Samstag, August 15, 2026
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3 Millionen Euro Pre-Seed-Runde: PropTech-Startup reltix digitalisiert die Immobilienverwaltung

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reltix: 3 Millionen Euro für KI-gestützte Verwaltung Bild Léon Bamesreiter und Jan Horstmann Bildcredits reltix

Nur ein Jahr nach dem Start meldet das Düsseldorfer PropTechUnternehmen einen furiosen Erfolg: Mit einer 3-Millionen-Euro-Finanzierung im Rücken treibt reltix die KI-gestützte Verwaltung von Immobilien auf das nächste Level voran.

PropTech-Unternehmen reltix sichert sich 3 Millionen Euro Pre-Seed-Finanzierung

Düsseldorf, Juli 2026 – reltix hat eine Pre-Seed-Finanzierungsrunde in Höhe von 3 Millionen Euro abgeschlossen. Nur ein Jahr nach seiner Gründung verwaltet das Düsseldorfer PropTech-Unternehmen bereits mehr als 4.000 Wohn- und Gewerbeeinheiten, erzielt einen Annual Recurring Revenue (ARR) von über 1 Million Euro und beschäftigt mehr als 30 Mitarbeitende an den Standorten Düsseldorf und Essen. Im Sommer 2026 erfolgte die Expansion nach Frankfurt am Main, wo bereits erste Mandate gewonnen werden konnten.

KI-native Hausverwaltung als technologischer Kern

Der technologische Ansatz geht dabei weit über klassische Software hinaus. Die KI-native Hausverwaltung reltix verwaltet selbst und sammelt das dadurch gewonnene Daten- und Prozesswissen in ihrer technologischen Infrastruktur centrix. Damit schafft reltix ein Betriebssystem, das selbst komplexeste Logiken, wie etwa eine Jahresabrechnung, in simple Systemabfragen verwandelt. Anfragen werden somit nicht weitergereicht, sondern direkt gelöst – ob durch den Verwalter in der Software oder den KI-Assistenten am Telefon und im Kundenportal.

centrix soll zum Betriebssystem der Immobilienbranche werden

Langfristig denkt reltix über die Verwaltung hinaus – man ist in der einzigartigen Position, die Schnittstelle zwischen Eigentümer und jeder einzelnen Dienstleistung rund um die Immobilie zu sein; von Banking über Strom und Wärme bis hin zu großen Sanierungsarbeiten. Aus dieser Position heraus wird centrix zur Kontextmaschine und zum Betriebssystem der gesamten Immobilienbranche: Jeder Prozess läuft darüber, jeder Dienstleister dockt mit an.

Finanzierung soll Wachstum und Expansion beschleunigen

Co-Founder Léon Alex Bamesreiter: „Wir sehen Immobilienverwaltung nicht als klassischen Verwaltungsservice, sondern als grundlegende Infrastruktur einer ganzen Branche. Die Finanzierung ermöglicht uns, centrix schneller weiterzuentwickeln, unser Team auszubauen und unsere Plattform in weitere Märkte zu bringen. Langfristig wollen wir die technologische Grundlage schaffen, die aus einer fragmentierten Branche ein funktionierendes Ökosystem macht.“

Kundenportfolio wächst über klassische Hausverwaltung hinaus

Zu den Kunden zählen neben klassischen Wohnungseigentümergemeinschaften und privaten Eigentümern zunehmend auch Family Offices, Asset Manager, Entwickler und größere Bestandshalter. Nach Unternehmensangaben ermöglicht die technologische Infrastruktur erheblich schnellere Abwicklungen von Kundenanfragen sowie deutlich effizientere Abläufe im operativen Management.

Bild Léon Bamesreiter und Jan Horstmann Bildcredits reltix

Quelle PR + Presseagentur textschwester GmbH & Co.KG

Weltpremiere in Paris: Der neue vollelektrische smart #2 steht in den Startlöchern

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smart #2: E-Auto absolviert finale Tests für den Stadtverkehr

Der Countdown für den Pariser Autosalon läuft: Die Neuauflage des legendären Zweisitzers biegt auf die Zielgerade ein, während der vollelektrische smart bei finalen Tests beweist, dass er die perfekte Antwort auf den modernen Stadtverkehr ist.

Auf dem Weg zum Autosalon: Die E-Plattform der nächsten Generation

Die legendäre Automarke meldet sich mit einem Paukenschlag im Segment der Kleinstwagen zurück. Bei den finalen Härtetests unter realen Bedingungen beweist der neue Zweisitzer eindrucksvoll, dass er die bewährte Marken-DNA perfekt in die Ära der Elektromobilität überträgt. Die eigens entwickelte ECA-Plattform ermöglicht maximale Agilität, intelligente Raumnutzung, höchste Sicherheit und elektrische Alltagstauglichkeit im kompakten Format. Dabei bringen die Forschungs- und Entwicklungsteams sowie das Mercedes-Benz Design Team ihre gebündelte Expertise ein.

Innovation auf der ECA-Plattform

Der smart #2 durchläuft derzeit ein strenges weltweites Testprogramm im Vorfeld der Weltpremiere auf dem Pariser Autosalon im Oktober dieses Jahres. Da die Neuauflage des Zweisitzers weltweit an Dynamik gewinnt, ist der smart #2 nun in einer maßgeschneiderten schwarz-weißen Tarnlackierung auf den Straßen unterwegs, die vom Mercedes-Benz Global Design Team entworfen wurde.

Auf speziellen Testgeländen wurde die Agilität des Fahrzeugs unter einer Vielzahl realer städtischer Herausforderungen getestet, darunter unerwartete Hindernisse, Not-Spurwechsel und nasse Straßen mit geringer Haftung. Die kontinuierliche Optimierung der Fahrwerksbefestigungspunkte, des Lenkverhältnisses und des Lenkgetriebewegs sowie der Federungssteuerung sorgt dafür, dass das Fahrzeug im alltäglichen Stadtverkehr stabil, reaktionsschnell und agil bleibt.

Maximaler Komfort im kompakten Innenraum

Über die Agilität hinaus zielt das strenge Programm an physikalischen Tests darauf ab, sicherzustellen, dass dieses äußerst kompakte Fahrzeug ein gehobenes, ruhiges Fahrerlebnis im Innenraum bietet. Um den Komfort im Innenraum der Ästhetik des Fahrzeugs anzupassen, wurden umfangreiche NVH-Validierungen (Noise, Vibration, Harshness; zu Deutsch: Geräusch, Vibration, Rauheit/Härte) in verschiedenen Umgebungen durchgeführt – darunter im Windkanal, in der Akustikkammer, auf einem temperaturgeregelten Vier-Säulen-Prüfstand, auf Testgeländen und auf öffentlichen Straßen.

Die Testaktivitäten umfassten die Prüfung von Windgeräuschen, Fahrgeräuschen, NVH des Antriebsstrangs, thermischen NVH, Quietschen und Klappern sowie die Optimierung der Klangqualität. Durch das Testen verschiedener Reifenmischungen auf unebenem Asphalt, gerilltem Beton und Hochgeschwindigkeitsgeraden suchten die Ingenieure nach einem optimalen Gleichgewicht zwischen geringem Rollwiderstand für maximale Reichweite und hoher Geräuschdämpfung.

Fokus auf Robustheit und die Tridion-Sicherheitszelle

Um langfristige Zuverlässigkeit zu gewährleisten, wurde das Fahrzeug Haltbarkeitstests auf holprigen Straßen, kontinuierlichen Unebenheiten und mit Schlaglöchern übersäten Stadtstraßen unterzogen. Gezielte Aufpralltests simulierten typische Fahrsituationen im Stadtverkehr, wie das Überfahren von Bordsteinkanten oder das Einfahren in tiefe Schlaglöcher.

Florian Nemitz, CEO smart Deutschland, betont die Bedeutung des Modells:

„Der smart #2 steht, wie kaum ein anderes Fahrzeug, für das, was unsere Marke seit jeher ausmacht: intelligente Mobilität für die Stadt mit unverwechselbarer Identität. Mit die eigens entwickelten ECA-Plattform als technologischem Herzstück schaffen wir die Grundlage für einen vollelektrischen Zweisitzer, der ikonisches Design und kompakte Abmessungen mit Agilität, Komfort und Sicherheit auf höchstem Niveau verbindet. Die Vorfreude auf die Weltpremiere in Paris ist groß, denn der smart #2 bringt ein echtes Stück smart DNA zurück auf die Straße.“

Durch die Optimierung der Karosseriesteifigkeit und der strukturellen Belastungspunkte wird der smart #2 zu einem zuverlässigen Begleiter in der Stadt. Ergänzend zu dieser strukturellen Robustheit verbindet die nächste Generation der bewährten Tridion-Sicherheitszelle kompakte Außenmaße mit einer robusten Struktur, die modernen Sicherheitsanforderungen gerecht wird und ein hohes Maß an Schutz, Stabilität und Fahrvertrauen bietet.

Bereit für den Pariser Autosalon 2026

Als vollelektrisches zweisitziges Stadtauto ist der smart #2 darauf ausgelegt, die Herausforderungen moderner städtischer Umgebungen zu meistern. Mit seiner charakteristischen „wheels-at-the-corners“-Architektur, die seit der ersten Generation des smart fortwo als Markenzeichen des platzoptimierten Designs des Zweisitzers verstanden wird, schafft das Fahrzeug eine solide geometrische Grundlage für hohe Wendigkeit selbst auf engstem Raum in der Stadt.

Das von Stadtfahrern in ganz Europa mit Spannung erwartete Serienmodell des smart #2 bereitet sich auf seine offizielle Weltpremiere auf dem Pariser Autosalon im Oktober 2026 vor.

Bildcredits smart Europe GmbH

Quelle smart Europe GmbH

Schnippeln mit Stil: Die neuen everdrop Schneidebretter

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Schneidebretter von everdrop aus Holzfaser für die Küche anwendung schneidebrett se Rose

Stylisches Küchen-Upgrade: Hygienische Schneidebretter von everdrop

Die Küche ist oft das Herzstück des Zuhauses – umso wichtiger sind langlebige und hygienische Küchenhelfer. Mit den neuen Schneidebrettern aus Holzfaser bringt everdrop Funktionalität und modernes Design zusammen. Die Bretter sind spülmaschinenfest, besonders pflegeleicht und machen auch optisch auf der Arbeitsfläche eine gute Figur.

Drei Schneidebretter und ein praktischer Aufbewahrungsständer

Das vierteilige Set besteht aus drei Schneidebrettern aus hochdruckverdichteter Holzfaser in den Größen S (26,5 × 16 cm), M (29,8 × 19,6 cm) und L (35,5 × 25,5 cm) sowie einem passenden Aufbewahrungsständer.

Statt in der Schublade zu verschwinden, stehen die Bretter platzsparend und jederzeit griffbereit auf der Arbeitsfläche. Erhältlich ist das Set in den Farben Anthracite, Rose und Warm Greige und passt damit zu unterschiedlichen Küchenstilen.

Hygienisch, langlebig und messerschonend

Die hochdruckverdichtete Holzfaseroberfläche sorgt dafür, dass sich Keime und Bakterien nur schwer festsetzen können. Gleichzeitig ist das Material besonders messerschonend und trägt dazu bei, dass Klingen länger scharf bleiben – anders als beispielsweise Schneidebretter aus Glas.

Nach dem Kochen lassen sich die Bretter unkompliziert in der Spülmaschine reinigen.

Hitzebeständig und BPA-frei

Die Schneidebretter sind bis 176 °C hitzebeständig und BPA-frei. Dank ihrer robusten Verarbeitung sind sie auf eine lange Lebensdauer ausgelegt – ganz im Sinne der everdrop-Philosophie, dass das nachhaltigste Produkt jenes ist, das möglichst lange genutzt werden kann.

Produktdetails im Überblick

Schneidebrett-Set (3 Holzfaser-Bretter S/M/L inklusive Aufbewahrungsständer)
Preis: 124,99 Euro

  • Hygienische Oberfläche aus hochdruckverdichteter Holzfaser
  • Messerfreundlich – schont die Klingen
  • Spülmaschinenfest
  • Hitzebeständig bis 176 °C
  • BPA-frei
  • Langlebig und robust
  • Platzsparender Aufbewahrungsständer inklusive
  • Erhältlich in Anthracite, Rose und Warm Greige

Bildcredits everdrop GmbH

Quelle everdrop GmbH

BIOVOX: Nachhaltige Biokunststoffe knacken die strengen Hürden der Medizinbranche

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BIOVOX: Biokunststoffe für die moderne Medizintechnik biovox systems julian lotz

Einwegspritzen, Inhalatoren und Verpackungen: Das Gesundheitswesen verursacht gigantische Mengen an Plastikmüll – ein CO₂-Problem, für das das Startup BIOVOX nun strenge regulatorische Hürden knackt, um medizinische Biokunststoffe erfolgreich in der Medizintechnik zu etablieren.

Stellen Sie BIOVOX doch kurz vor. Wer steckt hinter dem Startup und welche Erfahrungen bringt das Team mit?

BIOVOX entwickelt und vertreibt Medical-Grade-Biokunststoffe für Medizintechnik, Pharma und Labor, wir arbeiten aber auch an Recycling-Themen. Ziel ist es immer, Kunststoffe anzubieten, die für Patientinnen und Patienten sowie die Umwelt gesünder sind, und dabei alle Regularien und Anforderungen der Branche erfüllen, bei akzeptablen Kosten.

Gegründet haben BIOVOX Carmen Rommel, Vinzenz Nienhaus und ich. Wir sind alle drei Maschinenbauer, aber mit unterschiedlichen Schwerpunkten: Kunststoff- und Produktionstechnik, Produktentwicklung, Nachhaltigkeit und Life Cycle Assessment. Inzwischen besteht unser Team aus 15 Personen und deckt zusätzlich Chemie, Medizintechnik, Qualitätsmanagement, Regulatorik sowie Sales, Marketing und Customer Success ab. Die fachliche Breite brauchen wir auch, weil wir mit ziemlich breiten Fragestellungen konfrontiert sind.

Wie entstand die Idee, nachhaltige Biokunststoffe speziell für die Medizin- und Pharmabranche zu entwickeln?

Am Anfang waren wir breiter aufgestellt und wollten final resorbierbare Implantate zur Behandlung von Knochenbrüchen entwickeln, aber vorher auch Biokunststoffe in anderen Branchen voranbringen. Die Knochenersatzmaterialien-Idee kam von einem Mediziner, und Vinzenz hat in dem Bereich geforscht.

Dieses Sammelsurium an Anwendungen und Märkten war natürlich viel zu viel für ein Team, und die Implantate hatten am Ende einen zu kleinen Markt. Also haben wir uns sehr schnell auf das fokussiert, wo wir einen USP haben und der Markt ausreichend groß ist: bessere Kunststoffe für Medizin-, Diagnostik- und Laborprodukte, Drug Delivery Devices und Pharmaverpackungen. Das hat auch vor uns niemand so adressiert. Wir hatten durch die Implantate das Know-how, was man im Gesundheitswesen an Anforderungen erfüllen muss, was die allermeisten anderen Biokunststoff-Anbieter nicht haben. Wir sind in dem Bereich die Pioniere.

Welche Vision verfolgt BIOVOX für die Zukunft nachhaltiger Materialien im Gesundheitswesen?

Wir wollen die Gesundheitsversorgung vom Verbrauch endlicher, fossiler Rohstoffe entkoppeln.

Dazu braucht es aus unserer Sicht beides: Kreislaufwirtschaft und erneuerbaren Kohlenstoff. Jeder Recyclingkreislauf hat Verluste. Biobasierte Rohstoffe können diese Verluste ersetzen, ohne immer neuen fossilen Kohlenstoff in den Kreislauf zu bringen.

Und bei den gigantischen Mengen an Kunststoff im Gesundheitswesen müssen ein niedriger CO₂-Fußabdruck und Kreislauffähigkeit genauso selbstverständlich zu einem Medical-Grade-Kunststoff gehören wie Rezepturkonstanz, Change Control und biologische Sicherheit.

Warum ist der Einsatz fossiler Kunststoffe im Medizinbereich aus Ihrer Sicht ein großes Problem?

Das Problem ist die lineare Nutzung fossilen Kohlenstoffs: Erdöl fördern, ein Produkt herstellen, oft nur einmal für wenige Sekunden oder Minuten verwenden und anschließend meistens aus Infektionsschutzgründen verbrennen. Damit erhöht das Gesundheitswesen direkt in großem Umfang die fossilen CO₂-Emissionen: Hierzulande sind es ungefähr 5,3 % des gesamten CO₂-Ausstoßes. Und davon entfällt ungefähr ein Fünftel auf die Medizin- und Laborprodukte und Verpackungen.

Wir brauchen deshalb einen anderen Kohlenstoffkreislauf: nachwachsende Rohstoffe einsetzen, wo möglich recyceln, und wo etwas verbrannt wird, zumindest kein Erdöl mehr durch den Schornstein schicken. Das senkt den Fußabdruck schon deutlich.

Was macht die Entwicklung von „Medical Grade Biokunststoffen“ besonders anspruchsvoll?

Bei einem normalen technischen Kunststoff fragt man zunächst: Hat das Material die richtigen Eigenschaften und lässt es sich verarbeiten? Im Healthcare-Bereich ist das nur der Anfang.

Hinzu kommen biologische Sicherheit, chemische Charakterisierung, kritische Inhaltsstoffe, Sterilisation, Alterung, Rückverfolgbarkeit, Rezepturkonstanz, Change Control und langfristige Lieferfähigkeit.

Außerdem gibt es in Europa keine universelle „medizinische Zulassung“ eines Kunststoffs. Der Hersteller muss immer sein konkretes Produkt und seine konkrete Anwendung bewerten. Unsere Aufgabe ist, ihm dafür eine möglichst gute und belastbare Ausgangsbasis zu geben. Nur so können wir überhaupt die Nutzung neuer, nachhaltigerer Kunststoffe ermöglichen, und bei neuen Polymeren liefern aktuell nur wir diesen Rucksack mit speziellem Wissen, Dokumentation und Prüfungen.

Welche Vorteile bieten die Materialien von BIOVOX im Vergleich zu klassischen Kunststoffen?

Der offensichtlichste Vorteil ist der CO₂-Fußabdruck. Je nach Material und Vergleichskunststoff können unsere Werkstoffe über den Produktlebenszyklus bis zu 85 Prozent CO₂ einsparen. Gleichzeitig reduzieren sie die Abhängigkeit von fossilen Rohstoffen, was die Versorgungssicherheit verbessert und die Preise vorhersehbarer hält.

Aber Nachhaltigkeit allein reicht nicht. Unsere Materialien müssen technisch mindestens genauso gut funktionieren. Einige bieten zusätzlich sehr hohe Steifigkeit und Festigkeit, besonders hohe Transparenz oder gute Chemikalienbeständigkeit.

Dazu kommt die Risikominimierung: Wir verzichten gezielt auf kritische und potenziell kritische Stoffe wie PFAS, BPA oder Phthalate, weil das langfristige regulatorische Sicherheit schafft. Was nicht kritisch ist, wird nicht verboten, und das verhindert einen aufwendigen, teuren Materialwechsel in der Zukunft.

An welche Zielgruppen richtet sich BIOVOX besonders und welche Anforderungen stehen dort im Fokus?

Unsere Kunden sind Hersteller von Medizintechnik, Pharmazeutika beziehungsweise Drug Delivery Devices sowie Unternehmen aus Labor und Diagnostik.

Ein Schwerpunkt sind aktuell Produkte wie Autoinjektoren und Inhalatoren. Dort geht es unter anderem um mechanische Eigenschaften, enge Toleranzen, Haptik und eine extrem zuverlässige Lieferkette.

Bei chirurgischen Instrumenten, Diagnostika, Schläuchen oder pharmazeutischen Primärverpackungen stehen wiederum andere Eigenschaften im Vordergrund, etwa Transparenz, Sterilisierbarkeit, Barrierewirkung oder chemische Beständigkeit.

Deshalb wählen wir das Material immer von der Anwendung ausgehend und aus unserem stetig breiter werdenden Portfolio. Da haben wir einfach mehr Bandbreite als viele auf eine Polymerklasse spezialisierte Anbieter, damit bekommen Kunden oft eine passendere Lösung für ihr Problem.

Wie gelingt es Ihnen, Nachhaltigkeit und strenge regulatorische Anforderungen miteinander zu verbinden?

Für uns gehört das untrennbar zusammen: Hohe Patientensicherheit kann man nur erreichen, wenn man auf kritische und verdächtige Inhaltsstoffe so gut es irgendwie geht verzichtet. Und das ist auch Teil der Nachhaltigkeit, eben keine hormonell wirkenden Substanzen oder Ewigkeitschemikalien ins Produkt einzubauen oder die Recyclingfähigkeit sicherzustellen. Nachhaltigkeit ist ja mehr als der CO₂-Fußabdruck.

Außerdem sind sowohl die regulatorischen Anforderungen als auch die Nachhaltigkeit Anforderungen, die wir uns in der Entwicklung geben. Dann muss das nach unserem ISO-13485-Qualitätsmanagementsystem eben auch erfüllt werden, ansonsten wird es kein freigegebenes Produkt.

Welche Herausforderungen begegnen Ihnen bei Zertifizierungen und regulatorischen Vorgaben im MedTech-Bereich?

Die größte Herausforderung ist die Komplexität. Die Anforderungen hängen vom Produkt, Patientenkontakt, der Kontaktdauer, Sterilisation und vielen weiteren Faktoren ab.

Die zweite Herausforderung ist Zeit. Biokompatibilitätsprüfungen, chemische Charakterisierung, Sterilisationsversuche und Alterung dauern. Gleichzeitig können sich regulatorische Anforderungen ändern.

Und schließlich bedeutet jeder Werkstoffwechsel für einen Medizinproduktehersteller zusätzliche Bewertung und gegebenenfalls Validierung. Healthcare mag Veränderungen grundsätzlich überhaupt nicht gern. Deshalb versuchen wir, möglichst viele Unsicherheiten bereits auf Materialebene auszuräumen – also eine Veränderung jetzt, dann aber viel länger Ruhe vor Materialwechseln. In unserer sehr kurzfristig orientierten Zeit ist das aber nicht ganz einfach zu vermitteln. Denn wenn der Change erst in zwei oder drei Jahren ansteht, neigen viele dazu, so lange nichts zu tun. Die Person, die den Job in zwei oder drei Jahren hat, hat dann den Aufwand – nicht man selbst heute. Das ist für viele attraktiv, selbst wenn die Person in zwei oder drei Jahren das Zukunfts-Ich ist.

Was unterscheidet BIOVOX von anderen Unternehmen im Bereich nachhaltiger Materialien?

Wir fokussieren uns ausschließlich auf Healthcare-Anwendungen und haben dort ein viel größeres Know-how, eine bessere Marktübersicht und eine deutlich größere Datenbasis als irgendein anderer Anbieter von Biokunststoffen. Zudem verfügen wir im Gegensatz zu vielen Wettbewerbern über alle relevanten Prozesse und Zertifizierungen.

Außerdem hängen wir nicht an einem einzelnen Polymer. Wir haben heute PLA-basierte Materialien und Bio-PE im Portfolio und arbeiten an PEF sowie biobasiertem PP. Dadurch können wir relativ objektiv auswählen, welche Materiallösung für eine konkrete Anwendung sinnvoll ist.

Wie wichtig werden Kreislaufwirtschaft und Recycling künftig für die Medizin- und Pharmabranche sein?

Sehr wichtig, ohne geht es nicht. Aber nicht jedes gebrauchte Medizinprodukt lässt sich einfach wieder zu einem neuen Medizinprodukt recyceln – das hängt von vielen Details des Produktlebenslaufs ab.

Sehr spannend ist die Wechselwirkung zwischen Polymerklasse, den daraus folgenden Eigenschaften verschiedener Recyclingtechnologien und den Sterilisationsverfahren, sowohl bei der Herstellung eines sterilen Medizinprodukts als auch nachher in der Abfalldekontamination. Denn die meisten Sterilisationsprozesse schädigen die Polymere mehr oder minder stark. Je nachdem, was man hier wählt, kann man besonders geschickte oder besonders ungeeignete Kombinationen wählen. Hier liegt viel Potenzial.

Welche technologischen Entwicklungen oder neuen Anwendungen plant BIOVOX in den kommenden Jahren?

Ein großer Schwerpunkt sind Drug Delivery Devices, besonders Autoinjektoren. Dafür eignen sich sowohl unsere PLA-basierten Materialien als auch biobasierte Polyolefine sehr gut.

Ein zweites wichtiges Thema ist PEF für pharmazeutische Anwendungen. PEF ist eine Art PET auf Steroiden. Es hat sehr hohe Barriereeigenschaften und kann besonders sauerstoffempfindliche Medikamente wie Peptide und Proteine – man denke nur an GLP-1 – besser schützen als viele heute genutzte Verpackungen.

Daneben arbeiten wir mit Partnern an segregiert biobasiertem PP. Außerdem gibt es diverse technische Kunststoffe, für die wir gerade Alternativen beziehungsweise biobasierte Versionen suchen und testen.

Warum ist BIOVOX Teil des Chemistry & Health Hub Mannheim/Ludwigshafen geworden?

Eigentlich beschreibt der Name schon ziemlich gut, warum wir dort hineinpassen: Wir sitzen genau an der Schnittstelle zwischen Chemistry und Health.

Ein Material-Startup kann nicht isoliert skalieren. Wir brauchen Rohstoffpartner, Verarbeiter, Medizinprodukte- und Pharmaunternehmen sowie spezialisierte Expertise.

Welche Vorteile bietet das Innovationsumfeld in Mannheim und Ludwigshafen für ein Startup wie BIOVOX?

Die Region hat eine sehr hohe Dichte an Chemie-, Pharma- und Healthcare-Kompetenz. Dort findet man Anknüpfungspunkte, potenzielle Kunden und potenzielle Lieferanten. Auch die Hochschullandschaft ist sehr gut auf unsere Bedarfe ausgerichtet. So finden wir ausreichend qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Welche drei Tipps würden Sie anderen Gründern im Bereich ClimateTech und MedTech mit auf den Weg geben?

Ist abgedroschen und nichts Neues, aber: Fokus. Sucht die Anwendungen und Kundengruppen, bei denen euer Team besonders stark ist und euer Produkt wirklich einen besonderen Vorteil hat.

Baut früh Marke und Glaubwürdigkeit auf. Das ist sowohl in Healthcare als auch in Bezug auf Nachhaltigkeit essenziell. Man braucht wissenschaftlich nachvollziehbare Daten, muss die Sprache der Kunden sprechen, deren Probleme verstehen und präsent sein. Dann kann man sich auch als Startup über die Jahre etablieren und wird als kompetente Anlaufstelle für diese Themen wahrgenommen.

Bildcredits Biovox

Wir bedanken uns bei Julian Lotz für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

therefore beauty im Interview: Naturkosmetik-Startup setzt auf radikalen Minimalismus

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therefore beauty: Naturkosmetik und Nachhaltigkeit neu gedacht therefore beauty Gründerinnen links ist Mar Navajas Garcia, rechts Natalie Richter Credits therefore beauty

Von der Hamburger Gründer-WG auf die griechische Insel Ikaria: Das inhabergeführte Naturkosmetik-Startup therefore beauty verzichtet bewusst auf Investoren, setzt auf handgefertigte Kleinserien und verfolgt eine ungewöhnliche Vision – die eigene Hautpflege durch radikale Reduktion langfristig überflüssig zu machen.

Können Sie therefore beauty kurz vorstellen und erzählen, wie die Idee zur Gründung entstanden ist?

therefore beauty ist eine Hamburger Naturkosmetikmarke, die auf pflanzenkundlich formulierte Pflege in Kleinserien setzt – handgefertigt, ohne Palmöl, ohne synthetische Zusätze. Die Idee entstand 2018 in einer Gründer-WG im Schanzenviertel. Bei einer Flasche Wein diskutierten Mar und ich mit unseren Mitbewohner:innen über den Zustand unseres gemeinsamen Badezimmers: Plastik, Tuben, Tiegel und zweifelhafte Inhaltsstoffe so weit das Auge reichte. Wir beschlossen, es besser zu machen – und blieben als einzige an der Idee dran.

Welche Vision verfolgen Sie mit therefore beauty?

Wir wollen zeigen, dass Haut sich selbst regulieren kann – wenn man sie lässt. Unser Ziel ist es, uns selbst überflüssig zu machen. Nicht im Sinne des Unternehmens, sondern im Sinne der Pflege: Wer einmal verstanden hat, was seine Haut wirklich braucht, braucht nicht mehr viel. Das ist unsere Vision – und unser Geschäftsmodell.

An welche Zielgruppen richten sich Ihre Produkte?

An alle, die genug ausprobiert haben. Unsere Kundinnen kommen oft mit empfindlicher, reaktiver oder aus dem Gleichgewicht geratener Haut zu uns – und haben meist eines gemeinsam: Sie haben es mit zu viel versucht, bevor sie mit weniger Erfolg hatten. Das können junge Frauen sein, die Clean Beauty entdecken, oder Frauen ab 50, die reife Haut neu verstehen wollen. Auch Männer und Familien mit sensiblen Kindern gehören zu unserer Kundschaft.

Warum verfolgt therefore beauty bewusst einen minimalistischen Ansatz?

Weil weniger biologisch logischer ist. Viele Hautprobleme entstehen durch permanente Überstimulation – zu viele Inhaltsstoffe, zu häufiges Waschen, zu intensive Pflege. Haut ist ein selbstregulierendes Organ. Sie spiegelt nur wider, was nicht gut für uns ist. Wir versuchen nicht, sie zu verbessern. Wir geben ihr einfach mehr Raum.

Was macht therefore beauty besonders im Vergleich zu anderen Naturkosmetikmarken?

Naturkosmetik ist nicht automatisch besser – auch hier gilt: zu viele Inhaltsstoffe können zu viel sein. Wir orientieren uns an altem heilkundlichen Wissen: Eine gute Formulierung rührt nicht zu viele Pflanzenstoffe zusammen. Dazu kommt unsere persönliche Einbindung in die Rohstoffbeschaffung – wir ernten einen Teil unserer Schlüsselrohstoffe selbst, auf der griechischen Insel Ikaria. Und wir sind eigenfinanziert, ohne Investor:innen, ohne Kompromisse bei Rezepturen.

Welche Bedeutung haben kurze Inhaltsstofflisten und handwerkliche Herstellung für Sie?

Sie sind nicht verhandelbar. Kurze INCI-Listen sind für uns kein Marketingversprechen, sondern Konsequenz: Alles, was wir hinzugeben, muss sinnvoll eingebaut oder spurlos abgebaut werden können. Und handwerkliche Kleinserien garantieren, dass die Qualität der Rohstoffe erhalten bleibt – industrielle Massenproduktion ist mit unserem Ansatz schlicht nicht vereinbar.

Wie verbinden Sie Nachhaltigkeit, Wirksamkeit und Reduktion?

Für uns sind das keine konkurrierenden Ziele. Wirksamkeit entsteht bei uns gerade durch Reduktion: wenige, hochwertige Inhaltsstoffe, die die Haut versteht. Nachhaltigkeit folgt daraus fast automatisch – weniger Produkte, kürzere Lieferketten, weniger Verpackung. Was gegen die Natur arbeitet, kann nicht nachhaltig sein.

Welche Herausforderungen gibt es, Verbraucher:innen von weniger Pflege zu überzeugen?

Die größte Herausforderung ist das Vertrauen – in die eigene Haut. Die Industrie hat jahrzehntelang das Gegenteil kommuniziert: dass Haut ein Problem ist, das gelöst werden muss. Dieses Denken umzukehren braucht Zeit. Unsere Garantie – wer nach 28 Tagen keine Verbesserung feststellt, bekommt den Kaufpreis zurück – hilft dabei. Wir nehmen das Risiko weg.

Welche Nachhaltigkeitsmaßnahmen setzen Sie konkret um?

Keine Plastikverpackungen, kein Palmöl, keine synthetischen Zusätze. Unsere Seifen werden in einer Manufaktur in der Nähe von Hannover hergestellt – einem handwerklichen Prozess, den wir eng begleiten. Lagerung, Labeling, Qualitätskontrolle und Fulfillment liegen in den Händen einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung in Heide. Unser Deo kommt im Pfandsystem aus Flüssigholz. Und wir wachsen bewusst langsam – denn alles, was zu schnell wächst, wird instabil.

Wie hat sich das Bewusstsein der Verbraucher:innen verändert?

Deutlich. Als wir 2018 starteten, war die Stimmung eine andere – Fridays for Future, Klimaproteste, kollektiver Aufbruch. Nachhaltigkeit war politisch, emotional, dringend. Heute ist das Bewusstsein dafür Mainstream geworden, und die Auswahl damit auch größer und unübersichtlicher. Viele Marken haben den Begriff Nachhaltigkeit besetzt, ohne ihn wirklich zu leben. Was sich aber auch verändert hat: Menschen suchen heute echte Alternativen – nicht aus schlechtem Gewissen, sondern weil sie gemerkt haben, dass es besser funktioniert. Die Sehnsucht nach Einfachheit ist real. Und genau das schafft Raum für Marken, die es wirklich ernst meinen.

Welche nächsten Schritte stehen bei therefore beauty im Fokus?

Im nächsten Schritt planen wir eigene ätherische Öle, die wir auf Ikaria produzieren – als logische Erweiterung unserer Rohstoffarbeit dort. Neue Produkte entstehen nur, wenn sie sich schlüssig in unsere Logik einfügen. Wachstum durch Qualität, nicht durch Quantität.

Drei Ratschläge für Gründer:innen, die etablierte Gewohnheiten verändern wollen?

Erstens: Zuhören, bevor man spricht. Wir haben unsere Marke aus echtem Austausch mit unserer Community entwickelt – nicht aus Marktanalysen.

Zweitens: Langsam wachsen. Alles, was zu schnell wächst, wird instabil.

Drittens: Den eigenen moralischen Ansprüchen gerecht werden. Das ist die härteste Aufgabe – aber auch die einzige, die langfristig trägt.

Bild links ist Mar Navajas Garcia, rechts Natalie Richter Credits therefore beauty

Wir bedanken uns bei den Gründerinnen für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.


Premium Start-up: therefore beauty

therefore beauty log schwarz weiss

Kontakt:

terrorists of beauty GmbH
Schulterblatt 3
20357 Hamburg

www.therefore-beauty.de
hello@therefore-beauty.de

Ansprechpartner: Natalie Richter

Social Media:
Instagram

Startup Solago im Interview: Günstige Solaranlagen durch E-Commerce

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Solago im Portrait: Bootstrapping zum Millionen-Umsatz janik Nolden Founder

Vom gescheiterten Erstversuch zum 250-Millionen-Umsatz: Im Interview erklärt Gründer Janik Nolden, wie er das Startup Solago komplett ohne Investoren aufbaute und warum der Online-Direktvertrieb von Solarkomponenten den Kauf einer eigenen Solaranlage revolutioniert

Herr Nolden, können Sie Solago beziehungsweise Solarhandel24 kurz vorstellen und erzählen, wie die Idee zur Gründung des Unternehmens entstand?

Solago beziehungsweise Solarhandel24 wurde 2022 gegründet und ist auf den Online-Direktvertrieb von Photovoltaik-Komplettsets und einzelnen Solarkomponenten wie Speichern und Wechselrichtern spezialisiert.

Die Idee entstand aus einem einfachen Gedanken: Wir wollten Kundinnen und Kunden den günstigsten und unkompliziertesten Weg zur eigenen Solaranlage ermöglichen. Deshalb haben wir Solago aufgebaut, um Solarkomponenten direkt online anzubieten, sowohl einzeln als auch als konfiguriertes Komplettset. Durch effizientere Strukturen und Vertriebsprozesse können wir im Vergleich zu klassischen Installationsmodellen Kosten einsparen und diese Vorteile direkt an unsere Kunden weitergeben.

Bevor Sie Solago aufgebaut haben, ist Ihr erstes Startup gescheitert. Was haben Sie aus dieser Erfahrung mitgenommen, das Ihnen beim zweiten Anlauf geholfen hat?

Aus unserem ersten Startup haben wir gelernt, wie man lean einen Onlineshop aufbaut und ersten Traffic über Google und Meta generiert. Gleichzeitig haben wir aber auch gelernt, dass wir nicht unfehlbar sind und scheitern können. Diese Erfahrung hat dabei geholfen, auf dem Boden zu bleiben und eine realistische Wahrnehmung zu entwickeln.

Für mich war außerdem wichtig zu erkennen, dass Netzwerken und die Startup-Bubble einen nicht automatisch weiterbringen. Am Ende zählen vor allem die Dinge, die man selbst aktiv umsetzt und manchmal kann es helfen, sich für ein paar Monate bewusst „einzusperren“ und konsequent sein eigenes Ding durchzuziehen.

Sie sind mit 12.500 Euro Startkapital und ohne Investoren gestartet. Warum haben Sie sich bewusst für einen bootstrapped Weg entschieden?

Wir wollten nicht von ständigen Finanzierungsrunden abhängig sein. Das kostet viel Zeit und Nerven, und wir wollten uns auch selbst beweisen, dass wir es aus eigener Kraft schaffen und vorankommen können.

Ich glaube außerdem, dass Finanzierungsrunden Gründer manchmal zu sehr davor schützen, ihr Geschäftsmodell kritisch zu hinterfragen. Wenn ein Modell nicht profitabel ist, kann man mit neuem Geld wieder eine gewisse Zeit überbrücken. Beim Bootstrapping geht das nicht. Man ist gezwungen, unprofitable Bereiche schnell zu erkennen, sie konsequent zu beenden und sich auf das zu konzentrieren, was wirklich funktioniert. Das kann ein großer Vorteil sein.

Innerhalb weniger Jahre ist aus Solago ein Unternehmen mit 300 Mitarbeitenden, 30.000 Quadratmetern Lagerfläche und einem Gesamtumsatz von 250 Millionen Euro geworden. Was waren aus Ihrer Sicht die entscheidenden Erfolgsfaktoren?

Ein entscheidender Punkt war, dass wir früh die Benefits im Online-Vertrieb erkannt haben und es uns zum Ziel gemacht haben, Solaranlagen und Solarkomponenten zu guten Preisen direkt online anzubieten. Viele Kundinnen und Kunden übernehmen heute einen Teil ihres Solarprojekts selbst und können dadurch mehrere tausend Euro sparen. Das macht die eigene Solaranlage erschwinglicher, rentabler und damit auch attraktiver.

Für uns bedeutet das, dass wir weniger in klassischen aktiven Vertrieb investieren müssen, sondern können uns darauf konzentrieren, unseren Kundinnen und Kunden eine sehr gute Solaranlage zu einem attraktiven Preis anzubieten. Wenn der Nutzen klar ist, braucht es auch weniger „Überzeugungsarbeit“.

Wichtig waren außerdem die Auswahl der richtigen Markenprodukte, verständlich konfigurierte Komplettsets und die Möglichkeit, Ware direkt bei uns vor Ort selbst abzuholen. Diese Kombination aus Preis, Transparenz, Produktauswahl und einfacher Abwicklung hat stark zu unserem Wachstum beigetragen.

Der Solarmarkt gilt als technisch und stark vom Handwerk geprägt. Wie ist es Ihnen gelungen, daraus ein erfolgreiches E-Commerce-Geschäftsmodell zu entwickeln?

Wir merken, dass Kundinnen und Kunden heute deutlich besser informiert sind als noch vor einigen Jahren. Viele beschäftigen sich intensiv mit den Produkten, vergleichen Lösungen und wollen verstehen, was sie kaufen. Dabei helfen natürlich digitale Kanäle.

Wir selbst betreiben mit der „Solar Akademie“ einen YouTube-Kanal mit rund 150.000 Abonnenten, auf dem wir Produkte vorstellen, erklären und praktische Orientierung geben. Auch KI-Modelle wie ChatGPT oder Gemini verändern den Markt, weil sich Kundinnen und Kunden sehr schnell Wissen aneignen können.

Gleichzeitig machen wir die Kaufentscheidung so einfach wie möglich. Wir konfigurieren Komplettsets für die technischen Komponenten und auch für die Unterkonstruktion beziehungsweise Halterung vor. Dadurch müssen Kundinnen und Kunden nicht jedes Einzelteil selbst zusammensuchen. Durch die hohen Einsparpotenziale lohnt es sich für viele, sich zu informieren und zumindest einen Teil des Projekts selbst in die Hand zu nehmen.

Welche Herausforderungen mussten Sie in der Wachstumsphase meistern, und wie haben sich diese im Laufe der Zeit verändert?

Durch unser starkes Wachstum gab es von Anfang an operative Herausforderungen. Ein wiederkehrendes Thema war zum Beispiel der Platzbedarf, weil Solarkomponenten viel Lagerfläche benötigen. Außerdem war es immer schwierig, in den Peakzeiten den Kundenservice entsprechend nachzuziehen.

Mit der Zeit haben wir viele Erfahrungswerte gesammelt und die passenden Strukturen aufgebaut. Heute haben wir unter anderem eigene Teams für IT, Disposition, Einkauf, Marketing, Design, Produktmanagement und Buchhaltung. Viele Kernkompetenzen liegen also direkt bei uns im Unternehmen.

Trotzdem bleibt es herausfordernd, die Strukturen immer wieder an das Wachstum anzupassen. Wenn ein Unternehmen sehr schnell größer wird, müssen Prozesse, Teams und Verantwortlichkeiten ständig nachziehen.

Wie wichtig war es für den Erfolg von Solago, die Bedürfnisse der Kundinnen und Kunden genau zu verstehen und Prozesse konsequent zu digitalisieren?

Das war ein entscheidender Faktor. Zu Beginn habe ich jedes Kundengespräch am Telefon oder auch als Beratung bei uns im ersten Ladenlokal selbst geführt. Dadurch haben wir sehr schnell verstanden, wie unsere Kundinnen und Kunden denken, welche Fragen sie haben und wo die eigentlichen Probleme liegen.

Diese Nähe zum Kunden hat uns geholfen, genau die Produkte anzubieten, die wirklich nachgefragt wurden. Unser Lager hat sich durch die richtige Produktauswahl teilweise innerhalb von zwei Wochen komplett gedreht. Klassische Ladenhüter gab es bei uns kaum, weil wir uns sehr konsequent darauf konzentriert haben, nur das anzubieten, was unsere Kundinnen und Kunden tatsächlich brauchen.

Viele Gründer stehen nach einem Rückschlag vor der Frage, ob sie noch einmal neu starten sollen. Was hat Ihnen den Mut gegeben, es erneut zu versuchen?

Nach dem Scheitern meines ersten Startups habe ich natürlich auch darüber nachgedacht, ob Gründen wirklich der richtige Weg für mich ist. Als ich dann aber die Chance im Solarmarkt gewittert und verstanden habe, was wir mit Solago aufbauen können, hat es mich sofort wieder gepackt. Für mich war klar, dass ich diesen einen Versuch noch wagen möchte, bevor ich mich vielleicht doch auf einen klassischen Job bewerbe.

Welche Vision verfolgen Sie mit Solago, und welche Rolle soll das Unternehmen künftig im Markt für Solarlösungen einnehmen?

Wir möchten unsere Position als größten Onlinehändler für Solaranlagen verteidigen und ausbauen. Unsere Wachstumsstrategie basiert zum einen auf der Sortimentserweiterung um Klimaanlagen und Wärmepumpen. Zum anderen möchten wir international stärker werden und neue EU-Märkte erschließen. Wir haben natürlich jetzt ein klares Ziel vor Augen: 1 Milliarde Euro Jahresumsatz.

Wie sehen Sie die Zukunft des Solarmarktes, und welche Entwicklungen werden Unternehmen in den kommenden Jahren besonders prägen?

Ich glaube, dass sich der Solarmarkt weiter in Richtung DIY entwickeln wird. Gleichzeitig wird es immer Kundinnen und Kunden geben, die mit der Installation selbst nichts zu tun haben möchten und dafür einen Monteur beauftragen. Das sehen wir auch bei vielen unserer Kunden: Sie kaufen die Komponenten bei uns und lassen sie anschließend von einem regionalen Installateur montieren.

Das funktioniert sehr gut und bringt bereits eine deutliche Kostenersparnis, auch wenn man nicht selbst installiert. Man muss also nicht alles eigenhändig machen, um günstiger zur eigenen Solaranlage zu kommen.

Darüber hinaus werden Haushalte in den kommenden Jahren smarter und stärker auf Eigenverbrauch optimiert. In Mitteleuropa werden nicht nur Wärmepumpen, sondern auch Klimaanlagen einen großen Markt bilden. Gerade hier ist die Kombination mit Photovoltaik natürlich sehr spannend.

Welche nächsten Meilensteine und Wachstumsziele stehen für Solago aktuell im Fokus?

Wir fokussieren uns auf die Erweiterung unseres Sortiments und die Internationalisierung. Zusätzlich möchten wir künftig noch mehr daran arbeiten, Endkunden mit Handwerksbetrieben für die Installation der Komponenten zu vernetzen.

Welche drei Ratschläge würden Sie Gründerinnen und Gründern geben, die ein Unternehmen ohne Investoren aufbauen und nachhaltig skalieren möchten?

  1. Versteht eure Kundinnen und Kunden wirklich. Konzentriert euch auf die Dinge, die ihnen einen echten Mehrwert bringen.
  2. Wenn man einem Kunden den Nutzen eines Produkts erst sehr aktiv verkaufen muss, ist das Produkt vielleicht noch nicht klar genug oder nicht das richtige.
  3. Macht euch am Anfang selbst die Hände schmutzig. Gründer sollten jeden Prozess im Unternehmen selbst durchlaufen, vom Kundengespräch bis zur operativen Abwicklung. Das spart nicht nur Geld, sondern hilft auch enorm dabei, Kunden, Abläufe und Aufgaben kennenzulernen, die später von den Mitarbeitenden übernommen werden.

Bildcredits ©Solago

Wir bedanken uns bei Janik Nolden für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Schluss mit Standardgrößen: Wie das Schweizer Startup MYNE mit KI den BH-Markt revolutioniert

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MYNE: KI für den perfekten BH Linda Durisch

Kein XS, kein 75B: Die Textilingenieurin und MYNE-Gründerin im Interview über KI-gestützte 3D-Körpervermessung, eine Retourenquote von unter einem Prozent und warum das klassische Größensystem ein struktureller Denkfehler ist

Können Sie MYNE kurz vorstellen und erzählen, wie die Idee zur Gründung des Unternehmens entstanden ist?

MYNE ist ein Schweizer Tech-Start-up, das maßgefertigte BHs auf Basis eines KI-gestützten Smartphone-Scans produziert — on demand, ohne Standardgrößen, für jeden Körper individuell berechnet. Gegründet habe ich MYNE gemeinsam mit meinem Mann Mathias — er als Industriedesigner, ich als Textilingenieurin mit 15 Jahren Erfahrung in der Produktentwicklung für internationale Marken. Seit Anfang 2025 sind wir am Markt. Was mich immer wieder beschäftigt hat: Warum akzeptieren Frauen seit Jahrzehnten, dass ein Kleidungsstück, das sie täglich tragen, drückt, verrutscht oder einschneidet? Das Problem war nie der weibliche Körper. Das Problem war das System dahinter.

Welche Vision verfolgen Sie mit MYNE, und wie möchten Sie die Passform von BHs langfristig neu denken?

Unsere Vision ist eine Welt, in der Kleidung nicht mehr nach Größensystem, sondern nach Körperform gekauft wird. Kein XS, kein 75B — nur der individuelle Körper als Ausgangspunkt. Der BH ist der Anfang. Die Technologie dahinter ist auf andere Kategorien übertragbar — überall dort, wo Passform entscheidend ist.

An welche Zielgruppen richtet sich MYNE hauptsächlich, und welche Bedürfnisse möchten Sie mit Ihren maßgefertigten BHs erfüllen?

MYNE richtet sich an Frauen, die einen BH suchen, der wirklich zu ihrem Körper passt — nicht zu einer Konfektionsgröße. Das ist keine Frage des Alters oder des Lifestyles. Was unsere Kundinnen verbindet: die Erfahrung, dass Unterwäsche bisher immer ein Kompromiss war.

Viele Frauen finden keinen wirklich passenden BH. Warum sehen Sie darin eher ein Problem des klassischen Größensystems als der individuellen Körperformen?

Das BH-Größensystem basiert auf Standardisierung und Durchschnittswerten — entwickelt vor fast hundert Jahren für industrielle Massenproduktion, nicht für individuelle Körper. Zwei Frauen mit derselben BH-Größe können völlig unterschiedliche Körperformen haben, in Symmetrie, Form, Volumen. Trotzdem bekommen sie dasselbe Produkt. Das ist kein Zufall — das ist ein struktureller Denkfehler, der über Jahrzehnte normalisiert wurde.

MYNE kombiniert KI, 3D-Körpervermessung und On-Demand-Produktion. Was macht dieses Zusammenspiel aus Ihrer Sicht besonders?

Was MYNE besonders macht, ist der geschlossene Prozess: Vom Smartphone-Scan über die algorithmische Passformberechnung bis zur automatisierten Fertigung — ohne Medienbruch, ohne manuelle Eingriffe. Das ist der Unterschied zwischen einem guten Ansatz und einem skalierbaren System.

Wie funktioniert der Smartphone-Scan, und welche Vorteile bietet er gegenüber herkömmlichen Methoden der Größenbestimmung?

Die Kundin dreht sich einmal vor der Kamera — Unterwäsche oder enganliegende Kleidung genügen, der Vorgang dauert wenige Sekunden. Das KI-System erfasst dabei hunderte Messpunkte und gleicht sie mit einer Datenbank von hochauflösenden 3D-Körperscans des Hohenstein-Instituts ab. Die Ergebnisse sind präziser als eine manuelle Vermessung mit dem Maßband, weil typische Messfehler durch unterschiedliche Anlegetechniken oder Körperhaltung entfallen. Datenschutz war von Anfang an keine nachgelagerte Frage, sondern eine Grundvoraussetzung. Das Gesicht wird verpixelt und der Hintergrund gelöscht, übermittelt wird ausschließlich ein anonymisierter Zahlensatz — zu keinem Zeitpunkt mit Namen oder Kontaktdaten verknüpft. Die Messdaten dienen einzig der Fertigung des BHs. Wir halten uns streng an die Richtlinien des DSGVO — dem strengsten Datenschutzstandard weltweit.

Welche Rolle spielen individuelle Schnittmuster und maßgefertigte Bügel für Tragekomfort und Passform?

Der klassische Metallbügel ist ein Kompromiss — er wurde für Standardgrößen entwickelt, nicht für individuelle Körper. Bei MYNE ersetzen wir ihn durch einen flexiblen Silikon-Frame, der sich dem Körper anpasst und Halt gibt, ohne einzuschneiden oder Druckpunkte zu erzeugen. Dank CNC-gesteuerter Technik werden die Stoffe millimetergenau zugeschnitten. Es gibt keinen Standardschnitt, keine Annäherung — jeder BH ist einzigartig.

Welche Herausforderungen begegnen Ihnen bei der Entwicklung einer Technologie, die individuelle Maßanfertigung wirtschaftlich skalierbar machen soll?

Die größte Herausforderung war nicht die Technologie selbst, sondern das Zusammenspiel der einzelnen Schritte. Scan, Algorithmus, Fertigung — jeder Teil funktioniert für sich. Sie zu einem geschlossenen, automatisierten Prozess zu verbinden, der auch wirtschaftlich funktioniert, hat Jahre gedauert. Maßanfertigung war bisher Handarbeit und damit nicht skalierbar. Wir haben den Produktionsprozess selbst neu gedacht.

MYNE produziert erst nach der Bestellung. Welche Bedeutung hat dieses On-Demand-Modell für Nachhaltigkeit und den Umgang mit Überproduktion?

On-Demand ist bei MYNE die konsequente Umsetzung unserer individualisierten Fertigung – mit einem entscheidenden Nachhaltigkeitseffekt. Weil wir ausschließlich nach Bestellung produzieren, entstehen weder Überproduktion noch Lagerbestände oder unverkaufte Ware. Gleichzeitig sorgt die passgenaue Fertigung für eine Retourenquote von unter einem Prozent – weit entfernt von den branchenüblichen bis zu 50 Prozent. Ein wirtschaftlich interessantes und nachhaltiges Business Modell.

Wie verändert sich aus Ihrer Sicht das Bewusstsein der Verbraucherinnen für personalisierte Mode und digitale Fertigung?

Frauen sind zunehmend bereit, neue Wege zu gehen — wenn der Nutzen klar ist und das Vertrauen stimmt. Was wir beobachten: Kundinnen, die einmal einen wirklich passenden BH getragen haben, verstehen sofort, was ihnen bisher gefehlt hat. Das verändert die Erwartungshaltung nachhaltig. Die Frage ist nicht mehr, ob personalisierte Mode kommt. Die Frage ist, wer den Prozess dafür intelligent genug gebaut hat.

Welche nächsten Entwicklungsschritte und Wachstumsziele stehen bei MYNE aktuell im Fokus?

Die aktuelle Kollektion geht bis 90D — wir arbeiten daran, das Größenspektrum zu erweitern. Langfristig geht es um mehr: eine Welt, in der Kleidung nicht nach Größensystem, sondern nach Körperform gekauft wird. Die Technologie dafür existiert bereits — MYNE wird die Plattform sein, die diesen Wandel anführt. Der BH ist der Anfang. Dafür suchen wir strategische Partner und Wachstumskapital, die diese Vision teilen.

Welche drei Ratschläge würden Sie anderen Gründerinnen und Gründern geben, die mit innovativen Technologien etablierte Branchen verändern möchten?

Erstens: Die Branche von innen kennen. Wer ein System wirklich verändern will, muss verstehen, warum es so geworden ist, wie es ist.

Zweitens: Früher loslassen. Perfektion vor dem Start ist eine Illusion — die wichtigsten Erkenntnisse kommen aus echten Situationen, aus Gesprächen mit Kundinnen, aus Fehlern.

Drittens: Timing ist alles. Eine gute Idee zur falschen Zeit verändert nichts.

Bildcredits MYNE

Wir bedanken uns bei Linda Durisch für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.


Premium Start-up: MYNE

Kontakt:

MYNE
Plazza Staziun 11
7013 Domat/Ems
Schweiz

www.its-myne.com
hello@its-myne.com

Ansprechpartner: Linda Durisch & Mathias Durisch

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KI-Plattform mint: Das neue Betriebssystem für die Filmproduktion

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mint Filmproduktion Video mit KI neu gedacht creamAI: KI für moderne Filmproduktion

Vom Briefing zum fertigen Video in wenigen Stunden: Mit der neuen Plattform mint lanciert das Münchner KI-Unternehmen creamAI ein digitales All-in-One-Filmstudio, das komplexe KI-Modelle in einem einzigen professionellen Workflow bündelt und Nutzer selbst Regie führen lässt.

Welche Idee steckt hinter mint.creamai.de und wie ist das Unternehmen entstanden?

Die kurze Version lautet: Briefing rein, Film raus. Die längere hat viel mit meiner eigenen Geschichte zu tun.

Ich komme aus der Film- und Motion-Design-Welt und arbeite seit über 15 Jahren an der Schnittstelle von Kreation und Marke und nun auch KI, unter anderem für Kunden wie SIXT, BMW, Samsung, IKEA oder Roland Berger, und habe in Keynotes und Workshops tausende Kreative zu KI ausgebildet. In dieser Zeit habe ich immer wieder dasselbe Muster gesehen: Der Bedarf an Bewegtbild explodiert, aber klassische Produktionen sind oft zu langsam, zu teuer und zu schwer skalierbar. Gleichzeitig sind mit KI enorm starke Modelle für Text, Bild, Voice und Video entstanden. Nur bleiben es meist einzelne Werkzeuge, die noch keinen professionellen Produktionsprozess ergeben.

Genau hier setzt mint an. Wir bauen mit mint ein Movie Production Betriebssystem für Unternehmen und Kreative. In mint läuft der gesamte Filmproduktionsprozess in einer Plattform ab: von der ersten Idee über Briefing, Skript, Charakterentwicklung, Storyboard, Bildgenerierung und VoiceOver bis hin zu Videogenerierung, Timeline, Schnitt und Video Export oder für die Weiterverarbeitung in Premiere Pro oder Final Cut.

Ein zentraler Begriff für uns ist die Netto-Produktionszeit – also die Zeit, in der ein Mensch wirklich aktiv an einem Film arbeitet. mint lässt sich vollständig manuell steuern, einzelne Schritte oder größere Teile der Produktion können aber an den Production Agent übergeben werden. Im Idealfall heißt das: Ein gutes Briefing rein, mint erstellt eine erste belastbare Filmversion, und der Mensch konzentriert sich danach auf Regie, Feedback und Feinschliff. Ein Erklärfilm, der früher 2–4 Wochen gedauert hat, entsteht so in wenigen Stunden Netto-Produktionszeit.

Unser Ziel ist deshalb nicht einfach, Filme schneller zu produzieren. Wir wollen Unternehmen ermöglichen, hochwertige Filme planbarer, günstiger und mit deutlich weniger Reibungsverlusten zu erstellen.

Wie würden Sie mint jemandem erklären, der sich bisher noch nicht intensiv mit KI beschäftigt hat?

Am einfachsten so: mint.creamai.de ist ein digitales Produktionsstudio für Filme. Eine klassische Filmproduktion besteht aus vielen Gewerken und Abstimmungsschleifen – von der Idee über Skript und Storyboard bis zu Schnitt und Export. Selbst kurze Erklärfilme dauern dadurch oft mehrere Wochen.

mint bringt diese Arbeitsschritte in eine gemeinsame Produktionsumgebung. Der Nutzer gibt eine Idee, ein Briefing oder ein Skript ein. Daraus kann mint eine Produktionsgrundlage entwickeln, Szenen planen, Bilder und Referenzen erzeugen, ein VoiceOver vorbereiten, Video-Takes erstellen und alles in einer Timeline zusammenführen.

Der entscheidende Punkt: mint ist kein reiner Videogenerator. Videogenerierung ist nur ein Teil des Systems. Der eigentliche Wert liegt darin, dass der gesamte Produktionskontext zusammenbleibt. Der Mensch entscheidet weiterhin über Tonalität, Stil, Freigaben und Details – die KI übernimmt vor allem die aufwendigen Zwischenschritte und macht den Prozess dadurch schneller und kontrollierbarer.

Welche Vision verfolgen Sie mit mint und welche Rolle soll das Unternehmen künftig im KI-Markt einnehmen?

Unsere Vision ist, dass hochwertige Filmproduktionen nicht mehr an große Budgets, lange Vorlaufzeiten und viel Spezialwissen gebunden sind. Unternehmen sollen Videocontent intern, planbar und skalierbar produzieren können, ohne die Kontrolle über Qualität, Marke und Botschaft zu verlieren.

Wir zielen dabei bewusst nicht auf einen Millionen-Nutzer-Markt für gelegentliche Experimente. mint ist für Unternehmen im DACH-Raum und in Europa gedacht, die regelmäßig Filme produzieren oder diesen Bereich künftig stärker intern aufbauen wollen: Marketingfilme, Produktvideos, Schulungsinhalte, Social Ads, Employer Branding, Erklärfilme und serielle Kurzformate.

Im KI-Markt möchten wir für eine neue Generation spezialisierter Produkte stehen. Die erste Welle war stark von einzelnen Tools und allgemeinen Chatbots geprägt. Die nächste Welle wird aus unserer Sicht von Lösungen bestimmt, die konkrete Geschäftsprozesse wirklich verstehen. Genau das ist unser Anspruch – und hier zahlt sich aus, dass wir Filmproduktion nicht als Außenstehende automatisieren, sondern das Handwerk seit Jahren aus der Praxis kennen. mint macht nicht nur ein Modell zugänglich, sondern organisiert einen komplexen Produktionsprozess neu.

Viele Unternehmen stehen vor einer kaum überschaubaren Zahl an KI-Tools. Wie begegnet mint dieser Herausforderung?

Mit Fokus und Integration statt mit noch einem weiteren Tool. Viele Unternehmen haben inzwischen Zugriff auf zahlreiche KI-Werkzeuge – und genau dadurch entsteht ein neues Problem: Inhalte, Prompts, Dateien und Entscheidungen liegen über viele Systeme verstreut. Man spart an einer Stelle Zeit und verliert sie an anderer Stelle durch Abstimmung, Kontextverlust und Nacharbeit wieder.

mint ist bewusst nicht als weiteres allgemeines KI-Tool gedacht. Dafür gibt es mit creamAI bereits ein breiteres Multi-Gen-AI-Produkt. mint ist spitzer: Es konzentriert sich auf KI-gestützte Filmproduktion, also Prompt-to-Movie in einem professionellen Workflow.

Das bedeutet: Der Nutzer muss nicht für jeden Schritt ein neues Tool öffnen oder entscheiden, welches Modell gerade am besten passt. mint hält den Projektkontext zusammen und orchestriert Text-, Bild-, Voice- und Videomodelle im Hintergrund. So wird aus vielen einzelnen KI-Möglichkeiten ein klarer Produktionsprozess mit einem konkreten Ziel: ein fertiger, bearbeitbarer Film.

An welche Zielgruppen richtet sich mint besonders und welche Anforderungen stehen dort im Mittelpunkt?

mint richtet sich vor allem an Teams, die regelmäßig Videocontent brauchen – Marketing- und Brand-Teams, Kommunikationsabteilungen, Agenturen sowie HR- und Learning-Teams.

Die Anforderungen dort sind klar. Erstens Geschwindigkeit: Viele Teams müssen heute mehr Bewegtbild in kürzerer Zeit produzieren. Zweitens Wirtschaftlichkeit: Nicht jedes wiederkehrende Video kann eine große externe Produktion sein. Drittens Kontrolle: Stil, Marke, Produkte, Tonalität und Botschaften müssen konsistent bleiben.

Besonders stark ist mint deshalb bei wiederkehrenden Formaten wie Produktvideos, Kampagnenfilmen, Social Ads, Schulungsvideos, interner Kommunikation, Employer Branding oder Erklärfilmen. Unser Ziel ist, dass Unternehmen diese Formate als interne Produktionsfähigkeit aufbauen können, statt jedes Projekt komplett neu aufzusetzen.

Was unterscheidet mint von anderen Plattformen für KI-Anwendungen und Automatisierung?

Unser Prinzip bringt es auf den Punkt: Der Agent produziert den Film. Du führst Regie.

Viele KI- und Automatisierungsplattformen versuchen, möglichst viel gleichzeitig abzudecken. Das kann hilfreich sein, führt bei komplexeren Prozessen aber zu hoher Komplexität. Wir haben uns bewusst anders entschieden und konzentrieren uns auf einen einzigen, sehr relevanten Bereich: professionelle Filmproduktion.

Der Unterschied liegt darin, dass mint den Produktionszusammenhang versteht. Ein Bild ist in mint nicht einfach ein generiertes Bild – es gehört zu einer Szene, einem Stil, zu Referenzen, zu einem späteren Video-Take und am Ende zu einer Timeline. Ein VoiceOver ist nicht nur eine Audiodatei, sondern beeinflusst Timing, Szenenlänge und Schnitt.

Diese Verbindung der Schritte ist der eigentliche Wert. mint automatisiert nicht blind alles, sondern organisiert einen komplexen Produktionsprozess so, dass Mensch und Agent sinnvoll zusammenarbeiten. Der Agent übernimmt Aufgaben, der Mensch behält Regie, Kontrolle und Freigabe.

Datenschutz und Datensicherheit sind bei KI ein großes Thema. Wie positioniert sich mint in diesem Bereich?

Datenschutz und Datensicherheit sind für uns zentral, weil mint mit Briefings, Skripten, Markenmaterialien, Referenzen und teilweise sensiblen Unternehmensinhalten arbeitet. Wir haben schon mit creamAI konsequent auf eine europäische Ausrichtung gesetzt und führen das mit mint weiter.

Unsere Infrastruktur ist auf deutsche und europäische Anforderungen ausgerichtet. Unsere Server stehen in Deutschland, und für textbasierte KI-Prozesse setzen wir auf Sprachmodelle mit europäischen Serverstandorten, etwa über große Cloud-Anbieter wie Microsoft oder Amazon. Dazu kommen vertragliche und technische Schutzmaßnahmen wie Auftragsverarbeitungsverträge, Zero-Data-Retention-Optionen und eine klare serverseitige Verwaltung von Zugangsdaten.

Wichtig ist mir dabei die ehrliche Einordnung: Der sensible Kern – Briefings, Skripte, Markenmaterial – bleibt in der europäischen Umgebung. Bei der reinen Videogenerierung gibt es im europäischen Markt aktuell noch keine Konkurrenz zu den stärksten internationalen Modellen. Wer heute hochwertige KI-Videos produzieren will, kommt an bestimmten amerikanischen oder asiatischen Modellen wie Seedance und Kling leider kaum vorbei.

Und schließlich unsere eigene Produktentwicklung: Unser Produkt- und Entwicklungsteam sitzt in München. Bei der Kernentwicklung arbeiten wir nicht mit Near- oder Offshoring-Strukturen. Das gibt uns mehr Kontrolle über Code, Architektur und Sicherheitsprozesse.

mint ist Teil des Hub Potsdam. Welche Impulse erhalten Sie dort für die Weiterentwicklung des Unternehmens?

Der MediaTech Hub Potsdam bietet genau das Netzwerk, das wir als junges Unternehmen in dieser Phase brauchen. Relevante Kontakte, ehrliches Feedback, Zugang zu Unternehmen und einen starken Austausch mit Menschen, die Medien, Technologie und Unternehmertum verstehen.

In den letzten Wochen und Monaten sind über den Hub viele spannende Gespräche entstanden. Manche Kontakte haben uns durch Feedback weitergebracht, andere haben konkrete Projektideen oder Pilotmöglichkeiten eröffnet. Gerade bei einem Produkt wie mint ist es wichtig, die Idee immer wieder mit dem Markt zu spiegeln und nicht nur im eigenen Team weiterzuentwickeln.

Für uns hilft der Hub, schneller zu lernen, klarer zu kommunizieren und die richtigen nächsten Schritte zu priorisieren.

Welche Herausforderungen begegnen Ihnen aktuell beim Wachstum von mint?

Wir befinden uns im Übergang von einer geschlossenen Beta hin zu einer offeneren Beta-Phase mit ersten Pilotkunden. Wir führen aktuell rund fünf Gespräche pro Woche. Nachfrage und Feedback sind sehr positiv – gleichzeitig müssen Produktentwicklung, Sales, Onboarding und Kundenfeedback sauber zusammenlaufen.

Eine der größten Herausforderungen ist Fokus. Wenn man mit vielen potenziellen Kunden spricht, entstehen schnell viele gute Ideen und Wünsche. Als Gründer muss man genau zuhören, aber gleichzeitig entscheiden, welche Themen wirklich zum Kernprodukt gehören und welche später kommen.

Für die nächsten Monate ist mir deshalb besonders wichtig, viele Kunden persönlich zu onboarden. Ich will genau verstehen, wo die tatsächlichen Pain Points liegen, welche Workflows im Alltag entstehen und an welchen Stellen mint den größten Hebel hat. Dieses direkte Feedback ersetzt keine Produktstrategie, aber es macht sie deutlich besser.

Welche Bedeutung hat der Austausch mit anderen Startups und Technologieunternehmen im Hub Potsdam für Ihr Unternehmen?

Der Austausch ist sehr wichtig, weil viele Gründer vor ähnlichen Fragen stehen – auch wenn die Produkte unterschiedlich sind. Go-to-Market, Finanzierung, Teamaufbau, Produktfokus, Vertrieb, Pilotkunden, Partnerschaften: Bei all dem helfen konkrete Erfahrungen anderer Unternehmen enorm.

Besonders wertvoll ist die Praxisnähe. Man hört nicht nur theoretische Ratschläge, sondern echte Erfahrungen: Was hat funktioniert, was hat Zeit gekostet, welche Fehler würde jemand nicht noch einmal machen. Solche Gespräche beschleunigen den eigenen Lernprozess spürbar.

Auch die Coaches und das Umfeld des Hubs geben uns einen positiven Push. Sie helfen, Annahmen zu hinterfragen, die eigene Positionierung zu schärfen und schneller in Richtung Markt zu denken.

Welche Entwicklungen und Funktionen stehen bei mint in den kommenden Monaten auf der Roadmap?

Ein wichtiger Bereich ist Dubbing. Wir möchten es ermöglichen, produzierte Filme deutlich einfacher in andere Sprachen zu übertragen – idealerweise mit konsistenter Stimme und minimalem manuellem Aufwand. Für Unternehmen, die Inhalte international ausspielen, ist das ein großer Hebel.

Außerdem optimieren wir die Produktionsworkflows weiter. Schon heute entstehen kurze Erklärfilme mit sehr geringer Netto-Produktionszeit – also der Zeit, die ein Kollege wirklich aktiv an der Produktion mitwirkt. Spannend wird es vor allem bei Formaten, die in größerer Stückzahl entstehen – etwa Microdramas, Schulungsinhalte, Produktvideos oder Social-Formate. Hier geht es nicht um einen einzelnen Film, sondern um skalierbare Produktionslogik.

Ein weiterer Schwerpunkt ist der Ausbau der bereits vorhandenen umfassenden agentischen Fähigkeiten. Nutzer können unserem Agenten erklären, was sie erreichen möchten. mint leitet daraus die passenden Produktionsschritte ab und zeigt trotzdem transparent, was passiert.

Zusätzlich arbeiten wir an speziellen Workflows für HR, Learning und interne Wissensvermittlung. Ein Beispiel: einfache Screencasts oder Rohaufnahmen von Mitarbeitenden, die automatisch strukturiert, gestalterisch verbessert und in hochwertige Trainings- oder Erklärvideos überführt werden. Viele Unternehmen haben intern enorm viel Wissen, aber zu wenig Zeit, daraus gute Inhalte zu machen. Genau hier kann mint einen großen Unterschied machen.

Welche drei Ratschläge würden Sie Gründerinnen und Gründern geben, die heute ein Startup im KI-Bereich aufbauen möchten?

Baut nicht nur eine dünne Funktion um ein Large Language Model herum. Die Entwicklungsgeschwindigkeit im KI-Bereich ist enorm. Was heute wie ein Produkt wirkt, kann morgen eine Standardfunktion in einem größeren Modell sein. Prüft deshalb kritisch, ob ihr wirklich ein relevantes Problem löst oder nur eine kurzfristige technische Lücke nutzt.

Sucht euch einen Use Case mit echter Tiefe. Je stärker ein Produkt in reale Prozesse, Workflows, Daten, Nutzergewohnheiten und Fachlogik eingebettet ist, desto schwieriger ist es zu kopieren.

Bleibt extrem nah am Kunden. Gerade im KI-Bereich ändern sich Technologie, Erwartungen und Möglichkeiten sehr schnell. Man muss schnell bauen – aber noch schneller lernen. Kundenfeedback ist Gold wert, solange man nicht blind jedem Wunsch hinterherläuft. Idealerweise erkennt man Muster, nutzt diese für eine konsequente Weiterentwicklung des Produkts und verliert dabei die eigene Vision nicht aus den Augen.

Bild: AI generated by creamlabs AI GmbH

Wir bedanken uns bei Jacques Alomo für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Halleluja Sauna im Interview: Vom Schreinerbetrieb zur Millionen-Wellnessmarke

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Halleluja Sauna: Longevity, Regeneration und Sauna Simon Bauer

Nach einem schweren Schicksalsschlag erfanden drei Brüder den traditionellen Familienbetrieb völlig neu: Mit Halleluja Sauna revolutioniert das junge Unternehmen den klassischen Saunabau und etabliert ein patentiertes Longevity-System, das Regeneration und High-Tech-Therapie direkt in den Alltag bringt.

Können Sie Halleluja Sauna kurz vorstellen und erzählen, wie aus einem traditionsreichen Schreinerbetrieb ein Unternehmen für Longevity und Regeneration entstanden ist?

Halleluja Sauna ist aus einer klassischen Schreinerei entstanden. Allerdings nicht aus einer Geschäftsidee von drei Brüdern, sondern aus einem persönlichen Schicksalsschlag, den wir als Kinder erlebten. Nach dem schweren Unfall unseres Vaters hat sich unser Fokus komplett verändert. Plötzlich ging es nicht mehr darum, schöne Designermöbel zu bauen, sondern um eine viel grundlegendere Frage: Was braucht ein Mensch, um wieder mehr Lebensenergie, Regeneration und Lebensfreude zu gewinnen?

Mit dieser Frage haben wir uns über Jahre intensiv beschäftigt. Was heute unter dem Begriff Longevity bekannt ist, war für uns damals ein sehr persönlicher Antrieb. Aus dieser Suche ist schließlich die Halleluja Sauna entstanden.

Sie haben den Familienbetrieb übernommen und daraus ein Unternehmen mit Millionenumsatz aufgebaut. Welche Entscheidungen waren auf diesem Weg besonders entscheidend?

Für mich waren drei Dinge entscheidend. Erstens: ein Produkt zu entwickeln, das einen so klaren Nutzen bietet, dass Kunden nicht lange überlegen müssen. Wenn der Mehrwert offensichtlich ist, dann wird auch die Kaufentscheidung deutlich einfacher.

Zweitens: das richtige Team. Wir haben Menschen zusammengebracht, die nicht nur fachlich stark sind – von Produktentwicklung über deutsches Präzisionshandwerk bis hin zu Marketing und Vertrieb –, sondern die alle dieselbe Leidenschaft teilen. Wir wollen alle etwas Außergewöhnliches schaffen.

Und drittens hatten wir von Anfang an ein klares Ziel: Wir wollten nicht einfach eine gute Sauna bauen, sondern die beste Sauna der Welt. Dieses Ziel prägt bis heute jede unserer Entscheidungen im Unternehmen.

Welche Vision verfolgen Sie mit Halleluja Sauna, und warum sind Sie überzeugt, dass Longevity alltagstauglich werden muss?

Unser Alltag ist heute schneller und intensiver als je zuvor. Stress ist nicht das Problem, aber Dauerstress ist es. Deshalb brauchen wir Orte und Routinen, an denen sich Körper und Nervensystem wirklich erholen können.

Genau das verstehen wir unter Longevity: kein Luxus-Wellness für wenige, sondern Regeneration als festen Bestandteil des Alltags. Wer dauerhaft leistungsfähig sein möchte, muss seinem Körper auch regelmäßig die Möglichkeit geben, sich zu erholen. Für uns ist das niemals ein Wellness-Trend gewesen, sondern ein Grundbedürfnis.

Mit Halleluja Sauna haben Sie nach eigener Aussage die weltweit erste konsequent auf Longevity ausgerichtete Sauna entwickelt. Was macht Ihr Konzept so besonders?

Die positiven Effekte des Saunierens werden seit Jahrzehnten wissenschaftlich untersucht. Aus unserer Sicht liegt das eigentliche Problem aber nicht in der Sauna selbst, sondern darin, dass viele Menschen sie kaum nutzen. Jeder kennt jemanden, dessen Sauna daheim irgendwann zum Abstellraum geworden ist.

Deshalb haben wir nicht einfach eine weitere Sauna gebaut. Unser Ziel war es, ein Produkt zu entwickeln, das sich leicht in den Alltag integrieren lässt und dadurch regelmäßig genutzt wird. Denn nur was regelmäßig genutzt wird, kann langfristig Teil einer Longevity-Routine werden. Genau darin sehen wir den entscheidenden Unterschied unseres Konzepts.

Ihre Sauna vereint sieben Therapieformen in einem patentierten System. Welche Vorteile bietet diese Kombination für die tägliche Anwendung?

Wir sprechen intern bewusst von sieben aufeinander abgestimmten Regenerationsmodulen und nicht von Therapieformen. Der entscheidende Unterschied liegt für uns nicht in der Anzahl der Funktionen, sondern darin, wie sie zusammenspielen und einen klaren Rückzugsort für Körper und Geist schaffen.

Der größte Vorteil im Alltag ist die Einfachheit. Statt verschiedene Geräte oder Anwendungen zu kombinieren, startet der Nutzer mit wenigen Handgriffen seine persönliche Regenerationsroutine. Dadurch wird die Hürde, die Sauna regelmäßig zu nutzen, deutlich kleiner.

Genau diese Regelmäßigkeit ist für uns entscheidend. Ein System ist nur dann wirklich wertvoll, wenn es sich dauerhaft und unkompliziert in den Alltag integrieren lässt. Deshalb entwickeln wir unsere Regenerationsmodule auch kontinuierlich weiter.

An welche Zielgruppen richtet sich Halleluja Sauna hauptsächlich, und welche Bedürfnisse möchten Sie mit Ihrem Produkt erfüllen?

Unsere Zielgruppe sind Menschen, die verstanden haben: Für das eigene Wohlbefinden und die eigene Regeneration muss man selbst Verantwortung übernehmen.

Dazu gehören Menschen, die einen Ausgleich zu einem anspruchsvollen Alltag suchen, genauso wie Profisportler, Unternehmer und Führungskräfte, die Regeneration fest in ihre Routine integrieren. Gleichzeitig arbeiten wir mit Ärzten, Osteopathen, Physiotherapeuten, Gesundheitskliniken und Premium-Wellnesshotels zusammen. Und wir erleben, dass auch viele Familien – insbesondere Mütter – sich einen Ort wünschen, an dem sie im hektischen Alltag bewusst abschalten und neue Energie tanken können.

Am Ende verbindet all diese Menschen ein gemeinsames Bedürfnis: Sie wollen Regeneration einfach und regelmäßig in ihren Alltag integrieren. Genau dafür haben wir die Halleluja Sauna entwickelt.

Während viele Longevity-Anbieter auf Kliniken, Diagnostik oder Abonnements setzen, verfolgt Halleluja Sauna einen anderen Ansatz. Warum haben Sie sich bewusst für ein physisches Produkt entschieden?

Wir glauben an einfache Lösungen. Die beste Longevity-Strategie bringt nichts, wenn sie im Alltag nicht umgesetzt wird.

Deshalb haben wir ein Produkt entwickelt, das Regeneration unkompliziert zu Hause möglich macht. Gute Gewohnheiten entstehen leichter, wenn die Hürde möglichst gering ist. Das ist für uns der entscheidende Hebel.

Unsere Sauna ist kein Ersatz für Diagnostik oder medizinische Betreuung, sondern eine sinnvolle Ergänzung für den Alltag. Genau deshalb nutzen sie auch viele Ärzte selbst privat – weil sie so Regeneration regelmäßig und ohne großen Aufwand in ihr Leben integrieren können.

Sie entwickeln und fertigen Ihre Produkte selbst und setzen gleichzeitig auf KI-gestützte Prozesse. Welche Rolle spielen Innovation und eigene Produktion für den Erfolg von Halleluja Sauna?

Innovation gepaart mit hoher Geschwindigkeit spielt eine sehr große Rolle. Sauna wurde 150 Jahre lang nicht weitergedacht. Genau wie das Telefonieren mit Nokia – bis Apple kam. Genau so ist es bei uns. Wir wollen nicht starr sein und Recht behalten, was wir tun – wir hinterfragen uns täglich, was anders und besser sein muss.

KI unterstützt uns dabei, schnell und kosteneffizient unsere Produkte und unser Unternehmen weiter zu entwickeln. Schließlich geht es um den Nutzen für unsere Kunden. Das steht im Mittelpunkt.

Welche Herausforderungen begegnen Ihnen beim Aufbau einer Premium-Marke in einem internationalen Wachstumsmarkt, der von bekannten Unternehmen aus den USA geprägt wird?

Die größte Herausforderung ist nicht die Konkurrenz aus den USA. Es ist die eigene Geschwindigkeit. Wachstum gelingt nur, wenn man die richtigen Menschen für sein Team gewinnt. Diese Menschen müssen fachlich stark sein, aber vor allem zur Unternehmenskultur passen und die eigenen Werte teilen.

Genauso wichtig ist es, innovativ zu bleiben. Wer eine Premium-Marke aufbauen will, darf sich nicht auf vergangenen Erfolgen ausruhen. Man muss sich ständig weiterentwickeln und jeden Tag ein Stück besser werden. Genau das treibt uns an.

Halleluja Sauna hat bereits Kunden aus Wirtschaft, Sport und Unterhaltung gewonnen. Wie wichtig sind solche Referenzen für die weitere Entwicklung Ihres Unternehmens?

Solche Referenzen sind für uns kein Name-Dropping, sie bestätigen uns in unserem Tun. Wenn sich Menschen, die aus vielen Angeboten wählen können, ganz bewusst für uns entscheiden, zeigt das, dass sie von unserer Qualität überzeugt sind.

Trotzdem bauen wir nicht für prominente Namen, sondern für Menschen mit hohen Ansprüchen. Die Referenzen sind deshalb einfach das Ergebnis guter Arbeit.

Welche nächsten Produktentwicklungen und Wachstumsziele stehen bei Halleluja Sauna aktuell im Fokus?

Die neueste Entwicklung ist erst wenige Tage alt und heißt Halleluja Genesis. Mit der Genesis haben wir eine Longevity Sauna gebaut, die finnische Saunakultur und modernste Infrarot-Technologie vereint.

Außerdem haben wir unsere sieben Regenerationsmodule um ein weiteres ergänzt. So findet sich jetzt ein Ionisator in der Halleluja Genesis. Über eine Million Ionen pro cm³ sorgen für ein Gefühl von frischer Luft, wie man es beispielsweise vor einem Wasserfall kennt.

Ein völlig neuer Ansatz, der gerade auch vom Fraunhofer-Institut erforscht wird. Dort wird Raumluft-Ionisation zur Bekämpfung von Viren getestet und die Ergebnisse sind sehr vielversprechend.

Uns ist die Kombination aus traditioneller Handwerkskunst in unserer Manufaktur und modernster Forschung und Innovation, die in unsere Produkte einfließt, ein großes Anliegen.

Welche drei Ratschläge würden Sie anderen Gründerinnen und Gründern geben, die ein Familienunternehmen übernehmen und mit einer innovativen Idee erfolgreich neu ausrichten möchten?

  1. Bewahre den Kern, aber hinterfrage alles. Respektiere das Lebenswerk der Generation vor dir, aber verstecke dich nicht dahinter. Die Werte dürfen bleiben, die Art, wie ihr sie lebt, muss sich weiterentwickeln.
  2. Denk groß und habe den Mut, sichtbar zu sein. Die meisten setzen sich zu kleine Ziele oder geben beim ersten Gegenwind auf. Wenn du von deiner Idee überzeugt bist, steh dafür ein, auch wenn nicht jeder in deinem Umfeld sie sofort versteht.
  3. Professionalisiere dein Unternehmen, aber verliere nie deine Seele. Nutze Daten, Prozesse und KI, wo sie sinnvoll sind. Investiere in die richtigen Menschen und lerne zu verkaufen. Denn am Ende kaufen Menschen nicht nur ein Produkt, sie kaufen Vertrauen. Und das entsteht durch Persönlichkeit, Qualität und echte Leidenschaft.

Bildcredits Halleluja Sauna

Wir bedanken uns bei Simon Bauer für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

329 Täter überführt: Wie echte Chaterfahrungen die Kinderschutz-App ChildSaver prägten

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ChildSaver: Kinderschutz vor Grooming Gründer Frederic Dluzinski

Ein digitaler Frühwarner für das Smartphone, der anschlägt, bevor es zu spät ist: Der Gründer von ChildSaver im Interview über den schmalen Grat zwischen Kinderschutz und Privatsphäre und warum klassische Überwachungs-Apps oft scheitern

Können Sie ChildSaver kurz vorstellen und erzählen, wie die Idee zur Gründung des Unternehmens entstanden ist?

ChildSaver ist eine Kinderschutz-App für Android. Sie läuft offen auf dem Handy des Kindes, mit dessen Wissen, und warnt Eltern früh, wenn im Chat etwas Gefährliches passiert: Anzeichen von Grooming, Mobbing, Hassrede oder Selbstgefährdung. Entstanden ist die Idee aus meiner Arbeit als Streamer BodenlosTV. Seit November 2024 gebe ich mich in sozialen Netzwerken als Kind aus, um Erwachsene zu erkennen, die an Kindern sexuelle Straftaten begehen wie bspw. Grooming und übergebe die Fälle der Polizei. So habe ich bis heute 329 Täter überführt und der Polizei übergeben. Teilweise haben die Medien auch darüber berichtet, wie im Januar diesen Jahres. In hunderten dieser Chats lief immer das gleiche Muster ab. Ich habe gesehen, wie ein Täter Vertrauen aufbaut, wie er Grenzen langsam verschiebt, welche Sätze kurz vor der Gefahr fallen. Dieses Wissen steckt heute in ChildSaver, damit Eltern solche Muster erkennen können, bevor es zu spät ist.

Welche Vision verfolgen Sie mit ChildSaver, und wie möchten Sie Familien im digitalen Alltag langfristig unterstützen?

Meine Vision ist ein Kinderschutz, der warnt, ohne zu bespitzeln. Eltern sollen nicht heimlich mitlesen. Sie sollen rechtzeitig einen Hinweis bekommen, wenn wirklich etwas Ernstes passiert, und dann mit ihrem Kind reden können. Langfristig soll ChildSaver mit den Gefahren mitwachsen, also mit neuen Plattformen, neuen Maschen und neuen Formen von Druck auf Kinder. Wir wollen der ruhige Frühwarner im Hintergrund sein, der Familien Sicherheit gibt, ohne das Vertrauen zwischen Eltern und Kind zu zerstören.

An welche Zielgruppen richtet sich ChildSaver hauptsächlich, und welche Herausforderungen möchten Sie mit Ihrer Lösung lösen?

ChildSaver richtet sich an Eltern von Kindern und Jugendlichen, die ein eigenes Smartphone haben. Das Problem dahinter: Kein Elternteil kann jeden Chat mitlesen, und die meisten wollen das auch gar nicht. Trotzdem passieren Grooming, Mobbing und Übergriffe genau dort, wo Eltern nicht hinschauen. Diese Lücke schließen wir. Die App meldet die Gefahr, nicht den harmlosen Alltag des Kindes.

Viele Eltern wünschen sich mehr Sicherheit für ihre Kinder, möchten sie aber nicht permanent überwachen. Wie gelingt ChildSaver dieser Spagat?

Zwei Dinge machen das möglich: Offenheit und Datensparsamkeit. Das Kind weiß, dass die App läuft, es gibt keine versteckte Spionage. Und Eltern sehen nicht den ganzen Chatverlauf. Die App schlägt nur an, wenn sie ein echtes Risiko erkennt, alles andere bleibt privat. So haben Eltern im Ernstfall ein Auge darauf, ohne ihr Kind rund um die Uhr zu kontrollieren.

Was macht ChildSaver aus Ihrer Sicht besonders im Vergleich zu klassischen Kinderschutz- oder Monitoring-Apps?

Klassische Monitoring-Apps arbeiten oft heimlich und zeigen Eltern möglichst viel, vom Standort über alle Nachrichten bis zu Screenshots. Das ist Überwachung. Wir wollten das Gegenteil. ChildSaver ist offen, speichert keine Bilder und zeigt nicht alles, sondern nur den einen Moment, auf den es ankommt: eine erkannte Gefahr. Und unsere Erkennung stammt nicht aus der Theorie, sondern aus der Praxis, aus tausenden echten Chats mit Tätern.

Ihre Lösung erkennt Risiken wie Cybergrooming, Cybermobbing oder Hate Speech. Welche Rolle spielt dabei die lokale Analyse direkt auf dem Gerät?

Die erste Erkennung passiert direkt auf dem Gerät des Kindes. Das hat zwei Gründe. Der eine ist Datenschutz: Bild- und Videoinhalte verlassen das Gerät nicht, sie werden dort eingeordnet, und Eltern bekommen nur einen Texthinweis, niemals das Bild selbst. Der andere ist Tempo, die App kann sofort reagieren. Schwierigere Fälle laufen zusätzlich über eine abgeschottete Prüfung. Wichtig ist mir dabei: Die App macht auf Anzeichen aufmerksam, gerade bei einem sensiblen Thema wie Selbstgefährdung, damit Eltern das Gespräch suchen oder fachliche Hilfe holen können. Sie behandelt nichts und ersetzt keine Fachstelle.

Datenschutz und Privatsphäre sind gerade bei Kindern besonders wichtig. Wie stellt ChildSaver sicher, dass Schutz und Privatsphäre im Gleichgewicht bleiben?

Datenschutz bauen wir von Anfang an ein, nicht nachträglich. Standortdaten und die auf dem Kindergerät erkannten Risiko-Hinweise, also Auslöser und Kontext, sind Ende-zu-Ende verschlüsselt. Lesbar werden sie erst im Browser der Eltern, mit einem Schlüssel, der das Gerät der Eltern nie verlässt. Bilder speichern wir grundsätzlich nicht. Für die Texterkennung werden Sprachnachrichten kurz verarbeitet, das sagen wir offen dazu. Überhaupt ist mir wichtig, klar zu benennen, was verschlüsselt ist und was nicht, statt pauschal alles als sicher zu verkaufen. Gerade bei Kindern ist das Pflicht.

Welche Herausforderungen begegnen Ihnen bei der Entwicklung einer Technologie, die sowohl technisch zuverlässig als auch gesellschaftlich akzeptiert sein soll?

Technisch ist das Schwerste, echte Gefahr von harmlosem Alltag zu trennen. Ein Fehlalarm zu viel, und Eltern verlieren das Vertrauen. Ein übersehener Fall, und der Schutz greift genau dann nicht, wenn er zählt. Gesellschaftlich ist die größte Hürde die Angst vor Überwachung, die viele zu Recht haben. Meine Antwort darauf ist immer die gleiche: offen arbeiten, wenig Daten sammeln, und klarmachen, dass die App warnt und nicht ausspioniert.

Digitale Gefahren verändern sich ständig. Wie entwickelt ChildSaver seine Plattform weiter, um auf neue Risiken reagieren zu können?

Digitale Gefahren ändern sich ständig, also lernt unsere Erkennung ständig mit. Durch meine tägliche Arbeit an der Front sehe ich sehr früh, welche neuen Maschen Täter fahren, auf welche Plattformen sie ausweichen und wie sich ihre Sprache verändert. Das fließt direkt in die App zurück. Dadurch bleibt ChildSaver nah an dem, was wirklich passiert, statt einem starren Regelwerk zu folgen, das schnell veraltet.

Welche nächsten Funktionen und Entwicklungsschritte stehen bei ChildSaver aktuell im Fokus?

Gerade machen wir die Erkennung über noch mehr Apps und Situationen hinweg zuverlässiger und erklären Eltern die Meldungen so verständlich wie möglich. Parallel bauen wir den Schutz davor aus, dass die App unbemerkt abgeschaltet wird. Und wir arbeiten an der offiziellen Verfügbarkeit über den Google Play Store, damit Einrichtung und Updates für Eltern einfacher werden.

Wie sehen Sie die Zukunft des digitalen Kinderschutzes, und welche Rolle soll ChildSaver dabei langfristig übernehmen?

Ich glaube, digitaler Kinderschutz bewegt sich weg von der Rundum-Überwachung, hin zur gezielten Warnung im Ernstfall. Kinder haben ein Recht auf Privatsphäre, Eltern ein Recht auf Sicherheit. Bei richtig gebauter Technik ist beides möglich. ChildSaver soll das Werkzeug sein, das diesen Mittelweg gangbar macht: im Alltag zurückhaltend, im Ernstfall unterstützend, und immer als Ergänzung zu Polizei und Fachstellen, nicht als Ersatz.

Welche drei Ratschläge würden Sie anderen Gründerinnen und Gründern geben, die mit ihrer Technologie einen gesellschaftlichen Mehrwert schaffen möchten?

Erstens: Bau aus echter Erfahrung, nicht aus Annahmen. ChildSaver ist praxisnah, weil die App aus tausenden realen Fällen entstanden ist und nicht aus einer Idee am Schreibtisch.

Zweitens: Sei ehrlich, gerade bei sensiblen Themen. Versprich nichts, was du nicht halten kannst, und sag offen, wo deine Lösung an Grenzen stößt.

Drittens: Halte durch. Gesellschaftlich wichtige Probleme sind selten schnell gelöst, und der Gegenwind ist größer als bei einer reinen Geschäftsidee. Aber die Fälle, die man dadurch verhindert, sind jede Mühe wert.

Bildcredits privat

Wir bedanken uns bei Frederic Dluzinski für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

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