Freitag, Juni 19, 2026
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BMW und Mistral AI treiben KI in der Crashsimulation voran

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BMW und Mistral AI entwickeln KI in der Crashsimulation weiter. Ziel sind schnellere, präzisere und effizientere Fahrzeugentwicklungen

Key Takeaways

  • KI in der Crashsimulation gewinnt für die Automobilindustrie an Bedeutung, insbesondere durch die Partnerschaft zwischen BMW Group und Mistral AI.
  • Ziel dieser Zusammenarbeit ist die Verbesserung von Qualität, Genauigkeit und Geschwindigkeit in der Fahrzeugentwicklung.
  • Die BMW Group nutzt enorme Mengen an Engineering-Daten, die eine Grundlage für das Training von spezialisierten KI-Modellen bilden.
  • Large Industry Models (LIM) integrieren branchenspezifisches Wissen und werden auf spezifische Ingenieur- und Simulationsdaten trainiert.
  • Die Partnerschaft stärken das KI- und Innovationsökosystem der BMW Group in der Crashsimulation.

KI in der Crashsimulation gewinnt für die Automobilindustrie zunehmend an Bedeutung. Die BMW Group und Mistral AI bündeln ihre Kompetenzen, um mithilfe spezialisierter künstlicher Intelligenz die Qualität, Geschwindigkeit und Präzision von Entwicklungsprozessen zu steigern. Die Partnerschaft gilt als wichtiger Schritt für den Einsatz industrieller KI in der Fahrzeugentwicklung und entlang der gesamten Wertschöpfungskette.

BMW und Mistral AI entwickeln die Crashsimulation weiter

Die BMW Group und Mistral AI gehen eine Partnerschaft ein, um den Einsatz von KI in der Crashsimulation weiterzuentwickeln. Ziel ist es, Qualität, Genauigkeit und Geschwindigkeit komplexer Entwicklungsaufgaben zu verbessern. KI-Technologien, die für Crashsimulation zum Einsatz kommen, besitzen enormes Potenzial. Die Zusammenarbeit ist ein erster Schritt, um anwendungsspezifische KI auf weitere Bereiche der Fahrzeugentwicklung und entlang der Wertschöpfungskette der BMW Group zu skalieren.

„Für die BMW Group ist die Nutzung industrieller Daten ein zentraler Faktor, um künstliche Intelligenz in Wertschöpfung zu übersetzen“, sagt Dr. Franz Decker, CIO und Senior Vice President der BMW Group. „Durch die Kombination unserer Engineering-Datensätze mit den Trainingsfähigkeiten von Mistral AI entwickeln wir spezialisierte KI, die komplexe Entwicklungsaufgaben unterstützt und insbesondere Crashsimulation mit KI revolutioniert.“

KI in der Crashsimulation nutzt enorme Mengen an Engineering-Daten

Der Umfang und die Komplexität der Crashsimulation bei der BMW Group unterstreichen den Bedarf an anwendungsspezifischer KI. Während KI in der Crashsimulation immer wichtiger wird, führt das Unternehmen jede Woche tausende virtuelle Crashsimulationen durch und erzeugt dabei große Mengen an Engineering-Daten. Über die Zeit ist so ein historischer Datensatz von mehr als einem Petabyte entstanden. Dieser enthält hochdetaillierte Informationen über Fahrzeugstrukturen und Materialverhalten und bildet eine einzigartige Grundlage für das Training eines industriellen KI-Modells.

„Industrielle KI gewinnt für Unternehmen zunehmend an Bedeutung und wir sind stolz, mit der BMW Group zusammenzuarbeiten“, sagt Marjorie Janiewicz, Chief Revenue Officer von Mistral AI. Diese Kooperation zeigt den Weg, wie KI speziell in der Crashsimulation zur Bewältigung komplexer technischer Herausforderungen genutzt werden kann.“

Large Industry Models skalieren KI in der Crashsimulation und Fahrzeugentwicklung

Für die Skalierung setzt die BMW Group auf sogenannte Large Industry Models (LIM). Diese KI-Systeme werden auf branchenspezifischen Engineering- und Simulationsdaten aus Fahrzeugentwicklung und Sicherheitstests trainiert. Dabei hat die KI in der Crashsimulation dank LIMs eine einzigartige Chance, von domänenspezifischem Wissen zu profitieren. Im Unterschied zu generischen KI-Systemen integrieren LIMs Domänenwissen direkt in das Modell. Dafür sind neben industriellen Daten auch tiefgehende Expertise sowie technische Umgebungen erforderlich, in denen KI-Systeme direkt aus Entwicklungsprozessen lernen können.

Die Partnerschaft unterstreicht die Bedeutung industrieller Daten für die nächste Phase datengetriebener Wertschöpfung. Außerdem birgt die Verbindung von KI und Crashsimulation neue Innovationsmöglichkeiten für die BMW Group.

Foto/Quelle: BMW AG

Oura Ring 5 ist der kleinste Smart Ring der Welt

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Oura Ring 5 startet als kleinster Smart Ring

Oura Ring 5 setzt auf kompakteres Design

Mit dem Oura Ring 5 präsentiert ŌURA den kleinsten Smart Ring der Welt. Das neue Wearable verbindet ein kompakteres Design mit neuen Funktionen für Gesundheit, Aktivität und Frauengesundheit. Außerdem setzt ŌURA stärker auf Datenschutz, präzisere Sensoren und persönliche Gesundheitsdaten.

ŌURA launcht Oura Ring 5:
Den kleinsten Smart Ring der Welt!

Berlin, 28. Mai – ŌURA, Hersteller des weltweit führenden Smart Rings, hat heute Oura Ring 5 vorgestellt – den kleinsten Smart Ring der Welt. Basierend auf mehr als zwölf Jahren Erfahrung bietet ŌURA seine bisher fortschrittlichsten Gesundheitsmessungen und Erkenntnisse in einer kleineren und komfortableren Form. Oura Ring 5 besteht aus leichtem, hypoallergenem Titan. Zudem kombiniert der Ring neue Hardware mit neuer Software. Dadurch erhalten Mitglieder tiefere und praxisnahe Einblicke in ihre Gesundheit. Gleichzeitig bringt ŌURA neue Funktionen für Frauengesundheit und Aktivität auf den Markt.

„Oura Ring 5 ist ein großer Schritt hin zu unserer Vision, jedem Körper eine Stimme zu verleihen“, sagt Tom Hale, Chief Executive Officer bei ŌURA. „Wir haben Oura Ring 5 komplett neu entwickelt. Dadurch ist er kleiner und angenehmer zu tragen. Gleichzeitig verbinden wir ihn mit unserer bisher fortschrittlichsten Software. So können noch mehr Menschen Oura täglich tragen und von personalisierten Gesundheitseinblicken profitieren.“

Seit mehr als zehn Jahren prägt ŌURA die Kategorie der Smart Rings. Das Unternehmen zeigt außerdem, dass der Finger ein besonders geeigneter Ort ist, um Gesundheitssignale zu messen. Die Arterien im Finger liefern optischen Sensoren ein deutlich stärkeres Pulssignal als das Handgelenk. Dadurch kann ŌURA biometrische Daten präziser erfassen und genauere Werte liefern als viele klassische Wearables.

Neue Sensorik für genauere Messwerte

ŌURA präsentiert Oura Ring 5 als bislang kleinsten Smart Ring des Unternehmens. Das neue Modell ist 40 Prozent kleiner als Oura Ring 4. Dafür entwickelte ŌURA die mechanische, elektrische und optische Architektur komplett neu. Auch Akku, Sensoren und Geometrie wurden überarbeitet. Dadurch entstand ein dünnerer und leichterer Ring mit einer sanften Wölbung für ein natürlicheres Tragegefühl.

„Oura Ring 5 ist der bedeutendste Sprung in der Geschichte der Smart Rings. Um ein Produkt um 40 Prozent kleiner zu machen, ohne Genauigkeit zu verlieren, mussten wir jede Annahme neu denken“, sagt Holly Shelton, Chief Product Officer bei ŌURA. „Das Ergebnis ist unser leistungsfähigstes Wearable. Gleichzeitig fügt es sich nahtlos in den Alltag ein.“

Die neue Signalarchitektur nutzt flache Sensordomes für besseren Hautkontakt. Außerdem kommen stärkere LEDs und zwölf neue Signalpfade zum Einsatz. Dadurch verbessert sich die Genauigkeit bei unterschiedlichen Fingertypen und Hauttönen.

Oura Ring 5 bringt neue Designs

Oura Ring 5 erscheint in den Größen 6 bis 13. Zusätzlich bietet ŌURA neue Farbvarianten an. Dazu gehören ein neu gestaltetes Gold sowie Deep Rose in Kupfer Roségold. Der Ring wurde für den Alltag entwickelt. Deshalb setzt ŌURA auf eine besonders widerstandsfähige PVD Beschichtung gegen Kratzer. Außerdem ist der Ring staub und wasserdicht bis 100 Meter.

ŌURA erweitert Funktionen für Alltag und Aktivität

Laden für ein Leben in Bewegung: Das Oura Ring 5 Charging Case

Mit dem Oura Ring 5 Charging Case bietet ŌURA eine mobile Ladelösung für den Alltag und für Reisen. Das kompakte Aluminiumgehäuse liefert bis zu einen Monat zusätzliche Akkulaufzeit. Zudem unterstützt es kabelloses Laden. Über eine Aktionstaste können Mitglieder den Ladestatus einfach prüfen und Geräte koppeln. Außerdem lassen sich Ring und Charging Case direkt in der Oura App verwalten.

ŌURA führt zusätzlich die Funktion „Locate“ ein. Damit können Mitglieder ihren Oura Ring oder das Ladecase schneller wiederfinden. Außerdem unterstützt Locate mehrere Geräte gleichzeitig.

Live Aktivitätserfassung in Echtzeit

ŌURA erweitert seine Funktionen für Sport und Bewegung. Mitglieder können nun Workouts direkt starten und wichtige Kennzahlen live auf dem Smartphone verfolgen. Dazu gehören Tempo, Distanz und Herzfrequenz. Unterstützt werden unter anderem Laufen, Radfahren und Krafttraining.

Zusätzlich lassen sich Geräte von Drittanbietern koppeln. Dadurch können Nutzer ihre Herzfrequenz in Echtzeit sehen. ŌURA verbessert außerdem die automatische Aktivitätserkennung. Besonders bei ruhigeren Aktivitäten wie Pilates soll die Genauigkeit steigen.

ŌURA erweitert Funktionen für Frauengesundheit

Updates zur Frauengesundheit

Menopause Insights

Mit „Menopause Insights“ erweitert ŌURA seine Funktionen rund um Frauengesundheit. Herzstück ist die Menopause Impact Scale. Dabei handelt es sich um einen neuen klinischen Fragebogen, den ŌURA gemeinsam mit wissenschaftlichen Teams entwickelt hat.

Der Fragebogen beschäftigt sich unter anderem mit Schlaf, Stimmung und Alltagsfunktionen. Mitglieder erhalten dadurch einen besseren Überblick darüber, wie sich die Perimenopause auf ihren Alltag auswirkt.

Persönliche Einblicke und langfristige Analyse

Nach der Auswertung erhalten Mitglieder ein persönliches Dashboard. Dort sehen sie, wie stark einzelne Symptome ihren Alltag beeinflussen. Zusätzlich können sie Entwicklungen langfristig beobachten. Veränderungen durch Stress, Lebensstil oder Behandlungen werden ebenfalls sichtbar.

Außerdem lassen sich Ergebnisse speichern und mit Ärzt teilen. Dadurch sollen Gespräche besser vorbereitet werden.

Neue Funktionen für hormonelle Verhütung

ŌURA erweitert außerdem „Cycle Insights“ für Nutzerinnen hormoneller Verhütung. Die Funktion berücksichtigt unter anderem Pille, Pflaster oder Spirale. Ziel ist es, Veränderungen der persönlichen Baseline besser sichtbar zu machen.

Dadurch erhalten Nutzerinnen neue Einblicke in die Verbindung zwischen ihrem Körpergefühl und physiologischen Daten.

Datenschutz und Datenkontrolle im Fokus

ŌURA erweitert seine Datenschutzfunktionen um eine zeitbasierte Datenlöschung. Mitglieder können damit Daten aus bestimmten Zeiträumen löschen, ohne ihre komplette Historie zu verlieren.

Außerdem betont ŌURA seinen datenschutzorientierten Ansatz. Das Unternehmen verkauft keine Mitgliedsdaten. Stattdessen investiert ŌURA in Sicherheitsarchitekturen und transparente Datenkontrolle. Mitglieder entscheiden selbst, welche Daten geteilt werden.

Oura Ring 5 soll neue Standards setzen

Mit Oura Ring 5 möchte ŌURA die Kategorie der Smart Rings weiterentwickeln. Das Unternehmen verbindet neue Hardware mit erweiterten Software Funktionen und setzt damit auf personalisierte Gesundheitsdaten, Alltagstauglichkeit und präzisere Messungen.

Dank seines weltweiten Wachstums sieht sich ŌURA gut positioniert, um noch mehr Menschen proaktive Gesundheitseinblicke zu bieten und Smart Rings als wichtige Form moderner Wearables zu etablieren.

Bild ŌURA

Quelle Schröder+Schömbs PR

Digitales Pfandsystem für Mehrwegbecher erhält Investment

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Digitales Pfandsystem für Stadien wächst butterfly & elephant Managing Director Benjamin Birker – Bildrechte: GS1 Germany

Das Startup Borro erhält Unterstützung von butterfly & elephant, der Beteiligungsgesellschaft von GS1 Germany. Gemeinsam wollen die Partner ein digitales Pfandsystem für Mehrwegbecher in Stadien und Eventlocations weiter ausbauen. Ziel ist es, Rückgabeprozesse schneller, einfacher und wirtschaftlicher zu machen.

Digitales Pfandsystem für Stadien und Eventlocations

butterfly & elephant, die Beteiligungsgesellschaft von GS1 Germany, investiert in Borro. Das Brüsseler Startup entwickelte eine patentierte digitale Pfandinfrastruktur für Mehrwegbecher in stark besuchten Umgebungen wie Stadien und Eventlocations. Damit sollen Rückgabeprozesse einfacher, wirtschaftlicher und für Besucher deutlich reibungsloser ablaufen.

Borro digitalisiert die Rückgabe von Mehrwegbechern

Digitales Pfand für Hochfrequenzumgebungen

Borros Lösung nutzt einen softwarebasierten Ansatz und kombiniert 2D-Codes mit kamerabasierter Rückgabetechnologie. Am Point of Sale registriert das System jeden Mehrwegbecher über einen unsichtbaren 2D-Code direkt beim Bezahlvorgang. Bei der Rückgabe erkennt ein intelligenter Rückgabepunkt den Becher per Kameratechnologie auch im gestapelten Zustand. Danach erfolgt die Rückerstattung automatisch innerhalb weniger Sekunden.

Für Besucher entstehen dadurch schnellere Rückgabeprozesse ohne App und ohne lange Warteschlangen. Gleichzeitig sinken für Veranstaltungsorte der Personalaufwand, die Betriebskosten und das Risiko von Betrug. Dass dieser Ansatz auch bei großem Besucheraufkommen funktioniert, zeigt der Einsatz beim belgischen Fußballverein Club Brugge. Dort verarbeitet das System pro Heimspiel mehr als 45.000 Becher. Zudem liegt die durchschnittliche Rückgabequote bei 93 Prozent.

„Wir haben gezeigt, dass digitales Pfand sogar dort funktioniert, wo viele Menschen in kurzer Zeit bedient werden müssen“, sagt Co-Founder Glenn Verhaege, der Borro gemeinsam mit Kasper Albers und Niels Willems gegründet hat. „Der nächste Schritt ist, Borro über einzelne Venues und Märkte hinaus weiterzuentwickeln. Genau deshalb ist der Schulterschluss mit butterfly & elephant für uns so wichtig. So können wir auf global etablierte Standards setzen.“

Standards stärken das digitale Pfandsystem

Standards für den nächsten Wachstumsschritt

Mit der Ausweitung auf weitere Märkte und Einsatzfelder steigen auch die Anforderungen an die Interoperabilität. Sobald digitale Pfandsysteme nicht mehr nur in einzelnen Stadien oder Eventlocations laufen, sondern in größeren vernetzten Ökosystemen, braucht es eine gemeinsame Sprache für den Datenaustausch.

Borro setzt deshalb in der nächsten Wachstumsphase auf GS1 Digital Link und Electronic Product Code Information Services, kurz EPCIS. GS1 Digital Link ermöglicht die eindeutige Identifikation über digitale Touchpoints hinweg. Gleichzeitig schafft EPCIS die Grundlage, Rückgabe und Bewegungsdaten standardisiert zwischen verschiedenen Systemen auszutauschen.

Dadurch kann Borro seine digitale Pfandinfrastruktur über einzelne Einsatzorte hinaus erweitern. Außerdem muss das Startup nicht für jeden Partner und jeden Markt eigene Datenmodelle entwickeln.

„Borro zeigt, wie sich ein vertrauter Mechanismus in eine digitale Hochfrequenzanwendung übersetzen lässt. Für uns ist das besonders relevant, weil hier ein realer Use Case auf die nächste Stufe der Standardisierung trifft. Genau solche Verbindungen brauchen wir, damit aus Innovationen belastbare Lösungen für größere Märkte entstehen“, kommentiert Benjamin Birker, Managing Director bei butterfly & elephant.

Bild butterfly & elephant Managing Director Benjamin Birker – Bildrechte: GS1 Germany

Quelle GS1 Germany GmbH

Arbeitsplatz-KI in der Finanzbranche: Studie zeigt Hürden und Chancen im Arbeitsalltag

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Studie der Universität Paderborn zeigt, warum Arbeitsplatz-KI trotz großer Potenziale im Arbeitsalltag oft ungenutzt bleibt.
Foto: Universitaet Paderborn/Besim Mazhiqi

Key Takeaways

  • Arbeitsplatz-KI verändert den Büroalltag, jedoch stehen Unternehmen vor Herausforderungen bei der Integration.
  • Studien zeigen, dass viele Potenziale von Arbeitsplatz-KI ungenutzt bleiben, weil strategische Ansätze fehlen.
  • Mitarbeitende testen oft selbstständig neue Technologien, bevor Führungskräfte sie strategisch einordnen.
  • Unternehmen sollten ihre Prozesse und Rollen überdenken, um das volle Potenzial von Arbeitsplatz-KI zu nutzen.
  • Der richtige Ansatz ist: Zuerst nutzen, dann strategisch steuern, um nachhaltige Wertschöpfung zu erreichen.

Arbeitsplatz-KI verändert zunehmend den Büroalltag in Unternehmen und der Finanzbranche. Anwendungen wie ChatGPT oder Microsoft 365 Copilot versprechen enorme Produktivitätsgewinne, doch viele Organisationen stehen weiterhin vor Herausforderungen bei der nachhaltigen Integration von KI im Arbeitsalltag. Eine aktuelle Untersuchung der Universität Paderborn zeigt nun, welche Hürden Unternehmen überwinden müssen und welche Strategien für den erfolgreichen Einsatz von Arbeitsplatz-KI entscheidend sind.

Arbeitsplatz-KI im Arbeitsalltag: Warum viele Potenziale ungenutzt bleiben

Arbeitsplatz-KI in der Finanzbranche: Analyse zeigt Hürden bei der Nutzung im Arbeitsalltag auf

Durch den Einsatz von künstlicher Intelligenz (KI) im Arbeitsalltag, sogenannter Arbeitsplatz-KI (AP-KI), versprechen sich viele Unternehmen enorme Produktivitätsgewinne, insbesondere in wissensintensiven Bereichen wie Beratung, Verwaltung, Risikoanalyse, Marktforschung aber auch Kundenakquise. Anwendungen wie ChatGPT oder Microsoft 365 Copilot sind zwar im Büroalltag angekommen, doch ihr Potenzial bleibt in der Praxis häufig ungenutzt. Die Wirtschaftsinformatiker Prof. Dr. Franz Strich und Prof. Dr. Simon Thanh-Nam Trang von der Universität Paderborn haben in elf Sparkassen die erfolgreiche Implementierung von AP-KI systematisch untersucht. Die Ergebnisse der Befragung zeigen neben den erhofften Produktivitätsgewinnen auch verschiedene Entwicklungspotenziale in der Verzahnung von Technologie, Mitarbeitenden, Prozessen und Strategie. Als Antwort auf diese Lücke haben die Paderborner Wissenschaftler ein neues Einführungsmodell mit zwölf konkreten Handlungsfeldern entwickelt, das Unternehmen dabei unterstützt, AP-KI nachhaltig im Arbeitsalltag zu verankern.

Arbeitsplatz-KI verändert Rollenbilder und Prozesse in Unternehmen

Vom Ausprobieren zur täglichen Nutzung

Im Fokus der Untersuchung stand insbesondere der sogenannte „S-KIPilot“, eine eigens für die Sparkassen entwickelte AP-KI. Dabei zeigt sich ein interessantes Phänomen: Mehrwert und Innovation durch AP-KI beginnt zuerst im Arbeitsalltag der Mitarbeitenden. Sie testen, adaptieren und integrieren die Technologie zunächst eigenständig in ihre täglichen Aufgaben – häufig noch bevor eine übergreifende strategische Einordnung durch die Führungsebene erfolgt. Entgegen der bisherigen Annahmen zur Implementierung neuer Technologien sind die strategischen Leitplanken der AP-KI für viele Mitarbeitende weniger wichtig. „Arbeitsplatz-KI verändert die Art, wie Arbeit organisiert ist. Für Mitarbeitende verschiebt sich der Fokus vom reinen Systemnutzer hin zum aktiven Architekten. Dafür benötigen sie aber auch die entsprechenden Fähigkeiten, zum Beispiel um KI-Ergebnisse kritisch zu prüfen“, so Prof. Strich. Unternehmen sollten deshalb ihre Steuerungslogik, ihre Prozesse und ihre Rollenbilder grundlegend überdenken. Dazu gehöre unter anderem, Beschäftigte gezielt zu qualifizieren, klare Einsatzszenarien zu definieren und den Mitarbeitenden Räume für die systematische Integration von AP-KI zu bieten.

Andernfalls drohe ein Produktivitätsparadoxon: „Produktivitätsgewinne durch die Nutzung von Arbeitsplatz-KI werden durch erhöhte Kontrollbedarfe oder fehlende kulturelle Einbettung wieder aufgezehrt. Dabei werden Faktoren wie etwa die Sorge um den eigenen Arbeitsplatz oder die spürbar wachsende digitale Spaltung innerhalb der Belegschaft besonders sichtbar“, führt Prof. Strich weiter aus.

Prof. Dr. Franz Strich, Wirt­schaftsinformatik an der Universität Paderborn

KI als Grundlage für nachhaltige Wertschöpfung

Von der Nutzung zur nachhaltigen Wertschöpfung

„Der größte Fehler ist, Arbeitsplatz-KI zuerst durchzuplanen. KI funktioniert genau andersherum: einführen, nutzen und erst danach strategisch steuern“, so Prof. Trang. Die Einführung von AP-KI folgt damit einem neuen Ablauf: Zunächst erproben Mitarbeitende die Technologie im Arbeitsalltag („Run“) und entwickeln eigene Anwendungsfälle („Build“). Erst im dritten Schritt erfolgt die strategische Steuerung („Plan“). Dieses von bisherigen Implementierungsstrategien abweichende Vorgehen bei der Einführung neuer digitaler Technologien stellt viele Unternehmen vor relevante Herausforderungen.

Während Unternehmen bewusst Raum für praktisches Ausprobieren schaffen, wird in der strategischen Phase gleichzeitig eine zentrale Aufgabe sichtbar: Organisationen müssen transparent machen, wo KI tatsächlich zur Wertschöpfung beiträgt – und wo nicht. „Nur die systematische Erfassung und Steuerung dieser Effekte ermöglicht es Unternehmen, langfristig vom Experimentieren mit KI zu einer strategischen Wertschöpfung zu gelangen“, so Prof. Trang.

Foto/Quelle: Vorschaubild Universität Paderborn, Besim Mazhiqi und Bild unten Universität Paderborn, Simon Heindl

Das Whitepaper steht allen Interessierten kostenlos zur Verfügung.

Verliert digitales Kreativchaos langsam die Kontrolle?

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emborado: Stickdateien und KI im DIY Bereich emborado Fotograf Saskia Minic Stoff im Kopf Accelerator

emborado entwickelt eine Plattform für Stickdateien und KI gestützte Dateisuche und baut die Lösung im Stoff im Kopf Accelerator weiter aus

Wie entstand die Idee zu emborado und wer steckt hinter dem Startup?

Die Idee ist aus einem Hochschulprojekt zum Thema Computer Vision entstanden. Hinter emborado stehen Max Heimsath und Linus Pöppelmann, zwei Masterabsolventen des Fachs Wirtschaftsinformatik der FH Münster, sowie Prof. Dr.-Ing. Claus Grewe als fachlicher und technischer Unterstützer.

Welches Problem im DIY und Textilbereich möchte emborado konkret lösen?

emborado löst das Problem unübersichtlicher digitaler Dateisammlungen. Gerade im Bereich Maschinenstickerei sammeln sich über die Jahre sehr viele Dateien aus unterschiedlichsten Quellen an. Auf dem eigenen Rechner sieht man nur den Dateinamen und den Speicherort. Vorschaubilder und weiterführende Informationen zum Motiv fehlen, dadurch wird die Suche nach der richtigen Datei zeitaufwendig und frustrierend. Es kommt vor, dass Nutzerinnen und Nutzer Dateien doppelt kaufen, weil sie ein bereits vorhandenes Motiv nicht wiederfinden.

Warum stoßen klassische Betriebssysteme bei großen digitalen Dateisammlungen an ihre Grenzen?

Stickdateiformate werden von Betriebssystemen wie Windows oder macOS nicht nativ unterstützt. Das bedeutet, dass Nutzerinnen und Nutzer keine Vorschau sehen und auch keine inhaltlichen Informationen direkt durchsuchen können. Bei ein paar Dutzend Dateien lässt sich das noch über Ordner lösen. Bei mehreren tausend oder sogar mehreren hunderttausend Dateien reicht eine reine Dateinamen- und Ordnerlogik aber nicht mehr aus.

Wie funktioniert die KI gestützte Analyse der Dateien bei emborado?

emborado analysiert hochgeladene Stickdateien automatisiert. Zunächst erzeugen wir aus den Dateien Vorschaubilder und lesen technische Informationen aus, zum Beispiel Stichzahl, Motivgröße oder Farbanzahl.

Anschließend nutzen wir KI-Modelle, um die Motive inhaltlich einzuordnen. Die KI erkennt, was auf einem Motiv zu sehen ist, macht diese Inhalte durchsuchbar und erstellt passende Schlagworte. Nutzerinnen und Nutzer müssen also nicht mehr wissen, wie eine Datei heißt. Sie können nach dem suchen, was sie sehen oder verwenden möchten.

Welche Vorteile bietet die semantische Suche gegenüber herkömmlichen Ordnerstrukturen?

Eine herkömmliche Ordnerstruktur setzt voraus, dass man beim Speichern schon genau weiß, wonach man später suchen wird. In der Praxis funktioniert das bei kreativen Sammlungen nur begrenzt. Ein Motiv kann gleichzeitig zu mehreren Kategorien passen, zum Beispiel „Blume“, „Frühling“, „Geschenk“, „Kinderkleidung“ oder „Geburtstag“.

Die semantische Suche ermöglicht es, Dateien über ihren Inhalt wiederzufinden. Wenn ich ein Motiv suche, muss ich nicht mehr den exakten Dateinamen oder Speicherort kennen. Es reicht eine beschreibende Sucheingabe, zum Beispiel „drei Weihnachtsgnome, die an einer Lichterkette baumeln“. emborado zeigt dann passende Motive aus der eigenen Sammlung an.

Für welche Nutzergruppen wurde emborado besonders entwickelt?

emborado richtet sich zunächst besonders an Hobbystickerinnen und Hobbysticker sowie an kleine Textilveredelungsbetriebe, die regelmäßig mit digitalen Stickdateien arbeiten.

Langfristig denken wir emborado aber breiter. Viele Probleme, die wir bei Stickdateien sehen, gibt es auch bei Schnittmustern, Plotterdateien oder anderen digitalen DIY-Dateien. Unsere Vision ist deshalb eine Verwaltungsplattform für digitale DIY-Dateien insgesamt.

Welche Herausforderungen bringt die Arbeit mit proprietären Dateiformaten mit sich?

Proprietäre Dateiformate sind oft schlecht dokumentiert, herstellerabhängig und technisch sehr unterschiedlich aufgebaut.

Für uns als Plattform bedeutet es, dass wir viele Formate einzeln verstehen, auslesen und zuverlässig verarbeiten müssen. Gleichzeitig liegt genau darin ein großer Mehrwert von emborado: Wir wollen diese technische Komplexität für die Nutzerinnen und Nutzer unsichtbar machen und ihnen eine einfache, einheitliche Oberfläche bieten.

Wie wichtig ist das Thema Zeitersparnis für eure Kundinnen und Kunden?

Zeitersparnis ist einer der zentralen Gründe, warum emborado überhaupt relevant ist. Viele unserer Nutzerinnen und Nutzer sticken nicht, weil sie Dateien sortieren möchten. Sie möchten kreativ arbeiten. Wenn die Suche nach einer Datei mehrere Minuten dauert, entsteht Frust. Für gewerbliche Nutzerinnen und Nutzer kommt hinzu, dass Suchzeit direkte Arbeitszeit ist.

Welche Rolle spielt die Teilnahme am Stoff im Kopf Accelerator für die Entwicklung von emborado?

Der Stoff im Kopf Accelerator ist für uns sehr wertvoll. Durch das Programm bekommen wir Zugang zu Feedback, Netzwerk, Sparring und Sichtbarkeit in einem Umfeld, das gut zu unserer Idee passt. Wir kommen ursprünglich aus der Softwareentwicklung. Durch das Programm konnten wir unser Verständnis für die Textil- und DIY-Branche deutlich vertiefen.

Was unterscheidet emborado aus eurer Sicht von anderen Datei oder Cloudlösungen?

Klassische Cloudlösungen speichern Dateien, verstehen sie aber nicht. emborado geht einen Schritt weiter. Unsere Plattform analysiert die Dateien, erzeugt Vorschaubilder, liest technische Informationen aus und ergänzt nutzer- und KI-generierte Metadaten. Wir bauen keine allgemeine Dateiablage, sondern eine Lösung für ein spezifisches Problem.

Wie reagiert die DIY und Textilbranche bislang auf eure Plattform?

Die bisherigen Reaktionen sind sehr ermutigend. Viele Menschen aus der Stick-, Näh- und DIY Community erkennen das Problem sofort wieder. Häufig hören wir Aussagen wie: „Genau das brauche ich“. Das zeigt uns, dass wir nicht nur ein technisches Nischenproblem lösen, sondern ein echtes Organisationsproblem adressieren. Gleichzeitig bekommen wir viel konkretes Feedback, das direkt in die Weiterentwicklung der Plattform einfließt.

Welche Rolle spielt künstliche Intelligenz für die zukünftige Entwicklung von emborado?

Künstliche Intelligenz ist für emborado ein zentraler Baustein, aber kein Selbstzweck. Uns geht es nicht darum, KI als Schlagwort zu nutzen, sondern konkrete Probleme im Alltag unserer Nutzerinnen und Nutzer zu lösen.

Welche drei Tipps würdet ihr anderen Gründerinnen und Gründern im SaaS oder KI Bereich geben?

Erstens: Validiert das identifizierte Problem, bevor ihr zu viel baut. Sprecht mit so vielen potenziellen Nutzerinnen und Nutzern wie möglich. Das spart Zeit und liefert wertvollen Input für die Produktentwicklung.

Zweitens: Sucht früh Unterstützung und Austausch, zum Beispiel in Gründungszentren, mit anderen Gründerinnen und Gründern oder in Programmen wie dem Stoff im Kopf Accelerator. Viele Herausforderungen hatten andere bereits vor euch. Davon kann man enorm profitieren.

Drittens: Baut kein KI-Produkt um der KI willen. Es zählt am Ende nicht, wie komplex die Technologie ist, sondern ob sie ein echtes Problem besser löst als bestehende Alternativen.

Bild: Max Heimsath und Linus Pöppelmann Bildcredit/Fotograf: Saška Minić

Wir bedanken uns bei Max Heimsath für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Stehen Unternehmen vor einer neuen Welle juristischer Unsicherheit?

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nu:legal KI Datenschutz für Unternehmen Bork Morfaw

Die Idee entstand aus meinem direkten Umfeld. Viele Freunde aus Scale-ups und mittelständischen Unternehmen kamen mit rechtlichen Fragen zu mir, oft spät abends, oft mit Themen, die für sie wichtig waren, für die es aber keine wirklich gute Anlaufstelle gab. Die Wahl war meistens dieselbe: mehrere tausend Euro für eine Kanzlei zahlen oder einen generischen Chatbot fragen und hoffen, dass die Antwort stimmt. Das Problem bei generischer KI im juristischen Bereich ist aber: Wenn sie falschliegt, liegt sie oft mit voller Überzeugung falsch. Aus meiner Zeit bei Freshfields wusste ich außerdem, dass ein großer Teil juristischer Arbeit gar nicht aus komplexer Rechtsberatung besteht, sondern aus dem Sammeln, Strukturieren und Organisieren von Informationen. Genau darin ist KI heute sehr stark. Also habe ich angefangen zu experimentieren und „LegalGPT“ gebaut.

Wenn Freunde später mit Fragen auf mich zukamen, habe ich sie zunächst durch das System geschickt. Dadurch konnten sie ihre Situation strukturieren und die relevanten Informationen zusammentragen. Als ich mir den Fall dann angesehen habe, musste ich nicht mehr stundenlang nachfragen oder endlose Nachrichten hin- und herschicken. Das war der Moment, in dem klar wurde: Es braucht eine dritte Option zwischen teurer Kanzlei und unsicherer generischer KI. Genau daran arbeiten wir mit nu.

Unsere Vision ist es, juristische Expertise zugänglicher und besser skalierbar zu machen. Eine Kennzahl, die uns dabei besonders wichtig ist, ist die Zeit von der ersten Anfrage bis zur fertigen Lösung. Diese Zeit sollte möglichst kurz sein und der gesamte Prozess transparent und nachvollziehbar. Langfristig glauben wir außerdem, dass sich auch die Rolle von Anwält weiterentwickeln kann. Heute verkaufen viele primär ihre Zeit. In der Welt, an der wir arbeiten, können Jurist zusätzlich Creators werden, die ihre Erfahrung in skalierbare Dienstleistungen übersetzen und damit deutlich mehr Mandant erreichen, als es im klassischen Modell möglich wäre. Für uns ist das keine Ablösung des Berufsbildes, sondern eine Erweiterung.

Wie verändert künstliche Intelligenz aus eurer Sicht aktuell die Arbeit in Kanzleien und Rechtsabteilungen?

Wir glauben, dass es im Kern um etwas Größeres geht als nur darum, eine „AI-First-Kanzlei“ zu bauen. Für uns stehen das Wissen und die Erfahrung von Jurist im Mittelpunkt. Technologie ist das Mittel, um diese Expertise breiter verfügbar zu machen. Dabei sind Distribution und Delivery genauso wichtig wie das eigentliche KI-Modell. Das klassische Kanzleimodell bringt dabei eine strukturelle Spannung mit sich: Wenn Technologie Prozesse effizienter macht, wird die eingesparte Zeit schwieriger abrechenbar. Diese Spannung lässt sich innerhalb bestehender Strukturen nur schwer auflösen. Genau deshalb halten wir es für sinnvoll, parallel dazu neue Modelle zu entwickeln.

Die Zahlen zum rechtlichen Aufwand im deutschen Mittelstand sind bekannt. Spannender ist aber die konkrete Realität dahinter. Wir richten uns an Unternehmen mit etwa 50 bis 500 Mitarbeitenden, an HR-Teams, Operations-Verantwortliche und Gründer, die heute oft zwischen zwei wenig überzeugenden Optionen stehen: rechtliche Fragen selbst googeln und hoffen, dass es passt, oder eine Kanzlei für etwas beauftragen, das eigentlich Standard ist und entsprechend teuer wird.

Diese Unternehmen haben dieselben arbeitsrechtlichen und datenschutzrechtlichen Pflichten wie ein DAX-Konzern, aber weder ein eigenes Inhouse-Team noch das Budget für eine dauerhafte Kanzleibeziehung. Genau dort sehen wir den größten Bedarf für das, was wir bauen.

Die größte Herausforderung ist Vertrauen, und Vertrauen entsteht im juristischen Bereich aus unserer Sicht weniger durch Kommunikation als durch die Architektur eines Systems. Man kann es nicht einfach am Ende hinzufügen, es muss von Anfang an mitgedacht werden. Viele Tools behandeln Geschwindigkeit und Transparenz als Gegensatz. Wir versuchen jedoch, beides gemeinsam zu denken: Ergebnisse sollen schnell entstehen und gleichzeitig nachvollziehbar bleiben, und jedes Resultat sollte sich auf seine Quellen zurückführen lassen. Technisch ist das anspruchsvoll, aber gerade in regulierten Bereichen halten wir es für essenziell.

Viele KI-Lösungen im Markt basieren letztlich auf generischen Modellen mit juristischem Branding. Wir versuchen bewusst, einen anderen Weg zu gehen. nu wurde speziell für deutsches und europäisches Recht entwickelt und nicht einfach aus US-Produkten übersetzt. Spezialisierte Anwälte sind bei uns kein nachträglicher Kontrollmechanismus, sondern Teil des Designs. Gleichzeitig lässt sich jedes Ergebnis auf seine Quellen zurückverfolgen. Wir arbeiten eng mit erfahrenen Rechtsexpert zusammen, die unsere Workflows mitentwickeln und kontinuierlich verbessern. Unser Ziel ist nicht, möglichst viel KI sichtbar zu machen, sondern verlässliche juristische Infrastruktur zu schaffen, auf die sich Unternehmen im Alltag verlassen können.

Welche juristischen Abläufe eignen sich besonders für Automatisierung und wo stößt KI noch an Grenzen?

Strukturierte und wiederkehrende Aufgaben lassen sich heute bereits sehr gut automatisieren, wie Arbeitsverträge, Datenschutzerklärungen, Auftragsverarbeitungsverträge oder standardisierte HR-Prozesse. Schwieriger wird es überall dort, wo strategische Entscheidungen, Verhandlungen oder komplexe Einzelfallbewertungen gefragt sind. Aus unserer Sicht ist die spannendere Frage aber gar nicht, was automatisierbar ist und was nicht, sondern wo genau der Übergang liegt: Wann sollte ein System stoppen und an eine Anwältin oder einen Anwalt übergeben? Mit genau dieser Übergabe habe ich mich schon bei Freshfields intensiv beschäftigt, und sie ist auch bei nu ein zentrales Thema unserer Entwicklungsarbeit. Wir glauben, dass es hier noch viel Raum für Fortschritt gibt und versuchen, diese Grenze Schritt für Schritt sinnvoll zu verschieben.

Wie wichtig sind Datenschutz und DSGVO-Konformität bei der Entwicklung eurer Lösungen?

Datenschutz ist für uns von Anfang an Teil der Architektur und nicht etwas, das man später ergänzt. Sämtliche Daten werden ausschließlich innerhalb der EU verarbeitet und gespeichert, verteilt über eine Multi-Cloud-Infrastruktur in mehreren europäischen Ländern. Dabei berücksichtigen wir nicht nur die DSGVO, sondern ausdrücklich auch den anwaltlichen Berufsgeheimnisschutz nach § 203 StGB, der in vielen Bereichen sogar strenger ist als europäisches Datenschutzrecht. Mandantendaten verstehen wir als operatives Gedächtnis unseres Systems und auch nicht als Trainingsmaterial. Ein konkreter Fall trainiert niemals die Erfahrung eines anderen Kunden. Gerade im europäischen Markt wird dieses Maß an Sorgfalt aus unserer Sicht langfristig ein entscheidender Wettbewerbsvorteil sein.

Welche Rolle spielt Vertrauen, wenn Unternehmen KI im juristischen Bereich einsetzen?

Vertrauen ist im juristischen Bereich einer der wichtigsten Faktoren überhaupt. Generische KI hat eine sehr spezifische Schwäche: Wenn sie falschliegt, wirkt sie oft trotzdem vollkommen überzeugend. In einem Marketingtext ist das ärgerlich, aber in einem Kündigungsschreiben oder einem Auftragsverarbeitungsvertrag kann daraus ein reales Risiko entstehen. Für uns gilt deshalb ein einfaches Prinzip: Eine Antwort, die Nutzer nicht überprüfen können, ist im Zweifel weniger hilfreich als gar keine Antwort. Deshalb lässt sich jedes Ergebnis bei nu auf seine Quellen zurückführen. Relevante Schritte werden von spezialisierten Jurist geprüft, und wir versuchen bewusst transparent zu machen, wo das System endet und menschliche Expertise beginnt.

Unser Produkt ist nicht nur ein einzelner Workflow, sondern zweierlei: Wir bauen zum einen ein System, mit dem Anwälte ihre Expertise in skalierbare Services übersetzen können, und zum anderen die Infrastruktur, um diese Services zuverlässig und wiederholbar an viele KMU in Deutschland und Europa auszuliefern. Kurzfristig vertiefen wir unsere Bereiche Arbeitsrecht und Datenschutz, weil dort der operative Druck besonders hoch ist, und erweitern 2026 um Wirtschaftsverträge. Den Grundstein dafür haben wir mit dem Launch unserer öffentlichen Beta am 27. Mai sowie der Pre-Seed-Finanzierung über 1,3 Millionen Euro unter Führung von Caesar Ventures gelegt.

Wo der europäische Legal-Tech-Markt in fünf Jahren genau stehen wird, kann ich offen gesagt nicht vorhersagen. Was aber sehr klar ist: Die zugrunde liegenden Probleme sind real und groß. Der Draghi-Bericht zur Wettbewerbsfähigkeit der EU hat das deutlich gezeigt: Mehr als 60 Prozent der europäischen Unternehmen sehen Regulierung inzwischen als Investitionshindernis. Für KMU ist Bürokratie sogar eines der größten Wachstumshemmnisse überhaupt. Wenn wir auch nur einen Teil dieses Problems lösen können und rechtliche Unterstützung in Europa zugänglicher machen, entsteht daraus ein enormer Mehrwert – für Unternehmen, für Anwälte und auch für uns selbst. Gleichzeitig ist Recht extrem lokal. Man kann US-Produkte nicht einfach übersetzen und erwarten, dass sie deutsche Arbeitsgerichte oder europäische Datenschutzanforderungen zuverlässig verstehen. Europa benötigt eigene Lösungen. Genau darin sehen wir großes Potenzial für Unternehmen, die regulatorische Tiefe mit moderner KI verbinden.

Welche drei Ratschläge würdet ihr anderen Gründern mit auf den Weg geben?

  1. Einfach anfangen. Pläne sind wichtig, aber die entscheidenden Dinge lernt man erst, wenn man tatsächlich baut und mit echten Nutzern spricht. Unser erster Prototyp war weit entfernt von perfekt, aber genau dadurch haben wir verstanden, wo der echte Bedarf liegt.
  2. Auf ein echtes Problem fokussieren. Spannende Ideen gibt es viele. Ein Problem, das Menschen wirklich beschäftigt und für dessen Lösung sie bezahlen würden, ist deutlich seltener. Genau darauf sollte sich die gesamte Energie konzentrieren.
  3. Sich nicht entmutigen lassen. Wenn die Lösung offensichtlich wäre, müsste man wahrscheinlich kein Startup gründen. Schwierige Probleme zu lösen ist anstrengend, dauert lange und wirkt von außen oft hoffnungslos. Genau das ist am Ende aber auch der Filter dafür, wer durchhält und wer aufgibt.

Bild: Bork Morfaw Bildcredit/Fotograf: nu:legal

Wir bedanken uns bei Bork Morfaw für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Warum immer mehr Menschen lieber mit Fremden verreisen

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WeRoad verbindet Gruppenreisen mit einer starken Community und schafft Reiseerlebnisse für Menschen, die gemeinsam statt allein die Welt entdecken möchten

Wie entstand die Idee zu WeRoad und warum habt ihr euch auf Gruppenreisen spezialisiert?

WeRoad entstand aus einer sehr persönlichen Situation. Mit 30 wird es zunehmend schwieriger, die eigene Zeit, den eigenen Terminkalender und die eigenen Vorlieben mit denen der alten Freunde in Einklang zu bringen, die sich im natürlichen Lauf des Lebens immer weiter entfernen. Ich wollte reisen, aber nicht alleine und konnte niemanden überzeugen, mitzukommen. Ich schaute mich um und erkannte, dass das nicht nur mein Problem war, sondern ein generelles. Also haben wir gemeinsam mit meinen Mitgründern Erika De Santi und Fabio Bin die Lösung gebaut, die wir uns selbst gewünscht hätten: eine Möglichkeit, solo zu reisen, ohne sich jemals einsam zu fühlen.

Welche Vision verfolgt WeRoad für die Zukunft des Reisens?

Wir glauben, dass sich Reisen von einem Produkt zu einer Plattform für menschliche Verbindung wandelt. Menschen suchen heute nicht mehr nur neue Orte, sie suchen Zugehörigkeit. In einer Welt, die zunehmend von KI und sozialen Medien geprägt wird, wird echte menschliche Verbindung gleichzeitig seltener und wertvoller. Unsere Vision ist es, die weltweit größte Reise-Community aufzubauen und dieses Gefühl der Zugehörigkeit über die Reise hinaus in den Alltag zu tragen – durch WeMeet. Das Reisen bleibt zentral, wird aber zunehmend von Micro-Erlebnissen begleitet, die dieselben Beziehungsdynamiken im täglichen Leben erzeugen.

Warum entscheiden sich heute so viele Menschen bewusst für gemeinschaftliche Reisen statt für klassische Urlaubsangebote?

Weil wir gleichzeitig die am stärksten vernetzte und die einsamste Generation der Geschichte sind. Studien zeigen, dass rund 30 % der jungen Erwachsenen täglich Einsamkeit empfinden. Traditionelles Reisen beantwortet die Frage, wohin man fahren soll. WeRoad beantwortet die Frage, mit wem man fährt und wer man durch das Erlebnis wird. Was das Reisen bietet, was der Alltag nicht kann, ist der richtige Kontext: einen, in dem Menschen wirklich aufeinandertreffen, ihre Mauern einreißen und gemeinsam echte Geschichten schreiben können. Genau das schaffen wir auf jeder Reise.

Welche Zielgruppe steht bei euren Reisen besonders im Fokus?

Unsere Kernreisenden sind Millennials oder Gen Z, im Schnitt etwa 30 Jahre alt, berufstätig in mittelgroßen oder großen Unternehmen – und sie reisen solo. Rund 90 % unserer Kunden buchen alleine. Sie sind selbstständig genug, um Ziel und Tempo selbst bestimmen zu wollen, suchen aber geteilte Erlebnisse und echte menschliche Verbindung. Viele sind für den Job in eine neue Stadt gezogen und bauen ihr soziales Netzwerk neu auf. Sie kaufen nicht einfach eine Reise – sie investieren in ihr soziales Leben.

Was unterscheidet WeRoad von traditionellen Reiseveranstaltern?

Wir haben eine Marke mit einer eigenständigen kulturellen Identität aufgebaut. Wir sprechen nicht über das Reiseprodukt, sondern über die Reisenden selbst. Und wir sprechen ihre echten Bedürfnisse an: wie schwer es ist, Menschen für gemeinsame Erlebnisse zu finden, wie isolierend das moderne Stadtleben sein kann. Jede Reise wird von einem Travel Coordinator geleitet – kein Guide, sondern ein mitreisender Enthusiast, der die Logistik übernimmt und dabei echte Verbindungen in der Gruppe fördert. Und wir haben eine Community von über 4.000 Travel Coordinators aufgebaut, die echte Markenbotschafter sind. Heute wählen Menschen WeRoad nicht wegen eines Reiseziels, sie wählen es, weil es WeRoad ist. „Lass uns ein WeRoad machen“ ist zum Synonym für Gruppenreisen geworden.

Welche Rolle spielen Community und soziale Vernetzung in eurem Konzept?

Community ist kein Feature von WeRoad – sie ist WeRoad. Wir haben alles – Produkt, Marke, Marketing – rund um die Möglichkeit echter Verbindungen durch gemeinsame Erlebnisse aufgebaut. Unsere Coordinator Community mit über 4.000 Menschen in ganz Europa, und jetzt auch in den USA, ist vollständig organisch gewachsen. Unsere Reise-Community mit über 300.000 Menschen auf mehr als 1.000 Routen seit 2017 hat eine Wiederbuchungsrate von 60 % und einen NPS von 9/10. Diese Zahlen kommen nicht von einer tollen Buchungsplattform, sie kommen von Menschen, die etwas gefunden haben, das sie nicht erwartet hatten: echte Freundschaften.

Viele Reisende buchen allein. Warum funktioniert dieses Modell aus eurer Sicht so gut?

Weil es eine echte Spannung löst, die vorher keine Lösung hatte. Menschen wollen die Unabhängigkeit, Ziel, Tempo und Stimmung der Reise selbst zu wählen, aber sie wollen das Erlebnis teilen. Bei WeRoad buchst du alleine, reist aber mit einer Gruppe Gleichgesinnter im selben Alter und mit derselben Reisestimmung. Du musst monatelang nicht mit Freunden verhandeln. Du musst keine Kompromisse machen. Und du kommst irgendwo an, ohne jemanden zu kennen und gehst mit Menschen, zu denen du noch jahrelang Kontakt hältst. Rund 90 % unserer Kunden reisen genau aus diesem Grund solo.

Mit welchen Herausforderungen seid ihr beim internationalen Wachstum von WeRoad konfrontiert?

Ein Unternehmen zu skalieren, das auf echten menschlichen Erlebnissen basiert, ist etwas völlig anderes als reine Software zu skalieren. Jeder neue Markt erfordert Menschen, operative Qualität, eine lokale Community, ausgebildete Coordinators und Kontrolle über das Erlebnis. Man kann nicht einfach einen Schalter umlegen. Die Disziplin liegt darin, Tempo und Nachhaltigkeit in Balance zu halten, in neue Märkte zu investieren, aber mit einem replizierbaren, messbaren und gesunden Modell. Die Community hat enormen wirtschaftlichen Wert, muss aber geschützt werden. Die eigentliche Herausforderung ist nicht nur die Finanzierung des Wachstums, sondern die Finanzierung des richtigen Wachstums: eines, das das Produkt stark, die Bindungsrate hoch und die Beziehung zur Community authentisch hält.

Wie wichtig sind digitale Plattformen und Social Media für euren Erfolg?

Grundlegend! Wir haben eine Social-First-Marke mit über 3,5 Millionen Followern aufgebaut – nicht durch die Bewerbung von Reisezielen, sondern indem wir die Sprache unserer Community sprechen: oft ironisch, manchmal inspirierend, immer authentisch. Wir verwenden ausschließlich echte Bilder, echte Videos, echte Menschen. Und wir haben stark in organische Inhalte investiert, in trendgetriebene Aktionen online wie offline und in Texte, die die Aufmerksamkeitsbarriere durchbrechen. Digital ist auch der Weg, über den wir unseren Eintritt in den US-Markt gestalten werden, mit gezielten Kampagnen und strategischen Partnerschaften, um unsere stärksten Märkte zu identifizieren, bevor wir das Community-Modell vor Ort vollständig ausrollen.

Welche Reisearten oder Destinationen sind aktuell besonders gefragt?

Abenteuerreisen und Naturerlebnisse sind weiterhin am beliebtesten. Japan und China gehören derzeit zu unseren gefragtesten Zielen. Neben Asien ist Marokko eine unserer beliebtesten Fernreiseoptionen: Trekking auf den Toubkal gehört konstant zu unseren meistgebuchten Erlebnissen. Die nordischen Länder wachsen schnell, besonders bei Reisenden, die Naturimmersion und einen echten Kontrast zum städtischen Alltag suchen. Und der Route-66-Trip ist bereits live und erzeugt starkes Frühinteresse.

Wir sehen auch enorme Nachfrage nach unseren kürzeren Formaten: WeRoad Weekend und WeRoad Express. Das sind Reisen mit vier Nächten oder weniger, für Menschen, die weniger Urlaubstage einsetzen wollen, aber dennoch ein vollständiges Gruppenreise-Erlebnis möchten. Sie sind auch ein idealer Einstieg für Erstbucher, die das WeRoad-Modell auf sanfte Weise ausprobieren möchten, bevor sie sich für eine längere Reise entscheiden. Ziele wie Italien, Griechenland und Spanien funktionieren in diesem Format ausgezeichnet – nah genug, um zugänglich zu wirken, reich genug, um Lust auf mehr zu machen.

Was sich durch all das zieht, ist ein tieferer Wandel im Reisemotiv. Menschen interessieren sich weniger dafür, Sehenswürdigkeiten abzuhaken, und mehr dafür, etwas Bedeutsames mit anderen zu erleben. Das Reiseziel ist wichtig, aber es wird zunehmend zur Kulisse – nicht zum Mittelpunkt. Der Mittelpunkt ist, mit wem man reist und was man von der Erfahrung mit nach Hause trägt.

Welche Entwicklungen oder neuen Konzepte plant WeRoad für die kommenden Jahre?

Der größte Schritt ist unsere Expansion in die Vereinigten Staaten, finanziert durch diese 58-Millionen-Dollar-Series-C unter der Führung von Airbnb. Darüber hinaus werden wir WeMeet als eigenständige Plattform für das soziale Alltagsleben weiterentwickeln. Die Vision ist es, eine dauerhafte Infrastruktur für menschliche Verbindung zu werden, nicht nur im Urlaub, sondern in der Stadt, jede Woche.

Welche drei Ratschläge würdet ihr anderen Gründern mit auf den Weg geben?

Erstens: Löse ein echtes Problem, kein theoretisches. WeRoad entstand aus unserem eigenen Bedürfnis heraus – wir haben das Produkt gebaut, das wir uns selbst gewünscht hätten. Diese Authentizität lässt sich nicht vortäuschen und ist nur sehr schwer zu kopieren.

Zweitens: Investiere in deine Gründer-Community genauso wie in dein Unternehmen. Einige der wichtigsten Entscheidungen, die ich getroffen habe – und einige der größten Fehler, die ich vermieden habe – entstanden aus Gesprächen mit anderen Unternehmern, die dieselben Dinge durchgemacht hatten. Ein Unternehmen aufzubauen ist schon schwer genug; es ohne ein Netzwerk von Gleichgesinnten zu tun, die dich herausfordern, unterstützen und ihr Wissen teilen, ist noch schwerer. Finde deine Gründer-Community und pflege sie ernsthaft.

Drittens: Kümmere dich um deine Menschen, bevor du dich um dein Produkt kümmerst. Das Produkt lässt sich immer verbessern – aber wenn du die Menschen verlierst, die an das glauben, was du aufbaust, verlierst du alles. Das Beste, was wir je getan haben, war Menschen anzuziehen, denen die Mission wirklich am Herzen lag – nicht nur der Job. Schütze diese Kultur mit aller Konsequenz, besonders wenn du schnell wächst und rasch einstellst.

Bild:  Paolo De Nadai Bildcredit/Fotograf: WeRoad

Wir bedanken uns bei Paolo De Nadai für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Warum landen noch funktionierende Produkte so oft im Müll?

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Zircls: Reparatur und Kreislaufwirtschaft wachsen Bild Sebastian Daus Bildcredits/Fotograf: Quintus Studios GmbH / Michael Laver, Edit by Clemens Barth

Zircls entwickelt eine Plattform für Reparatur, Kreislaufwirtschaft und nachhaltige Produktentscheidungen und war zuletzt in der Green Deal Show zu sehen

Wie entstand die Idee zu Zircls und wer steckt hinter dem Startup?

Die Idee zu Zircls entstand aus unserer Arbeit mit FixFirst. Dort beschäftigen wir uns schon seit Jahren intensiv mit Reparatur und Kreislaufwirtschaft. Dabei haben wir immer wieder gesehen: Reparatur ist oft die beste Lösung, aber leider nicht immer möglich oder wirtschaftlich sinnvoll. Dann braucht es gute Alternativen.

Am Ende geht es darum, Produkte möglichst lange im Kreislauf zu halten und für jedes Produkt die beste nächste Entscheidung zu finden: erst reparieren, wenn das nicht geht, verkaufen, gebraucht kaufen oder recyceln – und nur wenn es wirklich sinnvoll ist, etwas Neues zu kaufen aber wenn dann reparierbarer. Genau dafür bauen wir Zircls.

Hinter Zircls steht das Team von FixFirst. Die Idee kommt aus vielen praktischen Erfahrungen, persönlicher Frustration über unnötige Verschwendung und den Erkenntnissen, die wir in den letzten Jahren im Reparatur- und Circular-Economy-Markt gesammelt haben.

Was hat euch dazu bewegt, euch so intensiv mit Kreislaufwirtschaft und nachhaltigem Konsum zu beschäftigen?

Wir glauben, dass Kreislaufwirtschaft ein Modell ist, das sowohl für die Wirtschaft als auch für die Umwelt extrem viel Sinn ergibt. Sie kann nachhaltiger, effizienter und langfristig auch wirtschaftlich attraktiver sein als unser aktuelles lineares Konsummodell.

Gleichzeitig glauben wir, dass nachhaltige Entscheidungen einfacher werden müssen. Es reicht nicht, Menschen zu sagen, dass sie nachhaltiger handeln sollen. Man muss Lösungen schaffen, die funktionieren, Spaß machen, einfach zugänglich sind und im besten Fall auch belohnen.

Für mich persönlich als Gründer war außerdem wichtig, an etwas zu arbeiten, mit dem ich mich wirklich identifizieren kann: etwas, das einen Beitrag zur Lösung der Klimakrise leistet, aber gleichzeitig pragmatisch im Alltag umsetzbar ist. Dafür sind Kreislaufwirtschaft und Zircls aus meiner Sicht genau der richtige Ansatz.

Zircls war am 22. Mai Teil von „The Green Deal Show“. Wie habt ihr euren Auftritt in der neuen YouTube Sendung erlebt?

Das war total aufregend. Ehrlicherweise haben wir kurz vorher noch sehr viel fertiggestellt, umgebaut und angepasst. Für uns war es ein sehr neues Format, weil wir bisher noch nicht so stark mit Influencern und Social-Media-Formaten gearbeitet haben.

Zircls ist außerdem ein neues Produkt aus dem FixFirst-Umfeld. FixFirst ist bisher vor allem im B2B-Bereich unterwegs und spricht ganz andere Zielgruppen an. Deshalb war es spannend zu sehen, wie ein stärker konsumentennahes Produkt in so einem Format funktioniert.

Der Auftritt war für uns extrem wertvoll. Wir haben danach noch einmal sehr viel umgekrempelt, angepasst und verbessert. Es war wahrscheinlich eine der besten Feedback-Situationen, die wir bisher hatten. Jetzt sind wir sehr gespannt, in welche Richtung sich Zircls weiterentwickelt.

Mit welchen Erwartungen seid ihr in die Show gegangen und wie habt ihr euch vorbereitet?

Ehrlicherweise war vor allem viel Aufregung dabei. Es war eine neue Situation für uns, und wir wollten erst einmal ausprobieren, ob und wie das Format für uns funktioniert.

Wir wussten, dass wir uns damit ein gutes Stück außerhalb unserer Komfortzone bewegen. Deshalb haben wir Pitch-Training gemacht und uns intensiv überlegt: Was zeigen wir? Wie erklären wir Zircls in sehr kurzer Zeit? Wie viel Detail passt überhaupt in eine Minute?

Das war tatsächlich schwieriger, als wir vorher gedacht hatten. Wir haben gemerkt, dass wir unser Produkt noch einfacher und klarer erklären müssen. Gerade Influencer und Content Creator machen das jeden Tag – viele Menschen sind heute sehr kurze, klare und visuelle Erklärungen aus Social Media gewohnt. Da müssen wir als Team noch besser werden.

Insgesamt war es etwas anders als erwartet, aber gerade deshalb sehr lehrreich. Für das, was jetzt als Nächstes kommt, war die Erfahrung sehr wertvoll.

Würdet ihr anderen nachhaltigen Startups empfehlen, an „The Green Deal Show“ teilzunehmen?

Ja, auf jeden Fall – besonders dann, wenn man ein Endkundenprodukt oder einen Service hat, den Menschen über Social Media gut verstehen und entdecken können.

Die Erfahrung war für uns sehr wertvoll. Auch das ganze Drumherum war professionell und angenehm organisiert, gerade dafür, dass es für uns das erste Mal in diesem Format war. Wir haben uns gut aufgehoben gefühlt.

Ich würde anderen Startups empfehlen, es auf jeden Fall auszuprobieren und zu prüfen, ob das Format zur eigenen Zielgruppe und zum eigenen Produkt passt.

Gab es einen Deal für Zircls?

Nicht direkt in der Show. Wir haben gemerkt, dass wir bei der Erklärung und Darstellung von Zircls noch einmal nachschärfen müssen. Wir haben einen nicht so optimalen Aufhänger gewählt (“man bekommt bis zu 500€“), was uns dann etwas in Erklärungsnot brach.

Das ist aber vollkommen okay. Für uns war das Feedback sehr hilfreich, und wir haben seitdem bereits vieles überarbeitet. Zu möglichen Deals, die Backstage passiert sind, können wir bald mehr sagen.

Viele Produkte werden schnell ersetzt oder entsorgt. Wie möchte Zircls dieses Konsumverhalten verändern?

Fast alle Produkte werden heute zu schnell ersetzt oder entsorgt – oft auch deshalb, weil Reparatur als zu teuer, zu kompliziert oder zu aufwändig wahrgenommen wird. Viele Menschen prüfen gar nicht erst, welche Optionen sie eigentlich hätten.

Genau das wollen wir ändern. Zircls soll es einfacher, schneller und bequemer machen, die beste nächste Entscheidung für ein Produkt zu treffen. Dabei geht es nicht nur um Reparatur, sondern auch um Alternativen wie Weiterverkauf, refurbished Produkte, Recycling oder – wenn es wirklich sinnvoll ist – einen besseren Neukauf.

Wir wollen eine zentrale Anlaufstelle schaffen, die sich um den nachhaltigsten nächsten Schritt im Lebenszyklus eines Produktes kümmert. Entscheidend ist dabei Convenience: Die Lösung muss einfach und direkt nutzbar sein.

Zusätzlich kombinieren wir Zircls mit einem Belohnungssystem in Form von Reparaturgutscheinen. Wenn Nutzerinnen und Nutzer nachhaltige Entscheidungen über unsere Lösung treffen, werden sie über die Zeit dafür belohnt. Jedes Mal, wenn ein Zircl geschlossen wird, ist das Teil dieses Systems.

Zum Beispiel kann man ab drei Zircls bis zu 50 Euro in Form eines Reparaturgutscheins erhalten. Diese Gutscheine können dann auch für Produkte eingesetzt werden, bei denen sich eine Reparatur normalerweise wirtschaftlich nicht lohnen würde. So können wir Reparaturen ermöglichen, die sonst gar nicht stattfinden würden.

Welche Zielgruppe möchtet ihr mit Zircls besonders erreichen und welche Bedürfnisse stehen dabei im Mittelpunkt?

Mit Zircls möchten wir vor allem Menschen erreichen, die grundsätzlich das Richtige tun wollen, aber im Alltag wenig Zeit haben. Sie brauchen eine Lösung, die ihnen schnell und einfach zeigt, welche Optionen es gibt, diese vergleicht und direkt buchbar macht.

Convenience ist dabei ein großes Thema. Gleichzeitig sprechen wir Menschen an, die Geld sparen wollen. Wer konsequent nach dem Prinzip von Zircls handelt, kann über die Jahre sehr viel Geld sparen. Wir haben hochgerechnet, dass das über ein Leben hinweg bis zu 25.000 Euro oder mehr sein können.

Dahinter steckt aber auch ein Mindset Shift: Wir wollen Menschen dabei unterstützen, Produkte anders zu betrachten – nicht als Wegwerfartikel, sondern als Dinge mit mehreren möglichen Lebenszyklen.

Außerdem bauen wir KI-Lösungen, die man einfach anrufen kann. Damit wird Zircls auch für Menschen zugänglich, die keine App herunterladen möchten oder digitale Lösungen weniger aktiv nutzen. Langfristig glauben wir, dass wir damit sehr viele Menschen erreichen können.

Was unterscheidet Zircls von anderen Plattformen im Bereich Nachhaltigkeit und Circular Economy?

Der Hauptunterschied ist, dass wir eine sehr einfache Lösung bauen, die Produkte über den gesamten Lebenszyklus begleitet. Viele bestehende Lösungen decken nur einen Teilbereich ab – zum Beispiel Reparatur, Recycling oder Wiederverkauf.

Zircls setzt früher an und fragt: „Was ist jetzt die beste Option für dieses Produkt?“ Reparieren? Verkaufen? Refurbished kaufen? Recyceln? Oder doch neu kaufen, aber besser? Diese Optionen werden nicht nur angezeigt, sondern auch vergleichbar gemacht und im besten Fall direkt buchbar.

Für Verbraucherinnen und Verbraucher bedeutet das: weniger Aufwand, bessere Entscheidungen und zusätzlich eine Belohnung für nachhaltiges Verhalten.

Ein weiterer Unterschied ist unser Vertriebsmodell. Wir können mit Händlern, Herstellern und anderen Partnern wie Städten zusammenarbeiten und Zircls dadurch schnell an sehr viele Menschen bringen. Das passiert teilweise schon in Berlin und London oder international, wo wir mit der UN arbeiten. Dieses Potenzial hat nicht jede Plattform. Unter anderem dafür haben wir z.B. im Dezember letzten Jahres den German Ecodesign Award gewonnen.

Welche Herausforderungen begegnen euch beim Aufbau einer Plattform rund um Reparatur, Weiterverkauf und Recycling?

Unternehmertum ist grundsätzlich herausfordernd. Bei Kreislaufwirtschaft kommt aus meiner Sicht noch einmal eine zusätzliche Komplexität dazu. Im klassischen E-Commerce gibt es bereits viele fertige Tools, Prozesse und Baukastensysteme. In der Circular Economy ist vieles noch nicht so standardisiert.

Das ist einer der Gründe, warum Kreislaufwirtschaft im Alltag noch nicht so etabliert ist. Viele Dinge müssen neu gedacht und neu aufgebaut werden – technisch, operativ und auch systemisch.

Besonders beim Thema Reparatur gibt es noch viele strukturelle Hürden. Mit dem europäischen Recht auf Reparatur wird sich hier einiges verbessern. Die EU-Richtlinie ist bereits in Kraft, muss aber bis zum 31. Juli 2026 in nationales Recht umgesetzt und angewendet werden. Dann sollen Verbraucherinnen und Verbraucher besseren Zugang zu Reparaturmöglichkeiten erhalten, und auch Reparaturbetriebe sollen leichter an Ersatzteile, Informationen und Werkzeuge kommen.

Trotzdem braucht es Zeit, bis sich der Markt wirklich verändert. Als Unternehmen ist man dadurch ein Stück weit auch von Regulierung, Marktstrukturen und deren Umsetzung abhängig. Das ist nicht immer einfach – aber genau deshalb ist der Bereich gerade so spannend.

Welche drei Tipps würdet ihr anderen Gründerinnen und Gründern mit auf den Weg geben?

Mein wichtigster Tipp ist: dranbleiben und nicht zu früh aufgeben. Gründen ist hart und oft ein echter Rollercoaster.

Zweitens würde ich empfehlen, sich wirklich auf das Problem zu fokussieren – und sich nicht zu sehr in eine bestimmte Idee oder neue Technologie zu verlieben. Am Ende zählt, ob man ein echtes Problem löst.

Drittens sollte man lernen, sich selbst gut zu managen. Man muss verstehen, was einem Kraft gibt, was Energie zieht und wie man langfristig leistungsfähig bleibt. Gerade als Gründerin oder Gründer ist das extrem wichtig.

Ich hätte sicher noch viele weitere Tipps, aber diese drei Punkte sind aktuell diejenigen, die bei mir am stärksten resonieren.

Bild Sebastian Daus Bildcredits/Fotograf: Quintus Studios GmbH / Michael Laver, Edit by Clemens Barth

Wir bedanken uns bei Sebastian Daus für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

TECH 2026 in Heilbronn bringt Politik, KI und Industrie an einen Tisch

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TECH 2026 in Heilbronn bringt KI-Experten, Politik und Industrie zusammen – mit Cem Özdemir, Raumfahrttechnik und KI-Analysen.

Key Takeaways

  • Die TECH 2026 in Heilbronn findet vom 31. Mai bis 2. Juni statt und thematisiert die bedeutende Rolle von KI in der wirtschaftlichen Zukunft Europas.
  • Hochrangige Politiker und KI-Experten diskutieren wichtige Fragen zur Wettbewerbsfähigkeit und politischen Bedeutung von Technologie.
  • Estland und Deutschland unterzeichnen eine Innovationspartnerschaft, um digitale Kompetenzen grenzüberschreitend zu bündeln.
  • Exklusive Studien zur wirtschaftlichen Nutzung von KI werden während der Konferenz präsentiert und bieten wertvolle Einblicke für Investoren.
  • Ein besonderes Highlight ist die SR75-Rakete von HyImpulse Technologies, die symbolisch für Europas Technologieambitionen steht.

Europa sucht seinen Platz im globalen KI-Wettlauf. Während die USA bei großen Sprachmodellen dominieren und China massiv in digitale Infrastruktur investiert, versucht Deutschland, den Anschluss bei Künstlicher Intelligenz, Digitalisierung und technologischer Souveränität nicht zu verlieren. Genau an dieser Schnittstelle positioniert sich die TECH 2026 in Heilbronn.

Vom 31. Mai bis 2. Juni treffen dort Politiker, KI-Unternehmer, Strategieberater und Technologieunternehmen aufeinander. Die Konferenz entwickelt sich damit zunehmend zu mehr als einem klassischen Tech-Event. Vielmehr geht es um wirtschaftspolitische Leitfragen: Wie bleibt Europa wettbewerbsfähig? Welche Rolle spielt KI für Industrie und Mittelstand? Und wie lassen sich Innovation und Regulierung miteinander vereinbaren?

Die Mischung aus politischen Debatten, KI-Analysen und Raumfahrttechnologie zeigt dabei, wie stark Technologie inzwischen als strategischer Standortfaktor verstanden wird.

Warum die TECH 2026 in Heilbronn politischer wird

Dass Spitzenpolitiker Cem Özdemir auf der Bühne über die wirtschaftliche Zukunft Deutschlands sprechen wird, unterstreicht die politische Bedeutung der Veranstaltung. In seiner Rede soll es um wirtschaftliche Perspektiven, Innovationskraft und die Zukunft des Standorts Deutschland gehen.

Die zunehmende Politisierung solcher Technologieevents kommt nicht zufällig. KI, Cloud-Infrastruktur und digitale Plattformen gelten inzwischen als geopolitische Machtfaktoren. Staaten konkurrieren um Rechenzentren, Fachkräfte, Halbleiter und digitale Wertschöpfung.

Besonders symbolisch wirkt deshalb die geplante Unterzeichnung einer deutsch-estnischen Innovationspartnerschaft. Estlands Ministerin für Justiz und Digitales, Liisa-Ly Pakosta, soll gemeinsam mit Karsten Wildberger eine Kooperation im Bereich Digitalisierung besiegeln.

Estland gilt seit Jahren als Vorreiter digitaler Verwaltung. Deutschland dagegen kämpft weiterhin mit langsamen Verwaltungsprozessen und fragmentierten IT-Strukturen. Die Partnerschaft steht damit exemplarisch für Europas Versuch, digitale Kompetenzen stärker grenzüberschreitend zu bündeln.

TECH 2026 in Heilbronn bringt KI-Experten, Politik und Industrie zusammen – mit Cem Özdemir, Raumfahrttechnik und KI-Analysen.
CONVERGENCE OF INNOVATION TECH 2025 25-27 May 2025, Heilbronn, Germany Maria Ressa (Nobel Peace Prize Winner);

TECH 2026 in Heilbronn setzt auf KI und industrielle Transformation

Inhaltlich steht vor allem Künstliche Intelligenz im Mittelpunkt. Die Veranstalter versammeln mehrere prominente Vertreter der europäischen KI-Szene zur TECH 2026 in Heilbronn – einem Standort, der sich durch Initiativen rund um die Schwarz-Gruppe, Schwarz Digits und das entstehende KI-Ökosystem zunehmend als deutscher KI-Hub positioniert.

Mit dabei ist unter anderem Aidan Gomez, Mitgründer von Cohere und einer der bekanntesten Köpfe im Bereich großer Sprachmodelle. Ebenfalls auf der Bühne steht Jonas Andrulis, der nach seiner Zeit bei Aleph Alpha inzwischen mit CNTR aktiv ist. Ergänzt wird das Programm durch KI-Unternehmen wie Forest Labs oder Legora.

Die Diskussionen drehen sich dabei nicht nur um neue Modelle oder technologische Durchbrüche. Im Mittelpunkt stehen zunehmend wirtschaftliche Fragen: Wie lässt sich KI produktiv einsetzen? Welche Prozesse können automatisiert werden? Und wo entsteht tatsächlich messbarer Mehrwert?

Gerade im industriellen Umfeld bleibt die praktische Umsetzung komplex. Viele Unternehmen testen zwar KI-Anwendungen, kämpfen jedoch weiterhin mit Datenqualität, Integration und regulatorischen Anforderungen.

Beratungsunternehmen wie BCG oder Roland Berger greifen genau diese Herausforderungen auf. Diskutiert werden unter anderem sogenannte Agentic-AI-Systeme, KI-Souveränität und die Nutzung proprietärer Unternehmensdaten für industrielle Anwendungen.

Für Aufmerksamkeit dürfte zudem der Auftritt von Neil Harbisson sorgen. Der Künstler gilt als einer der weltweit bekanntesten Cyborgs und demonstriert seit Jahren die Verschmelzung von Mensch und Technologie durch implantierte Sensorik. Während viele Konferenzbeiträge auf Effizienz und Automatisierung abzielen, bringt Harbisson damit eine gesellschaftliche und ethische Perspektive in die Debatte ein.

TECH 2026 in Heilbronn bringt KI-Experten, Politik und Industrie zusammen – mit Cem Özdemir, Raumfahrttechnik und KI-Analysen.
CONVERGENCE OF INNOVATION TECH 2025 25-27 May 2025, Heilbronn, Germany Rolf Schumann (Schwarz Digits); Cedric Neike (Siemens); Ann Mettler (Former European Commission); Joschka Fischer (Former Vice-Chancellor and Former Foreign Minister of the Federal Republic of Germany); Sebastian Matthes (Handelsblatt);

Hard Facts: Was die neuen Studien verraten

Einen besonderen Mehrwert für Unternehmen und Investoren liefern die exklusiven Studien und Marktanalysen, die im Rahmen der TECH 2026 in Heilbronn vorgestellt werden:

Die Konferenz-Insights im Überblick:

  • Der „EY AI Sentiment Index 2026“ zeigt: Die Nutzung von KI in Deutschland nimmt zwar deutlich zu, das Vertrauen in autonome Entscheidungen bleibt jedoch begrenzt. Besonders sensibel reagieren viele Menschen bei personenbezogenen Daten und automatisierten Entscheidungen. Technologie allein reicht hier nicht aus – Unternehmen müssen gleichzeitig Transparenz und Sicherheit schaffen.
  • Der Celonis Report „Process Optimization & AI 2026“ verrät: 327 befragte Führungskräfte legen offen, wie schwer es Unternehmen nach wie vor fällt, konkrete Produktivitäts- oder Umsatzsteigerungen durch generative KI im Alltag nachzuweisen.

Gerade für Investoren dürfte das relevant sein. Denn viele Unternehmen experimentieren zwar mit generativer KI, belastbare wirtschaftliche Effekte lassen sich bislang jedoch oft nur schwer messen.

Rakete als Symbol für Europas Technologieambitionen

Ein ungewöhnlicher Blickfang der TECH 2026 in Heilbronn dürfte die SR75-Rakete des deutschen Raumfahrtunternehmens HyImpulse Technologies werden.

Die 14 Meter hohe Forschungsrakete absolvierte bereits 2024 ihren Erstflug und kann wissenschaftliche Nutzlasten bis an den Rand des Weltraums transportieren. Auf Technologieveranstaltungen sind solche Exponate längst mehr als reine Showelemente. Sie symbolisieren den wachsenden Anspruch Europas, bei strategischen Zukunftstechnologien unabhängiger zu werden.

Raumfahrt entwickelt sich zunehmend zu einem wirtschaftlich relevanten Markt. Satellitentechnik, Erdbeobachtung, Verteidigungssysteme und private Trägerraketen ziehen weltweit Milliardeninvestitionen an.

Gerade sogenannte Dual-Use-Technologien – also Lösungen mit zivilem und militärischem Nutzen – gelten inzwischen als besonders attraktiv für Investoren. Unternehmen wie HyImpulse profitieren vom wachsenden Interesse an europäischen Raumfahrt- und Sicherheitstechnologien. Die Rakete steht damit sinnbildlich für einen größeren Trend: Europa versucht, technologische Kernkompetenzen wieder stärker selbst aufzubauen.

TECH 2026 in Heilbronn bringt KI-Experten, Politik und Industrie zusammen – mit Cem Özdemir, Raumfahrttechnik und KI-Analysen.
CONVERGENCE OF INNOVATION TECH 2025 25-27 May 2025, Heilbronn, Germany Cathryn Clüver Ashbrook (Bertelsmann Stiftung); Nicole Bastian (Handelsblatt);

Zwischen Innovationsshow und Standortstrategie

Die TECH 2026 in Heilbronn zeigt zugleich, wie stark Technologieveranstaltungen heute wirtschaftspolitische Funktionen übernehmen. Längst geht es nicht mehr nur um Networking oder Produktpräsentationen. Solche Events dienen zunehmend dazu, Standorte zu positionieren, Investoren anzuziehen und politische Narrative zu prägen.

Für Heilbronn spielt das eine besondere Rolle. Die Region entwickelt sich derzeit mit erheblicher Unterstützung der Dieter-Schwarz-Stiftung und regionaler Initiativen zu einem der sichtbarsten und dynamischsten Innovationsstandorte Deutschlands.

Gleichzeitig wächst jedoch auch der Druck auf Europas Wirtschaft. Hohe Energiekosten, geopolitische Spannungen, globale Konkurrenz und der rasante technologische Wandel stellen Unternehmen vor tiefgreifende Veränderungen.

Ob Konferenzen wie die TECH 2026 in Heilbronn tatsächlich langfristige Impulse setzen können, wird sich erst in den kommenden Jahren zeigen. Klar ist jedoch schon heute: Der Austausch zwischen Politik, KI-Industrie und Wirtschaft wird für Europas Wettbewerbsfähigkeit immer entscheidender.

Foto/Quelle: TECH by Handelsblatt Media Group GmbH

Was passiert, wenn nachhaltige Ideen plötzlich Millionen Menschen erreichen?

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SIRPLUS bei The Green Deal Show über Lebensmittelverschwendung Bild: Raphael Fellmer Bildcredit/Fotograf: Hassaan Hakim

SIRPLUS rettet Lebensmittel gegen Lebensmittelverschwendung und zeigt, wie Nachhaltigkeit und günstiger Einkauf im Alltag zusammenfinden können

Wie entstand die Idee zu SIRPLUS und wer steckt heute hinter dem Unternehmen?

Nachdem ich fünf Jahre im Geldstreik gelebt und in dieser Zeit foodsharing aufgebaut habe – eine freiwillige Bewegung von mittlerweile knapp 500.000 Usern, die die Tafeln im Kleinen ergänzt –, wollte ich mit SIRPLUS eine Lösung schaffen, bei der alle Menschen bequem von zu Hause über den Onlineshop von SIRPLUS mitretten können.

Was hat euch motiviert, euch so konsequent dem Kampf gegen Lebensmittelverschwendung zu widmen?

Meine Vision ist eine Welt, in der alle Menschen genügend zu essen haben. Wir könnten heute alle knapp 700 Millionen Menschen, die global hungern, dreimal ernähren – mit den Lebensmitteln, die wir weltweit verschwenden. Außerdem ist Food Waste für ca. 10 % aller Treibhausgase verantwortlich, und ich bin der Überzeugung, dass Lebensmittelverschwendung sowohl ethisch als auch ökologisch eine der größten globalen Herausforderungen ist.

SIRPLUS war am 22. Mai Teil von „The Green Deal Show“. Wie habt ihr euren Auftritt in der neuen YouTube-Sendung erlebt?

Es war total spannend, und ich war auch ein wenig aufgeregt, wie die Creator:innen auf SIRPLUS reagieren würden. Am Ende lief es aber viel besser als damals 2019 bei „Die Höhle der Löwen“, und ich war begeistert von der Passion, die die Creator:innen für SIRPLUS und unsere Mission „Zero Waste for Zero Hunger“ in der Sendung gezeigt haben. Da ca. die Hälfte der Lebensmittelverschwendung zu Hause stattfindet, sind wir alle Teil des Problems und können deswegen auch ganz einfach Teil der Lösung werden.

Mit welchen Erwartungen seid ihr in die Show gegangen und was hat euch besonders überrascht?

Was mich besonders gefreut hat: Keine:r der Creator:innen wollte Geld haben, sondern alle wollten sich einfach so mit ihrer Reichweite für SIRPLUS einsetzen. Wir spenden pro Bestellung zwei Schulmahlzeiten, und die meisten Influencer:innen wollen keinen Affiliate-Deal mit SIRPLUS, sondern lieber mehr Mahlzeiten spenden. Das hat mich wirklich berührt.

Würdet ihr anderen nachhaltigen Startups empfehlen, bei „The Green Deal Show“ dabei zu sein?

Auf jeden Fall! Das Format muss größer und erfolgreicher werden als „Die Höhle der Löwen“, denn wir brauchen nachhaltige und soziale Lösungen für eine gerechtere und nachhaltigere Zukunft – und dafür ist „The Green Deal Show“ genau das Richtige. Gemeinsam können wir mehr bewegen, und es gibt schon so viele Lösungen, die aber oft daran scheitern, dass zu wenig Menschen von ihnen wissen bzw. sie umsetzen. Wenn Creator:innen mit Reichweite und Vertrauen in ihrer Community nicht wieder nur irgendetwas Nicht-Ökologisches bewerben, nähren wir den Status quo unseres verschwenderischen Systems. Genau deshalb braucht es Ansätze wie „The Green Deal Show“, um den Startups, die die Welt braucht, Flügel zu verleihen.

Gab es einen Deal für SIRPLUS?

Ja, und der ist außergewöhnlich. Aber ich darf nicht verraten, wie der Deal aussieht. Dafür müsst ihr unbedingt die Staffel mit SIRPLUS schauen.

Welche Zielgruppe erreicht SIRPLUS besonders stark und warum wächst das Interesse an geretteten Lebensmitteln?

Da ich niemanden kenne, der sich von Licht und Liebe ernährt, sind praktisch alle Menschen unsere Zielgruppe. Aber natürlich sind es vor allem online-affine und nachhaltigkeitsbewusste Menschen sowie diejenigen, die einfach sparen müssen oder Freude daran haben zu sparen, die bei SIRPLUS online Lebensmittel sowie andere überschüssige Produkte wie Drogerie- und Haushaltsartikel mitretten.

Viele Menschen achten inzwischen stärker auf Nachhaltigkeit. Wie verändert das eure Arbeit und eure Angebote?

Tatsächlich ist das Thema Nachhaltigkeit gerade eher wieder etwas in den Hintergrund gerückt. Geld sparen bleibt aber ein Dauerthema, und ich bin davon überzeugt, dass auch die Notwendigkeit, nachhaltiger zu leben, wieder stärker in den Fokus rücken wird.

Was unterscheidet SIRPLUS von klassischen Supermärkten oder anderen Food-Rettungsplattformen?

Motatos war sechs Jahre lang der Nummer-1-Player in Deutschland, was kommerzielle Lebensmittelrettung angeht. Das aus Schweden stammende Startup hat sich aber gerade wieder aus Deutschland zurückgezogen. Damit ist SIRPLUS jetzt das einzige nachhaltige Startup, das sich mit einem Onlineshop für gerettete Lebensmittel in Deutschland halten konnte. Wir hatten selbst einmal sieben Läden in Berlin und eine Insolvenz im Jahr 2024, haben uns seitdem aber positiv entwickelt.

Der größte Unterschied zu klassischen Supermärkten ist, dass wir bei SIRPLUS nur verpackte Lebensmittel anbieten und deutlich weniger Produktvielfalt als ein Discounter oder Supermarkt haben. Dafür sind unsere Preise im Schnitt 30–40 % günstiger als im Einzelhandel, und wir liefern bequem deutschlandweit an die Haustür.

Welche Herausforderungen begegnen euch bei der Rettung und Vermarktung überschüssiger Lebensmittel?

Nach der Insolvenz vor zwei Jahren haben wir uns noch stärker auf ein sehr leanes und effektives Setup fokussiert. Mit dem Ziel, so schnell wie möglich Profitabilität zu erreichen. Das haben wir u. a. durch ein Remote-only-Setup, den Verzicht auf Obst und Gemüse sowie 100 % organisches Wachstum ohne Paid Ads geschafft. Wir hatten bereits profitable Monate und werden voraussichtlich 2026 nach neun Jahren erstmals ein profitables Geschäftsjahr abschließen. Das freut mich riesig und ist wichtig, denn nur ein wirtschaftlich nachhaltiges Unternehmen kann langfristig Impact schaffen.

Trotz des großen Fortschritts nach der Insolvenz und des Pivots, den wir hingelegt haben, ist das Thema Finanzierung nach wie vor die größte Herausforderung. Außerdem verstehen nicht alle Hersteller den Mehrwert von SIRPLUS: Durch die Produktrettung sparen Unternehmen gemeinsam mit unserer starken Community nicht nur Entsorgungskosten, sondern steigern auch ihre Bekanntheit und gewinnen neue Kund:innen.

Welche drei Tipps würdet ihr Gründerinnen und Gründern geben, die ein nachhaltiges Startup aufbauen möchten?

Höre auf dein Herz und gehe all-in. Also mit all deiner Energie und Liebe für das Thema, für das du am stärksten brennst. Werde außerdem Botschafter:in für dein Startup auf Social Media und in den Medien.

Starte so lean wie möglich und versuche nicht, alles perfekt zu machen.

Gönn dir ab und zu wertvolle Auszeiten, um die Vogelperspektive einzunehmen und gegebenenfalls den Kurs zu ändern. Denn im Daily Hustle ist es oft nicht möglich, wirklich komplett out of the box zu denken. Das ist aber zwingend notwendig, um auch wirtschaftlich erfolgreich zu werden.

Bild: Raphael Fellmer Bildcredit/Fotograf: Hassaan Hakim

Wir bedanken uns bei Raphael Fellmer für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

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EnBW collect für E-Mobilitätskund*innen mit Ladeguthaben Mit dem neuen Treueprogramm EnBW collect können E-Mobilitäts-Kund*innen der EnBW beim Laden Punkte sammeln und diese in Ladeguthaben umwandeln. Bild: EnBW

EnBW startet Treueprogramm für das Laden von E-Autos

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Mit EnBW collect startet die EnBW ein neues Treueprogramm für E-Mobilitätskund*innen. Gesammelte Punkte können direkt in Ladeguthaben umgewandelt und für zukünftige Ladevorgänge genutzt werden.