Freitag, Oktober 2, 2026
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KI für Gründer: 5 Aufgaben abgeben, 3 behalten

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KI: Social Media braucht weiterhin Erfahrung Alex Khan

KI spart Zeit. Wirklich? Fünf Aufgaben, die Gründer heute abgeben können. Drei, die sie behalten sollten

Wer gründet, hat selten für jede Aufgabe den passenden Spezialisten im Team. Gerade am Anfang landen Social Media, Newsletter und Analytics oft bei denselben zwei oder drei Menschen, zusätzlich zum eigentlichen Geschäft. KI bringt dabei natürlich Entlastung. Aber nicht bei jeder Aufgabe gleichermaßen.

In unserem Agenturalltag bei Attractive Media arbeiten wir täglich mit KI, für eigene Inhalte genauso wie für die Marken und Unternehmen, die wir betreuen, und wir entwickeln eigene KI-Werkzeuge für Social Media. Dabei zeigt sich schnell, wo sie Marketingprozesse wirklich beschleunigt. Und wo der vermeintliche Zeitgewinn durch Korrekturen oder generische Ergebnisse wieder verloren geht.

Für Gründer ist deshalb nicht die Frage entscheidend: Welche Aufgaben kann ich sinnvoll abgeben? Welche besser nicht?

1. Recherche: Den Anfang beschleunigen

Marktentwicklungen zusammentragen, Trendthemen recherchieren, Studien finden, Wettbewerber vergleichen: KI kann aus Stunden Minuten machen. Vor allem zu Beginn einer Recherche ist sie ein hervorragender Sparringspartner, um zu strukturieren und relevante Fragestellungen zu identifizieren.

Was wir nicht abgeben: den Faktencheck. Quellen, Zahlen und Zitate gehören weiterhin überprüft. Insbesondere, wenn daraus öffentlich kommunizierte Inhalte entstehen. KI ersetzt nicht die persönliche wie auch journalistische Sorgfalt.

2. Aus Ideen erste Entwürfe machen

Die leere Seite kostet oft mehr Zeit als das Schreiben selbst. Genau hier ist KI stark. Aus Stichpunkten schreibt sie den LinkedIn-Post, eine Gliederung für einen Newsletter oder ein Skript für ein kurzes Video.

Ein zusätzlicher Zeitgewinn, den wir im Alltag stark nutzen: sprechen statt tippen. Statt eine Idee erst mühsam in Stichpunkte zu übersetzen, kann man sie der KI einfach diktieren oder im Sprachmodus erklären. Zwei Minuten frei gesprochen liefern oft mehr Kontext als zehn Minuten Tippen – und vor allem mehr von der eigenen Sprache, Haltung und Gedankenführung. Die KI übernimmt anschließend Struktur und ersten Entwurf.

Unser Erfahrungswert: Je besser das Ausgangsmaterial, desto besser das Ergebnis. Wer einer KI nur sagt „Schreib mir einen LinkedIn-Post über Führung“, bekommt meistens genau das, was schon hundert andere veröffentlicht haben.

Wir nutzen KI deshalb eher als ersten Texter als als finalen Redakteur. Der Entwurf darf von der Maschine kommen. Haltung, Erfahrung und Persönlichkeit müssen vom Menschen kommen. Also von uns.

3. Einen Inhalt mehrfach nutzen

Einer der größten Zeitfresser im Social Media ist die Annahme, für jeden Kanal ständig etwas Neues produzieren zu müssen. Dabei steckt in einem guten Thema häufig genug Material für mehrere Formate.

Aus einem längeren Expertenbeitrag lassen sich mit KI beispielsweise Ideen für LinkedIn, ein Reel-Skript, mehrere kurze Posts oder ein Newsletter-Einstieg entwickeln.

Aber auch hier gilt: Copy & Paste funktioniert selten. LinkedIn ist nicht Instagram und ein Reel nicht zwingen für Youtube geeignet. KI hilft, Inhalte zu übersetzen. Die individuelle Anpassung an Zielgruppe, Plattform und Tonalität bleibt entscheidend.

4. Routinearbeit abgeben

Nicht jede Aufgabe braucht Kreativität. Texte kürzen, Varianten einer Headline entwickeln, Interviewnotizen strukturieren, Transkripte zusammenfassen oder längere Inhalte auf Kernaussagen reduzieren: Gerade bei solchen wiederkehrenden Aufgaben sehen wir im Agenturalltag einen deutlichen Zeitgewinn.

Mein einfacher Test dafür: Muss ich für eine Aufgabe denken oder hauptsächlich abarbeiten? Je stärker eine Tätigkeit nach klaren Regeln und wiederkehrenden Mustern funktioniert, desto eher lohnt sich KI. Passt ein Ergebnis nicht, ist ein zweiter Versuch mit besserem Briefing meist schneller als das Nachbessern von Hand.

5. Den ersten Blick auf Daten werfen

Auch bei Analytics kann KI Arbeit abnehmen. Reichweiten, Interaktionen oder Entwicklungen verschiedener Beiträge lassen sich schneller zusammenfassen und erste Muster identifizieren.

Aber Vorsicht: Eine Zahl zu erkennen ist etwas anderes, als sie richtig zu interpretieren. Ein Post mit weniger Reichweite kann für ein Unternehmen erfolgreicher sein, wenn er genau die richtigen Kunden erreicht hat. Für uns zählt am Ende nicht die Reichweite, sondern die Anfrage, die daraus entsteht. Strategie lässt sich deshalb nicht aus einer einzelnen Kennzahl automatisieren.

KI zeigt das Ergebnis. Warum es passiert ist und was daraus folgt, braucht weiterhin Kontext und Erfahrung.

Was wir bewusst nicht an KI abgeben

Der größte Irrtum liegt darin, KI als Ersatz für Expertise zu betrachten. Wir automatisieren viel, aber nicht die Verantwortung, Ergebnisse kritisch zu bewerten. Drei Dinge bleiben bei uns immer beim Menschen.

Erstens die Strategie: Positionierung, Zielgruppe und die Frage, welche Botschaft ein Unternehmen überhaupt vertreten will.

Zweitens die sensible Kommunikation: Kundengespräche, Beschwerden, alles, was Vertrauen kostet, wenn es schiefgeht.

Drittens die Verantwortung: Was veröffentlicht wird, verantwortet das Unternehmen, nicht das Werkzeug. Dazu gehört, KI-erzeugte Inhalte dort zu kennzeichnen, wo es vorgeschrieben ist, und keine Kundendaten in Tools zu geben, deren Datenschutz man nicht geprüft hat.

Eine Falle, die wir bei Gründern oft sehen: Die gesparte Zeit fließt in mehr Beiträge statt in bessere. Fünf austauschbare Posts bringen weniger als zwei mit klarer Haltung.

Genau darin liegt der Produktivitätsgewinn: KI schafft Freiräume für die Arbeit, bei der Erfahrung, Urteilskraft und Persönlichkeit gefragt sind.

Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht: Was kann KI für mich machen? Sondern: Wofür will ich meine eigene Zeit künftig bewusst einsetzen?

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

4 Mio. Dollar für Furo: So senkt das Münchner Startup Industrie-Stromkosten

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Furo: Strommarkt wird mit Software für Speicher flexibler Teambild stehend

Furo sammelt 4 Millionen Dollar ein, um Batteriespeicher in der Industrie profitabel zu machen

US-Investoren um TQ Ventures und den Fonds von Sheryl Sandberg finanzieren das Münchner Software-Unternehmen. Furo ersetzt die starre Regelsteuerung von Speichern durch Prognose, Optimierung und Vermarktung in einer Plattform.

München, 11. September 2026 — Das Münchner Energie-Software-Unternehmen Furo (vormals Lumera Energy) hat eine Finanzierungsrunde über 4 Millionen Euro abgeschlossen. Angeführt wird sie vom US-Investor TQ Ventures. Beteiligt sind außerdem Neo, das VC von Sheryl Sandberg (Sandberg Bernthal Venture Partners) und CDTM Venture Capital. Das Kapital fließt in die Weiterentwicklung der Software, die Skalierung in weitere europäische Märkte und den Ausbau des Teams.

„Unsere Kunden haben keine Batterie gekauft, um eine Technologie zu besitzen, sondern um ihre Stromrechnung zu senken. In einem der volatilsten Strommärkte der Welt entscheidet darüber die Software, nicht die Hardware. Genau deshalb haben wir Furo gegründet”, sagt Lena Sophia Voß, Co-Founderin von Furo.

Steigende Strompreise treffen die Industrie zuerst

Der weltweite Energiebedarf von KI-Rechenzentren treibt die Nachfrage massiv: Der Stromverbrauch von Rechenzentren soll sich bis 2035 nahezu verdreifachen, die Großhandelspreise könnten in den nächsten fünf Jahren um bis zu 50 Prozent steigen. Am stärksten trifft das energieintensive Industrieunternehmen, vor allem in Deutschland, wo die Strompreise ohnehin zu den höchsten weltweit zählen.

Batteriespeicher schaffen genau hier Abhilfe, indem sie überschüssigen Solar- oder Windstrom speichern und bei Bedarf wieder abgeben. Das Problem ist, dass die meisten Anlagen bislang nach starren, vorprogrammierten Regeln laufen, unabhängig davon, wie sich das Wetter oder die Strompreise gerade entwickeln.

Was Furo anders macht

Furos Software funktioniert anders, denn sie prognostiziert Strompreise und Wetter bis zu 48 Stunden im Voraus und entscheidet in Echtzeit, wann ein Speicher lädt, wann er Strom abgibt oder verkauft. Das Ergebnis: Kunden können ihre Stromkosten um bis zu 40 Prozent senken. Vertrieben wird nicht direkt an Endkunden, sondern über Installateure, Projektentwickler, Speicherhersteller und Energieversorger. Über 800 Unternehmen nutzen die Plattform an mehr als 6.000 Standorten in Deutschland und Europa. Die Plattform passt sich der jeweiligen Rolle an, von der Systemauslegung über den Anlagenbetrieb bis zur Vermarktung freier Kapazität im Energiehandel.

„Unsere Industrie- und Gewerbekunden wollen keine Technologie kaufen, sie wollen ihre Stromkosten senken. Mit der Softwareplattform von Furo können wir genau dieses Versprechen halten: Von der Auslegung des Systems über die Betriebsoptimierung bis zur Vermarktung überschüssiger Kapazität liefert uns Furo einen entscheidenden Baustein für den Wettbewerbsvorteil unserer Gesamtlösung im Gewerbe- und Industriesegment. Wir und unsere Kunden gewinnen Transparenz darüber, was unsere Batterie tatsächlich tut und warum. Diesen Unterschied können wir schon im Vertrieb sehen. Wir haben heute deutlich mehr Speicherprojekte als noch vor einem Jahr”, sagt Ben Rohloff, Director Commercial & Industrial bei Enpal.

Bewusste Entscheidung für München

Gegründet wurde Furo von Lena Sophia Voß, Leonie Wagner und Simon Wittner, die sich im gemeinsamen Masterprogramm am Center for Digital Technology and Management (CDTM) der LMU München und der Technischen Universität München kennenlernten. Das Team bringt Erfahrung aus dem Silicon Valley mit, unter anderem von Apple, Google X, der Stanford University, der UC Berkeley und der Boston Consulting Group. 2025 wurde Furo als einziges europäisches Start-up in das US-Accelerator-Programm Neo aufgenommen.

Gerade der deutsche Strommarkt gilt aufgrund des schnellen Ausbaus von Wind- und Solarenergie als einer der volatilsten weltweit. Das Forecasting-Modul von Furo rechnet genau diese Schwankungen ein, während statische Systeme bislang blind bleiben. Unflexible Energienachfrage kostet Industrieunternehmen weltweit schätzungsweise 580 Milliarden US-Dollar pro Jahr. Die Ursache liegt nicht im Ausbau erneuerbarer Energien selbst, sondern in Preisvolatilität, hohen Netzentgelten, Lastspitzen und fehlender Flexibilität im Verbrauch.

„Lena, Leonie und Simon verstehen den europäischen Energiemarkt in einer außergewöhnlichen Tiefe. Das ist ein bemerkenswertes Beispiel für Team-Market-Fit. Gemeinsam bringen sie herausragende technische Tiefe und operative Erfahrung im komplexesten Strommarkt Europas mit. Das zeigt sich bereits in der Zahl der Projekte und den Daten, die sie aufgebaut haben. In Verbindung mit einem globalen Markt für Speicherflexibilität, der sich in den kommenden Jahren vervielfachen dürfte, sehen wir hier eine der größten Chancen in Europa und darüber hinaus”, so Schuster Tanger, Co-Founding Partner bei TQ Ventures.

Bild Teambild Furo Credits Furo

Quelle Elevate2Impact

Was 35 Jahre Unternehmertum wirklich lehren

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Unternehmertum: Erfahrung prägt Entscheidungen Olaf Niggemann Autor credits privat

Was ich nach 35 Jahren Unternehmertum über Entscheidungen, Fehler und Neuanfänge gelernt habe

Wenn ich heute auf rund 35 Jahre als Unternehmer zurückblicke, denke ich nicht zuerst an Umsätze, Mitarbeiterzahlen oder einzelne Erfolge. Ich denke an Entscheidungen.

An gute Entscheidungen. An schlechte Entscheidungen. Und vor allem an Entscheidungen, bei denen ich erst Jahre später verstanden habe, was sie bewirkt haben.

Ich habe ein Unternehmen mit bis zu 100 Mitarbeitern aufgebaut. Ich habe Wachstum erlebt, Veränderungen, Rückschläge und Neuanfänge. Heute, mit 55, beschäftige ich mich wieder intensiv mit neuen Geschäftsmodellen und künstlicher Intelligenz.

Dabei stelle ich fest: Technologien verändern sich enorm. Einige Grundregeln des Unternehmertums verändern sich dagegen kaum.

Erfahrung schützt nicht vor Fehlern

Einer der größten Irrtümer ist für mich die Vorstellung, dass Erfahrung irgendwann vor Fehlern schützt.

Das tut sie nicht.

Auch nach Jahrzehnten trifft man falsche Entscheidungen. Vielleicht sogar gerade deshalb, weil Erfahrung zu einer Gefahr werden kann. Wir glauben zu wissen, wie etwas funktioniert, weil es früher funktioniert hat.

Märkte interessieren sich aber nicht dafür, was gestern erfolgreich war.

Erfahrung ist deshalb nur dann wertvoll, wenn sie mit Neugier verbunden bleibt. Für mich bedeutet das heute: Erfahrung nutzen, aber gleichzeitig bereit sein, eigene Überzeugungen immer wieder infrage zu stellen.

Kursänderungen gehören zum Unternehmertum

Viele Gründer verbinden Erfolg mit einem möglichst geradlinigen Weg. Idee entwickeln, Unternehmen aufbauen, wachsen und irgendwann das große Ziel erreichen.

Meine Realität sah anders aus.

Unternehmertum verläuft selten gerade. Märkte verändern sich. Technologien entstehen. Kundenbedürfnisse verschieben sich. Menschen verändern sich ebenfalls.

Deshalb halte ich die Fähigkeit zur Kursänderung heute für eine der wichtigsten unternehmerischen Kompetenzen.

Ein Geschäftsmodell anzupassen bedeutet nicht automatisch, dass die ursprüngliche Idee schlecht war. Manchmal bedeutet es lediglich, dass man schneller gelernt hat.

Die entscheidende Frage lautet nicht: Habe ich meinen ursprünglichen Plan eingehalten?

Die bessere Frage lautet: Ist das, was ich heute mache, noch der beste Weg zu meinem Ziel?

Geschwindigkeit schlägt Perfektion

Wenn ich heute noch einmal gründen würde, würde ich viele Dinge schneller testen.

Früher wurden Geschäftspläne geschrieben, Produkte über Monate entwickelt und große Strukturen aufgebaut. Erst danach zeigte sich häufig, ob der Markt das Produkt überhaupt wollte.

Heute haben Gründer völlig andere Möglichkeiten.

Mit digitalen Werkzeugen und künstlicher Intelligenz können Ideen innerhalb weniger Tage konkretisiert werden. Konzepte lassen sich testen, Zielgruppen analysieren und erste Prototypen entwickeln.

Das verändert Unternehmertum fundamental.

Aber KI nimmt uns das Unternehmertum nicht ab.

Sie kann recherchieren, analysieren, formulieren und Prozesse beschleunigen. Sie kann uns helfen, mehr Möglichkeiten in kürzerer Zeit zu prüfen. Aber sie übernimmt weder Verantwortung noch unternehmerisches Urteilsvermögen.

Eine KI entscheidet nicht, wofür ich als Unternehmer stehen möchte. Sie baut kein echtes Vertrauen zu Mitarbeitern, Kunden oder Partnern auf. Und sie trägt auch nicht die Konsequenzen einer falschen Entscheidung.

Je leistungsfähiger unsere Werkzeuge werden, desto wichtiger werden deshalb menschliche Fähigkeiten: Erfahrung, Urteilskraft, Kreativität, Empathie, Mut und die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen.

KI kann ein enormer Verstärker sein. Aber der Unternehmer muss weiterhin die Richtung bestimmen.

Erfolg beginnt mit Verantwortung

Eine Lektion ist für mich über all die Jahre besonders wichtig geworden: Als Unternehmer kann ich Verantwortung nicht delegieren.

Natürlich gibt es äußere Umstände. Wirtschaftskrisen, falsche Partner, neue Wettbewerber oder technologische Veränderungen können enorme Auswirkungen haben.

Aber die Frage, die mich weiterbringt, lautet nicht: Wer ist schuld?

Sie lautet: Was kann ich jetzt beeinflussen?

Diese Haltung verändert Entscheidungen. Sie richtet den Blick weg vom Problem und hin zur nächsten Handlungsmöglichkeit.

Gerade in schwierigen Phasen ist das entscheidend.

Neuanfangen hat kein Alterslimit

Mit 55 könnte ich sagen: Ich habe genug erlebt. Ich könnte mich auf das konzentrieren, was ich bereits kenne.

Mich reizt das Gegenteil.

Künstliche Intelligenz verändert gerade ganze Branchen. Neue Geschäftsmodelle entstehen in einer Geschwindigkeit, die ich in 35 Jahren Unternehmertum kaum erlebt habe.

Für junge Gründer ist das eine enorme Chance. Für erfahrene Unternehmer ebenfalls.

Denn Technologie ersetzt Erfahrung nicht. Sie verstärkt sie, wenn wir bereit sind, Neues zu lernen.

Vielleicht ist das meine wichtigste Erkenntnis nach 35 Jahren:

Unternehmertum bedeutet nicht, irgendwann alles zu wissen.

Es bedeutet, neugierig genug zu bleiben, immer wieder neu anzufangen.

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Höhle der Löwen: Mellow Rush pitcht alkoholfreie Mood Drinks

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Mellow Rush: Mood Drink in der Höhle der Löwen Bild Simone Lafargue, Gründerin von Mellow Rush aus Stuttgart Foto: RTL

Mellow Rush positioniert sich als Mood Drink für besondere Momente und wird am 14. September 2026 in der Höhle der Löwen in einem Battle antreten.

Wie ist die Idee zu Mellow Rush entstanden, wer steht hinter dem Startup und welcher Moment hat euch zur Gründung inspiriert?

Die Idee zu Mellow Rush entstand aus einer ganz einfachen Frage: Warum gibt es für soziale Momente eigentlich fast nur die Wahl zwischen Alkohol, klassischen Softdrinks und Energy Drinks? Ich wollte einen Drink entwickeln, der sich erwachsen und besonders anfühlt und trotzdem alkoholfrei ist – für die Momente, in denen man gemeinsam anstößt, ausgeht oder einfach eine gute Zeit hat, ohne dass Alkohol im Mittelpunkt stehen muss. Hinter Mellow Rush stehe ich, Simone Lafargue, gemeinsam mit einem Team aus Produkt-, Brand-, E-Commerce- und Beverage-Expertinnen und -Experten. Unser Anspruch war von Anfang an: Wir wollen den Moment heben, nicht den Pegel.

In welcher Branche seid ihr tätig und was zeichnet das Geschäftsmodell eures Startups aus?

Mellow Rush bewegt sich im stark wachsenden Markt für alkoholfreie Getränke und baut darin eine neue Kategorie auf: Mood Drinks. Wir verbinden besondere Geschmackswelten mit echten Botanicals wie Safran, Melisse oder Kamille und denken unsere Produkte immer vom gewünschten Moment aus. Unser Geschäftsmodell kombiniert Direct-to-Consumer über unseren eigenen Online-Shop mit dem stationären Handel. Langfristig möchten wir eine ganze Mellow-Rush-Familie für unterschiedliche Momente schaffen – vom Socializing über Fokus bis hin zu entspannten Abendmomenten.

Welches konkrete Problem löst Mellow Rush und welche Marktlücke habt ihr damit geschlossen?

Immer mehr Menschen möchten weniger oder keinen Alkohol trinken, wollen aber trotzdem nicht den ganzen Abend Wasser oder eine sehr süße Limonade in der Hand halten. Gleichzeitig passen klassische Energy Drinks für viele soziale Situationen nicht. Genau dazwischen fehlte uns ein Produkt. Mellow Rush soll eine erwachsene alkoholfreie Alternative sein, die Geschmack, besonderes Trinkgefühl und Botanicals miteinander verbindet. Nicht als Verzichtsprodukt, sondern als eigenständige Wahl, auf die man sich wirklich freut.

Warum habt ihr euch für die Teilnahme an Die Höhle der Löwen entschieden und welche Aspekte standen dabei im Vordergrund?

Als ich für „Die Höhle der Löwen“ angefragt wurde, ging alles extrem schnell. Ursprünglich wollte ich gar nicht an einem Battle teilnehmen. Dann wurde ich überzeugt, habe innerhalb von ungefähr 20 Minuten meine Sachen gepackt und bin hingefahren. Mir wurde signalisiert, dass Mellow Rush gute Chancen haben könnte – und natürlich ist die Sendung eine außergewöhnliche Möglichkeit, eine junge Marke und eine neue Kategorie innerhalb kürzester Zeit sehr vielen Menschen zu erklären. Was ich zu diesem Zeitpunkt nicht wusste: Ich würde in einem Battle gegen ein Startup antreten, das bereits seit vier Jahren am Markt war und rund zwei Millionen Euro Umsatz gemacht hatte. Mit meiner Erfahrung aus zehn Jahren Strategieberatung bei Strategy& und Accenture Strategy hätte ich mich mit diesem Wissen wahrscheinlich nicht bewusst in genau diese Ausgangssituation geschickt. Im Nachhinein bin ich trotzdem sehr froh, dass ich es gemacht habe – weil uns diese Erfahrung als Unternehmen enorm weitergebracht hat.

Wer war von Anfang an euer absoluter Wunschlöwe in der Höhle der Löwen und warum passt dieser Investor perfekt zu eurer Vision?

Unser absoluter Wunschlöwe war Andreas W. Herb. Gerade für Mellow Rush ist seine Erfahrung in der Getränkebranche unglaublich spannend. Er kennt nicht nur Markenaufbau und Vertrieb, sondern auch die Herausforderungen, die entstehen, wenn aus einem jungen Getränk eine wirklich skalierbare Marke werden soll. Für unsere Vision, Mellow Rush als neue alkoholfreie Getränkekategorie im Handel zu etablieren, wäre diese Kombination aus Branchenwissen, Netzwerk und unternehmerischer Erfahrung ein enormer Mehrwert.

Welche Form der Unterstützung durch die Investoren in der Höhle der Löwen erhofft ihr euch neben dem Kapital am meisten?

Vor allem Erfahrung und Zugang. Im Getränkemarkt entscheidet nicht nur ein gutes Produkt. Produktion, Einkauf, Handel, Logistik, Distribution und Markenaufbau müssen gleichzeitig funktionieren. Genau hier kann ein erfahrener Investor enorm helfen – Türen öffnen, Fehler vermeiden und gemeinsam mit uns die richtigen Entscheidungen für die nächste Skalierungsstufe treffen. Kapital ist wichtig, aber das richtige Netzwerk und Sparring können für uns mindestens genauso wertvoll sein.

Welche nächsten Schritte sind für Mellow Rush nach dem Auftritt in der Höhle der Löwen geplant und gibt es konkrete Pläne für Wachstum, Skalierung oder neue Entwicklungen?

Die wichtigste Entwicklung nach unserem Auftritt war für uns zunächst strategisch: Wir haben unsere Positionierung noch einmal grundlegend geschärft. Wir haben verstanden: Wir sind kein Botanical Drink. Wir sind ein Mood Drink. Genau daraus ist heute unsere große Vision entstanden, die Kategorie Mood Drinks in Deutschland und Europa aufzubauen. Aktuell befinden wir uns in einer Finanzierungsrunde über 1,1 Millionen Euro bei einer Pre-Money-Bewertung von zwei Millionen Euro und haben bereits sehr starke Partner an Bord. Parallel bauen wir unser Online-Geschäft und den stationären Handel aus und entwickeln weitere Mellow Moods für unterschiedliche Situationen. Und wenn wir in vier Jahren zurückblicken, hoffe ich, dass wir nicht über zwei Millionen Euro Umsatz sprechen – sondern über 20 Millionen.

Welche Erfahrungen und Erkenntnisse haben sich auf eurem bisherigen Gründerweg als besonders wertvoll erwiesen?

Eine der wertvollsten Erkenntnisse ist, dass auch Situationen, die im ersten Moment unbequem oder unerwartet sind, ein Unternehmen enorm weiterbringen können. Für uns war „Die Höhle der Löwen“ genau so ein Moment: Die Erfahrung hat uns gezwungen, noch klarer zu beantworten, wofür Mellow Rush eigentlich steht. Daraus entstand die Positionierung als Mood Drink. Gleichzeitig habe ich gelernt, dass bei einem physischen Produkt ein starkes Produkt und eine gute Marke allein nicht reichen. Die Supply Chain ist mindestens genauso entscheidend. Wenn Rohstoffe fehlen, eine Produktion verschoben wird oder Verpackungen nicht rechtzeitig verfügbar sind, hilft die beste Marketingkampagne nichts. Und schließlich ist echtes Kundenfeedback oft wertvoller als wochenlange interne Diskussionen.

Welche Ratschläge lassen sich aus diesen Erfahrungen ableiten, die für andere Gründerinnen und Gründer hilfreich sein könnten?

Nicht zu lange im stillen Kämmerlein perfektionieren. So früh wie möglich mit echten Kundinnen und Kunden testen, zuhören und bereit sein, die eigene Positionierung immer wieder zu hinterfragen. Manchmal entsteht die stärkste strategische Klarheit nicht am Schreibtisch, sondern aus einer Situation, die anders läuft als erwartet. Gerade bei physischen Produkten sollte man außerdem Supply Chain, Working Capital und Skalierbarkeit von Beginn an genauso ernst nehmen wie Marke und Vertrieb. Und: Fokus. Als Gründerin sieht man jeden Tag zehn neue Chancen. Die schwierigste Aufgabe ist häufig nicht zu entscheiden, was man macht – sondern was man bewusst noch nicht macht.

Was unterscheidet Mellow Rush im Supermarktregal oder im Online-Shop optisch und inhaltlich von der Konkurrenz?

Mellow Rush soll schon auf den ersten Blick anders aussehen als ein klassischer Soft- oder Energy Drink. Wir arbeiten mit einer sehr emotionalen, farbenfrohen Markenwelt und denken jede Sorte als eigenen Mood und Moment. Inhaltlich setzen wir auf kalorienarme, zuckerfreie Rezepturen und echte Botanicals. Entscheidend ist aber die Kombination: Wir verkaufen nicht einfach einen Geschmack, sondern starten bei der Frage: Wie soll sich dieser Moment anfühlen? Genau daraus entstehen Produkt, Geschmack und Design.

Wie bereitet ihr eure Lieferkette und euren Online-Shop auf den enormen Nachfrage-Ansturm am Abend der Ausstrahlung von Die Höhle der Löwen vor?

Das ist tatsächlich eines der Themen, mit denen wir uns am intensivsten beschäftigen. Wir haben auf unserem bisherigen Weg bereits erlebt, wie schnell steigende Nachfrage eine junge Supply Chain an ihre Grenzen bringen kann – und daraus sehr viel gelernt. Für die Ausstrahlung planen wir deshalb zusätzliche Produktionsmengen und Sicherheitsbestände und stimmen Produktion, Lager und Fulfillment eng aufeinander ab. Gleichzeitig bereiten wir unseren Online-Shop technisch auf deutlich höhere Zugriffszahlen vor und planen auch Kundenservice und Versandkapazitäten entsprechend. Unser Ziel ist natürlich, dass möglichst viele Menschen Mellow Rush direkt nach der Sendung ausprobieren können.

Sehen Sie Mellow Rush am 14. September 2026 in der Höhle der Löwen

Bild Simone Lafargue, Gründerin von Mellow Rush aus Stuttgart Foto: RTL

Wir bedanken uns bei Simone Lafargue für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Höhle der Löwen: ivyclip bringt die erste schmerzfreie Haarklammer

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ivyclip: Haarklammer in der Höhle der Löwen Bild Leonie Neisinger, Gründerin von ivyclip Foto: RTL

ivyclip entwickelt eine flexible Haarklammer für mehr Tragekomfort und wird am 14. September 2026 in der Höhle der Löwen pitchen.

Wie ist die Idee zu ivyclip entstanden, wer steht hinter dem Startup und welcher Moment hat euch zur Gründung inspiriert?

Die Idee ist letztes Jahr mitten in meinem Alltag als frischgebackene Mama entstanden. Beim Stillen und Anlehnen auf der Couch hat meine Haarklammer immer wieder unangenehm in den Hinterkopf gedrückt. Irgendwann habe ich mich gefragt: Warum akzeptieren wir eigentlich bei einem Produkt, das viele Frauen jeden Tag stundenlang tragen, dass es so unbequem ist?

Also habe ich angefangen, an einer Haarklammer zu arbeiten, die sich der Kopfform anpasst, anstatt starr dagegenzudrücken. Nach vielen Materialtests und Prototypen ist daraus schließlich ivyclip entstanden: die flexible, biegsame und bequeme Haarklammer.

In welcher Branche seid ihr tätig und was zeichnet das Geschäftsmodell eures Startups aus?

Fashion, Accessoires und Beauty. ivyclip ist als Direct-to-Consumer-Marke gestartet, inzwischen verkaufen wir aber sowohl über unseren eigenen Onlineshop als auch deutschlandweit bei dm und bei Friseursalons.

Welches konkrete Problem löst ivyclip und welche Marktlücke habt ihr damit geschlossen?

Haarklammern drücken, brechen und sind unangenehm, wenn man sie länger trägt. ivyclip hingegen ist flexibel und passt sich der Kopfform an. Gleichzeitig ist das Material sehr robust. Als persönlichen Härtetest bin ich sogar einmal mit dem Auto über einen ivyclip gefahren und er ist ganz geblieben.

Warum habt ihr euch für die Teilnahme an Die Höhle der Löwen entschieden und welche Aspekte standen dabei im Vordergrund?

Wir sehen ein riesiges Potenzial, ivyclip nicht nur in Deutschland, sondern auch international groß zu machen. Daher war die entscheidende Frage: Wie können wir das Wachstum von ivyclip beschleunigen? Wir haben gesehen, dass das Produkt im eigenen Onlineshop funktioniert und inzwischen auch den Schritt in den stationären Handel geschafft. Der nächste große Hebel ist für uns die Skalierung, insbesondere im europäischen Markt. Dafür sind Kapital, Erfahrung im Aufbau großer Consumer Brands und vor allem ein starkes Handelsnetzwerk unglaublich wertvoll. Genau deshalb habe ich mich mit ivyclip bei der Höhle der Löwen beworben.

Welche Form der Unterstützung durch die Investoren in der Höhle der Löwen erhofft ihr euch neben dem Kapital am meisten?

Vor allem Erfahrung und Kontakte beim internationalen Handelsaufbau. Wir wissen inzwischen, wie wir ivyclip online vermarkten und haben mit dm den Schritt in den deutschen Massenmarkt geschafft. Jetzt ist für uns spannend zu lernen, wie man diese Position in weitere Länder überträgt.

Welche nächsten Schritte sind für ivyclip nach dem Auftritt in der Höhle der Löwen geplant und gibt es konkrete Pläne für Wachstum, Skalierung oder neue Entwicklungen?

Innerhalb von weniger als einem Jahr wurde aus einem persönlichen Problem auf meiner Couch ein Produkt, das deutschlandweit im dm-Regal steht. Das zeigt uns, dass ivyclip nicht nur online funktioniert, sondern auch im stationären Massenmarkt. Genau diese Entwicklung möchten wir jetzt in Europa fortsetzen. Denn das Problem mit harten und unbequemen Haarklammern gibt es nicht nur in Deutschland.

Welche Erfahrungen und Erkenntnisse haben sich auf eurem bisherigen Gründerweg als besonders wertvoll erwiesen?

Als Gründerin und Mama einer kleinen Tochter ist meine Zeit automatisch begrenzt. Das hat mich von Anfang an gezwungen, Prioritäten zu setzen und Experten als Partner hinzuzuziehen.

Wir arbeiten beispielsweise mit spezialisierten Partnern in den Bereichen Fulfillment, Performance Marketing und Shopify zusammen. Die Themen Produkt, Marke, Strategie und Wachstum sind aktuell in-house. Diese Struktur ermöglicht es uns, in der jetzigen Phase schnell zu wachsen, ohne für jede neue Aufgabe sofort eine große Organisation aufbauen zu müssen.

Welche Ratschläge lassen sich aus diesen Erfahrungen ableiten, die für andere Gründerinnen und Gründer hilfreich sein könnten?

Ich frage mich täglich bei fast jeder Aufgabe: Was hat Priorität? Was bringt uns unserem eigentlichen Ziel näher? Gerade in einem jungen Unternehmen gibt es jeden Tag hundert Dinge, die man tun könnte. Entscheidend sind am Ende aber die wenigen Dinge, die wirklich einen Unterschied machen.

Was unterscheidet euer Produkt im Supermarktregal oder im Online-Shop optisch und inhaltlich von der Konkurrenz?

Der Unterschied lässt sich innerhalb weniger Sekunden verstehen: Man nimmt ivyclip in die Hand und kann die Haarklammer biegen. Wir haben eine grundlegende Eigenschaft der klassischen Haarklammer verändert: ihre Starrheit. Genau daraus entsteht der Komfort, für den ivyclip steht.

Das ist für uns ein großer Vorteil sowohl online als auch im Handel, weil man den Unterschied nicht lange erklären muss, sondern direkt sehen und fühlen kann.

Wie bereitet ihr eure Lieferkette und euren Online-Shop auf den enormen Nachfrage-Ansturm am Abend der Ausstrahlung von Die Höhle der Löwen vor?

Wir bereiten uns schon seit Monaten darauf vor und haben vor allem unseren Warenbestand deutlich erhöht. Gleichzeitig haben wir unseren Onlineshop und unsere Prozesse auf ein deutlich höheres Bestellaufkommen vorbereitet. Durch die deutschlandweite Listung bei dm sind wir außerdem nicht nur vom eigenen Onlineshop abhängig, sondern Kundinnen können ivyclip auch stationär kaufen.

Natürlich kann niemand exakt vorhersagen, was an so einem Fernsehabend passiert. Aber wir hoffen einfach, dass alles glatt läuft und dass sich danach viele fragen, warum sie eigentlich noch keine bequeme Haarklammer haben.

Sehen Sie ivyclip am 14. September 2026 in der Höhle der Löwen

Bild Leonie Neisinger, Gründerin von ivyclip Foto: RTL

Wir bedanken uns bei Leonie Neisinger für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Höhle der Löwen: Cupped verspricht maßgeschneiderte BHs für jede Frau

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Bild Anna Lu, Gründerin von Cupped Foto: RTL

Cupped entwickelt individuell gefertigte BHs und wird am 14. September 2026 in der Höhle der Löwen pitchen.

Wie ist die Idee zu Cupped entstanden, wer steht hinter dem Startup und welcher Moment hat euch zur Gründung inspiriert?

Die Idee ist entstanden, als ich (Anna Lu, Gründerin von Cupped) eines Tages in der Stadt BHs kaufen wollte – und vier Stunden später immer noch keinen einzigen passenden BH gefunden hatte. Die Verkäuferinnen meinten, ich sei „zu kompliziert“ und den perfekten BH gebe es eben nicht. Das hat mich so gewurmt, dass ich kurzerhand beschlossen habe, selbst bessere BHs zu entwickeln. Als ehemalige Produktchefin einer preisgekrönten Matratzenfirma kannte ich mich schließlich mit Produktentwicklung und Ergonomie aus. Viele hunderte Anproben, durchgetüftelte Nächte und Prototypen später ist daraus dann Cupped geworden.

In welcher Branche seid ihr tätig und was zeichnet das Geschäftsmodell eures Startups aus?

Cupped produziert BHs nach Maß, und das zu radikal erschwinglichen Preisen. Dafür setzen wir auf Technologie und eigens entwickelte Algorithmen, die es uns erlauben, passgenau und modular BHs für individuelle Körper zu fertigen.

Welches konkrete Problem löst Cupped und welche Marktlücke habt ihr damit geschlossen?

Der BH-Kauf ist notorisch schwierig: Rund 80 Prozent der Frauen tragen BHs, die nicht richtig passen. Das ist unbequem, kann auf Dauer zu gesundheitlichen Beschwerden führen und kostet Frauen unnötig Zeit, Geld und Nerven durch Fehlkäufe. Wir lösen dieses Problem mit individuell gefertigten BHs inklusive Passformgarantie: Sollte ein BH nach Maß im seltenen Fall nicht perfekt sitzen, fertigen wir kostenlos einen neuen, verbesserten BH an oder erstatten den Kaufpreis.

Warum habt ihr euch für die Teilnahme an Die Höhle der Löwen entschieden und welche Aspekte standen dabei im Vordergrund?

Wir wollten uns für den nächsten Wachstumsschritt einen erfahrenen Investor suchen – jemanden, der sich sehr gut mit Konsumgütern auskennt und bereits innovative Marken im Beauty- oder Fashion-Bereich erfolgreich skaliert hat.

Welche Erfahrungen und Erkenntnisse haben sich auf eurem bisherigen Gründerweg als besonders wertvoll erwiesen?

Wer gründet, braucht ein dickes Fell. Absagen, Website-Crashes, fehlerhafte Produktchargen oder Logistikunternehmen, die unsere Ware festgehalten und uns damit erpresst haben – an manchen Tagen fühlt es sich wirklich so an, als würde alles schiefgehen, was schiefgehen kann. Die wichtigste Erkenntnis ist aber: Man kommt durch jede Krise hindurch. Man lernt aus seinen Fehlern. Man macht einen Schritt nach dem anderen. Mit der Zeit habe ich gelernt, dass nichts so heiß gegessen wird, wie es gekocht wird. Heute bleibe ich selbst an den turbulentesten Tagen erstaunlich gelassen.

Was unterscheidet die BHs von Cupped im Online-Shop optisch und inhaltlich von der Konkurrenz?

Optisch unterscheiden wir uns gar nicht so sehr von anderen BHs. Den wirklich großen Unterschied merkt man beim Tragen: Das Tragegefühl unserer BHs ist meilenweit von dem eines Standard-BHs entfernt – weil jeder BH individuell auf den Körper der Kundin abgestimmt wird und dabei seidig weich und besonders für empfindliche Haut angenehm ist.

Wie bereitet ihr eure Lieferkette und euren Online-Shop auf den enormen Nachfrage-Ansturm am Abend der Ausstrahlung von Die Höhle der Löwen vor?

Wir haben zusätzliche Komponenten eingelagert und unsere Kapazitäten stark erweitert. Gleichzeitig haben wir große Teile unserer operativen Prozesse im Vorfeld automatisiert, damit wir unseren Kundinnen auch bei einem starken Nachfrageansturm eine reibungslose und gute Experience bieten können.

Sehen Sie Cupped am 14. September 2026 in der Höhle der Löwen

Bild Anna Lu, Gründerin von Cupped Foto: RTL

Wir bedanken uns bei Anna Lu für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Garantie gegen Fachkräftemangel: Craftwerk besetzt Stellen in 30 Tagen

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Craftwerk: Fachkräfte durch planbares Recruiting gewinnen Teambild stehend

Craftwerk unterstützt Unternehmen dabei, Fachkräfte mit einem systematischen Recruiting gezielt und planbar zu gewinnen

Können Sie Craftwerk kurz vorstellen und erzählen, wie Sie als Gründer Kourosh Shaiban das Unternehmen aufgebaut haben?

Craftwerk ist eine digitale Recruiting-Agentur, die sich darauf spezialisiert hat, Familienbetriebe im Handwerk und Handel bei der Gewinnung von Fachkräften zu unterstützen – mit einer vertraglich garantierten Besetzung innerhalb von 30 Tagen.

Wir haben Craftwerk so aufgebaut, dass unser Recruiting-Prozess auf einem klaren System basiert, das unter bestimmten Voraussetzungen zuverlässig und planbar funktioniert. Dabei ist jeder einzelne Arbeitsschritt standardisiert und systematisiert. Genau diese Struktur ermöglicht es uns, Recruiting nicht dem Zufall zu überlassen, sondern für unsere Partner planbar zu machen.

Welche Vision verfolgen Sie mit Craftwerk und wie möchten Sie die Fachkräftegewinnung für mittelständische Unternehmen verändern?

Unsere Vision ist es, das Handwerk und den Handel in Deutschland nachhaltig positiv zu beeinflussen und damit einen Beitrag dazu zu leisten, dass Deutschland aus sich heraus wachsen kann.

Langfristig möchten wir die größte Recruiting-Agentur Deutschlands werden und für gute Betriebe der verlässliche Ansprechpartner sein, wenn es um Fachkräftegewinnung geht. Unser Ziel ist, dass Unternehmer wieder Planungssicherheit bekommen und sich nicht ständig mit der Frage beschäftigen müssen, woher die nächste Fachkraft kommt. Gute Betriebe sollten nicht gezwungen sein, Aufträge abzulehnen, nur weil ihnen das Personal fehlt.

Craftwerk richtet sich vor allem an mittelständische und inhabergeführte Betriebe aus Handwerk, Industrie und Handel. Wo liegen aktuell deren größten Herausforderungen bei der Mitarbeitersuche?

Die größte Herausforderung liegt meiner Meinung nach nicht unbedingt darin, dass es keine guten Betriebe gibt oder keine Fachkräfte in der Region vorhanden sind. Vielmehr schaffen es viele gute Unternehmen nicht, von den richtigen Fachkräften auch als attraktive Arbeitgeber wahrgenommen zu werden.

Viele Betriebe gehen beispielsweise davon aus, dass es ausreicht, auf Social Media präsent zu sein oder eine Stellenanzeige zu veröffentlichen. Das allein reicht heute jedoch häufig nicht mehr aus. Es braucht eine systematische und fachlich wie technisch gut unterstützte Ansprache, um die richtigen Menschen tatsächlich zu erreichen.

Sie sprechen gezielt Fachkräfte an, die bereits beschäftigt sind. Wie gelingt es Ihnen, diese für einen möglichen Arbeitgeberwechsel zu gewinnen?

Ein Koch verrät sein Rezept schließlich auch nicht. (lacht)

Was ich sagen kann: Gemeinsam mit aktiven Unternehmern aus Handwerk und Handel haben wir ein System entwickelt, das genau diesen Prozess systematisch ermöglicht. Dabei geht es nicht darum, Menschen einfach davon zu überzeugen, ihren Arbeitgeber zu wechseln, sondern darum, die richtigen Fachkräfte gezielt anzusprechen und für einen passenden Betrieb zu begeistern.

Bei der Entwicklung dieses Prozesses haben uns auch unsere Gesellschafter und strategischen Partner Thimo Diener und Leonard Krall maßgeblich unterstützt.

Welche Rolle spielt die Positionierung eines Unternehmens als attraktiver Arbeitgeber in Ihrem Recruiting-Prozess?

Eine ganz entscheidende. Wenn ein Arbeitgeber noch nicht verstanden hat, dass seine Positionierung als attraktiver Arbeitgeber essenziell ist, dann hat er aus meiner Sicht ein anderes Problem als lediglich fehlendes Personal.

Fachkräfte müssen einen Betrieb nicht nur kennen, sondern auch verstehen, warum sie gerade dort arbeiten möchten. Genau diese Wahrnehmung spielt im Recruiting eine maßgebliche Rolle.

Von der Ansprache bis zur Vorqualifizierung begleiten Sie mehrere Schritte der Personalsuche. Was unterscheidet Ihren Ansatz von klassischen Personalvermittlungen?

Bei klassischen Ansätzen werden Fachkräfte häufig direkt kontaktiert und anschließend davon überzeugt, den Arbeitgeber zu wechseln – beispielsweise über ein höheres Gehalt. Die Wechselmotivation entsteht dann oft primär über finanzielle Anreize.

Unser Ansatz ist ein anderer: Die Fachkraft soll sich proaktiv dafür entscheiden, bei einem bestimmten Arbeitgeber arbeiten zu wollen, weil sie sich mit den Werten und der Ausrichtung des Unternehmens identifiziert.

Das ist aus meiner Sicht ein ganz anderer und vor allem nachhaltigerer Wechselgrund.

Craftwerk spricht von mehr als 1.650 realisierten Einstellungen. Welche Erfahrungen aus diesen Vermittlungen haben Ihren Ansatz besonders geprägt?

Eigentlich jede einzelne Erfahrung. Am Ende des Tages ist jeder Betrieb unterschiedlich und bringt seine eigenen Voraussetzungen und Herausforderungen mit.

Aus jeder Vermittlung nehmen wir deshalb Erkenntnisse mit und nutzen diese, um unseren Prozess weiter zu schärfen und zu verbessern. Die Vielzahl an Einstellungen hat uns vor allem gezeigt, wie wichtig ein systematischer Prozess ist, der gleichzeitig flexibel genug bleibt, um die individuellen Gegebenheiten eines Betriebs zu berücksichtigen.

Ein zentraler Bestandteil Ihres Angebots ist die vertraglich garantierte Besetzung offener Positionen. Wie funktioniert diese Garantie in der Praxis?

Das funktioniert sehr gut, weil wir bereits bei der Auswahl unserer Partner sehr streng vorgehen. Für uns gibt es dabei zwei wichtige Voraussetzungen: Zum einen muss es in der jeweiligen Region grundsätzlich Fachkräfte geben, die für die Position infrage kommen. Zum anderen muss der Betrieb so aufgestellt sein, dass wir mit ihm erfolgreich arbeiten können.

Nur wenn diese Voraussetzungen erfüllt sind, geben wir unsere Garantie. Das ist für uns auch eine Frage der Seriosität. Wir möchten keine Garantie aussprechen, wenn die Rahmenbedingungen dafür nicht gegeben sind.

Der Fachkräftemangel verschärft den Wettbewerb um qualifizierte Mitarbeiter. Wo stößt auch moderne Fachkräftegewinnung heute an ihre Grenzen?

Natürlich gibt es auch für modernes Recruiting Grenzen. Ein System kann viel leisten, aber es kann nicht zaubern. Wenn die grundlegenden Voraussetzungen auf Unternehmensseite nicht stimmen oder eine Position beispielsweise in einer Region dauerhaft nur sehr schwer zu besetzen ist, kann auch Recruiting das nicht vollständig ausgleichen.

Entscheidend ist deshalb, dass Unternehmen bereit sind, sich mit ihrer eigenen Attraktivität als Arbeitgeber auseinanderzusetzen und die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass Fachkräfte sich auch langfristig für sie entscheiden.

Wie hat Craftwerk seine eigene Systematik entwickelt, um Recruiting für Unternehmen strukturierter und planbarer zu machen?

Unser Prozess ist ganz klar aus der Praxis heraus entstanden. Wir haben ihn gemeinsam mit Unternehmern aus Handwerk und Handel entwickelt und direkt in Betrieben erprobt.

Dabei haben uns insbesondere Leonard Krall und Thimo Diener mit ihrer Erfahrung aus der Praxis unterstützt. Gemeinsam haben wir immer wieder analysiert, welche Faktoren entscheidend dafür sind, dass unser System zuverlässig funktioniert.

Dabei haben wir festgestellt, dass Recruiting unter den zuvor genannten Voraussetzungen tatsächlich systematisch und planbar umgesetzt werden kann. Genau daraus ist unsere heutige Systematik entstanden.

Welche nächsten Entwicklungen planen Sie für Craftwerk und wo möchten Sie mit dem Unternehmen in den kommenden Jahren stehen?

Wir möchten der erste Ansprechpartner für Handwerks- und Handelsbetriebe sein, wenn es um das Thema Fachkräftegewinnung geht. Unser Ziel ist, der bekannteste Anbieter in diesem Bereich zu werden – und gleichzeitig einer mit den besten Ergebnissen für unsere Partner.

Wie weit wir dabei am Ende kommen, steht in den Sternen. Aber genau das macht Unternehmertum für mich auch aus: ein großes Ziel zu haben und sich Schritt für Schritt dorthin zu entwickeln.

Welche drei Ratschläge würden Sie anderen Gründern geben, die ein Unternehmen aufbauen und nachhaltig am Markt etablieren möchten?

Erstens: Schaut, dass ihr ein System entwickelt, das nachweislich funktioniert. Ein Unternehmen muss am Ende des Tages ein echtes Problem seiner Kunden lösen.

Zweitens: Bleibt immer nah am Kunden und an der Praxis. Nur wenn man versteht, welches Problem man tatsächlich lösen muss, kann man ein nachhaltiges Geschäftsmodell aufbauen.

Und drittens: Immer weitermachen. Rückschläge gehören dazu. Entscheidend ist nicht, ob etwas einmal nicht funktioniert, sondern wie man damit umgeht und daraus lernt.

Bildcredits Craftwerk

Wir bedanken uns bei Kourosh Shaiban für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

GrantFlow Advisor: Wie KI Fördermittelberater bei der Recherche entlastet

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GrantFlow: Berater nutzen KI für Förderprogramme Adrian Marjanovic Founder at GrantFlow

GrantFlow unterstützt Berater mit KI bei der Recherche nach Förderprogrammen und organisiert gleichzeitig Mandanten, Dokumente, Fristen und Bearbeitungsstände.

Können Sie GrantFlow Advisor kurz vorstellen und erzählen, wie die Idee für einen digitalen Arbeitsplatz für Fördermittelberater entstanden ist?

GrantFlow Advisor ist ein digitaler Arbeitsplatz für Fördermittelberater. Die Plattform unterstützt bei der Recherche nach geeigneten Förderprogrammen und organisiert gleichzeitig Mandanten, Dokumente, Notizen, Fristen und Bearbeitungsstände. Die Idee entstand aus der Beobachtung, dass Fördermittelberatung heute noch stark von manueller Recherche, unterschiedlichen Datenquellen und vielen einzelnen Werkzeugen geprägt ist. Wir wollten deshalb nicht nur eine weitere Förderdatenbank entwickeln, sondern eine zentrale Arbeitsumgebung für den gesamten Beratungsprozess.

Wer steht hinter GrantFlow, und welche Erfahrungen haben Ihnen gezeigt, wo die größten Probleme in der Fördermittelberatung liegen?

GrantFlow wurde von mir, Adrian Marjanovic, gegründet und gemeinsam mit einem spezialisierten Team technisch und fachlich weiterentwickelt. In zahlreichen Gesprächen mit Fördermittelberatern wurde deutlich, dass nicht das Fachwissen das eigentliche Problem ist. Viel Zeit geht vielmehr durch wiederkehrende Recherchen, verstreute Informationen, die Prüfung formaler Voraussetzungen und die Organisation laufender Mandate verloren. Genau an diesen Stellen möchten wir Berater entlasten.

Recherche, Förderkriterien, Dokumente und Fristen kosten Berater viel Zeit. Welche dieser Aufgaben lassen sich aus Ihrer Sicht besonders sinnvoll digitalisieren?

Besonders gut lassen sich standardisierbare Vorarbeiten digitalisieren. Dazu gehören das Filtern nach Standort, Rechtsform, Unternehmensgröße oder Förderart, die strukturierte Erfassung von Mandantendaten sowie die Verwaltung von Dokumenten und Fristen. Auch mögliche Förderprogramme können automatisiert vorausgewählt und vergleichbar dargestellt werden. Die abschließende fachliche Beurteilung eines Vorhabens bleibt jedoch Aufgabe des Beraters.

GrantFlow prüft zunächst feste Förderkriterien und setzt anschließend KI ein. Warum haben Sie sich bewusst für diese Kombination entschieden?

Nicht jede Aufgabe benötigt KI. Eindeutige Voraussetzungen wie Fördergebiet, Rechtsform, Unternehmensgröße oder die Art der Förderung lassen sich zuverlässiger über feste Regeln prüfen. Erst danach bewertet die KI die inhaltliche Übereinstimmung zwischen dem konkreten Vorhaben und den Förderprogrammen. Diese Kombination reduziert unpassende Ergebnisse und nutzt KI dort, wo sie tatsächlich einen Mehrwert bietet: beim Einordnen komplexer Inhalte und Zusammenhänge.

Mehr als 1.500 geprüfte Förderprogramme bilden die Grundlage der Plattform. Wie stellen Sie sicher, dass Berater trotz dieser Datenmenge schnell zu relevanten Ergebnissen kommen?

Die Nutzer müssen nicht selbst eine große Datenbank durchsuchen. GrantFlow grenzt die Programme zunächst anhand der konkreten Unternehmens- und Projektdaten ein. Anschließend werden die verbleibenden Programme einzeln mit dem Vorhaben abgeglichen und nach ihrer Relevanz bewertet. So entsteht keine unübersichtliche Trefferliste, sondern eine priorisierte Auswahl, die der Berater fachlich weiterprüfen kann.

Offizielle Quellen, Datenstand und offene Voraussetzungen bleiben bei jedem Ergebnis sichtbar. Warum ist diese Transparenz beim Einsatz von KI besonders wichtig?

Förderentscheidungen können erhebliche finanzielle Auswirkungen haben. Deshalb darf ein KI-Ergebnis nicht wie eine unumstößliche Antwort erscheinen. Berater müssen nachvollziehen können, auf welcher Quelle eine Empfehlung beruht, wie aktuell die Informationen sind und welche Voraussetzungen noch geprüft werden müssen. Die KI soll den Weg zu einer fundierten Entscheidung verkürzen, aber nicht die Entscheidungsgrundlage verbergen.

Sie betonen ausdrücklich, dass GrantFlow Fördermittelberater nicht ersetzen soll. Wo ziehen Sie die Grenze zwischen automatisierter Vorarbeit und menschlicher Expertise?

GrantFlow übernimmt wiederkehrende Recherche- und Organisationsaufgaben. Die Einordnung des Geschäftsmodells, die Strukturierung eines förderfähigen Vorhabens, die Kommunikation mit Förderstellen und die Verantwortung gegenüber dem Mandanten bleiben beim Berater. Fördermittelberatung besteht nicht nur darin, ein Programm zu finden. Entscheidend ist, ob ein Vorhaben richtig verstanden, sinnvoll gestaltet und überzeugend dargestellt wird. Dafür braucht es Erfahrung und menschliches Urteilsvermögen.

Förderprogramme können komplexe Voraussetzungen und Interpretationsspielräume haben. Wo stößt KI bei der Bewertung aus Ihrer Sicht an ihre Grenzen?

KI stößt dort an Grenzen, wo Richtlinien unklar formuliert sind, Einzelfallentscheidungen erforderlich werden oder eine Förderstelle eigene Auslegungsspielräume besitzt. Auch strategische Fragen – beispielsweise wie ein Investitionsvorhaben strukturiert oder zeitlich geplant werden sollte – lassen sich nicht allein aus Programmdaten beantworten. GrantFlow macht solche offenen Punkte deshalb sichtbar, anstatt eine Sicherheit vorzutäuschen, die es in der Praxis nicht gibt.

GrantFlow möchte nicht nur die Recherche erleichtern, sondern den gesamten Mandatsverlauf organisieren. Welchen Vorteil bietet dieser Ansatz gegenüber einzelnen Fördermittel- oder KI-Tools?

Ein einzelnes Recherchetool liefert im besten Fall passende Programme. Danach beginnt jedoch die eigentliche Beratungsarbeit: Informationen müssen eingeholt, Dokumente verwaltet, Fristen überwacht und Entscheidungen dokumentiert werden. Wenn dafür mehrere voneinander getrennte Systeme genutzt werden, entstehen Medienbrüche und zusätzlicher Aufwand. GrantFlow verbindet Recherche und Mandatsorganisation in einer Arbeitsumgebung. Dadurch bleibt der gesamte Verlauf nachvollziehbar und das Wissen zum Mandat an einem Ort.

Welche Rückmeldungen aus Ihren bisherigen Gesprächen mit Fördermittelberatern haben die Entwicklung von GrantFlow besonders beeinflusst?

Besonders häufig wurde der Wunsch geäußert, Ergebnisse schnell nachvollziehen und gegenüber Mandanten erklären zu können. Deshalb zeigen wir nicht nur mögliche Programme, sondern auch Gründe für die Bewertung, offizielle Quellen und noch offene Voraussetzungen. Gleichzeitig wurde deutlich, dass Berater sehr unterschiedlich arbeiten. Daher soll GrantFlow keine starre Vorgehensweise erzwingen, sondern bestehende Prozesse strukturieren und unterstützen. Viele praktische Funktionen sind unmittelbar aus diesen Gesprächen entstanden.

Welche Vision verfolgen Sie mit GrantFlow, und welche nächsten Entwicklungsschritte sind für die Plattform geplant?

Unsere Vision ist, GrantFlow zum zentralen digitalen Arbeitsplatz für professionelle Fördermittelberatung zu entwickeln. Berater sollen weniger Zeit mit wiederkehrender Suche und Verwaltung verbringen und mehr Zeit für die strategische Begleitung ihrer Mandanten haben. Die nächsten Schritte konzentrieren sich auf die weitere Verbesserung des Matchings, die Vertiefung der Mandatsverwaltung, effizientere Teamarbeit und eine noch bessere Unterstützung bei der strukturierten Prüfung von Fördervoraussetzungen. Dabei entwickeln wir die Plattform eng am Feedback der Anwender weiter.

Welche drei Ratschläge würden Sie anderen Gründerinnen und Gründern geben, die KI für einen Bereich entwickeln, in dem Fachwissen und menschliche Entscheidungen entscheidend bleiben?

Erstens sollte KI nur dort eingesetzt werden, wo sie ein konkretes Problem besser löst – nicht, weil sie gerade technisch möglich ist.

Zweitens müssen Ergebnisse nachvollziehbar bleiben, insbesondere wenn Entscheidungen finanzielle oder rechtliche Folgen haben können.

Drittens sollte man Fachanwender früh in die Entwicklung einbeziehen. Die besten Produkte entstehen nicht am Schreibtisch, sondern im kontinuierlichen Austausch mit den Menschen, die später täglich damit arbeiten.

Fotocredits: © privat / GrantFlow

Wir bedanken uns bei Adrian Marjanovic für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

26 % geringere Sterblichkeit: Implicity holt 35 Millionen Euro für Herz-KI

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Implicity: Plattform für Remote Monitoring erhält 35 Mio. Euro Arnaud Rosier Copyright Implicity

Healthtech: Implicity erhält 35 Millionen Euro Wachstumskapital für KI-gestütztes Herzmonitoring

  • In Deutschland hat das Healthtech-Unternehmen Implicity bereits 26 Kunden; rund 2.000 Patienten werden hierzulande über die Plattform betreut.
  • Angeführt wird das Investment von IRIS gemeinsam mit Five Arrows.
  • Mit dem Kapital will Implicity unter anderem seine Marktposition in Europa festigen und in die Entwicklung KI-gestützter Prognose- und Diagnoseverfahren investieren.

Implicity, ein führender Anbieter von KI-gestütztem Remote Monitoring zur Überwachung der Herzaktivität, hat eine Finanzierungsrunde über 35 Millionen Euro abgeschlossen. Die Runde wird vom europäischen Tech-Growth-Investor IRIS angeführt. Ebenfalls beteiligt ist Five Arrows, die Alternative-Assets-Sparte von Rothschild & Co. Ein Teil des Kapitals soll unter anderem in den Bereich Forschung und Entwicklung fließen.

KI bündelt Daten für die kardiologische Versorgung

Seit dem internationalen Expertenkonsens führender kardiologischer Fachgesellschaften aus dem Jahr 2023 ist das Remote Monitoring von Patienten ein etablierter Bestandteil der kardiologischen Versorgung. Mit der zunehmenden Fernüberwachung von Herzpatienten wächst wiederum die Datenmenge, die von Ärzten und medizinischen Teams verarbeitet werden muss. Diese Daten stammen beispielsweise aus implantierten elektronischen Herzgeräten oder dem Monitoring bei Herzinsuffizienz. Die Herausforderung besteht darin, dass Ärzte zwischen unterschiedlichen Systemen wechseln und Warnmeldungen priorisieren müssen, um die Momente zu erkennen, die tatsächlich ein Eingreifen erfordern.

Implicity setzt hier mit einer herstellerunabhängigen, KI-gestützten Plattform an. Die Plattform bündelt, vereinheitlicht und analysiert Daten aus unterschiedlichen Bereichen der kardiologischen Versorgung, vom Management von Herzrhythmusstörungen bis hin zum Monitoring von Herzinsuffizienz. Das Ziel besteht darin, medizinischen Teams die klinisch relevanten Informationen aus der wachsenden Menge an Datenströmen schneller zugänglich zu machen und diesen damit mehr Zeit für andere Bereiche der Patientenversorgung zu ermöglichen.

„Ich bin nicht Arzt geworden, um Daten zu verwalten, sondern um Patienten zu behandeln“, sagt Dr. Arnaud Rosier, Elektrophysiologe, CEO und Mitgründer von Implicity. „Dank der neuen Finanzierung können wir deutlich mehr Patienten erreichen und aus der Fülle an Daten genau die Informationen herausfiltern, die für ihre Behandlung entscheidend sind. So helfen wir Ärzten, ihre Patienten bestmöglich zu versorgen. An dieser Zukunft der Kardiologie arbeite ich, seit ich als Elektrophysiologe angefangen habe.“

Klinische Evidenz: 26 Prozent niedrigere Sterblichkeitsrate

Anders als bei herkömmlichen Remote-Monitoring-Lösungen basiert die Technologie von Implicity auf CE-gekennzeichneten und von der FDA freigegebenen KI-Algorithmen sowie auf umfangreicher Evidenz aus der klinischen Praxis.

Dabei konnten bereits messbare Effekte nachgewiesen werden (1):

  • Senkung der Sterblichkeitsrate um 26 Prozent
  • Rückgang von Krankenhausaufenthalten von 4 Prozent

In Deutschland nutzen derzeit 26 medizinische Einrichtungen die Plattform für rund 2.000 Patienten. Zum Kundenstamm gehören unter anderem die CardioPraxis Mainz und Ingelheim sowie die Praxis für Kardiologie Ludwigslust/Parchim.

In Frankreich wird Implicity unter anderem in großen öffentlichen Krankenhausnetzwerken eingesetzt, darunter die Universitätskliniken CHU Tours und CHU Grenoble. Am Institut Mutualiste Montsouris in Paris unterstützte die Plattform die Ausweitung des Monitorings von 250 auf 5.000 Patienten. Die Produktivität des Monitoring-Teams stieg dabei um das Zwanzigfache. Auch in den USA ist Implicity bereits im Markt vertreten und arbeitet dort mit führenden akademischen Gesundheitssystemen sowie einer wachsenden Zahl von Partnern im Remote Monitoring zusammen.

Insgesamt wird die Plattform täglich in mehr als 250 medizinischen Einrichtungen in Deutschland, Frankreich und den USA für die Überwachung von mehr als 120.000 Patienten eingesetzt.

Kapital für weiteres Wachstum und KI-Entwicklung

Mit der Finanzierung will Implicity seine internationale Expansion weiter vorantreiben. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf dem Ausbau der Vertriebsaktivitäten und des operativen Geschäfts in den USA, wo das Unternehmen seit 2022 mit einem Standort in Cambridge (Massachusetts) vertreten ist. Gleichzeitig ist es ein erklärtes Ziel, die eigene Marktposition in Europa weiter zu festigen.

Ein weiterer Teil der Finanzierung wird in die Weiterentwicklung der KI-Technologie fließen. Im Fokus stehen dabei Algorithmen zur Vorhersage von Herzinsuffizienz. Diese sollen medizinische Teams mit zusätzlichen prognostischen Informationen unterstützen und dazu beitragen, die Versorgung von Patienten im Remote Monitoring gezielter zu steuern.

Implicity verfolgt darüber hinaus das Ziel, eine zentrale Plattform in einem bislang fragmentierten Markt für Remote Monitoring aufzubauen. Die Technologie wird bereits in der Kardiologie eingesetzt und soll auf dieser Grundlage künftig auch auf ergänzende neue Bereiche ausgeweitet werden.

Nicolas Herschtel, Partner im Growth-Team bei IRIS, erklärt:

„Langfristiger Erfolg in der Healthtech-Branche erfordert eine seltene Kombination aus leistungsfähiger Technologie, hohen regulatorischen Standards und einem klaren klinischen Nutzen. Implicity hat sich in komplexen Gesundheitssystemen als vertrauenswürdiger Partner etabliert, da die Plattform Krankenhäuser im Alltag konkret bei administrativen und operativen Prozessen entlastet. Wir freuen uns darauf, das Team dabei zu unterstützen, seine Präsenz im US-Markt weiter auszubauen und die nächste Wachstumsphase des Unternehmens mitzugestalten.“

François-Xavier Lehman, Director bei Five Arrows, ergänzt:

„Implicity gehört zu den wenigen Unternehmen, die hohe klinische Standards und regulatorische Anforderungen mit einem konkreten Nutzen für Patienten verbinden. Die Plattform führt bislang fragmentierte Daten aus der Herzversorgung zusammen und generiert daraus Informationen, die medizinische Teams direkt für ihre Entscheidungen nutzen können. Das verbessert die Versorgung und entlastet zugleich das Krankenhauspersonal im Alltag. Genau solche Unternehmen, die wirtschaftliches Wachstum mit einem nachhaltigen Beitrag zur Gesundheitsversorgung verbinden, wollen wir unterstützen.“

Bild Arnaud Rosier Copyright Implicity

Quelle ELEMENT C GmbH

† SignalHF ist ein von der US-amerikanischen Food and Drug Administration (FDA) freigegebenes Medizinprodukt der Klasse II. Weitere Informationen finden Sie in der Gebrauchsanweisung.

‡ Der IM007 ILR ECG Analyzer ist ein von der US-amerikanischen Food and Drug Administration (FDA) freigegebenes Medizinprodukt der Klasse II. Weitere Informationen finden Sie in der Gebrauchsanweisung.

NRW.BANK beteiligt sich an Phagestack

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Phagestack: Labor entwickelt Lösungen gegen Bakterien Bild von Gerd Altmann auf Pixabay

Biotech-Start-up eröffnet eigenes Labor im BioCampus Cologne

Die NRW.BANK beteiligt sich über ihr Programm NRW.SeedCon am Biotech-Start-up Phagestack aus Pulheim. Das 2023 gegründete Unternehmen entwickelt eine datenbasierte Plattform, mit der sich antimikrobielle Wirkstoffe gezielt gegen bestimmte schädliche Bakterien entwickeln lassen. Mit der Finanzierung hat Phagestack jetzt ein eigenes Labor im BioCampus Cologne eröffnet.

„Unsere Förderung zielt darauf, modernste Technologien aus dem Labor in die Praxis zu bringen“, sagt Johanna Antonie Tjaden-Schulte, Mitglied des Vorstands der NRW.BANK. „Phagestack verbindet künstliche Intelligenz mit eigener Laborforschung. Mit unserer Beteiligung unterstützen wir das Unternehmen dabei, diesen Ansatz weiterzuentwickeln und so neue Lösungen im Kampf gegen Antibiotikaresistenzen voranzubringen.“

„Die Aufnahme des Laborbetriebs am BioCampus Köln ist ein entscheidender Schritt vorwärts bei unserer Mission, die weltweite Antibiotikaresistenz zu bekämpfen“, sagte Ewald Fernbach, Geschäftsführer von Phagestack GmbH. „Indem wir unsere Algorithmen für künstliche Intelligenz und Datenbanken durch solide, praxisnahe Validierung im Nasslabor untermauern, können wir unseren Partnern umfassende Unterstützung bieten – von der anfänglichen Identifizierung von Wirt-Erreger-Zielstrukturen bis hin zur Bereitstellung standardisierter, hochwirksamer Bakteriophagenpräparate.“

Machine Learning und Bakteriophagen gegen Antibiotikaresistenzen

Phagestack wurde 2023 von Ewald Fernbach, Jonas Fernbach und Robert Faber gegründet. Das Start-up adressiert die zunehmende Resistenz von Bakterien gegen Antibiotika. Im Fokus stehen unter anderem Bakteriophagen. Das sind Viren, die bestimmte Bakterien befallen und dadurch gezielt gegen diese eingesetzt werden können. Dabei kombiniert Phagestack Machine-Learning-basierte Verfahren und Datenbanken mit biologischen Wirkstoffen und Labordienstleistungen.

Im Unterschied zu Breitbandantibiotika sollen die Präzisionslösungen gezielt gegen bestimmte schädliche Bakterien wirken. Nützliche Bakterien und mikrobielle Ökosysteme sollen dadurch möglichst geschont und das Risiko weiterer Resistenzen verringert werden. Neben dem Gesundheitsbereich sieht das Unternehmen Einsatzmöglichkeiten in Aquakultur, Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion.

Eigenes Labor erweitert Angebot

Mit dem neuen Labor im BioCampus Cologne kann Phagestack seine digitalen Datenressourcen und Machine-Learning-Verfahren mit eigenen Laborkapazitäten verbinden. Das Unternehmen kann dadurch Wirkstoffkandidaten nicht nur datenbasiert identifizieren, sondern auch im Labor untersuchen und validieren. Zudem erweitert Phagestack sein Angebot um die maßgeschneiderte Isolierung und Charakterisierung von Phagen, In-vitro-Screenings und genomische Verifizierungen. Hinzu kommen Leistungen rund um die Produktion biologischer Wirkstoffe.

Die Finanzierung über NRW.SeedCon unterstützt Phagestack beim Aufbau dieser Laborkapazitäten. Darüber hinaus erhält das Unternehmen Unterstützung aus dem Start-up-Ökosystem und durch die Gateway Factory (Gateway Exzellenz Start-up Center).

Weitere Informationen erhalten Sie unter www.nrwbank/seedcon

Bild von Gerd Altmann auf Pixabay

Quelle NRW.BANK

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