Freitag, April 17, 2026
Start Blog Seite 10

MatheBuddy gewinnt und zieht ins Finale ein

0
Start up BW Elevator Pitch MatheBuddy gewinnt Bildcredits/Fotograf: Sinem Ertürk - green bee design

Bühne frei für Innovation Viktor Becker gewinnt den Regional Cup Böblingen des Start up BW Elevator Pitch 2025 26

Mit dem Gründungswettbewerb Start up BW Elevator Pitch sucht das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus Baden Württemberg in der neuen Wettbewerbsrunde 2025 26 wieder nach den besten Geschäftsideen und engagiertesten Gründerinnen und Gründern im Land. In ganz Baden Württemberg finden dazu Cups statt, die von engagierten Partnern vor Ort organisiert werden und als Vorentscheide für das Landesfinale dienen.

Der Regional Cup Böblingen fand am 19.03.2026 in Böblingen statt. Viktor Becker mit MatheBuddy setzte sich mit seiner Geschäftsidee einer digitalen 1 zu 1 Mathe Lernbegleitung für zuhause gegen die Konkurrenz durch und sicherte sich damit das Ticket für das Landesfinale.

Dr. Nicole Hoffmeister Kraut, Ministerin für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus: „Ich freue mich, dass der Landkreis Böblingen Gründerinnen und Gründern mit dem Vorentscheid eine Bühne für ihre innovativen Ideen bietet. Formate wie der Start up BW Elevator Pitch zeigen, wie viel Kreativität und Unternehmergeist in Baden Württemberg stecken.“

Glückwünsche der Wirtschaftsministerin

Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister Kraut gratuliert dem Siegerteam:
„Herzlichen Glückwunsch an Viktor Becker von MatheBuddy Ich freue mich, dass der Landkreis Böblingen Gründerinnen und Gründern mit dem Vorentscheid die Möglichkeit bietet, ihre innovativen Geschäftsideen einem breiten Publikum zu zeigen. Gründerinnen und Gründer prägen mit ihren Ideen die Zukunft unserer Wirtschaft. Mit unserer Landeskampagne Start up BW möchten wir sie dabei bestmöglich unterstützen von der ersten Idee bis zum erfolgreichen Geschäftsmodell.

Der Start up BW Elevator Pitch schafft dafür eine ideale Plattform Hier können junge Unternehmen ihre Konzepte frühzeitig präsentieren Feedback erhalten und wertvolle Kontakte für ihre weitere Entwicklung knüpfen.“

Zehn Teams präsentieren ihre Ideen

Beim Regional Cup Böblingen präsentierten 10 Teams ihre Geschäftsideen vor einer Fachjury und dem Publikum.

Zum Start up BW Elevator Pitch

Das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus Baden Württemberg richtet den Wettbewerb Start up BW Elevator Pitch seit 2013 als Teil der Landeskampagne Start up BW aus. Die Teilnehmenden haben wenige Minuten Zeit Jury und Publikum von ihrer Geschäftsidee zu überzeugen. Die Gewinnerinnen und Gewinner der Regional Cups qualifizieren sich für das Landesfinale das einmal jährlich stattfindet.

Kriterien für die Teilnahme am Landesfinale

Mindestalter 18 Jahre am Tag des Vorentscheids
Aktive Arbeit an der Geschäftsidee nicht länger als fünf Jahre
Reale Geschäftsidee keine fiktive Gründung
Standort des Unternehmens in Baden Württemberg
Teilnahme mit einer neuen Idee

Weitere Informationen

www.startupbw.de/elevatorpitch

Bildcredits/Fotograf: Sinem Ertürk – green bee design

Quelle Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus

INCIRT will Europas Chipindustrie neu definieren

0
Chiparchitektur von INCIRT für neue Datenwandler Gründer und CEO Dr. Oner Hana Copyright INCIRT

INCIRT schließt Finanzierungsrunde über 4,8 Millionen Euro ab

Das Aachener Deep Tech Unternehmen INCIRT hat eine Finanzierungsrunde über 4,8 Millionen Euro erfolgreich abgeschlossen. Angeführt wurde die Runde von Early Stage VC Fonds Lifeline Ventures; beteiligt ist zudem der High Tech Gründerfonds.

Mit dieser Finanzierung sichert sich INCIRT den Weg zur Kommerzialisierung seiner neuartigen Chiparchitektur, die einen entscheidenden Beitrag zur digitalen Souveränität Europas leisten könnte.

Neue Chiparchitektur überwindet bisherige Grenzen

INCIRT entwickelt eine neue Generation von Datenwandlern, die eine bis zu 100 mal schnellere Datenwandlung ermöglicht als bisherige Ansätze. Die Technologie überwindet damit zentrale technische Grenzen der Halbleiterindustrie, ohne auf immer kleinere und teurere Fertigungsstrukturen angewiesen zu sein.

Datenwandler sind ein Schlüsselbaustein moderner Kommunikations und Sensorsysteme. Sie bestimmen, wie schnell, effizient und zuverlässig Daten zwischen der digitalen Welt und realen Anwendungen übertragen werden. INCIRT hat diesen Baustein grundlegend neu gedacht und eine Systemarchitektur entwickelt, die nicht auf Optimierung bestehender Technik setzt, sondern auf intelligente Parallelisierung.

Chipproduktion in Europa als strategischer Vorteil

Ein wesentlicher Unterschied zu etablierten Lösungen liegt in der Fertigung. INCIRT hat die Technologie erfolgreich als funktionsfähigen Silizium Chip umgesetzt. Die Chips werden auf 22 Nanometer Technologie in Europa gefertigt und ermöglichen damit leistungsfähige Halbleiterproduktion ohne Abhängigkeit von hochskalierter, außereuropäischer Fertigung. Statt immer kleinerer Strukturen steht bessere Architektur im Mittelpunkt.

Dieser Ansatz stärkt die europäische Wertschöpfungskette für kritische Infrastrukturanwendungen wie Satelliten und Mobilfunkkommunikation.

Enabler für Satelliten und Telekommunikationsinfrastruktur

Die Technologie von INCIRT adressiert Daten und energieintensive Märkte wie Satellitenkommunikation und Mobilfunkinfrastruktur.

In Satelliten ermöglicht die Architektur deutlich höhere Datenraten bei geringerem Energieverbrauch. Das schafft Spielraum im begrenzten Power Budget, erlaubt mehr Antennen pro Satellit, mehr Daten pro Orbit und eine längere Missionsdauer bei sinkenden Kosten pro übertragenem Bit.

In einem weiteren Anwendungsfeld, der Telekommunikation, eröffnet INCIRT neue Funk und Systemarchitekturen. Netzbetreiber profitieren von höherer Kapazität bei gleichem Energieverbrauch, niedrigeren Betriebskosten und zukunftsfähigen Plattformen für die Weiterentwicklung von 5G und darüber hinaus.

Kapital für den nächsten Entwicklungsschritt

Die Finanzierung treibt Produktentwicklung und Industrialisierung voran. Sie ermöglicht die Weiterentwicklung der Technologie, ihre Validierung sowie die Vorbereitung erster Kundenprojekte und den Markteintritt.

„Unsere Architektur ermöglicht Leistungssteigerungen, die mit klassischer Halbleiterentwicklung kaum noch erreichbar sind“, sagt Oner Hanay, Mitgründer und CEO von INCIRT. „Gleichzeitig zeigen wir, dass Hochleistungschips auch mit europäischer Fertigungstechnologie realisierbar sind. Das ist technologisch wie strategisch ein entscheidender Schritt in Richtung digitaler Souveränität Europas. Ein Ziel ist beispielsweise, dass in zehn Jahren alle europäische Satellitenkonstellationen wir sprechen von 5.000 bis 10.000 Stück mit INCIRT Technologie ausgerüstet sein werden.“

Petteri Koponen, Gründungspartner bei Lifeline Ventures, fügt hinzu:

„Wir freuen uns, INCIRT bei der Vermarktung seiner Technologie zu unterstützen. Die Technologie behebt kritische Engpässe in der Kommunikation und Infrastruktur und bietet erhebliches Wachstumspotenzial auf den globalen Märkten. Dies macht INCIRT zu einem attraktiven Partner für führende Technologieunternehmen aus verschiedenen Branchen weltweit.“

Bild Gründer und CEO Dr. Oner Hana Copyright INCIRT

Quelle DEDERICHS REINECKE & PARTNER

SOUS sichert sich 4 Mio Euro und will Restaurants mit KI komplett neu erfinden

0
Restaurants Wachstum mit KI durch SOUS Bild: SOUS Founder Team v.l.n.r Devon Scoulelis, Thomas Scholte und William Hurst Bildcredits/Fotograf: Krijn Van Der Lugt

SOUS sammelt 4 Mio Euro in der Seed Runde ein, um KI gestützte Wachstumssoftware für Restaurants zu entwickeln

SOUS, die KI gestützte Wachstumsplattform für unabhängige Gastronomiebetriebe, die den gesamten Prozess von der Kundengewinnung über die Transaktion bis hin zur Kundenbindung abdeckt, gibt heute seine Seed Runde in Höhe von 4 Mio. Euro bekannt. Gegründet von Devon Scoulelis und Thomas Scholte sowie dem später hinzugekommenen Mitbegründer William Hurst als CTO, baut SOUS die digitale Wachstumsinfrastruktur für unabhängige Restaurants auf und hilft Betreibern dabei, ihre Online Sichtbarkeit zu erhöhen, direkt an Kunden zu verkaufen und stärkere langfristige Beziehungen zu ihren Gästen aufzubauen.

Die Runde wurde von seed + speed Ventures angeführt, unter Beteiligung des bestehenden Investors PeakBridge sowie von āltitude, Gekko Capital und einer Gruppe erfahrener Angel Investoren. Die Finanzierung wird den Ausbau der Produkt und Engineering Teams von SOUS unterstützen, genauso wie die Weiterentwicklung der KI gestützten Plattform und die voranschreitende internationale Expansion in ganz Europa, zunächst mit Fokus auf Deutschland.

KI Agenten für das Wachstum von Restaurants

SOUS ist als ganzheitliche Wachstumsplattform konzipiert, die Restaurants dabei hilft, sichtbarer zu werden, diese Sichtbarkeit direkt in Umsätze zu verwandeln und die Beziehungen zu ihren Gästen dauerhaft aufzubauen. Heute ist dieser gesamte Prozess unterbrochen. Die Gastronomiebranche befindet sich in einem tiefgreifenden Wandel, da die Kundenakquise zunehmend online stattfindet über Suchmaschinen, Karten, soziale Plattformen und nun auch KI Assistenten. Gleichzeitig sind Restaurants oft auf fragmentierte Technologie Tools und Plattformen von Drittanbietern angewiesen, die wertvolle Kundendaten erfassen und hohe Provisionen verlangen.

SOUS entwickelt eine neue Art von Software, die diese Herausforderung angeht: KI Agenten, die kontinuierlich im Hintergrund arbeiten, um Restaurants beim Wachstum zu unterstützen.

Diese KI gestützten Systeme helfen Restaurants dabei:

ihre Sichtbarkeit auf neuen KI Plattformen, Suchmaschinen und Karten zu verbessern
Besucherzahlen zu steigern und diese in direkte Bestellungen und Gästebindung umzuwandeln
Marketing, Markenpräsenz und Kundenkommunikation zu automatisieren

„Ein Restaurant zu führen bedeutet, ein digitales Unternehmen zu führen. Der lokale Unternehmer hat nicht das Budget für einen CMO, CFO und CTO. Wir entwickeln einen KI Agenten, der einen Teil dieser Arbeit übernimmt, sodass die lokale Pizzeria über dieselben Ressourcen und Werkzeuge verfügt wie große Akteure wie Domino’s mit ihren vielen Mitarbeitern und ihrem Budget.“ — Thomas Scholte, Co Founder und CCO, SOUS

Neue Einnahmequellen für Restaurants erschließen

Über die Plattform können Restaurants ihre digitale Sichtbarkeit verbessern, online direkt an Kunden verkaufen und neue Vertriebskanäle wie Take away, Einzelhandelsprodukte, Erlebnisse und Abonnements erschließen. Das Restaurant El Puente in Eindhoven NL steigerte seinen Online Umsatz seit der Einführung von SOUS von 30.000 € auf 177.000 € ohne zusätzliche Marketingausgaben und bei Halbierung der Betriebskosten.

Dank der Plattform behalten Restaurants das Eigentumsrecht ihrer Kundendaten, anstatt diese an Drittanbieter Marktplätze weiterzugeben. SOUS lässt sich zudem in die Tools integrieren, die Restaurants bereits nutzen darunter Zenchef, eines der führenden Reservierungssysteme Europas und positioniert sich damit als Wachstumsschicht des bestehenden Restaurant Technologie Stacks. SOUS ist auf dem besten Weg, für Händler in der gesamten EU und ausgewählten internationalen Märkten ein neues Transaktionsvolumen von über 200 Millionen Euro zu erschließen.

Strategische Partnerschaften beschleunigen die Verbreitung

SOUS geht Partnerschaften mit wichtigen Akteuren im gesamten Ökosystem der Restauranttechnologie ein, um die Verbreitung seiner Plattform zu beschleunigen. Zu diesen gehört Zenchef, eines der führenden Restaurantreservierungssysteme Europas. Durch diese Zusammenarbeit erhalten Restaurants, die Zenchef nutzen, Zugang zu den SOUS Tools, die darauf ausgelegt sind, die Sichtbarkeit zu erhöhen und zusätzliche Umsätze zu generieren.

Durch diese Partnerschaft lenkt SOUS mehr Gäste auf Restaurant Websites und Buchungsseiten, indem es die Sichtbarkeit in Suchmaschinen und durch KI verbessert. Dadurch steigt das Reservierungsvolumen über Zenchef, und Restaurants können einen größeren Teil dieses Traffics in bestätigte Buchungen umwandeln. Das Ergebnis ist ein Gewinn für die gesamte Wertschöpfungskette: Restaurants füllen mehr Plätze, Gäste entdecken bessere Optionen und Plattformen wie Zenchef verzeichnen über ihre bestehende Infrastruktur ein höheres Buchungsvolumen. Durch die Integration in die Software, die Restaurants bereits nutzen, strebt SOUS an, die Wachstumsebene des Restaurant Technologie Stacks zu werden.

Expansion in Deutschland und Europa

Mit der Finanzierungsrunde in Höhe von 4 Millionen Euro plant SOUS, seine Produkt, KI Entwicklungs und Vertriebsteams zu vergrößern und gleichzeitig seine Präsenz auf den europäischen Märkten zu stärken. Deutschland steht dabei im Mittelpunkt der Expansion des Unternehmens, wo das Team ein wachsendes Netzwerk aus Restaurantpartnern und Technologieintegrationen aufbaut. Das Unternehmen ist davon überzeugt, dass die Chancen weit über einen einzelnen Markt hinausreichen, da Restaurants in ganz Europa vor ähnlichen Herausforderungen bei der digitalen Sichtbarkeit, der Kundenbindung und dem Umsatzwachstum stehen.

„Wir glauben, dass wir erst am Anfang eines massiven Wandels in der Arbeitsweise von Restaurants stehen. Restaurants treten in eine Ära ein, in der KI aktiv für sie arbeitet, ihre Sichtbarkeit verwaltet, Gäste anzieht und ihnen hilft, ihren Umsatz zu steigern. Unser Ziel ist es, den digitalen Wachstumsmotor zu entwickeln, den jedes Restaurant benötigt, um von diesem Wandel zu profitieren.“ — Devon Scoulelis, Co Founder und CEO, SOUS

„Immer mehr Restaurants erzielen Umsatz nicht mehr nur am Tisch, sondern zunehmend über zusätzliche Produkte und Dienstleistungen. SOUS verbindet bessere Sichtbarkeit über digitale Plattformen hinweg, nachhaltige Gästebindung und zusätzliches Direktgeschäft in einer Lösung. Damit hilft das Unternehmen Restaurants, unabhängiger von Drittplattformen und den Grenzen ihres stationären Geschäfts zu werden. SOUS eröffnet Restaurants neue Umsatzquellen und hat damit das Potenzial, sich zur führenden Wachstumsplattform für Gastronomiebetriebe in Europa zu entwickeln.“ — Alexander Kölpin, Managing Partner bei seed + speed Ventures.

Bild: SOUS Founder Team v.l.n.r Devon Scoulelis, Thomas Scholte und William Hurst Bildcredits/Fotograf: Krijn Van Der Lugt 

Quelle Maschmeyer Group/ MM Support GmbH

Endlich ein Hemd, das wirklich passt?

0
LE CHEMISEUR® Hemden perfekte Passform online

LE CHEMISEUR® entwickelt Hemden mit perfekter Passform durch datenbasierte Maßanfertigung

Wie ist LE CHEMISEUR® entstanden und wer sind die Menschen hinter dem Unternehmen?

Ich bin Jan Schütte, Deutscher, Ingenieur, Absolvent der École Centrale Paris. Nach sechs Jahren bei Toyota Europe in der Supply Chain — wo ich gelernt habe, Verschwendung systematisch zu eliminieren — habe ich 2014 in Paris LE CHEMISEUR® gegründet. Die Frage, die mich angetrieben hat: Warum passen die meisten Hemden nicht richtig, obwohl man das Problem mit Daten lösen könnte? Heute sind wir ein kleines Team in Paris — Entwickler, Passform-Experten, Kundenberater. Unsere Hemden werden in einem Partneratelier in Tunesien genäht, mit dem wir seit 2015 zusammenarbeiten. Über 70 Festangestellte, überwiegend Frauen.

Was hat euch dazu bewogen, den klassischen Maßhemdenmarkt mit einer digitalen Lösung neu zu denken?

Wer regelmäßig Hemden trägt, kennt das Problem: Die Ärmel sind zu lang oder zu kurz, der Kragen drückt, zwischen den Größen fällt man durch. Hemden von der Stange passen den wenigsten Männern wirklich gut. Klassische Maßschneidereien lösen das zwar, sind aber teuer und umständlich. Online-Anbieter verlangen oft ein Maßband und viele Körpermaße — fehleranfällig und abschreckend. Wir wollten einen dritten Weg: Hemden, die wirklich passen, online bestellt, ohne Maßband, zu einem fairen Preis.

Welche Vision verfolgt LE CHEMISEUR® und wie wollt ihr den Bestellprozess für Kleidung langfristig verändern?

Unsere Vision: Jeder Mann soll in wenigen Klicks ein Hemd bekommen, das perfekt sitzt. Schluss mit Zwischengrößen und Kompromissen. Langfristig wollen wir das Modell auf weitere Kleidungsstücke ausweiten. Maßhosen ab 180 Euro sind bereits verfügbar. Das Prinzip bleibt: KI-gestützte Passformberechnung, Fertigung auf Bestellung, null Überproduktion.

Welche Zielgruppen sprecht ihr gezielt an und welche Probleme löst ihr für diese im Alltag?

Unsere Kunden sind Männer, die im Beruf regelmäßig Hemden tragen. Viele kommen zu uns, weil sie ein konkretes Passformproblem haben: zu lange Ärmel, enger Kragen, breite Schultern, Bauchansatz — oder sie fallen einfach zwischen zwei Konfektionsgrößen. Für diese Männer ist Konfektionsware ein täglicher Kompromiss. Aber etwa zwei Drittel unserer Kunden hätten theoretisch auch Hemden von der Stange kaufen können. Sie wollen einfach etwas Besseres: ein Hemd, das wirklich sitzt, aus hochwertigen europäischen Stoffen, zu einem Preis ab 99 Euro.

Wie schafft ihr es, mit wenigen Angaben eine passende Hemdgröße zu berechnen und Vertrauen bei den Kunden aufzubauen?

Der Kunde beantwortet sechs kurze Fragen — darunter Gewicht, Größe und Alter. Es besteht ein klarer Zusammenhang zwischen diesen Werten und der Körperform: Die Größe liefert Hinweise auf Ärmel- und Rückenlänge, das Gewicht beeinflusst Schulterbreite und Brustumfang, das Alter hilft, typische Veränderungen in der Gewichtsverteilung zu berücksichtigen. Unser datenbasiertes, KI-gestütztes Modell, entwickelt in Frankreich auf Basis von über 50.000 realen Kundenprofilen, berechnet daraus die individuelle Passform. Die KI berücksichtigt auch die Elastizität und das Einlaufverhalten jedes einzelnen Stoffs. Vertrauen schaffen wir durch unsere 100-Tage-Passform-Garantie: Wenn etwas nicht sitzt, korrigiert unser Expertenteam in Paris die Maße. In der Regel muss der Kunde das Hemd nicht einmal zurückschicken. Und dann gibt es den Passform-Schlüssel — einen patentierten, fünfstelligen Code, der in jedes Hemd eingedruckt wird. Er speichert die Maße und ermöglicht Nachbestellungen in einem Klick.

Was unterscheidet euer Konzept von traditionellen Schneidereien oder anderen Online-Anbietern für Maßhemden?

Drei Dinge. Erstens: Unser KI-gestütztes Modell. Kein Maßband, keine komplizierten Eingaben — sechs kurze Fragen reichen. Das senkt die Einstiegshürde massiv. Unsere Retourenquote liegt bei 5 Prozent, während der Mode-E-Commerce im Schnitt bei 20 bis 30 Prozent liegt. Zweitens: Der Passform-Schlüssel. Ein patentiertes System, das Nachbestellungen trivial macht. Unsere Wiederkaufrate liegt bei 63 Prozent innerhalb von sechs Monaten — ohne Rabatte oder Promotions. Drittens: Das Preismodell. Hemden ab 99 Euro, Bestseller aus französischer Popeline für 129 Euro. Vergleichbar mit hochwertigem Prêt-à-porter, aber eben mit individueller Passform.

Welche Herausforderungen begegnen euch bei der Verbindung von Mode und Technologie?

Die größte Herausforderung ist das Vertrauen. Der Kunde muss glauben, dass ein datenbasiertes Modell seine Passform besser berechnen kann als er selbst mit einem Maßband. Dieses Vertrauen baut man nur durch Ergebnisse auf — und durch eine kompromisslose Garantie. Die zweite Herausforderung: Stoffe verhalten sich unterschiedlich. Unser Modell muss die spezifische Elastizität und das Einlaufverhalten jedes Stoffs berücksichtigen. Das erfordert kontinuierliche Datenarbeit. Jede Retouche — selbst eine Korrektur von 1 bis 2 Zentimetern — verbessert das Modell.

Wie geht ihr mit dem Thema Retouren oder Passformoptimierung um?

Unsere Retourenquote liegt bei 5 Prozent — ein Bruchteil des Branchendurchschnitts. Trotzdem machen wir Retouren so einfach wie möglich und ermutigen unsere Kunden sogar dazu, wenn etwas nicht perfekt sitzt. Warum? Weil wir langfristig denken. Ein Kunde, dessen Passform beim zweiten Hemd perfekt sitzt, bleibt ein Leben lang. Unsere Wiederkaufrate von 63 Prozent in sechs Monaten zeigt, dass das funktioniert. Und jede Retoure macht unser KI-Modell besser — jede Korrektur von 1 bis 2 Zentimetern fließt direkt in die Optimierung der Algorithmen ein. Die 100-Tage-Passform-Garantie gilt ab der ersten Bestellung, und wir senden bei Bedarf ein vorfrankiertes Retourenlabel.

Welche Rolle spielt Nachhaltigkeit bei eurem On-Demand-Produktionsmodell?

Nachhaltigkeit ist kein Marketing-Add-on — sie ist im Geschäftsmodell verankert. Wir produzieren ausschließlich auf Bestellung. Null Lagerbestand, null Überproduktion, keine Schlussverkäufe. Unsere CO₂-Bilanz liegt 43 Prozent unter dem Durchschnitt im Mode-E-Commerce. Seit 2024 sind wir B-Corp-zertifiziert mit einem Score von 95,3 (Schwelle: 80). Unsere Stoffe kommen aus Europa — von italienischen und französischen Webereien, darunter Verne & Clet bei Lyon, gegründet 1955. Wir liefern per LKW und Schiff, nie per Flugzeug. Die Verpackung ist plastikfrei: Seidenpapier und Kraftkarton.

Wie entwickelt ihr LE CHEMISEUR® weiter und welche neuen Funktionen oder Produkte sind geplant?

2026 ist für uns ein Expansionsjahr. Wir starten den DACH-Markt — die Website ist bereits auf Deutsch verfügbar, inklusive der KI-gestützten Passformberechnung. Die Finanzierung haben wir über mehrere Runden mit Business Angels gestemmt (1,8 Mio. Euro insgesamt), und die Marke ist inzwischen profitabel und autofinanziert. Parallel erweitern wir das Produktangebot: Maßhosen ab 180 Euro sind verfügbar. Und wir entwickeln unser KI-Modell kontinuierlich weiter — mit jedem neuen Kunden wird die Vorhersage präziser.

Wie verändert sich aus eurer Sicht das Kaufverhalten im Modebereich durch digitale Lösungen?

Die Kunden werden anspruchsvoller. Viele Männer akzeptieren es nicht mehr, dass ein Hemd „schon irgendwie passt“. Sie erwarten Personalisierung, Transparenz und Qualität — gleichzeitig. Digitale Lösungen ermöglichen das erstmals: ein Hemd, das wirklich zur eigenen Körperform passt, online bestellt, zu einem fairen Preis, nachhaltig produziert. Wer regelmäßig Hemden trägt und einmal erlebt hat, wie ein perfekt sitzendes Hemd den Unterschied macht, geht selten zurück zur Konfektionsware.

Welche drei Ratschläge würdet ihr Gründerinnen und Gründern geben, die ein technologiegetriebenes Produkt aufbauen wollen?

Erstens: Löse ein echtes Problem. Nicht ein technisches — ein menschliches. Bei uns ist es die Frustration von Millionen Männern mit schlecht sitzenden Hemden. Zu kurze Ärmel, enger Kragen, zu viel Stoff am Bauch. Die Technologie ist das Mittel, nicht der Zweck.

Zweitens: Bau einen Mechanismus, der Kunden bindet — ohne Rabatte. Bei uns ist das der Passform-Schlüssel: ein patentierter, fünfstelliger Code, der in jedes Hemd eingedruckt wird und alle Maße des Kunden speichert. Damit bestellt er sein nächstes Hemd in einem Klick, ohne irgendetwas neu einzugeben. Das Ergebnis: 63 Prozent Wiederkaufrate in sechs Monaten — ohne eine einzige Promotion. Wenn dein Produkt mit jeder Bestellung besser und einfacher wird, entsteht ein Schwungrad, das schwer zu kopieren ist.

Drittens: Sei kompromisslos bei der Qualität, aber pragmatisch bei allem anderen. Wir verwenden europäische Premium-Stoffe und deutsche Knopfgarne — daran sparen wir nie. Aber wir haben nicht versucht, alles gleichzeitig zu machen. Erst Hemden perfektionieren, dann Hosen, dann neue Märkte.

Bild: Teambild Bildcredits : LE CHEMISEUR®

Wir bedanken uns bei Jan Schütte für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder


Premium Start-up: LE CHEMISEUR®

Kontakt:

LE CHEMISEUR
22 Rue Notre-Dame de Nazareth
75003 Paris
France

https://lechemiseur.fr/de/masshemden
lecontact@lechemiseur.fr

Ansprechpartner: Jan Schütte, Gründer & CEO
jan.schutte@lechemiseur.fr

Social Media:
LinkedIn
Instagram
Facebook

Warum verschwinden Schmerzen oft nicht obwohl man alles ausprobiert hat?

0
Bild: Eversion Gruenderteam v.l.n.r. Lucas Heitele Timon Sutter Wolfgang Triebstein Julia Zimmermann Maximilian Starkmann Bildcredits : EVERSION Technologies GmbH

Eversion Technologies analysiert Schmerzen durch Ganganalyse und entwickelt individuelle Lösungen für nachhaltige Beschwerdefreiheit

Wie ist Eversion Technologies entstanden und wer sind die Menschen hinter dem Unternehmen?

EVERSION ist aus einem echten Problem heraus entstanden. Wolfgang Triebstein ist Orthopädieschuhtechnikmeister mit über 40 Jahren Erfahrung. In seinem Ganganalyselabor hat er über Jahrzehnte beobachtet, dass klassische Einlagen kurzfristig helfen, die Beschwerden aber wiederkommen. Seine Erkenntnis: Nicht der Fuß allein ist das Problem. Der Schuh verändert die Fußposition so, dass der gesamte Bewegungsapparat belastet wird. Ich selbst kam als Patientin zu Wolfgang. Monatelang hatte ich Hüftschmerzen, kein Arzt fand eine Ursache. Sein Ansatz brachte mir eine Erklärung und Linderung. Das hat mich überzeugt, mit ihm gemeinsam seine Idee weiterzuverfolgen und in ein digitales Produkt zu übersetzen.
Ende 2023 haben wir EVERSION gegründet, zu fünft: Wolfgang als Erfinder der Technologie, Timon Sutter als Product Owner, Lucas Heitele als Mathematiker und Max Starkmann als Sportwissenschaftler und ich. Heute sind wir zwölf Mitarbeitende.

Was hat euch dazu bewegt, euch auf Bewegungsanalyse und Schmerzursachen zu fokussieren?

85 Prozent aller Rückenschmerzen gelten als unspezifisch, d.h. es kann keine Ursache gefunden werden. Für Betroffene heißt das: jahrelange Arztbesuche und Therapieversuche. Gegen diese sehr große Versorgungslücke wollten wir etwas unternehmen.

Welche Vision verfolgt Eversion Technologies im Bereich Prävention und Gesundheit?

So vielen Menschen wie möglich helfen! Genauer: Ursachen für Funktionelle Beschwerden per Analyse erkennen und mit den 0°-Sohlen nachhaltig lösen. Unser Ziel: ein neues Konzept der funktionellen Schmerztherapie zu etablieren.

Welche Zielgruppen sprecht ihr mit eurer Lösung konkret an und welche Probleme löst ihr für sie?

Menschen mit Schmerzen in Knie, Hüfte, Rücken oder Nacken, für die keine klare Ursache gefunden wird. Büroangestellte, Sportler, ältere Menschen. Daneben Therapeuten und Orthopäden, die das System in ihrer Praxis einsetzen. Großes Potenzial sehen wir in der betrieblichen Gesundheitsförderung. Über einen zertifizierten Präventionskurs können gesetzlich Versicherte die Ganganalyse kostenlos über ihre Krankenkasse erhalten.

Wie funktioniert euer Ansatz mit Sensorsohlen und Datenanalyse im Alltag der Nutzer?

Man bestellt das 2-in-1-Paket über unseren Webshop und lädt die Eversion-App herunter. Dort macht man einen Fußscan und füllt einen kurzen Fragebogen zu seinen Beschwerden aus. Dann kommen die Sensorsohlen per Post. Man legt sie in seine Alltagsschuhe und verbindet sie per Bluetooth mit der App. Dann trägt man sie bis zu 14 Tage ganz normal. Die Sensoren messen in dieser Zeit das Gangbild: wie man auftritt, wie lang die Schritte sind und wie stark der Schuh den Fuß zur Seite kippen lässt.

Nach dem Messzeitraum sendet man die Sensorsohlen an uns zurück. In der App sieht man anschließend seine persönlichen Gangparameter und ein Körpermodell. Darauf wird sichtbar, welche Muskelketten durch die Fehlstellung verkürzt oder verlängert sind und wie das mit den eigenen Beschwerden zusammenhängt. Auf Basis dieser Daten fertigen wir die individuellen 0°-Sohlen. Die Korrektur passiert über die Unterseite. Die Oberseite bleibt flach. Der Fuß wird nicht passiv gestützt, sondern arbeitet frei und kräftigt sich.

Was unterscheidet Eversion Technologies von klassischen Einlagen oder herkömmlichen Therapieansätzen?

Klassische Einlagen basieren auf dem Barfuß-Abdruck, ohne die getragenen Schuhe und die Bewegung zu analysieren. Der Schuh selbst wird nicht berücksichtigt, obwohl er die Fußposition massiv verändert. Wir messen erstmals die Fußposition im Schuh unter Alltagsbedingungen. Statt passiv zu stützen, bringen unsere 0°-Sohlen den Fuß in eine neutrale Position bei natürlicher Muskelaktivierung. Das Ergebnis unserer randomisierten, kontrollierten Studie: im Mittel eine 27 Prozent höhere Schmerzreduktion gegenüber klassischen Einlagen.

Welche Herausforderungen begegnen euch an der Schnittstelle von Medizin, Technologie und Alltagstauglichkeit?

Technisch gab es einige Herausforderungen, da die Hardware einerseits sehr klein aber enorm leistungsfähig sein muss.
Außerdem war die CE-Zertifizierung als Medizinprodukt ein großer Meilenstein im September 2025.
Und der wichtigste Teil: wissenschaftliche Präzision bei maximaler Einfachheit für den Nutzer. Das hat viele Iterationen und Testungen gebraucht.

Wie schafft ihr es, komplexe biomechanische Daten verständlich und nutzbar für eure Kunden aufzubereiten?

Nach der Auswertung sieht der Nutzer in der App ein 3D-Körpermodell. Darauf wird sichtbar, welche Muskelketten durch die Fehlstellung überlastet werden.
Schmerzpunkte können in Zusammenhang damit gebracht werden und es gibt eine Erklärung wie und ob die Fehlstellung optimiert werden kann. Das Feedback unserer Kunden zeigt: Genau dieses Sichtbarmachen ist der Aha-Moment.

Welche Rolle spielt Individualisierung bei euren Lösungen und Produkten?

Individualisierung ist der Kern von allem, was wir tun. Jede Sohle entsteht aus den individuell gemessenen Daten des Nutzers, erfasst in den eigenen Schuhen unter realen Alltagsbedingungen. Da der Eversionswinkel je nach Schuhtyp unterschiedlich ausfallen kann, fertigen wir bei Bedarf verschiedene Sohlen für verschiedene Schuhe.

Wie entwickelt ihr Eversion Technologies weiter und welche nächsten Schritte plant ihr?

Aktuell erweitern wir unsere laufende Studie an der Universität Konstanz auf 100 Probanden. Weitere Studien mit klinischen Partnern sind bereits in Planung. Gleichzeitig bauen wir unsere Zusammenarbeit mit Physiotherapeuten, Orthopäden und Unternehmen im Bereich betriebliche Gesundheitsförderung aus. Und wir entwickeln unsere Analyseplattform weiter, zum Beispiel für den Einsatz in der Rehabilitation.

Wie verändert sich aus eurer Sicht der Umgang mit Prävention und körperlicher Gesundheit?

Bisher ist Prävention aus meiner Sicht noch nicht im Alltag der Menschen angekommen. Hier gibt es viel Nachholbedarf von allen Seiten. Dennoch steigt das Bewusstsein und der Weg von Symptombehandlung, hin zur Ursachensuche wird immer relevanter.

Welche drei Ratschläge würdet ihr anderen Gründerinnen und Gründern im HealthTech-Bereich geben?

Baut auf einem echten Problem auf, nicht auf einer Technologie-Idee. EVERSION wäre ohne Wolfgangs 40 Jahre Praxis nie entstanden. Die Technologie ist das Werkzeug, nicht die Lösung.
Unterschätzt die Regulatorik nicht, aber lasst euch nicht lähmen und holt euch Unterstützung, wenn ihr es nicht alleine schafft.
Baut ein Team mit den wichtigsten Kompetenzen auf und unterschiedlichen Perspektiven. Ein gutes Team ist das A und O.

Bild: Eversion Gruenderteam v.l.n.r. Lucas Heitele Timon Sutter Wolfgang Triebstein Julia Zimmermann Maximilian Starkmann Bildcredits : EVERSION Technologies GmbH

Wir bedanken uns bei Julia Zimmermann für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Warum kämpfen selbst Top Entwickler täglich mit ihren eigenen Daten?

0
Factor House Echtzeitdaten Kafka verstehen Derek Troy-West

Factor House entwickelt Tools für Echtzeitdaten und vereinfacht den Umgang mit Kafka für Entwicklerteams weltweit

Wie ist Factor House entstanden und wer steht hinter der Gründung des Unternehmens?

Die ersten fünfzehn Jahre meiner Karriere entwickelte ich als technischer Berater Echtzeit-Datenplattformen für Finanzinstitute. Meine Kunden waren Investmentbanken, Versicherungsgesellschaften und Fintech-Start-ups. Ich war ihr Ansprechpartner, wenn Systeme benötigt wurden, die unter keinen Umständen ausfallen durften. Ich erinnere mich an Anrufe zu jeder Tages- und Nachtzeit von Händlern in Hongkong, die keine zusätzliche Latenz von auch nur einer Millisekunde bei ihren Transaktionen akzeptierten. Diese Erfahrung hat meine gesamte Herangehensweise an die Softwareentwicklung geprägt.

Meine Frau Kylie und ich haben Ende 2019 gemeinsam Factor House gegründet. Sie bringt über zwanzig Jahre operative Erfahrung in den Bereichen Technologie- und Kunstmanagement mit und war von Anfang an maßgeblich am Aufbau des Unternehmens beteiligt. 2020 kam unser Gründungsingenieur Tom Crowley hinzu. Die ersten Schritte des Unternehmens unternahmen wir tatsächlich während der Corona-Lockdowns in Melbourne von unserer Wohnung aus, neben dem Homeschooling unserer beiden kleinen Kinder. Es war eine intensive Zeit, aber wir hatten die unerschütterliche Überzeugung, dass wir etwas aufbauten, das Ingenieure wirklich brauchten.

Was war die ursprüngliche Idee und welches Problem in der Welt der Streaming Daten wollten Sie damit lösen?

Aufgrund unserer jahrelangen Erfahrung mit dem Aufbau von Datenplattformen in den Bereichen Banken, Versicherungen und Fintech haben wir die enorme Leistungsfähigkeit von Apache Kafka für die Verarbeitung von Echtzeitdaten in großem Maßstab entdeckt. Doch wir stellten auch eine riesige Lücke fest: Es gab keine unternehmensgerechten Werkzeuge, die Kafka für alltägliche Entwicklerteams praktisch nutzbar machten. Ingenieure waren auf die Kommandozeile angewiesen, kämpften mit der Komplexität und verbrachten Zeit mit operativen Aufgaben, anstatt die Systeme zu entwickeln, die ihre Unternehmen benötigten.

Wir machten uns daran, diese Lücke zu schließen. Unsere ursprüngliche Idee war einfach: Wir wollten Ingenieuren schöne, leistungsstarke und unternehmensreife Tools an die Hand geben, die die Arbeit mit Streaming-Daten intuitiv, schnell und sicher machen. Den Anfang machte Kpow, unser Toolset für Apache Kafka, das eine umfassende Benutzeroberfläche und eine API zur Überwachung, Verwaltung und Steuerung von Kafka-Clustern bietet. Die Resonanz der Ingenieure bestätigte unsere These sofort – sie sehnten sich nach solchen Tools.

Wir sind ein Team aus Ingenieuren, das Produkte für Ingenieure entwickelt. Unsere Rolle in diesem Ökosystem ist klar: Wir erleichtern Ingenieuren das Leben, damit sie den wahren Wert ihrer Daten ausschöpfen können.

80 Prozent der Fortune-100-Unternehmen nutzen bereits Kafka. Die Verbreitung von Flink nimmt rapide zu. Doch die Tools, die Ingenieuren, die mit diesen Technologien arbeiten, zur Verfügung stehen, haben mit der Komplexität der von ihnen verwalteten Umgebungen nicht Schritt gehalten. Wir wollen der Standard dafür sein, wie Ingenieure mit ihrer Echtzeit-Dateninfrastruktur interagieren, diese überwachen und steuern. Mit unserer Factor Platform bauen wir die weltweit erste einheitliche Kommandozentrale für Kafka und Flink auf. Sie bietet Teams eine einzige, sichere und unternehmensgerechte Schnittstelle für ihr gesamtes Streaming-Ökosystem. Langfristig wird Factor House auch bei der Einführung neuer Streaming-Technologien präsent sein und diese einheitliche, zentrale Sicht auf den gesamten Datenweg bieten.

An welche Zielgruppen richtet sich Factor House besonders. Welche Herausforderungen haben diese Teams im Alltag mit Datenplattformen?

Zu unseren Kunden zählen Unternehmen, die in großem Umfang Echtzeitdaten generieren und verarbeiten. Dazu zählen Finanzinstitute, Einzelhändler, Transport- und Logistikunternehmen sowie Technologieunternehmen. Unsere Nutzer sind Plattform-Ingenieure, Dateningenieure und DevOps-Experten. Sie sind dafür verantwortlich, dass diese Streaming-Systeme zuverlässig und sicher laufen.

Die Herausforderungen, denen sie gegenüberstehen, sind erheblich. Diese Teams verwalten oft Tausende von Datenströmen über mehrere Cluster, Cloud-Umgebungen und Teams hinweg. Bei Störungen müssen sie bestimmte Nachrichten in Milliarden von Datensätzen finden. Sie müssen kontrollieren, welche der Hunderte oder sogar Tausende von Ingenieuren auf sensible Daten zugreifen dürfen. All dies müssen sie tun, ohne das Entwicklungstempo zu verlangsamen. Genau diese operative Belastung lösen wir.

Wie helfen Ihre Lösungen dabei, komplexe Streaming Dateninfrastrukturen transparenter und besser steuerbar zu machen?

Es gibt drei Dinge, die besonders hervorstechen. Erstens bieten wir Ingenieuren eine leistungsfähige und intuitive Benutzeroberfläche. Dadurch können sie sich von der Befehlszeile lösen und auf eine deutlich intuitivere und visuell ansprechendere Art mit ihren Daten interagieren. Das allein verändert die tägliche Arbeitsweise von Teams.

Zweitens ermöglichen wir die blitzschnelle Suche in riesigen Datenmengen. Wenn Sie eine Bank sind und eine fehlende Transaktion in Milliarden von Nachrichten finden müssen, um den Fehler zu beheben, ist Geschwindigkeit entscheidend. Diese Anforderungen erfüllt unsere Plattform zuverlässig.

Drittens ist Komplexität für uns kein Problem. Wir arbeiten mit einigen der weltweit größten Unternehmen zusammen, das heißt mit Organisationen, die Zehntausende Ingenieure beschäftigen und bei denen viele Teams Zugriff auf Daten benötigen. Unser System bewältigt die Maskierung sensibler Daten und eine fein abgestufte Zugriffskontrolle nahtlos und in einem Umfang, den sonst niemand bieten kann. Kombiniert man diese drei Fähigkeiten, erhält man eine Plattform, die eine früher undurchsichtige und schwer zu verwaltende Infrastruktur transparent, durchsuchbar und kontrollierbar macht.

Was unterscheidet Euch von anderen Anbietern im Bereich Datenplattform Tools und Entwicklerlösungen?

Einige Dinge. Wir sind völlig herstellerunabhängig. Ganz gleich, ob Sie selbstbetriebenes Kafka, AWS MSK, Confluent Cloud, Redpanda, Aiven oder einen anderen Anbieter nutzen – Factor House bietet Ihnen eine zentrale Übersicht über all diese Lösungen. Da viele unserer Kunden mehrere Anbieter gleichzeitig einsetzen, sind wir das einzige Tool, das diese Erfahrung vereinheitlicht.

Ein weiteres wesentliches Unterscheidungsmerkmal ist unsere Leistungsfähigkeit bei hoher Skalierung. Unsere Benutzeroberfläche kann mühelos Milliarden von Nachrichten verarbeiten. Einige unserer Wettbewerber haben Probleme mit großen Umgebungen, doch Factor House wurde von Grund auf für diese entwickelt.

Und letztlich wurde Factor House von Ingenieuren für Ingenieure entwickelt. Wir verstehen die alltägliche Realität der Arbeit mit diesen Systemen, und das zeigt sich in jeder unserer Designentscheidungen. Wie einer unserer Kunden von Airwallex es formulierte, ist Factor House mehr als ein Produkt: Es ist eine Philosophie, die von Ingenieuren für Ingenieure mit einer tiefen Wertschätzung für ihr Handwerk entwickelt wurde.

Technologien entwickeln sich kontinuierlich weiter. Wenn man ein Unternehmen auf spezifischen Technologien aufbaut, muss man sich deshalb gut überlegen, wie man sich langfristig positioniert. Wir haben gelernt, uns an neue Technologien anzupassen, und diese Anpassungsfähigkeit ist zu einer unserer größten Stärken geworden. Deshalb unterstützt unsere Plattform sowohl Kafka als auch Flink, statt auf eine einzige Technologie zu setzen. Zudem ist unsere einheitliche Factor-Plattform so konzipiert, dass sie auch die Streaming-Technologien von morgen unterstützt.

Eine weitere Herausforderung besteht darin, dass es sich um hochtechnische Produkte handelt, die an anspruchsvolle Käufer verkauft werden. Man kann sich in Gesprächen mit leitenden Ingenieuren eines Fortune-500-Unternehmens nicht durch oberflächliche Argumente behaupten. Die Messlatte für Qualität, Leistung und Zuverlässigkeit liegt extrem hoch. Hier kommt uns unsere technische Tradition zugute, denn wir sprechen dieselbe Sprache wie unsere Kunden, da wir selbst schon in ihrer Lage waren.

Welche Rückmeldungen erhalten Sie von Entwicklerteams und Data Engineers, die mit Lösungen von Factor House arbeiten?

Das Feedback, das wir erhalten, dreht sich durchweg um die Zeitersparnis und die Fähigkeit, Komplexität im großem Maßstab zu bewältigen. Unsere Fallstudie mit der NORD/LB, einer deutschen Bank, zeigt beispielsweise, wie Kpow den Zeitaufwand der Teams für Kafka-Operationen deutlich, und zwar um 30 Prozent, reduziert hat. Dadurch gewinnen sie jede Woche Stunden zurück, die sie für wertschöpfendere Aufgaben nutzen können.

Ein weiteres gutes Beispiel ist ein globales Bekleidungsunternehmen mit rund vierhundert Ingenieurteams, die über die ganze Welt verteilt sind. Zuvor hatten sie eine Wettbewerbslösung genutzt, entschieden sich aber aufgrund unserer Fähigkeit, Komplexität in großem Maßstab zu bewältigen, für einen Wechsel zu Factor House. Die Einführung schlossen sie innerhalb eines einzigen Monats ab. Wenn ein Unternehmen dieser Größe mit so vielen Teams unser Produkt innerhalb von dreißig Tagen weltweit bereitstellen kann, spricht das für die Qualität und Einfachheit des Produkts.

Das schönste Feedback ist jedoch, wenn Ingenieure uns sagen, dass Kpow eines der besten Tools ist, das sie in ihrer Karriere je verwendet haben. Darauf optimieren wir.

Welche Vision verfolgt Factor House für die Zukunft und welche Rolle werden Echtzeitdaten dabei spielen?

Die Menge an Echtzeitdaten wird weiter zunehmen. Jede Interaktion, jede Transaktion, jeder Sensorwert: Die Welt generiert mehr Streaming-Daten als je zuvor – und dieser Trend beschleunigt sich. Unternehmen, die sich auf den Weg der KI begeben, stellen fest, dass sie schnellen, sicheren und kontrollierten Zugriff auf ihre Echtzeitdaten benötigen, um Mehrwert zu schaffen. Dabei helfen wir.

Unsere Vision ist es, dass Factor House mit der Weiterentwicklung dieser Technologien und dem Aufkommen neuer Technologien eine einheitliche, zentrale Übersicht über den gesamten Datenpfad bietet. Wir wollen die Plattform sein, der Ingenieure und Unternehmen vertrauen, um ihre Echtzeitdaten zu verstehen, zu kontrollieren und darauf zu reagieren – unabhängig von den zugrunde liegenden Technologien. Die Zukunft gehört Unternehmen, die Entscheidungen in Echtzeit treffen können – und wir entwickeln die entsprechenden Tools.

Welche Weiterentwicklungen oder neuen Funktionen plant Factor House für seine Plattform und Produkte?

Wir entwickeln derzeit einige spannende Funktionen zur Datenherkunft (Lineage). Diese werden einen noch umfassenderen Kontext zu den von einem Unternehmen generierten Daten liefern. Die Datenherkunft gibt Aufschluss darüber, woher die Daten stammen, wie sie transformiert wurden und wohin sie gelangen. Dies wird für Unternehmen von entscheidender Bedeutung sein, um ihre Daten für KI-Projekte, zur Einhaltung gesetzlicher Vorschriften und für die Systemzuverlässigkeit vollständig zu verstehen und zu nutzen.

Darüber hinaus vertiefen wir durch unsere weltweit einzigartige Factor Platform eine einheitliche Nutzererfahrung über Kafka und Flink hinweg. Zudem investieren wir stark in unsere API, damit Teams die Funktionen von Factor House direkt in ihre eigenen Tools und Workflows integrieren können. Unser Ziel ist dabei stets dasselbe: Ingenieuren dabei zu helfen, mit Echtzeitdaten ihre beste Arbeit zu leisten.

Welche drei Ratschläge würden Sie anderen Gründern geben, die ein Startup im Bereich Entwickler Tools oder Dateninfrastruktur aufbauen möchten?

Erstens: Bringen Sie Ihr Produkt so schnell wie möglich zu den Entwicklern. In unserem Bereich hängt die Akzeptanz davon ab, dass Ingenieure die Tools auswählen, die sie nutzen möchten. Sie können die beste Strategie der Welt haben, aber wenn die Ingenieure Ihr Produkt nicht nutzen, ist alles andere irrelevant. Wir hatten das Glück, dass unsere ersten Kunden ganz natürlich zu uns kamen, weil unser Produkt ein echtes Problem löste.

Zweitens: Hören Sie Ihren Kunden zu. Hören Sie wirklich zu. Das Feedback von Ingenieuren ist direkt und ehrlich. Wenn Sie genau hinhören, werden sie Ihnen sagen, was Sie als Nächstes entwickeln sollten. Einige unserer besten Funktionen sind direkt aus Gesprächen mit Nutzern entstanden, die uns mitteilten, was sie benötigten.

Drittens: Konzentrieren Sie sich auf das Kernproblem. Gerade in der Anfangsphase ist die Versuchung groß, in alle Richtungen zu expandieren. Wir haben Jahre damit verbracht, uns darauf zu konzentrieren, ein Problem außergewöhnlich gut zu lösen: nämlich Kafka für Enterprise-Engineering-Teams praxistauglich zu machen. Diese Disziplin hat es uns ermöglicht, ein Produkt zu entwickeln, das von den Nutzern lobend beschrieben wird. Tiefe schlägt Breite, besonders am Anfang.

Bildcredits/Fotograf: Factor House

Wir bedanken uns bei Derek Troy-West für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Warum dieses Produkt bald in keinem Auto mehr fehlen könnte

0
Easy Exit Card Rettungskarte Sicherheit Auto V.l.: Stephan Pannhorst, Bernd Lüke und Sylvain Victor präsentieren mit „Easy Exit Card“ einen Nothammer im Kartenformat. Sie erhoffen sich ein Investment von 100.000 Euro für 25 Prozent der Firmenanteile. Bildrechte/FotografRTL / Bernd-Michael Maurer

Easy Exit Card entwickelt kompakte Rettungskarte für mehr Sicherheit im Straßenverkehr und moderne Sicherheitslösungen und wird am 30. März 2026 in der Höhle der Löwen pitchen

Wie ist die Easy Exit Card entstanden und welche Personen stehen dahinter?

Die Easy Exit Card ist kein klassisches Startup, sondern ein Produkt der Cairon Group GmbH. Hinter dem Unternehmen stehen drei Gesellschafter: Bernd Lüke mit technischem Hintergrund, Stephan Pannhorst mit betriebswirtschaftlichem Schwerpunkt sowie Sylvain Victor mit internationaler Ausrichtung. Die Idee zur Easy Exit Card entstand aus dem gemeinsamen Arbeitsalltag in der Chipkarten- und Sicherheitsbranche. Seit 2005 arbeiten die drei zusammen und entwickeln das Produkt seit 2019 kontinuierlich weiter.

In welcher Branche ist die Easy Exit Card tätig und was zeichnet das Geschäftsmodell aus?

Die Cairon Group GmbH ist in der Sicherheits- und Telekommunikationsbranche tätig. Das Geschäftsmodell der Easy Exit Card basiert dabei auf zwei zentralen Säulen: Im B2C-Bereich richtet sich das Angebot an Autofahrerinnen und Autofahrer, LKW-Fahrerinnen und -Fahrer sowie allgemein an sicherheitsbewusste Verkehrsteilnehmende. Im B2B-Bereich stehen individuelle Branding-Optionen für Geschäftskunden im Fokus, ergänzt durch Kooperationen mit Automobilherstellern, Fahrzeugflottenbetreibern, Versicherungen, Fahrschulen, Tankstellenbetreibern sowie Herstellern von Erste-Hilfe-Ausstattungen und dem Werbemittelhandel. Das Produkt selbst ist eine Rettungskarte, die als kompakte Alternative zum klassischen Nothammer dient und sich durch kundenspezifische Anpassungen auch als Werbemittel einsetzen lässt.

Welche Idee oder welches Problem stand am Anfang der Gründung? Gab es eine Marktlücke oder eine besondere Inspiration?

Die Inspiration kam aus dem täglichen Umgang mit Sicherheitslösungen im Bankkarten-Format. Wir haben erkannt, dass klassische Nothämmer oft unpraktisch und für ungeübte Nutzerinnen und Nutzer schwer handhabbar sind. Das fehlende Angebot auf dem Markt bestand in einer kompakten, einfachen und universell einsetzbaren Rettungslösung, die sowohl im Privat- als auch im Geschäftsbereich genutzt werden kann.

Was macht das Konzept oder die Technologie besonders? Welche innovativen Ansätze kommen zum Einsatz?

Die Easy Exit Card überzeugt durch mehrere zentrale Vorteile: Durch ihr platzsparendes Design kann sie hinter der Sonnenblende aufbewahrt werden und ist dadurch jederzeit griffbereit. Die einfache Handhabung macht sie insbesondere für ungeübte Nutzerinnen und Nutzer sicherer als klassische Nothämmer. Zudem ist sie vielseitig einsetzbar und funktioniert sowohl von innen als auch von außen am Fahrzeug. Für Geschäftskunden bietet sie darüber hinaus die Möglichkeit zur individuellen Gestaltung, etwa durch personalisierte Verpackungen und Branding. In der Hülle ist außerdem ein Gurtschneider integriert. Ein weiterer entscheidender Vorteil ist die deutlich reduzierte Fremd- und Eigengefährdung, da die Anwendung mit einer von der Scheibe abgewandten Bewegung erfolgt.

Welche Vision verfolgt das Unternehmen? Welche Meilensteine sollen in den nächsten Jahren erreicht werden?

Die Vision ist es, die Easy Exit Card in den kommenden fünf Jahren als selbstverständlichen Bestandteil der Fahrzeugsicherheit zu etablieren – vergleichbar mit Warnweste oder Warndreieck. Um dieses Ziel zu erreichen, sind mehrere Meilensteine definiert: Dazu zählt die Etablierung in mehreren europäischen Ländern ebenso wie das Erreichen eines Marktanteils von bis zu 25 Prozent im Bereich Rettungsgeräte und Nothämmer. Darüber hinaus ist geplant, die Easy Exit Card in bestehende Sicherheitssets, beispielsweise in Erste-Hilfe-Sets, zu integrieren.

Warum fiel die Entscheidung, sich bei „Die Höhle der Löwen“ zu präsentieren? Welche Aspekte stehen dabei im Vordergrund?

Im Fokus standen die Suche nach einem starken Vertriebspartner für den Markteintritt sowie den Endkundenvertrieb und die Nutzung der Sendung, um die Reichweite zu erhöhen und für das Thema Fahrzeugsicherheit zu sensibilisieren. Gleichzeitig sollte die Easy Exit Card einer breiten Öffentlichkeit vorgestellt werden. Darüber hinaus war von Anfang an das Ziel, eine langfristige Partnerschaft aufzubauen, die über einen einmaligen Auftritt hinausgeht.

Welche Form der Unterstützung wird durch die Teilnahme an der Show angestrebt? Wie soll eine mögliche Investition oder Zusammenarbeit genutzt werden?

Durch die Teilnahme an der Sendung wird insbesondere Unterstützung im Endkundenvertrieb sowie in der Logistik angestrebt, um effiziente Vertriebsstrukturen aufzubauen und die Lieferketten optimal zu gestalten. Darüber hinaus geht es um den erleichterten Marktzugang, insbesondere bei der Positionierung und Skalierung des Produkts in relevanten Märkten. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die langfristige Zusammenarbeit zur Sortimentserweiterung, etwa durch die gemeinsame Entwicklung weiterer innovativer Sicherheitsprodukte.

Welche nächsten Schritte sind nach der Show geplant? Gibt es konkrete Pläne für Wachstum, Skalierung oder neue Entwicklungen?

Der Fokus liegt zunächst auf der Markteinführung, insbesondere dem Start des regulären Verkaufs über den eigenen Onlineshop sowie über Vertriebspartner. Darauf aufbauend folgt die Skalierung durch den Ausbau der Präsenz in Europa und durch Kooperationen mit Multiplikatoren wie Autoclubs, Versicherungen und dem Werbemittelhandel. Parallel dazu wird die Produktweiterentwicklung vorangetrieben, insbesondere durch die Integration der Karte in bestehende Sicherheitssets und ganzheitliche Sicherheitskonzepte.

Welche Erfahrungen und Erkenntnisse haben sich auf dem bisherigen Weg als besonders wertvoll erwiesen?

Für eine erfolgreiche Teilnahme ist eine fundierte fachliche Vorbereitung entscheidend: Dazu gehören ein detailliertes Produkt- und Marktwissen sowie eine klare und überzeugende Argumentation. Ebenso wichtig ist Authentizität, denn die Investoren reagieren besonders positiv auf ehrliche und transparente Präsentationen. Darüber hinaus bietet die Show die Möglichkeit, ein wertvolles Netzwerk aufzubauen und Zugang zu wichtigen Kontakten und potenziellen Partnern zu erhalten.

Welche Ratschläge lassen sich aus diesen Erfahrungen ableiten, die für andere Gründerinnen und Gründer hilfreich sein könnten?

Entscheidend ist, zu 100 Prozent hinter dem eigenen Produkt zu stehen und dies mit einem nachhaltigen Konzept sowie echter Leidenschaft zu vermitteln, um die Investoren zu überzeugen. Ebenso gilt: Vorbereitung ist alles – sowohl fachlich als auch mental sollte man bestens vorbereitet sein. Darüber hinaus sind Fairness und Transparenz auf Augenhöhe essenziell, insbesondere in der Kommunikation mit allen Beteiligten, auch im Hinblick auf mögliche vertragliche Vereinbarungen.

Sehen Sie Easy Exit Card am 30. März 2026 in der Höhle der Löwen

Bild: V.l.: Stephan Pannhorst, Bernd Lüke und Sylvain Victor präsentieren mit „Easy Exit Card“ einen Nothammer im Kartenformat. Sie erhoffen sich ein Investment von 100.000 Euro für 25 Prozent der Firmenanteile.
Bildrechte/FotografRTL / Bernd-Michael Maurer

Wir bedanken uns bei Stephan Pannhorst, Bernd Lüke und Sylvain Victor für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Warum entscheidet sich genau hier die Zukunft unserer Ernährung?

0
Bodenpapst KI für Landwirtschaft und Boden im Fokus markus und thomas

Bodenpapst entwickelt KI Lösungen für Landwirtschaft und Boden und wird am 24 März 2026 in der Sendung 2 Minuten 2 Millionen pitchen

Wie ist der Bodenpapst entstanden und wer sind die Gründer hinter dem Startup?

Der Bodenpapst ist aus der Überzeugung entstanden, dass die Zukunft der Landwirtschaft datengetrieben, regenerativ und zugleich praxisnah sein muss. Hinter dem Startup steht ein interdisziplinäres Gründerteam mit langjähriger Erfahrung in Agrarwirtschaft, Technologie und strategischer Beratung. Treibende Kräfte sind Thomas von der AGAi, der den 2M2M-Pitch machen wird, und Markus von der SYN IT. Zwei Unternehmerpersönlichkeiten, die sich ideal ergänzen. Und ein starkes Team. Uns verbindet die Vision, wissenschaftliche Erkenntnisse endlich so verfügbar zu machen, dass sie direkt im Feld anwendbar sind.

Was hat Sie dazu motiviert, eine KI Lösung speziell für Landwirte zu entwickeln?

Die Motivation kommt aus einer klaren Beobachtung: Es gibt heute enorme Mengen an Wissen über Böden, Klima und nachhaltige Bewirtschaftung – aber dieses Wissen ist fragmentiert, schwer zugänglich und oft nicht auf konkrete Entscheidungen heruntergebrochen. Die marktführenden LLMs und Chatbot Lösungen können selbst in den teuren Plus und Pro Varianten die Streu vom Weizen nicht trennen. Genau hier setzt Bodenpapst an.

AGAi Bodenpapst wird am 24 März 2026 in der Sendung 2 Minuten 2 Millionen zu sehen sein. Mit welchen Erwartungen gehen Sie in den Pitch?

Mit unserem Pitch bei „2 Minuten 2 Millionen“, des österreichischen Ablegers von Shark Tank / Die Höhle der Löwen verbinden wir die Erwartung, nicht nur Investorinnen und Investoren zu überzeugen, sondern auch ein breites Bewusstsein dafür zu schaffen, welche zentrale Rolle gesunde Böden für unsere Ernährungssicherheit und Klimazukunft spielen. Gleichzeitig sehen wir unsere Teilnahme als Chance, strategische Partner zu gewinnen und über den Promo-Code viele Bäuerinnen, Bauern, Landwirtschaftliche Unternehmen, Pflanzenbauberater:innen und Agronom:innne über die probeweise Nutzung für unser Produkt zu begeistern.

Wie bereiten Sie sich aktuell auf Ihren Auftritt bei 2 Minuten 2 Millionen vor?

Aktuell bereiten wir uns intensiv auf den Auftritt vor – sowohl inhaltlich als auch kommunikativ. Unser Fokus liegt darauf, die Komplexität unserer Lösung klar und verständlich zu vermitteln und den konkreten Nutzen für Landwirtinnen und Landwirte und alle, die mit Böden arbeiten, greifbar zu machen.

Welche zentrale Botschaft möchten Sie mit AGAi Bodenpapst vor den Investorinnen und Investoren vermitteln?

Unsere zentrale Botschaft ist: Die Zukunft der Landwirtschaft entscheidet sich im Boden – und KI kann helfen, dieses Potenzial endlich systematisch zu erschließen. Statt gegen den Boden, ermöglicht es der Bodenpapst, MIT dem Boden zu arbeiten. Wir machen aus Daten konkrete Entscheidungen.

Was wäre für Sie ein persönlicher Erfolg nach der Teilnahme an 2 Minuten 2 Millionen?

Ein persönlicher Erfolg nach der Teilnahme wäre für uns erreicht, wenn wir nicht nur Investoren für unsere Idee begeistern, sondern auch junge, motivierte Mitarbeiter:innen aus der KI und Bodenkunde gewinnen, neue Kooperationen mit Landwirtschaft, Forschung und Industrie anstoßen können und Sichtbarkeit für dieses wichtige Anliegen im Markt gewinnen.

Welche Vision verfolgen Sie mit AGAi Bodenpapst für die Zukunft der Landwirtschaft?

Langfristig verfolgen wir die Vision, dass jeder landwirtschaftliche Betrieb Zugang zu seinem ureigenen, digitalen „Bodenberater in der Hosentasche“ hat, der individuell, datenbasiert und lernfähig ist. Der Bodenpapst soll ein zentraler Baustein für eine produktive und gleichzeitig regenerative Landwirtschaft werden.

Wie unterstützt Ihre Plattform Landwirte konkret bei Entscheidungen rund um Bodenbearbeitung und Fruchtfolge?

Unsere Plattform unterstützt Bäuerinnen und Bauern, Landwirtinnen und Landwirte konkret bei Fragen zur Bodenbearbeitung, Fruchtfolge und Bewirtschaftung, indem sie wissenschaftliche Daten, Standortinformationen und praktische Erfahrung miteinander verbindet und daraus klare Handlungsempfehlungen ableitet. Konkrete Fragen zu Laborberichten, Bodenbeprobungsergebnissen und geplanten Maßnahmen können auf Basis der neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse und Versuchsergebnissen aus der landwirtschaftlichen Praxis in konkrete Handlungsempfehlungen übersetzt werden.

Welche Rolle spielen Daten wie Wetterinformationen und Bodendaten in Ihrem System?

Daten spielen im Bodenpapst die zentrale Rolle. Wir integrieren eine Vielzahl an Daten und wissenschaftliche Studien, um fundierte Analysen zu ermöglichen. Dabei sucht der Bodenpapst nicht wahllos im Internet, sondern greift auf kuratierte Wissensdatenbanken zu, in denen u.a. auch Wissenschaftsdatenbanken integriert sind, die hinter Paywalls versteckt und nur in Englischer, Holländischer, Russischer oder Französischer Sprache verfügbar und damit für die einzelne Bäuerin nicht zugänglich sind. Entscheidend ist jedoch nicht nur die Datenmenge, sondern vor allen Dingen die Qualität der Datens, sowie die intelligente Verknüpfung dieser Informationen.

Wie gelingt es dem Bodenpapst, komplexe wissenschaftliche Erkenntnisse in verständliche Handlungsempfehlungen zu übersetzen?

Der Bodenpapst übersetzt komplexe wissenschaftliche Erkenntnisse in verständliche Empfehlungen, indem wir moderne KI-Modelle nutzen, die von uns speziell auf landwirtschaftliche Fragestellungen trainiert werden. Der Nutzer erhält keine abstrakten Analysen, sondern konkrete Vorschläge für sein Feld. Wir arbeiten intensiv an der Verbesserung des Produktes und werden sukzessive neue Applikationen und Features integrieren. Unser Auftritt bei 2M2M markiert den Startpunkt einer Reise, die wir nun mit vollem Elan angehen.

Welche Zielgruppe sprechen Sie mit Ihrer Lösung besonders an und welche Probleme lösen Sie konkret im Alltag?

Unsere Hauptzielgruppen sind landwirtschaftliche Betriebe, die ihre Produktivität steigern und gleichzeitig nachhaltiger wirtschaften wollen. Agronomen und landwirtschaftliche Berater:innen, die ihr Tiefenwissen auf die betriebliche Praxis vieler verschiedener Betriebe übersetzen müssen und dabei auf gute Analytik und Empfehlungen zurückgreifen wollen. Wir lösen dabei ein zentrales Problem: die Unsicherheit bei komplexen Entscheidungen unter sich ständig verändernden Bedingungen. Weiters richten wir uns an Forscherinnen und Forscher, sowie Behörden und Institutionen, die in ihrer Arbeit Begleitung und Unterstützung benötigen und aus verlässlichen Quellen recherchieren wollen.

Welche Herausforderungen begegnen Ihnen bei der Entwicklung eines KI gestützten Systems für die Landwirtschaft?

Eine der größten Herausforderungen bei der Entwicklung eines KI-gestützten Systems in der Landwirtschaft ist die Qualität und Heterogenität der Daten sowie die Notwendigkeit, Lösungen zu entwickeln, die im Alltag wirklich funktionieren und akzeptiert werden. Eine weitere ist die Regionalisierung der Antworten, die wir im Verlauf der Versionierung immer weiter verfeinern und releasen werden.

Was unterscheidet den Bodenpapst von klassischen Beratungsansätzen oder bestehenden Agrarsoftware Lösungen?

Was uns von klassischen Beratungsansätzen unterscheidet, ist die Kombination aus Skalierbarkeit, Individualisierung und Echtzeitfähigkeit. Während traditionelle Beratung oft punktuell ist, ist der Bodenpapst jederzeit verfügbar und lernt kontinuierlich dazu.

Welche Bedeutung haben Prognosen und prädiktive Analysen für Ihre Nutzer?

Prognosen und prädiktive Analysen sind ein zentraler Bestandteil unserer Lösung. Sie ermöglichen es Landwirten, nicht nur auf aktuelle Bedingungen zu reagieren, sondern zukünftige Entwicklungen in ihre Entscheidungen einzubeziehen.

Welche drei Ratschläge würden Sie anderen Gründerinnen und Gründern mit auf den Weg geben?

Drei Ratschläge, die wir anderen Gründerinnen und Gründern mitgeben würden: Erstens, nah am Problem und am Kunden bleiben. Zweitens, Komplexität reduzieren und den Nutzen klar kommunizieren. Drittens, Ausdauer zeigen – gerade bei tief technologischen Lösungen braucht es Zeit, bis sich Wirkung entfaltet.

Sehen Sie Neworn am 24. März 2026 in der Sendung 2 Minuten 2 Millionen

Bild Agai Bodenpapst 2 Minuten 2 Millionen Bildrechte/Fotograf: Puls 4 Gerry Frank

Wir bedanken uns bei Dr. Thomas Hiebaum für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder


Premium Start-up: Bodenpapst

Bodenpapst logo grün braun schwarz

Kontakt:

AGAi FlexKapG
Rielgasse 74
1230 Wien
Österreich

https://www.bodenpapst.at

Ansprechpartner:
Markus Diepold
Thomas Hiebaum

Social Media:
Instagram
LinkedIn Markus Diepold
LinkedIn Thomas Hiebaum

Wird Nachhaltigkeit zum wichtigsten Faktor für Unternehmen?

0
Nuvio Planet Nachhaltigkeit Emissionen verstehen Irene Rosique-Conesa Nuvio Planet Fotografin Patrycia Lukas

Nuvio Planet ermöglicht datenbasierte Nachhaltigkeit durch präzise Analyse von Emissionen entlang komplexer Lieferketten

Wie ist Nuvio Planet entstanden und wer sind die Gründer, die hinter dem Startup stehen?

Nuvio Planet entstand aus der Überzeugung, dass die Messung von Umweltwirkungen genauso einfach sein sollte wie ein Finanzbericht.

Ich habe über zehn Jahre lang Unternehmen dabei unterstützt, ihren ökologischen Fußabdruck zu verstehen, und überall das gleiche Muster gesehen: Die Daten waren vorhanden, aber zu langsam, zu komplex und zu fragmentiert. Wir haben die Lösung ursprünglich im BASF-Ökosystem entwickelt. Als uns klar wurde, dass wir unabhängig deutlich mehr Wirkung erzielen können, haben wir diesen Schritt konsequent umgesetzt. Mein Co-Founder und ich bringen zusammen jahrzehntelange Erfahrung in den Bereichen Agrar- und Lebensmittelindustrie, Umweltmodellierung sowie Aufbau und Skalierung von Softwareunternehmen mit.

Welche Vision verfolgt Nuvio Planet im Hinblick auf mehr Nachhaltigkeit in der Tierprotein- und Futtermittelindustrie?

Die Tierhaltungsindustrie wird nicht verschwinden. Aber ihre Funktionsweise muss sich grundlegend verändern. Planetare Grenzen sind real. CO₂-Kosten kommen. Regierungen kaufen landwirtschaftliche Betriebe zurück. Der einzige Weg nach vorne ist radikale Effizienz und Effizienz erfordert Messbarkeit. Environmental Intelligence wird zu einer Standard-Kennzahl neben finanziellen KPIs werden. Es ist keine Frage ob, sondern wann.

Bis 2030 wird Umweltperformance auf demselben Dashboard stehen wie Marge und Ertrag. Unternehmen, die diese Intelligenz heute in ihre Prozesse integrieren, sind nicht nur regulatorisch voraus – sie bauen sich einen strukturellen Wettbewerbsvorteil auf, den Nachzügler nicht über Nacht aufholen können.

Und ehrlich gesagt: Die Branche ist diesem Punkt näher, als viele glauben.

Wie funktioniert die Plattform von Nuvio Planet in der Praxis?

Unternehmen geben die Daten ein, die sie bereits haben und die beschreiben, wie ihre Lebensmittel produziert werden: Energie, Ressourcen, Futtermittel, Wasser, Abfall. Unsere Modelle erfassen den gesamten Umweltfußabdruck entlang des Produktlebenszyklus, inklusive Treibhausgase, Landnutzung, Wasser und mehr. Wir machen diese Daten visuell und leicht verständlich. Man braucht kein Wissenschaftler zu sein, um damit zu arbeiten. Nachhaltigkeitsexperten sparen Zeit und Kosten, weil Prozesse automatisiert werden, die früher Monate gedauert haben.

Gleichzeitig treffen Teams aus Einkauf, Marketing und Vertrieb bessere Entscheidungen, weil sie erstmals einen vollständigen Überblick über das gesamte Tierproduktionssystem haben, inklusive aller Zielkonflikte, nicht nur einzelner Aspekte.

Unser Ziel ist es, Nachhaltigkeit von einem Reporting-Thema zu einer operativen Steuerungsgröße zu machen. Unternehmen sehen bereits heute: Emissions-Hotspots sind oft gleichzeitig Kostenineffizienzen. Wer dem CO₂ folgt, findet die Kosten.

Welche Zielgruppen sprechen Sie an und welche Probleme lösen Sie konkret?

Unsere Plattform deckt rund 70 % des ökologischen Fußabdrucks eines typischen Warenkorbs ab. Allein tierisches Protein macht etwa zwei Drittel dieses Fußabdrucks aus, genau dort setzen wir an.

Wir bedienen die gesamte Wertschöpfungskette für tierisches Protein: Geflügel, Schwein, Milchprodukte, Rind, Eier und Futtermittel. Ein Beispiel: Ein Geflügelproduzent muss gleichzeitig Umweltversprechen gegenüber dem Handel einhalten, ESG-Anforderungen erfüllen und wirtschaftlich effizient bleiben.

Mit Nuvio Planet kann er exakt sehen, wo die größten Auswirkungen entstehen und welche Maßnahmen diese am schnellsten reduzieren. Führende internationale Unternehmen wie Evonik, KWS, Vall Companys und Bestmix arbeiten bereits mit uns.

Welche Rolle spielt Nuvio Planet beim Verständnis von Scope-3-Emissionen?

Scope 3 war lange ein Reporting-Thema, heute ist es operative Steuerung. In Agrar- und Lebensmittelwertschöpfungsketten machen vorgelagerte Scope-3-Emissionen bis zu 95 % der Gesamtemissionen aus. Bisher wurden sie oft nur als Offenlegung behandelt. Der Markt bewegt sich jetzt klar weg von generischen Emissionsfaktoren hin zu Emissionen auf Betriebsebene. Diese Detailtiefe auf Produktebene ist entscheidend, um echte Entscheidungen entlang der Lieferkette treffen zu können.

Unsere Modelle helfen Unternehmen dabei, Emissionen zu quantifizieren, Hotspots zu identifizieren, Lieferanten zu bewerten und gezielte Maßnahmen umzusetzen. Einkaufsteams filtern bereits heute Lieferanten nach Nachhaltigkeitskriterien, um zukünftige Compliance und Resilienz sicherzustellen.

Welche Herausforderungen gibt es bei Daten entlang komplexer Lieferketten?

Die größte Herausforderung ist nicht fehlende Daten, sondern fragmentierte Daten entlang der Wertschöpfungskette. Unternehmen haben meist gute Daten zu ihren eigenen Prozessen. Die Lücken liegen upstream und downstream, also vor dem Hof (z. B. Futtermittel, Pflanzenproduktion) und danach (Verarbeitung, Handel).

Unsere Plattform schließt diese Lücken, indem sie Lebenszyklusanalysen (LCA) durch standardisierte Templates, intuitive Workflows und Echtzeit-Szenarienmodellierung vereinfacht. Das reduziert Analysezeiten von Monaten auf Stunden und macht LCA für deutlich mehr Nutzer zugänglich.

Was unterscheidet Nuvio Planet von anderen Lösungen?

Wir sind unabhängig, spezialisiert und tief in der Branche verankert. Unabhängigkeit bedeutet: keine Konzernagenda, die unsere Produktentwicklung beeinflusst. Wir besitzen unsere Technologie vollständig, können schnell reagieren und uns exakt an den Bedürfnissen des Marktes orientieren. Unser Fokus liegt ausschließlich auf Agrar- und Lebensmittelwertschöpfung sowie tierischem Protein. Wir integrieren uns direkt in bestehende Systeme wie Futtermittelsoftware und reduzieren so den Datenaufwand erheblich. Was andere in Wochen liefern, liefern wir in Stunden.

Wie können Unternehmen Szenarien simulieren?

Nachhaltigkeit kann heute gemeinsam mit Ernährung und Kosten optimiert werden, nicht isoliert. 50–80 % der Umweltwirkungen und Kosten in der Tierproduktion entstehen durch Futtermittel. Die zentrale Frage lautet: Wie viel Protein kann pro Einheit Futtermittel, Land und Emission produziert werden? Unsere Tools ermöglichen genau diese Simulationen.

Unternehmen können Lösungen identifizieren, die Emissionen senken, Effizienz steigern und gleichzeitig Margen schützen. Schon kleine strukturelle Anpassungen können Output steigern und Emissionen reduzieren.

Welche Entwicklungen planen Sie für die Zukunft?

Unser Ziel ist es, die zentrale „Intelligence Layer“ der Branche zu werden, die Grundlage für smartere Proteinproduktion. Der regulatorische Druck nimmt stark zu: CSRD, EU Green Deal, digitale Produktpässe. Gleichzeitig verlangen Konsumenten und Handel echte Nachhaltigkeit statt Greenwashing. Unternehmen, die Environmental Intelligence heute integrieren, sichern sich langfristige Wettbewerbsvorteile.

Digitale Lösungen wie unsere werden nicht nur hilfreich sein – sie werden unverzichtbar.

Wie sehen Sie die Zukunft der nachhaltigen Tierproteinproduktion?

Die Zukunft von Proteinwachstum liegt in Effizienz, nicht in Expansion. Jeder Bissen hat einen Fußabdruck. Was wir essen und wie es produziert wird, beeinflusst Wasser, Böden und Klima.

Wenn Unternehmen ihre Auswirkungen messen und reduzieren, entsteht ein Effekt, der uns alle betrifft. Ein oft übersehener Punkt: Produktionssysteme sind integriert und erzeugen mehrere Produkte gleichzeitig. Eine Milchkuh produziert Milch, Fleisch, Käse und Molke. Wer diese getrennt betrachtet, verzerrt die tatsächliche Effizienz.

Mit Nuvio Planet erhält man eine ganzheitliche Systemperspektive und damit die Grundlage für echte Produktivitätsentscheidungen.

Welche Herausforderungen haben Sie als Gründerteam geprägt?

Die größte Veränderung war der Wechsel vom Konzern- zum Startup-Mindset. Für mich persönlich war die wichtigste Erkenntnis: kompromisslos auf die tatsächlichen Bedürfnisse von Markt und Kunden zu fokussieren. Am erfüllendsten ist es zu sehen, dass die Branche den Wert unserer Lösung erkennt.

Wir sind mit der klaren Überzeugung gestartet, dass die Umweltwirkung ein zentraler Business-KPI wird. Heute helfen wir Unternehmen, genau das operativ umzusetzen.

Welche drei Ratschläge geben Sie anderen Climate-Tech-Gründern?

Erstens: Baut, was der Markt heute braucht, nicht das, was theoretisch interessant klingt.
Der Climate-Tech-Friedhof ist voll von eleganten Lösungen für falsche Probleme. Sprecht mit Kunden, bevor ihr baut – nicht danach.

Zweitens: Wenn eure Plattform einen Wissenschaftler braucht, um sie zu bedienen, habt ihr verloren.
Komplexität muss vereinfacht werden. Der Wert entsteht erst, wenn Kunden sie verstehen und nutzen können.

Drittens: Wartet nicht auf Regulierung, um euren Markt zu schaffen.
Die Unternehmen, die 2035 dominieren, treffen heute operative Entscheidungen auf Basis von Umweltdaten.

Euer Geschäftsmodell muss genauso robust sein wie eure Technologie – denn wirtschaftlicher Druck gilt auch für Climate Tech.

Bild Irene Rosique-Conesa Fotografin Patrycia Lukas

Wir bedanken uns bei Irene Rosique-Conesa für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder


Premium Start-up: Nuvio Planet

nuvio planet logo schwarz weiss

Kontakt:

Nuvio Planet GmbH
Albertinerstr. 12
14165 Berlin

www.nuvioplanet.com
laura@nuvioplanet.com

Ansprechpartner:
Jorg Riesmeier (Geschäftsführer)
Laura-Lucia Wehner (Presse)

Social Media:
LinkedIn

Warum entscheidet KI gerade jetzt über den Erfolg ganzer Regionen?

0
de:hub Saarbrücken KI Startups Innovation Jan Arnold

Der de:hub Saarbrücken zeigt, wie KI, Startups und Innovation gemeinsam neue wirtschaftliche Perspektiven schaffen und technologische Entwicklungen in die Praxis bringen.

Wie positioniert sich der de:hub Saarbrücken – Digital Hub Artificial Intelligence innerhalb des deutschen Digital Hub Netzwerks? Welche Rolle spielt der Hub für die digitale Transformation des Saarlands?

Der de:hub Saarbrücken steht im bundesweiten de:hub-Netzwerk für Künstliche Intelligenz, Deep Technology und nachhaltige Innovation. Seine Stärke liegt in der engen Verbindung von exzellenter Forschung, technologischer Anwendung, Unternehmertum und industrieller Praxis. Dazu kommt die grenzüberschreitende Perspektive mit enger Anbindung an Frankreich und Luxemburg.
Besonders ist, dass de:hub und Startup Factory bei uns in einer Struktur zusammenkommen. So können Innovationen schneller aus der Forschung in Startups, Kooperationen und marktfähige Anwendungen überführt werden.
Für das Ökosystem in unserer Region und besonders für das Saarland ist der Hub damit ein wichtiger Impulsgeber für digitalen und wirtschaftlichen Wandel. Er hilft dabei, neue Technologien schneller in Wertschöpfung, Wachstum und neue Zukunftsperspektiven für den Standort zu übersetzen.

Welche Bedeutung hat Künstliche Intelligenz für die wirtschaftliche und nachhaltige Entwicklung der Region? In welchen Anwendungsfeldern sehen Sie aktuell das größte Potenzial?

Künstliche Intelligenz hat für das Saarland eine besondere Bedeutung, weil die Region sich wirtschaftlich stark transformieren muss. Es geht dabei um weit mehr als Effizienz: KI kann neue Wertschöpfung schaffen, nachhaltige Entwicklung vorantreiben und Forschung schneller in Anwendung überführen. Gerade für ein industriell geprägtes Bundesland ist das eine echte Zukunftsfrage.
Das größte Potenzial liegt aus unserer Sicht dort, wo technologische Exzellenz auf strategische Zukunftsthemen trifft: vertrauenswürdige KI, Datensouveränität, sichere Systeme und der Transfer in marktfähige Anwendungen. In Verbindung mit Feldern wie Industrie, Cybersicherheit, Health, neuen Materialien sowie Energie- und Nachhaltigkeitstechnologien entsteht daraus ein starkes Innovationsfeld mit Wirkung weit über die Region hinaus

Wie verbindet der de:hub Saarbrücken KI-Innovation mit Nachhaltigkeit? Welche konkreten Projekte oder Initiativen treiben diese Verbindung voran?

Für uns gehört KI im Bereich Green Transformation zu den zentralen Zukunftsthemen. Es geht darum, KI gezielt dort einzusetzen, wo wirtschaftlicher Wandel und nachhaltige Entwicklung zusammenkommen — etwa in Industrie, Energie, Wasserstoff und Kreislaufwirtschaft. Mit Green Transformation Innovation (GTI) haben wir dafür einen zentralen Programmschwerpunkt geschaffen. Innerhalb dieses Rahmens entwickeln wir verschiedene Formate, die KI mit nachhaltiger Innovation verbinden und Akteure aus Industrie, Forschung und Startups zusammenführen.

Welche technologischen Schwerpunkte stehen im Fokus des de:hub Saarbrücken? Warum sind diese Themen besonders relevant für Unternehmen und Startups?

Im Fokus von SouthwestX stehen vor allem KI und Deep Tech. Hier entstehen viele der technologischen Lösungen, die für wirtschaftlichen Wandel, industrielle Erneuerung und neue Wertschöpfung entscheidend sind.
Für Unternehmen liegt der Mehrwert darin, neue Technologien schneller in Anwendung und Markt zu bringen, Prozesse effizienter zu gestalten, die eigene Wettbewerbsfähigkeit zu stärken und neue Märkte sowie Geschäftsfelder zu erschließen. Für Startups sind diese Felder besonders attraktiv, weil dort ein sehr hohes Innovationspotenzial auf einen konkreten Bedarf im Markt trifft und daraus echte Wachstumschancen entstehen.

Wie unterstützt der Hub Startups und KMU bei der Entwicklung, Erprobung und Implementierung von KI-Lösungen?

Wir unterstützen Startups und KMU dabei, KI-Lösungen von der Idee bis in die Anwendung zu bringen. Startups begleiten wir nicht nur in der Entwicklung und Erprobung, sondern auch in der Weiterentwicklung hin zu marktfähigen und skalierbaren Modellen. KMU unterstützen wir dabei, konkrete Anwendungsfelder zu identifizieren und neue Technologien in ihre Prozesse und Geschäftsmodelle zu integrieren.
Mit Formaten wie Incubation-as-a-Service und Venture Clienting bringen wir Unternehmen, Startups und Forschung direkt in gemeinsamen Innovationsprojekten zusammen. Ergänzend bauen wir ein KI-Reallabor auf, um Lösungen künftig auch unter praxisnahen Bedingungen testen und weiterentwickeln zu können.

Welche Rolle spielen Daten, Datenqualität und verantwortungsvolle KI im Hub-Alltag? Wie werden Themen wie Ethik, Transparenz und Vertrauen adressiert?

Für uns spielt das im Alltag eine große Rolle, weil wir KI in reale Anwendungen bringen. Dabei geht es immer auch um die Qualität der Daten, die Nachvollziehbarkeit von Ergebnissen und die Frage, ob Lösungen in der Praxis verantwortungsvoll und vertrauenswürdig eingesetzt werden können. Gerade in der Zusammenarbeit mit Unternehmen, Startups und Forschung ist das eine Grundvoraussetzung.
Dass diese Themen am Standort Saarbrücken so präsent sind, zeigt auch das Forschungsumfeld: Mit dem CERTAIN-Zentrum (Trusted AI) am DFKI und mit CISPA, das intensiv zu Cybersicherheit, Datenschutz und vertrauenswürdiger KI arbeitet, gibt es hier ein starke Kompetenz in Bereichen, die für den praktischen Einsatz von KI entscheidend sind.

Wie profitieren Startups von der engen Zusammenarbeit mit Forschungseinrichtungen wie der Universität des Saarlandes oder dem DFKI?

Startups erhalten früh Zugang zu technologischem Know-how, Talenten, Infrastruktur und starken Netzwerken – von der Universität des Saarlandes und dem DFKI bis hin zu weiteren Hochschulen, Instituten und Transferpartnern im SouthwestX-Ökosystem. Dadurch können sie ihre Lösungen schneller weiterentwickeln, wissenschaftlich fundiert validieren und besser auf den Markt ausrichten. Gleichzeitig erleichtert dieses Umfeld den Aufbau tragfähiger und wachstumsfähiger Unternehmen aus wissenschaftlichen Ideen.

Welche KI-basierten Lösungen sehen Sie als besonders wirkungsvoll für Energieeffizienz, Ressourcenschonung oder CO₂-Reduktion?

Besonders stark ist KI überall dort, wo sie helfen kann, Energie, Material und Prozesse intelligenter zu steuern – vor allem in der Produktion, im Transport, im Energiemanagement und in der Wartung. Gerade in diesen Bereichen kann KI dazu beitragen, Verbräuche zu senken, Ressourcen effizienter einzusetzen und CO₂-Emissionen zu reduzieren. Gleichzeitig wird auch die Frage wichtiger, wie KI selbst ressourcenschonender werden kann – etwa durch effizientere Modelle und weniger Rechenaufwand.

Wie messen Sie den Erfolg Ihrer Aktivitäten für Startups, Unternehmen und die nachhaltige Entwicklung des Saarlands?

Für uns lässt sich diese Frage nicht nur auf das Saarland begrenzen. Der de:hub ist zwar hier verankert, als Träger sind wir mit SouthwestX aber ebenso in Rheinland-Pfalz fest aufgestellt. Hinzu kommen Frankreich und Luxemburg. Erfolg messen wir deshalb entlang der gesamten Wirkungskette – von Gründungen, Innovationsprojekten und Investments bis hin zu Kooperationen, Marktzugang und nachhaltiger Entwicklung.
Dafür haben wir ein klares System an Erfolgskennzahlen aufgebaut. Wir erfassen quantitative KPIs wie Startups, Investments und Innovationsprojekte und arbeiten zugleich an einem KI-gestützten Managementinstrument, das Daten in Echtzeit zusammenführt und Entwicklungen transparenter macht. Gerade mit Blick auf Green Transformation ist uns wichtig, neben klassischen Wirtschaftsindikatoren auch nachhaltige Wirkung sichtbar zu machen.

Welche Ziele verfolgt der de:hub Saarbrücken – Digital Hub Artificial Intelligence in den kommenden Jahren, um die KI-Transformation weiter voranzubringen?

In den kommenden Jahren wollen wir die KI-Transformation vor allem dort voranbringen, wo sie konkret Wirkung entfaltet: in Startups, in Unternehmen und in neuen Formen der Zusammenarbeit zwischen Forschung und Markt. Es geht uns darum, mehr technologiegetriebene Gründungen zu ermöglichen, Innovationsprozesse mit Unternehmen zu beschleunigen und KI noch stärker in reale Anwendungen zu überführen.
Gleichzeitig wollen wir unsere Rolle als grenzüberschreitendes Ökosystem weiter ausbauen – mit starken Verbindungen nach Rheinland-Pfalz, Frankreich und Luxemburg. KI verstehen wir dabei nicht isoliert, sondern im Zusammenspiel mit Deep Tech, Green Transformation und nachhaltiger wirtschaftlicher Entwicklung.

Bildcredits/Fotograf: David Huckert

Wir bedanken uns bei Jan Arnold für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Neueste Beiträge

Ankerkraut zurück bei Gründern nach Deal mit Nestlé Bild Stefan Lemcke, Anne Lemcke, Timo Haas und Alexander Schwoch Bildcredits/Fotograf: Ankerkraut/Nela König

Ankerkraut kehrt zurück zu den Gründern

0
Ankerkraut kehrt nach vier Jahren unter Nestlé zurück in die Hände der Gründer Anne und Stefan Lemcke. Mit dem Rückkauf beginnt für die Gewürzmarke ein neues Kapitel in unternehmerischer Eigenständigkeit.