Mittwoch, Juli 15, 2026
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Kyrok erhält 3,1 Millionen Euro für KI-Betriebssystem in Pharma und Chemie

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ERP-Systeme: Kyrok bringt KI ins Supply-Chain-Management Bild Kyrok Gründer Daniel Hofinger und Lukas Bierfreund Bildcredits/ Fotograf Guido Schwarz

Kyrok legt sich ohne Systemmigration über bestehende ERP-Systeme und überwindet so gewachsene Daten-Silos

Das Berliner Industrie-KI-Startup Kyrok hat eine Pre-Seed-Finanzierung in Höhe von 3,1 Millionen Euro abgeschlossen. Das Unternehmen entwickelt ein KI-Betriebssystem für das Supply-Chain-Management im europäischen Pharma- und Chemie-Mittelstand. Angeführt wurde die Finanzierungsrunde vom europäischen Venture-Capital-Investor Speedinvest.

Zu den weiteren Investoren zählen Arve Capital, das Family Office des Marktführers für aktive Pharmaverpackungen Sanner sowie renommierte Persönlichkeiten aus Industrie und Technologie. Mit dabei sind unter anderem Dr. Marcell Vollmer, ehemaliger Chief Procurement Officer von SAP, Dr. André Heeg, Managing Director & Partner Pharma & Healthcare bei BCG, Dr. Stephan Rohr, CEO von TWAICE, die Langdock-Gründer Jonas Beisswenger, Tobias Kemkes und Lennard Schmidt sowie Rodrigo Martinez über HelloWorld.

Kyrok wurde 2025 von Daniel Hofinger und Lukas Bierfreund gegründet. Das Unternehmen entwickelt das erste KI-Betriebssystem für Supply-Chain-Teams in der Pharma- und Chemieindustrie und möchte damit eine der größten Digitalisierungsherausforderungen des industriellen Mittelstands lösen.

Industrieunternehmen arbeiten häufig noch mit gewachsenen Systemlandschaften

Während in Europa über digitale Souveränität, KI-Standorte und resiliente Lieferketten diskutiert wird, basieren viele Prozesse in Pharma- und Chemieunternehmen weiterhin auf ERP-Systemen aus den 1990er Jahren, Excel-Tabellen und manuell gepflegtem Erfahrungswissen.

Gleichzeitig verschärfen Fachkräftemangel, demografischer Wandel und internationale Konkurrenz den Druck auf die Unternehmen. Besonders mittelständische Betriebe stehen vor der Herausforderung, wertvolles Prozesswissen zu sichern und ihre Produktivität zu steigern.

KI-Agenten unterstützen Mitarbeitende im Tagesgeschäft

Kyroks Betriebssystem wird als zusätzliche Anwendungsebene über bestehende ERP-Systeme gelegt. Unternehmen müssen ihre vorhandenen Systeme nicht austauschen oder aufwendig migrieren. Stattdessen verbindet die Lösung unterschiedliche Datenquellen und unterstützt dabei, gewachsene Daten-Silos aufzubrechen.

Supply-Chain-Teams arbeiten in einer modernen Benutzeroberfläche, in der spezialisierte KI-Agenten Routineaufgaben übernehmen und Mitarbeitende durch Prozesse führen. Die finale Entscheidung verbleibt dabei stets beim Menschen.

Mit jeder Interaktion lernt das System die individuellen Arbeitsweisen der Nutzer besser kennen. Auf diese Weise wird wertvolles Erfahrungswissen schrittweise digitalisiert und langfristig im Unternehmen verfügbar gemacht.

Schritt für Schritt soll das Betriebssystem sämtliche zentralen Bereiche des Supply-Chain-Managements abdecken. Den Anfang machen Kundenservice, Auftragserfassung und weitere branchenspezifische Workflows. Produktionsplanung, Materialplanung und Einkauf sollen folgen. Die Daten werden DSGVO-konform auf europäischer Infrastruktur in Frankfurt am Main verarbeitet.

„Wir sind in Produktionswerken, in denen Auftragslisten morgens ausgedruckt, in den nächsten Raum getragen und dort wieder eingetippt werden. Die Menschen dort leisten Erstaunliches und halten verschiedene Systeme manuell zusammen. Sie verdienen Werkzeuge aus diesem Jahrhundert“, sagt Daniel Hofinger, CEO und Mitgründer von Kyrok. „Mit unserer Lösung möchten wir gezielt einen Beitrag für einen wettbewerbsfähigen Mittelstand leisten.“

Pilotkunden berichten von hohem Zeitgewinn und geringerer Fehlerquote

Mehrere mittelständische Pharma- und Chemieunternehmen nutzen die Lösung bereits in der Pilotphase. Nach Angaben des Unternehmens werden mehr als 80 Prozent komplexer Aufträge fehlerfrei erfasst. Bei Routineaufgaben ergeben sich deutliche Zeitgewinne sowie eine spürbar reduzierte Fehlerquote.

Christoph Staub, CEO des Schweizer Pharmaunternehmens Konapharma, sieht insbesondere den Human-in-the-Loop-Ansatz als Vorteil: „Für uns bedeutet Kyrok eine massive Arbeitserleichterung. Wir gewinnen Zeit für die Themen, die für unsere Kunden wirklich zählen. Überzeugt hat mich, dass das System Vorschläge macht, die letzte Entscheidung aber beim Mitarbeiter bleibt, der die Verantwortung trägt.“

Mehr als 200 Gespräche mit der Branche vor dem Produktstart

Noch bevor die erste Zeile Code geschrieben wurde, führten Daniel Hofinger und Lukas Bierfreund nach eigenen Angaben mehr als 200 Interviews mit Entscheidern aus Pharma- und Chemieunternehmen. Ergänzt wurden diese Erkenntnisse durch Werksbesuche und Workshops in mittelständischen Betrieben.

„Kyrok liefert eine beeindruckende Branchentiefe. Ich habe in 14 Jahren bei SAP gesehen, wie selten Software-Teams diese wirklich erreichen. Was Daniel und sein Team in den ersten Monaten geliefert haben, zeigt ein enormes Potenzial für unseren Industriestandort in Europa“, sagt Dr. Marcell Vollmer.

Auch Frank Fürst, General Manager bei AnalytiChem, sieht großes Potenzial in dem Ansatz: „Während klassische ERP-Systeme vor allem Daten verwalten, ermöglicht Kyrok die intelligente Verknüpfung von Daten, Prozessen und Wissen. Dadurch wird wertvolles Erfahrungswissen aus den Köpfen der Mitarbeitenden in skalierbare und KI-gestützte Abläufe überführt.“

Frisches Kapital soll Wachstum und Produktentwicklung beschleunigen

Mit der Finanzierung will Kyrok die Entwicklung weiterer Module vorantreiben und das Berliner Team gezielt erweitern. Gleichzeitig soll das Betriebssystem um zusätzliche Funktionen für das Supply-Chain-Management ergänzt werden.

„Daniel und Lukas haben bereits bewiesen, dass sie Industrieunternehmen mit Technologie wettbewerbsfähiger machen. Mit Kyrok modernisieren sie eine ganze Branche, ohne sie für die Modernisierung stillzulegen. Das ist exakt der Hebel, den Europa braucht: für die Wettbewerbsfähigkeit seines Mittelstands und die Resilienz seiner Lieferketten in Pharma und Chemie“, sagt Florian Obst, Partner bei Speedinvest.

Bild Kyrok Gründer Daniel Hofinger und Lukas Bierfreund Bildcredits/ Fotograf Guido Schwarz

Quelle Breforth Communications

Timefold erhält 13 Millionen US-Dollar für KI-gestützte Planungssoftware

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Timefold Founders
Screenshot

Timefold, die Entwicklerplattform für APIs zur Routenplanung und Schichtplanung, hat den Abschluss einer Series-A-Finanzierungsrunde in Höhe von 13 Millionen US-Dollar bekannt gegeben. Die Runde wurde von Alstin Capital angeführt, mit Kompas VC als Co-Investor sowie weiterer Unterstützung der bestehenden Investoren Lakestar und Smartfin. Das Unternehmen unterstützt Softwareteams dabei, Planungsoptimierung auf Unternehmensniveau in Außendienst- und Personalmanagementlösungen zu integrieren.

Die Finanzierungsrunde folgt auf ein Jahr mit starkem Wachstum. Im Jahr 2025 vervierfachte Timefold seinen jährlich wiederkehrenden Umsatz (ARR), da Unternehmen und Softwareanbieter die APIs des Unternehmens zunehmend in geschäftskritische Planungsprozesse integrierten.

Starkes Wachstum durch steigende Nachfrage nach Planungsoptimierung

Unternehmen wie NEC Software Solutions (NECSWS), CBRE, Lufthansa, Thales und Subaru setzen die Lösungen von Timefold bereits ein, um komplexe Planungsaufgaben effizienter zu gestalten. Die neue Finanzierung soll insbesondere die Expansion in den USA vorantreiben und die Weiterentwicklung der Plattform beschleunigen.

„Zeitpläne regieren die Welt“, sagt Maarten Vandenbroucke, CEO von Timefold. „Wir alle sind auf funktionierende Planung angewiesen. Das gilt besonders für Millionen von Frontline-Beschäftigten, deren Arbeitstag davon abhängt, dass Zeitpläne richtig funktionieren. Da Software zunehmend autonom wird, entwickelt sich Optimierung zu einer grundlegenden Infrastruktur. Die Timefold-Plattform gibt Softwareentwicklern die Möglichkeit, Entscheidungsintelligenz auf Unternehmensniveau in ihre Anwendungen einzubetten. Das führt gleichermaßen zu besseren Ergebnissen für Unternehmen, Mitarbeiter und Kunden.“

KI-Agenten benötigen verlässliche Planungslogik

Mit dem Aufstieg von KI-Agenten entsteht eine neue Generation von Software, die Anfragen verstehen und eigenständig Zeitpläne erstellen kann. Allerdings stoßen große Sprachmodelle bei komplexen Planungsaufgaben häufig an ihre Grenzen, da die erzeugten Ergebnisse nicht immer den praktischen Anforderungen entsprechen.

Timefold kombiniert KI mit deterministischen Optimierungsalgorithmen, um komplexe Terminplanungsprobleme zuverlässig zu lösen. Die Plattform unterstützt Unternehmen dabei, Entscheidungen wie die Zuweisung von Technikern zu Kunden, die Reaktion auf kurzfristige Ausfälle oder die Erstellung fairer und regelkonformer Schichtpläne zu automatisieren.

Außendienst und Personalplanung als zentrale Anwendungsfelder

Besonders im Außendienst zeigt sich die Bedeutung intelligenter Planung. Unternehmen müssen täglich Tausende Einsätze koordinieren und dabei Faktoren wie Qualifikationen, Service-Level-Vereinbarungen, arbeitsrechtliche Vorgaben, Fahrtzeiten, Kundenverfügbarkeiten und kurzfristige Änderungen berücksichtigen.

Timefold verarbeitet diese komplexen Rahmenbedingungen und optimiert die Planung in Echtzeit. Dadurch können Unternehmen operative Abläufe effizienter gestalten und Ressourcen besser einsetzen.

Messbare Ergebnisse für Unternehmenskunden

Die Plattform liefert bereits heute nachweisbare Effekte. Ein internationales Immobilienunternehmen konnte mithilfe der Routing-Lösung von Timefold die Fahrzeiten um bis zu 33 Prozent reduzieren, die gefahrenen Strecken um 43 Prozent verkürzen und Überstunden vollständig vermeiden. Ein großer US-Personaldienstleister für den Einzelhandel verkürzte einen zuvor zehn Wochen dauernden Planungsprozess auf lediglich zehn Minuten.

Zu den Kunden von Timefold zählen unter anderem NECSWS, CBRE, Orange Telecom, ADP und Lufthansa. Sie nutzen die Technologie, um Planungsprozesse zu optimieren, deren Effizienz direkten Einfluss auf Rentabilität, Kundenzufriedenheit und Mitarbeiterproduktivität hat.

„Wir haben uns für Timefold entschieden, weil es uns einen praxistauglichen Weg eröffnet hat, fortschrittliche Planungs-KI in den realen Betrieb zu bringen, ohne die Lieferzeiten zu verlangsamen“, erklärt Kay Aston von NECSWS. „Ihre Technologie hat uns geholfen, schneller voranzukommen, einen klaren operativen Mehrwert zu schaffen und unsere Fähigkeit zu stärken, Optimierungslösungen für unsere Kunden bereitzustellen.“

Investoren sehen Optimierung als zentrale Infrastruktur der KI-Ära

Timefold verfolgt die Vision, zur Standardplattform für die Entwicklung, Bereitstellung und den Betrieb von Planungsoptimierungsmodellen zu werden. Das Unternehmen sieht Optimierungstechnologien als unverzichtbaren Bestandteil moderner Softwarearchitekturen.

„Was bei der Planung unternehmenskritischer Abläufe zählt, ist nicht Kreativität, sondern Korrektheit“, sagt Alexander Meyer-Scharenberg, Partner bei Alstin Capital. „Ein Schichtplan oder eine Fahrtroute muss jedes Mal korrekt, vorschriftsmäßig und reproduzierbar sein. Timefold hat eine praxiserprobte Open-Source-Optimierungs-Engine in modulare Produkte verwandelt, die Unternehmen ohne ein Team von Mathematikern einsetzen können. Wir sind überzeugt, dass das Unternehmen hervorragend positioniert ist, um diese Kategorie zu dominieren.“

Bild Timefold Founders

Quelle Cosmyc Partners

VivaTech 2026: Über 200.000 Besucher feiern Rekordjahr für Europas größte Startup Messe

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VivaTech 2026: Startups und Innovation in Paris

Mit der Anwesenheit des französischen Präsidenten Emmanuel Macron und des indischen Premierministers Narendra Modi

Paris, 22. Juni 2026 – Vom 17. bis 20. Juni 2026 begrüßte VivaTech, Europas größte Veranstaltung für Innovation, Technologie und Start-ups, auf dem Messegelände Paris Porte de Versailles mehr als 200.000 Besucher aus 165 Ländern. Zum zehnjährigen Jubiläum wurde die Veranstaltung nochmals erweitert: mehr Fläche, mehr Innovationen und mehr Inspiration. Damit festigte VivaTech ihre Position als unverzichtbarer globaler Treffpunkt für Technologie und Innovation. Zu diesem Anlass übernahm VivaTech zudem am 14. Juni 2026 die Champs-Élysées.

Mehr als 15.000 Start-ups, 4.500 Aussteller, 1.155 Rednerinnen und Redner sowie eine kumulierte Reichweite von über fünf Milliarden Kontakten in sozialen Medien unterstreichen die Bedeutung des Events für die internationale Technologiebranche.

Das weltweit führende Technologie Event seit zehn Jahren

Die Jubiläumsausgabe bot ein umfangreiches Programm rund um die wichtigsten Zukunftsthemen:

Künstliche Intelligenz und Produktivität

Cybersicherheit und Verteidigung

GreenTech

Raumfahrt

DeepTech

Zu den prominenten Gästen gehörten unter anderem Jeff Bezos, Gründer von Amazon und Blue Origin sowie Co CEO von Prometheus, Dave Limp, CEO von Blue Origin, der ehemalige NASA Astronaut Mike Massimino, Yann LeCun von AMI Labs, Adobe CEO Shantanu Narayen, OpenAI Manager Thibault Sottiaux sowie Sir Tim Berners Lee, der Erfinder des World Wide Web.

Auch zahlreiche Vertreter aus Politik und Wirtschaft waren vertreten. Deutschland trat als „Land des Jahres 2026“ mit einer hochrangigen Delegation auf, darunter Karsten Wildberger, Bundesminister für digitale Transformation und Staatsmodernisierung, sowie Dorothee Bär, Bundesministerin für Forschung, Technologie und Raumfahrt.

Indien war als „AI Country Partner 2026“ präsent und wurde von Premierminister Narendra Modi vertreten.

VivaTech treibt Geschäftsentwicklung und Vernetzung voran

Mehr als 4.500 Unternehmen präsentierten ihre Innovationen auf der Messe, davon 61 Prozent aus dem Ausland. Erstmals waren auch Samsung, Envision, SAP und Adobe mit eigenen Auftritten vertreten.

Über 15.000 Start-ups nutzten die Veranstaltung, um Kontakte zu Unternehmen aus mehr als 30 Branchen zu knüpfen und neue Partnerschaften aufzubauen.

Neue Formate wie die „Business Plaza“ sowie die „Investors Office Hours“ sollten gezielt Geschäftsmöglichkeiten schaffen und den Austausch zwischen Start-ups, Investoren und Konzernen fördern.

Innovationen und Produktpremieren im Fokus

VivaTech hat sich in den vergangenen Jahren zu einer zentralen Bühne für technologische Innovationen entwickelt. Auch 2026 wurden zahlreiche neue Technologien und Produkte vorgestellt.

Zu den bemerkenswertesten Innovationen gehörten:

XPANCEO präsentierte intelligente Kontaktlinsen, die langfristig klassische Bildschirme ersetzen sollen.

Lifepods stellte eine autonome Schutzkapsel für Gefahrensituationen vor.

Lattice Medical entwickelt biologisch abbaubare 3D gedruckte Implantate für die Rekonstruktion von Weichgewebe.

Tetmet zeigte eine automatisierte Robotiklösung zur Herstellung von Edelstahlgewebe für die Automobil-, Luftfahrt- und Verteidigungsindustrie.

Unitree x HABS präsentierte einen humanoiden Roboter, der über menschliche Gehirnaktivität gesteuert werden kann.

VivaTech x Bloomberg Awards zeichnen Technologie Pioniere aus

Im Rahmen der Veranstaltung wurden erstmals die VivaTech x Bloomberg Awards verliehen.

Ausgezeichnet wurden:

Visionary Award: Sir Tim Berners Lee

Leadership Award: Joe Tsai

Momentum Award: Yann LeCun

Breakthrough Award: Peter Steinberger

Investor Award: Jeannette zu Fürstenberg

Rising Star Award: May Habib

CitizenTech Award: Ukraine

Start-up Preise für Innovation und gesellschaftliche Wirkung

Auch gesellschaftlicher Nutzen und technologische Wirkung standen erneut im Mittelpunkt der Veranstaltung.

Folgende Gründerinnen und Gründer wurden ausgezeichnet:

Female Founder Award: Liz Dennett (Endolith)

Tech for Change Award: Fanny Giannou (Alithea Biotechnology)

AfricaTech Award: Ahmed Yahia (Surgia)

Next Startupper Challenge: Sasha Ovalle (AssisTech Smart Shower)

Innovation of the Year: Karim Boussetta (Hodor)

Technologie für die Öffentlichkeit erlebbar gemacht

Zum zehnjährigen Jubiläum öffnete sich VivaTech noch stärker für die breite Öffentlichkeit.

Bereits am 14. Juni verwandelte die Veranstaltung gemeinsam mit dem Comité Champs Élysées die berühmte Pariser Prachtstraße in eine große Open Air Plattform für Innovation und Technologie.

Am 20. Juni konnten Besucherinnen und Besucher die neuesten Entwicklungen aus den Bereichen Künstliche Intelligenz und Robotik entdecken sowie an Karriere- und Bildungsangeboten teilnehmen. Zu den Gästen gehörte auch der französische ESA Astronaut Thomas Pesquet.

Veranstalter ziehen positives Fazit

„VivaTech macht Paris zur Welt Hauptstadt für Innovation, Technologie und Start-ups, indem sie all jene zusammenbringt, die die Zukunft gestalten. Besonders beeindruckt hat uns die Energie und die positive, konstruktive Stimmung aller Beteiligten. Wir danken unseren Partnern und allen Teams, die diese zehnjährige Entwicklung zu einem globalen Event von höchstem Niveau gemacht haben. Diese zehnte Ausgabe hat die zentrale Rolle der Veranstaltung erneut bestätigt: den Austausch zwischen internationalen Akteuren zu fördern, Innovationen sichtbar zu machen, die unsere Gesellschaft verändern, Verbindungen zwischen Start-ups und Investoren zu schaffen sowie französische und europäische Innovationen hervorzuheben. Dieses Jubiläum war nicht nur ein Rückblick auf die vergangenen neun Jahre, sondern der Beginn eines neuen, vielversprechenden Jahrzehnts der Innovation.“

Maurice Lévy, Co Präsident von VivaTech und Ehrenvorsitzender der Publicis Groupe, Michèle Benbunan, Co Präsidentin von VivaTech und CEO der Pressesparte von LVMH sowie François Bitouzet, Geschäftsführer von VivaTech.

VivaTech 2027 bereits terminiert

Die nächste Ausgabe der VivaTech findet vom 16. bis 19. Juni 2027 auf dem Messegelände Paris Expo Porte de Versailles statt. Damit setzt Europas größte Startup und Technologiemesse ihre Erfolgsgeschichte fort.

Bild @ VivaTech 2026

Quelle Red Lorry Yellow Lorry

bae treat: Wird Darmgesundheit zum nächsten großen Snacktrend?

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bae treat: Ballaststoffe für mehr Darmgesundheit Laura SChmidel und Lorena Unterrader Bildcredits/Fotograf: Maren Braust

bae treat entwickelt funktionelle Snacks mit Ballaststoffe und Fokus auf Darmgesundheit, um bewusste Ernährung und Genuss im Alltag miteinander zu verbinden

Frau Schmidel, Frau Unterrader, können Sie bae treat kurz vorstellen und erzählen, wie die Idee zur Gründung entstanden ist?

Lorena und ich haben uns bereits im Alter von 13 und 14 Jahren in unserer Heimat Tirol kennengelernt. Seitdem teilen wir die Leidenschaft für gesunde und zugleich leckere Snacks.

Die Idee zur Gründung von bae treat entstand aus sehr persönlichen Beweggründen: Unser Ziel war es von Anfang an, Snacking neu zu denken und dabei die Darmgesundheit in den Mittelpunkt zu stellen – ohne Kompromisse bei Geschmack und Konsistenz.

Dabei war unser Anspruch klar: Produkte zu entwickeln, die eine bessere Wahl für den Darm sind – mit 40 % weniger Zucker, präbiotischen Ballaststoffen, hochwertigen Proteinen sowie 100 % Bio-Qualität und vegan. Und das alles, ohne beim Geschmack oder der Textur Abstriche zu machen.

Wie kamen Sie auf die Idee, Darmgesundheit und Snackprodukte miteinander zu verbinden?

Die Idee entstand aus persönlichen Beweggründen, die uns dazu gebracht haben, uns intensiv mit dem Thema Darmgesundheit auseinanderzusetzen. Dabei wurde uns schnell klar, wie groß der Einfluss des Darms auf das allgemeine Wohlbefinden ist.

Aus dieser Erkenntnis heraus entstand der Wunsch, Snacks nicht nur lecker, sondern auch funktional zu gestalten – also hochwertige, präbiotische Ballaststoffe gezielt in unsere Produkte zu integrieren. So können wir Genuss und einen echten Mehrwert für die Darmgesundheit miteinander verbinden.

Welche Vision verfolgen Sie mit bae treat, und wie möchten Sie diese in den kommenden Jahren verwirklichen?

Unsere Vision mit bae treat ist es, unsere Produkte möglichst vielen Menschen zugänglich zu machen und gesünderes Snacking in den Alltag zu integrieren.

Unsere Mission ist es, die führende Brand für darmfreundlichere Snacks in Europa zu werden. Dafür arbeiten wir kontinuierlich an der Weiterentwicklung unseres Sortiments und an neuen, noch funktionaleren Produkten, die Genuss und einen echten Mehrwert für die Gesundheit vereinen.

In den kommenden Jahren möchten wir dieses Wachstum konsequent vorantreiben und unsere Vision Schritt für Schritt in den Alltag unserer Kund bringen.

An welche Zielgruppe richten sich Ihre Produkte hauptsächlich, und welche Bedürfnisse stehen dabei im Mittelpunkt?

Unsere Zielgruppe sind vor allem gesundheitsbewusste Menschen, die bewusst auf ihre Ernährung achten und mehr hochwertige Ballaststoffe unkompliziert in ihren Alltag integrieren möchten.

Im Markt für funktionelle Lebensmittel beobachten wir vor allem, dass das Bewusstsein für Darmgesundheit und ganzheitliches Wohlbefinden stark zunimmt. Konsument achten immer mehr auf transparente Inhaltsstoffe, weniger Zucker und funktionelle Mehrwerte, die über reine Sättigung hinausgehen. Gleichzeitig steigt die Nachfrage nach natürlichen, clean-label Produkten, die Genuss und Gesundheit miteinander verbinden.

Der Markt für funktionelle Lebensmittel wächst stetig. Welche Entwicklungen beobachten Sie in diesem Bereich besonders aufmerksam?

Wir beobachten sehr deutlich, dass immer mehr Brands das Thema Ballaststoffe für sich entdecken. Besonders sichtbar wird das aktuell im Bereich der funktionellen Getränke, etwa durch Ballaststoff-Sodas, die dem Trend eine hohe Aufmerksamkeit gegeben haben.

Generell sehen wir, dass Ballaststoffe zunehmend als zentraler Bestandteil einer gesundheitsbewussten Ernährung verstanden werden und sich das Thema stark aus der Nische heraus in den Mainstream entwickelt.

Was macht bae treat aus Ihrer Sicht besonders im Vergleich zu anderen Snackmarken?

Was bae treat besonders macht, ist die enge Zusammenarbeit mit Ernährungswissenschaftler sowie unser klarer Fokus auf funktionelle Inhaltsstoffe.

Wir setzen bewusst auf eine hochwertige Ballaststoffmischung, die gezielt auf die Darmgesundheit abgestimmt ist. Gleichzeitig legen wir großen Wert darauf, dass unsere Produkte nicht nur einen funktionellen Mehrwert bieten, sondern auch geschmacklich überzeugen.

Diese Kombination aus wissenschaftlich fundierter Entwicklung, funktionellen Benefits und Genuss hebt uns klar von vielen anderen Snackmarken ab.

Wie gelingt es Ihnen, Themen wie Präbiotika und Ballaststoffe in Produkte zu integrieren, die gleichzeitig Genuss bieten sollen?

Die Integration von Präbiotika und Ballaststoffen in Produkte, die gleichzeitig Genuss bieten sollen, ist tatsächlich eine echte Herausforderung. Ballaststoffe beeinflussen beispielsweise die Textur und Konsistenz deutlich, was in der Produktentwicklung viel Feinarbeit erfordert.

Genau deshalb arbeiten wir kontinuierlich an der Optimierung unserer Rezepturen, testen neue Ansätze und entwickeln unsere Produkte iterativ weiter. Unser Anspruch ist es, die funktionellen Vorteile so zu integrieren, dass sie geschmacklich und sensorisch nicht als Kompromiss wahrgenommen werden.

Welche Herausforderungen begegnen Ihnen beim Aufbau einer Marke im Bereich Darmgesundheit und Functional Food?

Eine der größten Herausforderungen ist es, sich in einem stark wachsenden und bereits gut besetzten Markt durchzusetzen – die Regale sind voll und es gibt viele großartige Mitbewerber.

Umso wichtiger ist es für uns, uns kontinuierlich weiterzuentwickeln und klar zu differenzieren. Unser Fokus liegt darauf, unserer Community nicht nur Produkte, sondern einen echten Mehrwert zu bieten, sowohl funktional als auch geschmacklich.

Viele Verbraucher achten heute stärker auf Inhaltsstoffe und Zuckergehalt. Wie beeinflusst das Ihre Produktentwicklung?

Der steigende Fokus der Verbraucher auf Inhaltsstoffe und Zuckergehalt beeinflusst unsere Produktentwicklung sehr positiv. Er bestärkt unseren Ansatz, Zucker zu reduzieren und durch Ballaststoffsirups teilweise zu ersetzen.

Gleichzeitig bringt das auch Herausforderungen mit sich, da sich solche Anpassungen auf Konsistenz, Textur und teilweise auch auf die Haltbarkeit auswirken können. Genau deshalb arbeiten wir kontinuierlich an der Optimierung unserer Rezepturen.

Insgesamt sehen wir diesen Trend aber als klaren Vorteil, da er unser Konzept von funktionellen, zuckerreduzierten und gleichzeitig genussvollen Snacks unterstützt.

Welche Erfahrungen haben Sie seit dem Rebranding und der Neuausrichtung von bae treat gesammelt?

Wir haben seit dem Rebranding sehr viele wertvolle Erfahrungen gesammelt. Die Neuausrichtung war für uns ein wichtiger Schritt, um die Marke klarer zu positionieren und unser Produktverständnis weiter zu schärfen.

Besonders hilfreich war dabei, unsere Kund und ihr Kaufverhalten noch besser zu verstehen und unsere Produkte konsequent daran auszurichten. Dadurch konnten wir nicht nur unser Angebot weiterentwickeln, sondern auch die Bedürfnisse unserer Zielgruppe deutlich gezielter adressieren.

Welche nächsten Entwicklungsschritte und Wachstumspläne stehen bei bae treat aktuell im Fokus?

Für die Zukunft liegt unser Fokus darauf, weiter zu wachsen und noch mehr Menschen mit unseren Produkten zu erreichen. Wir arbeiten kontinuierlich daran, unsere Distribution auszubauen und bae treat Schritt für Schritt in weiteren Märkten zu etablieren.

Gleichzeitig entwickeln wir unser Sortiment laufend weiter und arbeiten an neuen, noch funktionaleren Produkten, die unseren Anspruch an Genuss und Gesundheit weiter vorantreiben. Unser Ziel ist es, unsere Marke nachhaltig zu skalieren und unsere Vision von funktionellem Snacking weiter in den Alltag der Menschen zu bringen.

Welche drei Ratschläge würden Sie anderen Gründerinnen und Gründern geben, die ein innovatives Food Startup aufbauen möchten?

Unser wichtigster Ratschlag wäre: lieber klein starten, statt zu lange auf Perfektion zu warten. Entscheidend ist, überhaupt ins Tun zu kommen und das Produkt in den Markt zu bringen.

Im zweiten Schritt ist es essenziell, möglichst viel Kundenfeedback einzuholen. Kund nehmen Produkte oft anders wahr, als man selbst es aus der Entwicklungsphase heraus erwartet – dieses Feedback ist unglaublich wertvoll für die Weiterentwicklung.

Und drittens lohnt es sich, frühzeitig nach passenden Förderungen und Unterstützungsprogrammen zu suchen. Gerade im Food-Bereich gibt es hier oft spannende Möglichkeiten, die beim Aufbau eines Startups sehr hilfreich sein können.

Bildcredits/Fotograf: Maren Braust

Wir bedanken uns bei Laura Schmidel für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

emori: Gehen die wichtigsten Familiengeschichten verloren?

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emori: Familiengeschichten und Erinnerungen bewahren Gründerteam Ansgar Nanke und Sebastian Hartung

emori bewahrt Familiengeschichten und Erinnerungen digital, damit wertvolle Stimmen und persönliche Erlebnisse für kommende Generationen erhalten bleiben

Welche Idee stand am Anfang von emori und warum haben Sie sich entschieden, Familienerinnerungen in den Mittelpunkt Ihres Unternehmens zu stellen?

Am Anfang stand eine sehr persönliche Erfahrung. Ich bin jahrelang zu meinen Großeltern gefahren. Die wichtigsten Momente und Erinnerungen passierten beiläufig, auf der Couch im Wohnzimmer, nicht bei besonderen Anlässen. Heute ist mein Großvater verstorben, meine Großmutter leidet an Demenz. Ein großer Teil dieser Geschichten ist für immer verloren. Mir wurde klar: Fotos bewahren Bilder, aber nicht die Stimme und nicht das Gespräch. Genau deshalb stehen Familienerinnerungen im Mittelpunkt von emori. Das ist der ehrlichste Grund, warum es emori gibt.

Wie würden Sie emori in wenigen Sätzen jemandem erklären, der die Plattform noch nicht kennt?

Ich erkläre es meistens so: emori ist das Zuhause für eure Familiengeschichten. Ihr erlebt eure Erinnerungen wieder wie ein Gespräch, mit echten Stimmen. Besondere Momente sammelt ihr wie Stationen auf eurer gemeinsamen Familienkarte. Alles bleibt sicher und privat, nur in eurer Familie. Mitmachen können alle Generationen. So bleiben eure Geschichten lebendig, statt mit der Zeit verloren zu gehen.

Welche Vision verfolgen Sie mit emori und wie soll diese in den kommenden Jahren Realität werden?

Unsere Vision ist, dass keine Familie ihre wertvollen Geschichten mehr verliert und versteht was die Familie über die Jahrzehnte geprägt hat. Jede Familie soll einen sicheren Ort haben, an dem Stimmen und Erinnerungen über Generationen lebendig bleiben. In den kommenden Jahren möchte ich emori im gesamten deutschsprachigen Raum verankern und dann europäisch ausbauen. Wir bauen das Produkt Schritt für Schritt gemeinsam mit Familien weiter. Wichtig ist mir dabei: einfach für alle Generationen, sicher in Deutschland, und immer nah am echten Familienalltag.

Warum wird das Bewahren von Familiengeschichten und persönlichen Erinnerungen aus Ihrer Sicht immer wichtiger?

Aus meiner Sicht teilen wir heute viel, aber wenig bleibt. Nachrichten, Fotos und Videos liegen verstreut und verschwinden mit der Zeit. Gerade die Geschichten, die eine Familie zusammenhalten und geprägt haben, stehen in keinem Fotoalbum. Sie leben nur in den Köpfen derer, die sie erlebt haben. Generationen wohnen oft weit voneinander entfernt, und Krankheiten wie Demenz zeigen, wie schnell sich ein Zeitfenster schließt. Wer heute festhält, schenkt seiner Familie etwas, das für immer bleibt.

An welche Zielgruppen richtet sich emori besonders und welche Bedürfnisse möchten Sie dabei erfüllen?

emori ist für Familien gemacht, über alle Generationen hinweg. Besonders denke ich an die Menschen, die in der Familie den Anstoß geben. Das sind oft Töchter und Söhne um die 50, die die Geschichten ihrer Eltern sichern wollen, bevor es zu spät ist. Genauso wichtig sind mir die Großeltern, die endlich erzählen dürfen, und die jüngere Generation, die nachfragt. Auch Angehörige von Menschen mit Demenz liegen mir besonders am Herzen. Allen gemeinsam ist der Wunsch nach Nähe, nach Sinn und nach Sicherheit.

Viele Erinnerungen sind heute über verschiedene Apps und Geräte verstreut. Wie löst emori dieses Problem?

Bei emori hat eure Familie einen Ort statt vieler. Eure Erinnerungen liegen nicht mehr verstreut auf Handys, in Chats oder in der Cloud. Bei uns bekommen sie einen roten Faden: Ihr könnt sie sortieren, wiederfinden und gemeinsam erleben. Jeder in der Familie trägt bei, jede Generation. So entsteht aus einzelnen Schnipseln eine lebendige Familienchronik, die mit der Zeit wächst.

Was macht emori aus Ihrer Sicht einzigartig im Vergleich zu klassischen Cloud-Speichern oder sozialen Netzwerken?

Ein Cloud-Speicher lagert Dateien. emori macht Erinnerungen erlebbar. Aus einer Erinnerung wird bei uns ein Gespräch, mit echter Stimme, nicht eine Datei, die niemand mehr öffnet. Ihr könnt mit emori das Gespräch mit euren Liebsten immer wieder haben und bekommt die Antworten, die gegeben wurden – damit simulieren wir ein reales Gespräch mit den Erinnerungen und ihr könnt euren Liebsten beim Erzählen in die Augen schauen und ihre Mimik und gestik erleben. Anders als soziale Netzwerke haben wir keinen Feed, keine fremden Augen. Es gibt keine Likes und keine Follower. emori ist nur für eure Familie. Und wir setzen auf echte Stimmen, nicht auf künstliche Nachbildungen.

Datenschutz spielt bei persönlichen Familienerinnerungen eine zentrale Rolle. Welche Bedeutung hat dieses Thema für Ihr Unternehmen?

Für mich ist Datenschutz keine Zusatzfunktion, sondern das Fundament. emori ist von Grund auf so gebaut, dass die Daten der Familie gehören und nur ihr. Wir entwickeln und hosten emori in Deutschland und arbeiten vollständig nach der DSGVO. Für mich ist das auch eine Frage digitaler Souveränität: Familien sollen die Kontrolle über ihre Erinnerungen behalten und nicht von großen Anbietern aus anderen Ländern abhängig sein. Gerade jetzt zeigt sich, wie wichtig deutsche Lösungen sind, bei denen die Daten in vertrauenswürdiger Hand bleiben. Wir verkaufen keine Daten, wir geben nichts an Dritte weiter, und wir erstellen keine künstlichen Nachbildungen von Stimmen. Wer seine Familiengeschichten teilt, muss uns vertrauen können. Dieses Vertrauen ist für mich die wichtigste Aufgabe überhaupt.

emori ist Teil des Hub Potsdam. Welche Vorteile ergeben sich daraus für die Entwicklung Ihres Startups?

Wir wurden als Startup in das Programm des MediaTech Hub Potsdam aufgenommen, und darauf bin ich wirklich stolz. Der MediaTech Hub ist Deutschlands nationales Zentrum für Medientechnologien und ein offizielles Startup-Zentrum des Landes Brandenburg. Dass wir ausgewählt wurden, ist für mich auch eine Bestätigung, dass hinter emori eine starke Idee steht. Für mich als Gründer bedeutet die Aufnahme vor allem dreierlei. Wir bekommen Struktur und Begleitung, die uns schneller besser machen. Wir sind Teil eines starken Netzwerks aus Gründern, Partnern und Medienunternehmen. Und die Auswahl gibt uns Sichtbarkeit und Vertrauen nach außen. Gerade in der Aufbauphase hilft mir das enorm.

Welche Herausforderungen begegnen Ihnen, wenn es darum geht, Menschen für die langfristige digitale Sicherung ihrer Erinnerungen zu begeistern?

Die größte Herausforderung ist, dass viele das Thema für wichtig, aber nicht für dringend halten. Man schiebt es auf, bis es manchmal zu spät ist. Hinzu kommt: Gerade die prägendsten Geschichten gehen am leichtesten verloren. Die Wendepunkte, die schweren Entscheidungen, das, was einen Menschen wirklich geformt hat, danach fragen wir selten und halten es noch seltener fest. Genau diese Fragen macht emori selbstverständlich. Deshalb mache ich den Wert sofort spürbar: Schon die erste Geschichte fühlt sich wie ein kleiner Schatz an. Und ich zeige, wie einfach der Anfang ist, ganz ohne Technik-Kenntnisse. So wird aus einem guten Vorsatz ein echter Moment, der bleibt.

Welche Rolle spielt der Austausch mit anderen Gründerinnen und Gründern im Hub Potsdam für emori?

Für mich ist vor allem das Netzwerk entscheidend. Im Hub treffe ich viele andere Gründerinnen und Gründer. Die meisten richten sich an Unternehmen, wir mit emori dagegen direkt an Familien. Gerade dieser Unterschied macht andere Sichtweisen so wertvoll: Sie bringen mich auf Gedanken, die mir allein nicht kommen. Genauso wichtig sind die Kontakte, die daraus entstehen. Dieses Netzwerk und der Blick über den eigenen Tellerrand sind für mich essenziell, um erfolgreich zu sein.

Welche drei Ratschläge würden Sie Gründerinnen und Gründern geben, die heute ein Startup mit gesellschaftlichem Mehrwert aufbauen möchten?

Ich würde drei Dinge mitgeben. Startet von einem echten Problem, das ihr selbst kennt, denn eine ehrliche Geschichte trägt weiter als jede clevere Idee. Macht eure Werte zur Grundlage, nicht zur Dekoration, bei uns ist Vertrauen und Datenschutz von Anfang an Teil der Technik und nicht nachträglich aufgesetzt. Und hört früh und oft euren Nutzern zu und sucht euch ein gutes Umfeld, denn gesellschaftlicher Mehrwert entsteht im Austausch und nicht allein am Schreibtisch.

Bildcredits emori

Wir bedanken uns bei Sebastian Hartung und Ansgar Nanke für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

365 KI & Wirtschaftsforum 2026: Welche KI-Projekte überzeugten im Praxiseinsatz?

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365 KI & Wirtschaftsforum: Agenten und KI im Fokus Live-Event: 365 KI & Wirtschaftsforum: am 27.-28.04.2027 in Stuttgart im IBZ. Quelle: media science GmbH

Am 28. und 29. April 2026 trafen sich beim 365 KI & Wirtschaftsforum in Stuttgart Expertinnen und Experten aus Wirtschaft, IT und Industrie, um konkrete Anwendungsfälle rund um Künstliche Intelligenz, Agenten und digitale Transformation zu diskutieren. Unternehmen wie Festo, EnBW und die Mediengruppe Pressedruck präsentierten dabei ihre Erfahrungen aus der Praxis.

Workplace im Wandel durch KI

Zum Auftakt der Veranstaltung sprach IT-Marktanalyst Andreas Stiehler über den KI-orientierten Arbeitsplatz der Zukunft. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie Copilot-Lösungen und andere KI-Werkzeuge Arbeitsplätze verändern und welche neuen Anforderungen daraus für Unternehmen entstehen.

Mediengruppe Pressedruck setzt auf KI im Redaktionsalltag

Peter Graf von der Mediengruppe Pressedruck zeigte, wie Künstliche Intelligenz bei einem traditionellen Medienunternehmen zur Modernisierung von Arbeitsabläufen beiträgt. Anhand automatisierter redaktioneller Prozesse wurden bereits deutliche Effizienzsteigerungen erzielt. Dabei betonte er die Bedeutung von Befähigung, einer geeigneten Arbeitsumgebung und klaren Steuerungsmechanismen.

Festo baut eine unternehmensweite KI-Strategie auf

Sandra Schädle erläuterte, wie Festo den Einsatz von Künstlicher Intelligenz strategisch vorantreibt. Die Initiativen reichen von Assistenzsystemen auf Basis von Microsoft Copilot bis hin zu Agenten für komplexe Entscheidungsprozesse. Eine zentrale KI-Plattform bildet dabei die Grundlage für unternehmensspezifische Anwendungen.

EnBW automatisiert Workation-Prozesse mit Agenten

Dario Katic präsentierte ein Projekt zur Automatisierung von Workation-Anträgen bei EnBW. Durch den Einsatz von Agenten konnten bisher manuelle Genehmigungsprozesse vollständig digitalisiert werden. Während Anträge früher mehrere Wochen benötigten, können sie heute innerhalb einer Stunde bearbeitet werden.

Welche Rolle spielt die IT-Abteilung künftig?

Prof. Tobias Jordine von der Hochschule der Medien Stuttgart beschäftigte sich mit der Frage, welche Auswirkungen Künstliche Intelligenz auf IT-Abteilungen haben wird. Sein Fazit: Die IT bleibt unverzichtbar, ihre Aufgaben und Verantwortlichkeiten werden sich jedoch deutlich verändern.

Governance als Grundlage für sichere KI-Nutzung

Maximilian Götz von Rencore zeigte auf, wie Unternehmen den Einsatz von KI-Werkzeugen kontrollieren und steuern können. Themen wie Datensicherheit, Richtlinien und die Nutzung zugelassener Anwendungen standen dabei im Mittelpunkt.

Zusammenarbeit mit Microsoft Teams neu denken

Natalie Jeschner von Fokus 23 beleuchtete die Chancen und Grenzen von Künstlicher Intelligenz in der Zusammenarbeit. Anhand praktischer Beispiele zeigte sie, wie Microsoft Teams durch KI-Funktionen erweitert werden kann und welche Auswirkungen dies auf Kommunikation und Prozesse hat.

Multiprojektmanagement im Fokus

Stefan Schwärzler von Senzavi machte deutlich, dass erfolgreiche Projektsteuerung mehr erfordert als den Einsatz einzelner KI-Tools. Entscheidend sei eine übergreifende Transparenz über Projekte, Ressourcen und Budgets, um fundierte Entscheidungen treffen zu können.

Nächster Termin steht bereits fest

Auch 2027 wird das 365 KI & Wirtschaftsforum wieder stattfinden. Die nächste Ausgabe ist für den 27. und 28. April 2027 im IBZ Stuttgart geplant.

Bild Live-Event: 365 KI & Wirtschaftsforum: am 27.-28.04.2027 in Stuttgart im IBZ. Quelle: media science GmbH

Quelle Ahrendt PR

Hamburg Innovation Summit 2026: Welche Startups überzeugten bei den Innovation Awards?

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Innovationen beim Hamburg Innovation Summit und Awards Fotocredit © Hamburg Innovation Summit / Andreas Schwarz Photography

Hamburg Innovation Summit 2026: Welche Startups überzeugten bei den Innovation Awards?

Mit mehr als 4.000 Anmeldungen hat der Hamburg Innovation Summit 2026 einen neuen Rekord aufgestellt. Das führende Innovationsevent Norddeutschlands brachte im Oberhafenquartier Akteurinnen und Akteure aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik, Startups und Gesellschaft zusammen. Gleichzeitig wurden die Hamburg Innovation Awards an vielversprechende Innovationen aus der Metropolregion verliehen.

Rekordbeteiligung beim Hamburg Innovation Summit 2026

Der Hamburg Innovation Summit (HHIS) hat erneut die Innovationskraft der Hansestadt und ihrer Metropolregion unter Beweis gestellt. Mehr als 4.000 Anmeldungen sorgten für einen neuen Besucherrekord. Mit 180 Speakerinnen und Speakern, über 80 Programmpunkten auf fünf Bühnen sowie zahlreichen interaktiven Formaten bot die Veranstaltung ein umfangreiches Programm rund um Zukunftstechnologien und Innovationen.

Auf rund 1.800 Quadratmetern Ausstellungsfläche präsentierten 65 Ausstellende Lösungen für aktuelle gesellschaftliche und wirtschaftliche Herausforderungen. Im Mittelpunkt standen Themen wie Künstliche Intelligenz, Deep Tech, nachhaltige Transformation, Mobilität und Bildung.

Zukunftstechnologien standen im Fokus

Eröffnet wurde der HHIS 2026 von Hamburgs Wirtschaftssenatorin Dr. Melanie Leonhard. Gemeinsam mit Expertinnen und Experten aus Technologie, Forschung und Wirtschaft diskutierte sie über Zukunftstechnologien mit großem gesellschaftlichem und wirtschaftlichem Potenzial.

Dabei standen unter anderem neue Gentherapien zur Behandlung von HIV sowie die Chancen des Quantencomputings für Industrie, Datenverarbeitung und Künstliche Intelligenz im Mittelpunkt.

Hamburg Innovation Awards zeichnen vielversprechende Ideen aus

Ein Höhepunkt der Veranstaltung war die Verleihung der Hamburg Innovation Awards. Die Auszeichnungen würdigen herausragende Talente und innovative Gründungsvorhaben aus der Metropolregion Hamburg.

Erstmals wurde dabei auch die neue Kategorie International vergeben. Sie richtet sich an Gründerinnen und Gründer mit Migrationsgeschichte und soll deren Beitrag zur Innovationskraft Hamburgs sichtbar machen.

Diese Startups gewannen die Hamburg Innovation Awards 2026

In der Kategorie Ideation setzte sich das Startup Visflo durch. Das Unternehmen entwickelt ein tragbares Sensorpatch, das das Stresshormon Cortisol über Schweiß misst und Stressbelastungen in Echtzeit sichtbar macht.

Den Hamburg Innovation Award in der Kategorie Start erhielt Aortex. Das Startup entwickelt individuell angepasste Stentgrafts für die minimalinvasive Behandlung von Aortenaneurysmen auf Basis von 3D-CT-Daten.

In der Kategorie International überzeugte GravNav mit einer GPS-unabhängigen Navigationstechnologie auf Basis von Gravitationsdaten. Die Lösung ermöglicht eine sichere und störungsresistente Positionsbestimmung für Schifffahrt, Luftfahrt und autonome Systeme.

Innovationen für die Zukunft Hamburgs

Neben den Awards standen zahlreiche Zukunftsthemen auf der Agenda. Vorträge und Diskussionen beschäftigten sich unter anderem mit nachhaltiger Transformation, Advanced Materials, Novel Food, Klima und Energie, Urban Development sowie Talentförderung und Entrepreneurship.

Interaktive Formate wie Masterclasses, Science Slams und Innovationsworkshops ermöglichten den Besucherinnen und Besuchern, Innovationen nicht nur kennenzulernen, sondern auch aktiv zu erleben.

Der Hamburg Innovation Summit 2026 machte damit erneut deutlich, dass Innovation vor allem durch Zusammenarbeit, Austausch und die Bereitschaft entsteht, neue Wege gemeinsam zu gehen.

Bild Fotocredit © Hamburg Innovation Summit / Andreas Schwarz Photography

Quelle Hamburg Innovation Summit c/o WILKENWERK GmbH

Wer setzt die Standards für den KI-Einsatz im Mittelstand?

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Inno KI: KI für den Mittelstand Timo Weigel

Inno KI entwickelt KI-Lösungen für den Mittelstand und unterstützt Unternehmen mit innoGPT dabei, Arbeitsprozesse produktiver und effizienter zu gestalten

Wie ist die Idee zu Inno KI entstanden und wer steckt hinter dem Unternehmen?

Die Inno KI GmbH ist Anfang 2024 als Joint Venture aus der Innovatisten GmbH und der Magic Labs GmbH von Mike Koene entstanden. Hinter den Innovatisten stehen vier Gründer, zu denen unter anderem auch die Online-Marketing-Agentur moin media gehört. Mike Koene ist unser Chefentwickler und KI-Mann der ersten Stunde, der bereits 2013 KI studiert hat, als sich noch wenige Menschen dafür begeistert haben. Den inhaltlichen Anstoß lieferte unser erstes Produkt InnoChat, ein KI-Chatbot für Websites. In den Gesprächen mit den ersten Anwendern wurde schnell klar: Unternehmen brauchen weniger einen weiteren externen ChatBot, sondern einen internen KI-Arbeitsplatz, der ihre eigenen Mitarbeitenden produktiver macht. Daraus entstand innoGPT.

Warum habt ihr euch bewusst gegen externe Investoren entschieden?

Unsere Kunden wollen einen langfristigen Partner an ihrer Seite. Venture Capital bringt zwangsläufig Exit-Druck mit, und das widerspricht dem, was Mittelständler von uns erwarten: Verlässlichkeit über viele Jahre. Dazu kommt die Geschwindigkeit unseres Marktes. Im KI-Bereich verändert sich alles im Monatstakt. Müssten wir jede strategische Drehung erst mit Investoren abstimmen, würden wir genau die Flexibilität verlieren, die uns aktuell stark macht. Bootstrapping ist für uns deshalb eine bewusste Entscheidung.

Inno KI hat jetzt die Marke von 1 Million Euro ARR erreicht. Wann wurde euch bewusst, dass euer Ansatz funktioniert?

Stand heute haben wir die Million geknackt. Bewusst wurde uns das aber schon viel früher. Unser erster großer Kunde waren die Böckmann Fahrzeugwerke aus Lastrup. Ende 2024 haben sie uns sehr klar kommuniziert, dass sie genau so eine Lösung brauchen. Wir haben innoGPT gemeinsam mit ihnen entwickelt und daraus dann die SaaS-Plattform gebaut. Als wir gesehen haben, wie schnell innoGPT bei Böckmann und den darauffolgenden Kunden vom Pilotprojekt zur systemrelevanten Software wurde, war klar: Der Bedarf ist riesig und wir treffen einen Nerv. Die Million ARR ist die logische Konsequenz daraus.

Welche Rolle spielen langfristige Kundenbeziehungen für euer Wachstum?

Eine sehr große. Unser Geschäftsmodell basiert auf wiederkehrenden Umsätzen durch Lizenzen, und unsere Kunden bleiben bei uns, weil innoGPT mit jedem Monat tiefer in ihre Prozesse hineinwächst. Wir investieren bewusst viel Zeit in die Begleitung nach dem Vertragsabschluss: gemeinsame Use-Case-Entwicklung, Schulungen, regelmäßiger Austausch zu neuen Funktionen. Daraus entsteht eine echte Partnerschaft, in der wir gemeinsam besser werden. Unser Wachstum ist also keine einmalige Verkaufsleistung, sondern das Ergebnis vieler langfristiger Beziehungen.

Inno KI: KI für den Mittelstand Team Bild

Wie schafft es Inno KI, in einem stark umkämpften KI-Markt nachhaltig zu wachsen?

Der Markt entsteht aktuell überhaupt erst, deshalb ist noch sehr viel Platz. Wir adressieren primär KMU und teilweise auch Enterprise-Kunden, statt uns ausschließlich auf eines der beiden Segmente festzulegen. Entscheidend für unser Wachstum ist die Art, wie wir mit unseren Kunden arbeiten: Wir gehen tief in die Unternehmen hinein, entwickeln gemeinsam Use Cases und begleiten die Einführung über die reine Software hinaus. Dazu kommt unsere Geschwindigkeit als bootstrapped Unternehmen. Wir entscheiden schnell, setzen schnell um und können flexibel auf das reagieren, was unsere Kunden brauchen.

Was unterscheidet euren Ansatz von vielen anderen KI-Startups?

Die naheliegenden Argumente, also alle führenden KI-Tools in einer Plattform zu bündeln und das Ganze DSGVO-konform aus Deutschland heraus anzubieten, teilen wir mit einigen anderen Anbietern. Was uns wirklich abhebt, ist die Art, wie wir mit unseren Kunden arbeiten: hohe Zugänglichkeit, intensive Begleitung tief in den Unternehmen, hohe Geschwindigkeit bei Features und Support und die Tatsache, dass wir bootstrapped sind und Entscheidungen ausschließlich am Kunden ausrichten. Technisch sind wir extrem gut, aber das gilt für andere Anbieter ebenfalls. Der Unterschied entsteht vor allem darüber, wie nah wir an den Unternehmen dran sind und wie schnell wir liefern.

Welche Herausforderungen begegnen euch aktuell beim weiteren Unternehmensaufbau?

Unsere größte Herausforderung ist, die aktuelle Wachstumsgeschwindigkeit zu halten und die Distribution weiter hochzufahren. Wir wachsen aktuell mit rund 30 Prozent pro Monat, und damit dieses Tempo nicht abreißt, müssen Vertrieb, Partnerinfrastruktur und Produktentwicklung im selben Takt mitziehen. Hiring ist dabei ein Thema, aber kein Engpass. Wir haben großes Glück mit den Leuten in der Region und stellen bewusst vor Ort ein, weil wir an das gemeinsame Arbeiten im Büro glauben. Die eigentliche inhaltliche Herausforderung sehen wir auf Seite unserer Kunden: die Adaption im Unternehmen und die Entwicklung der richtigen Use Cases. Genau das ist aber auch der Punkt, an dem wir mit unserer Begleitung ansetzen.

Wie wichtig ist Kundennähe für eure Produktentwicklung und strategischen Entscheidungen?

Sehr wichtig. Fast jede größere Funktion in innoGPT geht auf konkretes Kundenfeedback zurück. Ein gutes Beispiel ist unsere Meeting-Funktion: Damit lassen sich physische Meetings vor Ort aufzeichnen, Sprecher werden zugeordnet und am Ende stehen Transkript und Protokoll bereit. Diese Funktion war ein expliziter Wunsch eines Kunden, den wir gemeinsam in die Plattform eingebaut haben. Solche Beispiele finden sich bei uns regelmäßig. Wir sind eng dran, sitzen mit Teams in Workshops zusammen und sehen, wo es im Arbeitsalltag wirklich hakt. Das prägt sowohl die Produkt-Roadmap als auch unsere strategischen Entscheidungen.

Viele KI-Unternehmen setzen stark auf schnelles Wachstum durch Venture Capital. Warum verfolgt ihr bewusst einen anderen Weg?

Weil Wachstum um jeden Preis nicht zu unserem Anspruch passt. Unsere Kunden wollen einen Partner, der in fünf und zehn Jahren noch verlässlich da ist, kein Startup, das auf den nächsten Exit hinarbeitet. Ohne Investoren können wir Entscheidungen treffen, die mittelfristig richtig sind, statt auf die Quartalsmetriken einer Finanzierungsrunde zu optimieren. Mit rund 30 Prozent Wachstum pro Monat zeigen wir, dass kundennahes, eigenfinanziertes Wachstum im KI-Markt sehr gut funktioniert.

Welche Auswirkungen hat eure Unabhängigkeit auf Entscheidungen innerhalb des Unternehmens?

Wir entscheiden schneller und konsequenter aus Kundensicht. Wenn wir morgen sehen, dass eine Funktion priorisiert werden muss, ein neues Feature gebraucht wird oder ein Produktteil umgebaut gehört, setzen wir das um, ohne lange Abstimmungsschleifen mit einem Beirat. In einem Markt, der sich monatlich verändert, ist diese Geschwindigkeit ein echter Wettbewerbsvorteil. Gleichzeitig können wir konsequent in Themen investieren, die nicht sofort messbar sind, aber langfristig wichtig: Sicherheit, Support, gemeinsame Use-Case-Entwicklung mit Kunden und eine starke Partnerinfrastruktur.

Wie blickt ihr auf die Entwicklung des deutschen KI-Marktes in den kommenden Jahren?

Wir stehen wirklich am Anfang. Generative KI wird in den nächsten Jahren in nahezu jeden Wissensarbeitsplatz einziehen, und gerade im Mittelstand fängt diese Reise erst an. Gleichzeitig sind Datenschutz, digitale Souveränität und EU-AI-Act-Konformität für deutsche Unternehmen zentrale Themen. Genau hier braucht es starke europäische Anbieter, die Mittelständlern eine verlässliche Alternative bieten. In diesem Feld wird sich in den kommenden Jahren noch viel bewegen, und wir wollen einen relevanten Beitrag dazu leisten.

Welche nächsten Ziele und Entwicklungen plant Inno KI aktuell?

Wir wollen das aktuelle Wachstumstempo halten und dafür Vertrieb und Partnerinfrastruktur deutlich ausbauen. Das Team in Vechta wächst weiter, vor allem in Entwicklung, Vertrieb und Customer Success. Produktseitig stehen tiefere Integrationen in bestehende Systeme, neue Features auf Basis von Kundenwünschen und der Ausbau unserer mobilen App im Fokus. Langfristig wollen wir die Anlaufstelle für generative KI im deutschsprachigen Mittelstand werden.

Welche drei Ratschläge würdet ihr anderen Gründerinnen und Gründern mit auf den Weg geben?

Klassische Ratschläge wollen wir uns nicht anmaßen, eher eine Beobachtung mit drei Konsequenzen. Es ist unfassbar, was heute mit KI möglich ist. Unsere Plattform wurde bis zum heutigen Punkt im Wesentlichen von einem einzigen Entwickler vorangetrieben, unserem Chefentwickler Mike Koene, der KI konsequent als Hebel für seine eigene Arbeit nutzt. Daraus drei Dinge: Erstens, fangt an und baut etwas, das euch selbst begeistert. Zweitens, nutzt KI von Tag eins als Werkzeug in eurer eigenen Wertschöpfung; das verändert, was eine kleine Truppe leisten kann. Und drittens, arbeitet eng mit euren ersten Kunden zusammen, statt im stillen Kämmerlein zu entwickeln. Mit genau diesem Dreiklang sind wir innerhalb von 18 Monaten dahin gekommen, wo wir heute stehen.

Bildcredits Inno KI

Wir bedanken uns bei Timo Weigel für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder


Premium Start-up: Inno KI

innoGPT Inno KI: KI für den Mittelstand

Kontakt:

Inno KI GmbH
Osloer Str. 6
49377 Vechta

www.innogpt.de
tw@inno-ki.de

Ansprechpartner: Timo Weigel

Social Media:
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LinkedIn Timo Weigel

Was steckt hinter dem Erfolg von NOMOO?

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NOMOO setzt bei Eis auf Geschmack statt Verzicht nomoo Gründerteambild Rebecca Göckel und Jan Grabow

NOMOO entwickelt pflanzliches Eis mit Fokus auf Geschmack und möchte den modernen Eisgenuss für eine neue Generation von Verbraucher prägen

Können Sie NOMOO kurz vorstellen und erzählen, wer das Unternehmen gegründet hat?

NOMOO wurde 2016 von meinem Mitgründer Jan Grabow und mir während unseres Studiums in Köln gegründet. Gestartet haben wir nachts in einer kleinen Gastroküche mit einer großen Vision: Eis neu zu denken. Heute ist NOMOO eine der bekanntesten Marken für modernes, kuhmilchfreies Eis im deutschsprachigen Raum. Unsere Produkte stehen für intensiven Geschmack, super cremige Textur, natürliche Zutaten und weniger Zucker – kurz gesagt: Eis mit All Wow.

Wie entstand die Idee, eine Marke für pflanzliches Bio-Eis aufzubauen?

Die Idee entstand durch die Netflix-Dokumentation „Cowspiracy“, die aufzeigte, welchen Einfluss Viehzucht und Agrarwirtschaft auf Klima und Umwelt haben. Mein Mitgründer Jan wollte daraufhin seine Ernährung umstellen. Schnell stellten wir jedoch fest: Viele pflanzliche Produkte waren damals zwar gut gemeint, geschmacklich aber nicht überzeugend.

Uns wurde klar, dass nachhaltiger Konsum nur dann funktioniert, wenn Genuss an erster Stelle steht. Also fragten wir uns: Warum nicht die Kuh aus dem Eis nehmen, aber den Geschmack behalten? Aus dieser Idee entstand NOMOO. Unser Anspruch war von Anfang an, Eis zu entwickeln, das nicht als Alternative wahrgenommen wird, sondern einfach als das bessere Eis.

Welche Vision verfolgen Sie mit NOMOO, und wie möchten Sie diese in den kommenden Jahren verwirklichen?

Unsere Vision ist es, die weltweit führende Marke für modernen Eisgenuss zu werden. Wir möchten dazu beitragen, dass künftig mehr Menschen zu kuhmilchfreiem Eis greifen als zu klassischem Milcheis – nicht aus Verzicht, sondern weil es einfach besser schmeckt.

Dabei sehen wir eine enorme Chance: Immer mehr Menschen möchten weniger Milch konsumieren oder vertragen sie nicht. Allein im deutschsprachigen Raum betrifft das rund 40 Millionen Menschen, weltweit sogar die Mehrheit der Bevölkerung. Diesen Wandel möchten wir aktiv mitgestalten und Eis für die nächste Generation von Konsument prägen.

An welche Zielgruppen richten sich Ihre Produkte hauptsächlich, und welche Erwartungen möchten Sie erfüllen?

Unsere Zielgruppe sind alle, die gutes Eis lieben. Dazu gehören Menschen mit Laktoseintoleranz genauso wie Flexitarier, Familien oder Konsument, die bewusster genießen möchten.

Uns ist wichtig, niemanden auszuschließen. Deshalb entwickeln wir Produkte, die geschmacklich überzeugen und für möglichst viele Menschen geeignet sind. Die Erwartung unserer Kund ist klar: außergewöhnlicher Geschmack, cremige Konsistenz, natürliche Zutaten und ein gutes Gefühl beim Genießen. Genau dafür steht NOMOO.

NOMOO setzt konsequent auf pflanzliche Zutaten. Welche Bedeutung hat dieser Ansatz für die Entwicklung neuer Produkte?

Pflanzliche Zutaten gehören seit dem ersten Tag zu unserer DNA.

Dafür haben wir eine eigene Rezepturbasis aus Kokosnuss und Cashew entwickelt, die für die besondere Cremigkeit sorgt. Gleichzeitig setzen wir auf einen außergewöhnlich hohen Anteil der jeweiligen Leitzutat – beispielsweise Mango, Kakao oder Beeren. Dadurch entstehen die intensive Geschmackswelt und die Natürlichkeit, für die NOMOO heute bekannt ist.

Was macht NOMOO aus Ihrer Sicht besonders im Vergleich zu anderen Anbietern von veganem Eis?

Wir vergleichen uns nicht mit anderen pflanzlichen Eismarken, sondern mit dem besten Eis überhaupt. Unser Anspruch ist es, das Erlebnis der besten Eisdiele der Stadt in den Supermarkt zu bringen.

Deshalb stehen bei uns Geschmack, Cremigkeit und hochwertige Zutaten immer an erster Stelle. Das Ergebnis ist ein Eis, das Menschen begeistert – unabhängig davon, ob sie Milch konsumieren oder nicht.

Wie gelingt es Ihnen, Verbraucher zu überzeugen, die bisher vor allem klassisches Milcheis bevorzugen?

Durch Probieren. Sobald Menschen NOMOO testen, ist die größte Hürde genommen. Viele schmecken keinen Unterschied zu klassischem Milcheis. Oft hören wir sogar, dass NOMOO intensiver und natürlicher schmeckt.

Deshalb positionieren wir uns nicht als Nischenprodukt, sondern als Eismarke für alle, die außergewöhnlichen Geschmack suchen.

Welche Herausforderungen begegnen Ihnen bei der Entwicklung von pflanzlichem Eis mit cremiger Konsistenz und intensivem Geschmack?

Die größte Herausforderung besteht darin, mit rein pflanzlichen Zutaten dieselbe Cremigkeit und Genussintensität zu erreichen, die Verbraucher von Premium-Eis erwarten.

Jede Sorte muss geschmacklich überzeugen, eine perfekte Textur mitbringen und gleichzeitig unseren Anspruch an Natürlichkeit erfüllen. Genau diese Balance macht die Produktentwicklung so anspruchsvoll – und gleichzeitig so spannend.

Wie hat sich die Nachfrage nach veganen Eisprodukten in den vergangenen Jahren verändert?

Der Markt hat sich stark verändert. Vor einigen Jahren waren pflanzliche Eisprodukte noch ein Nischenthema. Heute erwarten viele Verbraucher ganz selbstverständlich Angebote ohne Kuhmilch.

Gleichzeitig steigen die Ansprüche. Es reicht nicht mehr, pflanzlich zu sein – Geschmack entscheidet. Genau von dieser Entwicklung profitiert NOMOO.

Welche Rolle spielen Nachhaltigkeit und Bio-Zutaten für die strategische Ausrichtung von NOMOO?

Nachhaltigkeit ist unser Fundament. Wir richten unsere Entscheidungen konsequent nach ökologischen Maßstäben aus – von den Zutaten über die Verpackung bis hin zu unseren langfristigen Unternehmenszielen.

Bei Bio betrachten wir differenziert, wo es für Produktqualität, Lieferketten und Handelspartner einen echten Mehrwert schafft. Deshalb ist heute rund die Hälfte unseres Sortiments biozertifiziert.

Welche nächsten Produktentwicklungen oder Wachstumspläne stehen bei NOMOO aktuell im Fokus?

Wir wollen die DACH-Region weiter erobern und NOMOO danach Schritt für Schritt in Europa ausbauen. Produktseitig fokussieren wir uns weiter auf unsere Kernsegmente: Becher und Stieleis.

Gleichzeitig bleiben wir innovationsfreudig. Neue Trends prüfen wir sehr genau und übersetzen sie in unseren eigenen NOMOO-Stil. Aktuelle Beispiele sind Sorten wie Matcha und Matcha-Berry am Stiel. Auch Snackartikel im Eisbereich können künftig eine spannende Rolle spielen.

Welche drei Ratschläge würden Sie anderen Gründerinnen und Gründern geben, die mit nachhaltigen Food-Innovationen neue Märkte erschließen möchten?

Erstens: Durchhalten. Gerade im Food-Bereich dauert vieles länger als geplant. Mein Motto lautet: Stay longer than others.

Zweitens: Fokus. Gründer gewinnen über Konzentration. Wer zu viele Dinge gleichzeitig macht, verliert Kraft. Wer fokussiert bleibt, schafft echte Differenzierung.

Drittens: Beharrlichkeit. Vor allem im Vertrieb siegt Ausdauer. Am Ende geht es oft um das Gesetz der großen Zahlen, Wahrscheinlichkeit und den Mut, immer wieder aufzustehen.

Bildcredits NRDS GmbH

Wir bedanken uns bei Rebecca Göckel für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Was plant Docusign für die Zukunft des Vertragsmanagements?

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Docusign setzt auf Vertragsmanagement mit IAM Jakob Sprenger

Docusign entwickelt Lösungen für digitales Vertragsmanagement und setzt mit Intelligent Agreement Management auf mehr Effizienz, Transparenz und Automatisierung in Unternehmen

Wie würden Sie Docusign und Ihre Rolle als Lead Product Manager DACH kurz vorstellen?

Docusign ist vor über 20 Jahren bekannt geworden als Pionier für elektronische Signaturen – inzwischen verstehen wir uns als Plattform für Intelligent Agreement Management (IAM): Wir helfen Unternehmen dabei, Vereinbarungen Ende-zu-Ende zu erstellen, zu verhandeln, zu unterschreiben und deren Inhalte im Geschäftsbetrieb nutzbar zu machen. In meiner Rolle als Lead Product Manager DACH bin ich die Schnittstelle zwischen unseren globalen Produktteams und Kundinnen und Kunden in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Ich bringe Anforderungen aus dem Markt – vom StartuUp bis zum Großunternehmen – in die Produktentwicklung ein und unterstütze gleichzeitig unsere Go-to-Market-Teams dabei, neue Funktionen wie Agreement Desk oder AI-Assisted Review praxisnah in der Region zu verankern.

Welche zentralen Probleme im Vertragsmanagement adressiert Docusign aus Ihrer Sicht besonders erfolgreich?

Docusign adressiert vor allem fragmentierte Vertragsprozesse, in denen Erstellung, Prüfung, Freigabe, Unterschrift und Ablage historisch in getrennten Systemen oder Teams stattfinden. Das führt zu Medienbrüchen, manuellen Übergaben und wenig Transparenz. Ein zentrales Problem ist, dass oft unklar ist, wo ein Vertrag gerade „festhängt“, wer entscheiden muss und welche Risiken oder Sonderklauseln enthalten sind. Zusätzlich wird der Informationsgehalt von Verträgen – etwa zu Fristen, Verpflichtungen oder Umsatzrelevanz – selten systematisch erfasst und in andere Systeme zurückgespielt. Docusign positioniert sich hier mit dem Anspruch, Verträge nicht nur digital abzuwickeln, sondern sie als Datenquelle zu verstehen, die sich auswerten, automatisieren und steuern lässt.

Docusign spricht von enormen wirtschaftlichen Verlusten durch ineffiziente Vertragsprozesse. Wo liegen aus Ihrer Erfahrung die größten Pain Points in Unternehmen?

Die größten Pain Points sehen wir in drei Bereichen: Erstens in der Koordination: zu viele Abstimmungen laufen per E-Mail oder Chat, der aktuelle Stand ist unklar, und es existieren mehrere Versionen eines Dokuments parallel. Zweitens bei Freigaben und Prüfungen: Interne Genehmigungen, juristische Reviews und Rückfragen zwischen Fachbereich, Einkauf, Vertrieb und Legal ziehen sich oft über Tage oder Wochen. Drittens beim Nutzungspotenzial der Vertragsdaten: Obwohl Vertragsinhalte entscheidend für Fristen, Service-Level, Risiken oder Umsatzrealisierung sind, bleiben sie häufig in PDFs „eingeschlossen“ und werden weder analysiert noch mit anderen Systemen verknüpft. Das Ergebnis sind verlängerte Deal-Zyklen, verpasste Chancen und vermeidbare Risiken – genau hier setzt IAM (Intelligent Agreement Management) an. Statt nur das reine Unterschreiben zu digitalisieren, macht diese Technologie den gesamten Lebenszyklus von Verträgen durch Automatisierung und KI-gestützte Transparenz effizienter

Ein B2B-Vertrag dauert oft mehrere Wochen bis zur Unterschrift. Wie verändert Docusign diesen Prozess konkret?

Wir sehen den gesamten Lebenszyklus – vom ersten Vertragsentwurf bis zur Verlängerung. Standardisierte Workflows, digitale Freigaben und transparente Statusverfolgung verkürzen die Wartezeiten zwischen den beteiligten Funktionen deutlich. Als zentrales Tool der Plattform bündelt Agreement Desk alle Anfragen rund um Verträge an einem zentralen Ort, statt dass unterschiedliche Teams eigene Excel-Listen oder Postfächer pflegen. Mit AI-Assisted Review lassen sich Entwürfe schneller prüfen und anhand Playbooks, also festgelegter Prüf- und Korrekturregeln, automatisch anpassen, sodass weniger Abstimmungsschleifen zwischen Fachbereich und Legal notwendig sind. Und schließlich sorgt Docusigns e-Signature dafür, dass der eigentliche Signaturprozess rechtssicher und nutzerfreundlich in Minuten statt Tagen ablaufen kann. In Summe verkürzen viele Kunden ihre Vertragslaufzeiten deutlich – und gewinnen zudem Klarheit darüber, wo Engpässe entstehen.

Welche Rolle spielt künstliche Intelligenz bei Docusign und warum ist gerade jetzt der richtige Zeitpunkt für diesen Schritt?

Künstliche Intelligenz ist für uns kein Selbstzweck, sondern ein Mittel, um repetitive, fehleranfällige Aufgaben rund um Verträge zu automatisieren. Mit Docusign Iris, unserer Agreement-AI-Engine, bringen wir KI gezielt in Funktionen wie AI-Assisted Review, Agreement Preparation oder dem zentralen Agreements-Repository ein.

Gerade jetzt sehen wir zwei Trends, die zeigen, warum jetzt ein guter Zeitpunkt ist, KI wirklich wertstiftend zu nutzen: Zum einen steigt der Druck auf Unternehmen, effizienter zu arbeiten und trotzdem Governance und Compliance zu stärken. Außerdem können KI-Technologien juristische Texte heute sinnvoll unterstützen — vorausgesetzt, sie arbeiten mit vertragsspezifischen Daten und klar definierten Regeln. Wir glauben, dass KI bei Verträgen dort Mehrwert stiftet, wo sie Assistenz leistet: Sie beschleunigt Analysen, schlägt Anpassungen vor und macht Abweichungen sichtbar – die finale Entscheidung bleibt aber beim Menschen.

Mit dem AI Assisted Review automatisieren Sie Vertragsprüfungen. Wie genau funktioniert das im Alltag von Unternehmen?

Im Alltag sieht das oft so aus: Eine Juristin oder ein Commercial Manager öffnet den Vertragsentwurf in Microsoft Word und startet AI-Assisted Review. Die KI prüft den Vertrag gegen die hinterlegte Playbook-Logik des Unternehmens – also definierte „Do’s & Don’ts“ und bevorzugte Formulierungen – und markiert Stellen, die vom Standard abweichen. Für diese Abweichungen macht das System konkrete Redline-Vorschläge oder alternative Klauseln. In einer Chat-ähnlichen Oberfläche können Nutzende in natürlicher Sprache Fragen stellen („Welche Haftungsbegrenzung gilt?“) oder neue Klauseln generieren lassen. Besonders bei wiederkehrenden Vertragstypen wie NDAs oder Standard-MSAs reduziert das den Prüfaufwand erheblich und sorgt für konsistente Bewertungen – ohne dass man jedes Mal bei Null anfangen muss. Wichtig ist: Jede Änderung bleibt transparent, und der Prüfende behält die volle Kontrolle über Annahme oder Ablehnung der Vorschläge.

Was unterscheidet den Agreement Desk von bisherigen Lösungen im Vertragsmanagement?

Viele klassische Contract Lifecycle Management-Lösungen setzen erst an, wenn der Vertrag bereits als Dokument existiert. Agreement Desk setzt früher an: Es bündelt eingehende Anfragen zu Verträgen – etwa aus Vertrieb, Einkauf oder Fachbereichen – in einem zentralen „Request Hub“ und orchestriert den gesamten Ablauf von der Intake-Phase über die Erstellung bis zur finalen Signatur. KI-gestützte Agenten können E-Mails analysieren, automatisch die richtigen Formulare vorschlagen, Daten vorbefüllen und Redline Zusammenfassung erzeugen. Das unterscheidet Agreement Desk von vielen Lösungen, die primär als Dokumentenablage oder reines Workflow-Tool fungieren. Unser Ansatz ist, den gesamten Agreement Lifecycle zu orchestrieren – und zwar dort, wo Teams ohnehin arbeiten, etwa über Integrationen in CRM- oder Beschaffungssysteme.

Welche Zielgruppen stehen aktuell im Fokus und welche Anforderungen haben diese an moderne Vertragsprozesse?

Im Fokus stehen vor allem Unternehmen mit hohem Vertragsvolumen, komplexen Freigabestrukturen oder erhöhten Compliance-Anforderungen – typischerweise in Branchen wie SaaS, Fertigung oder Finanzdienstleistungen. Auf Fachbereichsseite sehen wir drei große Erwartungshaltungen: Sales wünscht sich schnellere Deal-Zyklen und weniger Reibungsverluste zwischen Vertrieb und Legal. Procurement braucht klare Governance für Lieferantenverträge und bessere Transparenz über Risiken und Verpflichtungen. Legal und Legal Operation wollen Kapazität für strategische Themen gewinnen, indem sie Standardfälle stärker automatisieren, ohne Kontrollverlust zu riskieren. Übergreifend wünschen sich alle mehr Self-Service, klare Workflows und nachvollziehbare Audit-Trails. Wir unterstützen aber auch viele kleine Unternehmen, die keine komplexe Systemlandschaft haben und für viele Aufgaben kein spezialisiertes Tool brauchen. Hier kann Docusign IAM viele Aufgaben übernehmen, denn alle Unternehmen haben Verträge, egal wie klein sie sind.

Was macht Docusign im Vergleich zu anderen Anbietern besonders?

Zum einen ist Docusign nach wie vor der Marktführer für e-Signature und wird von Millionen Nutzenden weltweit eingesetzt – das schafft Vertrauen in Bezug auf Sicherheit, Compliance und Benutzerfreundlichkeit. Gleichzeitig differenzieren wir uns heute über die Verbindung von Signatur, Workflow, Vertragsmanagement und KI: Docusign verfolgt den Ansatz eines durchgängigen Agreement Lifecycles, während viele Wettbewerber nur einzelne Schritte optimieren. Mit Docusign Iris setzen wir zudem auf eine KI, die speziell für Verträge trainiert ist und auf einem „Trust-first“-Ansatz basiert – inklusive strenger Datenkontrollen, Mandantentrennung und klaren AI Data Controls für Kundinnen und Kunden. Diese Kombination aus Plattformbreite, vertragsfokussierter KI und Fokus auf Vertrauen unterscheidet uns von anderen Anbietern.

Welche Herausforderungen begegnen Ihnen bei der Einführung von KI in einem traditionell manuellen Bereich wie dem Vertragsmanagement?

Eine der größten Herausforderungen ist Vertrauen: Nutzerinnen und Nutzer müssen nachvollziehen können, warum die KI eine Empfehlung gibt, und die Grenzen automatisierter Bewertungen müssen klar sein. Gerade Vertragsmanagement ist ein sensibler Bereich mit hohen Anforderungen an Governance, Haftung und Verantwortlichkeit. KI muss deshalb so eingeführt werden, dass menschliche Kontrolle erhalten bleibt und sich die Technologie in bestehende Regelwerke und Entscheidungsprozesse einfügt – etwa über Playbooks, Freigabestufen und klare Rollenmodelle. Praktisch bedeutet das: Wir positionieren KI explizit als Assistenzsystem, nicht als autonome Instanz. Menschen prüfen die Ergebnisse, entscheiden über Annahme oder Ablehnung und können Feedback geben, um Playbooks und Modelle kontinuierlich zu verbessern.

Wie fügt sich die Plattform Intelligent Agreement Management in die langfristige Strategie von Docusign ein?

Intelligent Agreement Management ist der Kern unserer langfristigen Strategie. Wir sehen Verträge nicht mehr als „Endpunkt“ eines Prozesses, sondern als kontinuierliche Informationsquelle, die in viele Geschäftsentscheidungen einfließt. IAM bringt dafür alle Teams an eine gemeinsame Plattform – von der ersten Anfrage über die Verhandlung bis zur Verlängerung oder Beendigung eines Vertrags. Gerade im deutschsprachigen Raum spielen Themen wie Datenschutz, digitale Souveränität und Compliance eine zentrale Rolle; hier investieren wir in transparente Governance, klare Kontrollmechanismen und ein Partnerökosystem, das diese Anforderungen versteht. Im Umgang mit KI wollen wir gemeinsam mit Kunden und Partnern messbare Ergebnisse erzielen — und die Technologie dabei verantwortungsvoll einsetzen.

Welche drei Ratschläge würden Sie Gründerinnen und Gründern mitgeben, die komplexe Prozesse digitalisieren wollen?

Starten Sie nicht mit der Frage „Welche KI setzen wir ein?“, sondern mit einer ehrlichen Analyse der größten Pain Points – beispielsweise Durchlaufzeiten, Fehleranfälligkeit oder Transparenz. Eine klare Problemdefinition hilft, Prioritäten zu setzen und den Business Case zu schärfen.

Zweitens: Klein anfangen, schnell lernen. Statt einen gesamten End-to-End-Prozess in einem Schritt zu digitalisieren, lohnt es sich, mit einem klar umrissenen Use Case zu starten – etwa einem bestimmten Vertragstyp oder einer Abteilung – und daraus zu lernen. Kurze Feedbackschleifen, Pilotkunden und iteratives Vorgehen sind oft wertvoller als der „perfekte“ Großentwurf. Wir haben auch ‘nur’ mit der Signatur angefangen.

Drittens: Governance mitdenken. Je komplexer der Prozess, desto wichtiger sind klare Rollen, Richtlinien und Kontrollen. Das gilt besonders, wenn KI im Spiel ist. Definieren Sie früh, wer Entscheidungen trifft, wie Ausnahmen behandelt werden und wie Sie Transparenz und Nachvollziehbarkeit sicherstellen. So schaffen Sie die Basis, um aus einem erfolgreichen Pilotprojekt eine skalierbare Plattform zu machen – und vermeiden, dass Digitalisierung nur neue Schattenprozesse produziert.

Bildcredits Docusign

Wir bedanken uns bei Jakob Sprenger für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

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