Mittwoch, April 1, 2026
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Kann ein Chatbot den Weg zur Ausbildung einfacher machen?

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Jimmy Ausbildung Unternehmen bei Höhle der Löwen Beim Battle treten "Peak Protect“ mit Gründer Christopher Czellary gegen „Jimmy“ mit Gründer Phillip Hammerer (Foto) gegeneinander an. Wer kann die „Löwen“ mit seiner Geschäftsidee überzeugen und darf weiter pitchen ? Bildcredits/Fotograf: RTL / Bernd-Michael Maurer

Jimmy verbindet Ausbildung und Unternehmen über eine digitale Plattform neu: Schülerinnen und Schüler bewerben sich über einen Chatbot, während Unternehmen passende Kandidaten direkt finden können. Das Startup wird seine Lösung am 16. März 2026 in der Höhle der Löwen präsentieren.

Wie ist das Startup entstanden und welche Personen stehen dahinter?

Jimmy Ausbildung entstand als mir meine Mutter erzählte, dass sie Ausbildungsberufe in der Firma haben, die keiner kennt und es somit sehr schwer ist geeignete Azubis zu finden. Zudem wusste ich, dass einige meiner ehemaligen Mitschüler auch noch kurz vor dem Abschluss noch völlig Orientierungslos waren und gar nicht wussten welche Ausbildung sie einmal machen wollen. Und so ist Jimmy entstanden. – Hinter der Firma stehe ich Philipp Hammerer (zum Zeitpunkt der Aufzeichnung 16 inzwischen 17) und als noch Geschäftsführerin meiner Mutter da ich selbst noch gar keine Firma besitzen darf

In welcher Branche ist Jimmy tätig und was zeichnet das Geschäftsmodell aus?

Wir befinden uns in der Ausbildungs- Praktikumsbranche und mit unserem Portal wird sowohl das Bewerben als auch das Azubirecruiting so einfach wie noch nie. Schüler bewerben sich indem sie 2 Minuten mit unserem Chatbot Jimmy schreiben und müssen danach nur noch darauf warten, dass ein Unternehmen sie kontaktiert. Diese wiederum geben in unserem Portal deren Anforderungen an ihren Azubi an danach gehen sie nur noch auf den Bewerberpool und sehen anhand eines Scores wie gut der Bewerber zu Ihnen passen würde und können diesen direkt kontaktieren.

Welche Idee oder welches Problem stand am Anfang der Gründung? Gab es eine Marktlücke oder eine besondere Inspiration?

Die Idee ist, den Bewerbungsprozess umzudrehen, für Schüler zu vereinfachen und den Kontakt zwischen Ausbildungsbetrieben und zukünftigen Azubis zu schnell und unkompliziert zu ermöglichen.

Was macht das Konzept oder die Technologie besonders? Welche innovativen Ansätze kommen zum Einsatz?

Das besondere bei Jimmy ist, dass die Firmen sich selbst bei passenden Bewerbern melden können. Ein Algorithmus matcht die passenden Kandidaten und so kann sich das Unternehmen per Chat mit ihnen in Verbindung setzen.

Welche konkreten Vorteile bietet Jimmy den Nutzerinnen und Nutzern? Was hebt es im Alltag vom Wettbewerb ab?

Für Schüler: Jimmy ist für Schüler komplett kostenfrei. Das Interview ist unkompliziert und vor allem vorurteilsfrei. Name, Alter, Geschlecht und Nationalität spielen keine Rolle, nur Fähigkeiten und Interessen zählen.
Für Unternehmen: Mit einem Jahresbeitrag können beliebig viele Ausbildungsplätze ausgeschrieben werden. Es können alle Funktionen genutzt werden, so entstehen keine versteckten Kosten.

Wie wurde Jimmy entwickelt und getestet? Gab es besonderes Feedback aus ersten Anwendungen oder Testphasen?

Entwickelt und programmiert wurde es von mir selbst. Dank dem Feedback unserer ersten Kunden habe ich das Jimmy kontinuierlich weiterentwickelt und an Kundenwünsche angepasst.

Welche Vision verfolgt Jimmy? Welche Meilensteine sollen in den nächsten Jahren erreicht werden?

Zuerst möchten wir Jimmy deutschlandweit etablieren. Auf längere Sicht auch im gesamten DACH-Raum.

Warum fiel die Entscheidung, sich bei Höhle der Löwen zu präsentieren? Welche Aspekte stehen dabei im Vordergrund?

Die Höhle der Löwen ist eine tolle Chance, um Kontakte mit Investoren zu knüpfen und auch um Feedback von erfahrenen Investoren zu erhalten.

Welche Form der Unterstützung wird durch die Teilnahme an Höhle der Löwen angestrebt? Wie soll eine mögliche Investition oder Zusammenarbeit genutzt werden?

Eine Beteiligung eines der Löwen ist das Ziel bei unserer Teilnahme. Wir wünschen uns Unterstützung, vor allem in den Bereichen Marketing und Vertrieb.

Welche Ratschläge lassen sich aus diesen Erfahrungen ableiten, die für andere Gründerinnen und Gründer hilfreich sein könnten?

Glaub an dich und deine Idee, denn der perfekte Zeitpunkt deine Idee umzusetzen ist jetzt und nicht später!

Sehen Sie Jimmy am 16. März 2026 in der Höhle der Löwen

Bild: Beim Battle treten „Peak Protect“ mit Gründer Christopher Czellary gegen „Jimmy“ mit Gründer Phillip Hammerer (Foto) gegeneinander an. Wer kann die „Löwen“ mit seiner Geschäftsidee überzeugen und darf weiter pitchen ?
Bildcredits/Fotograf: RTL / Bernd-Michael Maurer

Wir bedanken uns bei Phillip Hammerer für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Kann aus einem Nebenprodukt der nächste große Foodtrend entstehen?

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REVOJA Sojatrester Okara Food Upcycling teambild revoja

REVOJA entwickelt pflanzliche Lebensmittel aus Sojatrester und Okara und nutzt Food Upcycling, um aus Nebenströmen der Sojaverarbeitung neue proteinreiche Produkte für Gastronomie und Foodservice zu schaffen

Wie ist die Idee zu REVOJA entstanden und wer sind die Menschen hinter dem Startup?

Die Idee zu REVOJA entstand im Rahmen der Drink Innovation Challenge der Hochschule Geisenheim. Für den Wettbewerb entwickelten wir einen veganen Ayran und wurden dabei auf die Reststoffproblematik in der Sojaverarbeitung aufmerksam. Schnell wurde uns klar, dass im Sojatrester, auch Okara genannt, viel ungenutztes Potenzial steckt. Okara ist der faserreiche Pressrückstand, der bei der Verarbeitung von Sojabohnen entsteht und wertvolle Proteine, Ballaststoffe und Mineralstoffe enthält. Heute arbeiten wir zu dritt daran, daraus neue Lebensmittel zu entwickeln: Phillip ist Getränketechnologe und treibt unsere Produktions- und Upcycling-Technologie voran, Nino ist Ernährungswissenschaftler und kümmert sich um die Produktentwicklung und Sonja bringt ihre wirtschaftliche Perspektive in Marketing und Markenaufbau ein.

Welche Vision verfolgt REVOJA im Bereich nachhaltiger und pflanzlicher Lebensmittel?

Unsere Vision ist es, pflanzliche Lebensmittel zu entwickeln, die umweltfreundlich, hochwertig und gleichzeitig geschmacklich überzeugend sind. Mit unserer Zero-Waste-Strategie zeigen wir, dass Lebensmittel-Upcycling sowohl skalierbar als auch wirtschaftlich sinnvoll ist. Gleichzeitig setzen wir auf wenige natürliche Zutaten, viel Protein, wenig Fett und Zucker und verzichten auf unnötige Zusatzstoffe, um den Verbrauchern neben dem ökologischen auch einen klaren ernährungsphysiologischen Mehrwert zu bieten.

Wie möchten Sie mit REVOJA dazu beitragen, pflanzliche Alternativen stärker in der Gastronomie zu etablieren?

Wir arbeiten sehr eng mit Gastronomiebetrieben zusammen, um genau zu verstehen, welche Anforderungen im Küchenalltag zählen. Dabei stehen eine einfache Verarbeitung, verlässliche Qualität und vielseitige Einsatzmöglichkeiten im Mittelpunkt. Unsere Produkte entwickeln und testen wir selbst in verschiedenen Rezeptanwendungen und unterstützen unsere Partner aktiv bei der Integration in ihre Speisekarten. Besonders wichtig ist uns, dass unsere pflanzlichen Alternativen den tierischen Pendants in Geschmack, Textur und Funktionalität in nichts nachstehen.

An welche Zielgruppen richten sich Ihre Produkte und welche Bedürfnisse dieser Kunden stehen für Sie im Mittelpunkt?

Unsere Produkte richten sich vor allem an Gastronomiebetriebe, Weiterverarbeiter sowie an Hotels, Mensen und Kantinen. Viele dieser Betriebe erweitern ihr pflanzliches Angebot und legen dabei besonderen Wert auf hohe Qualität, gute Verarbeitungseigenschaften und zuverlässige Lieferketten. Hintergrund ist die wachsende Zahl an Flexitariern, Vegetariern und Veganern und die damit steigende Nachfrage nach vielseitigen pflanzlichen Gerichten. Für uns steht daher im Mittelpunkt, Produkte zu entwickeln, die geschmacklich überzeugen und sich gleichzeitig zuverlässig in professionellen Küchen verarbeiten lassen.

Welche Rolle spielt Nachhaltigkeit in der Entwicklung und Herstellung Ihrer Produkte?

Nachhaltigkeit ist ein elementarer Bestandteil unseres Geschäftsmodells. Bei der Verarbeitung von Sojabohnen fällt Sojatrester (Okara) an, ein fester Nebenstrom voller Ballaststoffe, Proteine und Mineralstoffe. Statt ihn wie üblich zu entsorgen oder in Biogasanlagen zu verwerten, verarbeiten wir ihn gezielt weiter und verwandeln ihn in ein hochwertiges Fleischersatzprodukt. So entsteht aus einem bislang ungenutzten Rohstoff eine hochwertige Proteinquelle für die menschliche Ernährung, während gleichzeitig Lebensmittelverluste deutlich reduziert werden.

Viele Unternehmen arbeiten inzwischen an pflanzlichen Lebensmitteln. Was macht den Ansatz von REVOJA besonders?

Unser Ansatz kombiniert Nachhaltigkeit, Nährwert und Regionalität. Wir nutzen Upcycling, um Nebenströme wie Sojatrester in hochwertige Proteinquellen zu verwandeln, verzichten auf unnötige Zusatzstoffe und achten auf ein ausgewogenes Nährstoffprofil mit viel Protein, (sowie) wenig Fett und Zucker. Gleichzeitig setzen wir auf regionale Rohstoffe und kurze Lieferketten. Mit unserem breiten Sortiment, von pflanzlichen Milchalternativen bis zu Fleischersatzprodukten, können wir gezielt auf die unterschiedlichen Anforderungen unserer Kunden eingehen.

Welche Herausforderungen begegnen Ihnen beim Aufbau eines Food Startups und wie gehen Sie damit um?

Eine der größten Herausforderungen ist, dass viele Themen erst im laufenden Prozess sichtbar werden. Produktionsprozesse müssen aufgebaut, Logistik und Abläufe koordiniert, rechtliche Vorgaben umgesetzt und Investoren von der Idee überzeugt werden. Gleichzeitig gilt es, Kunden zu gewinnen und Vertrauen für uns und unsere Produkte aufzubauen. Um diese vielen Themen zu bewältigen, setzen wir klare Prioritäten, arbeiten uns schnell in neue Aufgaben ein und treffen Entscheidungen, die unmittelbar umsetzbar sind.

Wie reagieren Gastronomiebetriebe und professionelle Küchen auf Ihre Produkte?

Die Rückmeldungen aus der Gastronomie sind bisher ausgesprochen positiv. Besonders oft hören wir, wie sehr die Qualität unserer Produkte überzeugt und wie vielseitig sie sich in der Küche einsetzen lassen. Viele Betriebe vergleichen sie direkt mit den pflanzlichen Alternativen, die sie bisher genutzt haben, und heben dabei vor allem Geschmack, Textur und Verarbeitungsfähigkeit hervor. Der direkte Austausch mit unseren Kunden liefert uns zudem wertvolle Hinweise, mit denen wir die Produkte gezielt weiterentwickeln.

Welche Meilensteine möchten Sie mit REVOJA in den kommenden Jahren erreichen?

In den kommenden Jahren möchten wir uns zunächst fest im Foodservice-Bereich etablieren. Parallel bereiten wir den Einstieg in den Lebensmitteleinzelhandel vor, denn langfristig wollen wir unsere Produkte auch im Supermarktregal sehen. Darüber hinaus planen wir, unsere Technologie künftig auch anderen Produzenten zugänglich zu machen, da Nebenströme in vielen Bereichen der pflanzlichen Lebensmittelverarbeitung anfallen. Sobald wir in Deutschland einen stabilen Product-Market-Fit erreicht haben, wollen wir darauf aufbauend Schritt für Schritt in weitere europäische Märkte expandieren.

Welche neuen Entwicklungen oder Produktideen planen Sie für die Zukunft?

Neben unserem Fleischersatzprodukt arbeiten wir bereits an weiteren Produkten auf Basis des upgecycelten Sojatresters. Darüber hinaus planen wir eine Erweiterung unseres Sortiments rund um das REVOJA Dressing und die REVOJA Creme. Denkbar ist, künftig verschiedene Sorten anzubieten und die Linie Schritt für Schritt auszubauen

Wie wichtig sind regionale Rohstoffe für die Strategie Ihres Unternehmens?

Regionale Rohstoffe sind ein wichtiger Bestandteil unserer Strategie. Nachhaltigkeit bedeutet für uns nicht nur Upcycling, sondern auch kurze Transportwege und damit geringere CO₂-Emissionen. Unsere Sojabohnen beziehen wir zum Beispiel aus dem Raum Kassel. Langfristig möchten wir dazu beitragen, den Sojaanbau in Deutschland attraktiver zu machen und regionale Wertschöpfungsketten zu stärken.

Welche drei Ratschläge würden Sie anderen Gründerinnen und Gründern geben, die ein nachhaltiges Food Startup aufbauen möchten?

Erstens: Den Nachhaltigkeitsgedanken mit einem funktionierenden Produktkonzept verbinden. Eine gute Idee trägt nur dann, wenn Geschmack, Textur und Anwendung überzeugen.

Zweitens: Früh und regelmäßig mit potenziellen Kunden sprechen. In der Gastronomie zählt die Praxis. Echtes Feedback ist der schnellste Weg zu einem besseren Produkt.

Drittens: Geduld und Ausdauer mitbringen. Der Aufbau eines Lebensmittelunternehmens ist anspruchsvoll und bringt immer wieder Überraschungen mit sich. Was hilft, ist ein Team, das zusammenhält und eine Vision, die auch an langen Tagen Orientierung gibt.

Bildcredits: @Revoja

Wir bedanken uns bei Nino Griebel für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Kann ein persönlicher Tutor für jedes Kind wirklich rund um die Uhr verfügbar sein?

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tutel KI Nachhilfe für Schüler im Interview Bild: ArchiTech AI UG Gründerteam bild Aidan Wagener & Ian De Jongh

tutel entwickelt eine KI Lernplattform für Schüler und bietet personalisierte digitale Nachhilfe in vielen Schulfächern, die individuelles Lernen rund um die Uhr ermöglicht

Wie ist die Idee zu tutel entstanden und wer sind die Menschen hinter dem Startup?

Wir sind Aidan Wagener und Ian De Jongh, zwei alte Schulfreunde aus Südafrika, die sich nach Jahren wiedergefunden haben. ArchiTech AI haben wir am 17. Februar 2026 gegründet. Wir beide sind in ländlichen Gegenden Südafrikas aufgewachsen — in einer Umgebung, in der individuelle Förderung nicht existierte und Bildung stark vom Elternhaus abhing. Ian hat das am eigenen Leib erlebt. Aidan ist später mit seiner deutschen Frau und seinen zwei Kindern nach Deutschland gezogen — und hat dasselbe Problem von einer anderen Seite gesehen: Lehrkräfte, die hoffnungslos überlastet sind, und Kinder, die im Unterricht nicht die individuelle Aufmerksamkeit bekommen, die sie brauchen.

Als wir uns wiedertrafen, war klar: Wir schauen auf dasselbe Problem — von entgegengesetzten Seiten. Uns verbindet die Überzeugung, dass Bildungsgerechtigkeit keine Frage des Geldbeutels sein darf. Als wir sahen, was moderne KI-Sprachmodelle leisten können, war die Idee geboren: ein persönlicher Tutor für jedes Kind, in jedem Fach, rund um die Uhr verfügbar.

Welches Problem im Bildungssystem möchte tutel konkret lösen?

Private Nachhilfe kostet in Deutschland zwischen 30 und 50 Euro pro Stunde. Für viele Familien ist das schlicht nicht tragbar, obwohl Studien zeigen, dass individuelles Tutoring den größten positiven Effekt auf den Lernerfolg hat. Gleichzeitig fehlen an vielen Schulen Lehrkräfte für ausreichende individuelle Förderung. Tutel schließt diese Lücke: personalisierte KI-Nachhilfe in 51 Fächern, angepasst an den Lernstand jedes einzelnen Schülers, für einen Bruchteil der Kosten klassischer Nachhilfe.

Welche Vision verfolgt tutel für die Zukunft des Lernens und wie soll diese Vision Schritt für Schritt erreicht werden?

Unsere Vision ist ein Bildungssystem, in dem jedes Kind Zugang zu exzellenter individueller Förderung hat, unabhängig von Herkunft oder Einkommen. Im ersten Schritt konzentrieren wir uns auf den deutschen Markt mit KMK-konformen Inhalten für die Klassen 5 bis 13. Als nächstes bauen wir Schulpartnerschaften auf, damit Lehrkräfte Tutel als Werkzeug im Unterricht und für die Hausaufgabenbetreuung einsetzen können. Langfristig wollen wir unseren Ansatz auf weitere europäische Bildungssysteme ausweiten.

An welche Zielgruppe richtet sich tutel besonders und welche Bedürfnisse von Schülerinnen und Schülern stehen dabei im Mittelpunkt?

Unsere Hauptzielgruppe sind Eltern von Schülerinnen und Schülern der Sekundarstufe I und II, die ihrem Kind individuelle Unterstützung ermöglichen möchten. Im Mittelpunkt steht das Bedürfnis nach verständlichen Erklärungen im eigenen Tempo. Viele Schüler trauen sich im Unterricht nicht, zum dritten Mal nachzufragen. Bei Tutel ist das egal. Der KI-Tutor erklärt so oft und auf so viele verschiedene Arten wie nötig, bis das Thema sitzt.

Viele Lernplattformen setzen inzwischen auf KI. Was macht den Ansatz von tutel dabei besonders?

Drei Dinge setzen uns ab. Erstens die Fächerbreite: 51 Fächer von Mathematik über Geschichte bis Chemie, alle nach KMK-Bildungsstandards. Zweitens unsere Diagnostik: Wir nutzen Item Response Theory, das psychometrische Verfahren hinter Studien wie PISA, um präzise zu messen, wo ein Schüler steht und welche Wissenslücken geschlossen werden müssen. Drittens der Datenschutz: Die gesamte KI-Verarbeitung läuft über Mistral AI in Frankreich. Kein einziges Schülerdatum verlässt die EU. Tutel ist von Grund auf DSGVO-konform gebaut, nicht nachträglich angepasst.

Welche Herausforderungen begegnen euch beim Aufbau eines KI gestützten Tutors für den Schulalltag?

Die größte Herausforderung ist pädagogische Qualität. Eine KI, die nur schnelle Antworten gibt, ersetzt Google, aber keinen guten Lehrer. Wir investieren viel Zeit in die Didaktik unserer KI-Tutoren: sokratisches Fragen, schrittweises Hinführen, altersgerechte Sprache. Dazu kommt die Lehrplanabdeckung. Deutschland hat 16 Bundesländer mit unterschiedlichen Curricula. Wir arbeiten auf Basis der KMK-Bildungsstandards als gemeinsamen Nenner und ergänzen länderspezifische Inhalte dort, wo es besonders zählt, etwa bei den ZP10-Prüfungen in NRW.

Wie stellt tutel sicher, dass KI nicht nur schnelle Antworten liefert, sondern wirklich beim Verstehen von Lerninhalten hilft?

Unser KI-Tutor gibt nie einfach die Lösung. Stattdessen arbeitet er mit sokratischer Methodik: Er stellt Gegenfragen, gibt Hinweise in kleinen Schritten und lässt den Schüler selbst auf die Antwort kommen. Dazu nutzen wir die Ergebnisse der Lernstandsdiagnostik. Der Tutor weiß, welche Grundlagen ein Schüler bereits beherrscht und wo noch Lücken bestehen. So kann er Erklärungen auf dem richtigen Niveau ansetzen, statt zu hoch oder zu niedrig einzusteigen.

Welche Rolle spielen Schulen, Eltern und Lehrkräfte für die Weiterentwicklung ?

Eine zentrale Rolle. Eltern sehen über unser Eltern-Dashboard transparent, woran ihr Kind arbeitet und wo es Fortschritte macht. Das schafft Vertrauen und ermöglicht gezielte Unterstützung zu Hause. Für Schulen bereiten wir ein Pilotprogramm vor, bei dem Lehrkräfte Tutel als ergänzendes Werkzeug einsetzen können. Das Feedback aus diesen Piloten fließt direkt in die Produktentwicklung ein. Langfristig sehen wir Tutel als Brücke zwischen Schule und Zuhause: Die Lehrkraft setzt den Rahmen, Tutel unterstützt individuell dort, wo der Unterricht nicht hinreicht.

Was unterscheidet tutel aus eurer Sicht von klassischer Nachhilfe oder anderen digitalen Lernplattformen?

Klassische Nachhilfe ist teuer, zeitlich begrenzt und oft auf ein oder zwei Fächer beschränkt. Tutel ist rund um die Uhr verfügbar, deckt 51 Fächer ab und kostet weniger als eine einzige Nachhilfestunde pro Monat. Von anderen digitalen Plattformen unterscheidet uns der Fokus auf echtes Verstehen statt reinem Üben. Außerdem ist Tutel von Anfang an für den deutschen Markt gebaut, nicht aus dem Englischen übersetzt. Und ein entscheidender Punkt für viele Eltern: Wir verarbeiten keine Schülerdaten auf US-Servern. Alles bleibt in der EU.

Woran arbeitet das Team von tutel aktuell und welche Entwicklungen dürfen Nutzerinnen und Nutzer in Zukunft erwarten?

Aktuell liegt unser Fokus auf der Prüfungsvorbereitung für die ZP10 in Nordrhein-Westfalen. Schüler können komplette Prüfungssimulationen durchlaufen und erhalten danach einen individuellen Lernplan für ihre schwächsten Bereiche. Als nächstes erweitern wir die Fragendatenbank und bauen die Abitur-Vorbereitung weiter aus. Parallel arbeiten wir an unserem Schulpilotprogramm, damit Lehrkräfte Tutel als Werkzeug im und neben dem Unterricht nutzen können.

Wie sieht eure langfristige Perspektive im Bildungsmarkt aus?

Deutschland hat rund 5,5 Millionen Schüler in den Klassen 5 bis 13 und der digitale Bildungsmarkt wächst rasant. Mit dem DigitalPakt 2.0 fließen in den kommenden Jahren Milliarden in Bildungstechnologie an Schulen. Wir sehen eine riesige Chance, DSGVO-konforme KI-Nachhilfe als festen Bestandteil des Schulalltags zu etablieren. Unsere langfristige Vision geht über Deutschland hinaus. Sobald wir hier das richtige Modell gefunden haben, wollen wir es auf weitere europäische Märkte übertragen.

Welche drei Ratschläge würdet ihr anderen Gründerinnen und Gründern geben, die ein Startup im Bildungs oder KI Bereich aufbauen möchten

Erstens: Baut für echte Nutzer, nicht für Investoren. Im Bildungsbereich zählt am Ende nur, ob Schüler tatsächlich besser lernen. Wenn das Produkt funktioniert, kommt der Rest von selbst. Zweitens: Datenschutz von Tag eins an. Gerade im Bildungsbereich arbeitet ihr mit den sensibelsten Daten überhaupt: Kinderdaten. Das nachträglich reinzubauen ist zehnmal teurer als es von Anfang an richtig zu machen. Drittens: Habt Geduld. Schulen und Bildungsinstitutionen bewegen sich langsam. Das ist frustrierend, aber auch eine Chance. Wer durchhält, baut nachhaltigere Beziehungen als wer nur auf schnelles Wachstum setzt.

Bildcredits: @ArchiTech AI UG

Wir bedanken uns bei Aidan Wagener und Ian De Jongh für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Wie entstehen aus Finanzinnovation und Technologie neue Geschäftsmodelle?

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de:hub Frankfurt FinTech Startups Innovationen. Bildcredits/Fotograf: Maximilian Kafanke TechQuartier Teambild

Der de:hub Frankfurt vernetzt Startups, Corporates und Investor:innen, um Innovationen und neue Geschäftsmodelle im FinTech Umfeld zu entwickeln und zu skalieren

Können Sie unseren Leserinnen und Lesern den de:hub Frankfurt kurz vorstellen und erklären, welche Rolle dieser Hub innerhalb des deutschen Digital Hub Netzwerks einnimmt?

Das TechQuartier – der de:hub Frankfurt – ist der Innovation Hub im Rhein-Main-Gebiet mit Fokus auf FinTech und GreenTech. Wir bringen Start-ups, Corporates, Investor:innen und Talente zusammen, um gemeinsam an digitalen Geschäftsmodellen und neuen Technologien zu arbeiten. Im Digital Hub Netzwerk ist Frankfurt der offizielle FinTech Hub.

Was macht Frankfurt als Standort für einen Digital Hub besonders attraktiv und welche regionalen Stärken bringt die Metropolregion mit?

Frankfurt ist DIE Finanzmetropole. Hier sitzen die Vertretungen aller großen Banken und gleichzeitig ein Großteil der deutschen FinTechs. Die Rhein-Main-Region zählt zu den wirtschaftlich bedeutendsten Standorten in Deutschland und Europa. Sie ist ein zentraler Knotenpunkt für politische und unternehmerische Entscheidungsprozesse, beherbergt Regierungseinrichtungen und Unternehmenszentralen und prägt zugleich technologische, wissenschaftliche sowie soziokulturelle Innovationen.

Welche Angebote, Programme oder Matchmaking Formate bieten Sie Gründerinnen und Gründern, um echte Fortschritte zu erzielen?

Das TechQuartier bietet in den Schwerpunktfeldern FinTech, GreenTech, AgriFood und Mittelstand mehrere Innovationsprogramme an, in denen wir Start-ups mit Corporate Partnern direkt vernetzen. Konkret sind das unsere Programme: TQ Accelerator: Digital Finance, Transformation für den Mittelstand – Die Innovators Challenge, Hessen10, Impact Challenge, Fundraising Readiness und die Programme der Growth Alliance für AgriFood-Start-ups: Idea Camp, Bootcamp und Accelerator. Außerdem veranstalten wir das IMPACT FESTIVAL, Deutschlands größtes Event für nachhaltige Transformation, bei dem Gründer:innen und sich mit Unternehmen und Investor:innen vernetzen können.

Wie arbeiten Sie mit etablierten Unternehmen, Mittelstand und Forschungseinrichtungen zusammen und welche Synergien entstehen daraus?

Wir arbeiten sowohl im Rahmen unserer Innovationsprogramme als auch in TechFusions und gemeinsamen Events mit Unternehmen und Mittelstand zusammen. Daraus entstehen Kontakte und konkrete Matches mit anderen Unternehmen und potenziellen Lösungen.

Im FinTech-Bereich spielt dieses Jahr das Thema Payment eine große Rolle. Aus diesem Grund starten wir auch gemeinsam mit unseren Partnern im April unseren Payment-Roundtable, bei dem wir führende Expert:innen aus Handel, Zahlungsverkehr und FinTech zusammenbringen, um transparent und fundiert zu beleuchten, wo händlergetriebene Payments heute stehen.

Abschließend gefragt: Welche strategischen Ziele verfolgt der de:hub Frankfurt für die kommenden Jahre und wie soll sich der Hub weiterentwickeln?

Dieses Jahr feiert das TechQuartier 10-jähriges Bestehen, was wir im Sommer mit einer großen Party feiern. Dieses Jahr rufen wir das Tech & Data Lab ins Leben – das erste souveräne Reallabor für Finanzinnovationen in Deutschland. In Sprints werden Teams an realen Herausforderungen arbeiten, Lösungen anhand von Daten aus der Praxis testen und Innovationen in Pilotprojekte oder marktreife Anwendungen umsetzen.

Zudem planen wir in den nächsten Jahren weitere Industrie-Formate und den Ausbau unserer bestehenden Netzwerkarbeit für den Finanzplatz.

Bildcredits/Fotograf: Maximilian Kafanke

Wir bedanken uns bei Alice Rettig für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Spät gründen, besser gründen?

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Gründung, Erfahrung und Unternehmen erfolgreich aufbauen Yvonne Bechheim Bildcredits: Fotograf GM-Photography

Warum Teilzeitgründungen und Erfahrung für viele Unternehmer zum Vorteil werden

In der Startup Welt dominiert ein klares Narrativ: möglichst früh gründen, schnell skalieren, Risiken eingehen. Doch dieses Bild zeigt nur einen Teil der Realität. Viele erfolgreiche Unternehmen entstehen nicht aus einem frühen Karrieresprung heraus, sondern aus jahrzehntelanger Berufserfahrung und oft zunächst neben dem eigentlichen Beruf. Gerade in spezialisierten Branchen kann eine spätere Gründung sogar strategische Vorteile haben.

Erfahrung ersetzt viele Anfängerfehler

Wer mit Mitte 40 oder 50 gründet, bringt häufig etwas mit, das jungen Startups oft fehlt: ein tiefes Verständnis für Märkte, Kunden und Prozesse. Statt zuerst ein Problem zu suchen, kennen viele Gründerinnen und Gründer in dieser Lebensphase bereits die konkreten Herausforderungen ihrer Branche. So entstehen Geschäftsideen oft direkt aus der Praxis.

Auch meine eigene Gründung entstand nicht aus einem Businessplan, sondern aus einem konkreten Auftrag. Während meiner Arbeit im Gesundheits und Rehabilitationssport entwickelte ich ein Präventionskonzept für einen Kunden. Kurz darauf wollten weitere Anbieter dieses Konzept nutzen. Daraus entwickelte sich Schritt für Schritt ein Geschäftsmodell.

Nebenberuflich gründen senkt das Risiko

Ein weiterer Vorteil später Gründungen ist die Möglichkeit, zunächst neben dem bestehenden Beruf zu starten. Eine Teilzeitgründung reduziert finanziellen Druck erheblich. Gründer können ihr Konzept testen, ohne sofort ihre gesamte wirtschaftliche Existenz davon abhängig zu machen.

Auch in meinem Fall begann alles neben einem Vollzeitjob. Erst als klar wurde, dass die Nachfrage kontinuierlich wächst, entwickelte sich daraus ein eigenständiges Unternehmen. Dieses organische Wachstum ist in vielen Branchen stabiler als ein schneller investorengetriebener Start.

Netzwerke werden zum Marktbeschleuniger

Mit zunehmender Berufserfahrung wächst auch das berufliche Netzwerk. Kontakte zu Kunden, Partnern oder Institutionen können den Markteintritt erheblich erleichtern. Während junge Gründer diese Netzwerke oft erst aufbauen müssen, greifen spätere Gründer bereits auf bestehende Beziehungen zurück.

Viele Aufträge entstehen daher nicht über Marketingkampagnen, sondern über Empfehlungen und persönliche Kontakte.

Familienunternehmen und generationenübergreifende Modelle

Ein weiterer interessanter Aspekt später Gründungen ist die Möglichkeit, Unternehmen generationenübergreifend aufzubauen. In meinem eigenen Unternehmen war meine Tochter die erste Mitarbeiterin. Sie brachte neue Perspektiven und frische Ideen ein, während ich meine Branchenkenntnis und Erfahrung einbringen konnte.

Solche Konstellationen verbinden zwei wichtige Ressourcen: Erfahrung und neue Denkweisen.

Der unterschätzte Zeitpunkt

Spätere Gründungen werden oft unterschätzt. Dabei bieten sie eine Kombination aus Stabilität, Erfahrung und unternehmerischer Energie. Mit 50 stehen viele Menschen beruflich an einem Punkt, an dem sie ihre Expertise sehr genau kennen. Gleichzeitig liegen häufig noch viele aktive Berufsjahre vor ihnen.

Diese Kombination kann ein idealer Zeitpunkt sein, um ein eigenes Unternehmen aufzubauen.

Fazit

Nicht jede erfolgreiche Gründung entsteht in einer Garage mit Anfang zwanzig. Viele entstehen aus langjähriger Erfahrung, aus praktischen Lösungen für reale Probleme und aus dem Mut, eine Idee zunächst nebenbei auszuprobieren. Manchmal ist der beste Zeitpunkt zum Gründen eben nicht der früheste, sondern der richtige.

Bildcredits: Fotograf GM-Photography

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Wild&Water begeistert bei Höhle der Löwen und erlebt Nachfrageboom

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Büros entdecken Wild&Water nach Höhle der Löwen Bild: Gründerinnen Christina Schwörbel und Madlen Baetzgen ©RTL / Bernd-Michael Maurer

Wild&Water TV-Auftritt sorgt für Ausverkauf und starke Nachfrage aus Büros

Große Bühne, große Wirkung: Das Getränke Startup Wild&Water präsentierte seinen natürlichen Wasserzusatz in der Höhle der Löwen. Der Geschmack kam bei den Löwen gut an und das Startup verzeichnet seit der Ausstrahlung eine außergewöhnlich hohe Nachfrage. Das Unternehmen rechnet mit einem vollständigen Ausverkauf der aktuellen Produktionscharge.

Vom Studio in die Wohnzimmer und Büros

Drei Wochen vor der Aufzeichnung erhielten die Gründerinnen Christina Schwörbel und Madlen Baetzgen die Zusage für die Teilnahme. „Der Moment, durch den Tunnel ins Studio zu gehen, war extrem intensiv“, sagt Baetzgen. „Wir waren bis in die Haarspitzen vorbereitet – aber die Situation vor Kameras und Investoren ist noch einmal eine ganz eigene Herausforderung.“

Die Löwen zeigten sich begeistert, vor allem vom natürlichen Geschmack, der unkomplizierten Anwendung und dem nachhaltigen Konzept.

Arbeitsplatz statt Supermarkt: Ein ungewöhnlicher Ansatz

Wild&Water geht bewusst einen anderen Weg als viele klassische Getränke Startups: Statt vor allem auf den Einzelhandel oder reines Online Geschäft zu setzen, konzentriert sich das Unternehmen auf Büros und Betriebe.

Denn genau dort wird besonders viel getrunken oder eben zu wenig. Über 60 Prozent der Mitarbeitenden geben an, im Arbeitsalltag nicht ausreichend zu trinken und sich dadurch häufiger unkonzentriert oder nicht richtig wohl zu fühlen. Gleichzeitig sind viele mit dem bestehenden Angebot vor Ort unzufrieden. Hier setzt Wild&Water an mit einer natürlichen und unkomplizierten Alternative für den Büroalltag.

„Wir wollen genau dort ansetzen, wo täglich konsumiert wird“, erklärt Baetzgen. „Wenn wir das Trinkverhalten im Büro verändern, haben wir den größten Hebel.“

Nachfrage übertrifft alle Erwartungen

Schon kurz nach der Ausstrahlung schnellten die Bestellungen im Online Shop nach oben. „Wir hatten Szenarien durchgerechnet – aber dass wir beim Fünffachen unseres Monatsumsatzes landen würden, hat selbst unsere Erwartungen übertroffen“, so Schwörbel.

Seit der Ausstrahlung melden sich immer mehr Unternehmen, die Wild&Water in ihren Büros anbieten möchten. Eine Dynamik, die ohne die Reichweite der Höhle der Löwen kaum so schnell möglich gewesen wäre.

Wachstum aus eigener Kraft

Ein Investment Deal kam in der Sendung nicht zustande, unter anderem weil Wild&Water bewusst auf den weniger klassischen Weg über den B2B Markt setzt. Für die Gründerinnen ist das jedoch kein Rückschlag.

Das Unternehmen ist vollständig durch Investorinnen und Investoren finanziert. Dazu gehört auch Berlin Food Week Ventures, und treibt seine Expansion unabhängig weiter voran. Der Fokus liegt auf dem weiteren Ausbau des Geschäfts mit Büros und Betrieben sowie dem schrittweisen Aufbau des Direktkundengeschäfts.

„Die Sendung war für uns ein enormer Markenmoment“, sagt Schwörbel. „Sie hat gezeigt, dass unser Konzept sowohl im Büro als auch zu Hause funktioniert.“

Berlin Food Week Ventures als strategischer Partner

Berlin Food Week Ventures ist der Investmentarm der Berlin Food Week und investiert gemeinsam mit Millennium Cuisine in innovative Food und Beverage Startups in der Frühphase. Zu den Portfolio Unternehmen gehört auch Wild&Water.

Berlin Food Week Ventures beteiligt sich gezielt an Konzepten, die aktuelle Konsumentenbedürfnisse adressieren und neue Impulse für die Lebensmittel und Getränkebranche setzen. Neben Kapital bringt das Team Branchenkenntnis, strategische Beratung und Zugang zu einem breiten Netzwerk aus Gastronomie, Industrie und Handel ein, um junge Unternehmen beim Wachstum zu unterstützen.

Bild: Gründerinnen Christina Schwörbel und Madlen Baetzgen ©RTL / Bernd-Michael Maurer

Quelle Schröder+Schömbs PR GmbH

Warum greifen wir ständig zum Smartphone obwohl wir es eigentlich gar nicht wollen?

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Amba hilft bewusste Smartphone Nutzung zu lernen Teambild Bastian Fischer und Yves Maurice Clever 

Amba entwickelt eine Lösung für bewusste Smartphone Nutzung und hilft Menschen, ihre digitale Nutzung im Alltag gezielt zu reduzieren

Was steckt hinter der Idee zu Amba und wer sind die Menschen, die das Startup gegründet haben?

Amba ist aus einer sehr persönlichen Beobachtung entstanden: Wir haben gemerkt, wie oft wir selbst unbewusst zum Handy greifen und wie schwer es ist, dieses Verhalten nur mit Disziplin oder App-Limits zu ändern. Gegründet wurde Amba von Bastian Fischer und mir, Yves Maurice Clever. Wir kommen beide aus dem digitalen Umfeld und haben jahrelang mit Plattformen gearbeitet, die auf maximale Aufmerksamkeit optimiert sind. Genau deshalb wollten wir eine Lösung entwickeln, die im Alltag wirklich funktioniert – nicht theoretisch, sondern praktisch.

Wie entstand der Ansatz, eine App zur Reduzierung digitaler Ablenkung mit einem physischen Tag zu kombinieren?

Wir haben früh gemerkt, dass reine Softwarelösungen selten nachhaltig greifen, weil sie sich jederzeit wegklicken lassen. Die Idee war deshalb, eine bewusste Handlung einzubauen: Mit dem physischen Tag muss man kurz innehalten, bevor man Apps freischaltet. Diese kleine Unterbrechung verändert den Moment entscheidend, aus einem impulsiven Reflex wird eine Entscheidung. Genau dort setzt Amba an.

Welche Vision verfolgt Amba im Bereich Digital Wellbeing und wie möchten Sie Menschen langfristig zu einem bewussteren Umgang mit dem Smartphone motivieren?

Unsere Vision ist nicht, Smartphones zu verteufeln, sondern ihren Einsatz wieder bewusster zu machen. Wir glauben, dass Technologie funktionieren kann, ohne permanent Aufmerksamkeit zu fordern. Langfristig wollen wir Amba als Werkzeug etablieren, das Menschen hilft, Routinen zu verändern, durch klare Strukturen, Feedback, Gamification-Ansätze und soziale Komponenten, die Motivation im Alltag aufrechterhalten.

An welche Zielgruppen richtet sich Amba besonders und welche alltäglichen Probleme dieser Nutzer wollen Sie konkret lösen?

Amba richtet sich an alle, die merken, dass sie zu viel Zeit auf Social Media verbringen – von Studierenden über Kreative bis hin zu Berufstätigen. Besonders stark sehen wir das Bedürfnis bei Menschen, die konzentriert arbeiten wollen, sich abends bewusst offline nehmen möchten oder generell weniger in automatisches Scrollen verfallen wollen. Unser Fokus liegt darauf, unbewusste Nutzung sichtbar zu machen und gezielt zu reduzieren.

Viele Apps versuchen bereits, Bildschirmzeit zu reduzieren. Was macht den Ansatz von Amba dabei besonders?

Der größte Unterschied liegt in der Kombination aus Software und physischer Interaktion. Während viele Lösungen rein digital bleiben, schafft Amba eine echte Verhaltensbarriere. Statt Limits nur zu sehen, muss man aktiv handeln, um sie zu überschreiten. Das macht die Nutzung greifbarer und deutlich wirksamer im Alltag.

Die Nutzung Ihres Produkts setzt eine bewusste Handlung voraus. Welche Rolle spielt diese „Hürde“ für eine nachhaltige Veränderung von Gewohnheiten?

Diese Hürde ist zentral. Gewohnheiten entstehen oft automatisiert, deshalb braucht es einen klaren Moment der Unterbrechung. Der physische Schritt zwingt dazu, kurz nachzudenken: Brauche ich das gerade wirklich? Genau dieser Moment sorgt langfristig für Veränderung.

Welche Herausforderungen begegnen einem Startup, das Menschen helfen will, weniger Zeit mit ihrem Smartphone zu verbringen?

Die größte Herausforderung ist, gegen Systeme anzutreten, die darauf ausgelegt sind, möglichst viel Aufmerksamkeit zu binden. Gleichzeitig muss man eine Lösung entwickeln, die konsequent ist, aber nicht frustriert. Die Balance zwischen Kontrolle und Flexibilität zu finden, ist einer der schwierigsten Punkte.

Wie reagieren Nutzer auf das Konzept von Amba, bei dem ein physischer Tag gescannt werden muss, um eine blockierte App zu öffnen?

Viele reagieren zunächst überrascht, weil es ungewohnt ist. Im Alltag wird genau das aber schnell zum Vorteil. Nutzer berichten häufig, dass sie Apps seltener öffnen, weil der zusätzliche Schritt sie zum Nachdenken bringt. Genau das bestätigt unseren Ansatz.

Welche Rolle spielt das Thema Produktivität und Konzentration für die Weiterentwicklung Ihrer Lösung?

Produktivität und Konzentration sind für uns eher ein positiver Nebeneffekt als der eigentliche Ausgangspunkt. Amba wurde nicht primär für mehr Output entwickelt, sondern um unbewusste Nutzung zu reduzieren. Gleichzeitig merken wir, dass viele Nutzer genau dadurch automatisch fokussierter arbeiten und sich leichter auf eine Sache einlassen können. Deshalb achten wir bei der Weiterentwicklung darauf, dass unsere Lösung Fokus unterstützt, ohne sich wie ein klassisches Produktivitätstool anzufühlen.

Wohin soll sich Amba in den kommenden Jahren entwickeln und welche Funktionen oder Erweiterungen planen Sie für die Zukunft?

Wir wollen Amba zu einer umfassenden Plattform für bewusste Smartphone-Nutzung ausbauen. Dazu gehören stärkere Community-Features, Gamification-Elemente sowie personalisierte Insights zur eigenen Nutzung. Gleichzeitig arbeiten wir daran, das Produkt technisch weiter zu skalieren und breiter zugänglich zu machen.

Welche Erfahrungen aus dem Aufbau von Amba würden Sie heute anders angehen, wenn Sie noch einmal ganz am Anfang stehen würden?

Wir würden noch früher mit echten Nutzern testen und schneller iterieren. Gerade bei Verhaltensprodukten lernt man am meisten aus realem Feedback. Außerdem würden wir manche Dinge weniger perfektionistisch angehen und stärker auf Geschwindigkeit setzen.

Welche drei Ratschläge würden Sie anderen Gründerinnen und Gründern geben, die ein Produkt entwickeln möchten, das echte Verhaltensänderungen bewirken soll?

Erstens: So früh wie möglich mit echten Nutzern testen.
Zweitens: Lösungen einfach halten – Komplexität verhindert Veränderung.
Drittens: Den Alltag der Nutzer verstehen, nicht nur ihre Probleme beschreiben.

Bildcredits/Fotograf: Patrick Schönhofen

Wir bedanken uns bei Bastian Fischer und Yves Maurice Clever für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

heycare erhält 4 Millionen Euro für weiteres Wachstum

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heycare Gesundheit Employee Assistance Program EAP Finanzierung Bild heycare Bildrechte/Fotograf:© Tribunalova

heycare sichert sich rund 4 Millionen Euro für weiteres Wachstum

Münchner Scaleup gewinnt mit Scalehouse Capital und Swiss Post Ventures strategische Partner

Das Münchner Scaleup heycare hat seine Extended Seed Runde erfolgreich abgeschlossen. Angeführt von Scalehouse Capital als Lead Investor und Swiss Post Ventures als Co Investor, fließt dem Unternehmen frisches Kapital für das weitere Wachstum zu. Die Gründerinnen Anna Schneider und Julia Kahle investieren die Mittel in den Ausbau ihres Teams. Damit reagieren sie auf die gestiegene Nachfrage im Bereich operative Teams.

Zu den Kunden von heycare zählen bereits Branchengrößen wie Daimler Truck, Douglas, Vaillant und VW Retail.

„Wir freuen uns, mit Scalehouse Capital und der Swiss Post Ventures zwei strategisch versierte Partner an unserer Seite zu haben“, erklärt Julia Kahle, Co CEO und Gründerin von heycare. „Als bereits profitables Unternehmen war es uns wichtig, Investoren zu finden, die unsere Vision teilen. Wir haben bewusst selektiert und Partner gewählt, die uns bei der Skalierung unserer Plattform optimal unterstützen können.“

„Anna Schneider und Julia Kahle kombinieren eine klare Vision für die Zukunft von Employee Assistance mit beeindruckender Umsetzungsstärke. In kurzer Zeit haben sie mit heycare eine starke Kundenbasis aufgebaut und ein Produkt entwickelt, das bei Unternehmen echten Mehrwert schafft. Wir bei Scalehouse Capital freuen uns darauf, heycare als Lead Investor beim nächsten Wachstumsschritt begleiten zu dürfen!“, sagt Manuel Böhringer, Managing Partner bei Scalehouse Capital.

Ganzheitliche Gesundheit alles aus einer Hand

Gegründet im Jahr 2022 ehemals heynanny hat sich das Unternehmen aus Bayern innerhalb kurzer Zeit vom spezialisierten Care Anbieter zum umfassenden Gesundheitsdienstleister entwickelt. Heute bietet heycare eine digitale Plattform, die als ganzheitliches Employee Assistance Program EAP und Familienservices fungiert.

Die heycare App löst ein zentrales Problem der modernen Arbeitswelt: Die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben. Durch die Vermittlung von Betreuungslösungen für Kinder, Pflegebedürftige und sogar Haustiere werden Mitarbeitende spürbar entlastet, was die Ausfallzeiten in Unternehmen nachweislich reduziert.

Zusätzlich setzt heycare auf Prävention im Bereich mentaler Gesundheit. Über Trainings, Webinare und anonyme 1:1 Beratungen mit Psycholog:innen wird die psychische Widerstandskraft gestärkt. Seit Anfang 2026 integriert die Plattform zudem das Sport und Wellness Netzwerk von Urban Sports Club, um Firmenkunden ein lückenloses Gesundheits Ökosystem zu bieten.

Bild Voller Kurs auf Wachstum: heycare-Gründerinnen Anna Schneider (links) und Julia Kahle (rechts) freuen sich über neue Investoren Scalehouse Capital und Swiss Post Ventures  Bildrechte/Fotograf:© heycare/Tribunalova

Quelle heynannyly GmbH

260 Glatzköpfe, 40 Tattoos und eine klare Botschaft

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BOLD INK DAY zeigt Selbstbewusstsein mit Glatze

Beim BOLD INK DAY setzt DHDL Glatzen Startup eine Botschaft

Ein Tattoostudio, 260 Glatzköpfe und eine Botschaft, die vielen unter die Haut ging: Beim BOLD INK DAY verwandelte die Glatzenpflegemarke BETTER BE BOLD das Berliner Tattoostudio Rose of No Man’s Land in eine Bühne für Selbstbewusstsein – und gegen ein hartnäckiges Klischee.

Denn noch immer werden Männer mit Glatze häufig mit negativen Stereotypen verbunden. Mit der Aktion wollte die Marke zeigen: Glatzenträger sind keine Rechtsradikalen.

40 Tattoos und über 200 Besucher

40 Tattoos wurden an diesem Tag kostenlos gestochen – exklusiv für Männer mit Glatze. Über 200 Besucher kamen ins Studio, um Teil des Events zu sein oder die besondere Atmosphäre mitzuerleben. Einige Teilnehmer reisten dafür quer durch den deutschsprachigen Raum an: aus Hamburg, Kassel, Wuppertal, Nürnberg und sogar aus Österreich.

„Viele Männer erleben Haarausfall immer noch als Unsicherheit oder Tabuthema“, sagt Dennis Baltzer, Gründer von BETTER BE BOLD. „Mit dem BOLD INK DAY wollten wir zeigen, dass eine Glatze heute genauso für Selbstbewusstsein, Stil und Persönlichkeit stehen kann.“

Gründer greift selbst zur Tätowiermaschine

Der Gründer stellte sich dabei selbst der Herausforderung: Baltzer ließ sich nicht nur selbst tätowieren, sondern griff erstmals auch selbst zur Tätowiermaschine – und durfte unter Anleitung ein Tattoo stechen.

Wie stark sich viele Teilnehmer mit der Aktion identifizierten, zeigte auch Jürgen aus Kassel. Er entschied sich spontan dafür, das BETTER BE BOLD Logo direkt auf seinen Hinterkopf tätowieren zu lassen.

Der BOLD INK DAY war damit weit mehr als ein Tattoo Event: Er war ein Statement gegen Vorurteile – und für mehr Selbstbewusstsein bei Männern mit Glatze.

Bild @ BETTER BE BOLD GmbH

Quelle BETTER BE BOLD GmbH

Löwenkind startet neues Kapitel

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Hunde Produktlinie von Löwenkind nach Höhle der Löwen Simone Gründerin Portrait Bild

Rückkauf der Anteile und neue Marke für Hunde

Löwenkind, bekannt aus der VOX-Gründershow Höhle der Löwen, vollzieht einen strategischen Schritt: Die Gründerfamilie hat die Anteile der bisherigen Investorin Dagmar Wöhrl, die über ihre Beteiligungsgesellschaft INTRO Verwaltungs GmbH in Löwenkind investiert war, zurückgekauft. Nach fünf Jahren erfolgreicher Zusammenarbeit ist das Unternehmen damit wieder vollständig in Familienhand.

Gegründet wurde Löwenkind von Simone Hilble. Aus einer Idee entwickelte sich über die Jahre eine etablierte Marke im deutschsprachigen Raum. Zu den wichtigsten Meilensteinen der Zusammenarbeit mit Dagmar Wöhrl zählen die gezielte Sortimentsausweitung für den Handel, die Expansion in mehrere europäische Märkte sowie der Aufbau eines Experten und Hebammennetzwerks.

„Löwenkind hat sich in den vergangenen Jahren beeindruckend entwickelt. Simone Hilble hat aus einer starken Idee Schritt für Schritt eine Marke aufgebaut, die heute bei vielen Familien fest etabliert ist. Ich freue mich sehr über diesen Weg und bin stolz, ein Teil dieser Entwicklung gewesen zu sein. Für das nächste Kapitel wünsche ich dem gesamten Team weiterhin viel Erfolg“, sagt Investorin Dagmar Wöhrl.

Löwenkind Dogs Wenn die Community den Weg weist

Parallel zum Rückkauf der Anteile geht Löwenkind den nächsten Schritt in seiner strategischen Entwicklung. Mit Löwenkind Dogs bringt das Unternehmen erstmals eine eigenständige Produktlinie speziell für Hunde auf den Markt.

Der Impuls kam direkt aus dem Austausch mit der eigenen Community: Über Jahre berichteten immer wieder Hundebesitzer, dass sie die Löwenkind Produkte erfolgreich bei ihren Hunden im Einsatz hatten. Diese Rückmeldungen gaben schließlich den Ausschlag, die neue Produktlinie gezielt zu entwickeln.

Die Löwenkind Dogs Produkte unterstützen Hunde insbesondere in stressigen Situationen sowie bei Reiseübelkeit. Die neue Linie ist bewusst als eigene Marke positioniert und aktuell online erhältlich, unter anderem über Amazon sowie den eigenen Shop.

Etablierte Marke mit zunehmender Präsenz im Einzelhandel

Heute ist die Kernmarke Löwenkind nicht nur online präsent, sondern auch stationär breit aufgestellt. Die Produkte sind in Deutschland und Österreich bei führenden Drogerie und Einzelhandelsketten erhältlich, darunter dm, Müller, BIPA, BILLA und BabyOne. Diese Präsenz bildet die Grundlage für weitere Partnerschaften und unterstreicht die Relevanz der Marke auch für den Handel.

Der erneute TV Beitrag bei Höhle der Löwen am 16. März und vorab im Stream auf RTL+ zeigt den Weg von Löwenkind – von der Gründeridee zur etablierten Familienmarke.

Bildcredits Löwenkind GmbH

Quelle Löwenkind GmbH

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