Freitag, Juli 24, 2026
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150 Investoren, ein Signal: Venture Capital als Schlüssel zur Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands

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Capital for Innovation Summit stärkt Venture Capital Fotocredit: Futury | Markus Laubvogel

Capital for Innovation Summit bringt Investoren und Startup Factories zusammen

Frankfurt am Main, 25. Juni 2026 – Deutschlands Wettbewerbsfähigkeit entscheidet sich zunehmend daran, wie erfolgreich Innovationen in skalierbare Unternehmen übersetzt werden. Eine zentrale Voraussetzung dafür ist ausreichendes Wachstumskapital. Vor diesem Hintergrund kamen beim Capital for Innovation Summit in Frankfurt erstmals rund 150 führende Akteure aus Family Offices, Stiftungen, Venture-Capital-Fonds, Unternehmen, Politik und Wissenschaft zusammen.

Gemeinsam mit Vertretern aller zehn nationalen Startup Factories diskutierten sie, wie Venture Capital in Deutschland als strategische Assetklasse weiterentwickelt und mehr langfristiges Kapital für Startups mobilisiert werden kann. Ausgerichtet wurde der Summit von Futury, dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) und UnternehmerTUM.

Venture Capital als strategische Assetklasse etablieren

Im Mittelpunkt der Vorträge, Diskussionen und Workshops standen vier zentrale Erkenntnisse und Handlungsempfehlungen.

Institutionelle Investoren wie Stiftungen, Family Offices, Versicherungen und Versorgungswerke verfügen über erhebliches Potenzial, ihre Investitionen in Venture Capital auszubauen. Dafür braucht es mehr Transparenz, gezielte Weiterbildungsangebote sowie vereinfachte Governance- und Entscheidungsstrukturen.

Ein Beispiel dafür ist der gemeinsam von KfW Capital, der Frankfurt School of Finance & Management und Futury entwickelte Zertifikatsstudiengang Certified Venture Capital Expert, der institutionellen Investoren praxisnahes Wissen über Venture Capital vermittelt.

Professionelle Strukturen für Innovationen schaffen

Kapital allein reicht nach Ansicht der Teilnehmer nicht aus. Entscheidend sind professionelle Strukturen, der Zugang zu Netzwerken sowie die Fähigkeit, Innovationen erfolgreich zu skalieren.

Genau für diesen Austausch zwischen Investoren, Startups, Unternehmen und Wissenschaft wurden Futury sowie die weiteren Startup Factories ins Leben gerufen.

Öffentliche und private Investoren enger vernetzen

Ein weiterer Schwerpunkt war die stärkere Zusammenarbeit zwischen öffentlichen und privaten Kapitalgebern.

Als wichtige Bausteine für mehr Wachstumsfinanzierung wurden unter anderem die WIN-Initiative, der High-Tech Gründerfonds (HTGF), der Wachstumsfonds II, Finanzierungsinstrumente des Deutschlandfonds sowie Programme gemeinsam mit KfW Capital und dem Europäischen Investitionsfonds genannt.

Kapitalmarkt als Wachstumsmotor stärken

Neben Venture-Capital-Fonds und Direktinvestitionen spielen funktionierende Exit- und IPO-Möglichkeiten eine entscheidende Rolle für ein leistungsfähiges Innovationsökosystem.

Kapitalmarktinstrumente sollen deshalb gezielt weiterentwickelt werden, um mehr Wachstumskapital für innovative Unternehmen in Deutschland bereitzustellen.

KfW sieht Venture Capital als Schlüssel für Wettbewerbsfähigkeit

Stefan Wintels, Vorstandsvorsitzender der KfW Bankengruppe, betonte:

„Deutschland verfügt über ein starkes Fundament aus Innovation, Forschung sowie Industrie und Mittelstand – aber wir müssen diese Stärken in eine größere wirtschaftliche Dynamik übersetzen. Hierfür braucht es vor allem auch ein leistungsfähiges Venture-Capital-Ökosystem, gezielte Investitionen und eine Kultur, die Wandel als Chance begreift. Der Deutschlandfonds und die WIN-Initiative setzen wichtige Impulse für mehr Wachstums- und Innovationskapital aus Deutschland und fördern damit Wachstum und Wohlstand in unserem Land.“

Politik fordert bessere Rahmenbedingungen

Dr. Janina Jänsch, Abteilungsleiterin Mittelstand, Zukunftstechnologien und Startups im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, erklärte:

„Der Capital for Innovation Summit hat gezeigt: Der Wille, Venture Capital in Deutschland als strategische Anlageklasse zu verankern, ist vorhanden – quer durch Wirtschaft, Wissenschaft und Politik. Jetzt gilt es, die Rahmenbedingungen zu verbessern, um privates und institutionelles Kapital stärker für unsere hochinnovativen Startups und Scale-ups zu mobilisieren.“

UnternehmerTUM und Futury setzen auf Partnerschaften

Prof. Dr. Helmut Schönenberger, CEO von UnternehmerTUM, sagte:

„Technologiegetriebene Startups sind ein zentraler Hebel für die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands. Entscheidend ist, dass mehr institutionelle Investoren den Mut haben, frühzeitig in diese Zukunftstechnologien zu investieren.“

Melissa Ott, Managing Director von Futury, ergänzte:

„Innovation entsteht nicht isoliert. Sie braucht Kapital, Unternehmertum und starke Netzwerke. Mit dem Capital for Innovation Summit haben wir erstmals alle zentralen Akteure der Assetklasse Startup an einen Tisch gebracht. Das ist ein entscheidender Schritt zu einem besseren Finanzierungsumfeld für dringend benötigte Innovationen in Deutschland. Unser Ziel ist es, mithilfe des Summits konkrete Partnerschaften und Investitionen zu bewirken.“

Bild Fotocredit: Futury | Markus Laubvogel

Quelle Futury GmbH

Heuwind Lagertechnik gewinnt Bundesfinale mit Lagersystem für Heuballen

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Heuwind Lagertechnik gewinnt Bundesfinale mit Heu-Lagersystem Bild Platz 1 Heuwind Bildcredits JUGEND GRÜNDET

Heuwind Lagertechnik gewinnt Bundesfinale 2026

Leonie Lisa Dohn von der Handelslehranstalt Bruchsal gewinnt das Bundesfinale 2026 mit ihrer Geschäftsidee Heuwind Lagertechnik. Im Porsche Ausbildungszentrum in Stuttgart setzte sie sich gegen neun weitere Finalteams durch. Auch das Publikum überzeugte sie: In der Online-Abstimmung erhielt Heuwind Lagertechnik die meisten Stimmen.

Heuwind Lagertechnik ist ein modulares Lagersystem für Heuballen. Eine stabile Unterkonstruktion aus recyceltem Kunststoff soll klassische Holzpaletten ersetzen und Heu trocken, sauber und sicher lagern. Die Jury lobte vor allem, wie gründlich Leonie Lisa Dohn ihr Thema durchdrungen hat. Sie präsentierte ihre Idee klar, unternehmerisch und mit erkennbarem Blick für die Praxis.

Heu trocken lagern und Schimmel vermeiden

Heu muss trocken bleiben. Sonst leidet die Qualität, im schlimmsten Fall wird es unbrauchbar. Heuwind Lagertechnik setzt genau dort an: Die Unterkonstruktion soll Heuballen vom Boden fernhalten, Luft zirkulieren lassen und Feuchtigkeit vermeiden.

Die Idee ist bodenständig und praktisch. Sie löst kein abstraktes Zukunftsproblem, sondern eines, das in Ställen, Scheunen und landwirtschaftlichen Betrieben jeden Tag eine Rolle spielt.

Hauptpreis führt auf die Grand Tour Europe

Mit dem Bundessieg gewinnt Leonie Lisa Dohn den von der Porsche AG gestifteten Hauptpreis: die Grand Tour Europe, eine geführte Reise von Stuttgart über Paris nach London. Die Jugendlichen besuchen Innovationszentren wie den Pariser Start-up-Campus Station F, Entrepreneur First und den London AI Hub. Dort erleben sie Startups und KI-Innovationen aus nächster Nähe und erfahren, wie aus Ideen erfolgreiche Unternehmen entstehen.

„Rund 40 Prozent aller Gründungen kommen heute von Menschen unter 30 – so viele wie noch nie. Das ist stark. Und das macht Hoffnung“, sagte Vera Schalwig von der Porsche AG. „Wir brauchen Menschen, die anpacken. Die etwas bewegen wollen. Dinge besser machen wollen. Und genau deshalb sind wir hier als Hauptsponsor dabei – aus voller Überzeugung. Mit der Grand Tour Europe geben wir dem Siegerteam die Möglichkeit, Europas Startup-Szene aus nächster Nähe zu erleben.“

Platz zwei und drei gehen nach München und Stuttgart

Platz 2 erreichte Air2Growth aus München. Isabella Meerpohl, Benedikt Kammergruber, Felicia Kloss und Navika Bhardwaj entwickelten ein Gerät, das CO₂ direkt aus der Luft entziehen und mithilfe von Mikroalgen in Flüssigdünger umwandeln soll.

Die Jury lobte das kompetente Auftreten des Teams, den starken Pitch und das durchdachte Geschäftsmodell. Als Preis reisen die Jugendlichen in die Autostadt Wolfsburg und erhalten Einblicke hinter die Kulissen von Volkswagen.

Platz 3 ging an CLIPRO aus Stuttgart, das zusätzlich den Sonderpreis „Bester Businessplan“ erhielt. Julius Rudolf, Inocencio Maunz Manzano, Anton Schwarz und Pawel Karpowicz entwickelten mit OleoClip ein nachrüstbares Leckwarnsystem für ölführende Rohrleitungen in Industrieanlagen.

Sonderpreise für innovative Geschäftsideen

Beim Bundesfinale wurden außerdem mehrere Sonderpreise vergeben:

  • ALTANA Sonderpreis Chemie: TerraTin aus Oldenburg
  • Diversity-Sonderpreis: SkinToSkin aus Kelheim
  • Sonderpreis Social Start-up: Ninoxity aus Michelstadt
  • Planspiel-Sonderpreis: Future+ aus Bremerhaven
  • Sonderpreis Bester Businessplan: CLIPRO aus Stuttgart
  • Sonderpreis Künstliche Intelligenz: Press Green aus Büdingen und Schwäbisch Gmünd

Der Publikumspreis ging ebenfalls an Heuwind Lagertechnik aus Bruchsal.

Zehn Finalteams aus über 1.400 Businessplänen

Beim Bundesfinale am 24. und 25. Juni im Porsche Ausbildungszentrum in Stuttgart präsentierten die zehn besten Teams des Wettbewerbsjahres ihre Geschäftsideen. Ausgerichtet wurde das Finale von Hauptsponsor Porsche AG.

Der Weg ins Finale war anspruchsvoll: Im Wettbewerbsjahr 2025/2026 nahmen 6.519 Schülerinnen und Schüler teil und reichten insgesamt 1.461 Businesspläne ein.

Auf der Zukunftsideenmesse präsentierten die Finalteams ihre Projekte an eigenen Messeständen, pitchten vor der Bundesjury und beantworteten Fragen von Expertinnen und Experten.

Gründen muss Schule machen

„Gründen muss Schule machen“, sagt Projektleiterin Franziska Metzbaur. „Diese Finalteams zeigen, was möglich wird, wenn junge Menschen eigene Ideen entwickeln und ausprobieren dürfen. Im Sport fördern wir in der Breite – und daraus wachsen besondere Talente. So sollte es auch beim Gründen sein.“

JUGEND GRÜNDET fördert Unternehmergeist

Bei JUGEND GRÜNDET übernehmen Jugendliche für ein Schuljahr die Rolle von Gründerinnen und Gründern. Sie entwickeln zunächst eine eigene Geschäftsidee, erstellen einen Businessplan und führen anschließend in einem Planspiel virtuell ein Unternehmen. Die besten Teams qualifizieren sich für Pitch-Events und das Bundesfinale.

Der bundesweite Schülerwettbewerb wird seit 2003 vom Bundesbildungsministerium gefördert. Die Kultusministerkonferenz empfiehlt die Teilnahme und erkennt sie als besondere Lernleistung an. Hauptsponsor ist die Porsche AG.

Bild Platz 1 Heuwind Bildcredits JUGEND GRÜNDET

Quelle SIE – Steinbeis Innovation Education gGmbH

JUGEND GRÜNDET: Oldenburger Schülerinnen gewinnen Chemie-Sonderpreis

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TerraTin gewinnt bei JUGEND GRÜNDET den ALTANA Sonderpreis Bild ALTANA Sonderpreis Chemie Bildcredits JUGEND GRÜNDET

Oldenburger Schülerinnen gewinnen ALTANA Sonderpreis Chemie

Kaja Charlotte Hammels und Tue Minh Vu vom Alten Gymnasium Oldenburg haben mit ihrer Geschäftsidee TerraTin den ALTANA Sonderpreis Chemie beim Bundesfinale von JUGEND GRÜNDET 2026 in Stuttgart gewonnen.

Mit TerraTin entwickelten die beiden Schülerinnen biologisch abbaubare Einwegverpackungen aus Weizenstärke, die als Alternative zu herkömmlichen Kunststoffverpackungen dienen sollen. Die Auszeichnung würdigt innovative Geschäftsideen an der Schnittstelle von Chemie, Nachhaltigkeit und Unternehmertum.

TerraTin setzt auf Weizenstärke statt Kunststoff

Das Konzept von TerraTin verfolgt das Ziel, Plastikabfälle im Take-away-Bereich zu reduzieren. Statt erdölbasierter Kunststoffe setzen die Schülerinnen auf Weizenstärke als biologisch abbaubares Material.

Die Jury lobte insbesondere, dass TerraTin ein konkretes Umweltproblem mit chemischem Fachwissen und einer nachvollziehbaren Geschäftsidee verbindet.

„TerraTin setzt dort an, wo jeden Tag Müll entsteht: bei Einwegverpackungen. Kaja Charlotte Hammels und Tue Minh Vu zeigen, wie Chemie helfen kann, nachhaltige Lösungen für den Alltag zu ermöglichen“, sagte Dr. Kristina Keisers, Investment Managerin bei der ALTANA AG.

Sonderpreis beinhaltet Reise nach Portugal und Spanien

Mit dem ALTANA Sonderpreis Chemie ist eine Fachreise nach Porto in Portugal und Vigo in Spanien verbunden.

In Vigo besuchen die beiden Schülerinnen einen Labor- und Produktionsstandort des ALTANA Geschäftsbereichs ACTEGA und erhalten Einblicke in Forschung, Entwicklung und Produktion für Lebensmittel-, Getränke- und Metallverpackungen.

Dabei treffen sie unter anderem Geschäftsführerin Teresa Ramos und lernen moderne Lösungen für die internationale Verpackungsindustrie kennen. Ergänzt wird die Reise durch ein Rahmenprogramm in der galizischen Küstenregion.

Bundesfinale von JUGEND GRÜNDET in Stuttgart

Das Bundesfinale von JUGEND GRÜNDET fand am 24. und 25. Juni bei Hauptsponsor Porsche AG in Stuttgart statt.

Die zehn besten Teams des Wettbewerbsjahres präsentierten dort ihre Geschäftsideen. Die Konkurrenz war so groß wie nie zuvor: Insgesamt nahmen 6.519 Schülerinnen und Schüler teil und reichten 1.461 Businesspläne ein.

Den Bundessieg sicherte sich Heuwind Lagertechnik aus Bruchsal. Leonie Lisa Dohn überzeugte mit einem modularen Lagersystem für Heuballen und gewann damit auch die von der Porsche AG gestiftete Grand Tour Europe.

JUGEND GRÜNDET fördert Unternehmergeist

JUGEND GRÜNDET möchte Jugendliche für Unternehmertum begeistern und ihnen zeigen, wie aus Ideen tragfähige Geschäftsmodelle entstehen.

„Gründen muss Schule machen“, sagt Franziska Metzbaur, Projektleiterin von JUGEND GRÜNDET. „Wir können dabei vom Sport lernen: Dort suchen wir nicht nur die künftigen Weltmeister. Wir fördern viele junge Menschen und daraus wachsen besondere Talente. So sollte es auch beim Gründen sein. Wir müssen jungen Menschen Mut machen, Ideen zu entwickeln und auszuprobieren.“

Bild ALTANA Sonderpreis Chemie Bildcredits JUGEND GRÜNDET

Quelle SIE – Steinbeis Innovation Education gGmbH

Startup Teens zeichnet Deutschlands beste Schüler-Startups aus

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Startup Teens: Businessplan-Challenge für Schülerinnen und Schüler

Startup Teens zeichnet Deutschlands beste Schüler-Startups aus

Berlin, 26. Juni 2026. Beim Finale der Startup Teens Businessplan-Challenge präsentierten Schülerinnen und Schüler aus ganz Deutschland ihre Geschäftsideen live vor einer hochkarätigen Jury und geladenen Gästen. Wie die Non-Profit-Initiative mitteilte, wurden in sieben Kategorien die besten Talente Deutschlands mit dem Startup Teens Award sowie jeweils 10.000 Euro Preisgeld ausgezeichnet.

Der Wettbewerb zeigte erneut, wie viel Unternehmergeist, Kreativität und Zukunftsdenken in jungen Menschen steckt. Im Mittelpunkt standen innovative Lösungen, darunter eine KI-Software zur Erkennung von Telefonbetrug während eines laufenden Gesprächs oder eine App, die das Erlernen der Gebärdensprache ermöglicht und fehlerhafte Handhaltungen in Echtzeit korrigiert.

Künstliche Intelligenz prägt viele Geschäftsideen

Künstliche Intelligenz ist inzwischen fester Bestandteil vieler Geschäftsideen der Teilnehmenden.

„KI übt eine große Faszination auf junge Menschen aus. Aber nur, wenn wir das Potenzial und die Grenzen der Technologie verstehen, können wir verantwortungsvoll mit ihr umgehen“, sagt Magdalena Oehl, stellvertretende Vorsitzende des Startup Teens Netzwerk e.V. „Know-how und Wissenstransfer zu KI und unternehmerischer Bildung gehören für mich zusammen und müssen früh gefördert werden.“

Mehr als 6.600 Jugendliche nahmen teil

In diesem Jahr beteiligten sich mehr als 6.621 Schülerinnen und Schüler mit insgesamt 1.482 Projekten an der Challenge. Die Preisverleihung fand auf Einladung von BILD im Axel-Springer-Hochhaus in Berlin statt.

Sieben Kategorien mit innovativen Geschäftsideen

Jeweils drei Finalisten-Teams pitchten in den Kategorien Education, Health & Lifestyle, Consumer Products, Impact & Sustainability, KI & Robotics, Apps & Platforms sowie Business Solutions vor einer hochkarätigen Jury.

Die eingereichten Projekte spiegeln zentrale Zukunftsthemen wie Nachhaltigkeit, soziale Innovationen, moderne Bildung und den verantwortungsvollen Einsatz von Künstlicher Intelligenz wider.

„Technologien entscheiden nicht allein über die Zukunft unseres Landes. Innovation entsteht dort, wo neue Perspektiven auf Mut treffen – genau das haben die jungen Finalistinnen und Finalisten heute eindrucksvoll gezeigt“, sagte Carolin Hulshoff Pol, CEO der BILD-Gruppe.

Sieger der Startup Teens Businessplan-Challenge 2026

In der Kategorie Education gewann KlausurBuddy mit einer App, die realistische Übungsklausuren im deutschen Schulformat erstellt.

Die Kategorie Health & Lifestyle entschied Openpulse mit einer modularen Biosensor-Plattform für sich.

Bei den Consumer Products setzte sich CamperGuard mit einem intelligenten Sicherheitssystem für Camper durch.

In der Kategorie Impact & Sustainability gewann Clevo Materials mit einem Lederersatz aus Pilzmyzel.

Die Kategorie KI & Robotics entschied die Fennec-Box für sich – ein KI-basiertes Schutzsystem gegen Telefonbetrug, das Telefongespräche in Echtzeit analysiert.

Bei Apps & Platforms überzeugte BonBuddy mit einer intelligenten Einkaufs-App.

Den Sieg in der Kategorie Business Solutions holte ACORA Safe Light mit einem intelligenten Lichtsystem, das Rauch erkennt und bei Gefahr visuell Alarm schlägt.

Startup Teens vergibt höchstdotierten Businessplan-Wettbewerb

Die Erstplatzierten aller sieben Kategorien erhielten jeweils ein Preisgeld von 10.000 Euro. Damit bleibt die Startup Teens Businessplan-Challenge der höchstdotierte Businessplan-Wettbewerb für Schülerinnen und Schüler zwischen 14 und 19 Jahren in Deutschland.

Unterstützt wird Startup Teens unter anderem von Axel Springer SE mit der BILD-Gruppe, Tengelmann, Commerzbank, Armira, Lobbe, UVentures, Kirchhoff-Group, FLIX, Feldhoff & Cie., Kienbaum, bfw tailormade und rehblau Events.

Role Model Awards für Persönlichkeiten aus der Wirtschaft

Neben den Finalistinnen und Finalisten wurden auch 25 Persönlichkeiten aus Wirtschaft und Gesellschaft mit dem Role Model Award 2026 ausgezeichnet. Der Ehrenpreis ging an Verena Pausder, Vorstandsvorsitzende des Bundesverbands Deutsche Startups e.V., für ihr besonderes Engagement.

Zu den ausgezeichneten Persönlichkeiten zählen unter anderem Thomas Bachem (CODE University), Sebastian Borek (High-Tech Gründerfonds), Daniel Khachab (Choco), Irene Klemm (Edurino), Elisabeth L’Orange (Deloitte), Philip Siefer (Einhorn), Vivien Wysocki (saint sass), Chanyu Xu (Her One), Oliver Trinchera (Kinexon), Saruul Krause-Jentsch (Spotify), Michael Mayer-Sonnenburg (REWE) sowie weitere Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft, Technologie und Unternehmertum.

Vorbilder für die nächste Gründergeneration

Mit den Role Model Awards zeichnet Startup Teens jedes Jahr Persönlichkeiten aus, die durch ihren beruflichen Werdegang, ihren unternehmerischen Erfolg und ihren gesellschaftlichen Beitrag als Vorbilder für Schülerinnen und Schüler ab 14 Jahren gelten. Ziel ist es, junge Menschen frühzeitig für Unternehmertum, Innovation und Eigenverantwortung zu begeistern.

Bildcredits STARTUP TEENS

Quelle STARTUP TEENS

HelloTwin präsentiert Digitale Autorität für Unternehmen

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Digitale Autorität von HelloTwin für Unternehmen Elizabeth Morgan und Kay Iversen @ HelloTwin

HelloTwin stellt die Digitale Autorität vor: eine KI, die Ergebnisse verantwortet, nicht nur Aufgaben erledigt

Einer der zehn Finalisten der Snowflake Startup Challenge präsentiert ein semantisches Betriebssystem, das jedem Team im Mittelstand einen verantwortlichen Twin an die Seite stellt: mit klarer Governance, lückenlos nachvollziehbar und ohne Halluzinationen. Ganz ohne eigenes Datenteam.

MENLO PARK, Kalifornien, 24. Juni 2026. Fast jedes Unternehmen will so schnell wie möglich Agenten einsetzen. Doch kaum eines kann eine einfache Frage beantworten: Wenn die Agenten ihre Arbeit erledigt haben, wer steht dann für das Ergebnis gerade? Heute ist HelloTwin gestartet, um genau diese Lücke zu schließen. Das Unternehmen stellt eine Digitale Autorität vor: eine KI, die ein Geschäftsziel übernimmt, auf Grundlage geprüfter Daten entscheidet und am Ende für die Zahl hinter dem Ergebnis einsteht.

Digitale Autorität statt klassischer KI Agenten

Im Kern steht ein zum Patent angemeldeter Compiler. Statt Antworten zu generieren, leitet er sie aus einem ständig aktualisierten Modell des Unternehmens ab. So ist die Digitale Autorität deterministisch und nachvollziehbar. Ihr können selbst geschäftskritische Entscheidungen anvertraut werden.

Unternehmen brauchen Verantwortung für KI Entscheidungen

Das Problem dahinter ist strukturell und betrifft praktisch jede Organisation. Überall entstehen Agenten, die Aufgaben abarbeiten, aber niemand verantwortet, was am Ende herauskommt. In jedem Tool stehen andere Zahlen. Zentrale Geschäftsbegriffe sind von System zu System unterschiedlich definiert. Die Verantwortung bleibt bei den Menschen, diese können aber nicht tausende Agenten im Unternehmen beaufsichtigen.

Semantischer digitaler Zwilling als Grundlage

HelloTwin setzt auf zwei Ebenen an. Die erste ist der semantische digitale Zwilling: ein lebendes, geprüftes Abbild des Unternehmens, das jede Definition, jede Kennzahl und jede Beziehung aus allen eingesetzten Systemen zu einer einzigen verlässlichen Datenbasis zusammenführt.

Darauf läuft die zweite Ebene, die Digitale Autorität: eine verantwortliche KI, die einer konkreten Unternehmensfunktion und einem konkreten Ziel zugeordnet ist. Sie trägt das Mandat, steuert die Agenten und verantwortet das Ergebnis. Ihre Antworten werden gegen das semantische Modell kompiliert, nicht frei generiert – deterministisch, nachvollziehbar und so gebaut, dass Halluzinationen bei wichtigen Entscheidungen ausgeschlossen sind.

„Agenten sind die Hände. Eine Digitale Autorität ist der Kopf“, sagt Kay Iversen, Mitgründer und CEO von HelloTwin. „Sie behält das Ziel im Blick, entscheidet auf Basis geprüfter Daten und führt Menschen wie Agenten innerhalb klar gesteckter Grenzen zum Ergebnis. Das ist die Instanz, an die man tatsächlich delegieren kann. Und genau die hat Unternehmen bislang gefehlt.“

Investoren sehen großes Potenzial

Ywes Israel, Principal bei bmp Ventures, ergänzt: „Wir investieren zum zweiten Mal mit den IBG Fonds in dieses Gründerteam. Alle bauen Agenten. Aber fragen Sie einen nach der Quartalsvorhersage, bekommen Sie fünf verschiedene Zahlen. HelloTwin liefert eine geprüfte Zahl, samt Quellen und Begründung, die auch in einer Vorstandssitzung ein halbes Jahr später noch Bestand hat. Das ist die Infrastruktur, die Agenten erst vertrauenswürdig macht, und fast niemand sonst hat sie.“

KI für Unternehmen ohne eigenes Datenteam

Iversen weiter: „Neunundneunzig Prozent der Unternehmen blieb dieses Fundament bislang verschlossen. Geschäftsontologien gibt es längst, aber nur dort, wo ein Datenteam und eine teure Einführung finanzierbar sind. HelloTwin ist für alle anderen gemacht. Eine Digitale Autorität ist in wenigen Minuten einsatzbereit und verbindet sich mit den Systemen, die ein Unternehmen ohnehin nutzt.“

Finalist der Snowflake Startup Challenge 2026

HelloTwin ist Teil des Snowflake Startup Accelerator Programms und gehört zu den zehn Finalisten 2026, die aus mehr als 1.000 Einreichungen der Snowflake Startup Challenge ausgewählt wurden.

Bild: Elizabeth P Morgan und Kay Iversen Bildcredits HelloTwin

Quelle bmp Ventures AG

ARX Industries startet Serienfertigung moderner UGV-Systeme für Europa und die Ukraine

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ARX Industries startet die industrielle Serienfertigung des UGV Rys Pro. Das Joint Venture von ARX Robotics und Roboneers stärkt Europas Verteidigung. Die Vereinbarung wurde auf der Ukraine Recovery Conference in Danzig im Beisein des stellvertretenden ukrainischen Verteidigungsminister Serhiy Boyev sowie von Ihor Fedirko, CEO des Ukrainian Council of Defence Industry, unterzeichnet.

Key Takeaways

  • ARX Industries ist ein Joint Venture von ARX Robotics und Roboneers zur industrialisierten Fertigung unbemannter Bodenfahrzeuge (UGV).
  • Das Unternehmen bündelt die Expertise beider Firmen und plant die Produktion des UGV-Systems Rys Pro in Deutschland und der Ukraine.
  • Ziel ist es, die ukrainischen Streitkräfte bis 2026 mit 50.000 UGVs auszustatten und die europäische Verteidigungsindustrie zu stärken.
  • Die Partnerschaft wird von den Regierungen der Ukraine und Deutschlands unterstützt und beschleunigt die Bereitstellung einsatzerprobter UGV-Systeme.
  • Operative Erkenntnisse fließen kontinuierlich in die Produktion ein, um die Effizienz und Reaktionsfähigkeit zu verbessern.

ARX Industries ist das neue Joint Venture von ARX Robotics und Roboneers und soll die industrielle Serienfertigung moderner unbemannter Bodenfahrzeuge (UGV) vorantreiben. Mit Produktionsstandorten in Deutschland und der Ukraine will das Unternehmen den steigenden Bedarf an softwaredefinierten Bodensystemen decken und gleichzeitig die europäische Verteidigungsindustrie stärken.

Die Vereinbarung wurde auf der Ukraine Recovery Conference in Danzig im Beisein des stellvertretenden ukrainischen Verteidigungsminister Serhiy Boyev sowie von Ihor Fedirko, CEO des Ukrainian Council of Defence Industry, unterzeichnet.

ARX Industries bündelt Entwicklung und industrielle Fertigung von UGV-Systemen

ARX Robotics und Roboneers haben heute die Gründung von ARX Industries bekannt gegeben, einem Joint Venture zur industriellen Serienfertigung unbemannter Bodenfahrzeuge (UGV). Das Unternehmen wird das UGV-System Rys Pro in großem Maßstab produzieren und dadurch den ukrainischen Streitkräften softwaredefinierte Fähigkeiten im Bereich unbemannter Bodensysteme bereitstellen.

Das Joint Venture bündelt die Expertise beider Unternehmen in der Entwicklung, industriellen Fertigung und dem operativen Einsatz von UGVs. Ziel ist es, die schnell wachsende Nachfrage nach unbemannten Bodensystemen auf dem modernen Gefechtsfeld zu bedienen und einen direkten Beitrag zum ukrainischen Vorhaben zu leisten, die Streitkräfte bis 2026 mit 50.000 UGVs auszustatten.

Der Rys Pro wird künftig in Deutschland und der Ukraine produziert

ARX Industries wird den Rys Pro an Standorten in Deutschland und der Ukraine produzieren und so industrielle Skalierbarkeit mit der Nähe zum Einsatzgeschehen vereinen. Bereits im ersten Betriebsjahr ist die Produktion von mehreren Tausend Systemen geplant. In den Folgejahren soll die jährliche Kapazität schrittweise auf einen fünfstelligen Bereich ausgebaut werden.

ARX Industries übernimmt dabei Fertigung, Instandhaltung und operative Unterstützung der Systeme und schafft damit eine langfristige industrielle Basis für souveräne UGV-Fähigkeiten in Europa. Das Joint Venture ist ein wichtiger Baustein für den Ausbau der europäischen Verteidigungsindustrie und stärkt die Fähigkeit europäischer Partner, kritische unbemannte Bodensysteme in großem Maßstab zu entwickeln, zu produzieren und einsatzbereit zu halten.

ARX Industries stärkt Europas Verteidigungsindustrie mit moderner Robotik

Die Kooperation wird von der ukrainischen und der deutschen Regierung unterstützt und unterstreicht die strategische Bedeutung des Vorhabens für die europäische Verteidigungssouveränität. Im Rahmen der Initiative „Build with Ukraine“ beschleunigt die Partnerschaft die Bereitstellung einsatzerprobter UGV-Systeme für die ukrainischen Streitkräfte und stärkt zugleich die europäische Verteidigungsfähigkeit.

Die Systeme kommen in missionskritischen Szenarien zum Einsatz, darunter Verwundetenevakuierung, Frontlogistik, Minenlege-, Minenräum- sowie Kampfunterstützungsmissionen. Operative Erkenntnisse aus dem Fronteinsatz fließen dabei kontinuierlich in die Produktion ein. Jede neue Fertigungscharge basiert auf den neuesten Erfahrungen aus dem Einsatzgeschehen – ein direkter Rückkopplungsprozess zwischen Einsatzraum und Produktion und ein wesentlicher Baustein der Zusammenarbeit.

Maximilian Wied, Mitgründer und CFO von ARX Robotics, erklärt:

„Jede Woche ohne die richtige Ausrüstung kostet Menschenleben auf dem Gefechtsfeld. ARX Industries ist unsere gemeinsame Antwort auf diese Dringlichkeit. Eine Produktionsplattform, die darauf ausgelegt ist, einsatzerprobte UGV-Systeme schneller und in einem Umfang bereitzustellen, der einen spürbaren Unterschied im Einsatz macht.“

Anton Skrypnyk, Executive Chairman von Roboneers, sagt:

„Die Ukraine hat gezeigt, dass Robotik auf dem Gefechtsfeld den Unterschied macht. Mit ARX Industries bringen ARX Robotics und Roboneers diese Fähigkeiten nun in den industriellen Maßstab und liefern einsatzerprobte UGV-Systeme schneller als je zuvor an die ukrainischen Streitkräfte. So wird ‚Build with Ukraine‘ in der Praxis umgesetzt.“

Foto/Quelle: ARX Robotics

Nordwærme bringt energieeffiziente Raumkühlung per Fußbodenheizung

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Fußbodenheizung von Nordwærme für Raumkühlung

Raumkühlung mit staatlicher Förderung – Startup mit cleverem Trick

Fußbodenheizung im Sommer?! Wie Flächenkühlung der Hitzewelle ein Schnippchen schlägt

Klimaanlagen gelten als teure und umweltschädliche Energiefresser. Das Startup Nordwærme Fußbodenheizungen denkt die Kühlung neu und schafft so die Möglichkeit für eine energieeffiziente, angenehme Raumkühlung – und das sogar mit staatlicher Förderung.

Fußbodenheizung sorgt auch im Sommer für angenehme Raumkühlung

Das Grundprinzip ist einfach: Moderne Wärmepumpen lassen sich flexibel und ressourcenschonend vom Heizmodus in den Kühlbetrieb umschalten. In Verbindung mit einer nachgerüsteten Fußbodenheizung von Nordwærme entstehen so angenehm temperierte Wohnräume – ohne teure Klimageräte, störendes Surren oder eiskalte Zugluft.

„Wir nutzen die Fußbodenheizung somit konsequent über das ganze Jahr hinweg – im Sommer zur Kühlung und im Winter als Wärmespender“, erläutert Sönke Löser, Mitgründer von Nordwaerme.de. „Besonders freut uns, dass wir unsere Lösung auch bei bestehenden Immobilien in kurzer Zeit nachrüsten können.“

Flächenkühlung ohne kalte Füße

Sorgen um Unterkühlung braucht dabei niemand zu haben. Da die Fußbodenheizung auf großer Fläche arbeitet, erreicht sie bereits mit minimaler Kühlung eine starke Wirkung auf den Raum. Der Boden entzieht der Raumluft langsam und gleichmäßig die stehende Hitze, ohne dass unterkühlte Füße zu befürchten sind.

Nachrüstung in wenigen Wochen abgeschlossen

Für die Nachrüstung wird zunächst der alte Bodenbelag entfernt. Anschließend fräst Nordwærme die Kanäle direkt in den Untergrund. Nach dem Verschließen der Kanäle und dem Verlegen eines neuen Bodenbelags gewinnen die Räume auch optisch.

Die Installation erfolgt in drei Schritten: Nach dem Entfernen des alten Bodenbelags fräst Nordwærme die Kanäle für die neue Fußbodenheizung direkt in den Estrich. Anschließend werden die Rohre verlegt und die Kanäle wieder verschlossen. Zum Abschluss übernimmt ein Bodenleger den neuen Bodenbelag.

Die Kosten für die Fußbodenheizung liegen – abhängig von Raumgröße und Boden – meist zwischen 3.000 und 5.000 Euro. Die Arbeiten des Bodenlegers kommen zusätzlich hinzu. Nach zwei bis drei Wochen ist das Projekt abgeschlossen und das Gebäude für die kommende Kühl- und Heizsaison gerüstet.

Energieeffizient heizen und staatliche Förderung nutzen

„Der Clou ist, dass der Betrieb im Winter spürbar sparsamer ist“, ergänzt Sönke Löser. „Im Gegensatz zu klassischen Heizkörpern arbeitet die Fußbodenheizung deutlich effizienter. Das sorgt für eine gemütliche Wärme bei wesentlich geringerem Energieeinsatz.“

Da die Sanierung die energetische Bilanz eines Hauses verbessert, profitieren Eigentümer häufig von staatlichen Zuschüssen. Bei Einzelmaßnahmen werden in der Regel 20 Prozent der Kosten übernommen. Wird das System im Rahmen einer umfassenden energetischen Modernisierung zusammen mit einer neuen Wärmepumpe installiert, sind sogar Förderquoten von mehr als 50 Prozent möglich.

Wer bereits eine moderne Wärmepumpe nutzt, benötigt häufig nur noch das effiziente Verteilersystem unter dem Boden, um die Kühlfunktion zu aktivieren. Nordwærme spezialisiert sich dabei auf das fachgerechte Einfräsen der Bodenkanäle.

Soll zusätzlich eine neue Wärmepumpe installiert werden, stellt das Unternehmen gerne den Kontakt zu spezialisierten Fachbetrieben aus der jeweiligen Region her.

Kurz-FAQ zur Fußbodenkühlung

Geht das nicht auch mit klassischen Heizkörpern?

Nein. Herkömmliche Heizkörper besitzen eine zu kleine Oberfläche für eine effektive Raumkühlung. Zudem würde an den kalten Metallflächen Luftfeuchtigkeit kondensieren und Schäden verursachen. Die Fußbodenheizung nutzt dagegen ihre große Fläche und benötigt lediglich eine Wassertemperatur von etwa 18 bis 20 Grad, um Räume sanft und kondensatfrei zu kühlen.

Bekomme ich dabei nicht zu kalte Füße?

Nein. Es handelt sich um eine angenehme Flächenkühlung. Der Boden entzieht dem Raum lediglich die stehende Hitze. Das Raumgefühl ähnelt dem Aufenthalt in einer angenehm kühlen Kirche – ganz ohne Zugluft oder den typischen Erkältungseffekt klassischer Klimaanlagen.

Welche Leistungen sind bei Nordwærme inklusive?

Nordwærme konzentriert sich auf das Einfräsen der Kanäle in den Estrich, das Verlegen der Heizrohre sowie das Verschließen mit einem Zwei-Komponenten-System. Folgearbeiten wie Nivellierung, neuer Bodenbelag und der Anschluss an das Heizungssystem werden von regionalen Fachbetrieben übernommen.

Bildcredits Nordwærme

Quelle Nordwærme – Fußbodenheizung

PapierNest: Was steckt hinter dem Wachstumskurs des Unternehmens?

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PapierNest: Handel und Karten neu gedacht Burkhard Schepermann und Constantin von Braun CO-GRÜNDER UND GESCHÄFTSFÜHRER von PapierNest Copyright PapierNest

PapierNest entwickelt Konzepte für den Handel und zeigt, warum Karten weit mehr als Produkte sind und welche Rolle sie für moderne Sortimente spielen

Wie ist PapierNest entstanden und wer sind die Menschen hinter dem Unternehmen?

Burkhard Schepermann: Constantin und ich haben 2009 angefangen, mit dem Goldbek Verlag, in einem Markt, den alle für gesättigt hielten. Wir haben das anders gesehen. Uns hat von Anfang an angetrieben, dass eine Karte Emotionen und Wertschätzung transportiert, an die keine WhatsApp, E-Mail oder SMS je herankommt. Und wir waren überzeugt, dass der Markt das noch viel zu wenig einlöste. Das Design und die Konzepte hatten sich seit Jahren kaum bewegt. Das war für uns eine Einladung, keine Abschreckung. Außerdem haben wir den Anspruch kein weiterer Verlag zu sein, sondern ein System zu bauen, das dem Handel Komplexität abnimmt und die Kategorie strukturell verbessert.

2022 haben wir dann den Schweizer Verlag ABC übernommen, einen der traditionsreichsten Grußkartenverlage überhaupt, über 120 Jahre alt. Daraus ist PapierNest geworden. Constantin und ich führen das Unternehmen heute gemeinsam, mit rund 140 Kolleginnen und Kollegen in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Welche Idee stand am Anfang von PapierNest und wie hat sie sich bis heute weiterentwickelt?

Constantin von Braun: Die ursprüngliche Idee war eigentlich simpel: Grußkarten machen, die wirklich gut sind. Nicht beliebig, nicht Massenware, sondern Karten, die jemand gerne in die Hand nimmt, die man aufhebt, weil sie einem etwas bedeuten. Diese Überzeugung hat sich nicht verändert. Was sich verändert hat, ist der Maßstab. Wir denken heute nicht mehr nur in einzelnen Produkten, sondern in ganzen Sortimenten, Flächen, Handelspartnerschaften. Aus einem kleinen Hamburger Verlag ist eine Plattform geworden, die jährlich rund 25 Millionen Karten in fünf Sprachen entwickelt, produziert und vertreibt. Aber der Kern ist derselbe geblieben: Karten, die etwas bedeuten.

Was treibt euch an, den stationären Handel mit euren Konzepten neu zu denken?

Constantin von Braun: Der Handel kämpft. Flächen müssen sich rechnen, Sortimente müssen funktionieren, und der Aufwand für Einkauf und Warenpflege soll trotzdem überschaubar bleiben. Wenn ich sehe, wie viel Energie Händler in die Koordination vieler verschiedener Lieferanten stecken, da ist klar, dass das nicht die beste Nutzung ihrer Zeit ist. Wir wollen diese Komplexität abnehmen. Nicht als netter Zusatzservice, sondern als zentrales Versprechen: Ihr bekommt alles, was ihr im Kartensegment braucht, aus einer Hand, abgestimmt, sortiert, gut präsentiert.

Welche Vision verfolgt PapierNest für die Zukunft von Papeterie und Geschenkartikeln im Handel?

Constantin von Braun: Die Schweiz zeigt, wo die Reise hingeht. Dort sind wir bereits Marktführer, weil wir dort unseren Plattform Gedanken bereits konsequenter umsetzen können. Händler setzen auf uns, weil sie wissen: Wir liefern nicht einfach Karten. Wir denken mit. Wir übernehmen Verantwortung für die Fläche, für das Warenbild, für die Verfügbarkeit. Genau das wollen wir jetzt auch in Deutschland implementieren.

Wer gehört zu eurer zentralen Zielgruppe und wie unterstützt ihr Händler konkret im Alltag?

Burkhard Schepermann: Unser Herzstück ist der Facheinzelhandel, Papeterien, Buchhandlungen, Geschenkeläden. Dort liegt unsere Leidenschaft. Aber wir arbeiten natürlich auch mit größeren Ketten. Was uns unterscheidet: Wir kommen mit echtem Sortimentswissen in den Laden. Rund 65 Kolleginnen und Kollegen im Außendienst beraten Händler vor Ort, nicht nur bei der Bestellung, sondern beim Aufbau des gesamten Kartenbereichs. Parallel gibt es unseren B2B-Shop auf b2b.papiernest.de, über den Händler auch eigenständig und digital bestellen können. Beides zusammen: persönliche Betreuung und digitale Flexibilität.

Wie schafft ihr es, aus einzelnen Produkten emotionale und gleichzeitig wirtschaftlich erfolgreiche Sortimente zu entwickeln?

Burkhard Schepermann: Das klingt nach einem Widerspruch, ist es aber nicht. Eine Karte, die jemand berührt, die jemand wirklich verschenken will, die verkauft sich auch. Das Geheimnis ist, beides von Anfang an mitzudenken: Was erzählt diese Karte? Und wie verhält sie sich auf der Fläche neben den anderen? Wir haben klare Innovationszyklen, definierte Kriterien, konsequente Qualitätskontrolle. Und wir bringen jedes Jahr Hunderte von Neuheiten heraus, nicht um Regale zu füllen, sondern weil der Handel Rotation braucht und Kunden immer wieder etwas Neues entdecken wollen.

Was unterscheidet PapierNest von klassischen Lieferanten im Papeterie-Bereich?

Constantin von Braun: Ein klassischer Lieferant liefert. Wir denken an die Fläche. Das klingt wie ein Marketingsatz, aber dahinter steckt eine echte Haltung: Wir übernehmen Verantwortung dafür, dass das Sortiment auf der Verkaufsfläche funktioniert, als Gesamtbild, nicht als Ansammlung von Einzelartikeln. Welche Karten stehen nebeneinander? Wie führt die Präsentation den Kunden? Wann braucht ein Sortiment Rotation? Das denken wir mit. Das ist der Unterschied.

Welche Herausforderungen begegnen euch bei der Zusammenarbeit mit dem stationären Handel und wie geht ihr damit um?

Burkhard Schepermann: Händler haben wenig Zeit und viel auf dem Tisch. Unser Angebot muss also sofort einleuchten, es darf keine lange Erklärung brauchen. Was hilft: dass wir in der Schweiz beweisen können, wie das Modell in der Praxis funktioniert. Marktführerschaft ist ein gutes Argument. Und unsere Außendienstkolleginnen und -kollegen sind echte Grußkarten-Profis, keine Vertreter, die einen Katalog durchblättern, sondern Berater, die mitdenken.

Wie wichtig ist die Präsentation am Point of Sale für euren Erfolg und wie setzt ihr diese um?

Constantin von Braun: Entscheidend. Karten sind oft ein Impulskauf, wer nicht hinschaut, kauft nicht. Und wer hinschaut, aber kein klares Bild sieht, geht weiter. Deshalb ist für uns Präsentation kein Thema, das nach der Produktentwicklung kommt, es fängt schon dabei an. Welche Formate passen zusammen? Welche Serien ergänzen sich? Wie entsteht auf der Fläche ein Warenbild, das anzieht? Das alles bringt unser Außendienst mit, zusammen mit den passenden Aufstelllösungen für Wand und Drehsäule.

Welche Rolle spielt die Plattform papiernest-partner.de in eurem Geschäftsmodell?

Burkhard Schepermann: Es ist unser digitaler Kanal zum Handel und ein wichtiger Baustein unserer Plattform-Idee. Händler können dort ihr Sortiment selbst zusammenstellen, einzelne Motive oder komplette Lösungen bestellen, bequem und flexibel, auch außerhalb der Geschäftszeiten. Für uns ist der B2B-Shop kein Ersatz für den persönlichen Außendienst, sondern eine Ergänzung. Wer lieber selbst steuert, kann das. Wer Beratung möchte, bekommt sie. Beides zusammen macht die Partnerschaft mit PapierNest einfach in der Praxis.

Welche nächsten Schritte und Entwicklungen plant PapierNest für die kommenden Jahre?

Constantin von Braun: Wir bauen die Plattform weiter aus, mehr Marken, mehr Kooperationen, mehr Sortimentskompetenz für den deutschen Markt. Das Ziel ist klar: dasselbe erreichen wie in der Schweiz. Die Übernahme des Pictura-Vertriebs in Deutschland Anfang 2026 war ein erster sichtbarer Schritt, weitere werden folgen. Parallel bringen wir jedes Jahr Hunderte von Neuheiten auf den Markt und setzen von Zeit zu Zeit größere Impulse, die über einzelne Produkte hinausgehen. Der Anspruch bleibt dabei immer derselbe: wirtschaftliche Wirkung für den Handel und echte emotionale Relevanz für die Menschen, die unsere Karten verschenken.

Welche drei Ratschläge würdet ihr Gründerinnen und Gründern mitgeben, die im Handelsumfeld ein Unternehmen aufbauen möchten?

Burkhard Schepermann: Erstens: Versteht den Handel, bevor ihr ihm etwas verkauft. Wer nicht weiß, wie eine Fläche funktioniert, wie Rotation gedacht wird, wie Einkaufsentscheidungen fallen, der hat es schwer. Das ist kein Wissen, das man aus Büchern holt. Man muss rein in den Laden.

Constantin von Braun: Zweitens: Partnerschaft schlägt Transaktion. Wer nur liefert, ist irgendwann ersetzbar. Wer mitdenkt, berät und Verantwortung übernimmt, wird zum Partner. Das klingt weich, hat aber sehr konkrete Auswirkungen auf Loyalität, Wiederkauf und Weiterempfehlung.

Burkhard Schepermann: Drittens: Habt Geduld mit der Vision, aber keine Geduld mit der Umsetzung. Gute Ideen brauchen Zeit, um im Markt anzukommen. Aber wer wartet, bis alles perfekt ist, wartet zu lange. Anfangen, lernen, anpassen, das ist der einzige Weg.

Bild Burkhard Schepermann und Constantin von Braun CO-GRÜNDER UND GESCHÄFTSFÜHRER von PapierNest Copyright PapierNest

Wir bedanken uns bei Burkhard Schepermann und Constantin von Braun für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Ausbildung.de im Interview: Wohin entwickelt sich der AzubiTech Markt?

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Ausbildung.de analysiert die Entwicklung des AzubiTech Marktes und zeigt, warum Berufsorientierung zunehmend datengetrieben wird. Im Interview geht es um KI, Matching und die Zukunft der Fachkräftesicherung. Felix von Zittwitz

Ausbildung.de analysiert den AzubiTech Markt und zeigt, wie Berufsorientierung datengetrieben wird

Wie hat sich Ausbildung.de von einer Plattform für Berufsorientierung zu einem Unternehmen entwickelt, das den AzubiTech Markt systematisch analysiert und begleitet?

Ausbildung.de ist ursprünglich mit einer sehr einfachen Frage gestartet: Wie helfen wir jungen Menschen dabei, den passenden Berufseinstieg zu finden? Je länger wir im Markt arbeiten, desto deutlicher wurde allerdings, dass Berufsorientierung und Recruiting nur die sichtbare Oberfläche sind. Hinter den Herausforderungen des Ausbildungsmarktes entsteht seit Jahren ein eigenes Technologie Ökosystem. Unternehmen suchen nach Lösungen für Recruiting, Employer Branding, Berufsorientierung, Ausbildungsmanagement, Lernerfolg oder Retention. Gleichzeitig entstehen immer mehr spezialisierte Anbieter, die genau diese Probleme adressieren.

Durch unsere Marktposition sehen wir diese Entwicklungen sehr früh. Wir arbeiten mit tausenden Unternehmen zusammen, begleiten jährlich Millionen junge Menschen bei der Berufsorientierung und verfügen über umfangreiche Markt und Nutzungsdaten. Daraus entstand der Wunsch, diesen Markt systematisch zu erfassen und sichtbar zu machen.

Die AzubiTech Landscape ist unser Ansatz, eine Branche zu kartografieren, die es vor wenigen Jahren in dieser Form noch gar nicht gab.

Wer steckt hinter Ausbildung.de, und welche Erfahrungen helfen Ihnen dabei, die Entwicklungen im Ausbildungsmarkt einzuordnen?

Ausbildung.de ist Deutschlands führender Marktplatz für Berufsorientierung und den digitalen Berufseinstieg. Jedes Jahr nutzen mehrere Millionen junge Menschen unsere Angebote, um Berufe kennenzulernen, Orientierung zu finden und passende Ausbildungsplätze zu entdecken.

Gleichzeitig arbeiten wir mit mehreren tausend Unternehmen zusammen vom Mittelstand bis zum Großkonzern. Dadurch sehen wir beide Seiten des Marktes: die Perspektive junger Menschen und die Herausforderungen der Arbeitgeber.

Besonders wertvoll sind dabei die Daten und Einblicke aus unserem Azubi.Report, unseren Plattformdaten und unseren Produktentwicklungen. Dadurch können wir Entwicklungen häufig beobachten, bevor sie sich in offiziellen Statistiken oder Studien zeigen.

Warum entsteht aus Ihrer Sicht gerade jetzt ein eigenständiger AzubiTech Markt, und welche Faktoren treiben diese Entwicklung besonders stark an?

Aus meiner Sicht treffen aktuell drei große Entwicklungen aufeinander.

Erstens die Demografie. Bis 2030 verlassen rund 6,5 Millionen Menschen den Arbeitsmarkt. Gleichzeitig bleiben schon heute jedes Jahr rund 54.000 Ausbildungsplätze unbesetzt.

Zweitens verändert sich das Verhalten junger Menschen. Berufsorientierung findet zunehmend digital statt. Erwartungen an Transparenz, Geschwindigkeit und Individualisierung steigen.

Und drittens wird Technologie leistungsfähiger. KI und Datenanalyse ermöglichen heute Lösungen, die vor wenigen Jahren technisch oder wirtschaftlich kaum denkbar gewesen wären.

Dadurch entsteht ein eigenständiger, hoch dynamischer Markt. Denn Unternehmen können es sich immer weniger leisten, Ausbildung als rein administrisches HR Thema zu betrachten. Ausbildung wird zunehmend zu einer strategischen Frage der Fachkräftesicherung.

Mit Ihrer Marktübersicht dokumentieren Sie ein starkes Wachstum in mehreren Bereichen. Welche Entwicklung hat Sie persönlich am meisten überrascht?

Am meisten überrascht hat mich, wie schnell sich rund um Ausbildung ein eigenständiges Technologie Ökosystem entwickelt hat. Als wir 2023 die erste AzubiTech Landscape veröffentlicht haben, wollten wir vor allem sichtbar machen, welche Anbieter und Lösungen es in diesem Markt überhaupt gibt. Heute sehen wir ein ganz anderes Bild: Im Recruiting Bereich ist die Zahl der Anbieter von 43 auf 94 gestiegen. Employer Branding hat sich von 17 auf 43 Player mehr als verdoppelt. Auch die Bereiche Retention (20 → 39) und Administration (11 → 18) wachsen deutlich.

Das Spannende daran ist aber nicht nur das Wachstum selbst, sondern die Richtung. Es entstehen zunehmend Lösungen für Matching, Passung, Ausbildungsmarketing, Lernbegleitung oder die Vermeidung von Ausbildungsabbrüchen. Daran lässt sich eine größere Entwicklung ablesen: Ausbildung wird zu einem Technologie und Datenmarkt. Besonders sichtbar wird das im Recruiting. Die dominante Frage lautet immer seltener: „Wie erreiche ich möglichst viele Bewerber?“ Sondern: „Wie erreiche ich die richtigen?“ Deshalb sehen wir immer mehr Lösungen, die Bewerberqualität, Cultural Fit, Conversion oder Berufsorientierung optimieren. Der Markt verschiebt sich von Quantität zu Qualität und genau das halte ich für die spannendste Entwicklung der letzten Jahre.

Recruiting bewegt sich folglich zunehmend weg von reiner Reichweite hin zu Passungslogiken. Welche Auswirkungen hat dieser Wandel auf Unternehmen und Bewerber?

Passung wird zum zentralen Erfolgsfaktor. Wir sprechen über unbesetzte Ausbildungsplätze. Gleichzeitig werden etwa 25 Prozent aller Ausbildungsverhältnisse vorzeitig gelöst. Beides sind unterschiedliche Ausprägungen desselben Problems: fehlende Passung.

Lange Zeit war die vorherrschende Logik im Recruiting: möglichst viele Menschen erreichen und möglichst viele Bewerbungen generieren. Das funktioniert in einem Markt mit knappen Talenten immer schlechter. Denn eine unbesetzte Stelle hilft Unternehmen nicht weiter. Eine besetzte Stelle, die nach wenigen Monaten wieder frei wird, allerdings auch nicht.

Deshalb verschiebt sich der Fokus zunehmend auf die Frage, wie bessere Entscheidungen entstehen können auf beiden Seiten. Für Unternehmen bedeutet das, realistischer zu zeigen, was ein Beruf tatsächlich beinhaltet. Für junge Menschen bedeutet es, ihre Interessen, Erwartungen und Fähigkeiten besser mit konkreten Berufsbildern abzugleichen.

Passung entsteht dabei nicht erst im Bewerbungsgespräch. Sie entsteht deutlich früher: durch Berufsorientierung, Praktika, Gespräche, Einblicke in den Arbeitsalltag und ein realistisches Erwartungsmanagement. Reichweite schafft Aufmerksamkeit. Passung schafft nachhaltige Ausbildungserfolge. Und angesichts der demografischen Entwicklung können wir es uns schlicht nicht leisten, Talente durch Fehlentscheidungen, Ausbildungsabbrüche oder schlechte Erwartungen zu verlieren.

Welche Rolle spielen Daten, KI und Plattformlogiken künftig bei der Berufsorientierung und der Suche nach passenden Ausbildungsplätzen?

Eine sehr große. Früher begann Berufsorientierung oft im Berufsinformationszentrum, in der Schule oder bei Google. Heute startet sie immer häufiger mit Fragen innerhalb eines Prompts. KI Systeme beantworten diese Fragen nicht nur. Sie strukturieren Möglichkeiten. Sie priorisieren Optionen und beeinflussen damit, welche Berufe und Unternehmen überhaupt sichtbar werden. Das macht Daten und Plattformlogiken zu einem relevanten Faktor für die Verteilung von Talenten im Arbeitsmarkt.

Gleichzeitig eröffnet KI enorme Chancen. Sie kann Orientierung personalisieren, Überforderung reduzieren und Jugendlichen helfen, Möglichkeiten zu entdecken, die sie sonst nie in Betracht gezogen hätten. Entscheidend wird sein, dass diese Systeme nicht nur Wahrscheinlichkeiten ausspielen, sondern echte Passung fördern.

Ausbildungsmarketing wird immer digitaler. Wie verändert dieser Trend die Anforderungen an Unternehmen, die junge Talente gewinnen möchten?

Unternehmen konkurrieren heute nicht mehr nur um Aufmerksamkeit, sondern um Relevanz.

Junge Menschen bewegen sich selbstverständlich auf TikTok, Instagram, YouTube oder zunehmend auch in KI gestützten Umgebungen. Dort gelten andere Regeln als auf klassischen Karriereseiten. Authentizität wird wichtiger als Hochglanz. Konkrete Einblicke wichtiger als Claims. Alltag wichtiger als Image.

Parallel verändert sich die Logik von Sichtbarkeit. Früher ging es vor allem darum, für bestimmte Keywords gefunden zu werden oder möglichst viel Reichweite aufzubauen. Wer heute ChatGPT fragt: „Welche Ausbildung passt zu mir?“, bekommt keine Liste von Stellenanzeigen, sondern eine Auswahl an Berufen, Optionen und Empfehlungen. Damit verschiebt sich der Wettbewerb. Unternehmen konkurrieren nicht mehr nur um Klicks, sondern um Relevanz in den Systemen, die Berufsentscheidungen vorstrukturieren.

Das hat direkte Auswirkungen auf Ausbildungsmarketing. Arbeitgeber müssen ihre Ausbildungsangebote so beschreiben, dass sie für Menschen verständlich und für KI Systeme interpretierbar werden. Konkrete Aufgaben, Entwicklungsmöglichkeiten, Arbeitsalltag, Perspektiven und Rahmenbedingungen gewinnen an Bedeutung.

Kurz gesagt: Ausbildungsmarketing entwickelt sich von der Frage „Wie werden wir gesehen?“ zur Frage „Wie werden wir verstanden?“. Und das ist ein fundamentaler Unterschied.

Ausbildung.de beobachtet auch den Bereich Retention sehr genau. Warum werden Themen wie Motivation, Lernerfolg und Ausbildungsabbrüche zunehmend datengetrieben betrachtet?

Weil Unternehmen erkennen, dass die eigentliche Herausforderung nicht mit der Einstellung endet. Wenn rund ein Viertel aller Ausbildungsverhältnisse vorzeitig gelöst werden, stehen dahinter hohe Kosten, verlorene Zeit und fehlende Fachkräfte. Deshalb verschiebt sich der Fokus zunehmend von der Frage „Wie gewinnen wir Azubis?“ hin zu „Wie halten wir sie erfolgreich in Ausbildung?“ Themen wie Motivation, Lernerfolg, Betreuung oder Ausbildungsqualität werden dadurch messbarer und strategischer. Retention entwickelt sich vom HR Nebenthema zu einem eigenständigen Marktsegment.

Welche Herausforderungen sehen Sie aktuell für Unternehmen bei der Fachkräftesicherung, und wie können technologische Lösungen dabei helfen?

Die größte Herausforderung besteht aus meiner Sicht darin, dass viele Unternehmen Fachkräftesicherung noch immer ausschließlich als Recruiting Thema betrachten. Tatsächlich beginnt sie deutlich früher und endet deutlich später.

Sie beginnt bei der Frage, wie junge Menschen überhaupt auf Berufe aufmerksam werden. Sie setzt sich fort in der Berufsorientierung, im Recruiting, im Onboarding und schließlich in der Ausbildung selbst.

Genau deshalb sehen wir aktuell die Entstehung eines so breiten AzubiTech Marktes. Die verschiedenen Segmente adressieren letztlich unterschiedliche Stellen derselben Wertschöpfungskette: Employer Branding schafft Sichtbarkeit. Recruiting Lösungen verbessern Matching und Conversion. Retention Lösungen unterstützen Motivation, Lernerfolg und Ausbildungsqualität. Administrative Lösungen reduzieren Komplexität im Alltag.

Die eigentliche Herausforderung liegt darin, diese Schritte nicht isoliert zu betrachten. Denn eine unbesetzte Stelle, eine Fehlentscheidung bei der Berufswahl oder ein Ausbildungsabbruch haben am Ende denselben Effekt: Es fehlt eine Fachkraft.

Technologie kann dabei helfen, diese Kette besser zu verbinden. Sie schafft Transparenz über Daten, unterstützt Orientierung, verbessert Entscheidungen und macht Probleme früher sichtbar. Der entscheidende Punkt ist aber: Technologie ersetzt keine Fachkräftestrategie. Sie macht gute Strategien wirksamer.

Die Unternehmen, die in den kommenden Jahren erfolgreich sein werden, betrachten Ausbildung deshalb nicht mehr als einzelne Recruiting Maßnahme, sondern als integrierten Prozess von Orientierung, Gewinnung, Entwicklung und Bindung.

Was unterscheidet Ausbildung.de von anderen Akteuren, die sich mit Ausbildung, Recruiting oder Employer Branding beschäftigen?

Wir betrachten Ausbildung als Zukunftsfrage für junge Menschen, für Unternehmen und für den Wirtschaftsstandort insgesamt. Uns interessiert die Frage, wie junge Menschen und Unternehmen überhaupt zueinanderfinden und warum das trotz tausender offener Stellen oft nicht gelingt.

Deshalb verstehen wir Ausbildung.de heute nicht mehr nur als Plattform oder Jobbörse. Wir entwickeln uns zunehmend zu einer KI gestützten Guidance und Matching Infrastruktur für den Ausbildungsmarkt. Unser Ziel ist es, Orientierung, Entscheidung und Matching besser zu machen. Ein Beispiel dafür ist Abby, unsere KI gestützte Berufsorientierung, die junge Menschen von einer ersten unscharfen Frage bis zu konkreten Berufsbildern und passenden Ausbildungsplätzen begleitet.

Wenn Sie auf die kommenden Jahre blicken: Welche Entwicklungen werden den AzubiTech Markt besonders prägen?

KI wird eine immer wichtigere Rolle in der Berufsorientierung spielen und für viele junge Menschen zu einem selbstverständlichen Sparringspartner werden. Die Frage wird dabei sein, wie gut KI die Orientierung und Passung tatsächlich verbessern kann.

Ferner wird datengetriebenes Matching wichtiger werden als reine Reichweite. Wir beobachten schon heute, dass sich Recruiting von einer Reichweitenlogik hin zu einer Passungslogik entwickelt. Unternehmen merken zunehmend, dass mehr Bewerbungen nicht automatisch bessere Ergebnisse bedeuten. Im Fokus steht, die richtigen Menschen mit den richtigen Berufen und Unternehmen zusammenzubringen. Der Schlüssel dazu sind Daten.

Parallel dazu gewinnt Retention massiv an Bedeutung. In einer wirtschaftlichen Situation, in der Talente knapp sind, können wir uns Ausbildungsabbrüche nicht leisten. Vor allem Erwartungsmanagement wird zunehmend zu einer strategischen Steuerungsgröße.

Insgesamt spricht vieles dafür, dass Ausbildung in den kommenden Jahren noch stärker zu einem Technologie und Datenmarkt wird. Die Unternehmen, die Orientierung, Matching und Ausbildungserfolg systematisch verstehen und datenbasiert steuern, werden einen deutlichen Vorteil haben.

Welche drei Ratschläge würden Sie Gründern geben, die mit innovativen Lösungen den Ausbildungsmarkt verändern möchten?

Erstens: Nicht von Technologie ausgehen, sondern vom Problem. Der Markt braucht keine KI um der KI willen.

Zweitens: Passung schlägt Reichweite. Viele Probleme entstehen nicht durch fehlende Sichtbarkeit, sondern durch schlechte Entscheidungen.

Drittens: Junge Menschen ernst nehmen. Wer Ausbildung verändern will, muss verstehen, wie Jugendliche denken, suchen und Entscheidungen treffen. Technologie ist dabei nur das Werkzeug.

Bildcredits Ausbildung.de

Wir bedanken uns bei Felix von Zittwitz für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Was steckt hinter dem Wachstum von anny und der Rolle von KI im Buchungsalltag?

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anny: Buchungen und Ressourcen zentral verwalten Teambild

anny bietet eine Plattform für Buchungen und Ressourcen, mit der Organisationen Prozesse zentral verwalten und digitalisieren können

Wie entstand die Idee, eine Plattform zu entwickeln, mit der sich unterschiedlichste Ressourcen über ein zentrales System verwalten und buchen lassen?

Die Idee zu anny ist aus einem sehr konkreten Marktproblem entstanden: In vielen Organisationen bleiben Ressourcen ungenutzt oder werden unnötig kompliziert verwaltet. Das betrifft nicht nur Arbeitsplätze oder Meetingräume, sondern auch Seminarräume, Equipment, Termine, Kurse, Events oder Dienstleistungen.

Gleichzeitig haben wir gesehen, dass viele Buchungsprozesse zwar digital wirken, in der Praxis aber weiterhin stark von Excel-Listen, E-Mails, Telefonabsprachen und manueller Nacharbeit geprägt sind. Unser Ansatz war deshalb von Anfang an, nicht nur einen einzelnen Buchungsfall zu lösen, sondern eine Plattform zu entwickeln, mit der Organisationen alles buchbar machen können, was sie intern oder extern anbieten.

Welche Vision verfolgen Sie mit anny, und wie soll sich die Plattform in den kommenden Jahren weiterentwickeln?

Unsere Vision ist es, Buchungen und Ressourcenmanagement so einfach zu machen, dass Organisationen nicht mehr in Jahren, sondern in Monaten denken, wenn sie neue Prozesse aufsetzen oder bestehende Abläufe verbessern möchten. anny soll dabei nicht nur ein Buchungssystem sein, sondern die zentrale Infrastruktur, über die Verfügbarkeiten, Regeln, Genehmigungen, Zahlungen, Check-ins, Wartelisten, Kommunikation und Auswertungen zusammenlaufen.

KI wird dabei eine immer größere Rolle spielen. Wir sehen sie vor allem als neues Interface, das umfangreiche Software zugänglicher macht, die Einrichtung vereinfacht und Buchungen noch intuitiver durchführbar macht. Nach dem KI-Chat-Agenten und dem KI-Telefonassistenten ist der nächste Schritt ein Admin Copilot, der Organisationen bei der Einrichtung unterstützt und perspektivisch große Teile des Buchungsmanagements übernimmt.

An welche Zielgruppen richtet sich anny heute hauptsächlich, und welche Herausforderungen möchten Sie für diese Organisationen lösen?

anny richtet sich heute an Unternehmen, öffentliche Einrichtungen, Bildungseinrichtungen, Verwaltungen, Freizeit- und Sportanbieter, Coworking Spaces, Thermen, Eventanbieter und viele weitere Organisationen, die Ressourcen oder Angebote buchbar machen möchten. Bereits heute wird anny von über 1.000 Unternehmen genutzt.

Die Herausforderungen sind je nach Branche unterschiedlich, folgen aber oft demselben Muster: Ressourcen sollen besser ausgelastet werden, Buchungen müssen zuverlässig funktionieren, Teams sollen entlastet werden und Nutzer erwarten einfache digitale Prozesse. Gleichzeitig braucht jede Organisation eigene Regeln. Ein Arbeitsplatz wird anders gebucht als ein Beratungstermin, ein Kurs, ein Raum, ein Ticket oder ein Gerät. Genau diese Flexibilität möchten wir mit anny abbilden.

Was macht anny aus Ihrer Sicht besonders im Vergleich zu spezialisierten Einzelanwendungen für Raum-, Termin- oder Eventbuchungen?

Viele Einzellösungen funktionieren für einen bestimmten Anwendungsfall gut, stoßen aber schnell an Grenzen, sobald mehrere Buchungslogiken zusammenkommen. Dann entsteht ein Flickenteppich aus Tools: eines für Räume, eines für Termine, eines für Events, eines für Equipment und dazu oft noch manuelle Abstimmungen im Hintergrund.

anny ist anders gedacht. Unsere Plattform soll verschiedene Ressourcen und Buchungsprozesse in einem zentralen System zusammenführen. Organisationen können individuell festlegen, wer was zu welchen Bedingungen buchen darf. Dazu gehören zum Beispiel Verfügbarkeiten, Kontingente, Nutzergruppen, Genehmigungen, Zusatzleistungen, Zahlungen und Integrationen. Der Mehrwert liegt also nicht nur in der Digitalisierung eines einzelnen Prozesses, sondern in der zentralen Steuerung verschiedenster Buchungsmodelle.

Wie haben sich die Anforderungen von Unternehmen und Organisationen an digitale Buchungsprozesse in den vergangenen Jahren verändert?

Die Erwartungen sind deutlich gestiegen. Nutzer sind aus ihrem Alltag einfache digitale Buchungen gewohnt und erwarten diese Erfahrung inzwischen auch bei Unternehmen, Verwaltungen, Bildungseinrichtungen oder Freizeitanbietern.

Gleichzeitig sind die Anforderungen auf Organisationsseite komplexer geworden. Es reicht nicht mehr, einen Kalender online zu stellen. Unternehmen möchten Prozesse automatisieren, Ressourcen besser auslasten, No-Shows reduzieren, Zahlungen und Benachrichtigungen integrieren, Daten auswerten und verschiedene Kanäle miteinander verbinden. Hybrides Arbeiten, flexible Nutzungskonzepte und knappe personelle Ressourcen haben diesen Bedarf zusätzlich verstärkt.

Mit anny AI haben Sie kürzlich einen KI-Telefonassistenten vorgestellt. Welche Überlegungen standen hinter der Entwicklung dieser Lösung?

Der Telefonkanal ist in vielen Organisationen weiterhin ein zentraler Kontaktpunkt, wurde bei der Digitalisierung aber oft zu wenig berücksichtigt. Online-Buchungen sind zwar verfügbar, trotzdem rufen Kunden weiterhin an, fragen nach Verfügbarkeiten, möchten Termine ändern oder Buchungen vornehmen. Das betrifft externe Buchungen genauso wie interne Prozesse: Ein Kunde möchte zum Beispiel telefonisch einen Padelplatz buchen, während ein Mitarbeiter intern ein Firmenfahrzeug, einen Raum oder ein Gerät reservieren möchte. Wenn diese Anrufe nicht angenommen werden können, entstehen verpasste Buchungen, Rückruflisten und zusätzlicher Aufwand.

Mit anny AI wollten wir genau diesen Medienbruch schließen. Unser Ziel war kein klassischer Anrufbeantworter und auch kein einfacher Voicebot, sondern ein KI-Telefonassistent, der direkt mit dem Buchungssystem verbunden ist. Dadurch kann der Telefonkanal Teil des digitalen Buchungsprozesses werden und Verfügbarkeiten, Regeln und Buchungen in Echtzeit berücksichtigen.

Viele Betriebe kämpfen mit eingeschränkter Erreichbarkeit und personellen Ressourcen. Welchen konkreten Mehrwert bietet anny AI in diesem Zusammenhang?

anny AI kann Betriebe vor allem bei wiederkehrenden telefonischen Anfragen entlasten. Inzwischen wurde anny AI zudem um einen Chat ergänzt, der im Kern die gleichen Aufgaben übernimmt und Buchungen ebenfalls direkt im System anstoßen kann. Der Assistent kann Anrufe und Chat-Anfragen entgegennehmen, Fragen beantworten und Buchungen direkt im System erstellen, ändern oder stornieren. Wie greifbar dieser Mehrwert wird, zeigt zum Beispiel das Sportcentrum Nürnberg: Dort können Anfragen zu Verfügbarkeiten und Buchungen, etwa für Sportplätze oder Kurse, automatisiert aufgenommen und direkt in den Buchungsprozess überführt werden, statt später manuell nachbearbeitet werden zu müssen. Das reduziert manuelle Nacharbeit und sorgt dafür, dass Anfragen nicht liegen bleiben, nur weil gerade niemand ans Telefon gehen kann.

Das ist besonders relevant, weil 85 Prozent der Personen, die anrufen und niemanden erreichen, es nicht noch einmal versuchen. Der Mehrwert liegt in besserer Erreichbarkeit, weniger administrativem Aufwand und höherer Prozesssicherheit. Besonders für Organisationen mit vielen Anrufen, begrenztem Personal oder stark schwankender Nachfrage kann das entscheidend sein. Buchungen können auch außerhalb klassischer Öffnungszeiten oder bei parallelen Anrufen verarbeitet werden, ohne dass das Team jedes Anliegen manuell nachtragen muss.

Was unterscheidet anny AI von anderen telefonbasierten KI-Lösungen, die bereits am Markt verfügbar sind?

Der wichtigste Unterschied ist die direkte Verbindung zum Buchungssystem. Viele telefonbasierte KI-Lösungen nehmen Informationen auf, beantworten einfache Fragen oder erstellen Rückrufnotizen. anny AI ist dagegen operativ in den Buchungsprozess eingebunden. Der Assistent kann live auf Verfügbarkeiten, Öffnungszeiten, Buchungsregeln und bestehende Einstellungen zugreifen. Dadurch kann er nicht nur ein Gespräch führen, sondern konkrete Buchungsaktionen auslösen. Genau darin liegt der Unterschied: Es geht nicht nur um automatisierte Telefonie, sondern um die Verbindung von Gespräch, Daten und Buchung in einem System.

Welche Herausforderungen begegnen Ihnen bei der Entwicklung von KI-gestützten Buchungslösungen, die eigenständig handeln und Buchungen verwalten können?

Die größte Herausforderung ist Verlässlichkeit. Sobald eine KI nicht nur antwortet, sondern eigenständig Buchungen verwaltet, muss sie sehr präzise arbeiten. Sie muss Anfragen korrekt verstehen, Systemdaten richtig interpretieren und innerhalb klar definierter Regeln handeln. Dazu kommen Datenschutz, Transparenz und Kontrolle. Organisationen müssen nachvollziehen können, welche Buchung vorgenommen wurde, welche Informationen genutzt wurden und an welchen Stellen menschliche Kontrolle notwendig bleibt. Für uns ist deshalb entscheidend, KI nicht als Blackbox zu verstehen, sondern als kontrollierbare Erweiterung bestehender Prozesse.

Welche Rolle wird Künstliche Intelligenz künftig für die Weiterentwicklung von anny und digitalen Buchungsprozessen spielen?

KI wird Buchungsprozesse deutlich natürlicher und proaktiver machen. Heute funktionieren viele Systeme noch nach festen Eingabemasken. Nutzer wählen eine Ressource, einen Zeitpunkt und bestätigen die Buchung. Künftig können Systeme stärker unterstützen, passende Optionen vorschlagen, Anfragen automatisch strukturieren, Änderungen eigenständig vorbereiten und wiederkehrende Aufgaben übernehmen.

Für anny bedeutet das, dass KI nicht als isoliertes Zusatzfeature gedacht ist, sondern als Teil der Plattformlogik. Sie kann helfen, Buchungen über verschiedene Kanäle hinweg einfacher zu machen, Teams im Alltag zu entlasten und komplexe Prozesse für Nutzer verständlicher abzubilden. Entscheidend ist dabei immer, dass KI ein konkretes Problem löst und nicht nur Technologie um der Technologie willen eingesetzt wird.

Welche drei Ratschläge würden Sie anderen Gründern geben, die mit Software- und KI-Lösungen etablierte Prozesse neu denken möchten?

Erstens: Das Problem muss wichtiger sein als die Technologie. Gerade bei KI besteht die Gefahr, sich zuerst von den technischen Möglichkeiten leiten zu lassen. Erfolgreiche Lösungen entstehen aber dort, wo ein echter Prozess spürbar einfacher, schneller oder zuverlässiger wird.

Zweitens: Man sollte die Realität der Kunden ernst nehmen. Viele etablierte Prozesse wirken von außen ineffizient, haben aber historisch gewachsene Gründe. Wer diese Gründe versteht, baut bessere Software.

Drittens: Automatisierung braucht Vertrauen. Wenn Software oder KI eigenständig handelt, müssen Nutzer verstehen, was passiert und wo sie Kontrolle behalten. Gute KI-Lösungen ersetzen nicht einfach bestehende Prozesse, sondern machen sie transparenter, zuverlässiger und skalierbarer.

Bildcredits anny

Wir bedanken uns bei Lucian Holtwiesche für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

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