Montag, August 17, 2026
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Vier Millionen Euro für MAIA: Leipziger KI-Startup schließt Millionenrunde erfolgreich ab

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MAIA: KI-Plattform für Unternehmen sichert sich Millionen Gründerbild rechts Carolin Maier links Mathias Jakob Bildcredits Fotograf: MatthiasEimerFotografie

KI für komplexes Unternehmenswissen: MAIA schließt Finanzierungsrunde über vier Millionen Euro ab und skaliert weiter

Das Leipziger Start-up Prodlane GmbH startet mit MAIA in die nächste Wachstumsphase: Der TGFS Technologiegründerfonds Sachsen und die SBG – Sächsische Beteiligungsgesellschaft mbH bauen ihr Engagement mit einer Anschlussfinanzierung aus.

MAIA bringt Künstliche Intelligenz dorthin, wo das technische Wissen im Unternehmen steckt. Das wertvolle Know-how technischer Unternehmen wächst über Jahre, verteilt sich aber über unzählige Dokumente und Systeme.

Genau dieses Wissen führt die KI-Software zusammen und macht es datenschutzkonform und in Sekunden für die Mitarbeitenden verfügbar. Aufwändige Recherche weicht belastbaren Entscheidungen und präzisen, nachvollziehbaren Antworten. Gewachsenes Wissen hält so endlich Schritt mit dem Tempo moderner Arbeit in Unternehmen.

Vier Millionen Euro für die nächste Wachstumsphase

Leipzig, 21.07.2026. Knapp zwei Jahre nach dem ersten gemeinsamen Investment verstärkt der TGFS Technologiegründerfonds Sachsen sein Engagement bei MAIA (Prodlane GmbH) und führt die aktuelle Runde an.

Der Grund: Das über Jahre gewachsene Wissen technischer Unternehmen ist enorm wertvoll, aber im Arbeitsalltag kaum zugänglich. In Industrieunternehmen steckt das entscheidende Wissen in tausenden Produkthandbüchern, Konstruktionsunterlagen, Gebrauchsanweisungen, Prüf- und Validierungsberichten, Datenblättern, Normen und Projektberichten, verteilt über zahlreiche Systeme und damit schwer erreichbar.

Es ist nicht nur viel, sondern hochkomplex und tiefgreifend. Genau darauf ist MAIA zugeschnitten. MAIA erschließt diese Bestände, erfasst fachlich anspruchsvolle Zusammenhänge und wird zum Sparringspartner der Fachkräfte bei der Lösung komplexer Aufgaben. Statt aufwändiger manueller Arbeit kommen Teams in Entwicklung, Konstruktion und Instandhaltung schneller zu belastbaren Entscheidungen – gerade dort, wo Fachkräftemangel und Innovationsdruck am stärksten zusammenfallen.

KI für komplexes technisches Wissen

Anders als allgemeine KI-Werkzeuge ist MAIA für komplexes technisches Wissen gebaut und versteht es in seiner ganzen Tiefe. MAIA analysiert Dokumente nicht oberflächlich, sondern erfasst ihre Struktur, ihre Metadaten und ihren Kontext.

Eine Stückliste wird anders gelesen als eine Prüfanweisung, komplexe Tabellen und technische Zeichnungen werden verstanden und Zusammenhänge zwischen Dokumenten werden systemübergreifend sichtbar.

Wo Entscheidungen belegbar sein müssen, ist Verlässlichkeit entscheidend. Jede Antwort wird mehrstufig gegen ihre Quellen verifiziert. MAIA zeigt transparent, worauf man sich verlassen kann, was eine Schlussfolgerung ist und wo sich Quellen widersprechen.

Für besonders anspruchsvolle Fragen kombiniert MAIA mehrere spezialisierte Lösungswege und wählt die beste Antwort aus. Der Anspruch dahinter: Antworten auf dem Niveau der erfahrensten Fachkraft im Unternehmen.

Wissen effizient nutzen: eine zentrale Herausforderung

„In jedem Unternehmen gibt es Menschen, die seit Jahrzehnten jedes Projekt, jede Abweichung und jeden Workaround kennen. Geht diese Person, geht das Wissen mit. MAIA ersetzt diese Erfahrung nicht, sondern macht sie Stück für Stück explizit und für das ganze Team verfügbar. So wollen wir verändern, wie Unternehmen mit ihrem Wissen arbeiten: weg von langwieriger Recherche und der Trägheit gewachsener Strukturen, hin zu Wissen, das im richtigen Moment verfügbar ist“, erklärt Carolin Maier, CEO & Co-Founder von MAIA.

Starkes Investorennetzwerk für weiteres Wachstum

Angeführt wird die Runde erneut vom TGFS. Erstmals beteiligt ist die SBG – Sächsische Beteiligungsgesellschaft mbH im Rahmen des Programms Innovationskapital Sachsen (RIG).

Mit dem Kapital baut MAIA sein Team in Entwicklung, Vertrieb und Marketing aus und treibt das weitere Wachstum in der gesamten DACH-Region voran.

„Die DACH-Region steht unter enormem Innovations- und Wettbewerbsdruck, und gleichzeitig fehlen überall die Fachkräfte. Wer hier bestehen will, muss sein vorhandenes Wissen endlich konsequent nutzen. Genau das ermöglicht MAIA – mit klarem Fokus und hoher Antwortqualität. Deshalb investieren wir erneut und begleiten das Unternehmen in die nächste Wachstumsphase“, sagt Sören Schuster, Geschäftsführer des TGFS.

Fokus auf Qualität, Verlässlichkeit und Innovation

Mit komplexen Retrieval-Ansätzen und domänenspezifischen Agentensystemen verbindet die datenschutzkonforme KI-Assistentin MAIA den Effizienzschub neuester KI mit den Werten der DACH-Region: höchste Qualität, Verlässlichkeit und Nachvollziehbarkeit. So entsteht nicht nur ein Effizienzgewinn, sondern auch neuer Raum für Innovation.

Gründerbild rechts Carolin Maier links Mathias Jakob Bildcredits Fotograf: MatthiasEimerFotografie

Quelle MAIA I Prodlane GmbH

Gegen Hass im Netz: Wie das Startup SO DONE KI und Jura als digitalen Schutzschirm vereint

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SO DONE: KI gegen Online-Hass

SO DONE schützt mit KI vor Online-Hass und unterstützt Betroffene dabei, digitale Angriffe schneller zu erkennen und wirksam dagegen vorzugehen

Wie entstand die Idee zu SO DONE, und welche Erfahrungen haben die Gründung des Unternehmens geprägt?

Als ehrenamtliche Politikerin hat unsere Geschäftsführerin selbst wiederholt Hasskommentare im Netz erhalten – und sich dabei überfordert gefühlt, obwohl die Rechtslage eindeutig ist: Was im analogen Raum strafbar ist, ist es auch im Netz. Für einzelne Betroffene ist es trotzdem kaum zu stemmen, ihre Profile von Hass zu befreien und ihre Rechte durchzusetzen. Niemand kann tausende Kommentare, Nachrichten und Posts händisch durchforsten, um Hass auszublenden, löschen zu lassen oder mit anwaltlicher Hilfe dagegen vorzugehen. Für ein systematisches Problem wie Online-Hass gab es bislang schlicht keine systematische Lösung. Genau diese Lücke schließt SO DONE, gemeinsam mit unserer Partnerkanzlei SO DONE legal.

Wie würden Sie SO DONE jemandem erklären, der noch nie von Ihrem Angebot gehört hat?

Wir bieten einen digitalen Schutzschirm für Betroffene von Online-Hass. Wir unterstützen Betroffene mithilfe von Künstlicher Intelligenz dabei, die Kontrolle über ihre Kommentarspalten zu behalten und auf Wunsch auch über unsere Partnerkanzlei rechtliche Schritte einzuleiten.

Mit welcher Vision sind Sie angetreten, und was möchten Sie im Umgang mit digitaler Gewalt langfristig verändern?

Digitale Gewalt kommt selten allein – wir sehen immer wieder, dass ein hasserfüllter Kommentar den nächsten legitimiert. Deshalb ist es uns wichtig, ein Gegenzeichen gegen diese Entwicklung des Diskurses zu setzen: Das Internet ist kein rechtsfreier Raum.

Warum fällt es Betroffenen von Hasskriminalität im Netz häufig schwer, ihre Rechte durchzusetzen?

Erstmal: Viele fühlen sich mit dem Problem schlicht überfordert – gerade, wenn es um Hass geht, der nicht unter eigenen Postings auftritt, sodass Betroffene ihn gar nicht selbst entfernen können. Die Meldewege auf den Plattformen sind oft intransparent, und der Weg über ein Strafverfahren ist zwar in vielen Fällen möglich, aber langwierig. Deshalb kooperieren wir mit unserer Partnerkanzlei SO DONE legal, die auf Rechtsverletzungen im Internet spezialisiert ist und zum Beispiel Löschungs- und Unterlassungsansprüche durchsetzen kann. Denn wenn strafbarer Hass verbreitet wird, wollen Betroffene vor allem eines: dass er verschwindet. Hier schaffen wir schnelle Abhilfe.

An welche Zielgruppen richtet sich SO DONE besonders, und welche Herausforderungen begegnen diesen Menschen oder Organisationen?

Viele unserer Kund:innen sind systematisch von Online-Hass betroffen – etwa von queerfeindlichen, homophoben, rassistischen oder antisemitisch motivierten Angriffen. Dort ist Online-Hass besonders gefährlich: Er droht, bestimmte Perspektiven ganz aus dem Diskurs zu verdrängen. Aber es gibt viele Dimensionen von Online-Hass und jede abschätzige Bemerkung im Netz hat das Potential, einzuschüchtern und zu belasten. Unser Anspruch ist, dass unser Angebot so skalierbar ist, dass sich damit jede Person wirksam gegen Online-Hass schützen kann.

SO DONE verbindet Künstliche Intelligenz mit juristischer Expertise. Welche Vorteile bietet dieser Ansatz in der Praxis?

Unsere Kund:innen können einwilligen, dass wir mit Unterstützung von KI auf ihren Accounts potenziell strafrechtlich relevante Inhalte herausfiltern. Diese werden dann auf Wunsch der Betroffenen an unsere Partnerkanzlei SO DONE legal zur Prüfung weitergeleitet. So können unsere Kund:innen in der Flut an Kommentaren auf ihren Accounts dafür sorgen, dass gewisse Standards der Diskussion eingehalten werden, um sich selbst und ihre Communities zu schützen. Zudem stellt die juristische Prüfung sicher, dass trennscharf zwischen strafbaren Inhalten und zulässiger Meinungsäußerung unterschieden wird. So verbinden wir Skalierbarkeit mit rechtlicher Präzision, und gleichzeitig haben unsere Kund:innen stets die volle Kontrolle, welche Linie sie im Umgang mit Hasskommentaren wählen.

Welche Entwicklungen beobachten Sie aktuell bei Online-Hass, Bedrohungen und digitalen Straftaten?

Wir beobachten, dass das Einleiten rechtlicher Schritte grundsätzlich abschreckend auf Täter wirkt und weniger klar strafbar beleidigt oder bedroht wird. Gleichzeitig sehen wir auch immer wieder Wiederholungstäter, die sich in bestimmten Netzwerken organisieren und in Foren oder Threads austauschen, weil sie sich der Strafverfolgung entziehen wollen.

Mit welchen Herausforderungen ist SO DONE bei der Bekämpfung von Hasskriminalität im digitalen Raum konfrontiert?

Das Vorgehen gegen Online-Hass ist eigentlich immer ein Spiel auf Zeit: Je schneller ein Inhalt entfernt wird, desto weniger Menschen nehmen ihn wahr. Wie schnell das gelingt, hängt entscheidend von der Kooperationsbereitschaft der Plattformbetreiber ab.

Was unterscheidet SO DONE von anderen Anbietern im Bereich digitaler Rechtsdurchsetzung und Online-Schutz?

Wir haben uns insbesondere auf die trennscharfe Unterscheidung zwischen strafbaren Inhalten und zulässigen Meinungsäußerungen spezialisiert. Die Grenzen der Meinungsfreiheit sind richtigerweise weit gefasst – und sehen explizit vor, dass auch unliebsame Kritik oder scharfer Widerspruch geäußert werden soll und darf. Unser Vorgehen vermeidet die Übermoderation zulässiger Inhalte und hilft unserer Partnerkanzlei SO DONE legal, sich auf die Fälle zu fokussieren, in denen auch tatsächlich von einer digitalen Straftat auszugehen ist.

Wie wichtig ist Präventionsarbeit, um digitale Gewalt langfristig einzudämmen?

Sehr wichtig – und noch viel zu wenig verankert. Oft wird Online-Hass nicht ernst genommen, weil man ihm keine „echten“ Konsequenzen zutraut. Tatsächlich sind die Folgen für Betroffene sehr real, psychisch wie beruflich.

Welche Ziele und Entwicklungen stehen bei SO DONE in den kommenden Jahren im Fokus?

Wir wollen unser Schutzangebot so skalieren, dass wir damit noch mehr Menschen und Organisationen systematisch schützen können. Wir wollen es jeder Person ermöglichen, die volle Kontrolle über ihre Kommentarspalten zu behalten – auch wenn dort Hunderte oder Tausende Kommentare eingehen. Außerdem will unsere Partnerkanzlei SO DONE legal ihr Schutzangebot auf weitere Rechtsverletzungen im Internet ausweiten, um Betroffene von Online-Hass noch umfassender zu unterstützen. Neben Beleidigungen und Verleumdungen im Netz geht es dabei zum Beispiel um das rechtliche Vorgehen gegen Fake-Profile, Deepfakes, Datenschutz- oder Urheberrechtsverletzungen, gelöschte Nutzer:innenprofile, unzulässige Bewertungen, Doxxing oder andere Persönlichkeitsrechtsverletzungen.

Welche drei Ratschläge würden Sie Gründerinnen und Gründern geben, die mit Technologie gesellschaftliche Herausforderungen lösen möchten?

Neue innovative Lösungen für gesellschaftliche Herausforderungen brauchen immer Mut. Nur weil es ein Produkt noch nicht gibt, muss das nicht heißen, dass es keinen Bedarf gibt oder nicht umsetzbar ist. Das findet man nur im engen Austausch mit den Kunden und in der Praxis heraus.

Außerdem: KI kann schon unglaublich viel und ermöglicht es, viel zu automatisieren, aber am Ende gibt es Entscheidungen, die besser von Menschen getroffen werden sollten.

Und zuletzt: starke Nerven mitbringen – die braucht man immer.

Bildcredits privat

Wir bedanken uns bei Franziska Brandmann für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Unternehmen investieren Millionen in KI – und vergessen ihren wichtigsten Erfolgsfaktor: ihre Mitarbeiter

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Human-AI-Teams: Warum Fachkompetenz zum Erfolgsfaktor wird Astrid Nelke Bildcredits HTW

Die Schlagzeilen der vergangenen Monate ähneln sich

Unternehmen investieren Millionenbeträge in Künstliche Intelligenz, implementieren neue Systeme, automatisieren Prozesse und versprechen sich enorme Produktivitätssprünge. Wer den öffentlichen Diskussionen folgt, könnte leicht den Eindruck gewinnen, dass künftig vor allem die Technologie über Wettbewerbsfähigkeit entscheidet.

Doch genau darin liegt ein gefährlicher Irrtum.

Nicht die Qualität der eingesetzten KI wird darüber entscheiden, welche Unternehmen langfristig erfolgreich sind. Entscheidend ist vielmehr, ob Menschen in der Lage sind, diese Technologie sinnvoll einzusetzen, ihre Ergebnisse kritisch zu bewerten und verantwortungsvoll mit ihr zusammenzuarbeiten.

Der größte Erfolgsfaktor der KI-Transformation sitzt deshalb nicht im Serverraum, sondern an den Schreibtischen.

KI ersetzt Routinen, nicht Verantwortung

Künstliche Intelligenz kann heute in Sekunden riesige Datenmengen analysieren, Texte erstellen, Prognosen berechnen oder komplexe Informationen strukturieren. Diese Entwicklung wird viele Arbeitsprozesse nachhaltig verändern. Gerade Tätigkeiten mit einem hohen Anteil an wiederkehrenden Routinen werden zunehmend von intelligenten Systemen übernommen.

Was dabei häufig übersehen wird: Mit jeder Aufgabe, die eine KI übernimmt, steigt gleichzeitig die Bedeutung des Menschen.

Denn jede Antwort einer KI muss fachlich eingeordnet werden. Ergebnisse müssen bewertet, Risiken erkannt und Entscheidungen verantwortet werden. Keine KI übernimmt am Ende die Verantwortung für wirtschaftliche Folgen, juristische Konsequenzen oder ethische Entscheidungen. Diese Verantwortung bleibt bei den Menschen.

Die eigentliche Herausforderung besteht daher nicht darin, möglichst viele KI-Anwendungen einzuführen. Sie besteht darin, genügend qualifizierte Beschäftigte zu haben, die mit diesen Systemen professionell arbeiten können.

KI ist kein Ersatz für Erfahrungswissen

In vielen Unternehmen entsteht derzeit die Vorstellung, dass Fachwissen künftig an Bedeutung verliert, weil KI Informationen jederzeit bereitstellen kann.

Nur wer sein eigenes Fachgebiet wirklich beherrscht, kann erkennen, ob eine von der KI erzeugte Antwort plausibel ist oder Fehler enthält.

Gerade die sogenannten Halluzinationen zeigen, wie gefährlich blindes Vertrauen in KI sein kann. Sprachmodelle formulieren überzeugend, selbst wenn ihre Aussagen sachlich falsch sind. Wer die Ergebnisse nicht kritisch überprüft, riskiert Fehlentscheidungen mit erheblichen wirtschaftlichen Folgen. Diese Erfahrungen haben bereits verschiedene Unternehmen gemacht, die zuvor abgebautes Personal später wieder einstellen mussten.

KI macht Fachkompetenz deshalb nicht überflüssig. Sie macht sie wertvoller als je zuvor.

KI als leistungsstarker Assistent

Eine hilfreiche Perspektive besteht darin, KI nicht als Konkurrenz zu verstehen, sondern als außergewöhnlich leistungsfähigen Praktikanten.

Dieser arbeitet rund um die Uhr, verarbeitet enorme Informationsmengen innerhalb kürzester Zeit und erledigt Aufgaben mit beeindruckender Geschwindigkeit. Gleichzeitig benötigt er klare Arbeitsaufträge, verständliche Ziele und eine kontinuierliche Kontrolle seiner Ergebnisse.

Niemand würde einen Praktikanten allein Entscheidungen mit weitreichenden Konsequenzen treffen lassen. Genau dieselbe Logik sollte auch für Künstliche Intelligenz gelten.

Nicht die Technologie führt Projekte zum Erfolg. Es sind die Menschen, die sie anleiten, ihre Ergebnisse bewerten und letztlich Verantwortung übernehmen.

Millioneninvestitionen scheitern selten an der Technik

In Beratungsprojekten zeigt sich immer wieder das gleiche Muster. Unternehmen investieren erhebliche Summen in moderne KI-Lösungen und erwarten unmittelbar steigende Produktivität.

Gleichzeitig bleibt eine entscheidende Investition aus. Die Beschäftigten werden weder ausreichend qualifiziert noch systematisch auf die neue Zusammenarbeit vorbereitet. Es fehlen klare Prozesse, gemeinsame Standards und häufig auch das Verständnis dafür, welche Kompetenzen künftig tatsächlich benötigt werden.

So entsteht die paradoxe Situation, dass hochmoderne Technologien eingeführt werden, während die Organisation unverändert bleibt. Technologie allein verändert jedoch keine Unternehmenskultur und verbessert weder Zusammenarbeit noch Leistungsfähigkeit.

Erst wenn Menschen lernen, KI sinnvoll in ihre tägliche Arbeit zu integrieren, entfaltet die Technologie ihren eigentlichen Nutzen.

Human-AI-Teams werden zum Wettbewerbsfaktor

Mit zunehmender Automatisierung verändert sich auch die Rolle von Führungskräften grundlegend. Wer glaubt, dass Führung künftig an Bedeutung verliert, weil KI Entscheidungen vorbereitet, unterschätzt die eigentliche Transformation.

Empathie, Kommunikation, Orientierung und die Entwicklung von Talenten werden zu den entscheidenden Führungsaufgaben der kommenden Jahre. Gerade weil Maschinen immer mehr Routinearbeit übernehmen, gewinnen menschliche Fähigkeiten an Bedeutung.

Führung bedeutet künftig weniger Kontrolle von Prozessen und deutlich mehr Begleitung von Menschen in einer Arbeitswelt, die sich permanent verändert.

Die erfolgreichsten Unternehmen der Zukunft werden weder diejenigen mit der modernsten Software noch diejenigen mit den größten IT-Budgets sein.

Sie werden diejenigen sein, denen es gelingt, leistungsfähige Human-AI-Teams aufzubauen.

In solchen Teams übernimmt jeder das, was er am besten kann. Die KI verarbeitet Informationen in hoher Geschwindigkeit, erkennt Muster und unterstützt bei Analysen. Der Mensch bringt Fachwissen, Erfahrung, Kreativität, ethisches Urteilsvermögen und Verantwortungsbewusstsein ein. Erst diese Kombination schafft nachhaltigen Mehrwert.

Die zentrale Managementaufgabe besteht deshalb nicht darin, möglichst viele KI-Anwendungen einzuführen. Sie besteht darin, Menschen zu befähigen, gemeinsam mit KI erfolgreich zu arbeiten.

Die eigentliche Investition beginnt jetzt

Unternehmen stehen heute vor einer strategischen Entscheidung.

Sie können weiterhin den größten Teil ihrer Budgets in neue Technologien investieren und hoffen, dass Produktivität von selbst entsteht. Oder sie investieren gleichzeitig in den entscheidenden Erfolgsfaktor: die Menschen, die diese Technologien verantwortungsvoll einsetzen.

Künstliche Intelligenz verändert die Arbeitswelt tiefgreifend. Doch ihr größtes Potenzial entfaltet sie erst dann, wenn Organisationen verstehen, dass nicht Mensch oder Maschine über die Zukunft entscheiden.

Den Unterschied machen Teams, in denen beide ihre jeweiligen Stärken optimal miteinander verbinden.

Bildrechte: HTW Berlin

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Maxlevel: Wie smarte Hydration die Regeneration revolutioniert

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Maxlevel: Regeneration verbessern durch Hydration Max Wasser Gründer und Interviewpartner

Von der Eisfläche in die Produktentwicklung: Das Koblenzer Startup Maxlevel verbindet sportwissenschaftliche Erkenntnisse mit Profisport-Erfahrung, um durch gezielte Hydration die Regeneration im Alltag und Leistungssport zu optimieren.

Können Sie Maxlevel kurz vorstellen und erzählen, wie die Idee zur Gründung des Unternehmens entstanden ist?

Maxlevel entwickelt smarte Nahrungsergänzungsmittel für sportliche und alltägliche Belastungssituationen. Gegründet haben wir 2023 in Koblenz – zunächst als „Katerheld“. Die Idee zu unserem ersten Produkt GuMo.fit entstand nach einem Eishockeytraining: Wir suchten eine geschmacksneutrale Lösung in Kapselform, die uns nach langen Partynächten bei der Regeneration unterstützt. Daraus entwickelte sich Maxlevel zu einer Performance- und Recovery-Marke, die Menschen dabei begleitet, körperlich und mental leistungsfähig zu bleiben.

Welche Vision verfolgen Sie mit Maxlevel und wie möchten Sie Sportlerinnen und Sportler langfristig bei Leistung und Regeneration unterstützen?

Unsere Vision ist, eine vertrauenswürdige Marke für Hydration, Performance und Regeneration aufzubauen. Dabei verstehen wir Supplements als Ergänzung und Werkzeug, nicht als schnelle Lösung oder Ersatz für Training, Schlaf und eine ausgewogene Ernährung. Leistung bedeutet für uns nicht „immer mehr“, sondern die eigenen Ziele bewusst und nachhaltig zu verfolgen.

An welche Zielgruppen richtet sich Maxlevel hauptsächlich, und welche Bedürfnisse möchten Sie mit Ihren Produkten erfüllen?

Wir richten uns an sportlich aktive Menschen – vom ambitionierten Freizeitsportler bis zum Profi. Unsere Kundinnen und Kunden suchen hochwertige, sinnvoll zusammengesetzte Produkte, die sie bei Leistungsfähigkeit und Regeneration unterstützen. Gleichzeitig legen sie Wert auf qualitätsstarke Inhaltsstoffe und eine möglichst nachhaltige Herstellung.

Hydration wird häufig unterschätzt. Warum ist sie aus Ihrer Sicht eine der wichtigsten Grundlagen für körperliche und mentale Leistungsfähigkeit?

Hydration ist die Grundlage dafür, dass Körper und Kopf unter Belastung leistungsfähig bleiben. Bereits ein Flüssigkeitsverlust von rund zwei Prozent des Körpergewichts kann Ausdauer, Koordination, Aufmerksamkeit und Entscheidungsfähigkeit beeinträchtigen. Gerade bei intensiven Belastungen muss Leistung nicht nur vorhanden, sondern im entscheidenden Moment abrufbar sein.

Mit Electrolyte+ haben Sie ein Produkt entwickelt, das über klassische Elektrolytmischungen hinausgehen soll. Was macht diese Rezeptur besonders?

Wir denken Hydration ganzheitlicher. Electrolyte+ enthält nicht nur klassische Elektrolyte wie Natrium, Kalium, Magnesium und Calcium, sondern kombiniert diese mit Kreatin, Glycin, D-Galactose und natürlichen Mineralstoffen aus Kokoswasser-Extrakt. Damit richtet sich die Rezeptur nicht allein auf den Flüssigkeits- und Elektrolythaushalt, sondern auf unterschiedliche Anforderungen intensiver Belastungsphasen. Gleichzeitig verzichten wir auf zusätzliche Süß- und Füllstoffe. Das Produkt wird in Deutschland hergestellt, für den Leistungssport auf verbotene Substanzen getestet und ist auf der renommierten Kölner Liste® geführt.

Sie kombinieren in Electrolyte+ unter anderem Elektrolyte, Kreatin, Glycin und D-Galactose. Warum war Ihnen genau diese Zusammensetzung wichtig?

Jeder Bestandteil hat in der Rezeptur eine konkrete Funktion. Elektrolyte sind für den Flüssigkeitshaushalt sowie die normale Muskel- und Nervenfunktion relevant. Kreatin gehört zu den am besten untersuchten Supplements und beeinflusst bei einer täglichen Aufnahme von drei Gramm die körperliche Leistung bei kurzzeitiger, intensiver Belastung. Glycin ist eine natürliche Aminosäure und wirkt sich positiv auf Regeneration aus. D-Galactose ist ein natürlich vorkommender Einfachzucker, der der Mischung eine milde Süße gibt. Entscheidend war für uns das Zusammenspiel, um körperliche Leistung, mentale Fokussierung und Regeneration zu unterstützen.

Maxlevel: Regeneration verbessern durch Hydration Produkt mit Glas und Shaker

Bei der Entwicklung haben sportwissenschaftliche Erkenntnisse und Erfahrungen aus dem Profisport zusammengefunden. Wie ist dieser Entwicklungsprozess abgelaufen?

Wir haben die praktische Erfahrung unseres Partners Leon Lilik als Ex-Eishockey-Profi und aktuellem Athletiktrainer der Kölner Haie mit wissenschaftlichen Erkenntnissen und physiologischen Grundlagen verbunden. Ausgangspunkt war die Frage: Was benötigen Sportlerinnen und Sportler in intensiven Trainings- und Wettkampfsituationen tatsächlich? Erfahrungswerte aus dem Profisport wurden anschließend mit Erkenntnissen aus der Forschung abgeglichen. So entstand Schritt für Schritt eine Rezeptur, die wir auch selbst im Trainingsalltag einsetzen würden: funktional und ohne Zutaten, die nur auf dem Etikett gut aussehen.

Viele Nahrungsergänzungsmittel setzen auf möglichst viele Inhaltsstoffe. Warum verfolgt Maxlevel bewusst den Ansatz „so viel wie nötig, so wenig wie möglich“?

Eine lange Zutatenliste ist für uns kein Qualitätsmerkmal. Wir setzen auf ausgewählte, sinnvoll dosierte Inhaltsstoffe mit einer klaren Funktion – ohne unnötige Zusätze oder übertriebene Versprechen. Das schafft Vertrauen und entspricht unserer Verantwortung gegenüber den Kundinnen und Kunden.

Welche Herausforderungen begegnen Ihnen in einem Markt, der von einer Vielzahl an Nahrungsergänzungsmitteln und Gesundheitsversprechen geprägt ist?

Wir stehen vor der Aufgabe, Glaubwürdigkeit und Sichtbarkeit gleichzeitig aufzubauen. Der Markt ist sehr voll und viele Produkte werden mit starken Versprechen oder Trends vermarktet. Als junges Unternehmen müssen wir deshalb besonders klar vermitteln, wofür wir stehen: hochwertige Inhaltsstoffe, nachvollziehbare Rezepturen und die richtigen Produkte für konkrete Lebenssituationen. Gleichzeitig haben wir gelernt, dass ein gutes Produkt allein nicht genügt. Marken- und Communityaufbau, Community und professionelles Marketing sind ebenso entscheidend.

Welche nächsten Produkte und Entwicklungsschritte stehen bei Maxlevel aktuell im Fokus?

Nach dem Launch von Electrolyte+ steht bereits das dritte Produkt in den Startlöchern. Zudem bauen wir Marke, Community, Partnerschaften und Vertrieb weiter aus.

Wie sehen Sie die Zukunft funktioneller Sporternährung, und welche Rolle soll Maxlevel dabei langfristig einnehmen?

Funktionelle Sporternährung wird aus unserer Sicht individueller, transparenter und anwendungsbezogener. Menschen möchten verstehen, welche Inhaltsstoffe sie zu welchem Zeitpunkt und für welchen Zweck einsetzen. One-fits-all-Lösungen werden langfristig an Bedeutung verlieren. Maxlevel soll in diesem Markt für wirkungsvolle und hochwertige Produkte stehen, die wissenschaftliche Erkenntnisse mit praktischer Erfahrung verbinden.

Welche drei Ratschläge würden Sie anderen Gründerinnen und Gründern geben, die ein Unternehmen im Bereich Health, FoodTech oder Sporternährung aufbauen möchten?

Erstens: Das Problem muss vor dem Produkt kommen. Entwickelt nicht einfach einen weiteren Inhaltsstoff-Mix, sondern löst eine konkrete Herausforderung für eine klar definierte Zielgruppe.

Zweitens: Nehmt Qualität und regulatorische Anforderungen von Anfang an ernst. Vertrauen ist in diesem Markt das wichtigste Kapital und lässt sich nur schwer zurückgewinnen.

Drittens: Erkennt früh, wo eure eigenen Stärken liegen und wo ihr Unterstützung benötigt. Ich würde heute beispielsweise früher Expertise im Marketing ins Team holen. Ein gutes Produkt braucht auch eine überzeugende Geschichte und professionelle Distribution, um seine Zielgruppe zu erreichen.

Bildcredits René Weiss/Maxlevel

Wir bedanken uns bei Max Wasser für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.


Premium Start-up: Maxlevel

Kontakt:

Maxlevel.fit GmbH
Kometenweg 19
68305 Mannheim

www.maxlevel.fit
max@maxlvl.fit

Ansprechpartner: Max Wasser

Social Media:
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TikTok
LinkedIn

3 Millionen Euro Pre-Seed-Runde: PropTech-Startup reltix digitalisiert die Immobilienverwaltung

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reltix: 3 Millionen Euro für KI-gestützte Verwaltung Bild Léon Bamesreiter und Jan Horstmann Bildcredits reltix

Nur ein Jahr nach dem Start meldet das Düsseldorfer PropTechUnternehmen einen furiosen Erfolg: Mit einer 3-Millionen-Euro-Finanzierung im Rücken treibt reltix die KI-gestützte Verwaltung von Immobilien auf das nächste Level voran.

PropTech-Unternehmen reltix sichert sich 3 Millionen Euro Pre-Seed-Finanzierung

Düsseldorf, Juli 2026 – reltix hat eine Pre-Seed-Finanzierungsrunde in Höhe von 3 Millionen Euro abgeschlossen. Nur ein Jahr nach seiner Gründung verwaltet das Düsseldorfer PropTech-Unternehmen bereits mehr als 4.000 Wohn- und Gewerbeeinheiten, erzielt einen Annual Recurring Revenue (ARR) von über 1 Million Euro und beschäftigt mehr als 30 Mitarbeitende an den Standorten Düsseldorf und Essen. Im Sommer 2026 erfolgte die Expansion nach Frankfurt am Main, wo bereits erste Mandate gewonnen werden konnten.

KI-native Hausverwaltung als technologischer Kern

Der technologische Ansatz geht dabei weit über klassische Software hinaus. Die KI-native Hausverwaltung reltix verwaltet selbst und sammelt das dadurch gewonnene Daten- und Prozesswissen in ihrer technologischen Infrastruktur centrix. Damit schafft reltix ein Betriebssystem, das selbst komplexeste Logiken, wie etwa eine Jahresabrechnung, in simple Systemabfragen verwandelt. Anfragen werden somit nicht weitergereicht, sondern direkt gelöst – ob durch den Verwalter in der Software oder den KI-Assistenten am Telefon und im Kundenportal.

centrix soll zum Betriebssystem der Immobilienbranche werden

Langfristig denkt reltix über die Verwaltung hinaus – man ist in der einzigartigen Position, die Schnittstelle zwischen Eigentümer und jeder einzelnen Dienstleistung rund um die Immobilie zu sein; von Banking über Strom und Wärme bis hin zu großen Sanierungsarbeiten. Aus dieser Position heraus wird centrix zur Kontextmaschine und zum Betriebssystem der gesamten Immobilienbranche: Jeder Prozess läuft darüber, jeder Dienstleister dockt mit an.

Finanzierung soll Wachstum und Expansion beschleunigen

Co-Founder Léon Alex Bamesreiter: „Wir sehen Immobilienverwaltung nicht als klassischen Verwaltungsservice, sondern als grundlegende Infrastruktur einer ganzen Branche. Die Finanzierung ermöglicht uns, centrix schneller weiterzuentwickeln, unser Team auszubauen und unsere Plattform in weitere Märkte zu bringen. Langfristig wollen wir die technologische Grundlage schaffen, die aus einer fragmentierten Branche ein funktionierendes Ökosystem macht.“

Kundenportfolio wächst über klassische Hausverwaltung hinaus

Zu den Kunden zählen neben klassischen Wohnungseigentümergemeinschaften und privaten Eigentümern zunehmend auch Family Offices, Asset Manager, Entwickler und größere Bestandshalter. Nach Unternehmensangaben ermöglicht die technologische Infrastruktur erheblich schnellere Abwicklungen von Kundenanfragen sowie deutlich effizientere Abläufe im operativen Management.

Bild Léon Bamesreiter und Jan Horstmann Bildcredits reltix

Quelle PR + Presseagentur textschwester GmbH & Co.KG

Weltpremiere in Paris: Der neue vollelektrische smart #2 steht in den Startlöchern

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smart #2: E-Auto absolviert finale Tests für den Stadtverkehr

Der Countdown für den Pariser Autosalon läuft: Die Neuauflage des legendären Zweisitzers biegt auf die Zielgerade ein, während der vollelektrische smart bei finalen Tests beweist, dass er die perfekte Antwort auf den modernen Stadtverkehr ist.

Auf dem Weg zum Autosalon: Die E-Plattform der nächsten Generation

Die legendäre Automarke meldet sich mit einem Paukenschlag im Segment der Kleinstwagen zurück. Bei den finalen Härtetests unter realen Bedingungen beweist der neue Zweisitzer eindrucksvoll, dass er die bewährte Marken-DNA perfekt in die Ära der Elektromobilität überträgt. Die eigens entwickelte ECA-Plattform ermöglicht maximale Agilität, intelligente Raumnutzung, höchste Sicherheit und elektrische Alltagstauglichkeit im kompakten Format. Dabei bringen die Forschungs- und Entwicklungsteams sowie das Mercedes-Benz Design Team ihre gebündelte Expertise ein.

Innovation auf der ECA-Plattform

Der smart #2 durchläuft derzeit ein strenges weltweites Testprogramm im Vorfeld der Weltpremiere auf dem Pariser Autosalon im Oktober dieses Jahres. Da die Neuauflage des Zweisitzers weltweit an Dynamik gewinnt, ist der smart #2 nun in einer maßgeschneiderten schwarz-weißen Tarnlackierung auf den Straßen unterwegs, die vom Mercedes-Benz Global Design Team entworfen wurde.

Auf speziellen Testgeländen wurde die Agilität des Fahrzeugs unter einer Vielzahl realer städtischer Herausforderungen getestet, darunter unerwartete Hindernisse, Not-Spurwechsel und nasse Straßen mit geringer Haftung. Die kontinuierliche Optimierung der Fahrwerksbefestigungspunkte, des Lenkverhältnisses und des Lenkgetriebewegs sowie der Federungssteuerung sorgt dafür, dass das Fahrzeug im alltäglichen Stadtverkehr stabil, reaktionsschnell und agil bleibt.

Maximaler Komfort im kompakten Innenraum

Über die Agilität hinaus zielt das strenge Programm an physikalischen Tests darauf ab, sicherzustellen, dass dieses äußerst kompakte Fahrzeug ein gehobenes, ruhiges Fahrerlebnis im Innenraum bietet. Um den Komfort im Innenraum der Ästhetik des Fahrzeugs anzupassen, wurden umfangreiche NVH-Validierungen (Noise, Vibration, Harshness; zu Deutsch: Geräusch, Vibration, Rauheit/Härte) in verschiedenen Umgebungen durchgeführt – darunter im Windkanal, in der Akustikkammer, auf einem temperaturgeregelten Vier-Säulen-Prüfstand, auf Testgeländen und auf öffentlichen Straßen.

Die Testaktivitäten umfassten die Prüfung von Windgeräuschen, Fahrgeräuschen, NVH des Antriebsstrangs, thermischen NVH, Quietschen und Klappern sowie die Optimierung der Klangqualität. Durch das Testen verschiedener Reifenmischungen auf unebenem Asphalt, gerilltem Beton und Hochgeschwindigkeitsgeraden suchten die Ingenieure nach einem optimalen Gleichgewicht zwischen geringem Rollwiderstand für maximale Reichweite und hoher Geräuschdämpfung.

Fokus auf Robustheit und die Tridion-Sicherheitszelle

Um langfristige Zuverlässigkeit zu gewährleisten, wurde das Fahrzeug Haltbarkeitstests auf holprigen Straßen, kontinuierlichen Unebenheiten und mit Schlaglöchern übersäten Stadtstraßen unterzogen. Gezielte Aufpralltests simulierten typische Fahrsituationen im Stadtverkehr, wie das Überfahren von Bordsteinkanten oder das Einfahren in tiefe Schlaglöcher.

Florian Nemitz, CEO smart Deutschland, betont die Bedeutung des Modells:

„Der smart #2 steht, wie kaum ein anderes Fahrzeug, für das, was unsere Marke seit jeher ausmacht: intelligente Mobilität für die Stadt mit unverwechselbarer Identität. Mit die eigens entwickelten ECA-Plattform als technologischem Herzstück schaffen wir die Grundlage für einen vollelektrischen Zweisitzer, der ikonisches Design und kompakte Abmessungen mit Agilität, Komfort und Sicherheit auf höchstem Niveau verbindet. Die Vorfreude auf die Weltpremiere in Paris ist groß, denn der smart #2 bringt ein echtes Stück smart DNA zurück auf die Straße.“

Durch die Optimierung der Karosseriesteifigkeit und der strukturellen Belastungspunkte wird der smart #2 zu einem zuverlässigen Begleiter in der Stadt. Ergänzend zu dieser strukturellen Robustheit verbindet die nächste Generation der bewährten Tridion-Sicherheitszelle kompakte Außenmaße mit einer robusten Struktur, die modernen Sicherheitsanforderungen gerecht wird und ein hohes Maß an Schutz, Stabilität und Fahrvertrauen bietet.

Bereit für den Pariser Autosalon 2026

Als vollelektrisches zweisitziges Stadtauto ist der smart #2 darauf ausgelegt, die Herausforderungen moderner städtischer Umgebungen zu meistern. Mit seiner charakteristischen „wheels-at-the-corners“-Architektur, die seit der ersten Generation des smart fortwo als Markenzeichen des platzoptimierten Designs des Zweisitzers verstanden wird, schafft das Fahrzeug eine solide geometrische Grundlage für hohe Wendigkeit selbst auf engstem Raum in der Stadt.

Das von Stadtfahrern in ganz Europa mit Spannung erwartete Serienmodell des smart #2 bereitet sich auf seine offizielle Weltpremiere auf dem Pariser Autosalon im Oktober 2026 vor.

Bildcredits smart Europe GmbH

Quelle smart Europe GmbH

Schnippeln mit Stil: Die neuen everdrop Schneidebretter

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Schneidebretter von everdrop aus Holzfaser für die Küche anwendung schneidebrett se Rose

Stylisches Küchen-Upgrade: Hygienische Schneidebretter von everdrop

Die Küche ist oft das Herzstück des Zuhauses – umso wichtiger sind langlebige und hygienische Küchenhelfer. Mit den neuen Schneidebrettern aus Holzfaser bringt everdrop Funktionalität und modernes Design zusammen. Die Bretter sind spülmaschinenfest, besonders pflegeleicht und machen auch optisch auf der Arbeitsfläche eine gute Figur.

Drei Schneidebretter und ein praktischer Aufbewahrungsständer

Das vierteilige Set besteht aus drei Schneidebrettern aus hochdruckverdichteter Holzfaser in den Größen S (26,5 × 16 cm), M (29,8 × 19,6 cm) und L (35,5 × 25,5 cm) sowie einem passenden Aufbewahrungsständer.

Statt in der Schublade zu verschwinden, stehen die Bretter platzsparend und jederzeit griffbereit auf der Arbeitsfläche. Erhältlich ist das Set in den Farben Anthracite, Rose und Warm Greige und passt damit zu unterschiedlichen Küchenstilen.

Hygienisch, langlebig und messerschonend

Die hochdruckverdichtete Holzfaseroberfläche sorgt dafür, dass sich Keime und Bakterien nur schwer festsetzen können. Gleichzeitig ist das Material besonders messerschonend und trägt dazu bei, dass Klingen länger scharf bleiben – anders als beispielsweise Schneidebretter aus Glas.

Nach dem Kochen lassen sich die Bretter unkompliziert in der Spülmaschine reinigen.

Hitzebeständig und BPA-frei

Die Schneidebretter sind bis 176 °C hitzebeständig und BPA-frei. Dank ihrer robusten Verarbeitung sind sie auf eine lange Lebensdauer ausgelegt – ganz im Sinne der everdrop-Philosophie, dass das nachhaltigste Produkt jenes ist, das möglichst lange genutzt werden kann.

Produktdetails im Überblick

Schneidebrett-Set (3 Holzfaser-Bretter S/M/L inklusive Aufbewahrungsständer)
Preis: 124,99 Euro

  • Hygienische Oberfläche aus hochdruckverdichteter Holzfaser
  • Messerfreundlich – schont die Klingen
  • Spülmaschinenfest
  • Hitzebeständig bis 176 °C
  • BPA-frei
  • Langlebig und robust
  • Platzsparender Aufbewahrungsständer inklusive
  • Erhältlich in Anthracite, Rose und Warm Greige

Bildcredits everdrop GmbH

Quelle everdrop GmbH

BIOVOX: Nachhaltige Biokunststoffe knacken die strengen Hürden der Medizinbranche

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BIOVOX: Biokunststoffe für die moderne Medizintechnik biovox systems julian lotz

Einwegspritzen, Inhalatoren und Verpackungen: Das Gesundheitswesen verursacht gigantische Mengen an Plastikmüll – ein CO₂-Problem, für das das Startup BIOVOX nun strenge regulatorische Hürden knackt, um medizinische Biokunststoffe erfolgreich in der Medizintechnik zu etablieren.

Stellen Sie BIOVOX doch kurz vor. Wer steckt hinter dem Startup und welche Erfahrungen bringt das Team mit?

BIOVOX entwickelt und vertreibt Medical-Grade-Biokunststoffe für Medizintechnik, Pharma und Labor, wir arbeiten aber auch an Recycling-Themen. Ziel ist es immer, Kunststoffe anzubieten, die für Patientinnen und Patienten sowie die Umwelt gesünder sind, und dabei alle Regularien und Anforderungen der Branche erfüllen, bei akzeptablen Kosten.

Gegründet haben BIOVOX Carmen Rommel, Vinzenz Nienhaus und ich. Wir sind alle drei Maschinenbauer, aber mit unterschiedlichen Schwerpunkten: Kunststoff- und Produktionstechnik, Produktentwicklung, Nachhaltigkeit und Life Cycle Assessment. Inzwischen besteht unser Team aus 15 Personen und deckt zusätzlich Chemie, Medizintechnik, Qualitätsmanagement, Regulatorik sowie Sales, Marketing und Customer Success ab. Die fachliche Breite brauchen wir auch, weil wir mit ziemlich breiten Fragestellungen konfrontiert sind.

Wie entstand die Idee, nachhaltige Biokunststoffe speziell für die Medizin- und Pharmabranche zu entwickeln?

Am Anfang waren wir breiter aufgestellt und wollten final resorbierbare Implantate zur Behandlung von Knochenbrüchen entwickeln, aber vorher auch Biokunststoffe in anderen Branchen voranbringen. Die Knochenersatzmaterialien-Idee kam von einem Mediziner, und Vinzenz hat in dem Bereich geforscht.

Dieses Sammelsurium an Anwendungen und Märkten war natürlich viel zu viel für ein Team, und die Implantate hatten am Ende einen zu kleinen Markt. Also haben wir uns sehr schnell auf das fokussiert, wo wir einen USP haben und der Markt ausreichend groß ist: bessere Kunststoffe für Medizin-, Diagnostik- und Laborprodukte, Drug Delivery Devices und Pharmaverpackungen. Das hat auch vor uns niemand so adressiert. Wir hatten durch die Implantate das Know-how, was man im Gesundheitswesen an Anforderungen erfüllen muss, was die allermeisten anderen Biokunststoff-Anbieter nicht haben. Wir sind in dem Bereich die Pioniere.

Welche Vision verfolgt BIOVOX für die Zukunft nachhaltiger Materialien im Gesundheitswesen?

Wir wollen die Gesundheitsversorgung vom Verbrauch endlicher, fossiler Rohstoffe entkoppeln.

Dazu braucht es aus unserer Sicht beides: Kreislaufwirtschaft und erneuerbaren Kohlenstoff. Jeder Recyclingkreislauf hat Verluste. Biobasierte Rohstoffe können diese Verluste ersetzen, ohne immer neuen fossilen Kohlenstoff in den Kreislauf zu bringen.

Und bei den gigantischen Mengen an Kunststoff im Gesundheitswesen müssen ein niedriger CO₂-Fußabdruck und Kreislauffähigkeit genauso selbstverständlich zu einem Medical-Grade-Kunststoff gehören wie Rezepturkonstanz, Change Control und biologische Sicherheit.

Warum ist der Einsatz fossiler Kunststoffe im Medizinbereich aus Ihrer Sicht ein großes Problem?

Das Problem ist die lineare Nutzung fossilen Kohlenstoffs: Erdöl fördern, ein Produkt herstellen, oft nur einmal für wenige Sekunden oder Minuten verwenden und anschließend meistens aus Infektionsschutzgründen verbrennen. Damit erhöht das Gesundheitswesen direkt in großem Umfang die fossilen CO₂-Emissionen: Hierzulande sind es ungefähr 5,3 % des gesamten CO₂-Ausstoßes. Und davon entfällt ungefähr ein Fünftel auf die Medizin- und Laborprodukte und Verpackungen.

Wir brauchen deshalb einen anderen Kohlenstoffkreislauf: nachwachsende Rohstoffe einsetzen, wo möglich recyceln, und wo etwas verbrannt wird, zumindest kein Erdöl mehr durch den Schornstein schicken. Das senkt den Fußabdruck schon deutlich.

Was macht die Entwicklung von „Medical Grade Biokunststoffen“ besonders anspruchsvoll?

Bei einem normalen technischen Kunststoff fragt man zunächst: Hat das Material die richtigen Eigenschaften und lässt es sich verarbeiten? Im Healthcare-Bereich ist das nur der Anfang.

Hinzu kommen biologische Sicherheit, chemische Charakterisierung, kritische Inhaltsstoffe, Sterilisation, Alterung, Rückverfolgbarkeit, Rezepturkonstanz, Change Control und langfristige Lieferfähigkeit.

Außerdem gibt es in Europa keine universelle „medizinische Zulassung“ eines Kunststoffs. Der Hersteller muss immer sein konkretes Produkt und seine konkrete Anwendung bewerten. Unsere Aufgabe ist, ihm dafür eine möglichst gute und belastbare Ausgangsbasis zu geben. Nur so können wir überhaupt die Nutzung neuer, nachhaltigerer Kunststoffe ermöglichen, und bei neuen Polymeren liefern aktuell nur wir diesen Rucksack mit speziellem Wissen, Dokumentation und Prüfungen.

Welche Vorteile bieten die Materialien von BIOVOX im Vergleich zu klassischen Kunststoffen?

Der offensichtlichste Vorteil ist der CO₂-Fußabdruck. Je nach Material und Vergleichskunststoff können unsere Werkstoffe über den Produktlebenszyklus bis zu 85 Prozent CO₂ einsparen. Gleichzeitig reduzieren sie die Abhängigkeit von fossilen Rohstoffen, was die Versorgungssicherheit verbessert und die Preise vorhersehbarer hält.

Aber Nachhaltigkeit allein reicht nicht. Unsere Materialien müssen technisch mindestens genauso gut funktionieren. Einige bieten zusätzlich sehr hohe Steifigkeit und Festigkeit, besonders hohe Transparenz oder gute Chemikalienbeständigkeit.

Dazu kommt die Risikominimierung: Wir verzichten gezielt auf kritische und potenziell kritische Stoffe wie PFAS, BPA oder Phthalate, weil das langfristige regulatorische Sicherheit schafft. Was nicht kritisch ist, wird nicht verboten, und das verhindert einen aufwendigen, teuren Materialwechsel in der Zukunft.

An welche Zielgruppen richtet sich BIOVOX besonders und welche Anforderungen stehen dort im Fokus?

Unsere Kunden sind Hersteller von Medizintechnik, Pharmazeutika beziehungsweise Drug Delivery Devices sowie Unternehmen aus Labor und Diagnostik.

Ein Schwerpunkt sind aktuell Produkte wie Autoinjektoren und Inhalatoren. Dort geht es unter anderem um mechanische Eigenschaften, enge Toleranzen, Haptik und eine extrem zuverlässige Lieferkette.

Bei chirurgischen Instrumenten, Diagnostika, Schläuchen oder pharmazeutischen Primärverpackungen stehen wiederum andere Eigenschaften im Vordergrund, etwa Transparenz, Sterilisierbarkeit, Barrierewirkung oder chemische Beständigkeit.

Deshalb wählen wir das Material immer von der Anwendung ausgehend und aus unserem stetig breiter werdenden Portfolio. Da haben wir einfach mehr Bandbreite als viele auf eine Polymerklasse spezialisierte Anbieter, damit bekommen Kunden oft eine passendere Lösung für ihr Problem.

Wie gelingt es Ihnen, Nachhaltigkeit und strenge regulatorische Anforderungen miteinander zu verbinden?

Für uns gehört das untrennbar zusammen: Hohe Patientensicherheit kann man nur erreichen, wenn man auf kritische und verdächtige Inhaltsstoffe so gut es irgendwie geht verzichtet. Und das ist auch Teil der Nachhaltigkeit, eben keine hormonell wirkenden Substanzen oder Ewigkeitschemikalien ins Produkt einzubauen oder die Recyclingfähigkeit sicherzustellen. Nachhaltigkeit ist ja mehr als der CO₂-Fußabdruck.

Außerdem sind sowohl die regulatorischen Anforderungen als auch die Nachhaltigkeit Anforderungen, die wir uns in der Entwicklung geben. Dann muss das nach unserem ISO-13485-Qualitätsmanagementsystem eben auch erfüllt werden, ansonsten wird es kein freigegebenes Produkt.

Welche Herausforderungen begegnen Ihnen bei Zertifizierungen und regulatorischen Vorgaben im MedTech-Bereich?

Die größte Herausforderung ist die Komplexität. Die Anforderungen hängen vom Produkt, Patientenkontakt, der Kontaktdauer, Sterilisation und vielen weiteren Faktoren ab.

Die zweite Herausforderung ist Zeit. Biokompatibilitätsprüfungen, chemische Charakterisierung, Sterilisationsversuche und Alterung dauern. Gleichzeitig können sich regulatorische Anforderungen ändern.

Und schließlich bedeutet jeder Werkstoffwechsel für einen Medizinproduktehersteller zusätzliche Bewertung und gegebenenfalls Validierung. Healthcare mag Veränderungen grundsätzlich überhaupt nicht gern. Deshalb versuchen wir, möglichst viele Unsicherheiten bereits auf Materialebene auszuräumen – also eine Veränderung jetzt, dann aber viel länger Ruhe vor Materialwechseln. In unserer sehr kurzfristig orientierten Zeit ist das aber nicht ganz einfach zu vermitteln. Denn wenn der Change erst in zwei oder drei Jahren ansteht, neigen viele dazu, so lange nichts zu tun. Die Person, die den Job in zwei oder drei Jahren hat, hat dann den Aufwand – nicht man selbst heute. Das ist für viele attraktiv, selbst wenn die Person in zwei oder drei Jahren das Zukunfts-Ich ist.

Was unterscheidet BIOVOX von anderen Unternehmen im Bereich nachhaltiger Materialien?

Wir fokussieren uns ausschließlich auf Healthcare-Anwendungen und haben dort ein viel größeres Know-how, eine bessere Marktübersicht und eine deutlich größere Datenbasis als irgendein anderer Anbieter von Biokunststoffen. Zudem verfügen wir im Gegensatz zu vielen Wettbewerbern über alle relevanten Prozesse und Zertifizierungen.

Außerdem hängen wir nicht an einem einzelnen Polymer. Wir haben heute PLA-basierte Materialien und Bio-PE im Portfolio und arbeiten an PEF sowie biobasiertem PP. Dadurch können wir relativ objektiv auswählen, welche Materiallösung für eine konkrete Anwendung sinnvoll ist.

Wie wichtig werden Kreislaufwirtschaft und Recycling künftig für die Medizin- und Pharmabranche sein?

Sehr wichtig, ohne geht es nicht. Aber nicht jedes gebrauchte Medizinprodukt lässt sich einfach wieder zu einem neuen Medizinprodukt recyceln – das hängt von vielen Details des Produktlebenslaufs ab.

Sehr spannend ist die Wechselwirkung zwischen Polymerklasse, den daraus folgenden Eigenschaften verschiedener Recyclingtechnologien und den Sterilisationsverfahren, sowohl bei der Herstellung eines sterilen Medizinprodukts als auch nachher in der Abfalldekontamination. Denn die meisten Sterilisationsprozesse schädigen die Polymere mehr oder minder stark. Je nachdem, was man hier wählt, kann man besonders geschickte oder besonders ungeeignete Kombinationen wählen. Hier liegt viel Potenzial.

Welche technologischen Entwicklungen oder neuen Anwendungen plant BIOVOX in den kommenden Jahren?

Ein großer Schwerpunkt sind Drug Delivery Devices, besonders Autoinjektoren. Dafür eignen sich sowohl unsere PLA-basierten Materialien als auch biobasierte Polyolefine sehr gut.

Ein zweites wichtiges Thema ist PEF für pharmazeutische Anwendungen. PEF ist eine Art PET auf Steroiden. Es hat sehr hohe Barriereeigenschaften und kann besonders sauerstoffempfindliche Medikamente wie Peptide und Proteine – man denke nur an GLP-1 – besser schützen als viele heute genutzte Verpackungen.

Daneben arbeiten wir mit Partnern an segregiert biobasiertem PP. Außerdem gibt es diverse technische Kunststoffe, für die wir gerade Alternativen beziehungsweise biobasierte Versionen suchen und testen.

Warum ist BIOVOX Teil des Chemistry & Health Hub Mannheim/Ludwigshafen geworden?

Eigentlich beschreibt der Name schon ziemlich gut, warum wir dort hineinpassen: Wir sitzen genau an der Schnittstelle zwischen Chemistry und Health.

Ein Material-Startup kann nicht isoliert skalieren. Wir brauchen Rohstoffpartner, Verarbeiter, Medizinprodukte- und Pharmaunternehmen sowie spezialisierte Expertise.

Welche Vorteile bietet das Innovationsumfeld in Mannheim und Ludwigshafen für ein Startup wie BIOVOX?

Die Region hat eine sehr hohe Dichte an Chemie-, Pharma- und Healthcare-Kompetenz. Dort findet man Anknüpfungspunkte, potenzielle Kunden und potenzielle Lieferanten. Auch die Hochschullandschaft ist sehr gut auf unsere Bedarfe ausgerichtet. So finden wir ausreichend qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Welche drei Tipps würden Sie anderen Gründern im Bereich ClimateTech und MedTech mit auf den Weg geben?

Ist abgedroschen und nichts Neues, aber: Fokus. Sucht die Anwendungen und Kundengruppen, bei denen euer Team besonders stark ist und euer Produkt wirklich einen besonderen Vorteil hat.

Baut früh Marke und Glaubwürdigkeit auf. Das ist sowohl in Healthcare als auch in Bezug auf Nachhaltigkeit essenziell. Man braucht wissenschaftlich nachvollziehbare Daten, muss die Sprache der Kunden sprechen, deren Probleme verstehen und präsent sein. Dann kann man sich auch als Startup über die Jahre etablieren und wird als kompetente Anlaufstelle für diese Themen wahrgenommen.

Bildcredits Biovox

Wir bedanken uns bei Julian Lotz für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

therefore beauty im Interview: Naturkosmetik-Startup setzt auf radikalen Minimalismus

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therefore beauty: Naturkosmetik und Nachhaltigkeit neu gedacht therefore beauty Gründerinnen links ist Mar Navajas Garcia, rechts Natalie Richter Credits therefore beauty

Von der Hamburger Gründer-WG auf die griechische Insel Ikaria: Das inhabergeführte Naturkosmetik-Startup therefore beauty verzichtet bewusst auf Investoren, setzt auf handgefertigte Kleinserien und verfolgt eine ungewöhnliche Vision – die eigene Hautpflege durch radikale Reduktion langfristig überflüssig zu machen.

Können Sie therefore beauty kurz vorstellen und erzählen, wie die Idee zur Gründung entstanden ist?

therefore beauty ist eine Hamburger Naturkosmetikmarke, die auf pflanzenkundlich formulierte Pflege in Kleinserien setzt – handgefertigt, ohne Palmöl, ohne synthetische Zusätze. Die Idee entstand 2018 in einer Gründer-WG im Schanzenviertel. Bei einer Flasche Wein diskutierten Mar und ich mit unseren Mitbewohner:innen über den Zustand unseres gemeinsamen Badezimmers: Plastik, Tuben, Tiegel und zweifelhafte Inhaltsstoffe so weit das Auge reichte. Wir beschlossen, es besser zu machen – und blieben als einzige an der Idee dran.

Welche Vision verfolgen Sie mit therefore beauty?

Wir wollen zeigen, dass Haut sich selbst regulieren kann – wenn man sie lässt. Unser Ziel ist es, uns selbst überflüssig zu machen. Nicht im Sinne des Unternehmens, sondern im Sinne der Pflege: Wer einmal verstanden hat, was seine Haut wirklich braucht, braucht nicht mehr viel. Das ist unsere Vision – und unser Geschäftsmodell.

An welche Zielgruppen richten sich Ihre Produkte?

An alle, die genug ausprobiert haben. Unsere Kundinnen kommen oft mit empfindlicher, reaktiver oder aus dem Gleichgewicht geratener Haut zu uns – und haben meist eines gemeinsam: Sie haben es mit zu viel versucht, bevor sie mit weniger Erfolg hatten. Das können junge Frauen sein, die Clean Beauty entdecken, oder Frauen ab 50, die reife Haut neu verstehen wollen. Auch Männer und Familien mit sensiblen Kindern gehören zu unserer Kundschaft.

Warum verfolgt therefore beauty bewusst einen minimalistischen Ansatz?

Weil weniger biologisch logischer ist. Viele Hautprobleme entstehen durch permanente Überstimulation – zu viele Inhaltsstoffe, zu häufiges Waschen, zu intensive Pflege. Haut ist ein selbstregulierendes Organ. Sie spiegelt nur wider, was nicht gut für uns ist. Wir versuchen nicht, sie zu verbessern. Wir geben ihr einfach mehr Raum.

Was macht therefore beauty besonders im Vergleich zu anderen Naturkosmetikmarken?

Naturkosmetik ist nicht automatisch besser – auch hier gilt: zu viele Inhaltsstoffe können zu viel sein. Wir orientieren uns an altem heilkundlichen Wissen: Eine gute Formulierung rührt nicht zu viele Pflanzenstoffe zusammen. Dazu kommt unsere persönliche Einbindung in die Rohstoffbeschaffung – wir ernten einen Teil unserer Schlüsselrohstoffe selbst, auf der griechischen Insel Ikaria. Und wir sind eigenfinanziert, ohne Investor:innen, ohne Kompromisse bei Rezepturen.

Welche Bedeutung haben kurze Inhaltsstofflisten und handwerkliche Herstellung für Sie?

Sie sind nicht verhandelbar. Kurze INCI-Listen sind für uns kein Marketingversprechen, sondern Konsequenz: Alles, was wir hinzugeben, muss sinnvoll eingebaut oder spurlos abgebaut werden können. Und handwerkliche Kleinserien garantieren, dass die Qualität der Rohstoffe erhalten bleibt – industrielle Massenproduktion ist mit unserem Ansatz schlicht nicht vereinbar.

Wie verbinden Sie Nachhaltigkeit, Wirksamkeit und Reduktion?

Für uns sind das keine konkurrierenden Ziele. Wirksamkeit entsteht bei uns gerade durch Reduktion: wenige, hochwertige Inhaltsstoffe, die die Haut versteht. Nachhaltigkeit folgt daraus fast automatisch – weniger Produkte, kürzere Lieferketten, weniger Verpackung. Was gegen die Natur arbeitet, kann nicht nachhaltig sein.

Welche Herausforderungen gibt es, Verbraucher:innen von weniger Pflege zu überzeugen?

Die größte Herausforderung ist das Vertrauen – in die eigene Haut. Die Industrie hat jahrzehntelang das Gegenteil kommuniziert: dass Haut ein Problem ist, das gelöst werden muss. Dieses Denken umzukehren braucht Zeit. Unsere Garantie – wer nach 28 Tagen keine Verbesserung feststellt, bekommt den Kaufpreis zurück – hilft dabei. Wir nehmen das Risiko weg.

Welche Nachhaltigkeitsmaßnahmen setzen Sie konkret um?

Keine Plastikverpackungen, kein Palmöl, keine synthetischen Zusätze. Unsere Seifen werden in einer Manufaktur in der Nähe von Hannover hergestellt – einem handwerklichen Prozess, den wir eng begleiten. Lagerung, Labeling, Qualitätskontrolle und Fulfillment liegen in den Händen einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung in Heide. Unser Deo kommt im Pfandsystem aus Flüssigholz. Und wir wachsen bewusst langsam – denn alles, was zu schnell wächst, wird instabil.

Wie hat sich das Bewusstsein der Verbraucher:innen verändert?

Deutlich. Als wir 2018 starteten, war die Stimmung eine andere – Fridays for Future, Klimaproteste, kollektiver Aufbruch. Nachhaltigkeit war politisch, emotional, dringend. Heute ist das Bewusstsein dafür Mainstream geworden, und die Auswahl damit auch größer und unübersichtlicher. Viele Marken haben den Begriff Nachhaltigkeit besetzt, ohne ihn wirklich zu leben. Was sich aber auch verändert hat: Menschen suchen heute echte Alternativen – nicht aus schlechtem Gewissen, sondern weil sie gemerkt haben, dass es besser funktioniert. Die Sehnsucht nach Einfachheit ist real. Und genau das schafft Raum für Marken, die es wirklich ernst meinen.

Welche nächsten Schritte stehen bei therefore beauty im Fokus?

Im nächsten Schritt planen wir eigene ätherische Öle, die wir auf Ikaria produzieren – als logische Erweiterung unserer Rohstoffarbeit dort. Neue Produkte entstehen nur, wenn sie sich schlüssig in unsere Logik einfügen. Wachstum durch Qualität, nicht durch Quantität.

Drei Ratschläge für Gründer:innen, die etablierte Gewohnheiten verändern wollen?

Erstens: Zuhören, bevor man spricht. Wir haben unsere Marke aus echtem Austausch mit unserer Community entwickelt – nicht aus Marktanalysen.

Zweitens: Langsam wachsen. Alles, was zu schnell wächst, wird instabil.

Drittens: Den eigenen moralischen Ansprüchen gerecht werden. Das ist die härteste Aufgabe – aber auch die einzige, die langfristig trägt.

Bild links ist Mar Navajas Garcia, rechts Natalie Richter Credits therefore beauty

Wir bedanken uns bei den Gründerinnen für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.


Premium Start-up: therefore beauty

therefore beauty log schwarz weiss

Kontakt:

terrorists of beauty GmbH
Schulterblatt 3
20357 Hamburg

www.therefore-beauty.de
hello@therefore-beauty.de

Ansprechpartner: Natalie Richter

Social Media:
Instagram

Startup Solago im Interview: Günstige Solaranlagen durch E-Commerce

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Solago im Portrait: Bootstrapping zum Millionen-Umsatz janik Nolden Founder

Vom gescheiterten Erstversuch zum 250-Millionen-Umsatz: Im Interview erklärt Gründer Janik Nolden, wie er das Startup Solago komplett ohne Investoren aufbaute und warum der Online-Direktvertrieb von Solarkomponenten den Kauf einer eigenen Solaranlage revolutioniert

Herr Nolden, können Sie Solago beziehungsweise Solarhandel24 kurz vorstellen und erzählen, wie die Idee zur Gründung des Unternehmens entstand?

Solago beziehungsweise Solarhandel24 wurde 2022 gegründet und ist auf den Online-Direktvertrieb von Photovoltaik-Komplettsets und einzelnen Solarkomponenten wie Speichern und Wechselrichtern spezialisiert.

Die Idee entstand aus einem einfachen Gedanken: Wir wollten Kundinnen und Kunden den günstigsten und unkompliziertesten Weg zur eigenen Solaranlage ermöglichen. Deshalb haben wir Solago aufgebaut, um Solarkomponenten direkt online anzubieten, sowohl einzeln als auch als konfiguriertes Komplettset. Durch effizientere Strukturen und Vertriebsprozesse können wir im Vergleich zu klassischen Installationsmodellen Kosten einsparen und diese Vorteile direkt an unsere Kunden weitergeben.

Bevor Sie Solago aufgebaut haben, ist Ihr erstes Startup gescheitert. Was haben Sie aus dieser Erfahrung mitgenommen, das Ihnen beim zweiten Anlauf geholfen hat?

Aus unserem ersten Startup haben wir gelernt, wie man lean einen Onlineshop aufbaut und ersten Traffic über Google und Meta generiert. Gleichzeitig haben wir aber auch gelernt, dass wir nicht unfehlbar sind und scheitern können. Diese Erfahrung hat dabei geholfen, auf dem Boden zu bleiben und eine realistische Wahrnehmung zu entwickeln.

Für mich war außerdem wichtig zu erkennen, dass Netzwerken und die Startup-Bubble einen nicht automatisch weiterbringen. Am Ende zählen vor allem die Dinge, die man selbst aktiv umsetzt und manchmal kann es helfen, sich für ein paar Monate bewusst „einzusperren“ und konsequent sein eigenes Ding durchzuziehen.

Sie sind mit 12.500 Euro Startkapital und ohne Investoren gestartet. Warum haben Sie sich bewusst für einen bootstrapped Weg entschieden?

Wir wollten nicht von ständigen Finanzierungsrunden abhängig sein. Das kostet viel Zeit und Nerven, und wir wollten uns auch selbst beweisen, dass wir es aus eigener Kraft schaffen und vorankommen können.

Ich glaube außerdem, dass Finanzierungsrunden Gründer manchmal zu sehr davor schützen, ihr Geschäftsmodell kritisch zu hinterfragen. Wenn ein Modell nicht profitabel ist, kann man mit neuem Geld wieder eine gewisse Zeit überbrücken. Beim Bootstrapping geht das nicht. Man ist gezwungen, unprofitable Bereiche schnell zu erkennen, sie konsequent zu beenden und sich auf das zu konzentrieren, was wirklich funktioniert. Das kann ein großer Vorteil sein.

Innerhalb weniger Jahre ist aus Solago ein Unternehmen mit 300 Mitarbeitenden, 30.000 Quadratmetern Lagerfläche und einem Gesamtumsatz von 250 Millionen Euro geworden. Was waren aus Ihrer Sicht die entscheidenden Erfolgsfaktoren?

Ein entscheidender Punkt war, dass wir früh die Benefits im Online-Vertrieb erkannt haben und es uns zum Ziel gemacht haben, Solaranlagen und Solarkomponenten zu guten Preisen direkt online anzubieten. Viele Kundinnen und Kunden übernehmen heute einen Teil ihres Solarprojekts selbst und können dadurch mehrere tausend Euro sparen. Das macht die eigene Solaranlage erschwinglicher, rentabler und damit auch attraktiver.

Für uns bedeutet das, dass wir weniger in klassischen aktiven Vertrieb investieren müssen, sondern können uns darauf konzentrieren, unseren Kundinnen und Kunden eine sehr gute Solaranlage zu einem attraktiven Preis anzubieten. Wenn der Nutzen klar ist, braucht es auch weniger „Überzeugungsarbeit“.

Wichtig waren außerdem die Auswahl der richtigen Markenprodukte, verständlich konfigurierte Komplettsets und die Möglichkeit, Ware direkt bei uns vor Ort selbst abzuholen. Diese Kombination aus Preis, Transparenz, Produktauswahl und einfacher Abwicklung hat stark zu unserem Wachstum beigetragen.

Der Solarmarkt gilt als technisch und stark vom Handwerk geprägt. Wie ist es Ihnen gelungen, daraus ein erfolgreiches E-Commerce-Geschäftsmodell zu entwickeln?

Wir merken, dass Kundinnen und Kunden heute deutlich besser informiert sind als noch vor einigen Jahren. Viele beschäftigen sich intensiv mit den Produkten, vergleichen Lösungen und wollen verstehen, was sie kaufen. Dabei helfen natürlich digitale Kanäle.

Wir selbst betreiben mit der „Solar Akademie“ einen YouTube-Kanal mit rund 150.000 Abonnenten, auf dem wir Produkte vorstellen, erklären und praktische Orientierung geben. Auch KI-Modelle wie ChatGPT oder Gemini verändern den Markt, weil sich Kundinnen und Kunden sehr schnell Wissen aneignen können.

Gleichzeitig machen wir die Kaufentscheidung so einfach wie möglich. Wir konfigurieren Komplettsets für die technischen Komponenten und auch für die Unterkonstruktion beziehungsweise Halterung vor. Dadurch müssen Kundinnen und Kunden nicht jedes Einzelteil selbst zusammensuchen. Durch die hohen Einsparpotenziale lohnt es sich für viele, sich zu informieren und zumindest einen Teil des Projekts selbst in die Hand zu nehmen.

Welche Herausforderungen mussten Sie in der Wachstumsphase meistern, und wie haben sich diese im Laufe der Zeit verändert?

Durch unser starkes Wachstum gab es von Anfang an operative Herausforderungen. Ein wiederkehrendes Thema war zum Beispiel der Platzbedarf, weil Solarkomponenten viel Lagerfläche benötigen. Außerdem war es immer schwierig, in den Peakzeiten den Kundenservice entsprechend nachzuziehen.

Mit der Zeit haben wir viele Erfahrungswerte gesammelt und die passenden Strukturen aufgebaut. Heute haben wir unter anderem eigene Teams für IT, Disposition, Einkauf, Marketing, Design, Produktmanagement und Buchhaltung. Viele Kernkompetenzen liegen also direkt bei uns im Unternehmen.

Trotzdem bleibt es herausfordernd, die Strukturen immer wieder an das Wachstum anzupassen. Wenn ein Unternehmen sehr schnell größer wird, müssen Prozesse, Teams und Verantwortlichkeiten ständig nachziehen.

Wie wichtig war es für den Erfolg von Solago, die Bedürfnisse der Kundinnen und Kunden genau zu verstehen und Prozesse konsequent zu digitalisieren?

Das war ein entscheidender Faktor. Zu Beginn habe ich jedes Kundengespräch am Telefon oder auch als Beratung bei uns im ersten Ladenlokal selbst geführt. Dadurch haben wir sehr schnell verstanden, wie unsere Kundinnen und Kunden denken, welche Fragen sie haben und wo die eigentlichen Probleme liegen.

Diese Nähe zum Kunden hat uns geholfen, genau die Produkte anzubieten, die wirklich nachgefragt wurden. Unser Lager hat sich durch die richtige Produktauswahl teilweise innerhalb von zwei Wochen komplett gedreht. Klassische Ladenhüter gab es bei uns kaum, weil wir uns sehr konsequent darauf konzentriert haben, nur das anzubieten, was unsere Kundinnen und Kunden tatsächlich brauchen.

Viele Gründer stehen nach einem Rückschlag vor der Frage, ob sie noch einmal neu starten sollen. Was hat Ihnen den Mut gegeben, es erneut zu versuchen?

Nach dem Scheitern meines ersten Startups habe ich natürlich auch darüber nachgedacht, ob Gründen wirklich der richtige Weg für mich ist. Als ich dann aber die Chance im Solarmarkt gewittert und verstanden habe, was wir mit Solago aufbauen können, hat es mich sofort wieder gepackt. Für mich war klar, dass ich diesen einen Versuch noch wagen möchte, bevor ich mich vielleicht doch auf einen klassischen Job bewerbe.

Welche Vision verfolgen Sie mit Solago, und welche Rolle soll das Unternehmen künftig im Markt für Solarlösungen einnehmen?

Wir möchten unsere Position als größten Onlinehändler für Solaranlagen verteidigen und ausbauen. Unsere Wachstumsstrategie basiert zum einen auf der Sortimentserweiterung um Klimaanlagen und Wärmepumpen. Zum anderen möchten wir international stärker werden und neue EU-Märkte erschließen. Wir haben natürlich jetzt ein klares Ziel vor Augen: 1 Milliarde Euro Jahresumsatz.

Wie sehen Sie die Zukunft des Solarmarktes, und welche Entwicklungen werden Unternehmen in den kommenden Jahren besonders prägen?

Ich glaube, dass sich der Solarmarkt weiter in Richtung DIY entwickeln wird. Gleichzeitig wird es immer Kundinnen und Kunden geben, die mit der Installation selbst nichts zu tun haben möchten und dafür einen Monteur beauftragen. Das sehen wir auch bei vielen unserer Kunden: Sie kaufen die Komponenten bei uns und lassen sie anschließend von einem regionalen Installateur montieren.

Das funktioniert sehr gut und bringt bereits eine deutliche Kostenersparnis, auch wenn man nicht selbst installiert. Man muss also nicht alles eigenhändig machen, um günstiger zur eigenen Solaranlage zu kommen.

Darüber hinaus werden Haushalte in den kommenden Jahren smarter und stärker auf Eigenverbrauch optimiert. In Mitteleuropa werden nicht nur Wärmepumpen, sondern auch Klimaanlagen einen großen Markt bilden. Gerade hier ist die Kombination mit Photovoltaik natürlich sehr spannend.

Welche nächsten Meilensteine und Wachstumsziele stehen für Solago aktuell im Fokus?

Wir fokussieren uns auf die Erweiterung unseres Sortiments und die Internationalisierung. Zusätzlich möchten wir künftig noch mehr daran arbeiten, Endkunden mit Handwerksbetrieben für die Installation der Komponenten zu vernetzen.

Welche drei Ratschläge würden Sie Gründerinnen und Gründern geben, die ein Unternehmen ohne Investoren aufbauen und nachhaltig skalieren möchten?

  1. Versteht eure Kundinnen und Kunden wirklich. Konzentriert euch auf die Dinge, die ihnen einen echten Mehrwert bringen.
  2. Wenn man einem Kunden den Nutzen eines Produkts erst sehr aktiv verkaufen muss, ist das Produkt vielleicht noch nicht klar genug oder nicht das richtige.
  3. Macht euch am Anfang selbst die Hände schmutzig. Gründer sollten jeden Prozess im Unternehmen selbst durchlaufen, vom Kundengespräch bis zur operativen Abwicklung. Das spart nicht nur Geld, sondern hilft auch enorm dabei, Kunden, Abläufe und Aufgaben kennenzulernen, die später von den Mitarbeitenden übernommen werden.

Bildcredits ©Solago

Wir bedanken uns bei Janik Nolden für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

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