Mittwoch, Oktober 21, 2026
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Pandektes erhält 13,5 Millionen Euro, um der weltweit größte Anbieter juristischer Daten zu werden

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Rechtsrecherche: Pandektes baut Infrastruktur mit 13,5 Mio. € Pandektes Founder (v. l.): Søren Brokær und Casper Brigsted. Foto: Lars Astrup Jensen

Das europäische Legal-Tech-Unternehmen Pandektes hat eine Series-A-Finanzierung über 13,5 Millionen Euro abgeschlossen. Angeführt wird die Runde von Alstin Capital, beteiligt sind außerdem PROfounders, Scale Capital und bestehende Investoren. Pandektes entwickelt Technologie, mit der Juristen Gesetze, Urteile und andere juristische Quellen schneller finden, durchsuchen und auswerten können. Das Unternehmen wurde in Kopenhagen gegründet und ist heute in Deutschland, der Schweiz und Dänemark aktiv. Mit dem neuen Kapital will Pandektes weiter in Europa und Nordamerika expandieren, sein Team ausbauen und seine Infrastruktur zunehmend über eine eigene API für externe Anbieter öffnen.

Der Markt für juristische Recherche wird seit Jahrzehnten von wenigen etablierten Anbietern wie Beck, Juris und LexisNexis geprägt. Für Kanzleien, Unternehmen und öffentliche Institutionen gab es lange kaum echte Alternativen.

Weniger als zwei Jahre nach dem Start nutzen nun aber mehr als 500 Kanzleien, Unternehmen und öffentliche Institutionen die Plattform. Der Umsatz ist innerhalb der vergangenen zwölf Monate um das Sechsfache gestiegen. Rund zwei Drittel der Organisationen, die Pandektes testen, werden anschließend Kunden. Viele ersetzen dabei bestehende Lizenzen etablierter Rechercheplattformen vollständig.

„Lange galt es als praktisch unmöglich, eine ernsthafte Alternative zu den etablierten Plattformen aufzubauen. Heute können wir juristische Informationen in einem Umfang erfassen, strukturieren und auswerten, der früher nicht möglich war. Das verändert grundlegend, was Rechtsrecherche leisten kann“ Casper Laursen, CEO von Pandektes

Pandektes entwickelt eine technologische Infrastruktur, die juristische Informationen wie Gesetze, Gerichtsentscheidungen und Verwaltungsentscheidungen automatisiert erfasst, strukturiert und miteinander verknüpft. Dadurch können Juristen relevante Informationen schneller finden, Zusammenhänge besser verstehen und rechtliche Fragestellungen effizienter analysieren. Zudem eröffnet die Bündelung juristischer Daten aus verschiedenen Ländern neue Möglichkeiten für grenzüberschreitende Rechtsrecherche, etwa bei Fragestellungen zum EU-Recht.

Neue Konkurrenz in einem Markt mit hohen Eintrittsbarrieren

Die meisten juristischen Informationen sind öffentlich zugänglich. Aufwendig ist es, sie aus Tausenden Quellen zusammenzuführen, zu strukturieren, aktuell zu halten und zuverlässig durchsuchbar zu machen. So entstanden über Jahrzehnte nationale Märkte, in denen einzelne Anbieter umfangreiche Datenbestände und feste Arbeitsabläufe etablierten. Die Folge sind hohe Wechselkosten, wenig Wettbewerb und steigende Preise.

„Wir sehen selten einen Markt wie die Rechtsrecherche, in dem so viele Nutzer ihr zentrales System wechseln wollen, es aber lange schlicht weg nicht konnten. Pandektes baut eine moderne Dateninfrastruktur für die gesamte europäische Rechtslandschaft auf, die genau das ermöglicht.“ beschreibt Andreas Schenk, Managing Partner bei Alstin Capital. 

Bislang mussten große Redaktionsteams Gesetze, Urteile und andere Quellen manuell sammeln, ordnen, verknüpfen und laufend aktualisieren. Pandektes automatisiert einen großen Teil dieser Arbeit mit KI. Menschliche Expertise bleibt dort wichtig, wo rechtliche Bewertung und Qualitätskontrolle gefragt sind. Dadurch wird es erstmals möglich, eine umfassendere Alternative zu den etablierten Datenbanken aufzubauen.

Infrastruktur für die nächste Generation juristischer KI

Dabei versteht sich Pandektes nicht als direkter Wettbewerber zu Legal-AI-Plattformen, die große Teile der Fall- und Dokumentenarbeit abdecken. Der Fokus liegt klar auf der darunterliegenden Recherche- und Dateninfrastruktur. In der Praxis werden beide Arten von Lösungen deshalb häufig parallel eingesetzt.

Über die API sollen Kanzleien, Unternehmen, öffentliche Institutionen und andere Anbieter strukturierte Rechtsdaten in eigene Anwendungen einbinden können. So muss nicht ein einzelner Anbieter alle Systeme für Gerichte, Ministerien, Kanzleien, Unternehmen und Bürger entwickeln.

„Wir glauben, dass die nächste Generation juristischer Produkte nur so gut sein kann wie die Daten, auf denen sie aufbaut. Damit daraus vertrauenswürdige Systeme für Juristen entstehen, müssen diese Daten von Grund auf für KI-Agenten und andere KI-Systeme strukturiert und optimiert sein. Genau daran arbeiten wir bei Pandektes jeden Tag.“, sagt Casper Laursen, CEO von Pandektes.

Mit der Expansion will Pandektes seine Infrastruktur auf weitere Rechtsordnungen in Europa und Nordamerika ausweiten. Ziel ist es, juristische Daten länderübergreifend in einer einheitlichen Struktur verfügbar zu machen und so grenzüberschreitende Recherche deutlich einfacher zu machen.

Was macht Pandektes?

Pandektes entwickelt eine technologische Infrastruktur für die Rechtsrecherche. Die Plattform erfasst, strukturiert und verknüpft Gesetze, Gerichtsentscheidungen und weitere juristische Informationen, damit Juristen relevante Inhalte schneller finden und auswerten können.

Wie hoch ist die Series-A-Finanzierung von Pandektes?

Pandektes hat eine Series-A-Finanzierung über 13,5 Millionen Euro abgeschlossen. Angeführt wird die Finanzierungsrunde von Alstin Capital. Außerdem beteiligen sich PROfounders, Scale Capital und bestehende Investoren.

Wofür will Pandektes das neue Kapital einsetzen?

Pandektes will mit dem Kapital seine Expansion in Europa und Nordamerika vorantreiben, das Team ausbauen und seine Infrastruktur weiterentwickeln. Zudem sollen externe Anbieter künftig verstärkt über eine API auf strukturierte Rechtsdaten zugreifen können.

Bild Pandektes Founder (v. l.): Søren Brokær und Casper Brigsted. Foto: Lars Astrup Jensen

Quelle Maschmeyer Group/ MM Support GmbH

Eigenständig statt kopiert: Wie Thomas Bernhardt mit PASSIONATY eine deutsche Duftmarke aufgebaut hat

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PASSIONATY: Marke setzt auf eigenen Duft Gründer Thomas Bernhardt

PASSIONATY ist eine eigenfinanzierte Marke, mit der Gründer Thomas Bernhardt einen eigenständigen Duft abseits bekannter Designerkompositionen etablieren möchte

Thomas, stell dich und PASSIONATY bitte kurz vor. Was hat dich 2023 dazu bewegt, vom E-Commerce und Webdesign eine eigene Duftmarke aufzubauen?

Ich bin Thomas Bernhardt, Gründer von PASSIONATY. Durch meinen beruflichen Hintergrund im E-Commerce und Webdesign hatte ich bereits viel mit digitalen Geschäftsmodellen, Onlineshops und der Vermarktung von Produkten zu tun. 2023 wollte ich den nächsten Schritt gehen und eine eigene Marke mit einem eigenen physischen Produkt aufbauen.

Düfte haben mich persönlich schon immer begeistert. Gleichzeitig hatte ich zunehmend das Gefühl, dass sich viele Düfte in klassischen Parfümerien trotz unterschiedlicher Marken sehr ähnlich sind und mir teilweise auch das Verhältnis zwischen Qualität und den aufgerufenen Preisen nicht mehr gefallen hat. Daraus entstand die Idee, selbst einen Duft zu entwickeln, der einen eigenen Charakter besitzt und sich bewusst von der Masse abhebt. So entstand PASSIONATY.

Mit Alpha Noir habt ihr bewusst keinen bestehenden Duft kopiert. Wie ist die eigene Duftkomposition entstanden und welche Idee steckt dahinter?

Bei Alpha Noir hatte ich von Anfang an eine ziemlich klare Vorstellung davon, was für einen Duft ich entwickeln wollte. Mein Ziel war ein eleganter Herrenduft für besondere Situationen – zum Essen gehen, für ein Date, eine Feier oder einen besonderen Abend. Ein Duft, den eben nicht jeder trägt und der einen eigenen Wiedererkennungswert besitzt.

Daraus ist Schritt für Schritt die Duftkomposition von Alpha Noir entstanden. Sie verbindet unter anderem Schwarze Johannisbeere, Orange und Kardamom mit floralen Herznoten und einer warmen Basis aus Sandelholz, Kokos, Vanille, Tonka und Patchouli. Für mich war dabei entscheidend, nicht einfach einen bereits erfolgreichen Designerduft nachzubauen. Alpha Noir sollte von Anfang an eine eigene Identität haben.

PASSIONATY lässt Alpha Noir in Deutschland produzieren. Warum war dir dieser Schritt von Anfang an wichtig?

Für mich war wichtig, auf deutsche Qualitätsstandards setzen zu können. Gleichzeitig war Alpha Noir mein erstes eigenes Duftprojekt und ich musste selbst sehr viel über Entwicklung und Produktion lernen.

Gerade deshalb wollte ich mit den beteiligten Unternehmen in meiner eigenen Sprache kommunizieren können. Bei einem solchen Projekt gibt es unzählige Details, bei denen Missverständnisse später große Auswirkungen haben können. Mir war wichtig, Fragen direkt klären zu können, verstanden und als Gründer ernst genommen zu werden. Im Laufe der Zeit habe ich allerdings auch gelernt, dass „Made in Germany“ allein noch keine Garantie dafür ist, dass jeder einzelne Produktionsschritt perfekt funktioniert. Die eigene Qualitätskontrolle und die Auswahl der richtigen Partner bleiben trotzdem entscheidend.

Der Duftmarkt wird von internationalen Marken mit großen Marketingbudgets geprägt. Wie möchtest du PASSIONATY darin langfristig positionieren?

Ich möchte mit PASSIONATY gar nicht versuchen, die großen internationalen Marken über deren Marketingbudgets zu schlagen. Das wäre als eigenfinanzierte junge Marke auch unrealistisch. Wir müssen über das Produkt, unsere eigene Identität und die Nähe zu unseren Kunden überzeugen.

Langfristig soll PASSIONATY für eigenständige Duftkompositionen, Qualität und ein sehr gutes Verhältnis zwischen Produkt und Preis stehen. Ich möchte keine Marke aufbauen, die einfach erfolgreiche Trends oder bekannte Düfte kopiert. Mein Ziel ist, dass unsere Düfte einen eigenen Charakter besitzen und Menschen irgendwann bewusst PASSIONATY kaufen, weil sie genau diesen Charakter suchen.

Mehr als 5.000 Kunden haben bereits bei PASSIONATY bestellt. Wer ist eure Kernzielgruppe und was überzeugt sie von Alpha Noir?

Unsere Kernzielgruppe für Alpha Noir sind vor allem Männer zwischen 25 und 55 Jahren, die Wert auf Qualität und eine eigenständige Duftkomposition legen. Viele suchen nicht einfach den nächsten bekannten Duft, sondern möchten etwas tragen, das einen eigenen Charakter besitzt und nicht überall zu finden ist.

Genau dort setzen wir mit Alpha Noir an. Entscheidend sind für uns die Qualität des Produkts und eine Duftkomposition, die sich bewusst von vielen bekannten Mainstream-Düften unterscheidet. Wir möchten keinen kurzfristigen Hype verkaufen, sondern einen Duft, den unsere Kunden gerne und mit Überzeugung tragen.

Du bringst viel Erfahrung aus E-Commerce und Webdesign mit. Wie hilft dir dieses Wissen heute beim Markenaufbau und bei der Kundengewinnung?

Mein Hintergrund hilft mir enorm, weil eine junge Marke heute weit mehr braucht als nur ein gutes Produkt. Onlineshop, Nutzererfahrung, Werbung, Datenanalyse, Social Media und die gesamte digitale Darstellung einer Marke greifen ineinander.

Viele dieser Bereiche kann ich selbst abdecken und muss sie nicht vollständig an Agenturen oder externe Dienstleister abgeben. Gerade als eigenfinanziertes Unternehmen ist das ein großer Vorteil. Gleichzeitig habe ich gelernt, dass E-Commerce-Erfahrung allein keinen Erfolg garantiert. Ein eigenes physisches Produkt bringt ganz andere Herausforderungen mit sich als ein rein digitales Geschäftsmodell – insbesondere bei Produktion, Logistik, Qualität und regulatorischen Anforderungen.

PASSIONATY ist eigenfinanziert gewachsen. Welche Vorteile hat Bootstrapping für dich und wo stößt dieses Modell an seine Grenzen?

Ein großer Vorteil ist für mich die Unabhängigkeit. Ich bin keinem Investor oder einer Bank gegenüber verpflichtet und kann Entscheidungen danach treffen, was ich langfristig für PASSIONATY für richtig halte.

Gleichzeitig bedeutet Eigenfinanzierung für mich, dass das Produkt und das Geschäftsmodell tatsächlich Leistung bringen müssen. Es steht nicht dauerhaft externes Kapital zur Verfügung, mit dem sich Probleme einfach überdecken lassen.

Die Grenzen merkt man allerdings sehr deutlich bei der Skalierung. Besonders Marketingbudgets sind für eine kleine eigenfinanzierte Marke begrenzt. Während große Unternehmen sehr viel Kapital in Reichweite, Tests und Markenbekanntheit investieren können, muss ich wesentlich genauer überlegen, wo ich jeden Euro einsetze. Dadurch kann gesundes Wachstum länger dauern.

Fehlerhafte Chargen und Qualitätsprobleme haben euch zwischenzeitlich stark zurückgeworfen. Was ist damals passiert und welche Konsequenzen habt ihr daraus gezogen?

Bei der Produktion wurden Leistungen von beteiligten Partnerunternehmen teilweise nicht in der Qualität und fachgerechten Ausführung umgesetzt, die wir vereinbart und erwartet hatten. Bei einem physischen Produkt kann so etwas sehr schnell weitreichende Folgen haben und uns hat diese Situation entsprechend stark zurückgeworfen.

Für mich war das eine wichtige, wenn auch kostspielige Erfahrung. Heute achte ich noch stärker darauf, welche Unternehmen und Partner an einem Produkt beteiligt sind und ob sie unsere Qualitätsanforderungen tatsächlich zuverlässig umsetzen können. Ich habe gelernt, dass man als Markeninhaber Verantwortung nicht einfach vollständig abgeben kann. Am Ende steht PASSIONATY auf dem Produkt und deshalb müssen wir auch dafür sorgen, dass die gewünschte Qualität beim Kunden ankommt.

Bei einem physischen Produkt hängen viele Prozesse voneinander ab. Was hast du über Produktion und Lieferketten gelernt, das du zu Beginn unterschätzt hast?

Am meisten unterschätzt habe ich tatsächlich den regulatorischen Aufwand. Wenn man von außen auf eine Duftmarke schaut, denkt man zunächst an Duftentwicklung, Flakon, Verpackung, Produktion und Marketing. Hinter einem Kosmetikprodukt steckt aber wesentlich mehr.

Es müssen zahlreiche gesetzliche Anforderungen, Dokumentations-, Sicherheits- und Kennzeichnungspflichten eingehalten werden. Als Gründer muss man sich mit Themen beschäftigen, von denen man zu Beginn teilweise noch gar nicht weiß, dass sie später relevant werden. Das kostet Zeit und verlangt viel Fachwissen. Heute weiß ich, dass man diesen Bereich bereits sehr früh in die Planung eines physischen Produkts einbeziehen sollte.

Was unterscheidet PASSIONATY und Alpha Noir aus deiner Sicht von anderen jungen Duftmarken?

Für mich ist es vor allem das Herzblut, das in PASSIONATY und Alpha Noir steckt. Hinter der Marke steht kein großer Konzern und auch kein Investor, sondern sehr viel persönliche Arbeit, eigenes Risiko und die Überzeugung, langfristig eine eigenständige Duftmarke aufbauen zu können.

Alpha Noir ist deshalb auch kein Dupe eines erfolgreichen Designerduftes. Wir haben bewusst eine eigene Duftkomposition entwickelt und produzieren in Deutschland. Mir geht es nicht darum, möglichst schnell den nächsten Trend zu kopieren. Qualität, Charakter und Wiedererkennungswert sollen langfristig im Mittelpunkt stehen.

Die vergangenen Jahre haben mir außerdem gezeigt, dass Markenaufbau nicht nur aus den schönen Momenten besteht. Wir haben Rückschläge erlebt und trotzdem weitergemacht. Ich stecke sehr viel Herzblut in PASSIONATY und möchte, dass man das langfristig auch an unseren Produkten merkt.

Aus einem ersten Herrenduft soll langfristig eine eigenständige deutsche Duftmarke entstehen. Welche nächsten Produkte oder Entwicklungen sind bereits geplant?

Langfristig soll PASSIONATY deutlich mehr sein als eine Marke mit einem einzelnen Herrenduft. Meine Vision ist ein eigenständiges Duftsortiment für Männer und Frauen. Darüber hinaus kann ich mir sehr gut vorstellen, die Marke später um weitere Duftprodukte wie beispielsweise Haarparfums, Bodysprays oder ähnliche Produkte zu ergänzen.

Mir ist allerdings wichtig, nicht möglichst schnell möglichst viele Produkte auf den Markt zu bringen. Ein neues Produkt soll erst dann kommen, wenn es wirtschaftlich und qualitativ wirklich sinnvoll ist und zu PASSIONATY passt. Aktuell liegt der Fokus deshalb klar darauf, Alpha Noir weiter am Markt zu etablieren und damit ein gesundes Fundament für die weitere Entwicklung der Marke zu schaffen.

Welche drei Ratschläge würdest du Gründern geben, die mit begrenztem Kapital eine eigene Konsumgütermarke aufbauen möchten?

Erstens: Habt ein klares Ziel und haltet daran fest. Es wird Rückschläge geben und gerade dann braucht man eine Vorstellung davon, wo man langfristig mit seiner Marke hinmöchte.

Zweitens: Glaubt an euer eigenes Produkt. Wenn ihr selbst nicht wirklich davon überzeugt seid, wird es schwer, Kunden, Partner oder andere Menschen davon zu überzeugen.

Und drittens: Gründet nicht mit der Erwartung, schnelles Geld zu verdienen. Eine nachhaltige Marke aufzubauen braucht Zeit. Denkt langfristig, überlegt euch eure Schritte genau und geht gerade mit begrenztem Kapital sehr bewusst mit euren Ressourcen um.

Bildcredits PASSIONATY

Wir bedanken uns bei Thomas Bernhardt für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Polnische IT-Unternehmen setzen zunehmend auf KI-Tools in der Softwareentwicklung

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KI-Tools: IT-Branche und Unternehmen in Polen im Wandel

KI-Tools werden heute in ganz verschiedenen Bereichen der Industrie und der Wirtschaft genutzt. Auch für die Softwareentwicklung leisten sie längst einen wertvollen Beitrag. Polnische Unternehmen aus der IT-Branche setzen in den letzten Jahren verstärkt auf KI-Tools, um ihre Prozesse im Bereich der Softwareentwicklung weiter zu optimieren.

Das wirkt sich sowohl auf die Qualität als auch auf das Kostengefüge der am Ende gelieferten Ergebnisse aus und ist ein Baustein für den großen Erfolg der polnischen IT-Branche in den letzten Jahren.

Wie hat sich Polens IT-Branche in den letzten Jahren entwickelt?

Die IT-Branche in Polen gehört zu den fortschrittlichsten auf dem IT-Sektor, wenn man die Länder Mittel- und Osteuropas miteinander vergleicht. In der Kategorie „Emerging Market“, in die Polen von vielen Indexanbietern noch immer einsortiert wird, erreicht das Land einen beachtlichen Wert von 61,40 Punkten. Das entspricht in der Vergleichsgruppe dem besten Wert.

Gemessen wurden die vorhandenen Softwareentwicklungs-Talente, die generelle Entwicklung des IT-Sektors und das Geschäftsklima in diesem Bereich im Land. Dass zahlreiche ausländische Investoren und Unternehmen bereit sind, in den IT-Standort Polen zu investieren, hat verschiedene Hintergründe.

Der Umstand, dass hier die Personal- und Betriebskosten trotz der hohen Qualität der Arbeit noch immer deutlich günstiger sind als in westeuropäischen Ländern, spielt dabei sicherlich eine wichtige Rolle. Aber auch die hohe Expertise in Polen. Denn das Land verfügt über einen riesigen Pool an IT-Experten, die sich auf die unterschiedlichsten Bereiche konzentrieren und vor allem in der Arbeit mit fortschrittlichen KI-Tools ein hohes Maß an Erfahrung mitbringen.

KI-Tools: IT-Branche und Unternehmen in Polen im Wandel

Bild von Rizve Joarder auf Pixabay

Wo werden KI-Tools hier vorrangig zum Einsatz gebracht?

Unternehmen wie Scalo setzen zunehmend auf KI-Tools um die verschiedenen Plattformen und Services für ihre Kunden aufzustellen und auf die jeweiligen Kundenbedürfnisse zuzuschneiden.

KI-Werkzeuge kommen dabei sowohl im Coding als auch im Testing zum Einsatz. Sie werden verwendet, um Routinetasks zu beschleunigen. Außerdem lassen sich mit gut angelernten KI-Tools eigene Code-Vorschläge generieren, die dann vom Programmierer nur noch angepasst und glattgeschliffen werden müssen.

Auch Testprozesse können dank umfassender KI-Tools problemlos automatisiert werden.

Welche Vorteile bringt das für deutsche Unternehmen, die ihre Abläufe outsourcen wollen?

Für Unternehmen aus dem Deutschen und dem Europäischen Wirtschaftsraum, die im Rahmen von Outsourcing Maßnahmen ihre Aufträge im IT-Bereich an polnische Unternehmen vergeben, bringt das eine ganze Reihe spannender Vorteile mit sich.

Da wäre die durch die KI-Nutzung erheblich gesteigerte Produktivität der IT-Unternehmen in Polen. Solange klare Sicherheitsregeln und definierte Prozesse in der polnischen IT-Branche angewandt werden, wird der Produktivitätsschub durch KI-Tools weiter anhalten.

Das steigert für Kunden aus Deutschland die Effizienz, verkürzt die Entwicklungszyklen und reduziert somit erheblich die Programmierungs- und Umsetzungskosten. Das wiederum hilft dabei, den eigenen Gewinn zu maximieren.

Staatliche Initiativen zur Schaffung bestmöglicher Rahmenbedingungen

KI-Tools: IT-Branche und Unternehmen in Polen im Wandel Foto von Fotis Fotopoulos auf Unsplash

Foto von Fotis Fotopoulos auf Unsplash

Zur Wahrheit gehört allerdings auch, dass Polen in diesem Bereich zwei Gesichter hat. Auf der einen Seite stehen hochmoderne Software-Schmieden und Tech-Unternehmen. Diese verwenden modernste KI- und Automatisierungs-Tools. Kleinere polnische Unternehmen hinken in diesem Bereich hingegen oft noch hinterher. Doch auch das soll sich in absehbarer Zeit ändern.

Denn die polnische Regierung hat eine staatliche Initiative auf den Weg gebracht, um einerseits die vorhandene IT-Branche zu stärken und andererseits, die Bereiche, die bislang noch weitgehend ohne KI arbeiten, nicht abzuhängen.

Die digitale Transformation der gesamten Wirtschaft wird dabei durch regionale Strategien und Programme gefördert. Investitionen im Rahmen des EU-Aufbauplans sind ein Stützpfeiler dieser Strategien.

So sollen die technologische Unabhängigkeit und Wettbewerbsfähigkeit der polnischen Wirtschaft weiter gestärkt und dauerhaft erhalten bleiben.

Bild Artem Podrez @pexels.com

Autor: Dino Bozzi 

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Handys als Fashion-Accessoire: Wie PopCharms in Die Höhle der Löwen geht

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Charms: PopCharms in Die Höhle der Löwen Kerstin Raibold Gründerin

PopCharms bringt individuelle Charms ans Smartphone und wird am 05. Oktober 2026 in der Höhle der Löwen pitchen, wo Gründerin Kerstin Raibold im Battle gegen whiffy aus Berlin antritt.

Wie ist die Idee zu PopCharms entstanden, wer steht hinter dem Unternehmen und welcher Moment hat dich zur Gründung inspiriert?

Hinter PopCharms stehe ich, Kerstin Raibold. Ich bin schon seit einigen Jahren Unternehmerin, komme ursprünglich aber aus einem ganz anderen Bereich. Nach mehreren Jahren im Dienstleistungsbusiness hatte ich große Lust, noch einmal etwas völlig Neues aufzubauen: eine echte Consumer Brand mit einem physischen Produkt, bei der ich meine Begeisterung für Mode, Trends und Unternehmertum miteinander verbinden kann.

Die eigentliche Idee entstand aus einer ganz simplen Frage: Warum sehen unsere Handys eigentlich fast alle gleich aus, obwohl wir sie jeden Tag ständig in der Hand halten? Kleidung, Schmuck und Taschen wählen wir passend zu unserer Persönlichkeit aus – beim Smartphone endet die Individualität meistens bei der Farbe der Hülle. Genau das wollte ich ändern. Für mich sollte das Handy vom Gebrauchsgegenstand zum Fashion-Accessoire werden. So ist PopCharms entstanden.

In welcher Branche seid ihr tätig und was zeichnet das Geschäftsmodell eures Startups aus?

PopCharms bewegt sich an der Schnittstelle zwischen Fashion, Accessoires, Lifestyle und E-Commerce. Unser Kernprodukt sind Charms, mit denen Kundinnen und Kunden ihre Handyhüllen individuell gestalten können.

Das Spannende an unserem Geschäftsmodell ist für mich vor allem die nahezu unbegrenzte Individualisierung. Man kauft nicht einfach eine fertige Handyhülle, sondern gestaltet selbst ein Produkt, das zum eigenen Stil passt. Neue Charms, Trends und Kollektionen sorgen gleichzeitig dafür, dass das Produkt immer wieder neu interpretiert werden kann.

Langfristig denke ich PopCharms außerdem deutlich größer als nur als Handyhüllenmarke. Die Idee dahinter ist Personalisierung: Menschen sollen Alltagsgegenstände zu ihrem eigenen Statement machen können.

Welches konkrete Bedürfnis erfüllt PopCharms und welche Marktlücke habt ihr damit geschlossen?

Wir lösen vielleicht kein klassisches Problem wie ein Tech-Startup – wir erfüllen vielmehr ein starkes Bedürfnis: Individualität.

Das Smartphone ist wahrscheinlich einer der persönlichsten Gegenstände unseres Alltags. Trotzdem sehen Millionen Geräte nahezu identisch aus. Gleichzeitig sehen wir gerade bei jüngeren Zielgruppen einen enormen Trend zu Individualisierung, DIY, Collectibles und sogenannten Bag Charms.

Genau diese Entwicklung übertragen wir mit PopCharms auf das Smartphone. Statt zwischen wenigen vorgefertigten Designs wählen zu müssen, kann sich jede Person genau die Kombination zusammenstellen, die zu ihr passt. Dadurch wird aus einer simplen Handyhülle ein persönliches Fashion Piece.

Warum habt ihr euch für die Teilnahme an Die Höhle der Löwen entschieden und welche Aspekte standen dabei im Vordergrund?

Für mich war die Teilnahme an „Die Höhle der Löwen“ eine sehr bewusste Entscheidung. Ich wollte mit PopCharms von Anfang an groß denken und die Marke nicht jahrelang im Verborgenen aufbauen.

Die Sendung bietet eine unglaubliche Möglichkeit, ein junges Produkt innerhalb kürzester Zeit einem Millionenpublikum vorzustellen. Gleichzeitig wollte ich aber auch wissen, wie erfahrene Unternehmer und Investoren das Konzept bewerten.

Natürlich ist es etwas völlig anderes, seine Idee im eigenen Umfeld zu präsentieren oder damit vor den Löwen zu stehen und sich kritischen Fragen zu stellen. Genau diese Herausforderung fand ich spannend. Für mich war der Auftritt deshalb nicht nur eine Chance auf Investment, sondern auch ein sehr großer persönlicher Schritt als Gründerin.

Wer war von Anfang an euer absoluter Wunschlöwe bei Die Höhle der Löwen und warum passt dieser Investor perfekt zu eurer Vision?

Wenn ich einen Löwen nennen muss, war Ralf Dümmel für PopCharms sicherlich ein absoluter Wunschlöwe. Gerade bei einem physischen Consumer-Produkt sind Vertrieb, Handel, Produktentwicklung und Skalierung unglaublich wichtige Themen.

PopCharms ist ein Produkt, das man innerhalb weniger Sekunden versteht und das stark davon lebt, es zu sehen und auszuprobieren. Deshalb finde ich die Vorstellung spannend, die Marke nicht ausschließlich digital aufzubauen, sondern perspektivisch auch im stationären Handel sichtbar zu machen.

Gleichzeitig ging es mir nie ausschließlich darum, einen bekannten Namen als Investor zu gewinnen. Entscheidend ist für mich immer: Wer versteht die Vision der Marke und kann genau dort Mehrwert schaffen, wo ich alleine langsamer wäre?

Welche Form der Unterstützung durch die Investoren bei Die Höhle der Löwen erhofft ihr euch neben dem Kapital am meisten?

Kapital ist natürlich hilfreich, aber für mich tatsächlich nicht der wichtigste Punkt. Viel wertvoller sind Erfahrung, Netzwerk und Geschwindigkeit.

Gerade beim Aufbau einer Consumer Brand gibt es unglaublich viele Themen gleichzeitig: Einkauf, Produktion, Logistik, Retail, Online-Marketing, Markenaufbau und Internationalisierung. Ein Investor, der diese Prozesse bereits mehrfach durchlaufen hat, kann Fehler vermeiden helfen und Türen öffnen, für die ein junges Unternehmen sonst Jahre benötigt.

Ich wünsche mir deshalb vor allem einen strategischen Sparringspartner, der meine große Vision versteht, sie aber gleichzeitig mit Erfahrung und Struktur ergänzt.

Welche nächsten Schritte sind für PopCharms nach eurem Auftritt bei Die Höhle der Löwen geplant und gibt es konkrete Pläne für Wachstum, Skalierung oder neue Entwicklungen?

Auf jeden Fall. Für mich ist „Die Höhle der Löwen“ kein Ziel, sondern eher ein Startschuss.

Der nächste große Schritt ist, PopCharms als Marke weiter auszubauen. Dazu gehören neue Charms und Kollektionen, weitere Produkte rund um Personalisierung und Fashion sowie der Ausbau unseres Online-Shops.

Gleichzeitig möchte ich PopCharms perspektivisch stärker offline erlebbar machen – über Pop-ups, Events, Kooperationen und den stationären Handel. Das Besondere an unserem Konzept ist nämlich der Moment, in dem Menschen vor einer großen Auswahl an Charms stehen und anfangen, ihre ganz persönliche Kombination zusammenzustellen.

Auch Internationalisierung ist definitiv ein Thema. Trends wie Charms, Personalisierung und Individualisierung funktionieren nicht nur in Deutschland. Meine Vision ist deshalb, aus PopCharms langfristig eine internationale Lifestyle- und Accessoire-Brand aufzubauen.

Welche Erfahrungen und Erkenntnisse haben sich auf eurem bisherigen Gründerweg als besonders wertvoll erwiesen?

Eine meiner wichtigsten Erkenntnisse ist: Man muss nicht warten, bis alles perfekt ist.

Als Unternehmerin kann man sich sehr lange mit Konzepten, Businessplänen und Details beschäftigen. Aber die wirklich wichtigen Erkenntnisse bekommt man meistens erst, wenn ein Produkt tatsächlich am Markt ist und echte Kunden darauf reagieren.

Ich habe außerdem gelernt, wie wichtig Geschwindigkeit ist. Dinge ausprobieren, Feedback bekommen, verbessern und wieder ausprobieren. Gerade bei einer trendgetriebenen Consumer Brand ist das unglaublich relevant.

Und ich habe gelernt, meinem eigenen Gefühl stärker zu vertrauen. Nicht jede gute Idee sieht am Anfang auf einer Excel-Tabelle spektakulär aus. Manchmal sieht man einen Trend oder ein Bedürfnis, bevor dafür bereits sämtliche Daten vorhanden sind. Dann gehört Unternehmertum auch dazu, den Mut zu haben, trotzdem loszugehen.

Welche Ratschläge lassen sich aus diesen Erfahrungen leiten, die für andere Gründerinnen und Gründer hilfreich sein könnten?

Mein wichtigster Rat wäre: Fang an.

Man wird nie den perfekten Zeitpunkt haben, nie alle Antworten kennen und wahrscheinlich auch nie das Gefühl haben, komplett vorbereitet zu sein. Viele Ideen scheitern meiner Meinung nach nicht daran, dass sie schlecht sind, sondern daran, dass sie niemals umgesetzt werden.

Gleichzeitig sollte man sehr schnell lernen, zwischen der eigenen Vision und dem eigenen Ego zu unterscheiden. An der Vision darf man festhalten – aber beim Weg dorthin sollte man extrem flexibel bleiben.

Und ich glaube sehr daran, größer zu denken. Natürlich muss man wirtschaftlich und realistisch arbeiten. Aber wenn man bereits bei der Gründung nur darüber nachdenkt, was gerade bequem erreichbar ist, begrenzt man sein Unternehmen schon sehr früh selbst.

Wie sieht eure Strategie aus, um B2B-Kunden zu gewinnen, und welche Rolle spielt der Auftritt bei Die Höhle der Löwen für eure B2B-Markenbekanntheit?

Als klassisches B2C-Unternehmen steht für uns zunächst der direkte Kontakt mit unseren Kundinnen und Kunden im Vordergrund. B2B wird für uns allerdings mit Blick auf Retail, Kooperationen und mögliche Vertriebspartner zunehmend interessant.

Der Auftritt bei „Die Höhle der Löwen“ schafft dafür natürlich eine ganz neue Sichtbarkeit und Glaubwürdigkeit. Dadurch wird PopCharms nicht nur für Endkunden sichtbarer, sondern auch für potenzielle Handelspartner und Unternehmen, mit denen wir zukünftig zusammenarbeiten können.

Was unterscheidet die Produkte von PopCharms im Online-Shop und perspektivisch im Handel optisch und inhaltlich von der Konkurrenz?

PopCharms verkauft kein fertiges Design – wir verkaufen die Möglichkeit, selbst Designer zu sein.

Genau das ist für mich der größte Unterschied. Kundinnen und Kunden können aus unterschiedlichen Charms auswählen und ihre Hülle selbst zusammenstellen. Dadurch kann aus denselben Ausgangsprodukten eine riesige Anzahl völlig unterschiedlicher Designs entstehen.

Auch visuell ist das ein Produkt, das extrem schnell Aufmerksamkeit erzeugt. Die Charms sind bunt, verspielt, modisch und teilweise bewusst etwas over the top. Man sieht das Produkt und möchte automatisch näher hinschauen.

Gleichzeitig ist PopCharms für mich viel mehr als nur eine Handyhülle. Wir möchten eine Welt um das Thema Individualisierung schaffen. Das Smartphone ist lediglich unser Ausgangspunkt.

Wie bereitet ihr eure Lieferkette und euren Online-Shop auf den enormen Nachfrage-Ansturm am Abend der Ausstrahlung von Die Höhle der Löwen vor?

Die Vorbereitung auf die Ausstrahlung war tatsächlich eine der intensivsten Phasen seit der Gründung.

Wir haben unseren Warenbestand deutlich erhöht und sehr große Mengen an Charms vorbereitet, gezählt, sortiert und für die Logistik organisiert. Gleichzeitig wurde der Online-Shop technisch und inhaltlich auf die zusätzliche Nachfrage vorbereitet und wir haben uns sehr intensiv mit Fulfillment, Verpackung und Versand beschäftigt.

Bei PopCharms kommt noch eine besondere Herausforderung hinzu: Wir haben nicht einfach drei oder vier Produkte auf Lager, sondern sehr viele unterschiedliche Charms und Kombinationsmöglichkeiten. Das macht die Warenplanung wesentlich komplexer.

Unser Anspruch ist natürlich, dass jemand, der PopCharms in der Sendung entdeckt und sich spontan verliebt, danach direkt bestellen kann und nicht wochenlang auf sein Paket warten muss.

Gleichzeitig ist mir bewusst, dass „Die Höhle der Löwen“ eine Ausnahmesituation ist. Man kann sehr viel planen – aber am Ende weiß man erst am Abend der Ausstrahlung, wie groß die tatsächliche Resonanz sein wird. Und genau diese Mischung aus Vorbereitung, Nervosität und Vorfreude macht diesen Moment wahrscheinlich so besonders.

Sehen Sie PopCharms am 05. Oktober 2026 in der Höhle der Löwen

Bildcredits RTL

Wir bedanken uns bei Kerstin Raibold für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Wärme wird Strom: Wie Deep-Tech-Startup HEIONTEC in Die Höhle der Löwen kommt

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HEIONTEC: Technologie in Die Höhle der Löwen. Dr. Frank Schneider, Anton Ledwon, Waldemar Lewtschenko und Andreas Heine (v.li.), Gr¸nder von HEIONTEC

HEIONTEC entwickelt eine Technologie zur Energiegewinnung aus Wärme und wird am 05. Oktober 2026 in der Höhle der Löwen pitchen.

Wie ist die Idee zu HEIONTEC entstanden, wer steht hinter dem Unternehmen und welcher Moment hat euch zur Gründung inspiriert?

Die Idee zu HEIONTEC entstand aus der Frage, ob sich bislang weitgehend ungenutzte Wärme aus unserer Umgebung direkt in elektrische Energie umwandeln lässt. Gemeinsam mit unserem Erfinder und einem interdisziplinären Team aus Wissenschaft, Technik und Unternehmertum haben wir daraus eine neue Technologie entwickelt.

Der entscheidende Moment war, als wir gesehen haben, dass unser thermo-elektro-chemisches Prinzip tatsächlich elektrische Energie erzeugt. Aus einer wissenschaftlichen Idee entstand damit die Vision, eine neue Energiequelle für Anwendungen zu entwickeln, bei denen Batterien heute teuer, wartungsintensiv oder schlicht unpraktisch sind.

Inzwischen ist aus der ursprünglichen Idee ein deutlich größeres Team geworden, das HEIONTEC wissenschaftlich, technisch und unternehmerisch weiterentwickelt.

In welcher Branche seid ihr tätig und was zeichnet das Geschäftsmodell eures Startups aus?

HEIONTEC ist ein Deep-Tech-Unternehmen im Bereich Energy Harvesting. Wir entwickeln mit unserem Thermo-Electro-Chemical Generator, kurz TEC-G, eine Technologie, die niedrig temperierte Wärme beziehungsweise Temperaturunterschiede zur Erzeugung elektrischer Energie nutzbar machen soll.

Unser Geschäftsmodell ist klar B2B ausgerichtet. Wir wollen die Technologie gemeinsam mit Industriepartnern in konkrete Anwendungen integrieren und perspektivisch in großen Stückzahlen produzieren beziehungsweise über Technologie- und Lizenzmodelle skalieren.

Welches konkrete Problem löst HEIONTEC und welche Marktlücke habt ihr damit geschlossen?

Milliarden Sensoren und andere kleine elektronische Geräte benötigen Energie. Gerade im Internet of Things bedeutet das heute häufig Batterien, Kabel, Wartung und regelmäßige Batteriewechsel.

HEIONTEC setzt genau dort an: Unsere Technologie soll kleinste elektrische Verbraucher aus vorhandener Wärme beziehungsweise Temperaturunterschieden versorgen können. Besonders interessant ist das für Sensorik und IoT-Anwendungen, die über viele Jahre möglichst wartungsarm funktionieren sollen.

Unser Ziel ist nicht, die Batterie überall zu ersetzen. Wir wollen sie dort überflüssig machen, wo geringe Leistungen benötigt werden und eine dauerhaft verfügbare Energiequelle einen entscheidenden Vorteil bietet.

Warum habt ihr euch für die Teilnahme an Die Höhle der Löwen entschieden und welche Aspekte standen dabei im Vordergrund?

Deep Tech hat ein grundsätzliches Kommunikationsproblem: Eine komplexe Technologie lässt sich nicht so einfach erklären wie ein Produkt, das man aus dem Supermarktregal kennt.

Genau deshalb fanden wir Die Höhle der Löwen spannend. Wir wollten zeigen, dass aus wissenschaftlicher Forschung eine Technologie entstehen kann, die für sehr viele Unternehmen und Anwendungen relevant werden könnte.

Für uns standen deshalb neben dem Thema Finanzierung vor allem Sichtbarkeit, Bekanntheit und die Herausforderung im Vordergrund, HEIONTEC und unsere Vision einem Millionenpublikum verständlich zu präsentieren.

Wer war von Anfang an euer absoluter Wunschlöwe bei Die Höhle der Löwen und warum passt dieser Investor perfekt zu eurer Vision?

Bei einer Deep-Tech-Technologie wie HEIONTEC war für uns weniger ein einzelner Name entscheidend als die Frage, wer unsere langfristige Vision versteht und bereit ist, gemeinsam mit uns den Weg von einer technologischen Innovation in industrielle Anwendungen zu gehen.

Wir haben deshalb sehr genau darauf geschaut, welcher Löwe neben unternehmerischer Erfahrung auch Netzwerk, strategisches Verständnis und Begeisterung für eine außergewöhnliche Technologie mitbringt.

Welche Form der Unterstützung durch die Investoren bei Die Höhle der Löwen erhofft ihr euch neben dem Kapital am meisten?

Für uns sind industrielle Kontakte und strategische Partnerschaften besonders wertvoll. HEIONTEC ist kein klassisches Konsumprodukt, das möglichst schnell in ein Handelsregal gebracht werden muss. Unsere Technologie muss in Anwendungen und Produkte anderer Unternehmen integriert werden.

Deshalb sind Kontakte zu Industrieunternehmen, Technologiepartnern und potenziellen Kunden für uns mindestens ebenso interessant wie Kapital. Hinzu kommt die enorme kommunikative Reichweite der Löwen.

Welche nächsten Schritte sind für HEIONTEC nach eurem Auftritt bei Die Höhle der Löwen geplant und gibt es konkrete Pläne für Wachstum, Skalierung oder neue Entwicklungen?

Wir stehen vor dem wichtigen Schritt von der Technologieentwicklung in Richtung Industrialisierung und Markteinführung. In den vergangenen Jahren wurden bereits mehrere Millionen Euro in die Entwicklung von HEIONTEC investiert. Inzwischen haben wir eine weitere Kapitalrunde abgeschlossen, unser Team gezielt um wissenschaftliche und unternehmerische Kompetenz erweitert und mit der Gründung unserer US-Tochter den Grundstein für unsere internationale Expansion gelegt.

Parallel treiben wir die wissenschaftliche Einordnung und Validierung unserer Technologie weiter voran. An der Hochschule Düsseldorf hat Prof. Dr.-Ing. Jens Bockstette ein umfangreiches wissenschaftlich-technisches Skript zu thermo-elektrochemischen Generatorzellen erstellt, in dem die HEIONTEC-Zelle als konkretes Fallbeispiel behandelt wird. Das Skript wird inzwischen auch in der Lehre eingesetzt. Das Dokument behandelt unter anderem Aufbau, Zyklus, Energiebilanzen und Messmethoden der Technologie. TECG_Skript-Deutsch

Auch international präsentieren wir unsere Technologie im wissenschaftlich-technischen Umfeld. Beim PSMA International Workshop EnerHarv 2026 in Madrid wird HEIONTEC mit einem eigenen technischen Beitrag zur thermo-elektro-chemischen Energiegewinnung vertreten. 20260430-poster-draft-V07

Gleichzeitig arbeiten wir daran, unsere Technologie weiter zu skalieren, Produktionsprozesse zu automatisieren und gemeinsam mit Industriepartnern konkrete Anwendungen auf dem Weg zur Serienreife zu entwickeln.

Auch die öffentliche Wahrnehmung von HEIONTEC nimmt deutlich zu. Nach einem Fernsehbeitrag des WDR wurde HEIONTEC 2026 Sieger des Überflieger-Wettbewerbs Schleswig-Holstein und ist für den Existenzgründerpreis der Lübecker Wirtschaft nominiert, in dessen Rahmen HEIONTEC auch von den Lübecker Nachrichten vorgestellt wird.

Im Frühjahr geht es für uns als Gewinner des Überflieger-Wettbewerbs ins Silicon Valley. Dort wollen wir die mit unserer US-Tochter bereits begonnene Expansion weiter vorantreiben, Kontakte zu Technologieunternehmen, Investoren und potenziellen Industriepartnern aufbauen und den nächsten Schritt unserer internationalen Entwicklung gehen.

Welche Erfahrungen und Erkenntnisse haben sich auf eurem bisherigen Gründerweg als besonders wertvoll erwiesen?

Deep Tech braucht Ausdauer. Zwischen einer guten Idee, einem funktionierenden Prototyp und einer industriell skalierbaren Technologie liegen viele Entwicklungsschritte.

Eine unserer wichtigsten Erfahrungen ist deshalb, wissenschaftliche Neugier mit unternehmerischer Konsequenz zu verbinden. Man muss bereit sein, Ergebnisse immer wieder kritisch zu hinterfragen, Tests zu wiederholen und auch Rückschläge als Teil der Entwicklung zu akzeptieren.

Gleichzeitig haben wir gelernt, wie wichtig ein starkes Team ist. Eine Technologie wie HEIONTEC kann nicht von einer einzelnen Person entwickelt werden. Dafür braucht es unterschiedliche Kompetenzen aus Wissenschaft, Technik, Produktion und Unternehmertum.

Welche Ratschläge lassen sich aus diesen Erfahrungen leiten, die für andere Gründerinnen und Gründer hilfreich sein könnten?

Nicht zu früh aufgeben und gleichzeitig nie aufhören, die eigene Idee kritisch zu hinterfragen.

Gerade bei technologischen Innovationen hört man sehr oft, warum etwas angeblich nicht funktionieren kann. Das darf einen nicht davon abhalten, neue Wege auszuprobieren. Gleichzeitig muss man bereit sein, sich den schwierigsten Fragen zu stellen und die eigene Technologie immer wieder durch Daten, Messungen und unabhängige Untersuchungen zu überprüfen.

Und vielleicht am wichtigsten: Menschen suchen, die Fähigkeiten besitzen, die man selbst nicht hat. Gute Unternehmen entstehen selten durch Einzelkämpfer.

Welches spezifische Problem löst eure Technologie für Firmenkunden und wie messbar ist dieser Vorteil?

Für unsere Firmenkunden geht es vor allem darum, Sensoren und andere elektronische Kleinstverbraucher möglichst lange, wartungsarm und unabhängig mit Energie zu versorgen.

Wenn beispielsweise ein Sensor über Jahre an einer schwer zugänglichen Stelle betrieben wird, können Batteriewechsel einen erheblichen Teil der Gesamtkosten verursachen. Kabel wiederum schränken die Einsatzmöglichkeiten ein.

HEIONTEC soll vorhandene Wärme beziehungsweise Temperaturunterschiede direkt vor Ort nutzbar machen. Der Vorteil lässt sich daher sehr konkret messen: weniger Batteriewechsel, geringerer Wartungsaufwand, längere Einsatzdauer und neue Möglichkeiten für Sensorik an Orten, an denen eine klassische Stromversorgung schwierig oder unwirtschaftlich ist.

Genau dieses Einsatzgebiet wird auch in unserem technischen Beitrag für EnerHarv beschrieben: als mögliche Anwendungen werden unter anderem batterielose, durch Umgebungswärme versorgte IoT-/IIoT-Systeme und Smart-Building-Infrastruktur genannt. 20260430-poster-draft-V07

Wie sieht eure Strategie aus, um B2B-Kunden zu gewinnen, und welche Rolle spielt der Auftritt bei Die Höhle der Löwen für eure B2B-Markenbekanntheit?

Unsere Strategie basiert stark auf Kooperationen mit Industrieunternehmen. Wir sprechen gezielt mit Unternehmen aus den Bereichen Sensorik, Gebäudeautomation, IoT und weiteren Branchen, in denen kleine elektrische Verbraucher möglichst autark betrieben werden sollen.

Dabei wollen wir nicht einfach eine Technologie verkaufen, sondern gemeinsam mit Partnern konkrete Anwendungen entwickeln und zeigen, welchen wirtschaftlichen Nutzen HEIONTEC dort erzeugen kann.

Unsere internationale Vernetzung bauen wir ebenfalls gezielt aus. Dazu gehören unsere Aktivitäten innerhalb der Power Sources Manufacturers Association (PSMA), die Teilnahme an internationalen Fachveranstaltungen wie EnerHarv und der Aufbau unserer US-Aktivitäten.

Die Höhle der Löwen bietet uns zusätzlich etwas, das für ein junges Deep-Tech-Unternehmen nur schwer zu kaufen ist: enorme Bekanntheit in sehr kurzer Zeit. Auch Entscheider in Unternehmen sind Fernsehzuschauer. Wenn durch die Sendung aus einem erklärungsbedürftigen Technologienamen eine bekannte Marke wird, kann uns das bei Gesprächen mit Kunden, Industriepartnern, Mitarbeitern und Investoren erheblich helfen.

Sehen Sie HEIONTEC am 05. Oktober 2026 in der Höhle der Löwen

Bild Dr. Frank Schneider, Anton Ledwon, Waldemar Lewtschenko und Andreas Heine (v.li.), Gründer von HEIONTEC Bildcredits RTL

Wir bedanken uns bei den Gründern für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Activating Styling Technology: Wie Don Quiff in Die Höhle der Löwen kommt

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Don Quiff: Marke in Die Höhle der Löwen. Robert Tarquini, Klaus Laimer und Max Kˆgl (v.li.),

Don Quiff entwickelt eine Marke für modernes Männer-Hairstyling und wird am 05. Oktober 2026 in der Höhle der Löwen pitchen.

Wie ist die Idee entstanden, wer steht hinter Don Quiff und welcher Moment hat euch zur Gründung inspiriert?

Hinter Don Quiff stehen drei Gründer mit sehr unterschiedlichen Kompetenzen: Max Kögl verantwortet als CEO Strategie, E-Commerce und Wachstum, Robert Tarquini ist Friseurmeister und Produktentwickler und Klaus Laimer verantwortet als Creative Director Marke und Design. Gestartet sind wir 2024 mit einem ziemlich simplen Anspruch: Wir wollten nicht irgendein Haarwachs machen, sondern das beste der Welt. Robert hat die Rezepturen direkt im eigenen Salon an echten Kunden getestet und immer weiter optimiert. Aus einem Produkt wurde Schritt für Schritt eine Marke – und schließlich entstand die Idee, Styling und funktionale Inhaltsstoffe miteinander zu verbinden.

In welcher Branche seid ihr tätig und was zeichnet das Geschäftsmodell eures Startups aus?

Don Quiff ist eine Premium-Hairstyling-Marke für Männer. Unser Ansatz heißt Activating Styling Technology: Unsere Produkte sollen nicht nur stylen, sondern während des Tragens gleichzeitig etwas für Haar und Kopfhaut tun. Wir entwickeln die Produkte gemeinsam mit unserem Friseurmeister Robert, testen sie im eigenen Salon und vertreiben sie vor allem digital über unseren Onlineshop, Amazon und den TikTok Shop sowie über ausgewählte Friseursalons.

Welches konkrete Problem löst Don Quiff und welche Marktlücke habt ihr damit geschlossen?

Männer stylen ihre Haare jeden Tag, gleichzeitig beschäftigen sich viele spätestens bei dünner werdendem Haar intensiver mit Haar und Kopfhaut. Wir haben uns gefragt: Warum werden Styling und Pflege eigentlich getrennt gedacht? Ein Shampoo bleibt vielleicht zwei Minuten im Haar, ein Styling-Wax den ganzen Tag. Genau diese Zeit wollen wir nutzen. Unser Energy Wax verbindet deshalb Styling mit Inhaltsstoffen wie Koffein und Biotin und aktiviert die Haarwurzeln, während es gleichzeitig für starken, matten Halt sorgt.

Warum habt ihr euch für die Teilnahme an Die Höhle der Löwen entschieden und welche Aspekte standen dabei im Vordergrund?

Uns ging es nicht primär ums Geld. Wir wissen, wie man Produkte entwickelt und eine Marke aufbaut. Für den nächsten Schritt wollten wir Menschen an unserer Seite, die bereits gezeigt haben, wie man eine Consumer Brand über E-Commerce, Social Commerce und Handel groß skaliert. Gleichzeitig ist die Reichweite von „Die Höhle der Löwen“ natürlich eine enorme Chance, Don Quiff und unsere Idee der Activating Styling Technology einem Millionenpublikum vorzustellen.

Wer war von Anfang an euer absoluter Wunschlöwe bei Die Höhle der Löwen und warum passt dieser Investor perfekt zu eurer Vision?

Wir sind bewusst nicht mit nur einem Wunschlöwen in die Höhle gegangen. Don Quiff verbindet mehrere Welten: Beauty und Pflege, E-Commerce, Marke, Handel und Skalierung. Deshalb waren für uns unterschiedliche Löwen aus unterschiedlichen Gründen spannend. Entscheidend war für uns weniger der Name als die Frage: Wer versteht unsere Vision und kann uns dabei helfen, aus Don Quiff eine große Marke zu machen?

Welche Form der Unterstützung durch die Investoren bei Die Höhle der Löwen erhofft ihr euch neben dem Kapital am meisten?

Ganz klar: Erfahrung, Netzwerk und Geschwindigkeit. Kapital kann man auf unterschiedlichen Wegen beschaffen. Viel schwieriger ist es, die richtigen Entscheidungen beim Skalieren einer Marke zu treffen. Welche Kanäle baut man wann aus? Wie skaliert man E-Commerce profitabel? Wann ist der richtige Zeitpunkt für Retail? Genau bei diesen Fragen wollten wir von Menschen lernen, die diesen Weg bereits gegangen sind.

Welche nächsten Schritte sind für Don Quiff nach eurem Auftritt bei Die Höhle der Löwen geplant und gibt es konkrete Pläne für Wachstum, Skalierung oder neue Entwicklungen?

Wir wollen Don Quiff konsequent als Marke für Activating Styling Technology etablieren und unser Sortiment rund um diesen Gedanken weiterentwickeln. Nach Energy Wax und Energy Oil kommt mit dem Energy Powder bereits das nächste Produkt. Gleichzeitig wollen wir unsere bestehenden Vertriebskanäle in Deutschland, Österreich und der Schweiz weiter skalieren und insbesondere E-Commerce und Social Commerce ausbauen.

Welche Erfahrungen und Erkenntnisse haben sich auf eurem bisherigen Gründerweg als besonders wertvoll erwiesen?

Dass unterschiedliche Kompetenzen im Gründerteam ein riesiger Vorteil sein können. Bei uns kommen Produkt- und Friseurkompetenz, E-Commerce und Markenaufbau zusammen. Gleichzeitig haben wir gelernt, Produkte nicht am Schreibtisch zu entwickeln. Robert steht jeden Tag im Salon und bekommt unmittelbares Feedback von echten Kunden. Diese Nähe zum Kunden ist für uns wahrscheinlich wertvoller als jede theoretische Marktanalyse.

Welche Ratschläge lassen sich aus diesen Erfahrungen leiten, die für andere Gründerinnen und Gründer hilfreich sein könnten?

Nicht zu früh versuchen, alles gleichzeitig zu machen. Wir sind mit einem einzigen Produkt gestartet und hatten einen klaren Anspruch daran. Erst als dieses Produkt funktioniert hat, haben wir daraus Schritt für Schritt eine Marke und ein Sortiment entwickelt. Und: möglichst früh echten Kundenkontakt suchen. Man kann monatelang über ein Produkt diskutieren – oder es Menschen geben, die dafür tatsächlich Geld bezahlen sollen.

Was unterscheidet die Produkte von Don Quiff im Supermarktregal oder im Online-Shop optisch und inhaltlich von der Konkurrenz?

Inhaltlich ist es unser Ansatz der Activating Styling Technology. Wir verbinden Performance beim Styling mit funktionalen Inhaltsstoffen für Haar und Kopfhaut. Optisch wollten wir bewusst weg von klassischen Männerpflege-Klischees. Don Quiff soll hochwertig, reduziert und selbstbewusst wirken. Unser augenzwinkernder Anspruch „Der Retter der Männlichkeit“ bringt diese Haltung auf den Punkt: Männer dürfen auf sich schauen und sich pflegen, ohne daraus eine Wissenschaft machen zu müssen.

Wie bereitet ihr eure Lieferkette und euren Online-Shop auf den enormen Nachfrage-Ansturm am Abend der Ausstrahlung von Die Höhle der Löwen vor?

Wir bereiten uns seit Monaten auf den Ausstrahlungstermin vor. Dazu gehören entsprechend aufgebaute Warenbestände, abgestimmte Produktions- und Logistikprozesse und natürlich die technische Vorbereitung unseres Onlineshops. Gleichzeitig wissen wir, dass eine TV-Ausstrahlung schwer exakt planbar ist. Unser Ziel ist deshalb, auf unterschiedliche Szenarien vorbereitet zu sein und vom ersten Besucher bis zur Auslieferung möglichst reibungslos skalieren zu können.

Sehen Sie Don Quiff am 05. Oktober 2026 in der Höhle der Löwen

Bildcredits RTL

Wir bedanken uns bei Max Kögl, Robert Tarquini und Klaus Laimer für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Aus der Praxis in Die Höhle der Löwen: Wie das Startup Peanut Babys in Seitenlage beruhigt

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PEANUT by Levantto : Babys in Die Höhle der Löwen. Katharina Schroth und Caspar Schroth, Gr¸nder von Peanut Baby Tragetasche

Peanut wurde für Babys entwickelt und wird am 05. Oktober 2026 in der Höhle der Löwen pitchen, wo das Gründerteam Unterstützung für den Markteintritt sucht.

Wie ist die Idee zu PEANUT by Levantto entstanden, wer steht hinter dem Unternehmen und welcher Moment hat euch zur Gründung inspiriert?

Ich bin Kinderärztin und Mutter von vier Kindern. Die Idee zu Peanut ist direkt aus meinem Praxisalltag entstanden: Für den Hüftultraschall bei Babys hatte ich mir schon vor vielen Jahren aus einer alten Matratze eine einfache Lagerungshilfe gebaut, in der die Babys stabil und geborgen seitlich gelagert werden konnten und oft sofort ruhig wurden. Immer wieder fragten Eltern, wo man so etwas kaufen könne.

Irgendwann haben mein Mann Caspar und ich beschlossen, daraus ein richtiges Produkt zu entwickeln: eine mobile leichte Baby-Tragetasche mit einer integrierbaren Seitlagerungsfunktion zur Beruhigung von Babys und einen entlasteten Hinterkopf!

Hinter PEANUT by Levantto stehen wir beide: ich mit der medizinischen und praktischen Perspektive, Caspar als Rechtsanwalt und Notar mit viel Erfahrung im Start-up-Umfeld. Er hat auch den entscheidenden Anstoß gegeben, aus der Idee tatsächlich ein Unternehmen zu machen.

In welcher Branche seid ihr tätig und was zeichnet das Geschäftsmodell eures Startups aus?

Wir sind im Bereich Baby- und Familienprodukte tätig. Peanut, unsere Babytragetasche, ist unser erstes Produkt, das wir direkt über unsere Website vertreiben. Langfristig sind weitere Produkte für Babys und Familien geplant.

Welches konkrete Problem löst PEANUT by Levantto und welche Marktlücke habt ihr damit geschlossen?

Viele Babys lassen sich in Rückenlage nur schwer ablegen und kommen in Seitenlage leichter zur Ruhe. Gleichzeitig kann die dauerhafte Rückenlage zu lagebedingten Abflachungen des Hinterkopfs beitragen. Mit Peanut wollten wir für genau diese beiden Probleme eine praktische Lösung schaffen: Unser mitwachsendes, individuell anpassbares Seitlagerungs-Tool entlastet den Hinterkopf und bietet gleichzeitig einen stabilen Vorrollschutz. Die Kombination aus Tragetasche und integrierter Seitlagerungsfunktion ist eine Neuentwicklung und zum Patent angemeldet.

Warum habt ihr euch für die Teilnahme an Die Höhle der Löwen entschieden und welche Aspekte standen dabei im Vordergrund?

Wir haben uns bei „Die Höhle der Löwen“ beworben, weil wir uns neben der medialen Aufmerksamkeit vor allem Unterstützung beim Markteintritt erhofft haben. Für uns war wichtig, mit Peanut schnell Sichtbarkeit aufzubauen und den Markteintritt zu beschleunigen, weil wir von dem großen Potenzial des Produkts überzeugt sind und möglichst viele Familien mit Neugeborenen erreichen möchten. Im Vordergrund standen für uns dabei vor allem Unterstützung in den Bereichen Marketing und Vertrieb, der Aufbau eines starken Netzwerks sowie Kontakte zu möglichen Handelspartnern.

Wer war von Anfang an euer absoluter Wunschlöwe bei Die Höhle der Löwen und warum passt dieser Investor perfekt zu eurer Vision?

Unsere Wunschpartnerin war Janna Ensthaler. Als Mutter von drei Kindern bringt sie selbst einen sehr persönlichen Bezug zu unserer Zielgruppe mit und hat gleichzeitig Erfahrung mit Start-ups aus dem Kinder- und Familienbereich. Diese Kombination aus unternehmerischer Erfahrung und Verständnis für Familien hat für uns besonders gut zu Peanut und unserer Vision gepasst.

Welche Form der Unterstützung durch die Investoren bei Die Höhle der Löwen erhofft ihr euch neben dem Kapital am meisten?

Neben dem Kapital erhoffen wir uns vor allem Unterstützung beim Markteintritt – insbesondere in den Bereichen Marketing und Vertrieb. Entscheidend sind für uns dabei die Erfahrung, das Netzwerk und die Kontakte eines Investors, um Peanut schnell sichtbar zu machen und nachhaltig im Markt zu etablieren.

Welche nächsten Schritte sind für PEANUT by Levantto nach eurem Auftritt bei Die Höhle der Löwen geplant und gibt es konkrete Pläne für Wachstum, Skalierung oder neue Entwicklungen?

Nach unserem Auftritt möchten wir Peanut zunächst erfolgreich im Markt etablieren und je nach Nachfrage Produktion und Vertrieb skalieren. Ein wichtiger Schwerpunkt liegt dabei auf Marketing und Social Media, über die wir unsere Zielgruppe direkt erreichen. Langfristig soll Peanut außerdem nicht unser einziges Produkt bleiben – weitere durchdachte Produkte für Babys und Familien sind bereits in Planung.

Welche Erfahrungen und Erkenntnisse haben sich auf eurem bisherigen Gründerweg als besonders wertvoll erwiesen?

Besonders wertvoll war für uns die Erfahrung, am Anfang möglichst viel selbst zu machen – von der Produktentwicklung über rechtliche Themen und Website bis hin zu Social Media, Vertrieb und Versand. So versteht man jeden Bereich wirklich von Grund auf, spart zunächst Ressourcen und kann später viel gezielter Aufgaben abgeben. Denn gerade am Anfang weiß man selbst am genauesten, wie das eigene Produkt und die Marke aussehen und funktionieren sollen. Expertenwissen kann dabei natürlich punktuell sehr hilfreich sein – aber wir würden nicht zu früh alles aus der Hand geben.

Welche Ratschläge lassen sich aus diesen Erfahrungen leiten, die für andere Gründerinnen und Gründer hilfreich sein könnten?

Wir stehen selbst noch ganz am Anfang, aber ein Rat wäre auf jeden Fall: sich mit seiner Idee rauszutrauen und sie mit anderen zu teilen. Nicht aus Angst vor Nachahmung alles für sich behalten, sondern Austausch suchen, brainstormen, sich inspirieren lassen und möglichst viele Kontakte knüpfen – auf Gründertreffen, mit anderen Unternehmern oder eben auch über Formate wie „Die Höhle der Löwen“. Natürlich kostet das Überwindung, und nicht alles funktioniert sofort. Aber gerade aus Rückschlägen, Unsicherheiten und auch mal unangenehmen Situationen lernt man enorm viel und entwickelt sich weiter.

Sehen Sie PEANUT by Levantto am 05. Oktober 2026 in der Höhle der Löwen

Bild die Gründer von PEANUT by Levantto Bildcredits RTL

Wir bedanken uns bei Katharina Schroth und Caspar Schroth für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

FamilyStories: Die Lebensgeschichten von Eltern und Großeltern festhalten

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FamilyStories: Erinnerungen und Familiengeschichte bewahren vedad taranin portrait schwarz weiss

FamilyStories ist eine App, mit der Familien die Lebensgeschichten ihrer Eltern und Großeltern festhalten: mit geführten Fragen, per Sprache oder Text, mit Fotos und auf Wunsch als gedrucktes Erinnerungsbuch. Die Inhalte sind Ende-zu-Ende-verschlüsselt, Sprachaufnahmen werden automatisch zu Text, und Eltern und Großeltern können in der App oder ohne Installation im Browser mitmachen. Lebensgeschichten sind dabei erst der Anfang: Schritt für Schritt wächst FamilyStories zu einem privaten Familienarchiv mit Familienspeicher, Alltagsmomenten, Familienkalender und Familienchat. Im Interview erzählt Gründer Vedad Taranin, wie seine eigene Familiengeschichte zur Gründung führte und was die App von Ausfüllbüchern wie „Oma, erzähl mal“ unterscheidet.

Können Sie FamilyStories kurz vorstellen und erzählen, wie die Idee zur Gründung des Unternehmens entstanden ist?

FamilyStories ist eine App aus Essen, mit der Familien die Lebensgeschichten ihrer Eltern, Großeltern und anderer Angehöriger festhalten und privat bewahren. Geführte Fragen helfen beim Erzählen, geantwortet wird per Sprachaufnahme oder Text, Fotos kommen dazu, und auf Wunsch entsteht daraus ein gedrucktes Buch. Die Idee entstand aus meiner eigenen Familiengeschichte. Ich wurde 1991 in Bosnien und Herzegowina geboren und kam als kleines Kind wegen des Krieges nach Deutschland. Später lebten meine Angehörigen über mehrere Länder und Kontinente verteilt. Nach dem Tod meiner Großeltern und als Alzheimer in unsere Familie kam, wurde mir bewusst, wie viele Fragen wir nie gestellt hatten. Aus dieser persönlichen Erfahrung entstand der Wunsch, anderen Familien einen einfachen und geschützten Ort für ihre Erinnerungen zu geben.

Wer steht hinter FamilyStories, und welche Erfahrungen haben die Entwicklung Ihrer Plattform geprägt?

Ich bin Vedad Taranin, Gründer und Geschäftsführer von FamilyStories. Ich führe das Unternehmen von Essen aus und bin zertifizierter Datenschutzbeauftragter. Entsprechend prägen sowohl meine persönliche Familiengeschichte als auch mein beruflicher Blick auf Datenschutz die Entwicklung. Bei FamilyStories geht es nicht nur darum, Erinnerungen digital zu speichern. Entscheidend ist, einen Raum zu schaffen, dem Familien auch sehr persönliche Geschichten anvertrauen können.

Welche Vision verfolgen Sie mit FamilyStories, und wie möchten Sie dazu beitragen, Familiengeschichten für kommende Generationen zu bewahren?

Familien sollten sich nicht zwischen dem Verlust ihrer Erinnerungen und deren Veröffentlichung auf einer öffentlichen Plattform entscheiden müssen. Unsere Vision ist ein privater, generationenübergreifender Ort für alles, was eine Familie ausmacht. Lebensgeschichten sind dabei unser Anfang: Heute ist FamilyStories ein digitales Erinnerungsbuch, an dem die ganze Familie mitschreibt, mit Stimmen, Erlebnissen, Entscheidungen und persönlichen Sichtweisen. Schritt für Schritt entwickeln wir daraus ein lebendiges Familienarchiv, in dem auch Dokumente, Alltagsmomente und der Austausch der Familie ihren Platz haben. Bei allem gilt ein Grundsatz: Was einer Familie gehört, soll auch bei der Familie bleiben.

An welche Zielgruppen richtet sich FamilyStories hauptsächlich, und welche Bedürfnisse möchten Sie mit Ihrer Lösung erfüllen?

Wer die Lebensgeschichte der eigenen Eltern oder Großeltern festhalten möchte, ist bei FamilyStories genau richtig. Und wer mehr möchte, findet hier bald auch einen Ort für Alltagsmomente, Dokumente und den Austausch der ganzen Familie. Die App richtet sich an erwachsene Kinder und Enkel und zugleich an die Familienmitglieder, die ihre Geschichten selbst erzählen. Ältere Menschen sind dabei keine passiven Zeitzeugen, sondern aktive Autoren ihrer Familiengeschichte. Große Schrift, klare Schritte, geführte Fragen und Spracheingabe erleichtern auch Menschen mit wenig digitaler Routine die Teilnahme. Wer möchte, erzählt auch die eigene Lebensgeschichte für Kinder und Enkel. Und weil viele Familien über mehrere Länder verteilt leben, gibt es die App in 20 Sprachen.

Viele wertvolle Erinnerungen gehen im Laufe der Zeit verloren. Wie unterstützt FamilyStories Familien dabei, ihre Geschichten rechtzeitig festzuhalten?

Die größte Hürde ist häufig nicht fehlendes Interesse, sondern die Frage, wo man überhaupt anfangen soll. FamilyStories ordnet Gespräche deshalb in Lebensbereiche, Kapitel und konkrete Leitfragen, von Kindheit und Schulzeit über Liebe, Beruf und Familie bis zu Familienrezepten oder einem Neuanfang in einem anderen Land. Die Fragen werden passend zur erzählenden Person, zur Beziehung und zur Lebensphase ausgewählt. Antworten können gesprochen oder geschrieben und durch Fotos ergänzt werden. So muss niemand sofort eine vollständige Lebensgeschichte schreiben, sondern kann Schritt für Schritt beginnen, zum Beispiel mit einer einzigen Frage beim Sonntagskaffee.

Was macht FamilyStories aus Ihrer Sicht besonders im Vergleich zu anderen Möglichkeiten, Erinnerungen festzuhalten, etwa Erinnerungsbüchern zum Ausfüllen wie „Oma, erzähl mal“ oder anderen Apps?

Es gibt viele gute Wege, Erinnerungen zu bewahren. Manche Familien lassen eine Biografie schreiben, andere verschenken Erinnerungsbücher zum Ausfüllen wie „Mama, erzähl mal“, „Papa, erzähl mal“ oder „Oma, erzähl mal“, und auch Anbieter wie Storyworth, Remento, Meminto oder Famories zeigen, wie groß der Wunsch ist, Lebensgeschichten festzuhalten. Die Idee dahinter mag ich sehr. Bei FamilyStories kommt in einer App zusammen, was Familien dafür brauchen.

Die Inhalte sind Ende-zu-Ende-verschlüsselt und nur für eingeladene Familienmitglieder zugänglich, ohne Werbung und ohne Datenverkauf. Wer erzählt, muss nicht tippen, denn Sprachaufnahmen werden automatisch in Text umgewandelt, direkt auf dem Gerät, und die Originalstimme bleibt auf Wunsch erhalten. Denkhilfen helfen beim Erzählen, und wer mag, lässt sich wöchentlich, alle zwei Wochen oder monatlich per Push-Mitteilung oder E-Mail an offene Fragen erinnern. Mit einem kostenpflichtigen Plan lässt sich die Geschichte als PDF oder Word-Datei exportieren, Fotos und Sprachaufnahmen lassen sich herunterladen, und auf Wunsch wird daraus ein gedrucktes Buch. Und besonders wichtig ist mir: Eltern und Großeltern können so mitmachen, wie es für sie passt, in der App oder über einen privaten Link im Browser, ohne etwas zu installieren und ohne Konto.

Ihre Plattform verbindet geführte Fragen, Sprachaufnahmen und einen digitalen Stammbaum. Welche Vorteile bietet dieser Ansatz für die Nutzer?

Die geführten Fragen geben Orientierung, ohne vorzuschreiben, wie eine Geschichte erzählt werden muss. Sprachaufnahmen ermöglichen einen natürlichen Zugang und bewahren auf Wunsch auch die Stimme eines Menschen, mit Lachen, Pausen und Dialekt. Die automatische Umwandlung in Text macht gesprochene Erinnerungen zusätzlich lesbar. Fotos geben den Erzählungen einen visuellen Zusammenhang, während der gemeinsame Familienstammbaum zeigt, wer mit wem verbunden ist. In einem Familienkreis können bis zu zehn Familienmitglieder gemeinsam mitwirken.

FamilyStories: Erinnerungen und Familiengeschichte bewahren

Aus den Antworten kann ein gedrucktes Buch werden. Ist FamilyStories damit auch ein persönliches Geschenk für Oma, Opa oder die Eltern?

Ja, denn man verschenkt damit kein Ding, sondern ein Gespräch. Man legt die Lebensgeschichte von Oma, Opa oder den Eltern an und lädt sie zum Erzählen ein. Aus Antworten, Sprachaufnahmen und Fotos wächst mit der Zeit ein Erinnerungsbuch über ein ganzes Leben, das die Familie als PDF herunterladen oder als gedrucktes Buch bestellen kann. Gedruckt wird nur, wenn die Familie es selbst bestellt. Gerade für Menschen, die eigentlich schon alles haben, ist das ein besonderes Weihnachtsgeschenk oder ein Geschenk zum 80. Geburtstag. Das Schönste daran: Das Buch steht nicht am Anfang, sondern am Ende vieler Gespräche.

Welche Herausforderungen begegnen Ihnen bei der Entwicklung einer Plattform, auf der persönliche Erinnerungen und Familiengeschichten dauerhaft bewahrt werden?

Bei sehr persönlichen Inhalten muss Vertrauen von Anfang an Teil des Produkts sein. Sicherheit und Datenschutz dürfen nicht erst nachträglich ergänzt werden. Gleichzeitig darf die technische Komplexität nicht auf die Familienmitglieder abgewälzt werden. Eine zentrale Herausforderung besteht deshalb darin, Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, verständliche Bedienung und eine langfristig tragfähige Struktur für unterschiedliche Arten von Erinnerungen miteinander zu verbinden. Dazu gehört für uns auch, dass die zentralen Daten in der EU liegen: Unsere Datenbank steht in Frankfurt.

Wie wichtig ist es für FamilyStories, die Nutzung möglichst einfach zu gestalten, damit Familienmitglieder verschiedener Generationen gemeinsam mitwirken können?

Einfachheit ist für FamilyStories ein wesentlicher Teil des Produktkonzepts. Eine Familiengeschichte entsteht nur gemeinsam, wenn auch Angehörige ohne technische Erfahrung mitmachen können. Deshalb arbeiten wir mit großen Schriften, klaren Schritten, verständlicher Sprache und geführten Fragen. Wer nicht lange tippen möchte, kann seine Antwort sprechen. Außerdem gibt es drei Wege mitzumachen: Man befragt Angehörige persönlich in der App, lädt sie über einen privaten Link ein, der im Browser ohne App, Konto oder Anmeldung funktioniert, oder gibt ihnen einen Einladungscode, mit dem sie selbst in der App antworten. Ziel ist nicht, ältere Menschen zu vereinfachen, sondern die Technik so zu gestalten, dass sie beim Erzählen möglichst wenig im Weg steht.

Welche neuen Funktionen oder Weiterentwicklungen stehen bei FamilyStories aktuell im Fokus?

FamilyStories ist für iPhone und iPad im App Store erhältlich, und als Android-Version verfügbar. Inhaltlich gehen wir den nächsten großen Schritt vom Festhalten der Lebensgeschichten hin zum privaten Familienarchiv. Geplant sind ein Familienspeicher für Fotos, Rezepte, Briefe und wichtige Dokumente, Alltagsmomente für kleine Erlebnisse und schöne gemeinsame Tage, ein Familienkalender für Treffen und besondere Anlässe und ein privater Familienchat für Nachrichten, Fotos und Sprachnachrichten. Auch dafür gilt: Privatsphäre und Ende-zu-Ende-Verschlüsselung stehen an erster Stelle.

Wo soll FamilyStories in den kommenden Jahren stehen, und welche Rolle möchten Sie bei der digitalen Bewahrung von Familiengeschichte einnehmen?

FamilyStories soll zu dem vertrauenswürdigen privaten Ort werden, an dem Familien ihre Geschichten, Erinnerungen und ihren gemeinsamen Alltag über Generationen hinweg sammeln und weitergeben. Wir möchten zeigen, dass digitale Bewahrung weder öffentlich noch kompliziert sein muss. Die Lebensgeschichte von Oma und Opa steht dann nicht allein, sondern ist Teil eines lebendigen Familienarchivs. Und schon heute wird aus ihr auf Wunsch ein Lebensbuch, das man auch in zwanzig Jahren noch gern aufschlägt.

Welche drei Ratschläge würden Sie anderen Gründerinnen und Gründern geben, die mit einer digitalen Lösung einen gesellschaftlichen Mehrwert schaffen möchten?

Erstens sollte man mit einem echten Problem beginnen, das man auch ohne Pitchdeck verständlich erklären kann. Zweitens sollte Vertrauen als Produkteigenschaft behandelt werden. Datenschutz und verantwortungsvolle Entscheidungen lassen sich später nur schwer glaubwürdig ergänzen. Drittens sollte man von Anfang an für die Menschen entwickeln, die das Produkt tatsächlich nutzen sollen. Wer eine Lösung für mehrere Generationen baut, darf sie nicht ausschließlich aus der Perspektive technikaffiner Menschen betrachten.

Bildrechte: FamilyStories

Wir bedanken uns bei Vedad Taranin für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.


Premium Start-up: FamilyStories

FamilyStories: Erinnerungen und Familiengeschichte bewahren logo farbe

Kontakt:

FamilyStories UG (haftungsbeschränkt)
Gewalterberg 1
45277 Essen
Deutschland

familystories.love
support@familystories.love

Ansprechpartner: Vedad Taranin

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7,7 Millionen Euro für Deepslate: Wie ein Berliner Startup die weltweit schnellste Sprach-KI baut

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Deepslate: Sprach-KI mit Speech-to-Speech-Modell Deepslate Gründer Paskal Paesler und Jan Brachthäuser Bildcredits: Deepslate AI generated

Deepslate sichert sich 7,7 Millionen Euro für europäische Sprach-KI

Das Berliner Model Lab trainiert eigene Speech-to-Speech-Modelle und hostet in Deutschland. Laut Artificial Analysis ist es das weltweit schnellste Modell seiner Art.

Berlin, 01.10.26 – Deepslate, ein Berliner AI Model Lab für Sprach-KI, hat eine Seed-Finanzierungsrunde über 7,7 Millionen Euro abgeschlossen. Angeführt wird die Runde vom Münchener Technologie-Investor 42CAP. Weitere Investoren sind Alstin Capital, Bestandsinvestor SIVentures sowie mehrere Business Angels. Deepslate trainiert eigene Speech-to-Speech-Modelle. Sie verarbeiten gesprochene Sprache direkt, ohne Umweg über Text. In der unabhängigen Vergleichsmessung von Artificial Analysis ist Deepslate das weltweit schnellste Speech-to-Speech-Modell (Stand September 2026). Versicherer, Contact Center und Plattformen setzen die Technologie bereits produktiv ein. Mit dem Kapital baut das 15-köpfige Team Modelltraining, Vertrieb und die europäische Infrastruktur aus.

Ein Model Lab, kein Telefonie-Produkt

Der Markt für Sprach-KI besteht überwiegend aus Plattformen und Integratoren, die fremde Modelle über eine API verpacken. Deepslate trainiert eigene Modelle. In Europa gibt es nur eine Handvoll Unternehmen, die das tun. KI-Technologie beziehen europäische Unternehmen bisher meist aus den USA. Latenz, Verständnis für europäische Sprachen und Datensicherheit sind dabei nicht verhandelbar. Deepslate hat ein Voice-AI-Modell mit Schwerpunkt auf europäischen Sprachen entwickelt, das vollständig in der EU gehostet wird.

Wie Deepslate entstand: drei Sekunden waren zu lang

2023 gründeten Paskal Paesler und Jan Brachthäuser in Berlin ihr erstes gemeinsames Unternehmen: Unter Anderem in dem Produkt war ein KI-Assistent, der in Meetings mithört und Fragen mit Unternehmenswissen beantwortet. Der Assistent scheiterte an der Sprach-KI seiner Zeit. Bis ein Sprachagent antwortete, vergingen rund drei Sekunden. Ein natürliches Gespräch war damit unmöglich. Der Grund lag in der Architektur. Herkömmliche Sprach-KI arbeitet in drei Stufen:

Gesprochenes wird in Text umgewandelt, von einem Sprachmodell verarbeitet und wieder in Sprache übersetzt. Jede Konvertierung kostet Zeit. Tonfall, Betonung, Ironie und Dialekt gehen unterwegs verloren. Die Gründer lasen monatelang Forschungsarbeiten und Open-Source-Projekte zu einem damals kaum beachteten Ansatz und beschlossen, das Modell selbst zu bauen. Aus den Recherchen wurde Deepslate.

Für europäische Unternehmen kommt ein zweites Problem hinzu. Modelle, die überwiegend auf US-Englisch trainiert wurden, scheitern regelmäßig an deutschen Namen, Straßenadressen und Dialekten. In regulierten Branchen wie Versicherung oder Banking hat ein falsch verstandener Name oder eine vertauschte Hausnummer teure Folgen.

Audio rein, Audio raus

Deepslate ersetzt die dreistufige Kette durch ein einziges durchgehendes Modell. Audio geht hinein, Audio kommt heraus. Semantik und Prosodie liest das Modell direkt aus dem Klang, ohne verlustbehaftete Textzwischenstufe. Technisch besteht das System aus drei selbst trainierten Komponenten: einem Speech Encoder, der die Audio-Wellenform in einen semantisch-prosodischen Vektorraum abbildet, einem Reasoning Core auf Basis eines Open-Weights-Frontier-Sprachmodells, das Deepslate sprachspezifisch nachtrainiert, und einem Speech Decoder, der Audio mit kontrollierter Prosodie und natürlichem Turn-Taking direkt aus den Reasoning-Embeddings erzeugt.

Der Kern der Architektur ist die Entkopplung. Encoder und Decoder hängen über trainierbare Projektoren an einem austauschbaren Sprachmodell. Kommt eine neue Sprachmodell-Generation, trainiert Deepslate nur die Projektoren neu. Ein Trainingslauf kostet dann Tage statt Monate und einen Bruchteil der Rechenzeit, die das gemeinsame Vortraining eines Omni-Modells verlangt.

Messwerte: Tempo ohne Verlust an Denkleistung

Sprach-KI steht vor einem Zielkonflikt. Modelle, die im Gespräch komplex schlussfolgern, werden langsam. Modelle, die schnell antworten, bleiben oberflächlich. Deepslate löst diesen Konflikt anders als die großen US-Anbieter.

  • Geschwindigkeit: 440 Millisekunden in der unabhängigen Messung von Artificial Analysis, der schnellste Wert im Feld (Stand September 2026). In der eigenen Messung, vom Ende der Nutzeräußerung bis zur ersten Silbe der Antwort und ohne Netzlaufzeit über weite Strecken, liegt der Wert bei 250 Millisekunden.
  • Sprachverständnis (BIG-Bench Audio): rund 85 Prozent Genauigkeit bei dieser Antwortzeit. Wettbewerbsmodelle kommen höher, aber nur in Betriebsmodi, deren Antwortzeit für ein natürliches Telefongespräch nicht mehr taugt.
  • Europäische Sprachen (CoVoST2): beste Fehlerrate im Vergleichsfeld.

Die Messmethodik ist öffentlich dokumentiert: github.com/deepslate-labs/deepslate-benchmarks

Zwei Cent pro Minute

Die effiziente Architektur schlägt sich im Preis nieder. Deepslate bietet sein Modell über eine Self-Service-Plattform mit API für bis zu 2 Cent pro Gesprächsminute an. Vergleichbare Echtzeitmodelle aus den USA kosten je nach Nutzung zwischen 6 und 15 Cent pro Minute. Entwickler und Start-ups können das Modell damit ohne Vertragsgespräch einsetzen. Für Plattformanbieter und Enterprise-Kunden gibt es Volumen- und Self-Hosting-Modelle.

Souveränität, die geprüft werden kann

Versicherer, Banken, Kliniken und Behörden dürfen Kundendaten häufig nicht an US-Cloud-Anbieter übermitteln. Deepslate betreibt seine Modelle in der Telekom Cloud in Deutschland. Alternativ läuft das Modell vollständig in der Infrastruktur des Kunden, auf Wunsch ohne Verbindung nach außen. In dieser Variante hat auch Deepslate selbst keinen Zugriff auf die Daten. Das Unternehmen ist nach ISO 27001 zertifiziert. Auftragsverarbeitungsvertrag, Subprozessorenliste und Hosting-Region liegen offen zur Prüfung.

„Datensouveränität ist für unsere Kunden kein Nice-to-have, sondern Voraussetzung“, sagt Paesler. „Und sie ist prüfbar oder sie ist nichts. Deshalb legen wir offen, wo gerechnet wird, wer Subprozessor ist und was noch offen ist.“

Wohin die Finanzierung fließt

  • Modell und Trainingsdaten: Ausbau des europäischen Datenprogramms, besonders deutsche Straßen- und Personennamen sowie Dialekte. Dazu weniger Latenz und bessere Sprachqualität.
  • Team und Go-to-Market: Die Nachfrage übersteigt derzeit die Kapazität im Vertrieb; die Runde finanziert den Aufbau von Sales- und Marketing-Teams.
  • Infrastruktur: Ausbau der Produktionsumgebung für wachsende Anrufvolumina in europäischen Rechenzentren.

„Europa braucht eigene Sprachmodelle, und Deepslate ist eines der wenigen Teams hier, die ein eigenes Speech-to-Speech-Modell trainieren“, sagt Julian von Fischer, General Partner bei 42CAP. „Was uns an Paskal und Jan überzeugt hat, ist ihre technische Tiefe: Mit einem kleinen Team und einem Bruchteil der Rechenzeit großer Labore haben sie das schnellste Speech-to-Speech-Modell der Welt gebaut.“

„Paskal und Jan haben bereits vor Deepslate latenzkritische Systeme für Millionen Nutzer skaliert. Heute übertragen sie diese Erfahrung auf ein eigenes Speech-to-Speech-Modell, das natürliche Echtzeitgespräche datensicher und lokal auf der Infrastruktur des Kunden ermöglicht. Wir haben investiert, weil wir ein weltweit wettbewerbsfähiges Voice AI Model Lab sehen, das eine zentrale europäische Lösung für Voice AI aufbauen wird“, so Andreas Schenk, Partner bei Alstin Capital.

Ausblick: Sprache als Schnittstelle zur Maschine

Bei Bildern und Videos ist KI-generierter Inhalt inzwischen kaum noch von echten zu unterscheiden. Bei Sprache in Echtzeit ist das noch nicht der Fall. Genau diese Lücke schließt Deepslate. Der Kundenservice ist dabei nur der erste Markt. Langfristig sieht das Unternehmen Sprache als natürliche Schnittstelle zwischen Mensch und Maschine: in Fahrzeugen, in Geräten und in Robotern. Erste Kunden nutzen das Modell bereits als Sprachschnittstelle für ihre eigenen KI-Systeme.

Was macht Deepslate?

Deepslate ist ein Berliner AI Model Lab, das eigene Sprach-KI entwickelt. Das Unternehmen trainiert ein Speech-to-Speech-Modell, das gesprochene Sprache direkt verarbeitet, ohne sie zunächst in Text umzuwandeln.

Wie hoch ist die Finanzierung von Deepslate?

Deepslate hat eine Seed-Finanzierungsrunde über 7,7 Millionen Euro abgeschlossen. Angeführt wird die Runde von 42CAP, weitere Investoren sind Alstin Capital, SIVentures sowie mehrere Business Angels.

Was unterscheidet das Speech-to-Speech-Modell von Deepslate?

Das Speech-to-Speech-Modell verarbeitet Audio direkt und soll dadurch besonders schnelle und natürliche Gespräche ermöglichen. Zudem liegt der Schwerpunkt auf europäischen Sprachen und einer europäischen Infrastruktur mit Hosting in Deutschland.

Deepslate Gründer Paskal Paesler und Jan Brachthäuser Bildcredits: Deepslate AI generated

Quelle Maschmeyer Group MM Support GmbH

Mehr als nur Erwähnungen: Wie MentionX die Sichtbarkeit von Marken in KI-Systemen misst

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MentionX: Marke und Unternehmen im KI-Zeitalter. Bildrechte: privat / Dipuck Jones.

MentionX zeigt Unternehmen, wie ihre Marke in KI-Systemen wahrgenommen, gegenüber Wettbewerbern positioniert und tatsächlich empfohlen wird

Können Sie sich und MentionX kurz vorstellen und erzählen, wie die Idee für die Plattform entstanden ist?

Ich bin Dipuck Jones, Gründer von MentionX und seit mehr als einem Jahrzehnt im Bereich Growth und Performance Marketing tätig, mit einem starken Fokus auf SaaS, Paid Media, SEO, Analytics und Marketing Automation.

Die Idee für MentionX entstand aus einer Veränderung, die ich im Marketing immer stärker beobachtet habe. Menschen suchen nicht mehr ausschließlich über Google nach Produkten und Unternehmen. Sie fragen ChatGPT, Gemini, Claude, Perplexity oder andere KI-Systeme direkt nach Empfehlungen.

Dabei fiel mir eine entscheidende Lücke auf: Es reicht nicht zu wissen, ob eine KI eine Marke kennt oder erwähnt. Für Unternehmen ist viel wichtiger zu verstehen, ob die KI diese Marke tatsächlich empfiehlt, wie sie sie gegenüber Wettbewerbern positioniert und welche Quellen diese Antworten beeinflussen.

Genau daraus entstand MentionX. Unser Ziel ist es, AI Visibility genauso messbar und verständlich zu machen, wie Marketingteams heute SEO, Paid Media oder Website-Performance messen.

Sie haben MentionX weitgehend eigenständig von Grund auf aufgebaut. Was hat Sie dazu bewegt, Produktentwicklung, UX, Website, Positionierung, Content und Go-to-Market zunächst selbst zu übernehmen?

Für mich war das vor allem eine Frage von Geschwindigkeit, Lernen und Fokus. In einer sehr frühen Phase wollte ich nicht mehrere Teams oder externe Dienstleister koordinieren, bevor überhaupt klar war, welche Teile des Produkts wirklich funktionieren und welche Probleme Nutzer tatsächlich lösen möchten.

Durch meinen Marketing-Hintergrund konnte ich Positionierung, Go-to-Market, Content und Customer Journey selbst abdecken. Gleichzeitig haben moderne AI-Tools die Grenzen zwischen einzelnen Disziplinen stark verändert. Heute kann ein Gründer wesentlich schneller prototypisieren, analysieren, gestalten und technische Ideen umsetzen als noch vor wenigen Jahren.

Der größte Vorteil war aber die Nähe zum Produkt. Wenn ich ein Problem sehe, kann ich unmittelbar überlegen, wie es im Produkt gelöst, auf der Website erklärt und später vermarktet werden sollte.

Langfristig braucht natürlich jedes wachsende Unternehmen spezialisierte Teams. Aber für die Phase von null auf eins war diese direkte Verbindung zwischen Problem, Produkt und Markt für mich extrem wertvoll.

MentionX beschäftigt sich mit der Sichtbarkeit von Marken in KI-Systemen wie ChatGPT, Gemini, Claude, Perplexity und Grok. Warum wird dieses Thema für Unternehmen gerade jetzt immer wichtiger?

Weil sich die Art verändert, wie Menschen Informationen finden und Entscheidungen treffen.

Früher bestand eine typische Customer Journey vielleicht aus einer Google-Suche, mehreren Websites und anschließend einem Produktvergleich. Heute kann ein Nutzer einfach fragen: „Welche drei CRM-Systeme eignen sich für ein mittelständisches SaaS-Unternehmen?“ und innerhalb weniger Sekunden eine konkrete Auswahl erhalten.

Damit entsteht neben der klassischen Suche ein neuer Discovery-Kanal.

Für Unternehmen bedeutet das: Eine gute Google-Position allein zeigt nicht mehr das vollständige Bild ihrer digitalen Sichtbarkeit. Sie müssen zusätzlich verstehen, ob AI-Systeme ihre Marke kennen, wie sie sie beschreiben, mit welchen Wettbewerbern sie verglichen werden und vor allem, ob sie tatsächlich empfohlen wird.

AI Visibility entwickelt sich deshalb aus meiner Sicht zunehmend von einem experimentellen Thema zu einer echten Marketing-Kennzahl.

Sie unterscheiden zwischen der bloßen Erwähnung einer Marke und einer tatsächlichen Empfehlung durch eine KI. Warum ist dieser Unterschied für Unternehmen so entscheidend?

Weil eine Erwähnung nicht automatisch bedeutet, dass eine Marke auch bevorzugt wird.

Eine KI kann eine Marke in einer langen Liste nennen oder sogar erklären, warum ein Wettbewerber besser geeignet ist. Technisch gesehen wurde die Marke erwähnt. Aus Marketing-Sicht hat sie die Entscheidung aber möglicherweise verloren.

Deshalb unterscheiden wir bei MentionX bewusst zwischen Mention Rate, Recommendation Rate und First-Choice-Rate.

Die entscheidende Frage lautet nicht nur: „Kennt die KI meine Marke?“

Sondern: „Wenn ein potenzieller Kunde nach einer Lösung fragt, empfiehlt die KI meine Marke und wenn ja, wie stark?“

Ich sehe Erwähnungen deshalb eher als Ausgangspunkt. Empfehlungen und Positionierung geben wesentlich mehr Kontext darüber, wie eine Marke innerhalb einer AI-gestützten Customer Journey tatsächlich wahrgenommen wird.

Wie misst MentionX, ob und in welchem Zusammenhang eine Marke von verschiedenen KI-Systemen genannt oder empfohlen wird?

MentionX arbeitet mit relevanten Buyer-Style-Prompts, die reale Fragen potenzieller Kunden abbilden. Diese Prompts werden über verschiedene AI-Systeme ausgewertet und anschließend strukturiert analysiert.

Wir betrachten unter anderem, ob eine Marke erscheint, an welcher Position sie erscheint, ob sie lediglich erwähnt oder ausdrücklich empfohlen wird, welche Wettbewerber ebenfalls vorkommen und welche Quellen in den Antworten eine Rolle spielen.

Wichtig ist uns dabei die Nachvollziehbarkeit. Deshalb speichern wir nicht nur aggregierte Kennzahlen, sondern auch die zugrunde liegenden Antworten als Evidenz. Ein Nutzer kann dadurch nachvollziehen, warum sich beispielsweise seine Recommendation Rate oder Position verändert hat.

AI-Antworten sind dynamisch. Wir versuchen deshalb nicht, eine einzelne Antwort als absolute Wahrheit darzustellen. Entscheidend sind wiederholbare Messungen, Muster und Entwicklungen über Zeit.

Neben der Sichtbarkeit analysiert MentionX unter anderem Share of Voice, First-Choice-Rate, Wettbewerber, Sentiment, Prompts und Quellen. Welche dieser Kennzahlen sind für Unternehmen besonders aussagekräftig?

Das hängt vom Ziel des Unternehmens ab, aber ich halte drei Bereiche für besonders wichtig.

Die Recommendation Rate zeigt, wie häufig eine Marke tatsächlich empfohlen wird. Die First-Choice-Rate geht noch einen Schritt weiter und zeigt, wie häufig sie als bevorzugte Option erscheint. Der Share of Voice hilft wiederum dabei, diese Sichtbarkeit im Verhältnis zum Wettbewerbsumfeld zu verstehen.

Sehr wertvoll ist außerdem der sogenannte Mention-to-Recommend-Gap. Eine Marke kann beispielsweise häufig erwähnt werden, aber deutlich seltener empfohlen werden. Genau dort entsteht eine interessante strategische Frage: Warum kennt die AI das Unternehmen, bevorzugt aber Wettbewerber?

Citation- und Source-Intelligence ergänzen das Bild, weil sie Hinweise darauf geben, welche externen Quellen im Zusammenhang mit diesen Antworten eine Rolle spielen.

Eine einzelne Kennzahl erzählt selten die ganze Geschichte. Interessant wird es, wenn man diese Signale miteinander verbindet.

Welche Rolle spielen die Quellen, auf die KI-Systeme zurückgreifen, und können Unternehmen gezielt beeinflussen, wie ihre Marke in generativen KI-Systemen wahrgenommen wird?

Quellen spielen eine sehr wichtige Rolle, aber Unternehmen können AI-Systeme nicht einfach wie eine Werbeplattform direkt steuern.

Was Unternehmen beeinflussen können, ist die Informationslandschaft rund um ihre Marke.

Dazu gehören die eigene Website, strukturierte Produktinformationen, relevante Inhalte, Vergleichsseiten, unabhängige Medien, Reviews, Branchenverzeichnisse, Community-Diskussionen und andere glaubwürdige Quellen.

Deshalb analysiert MentionX nicht nur, ob eine Marke erscheint, sondern auch, welche Quellen in den untersuchten Antworten vorkommen. Daraus können Unternehmen erkennen, wo Wettbewerber stärker vertreten sind oder welche Informationslücken bestehen.

GEO und AEO bedeuten für mich deshalb nicht, einen Algorithmus auszutricksen. Es geht darum, einer Marke eine möglichst klare, konsistente und glaubwürdige digitale Präsenz zu geben, die sowohl Menschen als auch Maschinen verstehen können.

Klassische Suchmaschinenoptimierung konzentriert sich stark auf Rankings bei Google. Wie verändert sich Marken- und Suchmaschinenoptimierung durch die zunehmende Nutzung generativer KI?

SEO verschwindet nicht. Es erweitert sich.

Bei klassischer SEO war eine zentrale Frage: „Auf welcher Position rankt meine Seite für dieses Keyword?“

Bei generativer Suche kommen neue Fragen hinzu: „Wird meine Marke überhaupt berücksichtigt? Wie beschreibt die AI sie? Wird sie empfohlen? Welche Wettbewerber werden bevorzugt? Und welche Quellen tauchen in den Antworten auf?“

Damit gewinnen GEO, Generative Engine Optimization, und AEO, Answer Engine Optimization, an Bedeutung.

Gleichzeitig verschwimmen die Grenzen zwischen SEO, Content, PR und Brand stärker. Eine AI kann Informationen aus unterschiedlichen Quellen zusammenführen. Deshalb kann die digitale Reputation einer Marke genauso relevant werden wie die technische Optimierung der eigenen Website.

Unternehmen sollten meiner Meinung nach nicht zwischen SEO und GEO wählen. Sie brauchen eine Strategie, die klassische Suche und AI Discovery gemeinsam betrachtet.

Für welche Unternehmen und Branchen ist MentionX besonders interessant und welchen konkreten Nutzen erhalten Kunden aus den gewonnenen Daten?

MentionX ist besonders relevant für Unternehmen, deren Kunden vor einer Entscheidung recherchieren und mehrere Anbieter miteinander vergleichen.

Dazu gehören beispielsweise SaaS-Unternehmen, Technologieanbieter, Agenturen, E-Commerce-Marken und andere Märkte mit einem klaren Wettbewerbsumfeld.

Ein Marketingteam kann mit MentionX beispielsweise erkennen, bei welchen Buyer-Prompts Wettbewerber häufiger empfohlen werden, auf welchen AI-Engines die eigene Marke besonders stark oder schwach ist, welche Themen Sichtbarkeit erzeugen und welche Quellen mit diesen Antworten verbunden sind.

Damit wird aus einer abstrakten Frage wie „Sind wir in ChatGPT sichtbar?“ eine Reihe konkreter Fragen, die Marketingteams analysieren und bearbeiten können.

Der Markt für AI Visibility und Generative Engine Optimization entwickelt sich derzeit schnell. Wodurch unterscheidet sich MentionX von anderen Lösungen in diesem Bereich?

Der Markt entwickelt sich extrem schnell und es gibt bereits gute Unternehmen, die unterschiedliche Teile von AI Visibility lösen. Unser Ziel ist deshalb nicht, einfach noch einen weiteren Visibility Score anzubieten.

Ein Schwerpunkt von MentionX ist die Unterscheidung zwischen Mention und Recommendation. Für uns ist entscheidend, ob eine Marke nur vorkommt oder tatsächlich als relevante Wahl positioniert wird.

Der zweite Schwerpunkt ist Nachvollziehbarkeit. Nutzer sollen von einer Kennzahl bis zur zugrunde liegenden AI-Antwort gehen können und verstehen, wodurch das Ergebnis entstanden ist.

Und der dritte Bereich ist die Verbindung zwischen Measurement und Action. MentionX soll nicht bei „Ihre Visibility beträgt X“ enden, sondern dabei helfen zu verstehen, welche Prompts, Themen, Wettbewerber, Quellen oder Website-Signale konkrete Chancen darstellen.

Langfristig wollen wir die Verbindung zwischen messen, verstehen und verbessern möglichst eng machen.

Was haben Sie beim Aufbau von MentionX bisher darüber gelernt, wie ChatGPT, Gemini, Claude, Perplexity oder Grok Marken auswählen und Empfehlungen formulieren?

Eine der wichtigsten Erkenntnisse ist, dass es nicht „die eine AI-Antwort“ gibt.

Unterschiedliche Modelle können auf dieselbe oder eine sehr ähnliche Frage unterschiedliche Marken nennen, unterschiedlich gewichten und unterschiedliche Quellen verwenden. Auch Antworten desselben Systems können sich über Zeit verändern.

Deshalb wäre es falsch zu behaupten, wir könnten den internen Algorithmus eines bestimmten Modells vollständig erklären. Diese Systeme sind komplex und teilweise Black Boxes.

Was wir aber messen können, sind wiederkehrende Muster.

Wir sehen beispielsweise, welche Marken über verschiedene Prompts und Engines hinweg regelmäßig auftauchen, welche häufiger empfohlen werden, welche Quellen wiederholt erscheinen und bei welchen Themen bestimmte Wettbewerber stärker positioniert sind.

Genau deshalb halte ich Trenddaten für wesentlich wertvoller als einen einzelnen Screenshot aus ChatGPT. Eine einzelne Antwort ist eine Momentaufnahme. Wiederholte Messungen können daraus ein Signal machen.

Welche Herausforderungen waren beim Aufbau von MentionX bislang am größten und was haben Sie daraus als Gründer gelernt?

Eine der größten Herausforderungen war, aus einem dynamischen System etwas Messbares zu machen.

AI-Antworten verändern sich. Gleichzeitig entstehen API-Kosten, große Datenmengen und viele unterschiedliche Signale. Man muss deshalb ständig zwischen technischer Genauigkeit, Nutzerfreundlichkeit und wirtschaftlicher Skalierbarkeit abwägen.

Parallel dazu habe ich MentionX in der Anfangsphase weitgehend selbst aufgebaut. Produkt, UX, Website, Positionierung, Content und Go-to-Market gleichzeitig zu verantworten bedeutet, sehr konsequent priorisieren zu müssen.

Und Unternehmensaufbau findet natürlich nicht isoliert vom Leben statt. Ich bin in dieser Phase auch zum ersten Mal Vater geworden. Dadurch habe ich noch einmal ganz anders gelernt, wie wertvoll Zeit, Fokus und klare Prioritäten sind.

Meine wichtigste Erkenntnis daraus: Ein Startup braucht am Anfang nicht möglichst viele Dinge. Es braucht möglichst wenige Dinge, die wirklich gut funktionieren.

Wie möchten Sie MentionX in den kommenden Jahren weiterentwickeln und welche Rolle soll die Plattform im Bereich AI Visibility langfristig einnehmen?

Langfristig soll MentionX nicht nur ein Monitoring-Tool sein, sondern eine Intelligence-Plattform für AI Discovery.

Wir wollen Unternehmen dabei helfen, den gesamten Weg von der Messung bis zur Verbesserung ihrer AI Visibility abzudecken: Welche Engines kennen mich? Wo werde ich empfohlen? Welche Wettbewerber gewinnen? Welche Prompts sind relevant? Oder welche Quellen beeinflussen diese Antworten? Und welche konkreten Maßnahmen können meine Position verbessern?

Dazu gehören unter anderem tiefere Source- und Citation-Intelligence, internationale und Multi-Country-Analysen, weitere AI-Engines, bessere Benchmarking-Möglichkeiten und zunehmend intelligentere Empfehlungen.

Meine langfristige Vision ist, dass Marketingteams AI Visibility irgendwann genauso selbstverständlich in ihren Dashboards betrachten wie Organic Traffic, Paid Performance oder Conversion Rate.

Wenn sich AI tatsächlich zu einem wichtigen Discovery- und Recommendation-Layer entwickelt, braucht dieser Kanal auch eine eigene Measurement-Infrastruktur. Genau dort möchte ich MentionX positionieren.

Welche drei Tipps würden Sie anderen Gründern mit auf den Weg geben?

Erstens: Validieren Sie das Problem, bevor Sie die Lösung skalieren. Ein technisch beeindruckendes Produkt löst nichts, wenn das zugrunde liegende Problem nicht wichtig genug ist.

Zweitens: Bauen Sie Distribution gleichzeitig mit dem Produkt. Viele Gründer entwickeln monatelang und denken erst nach dem Launch darüber nach, wie Menschen überhaupt von ihrem Produkt erfahren sollen. Website, Content, Founder Brand, Community, Partnerschaften und Kundenfeedback sollten viel früher beginnen.

Drittens: Nutzen Sie AI nicht nur als Schreibassistenten, sondern als Operating Layer. Research, Analyse, Prototyping, Development, Design, Content und interne Prozesse können heute wesentlich schneller umgesetzt werden. Der eigentliche Wettbewerbsvorteil entsteht aber nicht durch das Tool selbst, sondern dadurch, wie gut man es in seine Arbeitsweise integriert.

Und vielleicht noch ein Grundsatz, der für mich über allen drei Punkten steht: Man muss nicht auf perfekte Bedingungen warten. Starten, lernen, korrigieren und weiterbauen.

Bildrechte: privat / Dipuck Jones

Wir bedanken uns bei Dipuck Jones für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

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