Donnerstag, Januar 1, 2026
Start Blog Seite 10

Kooperation statt Konkurrenz – warum Netzwerkdenken Startups stärker macht

0
Kooperation im Startup: Netzwerkdenken und Startup Ökosystem Image by Gerd Altmann from Pixabay

Erfolg entsteht heute nicht mehr im Alleingang. In einer vernetzten Wirtschaft sind Partnerschaften wichtiger als Patente, Vertrauen wertvoller als Vorsprung. Kooperation im Startup, gelebtes Netzwerkdenken und die Stärke eines Startup Ökosystems entscheiden zunehmend darüber, wer wächst – und wer stehen bleibt.

Kooperation im Startup – von der Idee zur Allianz

In der Frühphase setzen viele Gründer:innen auf Eigenständigkeit. Doch je weiter ein Unternehmen wächst, desto wichtiger wird Zusammenarbeit. Kooperation im Startup bedeutet nicht, Kontrolle abzugeben, sondern Potenziale zu multiplizieren.

Startups, die mit anderen jungen Unternehmen oder etablierten Playern kooperieren, profitieren von Know-how, Ressourcen und Marktzugang. Besonders in Branchen wie Tech, Nachhaltigkeit oder Mobilität entstehen dadurch wertvolle Synergien.

Ein Beispiel: Ein Berliner Mobilitätsstartup entwickelte gemeinsam mit einem Energieversorger eine Ladeinfrastruktur für E-Autos – schneller, günstiger und skalierbarer, als es allein möglich gewesen wäre. Kooperation schafft nicht nur Effizienz, sondern auch Innovationskraft.

Netzwerkdenken als neue Gründerhaltung

Netzwerkdenken ist weit mehr als Networking auf Events. Es ist eine Haltung, die auf Teilen statt Abschotten basiert. Gründer:innen, die im Netzwerk denken, verstehen, dass Wettbewerb nicht das Gegenteil von Zusammenarbeit ist – sondern deren Motor.

In erfolgreichen Startup-Hubs wie Berlin, München oder Amsterdam zeigt sich: Austausch fördert Innovation. Wer Wissen teilt, bekommt Impulse zurück. Statt Konkurrenzdenken dominiert dort Co-Creation – also gemeinsames Entwickeln von Lösungen.

Ein lebendiges Netzwerk bedeutet Zugang zu Ideen, Investoren, Partnern und Talenten. Es macht Startups resilienter, weil sie Teil eines größeren Ökosystems werden, das in Krisen trägt.

Kooperation im Startup beginnt oft klein – etwa durch Community-Projekte, gemeinsame Events oder Content-Partnerschaften – und wächst dann zu langfristigen Allianzen.

Startup Ökosystem – die Kraft des Miteinanders

Ein starkes Startup Ökosystem ist wie ein lebendiger Organismus: Gründer:innen, Investor:innen, Universitäten, Politik und Medien wirken zusammen. Jedes Element stärkt das andere.

In solchen Ökosystemen entstehen neue Ideen schneller, weil Austausch selbstverständlich ist. Programme wie Accelerator, Incubator oder Coworking-Spaces schaffen Räume für Zusammenarbeit.

Beispielsweise hat sich das Berliner Ökosystem durch Kooperation zwischen Startups, Investoren und Wissenschaftseinrichtungen zu einem der dynamischsten Innovationsstandorte Europas entwickelt. Das Prinzip: Wissen fließt frei – und dadurch wächst das Ganze.

Netzwerkdenken ist damit kein Soft Skill, sondern eine wirtschaftliche Strategie. Kooperation schafft Skalierbarkeit, Marktzugang und Glaubwürdigkeit – drei Faktoren, die über langfristigen Erfolg entscheiden.

Kooperation als Innovationstreiber

Innovation entsteht selten in Isolation. Ideen brauchen Reibung, Austausch und Perspektivenvielfalt. Kooperation im Startup bringt genau das: Sie verbindet unterschiedliche Kompetenzen, Märkte und Denkweisen.

Gerade bei komplexen Herausforderungen – etwa Nachhaltigkeit, Digitalisierung oder Mobilität – können einzelne Startups kaum allein Lösungen liefern. Gemeinsam gelingt, was einzeln unmöglich wäre.

Viele erfolgreiche Produkte sind das Ergebnis von Partnerschaften: Hardware-Startups arbeiten mit Software-Teams, Biotech-Gründer:innen mit Datenanalyst:innen, Food-Startups mit Lieferdiensten. Diese Schnittstellen erzeugen Geschwindigkeit und Qualität.

Vertrauen als Währung des Netzwerkdenkens

Kooperation funktioniert nur, wenn Vertrauen da ist. In einer Szene, die lange von Konkurrenz geprägt war, ist das ein Kulturwandel. Doch Vertrauen lässt sich aufbauen – durch Transparenz, offene Kommunikation und gegenseitigen Respekt.

Gründer:innen, die bereit sind, Wissen zu teilen, gewinnen oft mehr, als sie geben. In der Praxis zeigt sich: Offene Kooperation führt zu mehr Sichtbarkeit, besserem Feedback und neuen Geschäftsmöglichkeiten.

Netzwerkdenken heißt also nicht Naivität, sondern strategische Offenheit. Wer teilt, wächst – weil Wachstum heute auf Verbindung basiert.

Das Startup Ökosystem als Beschleuniger

Ein funktionierendes Startup Ökosystem ist der Nährboden für erfolgreiche Kooperation. Es bietet Mentoring, Finanzierung, Wissenstransfer und Sichtbarkeit. In Deutschland gewinnen regionale Hubs wie Hamburg, Leipzig oder Karlsruhe an Bedeutung, weil sie starke Netzwerke zwischen Wirtschaft, Forschung und Politik fördern.

Solche Ökosysteme schaffen Vertrauen – und Vertrauen wiederum ermöglicht Risikobereitschaft. Das Zusammenspiel von Startups, Corporates und Kapitalgebern ist der Schlüssel, um Innovationen skalierbar zu machen.

Fazit

Die Zukunft des Gründens ist vernetzt. Kooperation im Startup, echtes Netzwerkdenken und starke Startup Ökosysteme ersetzen das alte Dogma der Konkurrenz durch eine Kultur des Miteinanders.

Gründer:innen, die Partnerschaften pflegen, statt Grenzen zu ziehen, schaffen mehr Wirkung, Innovation und Stabilität. Erfolg ist heute kein Solo-Projekt mehr, sondern ein Gemeinschaftswerk – und genau darin liegt seine Stärke.

Image by Gerd Altmann from Pixabay

Kann man innere Ruhe trinken?

0
beesauer Natur & Oxymel als Quelle für Wohlbefinden

beesauer. steht für natürliche Kräuterelixiere auf Basis von Oxymel, die Tradition und modernes Wohlbefinden miteinander verbinden und Körper wie Geist auf natürliche Weise stärken

Wie ist die Idee zu beesauer. entstanden und wer steckt hinter dem Konzept der natürlichen Kräuterelixiere?

Wir wollten eigentlich ein nur naturbasiertes, leckeres Beruhigungsgetränk entwickeln – das hat uns gefehlt. Nach viel Rumexperimentieren und Gesprächen mit potenziellen Produzenten, sind wir mehr oder weniger zufällig auf das Oxymel gestoßen. Wir haben dann selbst viel damit rumprobiert, bis wir dann schließlich das erste Mal bei unserem Produzenten waren und deren Oxymel probiert haben und wir waren sofort geflasht: „Wie kann das nicht schon längst ein Riesen Ding sein? Warum trinkt das nicht schon längst jeder? Wie kann es sein, dass wir davon noch nie davor gehört hatten? – Wir machen das jetzt ganz groß!“

Was bedeutet der Name beesauer. für euch und welche Philosophie verbindet ihr mit dem Produkt?

Regionalität und Naturnähe erlebbar und alltagstauglich machen. Ein Produkt, dass man aus jeder Hinsicht mit gutem Gewissen genießen kann. Regional, bio und ehrlich gut. Kein zusätzlicher Zucker, keine Chemie, kein SchnickSchnack. Nur natürliche Zutaten. Denn wir sind uns sicher: Die Zukunft schmeckt regional, ehrlich und naturbasiert.

Wie würdet ihr einem Menschen, der noch nie von Oxymel gehört hat, euer Produkt erklären?

Oxymel (Oxy=sauer, mel=Honig) ist im Grunde gesehen die Mischung von Essig, Honig und Kräutern. Wir lassen diese Mischung insgesamt 6 Wochen ziehen und erhalten dadurch eine Art Superpower-Tee/Kräuterelixier. Die Oxymele sind dabei super flexibel einsetzbar, ganz je nach Kräuterauswahl. Beecalm mit Kamille, Johanniskraut und Lavendelblüten trinken wir beispielweise immer abends nach Feierabend oder vor dem Schlafengehen. Unsere anderen Sorten heißen beewild und beebalanced. Auch hier ist der Name Programm.

Welche Werte leiten euch bei der Entwicklung eurer Bio-Elixiere und wie stellt ihr sicher, dass sie konsequent umgesetzt werden?

Das ganze Projekt beesauer ist aus einer tiefen Überzeugung heraus entstanden. Nicht um irgendwie eine hippe Marke aufzubauen die möglichst viel von irgendwas verkauft. Wir lieben regionale, natürliche Produkte und einen gesunden und nachhaltigen Lebensstil. Und genau das wollen wir auch unseren Kund*innen ermöglichen.

Wer gehört zu eurer Hauptzielgruppe und was schätzen eure Kundinnen und Kunden besonders an beesauer.?

Gesundheitsbewusste Menschen die Wert auf natürliche und wirklich gute Produkte legen.

Wie gelingt es euch, traditionelle Kräuterrezepturen mit einem modernen Lebensgefühl zu verbinden?

Wir verbinden das Beste der Tradition mit den Anforderungen des modernen Lebensgefühls. Traditionelle Kräuterrezepturen sind in ihrem Kern unschlagbar: Sie nutzen nur naturbasierte Inhaltsstoffe, um den Körper optimal zu unterstützen. Diesen reinen, wirksamen Ansatz übernehmen wir vollständig. Doch zu einem modernen, bewussten Lebensstil gehört beispielsweise auch das hohe Bewusstsein über die Wirkung von Zucker. Hier haben wir die Tradition optimiert: Unsere Oxymele enthalten 60% weniger Zucker als herkömmliche Rezepturen. Und schmecken trotzdem besser! Dieser Schritt ist für uns entscheidend, denn so wird das Produkt alltagstauglich – man kann es täglich und ohne schlechtes Gewissen genießen.

Welche Herausforderungen begegnen euch in der Herstellung und Vermarktung eines naturbasierten Produkts – und wie geht ihr damit um?

Herausforderungen gehören bei einem Start Up absolut zum Alltag – das gehört aber auch einfach dazu. Sonst würde es ja Jeder machen. Bei uns ist eine große Herausforderung, dass unser Produkt relativ unbekannt ist und sehr erklärungsbedürftig ist. Wir sind uns aber sicher, dass mit genug Überzeugung und Geduld, echte Qualität langfristig überzeugt. Außerdem spielt bei uns die EU Health Claim Verordnung eine große Rolle. Naturbasierte Zutaten, wie Kamille oder Lavendelblüten, deren Wirkung in der Naturheilkunde schon seither weit bekannt sind, haben im Gegensatz zu vielen künstlichen Inhaltsstoffen keinen zugelassen Health Claim, weshalb wir rechtlich kaum gesundheitliche Aussagen zu unseren Produkten treffen dürfen. Wir begegnen dieser Regulierung mit maximaler Transparenz und Vertrauen in unsere Kundinnen. Wir kommunizieren offen über die traditionelle Anwendung und die hohe Qualität der Rohstoffe – wie sich die Kraft der Natur anfühlt, müssen die Kund*innen dann selbst erleben.

Was unterscheidet beesauer. von anderen Anbietern natürlicher Getränke oder Elixiere?

Da große Problem was ja generell besteht ist, dass gesunde, natürliche Produkte oftmals einfach nicht so gut schmecken, wie man sich das gerne wünscht. Dies wird dann oft mit künstlichen Zusatzstoffen oder Zucker gelöst. Und genau da setzen wir an. Wir schmecken sogar besser und das ganz ohne „Schummeln“. Wie machen wir das? Ganz einfach: Wir verwenden höchstwertigsten handgemachten Essig, fruchtigen Aroniaessig (anstatt nur Apfelessig) und lassen unsere Kräuter für ganze 6 Wochen (!) ziehen. Diese Sorgfalt und Geduld wirst du schmecken.

Welche Rolle spielt Nachhaltigkeit in eurer täglichen Arbeit und bei der Auswahl eurer Zutaten?

Mit der Mission Regionalität und Naturnähe wieder erlebbarer und alltagstauglicher zu machen ist Nachhaltigkeit für uns kein Nice-To-Have Randthema, sondern Teil unseres Konzepts. Wir setzen konsequent auf Regionalität und kurze Wege. Die gesamte Herstellung erfolgt bewusst in einer kleinen Essigmanufaktur in Franken. Diese lokale Produktion unterstützt Handwerk und minimiert Transportdistanzen. Wir versenden ausschließlich aus Deutschland und zudem gehen wir bewusst einen anderen Weg als viele Online-Shops: Wir verzichten auf die im E-Commerce üblichen, aber nutzlosen Gratis-Beigaben und Gimmicks, die den Warenkorb künstlich aufblähen und letztendlich meistens nur im Müll landen.

Wie sieht eure Vision für beesauer. in den nächsten Jahren aus – wo wollt ihr die Marke noch hinführen?

Wir wollen das Oxymel als funktionales Lifestyle-Getränk zu etablieren und damit Regionalität und Naturnähe in der breiten Masse zu verteilen und damit künstlichen Getränken der Großindustrie den Kampf ansagen. Darüber hinaus können wir uns vorstellen zukünftig weitere Hausmittel, uralte Rezepturen und Naturprodukte in einer ähnlichen Form und mit dem gleichen Ziel weiterzuentwickeln.

Gibt es neue Geschmacksrichtungen, Kooperationen oder Produktlinien, die ihr künftig plant?

Für die nähere Zukunft stehen bereits weitere Oxymel-Sorten im Raum (z.B. eine für das Immunsystem). Außerdem arbeiten wir gerade auch mit Hochdruck an einem veganen „Oxymel“, das die Vorteile des Oxymels mit einem veganen Lebensstil vereint. Außerdem bemühen wir uns gerade noch um mehr Kooperationen in der Branche. Deswegen bei Interesse gerne melden.

Welche drei Ratschläge würdet ihr anderen Gründerinnen und Gründern mit auf den Weg geben, die ein nachhaltiges Food-Startup aufbauen möchten?

Steht ihr wirklich hinter eurer Idee oder Philospohie? Der Gründungsweg ist ein sehr holpriger. Um diverse Momente der Ratlosigkeit, Ungewissheit und großer Hürden zu überwinden, gehört einiges an Mut, Motivation und Hingabe. Deswegen würden wir auf jeden Fall empfehlen etwas zu gründen, hinter dem ihr selbst zu 100% steht und von dem ihr auch von euren persönlichen Werten her voll und ganz überzeugt seid.

Ist das der Fall? Dann einfach machen. Es gibt unendlich viele Entscheidungen die zu treffen sind und unendlich viele Möglichkeit diverse Themen anzugehen. Wir sagen, so schnell wie möglich auf den Markt, Feedback einholen und dann immer weiter verbessern.
Vertrauen und Dankbarkeit: Es wird viele Tiefpunkte, Schwierigkeiten und Momente des Hinterfragens geben. Seid doch erstmal dankbar dafür wie weit ihr schon gekommen seid. Dankbar dafür was ihr schon alles gemacht habt. Immerhin habt ihrs gemacht. Und vertraut in euren Plan, eure Fähigkeiten und eure Überzeugung. Der Rest kommt ganz von alleine.

Bild Gründerteam Fotocredit BEESAUER UG

Wir bedanken uns bei den William Gereke für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder


Premium Start-up: bessauer.

beesauer. logo grün

Kontakt:

BEESAUER UG
Eschweilerstraße 9
D-50933 Köln

www.beesauer.de
william@beesauer.de

Ansprechpartner: William Gereke

Social Media
Facebook
Instagram
LinkedIn
Tiktok

Wie viel Intelligenz kann eigentlich in einer Kaffeemaschine stecken?

0
MARO COFFEE verbindet moderne Maschine und Kaffee Gründerteambild Max und Robin Credit: MARO Coffee

MARO.COFFEE entwickelt smarte Siebträgermaschinen, die moderne Technologie mit echtem Kaffeegenuss verbinden und das Espressoerlebnis für Zuhause und Büro neu definieren

Wie ist MARO.COFFEE entstanden und was war der Moment, in dem die Idee zur smarten Siebträgermaschine geboren wurde?

MARO ist aus einem sehr einfachen Bedürfnis entstanden: morgens schnell einen richtig guten Espresso zu machen – ohne lange Wartezeiten, ohne Kompromisse und ohne unnötig kompliziertes Handling. In der Praxis gab es damals nur zwei Extreme: günstige Maschinen, die inkonsistent waren, oder teure High-End-Systeme, die zwar beeindruckend aussahen, im Inneren aber auch auf jahrzehntealter Technik basierten.

Zur Zeit, als die Idee entstand, war der Stand der Espressotechnik im Grunde noch derselbe wie vor über 60 Jahren. Lange Aufheizzeiten, hoher Energieverbrauch und eine Genauigkeit, die nicht zu den Ansprüchen moderner Specialty-Kundinnen und -Kunden passte. Wir konnten einfach nicht verstehen, warum niemand die Siebträgermaschine einmal komplett neu denkt – mit den technischen Möglichkeiten, die es heute gibt.
Die Grundidee war also: eine Maschine zu bauen, die nicht nur Kaffee zubereitet, sondern versteht, was sie tut. Die komplexe Prozesse automatisch richtig macht, den Nutzer unterstützt und verlässliche Ergebnisse liefert – und das Ganze in einem Gerät, das Spaß macht, statt Frust zu erzeugen. Das war der Moment, in dem MARO geboren wurde.

Was treibt euch als Gründerteam an – und wie hat sich euer Weg von Kindergeld und Nebenjobs hin zu einer High-End-Kaffeemaschine entwickelt?

Uns treibt vor allem die Neugier an, Dinge besser zu machen, als sie heute sind – und die Lust, Technologie sinnvoll einzusetzen. Wir sind keine klassischen BWL-Gründer, sondern Technik- und Kaffeeliebhaber, die irgendwann gemerkt haben, dass sie gemeinsam etwas bauen können, das es so noch nicht gibt.
Am Anfang war das alles ziemlich improvisiert. Robin hat studiert, ich habe ein Bundesfreiwilligendienst und einen Nebenjob als Barista gehabt um die paar Bauteile und Werkzeuge zu kaufen, die wir am Anfang wirklich gebraucht haben. Wir haben viel gelernt, gebastelt, Fehler gemacht und und neu gedacht. Aber genau das hat uns geholfen, wirklich zu verstehen, wie man eine Maschine entwickelt, die nicht nur technisch spannend ist, sondern auch im Alltag funktioniert.

Heute stehen wir da mit einer High-End-Maschine, die komplett in Deutschland gebaut wird und technisch auf einem Level ist, das vor ein paar Jahren für uns selbst noch utopisch klang. Der Weg dahin war kein Businessplan, sondern ein permanentes „Warum eigentlich nicht?“, “Was wäre denn nach diesem Schritt der Nächste”– und die Überzeugung, dass guter Kaffee und moderne Technik kein Widerspruch sein müssen.

Wie würdet ihr die Vision von MARO.COFFEE in einem Satz beschreiben und was bedeutet sie für die Zukunft des Kaffeegenusses im Büro?

Unsere Vision ist es, den Kaffeegenuss neu zu denken – mit Maschinen, die verstehen, was sie tun, sich an die Bedürfnisse des Anwenders/ der Anwenderin anpassen und dadurch überall verlässliche Ergebnisse liefern, egal ob zuhause oder im Büro. Für uns heißt das: weniger Kompromisse, so viel Komplexität wie vom User gewünscht, mehr Freude am Kaffee. Unser Fokus liegt aktuell auf dem Heimmarkt, aber auch einige Büros oder Cafés haben wir mit Model 1 bereits zu neuem Espressogenuss und verlässlicher Koffeinversorgung verhelfen können.

Welche Zielgruppen habt ihr besonders im Blick – und wie verändert euer Ansatz das Kaffeeerlebnis in Agenturen, Coworking-Spaces oder Homeoffices?

Die Entwicklung von Model 1 orientiert sich stark an den Bedürfnissen von Home-Baristi – allerdings an der gesamten Bandbreite: vom Einsteiger, der einfach einen konstant guten Espresso will, bis zum Nerd, der jedes Detail seiner Extraktion verstehen möchte. Das war uns wichtig, weil guter Kaffee keine Frage des Könnens, sondern der Möglichkeiten sein sollte. Grandioserweise funktioniert dieser Ansatz auch für so ziemlich jeden anderen Anwendungsort – ob im Büro, im Coworking-Space oder im kleinen Café. Das Resultat ist immer dasselbe: mehr Bewusstsein für Kaffeequalität, mehr Spaß am Zubereiten und ein ganz neues Verhältnis zu Technik im Alltag. Statt Kompromisse zu machen, kann man sich endlich auf das konzentrieren, worum es eigentlich geht – richtig guten Kaffee.

Was unterscheidet die MARO Model 1 von klassischen Siebträgermaschinen und worin liegt ihr technologischer Vorsprung?

Die MARO Model 1 unterscheidet sich von klassischen Siebträgermaschinen vor allem darin, dass sie von Grund auf neu gedacht wurde – mit heutiger Technologie statt mit 60 Jahre alten Prinzipien. Während herkömmliche Maschinen oft 25 bis 30 Minuten zum Aufheizen brauchen, ist die Model 1 in rund drei Minuten bereit – spart dabei im Alltag eine riesige Menge Energie und funktioniert dazu noch zuverlässiger als die Konkurrenz mit riesigen Boilern. Möglich wird das durch ein hochpräzises, digital geregeltes System, das nur dann Wasser erhitzt, wenn es auch wirklich benötigt wird.

Ihr technologischer Vorsprung zeigt sich besonders im Alltag an Beispielen aus Funktionen von Model 1:

Der Smart Profiler greift während der Extraktion auf Wunsch aktiv ein, wenn der Mahlgrad nicht optimal passt oder bei der Vorbereitung ein Fehler passiert ist. Die Maschine regelt dann während des Bezugs automatisch gegen und sorgt dafür, dass der Shot trotzdem gelingt – statt im Ausguss zu landen. So wird nicht nur erklärt, was passiert, sondern direkt verhindert, dass Kaffee verschwendet wird. Unser Grind Analyzer ergänzt das, indem er dem User klar erklärt, was mit der Einstellung der separaten Mühle zu tun ist (häufig größte Schwierigkeit bei Einsteigern) indem er klar Empfehlungen für die Richtung (gröber oder feiner) und die Größe der Änderung empfiehlt. So muss nicht gegoogelt oder gerätselt werden, es geht einfach von der Hand.

Durch die verschiedenen Modi – vom Explorer- bis zum Extreme-Modus – wächst die Maschine mit ihren Nutzern mit. Einsteiger lernen schnell, tollen Espresso zu machen, und wer tiefer einsteigen will, findet keinerlei Grenzen mehr. Genau diese Spannweite macht die Model 1 so besonders: Sie ist einfach, wenn sie es sein soll, und grenzenlos präzise, wenn man es will.
Und das gilt weit über die Espressozubereitung hinaus. Unser nutzerzentriertes Denken und der hohe Digitalisierungsgrad ermöglichen unendlich viele Wow-Momente – durch intelligente Nutzerführung, durchdachtes Design und Workflows, die Spaß machen, statt zu überfordern. MARO steht für Technologie, die nicht das tolle Handwerk ersetzt, sondern befähigt – und so den Alltag mit jedem Kaffee ein Stück besser macht.

Wie wichtig ist euch die Verbindung aus Design, Nachhaltigkeit und Technik – und wie spiegelt sich dieser Anspruch in eurer Maschine wider?

Design, Nachhaltigkeit und Technik gehören bei uns untrennbar zusammen. Wir glauben nicht an schöne Maschinen, die technisch veraltet sind – und auch nicht an technische Innovation ohne Sinn für Gestaltung oder Verantwortung. Bei der MARO Model 1 beeinflusst jedes Detail das andere.
Das Design folgt immer einer Funktion: klare Linien, hochwertige Materialien, intuitive Bedienung. Gleichzeitig setzen wir auf nachhaltige Produktion – kurze Lieferketten, recycelbare Materialien, reparierbare Bauweise und Fertigung in Deutschland. Das sorgt nicht nur für Langlebigkeit, sondern auch für Transparenz darüber, woher jedes Bauteil kommt.

Technisch ist Nachhaltigkeit genauso relevant. Durch den extrem schnellen Aufheizvorgang und das boilerlose System, verbraucht Model 1 am Tag so viel Energie wie manche Boiler-Maschinen nur zum Aufheizen – ohne Einbußen bei der Präzision. Und weil die Maschine softwarebasiert arbeitet, kann sie über Updates ständig besser werden, statt irgendwann ersetzt zu werden.
Am Ende steht ein Gesamtsystem, das nicht zwischen Design, Technik und Nachhaltigkeit trennt, sondern sie zu einem Gedanken verbindet: Kaffeegenuss kann ästhetisch, effizient und verantwortungsvoll zugleich sein.

Community-Driven Development ist bei euch zentral. Wie beeinflusst das direkte Feedback eurer Nutzer:innen die Weiterentwicklung der Maschine?

Community-Driven Development ist für uns tägliche Realität. Die meisten Ideen entstehen direkt aus dem Austausch mit unserer Community – also mit den Menschen, die die MARO Model 1 jeden Tag benutzen. Sie merken als Erste, wo im Workflow noch etwas besser werden kann oder welche Funktion den Alltag wirklich erleichtert.
Wir bekommen Feedback über unser Online-Forum, Supportkanäle und Social Media, aber auch durch sehr direkte Gespräche mit Nutzerinnen und Nutzern. Wenn jemand ein Problem beschreibt oder eine Idee teilt, landet das nicht in einer anonymen Liste, sondern direkt bei uns: im Entwicklerteam. Der Großteil der neuen Features oder Verbesserungen sind genau so entstanden.

Das Besondere ist, dass wir diese Rückmeldungen in einem digitalen System umsetzen können. Die Model 1 ist softwarebasiert und updatefähig, das heißt: Feedback kann innerhalb weniger Wochen zu einer realen Verbesserung werden. So wächst die Maschine gemeinsam mit ihrer Community – und genau das macht sie lebendig.

Welche Herausforderungen habt ihr bisher beim Aufbau eures Unternehmens erlebt und wie habt ihr sie gemeistert?

Wir haben mitten in der Corona-Zeit gegründet – also genau dann, als Lieferketten zusammengebrochen sind und Elektronikbauteile praktisch über Nacht zur Mangelware wurden. Für ein junges Hardware-Startup ohne große VC-Finanzierung war das ein echter Stresstest. Viele Bauteile waren schlicht nicht verfügbar, und wir mussten lernen, mit dem zu arbeiten, was wir kriegen konnten – ohne Abstriche bei Qualität oder Präzision zu machen.

Gleichzeitig hatten wir ambitionierte Entwicklungsziele, deren Umsetzbarkeit zu Beginn niemand garantieren konnte. Wir wollten Technologien einsetzen, die es so in keiner Espressomaschine gab, und mussten sie während der Entwicklung erst beweisen. Das hieß: unzählige Prototypen, Testzyklen und Rückschläge – bis alles so funktionierte, wie wir es uns vorgestellt hatten.
Ein weiteres großes Thema war das Liquiditätsmanagement. Hardware bedeutet hohe Vorfinanzierung, lange Entwicklungszyklen und viel gebundenes Kapital. Wenn man – wie wir – nicht mit Millionen an Risikokapital startet, muss jeder Euro sitzen. Wir haben früh gelernt, sehr diszipliniert zu planen, kreativ zu beschaffen und Risiken genau zu kalkulieren.

Und: Wir hatten keine bestehenden Netzwerke, keine Industrieerfahrung, keine Kontakte. Wir kamen direkt aus der Schule – buchstäblich von Null. Das hat uns gezwungen, alles selbst aufzubauen: Lieferketten, Partner, Prozesse. Heute sind genau diese Strukturen unsere größte Stärke.
Am Ende trifft der Satz „Hardware is hard“ den Punkt ziemlich genau. Aber es ist auch der Grund, warum wir so nah an unserem Produkt, unseren Kunden und jeder einzelnen Entscheidung geblieben sind. Jede Hürde hat uns gezwungen, besser zu werden – und genau das hat MARO geprägt.

Wie groß ist der Einfluss von Software und digitalen Features im Vergleich zu klassischem Maschinenbau – und wo seht ihr die Zukunft des Kaffeemarkts?

Software spielt bei uns eine mindestens ebenso große Rolle wie klassischer Maschinenbau. Wir sehen Hardware als stabile Basis – aber alles, was sie wirklich lebendig macht, entsteht durch Software, Datenerfassung und digitale Features.
Durch digitale Oberflächen, präzise Sensorik und regelmäßige Softwareupdates sind wir in der Lage, aus einem bestehenden Hardware-Set immer wieder die neueste Maschine zu machen – während sie längst beim Kunden steht. Das bedeutet: technische Weiterentwicklung, neue Funktionen und Verbesserungen kommen direkt zu den Nutzerinnen und Nutzern, ohne dass eine neue Maschine nötig ist.
Gleichzeitig erlaubt uns dieser Digitalisierungsgrad, notwendige Wartungen frühzeitig zu erkennen und auf dieser Basis künftig Services anzubieten, die weit über klassische Maschinenpflege hinausgehen.

Ein gutes Beispiel dafür ist MARO Home – unsere digitale Plattform, die das Maschinen-Ökosystem erweitert. Sie ermöglicht nicht nur neue Business-Modelle, sondern auch neue Touchpoints: Nutzer können Profile teilen, Daten verstehen, ihre Maschine personalisieren und erleben, wie sich Kaffeezubereitung Schritt für Schritt weiterentwickelt.
Für uns liegt die Zukunft des Kaffeemarkts genau hier: in der Verbindung aus präziser Hardware und intelligenter Software. Das Ergebnis ist nicht einfach eine bessere Maschine, sondern ein lernendes System – eines, das mit seinen Nutzerinnen und Nutzern wächst und den Kaffeegenuss neu definiert.

Welche Rolle spielt das Thema Fairness – von der Produktion bis zur Bohne – in eurer täglichen Arbeit?

Fairness bedeutet für uns, Verantwortung zu übernehmen – in der Produktion, im Umgang mit Partnern und im Bewusstsein, dass eine Siebträgermaschine immer auch ein Luxusgut ist. Die nachhaltigste Espressomaschine steht in einem Café und brüht hunderte Espressi am Tag. Uns ist bewusst, dass unsere Maschinen in der Regel nicht dort stehen – also versuchen wir, in unserem Rahmen einfach so viel wie möglich richtig zu machen: bei der Beschaffung, der Energieeffizienz, der Reparierbarkeit und der Langlebigkeit.
Die MARO Model 1 wird in Deutschland gefertigt, mit kurzen Lieferketten und Materialien, die langlebig und recycelbar sind. Wir kennen die Menschen, mit denen wir zusammenarbeiten, und legen Wert auf faire Bedingungen – von der Konstruktion bis zur Montage.

Beim Thema Kaffee selbst ist uns wichtig zu betonen, dass die Qualität in der Tasse maßgeblich von der Qualität der Bohnen abhängt. Wirklich guter Kaffee entsteht nur dort, wo beim Anbau mit Aufmerksamkeit und Sorgfalt gearbeitet wird – das ist der Kern von Specialty Coffee. Auch wenn wir selbst keine Bohnen verkaufen, unterstützen wir das, was dahintersteht: Zu jeder Model 1 legen wir lokal geröstete und fair eingekaufte Bohnen bei, um den Genussmoment vom ersten Shot an zu fördern und Bewusstsein für Qualität zu schaffen.
Fairness heißt für uns also nicht, perfekte Lösungen zu versprechen, sondern in jedem Bereich die bestmöglichen Entscheidungen zu treffen – technisch, sozial und ökologisch.

Wohin soll die Reise mit MARO.COFFEE gehen. Welche nächsten Schritte oder Produkte stehen bereits in den Startlöchern?

Unsere Reise mit MARO ist noch ganz am Anfang. Aktuell konzentrieren wir uns vor allem auf unser Kernprodukt – die kontinuierliche Weiterentwicklung der Software, den Ausbau des Vertriebs und alles, was rund um die Model 1 passiert. Unser Ziel ist es, die Maschine stetig besser zu machen, neue Features bereitzustellen und das Nutzungserlebnis weiter zu verfeinern.
Parallel arbeiten wir an mehreren Accessories, die in nächster Zeit erscheinen werden. Sie sollen noch mehr Individualität ermöglichen und den experimentellen Charakter der Model 1 weiter fördern – für alle, die Lust haben, mit Kaffee zu spielen und Neues auszuprobieren.
Langfristig wollen wir mit MARO einen nachhaltigen, wirkungsvollen Beitrag zum Specialty-Markt leisten. Wir wünschen uns mehr Innovation, mehr Mut zum Neudenken – und dass Menschen beim Espressozubereiten einfach richtig viel Spaß haben. Wenn wir das schaffen, sind wir auf dem richtigen Weg.

Welche drei Ratschläge würdet ihr jungen Gründer:innen geben, die mit wenig Kapital, aber viel Leidenschaft etwas Eigenes aufbauen wollen?

Erlaubt euch Naivität.
Heutzutage weiß ich viel mehr als am Anfang – und genau das macht mir rückblickend klar, wie wichtig dieses anfängliche Unwissen war. Ohne eine gewisse Naivität wäre MARO wahrscheinlich nie entstanden. Wäre uns die tatsächliche Komplexität dieses Unterfangens zu Beginn bewusst gewesen, wäre es deutlich schwerer, teurer – und vielleicht sogar unmöglich gewesen. Am Anfang geht es nicht darum, alles zu verstehen, sondern überhaupt anzufangen.

Redet offen über eure Vorstellungen und Ziele.
Egal ob mit Zulieferern, Unterstützern, Investoren oder Kunden – eure Ideen, Ansprüche und Visionen machen in dieser Phase alles aus. Es ist wichtig, gemocht zu werden, aber nie auf Kosten des Produkts oder der Idee. Ihr bekommt immer nur das, was ihr kommuniziert. Also springt über euren Schatten und sagt wirklich, was ihr wollt – auch wenn ihr noch nicht genau wisst, ob oder wie es geht. Diese Offenheit schafft Vertrauen und zieht die richtigen Menschen an.

Rechnet regelmäßig – aber verliert euch nicht darin.
Man muss nicht alles durchkalkulieren, bevor man loslegt, aber man sollte lernen, regelmäßig zu rechnen, zu korrigieren und ehrlich zu sich selbst zu sein. In der Anfangszeit fliegt man oft vor Energie, und 20-Stunden-Tage fühlen sich leicht an. Aber wer dabei vergisst, dass später Fixkosten, Mitarbeiter oder Werkzeuge dazukommen, riskiert die eigene Überlebensfähigkeit. Rechnen ersetzt nie das Machen – aber Machen ohne Rechnen wird irgendwann gefährlich.

Bild Gründerteambild @ Credit: MARO Coffee

Wir bedanken uns bei Maximilian Grimm und Robin Kuprat für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Können Tests aus dem Wohnzimmer die Medizin verändern?

0
Self.co Tests Symptome – Gesundheit verstehen leicht teambild

Self.co bietet moderne Allergie- und Gesundheitstests an, die Menschen helfen, die Ursachen ihrer Symptome besser zu verstehen und gezielt zu handeln

Wie entstand die Idee zu Self.co und welches Problem wollten Sie ursprünglich lösen?

Die Idee entwickelte sich nach und nach. Der erste Einfall, der unsere Reise anstieß, war, dass molekulare Allergietests stark im Kommen sein würden, damals aber extrem teuer waren. Deshalb beschlossen wir, einen eigenen molekularen Allergietest zu entwickeln, der für alle zugänglich sein sollte. Nachdem wir eine Testtechnologie entwickelt hatten, erwogen wir den B2B-Bereich, erkannten aber schnell, dass wir unseren Preisvorteil auf dem traditionellen Weg rasch verlieren würden.

Medizinisches Marketing ist sehr teuer, jede Partei erwartet eine Vergütung, und so nähert sich der Einzelhandelspreis dem Preis anderer Tests an. Später, als wir begannen, Allergietests direkt an Kunden anzubieten, stellten wir fest, dass viele Menschen den Verdacht haben, allergisch zu sein, aber Schwierigkeiten haben, die Ursache zu finden. Beispielsweise könnte eine Mutter vermuten, dass ihr Kind gegen Orangen allergisch ist, nachdem es am Vorabend nach dem Verzehr vieler Orangen Hautausschläge bekommen hat. Eine akute Orangenallergie ist jedoch sehr selten und deutet eher auf eine Histaminintoleranz hin.
Diese Erkenntnis führte zur Gründung von self.co mit dem Versprechen, die Ursache Ihrer allergieähnlichen Symptome zu identifizieren und Ihnen so zu mehr Wohlbefinden zu verhelfen.

Was war der Hauptgrund für die Gründung von Self.co, und wer steht hinter dem Team?

Das Unternehmen wurde von Gintautas Gylys gegründet, einem erfahrenen Unternehmer, der bereits mehrere erfolgreiche Unternehmen in den Bereichen Nahrungsergänzungsmittel und Laborausrüstung aufgebaut hat. Als Wissenschaftler aus Leidenschaft reizte ihn die Möglichkeit, nach jahrzehntelanger Geschäftserfahrung neue Technologien zu entwickeln, sehr.
Dann stieß Tautvydas Gylys, Gintautas‘ Sohn, zu Self.co, nachdem er verschiedene Führungspositionen im Produktmanagement bei den schnell wachsenden Startups Vinted und Trafi in Litauen innegehabt hatte. Er gestaltete das B2C-Angebot, validierte das Geschäftsmodell und übernahm die Position des CEO.

Ihre Mission ist es, Menschen zu helfen, die Ursachen ihrer Symptome besser zu verstehen. Wie setzen Sie dies im Alltag um?

Aktuell erreichen wir unsere Mission hauptsächlich durch leicht zugängliche Tests mit anschließender Ergebnisinterpretation. Dies hilft mehr Menschen, sich testen zu lassen und die wahrscheinlichen Auslöser ihrer Symptome zu verstehen. Selbst bei einem negativen Testergebnis unterstützen wir unsere Kunden dabei, andere mögliche Ursachen und die nächsten Schritte zu ermitteln.
Wir planen außerdem, in Kürze einen Fragebogen einzuführen, der dabei hilft, mögliche allergieähnliche Erkrankungen hinter Ihren Symptomen zu identifizieren und Ihnen so personalisierte Testpakete anzubieten. Darüber hinaus möchten wir unser Testangebot erweitern, um den Bedürfnissen unserer Nutzer besser gerecht zu werden. Da beispielsweise viele der von Nutzern berichteten allergieähnlichen Symptome mit der Haut zusammenhängen, erwägen wir die Einführung eines Hautbiomtests, um dieses besser zu verstehen.

Viele Menschen leiden unter allergieähnlichen Symptomen ohne eindeutige Diagnose. Wie genau hilft Self.co diesen Menschen?

Zunächst ermöglichen wir moderne und umfassende Tests. Eine Kundin erwog beispielsweise eine spezifische Allergen-Immuntherapie (die 3–5 Jahre dauern und mindestens 1.000 Euro pro Jahr kosten kann). Sie hatte gehört, dass ein molekularer Allergietest helfen könnte, eine effektivere Behandlung zu finden. Also machte sie unseren Allergietest, der negativ ausfiel. Sie holte eine zweite Meinung ein und fand schließlich heraus, dass ihre Allergie durch einen Hautpricktest falsch diagnostiziert worden war und die Behandlung somit Zeit- und Geldverschwendung gewesen wäre.

Was unterscheidet Self.co von klassischen Allergietests oder herkömmlicher Labordiagnostik?

Im Wesentlichen drei Dinge. Technologisch gesehen sind unsere Tests für hohe Durchsatzraten ausgelegt. Selbst wenn sie auf einem teuren Glasarray mit Fluoreszenz-Scanning-Technologie durchgeführt werden, sind die Kosten für einen einzelnen Test deutlich geringer. Zweitens werden alle Testergebnisse mit Interpretationen und ersten Empfehlungen geliefert. Es handelt sich also nicht nur um ein Testergebnis. In einigen Ländern kombinieren wir Tests mit ärztlichen Beratungen, um Ihnen einen umfassenden Service zu bieten, der Ihnen hilft, Ihre Erkrankung zu verstehen und schnell, unkompliziert und zuverlässig Wege zur Besserung zu finden.
Und da wir den gesamten Prozess von der Testherstellung bis zur Nutzererfahrung kontrollieren, können wir einzigartige Funktionen entwickeln. Beispielsweise verfügen wir zu jeder Bestellung über Patientenfragebögen, die wir für zusätzliche Qualitätskontrollen nutzen. Wir prognostizieren anhand der Fragebögen, welche Sensibilisierung wahrscheinlich ist, und vergleichen dieses Profil mit den tatsächlichen Testergebnissen. Bei Abweichungen führen wir zusätzliche Tests durch, um ein genaues Ergebnis zu gewährleisten.

Wie gelingt es Ihnen, komplexe medizinische Ergebnisse für Ihre Nutzer verständlich und zugänglich zu machen?

Das ist eine kontinuierliche Aufgabe. Bei immunologischen Tests wie Allergie- und Unverträglichkeitstests ist der wichtigste Faktor, dass die Testergebnisse nur die halbe Wahrheit zeigen. Die andere Hälfte sind die Symptome des Patienten. Allergien werden nur dann diagnostiziert, wenn die Testergebnisse eine Sensibilisierung nachweisen und die betroffene Person charakteristische Symptome auf das jeweilige Allergen oder den Auslöser zeigt. Daher konzentrieren wir uns darauf, diesen Zusammenhang herzustellen. Wir bieten auch erste Empfehlungen an, um die verfügbaren Optionen für die jeweilige Person aufzuzeigen.

Welche Rolle spielt Technologie in Ihrer Arbeit – und wo stößt sie im Gesundheitswesen noch an ihre Grenzen?

Sie wird immer wichtiger, um ein optimales Patientenerlebnis zu gewährleisten und die Kosten weiter zu senken. Wir nutzen bereits KI-Algorithmen, um unsere Spezialisten bei der Erstellung der Testberichte zu unterstützen. Dennoch wird jeder Allergiebericht weiterhin manuell von medizinischen Fachkräften geprüft, um eine korrekte und informative Interpretation sicherzustellen. Wir sehen diese Kombination aus KI und Spezialisten daher als zukunftsweisenden Weg, um ein optimales Patientenerlebnis zu gewährleisten und gleichzeitig die Kontrolle und Genauigkeit zu wahren.

Welchen Herausforderungen steht Self.co als junges Health-Tech-Unternehmen gegenüber und wie begegnen Sie diesen?

Glaubwürdigkeit und Vertrauen sind im Gesundheitssektor entscheidend, und als junges Unternehmen stehen wir vor besonderen Herausforderungen. Wir freuen uns über die jüngste Investition, die uns helfen wird, neue Berater, Teammitglieder und Partner zu gewinnen und unsere Glaubwürdigkeit in der EU weiter zu stärken. Am wichtigsten ist uns jedoch ein exzellenter Kundenservice, denn dieser schafft Vertrauen.

Wie planen Sie die Weiterentwicklung des Unternehmens in den kommenden Jahren? Sind neue Testoptionen oder digitale Dienstleistungen geplant?

Wir möchten die erste Anlaufstelle für Menschen werden, die Antworten auf ihre allergieähnlichen Symptome suchen. Dafür entwickeln wir intelligente Fragebögen, die helfen, zwischen verschiedenen Erkrankungen zu unterscheiden, die hinter diesen Symptomen stecken können. Wir klären die Menschen darüber auf und bieten ein personalisiertes Testpaket an, das über unsere aktuellen Tests hinausgeht. Wir planen, unsere Tests auf Laktoseintoleranz, Zöliakie und Histaminintoleranz auszuweiten, die oft mit Allergien verwechselt werden. Außerdem möchten wir Haut- und Darmgesundheit in unser Angebot aufnehmen.

Was ist Ihnen als Gründerteam im Umgang mit sensiblen Gesundheitsdaten besonders wichtig?

Zuallererst ist uns die richtige Unternehmenskultur wichtig. Für die meisten von uns bei Self.co steht die Unterstützung anderer und die Wertschöpfung im Mittelpunkt unserer Karriere. Das ermöglicht uns, verantwortungsvoll zu handeln und Produkte und Dienstleistungen zu entwickeln. Zweitens hat unser Team Erfahrung im Umgang mit sensiblen (bei Trafi, wo Tautvydas die Produktentwicklung leitete, stellten wir Mobilitätsplattformen für Berlin und München bereit; die sichere Speicherung von Mobilitätsdaten war daher entscheidend für den Gewinn dieser Aufträge) und großen Datensätzen. Und schließlich verfügen wir mittlerweile über etablierte Standards und Richtlinien. Wir orientieren uns lediglich an den besten Beispielen, um die korrekte Speicherung der Daten zu gewährleisten.

Welche Entwicklung im Bereich der digitalen Gesundheit begeistert Sie persönlich am meisten?

Aus technologischer Sicht finde ich besonders spannend, wie LLM im Gesundheitswesen eingesetzt werden kann. Es ist zwar einfach, Testergebnisse an ChatGPT zu übermitteln und interpretieren zu lassen, aber wie lässt sich ein System entwickeln, das jederzeit zuverlässig ist und transparent darlegt, wie Entscheidungen getroffen werden? Darüber denken wir intensiv nach, während wir zukünftige Updates für unsere Anwendung vorbereiten.
Aus verhaltenswissenschaftlicher Sicht scheint es, dass immer mehr Menschen in der EU eine aktivere Rolle in ihrer Gesundheitsvorsorge übernehmen. Der Aufstieg zahlreicher digitaler Gesundheitsprodukte zeigt, dass die Menschen ihre Gesundheit besser verstehen und selbstbestimmter handeln möchten, anstatt sich einfach blindlings an Spezialisten zu wenden.

Welche drei Ratschläge würden Sie anderen Gründern geben, die eine Idee im Gesundheitssektor umsetzen möchten?

Erstens: Finden Sie einen einzigartigen und tiefgreifenden Wettbewerbsvorteil, auf dem Ihre Lösung aufbauen kann. Digitale Anwendungen lassen sich heutzutage leicht erstellen und kopieren. Welches Alleinstellungsmerkmal können Sie entwickeln, um Ihre Position zu sichern und Ihr Angebot einzigartig zu machen? Unsere Testtechnologie und unser einzigartiges Geschäftsmodell erfüllen diese Anforderung.
Zweitens: Stelle sicher schnell Feedback und Validierung zu erhalten. Deshalb haben wir uns zunächst für den B2C-Weg entschieden. Er ermöglicht uns den schnellen Markteintritt in neue Länder und liefert uns umgehend Marktrückmeldungen.
Drittens: Das Team ist entscheidend – die richtigen Mitarbeiter entscheiden über Erfolg oder Misserfolg des Unternehmens.

Bild Teambild @ Tautvydas Gylys

Wir bedanken uns bei Tautvydas Gylys für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Energie der Zukunft – wie Greentech-Startups die Klimawende vorantreiben

0
Greentech Startups: Nachhaltige Innovationen Energie der Zukunft Image by Gerd Altmann from Pixabay

Die Energiewende ist längst kein politisches Projekt mehr, sondern eine wirtschaftliche Notwendigkeit. Überall entstehen junge Unternehmen, die mit Technologie und Mut neue Wege gehen. Greentech Startups, digitale Lösungen und nachhaltige Innovationen treiben eine Revolution an, die unsere Energieversorgung, Mobilität und Industrie dauerhaft verändert.

Greentech Startups – Technologie mit Umweltwirkung

Ob Solarenergie, Batterietechnik oder Wasserstoff: Greentech Startups sind die Pioniere der neuen Energiewirtschaft. Sie verbinden wissenschaftliche Forschung mit Unternehmergeist und entwickeln Lösungen, die Effizienz und Nachhaltigkeit vereinen.

Viele dieser jungen Unternehmen entstehen aus Universitäten oder Forschungsclustern heraus und bringen frische Perspektiven in traditionelle Branchen. Sie setzen auf erneuerbare Energiequellen, Energieeffizienz und digitale Vernetzung, um die Klimaziele greifbar zu machen.

Ein Beispiel ist das Berliner Startup Enpal, das Solaranlagen im Mietmodell anbietet – ganz ohne hohe Einstiegskosten für Verbraucher:innen. Ein anderes ist Lumenion, das mit Hochtemperaturspeichern Stromüberschüsse effizient nutzbar macht. Solche Innovationen zeigen: Die Zukunft der Energie ist dezentral, digital und klimaneutral.

Energie der Zukunft – dezentral, digital, demokratisch

Die Energie der Zukunft wird nicht mehr von wenigen Großkraftwerken bestimmt, sondern von vielen Akteuren: privaten Haushalten, Unternehmen und ganzen Stadtvierteln. Intelligente Netze, smarte Speicher und Echtzeitdaten ermöglichen eine flexible, verbrauchernahe Energieverteilung.

Hier kommen Startups ins Spiel, die digitale Plattformen für Energiehandel oder Verbrauchssteuerung entwickeln. KI-gestützte Systeme berechnen Bedarfe, optimieren Einspeisung und senken Kosten.

Dieser Wandel bedeutet auch eine Demokratisierung der Energie. Verbraucher:innen werden zu Produzent:innen – Prosumer genannt – und können Strom nicht nur nutzen, sondern auch selbst erzeugen und handeln. Die Energie der Zukunft ist partizipativ und resilient.

Nachhaltige Innovationen als Wachstumstreiber

Nachhaltige Innovationen sind längst keine Nische mehr, sondern Wachstumsmotor der Wirtschaft. Sie schaffen Arbeitsplätze, neue Märkte und technologische Exporte. Laut einer Studie von PwC fließen mittlerweile fast 30 Prozent aller europäischen VC-Investitionen in Climate- und Greentech-Startups.

Doch Innovation bedeutet hier mehr als Technik. Es geht um neue Geschäftsmodelle, faire Wertschöpfung und ökologische Verantwortung. Gründer:innen fragen sich heute nicht nur, wie man Energie erzeugt, sondern auch, welchen gesellschaftlichen Nutzen sie stiften können.

Von CO₂-neutralen Produktionsprozessen bis zu zirkulären Energiesystemen – nachhaltige Innovationen verändern das Denken ganzer Branchen.

Finanzierung und Herausforderungen

So viel Potenzial, so viele Hürden: Greentech Startups stehen oft vor besonderen Herausforderungen. Hohe Entwicklungskosten, lange Testphasen und regulatorische Hürden bremsen den Markteintritt.

Doch staatliche Förderprogramme, spezialisierte Fonds und Impact-Investoren erkennen zunehmend den Wert dieser Technologien. Wer in Nachhaltigkeit investiert, investiert in Stabilität.

Auch Kooperationen zwischen Corporates und Startups gewinnen an Bedeutung. Große Energieunternehmen gründen Inkubatoren, um Ideen schneller in die Anwendung zu bringen. So entstehen Ökosysteme, die die Energiewende beschleunigen.

Energie der Zukunft braucht Kooperation

Die Energie der Zukunft entsteht nicht im Alleingang. Sie braucht Zusammenarbeit – zwischen Forschung, Wirtschaft und Politik.

Startups bringen Agilität, etablierte Unternehmen Ressourcen, Regierungen den Rahmen. Wenn diese Kräfte zusammenwirken, entsteht Transformation.

Besonders spannend sind Cross-Industry-Partnerschaften: etwa zwischen Energie- und Mobilitätssektor oder zwischen Tech- und Bauwirtschaft. Smart Cities, Ladeinfrastrukturen und klimapositive Quartiere zeigen, dass Energie kein isoliertes Thema ist, sondern Teil eines ganzheitlichen Zukunftsmodells.

Nachhaltige Innovationen im Alltag

Die greifbarsten Beispiele für den Wandel finden sich im Alltag: Stromspeicher im Keller, Sharing-Konzepte für E-Autos oder smarte Heizsysteme, die Verbrauch und Kosten automatisch senken.

Greentech Startups liefern die Technologien dafür. Sie machen Nachhaltigkeit benutzbar – nicht als moralischen Zeigefinger, sondern als praktische Lösung.

Gerade junge Gründer:innen verbinden ökologisches Bewusstsein mit digitaler Kompetenz. Für sie ist die Klimawende nicht Verzicht, sondern Fortschritt.

Fazit

Die Energie der Zukunft wird grün, intelligent und gemeinschaftlich gestaltet. Greentech Startups und nachhaltige Innovationen sind dabei die treibenden Kräfte.

Wer heute in saubere Technologien investiert, gestaltet nicht nur Märkte, sondern Zukunft. Die Klimawende ist kein Zukunftsszenario mehr – sie ist das größte Innovationsprojekt unserer Zeit.

Image by Gerd Altmann from Pixabay

Nachhaltige Logistik beginnt bei der Palette

0
Palettenwechsler Nachhaltigkeit Logistik im Wandel Bild von Tung Lam auf Pixabay

Wie innovative Hersteller von Palettenwechslern Ressourcen sparen

In Zeiten globaler Lieferketten und wachsender Umweltanforderungen rückt ein Bereich zunehmend in den Fokus, und das ist die weltweite Logistik. Während viele Unternehmen auf elektrische Flotten, digitale Lagerverwaltung und wiederverwendbare Verpackungen setzen, bleibt der Palettenwechsel häufig unterschätzt. Moderne Hersteller von Palettenwechslern und Palettenwendern entwickeln Systeme, die nicht nur Arbeitsabläufe beschleunigen, sondern auch einen messbaren Beitrag zur Nachhaltigkeit leisten. Diese hochspezialisierten Maschinen ermöglichen es, Waren effizient von einer Palette auf eine andere umzuschichten, beispielsweise von Holz auf Kunststoff oder von Einweg- auf Hygienepaletten. Der Effekt ist weniger Abfall, optimierte Prozesse und ein geringerer CO₂-Fußabdruck.

Mehr als ein technischer Vorgang

Ein Palettenwechsel scheint auf den ersten Blick banal. Doch in der Praxis steckt dahinter ein komplexer Prozess, der über die Effizienz ganzer Lieferketten entscheidet. Besonders in Branchen wie Pharma, Lebensmittel, Chemie oder Hightech-Industrie sind saubere und standardisierte Paletten zwingend notwendig. Hier setzen Hersteller von Palettenwechslern und Palettenwendern auf Präzision und Anpassungsfähigkeit. Automatisierte Systeme ersetzen manuelle Umladungen, reduzieren Beschädigungen und steigern die Arbeitssicherheit. Zudem senken sie den Energieverbrauch, indem sie Paletten mehrfach verwenden oder austauschbare Module nutzen. Für viele Unternehmen ist das ein zentraler Schritt in Richtung Kreislaufwirtschaft.

Nachhaltigkeit als Wettbewerbsvorteil

Wer heute in nachhaltige Logistik investiert, stärkt neben seiner ökologischen Bilanz auch seine Marktposition. Große Konzerne schreiben ihren Zulieferern bereits klare Umweltstandards vor, und auch im Mittelstand gewinnt das Thema rasant an Bedeutung. Ein moderner Palettenwechsler kann helfen, den Verbrauch von Einwegpaletten um bis zu 70 Prozent zu reduzieren. Gleichzeitig minimiert der Einsatz automatisierter Systeme Leerlaufzeiten und erhöht die Produktivität. Darüber hinaus leisten viele Hersteller selbst Pionierarbeit. Sie setzen auf energieeffiziente Antriebe, recycelbare Materialien und digitale Wartungssysteme, die den Stromverbrauch und Verschleiß minimieren. Das Resultat sind langlebige Anlagen, die ökologische Verantwortung mit wirtschaftlicher Vernunft verbinden.

Digitalisierung und smarte Steuerungssysteme

Im Zuge von Industrie 4.0 werden Palettenwechsler immer intelligenter. Sensorik und künstliche Intelligenz erkennen das Gewicht, Material und Format der Palette automatisch. Durch die Anbindung an ERP- oder Lagerverwaltungssysteme lassen sich Bewegungsdaten in Echtzeit analysieren und Engpässe vermeiden. Diese Entwicklungen machen den Palettenwechsel effizienter und planbarer. Hersteller integrieren zunehmend Predictive-Maintenance-Funktionen, die Wartungsintervalle voraussagen und Ausfälle vermeiden. So entsteht ein reibungsloser Materialfluss, der Energie und Kosten spart.

Die Rolle junger Unternehmen und Start-ups

Spannend ist auch, zu beobachten, dass selbst junge Firmen in diesem Segment Fuß fassen. Start-ups entwickeln kompakte, modulare Palettenwechsler, die sich flexibel in kleinere Produktionslinien integrieren lassen. Andere kombinieren klassische Mechanik mit digitalem Tracking und schaffen dadurch Transparenz über jede Bewegung im Lager.
Wer Umweltziele und Automatisierung zusammenführt, kann sowohl wirtschaftlich als auch ökologisch profitieren, und das ist ein Prinzip, das viele Hersteller von Palettenwechslern längst verinnerlicht haben.

Nachhaltigkeit beginnt im Detail

Die Logistikbranche steht unter Druck, klimafreundlicher und effizienter zu werden. Doch echte Veränderungen entstehen oft dort, wo man sie am wenigsten erwartet, nämlich bei der Palette. Moderne Hersteller von Palettenwechslern und Palettenwendern tragen mit intelligenter Technik dazu bei, Ressourcen zu schonen, Arbeitsprozesse zu modernisieren und Lieferketten nachhaltiger zu gestalten. Sie beweisen, dass Umweltbewusstsein und Wirtschaftlichkeit zwei Seiten derselben Innovation sind.

Bild von Tung Lam auf Pixabay

Autor Nicolas Sender

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Wie kann ein simples Armband zu einer starken Botschaft werden?

0
Wristbanditz Armbänder für unvergessliche Events Stefanie Lischka @Nicky Webb Photography

Wristbanditz gestaltet hochwertige Eventarmbänder, die Design, Funktion und Botschaft verbinden und so Marken erlebbar machen

Stell dich und dein Startup Wristbanditz doch kurz unseren Lesern vor.

Ich bin Stefanie Lischka, Gründerin von Wristbanditz – einem Label, das Eventarmbänder vom reinen Einlassmittel zur echten Markenbotschaft am Handgelenk macht.
Wristbanditz stehen für Armbänder, die nicht nur Zugang gewähren, sondern eine Geschichte erzählen – die von innovativen Marken, aussergewöhnlichen Events, starken Botschaften.
Wristbanditz verbindet Design, Botschaft und smarte Funktion in einem Accessoire, das bleibt – im Gedächtnis und am Arm. Statt Wegwerfprodukten liefern wir Statement-Pieces, die sich gut anfühlen und noch besser aussehen.
Wenn Events Erinnerungen schaffen sollen, warum sollte das sichtbarste Accessoire – das Einlassband – nicht Teil dieser Erinnerung werden? Aus dieser Überlegung entwickelte sich ein Produktkonzept, das von Beginn an drei Leitgedanken folgte: Ästhetik, Nachhaltigkeit und Funktionalität.
Die Einsatzmöglichkeiten für unsere Kundinnen sind:
1 – Einlassband
2 – Event Check-in (mit oder ohne Technologie)
3 – Digitale Visitenkarte (=Networking Tool)
4 – Give-away oder Merchandize

Warum hast du dich entschlossen, ein Unternehmen zu gründen?

Ich habe meine Leidenschaften verbunden – Kreativität, Marketing / Kommunikation und Schmuckdesign.
Nach meinem BWL-Studium und einem Job in einer Bank in Singapur hatte ich Lust auf etwas Neues – kreativer, dynamischer, näher am Menschen. Doch in jedem Bewerbungsgespräch für kreative Rollen warf man einen skeptischen Blick auf meinen Lebenslauf – und dann auf mich – mit dem immer gleichen Urteil: „Sie sind doch Bankerin.“
Irgendwo zwischen Frust und Neugier bin ich über eine Marktlücke gestolpert, die so offensichtlich war, dass man sich fragt, warum sie keiner vorher gesehen hat: Festivalbändchen, die schön sind, hochwertig wirken – und nicht um die halbe Welt reisen müssen, um am Handgelenk zu landen. Ich wollte ein Produkt, das durchdachter, designorientierter, nachhaltiger und dann auch noch smart ist.

Mein Funke war einfach ein clevereres Produkt zum aktuellen Angebot zu schaffen und auch einen hochwertigen Service dazu bieten. Denn nicht selten helfe ich meinen Kundinnen die richtige Botschaft zu finden, Farben auszusuchen und machmal auch noch ganz individuelle Lösungen zu finden. Armbänder für Lifestyle Brands + Corporates, hochwertig und ressourcenschonend in Österreich konzipiert, designt und produziert.
Als die Idee da war, kam sofort ein Prototyp und auch die ersten Kunden waren bald da. Ich habe mir damals selber die Geschichte erzählt, dass ich nicht gut im Verkauf bin (diesen Glaubenssatz habe ich längst aufgelöst 😉 – aber trotz meiner “schlechten” Verkaufsaktivitäten hatte ich eben sofort 3 Top Marken als Kundinnen. Da wusste ich, dass an dieser Idee etwas dran ist, und ich konnte gar nicht anders als weitermachen.

Was war bei der Gründung von Wristbanditz die größte Herausforderung?

Die größte Herausforderung? Überhaupt loszulegen. Den Impuls hatte ich schon länger – aber ihn wirklich zu verfolgen und umzusetzen, das war der entscheidende Schritt. Der Prototyp war schon da da. Sogar die ersten wirklich tollen Kunden hatte ich. (Almdudler, Zalando und Mini damals).

Aber dann alle anderen Projekte wegzulegen und volle Kraft voraus an die neue Idee zu glauben. Das war eine echte Hürde.
Die erste Botschaft auf einem Wristbanditz war eine Nachricht an mich selber “What are you waiting for”. Und damit bin ich dann auch in den Flow gekommen.
Die richtigen Lieferanten zu finden – das ist bis heute eine Herausforderung geblieben. Gott Sei dank habe ich im Laufe der Zeit immer besser gelernt, worauf ich achten muss. Heute arbeite ich langfristig am liebsten mit Unternehmen, bei denen die menschliche Komponente passt. Manchmal muss man dann eben etwas länger suchen, auch wenn es bequem wäre beim alten zu bleiben. Es ist und bleibt eine Herausforderung, der ich mich gerne stelle.

Kann man mit einer Idee starten, wenn noch nicht alles perfekt ist?

Hell yeah!
Es gibt im Leben sowieso keine 100%. Spätestens bei 80% kann‘s losgehen.
Anfangs habe ich definitiv versucht, 120% zu erreichen, das kann sehr frustrierend sein, aber ich habe daraus gelernt und bin heute viel pragmatischer.
Trotzdem bin ich sehr gerne sorgsam und achte darauf, dass die Details stimmen.

Welche Vision steckt hinter Wristbanditz?

Wristbanditz steht für mehr als Accessoires – meine Vision ist es, Marken zu helfen, ihre Botschaften tragbar zu machen. Auf eine stille, aber wirkungsvolle Weise. Heute möchte keiner mehr wandelnder Werbeträger sein. Es ist nicht wichtig, das Logos mit am Band vertreten sind, sondern Vibes! Ich bin sehr stolz darauf, dass das bei fast allen unseren Projekten der Fall ist. Ich kann im Laufe der Jahre vielleicht an 3 Bänderprojekte mit Logos erinnern.

Jedes Armband ist ein ein Denkanstoß für den Träger oder die Trägerin, und oft auch ein Gesprächs-Starter. Ich bekomme immer wieder Feedback und weiß aus eigener Erfahrung, dass man viel auf das Band angesprochen wird, wenn man es trägt. Daraus entstehen oft schöne Gespräche über den Ursprung des Bandes (also in dem Falle ja auf welchem Event man es bekommen hat) – und so entsteht ein interessanter Austausch und im besten Falle neue nachhaltige Kontakte.

So kommt auch die nächste Vision ins Spiel – der NFC Chip, mit dem Wristbanditz angeliefert werden können, ermöglicht es Besucherinnen einer Veranstaltung einzuchecken, sich über Produkte zu informieren und auch ihre Kontaktdaten auszutauschen. Es hat also eine sehr schöne verbindende Funktion.
Bei der Produktion geht es mir um Bewusstsein, Haltung und gute Umsetzung – kombiniert mit Werten. Ich bin nicht nur überzeugt – ich weiss – dass es oft einfach nur ein bisschen mehr Liebe bedarf, die man in Details steckt und ein paar Cent oder Euro in den Produktionsprozess, um ein schöneres Produkt zu erstellen.

Dass es mittlerweile wichtig ist, wer deine Produkte gemacht hat, wie diese Menschen behandelt und bezahlt wurden – ist lange keine Kür mehr. Es ist Pflicht. Event Accessorires neu gedacht – und zwar nicht nur was sie können, sondern auch wo sie herkommen.
Diese Vision habe ich von Anfang an verfolgt und möchte es auch weiterhin intensiv tun.
Zuletzt, eine Vision von der ich schon länger träume – nämlich davon Festivalarmbänder (also die man nur einmal verwendet und die zu Massen auf der Welt eingesetzt werden) mit echt nachhaltigen oder kompostierbaren Materialien zu entwickeln. Oder eine Circularity in dieses Produkt zu bringen. Das ist aber ein ganz eigenes Projekt…

Wer ist die Zielgruppe von Wristbanditz?

Die Zielgruppe von Wristbanditz sind Unternehmen und Marken mit Weitblick – innovative Unternehmen, Pioniere, Visionär:innen und Lifestyle Brands, die mehr wollen als nur Merchandise. Wir arbeiten mit Teams aus Marketing, HR und Eventmanagement zusammen, die ihre Botschaften nicht nur sichtbar, sondern spürbar machen wollen.
Ob als Teil eines Markenauftritts, zur internen Aktivierung oder als emotionales Element auf Events – Wristbanditz ist für alle, die Wirkung mit Haltung verbinden möchten. Kurz: Wir sind für die, die mitdenken – und etwas bewegen wollen.

Wristbanditz Armbänder an Händen Fäuste zusammen

Wie funktioniert Wristbanditz? Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet dich von anderen Anbietern?

Bei Wristbanditz dreht sich alles um die Botschaft. Sie ist das Herzstück jedes Armbandes und das, was nach aussen hin die Wirkung zeigt. Egal ob kraftvolles Statement, subtiler Reminder oder verbindendes Symbol – unsere Bänder geben der Botschaft ihre Persönlichkeit und einen dirkekten Draht zum Träger.
Was Wristbanditz außerdem auszeichnet, ist die Wandelbarkeit im Design, und damit geht auch die Herstellung und der Einsatz innovativer Materialien einher. Jede Botschaft lässt sich durch Farbe, Material und Design auf das jeweilige Event, Unternehmen oder Thema anpassen und wird in Auftrag angefertigt.

Unsere veganen Leder Armbänder werden in Deutschland produziert und von der Non-profit Organisation Die Nachbarinnen in Wien fertiggestellt. Der Verein unterstützt die Integration von Frauen mit Migrationshintergrund. Das geschickte Team der Nachbarinnen setzt Druckknöpfe an, kontrolliert die Qualität und verpackt die Ware für den Versand. Diese Arbeiten sind ein wichtiger Teil des Produktionsprozesses und finden sich zweifellos in der Persönlichkeit der Produkte wieder.

Ich bin viel und gerne auf Messen unterwegs und bin immer auf der Suche nach innovativen Materialien, die für den Einsatz von Wristbanditz in Frage kommen. Abgesehen von technischen Faktoren gibt einige weitere wichtige Punkte, die ausschlaggebend sind – so z.B. die Verfügbarkeit in kleineren Mengen und in einer großen Farbpalette.
Das Ergebnis ist sichtbar. Ein Armband, das Marke fühlbar macht und Haltung tragbar. Klar in der Botschaft, stark in der Wirkung.

Wir denken nicht in “Werbegeschenken” und “Give-aways”, sondern in Wirkung. Unsere Bänder kommunizieren Haltung klar, reduziert und designorientiert. Und sie bleiben dort, wo es zählt: im Kopf, im Herzen, im Moment.
Ein weiteres besonderes Feature ist die Integration von NFC-Technologie. Damit erhalten unsere Bänder eine digitale Dimension, und behalten dabei gleichzeitig ihren minimalistischen, fast schmuckartigen Look. Außen schlicht, innen smart. So entsteht eine spannende Spannung zwischen Low-Tech-Optik und High-Tech-Funktion.

Wo geht der Weg hin? Wo siehst du dich und Wristbanditz in fünf Jahren?

In fünf Jahren sehe ich Wristbanditz als führenden Anbieter für hochwertige und smarte Accessoires im Eventbereich – mit klarer Haltung, starker Botschaft und echtem Mehrwert. Unsere Armbänder sollen nicht nur gut aussehen, sondern auch verbinden, aktivieren und begeistern. Ob als Teil von nachhaltigen Eventkonzepten, als innovatives Networking Tool für Lifestyle Marken oder als digitales Erlebnis.
Ich sehe Wristbanditz als kreativen Sparringspartner für alle, die mehr wollen als Standard – und offen sind für neue, gemeinsame Lösungen.

Welche drei Tipps würdest du angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

What are you waiting for? (Fang an, auch wenns noch nicht perfekt ist)
Try everything (Du wirst es nur wissen wenn du es gemacht hast)
Make beautiful choices (Sei sorgfaltig wohin du deine Energie und deinen Fokus richtest. Es macht einen Unterschied ob du etwas mit Sorgfalt und Liebe tust oder nicht)
No guts no glory (Gib alles und vor allem – bleib dran. Selbst wenn du noch so viele Pläne und Zeitpläne gemacht hast – es wird länger dauern als du glaubst. Aber hey – Enjoy the ride!)

Bild Stefanie Lischka @ Nicky Webb Photography

Wir bedanken uns bei Stefanie Lischka für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder


Premium Start-up: Wristbanditz

wristbanditz logo

Kontakt:

studio stf e.U.
Frau Stefanie Lischka
Gumpendorfer Straße 14/41
1060 Wien
Österreich

sl@wristbanditz.com
https://wristbanditz.com/

Ansprechpartner: Stefanie Lischka

Social Media:
LinkedIn
Instagram
Facebook

Tech for Good – wie Startups mit Technologie echte Probleme lösen

0
Tech for Good: Impact Startups und soziale Innovationen Image by Gerd Altmann from Pixabay

Technologie kann mehr als Profit schaffen. Immer mehr Gründerinnen und Gründer entwickeln Lösungen, die gesellschaftliche Wirkung erzielen. Tech for Good, Impact Startups und soziale Innovationen zeigen, wie Technologie Mensch und Umwelt dienen kann – und dabei wirtschaftlich erfolgreich ist.

Der Wandel im Unternehmertum

Die Startup-Welt steht an einem Wendepunkt. Nach Jahren des „Move fast and break things“ wird das „Move with purpose“ immer wichtiger. Es geht nicht mehr allein um Wachstum, sondern um Sinn. Junge Unternehmen erkennen, dass Technologie kein Selbstzweck ist, sondern ein Werkzeug, um drängende gesellschaftliche Herausforderungen zu lösen.

Von Klimawandel über Bildung bis Gesundheit – Gründer:innen nutzen Technologie, um nachhaltige Veränderung zu schaffen. Dieser Wandel spiegelt sich im Boom der Tech for Good-Bewegung wider, die Innovation und Verantwortung verbindet.

Laut einer Studie der EU-Kommission wächst der Markt für Impact-orientierte Startups jährlich um rund 20 Prozent. Die nächste Gründer:innengeneration denkt nicht nur in Businessplänen, sondern in Wirkungsketten.

Tech for Good – Technologie mit Haltung

Tech for Good beschreibt Startups, die Technologie gezielt einsetzen, um gesellschaftliche, ökologische oder soziale Probleme zu lösen. Das können Plattformen für Inklusion, KI-Lösungen für Nachhaltigkeit oder Apps für mentale Gesundheit sein.

Der entscheidende Unterschied zu klassischen Geschäftsmodellen liegt im Ziel: Impact statt reiner Gewinnmaximierung. Der Erfolg dieser Unternehmen wird daran gemessen, welchen positiven Effekt sie erzielen – nicht nur in der Bilanz, sondern auch im Leben von Menschen.

Ein Beispiel ist das Berliner Startup Ecosia, die grüne Suchmaschine, die ihre Werbeeinnahmen in weltweite Aufforstungsprojekte investiert. Über 200 Millionen Bäume wurden so bereits gepflanzt. Ein anderes Beispiel ist Too Good To Go, das mit einer einfachen App Millionen Mahlzeiten vor der Tonne rettet.

Diese Unternehmen beweisen: Tech for Good ist kein Nischenphänomen, sondern ein zukunftsfähiges Geschäftsmodell.

Impact Startups – Wirtschaft mit Wirkung

Impact Startups sind die treibende Kraft hinter diesem Wandel. Sie verbinden Unternehmertum mit gesellschaftlicher Verantwortung und schaffen neue Märkte an der Schnittstelle von Technologie, Nachhaltigkeit und Ethik.

Viele dieser Startups arbeiten mit nachhaltigen Lieferketten, offenen Datenmodellen und fairen Geschäftsstrukturen. Sie zeigen, dass es möglich ist, wirtschaftlich erfolgreich zu sein, ohne auf Kosten anderer zu wachsen.

Auch Investoren beginnen umzudenken. Impact Investing gewinnt rasant an Bedeutung, weil Kapitalströme zunehmend in Projekte fließen, die messbare soziale oder ökologische Ergebnisse liefern. Fonds, die speziell in Impact Startups investieren, haben in den letzten Jahren ein Rekordwachstum erlebt.

Diese Entwicklung beweist, dass ethisches Handeln kein Gegensatz zu wirtschaftlichem Erfolg ist – im Gegenteil: Es ist ein Wettbewerbsvorteil.

Soziale Innovationen – wo Technologie Menschlichkeit trifft

Soziale Innovationen entstehen dort, wo Empathie auf Technologie trifft. Gründer:innen, die gesellschaftliche Probleme mit digitalen Mitteln lösen, denken von den Bedürfnissen der Menschen aus.

Das kann eine App sein, die Geflüchteten Zugang zu Bildung ermöglicht, oder eine Plattform, die Obdachlosen hilft, Unterstützungsangebote zu finden. In der Gesundheitsbranche entwickeln Startups Lösungen, die psychische Erkrankungen früh erkennen oder Therapien digital zugänglich machen.

Soziale Innovation ist der Beweis, dass Technologie Menschlichkeit verstärken kann, wenn sie richtig eingesetzt wird. Sie zeigt, dass Fortschritt nicht darin liegt, Menschen zu ersetzen, sondern sie zu befähigen.

Herausforderungen und Verantwortung

Trotz aller Erfolge stehen Tech for Good-Gründer:innen vor besonderen Herausforderungen. Wirkung zu messen ist komplexer als Umsatz zu zählen. Die Balance zwischen Idealismus und Wirtschaftlichkeit erfordert Erfahrung und Geduld.

Zudem müssen Impact-Unternehmen häufig mit geringeren Margen und längeren Entwicklungszeiten rechnen. Doch ihr langfristiger Nutzen überwiegt: Vertrauen, Markenloyalität und gesellschaftliche Relevanz.

Verantwortung spielt dabei eine zentrale Rolle. Ethik, Transparenz und Inklusion gehören zur DNA dieser Startups. Wer Tech for Good ernst meint, denkt nicht nur an Produkte, sondern an Prozesse – von Datenmanagement über Arbeitskultur bis zur Lieferkette.

Ein Blick in die Zukunft – Technologie als gesellschaftliche Kraft

Die Zukunft gehört Unternehmen, die Technologie bewusst einsetzen. In einer Zeit, in der Vertrauen zur neuen Währung wird, gewinnen Startups, die glaubwürdig zeigen, dass Innovation und Werte zusammengehören.

Impact Startups werden zu Vorbildern einer neuen Wirtschaftskultur, in der Sinn und Erfolg kein Widerspruch sind. Ihre Stärke liegt darin, dass sie langfristig denken und nicht auf kurzfristige Gewinne setzen.

Soziale Innovationen werden dabei zur Brücke zwischen Technologie und Menschlichkeit. Sie erinnern uns daran, dass Fortschritt nicht nur in Bytes gemessen wird, sondern in Lebensqualität.

Fazit

Tech for Good ist mehr als ein Trend – es ist ein Paradigmenwechsel. Impact Startups und soziale Innovationen zeigen, dass Technologie Verantwortung übernehmen kann und muss.

Wer mit Haltung gründet, Innovation nachhaltig denkt und den Menschen in den Mittelpunkt stellt, gestaltet eine Zukunft, in der Technologie kein Risiko, sondern eine Chance ist.

Bild Image by Gerd Altmann from Pixabay

Warum Kreativität der Schlüssel für echte unternehmerische Zukunft ist

0
The Fritten zeigt, wie Kreativität Unternehmen stärkt – mit Mut, Strategie und Ideen, die Zukunft und Wachstum neu gestalten. The fritten founderteam

The Fritten ist eine Kreativberatung, die Unternehmen dabei unterstützt, Kreativität als strategischen Werttreiber in Strategie, Kultur und Zukunftsgestaltung zu verankern

Was war der entscheidende Moment, in dem die Idee zu The Fritten entstand und was hat die Gründer:innen dazu motiviert, eine Kreativberatung zu gründen?

Uns hat die Realität um uns herum bewegt, wirtschaftlich wie gesellschaftlich. Mitten in der Omnikrise könnte man uns für verrückt erklären, zu gründen, aber wir halten den Zeitpunkt für genau richtig. Wir haben uns gefragt, was wir mit unseren Skills anders machen können als „nur“ Werbung. Uns hat gestört, dass Kreativität oft nur am Ende der Wertschöpfung stattfindet: als Dekoration, nicht als Treiber. Also haben wir ein Modell gebaut, das kreative Denkweise dorthin bringt, wo Unternehmenswert wirklich entsteht: in Strategie, Kultur und Zukunftsgestaltung.

Wie definieren Sie den Begriff „Kreativität“ im Kontext von The Fritten und worin unterscheidet sich Ihr Ansatz von klassischen Agenturen oder Unternehmensberatungen?

Für uns ist Kreativität kein Selbstzweck, sondern die Fähigkeit, Neues zu sehen, zu verbinden und ins Handeln zu kommen. Wir arbeiten wie Berater, denken wie Kreative und handeln wie Unternehmer. Diese Mischung gibt es so selten und sie verändert die Wirkung.

The Fritten versteht Kreativität als unternehmerischen Werttreiber. Wie gelingt es Ihnen, diesen Anspruch in der täglichen Arbeit mit Kund:innen konkret umzusetzen?

Wir starten nicht mit einem Briefing, sondern mit einem menschlichen Kennenlernen und offenem Blick auf Potenziale. Wir kombinieren Daten, Strategie und Vorstellungskraft und leiten daraus konkrete Hebel ab, die Wirkung zeigen: in Marke, Kultur, Geschäftsmodell. Unser Ziel ist messbarer Wert, nicht schöne Slides.

Welche Vision verfolgen Sie mit The Fritten und wie möchten Sie langfristig zur Zukunftsfähigkeit von Unternehmen in Deutschland beitragen?

Wir wollen Aufbruchstimmung erzeugen. Deutschland braucht mehr Mut, Ideen in unternehmerische Kraft zu verwandeln. Unsere Vision ist ein Wirtschaftsumfeld, in dem Kreativität als Schlüsselkompetenz gesehen wird. Oder anders: Wir wollen die Antwort auf German Angst sein.

Ihre Arbeit richtet sich an Unternehmen mit Zukunfts- und Wachstumsambitionen. Wie gelingt es Ihnen, deren Potenziale zu erkennen und sichtbar zu machen?

Wir sehen, was möglich ist, bevor andere es sehen. Mit einem Blick darauf, was in fünf Jahren mit hoher Wahrscheinlichkeit wichtig sein wird, nicht mit dem Blick auf gestern. Wir analysieren Strukturen, Kultur, Marke und aktivieren ungenutzte Potenziale. Oft liegt der größte Hebel in einer neuen Perspektive.

Was macht The Fritten für Kund:innen besonders attraktiv – worin liegt Ihr einzigartiger Ansatz im Vergleich zu anderen Beratungen?

Wir sind keine Agentur, keine klassische Beratung. Wir bringen das Beste aus beiden Welten zusammen. Wenn man heute an eine Unternehmensberatung denkt, fällt fast nie der Begriff „Kreativität“. Das wollen wir ändern.

Wie gehen Sie mit der Herausforderung um, Entscheider:innen davon zu überzeugen, Kreativität nicht nur als Marketinginstrument, sondern als strategischen Erfolgsfaktor zu begreifen?

Indem wir es beweisen. Wenn Kreativität hilft, neue Geschäftsfelder zu erschließen oder unbeachtete Zielgruppen zu erkennen, verändert sich der Blick automatisch. Wir reden nicht über Werbung, wir reden über Wirkung – und vor allem neue Wirkungsfelder. Natürlich haben wir Business- oder Brand-KPIs im Blick. Aber Ziel kann auch einfach sein, dass ein Kunde nach einem Meeting eine Entscheidung trifft, die zuvor lange ausgesessen wurde – durch Mut und Zuversicht.

Welche Erfahrungen und Kompetenzen bringen Leonie Schüssler, Siyamak Jung und Niels Verlemann ein, um Unternehmen ganzheitlich zu begleiten?

Gemeinsam bringen wir über 40 Jahre Erfahrung in Strategie, Kreativität und Unternehmensführung mit. Wir haben Marken aufgebaut, Pitches gewonnen, Teams geführt und verstanden, wo alte Wege an Grenzen stoßen. Genau da setzen wir an.

In Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit sprechen Sie von Mut und Zuversicht. Wie leben Sie diese Werte selbst in der Arbeit mit Ihren Kund:innen und im Team?

Indem wir sie vorleben. Wir haben selbst gegründet, als viele andere auf Sicherheit gesetzt haben. Und auf dem Weg lukrative Angebote abgelehnt. Wir wissen, dass Fortschritt immer mit Risiko beginnt, und wir begleiten unsere Kund:innen genau dabei: Chancen zu nutzen, statt nur Risiken zu managen.

Welche Branchen oder Unternehmen möchten Sie mit The Fritten künftig besonders ansprechen und warum?

Hauptsächlich den Mittelstand, Familienunternehmen und Investoren, die gestalten wollen. Also Menschen, die nicht nur verwalten, sondern verändern. Gerade im Generationswechsel, der in den kommenden Jahren über 40 % der Mittelständler erwartet, sehen wir ein Momentum. Dort entsteht Zukunft und daran wollen wir mitarbeiten.

Sie arbeiten mit Partnern wie The Future:Project zusammen. Welche Rolle spielt dieser Austausch in Ihrer Arbeit und welche neuen Perspektiven entstehen dadurch?

The Future:Project hilft uns, Zukunftsfähigkeit greifbarer zu machen. Gemeinsam entwickeln wir einen systematischen Ansatz, der zeigt, wie kreativ, resilient und veränderungsfähig Unternehmen wirklich sind. Und wie viel Verständnis von Zukunftsfeldern ein Unternehmen heute schon besitzt, um sich für morgen auszurichten.

Welche drei Ratschläge würden Sie Gründer:innen geben, die ebenfalls etwas Neues wagen und mit Kreativität echte Wirkung erzielen möchten?

Zeitpunkt: Chancen kann man nicht immer planen, aber wenn sie sich ergeben, muss man zugreifen. Warten auf den perfekten Moment bedeutet oft, dass man ihn verpasst.

Zusammenhalt: Man gründet nicht mit einem Unternehmen, sondern mit Menschen. Am Ende zählt, dass man gemeinsam langfristig an einem Ziel arbeitet – mit allen Höhen und Tiefen.

Zuversicht: In Deutschland sind wir oft sicherheitsliebend und skeptisch. Aber Veränderung braucht Mut. Wer an das Potenzial glaubt, kann Dinge wirklich bewegen. Und es gibt viele Beispiele, dass sich gerade etwas tut – auch wenn es noch nicht genug sind.

Foto: Gründerteambild Fotograf Axmann-Rottler

Wir bedanken uns bei Siyamak Jung, Leonie Schüssler und Niels Verlemann für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Zwischen Vision und Wirklichkeit: Der Gründergeist in Deutschland braucht bessere Bedingungen

0
Gründen in Deutschland mit neuem Gründergeist Alexandra Anderson_Copyright GoDaddy

Deutschland gilt als Land der Ingenieur:innen und Erfinder:innen. Doch wenn es um das Gründen geht, zeigt sich ein ambivalentes Bild: Ideen sind reichlich vorhanden, der Mut zur Umsetzung hingegen seltener. Dabei ist Unternehmertum wichtig für Wirtschaft und Gesellschaft. Eine aktuelle, repräsentative Umfrage in Zusammenarbeit mit NIQ GfK zeigt: Unternehmensgeist und Gründungswillen sind da, doch sie treffen auf ein Umfeld voller Hürden.

Wie steht es um den Gründergeist in Deutschland

Laut der Umfrage halten es nur 16 % der Deutschen für wahrscheinlich, in den kommenden zwölf Monaten ein eigenes Unternehmen zu gründen. Eine Zahl, die eher auf eine zurückhaltende Gründungskultur schließen lässt.

Die größten Hürden sind klar benannt: Finanzielle Risiken (41 %), fehlendes Startkapital (37 %) und mangelndes Wissen (30 %) entmutigen potenzielle Gründer:innen. Hinzu kommt ein strukturelles Problem. Denn nur jede:r Sechste fühlt sich durch Schule oder Studium ausreichend auf eine mögliche Selbstständigkeit vorbereitet. Finanzbildung, rechtliche Grundlagen oder unternehmerische Soft Skills – all das kommt im deutschen Bildungssystem kaum vor.

All diese Zahlen wirken ernüchternd, doch das Gesamtbild trügt. 

Wie die Gen Z das Gründen neu denkt

Jung, digital, ambitioniert: Eine ganz andere Perspektive eröffnet sich, wenn man einen Blick auf die neue Generation wirft – denn bei den 18- bis 29-Jährigen liegt die Gründungsbereitschaft bei fast 40 %. Das ist nicht nur bemerkenswert, sondern ein klarer Indikator für ein neues unternehmerisches Selbstverständnis in der jungen Generation.

Doch woran liegt das? Auf die Frage, ob Gründen heute einfacher sei als vor fünf Jahren, antwortet ein Viertel der Deutschen mit Ja, ein Viertel mit Nein, ein Viertel sieht keine Veränderung – der Rest ist unentschlossen. Es ergibt sich also ein gespaltenes Bild. Nur die Generation Z sticht heraus: Jede:r Zweite aus dieser Altersgruppe glaubt, dass Gründen heute einfacher ist.

Für viele von ihnen ist Selbstständigkeit mehr als ein Karriereschritt – es steht für Selbstverwirklichung, Kreativität und eine Zukunft, die man selbst gestaltet. Bei den Älteren überwiegt dagegen Skepsis, häufig geprägt von persönlichen Erfahrungen mit Bürokratie, Regulierungen und Marktbarrieren. Das Ergebnis: Eine fragmentierte Gründungsmentalität, die je nach Alter, Erfahrung und Lebenssituation stark schwankt.

Digitale Werkzeuge als Katalysator für Gründungen

Einer der zentralen Gamechanger ist der technologische Fortschritt. Ob KI-Tools, Website-Baukästen oder Social-Media-Marketing – digitale Technologien senken die Eintrittshürden für Gründungen drastisch. Vor allem bei jungen Gründer:innen sind sie längst Standard: 41 % der Gen Z nutzen bereits KI-basierte Anwendungen für ihre unternehmerischen Projekte, während die ältere Generation der Technologie häufig skeptisch gegenübersteht. Über 90 % in der Altersgruppe 60+ haben daran keinerlei Interesse. 

Dabei sehen die Befragten die Tragweite der Digitalisierung insgesamt durchaus: Fast drei Viertel (74 %) sind überzeugt, dass KI die Arbeitswelt grundlegend verändern wird. Und laut der aktuellen Global Entrepreneurship Survey sparen Unternehmer:innen in Deutschland durch die Nutzung von KI im Schnitt 8 Stunden pro Woche. Diese Zeit fließt laut der Umfrage vor allem in kreative Entwicklung, Weiterbildung und Kundenpflege. So überrascht es kaum, dass fast zwei Drittel (63 %) davon ausgehen, dass KI-Technologien sie zukünftig, insbesondere gegenüber großen Unternehmen, konkurrenzfähiger machen. 

Technisches Know-how allein reicht nicht aus

Um aus Ideen tragfähige Geschäftsmodelle zu machen, braucht es vor allem eins: entschlossenes Handeln und ein unterstützendes Umfeld. Hier ist nicht nur die Politik gefragt, sondern auch Unternehmen, Bildungsinstitutionen und die Zivilgesellschaft. Wer die Gründungskultur ernst nimmt, muss ihr heute die richtigen Werkzeuge und Strukturen an die Hand geben.

Mögliche Handlungsansätze können darin bestehen, Wissen rund um das Thema Unternehmertum frühzeitig zu implementieren, beispielsweise bereits in der Ausbildung. Außerdem ist es wichtig, für gezielte Förderprogramme einen niederschwelligen Zugang zu schaffen sowie Mentoring- und Netzwerk-Angebote für mehr Austausch auszubauen. Nicht zuletzt könnte eine Vereinfachung bürokratischer Prozesse und technischer Tools mehr Freiraum für Innovation und einen Einstieg auch für Gründer:innen ohne Tech-Hintergrund ermöglichen.

Deutschland steckt voller Ideen – und gleichzeitig voller Bedenken. Es zeigt sich klar: Der Nachwuchs ist bereit, Verantwortung zu übernehmen und Ideen in die Tat umzusetzen. Damit aus guten Ideen auch echte Unternehmen werden können und die wirtschaftliche Innovationskraft langfristig gesichert werden kann, braucht es aber mehr als nur Motivation. Es braucht Mutmacher:innen, einfache Tools und transparente Gründungswege. Die Aufgabe von Politik, Wirtschaft und Gesellschaft ist es nun, diesen Weg zu ebnen und dem Gründergeist mehr Rückenwind zu geben.

Über die Umfrage

Im Auftrag der GoDaddy Deutschland GmbH wurden mit dem NIQ eBUS 1.010 Personen im Alter von 18-74 Jahren befragt, die die deutschsprachige Bevölkerung repräsentieren. Die Befragung wurde im Mai 2025 durchgeführt.

Bild Alexandra Anderson Copyright GoDaddy

Neueste Beiträge

Startup Szene 2025 Gründungen und Zukunft im RealitätscheckFoto/Quelle: stock.adobe.com – Vasyl

Die Startup Szene 2025 Eine Standortbestimmung zwischen Realität und Reife

0
Die Startup Szene 2025 war kein Jahr der großen Versprechen, sondern eines der stilleren Erkenntnisse. Der Rückblick zeigt, wie Gründungen reifer wurden, Innovation bodenständiger und der Blick auf die Zukunft klarer.