Samstag, Mai 2, 2026
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MG4 EV Urban: Elektroauto für den Massenmarkt

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Der MG4 EV Urban bringt günstige Elektromobilität in den Alltag. Was das Modell kann und wo Chancen und Grenzen liegen.

Key Takeaways

  • Der MG4 EV Urban zielt darauf ab, Elektroautos bezahlbar zu machen, indem er unter 25.000 Euro kostet.
  • Das Modell adressiert Alltagsfahrer und Familien und bietet praktische Funktionen sowie Platz im Innenraum.
  • Technisch setzt der MG4 EV Urban auf Effizienz, mit bis zu 416 km Reichweite und einem soliden Ladesystem.
  • Er könnte die Verbreitung von Elektroautos fördern, indem er eine realistische Alternative zum Verbrenner bietet.
  • Risiken bestehen in der Markenwahrnehmung und dem harten Wettbewerb im Markt.

Elektroautos sollen bezahlbar werden – das ist seit Jahren ein Versprechen der Branche. Mit dem MG4 EV Urban versucht MG Motor, genau hier anzusetzen. Das Modell startet bei unter 25.000 Euro und zielt damit auf eine Zielgruppe, die bisher oft außen vor blieb: Alltagsfahrer, Pendler und Familien, die ein funktionales E-Auto ohne Premiumpreis suchen.

Der Schritt kommt zu einem Zeitpunkt, an dem der Markt unter Druck steht. Förderungen laufen aus, die Nachfrage schwankt, und viele Hersteller kämpfen mit zu hohen Einstiegspreisen. Ein günstiger Kompaktwagen könnte hier eine Lücke schließen.

Warum der MG4 EV Urban relevant ist

Der MG4 EV Urban ist kein Prestigeprojekt, sondern ein Volumenmodell. Genau darin liegt seine Bedeutung. Während viele Hersteller weiterhin auf margenstarke SUVs setzen, adressiert MG ein Segment, das für die breite Elektrifizierung entscheidend ist: kompakte, alltagstaugliche Fahrzeuge.

Mit Preisen knapp unter der psychologisch wichtigen 25.000-Euro-Marke positioniert sich das Modell deutlich unter vielen Wettbewerbern. Vergleichbare Elektro-Kompaktwagen liegen oft mehrere tausend Euro darüber. Für Käufer, die bisher gezögert haben, könnte das den Ausschlag geben.

Gleichzeitig zeigt sich ein Trend: Hersteller aus China und mit chinesischem Hintergrund drängen zunehmend in den europäischen Markt – häufig mit aggressiver Preisstrategie und solider Technik.

Der MG4 EV Urban bringt günstige Elektromobilität in den Alltag. Was das Modell kann und wo Chancen und Grenzen liegen.

Technik und Konzept des MG4 EV Urban

Technisch setzt der MG4 EV Urban auf Effizienz statt spektakulärer Leistungsdaten. Zwei Batterievarianten stehen zur Wahl, die Reichweiten von bis zu 416 Kilometern ermöglichen. Für den Alltag reicht das in den meisten Fällen problemlos aus.

Interessant ist die integrierte Bauweise: Mehrere Komponenten des Antriebs sind in einer Einheit zusammengefasst. Das spart Platz und Gewicht. Zusätzlich übernimmt die Batterie strukturelle Aufgaben im Fahrzeug. Diese Bauweise ist in der Branche auf dem Vormarsch, weil sie Effizienz und Fahrverhalten verbessern kann.

Auch beim Laden zeigt sich das Auto praxistauglich. In rund 30 Minuten lässt sich der Akku an Schnellladesäulen von 10 auf 80 Prozent bringen. Das ist kein Spitzenwert, aber solide im Segment.

Im Innenraum setzt MG auf ein aufgeräumtes, digitales Konzept mit zwei Displays und Smartphone-Integration. Gleichzeitig bleiben physische Tasten für zentrale Funktionen erhalten – ein Detail, das viele Nutzer im Alltag schätzen.

Der MG4 EV Urban bringt günstige Elektromobilität in den Alltag. Was das Modell kann und wo Chancen und Grenzen liegen.

Alltag statt Technik-Show

Was den MG4 EV Urban von vielen Wettbewerbern unterscheidet, ist der Fokus auf Nutzwert. Der Innenraum bietet vergleichsweise viel Platz, besonders im Fond. Auch der Kofferraum fällt für diese Klasse großzügig aus.

Hinzu kommen praktische Funktionen wie Vehicle-to-Load. Damit lässt sich die Batterie als Stromquelle für externe Geräte nutzen – etwa beim Camping oder auf Baustellen. Solche Features sind kein Muss, zeigen aber, wie sich Elektroautos funktional erweitern lassen.

Die Fahrleistungen bleiben bewusst im Rahmen. Unter zehn Sekunden von 0 auf 100 km/h sind ausreichend für den Alltag, aber kein Verkaufsargument. Stattdessen geht es um Effizienz, einfache Bedienung und niedrige Betriebskosten.

Der MG4 EV Urban bringt günstige Elektromobilität in den Alltag. Was das Modell kann und wo Chancen und Grenzen liegen.

Chancen für Markt und Käufer

Der MG4 EV Urban könnte vor allem dort punkten, wo Elektromobilität bisher an der Preisschwelle scheitert. Für viele Haushalte ist er erstmals eine realistische Alternative zum Verbrenner.

Für Unternehmen und Flottenbetreiber ergibt sich ebenfalls Potenzial. Niedrige Anschaffungskosten kombiniert mit kalkulierbaren Betriebskosten machen das Modell interessant für Carsharing, Lieferdienste oder Außendienstflotten.

Auch für den Gesamtmarkt ist das relevant. Wenn günstige Modelle in größerer Stückzahl verfügbar sind, könnte das die Verbreitung von Elektroautos spürbar beschleunigen.

Der MG4 EV Urban bringt günstige Elektromobilität in den Alltag. Was das Modell kann und wo Chancen und Grenzen liegen.

Risiken und offene Fragen rund um den MG4 EV Urban

Trotz der attraktiven Positionierung gibt es auch Unsicherheiten. Der MG4 EV Urban tritt in einem hart umkämpften Segment an. Etablierte Hersteller werden ihre Preise ebenfalls anpassen müssen, um konkurrenzfähig zu bleiben.

Ein weiterer Punkt ist die Markenwahrnehmung. MG ist zwar in Europa präsent, aber für viele Käufer noch keine etablierte Größe im Vergleich zu Volkswagen oder Renault. Vertrauen spielt gerade bei größeren Anschaffungen eine zentrale Rolle.

Hinzu kommen geopolitische Faktoren. Handelskonflikte oder mögliche Importzölle könnten die Preisstrategie langfristig beeinflussen. Für ein Modell, das stark über den Preis argumentiert, wäre das ein Risiko.

Für wen sich das Modell lohnt

Im Alltag dürfte der MG4 EV Urban vor allem für drei Gruppen interessant sein: Pendler mit festen Strecken, Familien mit Zweitwagenbedarf und Stadtbewohner ohne hohe Reichweitenanforderungen.

Wer regelmäßig lange Strecken fährt oder maximale Ladeleistung erwartet, wird sich möglicherweise anders orientieren. Für den typischen urbanen Einsatz deckt das Modell jedoch viele Anforderungen ab.

Auch als Einstieg in die Elektromobilität könnte das Fahrzeug dienen. Wer bisher gezögert hat, findet hier ein vergleichsweise niedriges finanzielles Risiko.

Fazit

Mit dem MG4 EV Urban bringt MG Motor ein Angebot auf den Markt, das weniger durch Innovation als durch konsequente Kostenorientierung auffällt. Genau das könnte der entscheidende Faktor sein.

Das Modell zeigt, wohin sich der Markt entwickeln könnte: weg von teuren Leuchtturmprojekten, hin zu pragmatischen Lösungen für den Alltag. Ob sich dieser Ansatz durchsetzt, hängt nicht nur vom Produkt selbst ab, sondern auch davon, wie schnell Wettbewerber nachziehen.

Klar ist: Ohne bezahlbare Modelle wie den MG4 EV Urban wird Elektromobilität kaum die breite Masse erreichen.

Foto/Quelle: MG Motor Deutschland GmbH

In Sachen Darmgesundheit: Vertrauen Sie auf Ihr Bauchgefühl

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Darm Frauen Ernährung Unterschiede verstehen Bild Prof. Dr. med. Julia Seiderer-Nack Fachärztin für Innere Medizin und Expertin rund um das Thema Darmgesundheit, Mikrobiom und Ernährungsmedizin und Autorin © Ina Zabel

Wer kennt es nicht? Der Bauch ist nach dem Essen gebläht, die Verdauung hat sich im Urlaub quasi verabschiedet und 15 Influencer:innen empfehlen dagegen Chiasamen und Verzicht auf Industriezucker. Prof. Dr. med. Julia Seiderer-Nack ist Ärztin für innere Medizin und Gastroenterologie. Sie weiß, dass der weibliche Darm und das weibliche Mikrobiom in vielen Aspekten anders sind als die männlichen. Im Interview mit herCAREER erläutert sie, wann und warum der Verdauungstrakt der Frau besondere Aufmerksamkeit verdient.

„Der Darm ist ein Sensibelchen – und Jetlag, Schichtdienst oder ungewohnte Tagesrhythmen bringen ihn schnell aus dem Takt.“

herCAREER: Ihr Buch heißt “Frauen haben anders Darm”. Was unterscheidet den weiblichen Darm vom männlichen?

Dr. Seiderer-Nack: Eine ganze Menge. Anatomisch und auf den ersten Blick wirken beide erstaunlich ähnlich. Der weibliche Darm ist oft etwas länger und arbeitet langsamer. Das hat evolutionäre Gründe: Der Körper soll möglichst viele Nährstoffe aufnehmen – vor allem in Schwangerschaft und Stillzeit. In Konsequenz haben Frauen öfter Verstopfung oder Völlegefühl. Auch die Verdauungssäfte unterscheiden sich. Frauen produzieren weniger Magensäure als Männer. Das kann sowohl Vorteile als auch Nachteile haben. Ein zentraler Unterschied ist die Funktionsweise des Immunsystems, das zu 70 Prozent im Darm sitzt.

herCAREER: Inwiefern?

Dr. Seiderer-Nack: Frauen sind die besseren Abwehrspieler. Das weibliche Immunsystem schützt effektiver gegen Infektionen als das männliche. Frauen erkranken deshalb aber auch häufiger an Autoimmunkrankheiten und reagieren sensibler auf Allergene oder Infektionen. Nach einem bakteriellen Darminfekt kann diese starke Immunantwort zum Beispiel dazu führen, dass Frauen einen postinfektiösen Reizdarm entwickeln.

herCAREER: Reizdarm – ein Wort, das im Buch ständig fällt. Was steckt dahinter?

Dr. Seiderer-Nack: Ich mag diese Diagnose ehrlich gesagt nicht. Sie ist oft nur ein Sammelbegriff für Beschwerden, bei denen der Darm empfindlich reagiert, wir als Mediziner:innen aber keine klare Ursache finden konnten. Das bedeutet nicht, dass die Symptome nicht ernst zu nehmen sind.

herCAREER: Reizdarm geht mit Verstopfung, Durchfällen, Blähungen und Schmerzen einher. Kommt alles mal vor. Aber wie viel Bauchgrummeln ist “normal” und wann sollte ich meine Symptome medizinisch abklären lassen?

Dr. Seiderer-Nack: Das ist ein wichtiger Punkt. Viele Reaktionen des Darms sind völlig normal. Rund 90 Prozent der Menschen bekommen Blähungen, wenn sie viele Zwiebeln, Knoblauch oder Kohl essen – das ist nicht krankhaft. Wir haben heute extrem hohe Ansprüche an unseren Darm: täglich Stuhlgang, perfekt geformt, keine Beschwerden, kein Grummeln. Und darüber hinaus das Ideal des „flachen Bauchs“. Viele Patientinnen fragen, ob ihr Mikrobiom gestört ist, weil der Bauch nicht ganz flach ist. Das sind Ansprüche an den Körper, die es so vor 20 oder 30 Jahren nicht gab.

Problematisch wird es, wenn die Beschwerden Alltag oder Beruf beeinträchtigen oder wenn Warnsignale hinzukommen: Gewichtsverlust, Blut im Stuhl, anhaltende Durchfälle oder starke Verstopfung. Das sollte man ärztlich abklären.

herCAREER: Das Thema berührt. Das spiegelt sich in der enormen Menge an – teils selbsternannten – Ernährungs- und Stoffwechselcoaches auf Social Media mit ihrem Rat für optimalen Stoffwechsel und gegen Blähbauch. Gefährliches Halbwissen oder endlich offene Gespräche über Stuhlgang?

Dr. Seiderer-Nack: Es ist ein zweischneidiges Schwert. Ich finde es positiv, dass Ernährung heute mehr Aufmerksamkeit bekommt. Es ist gut, wenn das Thema Verdauung aus der Tabuzone kommt und Menschen beginnen, darüber zu sprechen. Die Medizin hat Aufklärung zu Mikrobiom und Stoffwechsel (neben Magen- und Darmspiegelung) lange vernachlässigt. Aber natürlich kursiert viel Halbwissen – kombiniert mit einem weiblichen Hang zum Perfektionismus. Wir sehen viele gerade jüngere Patientinnen, die große Angst haben, „falsch” zu essen, und einen Zwang entwickeln, sich „richtig“ zu ernähren. Inzwischen ist das ein eigenes Krankheitsbild: Orthorexie. Clean Eating, kein Gluten, keine Fructose, etc. Dabei darf man nicht vergessen: Nicht jede Ernährungsform passt zu jeder Person.

herCAREER: Ich habe als Kind und junge Frau alles gut vertragen. Warum habe ich heute, mit Mitte 40, ständig Beschwerden?

Dr. Seiderer-Nack: Es ist gut möglich, dass Sie einen Reizdarm haben – aus ganz unterschiedlichen Gründen: Vielleicht haben Sie in ihrem Leben oft Medikamente bekommen; vielen Frauen werden etwa Antibiotika bei Harnwegsinfekten verschrieben. Auch Schmerzmittel wirken sich negativ auf die Schleimhaut und Darmbarriere aus. Vielleicht hatten Sie Phasen, in denen Ernährung oder Lebensstil ungünstig waren, Sie stehen unter starkem Stress oder haben sich öfter eine Magen-Darm-Infektion eingefangen. So ein Magen-Darm-Infekt kann den Darm monatelang aus dem Gleichgewicht bringen.

herCAREER: Im Gespräch mit Dr. Judith Bildau haben wir gelernt, dass Hormone Einfluss auf den gesamten Organismus haben. Wie beeinflusst etwa der Zyklus den weiblichen Darm?

Dr. Seiderer-Nack: Unsere Sexualhormone wirken nicht nur in den Geschlechtsorganen, sondern auch im Darm. Das heißt: In Pubertät, Schwangerschaft, Zyklus und Wechseljahren unterliegt der Darm hormonellen Schwankungen. Warum bekommen Frauen in der Schwangerschaft manchmal Reflux (Rückfluss von Mageninhalt in die Speiseröhre) und Verstopfung? Das liegt am Anstieg des Progesterons. Mit jeder hormonellen Umstellung wird das Immunsystem der Frau aktiver, darum treten auch Autoimmunerkrankungen wie Multiple Sklerose, Hashimoto oder Zöliakie oft nicht schon im Kindesalter, sondern im Laufe des Lebens auf.

herCAREER: Viele Frauen haben während ihrer Menstruation auch stark mit ihrem Darm zu tun. Können Sie näher erklären, was da vor sich geht?

Dr. Seiderer-Nack: Hier spielen vor allem die Hormone Progesteron und Östrogen eine Rolle. Progesteron – das sogenannte Wohlfühlhormon – wirkt beruhigend auf die Darmmuskulatur und verlangsamt die Darmbewegung. Dadurch wird der Nahrungsbrei langsamer transportiert, was Völlegefühl, Verstopfung oder Blähungen verstärken kann. Östrogen wiederum beeinflusst die Schmerzwahrnehmung. In Abhängigkeit vom Östrogenspiegel reagieren wir empfindlicher auf Schmerzen. Frauen haben eine höhere Schmerzwahrnehmung. Das spielt nicht nur bei Erkrankungen wie Endometriose, sondern auch beim Reizdarmsyndrom eine Rolle. Oft bedeutet das, dass der Dehnungsreiz, der entsteht, wenn sich Nahrung durch den Dünndarm bewegt, nicht als solcher wahrgenommen wird, sondern als Schmerzreiz. Dazu kommt: Darm, Gebärmutter und Eierstöcke liegen direkt nebeneinander. Wenn die Gebärmutter anschwillt und krampft, hat das direkte Auswirkungen auf den Darm. Dazu kommen Prostaglandine, die Gewebshormone, die für das Ablösen der Gebärmutterschleimhaut zuständig sind und somit krampffördernd wirken. Sie arbeiten auch in der Darmwand und können Krämpfe und Durchfall während der Periode verursachen.

herCAREER: Kann Hormonersatztherapie hier helfen? Oder: Wird das alles nach den Wechseljahren besser?

Dr. Seiderer-Nack: Kann sein – muss aber nicht. Das hängt davon ab, ob eine Östrogendominanz besteht oder eher ein hoher Progesteronspiegel. Hormonelle Umstellungen verlaufen nicht linear, sondern mit starken Schwankungen. Es ist sehr individuell.

herCAREER: Und was ist diese leidige Sache mit dem Reisen? Warum bekommen Frauen oft Verstopfung?

Dr. Seiderer-Nack: Das liegt an der sogenannten Darm-Hirn-Achse. Unser Gehirn ist eng mit dem Nervensystem des Darms verbunden. Wenn wir aufgeregt sind, hohe Erwartungen haben oder uns vor fremden Toiletten ekeln, wirkt sich das direkt auf den Darm aus. Der Darm ist ein Sensibelchen – und Jetlag, Schichtdienst oder ungewohnte Tagesrhythmen bringen ihn schnell aus dem Takt.

herCAREER: Ich hatte PCOS (polyzystisches Ovarsyndrom), lebe mit Endometriose, chronischen Kopfschmerzen und habe ADHS – alles Krankheitsbilder, bei denen Ernährung eine Rolle spielen kann. Ist mein Darm hier der gemeinsame Faktor?

Dr. Seiderer-Nack: Das muss man individuell abklären. Frauen mit Endometriose oder PCOS entwickeln zwei- bis dreimal häufiger Reizdarm als andere. Bei PCOS wissen wir, dass viele Betroffene eine durchlässigere Darmbarriere haben – auch das erhöht das Risiko für Reizdarm. Die ständige Entzündungsaktivität im Bauchraum verstärkt das Schmerzempfinden der betroffenen Frauen. Migräne ist ein interessanter Komplex, Menschen mit Migräne verarbeiten Schmerzreize anders. Viele Kinder mit Migräne leiden zunächst unter Bauch-, nicht unter Kopfschmerzen.

herCAREER: Kann, aber muss nicht …

Dr. Seiderer-Nack: Bei Migräne und PCOS müssen wir wieder über die Darmbarriere sprechen. Ist die durchlässig, erleben Patient:innen eine Reizung des Nervensystems oder ihres Immunsystems. Man könnte also sagen: Sie haben die Bauchschmerzen, weil sie die Kopfschmerzpatient:innen sind. Weil sie unter Stress stehen oder Kopfschmerztabletten nehmen und damit die Schleimhaut reizen. Oder sie haben wirklich eine entzündliche Darmerkrankung. Als Ärztin oder Arzt muss man solche Zusammenhänge ernst nehmen, seine Hausaufgaben machen und sorgfältig diagnostizieren.

herCAREER: Muss sich die medizinische Aus- und Weiterbildung also auch beim Thema Darm und Mikrobiom verändern?

Dr. Seiderer-Nack: Unbedingt. Ich wünsche mir, dass die Gendermedizin zum Standard wird und stärker berücksichtigt wird, dass Frauen und Männer nicht gleich sind. In der Kardiologie setzt sich dieses Denken langsam durch, in der Gastroenterologie hinken wir hinterher. Ärzt:innen müssen über den Tellerrand schauen. Niemand besteht nur aus Darm, Kopf und Gebärmutter – man muss das ganze System sehen.

herCAREER: Sagen wir, eine Frau hat zunehmend Beschwerden – Blähungen, Krämpfe, Schmerzen. Nach welchen Tests sollte sie fragen, wenn die Hausärzt:in oder Fachärzt:in sie nicht von selbst vorschlägt?

Dr. Seiderer-Nack: Eine Stuhlprobe ist ein guter Anfang. Sie zeigt, ob eine Entzündung vorliegt. Bei Durchfällen sollten auch Viren und Bakterien getestet werden – das kann heute jede Hausarztpraxis. Ein Ultraschall gehört ebenfalls dazu, um Leber, Gallenblase und Bauchspeicheldrüse zu überprüfen. Bei Frauen ab 50 ist außerdem die Darmspiegelung wichtig – schon zur Vorsorge.
Hilfreich ist ein Ernährungstagebuch. Gerade bei Blähungen lässt sich so oft erkennen, wann und nach welchen Lebensmitteln Beschwerden auftreten: Laktose, Fruchtzucker, Zuckerersatzstoffe oder Gluten. Auch die Verbindung mit dem Zyklus kann dabei aufschlussreich sein.

herCAREER: Wie lange sollte man seine Gewohnheiten protokollieren?

Dr. Seiderer-Nack: Oft reichen schon vier Wochen, um Muster zu erkennen. Dann kann man mit Blut- oder Atemtests gezielt nach Intoleranzen suchen. Wovon ich aber dringend abrate, sind Allergietests aus dem Internet – davon sollte man die Finger lassen.

herCAREER: Der Markt für Nahrungsergänzungsmittel boomt – Probiotika, Präbiotika, Bitterstoffe, Pulver, Tees. Was hilft wirklich, was ist Marketing?

Dr. Seiderer-Nack: Ein schwieriges Thema. Als erstes möchte ich sagen: Sie dürfen ihrem Darm ruhig etwas zutrauen. Ein gesunder Darm kann sich aus einer abwechslungsreichen Ernährung alle nötigen Nährstoffe holen. Mit Ausnahme von Vitamin D haben wir in Deutschland sehr wenige Mangelzustände. Das gilt nicht für Veganer – die brauchen zusätzlich Eisen und Vitamin B12. Natürlich können Nahrungsergänzungsmittel sinnvoll sein, aber nur mit klarer Diagnose. Sie müssen zunächst verstehen, was fehlt und warum, bevor Sie etwas einnehmen.

herCAREER: Das heißt, vorbeugend etwas einzuwerfen, ist keine gute Idee?

Dr. Seiderer-Nack: Genau. Die Einnahme sollte gezielt erfolgen, nicht einfach auf Verdacht.

herCAREER: Wie finde ich denn nun die richtige Ernährungsform für mich? Antientzündlich, histaminarm, glutenfrei, fruktosearm, low-FODMAP – überall kursieren Tabellen. Tofu ist zum Beispiel histaminhaltig, gilt aber als low-FODMAP …

Dr. Seiderer-Nack: Da machen Sie schon den entscheidenden Fehler! Sie richten sich nach Tabellen und blenden Ihr Bauchgefühl aus. Wenn Sie fühlen können, was Sie gut und was Sie schlecht vertragen, tun Sie sich den größeren Gefallen.
Und Vorsicht mit FODMAP – diese Ernährungsform war nie für die Dauer gedacht. Sie wurde als zeitlich begrenzte therapeutische Diät entwickelt. Langfristig kann sie zu Mangelzuständen führen.

herCAREER: Also bestimmt am Ende mein Bauchgefühl, was die beste Ernährung für mich ist?

Dr. Seiderer-Nack: Vertrauen Sie Ihrem Körper mehr als einer Liste aus dem Internet. Natürlich ist eine antientzündliche Ernährung sinnvoll. Und natürlich ist eine pflanzenbasierte Ernährung gesund. Aber das bedeutet nicht automatisch, dass sie auch darmfreundlich ist. Das darf man nicht verwechseln. Wenn jemand vegan lebt und viele Hülsenfrüchte, Lauchgewächse, Wirsing und Rohkost isst, kann der Darm schlicht überfordert sein. Die Beschwerden liegen dann nicht an der „falschen“ Ernährung, sondern daran, dass der Darm große Mengen an Rohkost oder Ballaststoffen nicht gut verdaut. Hier hilft das Ernährungstagebuch. Lassen Sie sich von eine:m Expert:in Feedback geben. Ihre optimale Ernährung muss für Sie individuell gestaltet sein. Vertrauen Sie auf Ihr Bauchgefühl!

Das Interview führte herCAREER-Redakteurin Kristina Appel.

Im Rahmen der herCAREER Expo am 22. und 23. Oktober 2026 stellt Prof. Dr. Seiderer-Nack beim Authors-MeetUp ihr Buch „Frauen haben anders Darm“ vor und beantwortet Fragen zu den Themen Darmgesundheit und Mikrobiom.  

Bild Prof. Dr. med. Julia Seiderer-Nack Fachärztin für Innere Medizin und Expertin rund um das Thema Darmgesundheit, Mikrobiom und Ernährungsmedizin und Autorin © Ina Zabel

Quelle messe.rocks GmbH

Was passiert, wenn gesunde Routinen endlich Spaß machen?

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Wonderbears Gummies Vitamine für den Alltag Gründerteam bild Anke & Sophia Schneiderhahn

Wonderbears bringt funktionale Gummies für eine einfache Vitaminaufnahme in den Alltag

Was ist die Gründungsgeschichte von Wonderbears und wer sind die Personen hinter dem Startup?

Hinter dem Start-up stehen Anke und Sophia Schneiderhan, ein Mutter-Tochter-Duo aus München.

Anke S. hatte gerade ihre Physiotherapiepraxis verkauft, während Sophia ihr Studium in London abgeschlossen hatte. Gemeinsam entstand die Vision, neue Impulse im Bereich der Vitaminaufnahme zu setzen – mit einem Ansatz, der einfacher, angenehmer und belohnender ist.
Statt komplexer Routinen standen dabei leckere Gummibärchen im Mittelpunkt, die die Einnahme von Vitaminen unkompliziert und positiv in den Alltag integrieren.

Wie haben die Gründerinnen von Wonderbears ihre unterschiedlichen Hintergründe in Medizin, Sport und Lifestyle in das Unternehmen eingebracht?

Sophia:

Ich habe lange im Ausland gelebt und bereits mit 15 Jahren angefangen zu modeln. Mir wurde früh gesagt, dass mein Körper mein Kapital ist. Auch wenn sich das damals auf meinen Job bezog, ist dieser Gedanke bis heute ein wichtiger Teil meiner Haltung geblieben – denn ohne Gesundheit funktioniert nichts.
Durch meine Zeit in Metropolen wie New York, London und Hongkong wurde ich früh mit den neuesten Trends konfrontiert. Ich habe mich intensiv für Supermärkte, Beauty Stores und Lifestyle-Produkte interessiert und war regelmäßig in den angesagtesten Pilates- und Fitnessstudios. Dadurch bin ich auch früh mit dem Markt für Nahrungsergänzungsmittel, Vitamine sowie Health- und Lifestyle-Produkte in Berührung gekommen.
Den größten Teil meiner Zeit habe ich in New York und London verbracht. Gerade die USA sind im Bereich Lifestyle und Health-Oriented Living oft Vorreiter.
Für mich spielen Sport, Ernährung, gesunder Schlaf und eine feste Routine eine zentrale Rolle.

Anke:

In meiner Jugend war ich bereits in der Leichtathletik-Mannschaft. Später habe ich Sport studiert und 1995 meine Ausbildung zur Physiotherapeutin abgeschlossen. Im Anschluss habe ich zahlreiche Fort- und Weiterbildungen absolviert. Mich hat schon immer fasziniert, wie individuell der menschliche Körper ist und wie komplex die biochemischen sowie funktionellen Bewegungsabläufe zusammenspielen.
Diese Begeisterung war auch der Auslöser, nach dem Verkauf meiner Praxis in die Supplement-Branche einzusteigen.

Welche Vision verfolgt Wonderbears im Bereich Gesundheit und Nahrungsergänzung und wie soll diese langfristig umgesetzt werden?

Wir haben viele Ideen, lassen uns kontinuierlich inspirieren und werden im Alltag oft durch operative Themen gebremst, die notwendig sind, um die Marke Schritt für Schritt in die gewünschte Richtung wachsen zu lassen. Unsere Vision ist es, hochwertige, nachhaltige Produkte zu entwickeln, die in Deutschland hergestellt werden und sich mühelos in den Alltag sowie jede Health- und Wellness-Routine integrieren lassen. Gleichzeitig möchten wir möglichst viele Menschen erreichen und sie für unsere Bärchen begeistern.

Warum hat sich Wonderbears bewusst für das Format von funktionalen Gummibärchen entschieden statt klassischer Tabletten oder Kapseln?

Wir empfinden es häufig als unangenehm, noch mehr Kapseln oder Tabletten einnehmen zu müssen, da diese oft einen medizinischen Beigeschmack haben. Unsere Vision war es daher, genau dieses Gefühl zu verändern und die Einnahme von Vitaminen spielerischer, leckerer und angenehmer zu gestalten – indem sie in Form von Gummibärchen konsumiert werden können. Diese Idee kommt besonders gut bei Kindern und auch bei Senior:innen an, da das Schlucken von Tabletten für viele eine Hürde darstellt. Darüber hinaus gibt es deutlich mehr Menschen als erwartet, die grundsätzlich eine Aversion gegenüber Tabletten haben. Über alle Generationen hinweg wird das Produkt häufig als gesunder Snack wahrgenommen, wobei insbesondere auch die zuckerfreie Komponente positiv hervorgehoben wird. Auch wir selbst lieben es, die Gummies zwischendurch zu snacken – müssen uns dabei aber durchaus manchmal ein wenig zurückhalten, nicht zu viele zu essen.

An welche Zielgruppe richtet sich Wonderbears und welche Bedürfnisse stehen bei der Produktentwicklung im Fokus?

Unsere Gummies sind grundsätzlich für alle geeignet und lassen sich unkompliziert miteinander kombinieren, sodass man sie flexibel in die eigene Routine integrieren kann.
Der aktuelle Fokus liegt auf ganzheitlicher Stärkung sowie Beauty-orientierten Vitaminergänzungen, weshalb unser Kund:innenkreis derzeit überwiegend weiblich geprägt ist. Gleichzeitig arbeiten wir bereits an weiteren, gezielt entwickelten Produkten – auch für Männer – und möchten uns perspektivisch insgesamt genderneutraler aufstellen, nachdem wir visuell zunächst mit einer eher femininen Ansprache gestartet sind. Eine klar definierte Altersgruppe gibt es dabei nicht – unsere Zielgruppe ist bewusst breit gefächert.

Wie gelingt es Wonderbears, Gesundheit, Genuss und Lifestyle in einem Produkt miteinander zu verbinden?

Wir haben uns intensiv damit auseinandergesetzt, was uns über die Jahre hinweg wirklich wichtig geworden ist, welche Beobachtungen wir gemacht haben und welche Erfahrungen wir mit unterschiedlichsten Produkten im Markt sammeln konnten. Dabei sind wir stets unsere größten Kritiker. Unser Anspruch ist es, Produkte zu entwickeln, die Qualität, Hochwertigkeit und Nachhaltigkeit in sich vereinen und diesen Anforderungen in jeder Hinsicht gerecht werden.

Was unterscheidet Wonderbears von anderen Anbietern im Markt für Nahrungsergänzungsmittel?

Der Markt ist groß und der Wettbewerb schläft nie – genau das motiviert uns jedoch zusätzlich. Wir verfolgen einen klar definierten Weg und legen dabei besonderen Wert auf unsere persönliche Geschichte als Mutter-Tochter-Duo, das generationenübergreifend denkt und handelt. Gleichzeitig bleiben wir unseren Werten konsequent treu: eine vollständig vegane Ausrichtung, die Produktion in Deutschland sowie kontinuierliche Investitionen in die Produktentwicklung stehen dabei im Mittelpunkt. Auch wenn wir viele Ideen für neue Produkte haben, wissen wir, dass nachhaltiges Wachstum Zeit braucht – und sich nicht über Nacht realisieren lässt.

Welche Herausforderungen begegnen Ihnen bei der Entwicklung und Positionierung von funktionalen Gummies und wie gehen Sie damit um?

Jeder Tag als Unternehmer in einem Start-up bringt seine eigenen Herausforderungen mit sich. Es gilt, täglich operative Entscheidungen zu treffen und gleichzeitig das große Ganze nicht aus den Augen zu verlieren.
Besonders zeitintensiv sind dabei oft die vielen Details im Hintergrund – von Logistik über Backend-Themen bis hin zu Daten- und Informationsmanagement. Die Abstimmung, Koordination und laufende Optimierung erfordern viel Zeit und Sorgfalt, nicht zuletzt, weil man sich viele Prozesse zunächst selbst erarbeiten und aneignen muss.

Nachhaltigkeit und Inhaltsstoffe spielen eine wichtige Rolle. Wie setzt Wonderbears diese Ansprüche konkret in der Produktion um?

Als Start-up ist es nicht immer einfach, Produktion, Verpackung und Versand auf höchstem Niveau umzusetzen. Dennoch hat es für uns oberste Priorität, genau diesen Ansprüchen gerecht zu werden. Auch wenn dies mit höheren Kosten verbunden ist, setzen wir konsequent auf nachhaltige Verpackungslösungen, hochwertige Inhaltsstoffe und höchste Produktionsstandards.

Welche weiteren Produktentwicklungen oder Erweiterungen plant Wonderbears in Zukunft?

Wir haben einiges in Planung – können dazu aktuell jedoch noch keine weiteren Details verraten.

Wie möchten Sie Wonderbears in den kommenden Jahren im Health und Wellness Markt positionieren?

Wir möchten die Marke gezielt weiter ausbauen und möglichst viele Menschen dafür begeistern, Wonderbears fest in ihre tägliche Routine zu integrieren. In den kommenden Monaten sind mehrere inspirierende Events geplant, zudem werden wir mit ausgewählten Partner:innen und spannenden Persönlichkeiten zusammenarbeiten. Auch die Marke selbst wird sich kontinuierlich weiterentwickeln – insbesondere durch neue Produktentwicklungen und innovative Kreationen. Ein zentraler Fokus liegt darüber hinaus auf der Expansion, mit dem Ziel, Wonderbears künftig in weiteren Ländern verfügbar zu machen.

Welche drei Ratschläge würden Sie anderen Gründerinnen und Gründern geben, die ein Startup im Bereich Gesundheit oder Lifestyle aufbauen möchten?

An sich und das Produkt zu glauben und durchzuhalten, wenn Herausforderungen den Weg unmöglich erscheinen lassen.

Dem Traum und der Vision zu folgen.
Sich mit so vielen Entrepreneurs und Gründer auszutauschen, Transparenz ist mehr Output als alles andere.

Photocredit: PR

Wir bedanken uns bei Anke und Sophia Schneiderhahn für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Schuhe, die einfach mitwachsen statt ersetzt zu werden?

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Sizeless Schuhe Kinderschuhe mit Größenanpassung Teamfoto Bildcredits/Fotograf: Paint the Town Studios in Düsseldorf

Sizeless bringt mitwachsende Schuhe und Kinderschuhe auf den Markt, die sich flexibel anpassen lassen. Damit wird der Alltag für Familien einfacher und nachhaltiger gestaltet.

Wie ist Sizeless entstanden und wer steht hinter der Idee, mitwachsende Kinderschuhe zu entwickeln?

Sizeless ist 2022 aus einer Innovation Challenge der Sportmarke On entstanden. Alex und ich haben damals in Köln studiert und nach neuen Ansätzen im Kids-Bereich gesucht. An Familienplanung war im vierten Semester nicht zu denken, also hieß es: Raus auf die Straße, reden mit Familien. Heute sind wir zu dritt. Louis, ein Designer, den ich während meiner Zeit bei Adidas in Herzogenaurach kennengelernt habe, ist 2025 aus Schottland nach Köln gezogen und vervollständigt unser Team. Alex verantwortet Kommunikation und Business Development, Louis die Produktentwicklung und das Design, ich die Strategie und den operativen Aufbau.

Was war der Auslöser für die Gründung von Sizeless. Welches Problem beim Kinderschuhkauf wollten Sie damit lösen?

Das überwältigend eindeutige Feedback der Eltern. Auf den Kölner Weihnachtsmärkten haben wir damals so viele Familien wie möglich gefragt, was beim Shoppen für Kinder am meisten nervt. Die Antwort kam unerwartet einstimmig: Die Kids wachsen so schnell, insbesondere Schuhe müssen alle paar Monate neu gekauft werden. Das ist nicht nur zeit- und kostspielig, sondern auch online kaum lösbar, weil sich Kinderfüße ständig verändern und viele Modelle ohne Anprobe nicht passen. Daraus nahmen wir die Vision eines größenverstellbaren Kinderschuhs mit, der Eltern, Kinder und den Planeten entlastet.

Wie funktioniert das Konzept der größenverstellbaren Schuhe von Sizeless genau?

Wir kombinieren flexible und gleichzeitig robuste Materialien mit einem von uns entwickelten Verstellmechanismus. Der ist eine technische Neuheit und ermöglicht es Eltern, die Schuhgröße von außen präzise feinjustieren. Die Mechanik ist so in die Sohlenstruktur integriert, dass Kinderfüße niemals in direkten Kontakt damit kommen. Der Fuß bleibt geschützt und kann sich gesund entwickeln. Unsere Technologie ist bereits durch Patentanmeldungen und Gebrauchsmuster geschützt.

An welche Zielgruppe richtet sich Sizeless besonders. Welche Bedürfnisse von Familien möchten Sie damit erfüllen?

Wir richten uns an Familien mit Kindern zwischen 2 und 8 Jahren. Eltern, die es leid sind, alle paar Monate neue Schuhe kaufen zu müssen, und Wert auf Passform, Fußgesundheit und Qualität legen. Unser Schuh soll den Alltag vereinfachen und gleichzeitig nachhaltiger sein als der ständige Neukauf.

Viele Eltern müssen regelmäßig neue Schuhe kaufen, weil Kinderfüße schnell wachsen. Wie verändert Sizeless diesen Alltag?

Der Gang in den Schuhladen wird deutlich seltener nötig. Statt bei jedem Wachstumsschub neue Schuhe zu suchen, passen Eltern die Größe des Schuhs einfach an. Das spart Zeit, Geld und Nerven. Und weil weniger Schuhe im Müll landen, profitiert am Ende auch die Umwelt.

Was unterscheidet Sizeless von klassischen Kinderschuhmarken. Wo liegt Ihr besonderer Ansatz?

Klassische Marken produzieren feste, starre Größen, obwohl Kinderfüße sich kontinuierlich verändern und entwickeln. Wir denken den Kinderschuh grundlegend neu. Mit Sizeless passen sich endlich die Schuhe den Füßen an, und nicht andersherum. Unser Verstellmechanismus macht es möglich. Wir ermöglichen ein präzises, manuelles Einstellen der Schuhgröße und decken in einem Sizeless-Modell zwei Schuhgrößen ab.

Welche Herausforderungen begegnen Ihnen bei der Entwicklung und Produktion eines Schuhs, der mehrere Größen abdecken kann?

Ein hoher Innovationsgrad trifft auf eine eher konservativ geprägte Branche. Beim ersten Besuch in Portugal wurde schnell klar: Für die meisten Hersteller müssen vor allem die Abnahmezahlen stimmen. Innovation und Startup-Spirit sind nett, zahlen aber nicht die Fachkräfte in den Fabriken. Die Idee klingt in der Theorie schön, in der Realität ist es ein Balanceakt zwischen technischer Umsetzbarkeit, Skalierbarkeit und Produktionskosten. Wir sind heute mit einem Fertigungsnetzwerk in Portugal gesegnet, das uns von der Gründerin von Wildling Shoes an die Hand gegeben wurde, und von der Vision genauso überzeugt ist wie wir. Ein riesiger Sprung nach vorne.

Welche Rückmeldungen erhalten Sie von Eltern und Kindern, die Sizeless bereits nutzen?

Unsere Testfamilien bestätigen genau das, worauf wir hingearbeitet haben. Die Funktionalität überzeugt, Kinder lieben die Leichtigkeit beim Tragen. Wir hören oft Vergleiche wie „wie barfuß laufen“. Eine meiner Lieblingsanekdoten: Ein Kind sagte, der Schuh sei cool, weil er so klebt. Wir waren kurz panisch, ob das ein Produktionsfehler ist. Stellte sich heraus, er meinte den Grip der Sohle. Über unsere laufende Kickstarter-Kampagne konnten wir das Finanzierungsziel von 8.000 Euro bereits verdoppeln und gehen auf 200 vorbestellte Paar Schuhe zu. Das zeigt uns, dass die Nachfrage real ist.

Welche Vision verfolgt Sizeless für die Zukunft im Bereich nachhaltiger Kinderschuhe?

In fünf Jahren sollen keine herkömmlichen Größen mehr auf Schuhkartons stehen. Das ist unser Nordstern. Nach dem Launch unseres Sneakers im Sommer werden wir uns der Entwicklung eines wasserabweisenden Herbst- und Wintermodells widmen. Perspektivisch denken wir auch über Hausschuh- und Sportschuhmodelle nach. Sobald unser Patent final genehmigt ist, planen wir Technologielizenzen an weitere Hersteller zu vergeben. Jeder Schuh kann ein Sizeless-Schuh sein.

Welche nächsten Schritte plant Sizeless in der Produktentwicklung oder beim Ausbau des Unternehmens?

Der erste Sizeless-Sneaker launcht im Sommer 2026. Parallel schließen wir uns mit strategisch relevanten Business-Angels zusammen, um die Produktion zu skalieren. Tickets ab 30.000 Euro führen dazu, den Schalter in den Fabriken umzulegen. Daneben bauen wir unsere Eltern-Community weiter aus. Jeder kann über die Website beitreten und wird in Produkttests und Entwicklungsentscheidungen einbezogen. Nach dem Sommer-Launch geht es direkt in die Entwicklung der größeren Kollektion für 2027

Welche drei Ratschläge würden Sie anderen Gründern geben, die eine innovative Produktidee in einem traditionellen Markt umsetzen möchten?

Erstens: Sucht euch eure Weihnachtsmärkte. Geht raus, redet mit eurer Zielgruppe und versteht, was wirklich gebraucht wird. Wenn ihr an den Leuten vorbeientwickelt, merkt ihr es sofort, das Feedback kommt im B2C-Bereich großflächig und unmittelbar.

Zweitens: Baut euch ein Ökosystem aus Mentorinnen, Unterstützern, anderen Startups und strategischen Partnern auf. Sie können nicht jedes Feuer für euch löschen, aber sie helfen beim Löschen und beraten dazu, was leicht entzündlich ist. Startup ist Learning on the Job, die fehlende Sicherheit am Anfang muss man mit eigener Überzeugung und weiteren Überzeugten ausgleichen.

Drittens: Lasst euch von konservativen Branchen nicht einschüchtern. Innovation braucht Hartnäckigkeit und die richtigen Partner. Wir hätten unseren Schuh nie industriell produzierbar gemacht, wenn nicht erfahrene Leute aus der Branche an uns geglaubt und ihre Netzwerke geöffnet hätten.

Bildcredits/Fotograf: Paint the Town Studios in Düsseldorf

Wir bedanken uns bei Leander Peters für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Steuern und Buchhaltung: Was Young Founders über finanzielle Eigenverantwortung wissen sollten

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Gründer meistern Steuern in digitale Geschäftsmodelle Bildrechte/Fotograf: Diana Vásquez Barbetti

Digitale Geschäftsmodelle und steigende Anforderungen

Digitale Geschäftsmodelle machen den Einstieg ins Unternehmertum mittlerweile so einfach wie nie. Ein Online-Shop ist schnell aufgesetzt, Social-Media-Kanäle lassen sich zu Beginn auch ohne großes Budget skalieren und erste Umsätze entstehen oft innerhalb weniger Wochen. Was dabei leicht unterschätzt wird: Parallel wachsen von Anfang an auch die finanziellen und steuerlichen Anforderungen.

Gerade Gründer im E-Commerce oder in der Creator Economy bewegen sich früh in internationalen Märkten. Verkäufe über Plattformen oder grenzüberschreitende Lieferungen führen dazu, dass gleichzeitig unterschiedliche steuerliche Regelungen greifen. Themen wie das OSS-Verfahren oder länderspezifische Umsatzsteuersätze werden schnell zum Alltag.

Komplexität im Gründeralltag

Mit jedem zusätzlichen Verkaufskanal steigt auch der administrative Aufwand. Rechnungen, Belege, Steuerkennzeichen und Meldepflichten vervielfachen sich. Moderne Buchhaltungsprozesse setzen daher zunehmend auf Integration und Automatisierung, um diese Komplexität zu bewältigen.

Zwischen Anspruch und Realität

Wie stark sich diese Herausforderungen bemerkbar machen, zeigt eine aktuelle Erhebung: Für 40 Prozent der Young Founders stellen Steuern und bürokratische Pflichten den größten Stressfaktor dar. Viele Prozesse lassen sich jedoch bereits heute durch technologische Lösungen deutlich vereinfachen.

Automatisierte Belegerfassung, digitale Rechnungsformate und integrierte Systeme reduzieren manuelle Arbeit erheblich. Besonders die E-Rechnung ermöglicht durch maschinenlesbare Daten eine direkte Weiterverarbeitung ohne Medienbruch.

Integration als Schlüssel zur Effizienz

Der Fortschritt liegt vor allem in der Verbindung verschiedener Systeme. Wenn Shop, Zahlungsanbieter und Buchhaltung optimal zusammenspielen, entstehen durchgängige Prozesse statt isolierter Einzellösungen.

Die Einrichtung erfordert jedoch einen klaren Blick auf bestehende Strukturen. Viele Gründer arbeiten mit gewachsenen Tools, die zunächst sinnvoll aufeinander abgestimmt werden müssen. Gerade bei steuerlichen Themen ist die Kombination aus digitalen Lösungen und fachlicher Expertise entscheidend.

Frühzeitige Entscheidungen prägen den Erfolg

Viele Herausforderungen entstehen bereits in der Gründungsphase. Entscheidungen zur Rechtsform, Buchhaltung und steuerlichen Struktur beeinflussen maßgeblich die spätere Skalierbarkeit eines Unternehmens.

In der Praxis werden diese Themen jedoch häufig aufgeschoben. Kurzfristige Lösungen funktionieren zwar, führen langfristig jedoch zu Ineffizienzen.

Finanzielle Bildung als Wachstumstreiber

Technologie entfaltet ihren Nutzen erst dann vollständig, wenn Gründer ihre Zahlen verstehen. Finanzielle Bildung hilft dabei, Zusammenhänge zu erkennen und fundierte Entscheidungen zu treffen.

Es geht nicht darum, Steuerexperte zu werden, sondern grundlegende Mechanismen zu verstehen und gezielt einzusetzen.

Technologie als Unterstützung im Alltag

Die Entwicklung im Rechnungswesen zeigt klar in Richtung Automatisierung und datenbasierte Systeme. KI und digitale Tools reduzieren wiederkehrende Aufgaben und schaffen mehr Transparenz.

Der größte Vorteil liegt in der Entlastung. Zeit und Klarheit werden frei, während die Verantwortung weiterhin beim Unternehmer bleibt.

Fazit: Struktur schafft Kontrolle

Digitale Geschäftsmodelle bringen Geschwindigkeit, doch Steuern und Buchhaltung sind zentrale Bestandteile der Unternehmensführung. Wer früh auf strukturierte Prozesse, integrierte Systeme und solides Finanzwissen setzt, reduziert Komplexität und schafft die Grundlage für nachhaltiges Wachstum.

Über die Autorin

Diana Vásquez Barbetti ist Director Customer Success bei sevdesk. Sie verfügt über langjährige internationale Erfahrung in der Tech-Branche – sowohl in etablierten Tech Giants wie Google als auch bei deutschen Scale-ups – und kennt die Bedürfnisse von Neugründern.

Bildrechte/Fotograf: Diana Vásquez Barbetti

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Erfolg ist planbar: So bauen Sie ein starkes Netzwerk

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Netzwerk für Unternehmer bringt Erfolg im Business Martin Limbeck Bildrechte/Fotograf: Oliver Wagner

Netzwerken als strategischer Erfolgsfaktor

Ein gutes Netzwerk ist kein Zufallsprodukt. Es ist kein „Mal schauen, wen ich heute treffe“. Wer als Unternehmer oder Gründer heute noch glaubt, dass Erfolg allein durch ein gutes Produkt entsteht, hat den Markt nicht verstanden. Am Ende entscheidet oft nur eines: Wen kennen Sie? Und vor allem: Wer kennt Sie – und vertraut Ihnen? Genau hier kommt Ihr Netzwerk ins Spiel.

Allerdings nicht als lose Sammlung von Kontakten, sondern als strategisches Instrument. Hier machen jedoch die meisten den entscheidenden Fehler: Sie sammeln Kontakte wie andere Leute Panini-Bilder. Sie verwechseln Aktivität mit Wirkung. Sie gehen auf Events, führen Gespräche, horten Visitenkarten. Doch was am Ende fehlt, ist Substanz. Ein starkes Netzwerk entsteht nicht durch Masse, sondern durch Klarheit, Fokus und konsequente Entscheidungen.

Qualität statt Quantität im Netzwerk

Ein starkes Netzwerk entsteht nicht durch blinden Aktionismus, sondern durch Klarheit. Damit ist vor allem gemeint, wer Sie sind, wofür Sie stehen und wohin Sie wollen. Denn nicht jede Chance ist automatisch eine gute Chance.

Mit jedem neuen Kontakt wachsen die Möglichkeiten. Kooperationen, Projekte und Ideen wirken zunächst wie Fortschritt. In Wahrheit ist es oft der Beginn von Chaos. Denn jede Zusage hat Konsequenzen. Wer hier nicht konsequent ist, wird sich verzetteln und verliert wertvolle Zeit sowie Geschwindigkeit.

Klar entscheiden mit der 5 R Formel

Strategisches Netzwerken bedeutet, Entscheidungen nicht dem Zufall zu überlassen. Dafür braucht es klare Kriterien. Die sogenannte 5 R Formel hilft dabei, Chancen strukturiert zu bewerten:

Relevanz: Passt das zu Ihrer Strategie
Ressourcen: Haben Sie Zeit, Energie und Budget
Resonanz: Haben Sie wirklich Interesse
Reputation: Wie wirkt es auf Ihre Positionierung
Relation: Steht Aufwand im Verhältnis zum Nutzen

Diese Fragen sorgen für Klarheit und helfen dabei, bessere Entscheidungen zu treffen.

Nein sagen als echte Stärke

Viele Gründer haben Angst, Chancen zu verpassen und sagen deshalb zu oft Ja. Die Folge sind Überforderung und Mittelmaß. Ein klares Nein ist dagegen eine Stärke. Es zeigt Fokus und Selbstbewusstsein.

Menschen arbeiten lieber mit klaren Persönlichkeiten zusammen als mit denen, die sich in alle Richtungen bewegen. Entscheidend ist, die eigene Zeit zu schützen, denn sie ist die wichtigste Ressource im Unternehmen.

Netzwerken bedeutet auch filtern

Je größer das Netzwerk wird, desto wichtiger wird die Fähigkeit zu filtern. Nicht jede Anfrage ist sinnvoll und nicht jedes Gespräch bringt Mehrwert.

Achten Sie auf klare Signale: Ist das Anliegen konkret? Gibt es ein klares Ziel? Wirkt das Gegenüber vorbereitet? Die Kombination aus Intuition und Struktur hilft, unnötige Zeitverluste zu vermeiden.

Netzwerkmanagement braucht Struktur

Ein erfolgreiches Netzwerk entsteht nicht zufällig, sondern durch aktives Management. Beziehungen brauchen Aufmerksamkeit und System.

Ein CRM System kann helfen, den Überblick zu behalten. Mit klaren Kategorien lässt sich schnell erkennen, welche Kontakte relevant sind und wo Pflege notwendig ist.

Fazit: Erfolg entsteht durch Haltung

Netzwerken ist keine Technik, sondern eine Frage der Haltung. Nachhaltiger Erfolg entsteht durch Vertrauen, Klarheit und echten Mehrwert.

Besonders in schwierigen Zeiten zeigt sich die Stärke eines Netzwerks. Wer aktiv gestaltet statt nur zu reagieren, legt den Grundstein für langfristigen Erfolg.

Bildrechte/Fotograf: Oliver Wagner

Autor

Martin Limbeck ist Mehrfachunternehmer, Investor, sechsfacher Bestsellerautor sowie einer der führenden Experten für Sales und Sales Leadership in Europa. Mit seiner Gipfelstürmer Mentoring GmbH unterstützt er Unternehmer als Sparringspartner dabei, ihr Unternehmen – und ihr Leben – bewusst weiterzuentwickeln.

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Warum gerade alle über diesen Aperitif sprechen?

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Glitter Spritz Aperitif Marke im Aperitivo Trend Bildrechte: © Glitter Spritz / Fotograf: Mats Bohle

Glitter Spritz ist eine moderne Aperitif Marke, die mit innovativer Markenwelt und visuellem Erlebnis neue Maßstäbe im Aperitivo setzt

Was steckt hinter der Gründung von Glitter Spritz und wer sind die Menschen, die die Marke aufgebaut haben?

Ich bin Lupo Porschen und habe Glitter Spritz gemeinsam mit meinem Mitgründer Basti Fischer entwickelt. Wir kennen uns seit dem Studium in Hamburg, wo wir im WG-Wohnzimmer unsere ersten Getränke kreiert und damit den Grundstein für unsere Firma Craft Circus gelegt haben. Heute versteht sich Craft Circus als Getränkemanufaktur und Inkubator für innovative Marken. In die letzten 12 Jahren haben wir mehrere Marken geschaffen, ein eigenes Team und Vertrieb aufgebaut – komplett ohne externe Investoren. Glitter Spritz ist unsere bislang erfolgreichste Marke und gleichzeitig die erste große Ausgründung – gemeinsam mit Bill Kaulitz als Partner. Die Reise dahin war ein echter Marathon mit vielen Learnings – genau das ist heute die Basis für unser Wachstum.

Wie entstand die Idee, einen Aperitif zu entwickeln, der nicht nur geschmacklich, sondern auch visuell mit essbarem Glitzer auffällt?

Für uns war Aperitivo schon immer mehr als nur ein Getränk – es sind diese besonderen Momente mit Freunden, draußen, irgendwo zwischen Alltag und Feier. Gleichzeitig ist die Kategorie stark von Tradition geprägt, was wir sehr schätzen. Aber wir glauben auch: Heute geht es um mehr. Menschen suchen nach Erlebnissen, nach Produkten mit Haltung und Identität. Genau daraus ist die Idee entstanden, Genuss neu zu denken – emotionaler, sichtbarer und erlebbarer. Der essbare Glitzer ist dabei kein Gimmick, sondern ein Symbol: für Freiheit, Offenheit und die Idee, das Leben bewusst zu zelebrieren. Ein Aperitif, der nicht nur gut schmeckt, sondern Genuss zu einem sichtbaren Erlebnis macht – und für eine neue, moderne Art von Aperitivo steht.

Welche Vision verfolgt Glitter Spritz für eine neue Generation von Aperitivo-Momenten?

Unsere Vision ist es, Aperitivo neu zu denken – leichter, bewusster und näher am echten Leben. Es geht darum, Momente zu genießen und zu zelebrieren, egal ob im Park, auf der Dachterrasse oder mit Freunden. Gleichzeitig machen wir Aperitivo inklusiver: mit einer alkoholischen und alkoholfreien Variante, sodass alle gemeinsam diesen Moment erleben können. Für uns ist das die neue Generation von Aperitivo – ein Gefühl aus Leichtigkeit, Gemeinschaft und der Freiheit, Momente auf die eigene Art zu feiern.

An welche Zielgruppen richtet sich Glitter Spritz besonders und welche Bedürfnisse moderner Konsumentinnen und Konsumenten möchten Sie damit ansprechen?

Wir richten uns an eine junge, lifestyle-orientierte Zielgruppe, die Wert auf Ästhetik, Geschmack und Erlebnisse legt. Gleichzeitig sprechen wir bewusst auch Menschen an, die alkoholfreie Alternativen suchen. Wichtig ist uns, dass das Produkt verbindend wirkt und in unterschiedliche Lebenssituationen passt.

Viele Aperitif-Marken setzen auf klassische Rezepturen. Was unterscheidet Glitter Spritz geschmacklich und konzeptionell von herkömmlichen Aperitifs?

Geschmacklich ist Glitter Spritz fruchtiger, leichter und weniger bitter als viele klassische Aperitifs. Dadurch ist er zugänglicher und vielseitiger. Konzeptionell verbinden wir Geschmack mit einem starken visuellen Erlebnis und einer klaren Markenwelt – und bringen damit neue Impulse in eine eher traditionell geprägte Kategorie.

Welche Rolle spielt die Ästhetik des Getränks für den Erfolg der Marke und die Wahrnehmung bei den Konsumenten?

Eine sehr große Rolle. Die visuelle Komponente sorgt dafür, dass Menschen das Produkt wahrnehmen, fotografieren und teilen. Gerade in sozialen Medien ist das ein wichtiger Faktor. Am Ende muss aber beides stimmen – Optik und Geschmack. Nur dann entsteht echte Begeisterung.

Mit welchen Herausforderungen ist ein Getränke-Startup konfrontiert, wenn es eine neue Marke im stark umkämpften Aperitif-Segment aufbauen möchte?

Der Markt ist sehr dicht und der Zugang zum Handel anspruchsvoll. Man braucht ein klares Differenzierungsmerkmal und muss gleichzeitig Qualität, Marke und Distribution sauber aufbauen. Außerdem dauert es, Vertrauen beim Handel und bei Konsumenten aufzubauen – das ist ein langfristiger Prozess.

Wie wichtig ist der Handel für das Wachstum von Glitter Spritz und welche Erfahrungen haben Sie beim Ausbau der Distribution gemacht?

Der stationäre Handel ist für uns zentral, weil die meisten Konsumentinnen und Konsumenten Getränke direkt beim Einkaufen entdecken. Rein online zu skalieren ist in unserer Kategorie deutlich schwieriger. Distribution aufzubauen bedeutet vor allem, Vertrauen zu schaffen und langfristige Partnerschaften zu entwickeln. Gerade in Deutschland ist der Markt sehr fragmentiert – und eine Listung heißt noch lange nicht, dass man flächendeckend präsent ist. Deshalb setzen wir auf enge Zusammenarbeit mit dem Handel und begleiten unsere Partner aktiv – nur so entsteht nachhaltiges Wachstum für beide Seiten.

Bill Kaulitz ist nun Mitgründer und Gesellschafter von Glitter Spritz. Wie kam es zu dieser Partnerschaft und welche Rolle übernimmt er im Unternehmen?

Bill hat zum Geburtstag eine Flasche Glitter Spritz geschenkt bekommen und war so begeistert, dass er das Produkt direkt in seinem Podcast Kaulitz Hills als ‚Drink der Woche‘ vorgestellt hat. Daraufhin habe ich ihm bei Instagram geschrieben, um mich zu bedanken – und daraus hat sich schnell ein persönlicher Austausch entwickelt. Wir haben früh gemerkt, dass es nicht nur inhaltlich, sondern auch menschlich sehr gut passt. Aus dieser Dynamik heraus ist Schritt für Schritt eine echte Partnerschaft entstanden. Heute ist Bill Mitgründer und Gesellschafter und bringt sich aktiv in Marken-, Kreativ- und strategische Themen ein. Er verleiht der Marke nicht nur eine starke visuelle und kommunikative Handschrift, sondern treibt gemeinsam mit uns auch die Weiterentwicklung und Internationalisierung von Glitter Spritz voran.

Welche Impulse kann Bill Kaulitz als international bekannter Künstler für die Weiterentwicklung der Marke Glitter Spritz geben?

Bill bringt eine einzigartige Kombination aus globaler Reichweite, kreativem Gespür und starker Markenidentität mit. Er verkörpert die Werte von Glitter Spritz auf eine sehr natürliche Weise – das Thema Selbstausdruck, Ästhetik und das bewusste Feiern von Momenten passt perfekt zu ihm. Durch seine internationale Community und sein Netzwerk eröffnet er uns Zugang zu neuen Märkten und relevanten Multiplikatoren. Gleichzeitig bringt er einen klaren Blick auf Trends, Inszenierung und Markenführung mit, der uns hilft, Glitter Spritz emotional weiter aufzuladen. Das Besondere ist, dass es sich nicht wie eine klassische Zusammenarbeit anfühlt, sondern sehr authentisch ist – und genau das macht den Unterschied in der Wahrnehmung der Marke.

Wohin soll sich Glitter Spritz in den kommenden Jahren entwickeln und welche Märkte oder Produktideen stehen im Fokus?

Unser Ziel ist es, Glitter Spritz zu einer führenden modernen Aperitif-Marke zu entwickeln – national wie international. Im alkoholfreien Segment gehören wir in Deutschland bereits zu den stärksten Marken und wollen diese Position weiter ausbauen. Im Fokus stehen der Ausbau im Handel, strategische Partnerschaften in der Gastronomie und die Internationalisierung. Gleichzeitig entwickeln wir neue Produkte innerhalb der Markenwelt – mit dem Anspruch, nachhaltig und Schritt für Schritt zu wachsen. Unser Ziel ist es, eine langfristig starke, unverwechselbare Marke aufzubauen, die echten Wiedererkennungswert hat und Menschen emotional anspricht.

Welche drei Ratschläge würden Sie Gründerinnen und Gründern geben, die eine neue Getränkemarke im Markt etablieren möchten?

Erstens: Ein klares Produkt mit echtem Unterschied entwickeln.
Zweitens: Marke und Vertrieb von Anfang an zusammendenken.
Drittens: Geduld haben und konsequent dranbleiben – der Aufbau braucht Zeit.

Bildrechte: © Glitter Spritz / Fotograf: Mats Bohle

Wir bedanken uns bei Lupo Porschen für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder


Premium Start-up: Glitter Spritz

Kontakt:

Glitter Spritz GmbH
Adalbertstraße 20
10997 Berlin

glitter-spritz.com
glitter-spritz@craftcircus.de

Ansprechpartner: Lupo Porschen

Social Media:
Instagram
TikTok

Stoßlüften ohne Umräumen

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Fensterbank ohne Bohren frischluft Fensterbrett lüften. Bild Frischluft Fensterbrett Höhle der Löwen Pitch: v.l.Lukas Benkhoff, Ralf Dümmel, Benedikt Hartmann Bildcredits/ Fotograf: RTL Bernd-Michael Maurer

frischluft Fensterbrett bringt die mobile Fensterbank

Jetzt universell verstellbar, in Minuten montiert, ohne Bohren

Die wichtigsten Vorteile im Überblick

  • Das frischluft Fensterbrett ist eine mobile, flexible Fensterbank, die im Fensterrahmen eingeklemmt wird und beim Öffnen mit dem Fenster mitgeht
  • Endlich stoßlüften ohne Abräumen: Pflanzen, Deko, Bücher und mehr können einfach stehen bleiben
  • Montage in unter 5 Minuten einsatzbereit, kein Bohren, kein Kleben, jederzeit rückstandslos entfernbar
  • Passt sich an: teleskopierbare Brettlänge ca. 55 bis 86 cm, geeignet für Fensterbreiten ca. 65 bis 107 cm, Rahmendicke 8 bis 23 mm
  • Kippleiste inklusive: alles bleibt sicher an Ort und Stelle, auch beim Öffnen
  • Für nahezu alle Fensterarten geeignet
  • Deal in der VOX Gründer Show Höhle der Löwen mit Ralf Dümmel

Ein Alltagsproblem wird zur Innovation

Fenster auf, frische Luft rein, Alltag weiter. Klingt simpel. Scheitert aber erstaunlich oft an der Realität auf der Fensterbank: Basilikum, Bücherstapel, Lieblingsvase, Deko. Und bevor das Fenster überhaupt kippt, startet das tägliche Mini Umzugsprogramm. Genau dieses Alltagsärgernis lösen Benedikt Hartmann (25) und Lukas Benkhoff (24) mit ihrem frischluft Fensterbrett: einer mobilen Fensterbank Lösung, die sich blitzschnell im Fensterrahmen einklemmen lässt. Ohne Bohren. Ohne Kleben. Und vor allem ohne Abräumen.

Die Gründer hinter der Idee

Die beiden Gründer kommen ursprünglich aus Hamburg und studieren heute in München. Kennengelernt haben sie sich Anfang 2023 im Studium. Was sie verbindet: der Drang, Dinge so zu bauen, dass sie im Alltag wirklich funktionieren, nicht nur in der Theorie.

Die Entstehung aus dem WG Alltag

Die Idee entstand aus einer Situation, die viele kennen: In Benes WG stand die Fensterbank voll mit Pflanzen. Wenn gelüftet werden sollte oder der Paketbote klingelte, wurde es jedes Mal hektisch, erst umräumen, dann Fenster auf, dann wieder alles zurück. Aus diesem wiederkehrenden Moment entstand ein klarer Anspruch: eine Ablagefläche, die bleibt, wo sie sein soll, während das Fenster ganz normal geöffnet und gekippt werden kann.

Das frischluft Fensterbrett wird im Rahmen eingeklemmt, bewegt sich beim Öffnen mit dem Fenster und sorgt dank Kippleiste dafür, dass Pflanzen und Deko sicher an Ort und Stelle bleiben.

Weiterentwicklung nach Höhle der Löwen

Nach dem Auftritt in der VOX Gründer Show Höhle der Löwen ging es nicht nur um Aufmerksamkeit, sondern vor allem um Produktarbeit. Gemeinsam mit Ralf Dümmel und seinem Team wurde die Version aus der Sendung konsequent weiterentwickelt.

Heute ist das frischluft Fensterbrett breiter, verstellbar und deutlich universeller. Die teleskopierbare Brettlänge von ca. 55 bis 86 cm passt sich Fensterbreiten von ca. 65 bis 107 cm an. Es ist geeignet für Rahmendicken von 8 bis 23 mm, bis zu 5 kg belastbar und jederzeit rückstandslos entfernbar.

Aus einer guten Idee wurde ein Produkt, das sich unkompliziert in den Alltag integriert: einklemmen, nutzen, fertig. Und beim Lüften bleibt alles einfach stehen.

Zusammenarbeit mit Ralf Dümmel

Für Bene und Lukas ist die Zusammenarbeit mit Ralf Dümmel der nächste logische Schritt, um aus einem WG Problem eine Lösung zu machen, die in vielen Wohnungen und Häusern denselben Effekt hat: mehr Komfort beim Lüften ohne Kompromisse bei Deko und Stellfläche.

Stimmen der Gründer

„Wir wollten, dass Lüften wieder so einfach wird, wie es klingt: Fenster auf, frische Luft rein, fertig. Mit dem frischluft Fensterbrett bleibt die Ablage nutzbar, auch wenn das Fenster geöffnet oder gekippt wird, ganz ohne Bohren oder Kleben. Unser Anspruch ist: in Minuten montiert, universell passend und im Alltag wirklich praktisch.”

Benedikt Bene Hartmann und Lukas Benkhoff, Gründer frischluft Fensterbrett

Statement von Ralf Dümmel

„Das frischluft Fensterbrett löst ein Alltagsproblem, das jeder kennt: Du willst lüften, aber auf der Fensterbank stehen Pflanzen, Deko, Bücher und erst mal muss alles runter. Mit dem frischluft Fensterbrett kannst du das Fenster öffnen und kippen, ohne abzuräumen: einfach im Rahmen einklemmen, fertig. Und ganz ehrlich: Bene und Lukas haben mich echt beeindruckt. So jung, so klar, so vorbereitet und genau diese Mischung aus Tüftlergeist und Business Kopf. Die beiden haben gezeigt, dass sie nicht nur eine gute Idee haben, sondern ein Produkt entwickelt haben, das den Alltag wirklich leichter macht. Ich freue mich darauf, das frischluft Fensterbrett bald in ganz vielen Haushalten in Deutschland zu sehen.“

Ralf Dümmel
Investor und Gesellschafter der DS Gruppe

Verfügbarkeit und Preis

Das frischluft Fensterbrett ist aktuell im Handel und unter www.frischluft-fensterbrett.com ab 29,99 Euro erhältlich.

Bild Frischluft Fensterbrett Höhle der Löwen Pitch: v.l.Lukas Benkhoff, Ralf Dümmel, Benedikt Hartmann Bildcredits/ Fotograf: RTL Bernd-Michael Maurer

Quelle Lukas Benkhoff & Benedikt Hartmann GbR/ DS Unternehmensgruppe

Sun Matters pitchte im Finale von Die Höhle der Löwen

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Sonnenschutz mit Sun Matters für Hautpflege Sun Matters Produkte

Weltweit erste mikrobiomfreundlich zertifizierte Sonnencreme

Stella Hinderer und Karla Emcke wollen mit Sun Matters den täglichen Sonnenschutz neu definieren – nun bereits in über 900 Douglas-Filialen erhältlich.

Über 2,2 Millionen Menschen in Deutschland leben mit einer Hautkrebsdiagnose, die Fallzahlen haben sich seit 2005 verdoppelt bis verdreifacht (BARMER Arztreport 2025). Gleichzeitig verzichten viele Menschen im Alltag auf Sonnenschutz, obwohl sie um die Risiken wissen.

Stella Hinderer (29) und Karla Emcke (28) traten im Staffelfinale der VOX-Gründershow „Die Höhle der Löwen“ mit ihrer Marke Sun Matters an. Ihr Pitch: 100.000 Euro für 20 Prozent der Firmenanteile. Das Berliner Startup will Sonnenschutz aus der saisonalen Nische holen und mit dem Light Serum SPF 50, der weltweit ersten mikrobiomfreundlich zertifizierten Sonnencreme, als festen Bestandteil in der täglichen Hautpflege etablieren.

Von der Erkenntnis zum Produkt

Die Idee zu Sun Matters entstand während Stella Hinderers Arbeit beim digitalen Dermatologie-Startup FORMEL Skin in Brasilien. Dort zeigte sich in der Zusammenarbeit mit Dermatolog:innen ein wiederkehrendes Problem: Viele Menschen, insbesondere solche mit empfindlicher Haut, verzichten bewusst auf Sonnenschutz. Nicht aus Unwissenheit, sondern weil herkömmliche Produkte unangenehme Texturen hinterlassen, weißeln oder Unverträglichkeiten auslösen.

Für Hinderer, die zuvor im Venture Capital tätig war und systematisch Märkte auf Disruptionspotenzial analysiert hatte, wurde schnell klar: Hier liegt eine echte Marktlücke.

„Aus der Investorenperspektive sah ich: Hier gibt es einen riesigen Markt mit einem ungelösten Kernproblem. Die Nachfrage nach hautverträglichem, modernem Sonnenschutz ist da, aber das Angebot hat nicht Schritt gehalten. Das war für mich der Moment, in dem ich wusste: Das mache ich selbst.“ – Stella Hinderer

Aus genau diesem Antrieb entwickelten Hinderer und ihr Team in Zusammenarbeit mit Expert:innen der Charité und Harvard University eine neuartige Formulierung: leicht wie ein Serum, mit zuverlässigem SPF-50-Schutz und hautpflegenden Wirkstoffen wie Niacinamid, Ectoin, Antioxidantien und Hyaluronsäure.

Innovation für die Hautgesundheit

„Die weltweit erste mikrobiomfreundlich zertifizierte Sonnencreme zu entwickeln, ist nicht nur eine Innovation, sondern ein echter Durchbruch für die Hautgesundheit. Während viele Marken daran gescheitert sind, zeigt Sun Matters, was heute möglich ist. Gerade für Menschen mit empfindlicher oder zu Unreinheiten neigender Haut ist das ein absoluter Gamechanger: weniger Irritationen, mehr Balance und ein Schutz, der mit der Haut arbeitet und nicht gegen sie. In dieser Form gibt es das bisher auf dem Markt noch nicht.“
– Dr. Sarah Bechstein, Gründerin FORMEL Skin, Fachärztin für Dermatologie und Venerologie

Sonnenschutz mit Sun Matters für Hautpflege Team Bild mit Produkt

Ergänzt wird der äußere Schutz durch das Barrier Boost Nahrungsergänzungsmittel mit Vitamin D, Selen, Zink und essentiellen Fettsäuren, für eine ganzheitliche Verbindung aus Hautschutz und Hautpflege von innen und außen. Eine klinische Studie bestätigt die Wirksamkeit dieses Ansatzes: Bereits nach 28 Tagen wird die Hautabwehr nachweislich gestärkt, sichtbare Zeichen der Hautalterung reduziert und das Hautbild wirkt ebenmäßiger und strahlender.

Gründungsteam mit komplementären Stärken

Stella Hinderer verbindet Erfahrung aus Venture Capital, digitaler Dermatologie und der Beauty-Branche. Die Industrie begleitet sie seit ihrer Kindheit: Ihr Großvater Jörn Kreke legte den Grundstein für die heutige Douglas Holding.

„Ich habe früh Einblicke in die Beauty-Welt bekommen und schon als Teenager, in meinem Praktikum bei Douglas, den Wunsch entwickelt, eines Tages mein eigenes Produkt in den Regalen von Douglas zu sehen.“ – Stella Hinderer

Karla Emcke ergänzt das Team mit ihrem Fokus auf Design und Markenentwicklung. Gemeinsam positionieren sie Sonnenschutz nicht als lästige Pflicht, sondern als Selfcare-Moment.

Zuschlag von Maschmeyer, trotzdem kein Deal

Sun Matters bewarb sich erfolgreich für die Teilnahme an der VOX-Gründershow „Die Höhle der Löwen“ und präsentierte sich dort vor den Investor:innen. Das Angebot: 100.000 Euro für 20 Prozent der Firmenanteile.

Sun Matters erhielt auf das vorgeschlagene Angebot in der Sendung den Zuschlag von Carsten Maschmeyer. In den darauffolgenden Gesprächen zeigte sich, dass sich das Unternehmen seit der Aufzeichnung, insbesondere durch die erfolgreiche Markteinführung, deutlich weiterentwickelt hatte und sich die Parameter entsprechend verschoben haben. Vor diesem Hintergrund kam es nicht zum Abschluss eines Deals.

„Die Gespräche mit Carsten haben uns als Gründerteam enorm weitergebracht. Wie er Geschäftsmodelle durchdenkt und auf Herausforderungen schaut, ist wirklich inspirierend. Was uns darüber hinaus persönlich berührt hat, ist sein eigener Bezug zu Hautkrebs und sein Wunsch, dass mehr Menschen frühzeitig ein Bewusstsein für Sonnenschutz entwickeln, das bestätigt genau unsere Mission. Die Verhandlungen nach der Sendung haben jedoch gezeigt, dass unsere Entwicklung und Bewertung eine andere Investitionsstruktur erforderte, als in der Show besprochen. Der Austausch mit Carsten und seinem Team war dabei stets respektvoll und konstruktiv, dafür sind wir wirklich dankbar. Wir freuen uns darauf, Sun Matters auf dem eingeschlagenen Wachstumskurs weiterzuführen.“ – Stella Hinderer

Sun Matters finanziert sein Wachstum eigenständig und reinvestiert Einnahmen gezielt in Produktentwicklung, Marketing und internationale Expansion.

Expansion und neue Produkte

Die Marke ist aktuell in rund 900 Douglas-Filialen und auf sun-matters.com erhältlich und in 15 weiteren Ländern international aktiv. Für die kommenden Monate sind drei Produktneuheiten geplant: das SPF 50 Glow Serum in zwei natürlich getönten Nuancen, eine Hybrid-Formel aus Sonnenschutz und Make-up, die als Make-up-Ersatz oder Base dienen kann, sowie das Body Bounce SPF 50, eine pflegende Bodylotion mit integriertem Lichtschutzfaktor.

„Unser Ziel ist es, Sun Matters international als Marke für modernen, hautfreundlichen Sonnenschutz zu etablieren und die Kategorie Sonnenschutz komplett neu zu definieren. Täglicher UV-Schutz sollte so selbstverständlich sein wie das Zähneputzen.“ – Stella Hinderer

Bildcredits Sun Matters

Quelle MF PR & Creative Direction

Wer erledigt morgen die Aufgaben, die heute noch Stunden kosten?

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HVNH AI Unternehmen Prozesse effizient automatisieren Niclas Hoffmann

HVNH AI entwickelt individuelle KI Lösungen für Unternehmen und optimiert Prozesse im Alltag

Wie ist HVNH AI ursprünglich entstanden und welche Erfahrungen haben zur Gründung des Unternehmens geführt?

Ich habe mit 18 angefangen, mich intensiv mit Softwareentwicklung und künstlicher Intelligenz zu beschäftigen. Irgendwann habe ich gemerkt, dass viele Unternehmen — gerade im Mittelstand — täglich Stunden mit Routineaufgaben verbringen, die sich eigentlich automatisieren lassen. Angebote schreiben, Kundenanfragen beantworten, Daten auswerten. Ich habe angefangen, für einzelne Unternehmen individuelle Lösungen zu bauen, und daraus ist HVNH AI entstanden. Der Name steht übrigens für meine Initialen — Hoffmann, Vorname Niclas, Nachname Hoffmann — und AI, weil künstliche Intelligenz der Kern von allem ist, was wir tun.

Was hat euch dazu bewegt, euch gezielt auf KI-gestützte Automatisierungslösungen für Unternehmen zu konzentrieren?

Ich habe gesehen, wie viel Zeit in Unternehmen für Dinge draufgeht, die eigentlich kein Mensch machen müsste. Ein Mitarbeiter sitzt 45 Minuten an einem Angebot, das eine KI in 5 Minuten erstellen kann. Ein anderer beantwortet zum zehnten Mal die gleiche Kundenanfrage. Das sind keine komplizierten Probleme — aber sie kosten jeden Tag Stunden. Und genau da setzen wir an. Wir bauen keine allgemeinen KI-Tools, sondern individuelle Systeme, die genau einen Prozess in genau einem Unternehmen automatisieren. Maßgeschneidert, nicht von der Stange.

Welche Vision verfolgt HVNH AI und wie soll diese in den kommenden Jahren konkret umgesetzt werden?

Meine Vision ist simpel: Jeder Mittelständler in Deutschland soll sich KI leisten können. Nicht erst ab 100.000 Euro Projektbudget, sondern ab 3.000 Euro. Wir wollen der Ansprechpartner sein, wenn ein Geschäftsführer sagt: Ich habe einen Prozess, der nervt — kann man das automatisieren? Die Antwort ist fast immer ja. In den nächsten Jahren wollen wir unser Workshop-Angebot ausbauen, damit Unternehmen erst mal verstehen, wo KI bei ihnen Sinn macht. Und dann setzen wir es um. Außerdem arbeite ich an einem eigenen SaaS-Produkt im Bereich KI-Sichtbarkeit — GEO Tracking AI — das Unternehmen hilft, in KI-Suchmaschinen wie ChatGPT und Perplexity sichtbar zu werden.

Wie schafft ihr es, individuelle KI-Lösungen so zu entwickeln, dass sie sich nahtlos in bestehende Prozesse integrieren lassen?

Das Wichtigste ist, dass wir nicht mit der Technologie anfangen, sondern mit dem Prozess. Ich setze mich mit dem Unternehmen zusammen und schaue mir genau an, wie der Ablauf heute funktioniert. Wo kommen die Daten her? Wer macht was? Wo geht Zeit verloren? Erst wenn ich das verstanden habe, baue ich die Lösung. Unsere KI-Agenten werden so gebaut, dass sie in die bestehende Infrastruktur passen — nicht umgekehrt. Der Mitarbeiter soll möglichst wenig umlernen müssen. Das System muss sich an das Unternehmen anpassen, nicht das Unternehmen an das System.

Mit welchen konkreten Herausforderungen wenden sich Unternehmen aktuell an euch, wenn es um den Einsatz von KI geht?

Die häufigste Aussage ist: Wir wissen, dass wir etwas mit KI machen sollten, aber wir wissen nicht was und wo wir anfangen sollen. Viele haben ChatGPT mal ausprobiert, fanden es interessant, aber der Schritt von einem allgemeinen Chat-Tool zu einem echten Geschäftsprozess fehlt. Konkret kommen Unternehmen mit Themen wie: Unsere Angebotserstellung dauert zu lange. Unser Support erstickt in wiederkehrenden Anfragen. Wir haben erfahrene Mitarbeiter die bald in Rente gehen und deren Wissen nirgendwo dokumentiert ist. Oder: Unser Marketing-Team verbringt Stunden mit Content-Erstellung, die eine KI in Minuten erledigen könnte.

Wer zählt heute zu eurer Zielgruppe und welche Bedürfnisse stehen bei diesen Kundinnen und Kunden besonders im Fokus?

Unsere Zielgruppe sind mittelständische Unternehmen mit 10 bis 250 Mitarbeitern. Geschäftsführer und Inhaber, die merken, dass ihre Teams zu viel Zeit mit Routineaufgaben verbringen und zu wenig mit dem, was das Unternehmen wirklich voranbringt. Die Branchen sind bewusst breit — wir arbeiten mit Industrieunternehmen, Handelsunternehmen, Agenturen und Dienstleistern. Der gemeinsame Nenner ist immer: Es gibt einen Routineprozess, der zu viel Zeit kostet. Und der lässt sich mit einer individuellen KI-Lösung automatisieren.

Was unterscheidet HVNH AI aus eurer Sicht von anderen Anbietern im Bereich KI und Automatisierung?

Drei Dinge. Erstens: Wir bauen individuelle Systeme, keine Standardsoftware. Jeder KI-Agent wird für genau ein Unternehmen und genau eine Aufgabe gebaut. Der kennt nur die Produkte, Preise und Abläufe dieses einen Unternehmens. Zweitens: Der Einstieg liegt bei ca. 3.000 Euro. Das ist für den Mittelstand machbar — kein sechsstelliges Beratungsprojekt. Und drittens: Ich bin Entwickler und Berater in einer Person. Kein Vertriebler, der etwas verspricht, was ein Entwicklerteam dann irgendwann umsetzt. Bei mir ist der Weg vom Erstgespräch zur fertigen Lösung kurz und direkt.

Welche Hürden begegnen euch bei der Einführung von KI in Unternehmen und wie geht ihr damit um?

Die größte Hürde ist nicht die Technologie, sondern die Unsicherheit. Viele Geschäftsführer haben Angst, etwas Falsches zu machen — falsche Daten, DSGVO-Probleme, Mitarbeiter die sich bedroht fühlen. Deshalb bieten wir Workshops an, in denen wir erst mal gemeinsam analysieren, wo KI sinnvoll ist und wo nicht. Das nimmt die Angst. Und wir fangen immer klein an — ein Prozess, ein Agent, ein Ergebnis. Wenn der Geschäftsführer sieht, dass seine Angebotserstellung plötzlich in 5 statt 45 Minuten läuft, ist die Skepsis weg. Dann kommt meistens die Frage: Was können wir als nächstes automatisieren?

Welche Rolle spielen Daten, Systeme und interne Strukturen, wenn es darum geht, erfolgreiche KI-Projekte umzusetzen?

Daten sind das Fundament. Ohne saubere Daten kann keine KI gut arbeiten. Aber das heißt nicht, dass ein Unternehmen erst jahrelang seine Daten aufräumen muss, bevor es anfangen kann. Wir schauen uns an, welche Daten schon da sind — Produktkataloge, Preislisten, E-Mail-Verläufe, Dokumentationen — und arbeiten damit. Oft reicht das für einen ersten KI-Agenten völlig aus. Wichtiger als perfekte Daten ist die Bereitschaft, einen Prozess klar zu definieren: Was geht rein, was soll rauskommen? Wenn das klar ist, können wir fast immer eine Lösung bauen.

Woran arbeitet HVNH AI derzeit konkret und welche Entwicklungen stehen als nächstes an?

Aktuell setze ich mehrere KI-Projekte für Mittelständler um — von der automatisierten Angebotserstellung bis zum internen Wissenssystem. Parallel baue ich unser Workshop-Angebot aus. Wir bieten vier verschiedene Formate an: KI-Grundlagen und Recht, KI-Sicherheit und Compliance, KI-Potenzialanalyse und einen Komplett-Workshop. Die IHK Siegen hat mich als festen KI-Speaker für eine quartalsweise Vortragsreihe eingeladen — das zeigt, wie groß der Bedarf im Mittelstand ist. Zusätzlich entwickle ich GEO Tracking AI, ein SaaS-Tool das Unternehmen hilft, ihre Sichtbarkeit in KI-Suchmaschinen zu messen und zu optimieren.

Wie schätzt ihr die zukünftige Bedeutung von KI-Automatisierung für Unternehmen ein?

KI-Automatisierung wird in den nächsten fünf Jahren so selbstverständlich wie eine Firmenwebsite. Unternehmen, die jetzt anfangen, haben einen Vorsprung. Unternehmen, die warten, werden es deutlich schwerer haben — auch weil bis 2030 die geburtenstarken Jahrgänge in Rente gehen und damit Fachkräfte und Wissen verloren gehen. KI kann dieses Wissen bewahren und gleichzeitig die Lücke füllen, die der Fachkräftemangel reißt. Wer heute einen KI-Agenten für seine Angebotserstellung einsetzt, hat morgen einen Wettbewerbsvorteil gegenüber dem, der noch alles manuell macht.

Welche drei Ratschläge würdet ihr Gründerinnen und Gründern geben, die heute im KI-Bereich starten möchten?

Erstens: Löst ein echtes Problem. Geht raus, sprecht mit Unternehmen und findet heraus, wo wirklich Zeit verloren geht. Zweitens: Fangt klein an und liefert schnell. Ein zufriedener Kunde, der euch weiterempfiehlt, ist mehr wert als jede Marketingkampagne. Drittens: Unterschätzt den Vertrieb nicht. Das beste Produkt bringt nichts, wenn keiner davon weiß. Seid sichtbar — ob auf Bühnen, in sozialen Medien oder im direkten Gespräch.

Bildcredits @ privat

Wir bedanken uns bei Niclas Hoffmann für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

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