Mittwoch, Februar 18, 2026
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octonomy holt Frank Piotraschke als CRO für die Expansion

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octonomy holt Frank Piotraschke als CRO für die Expansion

Key Takeaways

  • octonomy hat Frank Piotraschke zum Chief Revenue Officer ernannt, um die internationale Expansion nach einer Seed-Finanzierung von 20 Millionen US-Dollar voranzutreiben.
  • Mit seiner Erfahrung in der Skalierung wird Piotraschke die Go-to-Market-Strategie leiten und bestehende Produkte in umsatzstarke Strukturen überführen.
  • Das Unternehmen entwickelt KI-gestützte Lösungen für technischen Support und fokussiert sich auf komplexe Aufgaben, um hochqualifizierte Fachkräfte zu entlasten.
  • octonoy’s spezialisierter Ansatz könnte im wachsenden Markt Vorteile bringen, aber auch den adressierbaren Markt begrenzen.
  • Die nächsten Schritte umfassen die Expansion in den DACH-Raum und die USA sowie den Ausbau von Partnerschaften, um den Marktzugang zu beschleunigen.

Nach einer Seed-Finanzierung über 20 Millionen US-Dollar verstärkt das Kölner KI-Unternehmen octonomy sein Management und beruft Frank Piotraschke zum Chief Revenue Officer. Die Personalie markiert den Übergang von der Produktvalidierung zur internationalen Skalierung – und setzt ein klares Signal in Richtung Markterschließung und Umsatzaufbau.

Ein Managementsignal nach der Finanzierungsrunde

octonomy hat Frank Piotraschke als neuen Chief Revenue Officer verpflichtet. Er soll künftig die Go-to-Market-Strategie verantworten und den internationalen Ausbau des Geschäfts vorantreiben. Der Einstieg folgt auf eine Seed-Runde, deren Volumen im deutschen KI-Umfeld selbst in den Jahren 2025 und 2026 außergewöhnlich ist.

Mit der Entscheidung macht octonomy deutlich, dass die Finanzierung nicht als Abschluss einer Entwicklungsphase verstanden wird, sondern als Grundlage für strukturiertes Wachstum. Der Fokus verschiebt sich damit sichtbar von der reinen Technologieentwicklung hin zur Skalierung von Vertrieb, Partnerschaften und Marktpräsenz.

Warum octonomy jetzt auf Skalierungserfahrung setzt

Piotraschke war zuletzt mehrere Jahre als CRO beim Security-Unternehmen SoSafe tätig und baute dort die Go-to-Market-Organisation deutlich aus. Zuvor arbeitete er unter anderem bei Staffbase und Optimizely. Gemeinsam ist diesen Stationen, dass sie Unternehmen durch Phasen schnellen Wachstums und internationaler Expansion begleiteten.

Bei octonomy übernimmt Piotraschke nun eine zentrale Rolle zwischen Produkt, Vertrieb und Markt. Seine Aufgabe besteht weniger darin, neue Visionen zu formulieren, sondern darin, vorhandene Produktreife in skalierbare Umsätze und belastbare Strukturen zu übersetzen.

KI für technischen Support statt Allzwecklösungen

octonomy entwickelt KI-gestützte Automatisierungslösungen für technischen Support und Service. Die Software ist darauf ausgelegt, komplexe technische Dokumentationen zu verarbeiten und mit Live-Daten aus bestehenden Unternehmenssystemen zu arbeiten. Ziel ist es, wissensintensive Aufgaben zu automatisieren, die bislang von hochqualifizierten Fachkräften erledigt werden mussten.

Das Unternehmen positioniert sich damit bewusst abseits generischer KI-Tools. Während viele Anbieter auf möglichst breite Einsatzmöglichkeiten setzen, fokussiert sich octonomy auf technisch anspruchsvolle Support- und Serviceprozesse, bei denen Genauigkeit, Kontextverständnis und Integration entscheidend sind.

Was Unternehmen konkret erwarten können

Im Mittelpunkt des Angebots stehen digitale Fachkräfte, die mehrstufige Aufgaben im Support übernehmen. Sie analysieren technische Unterlagen, greifen auf Unternehmensdaten zu und liefern strukturierte Ergebnisse für Service- und Supportanfragen.

Vorgesehen ist eine vergleichsweise schnelle Integration in bestehende IT-Landschaften. Der praktische Nutzen liegt vor allem darin, dokumentenintensive Vorarbeiten zu reduzieren und qualifizierte Mitarbeitende von repetitiven Aufgaben zu entlasten. octonomy adressiert damit Unternehmen, die unter Fachkräftemangel und steigender Prozesskomplexität leiden.

Marktcheck: Spezialisierung als Stärke – und als Grenze

octonomy agiert in einem wachsenden Markt für KI-gestützte Automatisierung. Viele Wettbewerber verfolgen Plattformansätze, die möglichst viele Anwendungsfälle abdecken sollen. In der Praxis zeigt sich jedoch, dass diese Modelle bei komplexen technischen Inhalten häufig an Grenzen stoßen.

Der spezialisierte Ansatz von octonomy kann hier ein Vorteil sein, da tiefes Domänenwissen und enge Systemintegration im technischen Support eine zentrale Rolle spielen. Gleichzeitig begrenzt diese Fokussierung den adressierbaren Markt. Ob sich das Modell auf weitere Industrien oder angrenzende Anwendungsfelder ausdehnen lässt, ohne an Substanz zu verlieren, wird für das langfristige Wachstum entscheidend sein.

Expansion nach der Seed-Runde: Struktur vor Tempo

Mit Piotraschke als CRO will octonomy den Schritt von erfolgreichen Pilot- und Produktionseinsätzen hin zu internationaler Skalierung vollziehen. Geplant ist die Erschließung weiterer Märkte im DACH-Raum sowie in den USA. Parallel dazu sollen Partnerschaften ausgebaut werden, um Marktzugänge zu beschleunigen.

Die hohe Seed-Finanzierung verschafft dem Unternehmen dafür erheblichen Handlungsspielraum. Wie sich Preismodelle, Vertriebsstrukturen und Markteintrittsstrategien konkret entwickeln, dürfte sich jedoch erst in den kommenden Quartalen zeigen.

Stimmen aus dem Management von octonomy

Piotraschke sagt, ihn habe überzeugt, dass octonomy nicht bei Konzepten stehen geblieben sei, sondern bereits produktive Kundennutzung vorweisen könne. Diese Kombination aus Technologie und Anwendung sei für ihn ausschlaggebend gewesen.

CEO Sushel Bijganath betont, Piotraschke habe mehrfach bewiesen, dass er Unternehmen aus frühen Phasen heraus skalieren könne. Diese Erfahrung sei nun entscheidend, da Produktreife und Marktnachfrage zeitlich zusammenfielen.

Ausblick von octonomy: Der Übergang zur skalierbaren Organisation

Mit der Verpflichtung eines erfahrenen CRO setzt octonomy ein klares Zeichen: Die Phase des Experimentierens soll in eine Phase strukturierter Skalierung übergehen. Technologie allein reicht dafür nicht aus – gefragt sind Prozesse, Vertriebskompetenz und internationale Markterfahrung.

Ob octonomy diesen Übergang erfolgreich meistert, wird davon abhängen, wie konsequent das Unternehmen seinen spezialisierten Ansatz weiterentwickelt und gleichzeitig die organisatorischen Grundlagen für nachhaltiges Wachstum legt. Die kommende Expansionsphase dürfte damit zur eigentlichen Bewährungsprobe werden.

Foto/Quelle: octonomy

Wie treffen Vertriebsteams heute wirklich die richtigen Entscheidungen?

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ZopaAI im Vertrieb: Wie KI bessere Entscheidungen ermöglicht Alexander Schöneseiffen (rechts) zu Gast im Bundestag bei Matthias Mieves (Mitglied im Digitalisierungsausschuss des Bundestages)

ZopaAI unterstützt den Vertrieb mit einer KI-Plattform, die datengetriebene Entscheidungen ermöglicht, Potenziale sichtbar macht und Risiken frühzeitig erkennt

Wie ist ZopaAI entstanden und welche Personen stehen heute hinter dem Startup?

ZopaAI ist angetreten als Europäische Antwort auf die amerikanische Dominanz in der KI-Entwicklung. Die Keimzelle legte Alexander Schöneseiffen (CEO). Während seiner Promotion erforschte er das Potential von KI im B2B und kam schnell zu der Erkenntnis, dass existierende KI-Lösungen durch ihre limitierte Zuverlässigkeit starke Schwächen aufweisen. Die Idee wurde weiterentwickelt mit Prof. Dr. Benedikt Schnellbächer (CIO) und Mitstreitern vom Deutschen Forschungszentrum für künstliche Intelligenz (DFKI).

Wofür steht ZopaAI inhaltlich und welches konkrete Problem löst ihr mit eurer KI-Software für Unternehmen?

ZopaAI unterstützt den Vertrieb indem durch die KI-Lösung Sales-Potentiale und Risiken von Kunden quantifiziert werden. Vertriebsleiter und Vertriebsexperten sehen auf einen Blick, welche Unternehmen priorisiert werden können. Über 120.000 Datenquellen werden genutzt werden, um die aktuelle Kundensituation und somit den Bedarf zu erfassen.

Welche Vision verfolgt ZopaAI langfristig im Bereich datengetriebener Vertriebsentscheidungen?

Langfristig verfolgt ZopaAI die Vision, Vertriebsteams so zu stärken, dass sie schneller und präziser auf Marktveränderungen reagieren können als je zuvor. Dabei geht es nicht darum, den Vertrieb zu ersetzen, sondern ihn mit einer KIPlattform auszustatten, die komplexe Daten in klare, umsetzbare Entscheidungen übersetzt.
ZopaAI soll sich zu einem zentralen Steuerungssystem für strategische und operative Vertriebsentscheidungen entwickeln: Einem Werkzeug, das Chancen früh erkennt, Risiken sichtbar macht und Vertriebsteams befähigt, in dynamischen Märkten souverän zu agieren.
Unsere Vision ist ein Vertrieb, der nicht mehr im Rückspiegel arbeitet, sondern vorausschauend, datenbasiert und mit maximaler Wirkung. ZopaAI wird dabei zum intelligenten CoPilot, der Menschen unterstützt, ihre Erfahrung und ihr Urteilsvermögen mit der Kraft moderner KI zu verbinden.

Wie hilft eure Technologie Unternehmen dabei, bessere Entscheidungen in Vertrieb und Kundenbeziehungen zu treffen?

Die Technologie von ZopaAI analysiert Kunden-, Produkt-, Wettbewerbs- und Unternehmensdaten in mehreren aggregierten Ebenen. ZopaAI-Klienten erhalten dadurch für ihre Kunden Preis- und Volumenpotenziale, frühzeitige Warnsignale und konkrete Handlungsempfehlungen wie die Potentiale gehoben und Risiken vermieden werden können.

An welche Zielgruppe richtet sich ZopaAI und welche Bedürfnisse stehen dabei besonders im Fokus?

ZopaAI richtet sich an B2B-Unternehmen mit komplexen Vertriebsstrukturen, bei denen Entscheidungen auf Grundlage vieler unterschiedlicher Daten getroffen werden. Die Software findet bereits im Maschinenbau, in der Pharma-Industrie und im Automobilbereich Anwendung. Klienten betonen dabei Ihr Interesse den Umsatz durch ein gestärktes Vertriebsteam zu steigern und eine höhere Markttransparenz für sich zu erreichen.

Was unterscheidet ZopaAI von anderen KI-Lösungen im Bereich Sales und Marktanalyse?

ZopaAI unterscheidet sich vor allem durch die Kombination einer außergewöhnlich großen Datenbasis von 120.000 Unternehmensdaten und der wissenschaftlichen Expertise durch die Partnerschaft mit dem Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz. Die klare Übersetzung von KI-Analysen in konkrete Vertriebsmaßnahmen statt reiner Datenvisualisierung bilden ein weiteres Alleinstellungsmerkmal. ZopaAI hat es sich zum Ziel gesetzt nicht nur ein Analyse-Tool zu sein, sondern immer zur konkreten Umsetzung beizutragen.

Welche Rolle spielen Datenqualität und Quellenvielfalt für eure Arbeit bei ZopaAI?

Datenqualität und Quellenvielfalt sind für ZopaAI zentrale Erfolgsfaktoren. Unsere KI entfaltet ihre volle Stärke erst durch die Kombination aus hochwertigen internen Unternehmensdaten und einer außergewöhnlich breiten externen Datenbasis. Diese Vielfalt ermöglicht ein mehrdimensionales, präzises und aktuelles Bild von Kunden, Märkten und Wettbewerbsbewegungen – weit über das hinaus, was klassische Analysen leisten können.
Je besser die Datenqualität und je größer die Quellenvielfalt, desto zuverlässiger erkennt ZopaAI Potenziale, antizipiert Risiken und leitet konkrete Maßnahmen ab. Für uns ist Datenqualität daher nicht nur ein technischer Aspekt, sondern die Grundlage für vertrauenswürdige, strategisch relevante Entscheidungen im Vertrieb.

Welche Herausforderungen begegnen euch aktuell beim Aufbau und der Skalierung des Unternehmens?

Eine der größten Herausforderungen besteht darin, die enorme Geschwindigkeit technologischer Entwicklungen mit der Realität gewachsener Vertriebsorganisationen zu synchronisieren. Während KI-Modelle heute im Monatsrhythmus neue Leistungsgrenzen erreichen, benötigen Unternehmen stabile, integrierbare Lösungen, die sofort Mehrwert liefern.
ZopaAI bewegt sich bewusst in diesem Spannungsfeld: Wir wollen technologische Spitzenleistung liefern und gleichzeitig eine Plattform schaffen, die sich nahtlos in bestehende Systeme einfügt und den Vertrieb spürbar stärkt.
Die eigentliche Herausforderung ist daher nicht nur technischer Natur, sondern strategisch: Wie baut man eine KI-Plattform, die heute funktioniert, morgen führend ist und übermorgen den Markt prägt?

Wie geht ihr bei ZopaAI mit dem Spannungsfeld zwischen technischer Komplexität und praktischer Anwendbarkeit um?

Wir verfolgen einen klassischen Plug-and-Play-Ansatz. Plug-and-Play bedeutet bei ZopaAI, dass Unternehmen ohne technische Hürden sofort von KI-gestützten Vertriebs-Insights profitieren können. Falls Kunden eigene Anforderungen mitbringen, entwickeln wir diese kollaborativ und integrieren diese in die bestehende Systemlandschaft.

Welche nächsten Entwicklungsschritte plant ihr für ZopaAI in den kommenden Monaten?

In den kommenden Monaten konzentriert sich ZopaAI darauf, die Plattform von einem Analyse- und Empfehlungssystem hin zu einem wirklich intelligenten Steuerungsinstrument für den Vertrieb weiterzuentwickeln. Ein zentraler Schwerpunkt liegt dabei auf der Weiterentwicklung unserer KI-Modelle, die künftig nicht nur Potenziale erkennen, sondern komplexe Marktbewegungen antizipieren und unterschiedliche Szenarien simulieren können. Ziel ist eine KI, die Vertriebsteams nicht nur informiert, sondern ihnen einen echten strategischen Vorsprung verschafft.

Parallel arbeiten wir daran, unsere Handlungsempfehlungen deutlich adaptiver zu gestalten. Die KI soll lernen, aus dem Verhalten der Nutzerinnen und Nutzer zu schließen, welche Maßnahmen in welchem Kontext am wirkungsvollsten sind und diese Empfehlungen dynamisch an Unternehmensstrategie, Marktphase und Kundensegment anpassen.
Langfristig ebnen diese beiden Entwicklungslinien den Weg zu einem nächsten großen Schritt: einer Plattform, die autonom priorisiert, Chancen erkennt und operative Schritte anstoßen kann. ZopaAI entwickelt sich damit konsequent in Richtung einer Lösung, die nicht nur Daten analysiert, sondern Vertrieb neu denkt: schneller, präziser und intelligenter als alles, was heute im Markt existiert.

Wo seht ihr ZopaAI in drei bis fünf Jahren im Markt für KI-gestützte B2B-Software?

In drei bis fünf Jahren sehen wir ZopaAI als eine der führenden europäischen Plattformen für KIgestützte Vertriebssteuerung. Es soll ein System sein, das in modernen B2BSalesOrganisationen genauso selbstverständlich genutzt wird wie heute ein CRM. Unser Anspruch ist es, die Art und Weise, wie Unternehmen Vertriebsentscheidungen treffen, grundlegend zu verändern. Weg von fragmentierten Daten und Bauchgefühl, hin zu einer zentralen, intelligenten Instanz, die Chancen erkennt, Risiken antizipiert und operative Schritte aktiv unterstützt.
Wir arbeiten darauf hin, dass ZopaAI nicht nur ein AnalyseTool ist, sondern ein strategischer CoPilot für den gesamten Vertrieb, der Marktbewegungen vorhersieht, Szenarien simuliert und Unternehmen hilft, schneller und präziser zu handeln als ihre Wettbewerber. Wenn wir unsere Vision realisieren, wird ZopaAI in fünf Jahren ein zentraler Baustein europäischer Wettbewerbsfähigkeit im B2BVertrieb sein.

Welche drei Ratschläge würdet ihr anderen Gründerinnen und Gründern mit auf den Weg geben?

Baut Lösungen, die morgen noch relevant sind.
Technologien verändern sich rasant. Wer heute gründet, sollte nicht nur ein aktuelles Problem lösen, sondern eine Architektur schaffen, die zukünftige Entwicklungen antizipiert. Zukunftsfähigkeit ist kein Zufall, sondern eine bewusste Designentscheidung.

Validiert radikal — aber denkt groß.
Früh mit echten Kunden zu sprechen ist entscheidend. Gleichzeitig sollte man sich nicht von kurzfristigem Feedback in seiner Vision klein machen lassen. Die Kunst liegt darin, reale Kundenbedürfnisse ernst zu nehmen, ohne die langfristige Ambition zu verlieren.

Komplexität gehört euch, Einfachheit euren Kunden.
Die besten Produkte sind technologisch anspruchsvoll, aber intuitiv nutzbar. Gründerinnen und Gründer sollten bereit sein, die Komplexität im Hintergrund zu tragen, damit Kundinnen und Kunden im Vordergrund sofort Mehrwert erleben.

Bild: Alexander Schöneseiffen (rechts) zu Gast im Bundestag bei Matthias Mieves (Mitglied im Digitalisierungsausschuss des Bundestages) Bildcredits @privat

Wir bedanken uns bei Benedikt Schnellbächer für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.


Premium Start-up: ZopAI

Kontakt:

ZopaAI GmbH
Saarland University
Campus A1 1
66123 Saarbrücken (Germany)

https://zopaai.com/
info@zopaai.com

Ansprechpartner:
Alexander Schöneseiffen – alexander.schoeneseiffen@zopaai.com
Benedikt Schnellbächer – benedikt.schnellbaecher@zopaai.com

Social Media:
LinkedIn

Orbem erhält 55,5 Mio. Euro für KI-gestützte MRT

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KI-gestützte MRT Das Management Team von Orbem
Ich habe euch ein Bild vom Orbem‑Management angehängt (v.l.n.r.: Dr. Miguel Molina (CTO & Co‑Founder), Dr. Maria Laparidou (CSO & Co‑Founder), Dr. Pedro Gómez (CEO & Co‑Founder), Benjamin Rauser (CCO)).

Key Takeaways

  • Das Münchner Deeptech-Unternehmen Orbem hat eine Series-B-Finanzierungsrunde über 55,5 Millionen Euro abgeschlossen, um seine KI-gestützte MRT-Technologie international zu skalieren.
  • Die Finanzierung soll vor allem für den Markteintritt in den USA und eine Expansion in der Lebensmittelproduktion eingesetzt werden.
  • Orbems Technologie kombiniert Magnetresonanztomographie mit KI-Modellen zur nicht-invasiven Analyse biologischer Materialien.
  • Das Unternehmen bietet bereits Produkte in der Geflügelindustrie an, darunter Genus Focus zur Geschlechtsbestimmung von Embryonen und Genus Scale zum Erkennen unbefruchteter Eier.
  • Langfristig plant Orbem, ähnliche Verfahren auch auf pflanzliche Agrarprodukte zu übertragen und den US-Markt kommerziell anzugehen.

Das Münchner Deeptech-Unternehmen Orbem hat eine Series-B-Finanzierungsrunde über 55,5 Millionen Euro abgeschlossen. Mit dem Kapital will das Unternehmen seine KI-gestützte MRT-Technologie international skalieren, insbesondere für Anwendungen in der Lebensmittelproduktion. Ein Schwerpunkt liegt auf dem Markteintritt in den USA sowie auf neuen Einsatzfeldern in Agrar- und perspektivisch im Gesundheitssektor.

Series-B-Finanzierung als Grundlage für internationale Skalierung

Orbem hat eine Finanzierungsrunde über 55,5 Millionen Euro abgeschlossen, angeführt vom europäischen Deeptech-Investor Innovation Industries. Zudem beteiligen sich Supernova Invest sowie mehrere bestehende Investoren, darunter General Catalyst und 83North.

Vorgesehen ist, das Kapital für die internationale Expansion zu nutzen. Neben dem Aufbau des US-Geschäfts plant Orbem, seine bestehenden Lösungen in der Geflügelindustrie weiter auszurollen. Gleichzeitig soll die Technologie auf zusätzliche Bereiche der Lebensmittelproduktion übertragen werden. Auch eine spätere Anwendung im Gesundheitswesen ist Teil der langfristigen Planung.

KI-gestützte MRT für den industriellen Einsatz

Kern der Technologie ist die Kombination aus Magnetresonanztomographie und eigens entwickelten KI-Modellen. Die Systeme ermöglichen es, biologische Materialien nicht-invasiv und automatisiert zu analysieren. Anders als klassische MRT-Anwendungen sind die Systeme für den industriellen Dauerbetrieb ausgelegt und auf hohe Durchsatzraten optimiert.

Parallel baut Orbem einen umfangreichen biologischen Datensatz auf, der als Grundlage für das Training der KI dient. Ziel ist es, wiederkehrende biologische Muster zu erkennen und in Echtzeit auszuwerten. Nach Angaben des Unternehmens soll die Plattform so auf unterschiedliche Anwendungsfelder übertragbar sein, ohne jeweils neue Hardware entwickeln zu müssen.

Anwendungen von KI-gestützte MRT in der Geflügelindustrie als erstes Einsatzfeld

In der Geflügelindustrie ist Orbem bereits mit mehreren Produkten im Einsatz. Das bekannteste System, Genus Focus, dient der Geschlechtsbestimmung von Embryonen im Ei. Die Analyse erfolgt nicht-invasiv und in sehr kurzer Zeit. Damit bietet das System eine Alternative zu Verfahren, bei denen männliche Küken nach dem Schlüpfen getötet werden – eine Praxis, die in mehreren Ländern aus ethischen Gründen eingeschränkt oder verboten ist.

Ein weiteres Produkt, Genus Scale, erkennt unbefruchtete Eier vor der Bebrütung. Diese können frühzeitig aussortiert und anderweitig genutzt werden. Für Brütereien bedeutet das eine effizientere Nutzung von Kapazitäten und eine Reduzierung von Lebensmittelabfällen.

Künftig will Orbem ähnliche Analyseverfahren auf pflanzliche Agrarprodukte übertragen. Vorgesehen ist, innere Schäden oder Qualitätsmängel bei Obst und Gemüse zu erkennen, bevor die Ware den Handel erreicht.

Marktcheck: Tiefenanalyse mit KI-gestützte MRT gegen etablierte Prüfsysteme

In der Lebensmittelindustrie kommen bislang vor allem optische Inspektionssysteme, Röntgentechnik oder Stichprobenanalysen zum Einsatz. Orbems Ansatz hebt sich durch die Nutzung von MRT ab, die deutlich tiefere Einblicke in biologische Strukturen erlaubt.

Der Vorteil liegt in der präzisen, zerstörungsfreien Analyse. Gleichzeitig ist MRT-Technologie technisch anspruchsvoll und kostenintensiv. Ob sich der Ansatz breit durchsetzt, dürfte davon abhängen, wie gut sich die Systeme in bestehende Produktionslinien integrieren lassen und wie wirtschaftlich der Betrieb im Vergleich zu etablierten Prüfverfahren ist.

Im Wettbewerb positioniert sich Orbem damit nicht als klassische Softwarelösung, sondern als spezialisierter Technologieanbieter für klar definierte industrielle Anwendungsfälle.

USA-Expansion zwischen Marktpotenzial und freiwilligen Standards

Mit dem Eintritt in den US-Markt adressiert Orbem einen der weltweit größten Agrarmärkte. Anders als in Teilen Europas existieren dort bislang keine flächendeckenden gesetzlichen Verbote für das Töten männlicher Küken. Stattdessen wird der Markt stärker durch freiwillige Standards, Zertifizierungen und Handelsanforderungen geprägt.

Für Orbem bedeutet das: Der Markteintritt dürfte weniger regulatorisch, dafür stärker kommerziell getrieben sein. Entscheidend wird sein, ob große Produzenten und Handelsketten bereit sind, in zusätzliche Technologie zu investieren, um ethische oder qualitative Standards nachzuweisen.

Aussagen des Managements und der Investoren

CEO und Mitgründer Dr. Pedro Gómez betont, dass Orbem MRT erstmals vollautomatisiert und in sehr kurzer Zeit einsetze. Die neue Finanzierung solle helfen, die Expansion in den USA zu beschleunigen und weitere Branchen für die KI-gestützte MRT zu erschließen.

Von Investorenseite wird hervorgehoben, dass es Orbem gelungen sei, eine komplexe physikalische Technologie in industrielle Prozesse zu überführen. Die Plattform eigne sich aus Sicht der Geldgeber für mehrere Sektoren, bleibe aber stark von der erfolgreichen Skalierung abhängig.

Skalierung entscheidet über den nächsten Entwicklungsschritt

Mit der Series-B-Finanzierung hat Orbem die finanziellen Voraussetzungen geschaffen, um seine Technologie international auszurollen. Der nächste entscheidende Schritt wird sein, ob sich der MRT-basierte Ansatz auch außerhalb der Geflügelindustrie wirtschaftlich etablieren lässt.

Der Markteintritt in den USA dürfte dabei als Belastungstest dienen. Langfristig hängt der Erfolg des Unternehmens davon ab, ob es gelingt, neue Anwendungen zügig zur Marktreife zu bringen und die technologische Komplexität in stabile industrielle Prozesse zu übersetzen.

Foto/Quelle: Orbem

Neue Kapitaldisziplin: Was nach Wachstum um jeden Preis kommt

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Europa, KI und Kapitaleffizienz im Wandel des Marktes Autorin Carissimo Costanza

Über Jahre galt in der Start-up-Welt: Wer schnell wächst, setzt sich durch. Die Profitabilität war zweitrangig. Doch seit 2022 haben höhere Zinsen, dauerhaft angespannte Kapitalmärkte und geopolitische Unruhen die Spielregeln in Europa verändert. Es zählt nicht mehr, wer am schnellsten skaliert. Stattdessen sind Kapitaleffizienz, Resilienz der Geschäftsmodelle und ein glaubwürdiger Pfad zur Profitabilität die neuen Maxime, auf Investor:innen in Europa achten.

Neue Wachstumslogiken: Zwischen Konsolidierung und KI

Das neue Marktumfeld hat die Situation für Unternehmen aus Bereichen wie B2B-Marktplätze für Lebensmittel, Embedded Fintech und CO2-Bilanzierung drastisch verändert. Wurden sie vor einigen Jahren noch heiß gehandelt wurden, haben einige Unternehmen mittlerweile zu kämpfen. Andere haben sich erfolgreich auf Rentabilität konzentrieren. Eine gewisse Konsolidierung wird jedoch unvermeidlich sein.

Zudem hat KI die Spielregeln verändert: Unternehmen, die auf der Anwendungsebene aufbauen, wie Lovable und Replit, erzielen in bisher unerreichter Zeit und mit relativ kleinen Teams Umsätze in zweistelliger Millionenhöhe. Damit legen sie die Messlatte für alle höher. Andererseits sehen sich viele Unternehmen, die auf der Grundlagenebene aufbauen, mit hohen Kosten für Daten und Modelltraining konfrontiert. Dies erfordert erhebliches Kapital für ihr Wachstum.

Darüber hinaus entstehen neue Sektoren, wie beispielsweise KI-native Geschäftsmodelle und KI-gestützte Buy-and-Build-Strategien. Hier übernehmen VCs eher traditionelle dienstleistungsorientierte Unternehmen, fusionieren sie und verbessern Margen und Rentabilität durch aggressive KI-gestützte Automatisierung. Es bleibt jedoch abzuwarten, ob dies in großem Maßstab und für venture-ähnliche Renditen funktionieren wird.

Europas KI-Skalierung braucht neue Kapital- und Kooperationsmodelle

Festzuhalten ist, dass der KI-Sektor zwar nach wie vor sehr gehypt ist, es aber mittlerweile erste Anzeichen für eine Normalisierung gibt. Dies macht die Kapitaleffizienz als strategischen Kontrollfaktor noch wichtiger. Nicht nur als Kostenfaktor, sondern als Voraussetzung für langfristige Wettbewerbsfähigkeit.

In diesem angespannten Umfeld selektiver Konsolidierung, hoher technologischer Komplexität und wachsendem Druck zur Kapitaldisziplin steht Europa somit vor der Frage, wie sich eine nachhaltige Skalierung umsetzen lässt. Dies gilt vor allem, weil es immer schwieriger wird, Innovationen in kapitalintensiven und regulierten Sektoren isoliert und allein mit Risikokapital zu skalieren. Denn obwohl es diverse horizontale KI-Anwendungen, die mit einem Bottom-up-Ansatz oder produktgesteuertem Wachstum die Fluchtgeschwindigkeit erreicht haben, braucht es für Innovationen in komplexen Bereichen wie Gesundheitswesen, Finanzwesen, Lieferkette und Fertigung einen anderen Ansatz.

Warum Zusammenarbeit in Europa an Bedeutung gewinnt

Ein zentraler Hebel für nachhaltige Skalierung ist daher das Zusammenspiel unterschiedlicher Akteure – insbesondere die Zusammenarbeit zwischen Start-ups und etablierten Unternehmen. Gerade in Europa stehen viele Konzerne unter Druck, technologische Innovation schneller zu implementieren. Kooperationen mit Start-ups bieten hier einen klaren Vorteil: Während junge Unternehmen Geschwindigkeit, technologische Tiefe und neue Denkweisen einbringen, verfügen etablierte Unternehmen über Marktkenntnis, regulatorische Erfahrung und Skalierungsinfrastruktur. Vor allem in Bereichen wie Gesundheit, Energie oder Industrie entsteht so ein Innovationsansatz, der auf geteiltem Risiko und gemeinsamer Wertschöpfung basiert.

Europas strukturelle Stärken als Innovationsmotor

Beispiele wie Owkin und Sanofi im Gesundheitswesen, Northvolt und BMW in der Batterietechnologie oder Climeworks und große Energieversorger im Bereich der CO₂-Entfernung zeigen, wie dieses Zusammenspiel in der Praxis funktioniert. Forschung, Kapital und industrielle Anwendung greifen hier ineinander, sodass ein Modell entsteht, das technologische Tiefe, regulatorische Kompetenz und langfristige Resilienz miteinander verbindet. Die Ergebnisse sind nicht nur wirtschaftlich relevant, sondern adressieren auch strukturelle Herausforderungen – von Versorgungssicherheit bis Dekarbonisierung.

Neben der engeren Verzahnung von Unternehmen und Start-ups muss sich Europa zudem auf seine wissenschaftliche Stärke berufen. Denn viele europäische Technologieunternehmen sind aus universitärer Forschung oder industriellen Innovationsclustern hervorgegangen, etwa DeepMind aus der Universität Cambridge, BioNTech aus der Universitätsmedizin Mainz oder Exscientia aus der University of Oxford. Diese Nähe zwischen Wissenschaft, Industrie und Kapital begünstigt Geschäftsmodelle, die nicht primär auf Geschwindigkeit, sondern auf Substanz und Langlebigkeit ausgelegt sind.

Wenn es Europa gelingt das vorhandene Potenzial vollständig zu nutzen, hat der Kontinent gute Chancen sich im globalen Innovationswettbewerb eigenständig positioniert – ohne das Silicon Valley zu kopieren.

Europa muss bei KI eigene Stärken ausspielen

Festzuhalten ist schließlich auch folgender Aspekt: KI-Innovation wird sich in den verschiedenen Branchen unterschiedlich. So ist das Gesundheitswesen etwa aufgrund unterschiedlicher Marktlogiken auf den verschiedenen Kontinenten sehr regional geprägt. Dies begünstigt europaspezifische Lösungen.

Ähnliches gilt für den Finanzsektor. Hier ist die Digitalisierung in Ländern außerhalb der USA viel weiter fortgeschritten. Dies ermöglicht europäischen Akteuren Lösungen zu entwickeln, die mehrere Märkte bedienen können.

Bisher ungelöst sind Innovation im Bereich der physischen KI. Mit einer Vielzahl von Anwendungen aus den Bereichen Industrieautomation, Simulationen und Haushaltsroboter erlaubt sie Robotern und Software, die Funktionsweise der physikalischen Welt zu verstehen.

Während die Zusammenarbeit zwischen Start-ups und Unternehmen in all diesen Bereichen entscheidend sein wird, ist die Stärke Europas hinsichtlich industrieller Exzellenz, einschließlich des starken deutschen Mittelstands, und Robotik-Know-how eine enorme Chance, die es zu nutzen gilt.

Europas Venture-Ökosystem in der Reifephase

Der europäische Venture-Markt befindet sich damit nicht in einer Phase des Rückzugs, sondern in einer Phase der Neujustierung. Wachstum bleibt zentral, folgt jedoch anderen Regeln: Kapitaleffizienz, technologische Tiefe und belastbare Partnerschaften treten an die Stelle kurzfristiger Skalierungslogiken. Gerade im Zusammenspiel aus selektiver Konsolidierung, KI-getriebener Innovation und zunehmender Zusammenarbeit zwischen Start-ups, Industrie und Forschung entsteht ein Modell, das auf langfristige Wertschöpfung ausgerichtet ist.

Auch wenn sich aus globalen Ökosystemen mehrere wichtige Erkenntnisse ziehen lassen: Europas Stärke liegt nicht im Kopieren bestehender Erfolgsrezepte, sondern in der Fähigkeit, unter komplexen Rahmenbedingungen robuste, wettbewerbsfähige Technologien hervorzubringen. Mit Substanz statt Geschwindigkeit als zentralem Differenzierungsmerkmal.

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Wie entscheidet sich die Zukunft privater 5G-Netze in Deutschland?

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Boldyn Networks Rüdiger Hnyk und Klaus Nagora Boldyn Networks und private 5G-Netze in Deutschland

Boldyn Networks entwickelt private 5G-Netze und treibt den Einsatz von 5G in kritischen Infrastrukturen und der Industrie voran. Im Interview erläutert Rüdiger Hnyk, COO von Boldyn Networks Germany, wie aus dem Münchner Start-up Smart Mobile Labs ein zentraler Bestandteil von Boldyn Networks wurde.

Wie blicken Sie heute auf die Entwicklung von Smart Mobile Labs (SML) hin zu Boldyn Networks. Welche Faktoren haben den Aufstieg zum führenden Anbieter privater 5G-Netze möglich gemacht?

Ich betrachte meinen Geschäftspartner Klaus Nagora und mich im Bereich Telekommunikation als Visionäre und Vorreiter – wir waren früh von der Zukunftsfähigkeit von Technologien wie 5G überzeugt. Darüber hinaus hatten wir Ideen für Applikationen, die mit 5G Erfolg haben würden. Wir entwickelten und bauten für unsere Kunden oft schon in Frühphasen Basistechnologie für spezifische Anwendungen (Use Cases) auf 5G. Wir arbeiteten dabei viel mit Universitäten und Forschungseinrichtungen zusammen. Die Entwicklung unserer patentierten Live-Video-Streaming-Softwarelösung EVO (Edge Video Orchestrator) für 5G Netzwerke hat uns dann weltweit an die Spitze bei der Videoübertragung in Echtzeit gebracht.

Was waren die ausschlaggebenden Gründe für den Verkauf von SML an Boldyn Networks und wie haben Sie diesen Prozess persönlich erlebt?

Es ist sowohl für uns als auch für unsere Kunden äußerst motivierend, uns Boldyn Networks auf seinem globalen Wachstumspfad anzuschließen. Wir sind dadurch in der Lage, unsere privaten Mobilfunknetze und unsere EVO-Angebote nicht nur in Deutschland, sondern weltweit zu skalieren, nun mit der Unterstützung eines neutralen Host-Portfoliomanagers und eines globalen Expertenteams. Wir teilen Boldyn’s Fokus auf die Entwicklung mutiger Lösungen, die die Bedürfnisse unserer Kunden erfüllen. Es liegt in unserer DNA, diesen Bedürfnissen immer einen Schritt voraus zu sein.

Welche Synergien entstehen durch die Verbindung der SML-Expertise mit den internationalen Strukturen von Boldyn Networks?

Durch die Integration von SML konnte Boldyn sofort auf unserer Erfahrung und Marktposition in Deutschland aufbauen: mehr als 60 implementierte private 5G-Netzwerke, ein Connectivity-Team mit rund 20 Experten und ein bestehender Kundenstamm. Wir bündeln auf diese Weise tiefes lokales Know-how mit internationaler Umsetzungserfahrung. SML bringt technische Spezialkompetenz mit — insbesondere bei 5G-Standalone-Architekturen und ultra-niedriger Latenz. Boldyn ergänzt dies um global skalierbare Prozesse, Finanzierungsmöglichkeiten und jahrzehntelange Erfahrung in komplexen Verkehrs- und Industrieumgebungen. Für Kunden entsteht damit ein Leistungsniveau, das in dieser Form bislang kaum verfügbar war.

Welche Rolle spielt die von Ihnen entwickelte EVO – Edge Video Orchestration bei der Weiterentwicklung von 5G-Anwendungen und im Wettbewerb um technologische Spitzenpositionen?

5G ist eine Technologie, die sich besonders gut für Live-Übertragung eignet, wegen der höheren Bandbreite und niedrigere Latenz, also Verzögerung. Mit unserer patentierten Live-Video-Streaming-Softwarelösung EVO haben wir es auf diese Weise geschafft, Technologie mit einer extrem niedrige Latenz von 0, 1 Sekunden bei der Bildübertragung zu entwicklen. Damit sind wird deutlich besser als die gesetzlichen Anforderungen, die 0, 2 Sekunden vorschreiben. Ein Mensch hat im Vergleich z. B. im Autoverkehr eine Reaktionszeit von 1 bis 2 Sekunden. Was bedeutet das? Mit unserer EVO-Technologie können wir nun zum Beispiel im Bereich Verkehr, den Weg zum autonomen Fahren ebnen. Wir haben bereits einige bedeutende Projekte in Vorbereitung, bei denen wir diese Technologie nutzen werden.

Wie verändert sich Ihre Verantwortung in der neuen Führungsrolle als COO Deutschland im Vergleich zur Arbeit in einem Startup?

In einem Startup liegt der Fokus stark auf Produktentwicklung, Innovation und Geschwindigkeit. Viele Entscheidungen sind sehr operativ geprägt, Verantwortlichkeiten überschneiden sich, und man ist in nahezu jeden Schritt involviert. Als COO Deutschland bei Boldyn Networks hat sich mein Verantwortungsbereich deutlich erweitert. Neben der technologischen Weiterentwicklung geht es nun stärker um Skalierung, Struktur und nachhaltige Prozesse. Ich verantworte den operativen Betrieb, den Ausbau unserer Organisation sowie die Umsetzung unserer Wachstumsstrategie in Deutschland. Gleichzeitig ist es meine Aufgabe, die unternehmerische Denkweise aus der Startup-Zeit zu bewahren und sicherzustellen, dass wir trotz Größe agil, kundennah und innovationsgetrieben bleiben.

Welche strategischen Ziele verfolgen Sie gemeinsam mit Boldyn Networks für den deutschen Markt in den kommenden Jahren?

Deutschland ist ein strategischer Wachstumsmarkt für Boldyn Networks. Unsere Expansion hier bedeutet nicht nur eine größere Präsenz – es geht darum, unsere Wirkung zu vertiefen.
Unser Ziel ist es, private 5G-Netze in Deutschland so verfügbar und betriebsbereit zu machen, dass sie ein integraler Bestandteil industrieller und logistischer Kernprozesse werden. Das bedeutet eine Vertiefung der Zusammenarbeit mit Industrie, Verkehr und öffentlichen Einrichtungen. Gleichzeitig werden wir in lokale Talente und Innovationen investieren. Schwerpunkte sind: Ausbau unseres „Private 5G as a Service“-Modells, um Komplexität und Betriebslasten für Kunden zu reduzieren. Netze bereitzustellen, die planbare Ergebnisse liefern — also geringe Latenzen, hohe Verfügbarkeit und eine Architektur, die auch zukünftige Automatisierungsstufen unterstützt.

Warum gewinnen private 5G-Netze zunehmend geostrategische Bedeutung und welche Rolle spielt dabei das Thema digitale Souveränität?

5G ist nicht nur eine Telekommunikationstechnologie, sondern eine strategische nationale Infrastruktur, die mit Energie, Verkehr oder Banken vergleichbar ist. Ihre Bedeutung liegt darin, dass es die Verbindung von Millionen Geräten ermöglicht, die Latenz reduziert und die Übertragungskapazität drastisch erhöht. Dadurch wird der Betrieb von Echtzeitsystemen, die Automatisierung kritischer Prozesse und die Verwaltung wichtiger Infrastrukturen ermöglicht. Darüber hinaus hat 5G einen direkten Einfluss auf die digitale Souveränität und strategische Autonomie von Ländern, da es darüber entscheidet, wer die sensibelsten Kommunikationsdaten kontrolliert. Wer die Infrastruktur kontrolliert, kontrolliert auch den Datenfluss und kritische Dienste.

Welche Branchen profitieren derzeit am stärksten vom Einsatz privater 5G-Netze und wo sehen Sie die größten Wachstumspotenziale?

Aktuell profitieren insbesondere Branchen mit komplexen, sicherheitskritischen oder zeitkritischen Prozessen von privaten 5G-Netzen. Dazu zählen Verkehr und Logistik, Industrie und Fertigung, große Veranstaltungsorte sowie Betreiber kritischer Infrastrukturen wie Flughäfen, Häfen oder Energieanlagen. Die größten Wachstumspotenziale sehen wir dort, wo Automatisierung, Echtzeitdaten und autonome Systeme zunehmend Einzug halten. Dazu gehören industrielle Produktionsumgebungen, Logistikzentren, Verkehrsbetriebe, aber auch der öffentliche Sektor. Mit zunehmender Digitalisierung steigen die Anforderungen an Zuverlässigkeit, Latenz und Datensouveränität – genau hier werden private 5G-Netze zum entscheidenden Enabler.

Welche politischen oder regulatorischen Rahmebedingungen braucht Deutschland, um technologisch im Bereich 5G und privater Netze international mitzuhalten?

Deutschland verfügt über eine starke industrielle Basis und hohe technologische Kompetenz. Wichtig sind verlässliche Frequenzregelungen, Planungssicherheit für Investitionen sowie vereinfachte Genehmigungsprozesse. Darüber hinaus braucht es ein noch stärkeres Verständnis auf politischer Ebene, dass private 5G-Netze ein zentraler Baustein für die Wettbewerbsfähigkeit von Industrie und Infrastruktur ist.

Welche Vision haben Sie persönlich für die Zukunft von Boldyn Networks in Deutschland und welche Rolle soll das Unternehmen in der digitalen Infrastruktur des Landes spielen?

Deutschland wird in den kommenden Jahren einer der größten Märkte für private Netzwerke in Europa sein. Das Land gehört aktuell zu den Märkten, in denen der Bedarf an zuverlässiger, sicherer und planbarer Konnektivität am stärksten wächst. Vor allem Industrie, Verkehr und Betreiber kritischer Infrastrukturen stehen unter hohem Modernisierungsdruck. Boldyn Networks wird dabei einer der wichtigsten Akteure für private 5G-Angebote in Deutschland und Europa sein, denn wir sind in der Lage, die erfahrensten und praktischsten Referenzen für spezialisierte Marktlösungen anzubieten. Von ferngesteuerten Zügen und Container-Handlinglösungen für Logistiklager über autonomes Fahren und Valet-Parking bis hin zu Sicherheitsanwendungen wie 5G-Drohnenpatrouillen und Videoüberwachungslösungen für Flughäfen sind unsere Fähigkeiten bestens geeignet, um die wachsenden Anforderungen einer Vielzahl von Branchen erfolgreich zu erfüllen. Unsere Entscheidung für Deutschland ist daher konsequent.

Foto von Rüdiger Hnyk und Klaus Nagora Bildcredits @ Boldyn Networks Deutschland

Wir bedanken uns bei Rüdiger Hnyk für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Versteht Technik bald, was in uns vorgeht?

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Zander Labs passives Brain Computer Interface pBCI

Zander Labs – erste Demonstration eines neuartigen, vollständig integrierten pBCI-Systems gelungen

Das deutsch-niederländische Unternehmen Zander Labs hat kürzlich die erste praktische Demonstration seines neuen, vollständig integrierten passiven Brain Computer Interface-Systems (pBCI) bekannt gegeben. Damit ist Zander Labs innerhalb der BCI-Branche nun ganz vorne mit dabei – mit einer Technologie, die es KI-Systemen ermöglicht, menschlichen Kontext zu verstehen und sich besser an kognitive Zustände anzupassen. Wir haben uns mit Jonathan Zwaan, CEO von Zander Labs, getroffen, um mehr über den neuesten Fortschritt des Unternehmens zu erfahren, der für die interne Produktentwicklung einen bedeutenden Meilenstein darstellt.

Herr Zwaan, Zander Labs hat kürzlich in einer Pressemitteilung bekannt gegeben, dass es einen entscheidenden Durchbruch im Bereich pBCI erzielt hat. Könnten Sie das unseren Lesern einmal näher erläutern?

Jonathan Zwaan (CEO von Zander Labs): Sehr gerne. Unser Produktentwicklungsteam hat einen entscheidenden Durchbruch im Bereich pBCI erzielt: die erfolgreiche Demonstration eines vollständig integrierten pBCI-Systems, mit dem ein Computer Ihre Gehirnsignale lesen, entschlüsseln und verstehen kann – etwa wie Sie sich fühlen oder wie intensiv Sie nachdenken, ohne dass Sie bewusst versuchen müssen, dies zu kontrollieren. Damit entsteht ein System, das Gehirndaten verarbeiten und in hochpräzise mentale Zustände entschlüsseln kann – alles auf einem einzigen Chip, wodurch die Privatsphäre der Nutzer gewahrt bleibt.

In der Pressemitteilung erwähnen Sie, dass dieser Durchbruch auch einen wichtigen Meilenstein für das NAFAS-Projekt der Cyberagentur darstellt. Was ist das NAFAS-Projekt?

Zwaan: Das Projekt „Neuroadaptivity for Autonomous Systems”, kurz NAFAS, ist eine bahnbrechende Initiative der Agentur für Innovation in der Cybersicherheit (Cyberagentur). Es umfasst die Entwicklung einer Neurotech-Plattform, die die Interaktion zwischen Mensch und KI revolutionieren soll. Die Plattform wird es Unternehmen ermöglichen, KI-Systeme zu entwickeln, die direkt vom menschlichen Gehirn lernen, sodass die KI kognitive Zustände und menschliche Werte verstehen kann. Zander Labs hat im Rahmen der NAFAS-Initiative einen staatlichen Auftrag im Wert von 30 Millionen Euro erhalten. Das ist die größte Einzelförderung, die die Agentur bislang vergeben hat.

Was ist das Besondere an Ihrem neuen pBCI-System?

Zwaan: Unser System integriert mehrere neuartige Neurotech-Komponenten. Die Gehirnaktivität wird von unserer Zypher Suite erfasst, die in jeder Umgebung außergewöhnlich hochwertige Gehirnsignale zur Echtzeitanalyse liefern kann. Dabei handelt es sich um einen komfortablen Satz von EEG-Elektroden in Kombination mit einem 24-Kanal-EEG-Verstärker. Darüber hinaus entschlüsselt und interpretiert unser System-on-a-Chip spezifische mentale Prozesse aus der laufenden Gehirnaktivität mit Plug-and-Play-Algorithmen, die für den universellen Einsatz konzipiert sind. Dem Ganzen fügen wir eine Privacy-by-Design-Architektur hinzu, bei der die gesamte neuronale Datenverarbeitung lokal stattfindet. Dies gewährleistet Datensicherheit, da die privaten EEG-Daten der Nutzer zu keinem Zeitpunkt in eine Cloud übertragen werden.

Und Sie haben nun alle diese Komponenten zum ersten Mal kombiniert?

Zwaan: Ja, genau. In der Demonstration wurden diese Komponenten zum ersten Mal vollständig integriert. Das pBCI-System war in der Lage, verschiedene Ebenen der kognitiven Belastung – einen unserer definierten mentalen Zustände – beim Nutzer zu erkennen und die Nutzeroberfläche entsprechend in Echtzeit anzupassen. Die Demonstration zeigt, dass gehirnbasierte Systeme Mensch-Computer-Interaktionen und KI-Systeme erheblich optimieren können. Dies ist ein echter Meilenstein und stellt die praktische Umsetzung jahrelanger theoretischer Forschung dar. Es ist uns gelungen, vom ersten Konzept zu einem funktionierenden System zu gelangen. Wir haben in der Praxis gezeigt, dass Neurotechnologie der KI echte Einblicke in die menschliche Kognition geben kann, während die vollständige Kontrolle über die Nutzerdaten beim Nutzer selbst bleibt. Dies ist ein entscheidender erster Schritt hin zu einer Technologie, die uns wirklich versteht, sich an uns anpasst und sich mit uns weiterentwickeln kann.

Herr Zwaan, vielen Dank für dieses informative Gespräch. Wir freuen uns schon auf den nächsten Durchbruch bei Zander Labs.

Bildcredits @ Zander Labs

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.


Premium Start-up: Zander Labs

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Kontakt:

Zander Labs
Zander Labs, Delft Office
Delftechpark 25
2628XJ Delft
Netherlands

https://www.zanderlabs.com/
info@zanderlabs.com

Ansprechpartner: Jonathan Zwaan

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Was entscheidet heute über gute Reinigung?

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FloorZilla Diamantfaser für professionelle Reinigung Enrico Flade by FloorZilla

FloorZilla entwickelt innovative Reinigungslösungen auf Basis einer patentierten Diamantfaser-Technologie, die professionelle Reinigung gründlicher, ergonomischer und effizienter macht

Wie würden Sie FloorZilla und das Team dahinter in wenigen Worten vorstellen?

FloorZilla ist eine junge, technologiegetriebene Marke mit einer klaren Mission: Reinigung soll gründlicher, einfacher und verlässlicher werden. Gegründet von Enrico Flade, ehemaliger Ingenieur, Gründer am Fraunhofer-Institut und Erfinder der Diamantfaser.

Statt bestehende Produkte nur zu verbessern, entwickelt FloorZilla Lösungen für reale Herausforderungen im Reinigungsalltag. Die innovative Diamantfaser-Technologie setzt dabei auf Millionen mikroskopisch kleine Diamanten, die selbst hartnäckigste Verschmutzungen lösen, wo herkömmliche Methoden scheitern. Das Ergebnis ist eine schnellere, gründlichere und mühelosere Reinigung – manuell wie maschinell – bei gleichzeitig ressourcenschonender und effizienter Leistung.

Doch es geht nicht nur um Leistung, für FloorZilla steht der Mensch im Mittelpunkt. Der eigentliche Wert unserer Technologie liegt in klar messbaren USPs – insbesondere in der spürbaren Leichtläufigkeit und Entlastung im täglichen Einsatz, die zu besseren Arbeitsbedingungen beitragen. Genau diese Faktoren schaffen echten Mehrwert für Anwender und Entscheider. Besonders in der Klinikreinigung stößt dieser Ansatz auf große Resonanz und führte bereits zu Großaufträgen.

Welche Vision verfolgt FloorZilla und welche Schritte sind notwendig, um diese langfristig zu erreichen?

Unsere Vision ist es, die Diamantfaser als innovative und nachhaltige Lösung im Reinigungsmarkt zu etablieren und Mikrofaserprodukte als bisheriges Nonplusultra der gewerblichen Reinigung zu ersetzen. Dieser Anspruch ist ambitioniert, aber realistisch: Praktische Tests zeigen deutlich, dass die Diamantfaser bessere Ergebnisse erzielt und dabei spürbar weniger Kraftaufwand erfordert – eine wichtige Unterstützung für Reinigungskräfte, die jeden Tag Großartiges leisten.

Unsere nächsten Schritte sind die standardisierte Anwendung im Klinikbereich, ein geplanter Ausbau der Produktion sowie der sukzessive Eintritt in weitere Branchen – stets auf Basis klar belegbarer Leistungswerte.

Ihr Unternehmen setzt seit 2019 auf Qualität, Ergonomie und Nachhaltigkeit. Welche Überlegungen haben diesen Ansatz geprägt?

Wir sind als Dienstleister für ortsselektive Direktbeschichtung ohne Chemie oder Bindemittel gestartet und haben uns schnell im Markt etabliert. Getrieben von großer Neugierde haben wir nach Einsatzfeldern gesucht, in denen wir unser Know-how für die eigene Produktion verwenden können. Die thermokinetische Beschichtung von textilen Stoffen ist keine leichte Aufgabe, aber wir waren uns sicher, dass hier enormes Potenzial schlummert. Der Reinigungsmarkt ist preissensibel. Viele Produkte wirken auf den ersten Blick günstig, verursachen aber versteckte Folgekosten, etwa durch Reklamationen oder eine hohe körperliche Belastung der Anwender. Denn mangelnde Ergonomie führt nicht selten zu gesundheitlichen Beschwerden und erhöhtem Krankheitstand. Gleichzeitig lässt die Reinigungsleistung oft zu wünschen übrig oder die Produkte verschleißen schnell, was ebenfalls zusätzliche Kosten verursacht.

Wie stellen Sie sicher, dass die Bedürfnisse professioneller Anwender aus Industrie, Gebäudereinigung und Gesundheitswesen präzise getroffen werden?

Wir entwickeln nur selten „auf dem weißen Blatt“. Fast jede Produktentwicklung basiert auf Feldtests in Kliniken, Industriebetrieben oder bei Reinigungsdienstleistern. Und auch jede Weiterentwicklung erfolgt auf Basis klar strukturierter Praxistests, direkt aus dem Einsatz vor Ort. Dabei stellen wir uns drei entscheidende Fragen: Was bremst die Anwender am Arbeitsplatz? Was ist technisch machbar? Und: Was bringt sowohl Leistung als auch Entlastung?

Gleichzeitig fließen die Erkenntnisse aus den anspruchsvollsten Einsatzbereichen, vor allem Kliniken, unmittelbar in unseren Markenaufbau ein. Wenn die Diamantfaser dort überzeugt, schafft das auch Vertrauen in anderen Branchen.

Welche Herausforderungen begegnen Ihnen aktuell im Markt für professionelle Reinigungstechnik und wie gehen Sie damit um?

Die größte Herausforderung birgt nicht die Konkurrenz, sie liegt in der Macht der Gewohnheit. Viele Betriebe nutzen Produkte, die „so schon immer ganz gut funktioniert haben“. Zudem sind die Beschaffungs- und Lagerungsprozesse für Reinigungsmaterialien oft komplexer als man denkt. Unsere Antwort darauf ist datengestützte Vergleichbarkeit: unabhängige Tests, messbare Ergonomie-Effekte und klare Wirtschaftlichkeitsrechnungen. So lenken wir die Diskussion weg von Routinen hin zu nachvollziehbaren Kriterien. Das stärkt auch unsere Marke, weil wir nicht auf reine Behauptungen setzen, sondern auf klar belegbare Ergebnisse.

Was macht die patentierte Diamantbeschichtung Ihrer Wischbezüge und Reinigungspads so besonders?

Unsere Faser verbindet die Eigenschaften eines Diamantpads mit der Flexibilität eines Mikrofaserbezugs. Ihre Besonderheit liegt im thermokinetischen Herstellungsverfahren. Die Diamantpartikel sind fest in der Faserstruktur verankert, ohne abrasiv zu wirken. Das Ergebnis ist eine hohe Schmutzlösung bei deutlich geringerem Kraftaufwand. Zudem sind die verwendeten Diamanten bis zu zehnmal kleiner als ein menschliches Haar. Mit bis zu 16 Millionen mikroskopisch kleinen Diamanten pro Wischbezug wird die Mikrofaser direkt beschichtet. So entsteht eine extrem gleichmäßige Wirkfläche, die Schmutz effizient löst und gleichzeitig schonend zum Boden ist.

Wie gelingt es Ihnen, Innovationen kontinuierlich in ein bestehendes Fachhändlernetzwerk zu integrieren?

Wir haben uns bewusst dafür entschieden, uns zunächst in einer anspruchsvollen Nische wie dem Klinikmarkt zu etablieren. Die Einstiegshürden sind hier besonders hoch, da die Anforderungen an Hygiene, Sicherheit und Wirtschaftlichkeit extrem streng und Entscheidungsprozesse meist zentral organisiert sind. Entsprechend aufwendig ist die Überzeugungsarbeit, weil neue Produkte umfangreich getestet und validiert werden müssen.

Gerade diese hohen Hürden sind für uns jedoch ein Vorteil: Wenn sich die Diamantfaser im Klinikbereich als Standard etabliert, ist das das stärkste Qualitätsargument für den Eintritt in weitere Branchen. Händler und Gebäudereiniger agieren deutlich entschlossener, wenn sie ein Produkt mit klarer Marktposition und belegbaren Ergebnissen anbieten können.

Unsere USPs sind eindeutig definiert, und die erfolgreich gemeisterten Markteintrittshürden im Klinikbereich schaffen Vertrauen. So erleichtern wir unseren Partnern den Vertrieb und bauen unser Fachhändlernetzwerk Schritt für Schritt aus.

Welche Rolle spielt Nachhaltigkeit für FloorZilla im Hinblick auf Materialien, Produktion und Lebensdauer der Produkte?

Nachhaltigkeit wird bei uns klar in ökologische und soziale Aspekte unterteilt. Im ökologischen Sinne bedeutet das vor allem Haltbarkeit und regionale Produktion. Ein Produkt, das doppelt so lange hält und weniger Chemie benötigt, schneidet in der Gesamtbilanz besser ab als jede „ökologische Verpackung“. Dank unserer Fertigung in Deutschland können wir zudem kurze Wege und strenge Qualitätskontrollen gewährleisten.

Gleichzeitig legen wir großen Wert auf soziale Nachhaltigkeit: Unsere Produkte sind so entwickelt, dass sie die körperliche Belastung der Anwender deutlich reduzieren und damit zur Entlastung der Mitarbeitenden beitragen. Weniger Verschleiß, weniger Chemie und bessere Ergonomie – das ist für uns gelebte Nachhaltigkeit.

Inwiefern unterscheiden sich die Anforderungen Ihrer verschiedenen Kundengruppen und wie darauf reagieren Sie?

Die Anforderungen an das Produkt selbst unterscheiden sich kaum. Die Unterschiede zeigen sich vor allem in der Marktstruktur und in den Entscheidungsprozessen der jeweiligen Kundengruppen.

In Kliniken werden Kaufentscheidungen meist zentral auf Managementebene getroffen, während sie in der Gebäudereinigung dezentral auf operativer Ebene erfolgen. Maßgeblich ist daher zu verstehen, wer final über den Einsatz unserer Produkte entscheidet und wie diese Entscheidungsstrukturen aufgebaut sind.

Wir passen deshalb nicht das Produkt an, sondern unsere Kommunikation, Nutzenargumentation und Vertriebsmaßnahmen. Diese richten wir gezielt auf die jeweiligen Entscheider aus. Dieser Lernprozess ist essenziell für uns und hilft, unsere Strategie kontinuierlich zu optimieren.

Welche Entwicklungen oder Erweiterungen des Produktportfolios sind bereits geplant oder denkbar?

Derzeit liegt unser Hauptaugenmerk nicht auf der Erweiterung des Produktportfolios, obwohl hier viele Spezialisierungen möglich wären. Zunächst müssen wir erst einmal für eine breitere Bekanntheit der Diamantfaser sorgen. Sobald die Basistechnologie fest im Markt verankert ist, sind zusätzliche Formate, Spezialfasern oder neue Materialkombinationen denkbar. Strategisch steht die Marktdurchdringung jedoch klar vor einer Portfolio-Erweiterung.

Welche persönlichen Erfahrungen aus Ihrer Unternehmensentwicklung möchten Sie anderen Gründerinnen und Gründern mitgeben?

Eine der wichtigsten Erfahrungen für mich ist, dass Unternehmertum vor allem bedeutet, schnell zu lernen und sich kontinuierlich anzupassen. Nicht alle Annahmen sind von Anfang an richtig, erst der direkte Austausch mit dem Markt zeigt, was wirklich funktioniert.

Entscheidend ist eine starke Kundenorientierung: Der Markt bestimmt, was gebraucht wird, nicht das Bauchgefühl der Gründer. Produkte sollten dabei nicht zu weit von bestehenden Abläufen abweichen, da eine zu große Veränderung häufig auf Widerstand stößt und die Akzeptanz sinkt.

Offenheit für Feedback und die Bereitschaft, den eigenen Kurs zu hinterfragen und anzupassen, sind essenziell. Gleichzeitig habe ich gelernt, dass Kundenfeedback kritisch bewertet werden muss, denn im direkten Gespräch fällt es vielen schwer, ehrlich zu sein und Kritik zu äußern. Positives Feedback bedeutet also nicht automatisch, dass ein hervorragendes Ergebnis garantiert ist oder ein Produkt langfristig Bestand haben wird.

Deshalb ist eine offene und ehrliche Beziehung zu den Kunden besonders wichtig: eine Partnerschaft, in der man die Wahrheit ungeschönt aussprechen kann. Nur so entstehen belastbare Erkenntnisse, die wirklich weiterhelfen und nachhaltigen Erfolg ermöglichen.

Was sind aus Ihrer Sicht drei entscheidende Ratschläge, die angehende Unternehmer auf ihrem Weg unbedingt berücksichtigen sollten?

  1. Löst ein echtes Problem und validiert früh: Echte Gespräche mit dem Markt sind wichtiger als perfekte Pläne. Feedback sollte kritisch geprüft werden, da Kunden tendenziell positiv reagieren, auch wenn das Produkt später nicht genutzt wird. Produkte sollten sich nah an der Komfortzone der Nutzer bewegen.
  2. Baut ein komplementäres Team auf: Gründet nicht allein. In einem Team aus zwei bis drei Personen mit unterschiedlichen Stärken ist die Last optimaler verteilt und für bessere Entscheidungen gesorgt.
  3. Akzeptiert Unsicherheit als Teil des Prozesses: Der Weg zum Markt bringt viele unerwartete Hürden mit sich. Ein starkes Produkt allein reicht nicht. Klarer Mehrwert, USPs und ein guter Vertrieb sind entscheidend. Dabei sollte man sich nicht blind auf bestehende Vertriebsstrukturen verlassen. Flexibilität und Lernbereitschaft sind zentrale Erfolgsfaktoren.

Bildcredits @ FloorZilla

Wir bedanken uns bei Enrico Flade für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Sinpex sichert sich 10 Millionen Euro für den Ausbau der KYB-Automatisierung

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Sinpex sichert sich 10 Millionen Euro für den Ausbau der KYB-Automatisierung

Key Takeaways

  • Sinpex hat eine Series-A-Finanzierungsrunde über 10 Millionen Euro abgeschlossen, um seine KYB-Automatisierung und Expansion in weitere EU-Märkte voranzutreiben.
  • Die Plattform automatisiert regulatorische Prüfprozesse für Unternehmen und bietet eine integrierte Lösung für Onboarding und Compliance.
  • Sinpex kombiniert verschiedene Compliance-Funktionen in einer Plattform, um den regulatorischen Anforderungen effizient nachzukommen.
  • Die Plattform zielt darauf ab, regulatorische Prozesse über Ländergrenzen hinweg konsistent zu steuern und gleichzeitig manuelle Schritte zu reduzieren.
  • Der Erfolg von Sinpex hängt von der Integrationsfähigkeit der Plattform und ihrer Fähigkeit ab, sich an regulatorische Änderungen anzupassen.

Das Münchner RegTech-Unternehmen Sinpex hat eine Series-A-Finanzierungsrunde über 10 Millionen Euro abgeschlossen. Die Plattform automatisiert Know-your-Business-(KYB)- und KYC-Prozesse für regulierte Unternehmen und setzt dabei insbesondere auf moderne KYB-Automatisierung. Mit dem Kapital will Sinpex sein Produkt weiterentwickeln und in zusätzliche europäische Märkte expandieren.

Was angekündigt wurde

Sinpex hat eine Series-A-Finanzierungsrunde in Höhe von 10 Millionen Euro abgeschlossen. Angeführt wird die Runde von BlackFin Capital Partners, einem auf Finanzdienstleistungen spezialisierten Investor. Die bestehenden Investoren ACE Ventures und TX Ventures beteiligen sich erneut.

Das Unternehmen entwickelt eine Softwareplattform, die regulatorische Prüfprozesse im Geschäftskundenumfeld digital abbildet. Der Fokus liegt auf der Automatisierung von Onboarding-, Prüf- und Überwachungsprozessen, die im Kontext von Geldwäscheprävention und regulatorischer Compliance erforderlich sind.

Das frische Kapital ist für weiteres Wachstum, den Ausbau der Plattform sowie die Expansion in weitere EU-Märkte vorgesehen. Als Zielmärkte nennt das Unternehmen unter anderem Frankreich und die Niederlande. Konkrete Zeitpläne für den Markteintritt oder detaillierte Investitionsschwerpunkte wurden nicht veröffentlicht.

Wie die Sinpex Plattform aufgebaut ist

Sinpex positioniert sich als integrierte Plattform für den gesamten regulatorischen Lebenszyklus von Geschäftskunden. Die Software deckt sowohl das initiale Onboarding als auch wiederkehrende Prüfungen ab, die im Rahmen von Re-KYC- und KYB-Pflichten notwendig sind.

Zum Funktionsumfang gehören die strukturierte Erfassung von Unternehmensdokumenten, die Identifizierung wirtschaftlich Berechtigter, Risikobewertungen sowie Prüfungen im Zusammenhang mit Geldwäsche- und Sanktionsvorgaben. Ergänzt wird dies durch kontinuierliche Überwachungsmechanismen, die Veränderungen in Eigentümerstrukturen oder Risikoprofilen erfassen.

Technisch basiert die Plattform auf einem standardisierten, länderübergreifenden KYB-Datenmodell. Künstliche Intelligenz wird eingesetzt, um Registerdaten auszuwerten und komplexe Eigentümerstrukturen zu analysieren. Ziel ist es, Prüfprozesse konsistenter zu gestalten und manuelle Arbeitsschritte zu reduzieren.

Was Nutzer konkret bei Sinpex bekommen

Adressiert werden vor allem Compliance-Teams in Banken, Zahlungsdienstleistern, E-Commerce-Plattformen sowie weiteren regulierten Branchen. Die Plattform strukturiert Prüfprozesse, dokumentiert diese nachvollziehbar und stellt sie revisionsfähig bereit.

Sinpex zielt darauf ab, regulatorische Anforderungen zentral in einer Lösung abzubilden, anstatt mehrere Einzellösungen zu kombinieren. Genannt werden unter anderem Vorgaben aus europäischen Regelwerken wie AMLD5/6, PSD2/3 und DAC7. Die Software soll dabei helfen, Prüfungen konsistent durchzuführen und regelmäßig zu aktualisieren.

Informationen zu verfügbaren Paketen und Preisstrukturen sind auf der Website des Unternehmens einsehbar. Welche Module in der Praxis genutzt werden und wie stark sich Prozesse automatisieren lassen, dürfte jedoch vom jeweiligen Anwendungsfall und der bestehenden Systemlandschaft abhängen.

Marktcheck: Integrierte KYB-Automatisierung in einem fragmentierten Markt

Der Markt für Compliance-Software ist stark fragmentiert. Neben großen Plattformanbietern existieren zahlreiche spezialisierte Lösungen für einzelne Aufgaben wie Identitätsprüfung, Transaktionsmonitoring oder Sanktionslisten-Screening.

Sinpex verfolgt einen integrierten Ansatz, der mehrere dieser Funktionen in einer Plattform bündelt. Der Vorteil liegt in der durchgängigen Abbildung regulatorischer Prozesse über Ländergrenzen hinweg. Gleichzeitig besteht das Risiko, dass Unternehmen bestehende Systeme nicht vollständig ablösen, sondern nur punktuell ergänzen.

Der regulatorische Druck auf Finanz- und Zahlungsdienstleister dürfte durch kommende EU-Vorgaben weiter steigen. Ob sich eine umfassende KYB-Automatisierung gegenüber modularen Ansätzen durchsetzt, hängt maßgeblich von Integrationsfähigkeit, Datenqualität und Akzeptanz im operativen Alltag ab.

Offene Fragen zum Wachstum

Details zu Umsatz, Kundenanzahl oder Marktanteilen veröffentlicht Sinpex nicht. Auch wie groß das Angebot in neuen Märkten zum Start sein wird, ist derzeit nicht bekannt.

Unklar bleibt zudem, wie schnell sich die Plattform in weiteren Ländern skalieren lässt und welche Rolle partnerschaftliche Integrationen dabei spielen. Der Nutzen der Lösung steht und fällt mit der Fähigkeit, regulatorische Komplexität tatsächlich zu reduzieren und dauerhaft aktuell zu bleiben.

Stimmen aus Unternehmen Sinpex und Investorensicht

CEO und Gründer Dr. Camillo Werdich verweist auf steigende regulatorische Anforderungen und wachsende Erwartungen an digitale Prozesse. Die Finanzierung ermögliche es, die Automatisierung weiter voranzutreiben und das Team auszubauen.

Auf Investorenseite sieht BlackFin Capital Partners einen strukturell wachsenden Bedarf an skalierbaren Compliance-Lösungen. Sinpex vereine Produktreife und Umsetzungserfahrung, so die Einschätzung des Investors.

Ausblick: Regulierung als Beschleuniger – Umsetzung als Prüfstein

Der Erfolg von Sinpex wird davon abhängen, wie gut sich die Plattform in bestehende IT-Landschaften integrieren lässt und wie flexibel sie auf regulatorische Änderungen reagieren kann. Die kommenden Jahre dürften durch neue EU-Vorgaben geprägt sein, was den Bedarf an strukturierter KYB-Automatisierung erhöht.

Entscheidend wird sein, ob es Sinpex gelingt, ausreichend Unternehmen für einen ganzheitlichen Plattformansatz zu gewinnen – und diesen über Ländergrenzen hinweg dauerhaft aktuell zu halten.

Bildcredits: @Sinpex

Welche Blockchain-Technologie ist die richtige Wahl?

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Blockchain-Technologien: Transaktionen und Kryptowährungen

Die moderne Blockchain-Technologie verändert ganze Branchen. Von digitalen Währungen bis hin zu Unternehmensnetzwerken entstehen täglich neue Blockchain-Plattformen, die mit ihrer dezentralen Struktur und hohen Sicherheit beeindrucken. Doch mit der wachsenden Vielfalt wird die Frage entscheidend: Welche Blockchain ist die beste Basis für ein Projekt?

In diesem Artikel zeigen wir, worauf es bei der Wahl der besten Blockchain-Plattformen ankommt. Wir erläutern die Unterschiede zwischen den führenden Blockchain-Netzwerken, beleuchten konkrete Anwendungsfälle und erklären, warum die Aufzeichnung von Transaktionen in einer dezentralisierten Umgebung Vertrauen und Transparenz schafft.

Grundlagen: Wie funktioniert die Blockchain-Technologie?

Die Blockchain-Technologie ist ein dezentralisiertes Ledger, das Transaktionen dauerhaft und transparent speichert. Jeder Block enthält Daten über eine Transaktion oder eine Gruppe von Transaktionen. Sobald ein Block abgeschlossen ist, wird er an die Kette der neuen Blöcke angehängt und kryptografisch gesichert.

Im Gegensatz zu klassischen Datenbanken gibt es keine zentrale Instanz, die Daten kontrolliert. Stattdessen wird jede Aktion durch alle Teilnehmer des Blockchain-Netzwerks gemeinsam validiert. Dieser Prozess, das Validieren von Transaktionen, stellt sicher, dass jede Kryptowährung und jeder Smart Contract korrekt und unveränderlich aufgezeichnet wird. Diese Struktur sorgt für Sicherheit und Dezentralisierung, da kein einzelner Akteur die Kontrolle besitzt.

Die Einführung von Blockchain begann mit der Bitcoin Blockchain, die das Prinzip dezentraler Netzwerke populär machte. Heute existieren öffentliche Blockchains wie Ethereum, Solana, Polkadot oder Avalanche, aber auch private Blockchains, etwa auf Basis von Hyperledger Fabric oder der IBM Blockchain Foundation. Beide Varianten haben ihren Platz – öffentliche Systeme bieten Transparenz, private Lösungen bieten Kontrolle und Datenschutz.

Entscheidungskriterien: Welche Blockchain ist für Ihr Projekt geeignet?

Die Entscheidung für eine bestimmte Blockchain-Plattform hängt von technischen und geschäftlichen Faktoren ab. Wichtig sind Transaktionsgeschwindigkeit, Gebühren, Sicherheit, Skalierbarkeit und die Entwickler-Community.

Wer etwa eine große Anzahl an Transaktionen pro Sekunde benötigt, profitiert von Avalanche oder Solana, während Ethereum durch eine enorme Anzahl an Entwicklern und Tools punktet. Projekte, die regulatorische Anforderungen erfüllen müssen, greifen auf Hyperledger oder private Blockchain-Lösungen zurück.

Ein gutes Blockchain-Netzwerk zeichnet sich durch klare Governance-Strukturen, hohe Effizienz und Stabilität aus. Für viele Anwendungen ist zudem entscheidend, ob es sich um öffentliche Blockchains oder private Blockchains handelt. Öffentliche Systeme fördern Innovation und Offenheit, während private Systeme Kontrolle und Datenschutz gewährleisten.
Auch hier spielt das Validieren von Transaktionen eine Schlüsselrolle – je effizienter der Konsensmechanismus, desto stabiler das gesamte Netzwerk

Blockchain-Auswahl nach Projektziel und Anwendungsfall

Je nach Zielsetzung unterscheiden sich die Anforderungen an eine Blockchain-Technologie erheblich. Ein NFT-Marktplatz hat andere Bedürfnisse als eine DeFi-Plattform oder ein Industrieprojekt zur Prozessoptimierung.

Avalanche überzeugt durch Skalierbarkeit, während Polkadot verschiedene Blockchains miteinander verbindet. Die Hyperledger Fabric eignet sich für unternehmensinterne Prozesse mit sensiblen Daten. Die IBM Blockchain Foundation wiederum ist ein Beispiel für die praktische Nutzung von Hyperledger zur Nachverfolgung komplexer Lieferketten.

Damit zeigt sich: Die besten Blockchain-Plattformen unterscheiden sich nicht durch Popularität, sondern durch ihre Eignung für bestimmte Anwendungsfälle. Für Unternehmen, die eine eigene Kryptowährung entwickeln wollen, bietet sich eine Plattform an, die sich leicht anpassen lässt und eine stabile Validator-Struktur bietet.

Welche Rolle spielt Bitcoin in modernen Blockchain-Netzwerken?

Die Bitcoin Blockchain bleibt die Grundlage vieler moderner Systeme. Sie war die erste, die das Konzept des Mining von Kryptowährungen und die dezentrale Aufzeichnung von Transaktionen erfolgreich umsetzte.

Heute steht Bitcoin sinnbildlich für Sicherheit, Stabilität und das Vertrauen in dezentralisierte Technologien. Auch wenn die Ethereum Blockchain und andere Netzwerke zusätzliche Funktionen wie Smart Contracts bieten, bleibt Bitcoin der Maßstab, wenn es um unveränderliche Daten und hohe Sicherheit geht.

Kryptowährungen wie Bitcoin und Ethereum haben den Weg für eine völlig neue Wirtschaft eröffnet – von DeFi-Anwendungen bis hin zu Tokenisierung physischer Werte. Jede Kryptowährung basiert auf einem transparenten System, das durch kontinuierliches Validieren der Transaktionen Sicherheit garantiert.

Fehler vermeiden: Worauf Unternehmen bei Blockchain-Projekten achten sollten

Viele Blockchain-Projekte scheitern nicht an der Idee, sondern an falschen Entscheidungen in der Infrastruktur. Fehlende Analyse der Blockchain-Netzwerks-Stabilität oder unterschätzte Gebühren können hohe Kosten verursachen. Ebenso kritisch ist die Auswahl einer Plattform mit zu geringer Entwickler-Basis.

Ein stabiles, skalierbares Netzwerk mit klarer Governance ist die Grundlage für langfristigen Erfolg. Unternehmen sollten vor der Implementierung prüfen, ob das gewählte System ausreichend Dokumentation, Community-Support und Integrationsmöglichkeiten bietet.

Fazit: Welche Blockchain-Technologie passt zu Ihrem Ziel?

Die Auswahl der passenden Blockchain-Technologie ist ein strategischer Schlüssel für jedes Projekt. Die Vielfalt der Blockchain-Plattformen – von Bitcoin über Ethereum, Polkadot und Avalanche bis hin zu Hyperledger Fabric – eröffnet enorme Chancen, erfordert aber Fachwissen und Erfahrung.

Wer die Funktionsweise verschiedener Blockchain-Netzwerke versteht und die Sicherheit der Blockchain gezielt nutzt, kann langfristig von einer dezentralen, transparenten und effizienten Infrastruktur profitieren. Die Fähigkeit, jede Kryptowährung zuverlässig zu validieren, ist dabei einer der zentralen Erfolgsfaktoren.

Wenn Sie eine eigene Blockchain umsetzen möchten, sollten Sie ein geeignetes Blockchain Unternehmen aussuchen, einen Partner professionelle Token-Entwicklung und -Vermarktung.

Autor: Annabel Hauguth

Bildquelle: Photo by Morthy Jameson

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Bill up startet in Deutschland: Mobile Rechnungszahlung

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Bill up startet in Deutschland und setzt auf mobile Rechnungszahlung

Key Takeaways

  • Das Fintech Bill up bringt seine Rechnungs-App nach Deutschland, um Selbstständige und Kleinstunternehmen zu unterstützen.
  • Die App ermöglicht die schnelle Erfassung, Bezahlung und Archivierung von Rechnungen über ein Smartphone.
  • Bill up bietet eine kostenlose Version für bis zu fünf Rechnungen pro Monat und ein Premium-Modell mit erweiterten Funktionen.
  • Der Markteintritt erfolgt im Kontext wachsender regulatorischer Anforderungen durch die E-Rechnungspflicht in Europa.
  • Der Erfolg hängt von der Akzeptanz bei Nutzern und der Integration in bestehende Arbeitsabläufe ab.

Das französische Fintech Bill up bringt seine App zur Bezahlung und Verwaltung von Rechnungen nach Deutschland. Nach dem Markteintritt in Frankreich folgt nun die Expansion in einen Markt, der durch regulatorische Veränderungen rund um die E-Rechnung in Bewegung geraten ist. Das Unternehmen adressiert vor allem Selbstständige und Kleinstunternehmen, öffnet das Angebot aber auch für Privatpersonen.

Was Bill up in Deutschland gestartet hat

Bill up wurde im Juli 2024 in Annecy gegründet und ist seit Januar 2026 offiziell in Deutschland verfügbar. Die App steht für Android und iOS bereit und soll Rechnungszahlung und -archivierung über das Smartphone ermöglichen. Das Unternehmen wurde von Frédéric Vacheron gegründet, Anthony Scacchetti ist als COO für das operative Geschäft verantwortlich. Die internationale Expansion, insbesondere der deutsche Markt, liegt im Verantwortungsbereich von Virginie Vinas als Head of International Development.

Der Markteintritt in Deutschland ist Teil einer breiteren Internationalisierungsstrategie. Neben Frankreich ist die Anwendung bereits in mehreren europäischen Ländern verfügbar, darunter Belgien, Liechtenstein und Italien. Eine lokale Niederlassung ist nicht vorgesehen; der Vertrieb erfolgt vollständig digital.

Wie Bill up als Rechnungs-App funktioniert

Kern des Angebots von Bill up ist eine mobile Anwendung, die Rechnungen per Smartphone-Kamera erfasst. Eine integrierte OCR-Technologie liest relevante Daten wie Rechnungsbetrag, Fälligkeitsdatum, Zahlungsempfänger oder IBAN automatisch aus. Ziel ist es, manuelle Eingaben zu reduzieren und Fehler zu vermeiden.

Die Bezahlung erfolgt direkt über die App. Dafür bindet Bill up Bankkonten der Nutzerinnen und Nutzer über den Partner Bridge an. Unterstützt werden verschiedene Banken, darunter Direktbanken ebenso wie klassische Institute. Das Konto, über das eine Rechnung beglichen werden soll, kann innerhalb der App ausgewählt werden. Die Anwendung setzt nach eigenen Angaben auf Verschlüsselungstechnologien und ist DSGVO-konform ausgelegt.

Was Nutzer konkret bekommen

Bill up richtet sich vor allem an Selbstständige, Kleinstunternehmen und Betriebe mit begrenzten administrativen Ressourcen, etwa im Handwerk. Rechnungen von Lieferanten, Dienstleistern oder Versicherungen sollen sich schnell erfassen, bezahlen und zentral archivieren lassen. Auch Privatpersonen können die App nutzen, wenngleich der Fokus klar auf professionellen Anwendungsfällen liegt.

Eine kostenfreie Version erlaubt die Verwaltung und Bezahlung von bis zu fünf Rechnungen pro Monat. Darüber hinaus bietet Bill up ein Premium-Modell mit unbegrenzten Zahlungen, Zahlungserinnerungen und Funktionen zur Zusammenarbeit, etwa mit Steuerberatern. Rechnungen lassen sich dort auch teilen und gemeinsam verwalten.

Im Zusammenhang mit der europäischen E-Rechnungsreform arbeitet Bill up mit zertifizierten Plattformen zusammen. Der Fokus liegt zunächst auf dem Rechnungseingang, um die formale Konformität elektronischer Rechnungen sicherzustellen.

Marktcheck: Bill up im Umfeld etablierter Rechnungs- und Banking-Tools

Der Markt für digitales Rechnungsmanagement ist in Deutschland bereits dicht besetzt. Neben klassischen Buchhaltungs- und ERP-Lösungen gibt es zahlreiche Banking-Apps und Fintechs, die Zahlungsfunktionen mit Verwaltungsfeatures kombinieren. Bill up positioniert sich als schlanke, mobile Lösung, die ohne umfangreiche Softwareeinführung auskommen soll.

Der Vorteil dieses Ansatzes liegt in der niedrigen Einstiegshürde, insbesondere für Nutzergruppen, die mit komplexen Management-Tools wenig Erfahrung haben. Gleichzeitig besteht das Risiko, dass Funktionsumfang und Integrationen hinter umfassenderen Lösungen zurückbleiben. Ob sich Bill up langfristig behaupten kann, dürfte davon abhängen, ob die App ausreichend tief in bestehende Arbeitsabläufe integrierbar ist.

Bill up und der regulatorische Rückenwind durch die E-Rechnung

Das Unternehmen verweist auf ein günstiges regulatorisches Umfeld, insbesondere durch die schrittweise Einführung der E-Rechnungspflicht in Europa. Diese Entwicklung erhöht den Druck auf Unternehmen, ihre Rechnungsprozesse zu digitalisieren. Bill up will davon profitieren und strebt nach eigenen Angaben bis 2026 eine deutlich höhere Nutzerzahl an.

Anthony Scacchetti betont, dass nicht allein regulatorische Vorgaben über den Erfolg entscheiden. Die Akzeptanz bei Nutzerinnen und Nutzern, die wenig Erfahrung mit digitalen Tools haben, bleibe eine zentrale Herausforderung. Benutzerfreundlichkeit, Sicherheit und Compliance seien daher entscheidende Faktoren.

Offene Fragen rund um Bill up in Deutschland

Wie groß das Angebot von Bill up zum Start in Deutschland ist, ist derzeit nicht bekannt. Auch zu konkreten Umsätzen, Marktanteilen oder zur Nutzungshäufigkeit hierzulande macht das Unternehmen keine Angaben. Details zur Preisgestaltung der Premium-Version über die genannten Funktionsumfänge hinaus bleiben offen.

Unklar ist zudem, wie stark die App an spezifische Anforderungen des deutschen Marktes angepasst wird und welche zusätzlichen Funktionen in Zukunft geplant sind. Angaben zu einem Zeitplan für weitere Ausbaustufen wurden bislang nicht veröffentlicht.

Ausblick: Akzeptanz und Angebotstiefe

Der Markteintritt von Bill up fällt in eine Phase, in der viele Selbstständige und kleine Unternehmen ihre Rechnungsprozesse neu ordnen müssen. Ob sich die App in Deutschland etabliert, wird davon abhängen, wie gut sie den Spagat zwischen Einfachheit und professionellen Anforderungen meistert. Entscheidend wird sein, ob sich ausreichend Nutzer gewinnen lassen und die Anwendung im Alltag tatsächlich als Entlastung wahrgenommen wird.

Foto/Quelle: Open2Europe

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