Dienstag, September 15, 2026
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Wirtschaftliche Unabhängigkeit als gelebter Feminismus

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Frauen: OnlineBusiness macht Feminismus wirtschaftlich Julia Bock BusinessQueen Foto-Credits: Diana Eismann (https://www.instagram.com/blickfang_fotografie_Diana) (Unternehmen)

Wie das Onlinebusiness die traditionellen Spielregeln für Frauen bricht

„Als Mutter sind Frauen nicht leistungsfähig…“ war der Satz, den mir ein Geschäftsführer 2016 als Unternehmensberaterin und Mutter von 3 kleinen Kindern vor die Nase geworfen hat. Ich muss leider gestehen, dass ich weder empört aufgestanden und gegangen bin noch den Satz argumentativ auseinander gepflückt habe.

Ich war perfekt konditioniert und mein Fokus lag darauf den Auftrag zu bekommen, immerhin hatte ich ja 3 Kids. Leider muss ich auch zugeben, dass ich jahrelang versucht habe mich innerhalb dieses, von und für Männer etablierten Systems, zu integrieren und zu beweisen.

Höher, schneller, weiter und dann noch ein bisschen mehr. Um mir eben nicht vorwerfen lassen zu müssen, dass ich als kleine blonde Frau und Mutter, ja ich bediene fast alle Klischees, nicht „leistungsfähig“ bin.

Es wäre gelogen, würde ich behaupten, dass ich vorher noch nie angeeckt bin…. Das hat mich überhaupt erst in die Selbständigkeit getrieben. Aber auch da musste ich mich gegenüber Männern für meine Kompetenz und Mutterrolle rechtfertigen.

Aber es war genau dieser Termin 2016, der den Knoten bei mir platzen ließ. Was ist denn Leistungsfähigkeit bitte und wer bestimmt, wie viel die gelieferte Leistung wert ist?

Wirtschaftliche Freiheit ist eine feministische Frage

Finanzielle Unabhängigkeit ist für Frauen wichtiger denn je, aber es geht um mehr als Geld. Denn Geld erweitert den Raum, in dem Selbstbestimmung überhaupt möglich ist.

Für mich beginnt gelebter Feminismus deshalb nicht bei der Frage, ob Frauen alles genauso machen können wie Männer. Er beginnt eher bei der Frage, ob Frauen tatsächlich die wirtschaftliche Freiheit besitzen, ihr Leben selbst zu gestalten.

Frauen verdienten in Deutschland 2025 im Schnitt pro Stunde 16% weniger als Männer. Selbst wenn wir all die Totschlagargumente mit Teilzeit, Qualifizierung und Co bereinigen, reden wir immer noch über einen Gender Pay Gap von 6%.

Und wenn wir einen Schritt weiter schauen auf die Rente, dann ist die Lücke die kumulierte Abhängigkeit eines ganzen Lebens… Elternzeit mit 32, Teilzeit mit 25 und keine Führungsposition mit 40, heißt nichts anderes als ein niedriges Gehalt über Jahrzehnte.

Selbst wenn es im Augenblick nicht dramatisch aussieht. Mit 70 steht die Summe deiner Entscheidungen auf dem Kontoauszug.

Aber das Problem ist, es sind eben nicht nur ausschließlich „deine“ Entscheidungen, denn sie entstehen ja nicht im luftleeren Raum. Wer reduziert seine Arbeitszeit, wenn die Kinder betreut werden müssen? Wer übernimmt die unbezahlte Care- Arbeit, einfach weil es immer schon so war? Oder wer verzichtet eher auf die nächste Karrierestufe?

Individuelle Entscheidungen entstehen innerhalb gesellschaftlicher Rahmenbedingungen. Genau deshalb ist wirtschaftliche Unabhängigkeit auch eine feministische Frage.

Weniger Gatekeeper, mehr Selbstbestimmung

Das digitale Unternehmertum ist eines der niedrigschwelligsten wirtschaftlichen Hebelinstrumente, das Frauen heute zur Verfügung steht. Der Grund ist simpel, es gibt weniger (männliche) Gatekeeper.

In jedem klassischen Unternehmen entscheidet jemand über die Beförderung, das Gehalt und die Arbeitsaufgaben. Im klassischen Startup bist du abhängig vom vorhandenen Kapital oder von Investoren, genauso wie im lokalen Business.

Im OnlineBusiness kann frau mit einem überschaubaren Kapital Wissen in ein Angebot verwandeln, Kunden direkt erreichen und Preise selbst bestimmen.

Mit anderen Worten, ein Onlinebusiness reduziert die Zahl der Menschen, deren Zustimmung eine Frau benötigt, um Einkommen zu erzielen.

Homeoffice ist keine Revolution

Gerade für Mütter liegt die Revolution nicht im Homeoffice, sondern in der Entkopplung von Zeit und Einkommen.

Denn wenn ich meinen Arbeitsplatz lediglich vom Büro an den Küchentisch verlege, aber weiterhin jede einzelne Stunde gegen Geld tausche, hat sich wirtschaftlich wenig verändert.

Digitale Produkte, Gruppenprogramme, Memberships oder automatisierte Verkaufsprozesse ermöglichen dagegen Geschäftsmodelle, bei denen Wissen und Expertise mehrfach verkauft werden können. Deine verfügbare Arbeitszeit setzt damit nicht mehr automatisch die Grenze für dein Einkommen.

OnlineBusiness kann feministisch sein, aber Selbständigkeit macht eine Frau nicht automatisch emanzipiert. Ganz im Gegenteil, wer 60 Stunden arbeitet, zu wenig verlangt und keinerlei finanzielle Rücklagen aufbaut, betreibt keine wirtschaftliche Befreiung, sondern Selbstausbeutung mit Gewerbeschein.

Frauen können sich aber gerade mit einem OnlineBusiness eigene wirtschaftliche Strukturen schaffen, statt ausschließlich darauf zu hoffen, innerhalb bestehender Strukturen besser bezahlt, befördert oder überhaupt ernst genommen zu werden.

Erfolg braucht neue Spielregeln

Und vielleicht müssen wir deshalb auch unsere Vorstellung von erfolgreichem Unternehmertum verändern. Erfolg muss nicht zwingend das millionenfinanzierte Startup, das große Team oder Wachstum um jeden Preis sein.

Ein profitables digitales Unternehmen, das einer Frau Vermögensaufbau, zeitliche Freiheit und echte Entscheidungsfähigkeit ermöglicht, kann mindestens genauso revolutionär sein.

Denn für mich bedeutet Feminismus nicht, dass jede Frau Unternehmerin werden muss.

Feminismus bedeutet, dass Frauen echte Wahlmöglichkeiten haben sollten und wirtschaftlich stark genug sind, diese auch nutzen zu können.

2016 wollte ich diesem Geschäftsführer noch beweisen, dass ich trotz drei kleiner Kinder leistungsfähig bin.

Heute würde ich mit dieser Situation anders umgehen, denn warum sollte ausgerechnet er darüber entscheiden dürfen, was ich kann und was meine Leistung wert ist?

Wirtschaftliche Unabhängigkeit ist vielleicht nicht die am meisten wahrgenommene Form von Feminismus, aber sie ist eine extrem wirksame.

Bild Foto-Credits: Diana Eismann (https://www.instagram.com/blickfang_fotografie_Diana) (Unternehmen)

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

1 https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2025/12/PD25_453_621

Was ist Knuddels? Die deutsche Chat-Community im Faktencheck

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Knuddels: Community und Chat-Community im Faktencheck Bildcredits knuddels

Chat-Communitys gehören zu den ältesten sozialen Formaten des Internets – und erstaunlicherweise zu den widerstandsfähigsten. Während Messenger, soziale Netzwerke und Dating-Apps den Markt mehrfach umgekrempelt haben, sind viele Anbieter aus der Frühzeit längst verschwunden. Mit Omegle ist inzwischen auch einer der bekanntesten internationalen Zufallschats offline. Eine Plattform aus Karlsruhe hat all diese Umbrüche dagegen überlebt – und unterhält weiterhin eine aktive Community. Wer vor einer Anmeldung recherchiert, findet zu ihr viele Meinungen, aber erstaunlich wenig geprüfte Fakten. Genau hier setzt dieser Artikel an.

Knuddels ist eine Online-Plattform zum Chatten, Spielen und Flirten für Nutzer ab 18 Jahren. Betrieben wird sie von der Knuddels GmbH & Co. KG mit Sitz in Karlsruhe; gegründet wurde die Community 1999 als deutscher Chat. Was die Plattform in einem Markt voller internationaler Zufallschats am Leben hält, ist weniger Technik als Struktur.

Dieser Faktencheck prüft, wem die Community gehört, wie sie moderiert wird, was sie kostet und wie es um Datenschutz und Sicherheit steht. Und er zeigt, was Gründer von einem Betriebsmodell lernen können, das seit mehr als 25 Jahren trägt.

Was ist Knuddels?

Knuddels ist eine Online-Plattform zum Chatten, Spielen und Flirten für Nutzer ab 18 Jahren. Die deutschsprachige Chat-Community existiert seit 1999, ist im Grundzugang kostenlos nutzbar und setzt auf thematische Chaträume sowie über 100 Spiele.

Wer sich ein eigenes Bild machen möchte, kann sich bei Knuddels mit wenigen Angaben registrieren: Ein selbst gewählter Nickname, das Alter und das Geschlecht genügen für den Start. Mehr muss niemand preisgeben, der erst einmal hineinschnuppern will.

Wie die Plattform funktioniert: thematische Chaträume statt Feed

Statt auf einen algorithmisch sortierten Feed setzt die Plattform auf thematische Chaträume. Die Räume bündeln Interessen – von Hobbys über Musik bis zu regionalen Kanälen für einzelne Städte und Regionen. Kontakte entstehen aus laufenden Gesprächen, nicht durch Swipen oder Matching-Algorithmen. Gechattet wird unter einem Nickname statt unter dem Klarnamen; persönliche Daten bleiben so geschützt, solange man sie nicht selbst preisgibt. Diese bewusst einfache Architektur ist Teil des Erfolgs: niedrige Hürden für den Einstieg, klare Strukturen für das Miteinander.

Welche Funktionen es gibt: Spiele, Fotomeet, private Nachrichten, lokale Channels

Zum Angebot gehören mehr als 100 Online-Spiele, die in eigenen Spielräumen laufen, dazu private Nachrichten für Direktkontakte und lokale Channels für die Umgebung. Das Spiel Fotomeet bringt Mitglieder spielerisch zusammen: Wer sich gegenseitig sympathisch findet, kann direkt ins Gespräch wechseln. Knuddels läuft als vollwertige Web-Version im Browser und als App für iOS und Android – die Community ist damit am Desktop genauso erreichbar wie unterwegs.

Wem gehört Knuddels und wo sitzt das Unternehmen?

Knuddels gehört der Knuddels GmbH & Co. KG, die ihren Sitz in Karlsruhe hat. Das Unternehmen ist inhabergeführt und unabhängig; nach Unternehmensangaben beschäftigt es rund 50 Mitarbeitende. Betreiber und Plattform sitzen damit am selben Ort – Entwicklung, Moderation und Unternehmensführung bleiben in einer Hand.

Die Gründungsgeschichte der Community

Knuddels wurde 1999 als deutscher Chat gegründet und gehört damit zu den Pionieren der deutschsprachigen Online-Communities. Die Plattform entstand in einer Zeit, in der das Chatten im Web gerade populär wurde, und hat seitdem alle großen Marktumbrüche überstanden – von Messenger-Diensten bis zu sozialen Netzwerken und Dating-Apps. Das Unternehmen ist bis heute inhabergeführt und unabhängig geblieben, statt im Portfolio eines internationalen Konzerns zu landen. Diese Kontinuität prägt das Produkt: Die Community wächst organisch, viele Mitglieder sind seit Jahren dabei.

Warum ein deutscher Firmensitz mehr ist als eine Adresse

Ein Firmensitz in Deutschland bedeutet: Als deutsches Unternehmen mit Sitz in Karlsruhe unterliegt Knuddels der DSGVO und deutschem Recht. Der Betreiber der Plattform ist damit juristisch im Inland greifbar – bei Angeboten, deren Verantwortliche im Ausland sitzen, ist das nicht selbstverständlich. Für eine Chat-Community, in der täglich persönliche Gespräche stattfinden, ist das ein gewichtiges Argument.

Ist Knuddels seriös?

Ja. Knuddels ist ein deutsches Unternehmen und an die DSGVO gebunden. Die Plattform setzt auf den breiten Einsatz von künstlicher Intelligenz, eine große Basis ehrenamtlicher Moderatoren und arbeitet mit Behörden wie dem Bundeskriminalamt zusammen, um die Sicherheit auf der Plattform zu gewährleisten. Seriosität ist hier kein Werbeversprechen, sondern ein mehrstufiges Sicherheitssystem aus Technik, Menschen und institutioneller Zusammenarbeit – und als solches überprüfbar.

Wie das Moderationsmodell aufgebaut ist

Knuddels setzt auf KI-Filter und ehrenamtliche Moderation. Die automatisierten Filter sollen Spam, Bots und toxisches Verhalten erkennen. Parallel kümmern sich die Moderatoren um die einzelnen Räume: Sie kommen aus der Community, sind dort meist seit Jahren aktiv und kennen die Gepflogenheiten ihrer Bereiche genau. Sie können einschreiten, Nutzer verwarnen oder Verstöße an das interne Team weitergeben. Die Räume werden also nicht nur technisch überwacht, sondern aktiv von Menschen moderiert.

Was die Zusammenarbeit mit dem Bundeskriminalamt konkret bedeutet

Knuddels arbeitet mit dem Bundeskriminalamt zusammen. Diese Kooperation ist fester Bestandteil des Sicherheitskonzepts: Sie ersetzt keine Polizeiarbeit und ist keine Garantie gegen jeden Verstoß. Sie zeigt aber, dass die Plattform ihre Sicherheitsarbeit nicht isoliert betreibt, sondern mit Ermittlungsbehörden abstimmt – ein Unterschied, den Nutzer im Alltag kaum sehen, der aber zählt, wenn es ernst wird.

Jugendschutz-Team und Jugendschutzbeauftragter

Ergänzend unterhält das Unternehmen ein eigenes Jugendschutz-Team und einen benannten Jugendschutzbeauftragten. Die Community ist auf Nutzer ab 18 Jahren ausgerichtet: Die Altersgrenze wird bereits bei der Registrierung abgefragt, und Verstöße dagegen können zum Ausschluss des Kontos führen. Jugendschutz ist damit keine nachträgliche Ergänzung, sondern fester Bestandteil der Plattformorganisation.

Was kostet Knuddels?

Der Grundzugang von Knuddels ist kostenlos; eine Registrierung mit Nickname, Alter und Geschlecht genügt. Chatten, die thematischen Räume und die Spiele stehen im Grundumfang ohne Gebühr offen. Einzelne Zusatzfunktionen können kostenpflichtig sein – bezahlt wird also nicht für den Zugang zur Community, sondern allenfalls für Komfort-Extras am Rand.

Für wen ist Knuddels?

Knuddels ist eine Online-Plattform zum Chatten, Spielen und Flirten für Nutzer ab 18 Jahren und richtet sich besonders an Menschen, die keine Lust mehr auf klassische Dating-Apps haben und ohne Druck neue Leute kennenlernen wollen – ob für etwas Ernstes oder für Freundschaften. Die meisten Nutzer sind zwischen 25 und 35 Jahren alt. Knuddels versteht sich dabei ausdrücklich als Chat-Community, nicht als Singlebörse oder Partnervermittlung: Nähe entsteht durch Gespräche, nicht durch Profile. Auch wer einfach nur plaudern oder gemeinsam spielen möchte, findet thematisch passende Räume.

Bild von https://kaboompics.com/ auf Pexels

Wie sind die Erfahrungen mit Knuddels?

Die Erfahrungen beschreiben eine sichere Community, in der man echte Menschen trifft und über alles plaudern kann. Es gibt sogar reale Chattertreffen, bei denen sich Mitglieder persönlich begegnen. Gerade diese Treffen sind der stärkste Authentizitätsbeleg: Hinter den Nicknames stehen reale Personen, viele sind seit Jahren dabei. Regionale Kanäle und Stammtische verbinden Online- und Offline-Welt, und viele Mitglieder berichten von Freundschaften, die über den Chat hinaus Bestand haben.

Wie schlägt sich Knuddels im Vergleich zu anderen Chat-Plattformen?

Wer sich im Markt umsieht, stößt auf Namen wie Chatroom2000, Chat4Free oder OmeTV – und auf eine Leerstelle: Der international bekannte Zufallschat Omegle hat seinen Betrieb eingestellt, ein Beleg dafür, wie schnell sich dieser Markt dreht. Für einen belastbaren Faktenvergleich mit den Wettbewerbern liegen dieser Redaktion keine einheitlich erhobenen, prüfbaren Daten vor; entsprechend verzichtet dieser Check auf eine Punktewertung. Belegbar sind dagegen die Eckdaten von Knuddels:

Für Nutzer, die eine deutschsprachige Chat-Community suchen, kann Knuddels damit eine Alternative zu früheren Zufallschat-Angeboten sein – mit festen Räumen statt wechselnder Zufallsbekanntschaften und mit einer Moderation, die aus der Community selbst kommt. Verfügbar ist die Plattform als Web-Version sowie als Knuddels App für Android bei Google Play und für iOS.

Was andere Plattformen von diesem Modell lernen können

Community-Selbstverwaltung als Betriebsmodell

Für Gründer digitaler Plattformen ist der Karlsruher Fall ein Lehrstück: Vertrauen lässt sich skalieren, wenn die Community es selbst trägt. Statt Moderation komplett extern einzukaufen, rekrutiert Knuddels seine Helfer aus den aktivsten Mitgliedern. Das senkt Kosten, erhöht aber vor allem die Akzeptanz von Entscheidungen – wer von eigenen Leuten moderiert wird, erlebt Regeln als Community-Konsens statt als Konzernvorgabe. Gleichzeitig entsteht ein Wissensvorsprung: Ehrenamtliche erkennen Stimmungen und Konflikte in ihren Räumen früher als jede Zentrale. Und sie moderieren nicht gegen ihre Community, sondern als Teil von ihr – ein Unterschied, der sich im Ton der Räume zeigt.

Warum ehrenamtliche Moderation nur mit langfristiger Bindung funktioniert

Ehrenamt lässt sich nicht nachträglich aufsetzen. Das Modell funktioniert, weil Mitglieder über Jahre bleiben, Reputation aufbauen und Verantwortung schrittweise übernehmen. Plattformen, die auf schnelles Wachstum statt auf Bindung setzen, können ein solches Netzwerk kaum kopieren. Die unbequeme Lektion für Gründer: Community-Kultur ist eine Investition mit langem Atem – und kein Feature, das sich per Update nachliefern lässt. Wer sie früh pflegt, baut ein Gut auf, das sich in keiner Bilanz abbildet, aber jedes Sicherheitskonzept trägt. Genau diese Geduld erklärt, warum Knuddels Marktphasen überdauert hat, an denen kürzer getaktete Angebote gescheitert sind.

Häufige Fragen

Was ist Knuddels?

Eine deutschsprachige Chat-Community zum Chatten, Spielen und Flirten für Nutzer ab 18 Jahren – aktiv seit 1999 und im Grundzugang kostenlos.

Ist Knuddels seriös?

Ja. Deutsches Unternehmen mit DSGVO-Bindung, KI-Filter plus ehrenamtliche Moderation und Zusammenarbeit mit dem Bundeskriminalamt.

Ist Knuddels kostenlos?

Der Grundzugang kostet nichts; eine Registrierung mit Nickname, Alter und Geschlecht genügt für den Einstieg.

Wie wird bei Knuddels moderiert?

Hybrid: KI-Filter sollen Spam, Bots und toxisches Verhalten erkennen, ehrenamtliche Moderatoren aus der Community betreuen die Räume.

Wie sicher sind meine Daten bei Knuddels?

Als deutsches Unternehmen unterliegt Knuddels der DSGVO. Gechattet wird unter einem selbst gewählten Nickname statt unter dem Klarnamen.

Gibt es Knuddels als App?

Ja, für iOS und Android – ergänzt durch eine vollwertige Web-Version für den Browser.

Fazit

Der Faktencheck fällt klar aus: Knuddels ist eine deutsche Chat-Plattform für Nutzer ab 18, betrieben von einem Unternehmen mit Sitz in Karlsruhe. DSGVO-Bindung, das Moderationsmodell aus KI-Filtern und ehrenamtlichen Helfern sowie die Zusammenarbeit mit dem Bundeskriminalamt machen die Community zu einem klar strukturierten Angebot auf dem deutschen Markt. Der Grundzugang lässt sich kostenlos nutzen, die Hürden für einen eigenen Eindruck sind niedrig. Wer in Deutschland eine moderierte Chat-Community sucht, kommt an Knuddels kaum vorbei.

Titelbild Screenshot: knuddels.de

Autor Simon Peters

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Knipping: Wie kleine Unternehmen digitale Sichtbarkeit planbar machen

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knipping.org: SEO und KI für digitale Sichtbarkeit Alexander Knipping Gründer

knipping.org verbindet langjährige Erfahrung in SEO und KI mit einem klaren Fokus auf digitale Sichtbarkeit und wirtschaftlich sinnvolle Maßnahmen für Unternehmen

Können Sie knipping.org kurz vorstellen und erzählen, wie aus Ihren eigenen Erfahrungen beim Aufbau eines Online-Shops die heutige Beratung entstanden ist?

knipping.org ist keine Agentur, die Ihnen ein Leistungspaket verkauft. Es ist die Unterstützung, die ich mir selbst früher gewünscht hätte, als ich meinen eigenen Online-Shop aufgebaut habe. Ich kenne den Moment, in dem alle Zahlen nach oben zeigen, mehr Traffic, mehr Rankings, und der Kontostand trotzdem stehen bleibt. Genau dort entsteht die falsche Frage. Die meisten optimieren, was messbar ist, statt was verkauft. Ich habe das mit eigenem Geld durchgemacht: falsche Reihenfolge, zu viele Baustellen gleichzeitig, teure Maßnahmen ohne Wirkung. Aus diesen Fehlern ist meine Beratung geworden.

Und weil ich nicht nur darüber reden will, teste ich es gerade öffentlich an mir selbst mit dem Projekt SEO Baden-Baden auf Knipping.org. Für einen lokal hart umkämpften Begriff arbeite ich mich Schritt für Schritt in die Top 10. Ich bin spät gestartet, Anfang August 2026 lag ich noch jenseits der Top 100, und ich dokumentiere jeden Fortschritt transparent, alle 14 Tage ein ehrlicher Zwischenstand. Das soll eines zeigen: Sichtbarkeit ist auch heute planbar, selbst wenn man spät dran ist.

Wer steht hinter knipping.org, und welche Stationen aus Online-Marketing, SEO und E-Commerce prägen Ihre Arbeit heute?

Hinter knipping.org stehe ich, Alexander Knipping, SEO- und Online-Marketing-Berater aus Baden-Baden. Seit 2010 beschäftige ich mich mit Suchmaschinenoptimierung, Online-Marketing und digitalen Geschäftsmodellen. In dieser Zeit habe ich SEO aus vier Blickwinkeln kennengelernt: in mehr als 100 eigenen Webprojekten, in Kundenprojekten, aus der Agentur heraus und als Betreiber eines eigenen Online-Shops. Gerade diese letzte Perspektive fehlt den meisten Beratern. Wer nie selbst am Monatsende auf die Marge geschaut hat, empfiehlt anders. Ich bewerte jede Maßnahme danach, ob sie sich für das Unternehmen rechnet, nicht danach, ob sie in einem Reporting gut aussieht.

Welche Vision verfolgen Sie mit knipping.org, und warum möchten Sie besonders kleinere Unternehmen unterstützen?

Kleinen Unternehmen wird Komplexität verkauft, die sie nicht benötigen. Meine Vision ist einfach: Eine gute digitale Entscheidung sollte nicht vom Budget abhängen. Große Unternehmen leisten sich eine Marketingabteilung, die Vorschläge einordnet. Kleine bekommen dieselben Vorschläge, nur ohne jemanden, der ehrlich sagt, was davon Unsinn ist. Genau diese Lücke fülle ich. Ich möchte, dass ein Handwerksbetrieb, eine Praxis oder ein kleiner Shop nicht zehn halbe Maßnahmen bezahlt, sondern die zwei richtigen kennt. Kleine Unternehmen reizen mich, weil der Hebel hier am größten ist. Eine einzige korrigierte Priorität verändert dort oft schon sehr viel.

Viele kleine Unternehmen haben keine eigene Marketingabteilung. Welche Fragen und Probleme begegnen Ihnen deshalb besonders häufig?

Der häufigste Satz ist: „Wir machen doch SEO, aber es passiert nichts.“ Dahinter steckt fast immer dasselbe Muster. Man arbeitet an Sichtbarkeit für Begriffe, die niemand kauft. Man schreibt Blogartikel, während die Shop- oder Leistungsseiten technisch und strukturell brachliegen. Und man kauft Tools und Dienstleistungen, deren Nutzen man nicht bewerten kann, und traut sich nicht zu fragen, ob sie überhaupt wirken. Ohne eigene Marketingabteilung fehlt die Instanz, die „Nein“ sagt. Deshalb landen kleine Unternehmen bei Maßnahmenlisten mit zwanzig Punkten, arbeiten alle gleichzeitig halbherzig ab und sehen kein Ergebnis. Die eigentliche Frage ist nie „Was können wir noch tun?“, sondern „Was davon dürfen wir getrost lassen?“

Sie verstehen sich als Sparringspartner auf Augenhöhe. Was bedeutet das konkret in der Zusammenarbeit mit Ihren Kunden?

Augenhöhe heißt: keine Fachbegriff-Wand, hinter der man sich versteckt. Ich erkläre nicht nur, was zu tun ist, sondern auch warum, und zwar so, dass Sie es ohne mich weiter beurteilen können. Die Entscheidung bleibt bei Ihnen, ich liefere die Grundlage, nicht den Zwang. Konkret bedeutet das auch, dass ich gegen mein eigenes Interesse berate, wenn es richtig ist. Wenn die ehrliche Antwort lautet „Das erledigt Ihr Team in zwei Stunden selbst“, dann sage ich das, auch wenn ich daran nichts verdiene. Ein Sparringspartner macht Sie stärker, er macht Sie nicht abhängig. Genau daran messe ich eine gute Zusammenarbeit: Am Ende verstehen Sie Ihr eigenes Marketing besser, nicht schlechter.

Was unterscheidet knipping.org aus Ihrer Sicht von klassischen Agenturen oder großen Beratungen?

Der Unterschied liegt im Anreiz. Bei klassischen Agenturmodellen entsteht häufig ein natürlicher Anreiz, über Umfang, Stunden oder Retainer zu wachsen. Mein Modell setzt bewusst einen anderen Schwerpunkt: Ich verdiene an Klarheit und Priorisierung, nicht an möglichst vielen Maßnahmen. Zweitens habe ich selbst operativ Geld verdient und verloren, nicht nur beraten. Diese Unternehmerperspektive verändert jede Empfehlung. Drittens bin ich unabhängig genug, um eine ehrliche Zweitmeinung zu geben, auch zu bestehenden Agenturen. Ich prüfe, was sinnvoll ist, was fehlt und was Sie gerade bezahlen, ohne es zu benötigen. Und Sie sprechen direkt mit mir, nicht mit einem Account-Manager, der die Frage weiterreicht. Klein und direkt ist hier kein Nachteil, sondern der Kern des Angebots.

Sie setzen bewusst auf klare Prioritäten statt möglichst viele Maßnahmen. Wie erkennen Sie, welche Hebel für ein Unternehmen wirklich relevant sind?

Ich folge dem Geld, nicht der Checkliste. Zuerst schaue ich, welche Seiten und welche Suchanfragen tatsächlich Umsatz bringen oder bringen könnten, und ignoriere den Rest bewusst. Dann trenne ich zwei Dinge, die ständig verwechselt werden: Was ist kaputt, und was ist nur nicht perfekt? Kaputte Grundlagen schlagen jede inhaltliche Feinarbeit. Damit meine ich langsame Ladezeiten, Seiten, die gar nicht indexiert werden, eine unklare Marke oder Seiten, die sich gegenseitig blockieren. Erst wenn das Fundament trägt, lohnt sich Content. In den allermeisten Fällen liegen achtzig Prozent der Wirkung in zwei oder drei Baustellen. Meine Aufgabe ist, diese zu finden und alles andere ehrlich als „später oder nie“ zu markieren.

Welche Rolle spielen SEO und organische Sichtbarkeit heute noch in einer Zeit, in der KI-Suche zunehmend an Bedeutung gewinnt?

SEO stirbt nicht, es erweitert sich. Googles KI-Funktionen bauen direkt auf den Systemen und dem Index der klassischen Suche auf, und auch andere KI-Suchsysteme greifen für aktuelle Antworten auf Inhalte aus dem Web und Suchsysteme zurück. Eine technisch saubere, auffindbare Website, klare Themenzuordnung und eine eindeutig erkennbare Marke bleiben deshalb das Fundament. Wer online kaum auffindbare, eindeutige und zitierfähige Informationen über seine Marke bereitstellt, hat es auch in KI-Antworten deutlich schwerer. Neu ist nur die zweite Bühne: Sie müssen zusätzlich messen, ob KI-Systeme Ihre Marke überhaupt kennen und korrekt beschreiben. Der eigentliche Wandel ist strategisch. Klicks allein werden als Erfolgskennzahl weniger aussagekräftig, weil KI-Systeme Antworten zunehmend direkt liefern. Markenpräsenz gewinnt dadurch an Bedeutung. Für kleine Unternehmen kann das sogar eine gute Nachricht sein, denn eine klare und konsistente Marke kann hier wichtiger sein als das größte Budget.

Beim Thema E-Commerce greifen Sie auch auf eigene Shopify-Erfahrung zurück. Welche typischen Fehler beobachten Sie bei kleineren Online-Shops?

Der teuerste Fehler ist die falsche Reihenfolge. Man startet mit Blogartikeln und Backlinks, während die Kategorieseiten, also die Seiten, die tatsächlich verkaufen, leer und uninteressant bleiben. Bei transaktionalen Suchanfragen sind gut aufgebaute Kategorie- und Produktseiten häufig die entscheidenden Landingpages. Ratgeber können unterstützen, ersetzen dieses Fundament aber nicht. Zweiter Klassiker: austauschbare Produkttexte, oft aus dem Großhandel oder Dropshipping übernommen, die sich gegenseitig blockieren. Dritter Punkt: Produktdaten und der Merchant-Feed werden stiefmütterlich behandelt, obwohl genau diese Daten für Google und KI-Systeme die Wahrheit über Ihr Produkt sind. Dazu kommt technischer Ballast, also zu viele Apps, langsame Themes, lange Ladezeiten. Und über allem schwebt die Vanity-Falle. Man feiert steigende Besucherzahlen, während die Marge nicht mitwächst. Ich habe diese Fehler selbst gemacht, deshalb erkenne ich sie schnell.

KI und Automatisierung versprechen viel Effizienz. Wie entscheiden Sie, welche Anwendungen tatsächlich wirtschaftlichen Nutzen bringen?

Ich stelle nur eine Frage: Verschwindet damit eine echte, wiederkehrende Kostenstelle, oder wird ein Umsatz möglich, der vorher blockiert war? „Wir nutzen jetzt KI“ ist kein Nutzen, sondern ein Aufkleber. Die meisten KI-Funktionen sind Lösungen auf der Suche nach einem Problem. Deshalb fange ich nie beim Tool an, sondern beim Engpass: Wo geht real Zeit oder Geld verloren? Für diesen einen Engpass suche ich eine Anwendung, setze sie klein auf und messe vorher und nachher. Bringt sie nichts Messbares, fliegt sie wieder raus, ohne Sentimentalität. Automatisierung lohnt sich dort, wo etwas oft, gleichförmig und fehleranfällig passiert. Sie lohnt sich nicht als Selbstzweck, nur weil gerade alle darüber reden.

Welche Themen und Angebote möchten Sie bei knipping.org in den kommenden Jahren weiter ausbauen?

Zwei Richtungen. Erstens die Sichtbarkeit in KI-Systemen als messbare Leistung, nicht als Buzzword, sondern konkret: Kennt und empfiehlt ChatGPT Ihre Marke, und wenn nein, woran liegt es? Dieses Feld ist neu, unübersichtlich und voller Versprechen, deren Wirkung sich oft nur schwer überprüfen lässt. Genau dort will ich die ehrliche, überprüfbare Instanz sein. Zweitens die strukturelle E-Commerce-Arbeit für kleinere Shops, weil hier der größte ungenutzte Hebel liegt. Was ich bewusst nicht ausbauen will, ist Größe um der Größe willen. Der Wert von knipping.org steckt in der Unabhängigkeit und der direkten Zusammenarbeit. Sobald eine Zweitmeinung durch drei Zwischenebenen läuft, ist sie keine mehr.

Welche drei Ratschläge würden Sie anderen Gründerinnen und Gründern geben, die mit begrenzten Ressourcen ihre digitale Sichtbarkeit und ihr Geschäftsmodell weiterentwickeln möchten?

Erstens: Weniger, dafür richtig. Zwei konsequent umgesetzte Prioritäten schlagen zwanzig halbe Maßnahmen, jedes Mal. Zweitens: Werden Sie eine klare Marke. Beschreiben Sie überall, auf der Website, in Verzeichnissen, in Profilen, identisch, wer Sie sind und für wen. Konsistenz hilft Suchmaschinen und KI-Systemen dabei, Ihre Marke eindeutig einzuordnen, und sie kostet kein Budget, nur Disziplin. Drittens: Bauen Sie auf dem, was Ihnen gehört. Ihre Website ist Eigentum, Reichweite auf fremden Plattformen ist gemietet. Und messen Sie das, was zählt, also Umsatz und Anfragen, nicht Rankings und Besucherzahlen. Der häufigste Gründungsfehler ist nicht zu wenig Aktivität, sondern Aktivität an der falschen Stelle. Wer früh lernt, ehrlich zu priorisieren, spart sich Jahre teurer Umwege.

Alexander Knipping ist SEO- und Online-Marketing-Berater aus Baden-Baden. Seit 2010 beschäftigt er sich mit Suchmaschinenoptimierung, Online-Marketing und digitalen Geschäftsmodellen. In dieser Zeit hat er SEO aus unterschiedlichen Perspektiven kennengelernt: mit mehr als 100 eigenen Webprojekten, in Kundenprojekten, in einer Agentur und als Betreiber eines eigenen Online-Shops.

Bildcredits Privat/Knipping

Wir bedanken uns bei Alexander Knipping für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.


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Ansprechpartner: Alexander Knipping

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KAZIMI: Wie deterministischer Bot-Schutz fehlerhafte App-Daten stoppt

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KAZIMI: Daten verifizieren und Bots erkennen KAZIMI Team Bild stehend

KAZIMI verifiziert Daten in mobilen Apps und erkennt Bots eindeutig, um Unternehmen eine verlässliche Grundlage für Marketing- und Optimierungsentscheidungen zu geben.

Wie würdet ihr KAZIMI vorstellen und welches konkrete Problem löst ihr für Unternehmen mit Mobile Apps?

KAZIMI ist ein Verifizierungstool für mobile App-Daten. Wir erkennen Bots deterministisch — nicht über Wahrscheinlichkeits-Scores, sondern über eindeutige Signale. Das Ergebnis sind 100% verifizierte menschliche Daten als Grundlage für jede Optimierungsentscheidung, einschliesslich dem App Marketing.

Wer sind die Gründer hinter KAZIMI und welche Erfahrungen bringt ihr in den Bereichen Mobile Security und Mobile Marketing mit?

Das Kazimi-Team hat vor der 1 Milliarde Dollar schweren Übernahme durch Applovin die Security-Lösung bei Adjust gebaut. Insgesamt hat das Team über 40 Jahre Erfahrung im Bereich mobiler Sicherheit und Werbebetrugsbekämpfung. Kazimi bietet eine neue Lösung an, die die Bot-Krise des Mobile Marketing erstmals wirksam bekämpfen kann – mit einem neuartigen technologischen Ansatz.

Welche Vision verfolgt ihr mit KAZIMI und welche Rolle spielt dabei eure Proof of Humanness Technologie?

Verifizierte Menschlichkeit soll ein Grundstein des mobilen Öko- und Werbesystems werden. Nicht ein Feature im Anti-Fraud-Werkzeugkasten, sondern die Voraussetzung dafür, dass Daten in mobilen Apps gesammelt werden, überhaupt noch sinnvoll verarbeitet werden können.

Heute ist Werbebetrug mehr als ein Kostenproblem. Man verliert einerseits Budget in Werbekamapgnen, die stark mit Daten nicht menschlicher Herkunft manipuliert werden, und andererseits optimiert auf Datensätze, in denen Menschen und Maschinen gleichwertig behandelt werden. Wenn dies unbemerkt geschieht können Firmen Ihre mobile Strategie gegen Ihr eigentliches Interesse aufstellen und sich langfristig finanziell schädigen.

Automatisierter Traffic – also Daten, die nicht auf menschliches Verhalten erhoben werden – wird nicht weniger, sondern mehr und schwerer durch traditionelle Datenanalysen zu ermitteln. Je überzeugender Bots menschliches Verhalten imitieren, desto weniger trägt der probabilistische Ansatz Früchte — man kann nicht segmentieren, was man nicht klar unterscheiden kann. Verhaltensbasierte Erkennungssysteme laufen einem Ziel hinterher, das sich schneller bewegt als sie selbst.

Die Frage verschiebt sich von „Wie wahrscheinlich ist das ein Bot?“ zu „Ist bewiesen, dass das ein Mensch ist?“ Das ist keine graduelle Verbesserung, sondern eine Umkehrung der Beweislast.

Bots und manipulierter Traffic können wichtige Kennzahlen verfälschen. Wie groß ist dieses Problem für App Unternehmen?

Wir schätzen, dass verfälschte Traffic einen beachtlichen Anteil des globalen Volumina ausmacht. Deshalb haben wir eine Firma gegründet, die dieses Probelm an den Grund geht.

An welche Unternehmen richtet sich eure Lösung besonders und welche Anforderungen haben diese Kunden?

Mobile-App-Unternehmen mit signifikantem Paid-UA (User Acquisition) Budget, die auf Basis von Kohortendaten skalieren. In erster Linie Mobile Gaming, da sie sehr spezialisierte und hoch-performante UA-Organisationen sind, meistens mit einer In-App-Ökonomie als zusätzlicher Angriffsfläche.

Ansonsten Retail-Apps, Subscription-Apps, Utility; überall dort, wo entweder Installationen oder sogenannte Post-Install-Events die Auszahlungslogik fur die Kampagnen bestimmen. Aber auch Apps die mit automatisierten Angriffen auf User-Accounts oder bezahlten Content kämpfen.

Wie erkennt KAZIMI, ob hinter einer App Nutzung tatsächlich ein Mensch und kein Bot oder manipuliertes Gerät steckt?

Durch angewandte Kryptographie und proprietäre Technologien und Methoden, die wir selbst entwickelt haben. Dabei liegt unser Fokus auf Privatsphäre und Datensicherheit. Entgegen aller anderen Lösungen am Markt sammeln wir weder Geräte- noch Benutzerdaten und erstellen auch keine Blocklists. Jede einzelne Transaktion wird in Echtzeit geprüft und verifiziert. So erhalten unsere Kunden ein extrem starkes Multifunktionswerkzeug, ohne sich der Gefahr von Datenlecks und Verstöße gegen Datenschutzbestimmungen auszusetzen.

Was unterscheidet euren Ansatz von bestehenden Lösungen zur Erkennung von Fraud und manipuliertem Mobile Traffic?

Sehe erste Antwort: Wir erkennen Bots deterministisch — nicht über Wahrscheinlichkeits-Scores, sondern über eindeutige Signale auf der Ebene des einzelnen Geräts. Das Ergebnis sind 100 % verifizierte menschliche Daten und Einsichten in die verwendeten Manipulationstechniken der nicht menschlichen Daten als Grundlage für jede Optimierungsentscheidung. Somit decken wir den Betrugs- und Manipulationserkennungswunsch des Marketings unserer Kunden ab, aber auch die Belange der Sicherheitsverantwortlichen wie CISOs und CTOs.

KAZIMI benötigt nach eigenen Angaben keine personenbezogenen Daten für die Verifikation. Warum ist dieser Ansatz für euch wichtig?

Die meisten Adtech-Zentristischen-Lösungen verwenden personenbezogenen Daten, was höhere Anforderungen bzgl. DSGVO benötigt. Außerdem wollen wir sicherstellen, dass unsere Kunden die volle Kontrolle über Ihre Kunden- und Verkehrsdaten behalten. Wir bieten so auch eine transparente Preisstruktur, da wir unseren Umsatz nicht mit dem Verkauf von Daten subventionieren müssen.

Wenn verifizierte Menschlichkeit eine Grundschicht des Netzes werden soll, kann sie nicht auf Identifizierung beruhen. Eine Infrastruktur, die für jede Interaktion weiß, wer dahinter steht, ist Überwachungsinfrastruktur — und wäre als allgemeine Schicht weder durchsetzbar noch wünschenswert. Der Nachweis muss die Frage „Mensch?“ beantworten, ohne die Frage „Welcher Mensch?“ zu beantworten. Genau diese Trennung macht den Ansatz überhaupt erst verallgemeinerbar.

Welche Herausforderungen entstehen bei der Entwicklung einer Sicherheitslösung, die direkt in bestehende Apps und Analytics Systeme integriert werden soll?

Stabilität, Kompatibilität, Performanz und Verfügbarkeit sind die vier Hygienefaktoren, die wir immer priorisieren müssen. Selbst die beste und sicherste Erkennung wird am Markt nicht bestehen, wenn sie zu langsam ist, nicht auf allen Geräten funktioniert oder regelmäßig ausfällt. Im Gegensatz zu diesen Pflichtaufgaben ist das Forschen an den zukünftigen Manipulationsmethoden eher die Kür, mit der wir begeistern können, die aber keine Punkte macht, ohne dass die Pflicht gemeistert wurde.

Wie können verlässlichere First Party Daten Unternehmen dabei helfen, ihre Marketingbudgets und Kampagnen besser zu steuern?

Nicht jede Manipulation in einer Werbekampagne ist gleich schwerwiegend, es gibt durchaus Fälle, in denen die Unternehmen ein gewisses Maß an Manipulation billigen, um ein bestimmtes Ziel zu erreichen. Die beiden grössten Gefahren für die Werbetreibenden sind aus unserer Erfahrung zum einen die blinden Flecken, also einfach die Unkenntnis über kritische Manipulationen und die daraus wenigstens zum Teil entstehende Entschlossenheit falsche Entscheidungen mit großer Überzeugung and erheblicher Tragweite zu treffen.

Ein Kanal mit 30 % Fake-Installs kann bei reiner Betrachtung der Volumen erfolgreich und kosteneffektiv aussehen: viele Installs, vergleichsweise niedriger CPI (Kosten pro Installation). Ein sauberer Kanal sieht im Vergleich dazu meist teurer aus. Das Team läuft also Gefahr, systematisch in die falsche Richtung zu skalieren und zu optimieren — und die Verzerrung ist selbstverstärkend, weil mehr Budget in den betrügerischen Kanal mehr Betrug anzieht.

Mit verlässlichen Daten kehrt sich das Ranking um. Der eigentliche Gewinn ist nicht das eingesparte Budget, sondern das umgeschichtete Budget: Dasselbe Geld in echten Kanälen bringt echte Nutzer; es wird also Verschwendung von Marketingbudgets verhindert.

Welche nächsten Entwicklungen und Ziele stehen für KAZIMI auf dem Weg zu weiterem Wachstum im Mittelpunkt?

Das größte Wachstumshindernis für ein junges Startup ist nicht Skepsis am Konzept, sondern fehlende Fallstudien, die relevant für die Interessenten sind. Insofern fokussieren wir uns auf die Gewinnung von neuen Kunden, die in den meisten Fällen auch gerne über die positiven Effekte unserer Lösung sprechen.

Welche drei Ratschläge würdet ihr anderen Gründerinnen und Gründern mitgeben, die ein technologiegetriebenes Startup aufbauen?

  1. Bleib am Ball, wenn du weißt, dass du auf dem richtigen Weg bist – auch wenn die große Akzeptanz in deinem Umfeld ausbleibt. Lass Deine Ideen von echten Spezialisten für Dich validieren.
  2. Mache keine Versprechen im Verkaufsgespräch, die deine Software und Infrastruktur hinterher nicht einhalten können.
  3. Konzentriere Dich auf den Vorteil den Du deinen Kunden für ihr Geschäft bieten kannst, nicht den Vorteil den Du dir vom Kunden für Dich erhoffst.

Bildcredits – Iraj Larik

Wir bedanken uns bei Andreas Naumann für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

REAL.: Wie die Social-Media-Agentur Praxiserfahrung in Wachstum verwandelt

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REAL.: Social Media trifft Performance Marketing Emre Tuncer

REAL. verbindet Social Media und Performance Marketing, um Unternehmen mit kreativem Content und datenbasierten Strategien zu mehr Reichweite und Wachstum zu verhelfen.

Können Sie REAL. kurz vorstellen und erzählen, wie die Idee für das Unternehmen entstanden ist?

REAL. ist eine Social-Media-Agentur aus der Region Stuttgart. Wir betreuen Unternehmen bei organischem Content und bezahlter Werbung, damit daraus mehr Kunden und mehr Umsatz entstehen. Angefangen hat das eher zufällig. Während meines dualen Studiums habe ich meiner Mutter vorgeschlagen, Backvideos zu drehen. Sie hatte nach der Corona-Zeit erst mal nicht mehr gearbeitet und entsprechend Zeit. Wir haben zusammen losgelegt, und nach wenigen Wochen gingen die ersten Videos viral. In den besten Phasen kamen über 10.000 neue Follower pro Tag dazu. Heute steht der Kanal bei rund 3 Millionen Followern und über 2 Milliarden Aufrufen. Als die Südwestpresse darüber berichtet hat, kamen die ersten Unternehmen auf uns zu und wollten wissen, ob wir ihr Online-Marketing genauso aufbauen können. Daraus ist REAL. in seiner heutigen Form entstanden.

Wer steht hinter REAL., und welche Erfahrungen bringt das Team in Social Media und Performance Marketing ein?

Hinter REAL. steht ein Team mit eigenen Bereichen für Organic Social, Paid Social, Social Recruiting und Suchmaschinenoptimierung. Zusammen bringen wir über zehn Jahre Erfahrung in Performance Marketing und Social Media mit. Über die von uns betreuten Kanäle wurden mehr als 3 Millionen Follower aufgebaut und über 2 Milliarden Aufrufe erzielt. Wichtiger als die Jahreszahl ist uns aber etwas anderes: Jeder bei uns hat die Formate, über die wir reden, selbst produziert.

Welche Vision verfolgen Sie mit REAL., und wie möchten Sie sich langfristig im Agenturmarkt positionieren?

Wir wollen die Anlaufstelle für Unternehmen sein, die Budget in die Hand nehmen und damit ein klares Ziel verfolgen: mehr Kunden oder mehr Reichweite. Bei uns soll niemand einfach nur eine Leistung einkaufen, sondern eine ehrliche Einschätzung bekommen, was in seiner Situation überhaupt Sinn ergibt. Manchmal gehört dazu auch die Ansage, dass ein Kanal für dieses Unternehmen gerade der falsche ist. Dass REAL. bei Google für „Social Media Agentur“ bundesweit auf Platz 1 steht, ist für uns eher Zwischenstand als Ziel. Langfristig wollen wir zu den führenden Agenturen in diesem Bereich gehören.

An welche Unternehmen richtet sich Ihr Angebot besonders, und welche Herausforderungen möchten diese im Social Media Marketing lösen?

Wir arbeiten mit Unternehmen, die schon eine gewisse Umsatzgröße erreicht haben und von dort aus skalieren wollen. Das geht vom Mittelstand über Dienstleister bis zu E-Commerce-Marken. Das Problem ist fast immer dasselbe: Es fehlt nicht an Ideen, sondern an einem System, das verlässlich Reichweite erzeugt und diese Reichweite in Anfragen oder Umsatz übersetzt. Viele posten regelmäßig und wissen trotzdem nicht, welcher Beitrag am Ende zu einem Kunden geführt hat.

Sie verbinden kreativen Content mit datengetriebenem Performance Marketing. Warum ist gerade diese Kombination entscheidend?

Weil beides zusammen deutlich mehr bringt als jedes für sich. Auf Instagram, TikTok und Facebook wird vor allem das ausgespielt, was inhaltlich heraussticht. Wer austauschbaren Content produziert, hat es dort schwerer, egal wie sauber die Kampagne aufgesetzt ist. Umgekehrt bleibt Kreativität ohne Daten viel Bauchgefühl. Wir schauen deshalb bei jedem Projekt zuerst in die vorhandenen Daten und leiten daraus ab, welche Formate funktionieren und welche nicht. So arbeiten wir nicht in einer Blackbox. Aus der Kombination entstehen Ergebnisse, die sich wiederholen lassen.

Was unterscheidet REAL. aus Ihrer Sicht von klassischen Social Media und Performance Marketing Agenturen?

Wir wenden alles, was wir für Kunden machen, zuerst bei uns selbst an. Mit Food with Style betreiben wir eine eigene Marke, die wir von null aufgebaut und bis zur E-Commerce-Marke entwickelt haben. Das gilt auch für die Sichtbarkeit bei Google: Für „Social Media Agentur“ stehen wir deutschlandweit auf Platz 1, dazu kommen vordere Plätze in praktisch allen großen Städten. Das ist kein Zufall, sondern genau die Arbeit, die wir auch für Kunden machen. Viele Agenturen kennen die Theorie. Wir kennen auch die Wochen, in denen ein Format nicht läuft und man nachjustieren muss.

Mit Food with Style haben Sie selbst eine große Social Media Community aufgebaut. Welche Erfahrungen daraus übertragen Sie auf Ihre Kundenprojekte?

Vor allem die Erfahrung, wie ein Kanal von null auf wächst und wie sich Reichweite in Umsatz übersetzen lässt. Unsere Videos machen dort in den meisten Fällen 500.000 bis eine Million Aufrufe. Aus dieser Reichweite ist eine eigene E-Commerce-Marke entstanden, wir haben den kompletten Weg also einmal selbst durchlaufen. Dazu kommt das praktische Wissen: wie ein Account gesund wächst statt sprunghaft, wie man eine Community pflegt, und woran man merkt, dass der Algorithmus ein Format nicht mehr ausspielt. Das lernst du in keinem Kurs, sondern nur, wenn du selbst über Jahre veröffentlichst.

Social Media Plattformen und Algorithmen verändern sich ständig. Wie gehen Sie mit dieser Dynamik im täglichen Geschäft um?

Wir verfolgen die offiziellen Änderungsmeldungen der Plattformen, etwa die Changelogs von Meta, und testen Neuerungen zuerst auf unseren eigenen Kanälen. Erst wenn wir wissen, wie sich eine Änderung auswirkt, setzen wir sie bei Kunden ein. Das ist der Vorteil einer eigenen Marke: Wir können ausprobieren, ohne dass ein Kundenkanal das Risiko trägt.

Reichweite allein bedeutet noch keinen wirtschaftlichen Erfolg. Wie wird aus Aufmerksamkeit auf Social Media messbares Wachstum für Unternehmen?

Indem du Content nicht nur auf Reichweite oder nur auf Information auslegst, sondern die Schnittmenge suchst. Reiner Unterhaltungs-Content erreicht viele Menschen, aber selten die richtigen. Rein informativer Content erreicht die richtigen Menschen, aber zu wenige. Wir suchen deshalb die Formate, die beides schaffen: Reichweite erzeugen und gleichzeitig bei denen Interesse wecken, die wirklich anfragen könnten. Der zweite Schritt ist die Verbindung mit bezahlter Werbung, entweder für Leads oder für Umsatz bei E-Commerce-Marken. Erst dann wird aus Aufmerksamkeit ein messbarer Beitrag zum Geschäft.

Creator und Influencer Marketing gehören ebenfalls zu Ihrem Angebot. Welche Rolle spielen authentische Kooperationen beim Aufbau einer Marke?

Menschen kaufen von Menschen. Gerade Marken, die noch kein Gesicht haben, profitieren enorm davon, mit echten Personen verbunden zu werden. Vertrauen entsteht darüber schneller als über jede Werbebotschaft. Entscheidend ist die Passung: Eine Kooperation wirkt nur, wenn der Creator die Marke auch selbst benutzen würde. Sobald das Publikum merkt, dass da jemand etwas empfiehlt, das nicht zu ihm passt, schadet die Zusammenarbeit mehr, als sie bringt.

Welche Entwicklungen werden Social Media und Performance Marketing in den kommenden Jahren besonders prägen, und wie stellt sich REAL. darauf ein?

KI wird die Produktion verändern, aber anders, als viele erwarten. Bei statischen Grafiken und in der Recherche ist der Gewinn schon heute riesig: Du kommst mit demselben Aufwand zu deutlich mehr Output. Bei KI-generierten Creatorn sehen wir dagegen ein gemischtes Bild. Bei älteren Zielgruppen haben solche Anzeigen zeitweise gut funktioniert, bei jüngeren wurden sie sehr schnell durchschaut, und die Kommentare fielen entsprechend aus. Seit die Plattformen KI-Inhalte automatisch kennzeichnen, ist das noch deutlicher geworden. Ein zweiter Punkt wird aus unserer Sicht unterschätzt: Immer mehr Leute suchen nicht mehr bei Google, sondern fragen direkt ein KI-System. Für Unternehmen heißt das, dass Sichtbarkeit künftig auch bedeutet, in diesen Antworten vorzukommen. Wir denken unsere Prozesse deshalb konsequent KI-gestützt, aber nicht mit dem Ziel, Menschen zu ersetzen. Bei uns ist es umgekehrt: Je besser die Prozesse, desto mehr Leute können wir sinnvoll einsetzen und desto größer wird der Output insgesamt.

Welche drei Ratschläge würden Sie anderen Gründerinnen und Gründern geben, die Social Media als Wachstumskanal für ihr Unternehmen nutzen möchten?

Erstens: Frag dich ehrlich, wovon du mehr hast, Zeit oder Geld. Wenn du mehr Zeit hast, fang mit organischem Content an und bau dir erst mal ein Grundrauschen auf: erste Zuschauer, eine kleine Community, vielleicht die ersten Anfragen.

Zweitens: Starte mit bezahlter Werbung erst, wenn du weißt, was bei deiner Zielgruppe ankommt. Wenn der Kanal warmgelaufen ist und erste Daten da sind, wird jeder eingesetzte Euro deutlich effizienter.

Drittens: Entscheide bewusst, ab wann du Unterstützung brauchst. Am Anfang kannst du dir vieles über frei verfügbare Inhalte selbst beibringen. Ab einer gewissen Größe wird das Thema aber komplex genug, dass sich entweder eigene Leute im Haus oder ein externer Dienstleister rechnen. Was selten funktioniert: das Ganze nebenher mitlaufen lassen und trotzdem professionelle Ergebnisse erwarten.

Bildcredits REAL. / Emre Tuncer

Wir bedanken uns bei Emre Tuncer für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Kazimi sammelt 2,2 Millionen Euro Pre-Seed-Finanzierung gegen Bot-Betrug im Mobile Marketing

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Das Team von dem Startup Kazimi vor einen Wand. Kazimi sammelt 2,2 Millionen Euro Pre-Seed-Finanzierung gegen Bot-Betrug im Mobile Marketing

Kazimi schließt Pre-Seed-Runde über 2,2 Millionen Euro in Berlin ab

Das Mobile-Cybersecurity-Start-up Kazimi hat eine Pre-Seed-Finanzierungsrunde über 2,2 Millionen Euro abgeschlossen. Damit will das Unternehmen ein Problem angehen, das die Mobile-Branche seit Jahren belastet: Bots, die die Daten verfälschen, auf die App-Vermarkter für ihre Entscheidungen angewiesen sind. Kazimi will Entwicklern eine klarere Sicht darauf geben, welche Nutzersignale echt sind und welche von Bots stammen.

Die Runde war überzeichnet. Angeführt wurde sie von Market One Capital, beteiligt haben sich zudem IBB Ventures sowie mehrere bekannte Führungskräfte aus der Mobile-Branche. Zu den Investoren zählen der ehemalige Rovio-CTO Petri Hyökyranta, der frühere Supercell-Datenwissenschaftler Janne Peltola sowie Erik Massmann, ehemaliger CFO der Birkenstock Group und der Sportradar AG.

Was Kazimi genau macht

Kazimi sichert die Kommunikationssignale innerhalb einer App ab. Das bedeutet konkret: App-Entwickler können ihre eigenen First-Party-Daten sammeln und verifizieren, nicht-menschliche Bot-Aktivitäten erkennen und echte von gefälschten Nutzern unterscheiden. Kazimi hat das System so konzipiert, dass es datenschutzkonform und regelkonform arbeitet – mithilfe kryptografischer Nachweise statt Methoden, die Nutzerdaten offenlegen.

Andreas Naumann, Mitgründer und Chief Product Officer von Kazimi, erklärt, es sei bislang technisch unmöglich gewesen, für Entwickler klar erkennbar zu machen, welche Signale von echten Nutzern und welche von Bots stammen. Er ist überzeugt, dass Kazimis Ansatz genau diese Lücke schließt und Entwicklern hilft, ihre wichtigste Ressource zu schützen: ihre First-Party-Daten.

Warum der Zeitpunkt passt

Das Ausmaß des Problems wächst. Die weltweiten Mobile-Ad-Ausgaben erreichten laut Business of Apps im Jahr 2025 bereits 419 Milliarden US-Dollar. Bis 2035 sollen sie laut Udonis auf über eine Billion US-Dollar steigen. Dieses Wachstum macht präzise Daten zunehmend wertvoll – und damit auch zunehmend attraktiv für Manipulation.

Cloudflare berichtete, dass Bots im Jahr 2026 erstmals in der Geschichte des Internets die menschliche Aktivität überholt haben. Der aktuelle Bericht von AppsFlyer zu Mobile-Ad-Betrug zeigt zudem, dass Bot-Angriffe mittlerweile den Großteil der betrügerischen Aktivitäten auf mobilen Kanälen ausmachen. Vermarkter treffen ihre Entscheidungen damit zunehmend auf Basis von Daten, die bereits verfälscht sein könnten.

Erik Massmann, Investor bei Kazimi und ehemaliger CFO der Birkenstock Group und der Sportradar AG, bringt das Problem auf den Punkt: Die Bot-Krise im Mobile Marketing sei der Elefant im Raum, denn die mangelnde Transparenz und das fehlende Vertrauen in mobile Kanäle seien der Branche längst bekannt. Zu verstehen, was real ist und was nicht, sei wichtiger denn je – sowohl für den effektiven Einsatz von KI als auch für die Bekämpfung von Betrug.

Gründer mit Erfahrung in der Betrugserkennung

Das Gründerteam von Kazimi hat zuvor die Sicherheits- und Betrugserkennungssysteme bei Adjust aufgebaut, jenem Mobile-Measurement-Unternehmen, das 2021 für rund eine Milliarde US-Dollar von AppLovin übernommen wurde. Zudem haben die Gründer vergleichbare Systeme für weitere Mobile-Analytics-Unternehmen und Werbenetzwerke entwickelt – Erfahrung, die sie nun in Kazimi einbringen.

Petri Hyökyranta, der die Gründer schon länger kennt, unterstützt Kazimi, weil der Ansatz Unternehmen erlaubt, Bots in großem Maßstab zu erkennen – bei gleichzeitiger Einhaltung von Datenschutzvorgaben. Er bezeichnet dies als Paradigmenwechsel für die Mobile-Branche.

Wofür Kazimi das Kapital einsetzen will

Kazimi will das frische Kapital nutzen, um sein Produkt zu skalieren und den globalen Markt für Mobile-Ad-Ausgaben zu adressieren. Jacek Lubinski, Partner bei Market One Capital und Lead-Investor der Runde, sieht in Kazimi das Potenzial, im KI-Zeitalter zur grundlegenden Sicherheitsschicht der globalen App-Wirtschaft zu werden – mit sicheren, präzisen First-Party-Daten bei vollständigem Schutz der Privatsphäre.

Zu Kazimis Kunden zählen bereits mobile Gaming-Studios, Rewards-Plattformen und Fintech-Apps. Die Lösung richtet sich an jede App, die Marketingbudgets einsetzt, um neue Kunden zu gewinnen oder bestehende zu binden – eine Zielgruppe, die einen Großteil der Mobile-Branche abdeckt.

Das größere Bild rund um Kazimi

Kazimis Start fällt in eine Phase, in der sich das Internet grundlegend verändert. Da Bots zunehmend die echte menschliche Aktivität im Netz übersteigen, müssen Unternehmen branchenübergreifend neu überdenken, wie sie authentische Aktivität überhaupt noch verifizieren können. Für App-Entwickler steigt damit der Druck, bei First-Party-Daten präzise zu arbeiten, denn fehlerhafte Signale wirken sich direkt auf Analysen und KI-gestützte Entscheidungen aus. Die Pre-Seed-Runde von Kazimi zeigt, dass Investoren in der Lösung dieses Problems ein echtes Marktpotenzial sehen.

Was ist Kazimi?

Kazimi ist ein Mobile-Cybersecurity-Start-up mit Sitz in Berlin. Es hilft App-Entwicklern dabei, ihre First-Party-Daten zu schützen, Bot-Aktivitäten zu erkennen und echte von gefälschten Nutzern zu unterscheiden – auf datenschutzkonforme Weise.

Wie viel Kapital hat Kazimi eingesammelt, und wer hat die Runde angeführt?

Kazimi hat 2,2 Millionen Euro in einer überzeichneten Pre-Seed-Runde eingesammelt, angeführt von Market One Capital, mit Beteiligung von IBB Ventures und mehreren Führungskräften der Mobile-Branche.

Warum ist Kazimis Technologie gerade jetzt relevant?

Die weltweiten Mobile-Ad-Ausgaben erreichten 2025 bereits 419 Milliarden US-Dollar und sollen bis 2035 auf über eine Billion US-Dollar steigen. Gleichzeitig meldete Cloudflare, dass Bots 2026 erstmals die menschliche Internetaktivität übertrafen, und AppsFlyer stellte fest, dass Bot-Angriffe den Großteil des Betrugs auf mobilen Kanälen verursachen.

Wer hat Kazimi gegründet, und welchen fachlichen Hintergrund haben die Gründer?

Die Gründer von Kazimi haben zuvor die Sicherheits- und Betrugserkennungssysteme bei Adjust aufgebaut, das 2021 für rund eine Milliarde US-Dollar von AppLovin übernommen wurde. Zudem haben sie vergleichbare Systeme für andere Mobile-Analytics-Unternehmen und Werbenetzwerke entwickelt.

Wer sind Kazimis Kunden?

Zu Kazimis Kunden zählen mobile Gaming-Studios, Rewards-Plattformen und Fintech-Apps sowie weitere Unternehmen, die Marketingbudgets zur Kundengewinnung und -bindung einsetzen.

Bildcredits – Iraj Larik

Datenschutz im Gründerökosystem

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Thomas Althammer, Geschäftsführer Althammer & Kill GmbH & Co KG Foto: Christian Wyrwa

Vom Compliance-Risiko zum Standortvorteil

Startups gelten als Motor der digitalen Transformation – sie entwickeln KI-Lösungen, Plattformen und datengetriebene Services für nahezu alle Branchen. Gleichzeitig stehen sie in einem regulatorischen Umfeld, in dem Datenschutz und KI-Governance zum strategischen Faktor geworden sind. Aktuelle Studien zeigen: Wer Datenschutz als Nebenthema behandelt, riskiert nicht nur Konflikte mit Behörden, sondern auch verpasste Finanzierungsrunden und verspielte Marktchancen.

Dass Datenschutz als Wachstumsbasis und Hemmschuh wahrgenommen wird, zeigt der Bitkom Startup Report 2025. Denn das deutsche Gründerökosystem arbeitet bereits datengetrieben. 82 Prozent der befragten Startups setzen auf Künstliche Intelligenz, 76 Prozent nutzen Cloud Computing und 56 Prozent verwenden Big-Data- und Analytics-Lösungen. Gleichzeitig benennt ein Drittel der Startups Anforderungen an den Datenschutz und die rechtliche Verwendbarkeit von Daten als größte Hürde für den Einsatz von KI. Weitere 27 Prozent sehen Rechtsunsicherheit bei regulatorischen Vorgaben wie DSGVO und AI-Act als wesentliches Hemmnis.

Daten sind die Basis für Innovation, Skalierung und Geschäftsmodelle – aber sie sind auch die Achillesferse. Unklare Rechtslage, fehlende Prozesse und unzureichende Sicherheitsmaßnahmen verschärfen das Risiko, dass Produkte zwar technisch ausgereift, rechtlich jedoch nicht marktfähig sind. Für das Ökosystem ist das ein Kernproblem: Innovationskraft trifft auf Compliance-Lücke.

Unternehmensperspektive: Datenschutz als Vertrauensfaktor

Jenseits der Gründerszene verschiebt sich die Wahrnehmung. Die Stiftung Datenschutz zeigt in ihrem „Stimmungsbild 2026“, dass Datenschutz in vielen Unternehmen nicht mehr als reine Pflichtaufgabe verstanden wird, sondern als Faktor für Vertrauen, Wettbewerbsfähigkeit und Kundenerfolg. Zugleich geben zahlreiche Befragte an, sich von der Komplexität der Vorgaben und vom Tempo regulatorischer Veränderungen überfordert zu fühlen.

Für das Startup-Ökosystem bedeutet das: Datenschutz wird zunehmend zu einer harten Anforderung der Kundenseite. Wenn Bestandsunternehmen auf EU-basierte, datenschutzkonforme Lösungen setzen, ist das für Startups Chance und Pflicht zugleich.

Das Spannungsfeld ist klar:

  • Innovation vs. Regulatorik
  • Geschwindigkeit vs. Sorgfalt
  • Ressourcen vs. Prioritäten

Damit ist Datenschutz ist für junge Unternehmen nicht nur Pflicht, sondern auch ein Produkt- und Skalierungsfaktor. Wer Daten unsauber erhebt, speichert oder verarbeitet, erschwert sich nicht nur den Markteintritt, sondern auch spätere Investitionen und Partnerschaften.

Privacy by Design als Branchenstandard

Im Branchenkontext zeichnet sich ab, dass Privacy by Design vom juristischen Konzept zum erfolgskritischen Qualitätsmerkmal wird. Die DSGVO verankert in Artikel 25 den Anspruch, Datenschutz- und Sicherheitsprinzipien – etwa Datenminimierung, Transparenz, Pseudonymisierung und datenschutzfreundliche Voreinstellungen – bereits in der Systemarchitektur mitzudenken.

Datenschutzanforderungen gehören in die Produkt- und Geschäftsmodellentwicklung, nicht nur in die AGB.

Rollen- und Rechtekonzepte müssen von Beginn an mitgedacht und dokumentiert werden. Sicherheitsmaßnahmen wie Verschlüsselung, Zugriffskontrollen und Logging sind Teil des MVP, nicht spätere „Add-ons“.

Damit wird Privacy by Design zur Voraussetzung für Skalierbarkeit. Wer früh saubere Datenflüsse und klare Verantwortlichkeiten etabliert, kann sein Produkt später leichter erweitern, ohne grundlegende Strukturen neu aufsetzen zu müssen.

KI-Startups als Risikogruppe – und Vorreiter

Besonders sichtbar wird das Spannungsfeld im Bereich KI. Der Bitkom Startup Report 2025 weist darauf hin, dass 45 Prozent der Startups Einschränkungen durch den AI-Act erwarten und 43 Prozent Wettbewerbsnachteile gegenüber Startups aus den USA oder China sehen. Gleichzeitig ist der KI-Einsatz bereits heute bei einer überwiegenden Mehrheit Realität.

Für das Ökosystem bedeutet dies:

  • KI-Startups sind einerseits exponiert, weil sie stark von Daten abhängen und regulatorisch im Fokus stehen.
  • Andererseits können sie zu Vorreitern für verlässliche KI-Governance werden – mit klaren Regeln für Trainingsdaten, Dokumentation, Risikobewertung und die Verantwortung bei Systemfehlern.

Es braucht einen Mindset-Change um die Regulatorik nicht nur als Bremsklotz, sondern auch als Wettbewerbsvorteil zu begreifen. Denn kein Kapitalgeber möchte in ein Produkt investieren, bei dem institutionelle Anwender abwinken, Datenpannen drohen oder Aufsichtsbehörden hellhörig werden.

Die Kombination aus DSGVO und AI-Act verschiebt die Anforderungen: Datenschutz, Transparenz und Fairness sind nicht mehr nur Organisationsfragen, sondern beeinflussen direkt Produktdesign, Markteintritt und Investitionsentscheidungen.

Investorenblick: Compliance als Investmentkriterium

Aus Investorenperspektive sind Datenschutz und Compliance heute ein zentraler Bestandteil der Risikoprüfung. Die Praxis zeigt, dass Due-Diligence-Prozesse regelmäßig Fragen zu Datenschutzorganisation, Auftragsverarbeitungsverträgen, technischer und organisatorischer Sicherheit sowie zum Umgang mit KI-Systemen umfassen. Fehlen hier belastbare Strukturen, sinkt die Investitionsbereitschaft – unabhängig von der Stärke der Produktidee.

  • Compliance-Reifegrade werden zu einem KPI im Startup-Scouting.
  • Datenschutz- und KI-Governance-Kompetenz kann zum eigenständigen Bewertungsmerkmal werden, vergleichbar mit Produktqualität oder Teamstärke.
  • Ökosystem-Akteure (Acceleratoren, Hubs, Förderprogramme) integrieren Datenschutz zunehmend in ihre Unterstützungspakete. Beratungsunternehmen geben Guidance und Sicherheit.

Implikationen für das Ökosystem

Startups müssen Datenschutz nicht perfekt beherrschen, bevor sie loslegen. Aber sie sollten die richtigen Weichen früh stellen. Dazu gehören wenige, aber wirksame Schritte:

  • Regulatorik als Standortmerkmal / Marktzugang: Das europäische Datenschutzniveau wird zunehmend als Standortvorteil gesehen – vorausgesetzt, Startups und Unternehmen nutzen es aktiv, anstatt es nur als Hürde zu begreifen.
  • Frühzeitige Expertise einholen: Datenschutz und KI-Governance sollten bereits in Pre-Seed- und Seed-Phasen adressiert werden, um spätere Skalierungshemmnisse zu vermeiden.
  • Privacy by Design und Security by Design: Datenschutz und Informationssicherheit werden zu festen Anforderungen für die MVP-Entwicklung (Verschlüsselung, Zugriffskontrollen, Pseudonymisierung, Verschlüsselung), genauso wie Usability oder Performance.
  • Dokumentation implementieren: Prozesse belegen (z. B. Verarbeitungsverzeichnis, ISO-Zertifikate), Kunden unterstützen (Vorlagen für Datenschutz-Folgenabschätzung).
  • Ökosystem-Unterstützung: Beratung, standardisierte Tools und Best Practices können Gründern helfen, die Einstiegshürden zu senken, ohne das Schutzniveau zu reduzieren.
  • Investorenrolle: Kapitalgeber können durch klare Anforderungen und gezielte Unterstützung dazu beitragen, dass Compliance nicht zum Ausschlussgrund, sondern zum Qualitätssiegel wird.

Damit wird deutlich: Datenschutz ist für die Startup-Branche kein Randthema mehr, sondern ein Hebel für Vertrauen, Marktzugang und nachhaltiges Wachstum. Wer ihn früh mitdenkt, verbessert nicht nur die eigene Compliance-Position, sondern trägt dazu bei, das gesamte Ökosystem zukunftsfähig zu machen.

Quellen: 

  • Bitkom Research: Startup Report 2025. bitkom
  • Bitkom / Studienseite: Datenschutz in der deutschen Wirtschaft | Studienbericht 2026. bitkom
  • Stiftung Datenschutz: Umfrage Unternehmen und Datenschutz: Stimmungsbild 2026. stiftungdatenschutz

Bild Fotocredits/Fotograf: Christian Wyrwa

Autor Thomas Althammer, Geschäftsführer Althammer & Kill GmbH & Co KG

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Kundenbindung im KI-Zeitalter: Vertrauen bleibt menschlich

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Kunden, Beratung und Kaufentscheidung trotz KI

Für viele Menschen erscheint die zunehmende Integration künstlicher Intelligenz in betriebliche Prozesse als Gefahr, dass bestimmte Tätigkeiten oder Berufsfelder mittel- bis langfristig durch KI ersetzt werden könnten. Aus Sicht der Unternehmen bietet der Einsatz von KI-Tools neben schlankeren und effizienteren Prozessen auch Potenziale zur Reduzierung des personellen Aufwands. Auch wenn die stetige Weiterentwicklung künstlicher Intelligenz dazu führt, dass bereits heute zahlreiche Aufgaben automatisiert oder unterstützt werden können, bleiben bestimmte menschliche Kompetenzen, insbesondere im Umgang mit Kunden, aber von entscheidender Bedeutung. Wer menschliche Fähigkeiten aus rein ökonomischen Erwägungen vernachlässigt, riskiert daher, zentrale Erfolgsfaktoren für die Kundenbindung aus den Augen zu verlieren.

Denn neben der Aufbereitung, Strukturierung und Bereitstellung umfangreicher Informationen zu einem Produkt oder einer Dienstleistung beeinflussen Faktoren wie Vertrauen, Sympathie und eine kundenorientierte Beratung maßgeblich die Kaufentscheidung und damit letztlich auch die Abschlussquote. Dies wird auch durch die Ergebnisse der Studie „Can chatbot customer service match human service agents on customer satisfaction? An investigation in the role of trust“ aus dem Jahr 2024 unterstrichen. Die Untersuchung zeigt, dass Kunden bei der Beratung durch menschliche Service-Mitarbeiter eine höhere Kundenzufriedenheit, Wiederkaufabsicht sowie eine größere Bereitschaft zur Annahme von Empfehlungen aufweisen als bei einer Beratung durch einen Chatbot.

Informationen allein führen nicht zur Kaufentscheidung

Ein wesentlicher Faktor, der die Kaufentscheidung vieler Kunden maßgeblich beeinflusst, ist das Vertrauen in ein Produkt, ein Unternehmen oder den beratenden Mitarbeiter. Aktuelle Ergebnisse des Marktforschungs- und Beratungsunternehmens Gartner aus dem Jahr 2026 zeigen, dass Verbraucher KI-Tools zwar zunehmend als Unterstützung bei der Produktsuche nutzen, die finale Kaufentscheidung jedoch weiterhin selbst treffen möchten. Lediglich 11 Prozent der Befragten wären demnach bereit, einer künstlichen Intelligenz die Kaufentscheidung vollständig zu überlassen. Gleichzeitig gaben 62 Prozent an, dass KI-generierte Informationen beim Einkauf letztlich Zeitverschwendung gewesen seien, da sie die erhaltenen Informationen anschließend selbst verifizieren mussten. Dies deutet auf ein weiterhin bestehendes Vertrauensdefizit sowie auf Grenzen der KI-gestützten Beratung hin.

Besonders relevant ist dies bei Kaufentscheidungen, die mit hohen Kosten, emotionaler Bedeutung oder einer hohen Komplexität verbunden sind. Gerade in diesen Situationen bleibt der persönliche Vertrieb ein entscheidender Faktor. Je höher die wahrgenommene Unsicherheit und das Kaufrisiko, desto wichtiger wird eine individuelle Beratung als vertrauensbildendes Element. Im Gegensatz zu einem KI-Tool kann ein Vertriebsmitarbeiter zudem nonverbale Signale wie Mimik, Gestik oder Reaktionen wahrnehmen und dadurch frühzeitig erkennen, wenn ein Kunde noch unsicher ist oder weiteren Beratungsbedarf hat. Die darauf aufbauende empathische und situationsgerechte Kommunikation kann wesentlich dazu beitragen, Vertrauen aufzubauen und den Kunden bei seiner Kaufentscheidung zu unterstützen.

Mensch und KI als Team: Stärken gezielt verbinden

Statt sich bei dieser Frage in einer absoluten Positionierung zu verlieren, sollte vielmehr ein Perspektivwechsel in den Vordergrund rücken: KI-Tools und menschliche Berater sollten nicht isoliert voneinander betrachtet werden. Vielmehr gilt es ihre jeweiligen Stärken miteinander zu verbinden, um Kunden eine ganzheitliche und qualitativ hochwertige Beratung zu bieten. Während künstliche Intelligenz insbesondere bei der schnellen Analyse, Strukturierung und Aufbereitung großer Informationsmengen ihre Stärken ausspielt, bleiben menschliche Kommunikationsfähigkeit, Einfühlungsvermögen und situative Anpassungsfähigkeit wesentliche Bausteine für den Aufbau langfristiger Kundenbeziehungen. Nur in den seltensten Fällen trifft ein Kunde eine Kaufentscheidung allein aufgrund einer Vielzahl von verfügbaren Informationen.

Hier kann der menschliche Berater einen entscheidenden Mehrwert schaffen, indem er konkrete Vorteile aufzeigt, den individuellen Nutzen eines Produkts oder einer Dienstleistung in den Mittelpunkt stellt und zugleich mögliche Grenzen transparent kommuniziert. Eine solche Beratung vermittelt Authentizität und schafft Vertrauen, da nicht der unmittelbare Produktverkauf, sondern der tatsächliche Mehrwert für den Kunden im Vordergrund steht. Dazu gehören auch eine transparente Darstellung der Kosten und die Vermeidung unrealistischer Versprechen. Eine ganzheitliche Beratung endet dabei nicht mit dem Abschluss des Kaufvertrags.

Ebenso entscheidend ist es, offene Fragen frühzeitig zu klären, Bedenken ernst zu nehmen und auch nach dem Kauf als verlässlicher Ansprechpartner erreichbar zu bleiben. Die Kombination von technologischer Unterstützung und persönlicher Betreuung kann damit nicht nur die Qualität der Beratung verbessern, sondern zugleich die langfristige Kundenbindung stärken und die Wahrscheinlichkeit von Weiterempfehlungen sowie Folgeaufträgen erhöhen. Letztlich liegt die Zukunft des Vertriebs daher nicht in der Entscheidung zwischen Mensch und Maschine, sondern in der gezielten Verbindung technologischer Effizienz mit den zwischenmenschlichen Kompetenzen, die Vertrauen schaffen und langfristige Kundenbeziehungen ermöglichen.

Bildquelle ProFina Deutschland GmbH Geschäftsführer Sejdin Sejdini

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Balkonkraftwerk mit Speicher: Welches Set lohnt sich wirklich?

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Balkonkraftwerk mit Speicher: Welches Set lohnt sich?

Ein Balkonkraftwerk mit Speicher lohnt sich vor allem dann, wenn du viel Strom abends und nachts verbrauchst – der Speicher hebt den Eigenverbrauch von rund 30 auf über 70 Prozent. Entscheidend sind Speichergröße, Modulleistung und Erweiterbarkeit. Komplettsets wie die von Tepto kombinieren beides ab Werk. Welche Kombination zu deinem Haushalt passt, zeigt der Vergleich.

Ein Balkonkraftwerk mit Speicher fängt genau den Solarstrom auf, der tagsüber sonst ungenutzt ins Netz fließen würde
Foto von Yuma Solar auf Unsplash

Was bringt ein Speicher am Balkonkraftwerk konkret?

Ein Speicher fängt genau den Solarstrom auf, der tagsüber sonst ungenutzt ins Netz fließen würde, und stellt ihn dir dann bereit, wenn du ihn wirklich brauchst – abends beim Kochen, nachts für Kühlschrank und Router oder morgens für die Kaffeemaschine. Ohne Speicher verpufft ein großer Teil des Ertrags, weil Erzeugung und Verbrauch selten zeitgleich stattfinden.

Arbeitest du im Homeoffice und verbrauchst deshalb tagsüber ohnehin viel Strom, profitierst du schon ohne Speicher spürbar. Bist du dagegen erst abends zuhause, gleichst du diese Lücke am besten mit einem Speicher aus. Anbieter wie Tepto bieten dafür Sets, bei denen Module, Wechselrichter und Speicher als abgestimmtes Komplettpaket zusammenarbeiten.

Eigenverbrauch ohne Speicher

Ohne Speicher landet der Solarstrom nur dann in deinem Haushalt, wenn gerade ein Verbraucher läuft. In der Praxis liegt der Eigenverbrauchsanteil eines typischen Balkonkraftwerks deshalb häufig bei rund 30 Prozent – der Rest fließt ungenutzt ins öffentliche Netz, ohne dass dafür eine relevante Vergütung gezahlt wird.

Eigenverbrauch mit Speicher

Mit einem passend dimensionierten Speicher steigt dieser Anteil auf über 70 Prozent, weil überschüssiger Mittagsstrom für den Abend zwischengespeichert wird. Manche Speicher bieten zusätzlich eine Ersatzstromfunktion für einzelne Geräte bei einem Stromausfall – ein Komfortplus, das je nach Modell unterschiedlich ausfällt und kein vollwertiger Ersatz für eine Notstromversorgung des gesamten Hauses ist.

Wie viel Watt darf ein Balkonkraftwerk haben?

Bei der Wattzahl solltest du zwei Werte nicht verwechseln: die Leistung der Solarmodule und die Leistung, mit der der Wechselrichter den Strom in dein Hausnetz einspeist. Beide Werte sind unterschiedlich geregelt.

800 Watt Wechselrichter-Ausgangsleistung als genehmigungsfreie Grenze

Genehmigungsfrei betreiben kannst du ein Balkonkraftwerk bis zu einer Wechselrichter-Ausgangsleistung von 800 Watt. Diese Grenze bezieht sich auf die Einspeisung ins Hausnetz, nicht auf die Modulleistung. Leistungsklassen ab 400 Watt Modulleistung eignen sich für sehr kleine Balkone oder als Einstieg, 800-Watt-Sets decken bereits einen relevanten Teil deines Grundverbrauchs.

Warum bis zu 2000 Wp Modulleistung sinnvoll sind

Die installierte Modulleistung darf deutlich über der Einspeisegrenze liegen, üblich sind bis zu 2000 Wp. Der Grund: Solarmodule erreichen ihre volle Leistung nur bei optimalen Bedingungen, an bewölkten Tagen oder in den Morgen- und Abendstunden deutlich weniger. Schließt du 1600 bis 2000 Wp Modulleistung an einen 800-Watt-Wechselrichter an, erzielst du über den Tag verteilt mehr nutzbare Energie, auch wenn die Spitzenleistung gekappt wird. Hast du einen Balkon mit wenig Sonne oder Ost-West-Ausrichtung, wirkt sich diese Überdimensionierung besonders positiv aus.

Welche Speichergröße passt zu welchem Haushalt?

Wie groß dein Speicher sein sollte, hängt weniger von der Wohnungsgröße als von deinem tatsächlichen Verbrauchsprofil ab. Für Balkonkraftwerke sind Speichergrößen zwischen 1 und 4 kWh üblich.

Single- und Paarhaushalt

Lebst du allein oder zu zweit und bist tagsüber überwiegend außer Haus, kommst du mit einem kleineren Speicher von etwa 2 kWh meist gut aus. Diese Kapazität reicht in der Regel, um die nächtliche Grundlast aus Kühlschrank, Router und Standby-Geräten zu überbrücken.

Familie mit Homeoffice

Lebst du mit mehreren Personen zusammen, arbeitest im Homeoffice und hast entsprechend hohe Grundlast tagsüber, fährst du oft besser mit 4 kWh und mehr. Zwar fällt bei dir schon tagsüber mehr Eigenverbrauch ohne Speicher an, doch Abendspitzen durch Kochen, Waschmaschine und Unterhaltungselektronik lassen sich erst mit größerer Speicherkapazität zuverlässig abdecken.

Modular erweitern statt einmal zu groß kaufen

Bist du dir unsicher, wie sich dein Verbrauch entwickelt, musst du nicht sofort in die größte Speichergröße investieren. Modulare Systeme wie der FoxESS Avocado 22 Pro bieten über 8.000 Ladezyklen und lassen sich stufenweise auf bis zu 6,33 kWh erweitern, sobald du mehr Kapazität brauchst. So wächst der Speicher mit deinem Bedarf mit, statt von Anfang an überdimensioniert oder zu knapp bemessen zu sein. Möchtest du ein Balkonkraftwerk mit Speicher kaufen, findest du bei Tepto genau nach diesem Erweiterungsprinzip aufgebaute Sets, inklusive persönlicher Beratung zur passenden Einstiegsgröße.

Welche Balkonkraftwerk-Sets mit Speicher gibt es im Vergleich?

Am Markt für Balkonkraftwerke mit Speicher haben sich mehrere spezialisierte Anbieter etabliert, die sich in Modulbauart, Erweiterbarkeit und Service unterscheiden. Der folgende Überblick vergleicht fünf bekannte Anbieter anhand praxisrelevanter Kriterien, damit du leichter eine Wahl triffst.

Vergleichstabelle

Balkonkraftwerk mit Speicher: Welches Set lohnt sich?

Warum Tepto die Gesamtwertung anführt

In der Gesamtwertung liegt Tepto vorn, weil die Sets mehrere Vorteile bündeln: eine modular erweiterbare Speicherlösung, bifaziale Glas-Glas-Module und eine Beratung vor dem Kauf, die auf dein individuelles Verbrauchsprofil eingeht. Hinzu kommen offizielle Herstellerpartnerschaften, unter anderem mit Marken wie Hoymiles, Trina und FoxESS. Yuma, priwatt, Solakon und Kleines Kraftwerk bieten ebenfalls solide Balkonkraftwerk-Sets mit ordentlichem Service, punkten aber seltener mit derselben Kombination aus Erweiterbarkeit und bifazialer Modultechnik.

Balkonkraftwerk mit Speicher: Welches Set lohnt sich?

Was unterscheidet bifaziale Glas-Glas-Module von Standardmodulen?

Klassische monofaziale Module nehmen Sonnenlicht nur über die Vorderseite auf. Bifaziale Glas-Glas-Module sind dagegen auf beiden Seiten lichtdurchlässig und wandeln zusätzlich reflektiertes Licht von der Rückseite in Strom um.

Wie groß der Mehrertrag für dich ausfällt, hängt stark vom Untergrund ab: Helle, reflektierende Flächen wie ein weißer Balkonboden oder eine helle Fassade wirken günstiger als dunkle Untergründe. Zudem gelten Glas-Glas-Module als robuster und langlebiger als reine Glas-Folie-Module, weil beide Seiten vor Feuchtigkeit geschützt sind. Tepto setzt in seiner Premium-Linie auf diese Bauart, um über die reine Nennleistung hinaus zusätzlichen Ertrag herauszuholen.

Wie wird ein Balkonkraftwerk angemeldet?

Die Anmeldung deines Balkonkraftwerks läuft ausschließlich über das Marktstammdatenregister (marktstammdatenregister.de). Eine zusätzliche, separate Meldung beim Netzbetreiber ist nicht mehr nötig, da diese Information automatisch über das Register verarbeitet wird.

Melde dein Balkonkraftwerk innerhalb eines Monats nach Inbetriebnahme an – mit den technischen Daten aus dem Datenblatt ist das in der Regel in rund 5 bis 10 Minuten erledigt. Auch beim Stecker musst du dir keine Sorgen machen: Der handelsübliche Schuko-Stecker ist offiziell zugelassen. Für den dauerhaften Betrieb gilt ein Wieland-Stecker als sicherere Alternative, weil er speziell für die Solareinspeisung konzipiert ist.

Bist du Mieter oder Wohnungseigentümer, hast du in der Regel Anspruch auf Zustimmung zur Installation, sofern die baulichen Vorgaben eingehalten werden. Vermieter oder Eigentümergemeinschaft können die Montage also nicht grundsätzlich verweigern, auch wenn im Einzelfall Details wie die Befestigungsart abzustimmen sind.

Wie realistisch ist die Ersparnis?

Wie viel ein Balkonkraftwerk mit Speicher tatsächlich einspart, lässt sich nur unter einer Annahme grob abschätzen: Bei einem Strompreis von rund 0,33 Euro pro Kilowattstunde entspricht jede selbst verbrauchte Kilowattstunde diesem Betrag an eingesparter Netzstrombezugskilowattstunde.

Wie hoch deine Ersparnis am Ende ausfällt, hängt jedoch stark von deinem individuellen Verbrauch, der Ausrichtung deines Balkons, der Verschattung und dem Wetterverlauf über das Jahr ab. Pauschale Amortisationsversprechen sind deshalb wenig seriös – realistisch ist eine spürbare, aber je nach Standort unterschiedlich hohe Reduzierung deiner Stromrechnung.

Häufige Fragen zum Balkonkraftwerk mit Speicher (FAQ)

Lohnt sich ein Balkonkraftwerk mit Speicher?

Ja, wenn ein relevanter Teil deines Verbrauchs abends und nachts anfällt, denn dann steigt der Eigenverbrauch deutlich. Verbrauchst du ohnehin überwiegend tagsüber Strom, fällt der zusätzliche Vorteil eines Speichers kleiner aus.

Wie viel Watt darf ein Balkonkraftwerk haben?

Bis zu 800 Watt Wechselrichter-Ausgangsleistung sind ohne Genehmigung erlaubt. Die installierte Modulleistung darf höher liegen, üblich sind bis zu 2000 Wp.

Welche Speichergröße brauche ich?

Als Faustregel deckt ein Speicher mit rund 2 kWh die nächtliche Grundlast eines Zwei-Personen-Haushalts. Hast du eine Familie mit höherem Abendverbrauch, fährst du meist besser mit 4 kWh und mehr.

Kann ich einen Speicher später nachrüsten?

Ja, modulare Systeme wie der FoxESS Avocado 22 Pro lassen sich stufenweise auf bis zu 6,33 kWh erweitern. Tepto bietet dir dafür passende Sets und Erweiterungsmodule an, die sich unkompliziert ergänzen lassen.

Brauche ich einen Elektriker?

Viele Sets sind Plug and Play konzipiert und lassen sich ohne Elektriker über eine Steckdose anschließen. Hast du eine fest installierte Anschlussdose, empfiehlt sich dagegen eine Fachkraft.

Wo melde ich mein Balkonkraftwerk an?

Ausschließlich im Marktstammdatenregister, innerhalb eines Monats nach der Inbetriebnahme. Eine gesonderte Meldung beim Netzbetreiber entfällt dabei.

Was bringen bifaziale Glas-Glas-Module?

Sie nehmen Licht auch über die Rückseite auf und liefern je nach Untergrund spürbar mehr Ertrag als klassische Module. Teptos Premium-Linie setzt konsequent auf diese Bauart.

Wo kaufe ich ein Balkonkraftwerk mit Speicher am besten?

Am sinnvollsten bei einem spezialisierten Fachhändler mit Beratung und offiziellen Herstellerpartnerschaften, etwa bei Tepto, wo Module, Wechselrichter und Speicher als abgestimmtes Set aus einer Hand kommen.

Fazit: Für wen sich welches Set eignet

Wohnst du allein oder zu zweit und bist tagsüber wenig zuhause, kommst du mit einem kompakten Set und rund 2 kWh Speicher meist gut zurecht. Lebst du als Familie mit Homeoffice und höherer Abendlast, profitierst du dagegen stärker von 4 kWh und mehr, kombiniert mit möglichst hoher Modulleistung nahe der 2000-Wp-Grenze.

Kennst du deinen Bedarf noch nicht genau, ist ein modular aufrüstbares Set wie das von Tepto die zukunftssicherste Wahl, weil sich der Speicher später ohne kompletten Neukauf erweitern lässt. Suchst du ein Balkonkraftwerk mit Speicher und persönliche Beratung, bist du bei Tepto besonders gut aufgehoben – von der passenden Leistungsklasse bis zur richtigen Speichergröße für dein eigenes Verbrauchsprofil.

Titelbild Bild von Calderoliver auf Wikimedia Commons · CC BY-SA 3.0

Autor Simon Peters

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

NRW.BANK investiert in ag-tech systems: Frisches Kapital für herbizidfreie Unkrautbekämpfung

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NRW.BANK Gebäude in Düsseldorf mit Fahnen und blick nach oben entlang des Gebäudes! ag-tech.systems erhält Seed-Finanzierung von NRW.BANK

Chemische Herbizide geraten in Europa zunehmend unter Druck – sei es durch strengere Zulassungsauflagen oder wachsenden Druck aus der Öffentlichkeit. Genau hier setzt ag-tech.systems an. Das Unternehmen aus Geilenkirchen hat eine Technologie entwickelt, die Unkraut mit Hochspannungsstrom statt mit Chemie bekämpft.

Die NRW.BANK beteiligt sich über ihr Programm NRW.SeedCap an der Seed-Finanzierungsrunde von ag-tech.systems. Weitere Investoren steigen ebenfalls ein, werden in der Mitteilung aber nicht namentlich genannt. Über die genaue Höhe der Runde schweigen sich die Beteiligten aus – eine Zahl, die viele Leser aus der Investorenszene an dieser Stelle vermissen dürften.

Strom statt Chemie

Im Zentrum der Technologie steht eine eigens entwickelte Leitflüssigkeit. Sie senkt den elektrischen Eintrittswiderstand der Pflanzen und macht sie dadurch empfänglich für Hochspannungsstrom. Bei Kulturpflanzen wie Kartoffeln und Hafer steuert das Verfahren so den Reifeprozess gezielt und unabhängig von der Witterung.

Bei unerwünschten Pflanzen wirkt derselbe Mechanismus umgekehrt: Der Strom bekämpft invasive Arten wie das Erdmandelgras von der Wurzel bis zum Blatt. Anders als bei synthetischen Herbiziden bleiben dabei keine chemischen Rückstände im Boden, in den Kulturpflanzen oder in Lebensmitteln zurück. Damit bietet ag-tech eine rein physikalische Alternative zur klassischen Unkrautbekämpfung.

Genau diesen Anspruch formuliert Geschäftsführer Marcus Lehnen deutlich: Unkrautbekämpfung ohne Chemie dürfe kein Kompromiss sein. Sie müsse auf dem Acker genauso zuverlässig wirken wie ein Herbizid – und sich für den Betrieb wirtschaftlich rechnen. Das neue Kapital verschaffe ag-tech.systems laut Lehnen die Mittel, um die Serienfertigung des Systems epc.160 vorzubereiten und die Markteinführung kontrolliert sowie nah an den Kunden zu gestalten.

Was ag-tech.systems für die NRW.BANK attraktiv macht

Die NRW.BANK begründet ihr Engagement mit dem allgemeinen Anspruch, Innovationen aus der Entwicklungsphase in den Markt zu bringen. Vorstandsvorsitzende Gabriela Pantring verweist darauf, dass junge Unternehmen dafür passendes Kapital brauchen. Mit der Beteiligung an ag-tech.systems fördere die Bank gezielt eine Technologie aus Nordrhein-Westfalen und stärke damit den Innovationsstandort.

Der epc.160 als Herzstück der Markteinführung

Die nächste Entwicklungsphase von ag-tech.systems dreht sich um ein zentrales Produkt: das System epc.160. Es lässt sich vollständig in moderne Standard-Landmaschinen integrieren und wird direkt über den Traktor gesteuert. Landwirte benötigen also keine komplett neue Maschinerie, um auf die Technologie umzusteigen.

Parallel dazu will das Unternehmen den Einsatzbereich erweitern. Neben Kartoffeln und Hafer sollen künftig auch Zuckerrüben, Gerste und Raps von dem Verfahren profitieren. Zusätzlich entwickelt ag-tech.systems größere Maschinen für den großflächigen Ackerbau – ein Schritt, der auf Betriebe mit deutlich mehr Fläche zielt als bislang adressiert.

ag-tech.systems plant Expansion in fünf neue Länder

Neben der Technik nimmt das Unternehmen auch die internationale Expansion in Angriff. Geplant ist der Markteintritt in Kanada, die USA, Frankreich, die Niederlande und das Vereinigte Königreich. Diese Länder zählen zu den bedeutenden Agrarmärkten Nordamerikas und Europas, was die Auswahl nachvollziehbar macht. Konkrete Zeitpläne für die einzelnen Länder nennt das Unternehmen bislang nicht.

Fazit: Seed-Kapital als Testfall für die herbizidfreie Landwirtschaft

Die Seed-Finanzierung bringt ag-tech.systems von der Entwicklung näher an die Marktreife. Die Serienfertigung des epc.160 rückt näher, und mit ihr die Frage, ob sich chemiefreie Unkrautbekämpfung im landwirtschaftlichen Alltag tatsächlich behauptet. Entscheidend wird sein, ob die Technologie preislich und praktisch mit klassischen Herbiziden mithalten kann – erst dann zeigt sich, ob aus der Nische ein echter Standard wird.

Wichtige FAQ

Was macht ag-tech.systems?

Das Unternehmen aus Geilenkirchen nutzt Hochspannungsstrom und eine eigens entwickelte Leitflüssigkeit, um Kulturpflanzen chemiefrei reifen zu lassen und invasive Unkrautarten zu bekämpfen.

Wie viel Geld sammelt ag-tech.systems in der Seed-Runde ein?

Die genaue Summe nennt das Unternehmen nicht. Bekannt ist, dass sich die NRW.BANK über ihr Programm NRW.SeedCap zusammen mit weiteren, nicht näher benannten Investoren beteiligt.

Wie funktioniert die chemiefreie Unkrautbekämpfung von ag-tech.systems?

Eine leitfähige Flüssigkeit senkt den elektrischen Widerstand der Pflanzen. Hochspannungsstrom wirkt anschließend von der Wurzel bis zum Blatt, ohne chemische Rückstände in Boden oder Lebensmitteln zu hinterlassen.

Was ist der epc.160?

Der epc.160 ist das System, mit dem ag-tech.systems in Serienfertigung gehen will. Es lässt sich in Standard-Landmaschinen integrieren und über den Traktor steuern.

In welche Länder will ag-tech.systems expandieren?

Geplant ist der Eintritt in Kanada, die USA, Frankreich, die Niederlande und das Vereinigte Königreich.

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