Dienstag, Juli 7, 2026
Start Blog Seite 10

Porsche Taycan erhält virtuelles Getriebe und bis zu 700 km Reichweite

0
Taycan mit Porsche Update und Manthey Kit ab Werk

Virtuelles Getriebe, bis zu 700 km Reichweite und Manthey Kit erstmals ab Werk

Mit allen Sinnen erlebbar: E-Shift mit virtuellen Gangwechseln und noch emotionalerem Porsche Electric Sport Sound

Erstmals für einen Elektro-Sportwagen und nun auch direkt ab Werk erhältlich: Manthey Kit mit Aerodynamik-, Fahrwerks- und Antriebsmodifikationen

Intuitiv bedienbar: Neue Infotainment-Generation mit KI-Sprachsteuerung, intelligenter Navigation und Themes-App

Zum neuen Modelljahr intensiviert Porsche das Fahrerlebnis aller Taycan-Modelle: Das neue E-Shift-System mit virtuellen Gangwechseln und der noch emotionalere Electric Sport Sound sorgen für eine intensive Verbindung zwischen Fahrer und Fahrzeug. Für das Topmodell Taycan Turbo GT mit Weissach-Paket steht ein Manthey Kit mit tiefgreifenden Modifikationen bereit, auf Wunsch erstmals auch direkt ab Werk. Eine neue Infotainment-Generation mit modernem Bedienkonzept, erweiterter Smartphone-Integration und Sprachsteuerung mit künstlicher Intelligenz ergänzt das Update.

Stuttgart. „Zum Modelljahreswechsel stärken wir den Taycan mit umfassenden Neuerungen in allen relevanten Dimensionen: So bieten die jüngsten Modelle mehr Emotionalität im Fahrerlebnis, mehr Performance auf der Rundstrecke sowie eine intuitivere und personalisierbare Bedienung“, sagt Kevin Giek, Leiter der Modellreihe.

Fahrspaß für alle Sinne: neue E-Shift-Option

Mit der neuen Option E-Shift erweitert Porsche das emotionale Fahrerlebnis aller Taycan-Modelle. Virtuelle Gangwechsel mit spürbaren Schaltrucken, ein neu interpretierter Porsche Electric Sport Sound und ein virtueller Drehzahlmesser garantieren ein multisensorisches Fahrgefühl. Über Paddles am GT-Sportlenkrad kann zwischen acht virtuellen Gängen gewechselt werden.

Alternativ zum Automatik-Modus können Fahrer über die Paddles des GT-Sportlenkrads zwischen insgesamt acht virtuellen Gängen wechseln. Die Gangwechsel werden dabei realitätsnah simuliert: Spürbare Schaltrucke, ein gangspezifisches Schleppmoment sowie ein virtueller Drehzahlbegrenzer sorgen für eine authentische Rückmeldung. Parallel passt sich der Innen- und Außensound des Porsche Electric Sport Sound last- und drehzahlabhängig der jeweiligen Fahrsituation an. Ergänzt wird das System durch einen virtuellen Drehzahlmesser sowie eine Ganganzeige mit Schaltempfehlung im Kombiinstrument.

Manthey Kit erstmals für einen Elektro-Sportwagen

Porsche bietet seit Längerem für zahlreiche GT-Modelle Manthey Kits für die Rundstrecke an. Nun wird das Angebot erstmals auch auf einen Elektro-Sportwagen ausgeweitet. Das neue Manthey Kit mit umfangreichen Aerodynamik-, Fahrwerks- und Antriebsoptimierungen steigert die Performance des Porsche Taycan Turbo GT mit Weissach-Paket nochmals deutlich.

Auf der Nordschleife des Nürburgrings erzielte Lars Kern damit eine neue Bestzeit für Elektrofahrzeuge der Oberklasse von 6:55,533 Minuten. Das Manthey Kit ist entweder als Nachrüst-Satz oder direkt ab Werk erhältlich.

Bis zu 700 Kilometer WLTP-Reichweite

Auch in puncto Effizienz erreicht der Taycan eine neue Bestmarke: Für die heckgetriebenen Modelle stehen nun besonders rollwiderstandsarme Sommerreifen zur Verfügung. In Kombination mit der Performance-Batterie Plus ermöglichen sie erstmals bis zu 700 Kilometer WLTP-Reichweite. Damit wird der Taycan langstreckentauglicher denn je.

Die 20-Zoll-Reifen sind für die Langstrecke und die Stadt optimiert. Die Option „Sommerreifen Reichweite Plus“ ist in Europa sowie den EU-Anwenderstaaten erhältlich.

Mehr Intuition und Personalisierung mit Porsche Digital Interaction

Abgerundet wird der Modelljahreswechsel durch die Einführung der neuen Infotainment-Generation. Das Bedien- und Anzeigeerlebnis Porsche Digital Interaction bietet ein modernes Design, ein 3D-Fahrzeugmodell in der tatsächlichen Farbe des Kundenfahrzeugs, frei konfigurierbare Widgets sowie eine verbesserte Sprachsteuerung mit KI-gestütztem Voice Pilot.

Die Integration von Apple CarPlay® und Android Auto wurde erweitert. Die Navigation setzt mit präziser Online-Routenberechnung, 3D-Gebäudedarstellung und optimiertem Charging Planner neue Maßstäbe. Zudem können Updates für das Infotainmentsystem vollständig over the air installiert werden.

Neue Sprachsteuerung und digitale Funktionen

Die erweiterte Sprachsteuerung erlaubt die Bedienung von Navigation, Fahrzeugfunktionen, Medien und ausgewählten Apps. Ergänzt wird sie durch den KI-unterstützten Voice Pilot mit natürlicher Konversation, Google-gestützter POI-Suche und der Möglichkeit, Folgefragen ohne erneutes „Hey Porsche“ zu stellen.

Smartphones lassen sich in der Ablage kabellos rund 1,5-mal schneller als bisher laden. Die Ladeleistung beträgt nun bis zu 25 Watt.

Taycan Modelljahr 2027 ab sofort bestellbar

Der Taycan des Modelljahres 2027 ist ab sofort in allen Porsche Zentren bestellbar. Mit virtuellem Getriebe, bis zu 700 Kilometern Reichweite, Manthey Kit ab Werk und einer neuen KI-gestützten Infotainment-Generation erhält der Elektro-Sportwagen ein umfassendes Technologie-Update.

Quelle Bild und Text: Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG

Mercedes CLA erhält fünf Sterne von Green NCAP

0
CLA erhält Green NCAP Auszeichnung von Mercedes-Benz

Der neue vollelektrische CLA ergänzt seine Erfolgsgeschichte mit Fünf-Sterne-Bewertung von Green NCAP

Mercedes-Benz CLA 250+ mit EQ Technologie wurde von Green NCAP mit der Höchstbewertung von fünf Sternen ausgezeichnet

Gesamtwertung von 91 Prozent im aktuellen Green-NCAP-Rating

Auszeichnung für niedrigen Energieverbrauch, hohe Reichweite und einen vergleichsweise geringen CO₂-Fußabdruck über den gesamten Lebenszyklus

Stuttgart. Der Mercedes-Benz CLA 250+ mit EQ Technologie wurde von Green NCAP mit der Höchstbewertung von fünf Sternen ausgezeichnet und fügt damit der Erfolgsgeschichte des neuen vollelektrischen CLA ein weiteres Kapitel hinzu. Im aktuellen Bewertungsprogramm der Organisation erreichte das Fahrzeug eine Gesamtwertung von 91 Prozent. Das Ergebnis folgt auf die bereits erzielte Höchstwertung im Euro-NCAP-Sicherheitstest sowie die Auszeichnung als „Best Performer“ seiner Klasse und unterstreicht die vielfältigen Stärken des neuen CLA.

Anerkennung für Umweltleistung und Effizienz

Die Auszeichnung ist eine weitere Anerkennung für den Bestseller, der einen geringen Stromverbrauch mit einem reduzierten Umwelteinfluss über den gesamten Lebenszyklus hinweg verbindet. Green NCAP bewertet Fahrzeuge danach, inwieweit sie Schadstoff- und Treibhausgasemissionen minimieren, mit geringem Energieverbrauch betrieben werden und ihre Auswirkungen über die verschiedenen Phasen des Lebenszyklus reduzieren.

Das Erreichen eines hohen Nachhaltigkeitsergebnisses unterstreicht, dass sich Umweltauswirkungen durch eine fortschrittliche Aerodynamik mit einem cw-Wert von 0,21 und einen hocheffizienten Elektroantrieb wirksam reduzieren lassen. Zu den zentralen Effizienzbausteinen des von Mercedes-Benz entwickelten und produzierten Antriebs gehören das Zweiganggetriebe und das 800-Volt-System. Mit DC-Schnellladen mit bis zu 320 kW ist das Laden nahezu so schnell wie Tanken: Bis zu 325 Kilometer Reichweite lassen sich in nur zehn Minuten nachladen. Laut Green NCAP erreicht der neue vollelektrische CLA vergleichsweise niedrige Lebenszyklus-CO₂-Emissionen von rund 119 g CO₂-Äquivalent pro Kilometer.

Weitere Auszeichnungen für den neuen CLA

Der neue vollelektrische CLA knüpft nahtlos an seine bisherigen Erfolge an. Nach dem Fünf-Sterne-Ergebnis im Euro-NCAP-Sicherheitstest und der Auszeichnung als „Best Performer“ seiner Klasse liefert die Fünf-Sterne-Bewertung von Green NCAP einen weiteren starken Beleg für seine Erfolgsgeschichte. Sie zeigt, dass der CLA dort überzeugt, wo es zählt: mit hoher Effizienz, Langstreckentauglichkeit, Komfort, Sicherheit und reduziertem Umwelteinfluss über den gesamten Lebenszyklus hinweg.

Mercedes-Benz Jubiläumsjahr „140 Jahre Innovation“

Seit Carl Benz vor 140 Jahren das Patent für das erste Automobil angemeldet hat und Gottlieb Daimler kurz darauf die Motorkutsche baute, hat sich Mercedes-Benz der stetigen Innovation verschrieben, um die begehrtesten Autos der Welt für seine Kundinnen und Kunden zu bauen. Dieser Anspruch hat jede Innovation vorangetrieben – vom ersten Automobil der Welt im Jahr 1886 bis hin zur aktuell laufenden, größten Modelloffensive der Unternehmensgeschichte.

Mit Leidenschaft für Leistung und Pioniergeist, Exzellenz und konsequenter Kundenorientierung hat die Marke mit dem Stern stets die Zukunft der Mobilität geprägt. Das Ergebnis geht weit über technische Errungenschaften hinaus und schafft das unverwechselbare Gefühl, für das Mercedes-Benz in seinem ganzen Wirken steht: Willkommen zu Hause.

Mercedes-Benz feiert 140 Jahre Innovation und schickt drei neue S-Klasse Limousinen auf eine transkontinentale Reise zu 140 Zielen weltweit. Jeder Ort stellt die Technologie, das Erbe, den Pioniergeist und die weltweite Präsenz der Marke heraus. Unterwegs können Kundinnen und Kunden, Fans sowie Kolleginnen und Kollegen an den Feierlichkeiten teilhaben – auf einer Reise, die bis Oktober dauert. Verfolgen Sie die „140 Years. 140 Places“-Tour über sechs Kontinente in den Mercedes-Benz Medienkanälen und der Mercedes-Benz Community.

Bildtext: Fahrveranstaltung Mercedes-Benz CLA mit EQ Technologie in Kopenhagen, 2025;
Mercedes-Benz CLA 250+ mit EQ Technologie | Energieverbrauch kombiniert: 14,1‒ 12,2 kWh/100 km | CO2-Emissionen kombiniert: 0 g/km | CO2-Klasse: A

Quelle Bild und Text: Mercedes‑Benz AG

Thea Care: Wird KI Hautberatung zum neuen Standard im Onlinehandel?

0
Thea Care: KI Hautanalyse für digitale Hautberatung Team Foto

Thea Care entwickelt eine KI gestützte Hautanalyse, die digitale Hautberatung für Online Shops personalisiert und Produktempfehlungen auf die individuellen Bedürfnisse der Haut abstimmt

Wie entstand die Idee zu Thea Care, und welches Problem im Bereich der Hautanalyse wollten Sie damit lösen?

Online-Kosmetikkäufer wissen oft nicht, welche Produkte wirklich zu ihrer Haut passen – das führt zu Fehlkäufen, Retouren und Unsicherheit. Wir haben Thea Care 2023 in Berlin gegründet, um genau diese Lücke zu schließen: eine KI-gestützte Hautanalyse, die Konsument ihre Haut verständlich macht und ihnen dann passende Produkte empfiehlt. Aus einer Consumer-Idee wurde schnell ein B2B-Geschäft, weil Marken denselben Bedarf hatten.

Welche Vision verfolgt Thea Care für die Zukunft der digitalen Hautberatung?

Wir wollen die qualifizierte Hautberatung, die man sonst nur vor Ort bekommt, für jeden Online-Shop verfügbar machen – skalierbar, markenspezifisch und messbar. Langfristig soll digitale Hautberatung so selbstverständlich zum Online-Kauf gehören wie heute eine Produktbewertung.

Wie hat sich das Unternehmen seit der Gründung bis zur Zusammenarbeit mit Marken wie Physiogel, Weleda und Sebamed entwickelt?

Seit der Gründung 2023 haben wir unsere KI-Hautanalyse von einer Einzellösung zu einer White-Label-Plattform ausgebaut, die heute von rund 20 Marken aus Kosmetik, Pharma und Hautpflege eingesetzt wird – darunter Weleda, Sebamed und Physiogel. Parallel haben wir Standard-Integrationen für Shopify, WooCommerce, Shopware und Klaviyo entwickelt, damit Marken die Analyse ohne großen Aufwand in ihren Shop einbinden können.

Welche Anforderungen haben Ihre Kunden an eine moderne KI-gestützte Hautanalyse?

Marken erwarten drei Dinge: nahtlose Integration in ihren bestehenden Shop, ein Erlebnis im eigenen Branding statt einer Fremdlösung – und vor allem nachweisbaren Geschäftswert. Anders als viele Anbieter, die bei „Add-to-Cart“ stehen bleiben, messen wir den Effekt bis zum tatsächlichen Kauf.

Was sind die größten Vorteile einer White-Label-Lösung für Marken im Vergleich zu klassischen digitalen Beratungsangeboten?

Die Beratung läuft komplett im Look-and-feel der Marke, die Marke besitzt die Kundenbeziehung und die Daten, und die Lösung ist in Tagen statt Monaten live. Statt einer generischen Beratung bekommt jede Marke eine auf ihr Sortiment zugeschnittene Empfehlungslogik.

Wie gelingt es, dermatologisches Fachwissen und künstliche Intelligenz in einer Plattform zu vereinen?

Unsere KI wurde gemeinsam mit fachärztlicher dermatologischer Expertise entwickelt – eine unserer Mitgründerinnen, Dr. Suzan Stürmer, ist Fachärztin für Dermatologie. Die KI bewertet auf Basis von über 50.000 Bildern mehrere Hautparameter; die fachliche Einordnung stellt sicher, dass Logik und Empfehlungen seriös und nachvollziehbar bleiben.

Welche Herausforderungen begegnen Ihnen bei der Entwicklung einer KI-Lösung für den sensiblen Bereich Hautgesundheit?

Die größten Themen sind Datenschutz, Verlässlichkeit über unterschiedliche Hauttypen und Lichtverhältnisse hinweg und eine klare Kommunikation: Wir geben eine kosmetische Hauteinschätzung, keine medizinische Diagnose. Diese Grenze sauber zu ziehen, hat für uns hohe Priorität.

Wie stellen Sie sicher, dass die Analyseergebnisse für Nutzerinnen und Nutzer möglichst präzise und vertrauenswürdig sind?

Wir prüfen vor der Analyse automatisch die Bildqualität, trainieren unsere Modelle auf einem großen, vielfältigen Bilddatensatz und entwickeln die Bewertungslogik mit fachärztlicher Begleitung. So bekommen Nutzer konsistente, nachvollziehbare Ergebnisse statt zufälliger Einschätzungen.

Was unterscheidet Thea Care heute von anderen Anbietern im Bereich KI-basierter Hautanalysen?

Drei Punkte: Wir sind echtes White-Label im Branding der Marke, wir sind tief in europäische Shop- und Marketing-Systeme integriert, und wir sind der Anbieter, der den Erfolg an echten Verkäufen misst – nicht nur an Klicks oder Warenkorb-Hinzufügungen. Gerade im DACH-Raum sind wir damit besonders stark aufgestellt.

Wie verändert künstliche Intelligenz aus Ihrer Sicht die Beratung und Produktempfehlung in der Hautpflegebranche?

KI macht aus einem statischen Produktkatalog eine individuelle Beratung in Sekunden – skalierbar für Millionen Nutzer. Für die Branche heißt das: weniger Fehlkäufe und Retouren, höhere Zufriedenheit und Empfehlungen, die zur tatsächlichen Haut der Person passen.

Welche neuen Entwicklungen oder Funktionen dürfen Kunden von Thea Care in Zukunft erwarten?

Wir vertiefen die Anbindung an weitere Shop- und CRM-Systeme und erweitern das Analytics-Dashboard, mit dem Marken den Umsatzbeitrag der Hautanalyse direkt nachverfolgen können.

Welche drei Ratschläge würden Sie anderen Gründerinnen und Gründern geben, die eine innovative Technologie erfolgreich am Markt etablieren möchten?

Erstens: Verkauft den messbaren Geschäftsnutzen, nicht die Technologie – Kunden zahlen für Ergebnisse. Zweitens: Geht früh mit echten Kunden live und iteriert mit ihnen, statt im stillen Kämmerlein zu perfektionieren. Drittens: Sucht euch eine Nische, in der ihr klar besser seid als alle anderen, bevor ihr breiter werdet.

Bildcredits Thea Care GmbH

Wir bedanken uns bei Markus Hinsche für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.


Premium Start-up: Thea Care

thea care logo

Kontakt:

Thea Care GmbH
Winterfeldtstraße 21
10781 Berlin
Germany

https://www.theacare.de/

Ansprechpartner: Markus Hinsche

Social Media:
LinkedIn
Crunchbase
OMR Reviews

Vintage.com: Verändert sich der Markt für gebrauchte Wertgegenstände?

0
Vintage.com: Recommerce in Deutschland auf Wachstumskurs Tobias Hinteregger CEO

Vintage.com bietet einen unkomplizierten Ankaufsservice für gebrauchte Wertgegenstände und setzt dabei auf den wachsenden Recommerce-Markt in Deutschland

Wie entstand die Idee hinter dem Ankaufsservice, der heute unter dem Namen Vintage.com auftritt?

In nahezu jedem Haushalt gibt es Schubladen, Keller oder Dachböden voller Gegenstände, die nicht mehr genutzt werden, aber durchaus einen Wert haben. Gleichzeitig verkaufen viele Menschen diese Dinge nie, weil der Aufwand zu groß erscheint. Die Idee hinter Vintage.com entstand aus genau dieser Beobachtung. Deshalb haben wir einen Service entwickelt, der den Prozess deutlich vereinfacht und es ermöglicht, mehrere Gegenstände in einer Sendung einzuschicken und gemeinsam bewerten zu lassen.

Warum haben Sie sich entschieden, Arcavindi in Deutschland künftig unter der europaweiten Marke Vintage.com zu führen?

Was einst als bequeme Lösung für britische Haushalte begann, nicht mehr benötigte Gegenstände zu verkaufen, hat sich mittlerweile zu einer globalen Marke entwickelt. Mit Vintage.com bündeln wir nun unsere europäischen Aktivitäten unter einer gemeinsamen Marke und schaffen so die Grundlage für weiteres Wachstum und die Expansion in neue Märkte.

Welche Ziele verfolgen Sie mit dem Namenswechsel und dem europaweiten Auftritt?

Wir möchten Vintage.com als starke globale Marke etablieren und unser Wachstum in bestehenden und neuen Märkten weiter vorantreiben. Wir stehen noch am Anfang einer größeren Entwicklung im Recommerce-Markt und sind überzeugt, dass Verbraucher zunehmend nach einfacheren Lösungen suchen werden und Bequemlichkeit dabei eine immer wichtigere Rolle spielen wird.

Deutschland gilt als wichtiger Wachstumsmarkt für Vintage.com. Welche Chancen sehen Sie hier besonders?

Deutschland ist für uns einer der spannendsten und wichtigsten Märkte und wir sehen großes Wachstumspotenzial. Seit dem Markteintritt Anfang letzten Jahres hat sich die Zahl unserer Kund bereits verneunfacht. Bis heute haben wir in Deutschland 30.000 Konsument betreut – und das mit hoher Kundenbindung. Knapp jede/r vierte Kund in Deutschland hat den Service bereits mehrfach genutzt.

Welche Veränderungen beobachten Sie aktuell im Verhalten von Verbraucher beim Verkauf gebrauchter Wertgegenstände?

Wir sehen immer stärker, dass sich die Frage „Wie viel bekomme ich dafür?“ verändert. Heute geht es immer häufiger um die Frage: „Lohnt sich der Aufwand überhaupt?“

Gerade bei gebrauchten Gegenständen ist es oft schwer einzuschätzen, welchen Wert sie tatsächlich haben und ob sich der Verkauf über klassische Wege lohnt. Inserate zu erstellen, Preise zu verhandeln und den Versand zu organisieren, kostet Zeit und Energie. Deshalb werden einfache und bequeme Verkaufsprozesse immer wichtiger. Viele Menschen möchten schnell und unkompliziert zu einem Ergebnis kommen, ohne sich intensiv mit dem Verkaufsprozess beschäftigen zu müssen.

Viele Menschen scheuen den Aufwand von Kleinanzeigen und privaten Verkaufsplattformen. Wie begegnet Vintage.com diesem Bedürfnis nach mehr Komfort?

Indem wir ihnen diesen Aufwand abnehmen. Die Verbraucher können mehrere Gegenstände in einem Paket einschicken. Der Service ist kostenlos, umfasst einen versicherten Versand und bietet ein Gesamtangebot für alle eingesendeten Artikel. Wird das Angebot nicht angenommen, werden die Gegenstände kostenlos zurückgesendet.

Zu den am häufigsten eingesendeten Gegenständen deutscher Kund gehören Schmuck und Uhren. Der Anteil eingesendeter Uhren ist in Deutschland höher als in jedem anderen Markt von Vintage.com. Zu weiteren häufig eingeschickten Wertgegenständen gehören Gold und Silber, Münzen, Vintage-Elektronik, Kameras und Spielzeug.

Was unterscheidet Vintage.com von klassischen Online-Marktplätzen und anderen Anbietern im Recommerce-Bereich?

Marktplätze richten sich an Menschen, die den Verkauf selbst übernehmen möchten – wir adressieren Konsument, die genau diese Prozesse abgeben möchten und Bequemlichkeit und Zeitersparnis schätzen.

Welche Herausforderungen bringt der Ankauf von Antiquitäten, Sammlerstücken und Wertgegenständen in großem Maßstab mit sich?

Eine der größten Herausforderungen besteht darin, dass jedes Stück einzigartig ist. Die Bewertung von Antiquitäten, Sammlerstücken und Wertgegenständen erfordert fundiertes Fach- und Marktwissen, das oft über viele Jahre hinweg aufgebaut wird. Deshalb stehen unsere gutachtenden Expert im Mittelpunkt unseres Geschäfts. Dank ihrer Erfahrung können wir eine enorme Bandbreite an Objekten zuverlässig identifizieren, bewerten und einordnen und unseren Kund faire und nachvollziehbare Angebote machen.

Wie entwickelt sich der europäische Recommerce-Markt aus Ihrer Sicht, und welche Rolle wird Vintage.com dabei künftig spielen?

Der Secondhandmarkt wächst seit Jahren. Was wir jetzt erleben, ist die nächste Entwicklungsstufe: Menschen möchten Dinge verkaufen, ohne selbst den Verkauf zu organisieren. Wir sind davon überzeugt, dass bequeme Wiederverkaufslösungen in den kommenden fünf Jahren zu den am schnellsten wachsenden Segmenten des europäischen Recommerce-Marktes gehören werden. Unser Ziel ist es, diese Entwicklung aktiv mitzugestalten und eine führende Rolle in diesem Bereich einzunehmen.

Welche Wachstumsschritte und Weiterentwicklungen stehen für Vintage.com in den kommenden Jahren im Fokus?

Unser Fokus liegt auf der weiteren Expansion, dem Ausbau unserer operativen Infrastruktur und der kontinuierlichen Verbesserung des Kundenerlebnisses. Darüber hinaus investieren wir in Technologie und Prozesse, um Wiederverkauf noch einfacher, transparenter und effizienter zu gestalten.

Welche drei Ratschläge würden Sie Gründerinnen und Gründern geben, die ein Geschäftsmodell im Bereich Recommerce oder Kreislaufwirtschaft aufbauen möchten?

Erstens: Lösen Sie ein echtes Alltagsproblem Ihrer Zielgruppe. Der Anspruch, allein die Welt nachhaltiger machen zu wollen, reicht selten aus. Erfolgreiche Geschäftsmodelle im Recommerce verbinden ökologische Vorteile mit einem klaren Nutzen für Kund.

Zweitens: Bauen Sie zuerst einen funktionierenden Prozess und dann das Wachstum darauf auf. Gerade im Recommerce-Bereich treffen digitale Kundenerlebnisse auf sehr reale Abläufe wie Logistik, Bewertung, Lagerung und Kundenservice. Wachstum wird schnell zum Problem, wenn die operativen Prozesse nicht mithalten können.

Drittens: Hören Sie Ihren Kund aufmerksam zu. Viele der besten Ideen entstehen nicht im Konferenzraum, sondern in Gesprächen mit Menschen, die Ihnen ehrlich erzählen, was sie frustriert, was sie aufhält oder was ihnen im Alltag fehlt.

Titelbild: @ Vintage .com

Wir bedanken uns bei Tobias Hinteregger für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

toern erhält 1 Million Euro von Top-Investoren aus Fashion und E-Commerce

0
Retouren: toern erhält 1 Million Euro für E-Commerce Gründerteam Bild Jonas zeuner und Alena Schneck

Renommierte Branchenexperten setzen auf die Zukunft des KI-gestützten Retourenmanagements

Das Hamburger Startup toern hat seine Seed-Finanzierungsrunde erfolgreich abgeschlossen und eine Million Euro für seine Retourenmanagement-Lösung eingesammelt. Die Runde wird vom Hamburger Investoren-Netzwerk Venture League als Lead-Investor angeführt. Zu den neuen Gesellschaftern zählen außerdem die Superangels gemeinsam mit Volker Rofalski, E-Commerce-Größen wie Arndt Brockmann, ehemaliger Managing Director von Inditex und Esprit, Jens Schumann, ehemaliger Mitgründer der Online-Lottoplattform Tipp24, sowie Martina Pfeifer, Co-Founderin von Encourage Ventures.

Sie ergänzen einen bestehenden Kreis renommierter Business Angels, zu dem unter anderem Alexander Gedat zählt, ehemaliger CEO von Marc O’Polo.

Mit dem Investment setzen erfahrene Unternehmerinnen und Unternehmer aus Fashion, E-Commerce und Technologie ein deutliches Signal: Intelligentes Retourenmanagement entwickelt sich zunehmend von einer operativen Notwendigkeit zu einem strategischen Erfolgsfaktor für den E-Commerce.

Starke Marktvalidierung für ein lange unterschätztes Problem

Retouren gehören zu den größten Kosten- und Effizienztreibern im E-Commerce. Für die Investoren liegt genau darin eine der größten ungenutzten Chancen der Branche.

„Allein im DACH-Modehandel wird durchschnittlich jede zweite Bestellung retourniert – mit erheblichen Auswirkungen auf Kosten, Prozesse und Kundenzufriedenheit. Gleichzeitig werden noch immer große Teile der Retourenprozesse manuell abgewickelt. Genau hier setzt toern an: Die KI-gestützte Retourenplattform analysiert Kundenverhalten in Echtzeit und hilft Händlern dabei, aus einem klassischen Kostenfaktor einen echten Werttreiber zu machen. Die bisherigen Zeit- und Kosteneinsparungen bei den Kunden haben uns überzeugt. Wir sind begeistert von der Zusammenarbeit mit Alena Schneck und Jonas Zeuner und freuen uns darauf, die weitere Entwicklung von toern aktiv zu begleiten“, sagt Manuel Brunckhorst, Managing Partner von Venture League.

Für Gründerin Alena Schneck ist die Finanzierungsrunde vor allem eine Bestätigung der Unternehmensentwicklung der vergangenen Jahre:

„Dass sich erfahrene Investoren und Branchenexperten aus Fashion und E-Commerce an toern beteiligen, ist für uns eine starke Bestätigung unseres Weges. Das Thema Retouren wird im Handel zunehmend strategisch betrachtet. Unser Produkt und unser Team sind gut aufgestellt, um jetzt für zahlreiche Onlineshops manuelle Arbeit zu automatisieren und die Customer Journey nach dem Kauf aktiver und positiver zu gestalten.“

Der strategische Pivot: Vom Peer-to-Peer-Modell zur KI-gestützten Retourenplattform

toern wurde 2023 in Hamburg gegründet und startete zunächst mit einem innovativen Peer-to-Peer-Modell für Retouren. Ziel war es, Rücksendungen direkt zwischen Konsumentinnen und Konsumenten zu vermitteln und dadurch unnötige Transportwege zu vermeiden.

Die dabei gewonnenen Erkenntnisse führten 2025 zu einem strategischen Pivot. Kunden, die den innovativen Service nutzten, hatten einen noch größeren Bedarf nach einer automatisierten Retourenlösung, die sie im Alltag entlastet und Prozesse automatisiert. Aus dem Peer-to-Peer-Ansatz entstand eine KI-gestützte Plattform für Retourenmanagement, die heute den gesamten Retourenprozess digitalisiert und Händlern gleichzeitig wertvolle Daten für bessere Geschäftsentscheidungen liefert.

Heute ist toern ein Self-Service-Retourenportal, das Kunden befähigt, ihre Retourenanmeldung, automatisierte Labelerstellung sowie Umtausch- und Gutscheinprozesse selbstständig zu managen. Händler sparen sich die manuelle Kommunikation mit Kunden, Fulfillment-Dienstleistern und ERP-Systemen durch automatisierte Workflows zwischen den Systemen.

Darüber hinaus sind Echtzeit-Analytics sowie intelligente Datenanalysen ein zentraler Bestandteil der Lösung. Händler erhalten dadurch nicht nur ein funktionales Retourenportal, sondern ein Betriebssystem für den gesamten Post-Purchase-Prozess.

Heute vertrauen bereits zahlreiche wachstumsstarke E-Commerce- und Fashion-Brands auf die Lösung von toern, darunter Saint Sass, iPuro, Nordesign, by Aylin Koenig, der 1. FC Köln und Badesofa.

Fokus auf DACH-Expansion und das Shopify-Ökosystem

Das frische Kapital soll vor allem für die weitere Expansion im deutschsprachigen Raum eingesetzt werden. Im Mittelpunkt stehen der Ausbau der Vertriebsaktivitäten, die stärkere Marktdurchdringung im Shopify-Ökosystem sowie die Weiterentwicklung der Plattform.

Dabei verfolgt toern bewusst einen fokussierten Wachstumskurs.

„Wir werden gezielt Schlüsselpositionen besetzen, möchten unser Team aber bewusst schlank halten. Unser Fokus liegt darauf, unsere Technologie weiter auszubauen und möglichst vielen E-Commerce-Brands dabei zu helfen, Retouren zu reduzieren, bessere Entscheidungen auf Basis von Echtzeitdaten zu treffen und die Customer Journey nachhaltig zu verbessern“, so Schneck.

Die Vision: Aus Retouren einen Wachstumstreiber machen

Während Retouren im Onlinehandel bislang überwiegend als notwendiges Übel betrachtet wurden, verfolgt toern einen anderen Ansatz: Jede Retoure enthält wertvolle Informationen über Produkte, Kundenbedürfnisse und Kaufverhalten.

Mit seiner KI-gestützten Operating-Plattform verwandelt das Unternehmen diese Daten in konkrete Handlungsempfehlungen für Händler. Dadurch entstehen bessere Einkaufserlebnisse, effizientere Prozesse und langfristig höhere Profitabilität.

Mit der erfolgreichen Seed-Finanzierung schafft toern nun die Grundlage, diese Vision im gesamten DACH-Raum zu skalieren und seine Position als führende Plattform für automatisiertes Retourenmanagement weiter auszubauen.

Bild Gründerteam Bild toern

Quelle toern GmbH

Datenchaos frisst KI-Strategie: Warum Startups zuerst aufräumen sollten

0
Datenqualität: Warum Automatisierung Housekeeping braucht Bild Lisa Catena Gyger Fotocredits : Susanne Goldschmid

Datenchaos frisst KI-Strategie: Warum Startups vor dem nächsten KI-Tool zuerst aufräumen sollten

KI ist für Startups derzeit das grosse Hebel-Versprechen: Mehr Output mit kleineren Teams, automatisierte Prozesse auf Konzernniveau, schnellere Kundenkommunikation, bessere Entscheidungen. Oder kurz gesagt, smarte Workflows, die Gründerinnen und Gründer von repetitiven Aufgaben entlasten und Wachstum beschleunigen.

Genau deshalb wird in vielen jungen Unternehmen gerade intensiv über KI gesprochen. Welche Tools sollen wir einsetzen? Welche Prozesse lassen sich automatisieren? Wie bauen wir KI in unser Produkt, unser Pitchdeck, unseren Kundensupport oder unser Marketing ein?

Die wichtigere Frage wird dabei oft zu spät gestellt: Auf welcher Datenbasis soll diese KI eigentlich arbeiten?

Denn KI scheitert in der Praxis oft an der Datenqualität. Zum Beispiel doppelten Kundendaten, unvollständigen CRM-Einträgen oder Notion-Seiten, die niemand mehr pflegt. An Dokumenten, die irgendwo zwischen Slack, Google Drive, E-Mail und Projektordnern liegen.

Der Startup-Vorteil wird oft leichtfertig verspielt

Startups hätten eigentlich einen grossen Vorteil: Sie starten nicht mit jahrzehntelang gewachsenen IT-Landschaften und historisch verkrusteten Prozessen mit alten Systemen. Sie könnten Daten von Anfang an sauber strukturieren, Verantwortlichkeiten klären und Wissensablagen so aufbauen, dass sie später skalieren.

In der Realität passiert häufig das Gegenteil. Gerade weil alles schnell gehen muss, entstehen provisorische Lösungen. Am Anfang funktioniert das oft sogar gut. Aber bereits beim Wachstum auf ein Team von rund 7 Leuten kommen diese «ad Hock-Syteme» an ihre Grenzen.

Was in der Frühphase pragmatisch war, wirkt beim Wachstum zur Bremse. Und spätestens wenn KI ins Spiel kommt, wird daraus ein strategisches Risiko.

KI automatisiert nicht nur Prozesse, sie automatisiert auch Chaos.

Viele Unternehmen hoffen, dass ein neues KI-Tool die bestehenden Probleme löst. Doch KI kann nur mit dem arbeiten, was vorhanden ist. Wenn Daten unvollständig, veraltet, widersprüchlich oder schlecht strukturiert sind, werden auch die Ergebnisse unzuverlässig.

Ein KI-Assistent im Vertrieb hilft wenig, wenn im CRM drei verschiedene Versionen derselben Kundin existieren. Eine automatisierte Kundenansprache wird riskant, wenn Branchen, Kaufhistorien oder Zuständigkeiten falsch gepflegt sind. Eine interne Wissenssuche klingt attraktiv, solange die Wissensbasis aktuell ist. Wenn aber alte Preislisten, überholte Produktbeschreibungen und nicht mehr gültige Prozessdokumente nebeneinander liegen, liefert KI zwar Antworten, aber nicht unbedingt die richtigen.

Die typischen Datenfallen junger Unternehmen

Datenprobleme sehen in Startups selten dramatisch aus. Sie beginnen unspektakulär.

Ein CRM wird eingeführt, aber niemand definiert, welche Felder wirklich gepflegt werden müssen. Notion wächst organisch, aber ohne klare Struktur. Tabellen werden erstellt, um kurzfristig etwas zu lösen, bleiben danach aber als Schatten-System bestehen. Marketing, Sales und Customer Success arbeiten mit unterschiedlichen Kundendefinitionen. Niemand weiss genau, welche Quelle führend ist. Und für wichtige Daten gibt es keine verantwortliche Person.

Besonders kritisch sind fünf Muster:

Erstens: doppelte Wahrheiten. Wenn dieselbe Information in mehreren Tools existiert, aber unterschiedlich gepflegt wird, entsteht Unsicherheit. Welche Zahl stimmt? Welcher Status gilt? Welche Kundendaten sind aktuell?

Zweitens: fehlende Data Owner. Wenn niemand für eine Datenquelle verantwortlich ist, wird sie mit der Zeit zwangsläufig schlechter.

Drittens: ungepflegte Wissensablagen. Wissen wird gesammelt, aber nicht kuratiert. Veraltete Inhalte bleiben liegen und werden später von Menschen oder KI-Systemen wiederverwendet.

Viertens: verwaiste Excel-Listen. Sie entstehen schnell, sind flexibel und praktisch. Doch sie werden gefährlich, wenn sie geschäftskritische Informationen enthalten, aber nicht mehr in klare Prozesse eingebunden sind.

Fünftens: fehlende Standards. Unterschiedliche Schreibweisen, freie Textfelder, unklare Kategorien und lückenhafte Pflichtangaben machen Daten später schwer auswertbar.

Diese Probleme sind nicht nur IT-Themen. Sie betreffen Strategie, Wachstum, Kundenbeziehungen und Investorenfähigkeit.

Was Verschieben kostet

Daten-Housekeeping klingt für viele Gründerinnen und Gründer nicht nach Priorität und wird im hektischen Alltag gerne schnell aussortiert. Doch genau dieses Verschieben kann mit KI teuer werden.

Unsaubere Daten bremsen Skalierung, weil Teams mehr Zeit mit Suchen, Abstimmen und Korrigieren verbringen. Sie verschlechtern KI-Ergebnisse, weil Automatisierungen auf falschen oder unvollständigen Informationen basieren. Sie erschweren Reporting, weil Kennzahlen nicht konsistent berechnet werden. Und sie können bei Investoren Fragen auslösen, wenn zentrale Metriken nicht belastbar sind.

Gerade in Finanzierungsrunden zählt nicht nur die grosse Vision. Es zählt auch die Fähigkeit, das eigene Geschäft sauber zu verstehen und steuerbar zu machen. Wer nicht zeigen kann, welche Daten verlässlich sind, wo sie liegen und wer dafür verantwortlich ist, wirkt weniger reif, als das Produkt vielleicht schon ist.

Warum jetzt der richtige Moment ist

Der Druck steigt von mehreren Seiten. Einerseits wächst die Erwartung, dass Startups KI produktiv einsetzen: in internen Prozessen, im Produkt, im Kundensupport, im Vertrieb oder im Marketing. Andererseits verändern sich die regulatorischen Anforderungen. Seit August 2025 verlangt der AI Act von Unternehmen, die KI-Systeme anbieten oder einsetzen, ein angemessenes Mass an KI-Kompetenz bei den beteiligten Personen.

KI-Kompetenz bedeutet auch, zu verstehen, welche Daten in ein System einfliessen, welche Risiken daraus entstehen und welche organisatorischen Voraussetzungen erfüllt sein müssen. Wer KI verantwortungsvoll nutzen will, braucht deshalb auch Datenkompetenz. Für Startups ist es eine Chance, früh eine professionelle Datengrundlage zu schaffen.

Daten-Housekeeping in fünf Schritten

Der Einstieg ins Aufräumen muss nicht kompliziert sein. Wichtig ist, rasch und pragmatisch zu beginnen und nicht zu warten, bis Zeit da ist, das perfekte Datenprojekt zu starten.

1. Zentrale Datenquellen inventarisieren

Welche Systeme enthalten geschäftskritische Informationen? Dazu gehören CRM, ERP oder Buchhaltung, Produktdaten, Kundendienst-Tools, Marketingdaten, Wissensablagen, Projektmanagement-Systeme und wichtige Tabellen. Ziel ist nicht Vollständigkeit bis ins letzte Detail, sondern ein klares Bild der wichtigsten Quellen.

2. Datenqualität prüfen

Wo gibt es Dubletten? Welche Pflichtfelder fehlen? Welche Informationen sind veraltet? Und welche Daten widersprechen sich zwischen verschiedenen Systemen? Schon eine einfache Qualitätsprüfung zeigt oft, wo die grössten Risiken liegen.

3. Geschäftskritische Daten priorisieren

Nicht alle Daten sind gleich wichtig. Startups sollten zuerst dort aufräumen, wo der Geschäftsnutzen am höchsten ist: Kundendaten, Umsatzdaten, Prozessdaten, Produktinformationen und internes Wissen. Dort entsteht der grösste Hebel für KI, Automatisierung und Reporting.

4. Verantwortlichkeiten festlegen

Für jede wichtige Datenquelle braucht es eine klare verantwortliche Person. Ein Data Owner muss nicht alles selbst pflegen, aber er oder sie stellt sicher, dass Standards definiert, eingehalten und regelmässig überprüft werden.

5. Datenpflege zur Routine machen

Das Wichtigste zum Schluss: Daten-Housekeeping darf kein einmaliges Aufräumprojekt bleiben. Es braucht einfache Routinen: regelmässige Clean-ups, klare Namenskonventionen, definierte Pflichtfelder, Archivierungsregeln und kurze Reviews. Je früher diese Routinen entstehen, desto leichter lassen sie sich skalieren.

Der eigentliche Wettbewerbsvorteil

KI allein schafft noch keinen Wettbewerbsvorteil. Die meisten Tools sind für alle zugänglich. Der Unterschied entsteht dort, wo Technologie auf sauberes Wissen, gute Prozesse und verlässliche Daten trifft.

Startups, die ihre Datenbasis früh ernst nehmen, können KI schneller, sicherer und wirkungsvoller einsetzen. Sie reduzieren Reibung im Team, verbessern Entscheidungsgrundlagen, schaffen bessere Kundenerlebnisse und erhöhen die Qualität ihrer Automatisierungen.

Der erste Schritt in eine wirksame KI-Strategie ist deshalb oft unspektakulär: aufräumen. Nicht, weil Datenpflege spannender ist als KI. Sondern weil KI ohne Datenpflege ihr Potenzial nicht entfalten kann.

Wer heute sein digitales Housekeeping macht, kauft morgen nicht einfach das nächste Tool. Er baut ein Unternehmen, das überhaupt erst in der Lage ist, KI sinnvoll zu nutzen.

Bild Lisa Catena Gyger Fotocredits : Susanne Goldschmid

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Wie Startups mit wenig Budget maximale Datensicherheit erreichen

0
Unternehmen unter Druck: NIS2-Richtlinie und Sicherheitsvorfälle Bild von Gerd Altmann auf Pixabay

Steigende Cyberbedrohungen und die Anforderungen der NIS2-Richtlinie setzen junge Unternehmen unter Druck

Startups stehen vor einem Dilemma: Einerseits müssen sie das Maximum aus begrenzten Ressourcen herausholen und in Produktentwicklung und Wachstum investieren, andererseits erfordern zunehmende Cyberbedrohungen robuste Sicherheitsmaßnahmen. Der deutsche Markt für IT-Sicherheit wächst um mehr als 10 Prozent – ein Zeichen dafür, dass Unternehmen die Herausforderung ernst nehmen. Wir zeigen, wie Startups trotz knapper Budgets ihre Datensicherheit systematisch aufbauen können.

Die aktuelle Bedrohungslage für junge Unternehmen

Neu implementierte und oft auch improvisierten IT-Strukturen, begrenzte Sicherheitsbudgets und der Fokus auf Geschwindigkeit und Wachstum machen junge Unternehmen leicht angreifbar. Gleichzeitig verarbeiten viele Startups von Beginn an sensible Kundendaten oder entwickeln innovative Technologien. Diese Kombination ist es, die Cyberkriminelle bei Startups aufhorchen lässt.

Die Schäden können beträchtlich sein und weit über das bloße „Lösegeld“ nach einem Ransomware-Angriff hinausgehen. Binnen weniger Minuten kann ein Unternehmen für Tage oder sogar Wochen völlig lahmgelegt werden, während Datenschutzverletzungen nicht nur hohe Bußgelder nach sich ziehen, sondern auch das Vertrauen der Kunden nachhaltig beschädigen können. Hinzu kommt, dass viele Gründer Themen wie Arbeitsorganisation und Marketing-Strategie vom ersten Tag an bewusst verfolgen, IT-Sicherheit aber als eher nachgelagerte Aufgabe betrachten – ein Fehler, der sich rächen kann.

Identity-First Security entwickelt sich dabei zu einem zentralen Trend. Identitäten von Menschen und Maschinen werden zum primären Angriffsziel, was gerade für Startups mit hybriden Cloud-Umgebungen neue Herausforderungen schafft. Automatisierte Systeme, APIs und Bots benötigen eigene Sicherheitskonzepte, die über klassische Benutzerverwaltung hinausgehen.

NIS2-Richtlinie: Neue Pflichten auch für kleinere Unternehmen

Die EU-Richtlinie zur Netz- und Informationssicherheit (NIS2) verschärft die Anforderungen an die Cybersicherheit erheblich. Während die ursprüngliche Richtlinie primär auf größere Unternehmen und kritische Infrastruktur abzielt, haben die nationalen Umsetzungen auch Auswirkungen auf kleinere Betriebe.

Deutsche Startups müssen die Entwicklung genau verfolgen, da sich Compliance-Anforderungen schnell ändern können. Wer früh entsprechende Prozesse etabliert, hat später weniger Anpassungsaufwand. Die Richtlinie fordert unter anderem:

  • Risikomanagement-Maßnahmen für die Netz- und Informationssicherheit
  • Meldung erheblicher Sicherheitsvorfälle binnen 24 Stunden
  • Maßnahmen zur Bewältigung von Sicherheitsvorfällen
  • Business-Continuity-Pläne und Krisenmanagement

Auch Startups, die aus Compliance-Sicht nicht direkt betroffen sind, profitieren von einer frühzeitigen Auseinandersetzung mit diesen Standards, denn Kunden und Investoren erwarten zunehmend nachweisbare Sicherheitsstandards.

Kosteneffiziente Sicherheitsstrategien für das Budget-Management

Der Schlüssel liegt in der intelligenten Priorisierung: Startups sollten ihre wertvollsten Daten identifizieren und diese zuerst schützen. Eine Bestandsaufnahme zeigt schnell, welche Systeme geschäftskritisch sind und wo die größten Risiken lauern.

Cloud-First-Strategien bieten Startups erhebliche Vorteile. Große Cloud-Anbieter investieren Milliarden in Sicherheit und bieten oft besseren Schutz als selbst betriebene Server. Multi-Faktor-Authentifizierung, verschlüsselte Datenübertragung und automatische Updates sind meist bereits integriert.

Besonders effektiv sind Ressourcen im Bereich Datenmanagement eingesetzt. Regelmäßige, automatisierte Backups in getrennte Systeme schaffen beispielsweise Redundanz ohne großen manuellen Aufwand. Viele Tools lassen sich bereits für wenige Euro monatlich nutzen.

Eine Maßnahme, die nahezu keine Ressourcen benötigt, sich aber als echter Lebensretter erweisen kann, ist eine Vorab-Recherche nach spezialisierten IT-Dienstleistern. Wer im Ernstfall die Kontaktdaten von Incident-Response-Teams und Experten für RAID-Datenrettung parat hat, spart Nerven und vor allem wertvolle Zeit.

Open-Source-Sicherheitslösungen ergänzen kommerzielle Tools sinnvoll. Firewalls, Monitoring-Software und Vulnerability-Scanner gibt es oft kostenfrei – allerdings erfordern sie mehr Eigenleistung bei Installation und Wartung.

Aufbau einer schlanken Security-Organisation

Startups benötigen keine große Sicherheitsabteilung, aber klare Verantwortlichkeiten. Ein Teammitglied sollte als Security-Verantwortlicher fungieren und sich kontinuierlich weiterbilden. Diese Person koordiniert Sicherheitsmaßnahmen und dient als Ansprechpartner für Vorfälle.

Externe Expertise kann gezielt eingekauft werden:

Schulungen des Teams zahlen sich schnell aus. Phishing-Simulationen, Workshops zu sicheren Passwörtern und Sensibilisierung für Social Engineering reduzieren das Risiko menschlicher Fehler erheblich. Viele Anbieter haben spezielle Programme für kleine Unternehmen.

Unabhängige Sicherheitsexperten führen Penetrationstests durch, überprüfen Konfigurationen oder unterstützen beim Incident Response. Das ist oft kostengünstiger als eigenes Personal und bringt frische Perspektiven.

Automatisierung spielt eine zentrale Rolle: Patch-Management, Backup-Routinen und Log-Monitoring lassen sich weitgehend automatisieren. Das reduziert nicht nur Kosten, sondern auch die Fehleranfälligkeit manueller Prozesse.

Häufige Fragen

Reicht ein einfaches Cloud-Backup für Startups aus?

Cloud-Backups sind ein wichtiger Baustein, aber nicht ausreichend. Die 3-2-1-Regel empfiehlt drei Kopien der Daten auf zwei verschiedenen Medientypen, eine davon extern. Zusätzlich sollten Backups regelmäßig auf Wiederherstellbarkeit getestet werden.

Wie oft sollten Sicherheitsupdates eingespielt werden?

Kritische Sicherheitsupdates sollten innerhalb von 48 Stunden installiert werden. Für weniger kritische Updates reicht ein monatlicher Rhythmus. Automatisierte Update-Prozesse reduzieren den manuellen Aufwand erheblich.

Was kostet ein Mindestmaß an IT-Sicherheit für Startups?

Mit 200-500 Euro monatlich lassen sich bereits grundlegende Sicherheitsmaßnahmen umsetzen: Cloud-Services mit integrierten Sicherheitsfeatures, Backup-Lösungen, Anti-Malware-Software und gelegentliche externe Beratung. Der Invest ist deutlich geringer als die Kosten eines erfolgreichen Angriffs.

Fazit

Datensicherheit ist für Startups kein Luxus, sondern eine geschäftskritische Notwendigkeit. Mit einer durchdachten Strategie, intelligenter Nutzung von Cloud-Services und gezieltem Einsatz externer Expertise lässt sich auch mit begrenztem Budget ein solides Sicherheitsniveau erreichen. Der Schlüssel liegt in der frühen Integration von Sicherheitsmaßnahmen in die Geschäftsprozesse – nicht in nachträglichen Reparaturversuchen. Wer heute in Prävention investiert, spart morgen die Kosten für Schadensbehebung und verlorenes Vertrauen.

Bild Bild von Gerd Altmann auf Pixabay

Autor Elisabeth Müller

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

MEXI 2026 öffnet sich erstmals für Startups aus ganz Deutschland

0
MEXI 2026: Mannheim öffnet Startup-Preis bundesweit

MEXI 2026: Einer der höchstdotierten Nachwuchspreise Deutschlands öffnet sich erstmals für Startups außerhalb Mannheims

Mit einem Gesamtpreisvolumen von über 50.000 Euro zählt der Mannheimer Existenzgründungspreis zu den finanziell stärksten Startup-Awards im deutschsprachigen Raum. 2026 macht der MEXI einen historischen Schritt: Erstmals in seiner über 20-jährigen Geschichte ist eine Kategorie nicht mehr an einen Unternehmenssitz in Mannheim gebunden. Mit Textile öffnet sich eine der fünf Wettbewerbskategorien bundesweit sowie für Österreich und die Schweiz. Parallel dazu schließt die neue Kategorie Scale Up eine Lücke für Unternehmen, die die Gründungsphase bereits hinter sich gelassen haben.

Was ist der MEXI?

Der Mannheimer Existenzgründungspreis (MEXI) zählt zu den bedeutendsten regionalen Startup-Preisen in Deutschland. Ausgerichtet von der Wirtschafts- und Strukturförderung der Stadt Mannheim gemeinsam mit NEXT MANNHEIM, prämiert er jährlich herausragende unternehmerische Leistungen mit einem Gesamtpreisvolumen von über 50.000 Euro in fünf Kategorien. Schirmherr ist Oberbürgermeister Christian Specht.

Neu 2026: Kategorie Scale Up

Eine wichtige Neuerung ist die Einführung der Kategorie Scale Up mit 10.000 Euro Preisgeld, gesponsert von der Zodiac Vermögens-Verwaltungs GmbH. Sie richtet sich an Mannheimer Unternehmen, deren Gründung drei bis sechs Jahre zurückliegt und die eine positive Entwicklung bei Umsatz, Mitarbeitenden und Kundenstamm nachweisen können.

Damit reagiert der MEXI auf eine Lücke im regionalen Förderökosystem: Wachstumsunternehmen, die die typische Early Stage Förderung bereits hinter sich gelassen haben, fanden bislang kaum spezifische Angebote im Rahmen etablierter Startup-Awards.

Neu 2026: Kategorie Textile erstmals ohne regionale Hürde

Weitere Premiere in diesem Jahr: Die bisherige Kategorie Fashion wird zu Textile und durchbricht als erste MEXI-Kategorie überhaupt die bisherige Bindung an einen Unternehmenssitz in Mannheim. Gründerinnen und Gründer aus ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz können sich bewerben.

Hauptsponsor ist das Fachmagazin TextilWirtschaft (DFV-Mediengruppe) aus Frankfurt. Das Preispaket ist zugleich das umfangreichste im gesamten MEXI-Portfolio und umfasst:

– Mediapreis im Wert von 10.000 Euro sowie 2.500 Euro Preisgeld

– Jahresmitgliedschaft im Fashion Council Germany

– Drei Monate kostenloses Atelier mit Werkstattzugang im Gründungszentrum Textilerei

– Kostenfreie, teilmöblierte Wohnung in der Mannheimer Innenstadt (gesponsert von Hildebrandt & Hees GmbH)

– Ausstellungsfläche im innerstädtischen Pop-up-Store Hometownglory

– Goldener Saisonpass für Veranstaltungen am Hafen49

Alle fünf Kategorien im Überblick

– Technologie – Sponsor: Roche Diagnostics GmbH

– Dienstleistung – Sponsor: Sparkasse Rhein Neckar Nord

– Impact – Sponsor: Essity GmbH

– Scale Up – Sponsor: Zodiac Vermögens-Verwaltungs GmbH

– Textile – Sponsor: Fachmagazin TextilWirtschaft / DFV-Mediengruppe

Pitch-Training und Finalrunde

Alle Finalistinnen und Finalisten erhalten ein gesponsertes professionelles Pitch-Training mit der Agentur dreivondrei, die den MEXI bereits zum dritten Mal begleitet. Das zweistufige Bewerbungsverfahren sieht zunächst eine Onepager-Einreichung vor. Die drei bestbewerteten Bewerberinnen und Bewerber jeder Kategorie werden zur Abschlusspräsentation vor der Jury eingeladen.

Große Preisverleihung am 17. September

„Mannheim bietet Gründer*innen ein starkes Umfeld, um Ideen erfolgreich in die Praxis umzusetzen. Mit dem MEXI machen wir diese Innovationskraft sichtbar und fördern gezielt Unternehmen, die unsere Wirtschaft nachhaltig voranbringen“, so Wirtschaftsbürgermeister Thorsten Riehle.

„Der MEXI zeigt jedes Jahr aufs Neue, wie vielfältig und zukunftsorientiert die Mannheimer Gründungsszene ist. Diese Dynamik wollen wir weiter stärken und gezielt unterstützen“, betont Christiane Ram, Leiterin der Wirtschafts- und Strukturförderung.

„Was mich am MEXI 2026 besonders freut: Wir trauen uns, die Spielregeln weiterzuentwickeln. Erstmals können sich Gründerinnen und Gründer aus ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz bewerben – ein klares Signal, dass Mannheim als Gründungsstandort über die eigenen Stadtgrenzen hinausdenkt“, sagt Christian Sommer, Geschäftsführer NEXT MANNHEIM.

Die Bewerbungsphase endet am 31. Juli 2026. Die Gewinner*innen werden von einer unabhängigen Jury ausgewählt. Die große Preisverleihung findet am 17. September 2026 in Mannheim statt.

Organisiert wird das Event von der Wirtschafts- und Strukturförderung der Stadt Mannheim gemeinsam mit NEXT MANNHEIM.

Quelle Bild und Text: mg: mannheimer gründungszentren gmbh

Du bist in der Menopause und deine Frauenärzt:in sagt, da musst du durch? Dann geh zu jemand anderem.

0
Wechseljahre: Menopause und Perimenopause verstehen Dr. med. Katrin Schaudig & Katrin Simonsen Autorin und Frauenärztin, spezialisiert auf die Behandlung von Hormonstörungen, und Präsidentin der Deutschen Menopause Gesellschaft e.V. (DMG) Moderatorin und Redakteurin beim Nachrichtenradio MDR AKTUELL © MDR Aktuell Isabel Gruhle

Elf Millionen Frauen sind in Deutschland gerade in den Wechseljahren und viele werden mit ihren Beschwerden allein gelassen. Mit langfristigen Folgen für die Gesundheit – und sogar für die Wirtschaft. herCAREER spricht mit Dr. Katrin Schaudig, Gynäkologin und Hormonspezialistin, und mit der Journalistin Katrin Simonsen. In ihrem Podcast „Hormongesteuert“ und hier erzählen die beiden, warum Wissen der Schlüssel zu einer gesunden Zukunft ist.

„Frauen müssen besser aufgeklärt werden und wir brauchen flächendeckend bessere Therapiemöglichkeiten.“

herCAREER: Frau Dr. Schaudig, Frau Simonsen, Wechseljahre – da denken viele immer noch an Hitzewallungen bei Frauen über 50. Ab wann sollten sich Frauen mit dem Thema befassen?

Dr. Katrin Schaudig: Im Schnitt haben Frauen ihre letzte Regelblutung mit 51 bis 52 Jahren, aber die Perimenopause beginnt bei manchen schon in ihren späten 30ern. Ich würde gern kurz die Begrifflichkeiten klären: Die letzte Regelblutung gilt als die eigentliche Menopause, zur Definition gehört, dass man danach ein Jahr blutungsfrei ist. Ab dann beginnt die Postmenopause. Aber die Wechseljahre fangen eben schon Jahre vorher an, mit der Perimenopause.

herCAREER: Woran erkenne ich, dass die Perimenopause beginnt?

Dr. Katrin Schaudig: Wenn der Zyklus unregelmäßig wird, ist das ein Zeichen. Wenn die Blutung plötzlich mal nach 25 Tagen einsetzt, dann nach 30 Tagen und zwischendurch setzt sie mal aus, vielleicht kommt hinzu, dass die Blutungen nicht mehr gleich stark sind – dann lohnt es, darauf zu achten, ob auch noch andere Symptome auftreten.

herCAREER: Was ist denn typisch?

Dr. Katrin Schaudig: Schlafstörungen sind oft das erste Symptom, vor allem, wenn man plötzlich nicht mehr durchschlafen kann. Ein anderes Zeichen sind depressive Verstimmungen, oder man kann sich schlechter konzentrieren, hat vielleicht Wortfindungsstörungen oder entwickelt eine Panikstörung. Bei manchen Frauen beginnt die Perimenopause zehn Jahre vor der letzten Regelblutung, bei anderen erst ein Jahr vorher.

Katrin Simonsen: Eigentlich wäre es sinnvoll, Mädchen würden schon in der Schule mehr über ihren Zyklus lernen und auch etwas über die verschiedenen Phasen der Wechseljahre. Wir merken bei den Hörerinnenfragen zu unserem Podcast „Hormongesteuert“ immer wieder, wie wichtig es ist, ein besseres Verständnis für den eigenen Körper zu haben.

herCAREER: Vor kurzem habe ich ein T-Shirt mit dem Aufdruck gesehen: „Menopause. Puberty’s Evil Older Sister.“ Beschreibt das die Realität?

Katrin Simonsen: Das ist zu 100 Prozent meine Erfahrung. Die Pubertät war bei mir unproblematisch, und ich war null darauf vorbereitet, was mich in den Wechseljahren erwartet. Ich bekam damals extremes Herzrasen und Herzstolpern und alle meine Ärztinnen und Ärzte, auch die Kardiologen, haben den Zusammenhang zwischen Herzbeschwerden und der Hormonumstellung nicht erkannt. Viele andere Symptome wie Migräne, Schwindel, Wortfindungsstörungen konnte ich erst im Nachhinein zuordnen. (Podcast-Tipp: Warum ist Gendermedizin so wichtig für Frauen?)

Dr. Katrin Schaudig: Es gibt ein paar wesentliche Unterschiede zur Pubertät. Wenn die Eierstöcke für die fertile Phase „angeschaltet“ werden, kommt es zwar zu körperlichen Veränderungen, aber die pendeln sich in den drei, vier, fünf Jahren der Pubertät meist ein. Und das Ganze ist hoffentlich der Start in ein pralles Leben. Dagegen können Wechseljahresbeschwerden wie Hitzewallungen unbehandelt auch 30 Jahre auftreten, wenn man Pech hat. Aber vor allem ist der Beginn der Wechseljahre für viele der erste Point of no Return im Leben, die fruchtbare Phase geht zu Ende, und oft wird einem zum ersten Mal die eigene Endlichkeit bewusst.

herCAREER: In Ihrem Buch „Hot Stuff“ beschreiben Sie, dass viele es als echtes Hormon-Chaos erleben, wenn der Körper in der Perimenopause die Eierstöcke allmählich „abschaltet“. Was ist da los?

Dr. Katrin Schaudig: Wir beginnen erst in den letzten 10 bis 15 Jahren, die Perimenopause besser zu verstehen. Es gibt verschiedene Hypothesen, zum Beispiel, dass die starken Schwankungen von Östrogen und Progesteron die Symptome verursachen. Es wird auch erforscht, welchen Einfluss die Hypothalamus-Hypophysen-Achse bei den Hormon-Schwankungen hat, das ist das System, das unseren gesamten Hormonhaushalt steuert. Auch Neurotransmitter oder die veränderte Ausschüttung des Stresshormons Cortisol können eine Rolle spielen. Wahrscheinlich ist es eine Summe von Dingen, die die hormonelle Balance in Gehirn und Körper aus dem Takt bringen.

herCAREER: Zurzeit sind in Deutschland rund elf Millionen Frauen in den Wechseljahren.

Katrin Simonsen: Ja, aber nicht alle spüren die Veränderungen gleich stark. Rund ein Drittel merkt kaum etwas, ein Drittel hat deutliche Symptome, kommt aber gut damit klar, und das letzte Drittel der Frauen reißt es von den Beinen, manche sind länger krankgeschrieben, manche müssen ihre Arbeit reduzieren. Bei der MenoSupport-Studie der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin haben fast 20 Prozent der Frauen über 55 angegeben, dass sie wegen Wechseljahresbeschwerden früher in Rente gehen wollen oder schon gegangen sind.

herCAREER: Droht Frauen damit das Label des „ewigen Mängelwesen“: Erst können sie schwanger werden, dann sind sie abgelenkt durch Care-Arbeit und im Anschluss Opfer ihrer Hormone. Wie lässt sich verhindern, dass die Wechseljahre für Frauen zur Falle werden?

Katrin Simonsen: Es gibt den Vorwurf, die Aufklärung über Wechseljahre würde Frauen auf ihre Hormone reduzieren und sei deshalb antifeministisch. Ich sehe es eher so, dass wir anerkennen müssen, dass Frauen keine „kleinen Männer“ sind. Frauen in ihren biologischen Besonderheiten zu sehen und ernst zu nehmen, bringt uns alle voran. Die MenoSupport-Studie hat auch ermittelt, dass die Wechseljahre einen wirtschaftlichen Schaden von 9,4 Milliarden Euro verursachen, weil Frauen medizinisch eben nicht ernst genommen werden. Das Thema weiter zu bagatellisieren, bringt gar nichts.

Dr. Katrin Schaudig: Im Gegenteil, Frauen müssen besser aufgeklärt werden und wir brauchen flächendeckend bessere Therapiemöglichkeiten. Es gibt durchaus einen gesellschaftlichen Wandel. Männer nehmen heute Elternzeit, ich erlebe auch Paare, die Care-Arbeit wirklich teilen. Gleichzeitig müssen wir aufpassen, dass wir keinen Backlash erleben. Die Rechtspopulisten zelebrieren ja nicht zufällig alte Rollenbilder wie die Tradwives.

herCAREER: Sie waren selbst stark von den Wechseljahresbeschwerden betroffen, Frau Simonsen.

Katrin Simonsen: Ja, ich war ein ganzes Jahr krankgeschrieben und habe zwischendurch gedacht, ich könnte nie wieder arbeiten gehen. Mich hat dann die Hormontherapie gerettet.

herCAREER: Die Hormontherapie wird oft mit Skepsis betrachtet, weil Anfang der 2000er-Jahre der Verdacht aufkam, sie könne das Brustkrebsrisiko erhöhen. Was ist der aktuelle wissenschaftliche Stand?

Dr. Katrin Schaudig: Man geht heute davon aus, dass das Risiko durch die Hormontherapie gering ist, was allerdings auch von der Art und der Dauer der angewandten Therapie abhängt. Übergewicht und Alkohol stellen ein deutlich größeres Krebsrisiko dar, aber darüber wird kaum geredet. Ich muss immer an einen Satz denken, den eine Autorin mal in einer Talkshow gesagt hat: „Wenn Männer Hitzewallungen hätten, gäbe es an jeder Tankstelle Östrogene.“ Mir kommt das manchmal vor wie so eine Art Bibel-Denke, nach dem Motto: „Du sollst unter Schmerzen gebären“ – Frauen sollen einfach aushalten, dass es ihnen schlecht geht und nichts dagegen tun.

Katrin Simonsen: Damit das jede Frau für sich selbst entscheiden kann, ist Aufklärung wichtig. Dazu gehört, auch zu wissen, dass Hormone ein Hilfsmittel in dieser Lebensphase sein können, ohne dass man sie unbedingt bis ans Ende des Lebens nehmen muss. Vielen Frauen hilft allein schon, zu wissen, was hinter ihren Beschwerden steckt. Zu sehen: Ich bin nicht verrückt. Und ich bin nicht die einzige, der es so geht.

herCAREER: Gibt es Alternativen, um Beschwerden effektiv zu lindern?

Dr. Katrin Schaudig: Es gibt verschiedene Ansätze. Achtsamkeitstraining finde ich für vieles im Leben super. Hypnose und Akupunktur sind Ansätze, und es gibt pflanzliche Präparate, einige davon sind sogenannte Phytoöstrogene …

herCAREER: … sekundäre Pflanzenstoffe, die in ihrer chemischen Struktur dem menschlichen Östrogen ähneln und zum Beispiel bei Hitzewallungen helfen sollen.

Dr. Katrin Schaudig: Ja. Für mich ist immer die wichtigste Frage: Was ist das Hauptproblem der Patientin? Ich erinnere mich an einen Kongress der Menopause Society in den USA: Auf einem Panel zu Depressionen und Schlafstörungen saßen lauter Psychiater, die Antidepressiva und Schlafmittel empfahlen. Und ich dachte: Warum setzt ihr nicht bei der Ursache an und gebt den Frauen die Hormone, die ihnen fehlen? Vielleicht liegt es daran, dass ich weiß, was ich tue, aber ich würde in so einer Situation sehr viel lieber Hormone als ein Antidepressivum nehmen.

herCAREER: Sehen Sie das so auch bei den anderen Wechseljahresbeschwerden?

Dr. Katrin Schaudig: Ja. Natürlich kann man theoretisch bei Hitzewallungen Phytoöstrogene wie Sojaderivate, Hopfen, Rhabarberwurzel oder ähnliches geben. Doch auch da denke ich, ich würde lieber gleich the real stuff nehmen, also Hormone, die die hormonelle Dysbalance ausgleichen. Gezielt kann man einzelne Symptome auch mit nicht östrogenartigen Pflanzenstoffen angehen, zum Beispiel Schlafstörungen mit Baldrian oder Mariendistel, oder depressive Verstimmungen mit Johanniskraut. Oder auch mit der Traubensilberkerzen, die gegen Hitzewallungen helfen soll. Ich setze lieber bei der Ursache der Beschwerden an, als einzelne Symptome zu behandeln. Aber das ist wohl auch eine Frage des Leidensdrucks.

herCAREER: Brauchen wir Anpassungen im Medizinstudium und in der Weiterbildung?

Dr. Katrin Schaudig: Das Problem ist erkannt. Die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe hat gerade ein Curriculum aufgelegt für eine bessere Ausbildung angehender Frauenärzt:innen im Hinblick auf Hormone.

Katrin Simonsen: Aber selbst Ärzt:innen, die sich dafür interessieren, haben eigentlich keine Zeit, Frauen wirklich zu beraten, weil sie insgesamt nur sieben Minuten Beratungszeit im Quartal abrechnen können. In Bayern ist gerade als Modellversuch die W1-Beratung für Frauen in den Wechseljahren geplant, die könnte wirklich etwas verändern. (Anm. d. Red.: In der W1-Pilotstudie der Technischen Universität München sollen rund 500 Frauen in einem 30-minütigen Gespräch über die Wechseljahre aufgeklärt werden, wie sich diese auf Knochengesundheit, Herz-Kreislauf, Sexualität, Schlaf, Psyche und Gewicht auswirken können und welche Präventionsmaßnahmen helfen können.)

herCAREER: Die Menopause wird manchmal auch als „Goldener Moment“ im Leben beschrieben, warum?

Dr. Katrin Schaudig: Es ist der Moment, in dem man die Weichen für die nächsten hoffentlich gesunden Lebensjahrzehnte stellen kann. Spätestens dann sollte man Vorsorgeuntersuchungen wahrnehmen und über seinen Lebensstil nachdenken. Es ist der Moment, in dem das Östrogen wirklich wegfällt, dadurch steigen die Risiken für bestimmte Erkrankungen, etwa Osteoporose, Diabetes und Bluthochdruck, Frauen holen leider auch beim Herzinfarkt auf. Hier können Hormone einen Nutzen bringen, mindestens so wichtig ist aber eine gesunde Ernährung und körperliche Aktivität.

herCAREER: Und wenn ich den Zeitpunkt verpasst habe?

Dr. Katrin Schaudig: Wenn Sie zehn Jahre nach der letzten Blutung mit einer Hormontherapie beginnen, hat Ihr Herz-Kreislauf-System tatsächlich nichts mehr davon. Aber wenn sie unter Hitzewallungen leiden und keine Lust mehr darauf haben, oder eine Osteoporose diagnostiziert wird, dann kann mit Hormonen auch Jahre nach der Menopause noch begonnen werden. Das muss im Einzelfall gut überlegt sein.

Katrin Simonsen: Wissen ist ein Schlüssel. Ich habe früher gedacht, die Menopause bedeutet, dann blute ich nicht mehr, aber sonst bleibt alles wie vorher. Ich hatte keine Vorstellung, was dieser Hormonmangel in meinem Körper machen kann, und ich glaube, so geht es vielen Frauen. Deshalb lohnt es, sich zu informieren und sich und seinem Körper etwas Gutes zu tun, mehr Sport, bessere Ernährung … Wir wollen ja alle möglichst gesund alt werden und den Schalter dafür können wir in der Lebensmitte umlegen.

herCAREER: Was würden Sie jeder Frau am Anfang der Perimenopause sagen?

Katrin Simonsen: Versorg dich mit gutem Wissen, tausch dich mit anderen Frauen aus und wenn dein:e Frauenärzt:in sagt „Das ist Natur, da müssen Sie durch“, dann geh zu jemand anderem.

Dr. Katrin Schaudig: Das klingt jetzt vielleicht blöd, aber ich würde raten, unseren Podcast zu hören. Dann kann man seinem Arzt oder seiner Ärztin gezielte Fragen stellen. Und der beste erste Schritt ist immer, ein Bewusstsein dafür zu entwickeln, was im Körper passiert.

Das Interview führte die freie herCAREER-Redakteurin Silvia Feist.

Dr. med. Katrin Schaudig und Katrin Simonsen werden am 22. Oktober 2026 beim Podcast-MeetUp auf der herCAREER Expo live eine Folge des herCAREER Voice Podcasts zum Thema Menopause aufzeichnen.

Bild Dr. med. Katrin Schaudig & Katrin Simonsen Autorin und Frauenärztin, spezialisiert auf die Behandlung von Hormonstörungen, und Präsidentin der Deutschen Menopause Gesellschaft e.V. (DMG) Moderatorin und Redakteurin beim Nachrichtenradio MDR AKTUELL © MDR Aktuell Isabel Gruhle

Quelle messe.rocks GmbH

KI Agenten Sicherheit treibt NeuralTrust zu 20 Mio. US-Dollar Finanzierung

0
KI Agenten Sicherheit bringt NeuralTrust 20 Mio. neural trust team bild

KI Agenten Sicherheit treibt NeuralTrust zu 20 Mio. US-Dollar Finanzierung

Die Bedeutung von KI Agenten Sicherheit wächst rasant, da Unternehmen immer mehr autonome KI-Systeme produktiv einsetzen. NeuralTrust reagiert auf diese Entwicklung und erhält 20 Millionen US-Dollar, um seine Plattform für Überwachung, Steuerung und Absicherung von KI-Agenten weiter auszubauen.

BARCELONA (Spanien), 17. Juni 2026 – NeuralTrust, die Plattform für KI Agenten Sicherheit, gibt eine Seed-Finanzierungsrunde über 20 Millionen US-Dollar bekannt. Damit handelt es sich um die bislang größte Cybersecurity-Seed-Finanzierung aus der Europäischen Union.

Angeführt wird die Runde von Alstin Capital. Außerdem beteiligen sich VentureFriends, Seaya, Kibo Ventures, Banc Sabadell, EA Ventures Plug and Play Fund sowie Finaves, der Venture-Capital-Fonds der IESE Business School.

Mit dem frischen Kapital will NeuralTrust sein Entwicklungsteam ausbauen, die Produktintegration vertiefen und die Expansion in Europa beschleunigen.

KI Agenten Sicherheit wird zur zentralen Herausforderung

Die Finanzierung erfolgt in einer Phase, in der KI-Agenten zunehmend Teil der Unternehmensinfrastruktur werden. Gleichzeitig können viele Unternehmen deren Aktivitäten nur unzureichend überwachen.

Laut Gartner werden bis 2027 rund 40 Prozent der Unternehmen autonome KI-Agenten herabstufen oder abschalten, weil Governance-Probleme erst nach Vorfällen sichtbar werden.

Zudem sollen Fortune-500-Unternehmen bis 2028 jeweils mehr als 150.000 KI-Agenten einsetzen. Dennoch fühlen sich aktuell nur 13 Prozent der Unternehmen ausreichend vorbereitet.

NeuralTrust schafft Kontrolle über autonome Systeme

In vielen Unternehmen entstehen KI-Agenten inzwischen in unterschiedlichen Abteilungen und auf verschiedenen Plattformen.

Dadurch verlieren Sicherheitsteams häufig den Überblick über aktive Systeme, Berechtigungen und potenzielle Risiken.

NeuralTrust löst dieses Problem mit einer zentralen Plattform. Unternehmen erhalten vollständige Transparenz über ihre KI-Agenten, können Berechtigungen steuern und kritische Systeme bei Bedarf sofort stoppen.

KI Agenten Sicherheit schützt Unternehmen vor Risiken

NeuralTrust analysiert täglich Millionen von Agenten-Interaktionen. Nach Angaben des Unternehmens erfordern rund 1,2 Prozent dieser Aktivitäten ein Eingreifen.

Die Plattform erkennt unter anderem Versuche zur Datenextraktion, Tool-Manipulationen und Regelverstöße in Echtzeit. Anschließend stoppt sie diese automatisch.

Dadurch reduziert NeuralTrust Sicherheitsrisiken, bevor Schäden entstehen.

Drei Produkte bilden die Sicherheitsplattform

Die Plattform besteht aus drei zentralen Komponenten.

TrustGate fungiert als Agenten-Gateway und kontrolliert jeden LLM-, MCP- und Tool-Aufruf.

TrustGuard schützt den laufenden Betrieb und erkennt Bedrohungen plattformübergreifend.

TrustLens identifiziert sämtliche KI-Agenten innerhalb eines Unternehmens und überwacht deren Verhalten.

Gemeinsam schaffen diese Lösungen eine integrierte Sicherheitsarchitektur für KI-Agenten.

Führende Unternehmen setzen auf NeuralTrust

Zu den Kunden zählen AirEuropa, Abanca, Iberia und Banc Sabadell. Darüber hinaus nutzen internationale Banken, Fluggesellschaften, Energieunternehmen und Behörden die Plattform.

92 Prozent der Kunden erzielen einen Jahresumsatz von mehr als einer Milliarde US-Dollar. Zudem stammen 80 Prozent der Kunden aus Europa.

Die Nachfrage wächst stark. Bereits im ersten Quartal 2026 verdoppelte NeuralTrust den gesamten ARR des Jahres 2025.

Forschung stärkt die KI Agenten Sicherheit

NeuralTrust prägt die Entwicklung moderner Sicherheitsstandards für künstliche Intelligenz aktiv mit.

Das Unternehmen identifizierte neue Angriffsmethoden wie „Echo Chamber“ und „Semantic Chaining“. Diese zählen inzwischen zur Taxonomie des OWASP AI Security Project.

Zusätzlich wurde NeuralTrust von Gartner als „Representative Vendor“ eingestuft. Auch KuppingerCole und MarketsandMarkets führen das Unternehmen als Marktführer in ihren Analysen.

Finanzierung beschleunigt das Wachstum

NeuralTrust wurde von Joan Vendrell, Victor Garcia und Alejandro Domingo gegründet. Das Führungsteam bringt Erfahrung aus Unternehmen wie Amazon, Mango, McKinsey sowie regulierten Telekommunikations- und Bankensektoren mit.

Die neue Finanzierung soll die Entwicklung der Plattform beschleunigen und zusätzliche KI-Modelle, Werkzeuge sowie Plattformen absichern.

„KI-Agenten sind mittlerweile fester Bestandteil des Unternehmensbetriebs, doch die Kontrollmechanismen zu ihrem Schutz hinken noch hinterher“, sagt Joan Vendrell, Mitbegründer und CEO von NeuralTrust.

Bis Ende 2026 will das Unternehmen Marktführer für KI Agenten Sicherheit in Europa werden. Anschließend soll die internationale Expansion folgen.

„Wir glauben, dass die Sicherung von KI-Agenten in der Unternehmensinfrastruktur zu einem der entscheidenden Probleme in der Cybersicherheit wird und NeuralTrust am besten aufgestellt ist, um diese Herausforderung zu meistern“, sagt Alexander Meyer-Scharenberg, Partner bei Alstin Capital.

Bildcredits NeuralTrust

Quelle Maschmeyer Group/ MM Support GmbH

Neueste Beiträge