Mittwoch, Oktober 14, 2026
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Kultur kann man nicht nicht gründen

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Kultur: Unternehmen mit dem Kulturradar weiterentwickeln Rainer Krumm axiocon

Warum Start-ups sich früher mit ihrer Unternehmenskultur beschäftigen sollten

Wenn Gründerinnen und Gründer über Wachstum sprechen, geht es meistens um Märkte, Finanzierung, Produkte, Technologie, Vertrieb oder die nächsten Mitarbeitenden. Eine Frage steht deutlich seltener auf der Agenda: Welche Kultur entsteht hier eigentlich gerade?

Dabei entsteht Unternehmenskultur vom ersten Tag an. Sie beginnt nicht mit dem ersten Leitbild-Workshop und auch nicht mit der Einstellung eines Head of People. Sie entsteht mit jeder Entscheidung, die ein Gründerteam trifft: Wer darf entscheiden? Wie gehen wir mit Fehlern um? Was passiert, wenn jemand widerspricht? Zählt Geschwindigkeit mehr als Gründlichkeit? Was wird belohnt? Was wird stillschweigend toleriert? Wie viel Freiheit geben wir und wie viel Kontrolle brauchen wir?

All das sind kulturelle Entscheidungen. Selbst dann, wenn sie nie als solche bezeichnet werden.

Und genau darin liegt eine der großen Herausforderungen wachsender Unternehmen: Was in der Gründungsphase intuitiv funktioniert, lässt sich nicht automatisch skalieren.

Aus fünf werden fünfzig

Stellen wir uns ein Start-up mit fünf Menschen vor. Die Gründer sitzen mit im Raum. Informationen verbreiten sich schnell. Entscheidungen können spontan getroffen werden. Wenn etwas schiefläuft, wird es direkt besprochen. Rollen sind vielleicht noch nicht eindeutig definiert – aber irgendwie funktioniert es.

Dann wächst das Unternehmen. Aus fünf werden 15, aus 15 werden 40 und irgendwann 100 Mitarbeitende. Die Gründer können nicht mehr überall dabei sein. Es entstehen Teams und Führungsebenen. Prozesse werden notwendig. Menschen kommen hinzu, die die gemeinsame Gründungsgeschichte nicht erlebt haben. Was früher über persönliche Beziehungen funktionierte, muss plötzlich über Strukturen funktionieren.

Und nun tauchen Fragen auf, die vorher kaum relevant waren: Wer entscheidet eigentlich was? Wie verbindlich sind Vereinbarungen? Wie viel Eigenverantwortung wollen wir wirklich? Welche Führung erwarten wir? Welche Regeln brauchen wir? Wie gehen wir mit Leistung, Konflikten oder Fehlern um?

Das Unternehmen hat sich verändert – aber häufig ist die Kultur nicht bewusst mitgewachsen.

Kultur ist mehr als das, was an der Wand steht

Unternehmenskultur wird gerne mit Werten gleichgesetzt. Dann stehen Begriffe wie „Innovation“, „Vertrauen“, „Mut“ oder „Teamwork“ auf der Website.

Das Problem: Ein formulierter Wert ist noch keine gelebte Kultur.

Der Organisationspsychologe Edgar Schein unterscheidet zwischen sichtbaren Artefakten, öffentlich vertretenen Werten und tieferliegenden grundlegenden Annahmen. Gerade diese Annahmen sind entscheidend: Was halten Menschen in dieser Organisation tatsächlich für richtig und wichtig? Danach richten sie ihr Verhalten aus – insbesondere dann, wenn es schwierig wird.

Ein Unternehmen kann beispielsweise „Eigenverantwortung“ propagieren. Wenn aber jede relevante Entscheidung vom Gründer freigegeben werden muss, lernen die Mitarbeitenden etwas anderes.

Es kann „Fehlerkultur“ auf der Website stehen. Wenn der erste größere Fehler jedoch dazu führt, dass nach einem Schuldigen gesucht wird, ist auch das eine kulturelle Botschaft. Kultur zeigt sich nicht darin, was eine Organisation über sich sagt. Kultur zeigt sich darin, was im Alltag tatsächlich passiert.

Das Unsichtbare besprechbar machen

Genau hier liegt eine Schwierigkeit: Kultur ist vorhanden, aber sie ist schwer zu greifen.

Sätze wie „Bei uns läuft das eben so“, „Das passt nicht zu uns“ oder „So ticken wir hier nicht“ beschreiben kulturelle Wahrnehmungen, bieten aber kaum eine Grundlage für eine systematische Diskussion.

Als Organisationsentwickler erlebe ich deshalb immer wieder: Bevor Unternehmen Kultur verändern können, brauchen sie zunächst eine Sprache, mit der sie über Kultur sprechen können.

Eine solche Sprache bietet das Modell der 9 Levels of Value Systems, das auf den Arbeiten des amerikanischen Psychologieprofessors Clare W. Graves aufbaut. Es betrachtet unterschiedliche Wertesysteme und die dahinterliegenden Vorstellungen davon, was Menschen beziehungsweise Organisationen für richtig und wichtig halten.

Dabei geht es ausdrücklich nicht darum, eine Kultur als „gut“ und eine andere als „schlecht“ zu klassifizieren. Entscheidend ist vielmehr die Passung zwischen Kultur und Herausforderung. Genau diesen Gedanken stellt auch der Kulturradar in den Mittelpunkt: Nicht ein bestimmtes Level ist grundsätzlich erstrebenswert, sondern die Frage, ob die aktuell gelebte Kultur zu den Zielen und Herausforderungen der Organisation passt.

Das ist gerade für Start-ups ein wichtiger Gedanke.

Denn ein Unternehmen benötigt in unterschiedlichen Entwicklungsphasen unterschiedliche Antworten.

Was gestern Stärke war, kann morgen zum Engpass werden

In der frühen Gründungsphase können beispielsweise hohe Geschwindigkeit, starke Gründerpersönlichkeiten, Pragmatismus und große individuelle Entscheidungsfreiheit enorme Vorteile sein.

Beim Wachstum können andere Anforderungen hinzukommen: Verlässlichkeit, klare Verantwortlichkeiten, reproduzierbare Prozesse, professionelle Führung oder eine gemeinsame Vorstellung davon, wie Entscheidungen getroffen werden.

Gleichzeitig darf ein Unternehmen nicht alles regeln und standardisieren. Sonst verliert es womöglich genau die Agilität, Eigenverantwortung und Innovationskraft, die es erfolgreich gemacht hat.

Kulturentwicklung bedeutet deshalb nicht, die vermeintlich „alte“ Kultur gegen eine „modernere“ auszutauschen.

Es geht um die Frage: Welche kulturellen Fähigkeiten brauchen wir für die nächste Entwicklungsphase unseres Unternehmens – und was von dem, was uns erfolgreich gemacht hat, wollen wir unbedingt erhalten?

Die 9 Levels betrachten Kulturen entsprechend nicht als einzelne Schubladen. Unterschiedliche Werteebenen wirken vielmehr gemeinsam. Tragfähige Gemeinschaft und individuelle Gestaltungskraft gehören beispielsweise beide zu einer reifen Organisationskultur. Und wenn sich die Rahmenbedingungen durch Wachstum, Krisen oder strategische Veränderungen verschieben, muss sich auch Kultur weiterentwickeln können.

Der Kulturradar: aus Bauchgefühl wird ein Gespräch

Hier setzt der 9 Levels Kulturradar an. Sein Nutzen besteht aus meiner Sicht nicht darin, einer Organisation ein buntes Etikett aufzukleben. Viel interessanter ist, dass er etwas schwer Greifbares strukturiert und damit sichtbar und besprechbar macht. Der Kulturradar betrachtet Kultur anhand konkreter organisationaler Gestaltungselemente: Führung, Mitarbeitende, kollektive Fähigkeiten, Prozesse, Struktur und Strategie.

Das ist gerade für Gründer spannend. Denn dadurch lautet die Diskussion plötzlich nicht mehr abstrakt: „Welche Kultur haben wir?“ Sondern beispielsweise: Wie führen wir tatsächlich? Wie treffen wir Entscheidungen? Wie viel Verantwortung übertragen wir? Welche Fähigkeiten fördern wir? Wie stark strukturieren wir Prozesse? Wie organisieren wir Zusammenarbeit? Und welche Werte spiegeln sich in unserer Strategie wider?

Der Kulturradar verbindet diese beobachtbaren Gestaltungselemente mit den Werteebenen nach Graves. Dadurch entsteht ein differenziertes Bild darüber, welche kulturellen Logiken in einer Organisation wirksam sind. Und dieses Bild ist zunächst genau das: eine Momentaufnahme und keine Bewertung.

Besonders spannend: IST gegen SOLL

Für wachsende Unternehmen wird die Analyse aus meiner Sicht dort besonders interessant, wo sie nicht beim IST stehen bleibt. Denn die entscheidende Frage lautet nicht nur: „Wie sind wir heute?“ Sondern: „Welche Kultur brauchen wir für das Unternehmen, das wir morgen sein wollen?“ Wenn ein Start-up beispielsweise von 20 auf 100 Mitarbeitende wachsen möchte, internationalisiert, eine zweite Führungsebene aufbaut oder Investoren an Bord holt, verändert sich nicht nur die Organisationsstruktur.

Es verändern sich die Anforderungen an Führung, Kommunikation, Verantwortung und Zusammenarbeit.

Der Kulturradar kann damit eine Brücke zwischen IST und SOLL schaffen. Genau diese Reflexion ist auch Bestandteil des Analyseansatzes: Wo erkennen wir unsere Organisation wieder? Was passt zu unseren heutigen Herausforderungen? Und wie könnte ein gewünschtes kulturelles SOLL-Bild aussehen?

Damit wird Kultur zu einem Thema strategischer Organisationsentwicklung.

Kultur ist kein HR-Projekt

Vielleicht ist das die wichtigste Botschaft an Gründerinnen und Gründer: Delegiert Kultur nicht zu früh an HR.

People & Culture kann später einen wichtigen Beitrag leisten. Aber die grundlegende Kultur eines Unternehmens entsteht wesentlich durch das Verhalten der Gründer und Führungskräfte.

Worauf richten sie Aufmerksamkeit? Was dulden sie? Was belohnen sie? Wie entscheiden sie unter Druck? Wie gehen sie selbst mit Fehlern um? Und wie reagieren sie auf Widerspruch?

Gerade in jungen Unternehmen beobachten Mitarbeitende sehr genau, welches Verhalten tatsächlich erfolgreich ist. Daraus entstehen mit der Zeit Regeln, die nirgendwo geschrieben stehen – aber oft stärker wirken als jedes Leitbild.

Die Kultur von morgen entsteht heute

Wer ein Unternehmen gründet, baut deshalb vom ersten Tag an zwei Dinge: ein Geschäftsmodell und eine Kultur. Das Geschäftsmodell wird analysiert, getestet, gemessen und weiterentwickelt. Bei der Kultur verlassen sich dagegen erstaunlich viele Unternehmen lange auf ihr Bauchgefühl. Das kann funktionieren. Es wird aber mit jedem Wachstumsschritt riskanter. Der Kulturradar kann dabei helfen, frühzeitig innezuhalten und gemeinsam hinzuschauen: Was prägt uns heute? Was davon macht uns erfolgreich? Wo entstehen erste Spannungen? Und welche Kultur brauchen wir für unsere nächste Entwicklungsphase?

Denn Kultur ist kein weiches Thema neben Strategie, Struktur und Wachstum.

Kultur entscheidet mit darüber, ob Strategie, Struktur und Wachstum überhaupt funktionieren.

Und vielleicht sollten Gründerinnen und Gründer deshalb nicht erst dann über ihre Kultur sprechen, wenn sie zum Problem geworden ist.

Sondern genau dann, wenn alles gerade richtig gut läuft.

Bildcredits axiocon

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Andreas W. Herb bei Die Höhle der Löwen: Wer ist der Unternehmer?

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Andreas W. Herb mit Frank Thelen, Judith Williams, Dagmar Wöhrl und Ralf Dümmel bei Die Höhle der Löwen (v.li.) Foto: RTL
Die Löwen Frank Thelen, Judith Williams, Andreas W. Herb, Dagmar Wöhrl und Ralf Dümmel (v. li.). Foto: RTL

Andreas W. Herb ist Gründer und CEO der MBG Group aus Paderborn, zu der Marken wie SALITOS, effect Energy, SCAVI & RAY und 9 MILE Vodka gehören. Andreas Herb Höhle der Löwen ist seit September 2026 als einer von zwei neuen Investoren in der 20. Staffel von „Die Höhle der Löwen“ bei VOX vertreten. Sein bislang größtes Investment in der Show: 500.000 Euro für das Startup Irisgo.

Aktualisiert am 26. September 2026

Wer ist Andreas W. Herb?

Andreas W. Herb stammt aus Paderborn und gilt als eine der bekanntesten Unternehmerpersönlichkeiten der deutschen Getränkebranche. Seit der Gründung seines ersten Unternehmens 1993 hat er eine international tätige Markengruppe aufgebaut, die Getränke- und Lifestyle-Marken entwickelt, vermarktet und vertreibt.

Neben seiner Rolle als CEO ist Herb in den sozialen Netzwerken aktiv. Dort teilt er Einblicke in Unternehmensführung, Markenaufbau und seinen Arbeitsalltag, weshalb er häufig als Corporate Influencer bezeichnet wird. Mit Herb Watches hat er sein Engagement zudem über Getränke hinaus auf weitere Lifestyle-Segmente ausgeweitet.

Welche Unternehmen gehören zur MBG Group?

Kern seines unternehmerischen Wirkens ist die MBG Group mit Sitz in Paderborn. Nach Unternehmensangaben erwirtschaftet die Gruppe über 240 Millionen Euro Umsatz, beschäftigt rund 250 Mitarbeitende und vertreibt ihre Produkte in mehr als 60 Ländern. Verkauft wird über den Lebensmitteleinzelhandel, Getränkehändler, Tankstellen und die Gastronomie.

Zu den bekanntesten Marken der MBG Group zählen:

  • SALITOS – Bier-Mixgetränke
  • effect Energy – Energydrinks
  • SCAVI & RAY – Prosecco und Schaumweine
  • 9 MILE Vodka – Spirituosen

Außerhalb der Getränkewelt steht Herb außerdem hinter der Uhrenmarke Herb Watches.

Wie wurde Andreas W. Herb Unternehmer?

Herbs Weg in die Selbstständigkeit verlief nicht klassisch. Nach einer Bankausbildung in Paderborn beteiligte er sich gemeinsam mit Partnern an der Diskothek „Die Fabrik“. Dort verantwortete er das Bar- und Getränkegeschäft und lernte früh Einkauf, Vermarktung und Vertrieb kennen.

1993 gründete er die P.O.S. Marketing + Vertrieb GmbH, aus der später die MBG Group hervorging. Den entscheidenden Impuls lieferte ein Urlaubsfund: Auf Mallorca entdeckte Herb das mexikanische Bier SOL und übernahm 1994 die Generalvertretung für Deutschland.

In den folgenden Jahren wandelte sich das Unternehmen vom reinen Vertriebspartner zum Entwickler eigener Marken. Ab 2000 baute MBG die Marke SALITOS auf, 2002 folgte effect. Nachdem sich die Warsteiner Brauerei 1998 zur Hälfte an der damaligen Miller Brands Germany beteiligt hatte, übernahmen Herb und sein Geschäftspartner Peter Jürgens diese Anteile im März 2003 wieder.

Andreas W. Herb bei Die Höhle der Löwen

Im Juni 2026 bestätigten RTL und VOX Andreas W. Herb als neuen Investor der Jubiläumsstaffel. Gemeinsam mit SNOCKS-Gründer Johannes Kliesch ist er einer von zwei Neuzugängen. Damit sitzen in der 20. Staffel acht Investoren im Löwenrudel: Ralf Dümmel, Judith Williams, Dagmar Wöhrl, Carsten Maschmeyer, Frank Thelen, Janna Ensthaler, Johannes Kliesch und Andreas W. Herb.

Die erste Folge lief am 7. September 2026 bei VOX. Herb lieferte sich direkt einen Bieterkampf mit Frank Thelen und Ralf Dümmel und schloss noch in derselben Sendung seinen ersten Deal ab. In der zweiten Folge folgte mit Irisgo sein bislang größtes Investment. Neu eingeführt wurde dabei ein Battle-Format, in dem zwei Gründerteams jeweils nur 90 Sekunden Zeit hatten, die Löwen zu überzeugen.

Aus seiner Erfahrung mit Krisen und Rückschlägen macht Herb in der Show keinen Hehl. Gründerinnen und Gründern will er vor allem als Sparringspartner beim Markenaufbau, im Handel und bei der Internationalisierung zur Seite stehen.

In welche Startups investiert Andreas W. Herb?

Übersicht aller Deals von Andreas W. Herb in Staffel 20 (wird nach jeder Folge aktualisiert):

FolgeStartupProduktDealStatus nach der Show
1 (7.9.2026)KORALLSHaaröl mit 17 Pflanzenölen150.000 € für 30 %, gemeinsam mit Judith WilliamsNicht zustande gekommen
2 (14.9.2026)IrisgoThermobecher mit patentiertem Irisverschluss500.000 €Bestätigt

KORALLS war Herbs erster Deal in der Show. Gründerin Kaschma Bakhtiar entschied sich für das gemeinsame Angebot von Herb und Judith Williams, die jeweils 15 Prozent verlangten. Herb schlug unter anderem eine gemeinsame Kampagne mit SCAVI & RAY vor. Nach der Aufzeichnung kam das Investment laut der Gründerin jedoch nicht zustande.

Irisgo ist Herbs bislang größtes Investment. Während Frank Thelen das Wachstum kritisierte und Ralf Dümmel die Bewertung für zu hoch hielt, lobte Herb das Produktdesign und setzte sich gegen das Duo Williams und Thelen durch. Den Deal bestätigte er nach der Show per Pressemitteilung.

Welche Branchen interessieren Andreas W. Herb?

Naheliegend sind Food & Beverage, Konsumgüter und Lifestyle-Marken. Hier kann Herb sein Netzwerk in Handel, Gastronomie und internationalem Vertrieb am direktesten einbringen. Festlegen lassen will er sich darauf aber nicht: Nach eigener Aussage sucht er starke Geschäftsmodelle und kreative Köpfe – es müssten „nicht immer Getränke sein“.

Mindestens so wichtig wie das Produkt sind für ihn die Menschen dahinter. Herb achtet auf Durchhaltevermögen, Mut und Offenheit für Neues. Perfekte Gründer erwartet er nicht, wohl aber Leidenschaft und eine Idee mit echtem Veränderungspotenzial.

Rückblick: Die Startups aus Herbs erster Folge

In der Auftaktfolge der Jubiläumsstaffel pitchten fünf Startups vor den Löwen.

sauberdropz: Bieterkampf mit Thelen und Dümmel

Andreas und Fabian Berger aus Österreich präsentierten mit sauberdropz biologisch abbaubare Reinigungstabs für Trinkflaschen und boten 10 Prozent für 65.000 Euro. Herb bot die Summe für 20 Prozent, doch die Gründer entschieden sich für Ralf Dümmel und Frank Thelen, die ihre Forderung zuletzt auf 25 Prozent senkten.

KORALLS: Herbs erster Deal

Kaschma Bakhtiar aus Köln stellte ein Haaröl mit 17 Pflanzenölen vor. Sie nahm das gemeinsame Angebot von Herb und Judith Williams an (150.000 Euro für 30 Prozent), das nach der Show jedoch nicht umgesetzt wurde.

Piesel Piepser

Elke und Marlon Osthoff aus Erkrath arbeiten seit rund drei Jahrzehnten an einem medizinischen Hilfsmittel, das Kinder beim Trockenwerden unterstützt. Sie boten 10 Prozent für 100.000 Euro.

Naturally Naughty

Ingwer Sörensen und Micaela Schäfer präsentierten ein aphrodisierendes Ingwer-Spray und boten 10 Prozent für 75.000 Euro. [ERGÄNZEN: Ergebnis]

Ding Dong Ping Pong

Zehn Jahre nach seinem ersten Auftritt kehrte Waldemar Zeiler gemeinsam mit Kian Pariwar zurück. Ihr Konzept: vollautomatisierte Tischtennis-Clubs mit digitalem Buchungssystem. Gefordert waren 500.000 Euro für 10 Prozent. [ERGÄNZEN: Ergebnis]

Alle Produkte der Staffel findest du in unserer Übersicht zu den Höhle der Löwen Produkten 2026.

Häufige Fragen zu Andreas W. Herb

Wer ist Andreas W. Herb?

Andreas W. Herb ist Gründer und CEO der MBG Group aus Paderborn und seit 2026 Investor bei „Die Höhle der Löwen“.

Welche Marken gehören zu Andreas Herb?

Zur MBG Group gehören unter anderem SALITOS, effect Energy, SCAVI & RAY und 9 MILE Vodka. Außerdem steht Herb hinter Herb Watches.

Woher kommt Andreas W. Herb?

Aus Paderborn, wo er auch sein Unternehmen führt.

Wie alt ist Andreas W. Herb?

Zu seinem Geburtsjahr kursieren unterschiedliche Angaben. Die MBG Group feierte seinen 50. Geburtstag im November 2020.

Wie hoch ist das Vermögen von Andreas W. Herb?

Offizielle Zahlen gibt es nicht. Das „Vermögen Magazin“ schätzt es auf rund 120 Millionen Euro.

Seit wann ist Andreas W. Herb bei Die Höhle der Löwen?

Seit der 20. Staffel, die am 7. September 2026 bei VOX startete.

Bild:Die Löwen Frank Thelen, Judith Williams, Andreas W. Herb, Dagmar Wöhrl und Ralf Dümmel (v.li.) Foto: RTL

plümoBaum aus Höhle der Löwen: So funktioniert das Schlafsystem

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plümoBaum: Schlafhygiene und Schlafkomfort neu gedacht Bild Die Gründer von plümoBaum: Benjamin Koch und Yavuz Akbas (v.li.) in der Höhle der Löwen Foto: RTL

plümoBaum ist ein SleepTech-System, das Bettdecken und Kissen belüften und trocknen soll. Bekannt wurde das Startup von Benjamin Koch und Yavuz Akbas durch „Die Höhle der Löwen“. Dort suchten die Gründer 200.000 Euro für 17,5 Prozent der Firmenanteile. Das System verbindet die Trocknung der Bettwaren mit Funktionen für Aroma und Klang. Doch wie funktioniert plümoBaum genau und welchen Nutzen soll das smarte Schlafsysteme für Schlafhygiene und Schlafkomfort bieten?

Wie ist die Idee zu plümoBaum entstanden und wer steht hinter dem Startup?

Die Idee entstand aus einem einfachen Alltagsproblem: Nach dem Schlafen steckt Feuchtigkeit in Bettdecke und Kissen, aber kaum jemand kümmert sich gezielt darum.

Wir haben uns gefragt: Warum gibt es für fast alles im Haushalt technische Lösungen, aber nicht für dieses Thema?

Aus der ersten Produktidee ist inzwischen eine Marke rund um Schlafhygiene und Schlafkomfort entstanden.

In welcher Branche seid ihr mit plümoBaum tätig und was zeichnet euer Geschäftsmodell aus?

Wir bewegen uns im Bereich SleepTech, Home & Living und Schlafhygiene.

Mit plümoBaum wollen wir nicht nur ein einzelnes Produkt verkaufen, sondern langfristig ein System rund um Bettwaren, Schlafkomfort, Aroma und Sounds aufbauen.

Welches konkrete Problem löst plümoBaum?

Während des Schlafens entsteht Feuchtigkeit, die teilweise in Bettdecke und Kissen verbleibt.

plümoBaum belüftet, trocknet und bereitet die Bettwaren gezielt hygienisch auf.

Unser wissenschaftlicher Ansatz: Weniger Feuchtigkeit schafft ungünstigere Bedingungen für Milben und bestimmte Mikroorganismen. Diesen Zusammenhang untersuchen wir aktuell wissenschaftlich.

Warum habt ihr euch für Die Höhle der Löwen entschieden?

Für uns ist „Die Höhle der Löwen“ eine große Chance, ein komplett neues Produkt sehr vielen Menschen verständlich zu erklären.

Gleichzeitig wollten wir erfahren, wie erfolgreiche Unternehmer unser Produkt, den Markt und unsere Skalierungsmöglichkeiten bewerten.

Und natürlich war auch die gesamte Erfahrung rund um den Auftritt etwas Besonderes.

Wer war euer Wunschlöwe für plümoBaum?

Uns war weniger wichtig, einfach irgendeinen Investor zu bekommen.

Wir wollten jemanden, der Consumer-Produkte, Markenaufbau, Handel und E-Commerce versteht und unsere langfristige Vision mitträgt.

Unser Ziel ist schließlich nicht nur, plümoBaum zu verkaufen, sondern eine starke Marke rund um Schlafhygiene aufzubauen.

Welche Unterstützung erhofft ihr euch neben Kapital?

Vor allem Erfahrung, Netzwerk und Zugang zum Markt.

Kapital ist wichtig, aber ein guter Investor kann insbesondere beim Markenaufbau, Handel, Marketing und bei der Skalierung einen enormen Unterschied machen.

Was sind die nächsten Schritte für plümoBaum?

Unser Fokus liegt zunächst auf dem Aufbau des deutschen Marktes und anschließend auf der DACH-Region.

Parallel entwickeln wir das Produktsystem weiter und beschäftigen uns mit weiteren Lösungen rund um Schlafkomfort, Aroma, Sounds und Schlafhygiene.

Was war eure wichtigste Erfahrung als Gründer?

Eine gute Idee ist nur der Anfang.

Gerade bei einem physischen Produkt kommen Entwicklung, Produktion, Zulieferer, Zertifizierung, Marketing und Vertrieb zusammen.

Wir haben gelernt, früh Feedback einzuholen und Produkte konsequent aus Kundensicht weiterzuentwickeln.

Welchen Rat würdet ihr anderen Gründern geben?

Nicht zu lange auf Perfektion warten.

Früh testen, Feedback einholen und herausfinden, ob der Markt das Problem genauso sieht wie man selbst.

Und natürlich: Durchhalten. Rückschläge gehören bei einer Produktentwicklung einfach dazu.

Welches Problem löst plümoBaum im B2B-Bereich?

Perspektivisch sehen wir auch Anwendungen in Hotels, im Bettenfachhandel oder im Hospitality-Bereich.

Der Nutzen bleibt derselbe: Bettwaren gezielt belüften und trocknen und dadurch deren Mikroklima positiv beeinflussen sowie durch Raumluftbeduftung ein angenehmes und gesundes Schlafklima erzeugen.

Wie wollt ihr B2B-Kunden gewinnen?

Die B2B-Kunden sprechen wir intern über strategischen Direktvertrieb an. Der B2C-Vertrieb läuft über unseren Webshop und Social Media.

Was unterscheidet plümoBaum von der Konkurrenz?

Wir sehen aktuell kaum einen direkten Wettbewerber. Im Grunde schaffen wir eine neue Produktkategorie.

plümoBaum verbindet Belüftung und Trocknung der Bettwaren mit Design, Aroma und Sounds.

Unser Ansatz ist einfach: Morgens die Bettwaren belüften und trocknen, abends eine angenehme Schlafatmosphäre schaffen.

Wie bereitet ihr euch mit plümoBaum auf den Ansturm nach der Ausstrahlung von Die Höhle der Löwen vor?

Wir haben Produktion, Bestände, Verpackung, Versand, Logistik und unseren Online-Shop entsprechend vorbereitet.

Natürlich kann niemand genau vorhersagen, was am Abend der Ausstrahlung passiert.

Für uns ist deshalb nicht nur dieser eine Abend entscheidend, sondern wie wir die Aufmerksamkeit anschließend in nachhaltiges Wachstum und Markenaufbau überführen.

Was ist plümoBaum?

plümoBaum ist ein SleepTech-System, das Bettdecken und Kissen nach dem Schlafen belüften und trocknen soll. Entwickelt wurde das Konzept von Benjamin Koch und Yavuz Akbas. Ziel ist es, Feuchtigkeit aus den Bettwaren zu reduzieren und damit Schlafhygiene und Schlafkomfort zu verbessern. Bekannt wurde plümoBaum insbesondere durch den Auftritt der Gründer bei „Die Höhle der Löwen“

Wie funktioniert plümoBaum?

Das System setzt dort an, wo sich während des Schlafens Feuchtigkeit in Bettdecke und Kissen sammelt. plümoBaum soll die Bettwaren nach dem Schlafen belüften und dadurch die Trocknung unterstützen. Ergänzt wird das Konzept durch weitere Funktionen rund um Aroma und Klang. Damit unterscheidet sich plümoBaum beispielsweise von smarten Schlafsystemen wie dem Eight Sleep Pod 6, bei dem unter anderem die Temperatursteuerung des Bettes im Mittelpunkt steht.

Was bringt plümoBaum für die Schlafhygiene?

Während des Schlafens gelangt Feuchtigkeit in Bettwäsche, Bettdecke und Kissen. Genau hier setzt das Konzept von plümoBaum an: Durch die Belüftung sollen die Bettwaren schneller trocknen und weniger lange feucht bleiben. Die Gründer verbinden diesen Ansatz mit dem Thema Schlafhygiene. Aussagen zu möglichen Auswirkungen auf Milben oder Mikroorganismen sollten allerdings von den allgemeinen Vorteilen trockener Bettwaren unterschieden werden. Nach Angaben der Gründer wird dieser Zusammenhang wissenschaftlich untersucht.

plümoBaum bei „Die Höhle der Löwen“

Benjamin Koch und Yavuz Akbas präsentierten plümoBaum 2026 bei „Die Höhle der Löwen“. Für die Weiterentwicklung ihres SleepTech-Startups suchten die Gründer 200.000 Euro Kapital und boten dafür 17,5 Prozent der Unternehmensanteile an.

Was kostet plümoBaum und wo kann man es kaufen?

Der plümoBaum aromaDry XP1 kostet aktuell 699 Euro und kann direkt über den Onlineshop des Herstellers bestellt werden. Das Schlafhygienesystem wird in den fünf Farben Grün, Schwarz, Weiß, Gold und Silber angeboten, wobei alle Varianten zum gleichen Preis erhältlich sind.

Nach Angaben von plümoBaum ist der aromaDry ab sofort bestellbar. Die Auslieferung neuer Geräte soll ab Dezember 2026 nach Auftragseingang erfolgen. Der Hersteller liefert derzeit nach Deutschland und Österreich. Bei einem Bestellwert ab 40 Euro erfolgt die Lieferung versandkostenfrei.

Neben dem aromaDry bietet plümoBaum weiteres Zubehör für die Schlafroutine an. Der plümoSounds V1 mit verschiedenen Klangwelten kostet aktuell 99 Euro. Die plümoAroma-Duftöle sind einzeln ab 10,95 Euro erhältlich, ein Duftset wird für 27,99 Euro angeboten.

Auch andere Anbieter setzen auf technologische Lösungen für einen besseren Schlaf. Mit dem Eight Sleep Pod 6 verfolgt Eight Sleep einen Ansatz, bei dem unter anderem die Temperatur des Bettes intelligent gesteuert wird.

Bild Die Gründer von plümoBaum: Benjamin Koch und Yavuz Akbas (v.li.) Foto: RTL

Wir bedanken uns bei Benjamin Koch und Yavuz Akbas für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Günstiger und kompakter: Eight Sleep stellt das smarte Schlafsystem Pod 6 vor

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Pod 6: Eight Sleep verbessert sein Schlafsystem Credits eight sleep

Kleiner, stärker, smarter: Eight Sleep präsentiert den Pod 6

Am 23. September 2026 hat Eight Sleep mit Pod 6 die sechste Generation seines intelligenten Schlafsystems und die bislang ambitionierteste Produktgeneration vorgestellt. Pod 6 wurde von Grund auf neu entwickelt und stellt den bedeutendsten Hardware-Launch in der Historie des Unternehmens dar. Zu den Neuerungen zählen ein Hub, der kompakt genug ist, um unter die meisten Bettrahmen zu passen, neunmal mehr biometrische Sensoren für eine noch präzisere Datenerfassung, neue Solo-Größen für Einzelschläfer:innen sowie die bislang schnellste Temperaturregulierung eines Eight Sleep Pod. Mit einem Einstiegspreis von 2.199 Euro ist Pod 6 zugleich das bisher preiswerteste Modell des Unternehmens.

Pod 6 vereint mehr als ein Jahrzehnt Schlafforschung mit den Erkenntnissen aus sechs Produktgenerationen seit der Einführung des ersten Pod im Jahr 2019. Im Laufe dieser Entwicklung wurde Eight Sleep in den Jahren 2019, 2022, 2023 und 2026 von Fast Company als eines der innovativsten Unternehmen ausgezeichnet. Der Pod wurde zudem bereits zweimal in die renommierte Liste „Best Inventions“ des TIME Magazine aufgenommen. Gestützt auf mehr als 50 klinische Studien wird die Technologie weltweit Nacht für Nacht von Profisportler:innen, Unternehmer:innen und gesundheitsbewussten Menschen genutzt.

Halb so groß. Noch leistungsstärker.

Der Hub, das technische Herzstück des Pod, wurde von Grund auf neu entwickelt. Dabei wurden Elektronik, Mechanik und Software vollständig neu konzipiert und optimal aufeinander abgestimmt. Das Ergebnis ist ein kompakter Hub, der unter die meisten gängigen Bettrahmen passt, ohne Kompromisse bei der Leistung einzugehen. Es handelt sich um die umfassendste Weiterentwicklung seit der Einführung des ersten Pod. Gleichzeitig ist der neue Hub leistungsstärker denn je und reagiert bis zu 20 Prozent schneller auf nächtliches Schwitzen oder Frieren.

Das Thermosystem des Pod 6 leitet überschüssige Wärme über neu entwickelte thermoelektrische Kühler im Hub ab. Ein optimierter Luftstrom und eine verbesserte Akustik ermöglichen Temperaturanpassungen, die 20 Prozent schneller erfolgen als bei allen bisherigen Pod-Generationen. Beide Bettseiten verfügen außerdem über eine vollständig unabhängige Temperaturregelung und Datenerfassung, somit haben die Einstellungen auf einer Seite keinen Einfluss auf die andere.

Auch optisch wurde der neue Hub vollständig überarbeitet. Das Design stammt vom renommierten Industriedesigner Joe Tan. Dank seiner kompakten Bauweise lässt sich der Hub unauffällig unter dem Bett verstauen. Seine schlanke, geriffelte Silhouette macht ihn zugleich zu einem eleganten Designobjekt, das sich auch auf oder neben dem Nachttisch harmonisch in den Raum einfügt.

„Unsere Mission ist es, Menschen durch optimalen Schlaf dabei zu unterstützen, ihr volles Potenzial auszuschöpfen. Pod 6 ist bislang der konsequenteste Ausdruck dieser Mission. Er vereint höhere Leistung, verbessertes Design und einen einfacheren Zugang in einem Produkt und erreicht damit mehr Menschen als je zuvor.“

– Matteo Franceschetti, CEO und Mitbegründer Eight Sleep

Neunmal mehr Sensoren für noch präzisere Messungen

Das Cover wird auf der Matratze angebracht und erfasst direkt während des Schlafens unter anderem Herzfrequenz, Atemfrequenz, Herzfrequenzvariabilität (HRV), Schnarchen und Schlafphasen. Ein zusätzliches Wearable ist dafür nicht erforderlich.

Beim Pod 6 verfügt das Cover über 18 biometrische Sensoren und damit über neunmal mehr als beim Vorgängermodell. Die höhere Sensordichte ermöglicht eine präzisere räumliche Zuordnung der Messsignale. So kann das System zwei nah beieinander schlafende Personen voneinander unterscheiden und die Signale der Nutzer:innen von denen eines Kindes oder Haustiers im Bett abgrenzen. Das ermöglicht eine branchenführende Erkennung der Schlafphasen sowie Messungen von Herzfrequenz, Herzfrequenzvariabilität (HRV) und Atemfrequenz, die nahezu die Genauigkeit medizinischer Referenzgeräte erreichen.

Die erfassten Sensordaten fließen direkt in den Autopilot, die KI-gestützte Technologie von Eight Sleep. Der Autopilot lernt die individuellen Schlafmuster der Nutzer:innen und passt den Pod automatisch an die jeweilige Schlafphase, die Umgebungsbedingungen und die Aktivitäten des Tages an. Manuelle Einstellungen sind dafür nicht erforderlich.

Neue Solo-Größen: Der Pod jetzt auch für Einzelschläfer:innen

Mit den neuen Solo-Größen ist Pod 6 erstmals auch für Einzelschläfer:innen und kleinere Schlafzimmer verfügbar. Während die Standardgrößen die gesamte Matratze abdecken und für eine oder zwei Personen ausgelegt sind, passen die Solo-Größen auf jeweils eine Seite eines Bettes der Größe Double (135 x 190 cm), Large Double (160 x 200 cm), Super King (180 x 200 cm) oder Emperor (200 x 200 cm).

Die Solo-Größen sind für eine Person konzipiert und eignen sich damit besonders für Jugendliche sowie für alle, die die Technologie des Pod ausschließlich auf einer Bettseite nutzen möchten.

Der bislang günstigste Einstiegspreis für den Eight Sleep Pod

Pod 6 ist in den Solo-Größen ab 2.199 Euro und in den Standardgrößen ab 2.899 Euro erhältlich. Zudem ist er mit bestehendem Zubehör von Eight Sleep kompatibel, darunter die Blanket, das Pillow Cover und die Base.

Dank effizienterer Entwicklungs- und Produktionsprozesse kann Eight Sleep den Einstiegspreis der neuen Generation senken und die daraus entstehenden Einsparungen direkt an die Kund:innen weitergeben.

„Die beste Technologie entwickelt sich weiter, indem sie konkrete Probleme der Nutzer:innen löst und darin immer intelligenter wird. Mit der Weiterentwicklung von Eight Sleep folgen wir genau diesem Prinzip und bieten einen Pod, der intelligenter, schneller und erschwinglicher ist.“

– Sam Kang, Chief Product Officer bei Eight Sleep

Nach sechs Produktgenerationen und mehr als einer Million optimierten Nächten zählt der Pod heute zu den vielfach ausgezeichneten Schlaftechnologien. Seine Wirksamkeit wird durch mehr als 50 klinische Studien gestützt.

Pod 6 ist ab dem 23. September 2026 in mehr als 37 Ländern über eightsleep.com erhältlich.

Preise und Verfügbarkeit

  • Pod 6 kann ab sofort über eightsleep.com bestellt werden. Die neuen Solo-Größen sind ab 2.199 Euro, die Standardgrößen ab 2.899 Euro erhältlich.
  • Pod 6 Solo in der Größe Single (90 x 200 cm) kostet 2.199 Euro.
  • Pod 6 in der Standardausführung kostet 2.899 Euro in Double (135 x 190 cm), 2.999 Euro in Large Double (160 x 200 cm), 3.199 Euro in Super King (180 x 200 cm) sowie 3.399 Euro in Emperor (200 x 200 cm).
  • Pod 6 ist mit bestehendem Zubehör von Eight Sleep kompatibel, darunter Blanket, Pillow Cover und Base.
  • Für jeden Pod 6 ist eine Autopilot-Mitgliedschaft erforderlich. Die Software von Eight Sleep erfasst biometrische Daten und passt Temperatur, Höhenposition und Sound während der Nacht automatisch an. Jede Mitgliedschaft umfasst zwei separate Schlafprofile und ist in drei Varianten erhältlich:
    • Standard: 17 Euro pro Monat oder 199 Euro pro Jahr
    • Enhanced: 25 Euro pro Monat oder 299 Euro pro Jahr
    • Elite: 33 Euro pro Monat oder 399 Euro pro Jahr, einschließlich erweiterter Funktionen zur Überwachung des allgemeinen Wohlbefindens sowie der Herz-Kreislauf- und Atemgesundheit
  • Der Garantieumfang ist in der Autopilot-Mitgliedschaft enthalten. Standard umfasst eine zweijährige Garantie, Enhanced und Elite jeweils eine erweiterte fünfjährige Garantie.
  • Eight Sleep ist in 37 Ländern erhältlich, darunter Australien, Bahrain, Kanada, Kuwait, Mexiko, Katar, Saudi-Arabien, die Schweiz, Singapur, das Vereinigte Königreich, die Vereinigten Arabischen Emirate, China und die USA. Innerhalb der Europäischen Union ist Eight Sleep mit Ausnahme von Zypern, Griechenland und Malta verfügbar. In den USA sind Alaska, Hawaii, Puerto Rico und weitere US-Gebiete ausgenommen.

Ein Jahr im Wachstum

Pod 6 erscheint nach dem bisher aktivsten Jahr in der Geschichte von Eight Sleep. Das Unternehmen hat im vergangenen Jahr seine Präsenz auf China, Katar, Bahrain, Kuwait und Singapur ausgeweitet und ist damit mittlerweile in 37 Ländern vertreten. In China wächst das Geschäft zwölfmal schneller als bei jedem bisherigen Markteintritt.

Auch die Softwareentwicklung hat mit den Hardware-Innovationen Schritt gehalten. Allein in diesem Jahr hat Eight Sleep Pregnancy Mode, Biological Age sowie Autopilot 4.0 eingeführt. Autopilot 4.0 fungiert als persönlicher Schlafassistent, der individuelle Bedürfnisse vorhersagt und Temperatur sowie Einstellungen während der Nacht automatisch anpasst.

Eight Sleep treibt zudem die Weiterentwicklung des Pod in Richtung Medizinprodukt voran. Das Unternehmen strebt eine HTA-Zulassung, das Pendant zur FDA in Abu Dhabi, für Schlafapnoe sowie eine Zulassung durch die US-amerikanische FDA an.

Bild Eight Sleep Pod 6 Morning Bedroom Bildcredits Eight Sleep

Einen anderen Ansatz im Bereich SleepTech verfolgt plümoBaum: Das System soll Bettdecken und Kissen belüften und trocknen und damit die Schlafhygiene verbessern.

Quelle Schröder+Schömbs PR GmbH

Rechts-KI Noxtua sichert sich über 100 Millionen Euro – C.H.BECK wird Mehrheitseigner

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Noxtua Finanzierungsrunde: Über 100 Mio. Euro für Rechts-KI Bild MANZ Noxtua Dr. Leif-Nissen Lundbæk (Noxtua), Mag. Susanne Stein-Pressl (MANZ) Bildcredits Kidizin Sane

Das Berliner KI-Unternehmen Noxtua hat eine Finanzierungsrunde der Serie C über mehr als 100 Millionen Euro abgeschlossen. Der juristische Fachverlag C.H.BECK übernimmt dabei die Mehrheit, der österreichische Verlag MANZ steigt neu ein. Mit dem Geld will Noxtua seine Software weiterentwickeln und in weitere europäische Märkte expandieren.

Noxtua Finanzierungsrunde: Zwei Fachverlage als Geldgeber

  • Unternehmen: Noxtua, Scale-up mit Ursprung in Berlin
  • Finanzierungsrunde: Series C
  • Volumen: mehr als 100 Millionen Euro
  • Investoren: C.H.BECK (neuer Mehrheitsgesellschafter, bereits Hauptinvestor der Series B), MANZ (neu)
  • Ausgeschiedene Investoren: Global Brain Corporation, KDDI Open Innovation Fund, CMS, Dentons, Dominik Schiener
  • Ursprung: 2017 aus Forschung an der Oxford University und dem Imperial College London
  • Gründer und CEO: Dr. Leif-Nissen Lundbæk
  • Kennzahlen: mehr als 30.000 Nutzer, rund 100 Mitarbeitende
  • Standorte: Berlin, Paris, Stockholm, Zagreb, München, Fribourg

Eine KI für den gesamten juristischen Arbeitsablauf

Noxtua brachte 2024 die erste Version seiner Software auf den Markt. Die Rechts-KI deckt heute die typische Textarbeit von Juristinnen und Juristen ab. Dazu zählen die Recherche, die Analyse komplexer Rechtsfragen und das Erstellen von Dokumenten.

Das Besondere liegt in der Datenbasis. Noxtua baut für jedes Rechtssystem einen eigenen Arbeitsbereich, den das Unternehmen „Legal AI Workspace“ nennt. Diese Workspaces greifen auf geprüfte Inhalte führender Fachverlage zu. Neben C.H.BECK und MANZ gehören dazu unter anderem Helbing Lichtenhahn, die Blendow Group, Ciela Norma sowie mehrere C.H.-Beck-Verlage in Polen, Tschechien und der Slowakei.

„Wir entwickeln Noxtua basierend auf den exklusiven Inhalten führender Fachverlage vom ganzen Kontinent“, sagt Gründer Lundbæk. Nach eigenen Angaben hat das Unternehmen so Europas größte Rechtsdatenbank und das größte Netzwerk unabhängiger Rechtsverlage aufgebaut.

Allein C.H.BECK bringt viel Material ein. Die Datenbank beck-online umfasst mehr als 60 Millionen Dokumente aus allen relevanten Rechtsgebieten. Zudem enthält sie die größte Sammlung an Kommentarliteratur im deutschsprachigen Raum. Beide Verlage arbeiten außerdem seit 2025 mit eigenen Produkten mit Noxtua zusammen: C.H.BECK mit Beck-Noxtua in Deutschland, MANZ mit MANZ-Noxtua in Österreich.

Warum Traditionsverlage auf Rechts-KI setzen

Für C.H.BECK ist die Beteiligung ein historischer Schritt. Der 1763 gegründete Verlag tätigt damit das größte Investment seiner über 260-jährigen Geschichte. Schon im April 2025 war C.H.BECK als Hauptinvestor in die Series B eingestiegen. Diese Runde galt damals als die größte Finanzierung für Rechts-KI in Europa.

Die Verlage verfolgen dabei ein klares Ziel. Sie wollen ihre Inhalte in KI-Anwendungen einbringen, ohne die Kontrolle über die Qualität abzugeben. „Die Verbindung qualitativ hochwertiger Daten mit innovativer KI-Technologie ist das Erfolgsrezept in einem sich rasch wandelnden Markt“, sagt Prof. Dr. Klaus Weber aus der Gesamtgeschäftsführung von C.H.BECK.

MANZ argumentiert ähnlich. Der Verlag führte bereits 1986 die erste Rechtsdatenbank in Österreich ein. Geschäftsführende Gesellschafterin Mag. Susanne Stein-Pressl sieht Verlage daher als „Garant dafür, dass die Qualität der Rechtsinhalte gewahrt bleibt“. Für MANZ sei die Beteiligung deshalb der nächste logische Schritt.

Mit der Runde ordnet Noxtua zugleich seinen Kreis der Gesellschafter neu. Mehrere bisherige Investoren steigen aus, darunter die Kanzleien CMS und Dentons. Beide bleiben jedoch als wichtige Ankerkunden an Bord. CMS hatte Noxtua 2024 sogar mitinitiiert. Wie sich die Summe auf die beiden Verlage verteilt und welcher Anteil an die ausscheidenden Investoren fließt, geben die Beteiligten nicht an. Auch zur Höhe der Mehrheitsbeteiligung und zur Bewertung macht Noxtua keine Angaben.

Nächster Schritt: Expansion in weitere Märkte Europas

Noxtua spricht selbst von einer „neuen Phase“. Mit Verlagen als Hauptgesellschaftern gewinnt das Scale-up nach eigener Aussage längere Planungshorizonte. Das frische Kapital soll daher vor allem zwei Dingen dienen: der Weiterentwicklung der Software und der Expansion in weitere europäische Märkte. Welche Länder als Nächstes folgen, nennt das Unternehmen bisher nicht. Da Noxtua pro Rechtssystem eigene Workspaces aufbaut, dürfte der Ausbau jedoch eng an neue Verlagspartner gekoppelt sein.

Wie viel Kapital hat Noxtua in der Series C eingesammelt?

Noxtua hat in seiner Series-C-Finanzierungsrunde mehr als 100 Millionen Euro eingesammelt.

Wer sind die Investoren von Noxtua?

Die Geldgeber der Series C sind die Fachverlage C.H.BECK und MANZ. C.H.BECK wird damit Mehrheitsgesellschafter. Frühere Investoren wie Global Brain, KDDI Open Innovation Fund, CMS, Dentons und Dominik Schiener scheiden aus.

Was macht Noxtua?

Noxtua entwickelt eine Rechts-KI für Juristinnen und Juristen. Sie unterstützt bei Recherche, Analyse und Dokumentenerstellung und nutzt dafür kuratierte Inhalte europäischer Fachverlage.

Wann wurde Noxtua gegründet?

Noxtua ging 2017 aus Forschung an der Oxford University und dem Imperial College London hervor. Die erste Version der Software kam 2024 auf den Markt.

Wofür verwendet Noxtua das Geld?

Das Unternehmen investiert in die Weiterentwicklung seiner KI und in die Expansion in weitere europäische Märkte.

Bild MANZ Noxtua Dr. Leif-Nissen Lundbæk (Noxtua), Mag. Susanne Stein-Pressl (MANZ) Bildcredits Kidizin Sane

Quelle Noxtua

Ticketverkauf gestartet: Nox Mobility rollt ab März 2027 über die Schiene

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Nox Mobility: Nachtzug startet ab Hamburg nach München Bild Nox Mobility Mitgründer, L-R: Janek Smalla, Artur Hasselbach, Thibault Constant – © Nox Mobility

Ticketverkauf startet heute: Ab März 2027 fährt Nox Mobility seinen ersten Nachtzug zwischen Hamburg und München

  • Betriebsstart am 23. März 2027, Buchung ab sofort auf noxmobility.com, ab 65 Euro
  • Nox Suites: Privater Bereich mit Sitz und Lounge-Funktion zum Arbeiten und Ausruhen
  • Bis 2035 soll ein Verbindungsnetz aus 100 europäischen Städten aufgebaut werden

Berlin, 23. September 2026 – Das Berliner Nachtzug-Startup Nox Mobility nimmt im März 2027 Fahrt auf. Auf der InnoTrans in Berlin enthüllt Nox Mobility heute den ersten fertigen Waggon und öffnet gleichzeitig den Ticketverkauf. Ab dem 23. März 2027 fährt der Nachtzug zunächst dreimal pro Woche in jede Richtung zwischen Hamburg und München, mit Halt in Bremen und Augsburg. Tickets kosten ab 65 Euro für eine einfache Fahrt und sind ab sofort online auf noxmobility.com buchbar. An Bord reist jeder Fahrgast in einer eigenen „Nox Suite“: tagsüber ein Arbeitsplatz, abends eine Lounge zum Entspannen.

Ein neues Reiseerlebnis mit Boutique-Hotel-Charme an Bord

Nox Mobility will eine neue Kategorie des Reisens schaffen, in der sich Einsteigen wie Nachhausekommen anfühlt und die Reise erst mit der erholten Ankunft am Ziel endet. An Bord erwarten Fahrgäste durchdachtes Design und Service, wie man ihn aus dem Boutique-Hotel kennt.

Zum Start fahren die Züge zwischen Hamburg und München mit den „Nox Suites“. Jeder Reisende erhält einen eigenen Bereich mit großem Sitz, einem Tisch zum Arbeiten und Essen, Stauraum für großes Gepäck und Steckdosen in greifbarer Nähe. In der Lounge-Position bietet der Sitz zwei Meter Platz zum Ausstrecken entlang des Fensters.

Auf der InnoTrans zeigt Nox Mobility zusätzlich einen ersten Blick auf die „Nox Rooms“, das künftige Flaggschiffprodukt mit privaten Zimmern für ein oder zwei Personen. Die „Nox Rooms“ sollen ab 2029 Teil der Nox-Flotte werden.

Langfristig will Nox Mobility die Reise über die Fahrt hinaus denken: Über die eigene Buchungsplattform sollen künftig auch Zusatzleistungen am Reiseziel wie Duschmöglichkeiten, Coworking-Plätze oder Hotelzimmer für mehr Komfort buchbar sein.

„Nachtzugfahren heißt in Europa bis heute: Man teilt sich eine Kabine mit vier Fremden und hofft, dass die Fahrt einigermaßen erträglich wird. Bei Nox Mobility hat jeder Fahrgast seinen eigenen Bereich, in dem er arbeiten und ausruhen kann. Am Ende soll eine Nacht im Nox-Zug alles vereinen, was sonst drei Buchungen braucht: die Fahrt, die Übernachtung, den Morgen am Ziel“, sagt Thibault Constant, Mitgründer von Nox Mobility. „So bringen wir Gastfreundschaft in Bewegung. Der Zug ist das Herzstück, aber erst der Anfang.“

Eine der meistgeflogenen Inlandsstrecken bekommt einen Nachtzug

Hamburg–München ist eine der meistgeflogenen Inlandsstrecken Deutschlands. 2024 hoben allein zwischen den beiden Städten mehr als 1,2 Millionen Fluggäste ab. Zum Auftakt steuert Nox Mobility zwei der stärksten Wirtschaftsstandorte des Landes an. Mit Bremen und Augsburg nimmt er unterwegs zwei Städte mit, die im Fern- und im Flugverkehr bislang stiefmütterlich behandelt wurden.

Die erste Verbindung führt zwischen Hamburg und München, mit Halten in Bremen und Augsburg, jeweils am Hauptbahnhof. Der Zug fährt in Hamburg um 21:22 Uhr ab und ist am nächsten Morgen um 8:14 Uhr in München, mit Zwischenhalten in Bremen um 22:30 Uhr und in Augsburg um 7:35 Uhr. In der Gegenrichtung startet er in München um 21:20 Uhr und ist um 8:27 Uhr in Hamburg, mit Zwischenhalten in Augsburg um 21:51 Uhr und in Bremen um 7:20 Uhr.

„Wer die Mobilitätswende voranbringen will, muss gerade auf längeren Strecken attraktive Alternativen zum Flugzeug schaffen. Nachtzüge können dabei eine wichtige Rolle spielen: Sie verbinden große Städte komfortabel und klimafreundlich über Nacht“, sagt Dr. Anjes Tjarks, Senator Freie und Hansestadt Hamburg. „Die neue Verbindung von Nox Mobility stärkt den Bahnverkehr in Deutschland und den Mobilitätsstandort Hamburg. Und wenn künftig immer mehr europäische Metropolen über Nacht miteinander verbunden werden, wächst Europa auch auf der Schiene weiter zusammen.“

Erholt ankommen, statt einen halben Arbeitstag zu verschwenden

Für Geschäftsreisende rechnet sich die Fahrt mit Nox Mobility doppelt. Laut Geschäftsreiseanalyse 2026 des Verbands Deutsches Reisemanagement liegt die Bahn bei Inlandsreisen inzwischen deutlich vor dem Flugzeug. Die Gründe: Kosten, CO2-Bilanz und Reisezeit, die sich als Arbeitszeit nutzen lässt. Von den 116,1 Millionen Geschäftsreisen, die 2025 in Deutschland unternommen wurden, dauerten die meisten ein bis drei Tage. Bei einem Flug ist schnell ein halber Arbeitstag weg. Wer abends gegen 21 Uhr in München einsteigt und morgens um 8 Uhr mitten in Hamburg ankommt, spart sich Flughafentransfer, Sicherheitskontrolle und eine Hotelnacht gleich mit.

Schneller als die Branche: 100 europäische Städte bis 2035

Nox Mobility wurde 2025 von Simply-Railway-Gründer und Trainfluencer Thibault Constant, FlixTrain-Projektmanager Janek Smalla und Mobility-Unternehmer und -Investor Artur Hasselbach gegründet. Im April 2026 sicherte sich das Unternehmen eine Pre-Seed-Finanzierung über zwei Millionen Euro, angeführt von IBB Ventures.

Fünf Monate später steht der erste fertige Waggon auf der Berliner Messe, in sechs Monaten soll er über die Schienen rollen. Damit schlägt Nox Mobility ein neues Tempo an, denn neue Verbindungen brauchen in der traditionellen Bahnbranche üblicherweise über fünf Jahre.

„Nox Mobility baut weit mehr als einen neuen Bahnbetreiber auf. Hier entsteht eine eigenständige Reisekategorie neben Fliegen und Hotellerie“, sagt Roman Pimonov, Senior Investment Manager IBB Ventures. „Wir sehen darin enormes Marktpotenzial, das weit über die erste Strecke hinausreicht.“

Bild Nox Mobility Mitgründer, L-R: Janek Smalla, Artur Hasselbach, Thibault Constant – © Nox Mobility

Quelle Breforth Communications GmbH

Ginmon: Christian Lindner steigt als Investor beim Frankfurter Fintech ein

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Ginmon: Christian Lindner investiert vor Altersvorsorgedepot Bild Ginmon Lindner Reiner Bauer Copyright Diana Riazantsev Ginmon

Christian Lindner beteiligt sich an der Ginmon Gruppe. Das Frankfurter Fintech liefert Banken, Finanzdienstleistern und unabhängigen Beratern die Technik für digitale Geldanlage und Altersvorsorge unter eigener Marke. Im Fokus steht dabei vor allem das neue Altersvorsorgedepot, das am 1. Januar 2027 startet. Zur Höhe der Beteiligung macht das Unternehmen keine Angaben.

Ginmon und Christian Lindner: Die Eckdaten des Investments

  • Investor: Christian Lindner
  • Unternehmen: Ginmon Gruppe
  • Sitz: Frankfurt am Main
  • Gründungsjahr: 2014
  • Gründer und CEO: Lars Reiner
  • Kundenvermögen: über 500 Millionen Euro
  • Endkunden: mehr als 100.000
  • Märkte: elf Länder
  • Wirtschaftliche Lage: profitabel
  • Bekanntgabe: 23. September 2026

Vom digitalen Vermögensverwalter zum Technik-Partner der Finanzbranche

Ginmon startete 2014 als Anbieter für digitales Vermögensmanagement. Heute ruht das Geschäft jedoch auf drei Säulen. Neben der eigenen Geldanlage für Privat- und Firmenkunden betreibt die Gruppe zwei Angebote für andere Finanzunternehmen.

Das erste heißt Ginmon Technology. Über ginmon.tech erhalten Banken und Finanzdienstleister eine modulare Technik für digitale Geldanlage und Vorsorge. Diese Lösung ist White-Label: Partner bauen damit eigene Produkte, die sie unter ihrer Marke anbieten. Dabei greifen sie auf eine bestehende technische und regulatorische Basis zurück und binden diese in ihre Apps und Portale ein. Zu den Nutzern zählt unter anderem die europäische Neobank bunq.

Die zweite Plattform heißt apeiron Wealth. Sie richtet sich an unabhängige Finanz- und Vermögensberater sowie an Finanzvertriebe. Die Software deckt dabei die ganze Kette ab: vom Onboarding über Portfoliomanagement und Reporting bis zur Gebührenabrechnung. Außerdem sind Depotführung und Wertpapierabwicklung integriert. Berater können die Plattform ebenfalls unter eigener Marke nutzen, und zwar sowohl in rein digitaler als auch in persönlicher Beratung.

„Wir haben Ginmon in den vergangenen Jahren konsequent neben dem digitalen Vermögensmanagement zu einem Technologieanbieter für die Finanzindustrie ausgebaut“, sagt Lars Reiner, Gründer und CEO der Ginmon Gruppe.

Altersvorsorgedepot als neuer Wachstumsmarkt

Den Zeitpunkt des Einstiegs prägt vor allem ein Termin: Ab dem 1. Januar 2027 gibt es das Altersvorsorgedepot. Damit entsteht nach Einschätzung von Ginmon ein neuer Markt für Vorsorge über den Kapitalmarkt. Für das Fintech ist das daher ein zusätzliches Einsatzfeld seiner Technik. Banken und andere Anbieter sollen auf der Ginmon-Basis eigene digitale Produkte für das Depot entwickeln. Unabhängige Berater wiederum sollen solche Lösungen über apeiron Wealth in ihre Beratung einbinden können.

Erste Schritte in diese Richtung gibt es bereits. So haben Ginmon und der globale Vermögensverwalter Franklin Templeton kürzlich eine Partnerschaft für das Altersvorsorgedepot bekannt gegeben. Sie baut auf der apeiron-Wealth-Plattform auf.

Lindner begründet sein Investment mit einem Thema, für das er sich seit Jahren einsetzt: mehr Aktienkultur und mehr kapitalgedeckte Vorsorge in Deutschland. „Deutschland braucht mehr Kapitalbildung in privater Hand“, sagt er. Überzeugt habe ihn zudem das Geschäftsmodell. Ginmon biete nicht nur einzelne Finanzprodukte an, sondern die technische Infrastruktur dahinter. Dadurch könnten Banken und andere Anbieter moderne Lösungen „schnell und skalierbar“ an den Markt bringen.

Mit Blick auf das neue Depot ergänzt Lindner: „Mit dem Altersvorsorgedepot wird Kapitalmarktinvestment für die private Altersvorsorge erheblich an Bedeutung gewinnen. Entscheidend ist jetzt, dass daraus attraktive, kosteneffiziente und digitale Angebote für möglichst viele Menschen entstehen.“ Genau an dieser Stelle zwischen Kapitalmarkt und Technik sieht er für Ginmon großes Potenzial.

Nächste Wachstumsphase in Deutschland und Europa

Ginmon arbeitet bereits profitabel. Das Unternehmen will seine Plattform nun als Basis für digitale Geldanlage und Vorsorge in Deutschland und Europa weiter ausbauen. Die Zielgruppe ist dabei breit: Neben Banken nennt Reiner auch Versicherer, Vertriebe und unabhängige Berater.

„Das Altersvorsorgedepot ist dafür ein besonders aktuelles Beispiel“, sagt Reiner. „Wir freuen uns, Christian Lindner als Investor für diese nächste Wachstumsphase gewonnen zu haben.“

In welches Unternehmen investiert Christian Lindner?

Christian Lindner beteiligt sich an der Ginmon Gruppe. Das Fintech aus Frankfurt am Main entwickelt digitale Technik für Geldanlage und Altersvorsorge.

Wie viel hat Christian Lindner in Ginmon investiert?

Zur Höhe der Beteiligung haben Ginmon und Lindner keine Angaben gemacht.

Was macht Ginmon?

Ginmon bietet digitales Vermögensmanagement für Endkunden an. Zudem stellt die Gruppe Banken, Finanzdienstleistern und unabhängigen Beratern White-Label-Technik bereit – über Ginmon Technology und die Beraterplattform apeiron Wealth.

Wann wurde Ginmon gegründet?

Ginmon startete 2014. Gründer und CEO ist Lars Reiner.

Welche Rolle spielt das Altersvorsorgedepot für Ginmon?

Das Altersvorsorgedepot startet am 1. Januar 2027. Banken und Berater sollen auf Basis der Ginmon-Technik eigene Angebote dafür unter eigener Marke entwickeln können.

Bild Christian Lindner, Lars Reiner und Ulrich Bauer Copyright Diana Riazantsev Ginmon

Quelle Ginmon GmbH

 

Heidi sichert sich 340 Millionen US-Dollar für KI im klinischen Alltag

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Heidi erhält 340 Mio. Dollar für Klinik-KI Dr. Thomas Kelly Gründer von Heidi

Das Health-Tech-Unternehmen Heidi hat eine Series-C-Runde über 100 Millionen US-Dollar abgeschlossen. Lead-Investor ist Blackbird, die Runde bewertet Heidi mit 900 Millionen US-Dollar. Zusätzlich erhält das Unternehmen 240 Millionen US-Dollar Wachstumskapital vom Customer Value Fund (CVF) von General Catalyst. Mit dem Geld will Heidi seinen KI-Assistenten für medizinisches Fachpersonal ausbauen und in der DACH-Region deutlich wachsen.

Die Eckdaten der Heidi Finanzierung

  • Volumen gesamt: 340 Mio. US-Dollar
  • Series C: 100 Mio. US-Dollar
  • Lead-Investor: Blackbird
  • Weitere Investoren: Phoenix Court (Investmentgesellschaft hinter LocalGlobe, Latitude und Solar Funds), Point72 Private Investments, Headline (alle bereits investiert)
  • Wachstumsfinanzierung: 240 Mio. US-Dollar aus dem Customer Value Fund von General Catalyst
  • Bewertung: 900 Mio. US-Dollar
  • Eigenkapital gesamt (inkl. Series C): 436,6 Mio. US-Dollar
  • Gründung: 2019 in Melbourne
  • Gründer: Dr. Thomas Kelly (CEO), Waleed Mussa, Yu Liu
  • Sitz: Melbourne, Australien

Vom KI-Scribe zum Begleiter für den ganzen Arbeitstag

Heidi startete als sogenannter Scribe: eine KI, die Sprechstunden transkribiert und daraus Arztnotizen erstellt. Inzwischen versteht sich das Unternehmen als „AI Care Partner“. Die Plattform soll Ärzt:innen und anderes Fachpersonal durch den ganzen Arbeitstag begleiten – von Verwaltungsaufgaben über klinisches Wissen bis zur Arbeit rund um den Patientenkontakt.

„Von dem Tag an, an dem ich Heidi gegründet habe, ging meine Vision immer weit über das Schreiben von Arztnotizen hinaus“, sagt Mitgründer und CEO Dr. Thomas Kelly. Ihm schwebte von Anfang an eine KI vor, die auch die Folgearbeit nach dem Gespräch übernimmt.

Dazu hat Heidi sein Angebot zuletzt deutlich erweitert. Die Funktion Heidi Evidenz liefert Informationen zum jeweiligen Fall direkt am Behandlungsort. Seit dem Start im März 2026 hat sie weltweit fast acht Millionen Anfragen beantwortet. Außerdem bringt Heidi mit Remote sein erstes tragbares Gerät auf den Markt. Eine Diktierfunktion ergänzt das Angebot, sodass Fachkräfte Gespräche auch unterwegs festhalten können. Zudem verbindet sich die Plattform zunehmend mit Systemen für elektronische Patientenakten.

Technisch setzt Heidi dabei nicht allein auf große KI-Modelle anderer Anbieter, sogenannte Frontier-Modelle. Transkription und Notizen, die den Großteil der Rechenleistung verbrauchen, laufen fast vollständig auf eigenen Modellen. Ein eigenes Forschungsteam testet und prüft die Produkte, bevor sie im Alltag ankommen.

Die Nutzung wächst schnell. Aktuell setzt Fachpersonal Heidi bei 2,8 Millionen Patientenkontakten pro Woche ein. Insgesamt kommt die Plattform auf mehr als 175 Millionen Kontakte und über 67 Millionen klinische Arbeitsstunden. Damit hat sich die Nutzung seit September 2025 mehr als verdreifacht. Der wiederkehrende Jahresumsatz (ARR) stieg in den zwei Jahren seit Verkaufsstart von einer Million auf 50 Millionen US-Dollar (Stand: April 2026). Heidi ist in 190 Ländern und 110 Sprachen im Einsatz.

Weniger Papierkram gegen den Personalmangel

Heidi zielt auf ein Kernproblem vieler Gesundheitssysteme. Die Nachfrage nach Versorgung steigt, das Personal bleibt knapp. Gleichzeitig wächst der Aufwand für Dokumentation. Das Unternehmen formuliert daher ein ehrgeiziges Ziel: Es will die weltweiten Versorgungskapazitäten verdoppeln.

Große öffentliche Auftraggeber setzen bereits auf die Lösung. So hat NHS England Midlands Heidi Anfang des Jahres als einzigen Anbieter ausgewählt. Laut Unternehmen ist das die bisher größte Beschaffung klinischer KI-Dokumentation in der Geschichte des britischen NHS. Der Auftrag umfasst 15 Akut- und Community Trusts, alle Integrated Care Boards der Region sowie 1.239 Hausarztpraxen. In Australien nutzen unter anderem das Royal Children’s Hospital Melbourne und Metro South Health die Software. In Neuseeland läuft Heidi in allen Notaufnahmen des Landes.

Die Investoren sehen darin eine solide Basis. Phoenix Court verweist auf die Fachkenntnis des Teams und auf ein Produkt, dem das medizinische Personal stark vertraue. Das mache die Ambition „absolut erreichbar“, heißt es von dem Investor.

Wichtig für die Einordnung der Summe: Nur die 100 Millionen US-Dollar der Series C bilden die Eigenkapitalrunde mit der Bewertung von 900 Millionen. Die 240 Millionen von General Catalyst fließen separat als Wachstumsfinanzierung.

Klar ist auch: In Europa hängt der weitere Ausbau stark an der Regulierung. Ein Teil der Series C fließt deshalb in Zulassungsverfahren für weiterführende klinische Funktionen in Europa und Großbritannien. DSGVO und Datensicherheit bleiben dabei zentrale Themen. Die Entscheidung über Diagnose und Behandlung liegt laut Heidi stets beim Fachpersonal.

Das DACH-Team von Heidi soll sich verdoppeln

Die DACH-Region zählt für Heidi zu den wichtigsten Wachstumsmärkten. Seit dem Markteintritt im Zuge der Series B stieg die Zahl der monatlich aktiven Nutzer:innen bis August 2026 um 205 Prozent. In diesem Zeitraum gab es über 600.000 Interaktionen mit Patient:innen. Zu den Kunden zählt unter anderem das Swiss Medical Network, eine private Klinikgruppe aus der Schweiz.

Mit dem neuen Kapital will Heidi die Zahl seiner Mitarbeitenden in der Region verdoppeln. Besonders in Deutschland soll ein eigenes Führungsteam entstehen. Außerdem entwickelt das Unternehmen Produkte, die auf die Gesundheitssysteme in Deutschland, Österreich und der Schweiz zugeschnitten sind.

„Die Finanzierungsrunde gibt uns die Möglichkeit, noch weiterzugehen“, sagt Kelly. Heidi wolle Produkte für europäische Gesundheitssysteme bauen und in die nötigen regulatorischen Grundlagen investieren. Am Ende solle das Fachpersonal mehr Zeit für Patientinnen und Patienten haben. Parallel will Heidi seine Rolle im NHS und in anderen öffentlichen Systemen ausbauen und im privaten Gesundheitssektor weiter wachsen.

FAQ über Heidi

Wie viel Kapital hat Heidi eingesammelt?

Heidi erhält insgesamt 340 Millionen US-Dollar: 100 Millionen aus einer Series-C-Runde und 240 Millionen Wachstumsfinanzierung vom Customer Value Fund von General Catalyst.

Wer sind die Investoren von Heidi?

Blackbird führt die Series C an. Außerdem beteiligen sich Phoenix Court, Point72 Private Investments und Headline. Die Wachstumsfinanzierung stammt von General Catalyst.

Wie hoch ist Heidi bewertet?

Die Series C bewertet das Unternehmen mit 900 Millionen US-Dollar.

Was macht Heidi?

Heidi entwickelt einen KI-Assistenten für medizinisches Fachpersonal. Die Software dokumentiert Sprechstunden, liefert klinisches Wissen und unterstützt bei Aufgaben rund um den Patientenkontakt.

Wann und wo wurde Heidi gegründet?

Dr. Thomas Kelly, Waleed Mussa und Yu Liu haben Heidi 2019 in Melbourne gegründet.

Gegen Lebensmittelverschwendung: Wie better bites Großküchen digitalisiert

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better bites: Prognose mit KI für Großküchen teamfoto better bites

better bites nutzt KI, um mit einer präzisen Prognose die Produktionsplanung in Großküchen zu verbessern und Lebensmittelüberschüsse zu reduzieren.

Können Sie better bites kurz vorstellen und erzählen, wie die Idee für die KI-SaaS-Plattform entstanden ist?

better bites ist eine KI-SaaS-Plattform für Großküchen. Wir prognostizieren, wie viele Gäste an einem Tag kommen und welche Gerichte wie oft bestellt werden, bis zu sechs Wochen im Voraus. Auf dieser Basis planen Mensen und Betriebsrestaurants ihre Produktion, statt nach Erfahrungswerten zu schätzen. Weil wir selbst seit Jahren fast jeden Mittag in der Mensa essen, haben wir uns gefragt, wie so ein Betrieb eigentlich mehrere tausend Essen am Tag plant, und das Studierendenwerk Münster angeschrieben. Von dort aus ist alles gewachsen.

Wer steht hinter better bites, und wie ergänzen sich Ihre Erfahrungen in Sales, Tech und Data Science?

Gegründet haben Nico Nonnen und ich, Mattis Sippel. Nico verantwortet Technik und Modellentwicklung, ich Vertrieb und Kundenprojekte, beide mit Data-Science-Hintergrund. Das ist der eigentliche Vorteil: Ich sitze nicht als reiner Vertriebler in Küchengesprächen, sondern kann einschätzen, was mit den Daten eines Standorts machbar ist und was nicht. Umgekehrt entwickelt Nico nicht an der Praxis vorbei, weil er weiß, welche Fragen aus den Betrieben kommen. In einem Feld, in dem Vertrieb und Produkt technisch eng zusammenhängen, spart das sehr viele Schleifen.

Viele Großküchen planen ihre Produktionsmengen noch auf Basis von Erfahrungswerten. Welches Problem möchten Sie dabei konkret lösen?

Küchenleitungen planen meist nach Vorjahreswerten und Bauchgefühl, und weil kaum jemand riskieren will, dass um 13 Uhr nichts mehr da ist, wird im Zweifel zu viel produziert. Nach Zahlen des Thünen-Instituts landen so im Schnitt rund 10,8 Tonnen Lebensmittel pro Großküche und Jahr im Abfall, umgerechnet über 40.000 Euro Wareneinsatz. Das ist kein Erfahrungsproblem, sondern ein Datenproblem: Gästezahlen hängen gleichzeitig an Wetter, Semesterzeiten, Feiertagen, Veranstaltungen und dem Speiseplan des Tages. Diese Faktoren kann ein Mensch nicht parallel im Kopf verrechnen, ein Modell schon. Wir liefern deshalb keine Meinung, sondern eine belastbare Zahl als Planungsgrundlage.

Ihre Prognosen reichen bis zu sechs Wochen in die Zukunft und arbeiten in 15-Minuten-Intervallen. Welche Faktoren sind für eine hohe Genauigkeit besonders entscheidend?

An erster Stelle steht die Datenhistorie des Standorts: mehrere Jahre Kassendaten mit Zeitstempeln sind die Grundlage dafür, dass wir überhaupt in 15-Minuten-Intervallen rechnen können. Danach kommt der Speiseplan, weil die Gerichtswahl die Nachfrage massiv verschiebt, gefolgt vom Semesterkalender, der in der Hochschulgastronomie der stärkste Treiber überhaupt ist. Wetter, Feiertage, Brückentage und lokale Veranstaltungen erklären dann die kurzfristigen Ausschläge. Entscheidend ist außerdem, dass wir pro Standort modellieren und nicht ein Durchschnittsmodell über alle Mensen legen, denn zwei Häuser derselben Stadt verhalten sich unterschiedlich. Und ganz praktisch ist die Datenqualität in unserer Datenbank entscheidend, ein großer Teil unserer Arbeit steckt in der Aufbereitung.

better bites setzt bereits vor der Entstehung von Lebensmittelüberschüssen an. Warum sehen Sie gerade in der Produktionsplanung einen besonders großen Hebel?

Der größte Teil der Lebensmittel, die in einer Großküche verloren gehen, kommt nie bei einem Gast an. Es ist Ware, die produziert wurde, obwohl die Nachfrage an diesem Tag nicht da war. Die meisten Ansätze setzen am Ende der Kette an, bei der Verwertung von Resten oder bei Appellen an die Gäste. Wenn die Entscheidung über die Produktionsmenge aber besser wird, entsteht der Überschuss gar nicht erst. Das Wirksame daran ist, dass niemand sein Verhalten ändern muss: keine kleineren Portionen, kein eingeschränktes Angebot, kein zusätzlicher Arbeitsschritt für die Küche. Die Einsparung kommt allein aus einer besseren Planungszahl.

Ihre Software läuft aktuell an 42 Standorten mit rund 45.000 Gästen täglich. Was haben Sie aus dem Einsatz im realen Küchenbetrieb gelernt?

Dass der Küchenalltag unberechenbarer ist, als jede Datenanalyse vermuten lässt. Baustellen, Ausfälle, kurzfristige Speiseplanänderungen oder eine geschlossene Nachbarmensa verschieben Zahlen sofort, und ein Modell, das solche Sonderfälle nicht kennt, verliert schnell an Glaubwürdigkeit. Gelernt haben wir auch, dass eine Prognose in den Arbeitsablauf passen muss und nicht umgekehrt: Wer morgens um sechs an der Ausgabe steht, öffnet kein Analysetool mit zwölf Diagrammen. Deshalb sind unsere Ansichten bewusst schlicht und liefern die Zahl, die für den nächsten Arbeitsschritt gebraucht wird. Fast alle Funktionen, die wir seitdem gebaut haben, stammen aus Gesprächen mit Küchenleitungen, nicht aus unserem eigenen Kopf.

Eine Prognose ist nur hilfreich, wenn Küchenleitungen ihr auch vertrauen. Wie schaffen Sie Akzeptanz für KI-basierte Entscheidungen im Arbeitsalltag?

Vertrauen entsteht bei uns über Nachvollziehbarkeit, nicht über Versprechen. Wir zeigen jedem Standort rückblickend, was wir prognostiziert haben und was tatsächlich eingetreten ist, Tag für Tag. Nach einigen Wochen sehen die Küchenleitungen selbst, wie nah die Zahlen liegen, und ab da dreht sich das Verhältnis: Die Prognose wird zur Grundlage, das Bauchgefühl zur Gegenprobe. Wir kommunizieren dabei offen, wo ein Modell unsicher ist, statt jede Zahl als Wahrheit zu verkaufen, und die Entscheidung bleibt immer bei der Küche. Dazu kommt persönlicher Kontakt: Wir besuchen die Standorte, stehen in der Küche und sind erreichbar.

Gewachsene Kassensysteme und unterschiedliche Datenstrukturen erschweren die Integration. Wie geht better bites mit dieser technischen Herausforderung um?

Wir haben uns bewusst dagegen entschieden, eine bestimmte Systemlandschaft vorauszusetzen. Der Einstieg funktioniert über einen CSV-Export aus Kasse und Warenwirtschaft, wo eine Schnittstelle verfügbar ist, binden wir per API an. Die eigentliche Arbeit liegt danach in der Aufbereitung, und genau dafür gibt es bei uns eine dreimonatige Onboardingphase, in der wir die Daten analysieren, bereinigen und die ersten Prognosen simulieren. So merken beide Seiten früh, ob die Datenlage trägt, bevor eine langfristige Entscheidung fällt. Wichtig ist außerdem der Aufwand auf Kundenseite: Für die IT der Einrichtung soll es bei wenigen Stunden bleiben, alles andere übernehmen wir.

Zu Ihren Kunden gehören mehrere Studierendenwerke. Welche besonderen Anforderungen bringt die Zusammenarbeit mit dem öffentlichen Sektor mit sich?

Entscheidungen brauchen länger und laufen über mehrere Stellen: Geschäftsführung, IT, Datenschutz und die Küchenleitung sitzen mit am Tisch, dazu kommen feste Budgetzyklen. Dafür bekommt man Partner, die offen für neue Technologien sind sowie langfristig denken. In Deutschland gibt es 57 Studierendenwerke, die sich untereinander gut kennen. Eine Empfehlung aus diesem Netzwerk wirkt stärker als jede Kampagne.

Mehr als 90 Prozent Prognosegenauigkeit sowie Einsparungen bei Kosten, Lebensmitteln und CO2 sind zentrale Kennzahlen. Was unterscheidet better bites damit von anderen Ansätzen gegen Lebensmittelverschwendung?

Bei uns ist die Umweltwirkung kein Nebeneffekt, sondern eine direkte Funktion der Softwarequalität: Je genauer die Prognose, desto weniger wird zu viel produziert. Das lässt sich messen, pro Standort und Jahr sprechen wir von über 10.000 Euro Einsparung, 2,8 Tonnen geretteten Lebensmitteln und rund 19 Tonnen weniger CO2. Viele andere Ansätze dokumentieren Abfall oder verwerten ihn weiter, was sinnvoll ist, aber erst greift, wenn das Essen schon gekocht ist. Unser Unterschied liegt außerdem in der Spezialisierung: Wir sind auf die Betriebsstruktur der Hochschul- und Gemeinschaftsgastronomie zugeschnitten, mit Semesterlogik, Speiseplanzyklen und Kassenstruktur, statt ein allgemeines Prognosetool anzubieten.

Als Nächstes wollen Sie Betriebsrestaurants erschließen und eine KI-gestützte Speiseplanoptimierung entwickeln. Welche neuen Möglichkeiten entstehen dadurch für better bites?

Tatsächlich sind bereits drei Betriebsrestaurants live in unserer Software. Was uns dabei aufgefallen ist: Betriebsrestaurants haben dieselbe Grundstruktur wie Mensen, eine feste Gästebasis und einen täglich wechselnden Plan, aber andere Treiber: Homeoffice-Quoten, Anwesenheitstage und Veranstaltungen im Unternehmen. Unsere Modelle lassen sich darauf übertragen, und der Markt ist um ein Vielfaches größer als der der Studierendenwerke. Die Speiseplanoptimierung ist der zweite Schritt: Bisher sagen wir voraus, was passieren wird, künftig geben wir eine Empfehlung, was überhaupt auf den Plan gehört. Grundlage sind Absatzanteil, Wareneinsatz und Inhaltsstoffe je Gericht. Daraus wird sichtbar, welche Gerichte tragen, welche zu teuer für ihre Nachfrage sind und welche man streichen kann. Damit wird aus einem Prognosewerkzeug eine Planungsplattform für die gesamte Küche.

Welche drei Ratschläge würden Sie anderen Gründerinnen und Gründern geben, die mit einer KI-Lösung eine etablierte Branche verändern möchten?

Erstens: Verliebt euch nicht in eure Lösung, sondern sucht das passende Problem. Wir haben mit der falschen Zielgruppe angefangen und sind erst durch Gespräche in der richtigen Nische gelandet, das war die wichtigste Entscheidung überhaupt. Zweitens: Ein enger erster Kunde ist mehr wert als zehn lose Kontakte. Das Studierendenwerk Münster hat uns Daten, Branchenwissen und Glaubwürdigkeit gegeben, und in einem vernetzten Segment öffnet eine gute Referenz alle weiteren Türen. Drittens: Lasst euch auch für Testphasen bezahlen. Solange unsere Tests kostenlos waren, wurden sie nebenbei behandelt und weckten sogar Zweifel an der Qualität. Seit sie etwas kosten, arbeiten beide Seiten verbindlich zusammen.

Bildcredits better bites

Wir bedanken uns bei Mattis Sippel für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Headhunting fürs Herz: Wie Philipp Schwarzenberg das Dating revolutioniert

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Hearthunter: Partnervermittlung für die Partnersuche Philipp Scwarzenberg Bildquelle Paul König

Hearthunter denkt Partnervermittlung neu und überträgt das Prinzip des Headhuntings auf die individuelle Partnersuche.

Können Sie Hearthunter kurz vorstellen und erzählen, wie die Idee entstanden ist, das Prinzip des Headhuntings auf die Partnersuche zu übertragen?

Philipp Schwarzenberg: „Ich war rund zehn Jahre in einer klassischen Partnervermittlung tätig, zunächst als Angestellter und später mit der Perspektive, das Unternehmen zu übernehmen. In dieser Zeit habe ich sehr genau gesehen, was in der klassischen Partnervermittlung gut funktioniert, aber auch, wo ihre Grenzen liegen. Am Ende habe ich mich aufgrund unterschiedlicher Vorstellungen über die weitere Entwicklung des Unternehmens dazu entschieden, einen eigenen Weg zu gehen. Für mich stellte sich damals die Frage: Unternehmensberatung oder Partnervermittlung?

Ich habe mich ganz bewusst für die Partnervermittlung entschieden, weil ich die Branche kannte und gleichzeitig überzeugt war, dass man sie neu denken kann. Durch meine langjährige Erfahrung mit Social Media und digitaler Kommunikation kam dann die Idee, nicht einfach eine weitere klassische Vermittlung aufzubauen, sondern ein anderes Modell zu entwickeln. Wenn man ohnehin auf der grünen Wiese startet, kann man auch konsequent neue Wege gehen. So entstand ein System, das auf Mandatsbasis funktioniert und sich am klassischen Headhunting orientiert: Wir suchen gezielt, diskret und individuell nach passenden Partnern. Im Grunde ist es Headhunting, nur fürs Herz. So ist Hearthunter entstanden.“

Wer steht hinter Hearthunter, und welche Erfahrungen haben Ihren Blick auf professionelle Partnervermittlung geprägt?

Philipp Schwarzenberg: „Partnervermittlung begleitet mich tatsächlich fast mein ganzes Leben. Meine Mutter hat bereits 1985 eine eigene Agentur gegründet. Dadurch bin ich sehr früh mit diesem Geschäft in Berührung gekommen. Mit vier Jahren wollte ich meiner kleinen Schwester schon ihren ersten Freund vermitteln, mit 15 habe ich meinen ersten Ferienjob in der Firma gemacht. Und bereits als Kind war ich bei Kundenterminen in Städten wie Freiburg, München oder Stuttgart dabei und habe erlebt, wie Beratungsgespräche geführt wurden. Ich kenne nicht nur die schönen Seiten dieses Geschäfts, sondern auch die Herausforderungen, die Erwartungen der Kunden und die Verantwortung, die damit verbunden ist. Diese Erfahrungen haben meinen Blick auf Partnersuche stark geprägt.

Ich sage manchmal etwas zugespitzt: Dating liegt bei mir in der DNA. Dahinter steckt aber ein ernsthafter Punkt. Hearthunter ist für mich weder ein Hobby noch ein kurzfristiges Geschäftsmodell, sondern die konsequente Fortführung dessen, womit ich praktisch aufgewachsen bin. Diese Verbindung aus jahrzehntelanger Branchenerfahrung, persönlicher Prägung und unternehmerischem Anspruch ist sicherlich etwas, das mich von vielen anderen Anbietern im Markt unterscheidet.

Professionelles Matchmaking bedeutet für mich deshalb auch deutlich mehr, als zwei Menschen miteinander bekannt zu machen. Es geht darum, Menschen wirklich zu verstehen, sehr genau zuzuhören und eine Suche mit derselben Ernsthaftigkeit zu betreiben, mit der Unternehmen nach einer Schlüsselperson suchen.“

Sie richten sich vor allem an erfolgreiche Führungskräfte und Unternehmer mit wenig Zeit. Warum funktionieren klassische Dating-Apps für diese Zielgruppe aus Ihrer Sicht häufig nicht?

Philipp Schwarzenberg: „Für viele unserer Kunden ist Zeit die knappste Ressource. Genau deshalb sind klassische Dating-Apps für vielbeschäftigte Führungskräfte und Unternehmer schlichtweg Zeitverschwendung – völlig egal, ob für den etablierten Unternehmer oder die erfolgreiche Managerin.

Auf der Männerseite scheitert das System an harter Mathematik: Nur etwa 10 bis 20 Prozent der Nutzer auf den gängigen Dating-Plattformen sind weiblich. Ein kostenpflichtiges Premium-Upgrade bringt in der Praxis kaum bessere Ergebnisse. Es kostet Geld und erhöht vielleicht die Sichtbarkeit, ändert aber nichts an der Verteilung. Man vergeudet Zeit mit Fakes, Scams oder Kontakten, bei denen monetäre Interessen im Vordergrund stehen.

Frauen wiederum erhalten häufig eine Flut an Anfragen, von denen viele unpassend, oberflächlich oder schlicht unangenehm sind. In beiden Fällen entsteht derselbe Effekt: viel Aufwand bei vergleichsweise wenig relevanten Begegnungen.

Genau hier setzt Hearthunter an. Unsere Kunden müssen sich nicht selbst durch hunderte Profile arbeiten. Wir analysieren vorab sehr genau, welche Lebensentwürfe und Kriterien wirklich zählen, und gehen anschließend gezielt und persönlich in die Suche. Der Unterschied liegt nicht in einer neuen App, sondern in einem völlig anderen Ansatz: weniger Masse, kompromisslose Vorauswahl und maximaler Zeitgewinn.“

Ihre Kunden lagern einen sehr persönlichen Teil ihres Lebens an einen Dienstleister aus. Was braucht es, damit dieses Vertrauen überhaupt entsteht?

Philipp Schwarzenberg: „Vertrauen entsteht durch Ehrlichkeit, Offenheit und einen guten persönlichen Draht. Wir sprechen mit unseren Kunden über sehr private Themen. Deshalb müssen sie das Gefühl haben, dass wir zuhören, ihre Wünsche verstehen und auch unangenehme Punkte klar ansprechen.

Genauso wichtig sind Diskretion und Verlässlichkeit. Wer die Partnersuche in fremde Hände gibt, muss sicher sein können, dass persönliche Informationen geschützt sind und die Suche mit der nötigen Sorgfalt geführt wird. Ohne diese Basis funktioniert professionelle Partnervermittlung nicht.“

Beim Executive Search lassen sich Qualifikationen relativ klar definieren. Nach welchen Kriterien suchen Sie dagegen nach einem Menschen, der wirklich als Lebenspartner passen könnte?

Philipp Schwarzenberg: „Natürlich spielen zunächst klassische Kriterien wie Alter, Wohnort, Bildung, äußere Erscheinung oder der persönliche und finanzielle Hintergrund eine Rolle. Entscheidend ist für mich aber, was dahinterliegt: Welche Werte vertritt ein Mensch, wie gestaltet er seinen Alltag und was braucht er langfristig in einer Partnerschaft, um glücklich zu sein?

Um das nicht dem Zufall zu überlassen, nutze ich das PERMA-Modell von Martin Seligman. Wir beleuchten Faktoren wie Werte, Beziehungsmuster, Emotionen, persönliche Stärken und den Umgang mit Erfolgen. Diese Faktoren helfen dabei, nicht nur oberflächliche Gemeinsamkeiten zu erkennen, sondern genauer einzuschätzen, ob zwei Menschen auch in ihren grundlegenden Vorstellungen und Bedürfnissen zueinander passen.“

Hearthunter sucht auf Mandat bundesweit nach passenden Partnerinnen und Partnern. Wie läuft dieses „Liebes-Scouting“ grundsätzlich ab?

Philipp Schwarzenberg: „Meine genaue Methode werde ich natürlich nicht vollständig offenlegen. Grundsätzlich beginnt jede Suche aber mit einem sehr klaren Wunschprofil. Anschließend prüfe ich zunächst meinen eigenen, bewusst klein gehaltenen und sorgfältig kuratierten Pool. Findet sich dort noch kein passender Kontakt, beginnt das eigentliche Scouting über soziale Netzwerke. Dabei arbeite ich ausschließlich inbound und schreibe potenzielle Kandidatinnen oder Kandidaten nicht ungefragt an. Eingehende Nachrichten durchlaufen einen mehrstufigen Auswahlprozess. Danach folgt ein persönliches Gespräch, in dem ich prüfe, ob neben den äußeren Rahmendaten auch die persönliche Kompatibilität stimmt. Erst wenn beide Seiten grundsätzlich passen, werden Profil und Foto gegenseitig vorgestellt. Besteht auf beiden Seiten Interesse, stelle ich den Kontakt her und organisiere auf Wunsch auch das erste Date. So bleibt der Prozess persönlich, diskret und zugleich sehr strukturiert.“

Hohe berufliche Ansprüche übertragen sich nicht zwangsläufig auf die Partnersuche. Was suchen sogenannte Top-Performer heute tatsächlich in einer Beziehung?

Philipp Schwarzenberg: „Viele Top-Performer suchen in einer Beziehung vor allem das, was im beruflichen Alltag oft zu kurz kommt: Ruhe, Verlässlichkeit und echte Nähe. Gleichzeitig wünschen sie sich einen Partner, mit dem sie sich intellektuell austauschen, gemeinsame Interessen verfolgen und sich auch persönlich weiterentwickeln können.

Entscheidend sind außerdem eine wertschätzende Kommunikation, ähnliche Werte sowie emotionale und körperliche Intimität. Es geht also weniger um Status oder Perfektion, sondern um das Gefühl, sich wirklich auf Augenhöhe zu begegnen. Auf allen Ebenen.“

Sie stellen das Bild der klassischen „Trophy Wife“ infrage. Haben sich die Erwartungen erfolgreicher Männer an eine Partnerin in den vergangenen Jahren verändert?

Philipp Schwarzenberg: „Wer als Mann seine Partnerin nicht als persönlichen Gewinn sieht, hat schlicht die falsche Person an seiner Seite. Was ich jedoch massiv infrage stelle, ist das veraltete Klischee der reinen Statusergänzung: Frauen, deren einziger Beitrag darin besteht, sich zu inszenieren und die Kreditkarte des Mannes zu belasten. Wenn zwei Menschen mit diesem Modell glücklich werden – bitte. Das stelle ich nicht infrage. Aber für eine langfristige Beziehung auf Augenhöhe trägt das nicht. Die Männer, die mich engagieren, suchen eine echte Sparringspartnerin.

Wer zu mir kommt und eine 30 Jahre jüngere Frau nur als Dekoobjekt sucht, ist bei mir falsch. Erstens bin ich Matchmaker und kein Zauberer. Und zweitens passt eine so oberflächliche Suche schlichtweg nicht zu den Werten von Hearthunter.“

Eine Beziehung lebt von Emotionen und persönlicher Chemie. Wo endet deshalb selbst die beste professionelle Vorauswahl?

Philipp Schwarzenberg: „Beim Date. Ich kann Werte abgleichen, Lebensentwürfe prüfen und alle relevanten Rahmenbedingungen filtern. Das ist das Fundament. Aber die Magie, der Funke beim ersten Lachen – das lässt sich in keiner Excel-Tabelle der Welt berechnen. Genau dort endet meine professionelle Vorauswahl. Und das ist auch gut so.“

Der Erfolg Ihrer Dienstleistung hängt stark von individuellen Ergebnissen und persönlicher Betreuung ab. Wie lässt sich ein solches Geschäftsmodell überhaupt skalieren?

Philipp Schwarzenberg: „Dass hochgradig individuelle Dienstleistungen skalierbar sind, habe ich bereits in meiner vorherigen Agentur erlebt und mitgestaltet, die sich zu einem Millionenbusiness entwickelt hat. Ich kenne die Mechanik und die Zahlen dahinter also sehr genau. Die exakte Architektur meines heutigen Systems bleibt natürlich mein Betriebsgeheimnis. Das Grundprinzip ist aber klar: Es kommt auf das perfekte Zusammenspiel aus hochqualifiziertem Personal und einer leistungsfähigen digitalen Infrastruktur an.Technologie übernimmt die Datenanalyse, die Vorfilterung und die organisatorischen Prozesse. Der Mensch bleibt dort entscheidend, wo Empathie, Erfahrung, Intuition und persönliche Begleitung gefragt sind. Wer diese beiden Welten sinnvoll miteinander verbindet, baut eine skalierbare High-End-Manufaktur. Und genau das revolutioniert die Dating-Welt.“

Welche Vision verfolgen Sie mit Hearthunter, und wie möchten Sie die Partnervermittlung in den kommenden Jahren weiterentwickeln?

Philipp Schwarzenberg: „An allererster Stelle steht für mich Transparenz. Über Social Media dokumentiere ich meine tägliche Arbeit ganz offen. Wer heute eine klassische Agentur beauftragt, kauft oft die Katze im Sack. Bei Hearthunter soll jeder Klient vom ersten Tag an exakt verstehen, wie wir arbeiten und welchen Mehrwert wir liefern.

Mein persönlicher Antrieb ist einfach: Ich führe selbst eine unerschütterliche Partnerschaft auf Augenhöhe. Genau dieses Fundament möchte ich so vielen Menschen wie möglich zugänglich machen. Meine Frau ist selbst erfolgreiche Unternehmerin – wir teilen diese Vision und ziehen (meistens) an einem Strang. Das gibt mir eine enorme Grundstärke.

Beim Wachstum denke ich in klaren Phasen. Der Fokus liegt aktuell auf dem DACH-Raum, als Nächstes folgt der europäische Markt und langfristig die globale Aufstellung.

Ich bin erst 37 Jahre alt und habe noch viel vor. Mein Anspruch ist es, Hearthunter über die kommenden zwei Jahrzehnte zu einer festen Größe in der modernen Partnervermittlung zu entwickeln und die Branche dabei spürbar zu verändern.“

Welche drei Ratschläge würden Sie anderen Gründerinnen und Gründern geben, die ein Unternehmen in einem besonders persönlichen und vertrauenssensiblen Markt aufbauen möchten?

Philipp Schwarzenberg: „Erstens: Sei immer authentisch! Gerade in einem persönlichen und vertrauenssensiblen Markt merken Kunden sehr schnell, ob jemand wirklich hinter dem steht, was er sagt.

Zweitens: Respektiere dich selbst und deine Zeit! Nicht jeder Kunde passt zu jedem Unternehmen. Wer versucht, es allen recht zu machen, verliert irgendwann seine eigene Linie.

Drittens: Mach alles für deine Kunden! Wer Vertrauen erwartet, muss bereit sein, Verantwortung zu übernehmen, erreichbar zu sein und konsequent die bestmögliche Leistung zu liefern. Am Ende entscheidet genau das darüber, ob aus einem guten Angebot eine starke Marke wird.“

Bildcredits Paul Königer

Wir bedanken uns bei Philipp Schwarzenberg für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

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