Donnerstag, Februar 26, 2026
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metergrid sammelt 10 Millionen Euro für die urbane Energiewende

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Mieterstrom im Mehrparteienhaus treibt die Energiewende founder team bild

metergrid erhält 10 Millionen Euro – größte Wachstumsfinanzierung für Mieterstrom in Deutschland

Series-A-Finanzierung mit 10 Mio. Euro

Lead Investor: SET Ventures, Re-Investments von LBBW Ventures und Hager

metergrid entwickelt sich zum Anbieter ganzheitlicher Energie- und Gebäudeversorgung für Mehrparteienhäuser

Die Energiewende in deutschen Städten entscheidet sich dort, wo die Mehrheit der Menschen lebt: im Mehrparteienhaus. Rund 44 Millionen Menschen in Deutschland leben in Mehrparteienhäusern, ausgerechnet dort bleibt das Potenzial lokal erzeugter erneuerbarer Energie bislang weitgehend unerschlossen.

Das Stuttgarter Energy-Tech-Startup metergrid beendet dieses strukturelle Versagen und hat dafür eine überzeichnete Series-A-Finanzierungsrunde in Höhe von 10 Millionen Euro abgeschlossen, die größte Wachstumsfinanzierung im deutschen Mieterstrom-Markt. Der auf Energiethemen spezialisierte Investor SET Ventures führt die Series-A-Finanzierung an. Die Bestandsinvestoren Hager, LBBW Venture Capital, Mätch VC und mehrere Business Angels beteiligen sich erneut und senden ein starkes Vertrauenssignal in das Geschäftsmodell von metergrid.

Vom Mieterstrom-Anbieter zum zentralen Energie-Ökosystem des Mehrparteienhauses

Ziel ist es, Gebäude jeder Größe und jeder Eigentümerstruktur – ob Vermieter, Wohnungseigentümergemeinschaft, institutionelle Immobiliengesellschaft oder Energieversorger – erstmals einfach, wirtschaftlich und skalierbar in die Energiewende einzubinden.

Mit dem Risikokapital entwickelt sich metergrid von der spezialisierten Mieterstrom-Lösung zum Energie-Ökosystem für Mehrparteienhäuser. Im Kern entsteht ein Operating System – eine Plattform, die Services, Software und Abrechnung kombiniert. metergrid verbindet lokal auf dem Gebäudedach erzeugte Solarenergie, ergänzende Stromlieferung aus dem Netz, Abrechnung und operative Steuerung. Gleichzeitig schafft die Plattform die Grundlage, um auch Ladeinfrastruktur für E-Mobilität, Energiemanagementsysteme, Speicherlösungen und zukünftige Hardware-Komponenten nahtlos zu integrieren.

Zu den nächsten Ausbaustufen zählt ein Partner Portal für unsere Installationspartner, die automatisierte Reststromversorgung, perspektivisch die Integration von Heiz- und Nebenkostenabrechnungen sowie weitere Energie- und Gebäudeservices über eine zentrale Plattform. Bis 2030 will das Unternehmen eine Million Menschen in Mehrparteienhäusern mit erneuerbarer Energie versorgen.

„Ohne Lösungen für das Mehrparteienhaus bleibt die Energiewende ein Versprechen für wenige – wir ändern das“, sagt Johannes Mewes, Co-Founder und Geschäftsführer von metergrid, der zuvor die Mobilitätsplattform FREE NOW mitgegründet und skaliert hat. Er überträgt diese Plattformlogik nun auf den Gebäudesektor: „Wir machen Energieversorgung im Mehrparteienhaus erstmals automatisiert, wirtschaftlich und massentauglich. Unser Ansatz verbindet Software, Services und operative Umsetzung und befähigt Gebäude, selbst Teil des Energiesystems zu sein.“

Starkes Investoren-Setup für die nächste Wachstumsphase

Mit SET Ventures gewinnt metergrid den führenden europäischen Energytech-VC als Lead-Investor. Der 2007 in Amsterdam gegründete Fonds zählt zu den erfahrensten Investoren für digitale Lösungen für ein klimaneutrales Energiesystem. Aktuell investiert SET Ventures aus einem €200m Fonds, somit unterstreicht der Einstieg von SET Ventures die strategische Relevanz und Zukunftsfähigkeit des Geschäftsmodells.

„Mehrparteienhäuser konnten bisher noch praktisch gar nicht an der Energiewende teilnehmen – metergrids Lösung sorgt hier für eine ganzheitliche, voll-digitalisierte Lösung, mit der sich dieser Markt erschließen lässt, und Millionen von Menschen an der Energiewende teilhaben lässt. Das Team kombiniert tiefes Branchenverständnis mit einer klaren technologischen Vision und einem skalierbaren Geschäftsmodell. Wir sehen hier das Potenzial für eine Plattform mit europäischer Relevanz“, so Dr. Till Stenzel, Partner bei SET Ventures.

Der Partner für die Energieinfrastruktur von morgen

metergrid betreibt und digitalisiert heute bereits mehrere tausend Mieterstromprojekte in Deutschland und konnten die Zahl der versorgten Bewohner mit lokal erzeugtem Solarstrom vom letzten Jahr ca. 10.000 auf über 53.000 Bewohner steigern. Damit entwickelt sich Mieterstrom vom Nischenprodukt zum skalierbaren Infrastrukturbaustein der urbanen Energiewende.

Gestartet als Abrechnungslösung, ist metergrid heute eine vollintegrierte Plattform für Mieterstrom und gemeinschaftliche Gebäudeversorgung. Sie deckt dabei alle Schritte ab, von der Wirtschaftlichkeitsanalyse über Strombelieferung und operative Prozesse bis hin zur automatisierten Abrechnung.

„Mit über 53.000 Bewohnerinnen und Bewohnern, die über metergrid mit Mieterstrom versorgt werden, entwickelt sich das Modell vom Nischenprodukt zum Massenphänomen – ein entscheidender Schritt, damit die Energiewende auch in städtischen Gebieten gelingt“, erklärt Julian Schulz, Co-Founder und Geschäftsführer von metergrid, der als einer der profiliertesten Vordenker für Mieterstrom und gemeinschaftliche Gebäudeversorgung in Deutschland gilt. „Die notwendige Technologie zur Skalierung ist vorhanden. Durch metergrid wird die Energieversorgung in Mehrparteienhäusern so unkompliziert wie nie zuvor, wodurch wir einen echten Beitrag zu Kostenreduktion, Klimaschutz und Versorgungssicherheit leisten.“

Bild metergrid Geschäftsführer Johannes Mewes & Julian Schulz / metergrid

Quelle metergrid GmbH

Wie viel Intelligenz braucht Automatisierung, um wirklich zu funktionieren?

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Wandelbots Robotik KI intelligente Automatisierung teambild

Wandelbots entwickelt eine herstellerunabhängige Softwareplattform für Robotik, die mithilfe von KI den Einsatz intelligenter Automatisierung für Unternehmen jeder Größe zugänglich macht

Wie würden Sie Wandelbots und das Team dahinter vorstellen?

Wandelbots ist eines der weltweit führenden Scale-ups im Bereich Softwareplattformen für Robotik. Wir entwickeln eine herstellerunabhängige Softwareplattform – im Grunde ein Betriebssystem für Roboter –, die mit allen gängigen Robotertypen kompatibel ist. Unser Team verbindet tiefes Software-Engineering-Know-how mit dem Anspruch, eine sehr traditionelle, hardwaregetriebene Industrie technologisch ins 21. Jahrhundert zu führen. Unser Fokus liegt darauf, Roboter intelligent, flexibel und zukunftsfähig zu machen – etwa durch die Fähigkeit, ihre Umgebung zu verstehen, Entscheidungen zu treffen und mit KI zusammenzuarbeiten.

Welche Motivation führte zur Gründung von Wandelbots und wie hat sich Ihr Ansatz seit den frühen Forschungen an der TU Dresden entwickelt?

Das Gründerteam kommt ursprünglich aus dem Software-Engineering und hatte zu Beginn nur wenig Berührungspunkte mit klassischer Robotik. Gerade dieser Blick von außen war entscheidend: Während unserer Forschungsarbeit an der TU Dresden wurde schnell klar, wie veraltet viele robotische Technologien noch immer sind – in weiten Teilen stammen sie aus den 1980er-Jahren. Diese technologische Stagnation ist einer der Hauptgründe, warum Robotik bis heute nur begrenzt eingesetzt wird. Unsere Motivation war und ist es, Robotik zu demokratisieren und den Zugang zu dieser Schlüsseltechnologie für Unternehmen und Menschen zu öffnen, die bisher davon ausgeschlossen waren.

Welche Vision verfolgen Sie für die Demokratisierung der Robotik und wie möchte Wandelbots diese Vision erreichen?

Unsere Vision ist es, allen Unternehmen – unabhängig von Größe, Branche oder technischer Expertise – den Einsatz von Robotik zu ermöglichen. Robotik soll kein exklusives Werkzeug für Großkonzerne mehr sein. Gleichzeitig glauben wir, dass Roboter einen ähnlichen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Impact haben werden wie Computer und Smartphones in den letzten Jahrzehnten. Mit unserer Softwareplattform schaffen wir die technologische Grundlage dafür, dass Roboter einfach, flexibel und intelligent eingesetzt werden können – mit einem positiven Effekt auf Produktivität, Wettbewerbsfähigkeit und letztlich auch auf unseren Planeten.

Für welche Unternehmen oder Branchen ist Ihre herstellerunabhängige Robotikplattform besonders relevant und wie erfüllen Sie dort konkrete Bedürfnisse?

Traditionell arbeiten wir viel mit Fertigungsunternehmen wie Automobilherstellern, Zulieferern oder Elektronikproduzenten, die Robotik bereits seit Jahren einsetzen. Gleichzeitig sehen wir zunehmend Nachfrage aus völlig neuen Bereichen, etwa dem Handwerk oder dienstleistungsnahen Branchen. Der Treiber dafür ist vor allem der massive Fachkräfte- und Arbeitskräftemangel. Unternehmen müssen heute mehr Output mit weniger Menschen erzeugen. Automatisierung wird damit für nahezu alle Branchen relevant. Unsere Plattform senkt die Einstiegshürden erheblich und ermöglicht auch Unternehmen ohne tiefe Robotikexpertise den Einsatz von Automatisierung.

Ihr Ansatz ermöglicht Roboterprogrammierung ohne tiefe technische Kenntnisse. Wo liegt darin der größte Vorteil für Ihre Kunden?

Der größte Vorteil liegt darin, dem Mitarbeitermangel aktiv zu begegnen. Unternehmen können mit weniger Personal mehr leisten, ohne auf hochspezialisierte Robotikprogrammierer angewiesen zu sein. Mitarbeitende vor Ort werden befähigt, Roboter selbst anzulernen und anzupassen. Das steigert die Flexibilität, reduziert Abhängigkeiten und erhöht die Produktivität nachhaltig.

Welche Herausforderungen begegnen Ihnen bei der Integration Ihrer Software in sehr unterschiedliche industrielle Umgebungen und wie gehen Sie damit um?

Eine zentrale Herausforderung ist der Brückenschlag zwischen einer sehr alten, hardwarezentrierten Industrie und einer modernen, softwaregetriebenen Welt. Technisch ist vieles lösbar, aber die größere Aufgabe liegt im Change Management. Viele Industrieunternehmen arbeiten stark wasserfallorientiert, mit langen Planungszyklen. Unsere Lösungen sind deutlich agiler angelegt. Deshalb begleiten wir unsere Kunden intensiv dabei, neue Arbeitsweisen zu etablieren und schrittweise Vertrauen in diese neue Form der Automatisierung aufzubauen.

Was macht Wandelbots einzigartig im Vergleich zu klassischen Robotik- oder Automatisierungslösungen?

Unser klarer Fokus liegt auf dem Menschen. Das ist in der Robotikbranche nach wie vor ungewöhnlich. Für uns ist Robotik ein Werkzeug, um Menschen zu befähigen – sei es bei der Programmierung, der Wartung oder der Zusammenarbeit mit Robotern. Wir denken Robotik konsequent aus der Perspektive der Nutzerinnen und Nutzer und nicht primär aus Sicht der Maschine. Sicherheit, Entlastung und Zugänglichkeit stehen dabei immer im Vordergrund.

Wie verändert der No-Code/Low-Code-Ansatz den Umgang mit Robotik in Unternehmen, die bisher wenig Automatisierungserfahrung hatten?

In vielen Unternehmen sind zentrale Prozesse bis heute vollständig manuell, obwohl sie theoretisch automatisierbar wären. Gründe dafür sind fehlende Fachkräfte und hohe Einstiegshürden. Durch No-Code- und Low-Code-Ansätze können diese Unternehmen erstmals Roboter sinnvoll einsetzen. Gleichzeitig beobachten wir eine stark gestiegene Offenheit, neue Wege zu gehen – nicht zuletzt, weil der Fachkräftemangel für viele existenzbedrohend geworden ist. Krisen schaffen hier auch Chancen für Veränderung.

Wandelbots Robotik KI intelligente Automatisierung  Wandelbots Leadership Christian Piechnick  (C) Pavel Becker
Wandelbots Leadership Christian Piechnick Fotograf Pavel Becker

Welche Weiterentwicklungen oder neuen Funktionen planen Sie für Ihre Plattform in den kommenden Monaten?

Künstliche Intelligenz ist aktuell der zentrale Treiber unserer Weiterentwicklung und ermöglicht echte Quantensprünge in der Robotik. Darüber hinaus verändern sich auch die Robotertypen und Einsatzszenarien stark. Zu konkreten neuen Funktionen möchten wir noch nicht zu viel verraten, aber es wird in diesem Jahr in mehreren Bereichen spannende Neuerungen geben.

Wie beobachten Sie die künftige Rolle von KI-gestützten Automatisierungslösungen und welche Position möchte Wandelbots darin einnehmen?

In der Vergangenheit wurden Roboter klassisch programmiert. In Zukunft werden sie Aufgaben zunehmend durch KI-Modelle erlernen. Das Schreiben von Code wird durch das Trainieren von Modellen ersetzt, oft zunächst in Simulationen. Wandelbots sieht sich dabei nicht als Entwickler eigener KI-Modelle, sondern als Enabler. Unsere Plattform bildet die Brücke zwischen modernster KI – etwa von Partnern wie Microsoft, NVIDIA oder OpenAI – und industrietauglicher Robotik. Unser Anspruch ist es, diese Technologien zuverlässig und skalierbar in die industrielle Praxis zu bringen.

Welche Bedeutung hat es für euch, dass Wandelbots Teil des de:hub Netzwerks ist und welche Vorteile ergeben sich daraus?

Für uns hat die Mitgliedschaft im de:hub Netzwerk eine große strategische Bedeutung. Wir befinden uns aktuell in einer Phase, in der technologische Souveränität für Europa immer wichtiger wird – gerade in Schlüsseltechnologien wie Robotik, KI und industrieller Software. Kein einzelnes Unternehmen kann diese Herausforderungen alleine lösen. Es braucht starke Netzwerke, in denen Start-ups, etablierte Unternehmen, Forschungseinrichtungen und politische Akteure gemeinsam an Lösungen arbeiten.
Der de:hub schafft genau diesen Rahmen: Er ermöglicht den Austausch auf Augenhöhe, fördert Kooperationen und hilft dabei, Themen schneller voranzubringen. Besonders wertvoll ist dabei die Vernetzung über Branchen- und Ländergrenzen hinweg. Für uns ist der de:hub ein wichtiger Katalysator, um gemeinsam mit anderen Akteuren Europas Rolle als Innovationsstandort zu stärken und langfristig unabhängiger von außereuropäischen Technologieanbietern zu werden.

Würden Sie anderen Gründerinnen und Gründern empfehlen, ihr Startup ebenfalls im Umfeld des de:hub aufzubauen, und welche Erfahrungen haben Sie dort gemacht?

Ja, absolut. Der de:hub bietet unkomplizierten Zugang zu relevanten Kontakten, Wissen und Möglichkeiten. Er wirkt als echter Boost und Beschleuniger für Themen, an denen man ohnehin arbeitet, und hilft dabei, schneller voranzukommen.

Welche drei Ratschläge möchten Sie Gründerinnen und Gründern geben, die im Bereich Robotik, Automatisierung oder industrieller Software starten möchten?

Erstens: Finde so früh wie möglich progressive Kundinnen und Kunden, die bereit sind, gemeinsam mit dir zu lernen und neue Technologien zu erproben. Ohne diese frühen Partner ist es extrem schwer, Produkte zur notwendigen Reife zu bringen.
Zweitens: Entwickle ein dickes Fell und gib nicht auf. Die Branche ist sehr konservativ, Entscheidungsprozesse dauern lange und Rückschläge gehören zum Alltag. Durchhaltevermögen ist ein entscheidender Erfolgsfaktor.
Drittens: Sei von Tag eins an extrem nah am Kunden. Technologische Exzellenz allein reicht nicht aus. Wirklicher Erfolg entsteht erst dann, wenn du die realen Probleme, Arbeitsweisen und Entscheidungsstrukturen deiner Kundinnen und Kunden wirklich verstehst und deine Lösung genau darauf ausrichtest.

Titelbild Teambild Wandelbots

Wir bedanken uns bei Christian Piechnick für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Sind Datenräume der fehlende Baustein für Zusammenarbeit?

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sovity macht Daten in Data Spaces nutzbar teambild

sovity ermöglicht die Nutzung von Daten in Data Spaces für Unternehmen

Wie würden Sie sovity und das Team dahinter vorstellen?

sovity ist ein hochmotiviertes, professionelles und zugleich extrem agiles Team, das den Kunden konsequent in den Mittelpunkt stellt. Uns verbindet die gemeinsame Überzeugung, dass Data Spaces der Schlüssel für die nächste Stufe der digitalen Wertschöpfung sind. Diese Vision wird nicht nur von einzelnen getragen, sondern vom gesamten Team zu 100 %. Genau das macht unsere Geschwindigkeit, unsere Qualität und unseren Anspruch aus.

Welche Motivation stand hinter der Gründung von sovity und wie prägt sie Ihre Arbeit heute?

Unsere Motivation war von Anfang an klar: Wir wollen den Wert industrieller Daten in Europa wirklich nutzbar machen. Viele Unternehmen sind über Jahre daran gescheitert, Daten sicher auszutauschen, Standards zu nutzen und gemeinsam mit Partnern echten Mehrwert aus Daten zu generieren. Genau hier setzen wir an. Seit Tag eins treibt uns der Anspruch, eine Lösung zu bauen, die einfach nutzbar ist und Unternehmen befähigt, Daten endlich produktiv einzusetzen – ohne technologische Hürden.

Welche Vision verfolgen Sie für datensouveräne Zusammenarbeit und welche Rolle spielt Ihre Technologie dabei?

Wir wollen Unternehmen aktiv bei ihrer digitalen Transformation unterstützen und ihnen ermöglichen, echten Wert aus ihren Daten zu schaffen – sei es durch Effizienzgewinne, Kostensenkungen oder neue datenbasierte Geschäftsmodelle. Gleichzeitig behalten Unternehmen jederzeit die volle Kontrolle darüber, wer welche Daten nutzen darf. Unsere Technologie ist dabei ein essenzieller Baustein: Sie nimmt die Komplexität des Datenaustauschs vollständig ab. Unternehmen müssen sich nicht mehr mit dem „Wie“ beschäftigen, sondern können sich voll auf die Wertgenerierung mit Daten konzentrieren.

Für welche Unternehmen ist Ihre Connector- und Data-Space-Lösung besonders relevant und wie erleichtern Sie diesen den Einstieg?

Unser Fokus liegt auf Industrien mit komplexen Produkten und vielschichtigen Wertschöpfungsketten. Aktuell arbeiten wir vor allem mit großen Unternehmen zusammen, etwa OEMs oder Tier-1-Zulieferern in der Automobilindustrie, die über ein breites Partnernetzwerk verfügen. Langfristig soll jedoch jeder Akteur in der Lieferkette von unserer Lösung profitieren – ausdrücklich auch kleine und mittelständische Unternehmen. Deshalb setzen wir stark auf Self-Service: Unsere Produkte sind intuitiv nutzbar und werden durch AI-Agents, Chatbots, Tutorials und umfassende Dokumentation unterstützt.

Viele Firmen scheuen komplexe Data-Space-Standards. Wie helfen Sie, Hürden wie technische Anforderungen oder fehlendes Know-how zu reduzieren?

Unsere Philosophie ist einfach: Unternehmen sollen sich mit Data-Space-Standards gar nicht beschäftigen müssen – das übernehmen wir. Wir machen die Standards nutzbar, ohne sie sichtbar zu machen. Der Fokus unserer Kunden liegt auf der Anwendung der Daten, zum Beispiel für Qualitätsanalysen oder die Berechnung von CO₂-Fußabdrücken. Die technische Komplexität läuft vollständig im Hintergrund.

Was unterscheidet sovity von anderen Anbietern, die ebenfalls an Data-Space-Infrastrukturen arbeiten?

Wir liefern industrie-reife Produkte. Unsere Software wird bereits heute für produktkritische Daten eingesetzt – nicht in Pilotprojekten, sondern im operativen Betrieb. Dazu kommt unsere flexible und professionelle Kundenunterstützung sowie eine echte Ende-zu-Ende-Begleitung über alle Themenfelder hinweg. Gemeinsam mit unserem Partnernetzwerk decken wir nicht nur Technologie, sondern auch Prozesse, Integration und Betrieb ab.

Welche Herausforderungen sehen Sie aktuell bei der Etablierung interoperabler Datenräume und wie gehen Sie damit um?

In der aktuell wirtschaftlich angespannten Lage zögern viele Unternehmen, weitere Investitionen in neue Technologien zu tätigen. Gleichzeitig entstehen in verschiedenen Industrien weiterhin individuelle Data-Space-Konzepte, die nicht immer auf gemeinsamen Standards basieren. Das erschwert Interoperabilität und führt zu isolierten Datensilos. Unser Ansatz ist es, konsequent auf Standardisierung, Praxisnähe und klaren Mehrwert zu setzen – und genau diesen Mehrwert sichtbar zu machen.

Ihre Lösung richtet sich explizit auch an kleine und mittelständische Unternehmen. Welche Bedürfnisse dieser Zielgruppe stehen für Sie im Fokus?

KMUs müssen heute oft standardisiert Daten an ihre Kunden liefern – sei es aufgrund vertraglicher Vorgaben oder technischer Anforderungen. Wir ermöglichen genau das: einfach, schnell und kosteneffizient. Unser Ziel ist es, KMUs eine Lösung an die Hand zu geben, mit der sie professionell und standardkonform Daten austauschen können, ohne eigenes Spezial-Know-how aufbauen zu müssen.

Wie entwickeln Sie Ihr Angebot weiter und welche Funktionen oder neuen Einsatzfelder stehen als Nächstes an?

Aktuell liegt unser Fokus auf der Entwicklung konkreter Use-Case-Applikationen auf Basis des Datenaustauschs, sodass Unternehmen den Mehrwert unmittelbar erkennen können. Diese Anwendungen bauen wir weiter aus und vertiefen sie für unterschiedliche Industrien. Parallel dazu machen wir die zugrunde liegende Datenintegration und -transformation kontinuierlich einfacher und leistungsfähiger.

sovity macht Daten in Data Spaces nutzbar Sebastian Kleff CEO und Co Founder sovity
Sebastian Kleff CEO und Co-Founder sovity

Wie verändert sich der Markt für sichere Datenökosysteme aus Ihrer Sicht und welche Rolle soll sovity künftig darin spielen?

Connectivität wird zunehmend zur Commodity. Heute zahlt niemand mehr bewusst für das Versenden von E-Mails oder SMS – und ähnlich wird es sich auch im Datenbereich entwickeln. Der entscheidende Faktor wird der Mehrwert sein, der auf den Daten aufsetzt. Genau dort sehen wir unsere Rolle: als Enabler für echte datenbasierte Wertschöpfung.

Welche Bedeutung hat es für euch, dass sovity Teil des de:hub Netzwerks ist und welche Vorteile ergeben sich daraus für eure Entwicklung?

Das de:hub-Netzwerk bietet uns enormen Mehrwert – durch Kontakte, Austauschformate und Veranstaltungen. Besonders wertvoll ist für uns das regelmäßige Feedback von externen Perspektiven, das hilft, den eigenen Blick zu schärfen und neue Impulse mitzunehmen.

Würden Sie anderen Gründerinnen und Gründern empfehlen, ihr Startup ebenfalls im de:hub Umfeld zu verankern, und welche Erfahrungen haben Sie dort selbst gemacht?

Definitiv. Das Angebot ist breit und vielfältig – von Coaching über Co-Working bis hin zu Netzwerk und Events. Gerade in der Anfangsphase sind genau diese Dinge entscheidend, um schnell zu lernen, zu wachsen und die richtigen Menschen kennenzulernen.

Welche drei Ratschläge möchten Sie Gründerinnen und Gründern mitgeben, die im Bereich Data-Tech oder digitale Infrastruktur starten möchten?

Von Tag eins an konsequent auf den Kundenmehrwert fokussieren.
Schnell validieren und den Kurs anpassen, wenn es nötig ist.
Nicht zu komplex denken – lieber eine klare Nische wählen und diese exzellent besetzen.

Bildcredits © privat

Wir bedanken uns bei Sebastian Kleff für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Wie wird aus kreativer Leidenschaft ein selbstbestimmter Beruf?

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Freedom Filmmaker Filmmaking Ausbildung kreativ Freedom Filmmaker Jannis Riebschläger

Freedom Filmmaker praxisnahe Filmmaking Ausbildung für kreative Menschen, die Filmmaking lernen und ein eigenes Business aufbauen wollen

Was ist Freedom Filmmaker und welche Personen stehen hinter dem Unternehmen?

Freedom Filmmaker ist eine Online-Ausbildung für angehende Videografen, die lernen möchten, mit Filmmaking Geld zu verdienen. Hinter dem Unternehmen stehe ich, Jannis Riebschläger, professioneller Filmemacher und Unternehmer, gemeinsam mit einem kleinen Team aus Coaches, Editoren und Marketing-Experten.

Wie ist die Idee zu Freedom Filmmaker entstanden und welche persönliche Motivation steckt dahinter?

Ich habe selbst als Reiseblogger gestartet und schnell gemerkt, dass Schreiben nicht mein Medium ist. Erst als ich meinen ersten eigenen Reisefilm ins Kino gebracht habe, habe ich verstanden, wie stark Bewegtbild Menschen erreichen kann. Meine ersten bezahlten Jobs habe ich mit minimalem Equipment umgesetzt und dabei erlebt, wie viel Potenzial in diesem Skill steckt. Daraus entstand der Wunsch, dieses Wissen weiterzugeben und anderen einen schnelleren Weg zu ermöglichen.

Welche Vision verfolgt Freedom Filmmaker im Bereich Filmmaking und kreatives Arbeiten?

Meine Vision ist, Filmmaking als realistische Karriereoption zu etablieren, nicht als unerreichbaren Traum. Menschen sollen mit kreativer Arbeit ein selbstbestimmtes Leben führen können, unabhängig von Ort, klassischen Arbeitgebern oder starren Strukturen. Filmmaking soll Freiheit schaffen, nicht Frust.

An wen richtet sich das Angebot von Freedom Filmmaker und welche Bedürfnisse dieser Zielgruppe stehen im Fokus?

Das Angebot richtet sich an Menschen, die Lust auf kreatives Arbeiten haben, oft schon erste Erfahrungen mit Kamera oder Smartphone, aber keine klare Struktur oder Perspektive. Viele kommen aus der Fotografie, aus klassischen Jobs oder befinden sich im Umbruch. Im Fokus stehen Sicherheit, Orientierung, Praxisnähe und die Frage, wie man aus Leidenschaft ein funktionierendes Business macht.

Wie unterstützt Freedom Filmmaker Menschen konkret dabei, Filmmaking zu lernen und daraus ein Business aufzubauen?

Die Ausbildung kombiniert wöchentliche Lernmodule, praktische Aufgaben und Live-Calls. Teilnehmer lernen Technik, Storytelling und Schnitt, aber genauso Akquise, Angebotsstruktur und Kundenkommunikation. Ziel ist, dass die ersten bezahlten Projekte bereits während der Ausbildung entstehen.

Was unterscheidet Freedom Filmmaker von klassischen Filmhochschulen oder anderen Onlinekursen?

Wir sind nicht akademisch, sondern praxisorientiert. Es geht nicht um Filmtheorie, sondern um reale Aufträge, echte Kunden und marktfähige Ergebnisse. Gleichzeitig bieten wir persönliche Betreuung und eine Community, die viele klassische Kurse nicht haben.

Welche Herausforderungen bringt es mit sich, kreative Weiterbildung und Unternehmertum zu verbinden?

Viele Menschen wollen kreativ sein, haben aber Angst vor Verkauf und Geldthemen. Die größte Herausforderung ist, diese Blockaden zu lösen und zu zeigen, dass Kreativität und Business kein Widerspruch sind, sondern sich ideal ergänzen können.

Wie geht Freedom Filmmaker mit dem Anspruch um, Einsteiger ohne Vorkenntnisse abzuholen und gleichzeitig professionelles Arbeiten zu vermitteln?

Wir arbeiten mit klaren Lernpfaden und einfachen Einstiegen, steigern aber schnell das Niveau. Anfänger starten mit Smartphone oder Einsteigerkamera und wachsen Schritt für Schritt in professionelle Workflows hinein. Entscheidend ist nicht das Equipment, sondern das Verständnis für Bild, Story und Wirkung.

Welche Rolle spielen neue Technologien wie KI im Angebot und in der Weiterentwicklung von Freedom Filmmaker?

KI wird im Filmmaking zunehmend integriert, daher lehren wir die Nutzung ebenfalls in der Ausbildung, zum Beispiel für Ideenfindung, Schnittprozesse, Marketingtexte oder Content-Planung. Ziel ist nicht, Kreativität zu ersetzen, sondern Prozesse zu beschleunigen und den Einstieg noch einfacher zu machen.

Wohin soll sich Freedom Filmmaker in den nächsten Jahren entwickeln und welche neuen Formate oder Angebote sind geplant?

Neben der Online-Ausbildung entstehen mehr Live-Events, Filmreisen und Community-Formate. Langfristig soll Freedom Filmmaker eine Plattform für kreative Selbstständige werden, mit Austausch und Weiterbildung online, wie offline.

Welche drei Ratschläge würdet ihr anderen Gründerinnen und Gründern mitgeben, die ein kreatives Bildungsunternehmen aufbauen möchten?

Starte mit echter Praxis, nicht mit Theorie. Baue zuerst Ergebnisse für andere, bevor du sie lehrst. Und bleib selbst Lernender, denn nur wer sich ständig weiterentwickelt, bleibt relevant.

Bildcredits: Jannis Riebschläger

Wir bedanken uns bei Jannis Riebschläger für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Wie Startups Google-Bewertungen verstehen und steuern

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Bewertungen Startups Google-Bewertungen verstehen Prof. Dr. Susanne Ardisson (Portrait Hamburg, © Andrea Heinsohn)

Google-Bewertungen beeinflussen Kaufentscheidungen erheblich. Studien zeigen, dass ein Großteil der internetaffinen Konsument:innen vor einem Besuch eines Geschäfts oder Dienstleisters zunächst Rezensionen liest. Für viele besitzen diese Bewertungen ein ähnlich hohes Vertrauen wie Empfehlungen aus dem persönlichen Umfeld (vgl. Paget 2025).

Für Startups ist das besonders relevant. Positive Bewertungen können Wachstum fördern, ein niedriger Bewertungsdurchschnitt kann jedoch schnell zur Hürde werden. Viele Nutzer:innen klicken nicht mehr auf Unternehmenswebsites, sondern treffen ihre Entscheidung direkt auf Basis der Sternebewertung. Bei sogenannten Zero-Click-Suchen genügt ein kurzer Blick auf das Profil.

Problematisch ist, dass Anbieter mit weniger als vier Sternen häufig ausgefiltert werden. Ein Großteil der Nutzer:innen blendet solche Ergebnisse aktiv aus (vgl. ReviewTrackers 2022). Für junge Unternehmen kann dies eine Abwärtsspirale auslösen: Sinkt die Sichtbarkeit, sinkt auch die Chance auf neue, authentische Bewertungen.

Parallel dazu ist ein Markt rund um Bewertungsmanagement entstanden. Dieser reicht von seriösen Dienstleistern bis hin zu illegalen Anbietern, die gefälschte Rezensionen verkaufen.

Das Geschäft mit gefälschten Bewertungen

Wie die britische Verbraucherschutzorganisation Which?, das Äquivalent zur deutschen Stiftung Warentest, herausfand, ist der Kauf von Bewertungen kein Einzelfall. Solche Rezensionen verstoßen gegen die Nutzungsbedingungen von Google und werden gelöscht, sofern sie als manipuliert erkannt werden. Durch den Einsatz künstlicher Intelligenz wird es jedoch zunehmend schwieriger, echte Kundenbewertungen von automatisch generierten Texten zu unterscheiden.

Hohe Bewertungsdurchschnitte erzeugen Vertrauen und steigern Erwartungen. Gefälschte Rezensionen wiegen Kund:innen in falscher Sicherheit und können zu Fehlentscheidungen führen. In einzelnen Fällen entstehen daraus sogar gesundheitliche oder wirtschaftliche Risiken (vgl. BBC 2021).

Nicht nur positive, sondern auch negative Bewertungen werden strategisch eingesetzt. Teilweise berichten Unternehmen, dass ihre positiven Rezensionen verschwinden, nachdem sie mehrfach gemeldet wurden. Das Meldesystem soll eigentlich vor Missbrauch schützen, ist jedoch weitgehend automatisiert und prüft Inhalte nicht im Detail. Wird eine Bewertung häufig genug gemeldet, kann sie gelöscht werden, ohne dass der Wahrheitsgehalt überprüft wird.

Für Startups kann dies gravierende Folgen haben. Wenn überwiegend positive Bewertungen verschwinden, sinkt der Durchschnittswert sichtbar. Dadurch kann es passieren, dass das Angebot nicht mehr prominent angezeigt wird. Zusätzlich entsteht bei bestehenden Kund:innen Unsicherheit, da nicht nachvollziehbar ist, warum Bewertungen fehlen. Gelöschte Rezensionen lassen sich in vielen Fällen nicht wiederherstellen, selbst wenn sie unrechtmäßig entfernt wurden (vgl. Karrasch 2024).

Review Bombing und koordinierte Angriffe

Neben gekauften Bewertungen gibt es gezielte Angriffe in Form sogenannter Review Bombings. Dabei veröffentlichen Gruppen koordinierte negative Bewertungen, ohne tatsächliche Erfahrungen gemacht zu haben. Die Motive reichen von politischem Protest über Empörungskampagnen bis hin zu Wettbewerbsstrategien (vgl. Clayton 2020).

Solche Bewertungen wirken auf den ersten Blick authentisch, beruhen jedoch nicht auf realen Erlebnissen. Für Startups ist diese Form der Rufschädigung besonders problematisch, da sie noch keine stabile Bewertungsbasis aufgebaut haben und negative Einträge das Gesamtbild stark verzerren können.

Zwischen Meinungsfreiheit und Rechtsverletzung

Nicht jede negative Bewertung ist rechtlich angreifbar. Subjektive Erfahrungsberichte, die auf tatsächlichen Erlebnissen beruhen, fallen grundsätzlich unter die Meinungsfreiheit. Nutzer:innen dürfen ihre Enttäuschung öffentlich äußern, solange sie nicht beleidigend werden und keine falschen Tatsachen behaupten.

Anders verhält es sich bei Bewertungen, die Beleidigungen, Schmähkritik oder unwahre Tatsachenbehauptungen enthalten. Solche Inhalte verstoßen gegen die Richtlinien der Plattformen und können rechtswidrig sein. Plattformen bieten Meldeverfahren an, deren Bearbeitung jedoch Zeit in Anspruch nehmen kann. Während dieser Phase bleiben die Bewertungen sichtbar und können den Ruf des Unternehmens beeinträchtigen (vgl. Erskine 2018).

Rechtliche Möglichkeiten für junge Unternehmen

Wenn Bewertungen rechtswidrig sind, können die Verfasser:innen abgemahnt werden. Wird eine solche Aufforderung ignoriert, ist auch eine Klage möglich. In einem gerichtlichen Verfahren wird geprüft, ob es sich um eine zulässige Meinungsäußerung oder um eine unzulässige Tatsachenbehauptung oder Beleidigung handelt. Das Gericht kann anschließend die Änderung oder Löschung der Bewertung anordnen (vgl. Prinz o. J.).

Dieses Vorgehen stellt ein mögliches Mittel dar, um sich gegen unrechtmäßige Bewertungen zu schützen. Es ist jedoch mit zeitlichem und finanziellem Aufwand verbunden und sollte gezielt eingesetzt werden.

Bewertungen aktiv managen

Da sowohl positive als auch negative Bewertungen manipuliert werden können, sollten Startups ihre Profile regelmäßig überprüfen. Ein aktives Bewertungsmanagement hilft, Risiken frühzeitig zu erkennen und angemessen zu reagieren.

Sinnvoll ist es, auf Kritik sachlich und respektvoll zu antworten. Öffentliche Reaktionen zeigen Gesprächsbereitschaft und Professionalität. Berechtigte Fehler sollten offen eingeräumt werden. Transparenz kann Vertrauen schaffen und erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass Bewertungen später relativiert oder angepasst werden.

Rechtswidrige Inhalte sollten dokumentiert und gemeldet werden. In Zweifelsfällen ist juristische Beratung sinnvoll. Gleichzeitig empfiehlt es sich, Kund:innen aktiv um Feedback zu bitten. Authentische, organisch entstandene Rezensionen bilden die stabilste Grundlage für eine belastbare Online-Reputation.

Konsequenzen für Startups

Online-Bewertungen sind für Verbraucher:innen ein zentrales Orientierungsmittel und für Startups ein entscheidender Erfolgsfaktor. Gleichzeitig ist das System anfällig für Manipulation. Gefälschte Rezensionen, gelöschte Bewertungen oder koordinierte Angriffe können die öffentliche Wahrnehmung erheblich verzerren.

Wer seine Bewertungen kontinuierlich beobachtet, transparent kommuniziert und frühzeitig reagiert, schützt nicht nur seine Reputation, sondern stärkt auch seine langfristige Wettbewerbsfähigkeit.

Literatur:

BBC (2021): UK businesses caught buying five-star Google reviews
https://www.bbc.com/news/technology-56321576

Clayton, J., (2020): Amazon’s murky world of one-star reviews
https://www.bbc.com/news/technology-54063039

Erskine, R., (2018): You Just Got Attacked By Fake 1-Star Reviews. Now What?
https://www.forbes.com/sites/ryanerskine/2018/05/15/you-just-got-attacked-by-fake-1-star-reviews-now-what/

Karrasch, T., (2024): Mysteriöses Verschwinden: Wie Unternehmen darum kämpfen, positive Google-Bewertungen zurückzubekommen
https://omr.com/de/daily/geloeschte-google-reviews

Paget, S., (2025): Local Consumer Review Survey 2025
https://www.brightlocal.com/research/local-consumer-review-survey/

Prinz, M., (o.j.): Klage zugestellt wegen negativer Bewertung – Tipps vom Rechtsanwalt
https://www.prinz.law/bewertungen/klage-zugestellt-wegen-negativer-bewertung/

ReviewTrackers (2022): Online Reviews Statistics and Trends: A 2022 Report by ReviewTrackers
https://www.reviewtrackers.com/reports/online-reviews-survey/

Titelbild: Prof. Dr. Susanne Ardisson (Portrait Hamburg, © Andrea Heinsohn)

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Wer fängt Menschen auf, wenn Hilfe dringend gebraucht wird?

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mentalis psychische Gesundheit und Versorgung digital Teamfoto mentalis

mentalis stärkt die Versorgung der psychischen Gesundheit mit hybriden Ansätzen

Wie würden Sie mentalis und das Team dahinter vorstellen?

mentalis ist ein Digital-Health-Unternehmen aus Nürnberg, das seit 2018 Soforthilfeprogramme für Menschen mit psychischen Erkrankungen entwickelt. Wir sind eine Ausgründung der FAU Erlangen-Nürnberg und kommen entsprechend stark aus der Wissenschaft. Unsere Programme verbinden psychologische Gespräche am Telefon mit störungsspezifischen Therapie-Apps. Gemeinsam legen wir viel Herzblut darin, psychische Versorgung niedrigschwellig und alltagsnah zu gestalten.

Welche Motivation stand am Anfang von mentalis und wie prägt sie Ihre heutige Ausrichtung im Bereich psychische Gesundheit?

Viele psychisch belastete Menschen fühlen sich nicht schnell genug oder nicht ausreichend unterstützt – besonders nach Klinikaufenthalten oder während langer Wartezeiten. Genau diese Versorgungslücke wollten wir schließen. In unserer Arbeit begleitet uns immer die Frage: Wie können wir Menschen mit psychischen Erkrankungen schnell und gleichzeitig sehr individuell helfen?

Welche Vision verfolgen Sie für eine moderne, digitale Versorgungslandschaft und welchen Beitrag möchte mentalis dazu leisten?

Wir glauben an eine hybride Versorgung, die digital unterstützt, aber menschlich bleibt. Digitale Angebote sollen persönliche Behandlungen sinnvoll ergänzen, nicht ersetzen. mentalis möchte genau diese Brücke schlagen.

Für welche Zielgruppen ist mentalis besonders relevant und wie unterstützen Ihre hybriden Programme Menschen mit psychischen Belastungen?

mentalis richtet sich an Menschen mit Depression, Alkoholproblemen, Essstörungen und anderen psychischen Erkrankungen – oft in Übergangsphasen wie nach einem Klinikaufenthalt. Zusätzlich bieten wir ein Soforthilfeprogramm für Jugendliche ab 13 Jahren und Erwachsene an. Durch die Kombination aus persönlicher Begleitung und App erhalten Betroffene Unterstützung, die sich gut in den Alltag integrieren lässt.

Ihr Modell kombiniert App-basierte Übungen mit persönlichem Tele-Coaching. Wo sehen Sie darin den größten Vorteil für die Nutzerinnen und Nutzer?

Der größte Vorteil liegt in der Verbindung aus persönlicher Beziehung und Flexibilität. Klient:innen werden individuell begleitet und können gleichzeitig selbstständig mit der App arbeiten. Diese Kombination hat sich sowohl in Studien als auch in unserer Praxis als sehr wirkungsvoll erwiesen.

Viele Betroffene erleben nach einem Klinikaufenthalt eine Versorgungslücke. Wie adressiert mentalis diese Herausforderung?

Unsere Nachsorgeprogramme setzen genau in dieser Übergangsphase an und bieten eine strukturierte Weiterbegleitung nach der Entlassung – nahtlos an die Klinik anschließend. Wir verstehen uns dabei ausdrücklich nicht als Ersatz für eine ambulante Therapie. Wenn jemand schnell einen Therapieplatz vor Ort bekommt, freuen wir uns – in der Zwischenzeit begleiten wir gern überbrückend.

Was macht mentalis einzigartig im Vergleich zu anderen digitalen Gesundheitsangeboten?

Viele digitale Angebote verzichten auf den persönlichen Kontakt – bei uns steht er im Mittelpunkt und wir kombinieren ihn mit unseren Apps, sodass wir das Beste aus zwei Welten kombinieren und miteinander integrieren.

Wie stellen Sie sicher, dass Ihre Programme sowohl wissenschaftlich fundiert als auch alltagsnah und individuell einsetzbar sind?

Wir sind ein Uni-Spin-off, haben viele wissenschaftliche Studien durchgeführt und machen es auch weiterhin. Zudem basieren unsere Programme auf evidenzbasierten psychotherapeutischen Ansätzen und werden kontinuierlich überprüft. Gleichzeitig entwickeln wir sie eng an den Erfahrungen der Betroffenen weiter. So bleiben sie wissenschaftlich fundiert und im Alltag gut umsetzbar.

mentalis psychische Gesundheit und Versorgung digital Jürgen Stein Managing Director
Jürgen Stein Managing Director

Welche Weiterentwicklungen oder neuen Programmbereiche planen Sie für die kommenden Monate?

Unser Fokus liegt vor allem auf der Weiterentwicklung bestehender Programme. Wir prüfen laufend, welche Themen Menschen mit psychischen Erkrankungen aktuell beschäftigen und ob wir diese schon ausreichend abdecken. Besonders wichtig ist uns dabei eine App, die intuitiv funktioniert – auch für Menschen, die wenig technikaffin sind.

Wie verändert sich die psychische Gesundheitsversorgung aus Ihrer Sicht durch digitale Angebote wie mentalis?

Digitale Angebote sorgen dafür, dass Menschen besser Unterstützung bekommen können und sich nicht allein gelassen fühlen. Gerade in Wartezeiten oder Übergangsphasen können sie Stabilität geben – und das verändert die Versorgung spürbar.

Welche Bedeutung hat es für euch, dass mentalis Teil des de:hub Netzwerks ist und welche Vorteile ergeben sich daraus?

Das de:hub Netzwerk bietet uns wertvolle Sichtbarkeit und einen intensiven Austausch mit relevanten Partnern. Besonders der interdisziplinäre Dialog zwischen Startups, Wissenschaft und Wirtschaft ist für uns sehr wertvoll.

Würden Sie anderen Gründerinnen und Gründern empfehlen, ihre Startups ebenfalls im Umfeld des de:hub aufzubauen?

Ja, auf jeden Fall. Das Netzwerk erleichtert Kooperationen und beschleunigt Lernprozesse. Gerade im stark regulierten Digital-Health-Bereich ist dieser Austausch ein großer Vorteil.

Welche drei Ratschläge möchten Sie Gründerinnen und Gründern im Bereich Digital Health oder psychische Gesundheit mitgeben?

Erstens: Wissenschaftliche Evidenz von Anfang an ernst nehmen. Zweitens: Die Bedürfnisse der Nutzer:innen konsequent in den Mittelpunkt stellen. Drittens: Geduld mitbringen – nachhaltige Innovation im Gesundheitswesen braucht Zeit.

Bildcredits © mentalis

Wir bedanken uns bei Jürgen Stein für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Wann werden komplexe Inhalte endlich verständlich?

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rooom für 3D Erlebnisse direkt im Browser Gruppenbild

rooom macht 3D über eine browserbasierte Lösung zugänglich

Wie würden Sie rooom und das Team dahinter vorstellen?

rooom macht komplexe Produkte, Services und Prozesse so erlebbar, dass Menschen sie sofort verstehen – in 3D, AR oder VR. Das läuft direkt im Browser: Link öffnen, loslegen – ohne App, ohne Installationsstress. Hinter rooom steht ein neugieriges Team aus Tech, Design und Customer Success, das nicht „nice Demos“ baut, sondern Lösungen, die im Alltag wirklich funktionieren und messbar Wirkung bringen.

Welche Motivation führte zur Gründung von rooom und wie hat sich daraus Ihre heutige technologische Ausrichtung entwickelt?

Ich komme aus der Praxis: Schon als Teenager habe ich programmiert und PC-Spiele entwickelt – dadurch war 3D für mich nie „Spielerei“, sondern ein Werkzeug, um Dinge verständlicher zu machen.
Später habe ich mit einer eigenen Digital-Transformation-Agentur Unternehmen wie BOSCH und Hewlett-Packard begleitet und immer wieder das gleiche gesehen: 3D würde Produkte und Prozesse massiv leichter erklärbar machen – aber die Hürden waren zu hoch (Spezialsoftware, Installation, Hardware, Expertenwissen).
Also haben wir rooom so gebaut, dass 3D in Unternehmen genauso selbstverständlich wird wie ein Video: im Browser, auf jedem Gerät, leicht zu erstellen, leicht zu integrieren – und skalierbar für echte Use Cases.

Welche Vision verfolgen Sie für digitale 3D-Erlebnisse und wie möchte rooom diese Vision über seine Plattform umsetzen?

Wir glauben an ein immersives Web: dreidimensional, inklusiv und alltagstauglich – ein Web, das Produkte, Wissen und Räume besser verständlich macht. Dafür bieten wir eine modulare Plattform, mit der Teams Experiences schnell erstellen, teilen und auf allen Geräten ausspielen können – ohne Friktion, aber mit Enterprise-Anspruch.

Für welche Branchen oder Unternehmen ist rooom besonders relevant und wie erfüllen Sie deren Anforderungen an moderne Präsentations- und Interaktionsformate?

Überall dort, wo Komplexität erklärt werden muss: Industrie & Manufacturing (Produkt-/Anlagenzwillinge, Training, Service), Consumer Goods & E-Commerce (3D/AR für mehr Vertrauen und weniger Retouren) sowie Public Sector & Education (Wissensräume, virtuelle Campus, digitale Tourismus-Erlebnisse). Der Kern ist immer gleich: einmal Inhalte erstellen – und dann in vielen Formaten ausspielen, skalierbar und in bestehende Systeme passend.

Ihre Plattform ist browserbasiert und no-code. Wo sehen Sie darin den größten Vorteil für Ihre Kundinnen und Kunden?

Der größte Vorteil ist Geschwindigkeit: Teams kommen in Tagen in die Umsetzung statt in Monaten – ohne Agentur-Dauerloop und ohne IT-Bottleneck. Und weil alles per Browser funktioniert, erreicht man Menschen sofort: Link, QR-Code oder Einbindung in vorhandene Kanäle – fertig.

Viele Firmen möchten immersive Inhalte nutzen, haben aber hohe technische Hürden. Wie adressiert rooom diese Herausforderungen?

Wir nehmen die Hürden konsequent raus: Inhalte lassen sich ohne Programmierkenntnisse erstellen, testen und verbessern – auch, wenn im Team niemand „3D-Profi“ ist. Dazu helfen Automatisierung und KI genau dort, wo sie Zeit frisst (z. B. beim Aufbereiten und Optimieren von 3D-Daten) – kombiniert mit unser eigenen, über Jahre entwickelten patentierten Technologie.
Und ganz wichtig im Unternehmensalltag: rooom lässt sich einfach in bestehende Kanäle und Systeme bringen – z. B. auf die Website, in den Shop, direkt in Microsoft Teams oder in interne Plattformen – damit es nicht bei einer Demo bleibt, sondern wirklich genutzt wird.

Was macht rooom einzigartig im Vergleich zu anderen Lösungen im Bereich 3D, VR oder AR?

Die Kombination aus schneller Content-Erstellung, Ausspielung in 3D/AR/VR direkt im Browser und echter Integrationsfähigkeit in bestehende Systemlandschaften. Dazu kommt unser Fokus auf Enterprise-Readiness „made in Europe“: Hosting in Deutschland/EU, DSGVO-konforme Ausrichtung und Security-Standards (wir ISO 27001), die in großen Organisationen erwartet werden.

Wie verändern virtuelle Showrooms, Events oder Trainings den Alltag in Marketing, Vertrieb oder Weiterbildung?

Statt lange zu erklären, wird direkt gezeigt – das beschleunigt Entscheidungen und reduziert Missverständnisse. Im Marketing sorgt das für mehr Aufmerksamkeit und bessere Conversion, im Vertrieb für schnellere Abstimmung, und im Training für skalierbares Enablement über Standorte hinweg – ohne dass jedes Training wieder bei null startet.

Welche Weiterentwicklungen oder neuen Module planen Sie in den kommenden Monaten?

Unser Fokus ist „von Content zu Systems“: Wir machen es einfacher, komplette virtuelle Umgebungen automatisch zu erstellen und sie mit Unternehmensdaten zu verbinden – damit sich Räume, Produkte oder Trainings dynamisch aktualisieren lassen. Gleichzeitig treiben wir AR/XR-Headset-Szenarien voran und erweitern KI-Features, die echte Effizienz bringen: schneller produzieren, schneller anpassen, schneller ausrollen – ohne Security-Kompromisse.

rooom für 3D Erlebnisse direkt im Browser CEO Hans Elstner
CEO Hans Elstner

Wie beobachten Sie die Zukunft immersiver Technologien und welche Rolle soll rooom darin spielen?

Immersive Experiences werden vom „Wow“ zum Standard-Interface für Verständnis – besonders bei komplexen Produkten, Räumen und Prozessen. rooom will die Plattform sein, die das praktikabel macht: niedrigschwellig im Einsatz, skalierbar im Betrieb und klar business-wirksam.

Welche Bedeutung hat es für euch, dass rooom Teil des de:hub Netzwerks ist und welche Vorteile ergeben sich daraus?

Das de:hub Netzwerk bringt relevante Player zusammen – und öffnet Türen auch über den eigenen Hub hinaus. Ich habe dadurch deutschlandweit wertvolle Kontakte und Austausch gehabt, z. B. auf Formaten wie dem Ostdeutschen Wirtschaftsforum. Für rooom bedeutet das: schnellerer Zugang zu Use Cases, mehr Bühnen- und Messepräsenz, stärkere Partnerschaften – und ein klarer Weg von Vernetzung zu Pilotprojekten und skalierbaren Lösungen. Zusätzlich hilft die Initiative auch beim Blick über Deutschland hinaus, etwa durch internationale Messe- und Matchmaking-Formate.

Würden Sie anderen Gründerinnen und Gründern empfehlen, ihre Startups ebenfalls im Umfeld des de:hub aufzubauen, und welche Erfahrungen haben Sie dabei gemacht?

Ja – weil man dort schneller an echte Problemstellungen, verlässliche Partner und ein belastbares Netzwerk kommt, statt im reinen „Pitch-Modus“ stecken zu bleiben. Wer Co-Creation ernst meint, bekommt im de:hub Umfeld Tempo, Sichtbarkeit und Zugang zu Umsetzungskraft.

Welche drei Ratschläge möchten Sie Gründerinnen und Gründern mitgeben, die im Bereich immersive Technologien oder SaaS-Plattformen starten möchten?

Löst ein echtes Business-Problem – nicht nur ein Tech-Problem: Wirkung schlägt Wow-Effekt.
Geht früh raus aus dem „Keller“: sprecht mit Kundinnen und Kunden, zeigt Prototypen, sammelt Feedback – auch wenn es manchmal wehtut.
Und dann: iteriert konsequent. Baut klein, testet messbar, lernt schnell – „Lean Startup“ von Eric Ries ist dafür bis heute eine ziemlich gute Pflichtlektüre.

Bildcredits © room AG

Wir bedanken uns bei Hans Elstner für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Warum wird so viel Energie verschwendet, obwohl die Lösung längst existiert?

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Unocconi Wärmerückgewinnung Energieeffizienz Duschen Valentin und Steffen Nittbaur

Unocconi vertreibt Systeme zur Wärmerückgewinnung beim Duschen und verbessert damit gezielt die Energieeffizienz in Gebäuden ohne Einschränkung des Komforts

Was ist Unocconi für ein Unternehmen und wer sind die Menschen, die das Startup gegründet haben und heute prägen?

Ich heiße Steffen, habe über 25 Jahre in der Automobilindustrie gearbeitet und bin dann mit Mitte 50 über ein Abfindungsprogramm ausgestiegen. Danach habe ich im Fernstudium Umweltwissenschaften studiert und bin dabei auf des Thema Wärmerückgewinnung beim Duschen gestoßen. In 2023 habe ich mit meinem Sohn Valentin die Unocconi GmbH gegründet, um dieses in Deutschland noch weitgehend unbekannten Verfahren zu etablieren und dafür geeignete Systeme zu vertreiben. Valentin ist Betriebswirt und war im technischen Vertrieb Maschinenbau tätig. Zuerst hat er Unocconi nur nebenher gemacht, dann aber gekündigt und ist jetzt (Vollblut-) Unternehmer.

Welche persönliche oder berufliche Erfahrung hat zur Idee geführt, mit Unocconi auf Wärmerückgewinnung beim Duschen zu setzen?

Als Umweltwissenschaftler habe ich gelernt, dass Menschen ökologisch sinnvolle Maßnahmen, die aber ihre Lebensqualität einschränken, meist ablehnen (Suffizienz). Deswegen müssen Produkte und Verfahren etabliert werden, bei denen die Menschen ihr Leben weiterführen können, ohne sich einschränken zu müssen (Effizienz). Das beste Beispiel ist die Beleuchtung: Früher waren 100 Watt Glühbirnen für eine Lichtstärke notwendig, für die heute ein 10 Watt LED-Leuchtmittel ausreicht. Die teilweise Rückgewinnung von wertvoller Wärmeenergie, die beim täglichen Duschen bisher völlig ungenutzt im Abfluss verschwindet, erschien uns ein sehr sinnvolles Verfahren, um die Energieeffizienz auch im Sanitärbereich zu verbessern.

Welche Vision verfolgt Unocconi im Kontext Energiewende und nachhaltiger Gebäudetechnik?

Unser Ziel ist es, dazu beizutragen, dass in wenigen Jahren die Wärmerückgewinnung beim Duschen genauso bekannt und selbstverständlich ist, wie das heute schon z. B. bei der Fassadendämmung oder bei PV-Anlagen der Fall ist. Und so einen nicht unwesentlichen Beitrag in Richtung Wärmewende zu leisten.

Wie helfen die Lösungen von Unocconi dabei, Energieverluste im Alltag konkret zu reduzieren?

Die Funktionsweise ist einfach: Das warme Abwasser gibt seine Energie über einen Wärmetauscher an das kalte Frischwasser ab, das dadurch bereits vorerwärmt für die Erzeugung von Warmwasser zur Verfügung steht. Dadurch lässt sich der Energiebedarf für Warmwasser im Durchschnitt halbieren – ohne Komfortverlust für die Nutzenden.

An welche Zielgruppen richtet sich Unocconi aktuell und warum sind gerade diese besonders relevant?

Um unsere innovativen Verfahren bekannt zu machen und Vertrauen zu gewinnen, adressieren wir an alle Stakeholder – Endkunden, SHK-Betriebe, TGA-Planende, Architekten, Energieberatende, … Aber auch die Presse und nachhaltige NGO’s sind für uns wichtige und oft sehr interessierte Multiplikatoren unseres Anliegens.

Wie stellen Sie sicher, dass die Bedürfnisse von privaten Bauherren, Projektentwicklern oder gewerblichen Kunden gleichermaßen erfüllt werden?

Anbieter von Bauleistungen können den Endkunden eine Innovation anbieten, die noch sehr selten ist und die das Angebot damit einzigartig macht. Und Endkunden lassen sich eine Energieeffizienzlösung einbauen, deren Investition sich je nach Nutzungsprofil in wenigen Jahren amortisiert und die zudem staatlich gefördert wird.

Welche Herausforderungen bringt es mit sich, eine noch wenig verbreitete Technologie in den Markt zu bringen?

Wir müssen die Technologie bekannt machen und dafür Vertrauen aufbauen. Deswegen kommunizieren wir auf allen Ebenen, stehen für technische Detailfragen kompetent und verbindlich zur Verfügung und zeigen unsere Produkte auf den einschlägigen SHK-Messen. Bei unseren Kunden sammeln wir Bewertungen ein und veröffentlichen diese.

Was unterscheidet Unocconi aus Ihrer Sicht von anderen Lösungen im Bereich Energieeffizienz und Warmwasser?

Andere kleinere Unternehmen aus den Bereich Energieeffizienz im Baubereich, die wir immer wieder mal auf den einschlägigen Messen kennenlernen, kämpfen mit den gleichen Herausforderungen wie wir bei Unocconi. Bei der Wärmerückgewinnung aus Duschabwasser sind wir in Deutschland aber noch fast die Einzigen. Einige größere Unternehmen haben sich in der Vergangenheit aus dem Thema zurückgezogen, da es für sie zu erklärungsintensiv war.

Welche Rolle spielen Partner und Installationsbetriebe für das Wachstum von Unocconi?

Ein sehr wichtige: Wir haben ein Partnernetzwerk, in dem wir „Fans“ der Wärmerückgewinnung beim Duschen versammelt haben, die uns in der Verbreitung dieses Themas unterstützen. Denn zur finalen Kaufentscheidung sind neben dem Endkunden oft auch der SHK-Profi, der Energieberatende oder z. B. ein Architekt notwendig.

Wohin soll sich Unocconi in den nächsten Jahren entwickeln und an welchen Themen arbeiten Sie derzeit besonders intensiv?

Die Wärmerückgewinnung beim Duschen ist eine Nische, in der wir bei dem zu erwartenden Marktwachstum und den großen Sanitärherstellern, die dann aktiv werden, unseren Platz behaupten müssen. Deswegen arbeiten wir daran, unser Produktportfolio sukzessive zu erweitern, um noch weiter vom Produkt- zum Lösungsanbieter zu werden.

Welche drei Ratschläge würden Sie anderen Gründerinnen und Gründern geben, die im Bereich Klima und Energie ein Startup aufbauen möchten?

Viel Geduld und Frustrationstoleranz mitbringen. Nicht nur ökologische Benefits in den Vordergrund stellen, da Klimaschutz aktuell leider einen sehr geringen Stellenwert hat. Und einfach jetzt starten, statt zu warten, dass sich gesellschaftliche oder persönliche Rahmenbedingungen irgendwann mal günstig entwickeln.

Bildcredits:  Unocconi

Wir bedanken uns bei Steffen Nittbaur für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Trauer im Team: Warum Wegsehen keine Option ist

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Trauer im Unternehmen: Verlust und Führung Petra Berghaus Fotografin Bildcredits Lotta Laabs

Aus meiner Arbeit weiß ich: Je tragischer ein Verlust ist, desto unsicherer reagiert oft das Umfeld. Das gilt besonders im beruflichen Kontext.

Der Tod eines Partners, eines Kindes oder eines nahen Angehörigen bringt nicht nur das Leben der betroffenen Person aus dem Gleichgewicht, sondern verunsichert auch Kolleginnen und Kollegen sowie Führungskräfte. Viele wissen nicht, was sie sagen oder tun sollen und entscheiden sich deshalb fürs Schweigen.

Trauer lässt sich jedoch nicht an der Bürotür abgeben. Sie ist da, ob wir sie ansprechen oder nicht. Wird sie ignoriert, verstärkt das häufig das Gefühl von Einsamkeit, Fremdsein und innerem Rückzug.

Wenn Mitgefühl auf Sprachlosigkeit trifft

Gerade im Arbeitsalltag prallen unterschiedliche Bedürfnisse aufeinander. Leistungsanforderungen, Teamdynamik und der Wunsch, nichts falsch zu machen. Aus dieser Unsicherheit entstehen oft gut gemeinte, aber hilflose Reaktionen oder eben gar keine.

Dabei braucht es keine perfekten Worte. Ein schlichtes, ehrliches „Es tut mir leid“ reicht oft aus. Zuhören ist wichtiger als Trösten. Und ebenso wichtig ist es, auszuhalten, wenn jemand gerade nicht sprechen möchte.

Führung bedeutet auch, Unsicherheit zuzulassen

Viele Führungskräfte haben Angst, Trauer anzusprechen. Diese Angst ist menschlich. Doch Nicht Handeln sendet ebenfalls eine Botschaft und die lautet häufig: Dein Verlust hat hier keinen Platz.

Hilfreich sind klare, respektvolle Gespräche. Was ist im Moment möglich? Welche Aufgaben können vorübergehend abgegeben werden? Welche Form von Flexibilität hilft jetzt? Solche Absprachen geben Orientierung, ohne zu überfordern.

Warum Strukturen entlasten

Besonders in dynamischen Unternehmen ist es hilfreich, Trauer nicht jedes Mal neu improvisieren zu müssen. Ein einfacher Rahmen, etwa klare Ansprechpartner, transparente Absprachen und sensible Kommunikation im Team, nimmt Druck aus akuten Situationen.

Strukturen bedeuten nicht Kälte. Sie schaffen Sicherheit. Für Betroffene ebenso wie für Kolleginnen und Kollegen, die unterstützen wollen, aber unsicher sind, wie.

Wenn ein Team gemeinsam trauert

Manchmal betrifft ein Verlust nicht nur Einzelne, sondern das ganze Team, etwa beim Tod eines Kollegen. Kurze, bewusste Rituale können helfen. Eine Schweigeminute, ein gemeinsamer Gedanke oder ein Ort für Erinnerungen. Nicht groß, nicht öffentlich, aber ehrlich.

Rituale geben Halt, weil sie dem Unfassbaren einen Rahmen geben, ohne den Arbeitsalltag dauerhaft zu blockieren.

Trauer als Teil moderner Unternehmenskultur

Trauer ist kein Sonderfall, sondern Teil des Lebens. Unternehmen, die das anerkennen, stärken Vertrauen, Loyalität und menschliche Verbundenheit. Nicht trotz, sondern gerade in schwierigen Zeiten.

Am Ende zeigt sich Unternehmenskultur nicht in Leitbildern, sondern darin, wie Menschen begleitet werden, wenn Worte fehlen.


Fotografin/Bildcredits: Lotta Laabs

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

seed+speed Ventures startet neuen KI-Fonds über 90 Millionen Euros

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seed+speed Ventures KI-Fonds B2B-Startups Carsten Maschmeyer Fotograf Thomas von Aagh

Der Fonds investiert in europäische B2B-Startups in der Pre-Seed- und Seed-Phase.

seed+speed Ventures, der in Berlin ansässige Early-Stage-Fonds unter der Leitung von Carsten Maschmeyer und Alexander Kölpin, hat sein Fundraising bei 90 Millionen Euro abgeschlossen. Das ursprünglich geplante Zielvolumen für den dritten Fonds lag bei 30 Millionen Euro. Mit Zustimmung der Investoren wurde der Hard Cap zweimal erhöht.

seed+speed III investiert in europäische B2B- und Enterprise-Software-Unternehmen in der Pre-Seed- und Seed-Phase mit Erstinvestments zwischen 500.000 und 1,5 Millionen Euro. Pro Startup kann der Fonds mehrere Millionen Euro an Folgekapital bereitstellen.

Mit dem neuen Fonds legt seed+speed Ventures einen klaren Fokus auf den sicheren Einsatz von KI im Unternehmensalltag – von Sicherheit, Datenschutz und Governance über Qualität und Kostenkontrolle bis hin zu messbarer Produktivität.

Zur Investorenbasis zählen institutionelle Investoren wie Banken und Stiftungen, Medienhäuser, Family Offices, Industrieholdings, Experten aus dem Rechts- und Steuerbereich, Immobilienunternehmer sowie vermögende Privatpersonen.

Carsten Maschmeyer über Europas KI-Potenzial

Carsten Maschmeyer, Managing Partner bei seed+speed Ventures, erklärt:

„Wenn Europa im globalen KI-Wettbewerb bestehen will, müssen wir Innovation dringend vorantreiben. Wir glauben fest an KI aus Europa. Es gibt hier starke, innovative Gründerinnen und Gründer mit Erfindergeist und Technologie auf Weltklasseniveau. Was leider oft fehlt, ist die Kraft, daraus große Unternehmen aufzubauen – genau hier setzen wir an. Besonders stolz sind wir darauf, dass mehrere erfolgreiche Gründer aus unseren ersten beiden seed+speed Fonds nach ihren Exits nun selbst als Investoren eingestiegen sind. Das ist ein starkes Vertrauenssignal.“

Alexander Kölpin über Enterprise KI und frühe Investments

Alexander Kölpin, Managing Partner bei seed+speed Ventures, ergänzt:

seed+speed Ventures_Alexander Kölpin_Managing Part ner_(c)seed+speed Ventures
seed+speed Ventures Alexander Kölpin Managing Partner Credits: seed+speed Ventures

„Die Frage ist nicht mehr, ob Unternehmen KI einsetzen werden, sondern wie sie KI nutzen, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Wir investieren in Pre-Seed- und Seed-Teams, die KI als Kerntechnologie entwickeln, ebenso wie in Unternehmen, die Werkzeuge für den sicheren und effektiven Einsatz von KI bereitstellen. Mit 90 Millionen Euro haben wir ein starkes Early-Stage-Vehikel für Enterprise KI in Europa geschaffen. Wir investieren bewusst sehr früh und begleiten Gründerinnen und Gründer mit Folgefinanzierungen, Go-to-Market-Umsetzung und vertriebsgetriebenem Wachstum, damit aus europäischer Technologie Lösungen entstehen, die internationale Standards setzen.“

seed+speed Ventures als Lead-Investor mit größeren Tickets

Die Investmentstrategie von seed+speed fokussiert sich auf europäische Pre-Seed- und Seed-Startups mit klarer KI-Komponente – entweder Unternehmen mit eigener KI für B2B- und Enterprise-Software oder Tools, die den sicheren und effizienten Einsatz externer KI ermöglichen.

Mit einem Fondsvolumen von 90 Millionen Euro kann das Team nun größere Erstinvestments tätigen und flexibler investieren, sei es als Lead- oder Co-Lead-Investor oder im Rahmen von Folgefinanzierungen. seed+speed unterstützt seine Portfolio-Unternehmen insbesondere beim Aufbau skalierbarer Go-to-Market-Strukturen in Europa und stellt Gründerteams ein dediziertes Support-Team für Sales, PR, Marketing und Social Media zur Seite.

Pro Jahr plant seed+speed Investitionen in sieben bis neun neue Startups.

Erfolgsbilanz der Fonds I und II

Die Fonds I und II konzentrierten sich auf Startups aus dem deutschsprachigen Raum. Zu den bekanntesten und erfolgreichsten Unternehmen im Portfolio von seed+speed zählen Prezise.ai (Exit), Finanzguru, pliant, Kertos, Prewave, Enginsight und Orderlion.

Öffnung für ganz Europa mit seed+speed III

Das Fundraising für seed+speed III begann im Sommer 2024. Erstmals steht der neue Fonds auch europäischen Startups außerhalb der DACH-Region offen.

Seitdem hat das Investmentteam bereits in 13 Startups investiert.

Ausgewählte Portfolio-Unternehmen von seed+speed III

Orq.ai mit Sitz in Amsterdam (Niederlande) ist eine Generative-AI- Kollaborations- und LLMOps-Plattform, die Teams dabei unterstützt, KI-Agenten sicher in der Produktion zu entwickeln, zu testen, auszurollen und zu überwachen. Im Dezember 2025 schloss Orq.ai eine Seed-Finanzierungsrunde über 5 Millionen Euro ab.

RIIICO mit Sitz in Düsseldorf ist eine KI-basierte Softwareplattform, mit der Industrieunternehmen digitale 3D-Modelle bestehender Fabriken erstellen können. So lassen sich Werks­erweiterungen, neue Produktionslinien und Umbauprojekte viermal schneller und flexibler planen und umsetzen. Zu den Kunden zählen bereits namhafte Automobilhersteller. Im Juni 2025 sammelte RIIICO 5 Millionen US-Dollar in einer Seed-Runde ein.

Optimuse aus Wien ist eine KI-Plattform für Planung, Sanierung und Betrieb von Gebäuden. Sie zeigt Planern frühzeitig, welche technischen Optionen Kosten und Emissionen am effektivsten senken. Am 1. Oktober 2025 schloss Optimuse eine Seed-Finanzierungsrunde über 4 Millionen Euro ab.

Eleven Dynamics mit Sitz in Solothurn (Schweiz) bietet automatisierte Inline-Messtechnik und Qualitätskontrolle für die industrielle Fertigung. Unternehmen können damit ihre Taktzeiten reduzieren und gleichzeitig die Qualität steigern. Zu den Kunden zählen unter anderem BMW, Audi und Sauber Motorsport. Im Februar 2025 sicherte sich Eleven Dynamics eine Seed+-Finanzierung über 3,5 Millionen Schweizer Franken.

Titelbild Carsten Maschmeyer Fotograf Thomas von Aagh

Quelle: Maschmeyer Group/ MM Support GmbH

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