mit der gezielten Entwicklung von Kompetenzen und möchte junge Menschen mit praxisnahen Lernangeboten auf die Herausforderungen der Zukunft vorbereiten.

Capynova verbindet KI-gestütztes Lernen mit Future Skills für junge Menschen. Was genau steckt hinter eurem Ansatz und wie ist die Idee entstanden?

Die Idee zu Capynova entstand direkt aus den praktischen Bildungserfahrungen unserer Gründerin Ani Tovmasyan. Durch sieben Schulwechsel in vier verschiedenen Ländern erlebte sie hautnah die Lücke zwischen traditioneller schulischer Wissensvermittlung und der Entwicklung praxistauglicher Zukunftskompetenzen. Trotz fortschreitender Digitalisierung vermittelt Schule vor allem Fachwissen, während überfachliche Kompetenzen kaum systematisch gefördert werden. Unser Ansatz setzt genau hier an, indem Capynova eine KI-gestützte Kompetenzentwicklungsarchitektur bietet, die nicht nur starr Fachwissen abfragt, sondern lebensnahe Simulationen schafft. Statt klassischer Richtig-Falsch-Fragen leitet unsere Plattform überfachliche Fähigkeiten wie Problemlösefähigkeit, Entscheidungsfähigkeit und Finanzielle Intelligenz direkt aus dem tatsächlichen Handeln und den Entscheidungen der Lernenden ab.

Wer hat Capynova gegründet und welche Erfahrungen und Kompetenzen bringt ihr als Gründerteam mit?

Capynova wird von Ani Tovmasyan als CEO und Johannes Klopp als CTO geführt. Ani verbindet jahrelange praktische Arbeit mit der Zielgruppe und fundierte wissenschaftliche Expertise, da sie sechs Jahre in der Lernförderung arbeitete, zertifizierte EU-Jugendleiterin ist und sechs EU-geförderte Inklusions- und Anti-Mobbing-Projekte leitete. Als DAAD- und sdw-Stipendiatin absolvierte sie Forschungsaufenthalte an Top-US-Universitäten wie der Stanford University mit Schwerpunkt Unternehmertum, studierte Angewandte Wirtschaftspsychologie, gewann den Bayerischen Hochschul-Gründungswettbewerb und verantwortet bei Capynova die didaktische Architektur, Schulpartnerschaften sowie die strategische Ausrichtung.

Johannes bringt als CTO technische Leidenschaft und Umsetzungskompetenz mit, da er bereits im Alter von zwölf Jahren anfing, eigene Apps zu bauen, und heute als technischer Kopf die Plattform-Architektur, die Entwicklung der KI-Systeme, sowie die technische Umsetzung der Gamification- und Sicherheitsstrukturen verantwortet.

Welche Vision verfolgt ihr mit Capynova und welche Rolle soll eure Plattform langfristig in der Bildung junger Menschen spielen?

Unsere Vision ist es, jedem jungen Menschen die Werkzeuge und Zukunftsfähigkeiten an die Hand zu geben, um eigenverantwortlich, reflektiert und selbstbewusst durch eine sich schnell verändernde Welt zu navigieren.

Langfristig soll Capynova nicht nur eine reine Lern-App sein, sondern das führende, evidenzbasierte System für kontinuierliche Kompetenzentwicklung im Bildungsbereich werden. Wir möchten Schulen als starker Partner begleiten und als digitale Infrastruktur dienen, die Lehrkräfte nachhaltig entlastet und Kindern individuelle, stärkenorientierte Lernpfade ermöglicht.

Wie hoch das globale Potenzial unseres Ansatzes ist, zeigt sich auch international, denn wir haben es im Hult Prize 2026 Finale aus weltweit über 18.000 gestarteten Startups unter die letzten 20 geschafft.

Ihr richtet euch insbesondere an Kinder und Jugendliche zwischen 10 und 14 Jahren. Welche Bedürfnisse dieser Zielgruppe wollt ihr besonders adressieren?

In der Altersspanne zwischen 10 und 14 Jahren befinden sich Kinder in einer entscheidenden Orientierungs- und Entwicklungsphase, in der sie verstärkt nach Relevanz, Selbstwirksamkeit und Autonomie suchen, während klassische Lehrmethoden oft abstrakt und praxisfern wirken. Wir adressieren gezielt das Bedürfnis nach praxisnahem, eigenständigem Ausprobieren in einem geschützten Raum.

Zudem berücksichtigen wir unterschiedliche Lern- und Interaktionsformen, einschließlich neurodivergenter Kinder mit ADHS oder Dyslexie, indem wir Sprache, Aufgabenformate und Hilfestellungen individuell anpassen, ohne dabei das eigentliche Lernziel aufzuweichen.

Bei Capynova stehen Themen wie KI, Finanzbildung, Kommunikation, mentale Stärke und Problemlösung im Mittelpunkt. Wie entscheidet ihr, welche Kompetenzen besonders relevant sind?

Unsere Auswahl basiert fundiert auf internationalen Bildungsrahmenwerken wie dem OECD Learning Compass 2030, der transformative Kompetenzen wie Eigenverantwortung, kooperatives Handeln und Problemlösung als Kernziele moderner Bildung definiert.

Wir gliedern unsere Lernwelt in zukunftsrelevante Bereiche wie Lernen lernen, Finanzielle Intelligenz, Künstliche Intelligenz, Nachhaltigkeit, Selbstorganisation und kritisches Denken. Sämtliche Inhalte werden in enger Zusammenarbeit mit Fach- und Didaktik-Experten sowie wissenschaftlichen Mentoren unter anderem von der Hochschule der Medien Stuttgart und der Hochschule Heilbronn, sowie der Harvard University, der Stanford University und des Massachusetts Institute of Technology (MIT) entwickelt und kontinuierlich validiert.

Wie funktioniert die Personalisierung der Lernpfade und welchen Mehrwert bietet sie gegenüber klassischen Lernangeboten?

Während klassische Lernplattformen meist nur das Niveau statischer Aufgaben anpassen oder Freitexte ohne Qualitätsgarantie generieren, nutzt Capynova eine zustandsbehaftete Lerndiagnostik. Das System erkennt kognitive Niveaus, bevorzugte Darstellungsformen sowie konkrete Fehlvorstellungen. Scheitert ein Kind an einem Konzept, erzeugt die KI abgesicherte Übungssimulationen, die exakt diese Fehlvorstellung aufgreifen. Der entscheidende Mehrwert liegt darin, dass die didaktische Kernstruktur und die Lernziele stets stabil und geprüft bleiben, während Sprache, Beispiele und Interaktionen individuell auf das jeweilige Kind maßgeschneidert werden.

Was macht Capynova aus eurer Sicht besonders und wodurch unterscheidet ihr euch von anderen digitalen Bildungsplattformen?

Capynova unterscheidet sich in wesentlichen Punkten von bestehenden Angeboten.

Erstens setzen wir auf eine handlungsorientierte Diagnostik statt Multiple-Choice, da wir Kompetenzen nicht über statische Fragebögen, sondern durch beobachtbares Entscheidungsverhalten in realitätsnahen Simulationen messen.

Zweitens nutzen wir eine abgesicherte KI-Architektur mit einer Multi-Agenten-Kette und deterministischer Qualitätsvalidierung, wodurch KI-Inhalte auf geprüften Quellen basieren und durch unabhängige Prüfagenten kontrolliert werden, um Halluzinationen und Falschinformationen vollständig auszuschließen.

Drittens bedeutet Adaptivität bei uns auch echte Inklusion und Barrierefreiheit für neurodivergente Lernende.

Lernen soll bei euch interaktiv und teilweise spielerisch funktionieren. Wie schafft ihr die Balance zwischen Unterhaltung und nachhaltigem Lernerfolg?

Wir vermeiden reine Gamification-Elemente, die lediglich ablenken, wie beispielsweise das bloße Sammeln von Punkten. Stattdessen setzen wir auf intrinsische Motivation durch Storytelling und relevante Lernmissionen. Die Lernenden schlüpfen in aktive Rollen, müssen echte Entscheidungen treffen und sehen direkte Konsequenzen ihres Handelns.

Welche Herausforderungen begegnen euch bei der Entwicklung einer KI-gestützten Lernplattform für Kinder und Jugendliche?

Die größte technische und didaktische Herausforderung liegt in der absoluten Sicherheit und Verlässlichkeit der eingesetzten Künstlichen Intelligenz. Freie KI-Modelle neigen zu Halluzinationen oder unpassenden Formulierungen, was im Kinder- und Jugendbereich völlig inakzeptabel ist. Zudem erfordert die wissenschaftliche Modellierung überfachlicher Kompetenzen eine sehr hohe Präzision. Wir lösen diese Herausforderung durch unsere eigene Systemarchitektur, bei der didaktische Standards unveränderlich vorgegeben sind und alle KI-generierten Inhalte strenge automatische Prüfketten durchlaufen müssen.

Wie wollt ihr Vertrauen bei Eltern und jungen Nutzerinnen und Nutzern aufbauen, wenn künstliche Intelligenz ein zentraler Bestandteil des Angebots ist?

Vertrauen schaffen wir durch höchste Datenschutzstandards, vollständige Transparenz und pädagogische Kontrolle. Alle Daten werden strikt DSGVO-konform auf deutschen Servern verarbeitet, und Interaktionsdaten von Minderjährigen werden grundsätzlich niemals zum Training externer KI-Modelle verwendet. Zudem verzichten wir auf eine undurchsichtige KI-Blackbox, indem jede Empfehlung und Kompetenzentwicklung für Eltern und Lehrkräfte in übersichtlichen Dashboards nachvollziehbar dokumentiert wird. Die KI agiert dabei niemals frei, sondern bewegt sich stets strikt innerhalb vorgegebener, von Pädagogen geprüfter Lernrahmen.

Welche nächsten Entwicklungsschritte plant ihr für Capynova und wo möchtet ihr mit dem Unternehmen in den kommenden Jahren stehen?

In der aktuellen Phase fokussieren wir uns intensiv auf die Weiterentwicklung unserer Kerntechnologie sowie die Durchführung strukturierter Pilotprojekte an Schulen. Die nächsten Schritte umfassen den App-Launch am 23. August 2026, sowie den schrittweisen Rollout über Schulpartnerschaften im B2B-Bereich. In den kommenden drei bis fünf Jahren wollen wir Capynova als den Standard für Future Skills und handlungsbasierte Kompetenzdiagnostik im DACH-Raum etablieren und schrittweise in weitere internationale Märkte expandieren.

Welche drei Ratschläge würdet ihr Gründerinnen und Gründern geben, die mit einer eigenen Idee ein Startup aufbauen möchten?

Erstens sollte man immer ein Problem lösen, das man selbst tief versteht, da die stärkste Motivation aus eigenen Erfahrungen und echter Nähe zur Zielgruppe entsteht.

Zweitens ist es entscheidend, früh zu testen und auf Feedback zu hören, statt im stillen Kämmerlein am perfekten Produkt zu tüfteln, dass vielleicht niemand haben will, indem man früh in die Praxis geht, Pilotprojekte durchführt und reales Nutzerfeedback direkt einarbeitet.

Drittens sollte man sich starke Mentoren und Partner an die Seite holen, da ein komplementäres Team und ein starkes Netzwerk aus Wissenschaft, Praxis und Wirtschaft der wichtigste Schlüssel zum nachhaltigen Erfolg sind.

Bild Ani Tovmasyan und Johannes Klopp Bildcredits privat

Wir bedanken uns bei Ani Tovmasyan für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Warum Gründerinnen und Gründer ein Warm-up für ihr Nervensystem brauchen

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Nervensystem, Stimme und Kiefer: Wie Gründer mit körperlicher Präsenz besser mit Druck umgehen und bewusster in den Arbeitstag starten.Renée Ambarees Isermann, Gründerin von Yoga4Face®. Foto: Anja Schnell

Der Arbeitstag beginnt für viele Gründerinnen und Gründer mit dem Handy in der Hand, noch vor dem ersten Kaffee. Die erste Kundenfrage kommt vor dem Aufstehen, um neun steht die Entscheidung an, die über das Quartal mitbestimmt. Der Kopf ist längst im Betrieb, der Körper läuft ungefragt mit. Im Leistungssport wäre dieser Start undenkbar. Dort geht niemand ohne Warm-up auf das Feld.

Wohin der Druck geht

Zwischen der Gründung und dem Moment, in dem ein Unternehmen trägt, sammelt sich einiges an: Entscheidungen mit zu wenig Daten, Sichtbarkeit, Absagen, Konflikte im Team, Verantwortung für Menschen, die von diesem Unternehmen leben.

Das bleibt nicht im Kopf. Es geht in den Kiefer, in die Schultern, in die Atmung, in die Stimme. Der Kiefer arbeitet dabei selten allein. Er zieht die Schultern hoch, die Schultern verkürzen die Atmung, und die verkürzte Atmung hält das Nervensystem in Bereitschaft. Wer sich vor einem Pitch die Schultern lockert und den Kiefer stehen lässt, macht die halbe Arbeit.

Woran Sie es bei sich merken

Die Anzeichen sind unspektakulär und werden deshalb übersehen. Der Kiefer ist morgens schwer, obwohl die Nacht ruhig war. Die Stimme sitzt am Nachmittag höher als am Vormittag. Nach einem langen Videocall brennen die Augen, und der Blick braucht einen Moment, bis er die Ferne wieder erfasst.

Ein einfacher Test für zwischendurch: Wo ist gerade Ihre Zunge? Bei den meisten Menschen liegt sie fest am Gaumen, die Zähne stehen aufeinander, und beides fällt erst auf, wenn jemand danach fragt. Das ist kein Zeichen von Schwäche. Es ist ein Körper, der seit Stunden im Bereitschaftsmodus steht, ohne dass ihn jemand daraus entlassen hat.

Warum ausgerechnet das Gesicht

Im Gesicht enden viele Muskeln nicht an einem Knochen, sondern in der Haut. Deshalb ist dort jede Anspannung zu sehen, lange bevor jemand darüber spricht. Für Gründerinnen und Gründer ist das doppelt relevant, weil ein großer Teil ihrer Arbeit aus Gesprächen besteht, in denen andere genau diese Fläche lesen: Investoren, Kundinnen, das eigene Team.

Interessanter ist die Gegenrichtung. Die Forschung zum Facial Feedback beschäftigt sich seit Jahrzehnten mit der Frage, ob das Gesicht nur meldet, wie es einem geht, oder daran mitwirkt.

Was eine aktuelle Studie zeigt

Im Mai 2026 hat ein Team um M. Axel Wollmer von der Asklepios Klinik Nord Hamburg in „Frontiers in Psychiatry“ eine randomisierte kontrollierte Studie veröffentlicht. Ein tägliches Gesichtstraining senkte bei leichter bis mittelschwerer Depression die Symptomschwere deutlich stärker als eine Ruheübung. Ausgewertet wurden 36 Teilnehmende, die kleine Fallzahl nennen die Autoren selbst als Einschränkung.

Ein solches Training ersetzt weder Therapie noch ärztliche Behandlung. Es zeigt aber, dass die Richtung vom Gesicht zum Befinden inzwischen ernst genommen wird, und nicht nur die umgekehrte.

Führung fängt eine Etage tiefer an

Klassische Führungstrainings arbeiten am Verhalten und an der Kommunikation. Die Etage darunter bleibt meistens unbesetzt. Was macht Ihr Kiefer, wenn ein Investorengespräch kippt? Was passiert mit Ihrer Stimme, wenn Sie einer Mitarbeiterin absagen müssen?

Dafür gibt es inzwischen eigene Formate. Leadership4Presence zum Beispiel setzt genau an dieser Stelle an: am Kiefer, an der Atmung, an der Stimme, bevor es um Gesprächsführung geht. Führung beginnt nicht im Meeting und nicht auf der Bühne, sondern in dem Moment, in dem jemand den eigenen Körper, die eigene Stimme und das eigene Nervensystem führen kann. Eine Unternehmenskultur verändert sich selten über Leitbilder. Sie verändert sich über Menschen, die unter Druck bei sich bleiben.

Vier Minuten vor dem ersten Telefonat

Ein Warm-up für das Nervensystem braucht keine halbe Stunde. Vier Minuten reichen, wenn sie vor dem ersten Telefonat liegen.

Lösen Sie den Kiefer. Zähne auseinander, die Zunge löst sich vom Gaumen, der Unterkiefer sinkt ein Stück. Halten Sie das zwei, drei Atemzüge lang und beobachten Sie, was die Schultern von allein machen.

Verlängern Sie die Ausatmung. Durch die Nase ein, doppelt so lang wieder aus, fünfmal. Das ist die einfachste Art, dem Körper zu melden, dass gerade niemand angreift.

Aktivieren Sie die Wangen. Die Mundwinkel breit ziehen und die Augen mitnehmen, zehn Sekunden, dreimal. Die Muskeln, die zu einem echten Lächeln gehören, sitzen um die Augen und nicht um den Mund.

Stellen Sie den Blick weit. Einmal aus dem Fenster schauen, so weit es geht. Ein Blick, der den ganzen Tag nur 40 Zentimeter weit reicht, hält den Körper in Bereitschaft.

Weniger Arbeit wird es dadurch nicht. Aber der Tag beginnt im eigenen Tempo statt im Reaktionsmodus. Für ein Unternehmen im Aufbau ist das kein Wellness-Thema. Es ist Betriebsmittel.

Bildunterschrift: Renée Ambarees Isermann, Gründerin von Yoga4Face®. Foto: Anja Schnell

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

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