Dienstag, Juni 23, 2026
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Weshalb entdecken immer mehr Menschen ausgerechnet diese Sportart für sich?

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RCKTCRW: Laufsocken für eine starke Community teambild

RCKTCRW entwickelt hochwertige Laufsocken und baut eine Community für sportbegeisterte Menschen auf. Mit Fokus auf Design, Performance und nachhaltige Produktion arbeitet das Startup aktuell auch im Stoff im Kopf Accelerator an der Weiterentwicklung seiner Marke

Wie entstand die Idee zu RCKTCRW und wie habt ihr drei euch als Gründerteam zusammengefunden?

Die Idee zu RCKTCRW entstand aus einem eigenen Problem & parallel dem Wunsch zu gründen. Amelie ist Läuferin und hat vor einigen Jahren selbst nach Laufsocken gesucht, die sowohl funktional als auch optisch modern & clean sind – und war überrascht, wie wenig Auswahl es in diesem Bereich gab. Oder besser: Dass es hier tatsächlich gar nichts passendes für sie gab. Die bisher technisch guten Laufsocken sahen aus wie Medizinprodukte oder waren so bunt, dass sie wohl nur zum einem weißen Blatt Papier passen würden, nicht aber zu meist bunten Laufschuhen. Alternativen wie Rennradsocken oder normale Tennissocken für den Alltag sind wiederum nichts für anspruchsvolle Läufer*innen. Wir wollten genau diese Lücke schließen und eine Marke schaffen, die beides vereint: Running-Produkte dürfen endlich ästhetisch UND performant sein.

Amelie pitchte die Idee kurzerhand Vicky und Max. Wir sind drei Freunde: Max und Amelie kennen sich aus dem Studium, Vicky ist Max‘ Frau. Wir hatten schon lange darüber gesprochen, gemeinsam ein Business zu starten, sobald die richtige Idee kommt. Menschlich harmonieren wir sehr gut und unsere Skills ergänzen sich perfekt. Mit RCKTCRW kam schließlich auch die passende Idee.

Warum habt ihr euch entschieden, ausgerechnet Laufsocken zum Mittelpunkt eurer Marke zu machen?

Neben der Marktlücke bzw. dem persönlichen Need von Amelie, ist der Running Markt und die gesamte Sportbranche durch das starke Wachstum ein sehr spannender Bereich. Immer mehr Menschen identifizieren sich mit dem Sport und dem Lifestyle dahinter. Die Energie in der Community ist unglaublich mitreißend.

Wir sehen hier langfristig großes Wachstumspotenzial und die Möglichkeit, rund um die Marke kreative Aktionen und analoge Events aufzubauen. Genau hier liegt unsere Leidenschaft und diese wollen wir mit einer eigenen Marke einfangen und weitertragen. Und was gibt es besseres, als das Produkt und die Gründung mit der eigenen Leidenschaft zu verbinden?

Laufsocken waren für uns außerdem der perfekte Einstieg, um RCKTCRW aufzubauen. Wir bootstrappen das Unternehmen und wollten mit einem Produkt starten, das eine realistische Anfangshürde hat, aber trotzdem enormes Potenzial bietet. Socken machen es uns möglich, uns kreativ auszuleben, schnell Feedback aus der Community zu bekommen und starke Brand-Momente zu schaffen.

Spannend war für uns auch der Kontrast zu unseren bisherigen beruflichen Hintergründen: Wir kommen alle drei aus digitalen, teils technischen Jobs und hatten Lust, etwas Physisches zu erschaffen: Ein Produkt, das man selbst entwickelt hat und wirklich in der Hand hält. Viele, die ihre Karriere bisher am PC verbracht haben, werden das vermutlich nachvollziehen können.

Welche Vision verfolgt RCKTCRW über das reine Produkt hinaus?

Unsere Vision geht weit über Sportsocken hinweg. Neben den besten Laufsocken bauen wir mit RCKTCRW eine Marke und eine Community auf, die Menschen verbindet. Wir glauben, dass Sport Menschen zusammenbringen kann – egal ob beim ersten Lauf, im Training oder bei Wettkämpfen. Niemand muss alleine starten. Unser Ziel ist es, eine Crew für alle zu sein.

Gleichzeitig beschäftigen wir uns intensiv mit der Frage, wie moderne Sportprodukte nachhaltiger gedacht werden können. Seit wir in der Textilbranche unterwegs sind, merken wir jeden Tag, wie viel Optimierungspotenzial es noch gibt. Viele Lösungen existieren heute noch gar nicht. Trotzdem sehen wir es als unsere Verantwortung, kontinuierlich besser zu werden und Produkte möglichst bewusst zu entwickeln. Wir produzieren in Europa, testen innovative Ansätze, wie Garn aus Kaffeesatz oder Versandverpackungen, die man zurückgeben kann und hinterfragen jede Entscheidung, egal ob bei der Produktentwicklung oder anderen Bereichen.

Wir arbeiten auch bereits mit Hochdruck an weiteren Produkten, die perfekt zu unserer Vision und unserer Community passen. Nicht nur für unsere Crew, sondern MIT unserer Crew. Wir wollen langfristig eine moderne Sportmarke aufbauen, die Performance, Design und Community miteinander verbindet. Nachhaltigkeit soll dabei ein Selbstverständnis sein. Und wer könnte hier bessere Entscheidungen treffen, als die Crew selbst?

Was macht die Laufsocken von RCKTCRW funktional besonders?

Wir legen großen Wert auf Komfort, Atmungsaktivität und Stabilität: Die Kompression sitzt gezielt dort, wo sie unterstützen soll, ohne unangenehm zu sein und sorgt dafür, dass die Socken genau dort bleiben, wo sie sollen. Dickere Bereiche an Ferse, Zehen und der Fußsohle sorgen für Dämpfung und beugen Blasen vor. Mesh-Bereiche sorgen für optimale Belüftung. Die Socken bestehen aus hochwertigem Polyamid – sie sind super angenehm weich und trotzdem der optimale Supporter für den Fuß.

Warum war euch ein minimalistisches und stylisches Design so wichtig?

Sport ist heute nicht mehr einfach nur Mittel zum Zweck. Viele Menschen möchten sich auch beim Training oder Laufen stilvoll fühlen.

Wir selbst mögen cleane Looks. Elegant und stilvoll, aber nicht langweilig. Genau das wollten wir auf die Laufsocken übertragen und legen Wert auf minimalistische und moderne Designs entwickelt. Socken können gleichzeitig ein Statement sein und sich ins Outfit einfügen – das ist kein Widerspruch.

Gleichzeitig passen reduzierte Designs auch besser zu unserem Nachhaltigkeitsgedanken: Viele Laufschuhe sind sehr auffällig in Farben und Mustern. Da ist es gut, Socken zu haben, die nicht basic sind und dennoch gut zu verschiedenen Schuhen passen.

Welche Bedeutung hat das Thema Community für eure Marke?

Community ist ein zentraler Bestandteil von RCKTCRW. Der Name selbst, die Mischung aus „Rocket“ (= Rakete) und „Crew“ (= Mannschaft) steht bereits für dieses Gefühl von Zusammenhalt und gemeinsamer Energie, das haben wir ganz bewusst so gewählt.

Wir möchten Menschen motivieren, sich gegenseitig zu inspirieren und gemeinsam aktiv zu sein. Deshalb denken wir RCKTCRW nicht nur als Produktmarke, sondern als Plattform für eine moderne Running Community.

Wie lief die einjährige Entwicklungsphase bis zum Verkaufsstart im November 2025 ab?

Die Entwicklungsphase war eine Mischung aus Produktentwicklung, unternehmerischer Themen und vielen Dingen, die wir zu Beginn gar nicht so groß auf dem Schirm hatten: von Unternehmens- und Markenanmeldung über Packaging, Logistik, Shopaufbau und Versandprozesse bis hin zu rechtlichen Themen wie Impressum oder AGB Erstellung.

Der Fokus lag natürlich immer auf dem eigentlichen Produkt: Von Herstellersuche über Materialfindung bis hin zu mehrmaligen Prototypentests. Dabei ging es nicht nur um die Funktionalität, sondern auch um Details wie Passform, Design und die richtige Verpackung.

Man darf dabei nicht vergessen, dass wir zwar bereits einiges an Erfahrung mitbringen, aber eine solche Gründung sehr viele Bereiche abdeckt. Das heißt Wissensaufbau in Form von Recherche, Expertengesprächen und co waren große Bestandteile im ersten Jahr. Gerade als erstes physisches Produkt war das ein riesiger Lernprozess.

Welche Herausforderungen begegnen euch beim Aufbau einer jungen Sportmarke?

Eine der größten Herausforderungen ist es, als junge Marke die richtigen Hersteller zu finden. Partner, die unsere Qualitäts- und Designansprüche umsetzen, Werte teilen und gleichzeitig mit Stückzahlen arbeiten, die für ein Startup realistisch sind. Rückblickend war genau diese intensive Phase aber unglaublich wertvoll, weil wir dadurch ein Produkt und eine Marke aufbauen konnten, hinter denen wir heute zu 100 Prozent stehen.

Gleichzeitig ist die Branche extrem schnell und immer mehr Marken entdecken das Potenzial im Running-Bereich. Dazu kommt die Challenge, in einem Markt mit etablierten Brands das Vertrauen der Kundinnen und Kunden zu gewinnen.

Genau darin liegt aber auch unsere Chance: Wir können schnell lernen, flexibel reagieren und sehr nah an der Community arbeiten. Besonders schön ist, wie supportiv die Running-Community ist – diesen gegenseitigen Support den viele aus Training und Wettkämpfen kennen, dürfen auch wir als Startup erleben. Dafür sind wir sehr dankbar.

Warum fiel die Entscheidung auf Entwicklung in Bayern und Produktion in Italien?

Uns war Qualität von Anfang an extrem wichtig, Kompromisse gehen wir bei unseren Produkten nicht ein. Deshalb wollten wir mit Partnern arbeiten, die viel Erfahrung im Bereich hochwertiger Sporttextilien haben.

Die Entwicklung in Bayern kommt ganz einfach daher, dass wir in Bayern wohnen: Unser Unternehmenssitz ist im schönen Pleinfeld. Die Produkte entwickeln wir selbst. Wir legen großen Wert auf qualitativ hochwertige Produktion in Europa. Italien wiederum steht seit Jahrzehnten für exzellente Textilproduktion und hochwertige Verarbeitung. Genau diesen Anspruch wollten wir auch für unsere Produkte, daher war das für uns ein Match.

Welche Rolle spielt die Teilnahme am Stoff im Kopf Accelerator für die Entwicklung von RCKTCRW?

Der Accelerator ist für uns eine große Chance, um als junge Marke schneller zu wachsen, unsere Produkte noch weiter zu optimieren, sichtbarer zu werden und von erfahrenen Menschen aus der Branche zu lernen.

Wir bündeln im Gründerteam viel Knowhow über IT, Finanzwissen, Foto- & Videografie oder auch Marketing. Im Textilbereich sind wir noch recht neu, das Wissen hierzu haben wir uns seit der Gründung selbst angeeignet und durch die Zusammenarbeit mit Experten erlernt. Bei Stoff im Kopf profitieren wir nun enorm von wertvollen Unternehmenskontakten, Mentoren, Expertennetzwerk und den Inhalten mittels Workshops.

Wie reagieren Läuferinnen und Läufer bislang auf eure Produkte und die Marke?

Das Feedback ist unglaublich positiv! Viele feiern, genauso wie wir, besonders die Kombination aus Funktion und Design, weil genau das im Markt oft fehlt.

Neben den Läufer*innen bekommen wir auch immer wieder tolles Feedback aus anderen Sportbereichen wie Radfahren, Hyrox, Golfen oder Wandern. Unsere Socken haben wir zwar ursprünglich zum Laufen entwickelt, sind aber offensichtlich richtige Allrounder.

Besonders schön ist es für uns zu sehen, dass Menschen nicht nur die Produkte tragen, sondern sich wirklich mit der Marke identifizieren und Teil der RCKTCRW Crew sein wollen. Wir haben durchaus häufig Anfragen von Athletinnen, die uns gerne als Sponsoren hätten. Viele Kundinnen schicken uns immer wieder Bilder, wenn sie die Socken im Urlaub, auf Wettkämpfen oder auch einfach nur auf dem Sofa tragen. Dazu beteiligen sich viele bei unseren Umfragen zu neuen Produkten, Designs oder schicken auch so einfach Ideen ein. Das nehmen wir jedes Mal als unglaublich große Wertschätzung wahr und hätten in keinster Weise damit gerechnet, schon in so kurzer Zeit so tollen Zuspruch zu bekommen.

Welche nächsten Schritte plant ihr für RCKTCRW in den kommenden Monaten?

In den nächsten Monaten haben wir viel geplant: Unser Fokus liegt vor allem auf dem weiteren Aufbau unserer Crew und der Entwicklung neuer Produkte, die perfekt zu unserer Marke passen. Sowohl funktional als auch optisch natürlich. Neue Schnitte und Designs sind bereits im Umsetzung und auch ganz andere Produkte könnt ihr schon bald in unserem Shop entdecken. Wir möchten RCKTCRW durch Community Events und Kooperationen, um Beispiel mit Runclubs oder Sportevents, noch erlebbarer machen.

Durch das tolle Feedback auf unsere Socken sehen wir außerdem großes Potenzial über den Running-Bereich hinaus. Unsere Produkte funktionieren für viele verschiedene Sportarten, weshalb wir uns hier breiter aufstellen werden.

Unser Ziel ist es, Schritt für Schritt eine moderne Sportmarke mit perfekt aufeinander abgestimmten Produkten aufzubauen.

Welche drei Tipps würdet ihr anderen Gründerinnen und Gründern mit auf den Weg geben?

Erstens: Starten. Viele Menschen warten zu lange auf den perfekten Zeitpunkt, aber man lernt am meisten im Prozess. Legt einfach los, besser könnt ihr immer noch werden.

Zweitens: Vernetzen. Geht früh mit anderen Gründerinnen, Expertinnen und vor allem auch euren potentiellen Kundinnen in den Austausch. Gerade am Anfang kann ein gutes Netzwerk unglaublich helfen und viele Türen öffnen. Nutzt „Building in Public“ als erste Marketingmaßnahme und begleitet die Gründung direkt auf Social Media. Wer könnte euch besser sagen, was die Kundinnen wollen, als sie selbst?

Drittens: Verliert euch nicht lange in theoretischen Details. Natürlich solltet ihr nur mit einem guten Produkt live gehen. Es muss aber nicht komplett perfekt sein. Was am Ende wirklich relevant ist, merkt man oft erst am Markt durch echtes Kundenfeedback und viele Dinge, an welchen man zuvor lange getüftelt hat, werden so in Sekundenschnelle unrelevant. Deshalb: lieber schneller starten und lernen. Fail fast.

Bildcredits: RCKTCRW

Wir bedanken uns bei Amelie Hansel für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Wer profitiert wirklich von dem, was wir täglich kaufen?

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tip me: Trinkgeld für faire Lieferketten Bildcredits: Quintus Studios GmbH / Michael Laver, Edit by Clemens Barth tip me in the green deal show

tip me verbindet Trinkgeld und Lieferketten, indem das Startup Konsument direkt mit den Menschen hinter Produkten vernetzt. Bekannt wurde das Konzept zuletzt auch durch den Auftritt in der The Green Deal Show

Wie entstand die Idee zu tip me und was hat euch an klassischen Lieferketten besonders gestört?

Die Idee zu tip me entstand unserem Gründer Jonathan Funke während der Eröffnung des neuen Primark-Stores in Berlin. Dort verteilte er Flyer, auf denen stand: „Nur 1–3 % von dem, was Menschen für ein T-Shirt ausgeben, kommen bei den Menschen an, die es hergestellt haben.“ Er kam mit Menschen ins Gespräch, die in der Schlange standen, um die neuesten Primark-Produkte zu kaufen. Dabei sagte eine Person: „Wenn ich wüsste, dass das Geld auch an die Näher*innen dahinter geht, würde ich auch mehr bezahlen.“ So war die Idee geboren. Denn schon 1€ mehr pro Produkt kann für Menschen am Anfang der Lieferkette einen enormen Unterschied machen.

Uns stört, dass klassische Lieferketten Profit über Menschen stellen. Wir möchten dazu beitragen, Wertschätzung und Solidarität in globale Lieferketten zurückzubringen und einen Beitrag zu globaler Gerechtigkeit und finanzieller Umverteilung leisten.

Wann wurde euch klar, dass Trinkgeld auch in globalen Lieferketten eine Rolle spielen könnte?

Wir wussten von Anfang an, dass tip me gerade in globalen Lieferketten besonders viel Wirkung entfalten kann, weil Einkommen und Lebenshaltungskosten dort deutlich niedriger sind und selbst kleine Beträge einen großen Unterschied machen. Gleichzeitig gilt: Wertschätzung und Trinkgeld hören nicht an Landesgrenzen auf. Es ist für alle Menschen schön, unabhängig davon, wo sie arbeiten und wie viel sie verdienen.

tip me verbindet Konsument direkt mit Produzierenden. Warum ist euch dieser persönliche Ansatz so wichtig?

Wir sind überzeugt, dass Menschen besonders dann gerne Gutes tun, wenn es einfach, direkt und sichtbar ist. Globale Lieferketten sind oft abstrakt und schwer greifbar. Wenn wir die Menschen sichtbar machen, die ein Produkt hergestellt haben, entsteht eine direkte Verbindung von Mensch zu Mensch. Das baut Brücken und schafft eine Beziehung.

Wie reagieren Unternehmen und Kund auf das Konzept von tip me?

Kund freuen sich darüber, Transparenz zu erhalten und zu erfahren, wer ihr Produkt hergestellt hat. Wer sind die Menschen dahinter? Bis zu 40 % der Nutzer geben im Onlineshop ein Trinkgeld, der durchschnittliche Betrag liegt aktuell bei 4,10 €. In vielen Ländern entspricht das bereits einem Tageslohn.

Der Betrag variiert selbstverständlich je nach wirtschaftlicher Lage – doch genau darin liegt die Stärke des Trinkgelds: Jede Person kann selbst entscheiden, welcher Betrag sich gerade richtig anfühlt. Jeder Beitrag, so klein er auch ist, macht einen Unterschied.

Umfragen zeigen zudem, dass Kund Produkte mehr wertschätzen, wenn sie wissen, wer sie hergestellt hat.

Unternehmen können ihre Kund durch Transparenz und greifbare Wirkung inspirieren, statt ausschließlich auf Reporting zu setzen. Zudem haben wir Rückmeldungen aus Fabriken erhalten, dass die Motivation der Arbeiter*innen steigt, was zu geringerer Fluktuation und höherer Produktqualität führt. Auch die Beziehung zwischen Unternehmen und Lieferanten kann durch tip me gestärkt werden.

Eine aktuelle Studie zeigt außerdem, dass Produkte von Kund, die Trinkgeld geben, etwa halb so oft zurückgeschickt werden und sich mehr Produkte verkaufen lassen.

Welche Herausforderungen bringt es mit sich, ein transparentes Trinkgeldsystem international umzusetzen?

Eine Marke hat uns einmal gesagt, dass man für diese Idee unglaublich resilient und hartnäckig sein muss – und das sind wir.

Eine große Herausforderung ist es, in wirtschaftlich schwierigen Zeiten neue Unternehmenspartner zu gewinnen, die ihre Nachhaltigkeitsbudgets nicht gekürzt oder gestrichen haben und die die Relevanz des Themas erkennen und bereit sind, Ressourcen und Zeit zu investieren. In den letzten Jahren haben wir leider vier zufriedene Partnerschaften durch Insolvenzen oder drohende Insolvenzen verloren.

Weitere Herausforderungen liegen in internationalen Zahlungsstrukturen, insbesondere in bestimmten Ländern, sowie in Fällen, in denen Arbeiter*innen in ländlichen Regionen weder lesen noch schreiben können oder keinen Zugang zu Bankkonten haben. In solchen Situationen finden wir dennoch Lösungen, um das globale Trinkgeld möglich zu machen.

Wie wichtig ist Vertrauen bei eurem Geschäftsmodell und wie schafft ihr Transparenz entlang der Lieferkette?

Vertrauen ist absolut zentral. Deshalb sind wir 2023 auch gemeinnützig geworden. Gleichzeitig wurde uns von Marken gespiegelt, dass mehr Transparenz auch unbequem sein kann, da durch das Trinkgeld direkte Verbindungen zu Arbeiter*innen entstehen.

Arbeiter*innen können sich bei uns melden, wenn es in Fabriken oder Produktionsstätten Probleme gibt. Dadurch entsteht ein zusätzlicher Beschwerdekanal entlang der Lieferkette.

Viele Fast-Fashion-Unternehmen bevorzugen diese Form von Transparenz nicht, da sie auf möglichst niedrige Produktionskosten ausgelegt sind. Offen sind wir aber für alle Unternehmen, die einen Unterschied in ihren Lieferketten machen wollen.

Ihr wart am 29. Mai 2026 in der zweiten Folge von The Green Deal Show zu sehen. Wie habt ihr die Teilnahme erlebt?

Die Teilnahme hat uns sehr viel Spaß gemacht. Das Team war sehr professionell und jederzeit ansprechbar. Es waren tolle Start-ups dabei, und Quintus Studios hat die Produktion hervorragend umgesetzt. Insgesamt ist eine sehr gelungene Show entstanden.

Mit welchen Erwartungen seid ihr damals in The Green Deal Show gegangen?

Im Bereich nachhaltiger Start-ups geht es einerseits um das Team und die Idee selbst, andererseits aber auch um Reichweite. Nur wenn gute Ideen sichtbar werden, können sie sich langfristig im Markt etablieren und wachsen.

Unsere Erwartung war es, mehr Menschen mit der Idee von tip me zu erreichen, neue Partnerschaften zu gewinnen und dadurch mehr Wertschätzung und Einkommen in globale Lieferketten zu bringen.

Gab es nach der Ausstrahlung neue Partnerschaften, Gespräche oder Reaktionen auf tip me?

Wir haben viele Nachrichten und positive Rückmeldungen zur Show erhalten. Außerdem sind wir bislang das einzige Startup, das sich sogar drei Deals sichern konnte. Die Gespräche zur konkreten Ausgestaltung der Partnerschaften laufen bereits: Für Staiy gibt es erste konkrete Ideen, Just Leo hat ein Briefing erhalten und wird darüber berichten, und mit Hamel sprechen wir in dieser Woche.

Wie ging es nach der Sendung für euch weiter und welche Entwicklungen haben sich seitdem ergeben?

Wir befinden uns aktuell noch mitten im Publikumsvoting und sind entsprechend stark mit Kommunikation und Reichweite beschäftigt – es heißt also weiterhin: viel teilen und verbreiten.

Was unterscheidet tip me aus eurer Sicht von anderen Social Impact oder Fair Trade Startups?

Zum einen sind wir als Organisation gemeinnützig und gleichzeitig im Verantwortungseigentum strukturiert. Das bedeutet, dass wir nicht verkauft werden können und dauerhaft unserer Mission verpflichtet bleiben.

Zum anderen gibt es bislang keine vergleichbare Organisation, die das Konzept eines globalen Trinkgelds konsequent entlang der Lieferkette umsetzt und so Menschen am Anfang der Produktion direkt ein zusätzliches Einkommen ermöglicht.

Gleichzeitig gilt: Wir stehen nicht allein. Viele großartige Impact-Startups leisten wichtige Arbeit – und gemeinsam tragen wir zu einem Wandel bei.

Würdet ihr anderen nachhaltigen Startups empfehlen, bei The Green Deal Show teilzunehmen?

Auf jeden Fall.

Welche drei Tipps würdet ihr Gründer geben, die ein Startup mit gesellschaftlichem Mehrwert aufbauen möchten?

Nicht aufgeben.

Die richtigen Menschen um sich herum haben.

Flexibel bleiben.

Bildcredits: Quintus Studios GmbH / Michael Laver, Edit by Clemens Barth

Wir bedanken uns bei Helen Deacon für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Wenn Stiftung, dann richtig

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Stiftung: Vermögen und Zweck richtig gestalten Bildquelle © Steuern mit System GmbH

Viele Stiftungen entstehen aus nachvollziehbaren Motiven: Sie sollen Vermögen erhalten, die Familie absichern oder einen gemeinnützigen Zweck dauerhaft fördern. So sind allein im vergangenen Jahr 825 neue rechtsfähige Stiftungen des bürgerlichen Rechts in Deutschland entstanden. 436 davon verfolgen gemeinnützige, mildtätige oder kirchliche Ziele. In der Praxis zeigt sich jedoch nur allzu oft, dass gute Absichten die Struktur nicht tragen: Werden Zweck, Vermögen, Satzung, Begünstigte und Kontrollmechanismen nicht präzise aufeinander abgestimmt, rückt an die Stelle eines stabilen Gestaltungsinstruments mit Ewigkeitsgarantie ein potenzieller Konfliktherd. Deshalb müssen zentrale Fragen vor der Errichtung beantwortet werden.

Zweck nicht zu weit fassen

Ein verbreiteter Fehler von Stiftungsinteressierten ist es, ihren Zweck eher vage zu definieren. Formulierungen wie „Förderung des Gemeinwohls“ oder „Unterstützung der Familie“ klingen flexibel, sind für die Praxis aber zu schwach. Besser ist ein klar gesetzter Rahmen. So kann eine gemeinnützige Stiftung zum Beispiel festlegen, dass sie Bildungsprojekte für Jugendliche aus einkommensschwachen Familien in Form von Stipendien, Lernmaterialien oder Schulprojekten in einer bestimmten Region fördert. Je verständlicher die Regeln sind, desto weniger Konfliktpotenzial entsteht später.

Das gilt auch für Familienstiftungen. Hier sollte vor allem klar sein, wer Destinär ist. Werden nur Kinder und Ehepartner berücksichtigt? Gehören auch Enkel zum Kreis der Begünstigten? Was passiert bei Scheidung, Adoption oder Wegzug ins Ausland? Dürfen Ausschüttungen frei erfolgen oder nur für Ausbildung, Gesundheit, Wohnraum oder Unternehmensnachfolge? Hier empfiehlt es sich, immer im Hinterkopf zu behalten, dass eine Stiftung kein beliebig formbares Konstrukt ist. Die Satzung legt fest, wer entscheidet und wie die Mittel verwendet werden. Änderungen sind zwar grundsätzlich möglich, allerdings nur in Ausnahmefällen, zum Beispiel, wenn der ursprünglich festgelegte Zweck objektiv nicht mehr erfüllbar ist. Daher sollten vor der Gründung mehrere Szenarien durchgespielt werden.

Vermögen realistisch kalkulieren

Eine rechtsfähige Stiftung entsteht nach Anerkennung durch die staatliche Stiftungsaufsichtsbehörde. Sie prüft, ob das Konstrukt vom Stifter so konzipiert wurde, dass es eine positive Bestandsprognose hat. Ein wichtiger Aspekt dessen ist das sogenannte Ausstattungsvermögen. Definiert ist es als „selbstständige Vermögensmasse“, die sich beispielsweise aus dem Privat- oder dem Betriebsvermögen des Stifters speist.

Neben Geldmitteln kann es auch Wertpapiere, Immobilien, Unternehmensbeteiligungen, Rechte aller Art oder sogar Kunstgegenstände enthalten. Zwar gibt es keine gesetzliche Mindestsumme, die finanziellen Mittel müssen jedoch ausreichend hoch sein, um den definierten Zweck zu erfüllen. In der Regel beginnt das ab etwa 100.000 Euro.

Neben diesem Anfangsvermögen ist aber auch der jährliche Ertrag entscheidend. Verfügt eine gemeinnützige Stiftung über 500.000 Euro Kapital und erzielt einen jährlichen Kapitalertrag von 3 Prozent, sind das 15.000 Euro. Dabei gibt hier der Gesetzgeber vor, wie die Verteilung der Erträge erfolgt. Mindestens zwei Drittel des Geldes müssen wohltätigen Zwecken zukommen. Den Rest darf die Stiftung thesaurieren.

Wer also 50.000 Euro für Bildungsprojekte einsetzen will, muss diesen Betrag erwirtschaften und dabei die Verwaltungskosten möglichst gedeckelt halten. Bei 3 Prozent Kapitalertrag liegt der notwendige Kapitalstock bei über 1,6 Millionen Euro.

Kontrolle klar regeln

Zahlreiche Stiftungen hängen stark von einer Person ab. Das funktioniert in der Regel jedoch nur, solange der Stifter selbst aktiv ist. Sind Entscheidungsstrukturen nicht klar geregelt, entstehen Streit, Haftungsrisiken und Fehlentscheidungen.

Entsprechend sollte festgelegt werden, welche Beschlüsse der Vorstand allein fassen darf und wann ein weiteres Organ zustimmen muss. Besonders wichtig sind dabei Regeln für Immobilienverkäufe, größere Ausschüttungen, Darlehen an Familienmitglieder oder Geschäfte mit nahestehenden Personen.

Eine sinnvolle Struktur kann dabei so aussehen, dass der Vorstand die Stiftung führt und der Beirat größere Entscheidungen kontrolliert. Für Vermögensanlagen gibt es schriftliche Leitlinien. Interessenkonflikte müssen offengelegt und Beschlüsse dokumentiert werden.

Vor der Gründung rechnen, regeln und prüfen

Stiftungen gelten als eines der wichtigsten Instrumente, um privates Vermögen dauerhaft für das Gemeinwohl einzusetzen. Doch in der Praxis bleibt die Wirkung vieler Stiftungen oft hinter ihren Möglichkeiten zurück: Vermögen wird langfristig gebunden, Satzungen sind häufig zu offen formuliert. Entscheidungsstrukturen sind über Jahre gewachsen.

Vor allem in Zeiten knapper öffentlicher Mittel und wachsender Debatten über Vermögen, Steuergerechtigkeit und gesellschaftliche Verantwortung sollten Stiftungswillige immer kritisch prüfen, ob Zweck, Kapitalbedarf, Ausschüttungsregeln und Kontrollstrukturen zusammenpassen.

Bildquelle © Steuern mit System GmbH

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Warum dein Kampagnenkalender ohne externe Signale unvollständig ist

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Kampagnen: Kampagnenkalender und externe Signale Heiko Guksch

Kampagnenkalender gehören zum Standard in Marketingteams. Newsletter, Push-Nachrichten und Promotions werden Wochen oder Monate im Voraus geplant. Inhalte werden abgestimmt, Timings festgelegt und Aktionen strukturiert vorbereitet.

Auf den ersten Blick wirkt alles durchdacht. Doch in der Praxis zeigt sich oft ein Problem: Der Kalender bildet nur die interne Planung ab, nicht das, was im Markt passiert.

Und genau das macht ihn unvollständig.

Der blinde Fleck vieler Kampagnenkalender

Kampagnen entstehen in vielen Unternehmen aus internen Prozessen. Ziele werden definiert, Aktionen festgelegt und in einen Kalender übertragen. Dieser Plan dient als zentrale Orientierung für alle Beteiligten.

Was dabei häufig fehlt, ist die Einordnung in den Markt. Während intern geplant wird, verändert sich das Umfeld kontinuierlich. Wettbewerber starten Kampagnen, setzen neue Rabattaktionen auf oder verändern ihre Kommunikationsfrequenz. Gleichzeitig entstehen Trends, Events oder saisonale Effekte, die das Verhalten von Kunden beeinflussen.

Diese Faktoren sind in klassischen Kampagnenkalendern meist nicht sichtbar.

Das führt dazu, dass Kampagnen zwar gut geplant sind, aber nicht optimal zum aktuellen Marktumfeld passen.

Welche Signale wirklich zählen

Um Kampagnen realistisch zu planen, müssen externe Einflüsse berücksichtigt werden. Dabei geht es nicht um einzelne Beobachtungen, sondern um wiederkehrende Muster.

Ein zentraler Faktor sind Wettbewerbsaktionen. Welche Promotions laufen aktuell im Markt? Welche Rabattniveaus werden gespielt? Wie häufig kommunizieren andere Unternehmen über Newsletter oder Push?

Ebenso relevant sind saisonale Effekte und Events. Feiertage, Schulferien oder wiederkehrende Anlässe beeinflussen, wann Nutzer besonders empfänglich für bestimmte Angebote sind.

Hinzu kommen Trends und kulturelle Momente. Themen, die kurzfristig Aufmerksamkeit erzeugen, können Kampagnen verstärken oder komplett überlagern.

Erst durch die Kombination dieser Signale entsteht ein vollständiges Bild.

Timing ist mehr als ein Versanddatum

Viele Marketingteams betrachten Timing vor allem als organisatorische Aufgabe. Wann soll ein Newsletter versendet werden? Wann startet eine Rabattaktion? Und wann geht eine Push-Nachricht live?

In der Realität entscheidet Timing oft über den Erfolg einer Kampagne.

Wenn mehrere Wettbewerber gleichzeitig große Rabattaktionen, Gutscheincodes oder Sales kommunizieren, steigt die Konkurrenz um Aufmerksamkeit. Selbst starke Kampagnen können in solchen Phasen an Wirkung verlieren.

Gleichzeitig entstehen Chancen in ruhigeren Zeitfenstern. Wenn weniger Kommunikation im Markt stattfindet, werden Kampagnen stärker wahrgenommen und erzielen häufig bessere Ergebnisse.

Der richtige Zeitpunkt kann eine durchschnittliche Kampagne deutlich verbessern. Umgekehrt kann schlechtes Timing eine starke Kampagne abschwächen.

Planung und Reaktion gehören zusammen

Viele Teams sehen Planung und Reaktion als Gegensätze. Entweder wird langfristig geplant oder kurzfristig reagiert.

In der Praxis braucht es beides.

Ein klarer Kampagnenplan schafft Struktur und Orientierung. Gleichzeitig muss genügend Flexibilität vorhanden sein, um auf externe Signale zu reagieren.

Das kann bedeuten, Kampagnen zu verschieben, Incentives anzupassen oder zusätzliche Aktionen einzubauen. Gerade Kanäle wie Newsletter und Push bieten hier einen entscheidenden Vorteil, weil Anpassungen vergleichsweise schnell umgesetzt werden können.

Erfolgreiche Teams verstehen ihren Kampagnenkalender deshalb nicht als starres Dokument, sondern als dynamisches Steuerungsinstrument.

Der Unterschied zwischen Daten und Kontext

Einzelne Kampagnen lassen sich nur schwer bewerten, wenn der Kontext fehlt. Gute oder schlechte Performance ist selten isoliert erklärbar.

Ein Rabatt von 20 Prozent kann hervorragend funktionieren. Wenn jedoch mehrere Wettbewerber gleichzeitig mit 30 Prozent oder zusätzlichen Gutscheinen werben, verändert sich die Wahrnehmung der Kunden.

Ohne diesen Kontext werden oft die falschen Schlüsse gezogen. Kampagnen werden angepasst, obwohl die eigentliche Ursache außerhalb des eigenen Unternehmens liegt.

Erst wenn sichtbar wird, welche Aktivitäten parallel im Markt stattfinden, lassen sich Ergebnisse richtig einordnen und bewerten.

Warum externe Signale künftig noch wichtiger werden

Marketing verändert sich gerade grundlegend. Lange Zeit basierten Kampagnenentscheidungen vor allem auf internen Daten. Teams analysierten Öffnungsraten, Klicks, Conversions oder vergangene Kampagnenergebnisse und leiteten daraus ihre nächsten Maßnahmen ab.

Diese Informationen bleiben wichtig. Gleichzeitig reicht der Blick nach innen immer seltener aus.

Kunden bewegen sich in einem Umfeld, das von Wettbewerbern, Trends, Events, saisonalen Effekten und kulturellen Entwicklungen geprägt wird. Wer dieses Umfeld ignoriert, arbeitet mit einem unvollständigen Bild.

Hinzu kommt ein weiterer Faktor: Immer mehr Entscheidungen werden künftig automatisiert getroffen oder von KI-Systemen unterstützt. Die Qualität dieser Entscheidungen hängt unmittelbar von den verfügbaren Informationen ab.

Dabei gilt ein einfaches Prinzip: Bessere Entscheidungen entstehen durch besseren Kontext.

Wenn Systeme künftig Kampagnen planen, Versandzeitpunkte empfehlen oder Incentives vorschlagen sollen, benötigen sie mehr als historische Unternehmensdaten. Sie müssen verstehen, was außerhalb des Unternehmens passiert.

Die Bedeutung externer Signale wird dadurch nicht kleiner, sondern größer.

Die zentrale Erkenntnis

Ein Kampagnenkalender zeigt, was geplant ist.

Externe Signale zeigen, was im Markt passiert.

Erst die Verbindung aus beidem schafft die Grundlage für fundierte Kampagnenentscheidungen. Wer interne Daten mit Markt-, Wettbewerbs- und Kontextinformationen kombiniert, plant nicht nur strukturierter, sondern langfristig auch erfolgreicher.

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Gehört Pro-Aging bald zum neuen Beauty-Standard?

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glow25 Pro-Aging Kollagen für Frauen Steven mattwig glow25

Glow25 entwickelt Kollagen-Produkte mit Fokus auf Pro-Aging, Community und moderne Beauty-Routinen für Frauen.

Wie ist die Idee zu Glow25 entstanden und wer steckt heute hinter der Marke?

Glow25 ist aus einer konkreten Problemstellung entstanden: Das Gründerteam von Primal State hat früh gemerkt, dass immer mehr Frauen Kollagen in ihre tägliche Routine integrieren möchten, jedoch war der von unklarem Qualitätsversprechen, mäßigem Geschmack und „Anti-Aging“-Marketing, das sich für viele schlicht falsch angefühlt hat.

Die Idee war deshalb von Anfang an: Wir wollen Frauen stärken, nicht „reparieren” und dafür brauchte es das bestmögliche Produkt mit hoher Bioverfügbarkeit, transparenten Dosierungen und natürlich einem guten Geschmack.

Heute steckt hinter Glow25 ein großes Team aus Produktentwicklung, Customer Care,CRM/Retention, Brand & Content, Performance Marketing, Marketplace- und Retail-Expert. Dazu kommt ein starkes Netzwerk von Partner aus Qualitätssicherung, Produktion und Logistik. Aber auch die Community, mit der wir unsere Produkte gemeinsam entwickeln und verbessern möchten.

Warum verfolgt Glow25 bewusst einen Pro-Aging-Ansatz statt klassischer Anti-Aging-Botschaften?

Weil „Anti-Aging“ zu einem Kampfbegriff verkommen ist. Frauen werden im Beauty-Markt seit Jahrzehnten auf ein einziges Ziel reduziert, nämlich jünger zu wirken. Das ist weder zeitgemäß noch respektvoll.

Mit Glow25 stehen wir für Ageless Confidence. Es geht uns also um das Gefühl, im eigenen Körper zuhause zu sein, und zwar in jedem Alter.

Pro-Aging bedeutet für uns, dass wir das Älterwerden nicht als Defizit sehen, sondern als die natürlichste Entwicklung der Welt, die man nicht mit irgendwelchen Wunder-Versprechen weg zaubert. Wir konzentrieren uns auf echte Wirkung auf das Wohlbefinden im Alter, nicht die Unsicherheit, die mit vermeintlichen Alters-Makeln einhergeht.

Diese Haltung schafft Vertrauen. Wer sich gesehen fühlt, bleibt.

Steven, was hat Sie daran gereizt, Glow25 als externer CEO zu übernehmen?

Glow25 war für mich die seltene Kombination aus starker Category-Leadership und einer Mission, die sich richtig anfühlt. Ausschlaggebend war für mich zunächst der Market Fit: Wiederkäufer, gute Reviews und viele Weiterempfehlungen konstituieren für mich die härteste Währung in unserer Branche. Dazu kommt die Zielgruppe der Frauen zwischen 35 und 65, die jahrelang unterschätzt wurde, aber jetzt nach und nach in den kulturellen Fokus rückt. Wer in unsere Kategorie glaubwürdig führt, kann kulturelle Trends setzen.

Ebenfalls brenne ich als Manager natürlich auch darauf, die operative Exzellenz weiter auszubauen: Systeme, Prozesse, Internationalisierung, bessere Margen, bessere Produkte. Glow25 bietet dafür für mich die perfekte Plattform.

Warum wird die Zielgruppe der Frauen 50+ aus Ihrer Sicht im Beauty-Markt noch immer unterschätzt?

Weil viele Marken nach einem veralteten Drehbuch arbeiten. Dabei wird an Frauen vorbei kommuniziert, statt mit ihnen: Mit Bildern, Sprache und Versprechen, die dieser Zielgruppe gar nicht gerecht werden. Wenn Frauen über 50 überhaupt sichtbar sind, dann oft nur als Ausnahme, fast wie ein Statement. Das ist absurd, wenn man sich anschaut, wer in Deutschland tatsächlich Beauty-Produkte kauft.

Was dabei ebenfalls völlig unterschätzt wird, ist ihre Kaufkraft und Loyalität. Eine Frau Mitte 50 weiß in der Regel sehr genau, was sie will. Sie kauft bewusster, bleibt einer Marke länger treu und lässt sich seltener von hippen Buzzwords überzeugen. Es reicht nicht, ein Produkt mit „Anti-Aging” zu labeln und sich auf eine schicke Kampagne zu verlassen.

Für mich ist die Sache deshalb ziemlich einfach: Wer diese Zielgruppe ernst nimmt – inhaltlich, visuell und in der gesamten Ansprache –, der gewinnt nicht nur Umsatz, sondern auch Glaubwürdigkeit, die im Markt gerade viel wertvoller ist.

Wie schafft es glow25, eine Markenwelt aufzubauen, in der sich Frauen langfristig wiederfinden?

Ehrlich gesagt machen wir das Gegenteil von dem, was die meisten Beauty-Marken tun. Weniger Kampagnen-Hype, keine glatten Versprechen, viel eher Rituale, Ergebnisse und Beziehungen. Das ist vielleicht unspektakulär, aber genau das ist der Punkt.

Konkret bedeutet das für uns vier Dinge. Education kommt vor allem anderen. Wir erklären, wie ein Wirkstoff dosiert ist, wie er funktioniert und wann man Ergebnisse erwarten kann. Keine „Magie”, eher Klarheit. Das erwarten unsere Kundinnen schlicht. Wir zeigen echte Frauen, echte Altersgruppen und echte Ergebnisse. Keine retuschierten 25-Jährigen, die angeblich Wechseljahresprodukte testen. Dann Konsistenz: die gleiche Haltung über alle Touchpoints hinweg – vom Packaging bis zum Customer Care. Und schließlich: Community. Unsere Kundinnen sollen sich nicht „angesprochen” fühlen, das ist mir zu wenig. Sie sollen sich zugehörig fühlen.

Eine Marke bleibt nur dann langfristig relevant, wenn sie im Alltag funktioniert und emotional Sinn ergibt. Alles andere ist Marketing-Theater.

Was unterscheidet Glow25 von anderen Kollagen- und Beauty-Marken?

Für viele Kundinnen ist Glow25 nicht „auch Kollagen”, sondern das Kollagen. Diesen Unterschied haben wir uns hart erarbeitet: durch Fokus, durch Konsistenz und durch echte Proof-Points statt Marketing-Versprechen.

Was uns zusätzlich auszeichnet, ist die Art und Weise, wie wir mit Wissenschaft umgehen. Wir sind wissenschaftlich fundiert, aber nicht klinisch. Transparente Dosierungen, klare Zeitpläne, verständliche Mechanismen. Am Ende soll eine Kundin verstehen, was sie da eigentlich täglich trinkt und warum es Sinn ergibt – für mich ist das eine Bringschuld der Marke.

Und dann gibt es einen Punkt, der intern bei uns fast wichtiger ist als alles andere. Retention. Viele Marken optimieren auf den ersten Kauf. Wir hingegen optimieren darauf, dass eine Frau nach drei, sechs oder zwölf Monaten sagt: „Das gehört zu mir.” Genau dort entscheidet sich, ob eine Marke wirklich relevant ist oder nur kurzfristig Aufmerksamkeit erhält.

Welche Rolle spielen Community und Kundennähe für euren Erfolg?

Unsere Community ist Feedback-System, Innovationsmotor und Vertrauensanker in einem. Wir hören zu, wir testen schneller, wir lernen schneller. Das spiegelt sich in jedem Produkt wider, das wir launchen.

Bei uns wird Kundennähe sehr konkret. Reviews lesen wir nicht als Social Proof fürs Marketing. Für uns sind sie ein echtes Produktbriefing. Wenn an einer Stelle immer wieder die gleiche Frage auftaucht, gehen wir dem nach. Customer Care ist bei uns auch kein Ticket-Handling. Da entscheidet sich für uns, ob eine Kundin bleibt oder geht. Inhalte bauen wir konsequent aus echten Fragen: Dosierung, Verträglichkeit, Routine, Erwartungen. Nichts Theoretisches, nichts aus dem Marketing-Lehrbuch.

Das Ergebnis ist eigentlich ganz logisch: mehr Vertrauen, bessere Produkte, höhere Wiederkäufe. Eine Community, die sich gehört fühlt, gibt einer Marke einen Vorsprung, den man mit Performance-Budget nicht kaufen kann.

Wie wichtig sind datengetriebenes Marketing und Subscription-Modelle für eure Wachstumsstrategie?

Datengetriebenes Performance Marketing hat uns stark gemacht. Subscription- und Loyalitätsmodelle sind heute zentrale Wachstumstreiber für uns. Das passt auch logisch zusammen: Kollagen funktioniert über Konsequenz und genau dafür sind Subscriptions gemacht. Weniger Reibung, mehr Routine, stabilere Planung für beide Seiten.

Datengetrieben bedeutet für uns vor allem drei Dinge. Wir optimieren entlang der gesamten Customer Journey, nicht nur auf ROAS im Kurzfristfenster. Der Customer Lifetime Value ist für uns mindestens genauso wichtig. Wir testen Creatives, Messages und Offers systematisch. Und CRM ist bei uns Wachstumstreiber, keine „Newsletter-Abteilung“, wie man das in vielen Unternehmen immer noch sieht.

Am Ende ist das Ziel nicht „mehr Ads“. Das Ziel ist mehr Kundenerfolg und daraus folgt Wachstum für uns fast von alleine.

Welche Herausforderungen bringt die Internationalisierung einer D2C-Beauty-Marke mit sich?

Internationalisierung ist keine reine Übersetzung von Kampagnen, eher ein Neuaufbau von Relevanz im jeweiligen Markt. Wer das unterschätzt, verbrennt viel Geld in kurzer Zeit.

Die größten Herausforderungen liegen für uns in vier Bereichen. Erstens die kulturellen Codes. Was in Deutschland „seriös“ wirkt, wird in Frankreich oder Italien völlig anders gelesen. Bildsprache, Tonalität und sogar Produktnamen funktionieren in jedem Markt anders. Zweitens Regulatorik und Claims. Beauty und Supplements sind anspruchsvolle Kategorien. Da muss man von Anfang an sehr sauber arbeiten, sonst hat man später ein echtes Problem. Drittens Supply Chain und Service-Level. Lieferung, Retouren, Customer Care in Landessprache. Das sind Themen, die intern oft unterschätzt werden und nach außen massiv über die Markenwahrnehmung entscheiden. Und viertens der Channel-Mix. Marktplätze, Retail, D2C. Jeder Markt hat eine eigene Dynamik und ein eigenes Setup, das funktioniert.

Unser Ansatz ist deshalb klar: erst Validierung, dann Skalierung. Wir gehen in einen Markt nicht rein, weil er auf der Landkarte gut aussieht. Wir gehen rein, wenn wir wissen, dass das Produkt dort wirklich Relevanz hat. Immer mit lokalem Verständnis und nicht aus der Zentrale heraus diktiert.

Was haben Sie in den vergangenen zwölf Monaten als CEO von Glow25 besonders gelernt?

Man muss ganz gezielt an Blueprints arbeiten, die so stark sind, dass sie in mehreren Ländern oder verschiedenen Produkten funktionieren und wiederholbaren Erfolg bringen. Es braucht ein starkes Team mit der richtigen Attitude, um außergewöhnliche Erfolge zu erzielen.

Warum war der Aufbau einer eigenen Produktion in Berlin für Glow25 ein wichtiger Schritt?

Mit einer eigenen Produktion legen wir das strategische Fundament für die nächste Wachstumsphase. Operativ allein lässt sich dieser Schritt jedoch nicht erklären.

Wir verkürzen die Time-to-Market, da wir schneller testen und iterieren können. Die Wirtschaftlichkeit wird planbarer und mittelfristig verbessern sich die Margen spürbar. Bei der Qualitätssicherung haben wir die Standards weiter angehoben: volle Transparenz und Reproduzierbarkeit. Das ist in unserer Kategorie ein echter Hebel. Für Partnerschaften, vor allem im Einzelhandel und bei der internationalen Expansion, ist Verlässlichkeit auf Produktionsseite entscheidend. Ohne die geht keine Partnerschaft auf Augenhöhe.

Berlin als Standort war für uns dabei auch ein bewusstes Statement. Wir bauen hier etwas auf, das langfristig trägt und in Deutschland substanziell ist.

Wie blickt Glow25 auf die Zukunft des Pro-Aging-Marktes?

Pro-Aging wird zum neuen Standard, daran führt aus meiner Sicht kein Weg mehr vorbei. Der Markt verschiebt sich gerade spürbar weg von dieser klassischen Symptom-Kosmetik hin zu Wellness-Routinen, die Körpergefühl, Energie, Bewegung und Haut zusammen denken. Das ist eine ganz andere Logik als noch vor fünf Jahren.

Für die nächsten Jahre sehe ich drei klare Trends. Evidence gewinnt. Kundinnen wollen Belege, keine Buzzwords mehr. Wer das nicht liefert, wird unglaubwürdig. Ritualisierung wird zum entscheidenden Faktor. Die Produkte, die sich durchsetzen, sind die, die tägliche Gewohnheiten erleichtern statt zusätzlichen Aufwand zu erzeugen. Und Community Brands gewinnen weiter an Boden, weil Vertrauen heute über Menschen entsteht und nicht über Werbeclaims.

Für Glow25 heißt das ganz konkret: Wir investieren weiter in Studienarbeit, in unsere Produktion in Berlin und in den direkten Austausch mit unseren Kundinnen. Genau dort entscheidet sich, wer den Markt in den nächsten Jahren prägt.

Welche nächsten Entwicklungen und Ziele plant ihr aktuell?

Wir entwickeln Glow25 gerade von der Nummer eins in den Kategorien Haut, Haare und Nägel nach Umsatz in der DACH-Region zur führenden internationalen Pro-Aging-Marke. Das ist ein großer Schritt, aber wir haben dafür ein klares Playbook.

Auf der Produktseite erweitern wir unser Portfolio entlang der echten Bedürfnisse unserer Zielgruppe, ohne dabei den Fokus zu verlieren. Beliebigkeit ist das Ende jeder starken Marke – und davor haben wir mehr Respekt als vor schnellem Wachstum. Parallel dazu internationalisieren wir mit einem wiederholbaren Modell: Markteintritt, PMF-Validierung, dann Skalierung. Im Vertrieb bleibt D2C unser Herzstück, während wir Retail und Marktplätze als Skalierungshebel nutzen. Auf der operativen Seite vertikalisieren wir weiter und investieren gezielt in Produktion, Logistik und Forschung. Hinzu kommt der Ausbau unserer Community-Programme mit mehr Bildungsangeboten und Formaten, die echte Verbindungen schaffen.

Mein übergeordnetes Ziel bleibt klar: eine Marke aufzubauen, in der sich Frauen langfristig gesehen gut aufgehoben fühlen und die im Alltag Ergebnisse liefert, die sie wirklich spüren.

Welche drei Ratschläge würden Sie anderen Gründerinnen und Gründern mit auf den Weg geben?

Ich mache es mir einfach und sage dreimal das gleiche Wort: Fokus, Fokus, Fokus. Klingt nach schlechtem Gründer-Bingo, ist aber tatsächlich das Wichtigste.

Fokus auf eine Zielgruppe. Wer am Anfang versucht, es allen recht zu machen, baut am Ende eine Marke, die niemanden wirklich erreicht. Fokus auf einen skalierbaren Vertriebs- oder Marketingkanal. Lieber einen richtig beherrschen als fünf parallel halbgar bespielen. Und Fokus auf eine Produktgruppe. Tiefe schlägt Breite, gerade in einem überfüllten Markt.

In der Realität ist das überraschend schwer durchzuhalten. Es geht jedes Mal darum, Sachen wegzulassen, die gerade spannend aussehen, aber nicht auf das eigentliche Ziel einzahlen. Genau da entscheidet sich am Ende, ob eine Marke wächst oder im Mittelmaß stecken bleibt.

Bildcredits: Glow25

Wir bedanken uns bei Steven Mattwig für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.


Premium Start-up: Glow25

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Steht die Lebensmittelbranche vor ihrem nächsten großen Umbruch?

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Creovias: Future Food Technology für die Lebensmittelbranche Stefan FAk Creovias Bildrechte Christine Fiedler

Creovias ist eine Beteiligungs- und Beratungsholding für die Lebensmittelbranche und spricht über Future Food Technology, die Zukunft der Lebensmittelbranche und nachhaltige Innovationen

Wie entstand die Idee zu Creovias und welche persönlichen Erfahrungen haben das Unternehmen geprägt?

2010 habe ich mein Bio-Unternehmen gegründet – aus einer Reise ins Mekong-Delta und der Überzeugung, dass hochwertige Bio-Spezialreisvarianten ihren Platz im deutschen Markt finden. 15 Jahre später hat sich das bewahrheitet. Nach dem Verkauf des Unternehmens Ende 2025 stand ich vor der Frage: Was treibt mich als nächstes an? Die Antwort war nicht schwer zu finden. Die Frage, wie die Lebensmittel von morgen entstehen – und wo gerade Milliarden in die falschen Richtungen investiert werden – lässt mich nicht los. Die Holding Creovias ist die Konsequenz daraus.

Wer steckt hinter Creovias und wie ergänzen sich die unterschiedlichen Kompetenzen im Team?

Im Kern bin ich das – mit über 15 Jahren operativer Erfahrung im Food-Bereich, Vertrieb, Markenaufbau und Geschäftsentwicklung. Im Bereich Future Food Technology arbeite ich eng mit Jenny Rädecke zusammen, einer ausgewiesenen Food-Expertin mit tiefem Wissen über neue Rohstoffe und Herstellungsverfahren. Wir ergänzen uns gut: unternehmerische Praxis auf der einen Seite, wissenschaftlich-technologische Einordnung auf der anderen.

Welche Vision verfolgt Creovias für die Zukunft der Lebensmittelbranche?

Ich glaube, dass wir in den nächsten zehn Jahren eine fundamentale Verschiebung erleben werden – wie Rohstoffe produziert, verarbeitet und konsumiert werden. Die Holding Creovias will dabei kein Zuschauer sein. Wir wollen die Unternehmen und Projekte begleiten, die diesen Wandel ernsthaft und nachhaltig gestalten – mit unternehmerischer Erfahrung, klarem Blick und ohne Hype.

Warum braucht es aus Ihrer Sicht neue Ansätze im Bereich Future Food und nachhaltige Ernährung?

Weil die alten Ansätze an ihre Grenzen stoßen. Globale Lieferketten sind fragiler als gedacht, der Klimawandel macht etablierte Rohstoffquellen unzuverlässiger, und das Vertrauen der Konsumenten in hochverarbeitete Lebensmittel schwindet. Gleichzeitig entstehen durch Biotechnologie und KI völlig neue Möglichkeiten. Das Problem ist nicht fehlendes Wissen – es ist fehlendes Urteilsvermögen darüber, was wirklich trägt und was nur gut klingt.

Welche Zielgruppen möchten Sie mit Creovias besonders erreichen?

Unternehmen und Gründerinnen und Gründer, die in der Lebensmittel- und Agrifood-Branche etwas bewegen wollen – und dabei nicht nur eine Beratung suchen, die Folien produziert, sondern jemanden, der mitdenkt und mitgestaltet. Dazu Investoren und Medien, die Orientierung in einem Markt brauchen, der gerade von Hype und echten Innovationen gleichermaßen geprägt wird.

Wie unterstützt Creovias Startups und Unternehmen konkret bei der Entwicklung neuer Food-Innovationen?

Konkret bedeutet bei mir: Ich setze mich an den Tisch, schaue mir das Geschäftsmodell an, frage unbequeme Fragen und helfe, die richtigen Prioritäten zu setzen. In der Beratung geht es meist um Vertrieb, Marktentwicklung und strategische Positionierung. Bei Beteiligungen bringe ich darüber hinaus Netzwerk, Branchenwissen und langfristige Perspektive ein. Keine großen Projektteams, keine anonymen Analysen – sondern direkte, operative Zusammenarbeit.

Was unterscheidet Creovias von klassischen Unternehmensberatungen im Food-Bereich?

Ich habe selbst gebaut, verkauft, Fehler gemacht und daraus gelernt. Das ist ein anderes Fundament als eine Karriere in der Beratung. Ich weiß, wie es sich anfühlt, wenn der Einkäufer eines großen Händlers Nein sagt – und was man daraus macht. Diese Erfahrung ist nicht lehrbar, aber sie ist der Unterschied zwischen Theorie und Praxis.

Welche Herausforderungen begegnen Ihnen aktuell beim Thema nachhaltige Ernährung und Innovation?

Die größte Herausforderung ist die Glaubwürdigkeitslücke. Nachhaltige Ernährung ist im Mainstream angekommen – aber damit auch Greenwashing, überhöhte Versprechen und enttäuschte Konsumenten. Wer heute in diesem Markt arbeitet, muss mehr liefern als ein gutes Gefühl. Substanz, Transparenz und echte Wirkung werden immer wichtiger.

Wie reagieren Unternehmen auf neue Lebensmittelkonzepte und alternative Ernährungsformen?

Gespalten. Die Aufgeschlossenen sehen Chancen und investieren. Die Zögerlichen warten auf Marktsignale, die andere bereits nutzen. Und manche verschließen sich dem Wandel, bis er sie einholt. Was mich interessiert, sind die ersten – jene, die bereit sind, echte Veränderungen anzugehen, bevor es alle anderen tun.

Welche Entwicklungen und Projekte stehen bei Creovias in den kommenden Monaten im Fokus?

Die Beteiligung an spannenden Unternehmen, aber auch der Aufbau von Future Food Technology als eigenständiges Beteiligungsunternehmen stehen ganz oben. Dazu der weitere Ausbau des Podcasts Food Fak(t) als Forum für relevante Stimmen aus der Branche. Und einige Beratungs- und Beteiligungsprojekte, über die ich zu gegebener Zeit berichten werde.

Wie sehen Sie die Zukunft von pflanzenbasierten und nachhaltigen Lebensmitteln in Europa?

Pflanzenbasiert hat eine Zukunft – aber nicht so, wie es vor ein paar Jahren verkauft wurde. Der erste Hype ist vorbei, und das ist gut so. Was jetzt kommt, muss wirklich schmecken, wirklich gesünder sein und wirklich zu fairen Preisen verfügbar sein. Die Technologien dafür – Präzisionsfermentation, Zellkultivierung, neue pflanzliche Rohstoffe – entwickeln sich schnell. Wer jetzt die richtigen Weichen stellt, wird in zehn Jahren relevante Marktanteile haben.

Welche drei Ratschläge würden Sie anderen Gründerinnen und Gründern mit auf den Weg geben?

Erstens: Kenne deinen Kunden besser als er sich selbst kennt – und verkaufe ihm nicht, was du hast, sondern was er braucht. Zweitens: Baue langsamer, aber stabiler. Wachstum um jeden Preis klingt gut, bis es nicht mehr gut klingt. Drittens: Such dir Mitgründer, Berater und Investoren, mit denen du auch in schwierigen Momenten ehrlich reden kannst. Alles andere rächt sich früher oder später.

Bild: Bildrechte: Christine Fiedler

Wir bedanken uns bei Stefan Fak für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Schließt dieser Wettbewerb eine der größten Lücken für europäische Start-ups?

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Deel: The Pitch und Berlin als Sprungbrett für Start-ups

Welche Ziele verfolgt Deel mit dem Wettbewerb „The Pitch“ und warum liegt der Fokus speziell auf Start-ups in der Seed-Phase?

“The Pitch” wurde von Deels CEO Alex Bouaziz als persönlicher Beitrag zur Förderung der nächsten Generation von Gründern ins Leben gerufen. Ziel ist es, die innovativsten Entrepreneure weltweit zu finden, unabhängig von ihrer Herkunft. Dabei erhalten sie Zugang zu passenden Experten und dem Kapital, das sie für ihren nächsten Entwicklungsschritt brauchen. Der Fokus auf die Seed Phase ist bewusst gewählt. Gerade in dieser frühen Phase ist Kapital weltweit besonders ungleich verteilt. Viele starke Ideen scheitern nicht an fehlendem Potenzial, sondern daran, an welchem Ort ein Startup gegründet wird und welche Kontakte bereits vorhanden sind. Deel kann hier gezielt unterstützen. Als globale Employer-of-Record- und HR-Plattform verfügt das Unternehmen über Renommee und ein Netzwerk in mehr als 150 Ländern.

Wie bewerten Sie die Rolle von Wettbewerben wie „The Pitch“ für die Frühphasenfinanzierung von Start-ups in Europa?

“The Pitch” schließt eine strukturelle Lücke im europäischen Startup-Ökosystem. Die Frühphasenfinanzierung konzentriert sich in Europa bisher auf wenige Städte wie London, Paris, Berlin oder Stockholm. Gründer außerhalb dieser Zentren oder ohne die richtigen Kontakte sind dadurch oft im Nachteil. “The Pitch“ schafft hier eine Alternative, indem es Startups einen strukturierten und öffentlich zugänglichen Weg zu Kapital eröffnet, bei dem Leistung im Mittelpunkt steht. Die Investition von 50.000 US Dollar für jeden regionalen Gewinner hat dabei auch Signalwirkung und kann den Startups helfen, weitere Türen zu öffnen. Auch die Zusammensetzung der Jury spielt dabei eine wichtige Rolle. Mit General Catalyst, Speedinvest, Visionaries Club oder Plug & Play in Berlin erhalten die Gewinner Zugang zu und Glaubwürdigkeit bei institutionellen Investoren.

Nach welchen Kriterien wurden die zwölf Gewinner des Berliner Finales ausgewählt?

Beim “The Pitch” Live-Event wurden die Startups, die vor der Jury gepitcht haben, nach verschiedenen Kriterien bewertet: Umsetzungsstärke, Ambition, Stringenz des Geschäftsmodells, sowie langfristiges Potenzial. Am Ende wählte die Jury die Gewinner rein leistungsbasiert aus.

Mit Blick auf das Berliner Finale zeigt sich ein klares Bild: Themen wie KI-Agenten und KI-Infrastruktur dominierten und die Jury interessierte sich offenbar vor allem für KI-Lösungen, die über Chatbots hinausgehen, wie zum Beispiel Mav9 Technologies. Im Fokus standen insgesamt Anwendungen, die komplexe Workflows eigenständig ausführen können. Auch das Thema Cybersecurity für KMUs war stark vertreten. Im Bereich Klima und Nachhaltigkeit stach Grale hervor. Das Unternehmen entwickelt eine patentierte Technologie, die pflanzliche Abfälle in eine Plastikalternative verwandelt. Mit Grant Tech war zudem ein sehr europäisches Thema vertreten. “Granter”, ein KI-Berater für EU-Fördermittel, adressiert die jährlichen EU-Fördermittel in Höhe von 285 Milliarden Euro, die bislang nicht vollständig genutzt werden.

Welche konkreten Vorteile ergeben sich für die Gewinner über das Preisgeld hinaus, insbesondere im Hinblick auf Netzwerk, Sichtbarkeit und internationale Expansion?

Jeder regionale Gewinner erhält neben dem SAFE Investment von Deel Ventures in Höhe von 50.000 US-Dollar automatisch eine Einladung zum Grand Finale in Paris. Hinzu kommt der Zugang zum “Investor Breakfast”, einem exklusiven Event mit 20 bis 25 Investoren, sowie zum Jury-Netzwerk. Dadurch entstehen direkte Kontakte zu GPs von General Catalyst, Speedinvest, Visionaries Club, a16z und weiteren Investoren. Außerdem profitieren die Gewinner von Presse und Medienpräsenz, unterstützt durch Deels Kommunikationsteam. Zusätzlich erhalten sie Sichtbarkeit im Deel-Ökosystem, von denen viele genau die passenden potenziellen Kunden oder Partner dieser Startups sind. Für die Gewinner des Grand Finales kommt als weiterer Vorteil hinzu, dass sie Zugang zum gesamten VC Partnernetzwerk von Deel erhalten. Zudem ist eine Folgeinvestition von bis zu 1 Million US-Dollar möglich.

Wie unterscheidet sich die deutsche Start-up-Szene im internationalen Vergleich innerhalb des Wettbewerbs?

Die Berliner Finalisten-Unternehmen zeigen sehr gut, wo Deutschlands Stärken liegen. Dazu zählen eine starke Deep-Tech-Präsenz, etwa mit Grale, Validproof und Hyphen Global, anspruchsvolle Enterprise-Software wie GetClaro und Nooxit sowie Cybersecurity-Infrastruktur wie Cybee. Gleichzeitig zog das Berliner Event nicht nur deutsche Unternehmen an, sondern auch Startups aus Schweden, Irland und Portugal. Das unterstreicht Berlins Rolle als europäischen Tech-Hub. Im Vergleich zu Paris, wo der Fokus stärker auf Consumer AI und Fintech lag, und Tel Aviv mit einem stärkeren Schwerpunkt auf Defence und Deep Tech, spiegelt das Berliner Event die klassischen Stärken der DACH-Region wider: B2B, industrielle Anwendungen und Infrastrukturlösungen.

Welche Rolle spielen Partner wie J.P. Morgan, Google oder Stripe für den Erfolg und die Skalierung des Programms?

J.P. Morgan ist der Hauptsponsor und stellt sowohl die Logistik als auch die institutionelle Glaubwürdigkeit bereit. So fanden die Investoren-Frühstücke in Berlin, London, New York und Tel Aviv jeweils in den Büros von J.P. Morgan statt. Das öffnet Startups die Möglichkeit, von Private Banking-Kunden und institutionellenInvestoren wahrgenommen zu werden. Auch Google und AWS unterstützten mit Veranstaltungsorten. Durch die Einbindung von Google entsteht für Startups zudem der Zugang zu “Google Cloud Credits”, zu den Programmen “Google for Startups” sowie zu möglichen Enterprise-Kontakten. Und auch Stripe bringt Glaubwürdigkeit im Bereich Payment-Infrastruktur sowie den Zugang zu seinem Startup-Netzwerk ein.

Wie wichtig ist die internationale Vernetzung für Start-ups in einer so frühen Phase ihrer Entwicklung?

Gründer in der Seed-Phase treffen grundlegende Entscheidungen zu Märkten, Hiring und Cap Tables. Die Beziehungen, die in dieser frühen Phase entstehen, bleiben oft langfristig bestehen. Genau darauf ist auch “The Pitch” ausgelegt. Das Investoren-Frühstück mit 20 bis 25 Investoren, das exklusiv für die Gewinner nach jedem regionalen Finale stattfindet, soll gezielt persönliche Gespräche in kleiner Runde ermöglichen, die bei klassischen Networking Events oft zu kurz kommen.

Gab es während des Berliner Finales besondere Momente oder Pitches, die Ihnen besonders in Erinnerung geblieben sind?

Grale, ein schwedisches Deep Tech Unternehmen, das aus pflanzlichen Abfällen Alternativen zu Plastik entwickelt, fiel besonders auf: 5 Millionen US Dollar ARR und 105 Prozent Wachstum pro Quartal sind für ein materialbasiertes Deep-Tech-Unternehmen außergewöhnlich stark, da solche Geschäftsmodelle meist langsamer skalieren als Software. Und Cybees Versprechen, Enterprise Security „in fünf Minuten einsatzbereit“ zu machen, stieß bei der Jury ebenfalls auf großes Interesse. Gerade für KMU ist Cybersicherheit ein wachsendes Thema. Auch Granters Positionierung rund um jährlich 285 Milliarden Euro an ungenutzten EU-Fördermitteln ist genau die Art von Marktpotenzial, die bei Pitches Aufmerksamkeit erzeugt.

Wie stellen Sie sicher, dass auch weniger sichtbare, aber innovative Start-ups eine faire Chance im Wettbewerb erhalten?

Die Bewerbung läuft zentral und global, ohne dass Gründer dafür Empfehlungen oder persönliche Kontakte brauchen. Zunächst werden die Bewerbungen anhand klarer Kriterien wie ARR, Wachstum, Erfahrung des Teams und Qualität des Pitchdecks vorausgewählt. Außerdem ist die Jury je nach Region unterschiedlich besetzt. So fließt in jedes Finale lokales Marktverständnis ein, anstatt alle Entscheidungen einem zentralen Panel zu überlassen.

Bild: Bildrechte: Boldie

Wir bedanken uns für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Manuel Neuer steigt bei happybrush als strategischer Partner ein

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Manuel Neuer steigt bei happybrush ein happybrush Manuel Neuer @happybrush

Manuel Neuer wird strategischer Partner und neues Markengesicht von happybrush. Gemeinsam mit SevenVentures will das Münchner Unternehmen seine Reichweite ausbauen und die nächste Wachstumsphase einleiten.

Manuel Neuer wird Partner von happybrush

Unterföhring, 01.06.2026. SevenVentures, der Investment-Arm der ProSiebenSat.1 Media SE, beteiligt sich mit einem Brutto-Mediavolumen in mittlerer einstelliger Millionenhöhe an happybrush. Das Münchner Unternehmen entwickelt Oral-Care-Produkte mit dem Ziel, Mundpflege hochwertig, zeitgemäß und nachhaltig zu gestalten. Mit dem Investment will happybrush die nächste Skalierungsstufe erreichen. Im Zuge dessen steigt Rekord-Nationaltorhüter Manuel Neuer als strategischer Partner in das Unternehmen ein und wird das neue Markengesicht. Begleitet wird die Zusammenarbeit von einer crossmedialen Kampagne, die auch einen TV-Spot auf den Sendern der ProSiebenSat.1-Gruppe umfasst.

SevenVentures investiert in das Wachstum von happybrush

Seit ihrer Gründung im Jahr 2016 entwickelt die happybrush GmbH Mundpflegeprodukte, die Qualität, Design und Verantwortung in sich vereinen. Das mehrfach ausgezeichnete Produktportfolio deckt dabei sämtliche Kundenbedürfnisse ab und reicht von elektrischen Zahnbürsten für Erwachsene und Kinder über Zahnpasta bis hin zu Zahnseide, Mundspülungen und Interdentalbürsten. Das Unternehmen konnte bereits 25 Millionen Produkte verkaufen und strebt nun den nächsten Schritt in Richtung Massenmarkt an.

Das Media-Investment von SevenVentures garantiert dem Startup langfristig hohe Sichtbarkeit auf den linearen und digitalen Kanälen der ProSiebenSat.1-Gruppe. Dies ermöglicht es happybrush, neue Zielgruppen zu erschließen, die Marktpräsenz auszubauen und nachhaltiges Vertrauen zu etablieren.

Manuel Neuer soll die Markenbekanntheit stärken

Mit Manuel Neuer als Testimonial steht strategisch die Schärfung des Markenprofils von happybrush im Fokus: Der Weltmeister wird nicht nur das Gesicht der anstehenden Kampagne, sondern entwickelt gemeinsam mit happybrush neue Produkt- und Markenkonzepte. Verlängert wird die Kampagne darüber hinaus am Point of Sale, online und über Social Media.

Stimmen zur Partnerschaft von Manuel Neuer und happybrush

Manuel Neuer, DFB-Nationaltorhüter: „Als Profisportler lege ich großen Wert auf Gesundheit, Qualität und konsequente Routinen im Alltag. Dabei spielt auch die Mundgesundheit eine wichtige Rolle. happybrush verbindet effektive Technologie, modernes Design und Nachhaltigkeit auf eine Weise, die mich sofort überzeugt hat – ebenso wie die zahlreichen Auszeichnungen der Produkte. Ich freue mich sehr darauf, die Weiterentwicklung der Marke und zukünftige Produkte aktiv mitzugestalten.“

Stefan Walter, Co-Founder happybrush: „Besonders wertvoll ist für uns, dass Manuel Neuer sich nicht nur als Markenbotschafter engagiert, sondern happybrush auch strategisch mitgestaltet. Und zusammen mit SevenVentures als starkem Medienpartner schaffen wir die mediale Reichweite, um das Unternehmen auf das nächste Level zu heben.“

Florian Hirschberger, CEO SevenVentures: „Durch die große Reichweite von ProSiebenSat.1 wollen wir happybrush helfen, die Markenbekanntheit des Unternehmens in einem breiten Markt weiter zu steigern. Mit Manuel Neuer hat happybrush einen außergewöhnlich starken Markenbotschafter gewonnen. Wir freuen uns sehr über diese Partnerschaft und auf unsere gemeinsame Kampagne.“

Bild Copyright: happybrush

Quelle ProSiebenSat.1 Media SE

BMW und Mistral AI treiben KI in der Crashsimulation voran

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BMW und Mistral AI entwickeln KI in der Crashsimulation weiter. Ziel sind schnellere, präzisere und effizientere Fahrzeugentwicklungen

Key Takeaways

  • KI in der Crashsimulation gewinnt für die Automobilindustrie an Bedeutung, insbesondere durch die Partnerschaft zwischen BMW Group und Mistral AI.
  • Ziel dieser Zusammenarbeit ist die Verbesserung von Qualität, Genauigkeit und Geschwindigkeit in der Fahrzeugentwicklung.
  • Die BMW Group nutzt enorme Mengen an Engineering-Daten, die eine Grundlage für das Training von spezialisierten KI-Modellen bilden.
  • Large Industry Models (LIM) integrieren branchenspezifisches Wissen und werden auf spezifische Ingenieur- und Simulationsdaten trainiert.
  • Die Partnerschaft stärken das KI- und Innovationsökosystem der BMW Group in der Crashsimulation.

KI in der Crashsimulation gewinnt für die Automobilindustrie zunehmend an Bedeutung. Die BMW Group und Mistral AI bündeln ihre Kompetenzen, um mithilfe spezialisierter künstlicher Intelligenz die Qualität, Geschwindigkeit und Präzision von Entwicklungsprozessen zu steigern. Die Partnerschaft gilt als wichtiger Schritt für den Einsatz industrieller KI in der Fahrzeugentwicklung und entlang der gesamten Wertschöpfungskette.

BMW und Mistral AI entwickeln die Crashsimulation weiter

Die BMW Group und Mistral AI gehen eine Partnerschaft ein, um den Einsatz von KI in der Crashsimulation weiterzuentwickeln. Ziel ist es, Qualität, Genauigkeit und Geschwindigkeit komplexer Entwicklungsaufgaben zu verbessern. KI-Technologien, die für Crashsimulation zum Einsatz kommen, besitzen enormes Potenzial. Die Zusammenarbeit ist ein erster Schritt, um anwendungsspezifische KI auf weitere Bereiche der Fahrzeugentwicklung und entlang der Wertschöpfungskette der BMW Group zu skalieren.

„Für die BMW Group ist die Nutzung industrieller Daten ein zentraler Faktor, um künstliche Intelligenz in Wertschöpfung zu übersetzen“, sagt Dr. Franz Decker, CIO und Senior Vice President der BMW Group. „Durch die Kombination unserer Engineering-Datensätze mit den Trainingsfähigkeiten von Mistral AI entwickeln wir spezialisierte KI, die komplexe Entwicklungsaufgaben unterstützt und insbesondere Crashsimulation mit KI revolutioniert.“

KI in der Crashsimulation nutzt enorme Mengen an Engineering-Daten

Der Umfang und die Komplexität der Crashsimulation bei der BMW Group unterstreichen den Bedarf an anwendungsspezifischer KI. Während KI in der Crashsimulation immer wichtiger wird, führt das Unternehmen jede Woche tausende virtuelle Crashsimulationen durch und erzeugt dabei große Mengen an Engineering-Daten. Über die Zeit ist so ein historischer Datensatz von mehr als einem Petabyte entstanden. Dieser enthält hochdetaillierte Informationen über Fahrzeugstrukturen und Materialverhalten und bildet eine einzigartige Grundlage für das Training eines industriellen KI-Modells.

„Industrielle KI gewinnt für Unternehmen zunehmend an Bedeutung und wir sind stolz, mit der BMW Group zusammenzuarbeiten“, sagt Marjorie Janiewicz, Chief Revenue Officer von Mistral AI. Diese Kooperation zeigt den Weg, wie KI speziell in der Crashsimulation zur Bewältigung komplexer technischer Herausforderungen genutzt werden kann.“

Large Industry Models skalieren KI in der Crashsimulation und Fahrzeugentwicklung

Für die Skalierung setzt die BMW Group auf sogenannte Large Industry Models (LIM). Diese KI-Systeme werden auf branchenspezifischen Engineering- und Simulationsdaten aus Fahrzeugentwicklung und Sicherheitstests trainiert. Dabei hat die KI in der Crashsimulation dank LIMs eine einzigartige Chance, von domänenspezifischem Wissen zu profitieren. Im Unterschied zu generischen KI-Systemen integrieren LIMs Domänenwissen direkt in das Modell. Dafür sind neben industriellen Daten auch tiefgehende Expertise sowie technische Umgebungen erforderlich, in denen KI-Systeme direkt aus Entwicklungsprozessen lernen können.

Die Partnerschaft unterstreicht die Bedeutung industrieller Daten für die nächste Phase datengetriebener Wertschöpfung. Außerdem birgt die Verbindung von KI und Crashsimulation neue Innovationsmöglichkeiten für die BMW Group.

Foto/Quelle: BMW AG

Oura Ring 5 ist der kleinste Smart Ring der Welt

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Oura Ring 5 startet als kleinster Smart Ring

Oura Ring 5 setzt auf kompakteres Design

Mit dem Oura Ring 5 präsentiert ŌURA den kleinsten Smart Ring der Welt. Das neue Wearable verbindet ein kompakteres Design mit neuen Funktionen für Gesundheit, Aktivität und Frauengesundheit. Außerdem setzt ŌURA stärker auf Datenschutz, präzisere Sensoren und persönliche Gesundheitsdaten.

ŌURA launcht Oura Ring 5:
Den kleinsten Smart Ring der Welt!

Berlin, 28. Mai – ŌURA, Hersteller des weltweit führenden Smart Rings, hat heute Oura Ring 5 vorgestellt – den kleinsten Smart Ring der Welt. Basierend auf mehr als zwölf Jahren Erfahrung bietet ŌURA seine bisher fortschrittlichsten Gesundheitsmessungen und Erkenntnisse in einer kleineren und komfortableren Form. Oura Ring 5 besteht aus leichtem, hypoallergenem Titan. Zudem kombiniert der Ring neue Hardware mit neuer Software. Dadurch erhalten Mitglieder tiefere und praxisnahe Einblicke in ihre Gesundheit. Gleichzeitig bringt ŌURA neue Funktionen für Frauengesundheit und Aktivität auf den Markt.

„Oura Ring 5 ist ein großer Schritt hin zu unserer Vision, jedem Körper eine Stimme zu verleihen“, sagt Tom Hale, Chief Executive Officer bei ŌURA. „Wir haben Oura Ring 5 komplett neu entwickelt. Dadurch ist er kleiner und angenehmer zu tragen. Gleichzeitig verbinden wir ihn mit unserer bisher fortschrittlichsten Software. So können noch mehr Menschen Oura täglich tragen und von personalisierten Gesundheitseinblicken profitieren.“

Seit mehr als zehn Jahren prägt ŌURA die Kategorie der Smart Rings. Das Unternehmen zeigt außerdem, dass der Finger ein besonders geeigneter Ort ist, um Gesundheitssignale zu messen. Die Arterien im Finger liefern optischen Sensoren ein deutlich stärkeres Pulssignal als das Handgelenk. Dadurch kann ŌURA biometrische Daten präziser erfassen und genauere Werte liefern als viele klassische Wearables.

Neue Sensorik für genauere Messwerte

ŌURA präsentiert Oura Ring 5 als bislang kleinsten Smart Ring des Unternehmens. Das neue Modell ist 40 Prozent kleiner als Oura Ring 4. Dafür entwickelte ŌURA die mechanische, elektrische und optische Architektur komplett neu. Auch Akku, Sensoren und Geometrie wurden überarbeitet. Dadurch entstand ein dünnerer und leichterer Ring mit einer sanften Wölbung für ein natürlicheres Tragegefühl.

„Oura Ring 5 ist der bedeutendste Sprung in der Geschichte der Smart Rings. Um ein Produkt um 40 Prozent kleiner zu machen, ohne Genauigkeit zu verlieren, mussten wir jede Annahme neu denken“, sagt Holly Shelton, Chief Product Officer bei ŌURA. „Das Ergebnis ist unser leistungsfähigstes Wearable. Gleichzeitig fügt es sich nahtlos in den Alltag ein.“

Die neue Signalarchitektur nutzt flache Sensordomes für besseren Hautkontakt. Außerdem kommen stärkere LEDs und zwölf neue Signalpfade zum Einsatz. Dadurch verbessert sich die Genauigkeit bei unterschiedlichen Fingertypen und Hauttönen.

Oura Ring 5 bringt neue Designs

Oura Ring 5 erscheint in den Größen 6 bis 13. Zusätzlich bietet ŌURA neue Farbvarianten an. Dazu gehören ein neu gestaltetes Gold sowie Deep Rose in Kupfer Roségold. Der Ring wurde für den Alltag entwickelt. Deshalb setzt ŌURA auf eine besonders widerstandsfähige PVD Beschichtung gegen Kratzer. Außerdem ist der Ring staub und wasserdicht bis 100 Meter.

ŌURA erweitert Funktionen für Alltag und Aktivität

Laden für ein Leben in Bewegung: Das Oura Ring 5 Charging Case

Mit dem Oura Ring 5 Charging Case bietet ŌURA eine mobile Ladelösung für den Alltag und für Reisen. Das kompakte Aluminiumgehäuse liefert bis zu einen Monat zusätzliche Akkulaufzeit. Zudem unterstützt es kabelloses Laden. Über eine Aktionstaste können Mitglieder den Ladestatus einfach prüfen und Geräte koppeln. Außerdem lassen sich Ring und Charging Case direkt in der Oura App verwalten.

ŌURA führt zusätzlich die Funktion „Locate“ ein. Damit können Mitglieder ihren Oura Ring oder das Ladecase schneller wiederfinden. Außerdem unterstützt Locate mehrere Geräte gleichzeitig.

Live Aktivitätserfassung in Echtzeit

ŌURA erweitert seine Funktionen für Sport und Bewegung. Mitglieder können nun Workouts direkt starten und wichtige Kennzahlen live auf dem Smartphone verfolgen. Dazu gehören Tempo, Distanz und Herzfrequenz. Unterstützt werden unter anderem Laufen, Radfahren und Krafttraining.

Zusätzlich lassen sich Geräte von Drittanbietern koppeln. Dadurch können Nutzer ihre Herzfrequenz in Echtzeit sehen. ŌURA verbessert außerdem die automatische Aktivitätserkennung. Besonders bei ruhigeren Aktivitäten wie Pilates soll die Genauigkeit steigen.

ŌURA erweitert Funktionen für Frauengesundheit

Updates zur Frauengesundheit

Menopause Insights

Mit „Menopause Insights“ erweitert ŌURA seine Funktionen rund um Frauengesundheit. Herzstück ist die Menopause Impact Scale. Dabei handelt es sich um einen neuen klinischen Fragebogen, den ŌURA gemeinsam mit wissenschaftlichen Teams entwickelt hat.

Der Fragebogen beschäftigt sich unter anderem mit Schlaf, Stimmung und Alltagsfunktionen. Mitglieder erhalten dadurch einen besseren Überblick darüber, wie sich die Perimenopause auf ihren Alltag auswirkt.

Persönliche Einblicke und langfristige Analyse

Nach der Auswertung erhalten Mitglieder ein persönliches Dashboard. Dort sehen sie, wie stark einzelne Symptome ihren Alltag beeinflussen. Zusätzlich können sie Entwicklungen langfristig beobachten. Veränderungen durch Stress, Lebensstil oder Behandlungen werden ebenfalls sichtbar.

Außerdem lassen sich Ergebnisse speichern und mit Ärzt teilen. Dadurch sollen Gespräche besser vorbereitet werden.

Neue Funktionen für hormonelle Verhütung

ŌURA erweitert außerdem „Cycle Insights“ für Nutzerinnen hormoneller Verhütung. Die Funktion berücksichtigt unter anderem Pille, Pflaster oder Spirale. Ziel ist es, Veränderungen der persönlichen Baseline besser sichtbar zu machen.

Dadurch erhalten Nutzerinnen neue Einblicke in die Verbindung zwischen ihrem Körpergefühl und physiologischen Daten.

Datenschutz und Datenkontrolle im Fokus

ŌURA erweitert seine Datenschutzfunktionen um eine zeitbasierte Datenlöschung. Mitglieder können damit Daten aus bestimmten Zeiträumen löschen, ohne ihre komplette Historie zu verlieren.

Außerdem betont ŌURA seinen datenschutzorientierten Ansatz. Das Unternehmen verkauft keine Mitgliedsdaten. Stattdessen investiert ŌURA in Sicherheitsarchitekturen und transparente Datenkontrolle. Mitglieder entscheiden selbst, welche Daten geteilt werden.

Oura Ring 5 soll neue Standards setzen

Mit Oura Ring 5 möchte ŌURA die Kategorie der Smart Rings weiterentwickeln. Das Unternehmen verbindet neue Hardware mit erweiterten Software Funktionen und setzt damit auf personalisierte Gesundheitsdaten, Alltagstauglichkeit und präzisere Messungen.

Dank seines weltweiten Wachstums sieht sich ŌURA gut positioniert, um noch mehr Menschen proaktive Gesundheitseinblicke zu bieten und Smart Rings als wichtige Form moderner Wearables zu etablieren.

Bild ŌURA

Quelle Schröder+Schömbs PR

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