Mittwoch, Januar 28, 2026
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Kann eine einfache Idee den Spaß am Backen völlig neu entfachen?

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Streuselade Schokostreusel und Community verbinden Jennifer Kraus präsentiert mit „Streuselade“ bunte Streusel aus Schokolade. Sie erhofft sich ein Investment von 75.000 Euro für 20 Prozent der Firmenanteile. Foto: RTL / Bernd-Michael Maurer

Streuselade wird am 08. Dezember 2025 um 20:15 in der Höhle der Löwen in der Folge Die Höhle der Löwen Endlich Weihnachten pitchen und seine neuartige Idee einem großen Publikum vorstellen.

Wie ist das Startup entstanden und welche Personen stehen dahinter?

Vor und hinter der Kamera, der Kücheninsel, den Rezepten und den Produkten stehe ich, Jennifer Kraus, Kommunikationsdesignerin und leidenschaftliche Hobbybäckerin aus Frankfurt. Hinter dem Startup stehe ich als Gründerin – unterstützt von einem kleinen Team fantastischer Mitarbeiterinnen und einer treuen Community, die mich seit vielen Jahren begleitet. 2017 habe ich Meine Backbox gegründet, eine Überraschungsbox rund ums Backen. Daraus ist eine tolle Back-Community entstanden, die mich letztlich auch ermutigt hat, eigene Produkte zu entwickeln.
So entstand Streuselade – bunte Schokostreusel, die es vorher nicht gab.

In welcher Branche ist das Unternehmen tätig und was zeichnet das Geschäftsmodell aus?

Wir sind im Food- und Backsegment zuhause. Meine Backbox ist die Überraschungsbox rund ums Backen mit überraschenden Zutaten, nützlichem Zubehör und dazu passenden Rezepten. Mit Streuselade ergänzen wir nun eigenes Produkt, das Backdekoration neu denkt: farbenfrohe, zartschmelzende Schokostreusel.
Was uns auszeichnet ist die Kombination aus Kreativität, Marketing und Innovation im Backmarkt.

Welche Idee oder welches Problem stand am Anfang der Gründung? Gab es eine Marktlücke oder eine besondere Inspiration?

Die Idee entstand in der Adventszeit 2023, bei einer Tradition, die ich seit Jahren pflege: Ich mache jedes Jahr Pralinen für Freunde und Familie. Als ich Rumkugeln in dunklen Schokostreuseln gewälzt habe, dachte ich plötzlich: „Die Kugeln sehen so langweilig aus… Warum gibt es das eigentlich nicht auch in bunt?“ 
Zuckerstreusel sind hübsch, schmecken aber nicht und sind hart zu kauen. Schokostreusel sind zartschmelzend lecker, aber immer nur braun. Genau da lag die Marktlücke – und aus diesem Moment in meiner Küche heraus entstand die Idee zu Streuselade.

Was macht das Konzept oder die Technologie besonders? Welche innovativen Ansätze kommen zum Einsatz?

Die Innovation liegt darin, zwei Welten zu verbinden: die Optik klassischer Zuckerstreusel mit dem Geschmack zartschmelzender Schokolade. Das gab es vorher schlicht nicht. Dazu kommen saisonale Editionen mit kleinen Schokomotiven wie Tannenbäumchen, Herzen oder Perlen – alles aus Schokolade, aber modern und farbenfroh.

Welche konkreten Vorteile bietet das Produkt den Nutzerinnen und Nutzern? Was hebt es im Alltag vom Wettbewerb ab?

Man muss sich nicht mehr entscheiden zwischen „schön“ oder „lecker“.
Unsere Streuselade sieht aus wie herkömmliche Zuckerstreusel, schmecken aber nach Schokolade. Sie sind zart, schmelzen im Mund und passen zu Kuchen, Plätzchen, Desserts oder Eis. Das macht Backdeko alltagstauglicher und gleichzeitig besonders.

Wie wurde das Produkt entwickelt und getestet? Gab es besonderes Feedback aus ersten Anwendungen oder Testphasen?

Die Entwicklung hat über ein Jahr gedauert und war sehr herausfordernd. Ich habe mit so gut wie allen Zucker- als auch Schokostreusel-Produzenten aus ganz Europa gesprochen, doch jeder sagte mir, dass das nicht möglich sei oder man nicht die Maschinen dafür hätte. Zum Glück habe ich am Ende einen tollen Produzenten gefunden, der sich mit uns zusammen dieser Herausforderung gestellt hat. Wir haben viele Monate getestet und ausprobiert, bis Geschmack, Schmelz und Farbe perfekt zusammengepasst haben. Die ersten Kundentests liefen über die Community von Meine Backbox – und die Resonanz war überwältigend:
„Warum gibt es das nicht längst?“ und „Endlich schmeckt Deko auch nach etwas!“
Dieses Feedback hat uns bestätigt, dass wir eine echte Lücke schließen.

Welche Vision verfolgt das Unternehmen? Welche Meilensteine sollen in den nächsten Jahren erreicht werden?

Meine Vision ist, dass Streuselade irgendwann als Synonym für bunte Schokostreusel verstanden wird. Während der Entwicklungsphase hatten wir zusätzlich eine Variante vorgestellt, die komplett ohne Kakao auskommt und auf Johannisbrot basiert. Die Idee war spannend, aber letztlich haben wir sie verworfen, weil wir uns vollständig auf das Wichtigste konzentrieren wollten: Geschmack und Genuss.
Ein großer Meilenstein ist bereits erreicht:
Wir stehen mit Streuselade bei REWE in den Regionen Ost und Süd sowie bundesweit bei HIT im Regal und natürlich in unserem Onlineshop unter www.streuselade.de

Warum fiel die Entscheidung, sich bei Höhle der Löwen zu präsentieren? Welche Aspekte stehen dabei im Vordergrund?

Ich habe die Sendung viele Jahre verfolgt und mir vorgenommen: „Irgendwann traue ich mich hin.“ Mit Streuselade war dieser Moment gekommen. Es ist ein Produkt, das man wunderbar im Handel platzieren kann und worin ich großes Potential sehen. Aber auch, was man erklären muss, weil es völlig neu ist. Die Plattform, die die Show bietet, ist für solche Innovationen ideal. Und die Chance auf einen Deal sowie ehrliches Feedback von Expertinnen und Experten zu bekommen, wollte ich unbedingt nutzen.

Welche Form der Unterstützung wird durch die Teilnahme an Höhle der Löwen angestrebt? Wie soll eine mögliche Investition oder Zusammenarbeit genutzt werden?

Mir ging es vor allem um strategische Unterstützung, den direkten Austausch mit Expertinnen und Experten und Zugang zum Handel. Ein Investment könnte uns ermöglichen, größere Chargen zu produzieren und schneller flächendeckend verfügbar zu werden.

Welche nächsten Schritte sind nach Höhle der Löwen geplant? Gibt es konkrete Pläne für Wachstum, Skalierung oder neue Entwicklungen?

Wir fokussieren uns klar auf unsere schokoladigen Streuselade-Sorten, bauen die Produktion aus und arbeiten an neuen saisonalen Mischungen. Außerdem möchten wir unsere Präsenz im Lebensmitteleinzelhandel weiter ausbauen.
Meine Backbox bleibt weiterhin unsere kreative Plattform – Streuselade ist die ideale Ergänzung dazu.

Welche Erfahrungen und Erkenntnisse haben sich auf dem bisherigen Weg als besonders wertvoll erwiesen?

Die wichtigste Erkenntnis ist, wie wertvoll eine ehrliche und engagierte Community ist. Ihr Feedback und das der Löwen hat Streuselade in entscheidenden Momenten geformt.
Und ich habe gelernt, wie viel Mut, Geduld und Ausdauer eine Gründung wirklich erfordert. Höhen und Tiefen gehören dazu – und man wächst an beiden.

Welche Ratschläge lassen sich aus diesen Erfahrungen ableiten, die für andere Gründerinnen und Gründer hilfreich sein könnten?

Startet, bevor ihr glaubt, bereit zu sein. Testet früh, hört zu, verbessert.
Lasst euch nicht entmutigen, wenn etwas nicht sofort klappt. Und sucht die Nähe zu eurer Community – sie ist oft der ehrlichste und beste Kompass.

Sehen Sie Streuselade am 8. Dezember 2025 in der Höhle der Löwen – Endlich Weihnachten

Bild: Jennifer Kraus präsentiert mit Streuselade bunte Streusel aus Schokolade. Sie erhofft sich ein Investment von 75.000 Euro für 20 Prozent der Firmenanteile.
Foto: RTL / Bernd-Michael Maurer

Wir bedanken uns bei  Jennifer Kraus für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Wie entsteht aus einer einfachen Idee ein Erlebnis, das Menschen berührt?

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TannTastisch Produkte aus der Tanne begeistern Christian Mai präsentiert mit „Tanntastisch“ Genuss aus der Tanne. Er erhofft sich ein Investment von 100.000 Euro für 25 Prozent der Firmenanteile. +++ Die Verwendung des sendungsbezogenen Materials ist nur mit dem Hinweis und Verlinkung auf RTL+ gestattet. +++ RTL / Bernd-Michael Maurer

TannTastisch wird am 08. Dezember 2025 um 20:15 in der Höhle der Löwen in der Folge Die Höhle der Löwen Endlich Weihnachten pitchen und stellt dabei seine besondere Idee einem großen Publikum vor.

Wie ist TannTastisch entstanden und welche Personen stehen dahinter?

Christian Mai: Mein Vater verkauft seit über 30 Jahren Weihnachtsbäume. Ich habe die Firma übernommen und baue diese weiter aus. Mein Ziel ist es nicht mehr nur Weihnachtsbäume zu verkaufen, sondern die Werte von Weihnachten zu vermitteln: Gemeinschaft, Familie, Liebe und Hoffnung. Außerdem möchte ich die Tanne mit allen Sinnen erlebbar machen. Daraus ist die Marke fantastisch entstanden, mit den Produkten in den Bereichen Kosmetik, Feinkost und Spirituosen.

In welcher Branche ist TannTastisch tätig und was zeichnet das Geschäftsmodell aus?

Wir sind innerhalb der Landwirtschaft und der Direktvermarktung tätig. Die Produkte gibt es mittlerweile auch im Einzelhandel, lokale Händlerinnen und Händler, beispielsweise Rewe und Edeka, haben unsere Produkte mit in das Sortiment aufgenommen.

Die Besonderheit der Produkte besteht darin, dass wir unsere eigenen Nadeln in den verschiedenen Produkten weiterverarbeiten. Außerdem sind die Kosmetikprodukte durch die Düfte unserer verschiedenen Tannen Sorten inspiriert.

Welche Idee oder welches Problem stand am Anfang der Gründung? Gab es eine Marktlücke oder eine besondere Inspiration?

Das größte Problem bestand darin, gute Partner zu finden, die auf den jeweiligen Gebieten Spezialisten sind und sich der Produktion unserer Produkte annehmen. So haben wir einen ausgezeichneten Hersteller in Sachsen gefunden, der unsere Spirituosen produziert. Wir haben ein hervorragendes Unternehmen in Österreich gefunden, welches sich mit unserem Signaturduft aus den Tannen beschäftigt hat und uns die ganzen Produkte im Bereich Kosmetik produziert.

Die Bio-Zertifizierung von TannTastisch im weiteren Verlauf war dann einfach.

Zur Initialen Inspiration: der rote Eierlikör von Erdbeer Karl, aus der Erdbeere, hat mich immer schon inspiriert. Ich wollte danach schon immer einen grünen Eierlikör mit Tannengeschmack.

2020 bin ich durch unsere Tannenplantage spaziert, und habe die jungen beitriebe der Norman seine probiert. Diese haben fruchtig, leicht Zitrone nicht geschmeckt. Daraus ist dann Initial die Tannen Orangenmarmelade entstanden. Aus meiner Erfahrung bei Lidl wusste ich, dass der Absatz von Orangenmarmelade im Winter stark ansteigt. Die Kombination aus orange und Tanne erschien mir danach passend.

Was macht das Konzept oder die Technologie von TannTastisch besonders? Welche innovativen Ansätze kommen zum Einsatz?

Der innovative Ansatz besteht darin, aus der Tanne mehr zu machen als nur den Baum für das Wohnzimmer. Die jungen Mai-Triebe werden beim Austrieb geerntet. Sie sind ohnehin Abfallprodukt, weil die Tonnen schlank, gehalten werden, und dafür werden die Triebe gekürzt.

Wir haben außerdem erstmalig in diesem Jahr die Nadeln der Nordmanntanne destilliert. Das Destillat hat auch heilende Wirkungen nachgewiesen bekommen, wir haben es entsprechend untersuchen lassen. Aus diesem Destillat werden wir in Zukunft selbstständig Kosmetikprodukte und Düfte zusammenstellen.

Welche konkreten Vorteile bietet das Produkt den Nutzerinnen und Nutzern? Was hebt es im Alltag vom Wettbewerb ab?

Die Produkte von uns bieten auf jeden Fall Abwechslung. Sie passen ausgezeichnet in die Zeit in die Zeit von Weihnachten, werden aber auch unterjährig gut gekauft.

Wie wurde das Produkt entwickelt und getestet? Gab es besonderes Feedback aus ersten Anwendungen oder Testphasen?

Es gibt insgesamt 41 verschiedene Produkte. Aus den Bereichen Kosmetik, Feinkost und Spirituosen. Alle Produkte sind marktreif, und es befinden sich aktuell vier Produkte in der Testphase.

Welche Vision verfolgt TannTastisch? Welche Meilensteine sollen in den nächsten Jahren erreicht werden?

Wie als Unternehmen verfolgt die Strategie die Werte von Weihnachten, Gemeinschaft, Familie, Liebe und Hoffnung, auch ganzjährig, mit den Produkten von fantastisch und dem Erlebnis auf unseren Höfen zu vermitteln. Dabei ist wichtig, dass die immer grüne Nadel von der Tanne für die Hoffnung steht. Auch das ist etwas, was wir transportieren möchten. Unsere Vision ist daher sehr werteorientiert.

Wir planen für unser Unternehmen, den Bau eines kleinen Erlebnishofes. Außerdem ist der Ausbau des Onlineshops geplant.

Warum fiel die Entscheidung, sich bei Höhle der Löwen zu präsentieren? Welche Aspekte stehen dabei im Vordergrund?

Nachdem ich aus der Organisation Pallen Welt ausgestiegen bin und jetzt im Familienbetrieb arbeite, gibt es nicht mehr so viele Einflüsse von außen. Mein größtes Ziel war es über die Höhle der Löwen einen Mentor zu finden beziehungsweise ein Mentor. Außerdem hatten wir zum damaligen Zeitpunkt die Möglichkeit im Bereich des Einzelhandels zu skalieren, dafür wäre eine Investition nötig gewesen. Diese wollte ich gerne gemeinsam mit den Löwen umsetzen.

Welche Form der Unterstützung wird durch die Teilnahme an Höhle der Löwen angestrebt? Wie soll eine mögliche Investition oder Zusammenarbeit genutzt werden?

Die 100.000 € zu 25 % waren deshalb vor allem auch mit den 25 % versehen, weil es mir mehr auch um eine Partnerschaft geht. Mir ist wichtig einen Mentor beziehungsweise ein Mentor zu finden, mit der ich neue Ideen, verschiedene Ansätze und meine Vision diskutieren kann und zudem oder der ich auf blicken kann.

Welche nächsten Schritte sind nach Höhle der Löwen geplant? Gibt es konkrete Pläne für Wachstum, Skalierung oder neue Entwicklungen für TannTastisch?

Es geht vor allen Dingen darum, die vielen Produkte zu stabilisieren, die Produktionskette zu festigen, den Onlineshop auszubauen und dann schlussendlich auch weiter im Einzelhandel präsenter zu werden.

Welche Erfahrungen und Erkenntnisse haben sich auf dem bisherigen Weg als besonders wertvoll erwiesen?

Meine Erfahrung bei Lidl in Deutschland und in den USA ist auf jeden Fall richtungsweisend für das Handeln unserer Firma.

Die Erfahrung, die Senior und die Bodenständigkeit meines Herrn Vaters mit dem bodenständigen Produkt Tannenbaum, sind außerdem prägen für das Handeln in der Firma.

Welche Ratschläge lassen sich aus diesen Erfahrungen ableiten, die für andere Gründerinnen und Gründer hilfreich sein könnten?

Nie aufgeben, immer weitermachen, neu justieren, anpassen und in der Umsetzung bleiben. Wenn man lange genug und diszipliniert an den verschiedenen Themen dranbleibt, werden die allermeisten sicherlich auch erfolgreich sein. Auch bei den Bewerbungsprozess zu den Löwen, war es ein mehrstufiger Prozess, an dem man dranbleiben musste, damit es am Ende erfolgreich wird.

Sehen Sie TannTastisch am 8. Dezember 2025 in der Höhle der Löwen – Endlich Weihnachten

Bild: Christian Mai präsentiert mit Tanntastisch Genuss aus der Tanne. Er erhofft sich ein Investment von 100.000 Euro für 25 Prozent der Firmenanteile.
RTL / Bernd-Michael Maurer

Wir bedanken uns bei Dr Christian Mai für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Wie kann ein kleines Ritual unseren mentalen Alltag spürbar verändern?

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ÆR Produkt unterstützt Menschen im Alltag Fabian Hans

ÆR verbindet Aromatherapie, Design und bewusste Atmung zu modernen Ritualen, die Menschen im Alltag mentale Balance und spürbare Klarheit ermöglichen.

Wie ist die Idee zu ÆR entstanden und welche persönlichen Erfahrungen oder Überzeugungen haben zur Gründung geführt?

Vielen Dank! Die Idee zu ÆR wurde von einem Produkt aus Thailand inspiriert. Dort sind Gersuchstifte weit verbreitet – doch wir sahen in dem Produkt mehr Potenzial, als wie es das Produkt aus Thailand umsetzt.
Ich wusste aus meinem Studium in der Psychologie, wie stark Düfte unsere Emotionen berühren können. Sie sind wie kleine Schlüssel zu unserem Innersten – sie öffnen Türen zu Erinnerungen, Stimmungen und Bewusstheit. Dieses Wissen haben wir genutzt, um etwas Neues zu schaffen: ein Tool, das Körper, Geist und Emotion miteinander verbindet.
Seit meinem Psychologiestudium glaube ich fest daran: Wir haben die Wahl. Wir können entscheiden, wie wir uns fühlen, was wir denken, und wie wir auf die Welt reagieren. Doch die meisten lassen ihre Gedanken einfach treiben – ohne zu bemerken, dass sie die Richtung selbst bestimmen könnten.
Mit ÆR vereinen wir die Kraft der Aromapsychologie mit den tiefen, klärenden Praktiken des Breathworks.
So entsteht mehr als nur ein Produkt – es ist eine Einladung, wieder bei sich selbst anzukommen. Wir kombinieren dies mit unseren Partnern und bieten zusätzlich noch Breathwork an. Es ist mehr als ein Produkt. Es ist ein tägliches Ritual, fast wie eine Therapie, die man sich selbst verschreibt.

Was steckt hinter dem Konzept der tragbaren Aromatherapie und wie unterscheidet sich ÆR von klassischen Duft- oder Wellnessprodukten?

ÆR ist durch sein mobiles Design eine kleine Routine für unterwegs – ein Ritual, das man überall ausführen kann. Der Reset, den man manchmal zwischendurch braucht.
Die Schulleiterin meiner Kinder nutzt ihren ÆR zum Beispiel jeden Tag, nachdem alle Eltern ihre Kinder zur Schule gebracht haben. In dieser Zeit begrüßt sie unzählige Menschen – hört zu, tröstet, löst kleine Probleme und ist für alle da. Nach 30 Minuten, ca. 300 Kindern und ebenso vielen Eltern – ist ihre soziale Batterie leer.
Kerzen anzünden oder einen Raum mit Duft erfüllen? Dafür bleibt keine Zeit.
Doch mit ÆR kann sie kurz innehalten, tief durchatmen und sich selbst einen Moment schenken.
Unser Aroma-Pen hilft ihr, einen schnellen Reset zu machen – ein paar Atemzüge, ein vertrauter Duft – und sie ist wieder bei sich.

Welche Menschen möchte ÆR mit seinen Produkten erreichen und wie gelingt es, deren Bedürfnisse im Alltag zu unterstützen?

Wir sprechen Menschen an, die jeden Tag viel zu tun haben – und kaum Zeit finden, sich die Auszeit zu nehmen, die sie eigentlich bräuchten. Menschen, die gefordert sind, weil andere sich auf sie verlassen und Verantwortung für ihre Mitmenschen tragen.
Ein typisches Beispiel sind Entrepreneure, Gründer:innen oder Selbstständige, die gleichzeitig mehrere Projekte, ihre Familie und ihr Privatleben unter einen Hut bringen müssen.
Für Pausen bleibt oft kaum Zeit – dabei sollten gerade sie ein fester Bestandteil der Erfolgsstrategie sein.
In einer Zeit, die von Krisen und Unsicherheit geprägt ist, nehmen die mentalen Belastungen stetig zu. Wir alle müssen immer mehr leisten – und genau hier setzt ÆR an: ÆR ist der schnelle mentale Reset für unterwegs.

Wie wichtig ist wissenschaftliche Fundierung im Entwicklungsprozess der verschiedenen ÆR-Düfte und wie werden die Rezepturen ausgewählt?

Für uns ist dieser Aspekt sehr wichtig. Ich würde fast sagen, der wichtigste für unsere nächsten Schritte. Wir haben zum Beispiel alle relevanten Studien zur Wirkung der Aromatherapie zusammengetragen und uns bei der Entwicklung unserer Formulierungen so nah wie möglich daran orientiert.
Auch in Zukunft ist es uns ein großes Anliegen, weitere Forschungen durchzuführen und neue Erkenntnisse in die Entwicklung kommender Produkte einfließen zu lassen.
Dafür arbeiten wir eng mit verschiedenen Hochschulen zusammen und planen derzeit auch eine eigene Studie mit der Hochschule Rhein-Waal (Hochschule für Angewandte Wissenschaften). Hier werden wir die Produkte mit den Studenten in der stressigen Prüfungsphase durch eine EEG-Studie testen.

Welche Rolle spielen Farben und Design bei der Wirkung der Produkte und wie beeinflussen sie das emotionale Erlebnis?

Die Farben spiegeln den emotionalen Nutzen unserer Produkte wider. Jede Nuance wurde bewusst gewählt, um das Gefühl zu verstärken, das sie repräsentiert. PEAK steht zum Beispiel für mentale Aktivierung – dafür haben wir eine aktivierende Farbe wie Orange gewählt. Sie vermittelt Energie, Fokus und Wachheit. Blau hingegen steht für Ruhe und Ausgeglichenheit – genau deshalb haben wir diese Farbe für unsere beruhigenden Varianten ausgewählt.
So entsteht eine klare visuelle Sprache, die die emotionalen Wirkungen der Produkte schon vor der Anwendung fühlbar macht. Farbe wird damit zu einem Teil der Erfahrung – sie begleitet, steuert und verstärkt das, was das Produkt auf mentaler und sensorischer Ebene auslöst.

Mit welchen Herausforderungen war ÆR auf dem Weg von der Produktidee bis zur Markteinführung konfrontiert?

Auf dem Weg von der Produktidee bis zur Markteinführung stand ÆR vor mehreren Herausforderungen – insbesondere darin, ein neuartiges Produkt und seine Wirkung verständlich und glaubwürdig zu vermitteln.
Unsere Produkte basieren auf Aromatherapie in Kombination mit Farbe, Design und bewusster Atmung. Sie sollen mentale Zustände wie Fokus, Ruhe oder Klarheit aktiv unterstützen. Doch genau das macht die Kommunikation anspruchsvoll: Für viele Menschen klingt das zunächst nach „Hokuspokus“, nach etwas Esoterischem, schwer Greifbarem.
Einige waren anfangs wirklich skeptisch. Doch durch unsere ersten Erfahrungen und die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit den Wirkmechanismen konnten wir zeigen, dass die Effekte tatsächlich real sind.
Die größte Herausforderung lag also darin, Glaubwürdigkeit und Vertrauen aufzubauen.
Wir sprechen eine Zielgruppe an, für die Produkte wie ÆR neu sind – Menschen, die sich zwar für Achtsamkeit, Performance und Wohlbefinden interessieren, aber klare, faktenbasierte Argumente brauchen.
Deshalb investieren wir viel in Aufklärung: Wir erklären, wie Aromatherapie funktioniert, welche Rolle Farben und Design spielen und wie bewusste Atmung die Wirkung verstärkt.
Zudem ist es uns wichtig, diese Wirkung nicht nur zu behaupten, sondern wissenschaftlich zu untermauern. Darum arbeiten wir ja mit Hochschulen zusammen. So schaffen wir Schritt für Schritt das, was für uns am wichtigsten ist: Vertrauen durch Transparenz, Erfahrung und wissenschaftliche Evidenz.

Wie gelingt es euch, in einem wachsenden Markt für mentale Gesundheit und Achtsamkeit authentisch zu bleiben?

Was macht ÆR aus eurer Sicht einzigartig und warum glauben Sie, dass sich euer Ansatz langfristig durchsetzen kann?

Was ÆR einzigartig macht, ist unser ganzheitlicher Ansatz, der wissenschaftlich fundierte Aromatherapie mit Design, Farbe und bewusster Atmung verbindet – um mentale Balance im Alltag spürbar zu fördern.
Wir entwickeln keine Wellness-Produkte, sondern Werkzeuge für mentale Gesundheit, die Menschen helfen, in einer zunehmend reizüberfluteten und unsicheren Welt wieder zu sich selbst zu finden.
Die Relevanz dieses Ansatzes wächst rasant. Krisen, Unsicherheiten und Dauerstress prägen unseren Alltag – die Zahl der psychischen Erkrankungen steigt seit Jahren kontinuierlich.
Gleichzeitig wächst das Bewusstsein, dass wir mentale Prävention genauso ernst nehmen müssen wie körperliche Fitness.
Genau hier setzt ÆR an: Wir schaffen einfache, ästhetisch ansprechende Rituale, die spürbar wirken – jederzeit, überall, ohne digitale Ablenkung.
Zudem ist wissenschaftlich belegt, dass Gerüche unmittelbar das limbische System aktivieren, also den Teil des Gehirns, der Emotionen und Stressreaktionen steuert. Psychologen nutzen Düfte längst zur Burnout-Prävention und zur Regulation emotionaler Zustände.
Wir kennen alle die Wirkung eines vertrauten Geruchs – wie ein Duft Erinnerungen, Ruhe oder Energie auslösen kann. ÆR übersetzt dieses uralte, intuitive Prinzip in ein modernes, wissenschaftlich begleitetes Konzept für mentale Gesundheit.
Wir glauben, dass sich unser Ansatz langfristig durchsetzen wird, weil er genau die Brücke schlägt, die unsere Zeit braucht: zwischen Technologie und Natürlichkeit, Design und Wissenschaft, Funktion und Gefühl.
ÆR steht für eine neue Art von Selfcare – klar, reduziert, wirksam. Ein ehrliches Werkzeug für mehr mentale Stabilität in einer Welt, die immer schneller wird.

Welche nächsten Schritte oder neuen Produktentwicklungen sind bei ÆR geplant?

Zuallererst arbeiten wir an unseren ersten Studien, und parallel dazu möchten wir Jahreskollektionen herausbringen – damit Nutzer besondere Momente jedes Jahres im Duft verankern können.
Eines steht jedoch fest: Wir bleiben analog und konzentrieren uns weiterhin auf natürliche Öle und die Psychologie ihrer Wirkung.

Wie sieht die langfristige Vision des Unternehmens aus – wohin soll sich ÆR in den kommenden Jahren entwickeln?

Wir wollen definitiv wachsen. Wenn man dieses Ziel jedoch qualitativ beschreibt, dann ist es unser Anspruch, dass unsere Produkte – ähnlich wie beim iPhone – eines Tages allen bekannt sind und selbstverständlich genutzt werden.
Menschen gehen zur Entspannung ins Kino, hören Musik oder gehen essen. Doch für den olfaktorischen Sinn – also den Geruchssinn – wird bislang noch nichts bewusst getan. Unsere Vision ist es, dass der Geruchssinn dieselbe Bedeutung erlangt wie etwa der Geschmackssinn.
By the way: Rund 70 % des Geschmackssinns basiert tatsächlich auf dem Geruchssinn.

Welche Rolle spielt Nachhaltigkeit in eurer Produktstrategie und in der täglichen Arbeit?

Eine sehr große Rolle. Wir wurden durch ein Produkt aus Thailand inspiriert – doch dieses enthielt chemische Zusatzstoffe und bestand aus Plastik. Wir dagegen haben Plastik weitgehend vermieden, und unsere Inhaltsstoffe sind rein natürlich.
Das Aluminiumgehäuse kann durch nachkaufbare Glasampullen wiederverwendet werden. Nachhaltigkeit und Purpose stehen für uns an erster Stelle.
Rund um Weihnachten werden wir Organisationen im Bereich mentaler Gesundheit durch Spendenaktionen unterstützen. Außerdem suchen wir nach weiteren Partnern, mit denen wir eng zusammenarbeiten können.

Welche drei Ratschläge würdet ihr anderen Gründerinnen und Gründern mit auf den Weg geben, die ebenfalls ein bewusstes und werteorientiertes Unternehmen aufbauen möchten?

Tatsächlich nur die Klassiker, die man überall und immer wieder hört – aber selbst das setzt viel voraus und ist einfacher gesagt als getan.
Testen, testen, testen – und schnell lernen. Es ist wichtig, sich dabei wirklich auf das Wesentliche zu konzentrieren.
Wir Menschen denken häufig in der Vergangenheit oder in der Zukunft. Als Gründer denkt man sogar noch viel häufiger in der Zukunft. Die entscheidende Frage ist: Wie gut gelingt es mir, im Hier und Jetzt zu sein – und wirklich umzusetzen?
Daher mein Tipp: Klarer Fokus und Ruhe im Moment.

Wir bedanken uns bei Fabian Hans für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.


Premium Start-up: ÆR

Kontakt:

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CALLE COLON, 10
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Dieses Gefährt bringt Action auf den Schnee

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Bobsla bringt Resorts ein neues Erlebnis auf Schnee Sergey Ignatyev (r.) und Werner Kirchner-Höffer präsentieren das Elektro-Schneemobil „Bobsla“. Sie erhoffen sich ein Investment von 500.000 Euro für 25 Prozent der Firmenanteile. Foto: RTL / Bernd-Michael Maurer

Bobsla wird am 08. Dezember 2025 um 20:15 in der Höhle der Löwen in der Folge Die Höhle der Löwen Endlich Weihnachten auftreten, wo die Gründer ihr elektrisches Winterfahrzeug vorstellen.

Wie ist das Startup entstanden und welche Personen stehen dahinter?

Bobsla entstand 2018 in Österreich, als wir – Sergey Ignatyev und Werner Kirchner-Höffer – nach einer sicheren, modernen und elektrischen Aktivität für den Schnee suchten. Wir bringen Erfahrung aus Technik, Produktentwicklung und der Zusammenarbeit mit alpinen Destinationen mit.

In welcher Branche ist das Unternehmen tätig und was zeichnet das Geschäftsmodell aus?

Wir sind in der Wintertourismus- und Light-Electric-Mobility-Branche tätig. Wintersportorte ziehen heute nicht nur Skifahrer an, sondern auch Gäste, die nach neuen Aktivitäten suchen.
Unser Geschäftsmodell basiert auf der Lieferung elektrischer Bobsla-Snowkarts und dem Aufbau kleiner Bobsla Fun Parks in Österreich, der Schweiz und Lappland. Die Resorts erhalten ein schlüsselfertiges Angebot, das zusätzliche Einnahmen ohne komplexe Infrastruktur ermöglicht.

Welche Idee oder welches Problem stand am Anfang der Gründung? Gab es eine Marktlücke oder eine besondere Inspiration?

Klassische Schneemobile sind laut, belasten die Luftqualität und müssen langfristig elektrifiziert werden. Eine reine Motorumrüstung funktioniert jedoch nicht – herkömmliche Schneemobile benötigen zu viel Energie.
Deshalb haben wir ein vollständig neues Konstruktionsprinzip entwickelt, das wesentlich weniger Energie verbraucht. Dieses technische Prinzip haben wir 2025 patentiert.

Was macht das Konzept oder die Technologie besonders? Welche innovativen Ansätze kommen zum Einsatz?

„Bobsla fährt nicht – er gleitet über den Schnee.“
Durch den niedrigen Schwerpunkt, den kurzen Radstand und den Kettenantrieb lässt sich das Fahrzeug intuitiv und sicher steuern. Die Konstruktion benötigt deutlich weniger Energie als ein herkömmliches Schneemobil und bietet gleichzeitig ein kartähnliches Fahrgefühl auf Schnee. Zwei 48-Volt-Motoren sorgen für unmittelbaren Antrieb, während das Fahrwerk stabile und kontrollierte Manöver ermöglicht.

Welche konkreten Vorteile bietet das Produkt den Nutzerinnen und Nutzern? Was hebt es im Alltag vom Wettbewerb ab?

Bobsla bietet ein intensives Geschwindigkeits- und Steuerungsgefühl, aber in einem vollständig kontrollierten und sicheren Umfeld.
Im Gegensatz zu Schneemobilen sind keine Vorkenntnisse oder großen Flächen nötig. Im Vergleich zum Karting entsteht ein besonderes Erlebnis durch den Kettenantrieb, das Gleiten und das charakteristische Driften. Für Resorts ist es eine ganzjährige Winterattraktion, die sowohl auf natürlichem als auch auf technischem Schnee funktioniert.

Wie wurde das Produkt entwickelt und getestet? Gab es besonderes Feedback aus ersten Anwendungen oder Testphasen?

Die Entwicklung erstreckte sich über mehrere Saisons mit umfassenden Tests in Österreich und der Schweiz.
Gäste berichten von einem überraschenden Mix aus Geschwindigkeit und Sicherheit, während Betreiber die einfache Wartung und hohe Rentabilität schätzen. Resorts merken, dass Bobsla besonders Gäste anspricht, die nicht Ski fahren, aber trotzdem ein Wintererlebnis suchen.

Welche Vision verfolgt das Unternehmen? Welche Meilensteine sollen in den nächsten Jahren erreicht werden?

Wir entwickeln wintertaugliche elektrische Freizeit- und Arbeitsfahrzeuge:
– wir liefern unsere aktuelle Maschine an immer mehr Resorts,
– wir bringen Bobsla 4 Kids auf den Markt,
– wir entwickeln neue Lösungen für die Resort-Betreiber selbst: die kleinen Schneescooter Alpsla und autonome Transportplattformen Snowsla.
Unser Ziel ist es, ein wichtiger Anbieter für leichte elektrische Winterfahrzeuge in Europa zu werden.

Warum fiel die Entscheidung, sich bei Höhle der Löwen zu präsentieren? Welche Aspekte stehen dabei im Vordergrund?

Wir wollten zeigen, dass ein neues, sicheres und elektrisches Wintererlebnis möglich ist – und Partner finden, die uns beim schnellen Wachstum unterstützen können. Die Sichtbarkeit der Sendung bietet dafür eine besondere Chance.

Welche Form der Unterstützung wird durch die Teilnahme an Höhle der Löwen angestrebt? Wie soll eine mögliche Investition oder Zusammenarbeit genutzt werden?

Wir suchen neben der finanziellen Unterstützung vor allem strategische Partnerschaften. Eine Investition soll in die Skalierung unserer Produktion und in die Weiterentwicklung unserer Produkte – Bobsla 4 Kids, Alpsla und Snowsla – fließen.

Welche nächsten Schritte sind nach Höhle der Löwen geplant? Gibt es konkrete Pläne für Wachstum, Skalierung oder neue Entwicklungen?

Wir erweitern unsere Produktion, bauen neue Bobsla Fun Parks auf und bringen zwei weitere Produktlinien voran:
– die Kinderversion Bobsla 4 Kids,
– die kompakten Schneescooter Alpsla.
Gleichzeitig arbeiten wir weiter an der autonomen Transportplattform Snowsla.

Welche Erfahrungen und Erkenntnisse haben sich auf dem bisherigen Weg als besonders wertvoll erwiesen?

Der wichtigste Faktor war das kontinuierliche Testen auf echtem Schnee. Erst durch das direkte Feedback von Gästen und Betreibern konnten wir das Fahrzeug Schritt für Schritt optimieren.

Welche Ratschläge lassen sich aus diesen Erfahrungen ableiten, die für andere Gründerinnen und Gründer hilfreich sein könnten?

So früh wie möglich echte Prototypen testen und offen für schnelle Änderungen bleiben. Entscheidungen sollten sich an realen Nutzern orientieren, nicht an Präsentationen. Und auch scheinbar kleine Nischen können den Beginn einer neuen Produktkategorie bilden.

Sehen Sie Bobsla am 8. Dezember 2025 in der Höhle der Löwen – Endlich Weihnachten

Bild: Sergey Ignatyev (r.) und Werner Kirchner-Höffer präsentieren das Elektro-Schneemobil „Bobsla“. Sie erhoffen sich ein Investment von 500.000 Euro für 25 Prozent der Firmenanteile. Foto: RTL / Bernd-Michael Maurer

Wir bedanken uns bei Sergey Ignatyev und Werner Kirchner-Höffer für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Das mitwachsende Spielzeug, das alles verändert

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LEuLI Spielbogen Eltern entdecken neues Spielzeug Maria Mittermüller präsentiert den mitwachsenden Spielbogen „LEuLi“. Sie erhofft sich ein Investment von 100.000 Euro für 20 Prozent der Firmenanteile. RTL / Bernd-Michael Maurer

LEuLI ist am 08. Dezember 2025 um 20:15 in der Höhle der Löwen in der Folge Die Höhle der Löwen Endlich Weihnachten zu sehen, wo Gründerin Maria Mittermüller ihr mitwachsendes Spielsystem pitcht.

Wie ist das Startup entstanden und welche Personen stehen dahinter?

Ich habe LEuLI im Herbst 2023 gegründet. Als zweifache Mama und Pädagogin habe ich in meinem eigenen Alltag erlebt, was viele Eltern frustriert: zu viel kurzlebiges Spielzeug, zu wenig Platz und kaum Lösungen, die wirklich mit dem Kind mitwachsen. Aus diesem Gedanken heraus entstand LEuLI. Aus einem echten Alltagsproblem wurde ein durchdachtes Spielsystem, das Babys und Kinder über Jahre begleitet und Eltern spürbar entlastet.

In welcher Branche ist das Unternehmen tätig und was zeichnet das Geschäftsmodell aus?

LEuLI entwickelt und vertreibt Baby- und Kinderspielzeug. Wir setzen konsequent auf pädagogisch wertvolle, nachhaltige und hochwertige Holzspielwaren „Made in Germany“. Das Geschäftsmodell basiert auf dem Direktvertrieb über den eigenen Onlineshop, ergänzt durch ausgewählte Babyfachmärkte sowie Kooperationen mit Kitas, therapeutischen Praxen und Familienhotels. Im Zentrum steht ein modulares, mitwachsendes Spielsystem, das sich durch verschiedene Erweiterungen über Jahre hinweg an die Entwicklung des Kindes anpasst, also ein langfristiges Spielprodukt statt eines klassischen „Einmal-Kaufs“.

Welche Idee oder welches Problem stand am Anfang der Gründung? Gab es eine Marktlücke oder eine besondere Inspiration?

Am Anfang stand die Frage, wie viel Babyausstattung man wirklich braucht und warum so viele Spielzeuge nur eine extrem kurze Nutzungsdauer haben. Das Problem lag auf der Hand: Viele Spielbögen – egal ob aus Holz oder Plastik – sind nur für eine kurze Phase wirklich interessant. Oft sind sie entweder instabil, überladen gestaltet oder nicht so verarbeitet, dass sie mehrere Entwicklungsstufen überstehen. Gleichzeitig wünschen sich Eltern sichere, wertige Produkte, die länger genutzt werden können. Die Marktlücke war ein stabiler, modularer Spielbogen aus Holz, der vom Babyalter bis ins Grundschulalter sinnvoll und platzsparend einsetzbar ist.

Was macht das Konzept oder die Technologie besonders? Welche innovativen Ansätze kommen zum Einsatz?

Der LEuLI Spielbogen unterscheidet sich deutlich von klassischen Babyspielbögen. Er ist ein modulares System, das mit dem Kind mitwächst – von den ersten Greifversuchen im Liegen über die Krabbelzeit bis hin zu Rollenspiel mit dem Kamishibai-Puppentheater im Kindergartenalter. Die Spielplatten können je nach Entwicklungsphase ausgetauscht werden, sodass immer neue Impulse entstehen. Das Grundgerüst besteht aus stabilem Birkenholz, ist beidseitig bespielbar und funktioniert damit auch für Geschwister oder Kita-Gruppen. Die Produktion erfolgt aktuell in Deutschland, was Qualität, Sicherheit und kurze Lieferwege garantiert.

Welche konkreten Vorteile bietet das Produkt den Nutzerinnen und Nutzern? Was hebt es im Alltag vom Wettbewerb ab?

Für Eltern bedeutet der Spielbogen weniger Spielzeug, das herumliegt und unnötig Platz weg nimmt. Und gleichzeitig mehr Klarheit, denn ein einziges Produkt deckt mehrere Entwicklungsphasen ab und ersetzt viele einzelne Anschaffungen. Die lange Nutzungsdauer, die hochwertige Verarbeitung und das sichere Material geben Eltern ein gutes Gefühl. Für Kinder bietet der Spielbogen gezielte Förderung ohne Reizüberflutung. Sie können beobachten, greifen, hören, stecken, malen und in Rollen schlüpfen – je nachdem, welche Spielplatte eingesetzt wird. Die freie Spielweise unterstützt die Selbstwirksamkeit, weil Kinder die Umgebung selbst gestalten und erkunden können.

Wie wurde das Produkt entwickelt und getestet? Gab es besonderes Feedback aus ersten Anwendungen oder Testphasen?

Die Entwicklung dauerte über ein Jahr. Gemeinsam mit einem erfahrenen Spielzeughersteller im Bayerischen Wald wurden mehrere Prototypen erstellt, optimiert und von einem unabhängigen Prüflabor mechanisch getestet. In der Praxis wurde der Spielbogen von Familien, Pädagog:innen und Therapeut:innen getestet. Besonders positiv wurden die Stabilität, der modulare Aufbau und der pädagogische Mehrwert hervorgehoben. Viele Eltern betonten die Besonderheit, dass er platzsparend ist und lange interessant bleibt.

Welche Vision verfolgt das Unternehmen? Welche Meilensteine sollen in den nächsten Jahren erreicht werden?

LEuLI verfolgt die Vision, die führende Marke für mitwachsende, nachhaltige Spielsysteme zu werden. Der Ansatz „weniger kaufen, länger nutzen“ soll sich in der Branche stärker verankern. In den nächsten Jahren soll die Marke im DACH-Raum weiter wachsen und neue Produktlinien werden entstehen. Auch der B2B-Bereich soll weiter ausgebaut werden, denn der hochwertig verarbeitete, mitwachsende Spielbogen eignet sich besonders für Kitas, Therapiepraxen und Familienhotels. Langfristig planen wir eine schrittweise Internationalisierung.

Warum fiel die Entscheidung, sich bei Höhle der Löwen zu präsentieren? Welche Aspekte stehen dabei im Vordergrund?

Der Spielbogen lebt von der Demonstration seiner Möglichkeiten. „Die Höhle der Löwen“ bietet eine Bühne, die genau das ermöglicht: das Problem, die Lösung und die emotionale Geschichte dahinter in wenigen Minuten sichtbar zu machen. Gleichzeitig eröffnet die Sendung die Chance auf einen Deal und damit auf einen starken Partner, der Erfahrung im Handel, Markenaufbau und in der Skalierung mitbringt.

Welche Form der Unterstützung wird durch die Teilnahme an Höhle der Löwen angestrebt? Wie soll eine mögliche Investition oder Zusammenarbeit genutzt werden?

Im Vordergrund steht nicht allein eine Investition, sondern ein strategischer Partner, der Erfahrung im Baby- und Familienmarkt mitbringt. Ideal ist jemand, der Zugang zu großen Handelspartnern hat, bei der Skalierung unterstützt und bei Markenaufbau, Sichtbarkeit und Internationalisierung begleiten kann. Eine potenzielle Investition würde vor allem in Warenfinanzierung, Produktion, Marketing und Sortimentserweiterungen fließen.

Welche nächsten Schritte sind nach Höhle der Löwen geplant? Gibt es konkrete Pläne für Wachstum, Skalierung oder neue Entwicklungen?

Nach der Ausstrahlung möchten wir die erhöhte Aufmerksamkeit und Reichweite nutzen, um die Marke zu stärken, sowohl über Social Media als auch über Presse oder Kooperationen. Gleichzeitig legen wir den Fokus auf die Stabilisierung der Lieferkette und die Erhöhung der Produktionsmengen. Die Entwicklung unseres Sortiments geht weiter, und der B2B-Bereich wird noch stärker in den Fokus rücken. LEuLI soll dadurch sowohl im Elternmarkt als auch im pädagogischen und therapeutischen Bereich weiter wachsen.

Welche Erfahrungen und Erkenntnisse haben sich auf dem bisherigen Weg als besonders wertvoll erwiesen?

Eine der wichtigsten Erkenntnisse war, dass hochwertige Produkte Zeit benötigen – in der Entwicklung, in der Testphase und im Aufbau des Vertrauens. Die Rückmeldung von Familien und Fachpersonen war entscheidend, um das Produkt so robust und vielseitig zu gestalten, wie es jetzt ist. Ebenso wertvoll war die Erkenntnis, dass „Made in Germany“ zwar herausfordernd ist, aber die Tatsache einen enormen Unterschied im Vertrauen der Kund:innen macht. Und ganz pragmatisch: Gründen mit kleinen Kindern ist hart, aber ehrlich. Ohne familiäre Unterstützung wäre es nicht möglich gewesen.

Welche Ratschläge lassen sich aus diesen Erfahrungen ableiten, die für andere Gründerinnen und Gründer hilfreich sein könnten?

Aus meiner Sicht als Gründerin würde ich jedem raten, ein Produkt zu entwickeln, das ein echtes Problem löst, und die Zielgruppe so gut zu verstehen, dass jede Entscheidung darauf aufbauen kann. Ein wirklich gutes Produkt entsteht durch ehrliches Testen mit echten Nutzerinnen und Nutzern, nicht nur durch Feedback aus dem eigenen Umfeld. Hol dir Unterstützung, denn Gründen ist kein Alleingang, vor allem nicht mit Familie. Vergleiche dich nicht nur mit anderen, sondern konzentriere dich auf die Schritte, die dich wirklich voranbringen. Und lass dich nicht entmutigen, wenn es zäh wird.

Sehen Sie LEuLI am 8. Dezember 2025 in der Höhle der Löwen – Endlich Weihnachten

Bild: Maria Mittermüller präsentiert den mitwachsenden Spielbogen „LEuLi“. Sie erhofft sich ein Investment von 100.000 Euro für 20 Prozent der Firmenanteile.
RTL / Bernd-Michael Maurer

Wir bedanken uns bei Maria Mittermüller für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Wie zwei Gründer eine einfache Idee neu gedacht haben

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Joy_ Gutschein Produkt für modernes Schenken Bild: Franz Koller (l.) und Titus Hüsken präsentieren „Joy_“ – Geschenkgutscheine für alle Onlineshops. Sie erhoffen sich ein Investment von 350.000 Euro für 10 Prozent der Firmenanteile. RTL / Bernd-Michael Maurer

Joy_ wird am 08. Dezember 2025 um 20:15 in der Höhle der Löwen in der Folge Die Höhle der Löwen Endlich Weihnachten pitchen und zeigt dabei, wie eine simple Idee das Schenken komplett neu denken kann.

Wie ist das Startup Joy_ entstanden und welche Personen stehen dahinter?

Franz Koller (30) und Titus Hüsken (32) haben zuvor gemeinsam beim Berliner LogistikStartup Drop gearbeitet. Zu Weihnachten bekamen beide von ihren Gründern einen Universalgutschein geschenkt – eine eigentlich gute Idee, die aber in der Praxis scheiterte: Die gewünschten Shops waren nicht dabei, der Einlöseprozess war lang und umständlich. So entstand die Frage: Warum gibt es keinen Gutschein, den man für jedes Produkt online einlösen kann – und der sich auch noch persönlich anfühlt? Aus dieser Erfahrung heraus gründeten Franz und Titus Joy_.

In welcher Branche ist Joy_ tätig und was zeichnet das Geschäftsmodell aus?

Joy_ ist im Markt für Geschenkgutscheine aktiv – einem Milliardenmarkt mit stetigem Wachstum. Joy_ ist der erste Gutschein, der beim Einlösen Geld verdient: Die gewünschten Produkte werden über Handelsmargen und AffiliateProvisionen monetarisiert. Möglich wird das durch eine eigene Technologie, die jedes physische Produkt online finden, kaufen und liefern kann.

Welche Idee oder welches Problem stand am Anfang der Gründung?

Neun von zehn Deutschen verschenken Gutscheine, doch kaum jemand liebt sie. Existierende Universalgutscheine erlauben nur den Tausch in andere Gutscheine – oft umständlich, langsam und wenig persönlich. Die Marktlücke: ein Gutschein, der wirklich jedes online verfügbare Produkt abdeckt und einfach funktioniert. Joy_ ist der Geschenkgutschein 2.0, der Wünsche direkt erfüllt, statt sie in weitere Gutscheincodes umzuwandeln.

Was macht das Konzept oder die Technologie besonders?

Joy_ funktioniert komplett anders als bestehende Gutscheinsysteme. Die eigens entwickelte AgenticAITechnologie agiert als „BuyforMe“Agent: Sie versteht Produktwünsche, sucht automatisch die beste Quelle, kauft dort ein und organisiert die Lieferung – ganz ohne PartnershopAnbindung. Damit verschiebt sich der Handel von „wo du kaufst“ zu „was du willst“.

Welche konkreten Vorteile bietet das Produkt im Alltag?

Einlösbar für jedes physische Produkt, das online verfügbar ist.
Keine ShopBindung, kein Gutscheintausch, kein Stress.
Persönlich gestaltbar mit Text, Design, Foto oder Video.
Der oder die Beschenkte kann den genauen Produktlink einfügen – Joy_ erledigt den Rest.
Fühlt sich nicht nach Gutschein an, sondern nach echtem Schenken.

Welche Vision verfolgt das Unternehmen?

Kurzfristig: Geschenkgutscheine so gut machen, wie sie sein sollten – flexibel, persönlich, grenzenlos.
Langfristig: eine Infrastruktur bauen, die jeden Wunsch in eine Bestellung übersetzt. Die Technologie von Joy_ wird bereits in Bereichen wie Benefits, Loyalty, Plattformen und ECommerce eingesetzt. Joy_ will die Schnittstelle werden, an der menschliche Wünsche direkt zur Erfüllung führen.

Warum fiel die Entscheidung, sich bei Höhle der Löwen zu präsentieren?

Wir wollten einen starken Partner gewinnen, der dabei hilft, Joy_ im Massenmarkt groß zu machen – und gleichzeitig die breite Aufmerksamkeit der Sendung nutzen.

Welche nächsten Schritte sind nach Höhle der Löwen geplant?

Mit der Ausstrahlung startet Joy_ in den Einzelhandel: MediaMarkt, Saturn, ausgewählte EdekaFilialen sowie Shell und Aral führen Joy_ ein. 2026 folgt die Expansion in Drogerien, Buchhandlungen und den Lebensmitteleinzelhandel.

Sehen Sie Joy_ am 8. Dezember 2025 in der Höhle der Löwen – Endlich Weihnachten

Bild: Franz Koller (l.) und Titus Hüsken präsentieren „Joy_“ – Geschenkgutscheine für alle Onlineshops. Sie erhoffen sich ein Investment von 350.000 Euro für 10 Prozent der Firmenanteile. RTL / Bernd-Michael Maurer

Wir bedanken uns bei Franz Koller und Titus Hüsken für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Wie verändert sich unser Arbeitsalltag, wenn digitale Systeme endlich wirklich für uns arbeiten?

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Ordio Schichtbetriebe Plattform für digitalen Arbeitsalltag ordio manamgent team bild

Ordio digitalisiert den gesamten Arbeitsalltag von Schichtbetrieben und verbindet Planung, Zeiterfassung und Lohnprozesse in einer einzigen intuitiven Plattform.

Wie würden Sie Ordio und das Team dahinter vorstellen, und was war der Auslöser, dieses Unternehmen zu gründen?

Ordio ist aus meinem eigenen Alltag in der Gastronomie entstanden. Über Jahre habe ich selbst erlebt, wie mühsam Schichtplanung, Zeiterfassung und Lohnabrechnung sein können, besonders wenn man, wie wir damals, über 100 Mitarbeiter:innen hat und ständig alles in Bewegung ist. Die meisten bestehenden Tools haben uns eher ausgebremst als unterstützt. Es waren isolierte Insellösungen, die nicht verstanden haben, wie ein Dienstleistungsbetrieb wirklich tickt: spontane Änderungen, Ausfälle, Peaks – all das, was hinter den Kulissen jeden Tag passiert.

Irgendwann war klar: Wenn wir ein Tool wollen, das wirklich hilft, müssen wir es selbst bauen. So ist Ordio entstanden, als modulares System, das Onboarding, Schichtplanung, digitale Zeiterfassung und mit Payroll Plus sogar eine KI-gestützte Nettoabrechnung verbindet.

Und das Team dahinter? Wir sind ein Mix aus Produkt- und Tech-Profis, die ganz nah am Use Case arbeiten. Unsere DNA: schneller Produktfokus, enge Zusammenarbeit mit unseren Kund:innen und der Anspruch, echte Lösungen für den Alltag zu liefern.

Welche Vision verfolgt Ordio für die digitale Zukunft von Schichtbetrieben, und welche konkreten Schritte gehen Sie derzeit auf dieses Ziel zu?

Unsere Vision bei Ordio ist klar: Schichtbetriebe so digitalisieren, dass Chaos, Papierkram und manuelles Nacharbeiten komplett verschwinden. Wir setzen auf einen employee-centric Ansatz: die Mitarbeiter:innen lieben die App, und die Arbeitgeber:innen profitieren von Automatisierung.

Statt fünf verschiedene Tools nebeneinander zu nutzen, bauen wir eine integrierte Plattform. Aktuell konzentrieren wir uns auf unser CORE-System: Performance, UX und Zuverlässigkeit. Gleichzeitig entwickeln wir Payroll AI, verbessern die App-Erfahrung für Nutzer:innen und setzen KI gezielt für Assistenz, Vorschläge und Automationen ein. So bringen wir die digitale Zukunft Schritt für Schritt in den Alltag unserer Kund:innen.

Für welche Zielgruppen ist Ihre Lösung besonders relevant, und wie stellen Sie sicher, dass die Bedürfnisse von Betrieben aus über 70 Branchen wirklich abgedeckt werden?

Ordio ist relevant für alle Schichtbetriebe mit vielen Mitarbeiter:innen: Gastronomie, Hotellerie, Fitness, Pflege, Events oder Logistik. Unser System ist extrem flexibel konfigurierbar: Skills, Rollen, Regeln oder Abfragen lassen sich branchenspezifisch anpassen.

Wir erkennen Muster über Branchen hinweg, ermöglichen aber gleichzeitig die Feinheiten jedes Sektors. Der Schlüssel: ein starkes Feedback-Loop mit tausenden Kund:innen und kontinuierlicher Kontakt mit Nutzer:innen. So stellen wir sicher, dass wir die Bedürfnisse von über 70 Branchen wirklich abdecken.

Was unterscheidet Ordio von klassischen Tools für Schichtplanung und Zeiterfassung, und wo sehen Sie Ihren stärksten Mehrwert für Unternehmen?

Ordio unterscheidet sich vor allem durch den ganzheitlichen Ansatz: Schichtplanung, Zeiterfassung, Aufgaben, Personalakten, Dokumente und Payroll – alles in einem Tool. Wir setzen auf eine mobile Experience, die Mitarbeiter:innen wirklich lieben, kombiniert mit Automationen, Workflows und KI statt starrer Prozesse. Das System ist extrem intuitiv, Schulungen sind kaum nötig, und die Plattform wächst flexibel mit jedem Unternehmen mit.

Welche Herausforderungen begegnen Ihnen im Alltag als Anbieter einer umfassenden Workforce-Management-Software, und wie gehen Sie mit diesen Hürden um?

Als Anbieter eines People Operating System begegnen uns täglich einige Herausforderungen: unterschiedliche gesetzliche Vorgaben in DACH, die Balance zwischen der Komplexität großer Organisationen und der Simplicity für kleinere Betriebe, sowie der hohe Support-Anspruch in 24/7-Schichtbetrieben.

Zudem müssen wir schnelle Releases mit Stabilität verbinden. Unsere Lösung: klare Priorisierung, Quality Gates, ein starkes Produktteam und ein iteratives Vorgehen. So bleiben wir agil, liefern zuverlässig und behalten den Überblick über die vielfältigen Anforderungen unserer Kund:innen.

Wie integrieren Sie neue gesetzliche Anforderungen oder Veränderungen im Arbeitsrecht in Ihre Plattform, ohne dass Unternehmen zusätzlichen Aufwand haben?

Wir beobachten Lohn- und Arbeitsrecht kontinuierlich und arbeiten eng mit Lohnbuchhalter:innen, Steuerberater:innen und eigenen Expert:innen zusammen. Neue gesetzliche Anforderungen integrieren wir automatisch als Updates in die Plattform und unsere Nutzer:innen müssen nichts tun. Das reicht von Dokumentationspflichten über die Arbeitszeiterfassungspflicht bis hin zu Mindestlohnanpassungen. So bleibt Ordio immer rechtssicher und up to date, ohne zusätzlichen Aufwand für die Betriebe.

Welche Rolle spielen Themen wie Benutzerfreundlichkeit und mobile Nutzung bei der Weiterentwicklung Ihrer App und Ihres Web-Tools?

Benutzerfreundlichkeit und mobile Nutzung sind für uns absolut kritisch. Rund 90 % der Mitarbeiter:innen nutzen Ordio auf dem Smartphone. Deshalb hat höchste Priorität: weniger Klicks, klare UI und schnelle Paths. Alles muss in Sekunden funktionieren, denn unsere Nutzer:innen haben eine extrem kurze Aufmerksamkeitsspanne im Arbeitsalltag.

Wie helfen Funktionen wie digitale Personalakten, automatisierte Dokumentenabfragen oder Payroll-Prozesse Ihren Kunden dabei, administrativen Aufwand zu reduzieren?

Digitale Personalakten, automatisierte Dokumentenabfragen und smarte Payroll-Prozesse nehmen unseren Kund:innen enorm viel Nachfassarbeit ab. Statt ständig hinter Unterlagen herzutelefonieren, werden fehlende Dokumente automatisch angefordert und erinnert – komplett papierlos und ohne manuelle Schleifen.

Bei Payroll minimieren wir Fehler, automatisieren Übergaben und sorgen für eine saubere, strukturierte Abrechnungsvorbereitung. Das Ergebnis: weniger Aufwand, mehr Transparenz und Compliance, die ganz nebenbei mitläuft.

Auf welche kommenden Funktionen oder Weiterentwicklungen dürfen Ihre Nutzer gespannt sein, und wohin entwickelt sich Ordio langfristig?

Unsere Nutzer:innen können sich auf eine ganze Reihe starker Weiterentwicklungen freuen. Mit Payroll AI zum Beispiel arbeiten wir an einer weitgehend automatisierten Lohnabrechnung, die direkt auf echten Schicht- und Zeitdaten basiert. Dazu kommen erweiterte Agent-Features, also KI-Assistenz direkt im Tool.

Und natürlich: noch mehr Automationen für Admins, damit der Alltag Schritt für Schritt leichter wird.

Wie stellen Sie sicher, dass Ihre Lösung auch für kleine Unternehmen intuitiv bleibt, gleichzeitig aber große Organisationen mit komplexen Strukturen unterstützt?

Ordio setzt auf dynamische Komplexität: Für kleine Unternehmen bleibt alles einfach und intuitiv, gleichzeitig können große Strukturen problemlos abgebildet werden.

Kleine Teams profitieren von Onboarding-Checklisten und klarer Navigation, während Enterprise-Funktionen wie Audit Logs oder Mehrstandort-Steuerung erst sichtbar werden, wenn sie tatsächlich gebraucht werden. So wächst die Plattform mit dem Unternehmen, ohne die Nutzer:innen zu überfordern.

Was möchten Sie anderen Gründerinnen und Gründern mit auf den Weg geben, die gerade am Anfang ihrer Reise stehen?

Mein Rat an Gründer:innen: Versteht zuerst die echten Probleme, bevor ihr etwas baut. Testet früh, bezieht Nutzer:innen ein und entwickelt nicht im stillen Kämmerchen. Fokus auf Produkt und Qualität ist entscheidend. Marketing kommt danach. Und ganz wichtig: Team und Kultur sind wertvoller als jede Präsentation oder Pitchfolie. Wer hier stark ist, hat schon die halbe Miete.

Welche drei persönlichen Ratschläge würden Sie jungen Unternehmerinnen und Unternehmern geben, um langfristig erfolgreich zu bleiben?

Drei persönliche Ratschläge für langfristigen Erfolg. Erstens, radikale Nähe zu Kund:innen: echte Gespräche, echte Use Cases, kein ‚Abstraktdenken‘. Zweitens, Speed und Fokus: 80/20, schnelle Iterationen, aber trotzdem hohe Qualität liefern. Drittens, persönliches Energie-Management: ausreichend Schlaf, Sport und Balance, damit man langfristig klar denken und handeln kann.

Bild Management Teambild @ Fotograf/ Bildcredits: Daniel Kallhof

Wir bedanken uns bei David Keuenhof für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Die Technologie, die das Moleküldesign für immer verändert

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Kvantify Quantenchemie für revolutionäres Moleküldesign Dr. Jörg Weiser Copyright Kvantify

Das dänische Unternehmen Kvantify revolunioniert mit seiner Technik die Life-Science-Branche, insbesondere die frühe Arzneimittelforschung, und trägt darüber hinaus zur digitalen Souveränität Europas im Bereich Quantencomputing bei. Im Interview mit Dr. Jörg Weiser  zeigt sich auch, welche Rolle die von Kvantify entwickelte Quantencomputer-Softeware „Qrunch“ dabei spielt. 

Wie würden Sie Kvantify und die Menschen dahinter Personen vorstellen, die erstmals von Ihrem Unternehmen erfahren?

Kvantify ist ein dänisches Softwareunternehmen, das 2022 mit dem Ziel gegründet wurde, die molekulare Forschung durch die Verbindung von Quanten- und klassischen Rechenmethoden zu revolutionieren. Kvantify konzentriert sich insbesondere auf die Life-Science-Branche, vor allem auf die frühe Arzneimittelforschung.
Die Gewährleistung von Gesundheit und Wohlstand durch Technologie ist wichtiger denn je, und ein Schlüsselbereich ist die Suche nach den Molekülen von morgen – für bessere Medikamente, bessere Materialien und Klimaschutz.
Die Quantentechnologie ist eine der besten Möglichkeiten, genau das zu erreichen, d. h. diese neuen Moleküle zu finden. Die Gründer von Kvantify wollten die frühzeitige Einführung dieser erstaunlichen Technologie vorantreiben und machten sich daher an die schwierige Aufgabe, die Software für eine Hardware zu liefern, die sich noch in der Entwicklung befindet – ein milde ausgedrückt ambitioniertes Vorhaben.

Was war der zentrale Impuls zur Gründung von Kvantify im Jahr 2022 und wie hat sich daraus die Idee für Qrunch entwickelt?

Siehe oben

Welche langfristige Vision verfolgt Kvantify mit Qrunch. Und welche Rolle spielt Quantenchemie dabei?

Qrunch wird die Plattform der Wahl für innovatives Moleküldesign mit Quantencomputern sein. Die Quantenchemie ist dabei die Schlüsselkomponente, da es für klassische Computer äußerst schwierig ist, groß angelegte chemische Berechnungen durchzuführen. Der Quantencomputer ist daher die Maschine der Wahl, um zu ermöglichen, was klassische Computer niemals leisten könnten. Qrunch ist die Plattform, die dies für Endnutzer in den Bereichen Biowissenschaften und Chemie zugänglich macht und nicht nur für Experten, die bereits über Kenntnisse im Bereich Quantencomputing verfügen.
Langfristig arbeitet Kvantify an der Entwicklung einer „Prompt-Type”-Plattform für die frühe Arzneimittelforschung, die Quanten- und klassisches Computing miteinander verbindet, die Benutzererfahrung interaktiv und extrem einfach gestaltet und auf der leistungsstärksten Software im Bereich Quanten- und klassisches Computing aufbaut.

Für welche Zielgruppen ist Qrunch besonders relevant und welche konkreten Bedürfnisse adressieren Sie in der Pharma und Materialforschung?

Qrunch ist relevant für Organisationen, die sich mit der Entwicklung neuartiger Moleküle, Materialien oder biologischer Systeme befassen und technologisch an der Spitze stehen möchten.
Kurzfristig können Nutzer auf einfache Weise mit einer potenziell disruptiven Technologie beginnen – auf zugängliche, skalierbare und kosteneffiziente Weise.
Langfristig (mit zunehmender Reife der Hardware) bieten wir präzisere molekulare Simulationen – etwas, das klassische Computer allein nicht leisten können.

Wie erleichtert Qrunch komplexe molekulare Simulationen für Nutzer ohne Quantenexpertise?

Mit Qrunch müssen Endnutzer chemische Probleme nicht mehr in Programmcode umwandeln, den ein Quantencomputer versteht. Dies ist die Aufgabe eines Quantenalgorithmus; Qrunch basiert auf Kvantifys eigenen Algorithmen, die nicht nur hinsichtlich ihrer Leistung auf der tatsächlichen Hardware branchenführend sind, sondern auch so programmiert sind, dass die Nutzer ihre Zeit damit verbringen können, die für sie interessante Chemie zu spezifizieren, anstatt sich mit den Details der Funktionsweise eines Quantencomputers zu beschäftigen. Endnutzer möchten Ergebnisse erzielen, und Qrunch liefert genaue Ergebnisse – und das schnell.

Novonesis ist Launch Partner. Welche Erkenntnisse gewinnen Sie aus dieser frühen Zusammenarbeit und wie fließen sie in die Weiterentwicklung ein?

Wir haben viel gelernt, sowohl darüber, was für einen auf Enzyme fokussierten Kunden interessant ist, als auch darüber, wie jemand, der in einem Unternehmen wie Novonesis arbeitet, die Ergebnisse einer Technologie wie Qrunch nutzt, um bessere Entscheidungen zu treffen und auf seiner Seite Mehrwert zu schaffen.
Tatsächlich arbeiten wir bereits an kommenden Releases, die Analysen und Visualisierungen hinzufügen, die im Kontext von Novonesis als wertvoll identifiziert wurden. Auf der technischen Seite fügen wir neue algorithmische Funktionen hinzu, um genaue Ergebnisse zu liefern, die als Leitfaden für das Enzymdesign dienen. All dies ist den hervorragenden Diskussionen aus der frühen Prototypenphase zu verdanken.

Welche besonderen Herausforderungen ergeben sich bei der Entwicklung von Software für Quantencomputer und wie begegnen Sie diesen im Alltag?

Die Fehlerquote von Quantencomputern ist ein gegebenes Problem, mit dem man sich auseinandersetzen muss. Wir müssen Geduld mit den Maschinen haben. Die Wartung der Hardware ist ein eigenes Thema – in den Anfängen der Technologie muss man mit Unterbrechungen rechnen. Auch der Zugang ist ein Problem, denn Quantencomputer sind nach wie vor eine knappe Ressource. Glücklicherweise verfügen wir bereits über starke Hardware-Partnerschaften, die uns helfen, im zunehmenden Wettbewerb die Nase vorn zu behalten. Dies ist ein weiterer Vorteil von Qrunch: Zugang zu Hardware-Partnern.

Was unterscheidet Qrunch von anderen Lösungen auf dem Markt. Und warum ist das Preis-Leistungs-Verhältnis ein entscheidender Faktor?

Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist bei jeder intensiven Rechenaufgabe entscheidend. Quantentechnologie ist relativ teuer – zumindest, wenn man die Hardware nicht optimiert nutzt. Qrunch verfügt über Algorithmen, die vergleichbare Ansätze übertreffen, aber deutlich weniger Ressourcen und Rechenzeit benötigen. Das führt zu einer erheblichen Kostenersparnis.
Zudem ist Qrunch derzeit die einzige Technologie, die auf molekulare Systemgrößen skalieren kann, die für industrielle Use Cases relevant sind. Wir sind die ersten, die diese Skalierbarkeit praktisch demonstrieren.

Wie wichtig ist die Partnerschaft mit IQM Quantum Computers für die technologische Entwicklung und für das europäische Quanten-Ökosystem?

Wie oben erwähnt, sind wir mit der Partnerschaft äußerst zufrieden, da Quantenhardware insgesamt rar ist. Es ist sinnvoll, unseren Kunden die beste Software anzubieten, wenn sie auch auf der besten Hardware läuft.
IQM ist ein weltweit führender Anbieter hochwertiger Quantencomputer. Dass das Unternehmen in Europa sitzt, ist entscheidend – gemeinsam entsteht ein europäischer Champion in Quantentechnologie.
Der regelmäßige Hardware-Zugriff ist für die Entwicklung essenziell. IQM bietet uns einzigartige Maschinen und Roadmaps, die sehr gut auf Qrunchs Fähigkeiten abgestimmt sind.

Inwiefern verändert Qrunch die Möglichkeiten, größere und kommerziell relevante Moleküle zu modellieren. Und welche neuen Forschungswege entstehen dadurch?

Wir haben dies bereits oben beantwortet.
Wir sind die Einzigen, die über 50 Qubits hinausgehen und effizient mit Laptop + Quantencomputer in der Cloud arbeiten können. Das hat die Erwartungen an frühe Quantenchemie-Nutzung komplett verändert.
Qrunch ermöglicht es heute, kommerziell relevante Moleküle auf über 100 Qubits zu simulieren – ein Meilenstein.
Ein spannender Bereich sind kovalent gebundene Medikamente, ein komplexes, aber ideales Anwendungsfeld für Quantencomputer. Hier entsteht ein vollkommen neuer Forschungsraum.

Welche nächsten Schritte planen Sie für Kvantify und welche Entwicklungen dürfen Nutzer von Qrunch in den kommenden Monaten erwarten?

Wir fügen neue Funktionen hinzu, die Nutzern mehr Einblick geben, wie sich Genauigkeit gegen Rechenzeit austauschen lässt – ein entscheidender Zukunftsfaktor.
Zudem entwickeln wir Methoden, um Berechnungen mit über 100 Qubits effizient abzubilden und kombinieren sie mit neuen Nachbearbeitungsalgorithmen auf klassischen Computern.

Welche drei Ratschläge würden Sie Gründerinnen und Gründern geben, die in einem hochkomplexen Technologiefeld starten möchten?

Bestimmen Sie Ihren Schwerpunktbereich sorgfältig – Quantentechnologie ist riesig und in unterschiedlichen Reifegraden. „Alles abdecken“ führt schnell zur Überforderung.
Erstellen Sie einen langfristigen Plan – diese Technologie braucht Geduld, und das gilt auch für Investoren.
Schließen Sie die Lücke zwischen Wirtschaft und Technologie. Suchen Sie reale Anwendungsfälle und starke Partner, um Ihre Technologie sinnvoll zu entwickeln. Finden Sie Mentoren – in einem so jungen Feld müssen Gründer selbst tief eintauchen und die richtigen Experten finden.

Bildcredit Kvantify

Wir bedanken uns bei Dr. Jörg Weiser für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Können große Unternehmen von Start-ups schneller lernen, als sie denken?

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REHAU New Ventures Start-ups und Pilotprojekte. Ronja Stoffregen ©Claudia Tot

REHAU New Ventures bringt Start-ups und Industrie zusammen, um innovative Lösungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette praxistauglich zu machen.

Sie haben bei DB Schenker die Venture-Clienting-Unit mit aufgebaut und über 160 Pilotprojekte mit Start-ups umgesetzt. Welche zentralen Erfahrungen aus dieser Zeit prägen heute Ihre Arbeit bei REHAU New Ventures?

Eine der prägendsten Erfahrungen war: Wenn ein Pilot nur ein „nice to have“ bleibt, wird er früher oder später versanden. Sobald Budgets oder Ressourcen neu allokiert werden müssen, priorisieren Fachbereiche verständlicherweise ihr Kerngeschäft – und der Pilot verliert an Relevanz.

Deshalb war für mich der entscheidende Hebel, den Wechsel von Push zu Pull zu schaffen – also von „Wir bringen spannende Lösungen ins Unternehmen“ hin zu „Die Fachbereiche fordern Innovation aktiv ein“. Nur wenn ein Pilot auf einen klaren Pain Point, ein strategisches Ziel und einen nachweisbaren Business Impact einzahlt, wird er automatisch zu einem „must have“.

Bei REHAU New Ventures setzen wir genau dort an: Jeder Pilot startet erst, wenn der Fachbereich den Need bestätigt, KPIs definiert sind und das Projekt nachweislich auf die Ziele der Business Unit einzahlt. Dadurch entsteht von Anfang an Ownership – und Skalierung ist die natürliche Konsequenz, nicht der Zufall.

Venture Clienting gilt als faire und zugleich pragmatische Alternative zu Corporate Venture Capital. Was unterscheidet die beiden Modelle im Kern – und warum ist der Venture-Client-Ansatz gerade in Zeiten knapper Finanzierungsrunden so relevant?

Aus meiner Sicht sollten Unternehmen Corporate Venture Capital, Venture Clienting und Venture Building als komplementäre Instrumente verstehen. Venture Clienting ist dabei der logisch erste Schritt, weil es aufzeigt, wo reale Wertschöpfung entsteht, wo Pain Points liegen und welche Technologien industriell tragfähig sind. Es liefert damit die belastbarste Form der technischen und ökonomischen Due Diligence.

Erst wenn dieser Fit bestätigt ist, kann ein CVC-Investment strategisch sinnvoll sein – vorausgesetzt, das Unternehmen kann dem Startup einen klaren industriellen Vorteil bieten. Für REHAU bedeutet das: Wir investieren nicht breit, sondern dort, wo Lösungen direkt in unsere Wertschöpfungsketten einzahlen.

Fehlt eine passende Marktoption, bildet Venture Building die dritte Option, um identifizierte Lücken gezielt zu adressieren.

Was nicht funktioniert, ist der umgekehrte Weg: zu investieren und anschließend vom Kerngeschäft Adoption zu erwarten. Wir sehen, dass eine sequenzielle Logik – Venture Clienting, CVC, Venture Building – die höchste Erfolgswahrscheinlichkeit für beide Seiten schafft.

Viele Start-ups kämpfen derzeit mit einer schwierigen Kapitalbeschaffung. Wie kann Venture Clienting hier zum entscheidenden Erfolgsfaktor werden – und welchen konkreten Mehrwert bietet dieses Modell für Corporates?

Venture Clienting verschiebt den Fokus zurück auf das, was für Start-ups langfristig entscheidend ist: einen belastbaren Product-Market-Fit. In den vergangenen Jahren war Fundraising häufig der dominante Treiber – mit teils verzerrten Preismodellen und wenig belastbaren Geschäftsannahmen. Durch Venture Clienting generieren Start-ups dagegen echte Umsätze, validieren ihre Technologie in industriellen Umgebungen und können Investoren operation basierte Evidenz liefern.

Für Corporates entsteht parallel ein klarer Mehrwert: Wir pilotieren Lösungen unter realen Bedingungen, messen ihren Beitrag zur operativen Wertschöpfung und reduzieren Innovationsrisiken signifikant. Venture Clienting wird damit zu einer Form der strukturierten Markt- und Technologie-Validierung, die beiden Seiten hilft: Start-ups durch Umsatz und Glaubwürdigkeit, und Corporates durch evidenzbasierte Entscheidungsgrundlagen, die beste Lösung vom Markt einzukaufen.

REHAU ist ein traditionsreiches Familienunternehmen mit langer Innovationsgeschichte. Wie gelingt es, in einem solchen Umfeld die Dynamik und Geschwindigkeit der Start-up-Welt zu integrieren, ohne die Unternehmensidentität zu verlieren?

Die Stärke und Stabilität eines Familienunternehmens bilden den Rahmen – und innerhalb dieses Rahmens integrieren wir agile Arbeitsweisen und schnelle Validierungszyklen aus der Start-up-Welt.

New Ventures agiert dabei bewusst als strategische Schnittstelle: Wir übersetzen zwischen Konzernlogik und Start-up-Logik, schaffen klare Entscheidungsprozesse und sichern gleichzeitig die kulturelle Anschlussfähigkeit. So entsteht Geschwindigkeit, ohne die Identität zu gefährden. Vielmehr wird Innovation in bestehende Strukturen eingebettet und bleibt dadurch nicht ein isoliertes Experiment, sondern ein integrativer Bestandteil der Unternehmensentwicklung.

Sie betonen, dass Venture Clienting eine echte Win-Win-Situation schafft. Wie stellen Sie sicher, dass Pilotprojekte bei REHAU New Ventures sowohl für das Start-up als auch für das Unternehmen wirtschaftlich und strategisch relevant sind?

Wir arbeiten mit einem klar strukturierten Validierungsprozess. Jeder Pilot startet erst, wenn der Fachbereich einen eindeutigen Pain Point benannt hat und wir gemeinsam mit dem Start-up Ziel-KPIs, Annahmen und ein Post-Pilot-Szenario festgelegt haben. Dadurch prüfen wir nicht nur die technische Lösung, sondern vor allem deren wirtschaftlichen und strategischen Beitrag zur Wertschöpfung.

Für das Start-up entsteht Transparenz über Anforderungen, Integrationspfade und mögliche Skalierung. Für uns bedeutet es, dass jeder Pilot auf ein konkretes Ziel einzahlt und kein isoliertes Experiment bleibt. Diese gemeinsame Klarheit ist die Grundlage für eine echte Win-Win-Situation.

Was sind typische Pain Points, die Sie bei REHAU mit Hilfe von Start-ups adressieren – und wie identifizieren Sie die passenden Partner für eine Zusammenarbeit?

Wir konzentrieren uns auf Pain Points, die einen unmittelbaren operativen Nutzen stiften. Dazu gehören beispielsweise die Automatisierung von Rechnungs- und Dokumentenprozessen, präzisere Absatz- und Produktionsprognosen, digitale Wissens- und Trainingslösungen oder KI-gestützte Optimierungen in Qualitätssicherung und Produktion. Diese Themen haben direkten Einfluss auf Effizienz, Durchlaufzeiten und Entscheidungsqualität.

Die passenden Start-ups identifizieren wir über ein strukturiertes Push-und-Pull-Verfahren. Beim Pull-Ansatz formulieren die Fachbereiche ihren Bedarf sehr klar, etwa wenn ein Werk Reporting-Zyklen verkürzen oder das Finance-Team manuelle Tätigkeiten automatisieren möchte. Dann scouten wir gezielt nach Lösungen, die exakt zu diesem Use Case passen. Beim Push-Ansatz entdecken wir vielversprechende Technologien im Markt, evaluieren ihr Potenzial und prüfen anschließend gemeinsam mit den Teilkonzernen, ob ein relevanter Business Case besteht. Dadurch stellen wir sicher, dass wir nur mit Start-ups arbeiten, deren Lösungen konkret in unsere Wertschöpfung einzahlen und intern auch tragfähig skaliert werden können.

Nach über 160 Industriepiloten haben Sie sicher ein feines Gespür dafür entwickelt, was erfolgreiche Kooperationen ausmacht. Welche Faktoren entscheiden Ihrer Erfahrung nach, ob aus einem Pilotprojekt eine langfristige Partnerschaft entsteht?

Aus meiner Erfahrung steht an erster Stelle ein echtes internes Commitment: Der Fachbereich muss den Bedarf klar spüren und die Lösung wirklich wollen. Ohne diese Ownership bleibt jedes Projekt ein isoliertes Technologieexperiment. Zweitens braucht es einen nachweisbaren Business Case, der über den Pilot hinaus Wirkung entfaltet und messbar zur Effizienz, Qualität oder Entscheidungsfähigkeit beiträgt. Und drittens müssen Start-ups verstehen, wie industrielle Umgebungen funktionieren – also Zuverlässigkeit, Skalierbarkeit und Integrationsfähigkeit genauso ernst nehmen wie Innovationsgeschwindigkeit. Wenn diese drei Elemente zusammenkommen, entsteht aus einem Pilot sehr schnell eine nachhaltige Partnerschaft.

Wie läuft der Auswahlprozess ab, wenn ein Start-up bei REHAU anklopft? Was überzeugt Sie in einem kurzen Fünf-Minuten-Pitch wirklich – und was führt dazu, dass Sie ein Projekt eher nicht weiterverfolgen?

„Mich überzeugt, wenn ich in den ersten Minuten verstehe, welches Problem das Startup löst, in welcher Industrie es bereits aktiv ist, welche KPIs es nutzt und wer seine Referenzkunden sind. Wenn jemand dagegen mit Buzzwords arbeitet oder die Wettbewerber nicht kennt, fehlt oft der Realitätsbezug. Dann ist es schwierig, Potenzial und Relevanz einzuschätzen.“

Viele Gründerinnen und Gründer investieren viel Zeit in ihre Pitch-Decks. Warum ist das für Corporates oft wenig aussagekräftig, und worauf sollten Start-ups stattdessen den Fokus legen, um zu überzeugen?

Ich war lange in der Beratung – daher schätze ich gute, klar strukturierte Pitch-Decks durchaus. Sie helfen, ein Thema präzise zu erfassen und zeigen, wie ein Team denkt. Aber für Corporates sind sie nur der Einstieg. Entscheidend ist, wie die Lösung im realen industriellen Umfeld wirkt: Welche konkreten Prozesse verbessert sie, welchen messbaren Beitrag leistet sie, wie belastbar sind die Annahmen und wie schnell lässt sich die Lösung integrieren? Start-ups überzeugen, wenn sie diesen operativen Fit klar belegen können – mit Zahlen, Evidenz und einem Verständnis dafür, wie Industrie wirklich funktioniert. Ein gutes Deck öffnet die Tür, aber die Substanz entscheidet.

Venture Clienting wird häufig mit dem Satz „Revenue statt Equity“ beschrieben. Wie verändert diese Perspektive das Verhältnis zwischen Start-up und Unternehmen – und auch die Erwartungen auf beiden Seiten?

Für uns steht im Zentrum, Kunde zu werden und eine Lösung so einzusetzen, dass sie entlang unserer Wertschöpfungskette skalieren kann. Damit verschiebt sich das Verhältnis zum Start-up: Wir agieren nicht als Investor, sondern als Anwender mit klaren operativen Anforderungen und Qualitätsstandards.

Gleichzeitig gibt es auch im Venture Clienting Risiken, die man aktiv managen muss. Ein Startup kann beispielsweise stark von einzelnen Kunden abhängen, seine Preisstrukturen fast random verändern bei der nächsten Investitionsrunde oder bei begrenzten Ressourcen zu langsam skalieren.

In klassischen Pilotprojekten besteht oft die Gefahr, dass sie nach der Testphase versanden. Wie gelingt es Ihnen, daraus echte Skalierungs- oder Implementierungsprojekte zu entwickeln?

Das Risiko des „Versandens“ entsteht vor allem dann, wenn Pilotprojekte als isolierte Tests angelegt werden. Deshalb definieren wir bereits vor dem Start eines Pilots sehr klar, was im Erfolgsfall passieren soll: relevante KPIs, Verantwortlichkeiten, technische Voraussetzungen und der konkrete Pfad in die Skalierung.

Genauso wichtig ist das interne Commitment. Neben dem Pain-Point-Owner bauen wir bewusst Communities, Ambassador-Formate und Stakeholder-Gruppen auf, die die Lösung im Unternehmen verankern. Jeder Pilot ist immer auch ein Change-Management-Prozess – er verändert Routinen, Rollen und Entscheidungslogiken.

Wenn Nutzen, Ownership und Transformationsbegleitung von Anfang an zusammenkommen, wird ein Pilot nicht zu einem einmaligen Experiment, sondern zu einem strukturierten Implementierungsprozess, der in der Organisation getragen und weitergeführt wird.

Welche Rolle spielt REHAU New Ventures als Schnittstelle zwischen Konzernstrukturen und der agilen Start-up-Welt – und wie sieht diese Brückenfunktion im Alltag konkret aus?

„Wir sind genau diese Schnittstelle: Wir sitzen eingebettet in die REHAU-Gruppe, verstehen die operativen Geschäftsbereiche und gleichzeitig die Start-up-Welt. Im Alltag heißt das: Wir scouten Start-ups, wir schaffen den Zugang zu Teilkonzernen, wir definieren gemeinsam mit Start-ups die Anwendung, wir begleiten Pilotierung und Skalierung. Und wir sorgen dafür, dass operative Geschäftsbereiche im Konzern nicht nur zuschauen, sondern aktiv mitnehmen. So wird Innovation wirklich Teil des Geschäfts, nicht nur ein Projekt am Rande.“

Welche Technologien oder Themenfelder stehen aktuell besonders im Fokus Ihrer Arbeit – und wo sehen Sie die größten Chancen für gemeinsame Innovationen in den nächsten Jahren?

„Aktuell liegt unser Schwerpunkt auf Automatisierung, KI und digitalen Services entlang der Wertschöpfungskette – etwa in der Produktionsplanung, im Marketing oder in der Weiterbildung. Gleichzeitig beschäftigen uns Themen wie Nachhaltigkeit und Circular Economy. Überall dort, wo Technologie operative Prozesse messbar verbessert, sehen wir Chancen für echte Kooperationen.“

Wenn Sie auf Ihre bisherigen Erfahrungen zurückblicken: Was wünschen Sie sich von Start-ups im Umgang mit Corporates – und umgekehrt, was sollten Corporates dringend von Start-ups lernen?

„Von Start-ups wünsche ich mir Klarheit über ihren Use Case, realistische Zeitpläne, Industrieverständnis und die Bereitschaft, den Change-Prozess mitzutragen. Zusammenarbeit in Konzernen braucht Geduld.

Von Corporates erwarte ich Offenheit, Struktur, Entscheidungsfreude und echtes Commitment. Start-ups brauchen klare Ansprechpartner mit Verantwortung, Budget und Vision. Wenn beide Seiten diese Haltung mitbringen, entsteht wirkliche gemeinsame Wirkung.“

Bild: Ronja Stoffregen ©Claudia Tot

Wir bedanken uns bei Ronja Stoffregen für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Die Wahrheit über die digitale Zukunft unserer Kliniken

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Avelios Medical treibt Klinikdigitalisierung mit KI voran Christian Albrecht

Avelios Medical zählt zu den Vorreitern der Klinikdigitalisierung und zeigt im Interview, wie moderne Technologien und KI das Gesundheitswesen effizienter, sicherer und zukunftsfähig machen.

Herr Albrecht, Avelios Medical gilt als eines der spannendsten HealthTech-Unternehmen Europas. Was war die ursprüngliche Vision, als Sie 2020 in einem der komplexesten Märkte überhaupt gestartet sind?

Die Idee entstand aus echter Frustration: Die IT in Krankenhäusern ist oft fragmentiert und veraltet. Sie belastet das Personal mehr, als dass sie es unterstützt. Unser Ziel war es, das grundlegend zu ändern. Wir wollten nicht nur bestehende Systeme reparieren, sondern das Betriebssystem des Gesundheitswesens neu denken. Unser Fokus liegt auf strukturierten Daten, durchgängigen Prozessen und einer Plattform, die den medizinischen Alltag wirklich verbessert und KI ermöglicht.

Der Klinikmarkt gilt als besonders verschlossen und reguliert. Wie ist es Avelios gelungen, hier nicht nur Zugang zu finden, sondern sich auch langfristig zu etablieren?

Wir haben gezielt mit innovativen Unikliniken wie der LMU oder der MHH begonnen. Dort haben wir mit ersten Implementierungen echten Mehrwert im Alltag geschaffen. Denn im Gegensatz zu den meisten herkömmlichen Systemen setzen wir nicht bei der Abrechnung, sondern bei den Behandlungsprozessen an. Hinzu kommt unser modularer Ansatz. Mit unseren Lösungen können Krankenhäuser ihre Systeme schrittweise modernisieren. Unsere Kunden müssen also nicht alles auf einmal verändern und behalten die Kontrolle über die Digitalisierung.

Welche Rolle spielte dabei die Verbindung von technologischem Innovationsgeist und medizinischem Verständnis innerhalb Ihres Gründerteams?

Eine zentrale und entscheidende Rolle. Viele im Team kommen aus dem medizinischen Bereich. Wir wissen, wie der Klinikalltag wirklich aussieht. Gleichzeitig haben wir ein starkes Tech-Team, das diesen Alltag in technische Lösungen übersetzt. Das hat es uns ermöglicht, hochmoderne Software zu entwickeln, die auf die echten Bedürfnisse in Kliniken ausgerichtet ist.

Mit Sequoia Capital hat eines der renommiertesten Venture-Capital-Unternehmen der Welt in Avelios investiert. Wie kam es zu dieser Zusammenarbeit und was bedeutet sie für Ihre Wachstumsstrategie?

Der Kontakt kam über den gemeinsamen Partner Revent zustande, dann folgten intensive Gespräche mit Sequoia. Sie waren beeindruckt von der Tiefe unseres Produkts und dem Feedback aus den Kliniken. Für uns ist diese Partnerschaft ein starkes Zeichen und sie ermöglicht es uns, schneller zu skalieren, neue Module zu entwickeln und unsere Expansion voranzutreiben.

Die jüngst angekündigte Partnerschaft mit SAP sorgt in der Branche für Aufsehen. Wie kam es zu dieser Kooperation und welche Ziele verfolgen Sie gemeinsam?

Viele Kliniken suchen aktuell nach einer sicheren Perspektive, wenn IS-H ausläuft. Genau das bieten wir zusammen mit SAP: eine moderne, zukunftsfähige Plattform für die gesamte Patient Journey – von der Aufnahme bis zur Abrechnung ohne Medienbrüche. Wir bringen die klinische Expertise mit, SAP die administrative Stärke. Zudem zeigt die Zusammenarbeit mit dem IT-Riesen SAP, dass wir uns als vertrauensvoller und innovativer Partner im Markt etablieren konnten.

Welche konkreten Vorteile entstehen durch die Zusammenarbeit mit SAP für Kliniken und medizinisches Personal im Alltag?

Die Partnerschaft schafft Klarheit und Perspektive, gerade für Kliniken, die in neue Technologiegenerationen wechseln möchten, ohne den laufenden Betrieb zu gefährden. Gemeinsam mit SAP bieten wir eine moderne, offene Architektur, die auf Flexibilität und Modularität setzt. Parallel schafft die Ende-zu-Ende-Integration von klinischen Prozessen in Avelios und administrativen Prozessen in SAP spürbar effiziente, nahtlose Abläufe im medizinischen Alltag. Unterm Strich entsteht so ein belastbarer, planbarer Weg in die digitale Zukunft mit deutlich weniger Reibungsverlusten im Alltag.

Digitalisierung in der stationären Versorgung gilt als Mammutaufgabe. Wo sehen Sie aktuell die größten Hürden in der Implementierung moderner IT-Systeme im Krankenhaus?

Die größte Herausforderung ist die stark fragmentierte IT-Landschaft. Viele Systeme sind mittlerweile in die Jahre gekommen, nicht interoperabel und nur schwer integrierbar. Aber auch Prozesse sind in Kliniken häufig historisch gewachsen. Wir verstehen Projekte daher nicht als System-Nachfolge, sondern als umfassende Transformation. Unser Ansatz: modulare Einführung, praxiserprobte Prozesse basierend auf Best-Practices und Umsetzung mit erfahrenen Partnern. Denn Digitalisierung muss im Alltag funktionieren.

Viele Unternehmen scheitern daran, Gesundheitssoftware wirklich produktfähig zu machen. Was macht Avelios hier anders?

Wir haben nicht auf Altlasten aufgebaut, sondern alles von Grund auf neu entwickelt. Dadurch sind wir in der Lage, die Prozesse im Krankenhaus von Grund auf neu zu denken und die Systeme so zu gestalten, dass sie echten Mehrwert bieten, ohne zu belasten.

Wie gelingt es Ihnen, bei allen regulatorischen Anforderungen gleichzeitig Agilität und Innovationskraft zu bewahren?

Wir kommen selbst aus der Medizin, daher sind strenge Vorgaben für uns nichts Neues. Deshalb betrachten wir Regulierung nicht als Bremse, sondern als sinnvollen Rahmen für Qualität und Sicherheit. Unsere Entwicklungs- und Betriebsprozesse sind BSI C5 testiert und nach ISO 13485, ISO 27001 und ISO 9001 zertifiziert, was Vertrauen schafft. Durch unseren modularen Aufbau können wir trotzdem schnell auf neue Anforderungen im klinischen Alltag reagieren.

Die Gesundheitsbranche steht vor einer Phase massiver technologischer Umbrüche – Stichwort künstliche Intelligenz. Welche Rolle spielt KI bei Avelios Medical schon heute?

Eine elementare. KI benötigt strukturierte Daten, die wir direkt am Point of Care erfassen – nicht im Nachhinein. Viele glauben, man könne Freitext später einfach strukturieren und hätte denselben Effekt. Das ist jedoch ein Trugschluss. Wer wirklich intelligente und sichere KI im Klinikalltag will, muss die Datenbasis von Anfang an richtig aufbauen. Genau das tun wir. Jede Behandlung in Avelios erzeugt bis zu 2.000 strukturierte und semantisch nutzbare Datenpunkte, die die Grundlage für Funktionen wie sprachbasierte Dokumentation oder automatisierte Workflows bilden. Diese sind bereits heute im Einsatz.

Wie schätzen Sie das Potenzial von KI im Klinikalltag ein – insbesondere im Hinblick auf Entlastung des Personals und Qualitätssteigerung in der Patientenversorgung?

Das Potenzial ist enorm, das steht außer Frage. KI kann dabei helfen, Routineaufgaben zu automatisieren, Entscheidungen zu unterstützen und Abläufe deutlich zu beschleunigen. Wir sind jedoch fest überzeugt: KI wird das Fachpersonal entlasten, aber nicht ersetzen. Und das sollte sie auch nicht. KI ist ein Assistenzsystem, ein Werkzeug für bessere Prozesse, mehr Übersicht und letztlich eine bessere Behandlung. Die Kompetenz, das Urteilsvermögen und die Empathie von Ärzt:innen oder Pflegekräften kann keine Maschine ersetzen.

Mit dem Krankenhauszukunftsgesetz (KHZG) gibt es politische Unterstützung für Digitalisierung. Welche Chancen und Fallstricke sehen Sie in der Umsetzung?

Das KHZG war ein wichtiger Impulsgeber. Aber Fördergelder allein reichen nicht – entscheidend ist die Umsetzung. Es braucht standardisierte, interoperable Lösungen und echte Nutzerzentrierung. Sonst bleiben teure Insellösungen zurück.

Avelios expandiert zunehmend über die deutschen Grenzen hinaus. Welche europäischen Märkte sind für Sie aktuell am spannendsten und warum?

Aktuell liegt unser Fokus klar auf der DACH-Region, wo aufgrund der IS-H-Abkündigung ca. ein Drittel der Kliniken in den nächsten Jahren ein neues System benötigt. Natürlich beobachten wir aber auch andere Märkte sehr aktiv.

Welche langfristige Vision verfolgen Sie für Avelios Medical – wohin soll die Reise in den nächsten fünf bis zehn Jahren gehen?

Unser Ziel ist es, das führende Betriebssystem für die intelligente Patientenversorgung in Europa zu entwickeln. Eine Plattform, die die Versorgung verbessert, Forschung ermöglicht und das Personal entlastet. Unser Ziel ist nicht nur Effizienz, sondern auch messbare Qualität in der Medizin.

Und zuletzt: Wenn Sie auf die bisherigen Jahre zurückblicken – was war der entscheidende Moment, an dem Sie wussten, dass Avelios Medical mehr als nur ein weiteres HealthTech-Start-up ist?

Es war der Moment, als wir uns gegen den einfachen Weg entschieden haben: keine Kompromisse, kein Flickwerk, sondern ein kompletter technologischer Neustart. Das war anspruchsvoll und riskant. Aber genau diese Entscheidung hat den Unterschied gemacht.

Bildcredits: Avelios Medical 

Wir bedanken uns bei Christian Albrecht für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

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