Donnerstag, März 26, 2026
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Nie wieder krumme Kanten

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Klebemaßband klemab macht Maßband Arbeit einfacher Klemab v l Vick De Froz Jorge Manuel Ralf Dümmel Bildcredit/ Fotograf: RTL Bernd Michael Maurer

Wenn das Maßband endlich dort bleibt, wo man es braucht

Ein Werkzeug, das Heimwerken einfacher machen soll

Ein Bild, das viele Heimwerker kennen: Zollstock in der einen Hand, Bleistift irgendwo verschwunden, Kreppband am Ärmel, das Maßband rollt von selbst wieder ein – und am Ende ist die Linie trotzdem schief. Genau solche Momente wollte Vick Manuel nicht länger hinnehmen. Der Gründer, der in Startups und im Handwerk gearbeitet hat, suchte nach einer Lösung, die Messen, Markieren und Abkleben in einem Schritt verbindet.

Die Idee entstand 2018: Vick stellte fest, dass sich ein klassischer Zollstock oder ein normales Maßband nur bedingt eignen, wenn es um komplexe Formen, Rundungen oder ungerade Flächen geht. Gerade bei Umfangmessungen, Säulen, Möbelkanten oder schrägen Wänden stößt man schnell an Grenzen. Also entwickelte er einen Zollstock und Maßband Ersatz, der sich wie ein flexibles Lineal an nahezu jede Form anpasst – und gleichzeitig klebt. So wurde das klemab Klebemaßband geboren: ein Maßband zum Aufkleben.

Das klemab Klebemaßband verbindet mehrere Arbeitsschritte

Das klemab Klebemaßband vereint die Vorteile eines flexiblen Lineals mit der Funktion eines Abdeckbands. Auf der 50 Meter Rolle befindet sich eine fortlaufende 10 cm Blockskala, mit der sich millimetergenau arbeiten lässt – bei minimalem Verschnitt. Die beschreibbare Oberfläche bietet Platz für Notizen direkt auf dem Band: Maße, Markierungen, Hinweise oder Schnittkanten können einfach aufgeschrieben werden.

Die Anwendung ist bewusst einfach gehalten: Rolle in den mitgelieferten Abroller mit Klingenschutz einsetzen, gewünschte Länge abziehen, aufkleben, bei Bedarf markieren – und nach der Arbeit wieder abziehen. klemab haftet zuverlässig auf Untergründen wie Holz, Beton, Metall, Glas, Folie oder Stoff und lässt sich rückstandslos entfernen. Ideal für Mietwohnungen, wechselnde Arbeitsflächen oder temporäre Projekte.

Für Heimwerker, Kreative und Profis gedacht

Ob beim Bilder aufhängen, Regale montieren, Tapeten anbringen, Stoffe zuschneiden, Böden verlegen, Möbel bauen oder Bastel und Nähprojekten: klemab dient gleichzeitig als Lineal, Abstandsband und Umfangmaß. Selbst runde Objekte, Säulen oder unregelmäßige Formen lassen sich damit leicht vermessen und markieren, ohne dass das Maßband verrutscht.

Praktisch: Beim Sägen oder Bohren kann direkt durch das Band gearbeitet werden – das spart zusätzliche Markierungsschritte und Zeit.

klemab richtet sich an Heim und Handwerker, DIY Fans, Kreative und Profis, die präzise arbeiten wollen, ohne ständig zwischen Maßband, Klebeband und Stift zu jonglieren. Vom gelegentlichen Heimwerker, der endlich gerade Bilder aufhängen möchte, bis zum Profi, der täglich mit exakten Abständen und Zuschnitten arbeitet: Das Klebemaßband soll überall dort unterstützen, wo viel gemessen, markiert und abgeklebt wird.

Für Vick ist klemab auch ein Symbol für seine Art zu arbeiten: wirtschaftlicher Hintergrund, kombiniert mit praktischer Erfahrung im Handwerk und einem Blick für Alltagssituationen, in denen es „einfacher gehen müsste“. Anstatt sich über unhandliche Werkzeuge zu ärgern, hat er ein Produkt entwickelt, das viele einzelne Arbeitsschritte in einem Band bündelt: abreißen, aufkleben, messen, markieren – fertig.

Der Auftritt in der Höhle der Löwen

Der nächste große Schritt: der Auftritt in der VOX Gründer Sendung Höhle der Löwen. Vor laufenden Kameras zeigt Vick, wie aus dem Frust über Zollstock und Maßband eine einfache, aber geniale Lösung geworden ist. Er demonstriert, wie schnell sich das Klebemaßband abreißen, aufkleben und direkt zum Messen, Markieren, Bohren oder Sägen nutzen lässt – ohne Jonglieren mit verschiedenen Werkzeugen.

Für die Löwen ist sofort klar: Hier geht es um ein alltägliches Problem, das viele Heimwerker kennen – und um ein Tool, das man sich rückblickend schon viel früher gewünscht hätte.

Ralf Dümmel erkennt das Potenzial von klemab als echten Alltagshelfer für Millionen von Hobby und Profi Handwerker:innen: ein Produkt, das simpel zu erklären ist, vielseitig einsetzbar und zu einem fairen Preis im Handel funktionieren kann. Er entscheidet sich für einen Deal mit Vick.

Mit Dümmels Erfahrung im Handel und seinem starken Netzwerk hat klemab nun den idealen Partner, um vom kreativen Nischenprodukt zum festen Begleiter in Werkstatt, Bastelzimmer und auf Baustellen zu werden.

Gründerstimme

„Ich habe viele Jahre gebaut, geschraubt, renoviert und an kreativen Projekten gearbeitet – und mindestens genauso lange über Zollstock, Maßband und Kreppband geflucht. Ständig musste ich zwischen Werkzeugen hin und herwechseln, und je komplexer die Form war, desto größer wurde die Fehlerquelle. Aus der Praxis weiß ich: Die klassischen Messwerkzeuge passen oft nicht zu dem, wie wir heute wirklich arbeiten.

Mit klemab wollte ich ein Werkzeug entwickeln, das sich genau an diese Realität anpasst: ein Band, das dort bleibt, wo gearbeitet wird, und direkt an der Stelle misst, wo ich klebe, säge, bohre oder streiche. Du reißt ein Stück ab, klebst es hin und hast auf einen Blick Maß, Linie und Notizfläche. Für mich ist klemab das Maßband, das endlich so flexibel ist wie unsere Projekte im Alltag – auf geraden Wänden, um Säulen, an Möbelkanten oder auf Stoff. Einfach abreißen, aufkleben, loslegen – und am Ende stimmt das Ergebnis.“

Vick Manuel, Gründer von klemab

Investorstimme

„Bei klemab sehe ich einen Problemlöser, der unglaublich klar ist: Eine Rolle, ein Produkt, unzählige Einsatzmöglichkeiten. Du musst niemandem lange erklären, was es macht – man sieht es, reißt ein Stück ab und versteht sofort den Mehrwert. Genau so muss ein Produkt sein, wenn es im Handel funktionieren soll.

Was mich an Vick beeindruckt, ist seine Konsequenz: Er hat nicht das nächste Gimmick gebaut, sondern ein Werkzeug, das Abläufe vereinfacht – vom Heimwerker bis zur professionellen Baustelle. klemab spart Zeit, reduziert Fehler und macht präzises Arbeiten für viele Menschen leichter.

Ich bin überzeugt, dass dieses Klebemaßband das Potenzial hat, ein Standardprodukt in Werkstatt, Haushalt und Kreativbereich zu werden – etwas, das man einmal kauft und danach nicht mehr missen möchte.“

Ralf Dümmel
Investor und Gesellschafter der DS Gruppe

klemab ist aktuell unter www.klemab.de ab 7,99 Euro – und im Handel – erhältlich. 

Bild Klemab v l Vick De Froz Jorge Manuel Ralf Dümmel Bildcredit/ Fotograf: RTL Bernd Michael Maurer

Quelle DS Produkte GmbH/ VM Produkt UG (haftungsbeschränkt)

Kann eine Pflanze die Zukunft des Bauens verändern?

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Pure Materials setzt auf Hanf für nachhaltige Materialien Antonia Thüring Günderin Credit/Fotograf PULS 4 Gerry Frank

Pure Materials entwickelt nachhaltige Materialien aus Hanf für die Bau und Möbelbranche und wird am 10. März 2026 in der PULS 4 Sendung 2 Minuten 2 Millionen pitchen

Wer steht hinter Pure Materials AG und wie hat sich euer Gründerteam formiert?

Pure Materials wurde von mir, Antonia, gegründet – aus der Überzeugung heraus, dass die Bau- und Möbelbranche dringend neue Materialien braucht, die sowohl ökologisch als auch gesundheitlich verantwortungsvoll sind.
Zusammen mit Dave, Marko & Elias vereint unser Team unterschiedliche Kompetenzen: Materialkompetenz und Produktentwicklung, Marketing, Vertrieb und strategische Unternehmensentwicklung. Uns verbindet eine gemeinsame Herzensangelegenheit – Materialien zu entwickeln und verfügbar zu machen, die nicht nur weniger Schaden verursachen, sondern aktiv zur Regeneration unserer Umwelt beitragen.
Pure Materials versteht sich deshalb nicht nur als Materialanbieter, sondern als Teil einer Bewegung hin zu zukunftsfähigem Bauen und Produzieren.

Wie entstand die Idee, Hanf als Grundlage für nachhaltige Holz Alternativen zu nutzen?

Die Idee entstand aus meiner Arbeit im Bereich Innenraumgestaltung und Materialberatung. Dort wird sehr schnell sichtbar, wie viele Materialien im Bau und Innenausbau problematisch sind – sowohl ökologisch als auch gesundheitlich.
Bei der Recherche nach Alternativen bin ich auf Hanf gestoßen. Hanf wächst extrem schnell, benötigt kaum Pestizide, verbessert Böden und bindet große Mengen CO₂. Gleichzeitig besitzt die Pflanze hervorragende technische Eigenschaften.
Die Kombination aus ökologischer Stärke und technischer Leistungsfähigkeit hat mich sofort überzeugt. Daraus entstand die Vision, Hanf als Basis für eine neue Generation von Materialien zu nutzen.

Welches konkrete Problem in der Bau und Möbelbranche löst ihr mit euren Hanfholz Platten?

Die Bau- und Möbelbranche steht vor mehreren Herausforderungen gleichzeitig: Ressourcenknappheit, steigende Holzpreise, CO₂-Emissionen und zunehmend strengere Umweltanforderungen.

Unsere Hanfholzplatten bieten eine Lösung, indem sie:

Holzressourcen teilweise ersetzen können
CO₂ langfristig binden
eine stabile und hochwertige Alternative zu klassischen Holzwerkstoffen darstellen

Damit schaffen wir eine Möglichkeit, nachhaltiger zu bauen, ohne auf Qualität oder Ästhetik verzichten zu müssen.

Was unterscheidet eure Produkte technisch und ökologisch von konventionellen Holzwerkstoffen?

Technisch besitzt unser Hanfholz eine sehr hohe Dichte und Stabilität, wodurch sie besonders langlebig und robust sind.
Ökologisch liegt der größte Unterschied im Rohstoff selbst: Hanf wächst innert 120 Tagen nach und bindet während des Wachstums große Mengen CO₂.
Während viele Holzprodukte auf langsam wachsende Bäume angewiesen sind, basiert unser Material auf einer jährlich erneuerbaren Pflanze.
Zudem legen wir großen Wert auf möglichst biobasierte Inhaltsstoffe und transparente Lieferketten.

Ihr sprecht von CO₂ negativen Materialien. Wie funktioniert dieses Prinzip konkret in eurer Produktion?

Das Prinzip beginnt beim Rohstoff: Hanf wächst sehr schnell und nimmt während seines Wachstums große Mengen CO₂ aus der Atmosphäre auf. Dieser Kohlenstoff bleibt in der Pflanzenstruktur gespeichert und wird in unseren Materialien langfristig gebunden.
Auch die Lieferkette ist bewusst regional organisiert: Der Hanf stammt von Feldern im Umkreis von rund 150 Kilometern um die Produktionsstätte, wodurch Transportwege bereits beim Rohstoff stark reduziert werden.
In der Produktion wird der Hanf zu hochverdichteten Holzalternativen verarbeitet und mit biobasierten Bindemitteln verbunden. Gleichzeitig nutzen wir erneuerbare Energie, unter anderem Strom aus Wasserkraft, und verwerten Produktionsreste energetisch. Hanf- und Holzreste aus der Produktion werden beispielsweise in einem Biobrenner genutzt, um Prozessenergie zu erzeugen. Dadurch reduzieren wir Abfall und senken den externen Energiebedarf.

Bereits heute ist das Material CO₂-negativ – selbst unter Berücksichtigung des aktuellen Transports nach Europa. Gleichzeitig investieren wir in Biofuel und Elektro-LKWs, um die Klimabilanz weiter zu verbessern.
Der nächste logische Schritt ist deshalb der Aufbau regionaler Produktionsstandorte im DACH-Raum. Wenn Anbau, Verarbeitung und Markt näher zusammenrücken, lassen sich Transportwege weiter reduzieren und die Klimawirkung unserer Materialien nochmals deutlich verbessern.

Welche Rolle spielen Gesundheit und Raumklima bei der Entwicklung eurer Produkte?

Wohngesundheit ist neben der Nachhaltigkeit mein absolutes Herzensanliegen und spielt bei unseren Materialien eine zentrale Rolle. Gerade im Innenraum verbringen Menschen rund 90 % ihrer Zeit – deshalb ist es entscheidend, aus welchen Materialien Möbel, Böden oder Innenausbauten bestehen.
Viele der Materialien in unseren Räumen enthalten Klebstoffe oder Zusatzstoffe, die flüchtige organische Verbindungen (VOCs) emittieren können und damit die Raumluft belasten und unsere Gesundheit gefährden können.
Hanfholz verfolgt hier einen anderen Ansatz: 96% biobasiert und ohne zugesetztem Formaldehyd. Für Architekt:innen, Planer:innen und Bauherr:innen, die auf wohngesunde, nachhaltige Materialien setzen möchten, ist das ein entscheidender Mehrwert.
Nachhaltigkeit endet für uns nicht beim CO₂-Fußabdruck – sie beginnt schon bei der Luft, die wir täglich einatmen.

Für welche Zielgruppen sind eure Hanfholz Platten besonders interessant, etwa Architekturbüros, Bauunternehmen oder Möbelhersteller?

Unsere Materialien sind besonders interessant für Architekturbüros, Innenarchitekt:innen, Möbelhersteller und Bauunternehmen, die in ihren Projekten nachhaltige und wohngesunde Materialien einsetzen möchten.
Gerade im professionellen Architektur- und Designbereich wächst das Interesse stark, weil Planer zunehmend Materialien suchen, die sowohl ökologisch als auch technisch überzeugen.
Darüber hinaus sehen wir auch großes Potenzial im Handwerk – zum Beispiel bei Schreinereien, Holzmanufakturen oder Produktdesignern, die mit innovativen Materialien arbeiten möchten. Hanfholz eignet sich beispielsweise hervorragend für kleinere hochwertige Produkte wie Messergriffe, Kugelschreiber, Gitarren oder andere Designobjekte.
Und nicht zuletzt richtet sich Hanfholz auch an private Bauherr:innen und Menschen, die bewusst nachhaltig und gesund bauen oder wohnen möchten und großen Wert auf natürliche Materialien sowie ein gutes Raumklima legen.
Damit verbinden wir Architektur, Handwerk und private Wohnprojekte – alle vereint durch den Wunsch nach nachhaltigeren Materialien.

Am 10 März 2026 wird Pure Materials in der Sendung 2 Minuten 2 Millionen zu sehen sein. Welche Erwartungen verbindet ihr mit diesem Auftritt?

Für uns ist der Auftritt eine große Chance, das Thema nachhaltige Materialien einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen.
Viele Menschen wissen noch gar nicht, welche innovativen Lösungen heute bereits existieren.
Wir hoffen natürlich auf Interesse von Investorinnen und Investoren, aber ebenso wichtig ist für uns die Sichtbarkeit für das Thema nachhaltiges und gesundes Bauen &Wohnen.

Welche Kernbotschaft möchtet ihr den Investorinnen und Investoren in Bezug auf nachhaltiges Bauen vermitteln?

Nachhaltiges Bauen ist kein Nischenthema mehr – es wird zu einer der zentralen Herausforderungen der kommenden Jahrzehnte.
Der Gebäudesektor verursacht weltweit einen erheblichen Anteil der CO₂-Emissionen.
Neue Materialien sind deshalb ein entscheidender Hebel, um diese Emissionen zu reduzieren. Unternehmen, die heute in innovative Materialien investieren, investieren damit gleichzeitig in einen riesigen Zukunftsmarkt.

Wie ist euer Geschäftsmodell aufgebaut und wie plant ihr Skalierung im europäischen Markt?

Pure Materials verfolgt die Vision, langfristig eine der führenden Plattformen und Handelsstrukturen für rein nachhaltige und gesunde Bau- & Wohnmaterialien in Europa aufzubauen.
Aktuell liegt der Fokus darauf, innovative Hanfmaterialien in den Markt einzuführen und Architekt:innen, Bauunternehmen sowie Herstellern zugänglich zu machen.
Mit der Pure Factory planen wir künftig regionale Produktionsstandorte, um Hanfmaterialien lokal zu verarbeiten, Transportwege deutlich zu verkürzen und gleichzeitig neue Produkte auf Basis dieses Rohstoffs zu entwickeln – zum Beispiel die bereits patentierten, weltweit ersten tragenden Bauplatten aus Hanf. So erweitern wir Schritt für Schritt unser Sortiment rund um nachhaltige Materialien aus Hanf.
Parallel dazu baut Pure Materials ein Netzwerk aus Produktionspartnern, Herstellern und Vertriebspartnern auf, um diese Materialien effizient im europäischen Markt zu skalieren.

Welche Herausforderungen gibt es aktuell bei Produktion, Lieferkette oder Zertifizierungen?

Wie bei vielen innovativen Materialien besteht eine der größten Herausforderungen zunächst darin, dass sich Märkte und Planer an neue Lösungen herantasten. Gerade in der Bau- und Möbelbranche werden Materialien oft über Jahrzehnte hinweg verwendet, weshalb es Zeit braucht, bis neue Alternativen in größeren Projekten eingesetzt werden.
Wir erleben jedoch, dass das Interesse stark wächst und immer mehr Architekt:innen und Hersteller bereit sind, neue nachhaltige Materialien auszuprobieren und in ihre Projekte zu integrieren.
Auf der Produktions- und Rohstoffseite konnten wir in den letzten Monaten bereits wichtige Schritte machen und eine stabile Lieferkette für Hanf im DACH-Raum aufbauen.
Im Bereich Zertifizierungen liegt die Herausforderung vor allem darin, dass viele zusätzliche Zulassungen und Prüfungen länderabhängig organisiert werden müssen und entsprechend hohe Kosten verursachen. Mit zunehmendem Wachstum wollen wir deshalb weitere Zertifizierungen Schritt für Schritt ausbauen, um unsere Materialien noch breiter im europäischen Markt verfügbar zu machen.

Was unterscheidet Pure Materials klar von anderen Anbietern im Bereich nachhaltiger Baustoffe?

Unser Fokus liegt auf einer neuen Materialgeneration auf Basis von Hanf, kombiniert mit einem starken Design- und Architekturanspruch.
Wir wollen nicht nur nachhaltige Materialien entwickeln, sondern Produkte, die auch ästhetisch und technisch überzeugen.
Unser Ziel ist es, mit der lokalen Produktion die Preise um 40-50% zu senken und Nachhaltigkeit vom Nischenprodukt zum neuen Standard zu machen.

Welche nächsten Entwicklungsschritte plant ihr nach einem möglichen Investment?

Mit zusätzlichem Kapital möchten wir vor allem drei Bereiche beschleunigen:

Ausbau der Produktionskapazitäten
Weiterentwicklung unserer Materialtechnologien
Expansion in weitere europäische Märkte

Unser langfristiges Ziel ist es, Hanf als Rohstoff in der Materialindustrie deutlich stärker zu etablieren.

Sehen Sie Pure Materials am 10. März 2026 in der Sendung 2 Minuten 2 Millionen

Bildcredits/Fotograf: PULS 4/ Gerry Frank

Wir bedanken uns bei Antonia Thüring für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder


Premium Start-up: Pure Materials

pure materials logo

Kontakt:

Pure Materials AG
Längenbold 20
6037 Root
Schweiz

https://www.pure-materials.ch/
hello@pure-materials.ch

Ansprechpartner: Antonia Thüring

Social Media:
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Würdest du in einem Haus wohnen, das fast komplett unter der Erde liegt?

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Pneumo Planet: aufblasbare Erdhäuser aus Österreich Thomas Herzig

Pneumo Planet entwickelt aufblasbare Erdhäuser und zeigt das nachhaltige Baukonzept am 10 März 2026 in der PULS 4 Sendung 2 Minuten 2 Millionen

Wer steht hinter Pneumo Planet und wie hat sich euer Gründerteam formiert?

Der Gründer und Erfinder ist Architekt Thomas Herzig, der in Wien lebt und sich auf aufblasbare Architektur und Design spezialisiert hat. Seit 18 Jahren bietet er unter dem Markennamen pneumocell Design, Entwicklung und Produktion technisch und ästhetisch anspruchsvoller aufblasbarer Gebäude und Objekte für Kunden weltweit.

Im Zuge einer vorangegangenen Kooperation bei der Entwicklung eines aufblasbaren Mondhabitats für die ESA vor 3 Jahren, mit dem Physiker Norbert Kömle und dem Architektur-Mitarbeiter Daniil Zhiltssov wurde das Team für PneumoPLanet formiert.

Später kam noch die Medienkünstlerin Verena Tscherner hinzu, welche elektonische Komponenten für die Klimasteuerung des aufblasbaren Erdhauses plant und anfertigt.

Wie entstand die Idee, aufblasbare Erdhäuser zu entwickeln, und welche Vision verfolgt ihr damit?

Im Jahr 2022 entwickelte Thomas Herzig zusammen mit den Astrophysikern Gabor Bihari und Norbert Kömle ein aufblasbares Mondhabitat für die ESA im Zuge des OSIP-Programms. Das Habitat besteht aus ultraleichten aufblasbaren Raummodulen, die zum Schutz vor kosmischer Strahlung, Meteoriten und Kälte mehrere Meter dick mit Regolith (Mondsand) beschüttet sind. Natürliches Sonnenlicht speist integrierte Gewächshäuser für die autarke Produktion von Nahrung und Sauerstoff.

Dabei kam eine entscheidende Erkenntnis:

„Wenn diese Baumethode unter den schwierigen Bedungen am Mond sinnvoll ist und funktioniert, dann hat diese hier auf der Erde einen noch größeren Nutzen und ist zudem auch deutlich leichter umsetzbar.“

Es wurde daher kurz darauf rein durch Thomas Herzigs Eigenmittel und Eigenleistung getragen mit der Planung und Entwicklung begonnen.

Im Jahr 2024 gründete Thomas Herzig extra für dieses Produkt die „PneumoPlanet Kg“ und errichtete mit neuen Fördermitteln und Unterstützung der ESA einen funktionsfähigen Prototypen in Niederösterreich.

Unsere Vision ist es das Wohnen und Bauen ökologisch deutlich verträglicher und kostengünstiger zu machen.

Euer Konzept basiert auf pneumatischen Strukturen und Erdüberdeckung. Welches konkrete Problem im Bau und Wohnsektor löst ihr damit?

70% der europäischen Bürger wünschen sich oder besitzen bereits ein Einfamilienhaus im Grünen. Massenhaft umgesetzt führt diese Bauweise aber zu exzessiver Flächenversiegelung und hohem Ressourcenbedarf. 37% der globalen CO2- Emissionen gehen auf das Konto der Bauwirtschaft. Um einen Kubikmeter Stahlbetonwand zu errichten werden z.B. 1400 kWh an Primärenergie benötigt.

Zudem ist das Bauen extrem teuer geworden seit der Corona Pandemie und dem Krieg in der Ukraine. Die Immobilienpreise sind bereits zuvor extrem gestiegen, was vor allem Familien, selbst jene mit relativ hohem Haushaltseinkommen, dazu treibt auf billigere Immobilien weit außerhalb der Stadt am Land auszuweichen.

Unser Pneumo Planet Haus löst dieses Problem auf folgende Weise.

Ein Pneumo Planet Haus braucht keine, oder nahezu keine Energie zum Heizen oder Kühlen

Es benötigt ein Minimum an Ressourcen für Baumaterial

Es integriert sich sehr unauffällig in die Landschaft, da es überwiegend unterirdisch und mit Gras überwachsen ist

Und es ist ca. ein Drittel billiger in der Errichtung als ein konventionelles Gebäude.

Was unterscheidet eure aufblasbaren Erdhäuser technisch und ökologisch von konventionellen Gebäuden?

Anstatt Ziegel , Beton, Stahl, Aluminium und Glas , besteht unsere Bausubstanz vorwiegend aus einer dünnen doppellagigen Membran, die kaum Masse hat und daher kaum Ressourcen braucht.

Die nötige Masse für Schallschutz und ein moderates Temperaturumfeld bietet hingegen die Natur in Form natürlichen Erdreichs.

Die Membran wird durch einen relativ geringen Luftdruck gegen verfestigtes Erdreich gedrückt.

Das hilft enorm Energie zu sparen in der Errichtung, und auch während in der Nutzung

Wand und Decke bilden eine Einheit. Sie bestehen aus dreieckigen weichen aufblasbaren Kissen, mit einem textilen Gewebe an der Innenseite. Es sind in regelmäßigen Abständen Ösen eingearbeitet, über die Bilder und Lampen abgehängt werden können. Zudem verlaufen entlang der Kanten der Dreiecke Klettbänder an denen Modulare Einbauschränke und Regale angebracht werden können. Auch elektrische Leitungen können dort versteckt verlegt werden, ohne Stemmarbeiten und ohne Leerverrohrung, rasch und sauber.

Diese weichen Runden unterirdischen Räume bieten ein einzigartiges Wohnerlebnis: Einerseits fühlt man sich darin wie in einem richtigen Mars-Habitat. Andererseits fühlt man sich auch unglaublich geborgen darin – Es ist ein ideales Nest für Liebespaare um sich dorthin zurück zu ziehen.

Ihr sprecht davon, dass eure Häuser ohne zusätzliche Energie für Heizung oder Kühlung auskommen können. Wie funktioniert dieses Prinzip konkret?

Je tiefer man unter die Erde geht, desto geringer werden die Temperaturunterschiede im Sommer und im Winter. Ab 3 Meter tiefer sinkt auch im Winter die Temperatur nicht unter 10°C in Mitteleuropa. Zudem sind die Minima und Maxima der jährlichen Temperaturkurve im Winter und Sommer um ca. 2 -3 Monate nach hinten verschoben. Wir nutzen diesen Effekt um den Großteil des Heizenergiebedarfs und des Kühlbedarfs im Sommer einzusparen.

Hinzu komme eine gute Wärmedämmung um das Gebäude herum ins Erdreich eingelegt ist und lange in die Erde verlegte Rohe über die Zuluft angesaugt wird und somit im Winter vorgewärmt und im Sommer vorgekühlt ins Gebäude strömt.

Wenn nun im Sommer und im Herbst das Sonnenlicht über die Fensterflächen die Innenräume aufheizt, wird die überschüssige Wärme im umliegenden Erdreich absorbiert, und dort bis in den Winter gespeichert.

Inwiefern trägt eure Bauweise dazu bei, Ressourcen zu schonen und Flächenversiegelung zu minimieren?

Anstatt aus Ziegel, Beton, Stahl, Aluminium und Glas , besteht unsere Bausubstanz vorwiegend aus einer dünnen doppellagigen Membran, die kaum Masse hat und daher kaum Ressourcen braucht.

Die nötige Masse für Schallschutz und ein moderates Temperaturumfeld bietet hingegen die Natur in Form natürlichen Erdreichs.

Bis auf die Fensterflächen und die Luftschleuse kann fast das gesamte Gebäude mit Erde und Gras bedeckt werden oder zumindest mit Kletterpflanzen überwachsen werden.

Inder Landschaft treten nur ein paar Hügel in Erscheinung mit Gras bewachsen oder als weiche Fläche um darauf zu sitzen und zu liegen

Wie läuft die modulare Vorfertigung in der Praxis ab und welche Vorteile ergeben sich daraus für Bauzeit und Kostenstruktur?

Die Raummodule können in Fabrikhallen unter kontrollierten Bedingungen auf Vorrat produziert werden. Eine teilweise Computergesteuerte Automatisierung des Produktionsprozesses fließt bereits jetzt ein und kann in Zukunft noch weiter integriert werden.

Die Modularität verknüpft die Vorteile kostengünstiger Serienfertigung mit individuellen maßgeschneiderten Gebäuden.

Ein Modul für einen gesamten Raum wiegt je nach Größe zwischen 50 kg und 200 kg und kann auf 0,4 -2 m3 gelagert oder transportiert werden. Der Transport von einer global optimalen Produktionsstätte zu selbst weit entfernten Bauplätzen ist daher sehr leicht zu bewerkstelligen.

Die aufblasbaren Module haben fertige Wandoberflächen, die nicht mehr verputzt oder gestrichen werden brauchen. Auch Ankerpunkte für Möbel und Bilder sowie Kanäle für elektrische Leitungen sind bereits integriert.

Sie haben bereits eine fertige wasserdichte Gebäudehülle und brauchen keine nachträgliche Isolierung oder Dachdecker und Spenglerarbeiten.

Das hilft viel Zeit und Geld auf der Baustelle zu sparen

Am 10 März 2026 wird Pneumo Planet in der Sendung 2 Minuten 2 Millionen zu sehen sein. Welche Erwartungen verbindet ihr mit diesem Auftritt?

Ich erhoffe mir weiteres Interesse in den Medien und infolge auch seitens weiterer Investoren oder Pilotprojektkunden. Denn die technische Entwicklung bis zu einem Markteintritt für Fertighäuser ist noch nicht abgeschlossen. Dafür brauchen wir weitere Mittel.

Welche Kernbotschaft möchtet ihr den Investorinnen und Investoren in Bezug auf nachhaltiges Bauen vermitteln?

Es ist ein sehr innovatives Produkt, das sicher großes Anklang finden wird in den anvisierten Einstiegsmärkten Erlebnistourismus, Glamping und Analog-Marshabitate. Langfristig haben im im Bereich Einfamilienhäuser ein riesigen globales Marktpotential von mehreren Milliarden Euro jährlich.

Vor allem ist es ein Wichtiger Betrag für die Zukunft des Wohnens für eine Zukunft, in der Menschen in Harmonie mit der Natur leben.

Die Erkenntnisse aus dieser Entwicklung werden auch in die Raumfahrttechnologie zurückfließen, und können somit wegbereitend dafür sein, dass dereinst Menschen im Dienste der Wissenschaft auf dem Mond und auf dem Mars nachhaltig leben können

Für welche Zielgruppen sind eure aufblasbaren Erdhäuser besonders geeignet, etwa private Bauherren, Gemeinden oder touristische Projekte?

Nachdem es ein sehr neues Produkt ist zu dem der Konsument erst Vertrauen aufbauen muss, sehen wir als Einstiegsmarkt die besten Chancen im Tourismus für ein besonderes Wohnerlebnis. Das könnte z.B. die Simulation eines Marshabitats sein, eine besonders ökologische Ferienwohnung, oder ein Liebesnest, in dem Paare ein spezielles Wochenende verbringen.

Es könnte aber auch als spezieller Konferenzraum dienen für Unternehmen oder öffentliche Einrichtungen, die damit einen starken Bezug zu innovativer Technologie und/oder ökologischem Bewusstsein demonstrieren wollen.

Wenn unsere Häuser sich als temporäre Behausung bewährt haben, werden zunehmend Kunden für Einfamilienhäuser von den praktischen und ideellen Vorzügen eines Pneumo Planet Hauses überzeugt werden.

Pneumo Planet: aufblasbare Erdhäuser aus Österreich livingroom
Livingroom

Wie stellt ihr sicher, dass eure Gebäude sowohl baurechtlichen Anforderungen als auch Sicherheitsstandards entsprechen?

Wir haben Sicherheitsstandards und die baurechtliche Lage bereits in unseren Überlegungen berücksichtigt. Allerdings kann es durchaus sein, dass die Mitarbeiter einer Baubehörde ratlos sind wie sie mit einem derart unkonventionellen Gebäude bei einem Bauansuchen umgehen sollen. Daher werden wir im Zuge der kommenden Entwicklungsarbeit den Kontakt mit höheren Vertretern der Baubehörden und auch aus der Politik suchen um uns Abzustimmen und im Detail noch an nationale und regionale gesetzliche Anforderungen anpassen.

Grundsätzlich ist es ein großer Vorteil, dass so ein Gebäude überwiegend unterirdisch ist. Denn unterirdische Bauten zählen meistens nicht zur bebauten Fläche. Dadurch dürfen auch Teile eines Grundstücks bebaut werden, die laut Bebauungsplan oder Bauordnung mit einem Oberirdischen Gebäude nicht bebaut werden dürften.

Es könnte auch bevorzugt in Gebieten genehmigt werden in denen der Landschaftsschutz besonders wichtig ist.

Was unterscheidet Pneumo Planet klar von anderen Anbietern im Bereich nachhaltiges oder modulares Bauen?

Unser patentiertes System beruht auf einem völlig radikal neuartigen konzeptionellen und konstruktiven Ansatz. Es gibt nichts Vergleichbares.

Drinnen fühlt man sich sehr geschützt und geborgen und es ist zugleich hell und sonnig. Wie der jetzt errichtete Prototyp erfahrbar macht, lässt sich das auf Fotos alleine gar nicht darstellen. Man muss den Raum erleben und fühlen.

Wer einen ungewöhnlichen großen Fortschritt erzielen möchte, muss dafür auch radikal neue Lösungen finden.

Wie ist euer Geschäftsmodell aufgebaut und wie plant ihr, Serienfertigung wirtschaftlich skalierbar umzusetzen?

Wir als Kernunternehmen Pneumo Planet fokussieren und auf die Entwicklung . Planung und Überwachung des Bauprozesses. Die Produktion der Aufblasbaren Module ist an ein paar optimal eingeschulte Produktionspartner weltweit ausgelagert. Die Erdarbeiten und die Installation werden an regional verfügbare Professionisten vergeben, die diese Arbeiten unter unserer Leitung und Betreuung ausführen.

Damit können wir unsere eigene Infrastruktur schlank halten, halten unsere Investitionskosten gering. Und können rasch international expandieren und haben auch bei schwankender Auftragslage ein geringeres geschäftliches Risiko.

Welche Rolle spielt die Weiterentwicklung eurer pneumatischen Technologie für zukünftige Projekte?

Wir machen natürlich weiterhin aufblasbare Objekte und Gebäude für andere Zwecke, so wie seit 18 Jahren zuvor. Die Erfahrungen aus jedem Projekt können anderen Projekten zugutekommen.

Beim Pneumo Planet Erdhaus speziell können diese Erfahrungen aber in der Raumfahrt bei der Entwicklung von Mond-Habitaten und Marshabitaten nützlich sein. Von dort her stammt ja das Konzept ursprünglich und neue Erkenntnisse können wieder dorthin zurückfließen.

Welche nächsten Entwicklungsschritte plant ihr nach einem möglichen Investment?

Wir möchten unseren Prototypen weiter ausbauen mit einem Sanitärmodul und einem ganz großen Wohnraummodul, sobald die finanziellen Mittel dafür bereitgestellt sind.

Aber wir sind auch für Pilotprojekte offen, die wir mit den gewonnenen Erkenntnissen bereit umsetzen können.

Wo seht ihr Pneumo Planet in drei bis fünf Jahren im deutschsprachigen und internationalen Markt für innovative Baukonzepte?

Wir sehen uns zu diesem Zeitpunkt noch nicht riesengroß, aber solide im Einstiegmarkt für Erlebnistourismus und Spezialanwendungen, unter starkem öffentlichen Interesse. Wir werden auch bereits einige progressiv denkende Kunden im Einfamilienhausmarkt haben. Nachdem wir bisher immer global in Nischenmärkten agiert haben, werden diese Kunden wohl ebenso global verteilt sein.

Sehen Sie Pneumo Planet am 10. März 2026 in der Sendung 2 Minuten 2 Millionen

Bildcredits Thomas Herzig

Wir bedanken uns bei Thomas Herzig für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Leben wie am Mars

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10 März 2026: 2 Minuten 2 Millionen auf JOYN Bild Kiddy Clip in der Sendung 2 Minuten 2 Millionen Bildcredits/Fotograf PULS 4 Gerry Frank

Am 10 März 2026 bringt die Startup Sendung 2 Minuten 2 Millionen erneut außergewöhnliche Ideen auf die Bühne. Mehrere Gründerteams präsentieren ihre Innovationen vor einer erfahrenen Runde von Investorinnen und Investoren. Mit dabei sind diesmal unter anderem Pneumo Planet, Kiddy Clip und znow-motion.

Die Pitches versprechen eine spannende Mischung aus visionärer Technologie, praktischen Alltagslösungen und nachhaltigen Materialien. Für die Startups geht es dabei nicht nur um Kapital, sondern auch um Aufmerksamkeit und strategische Unterstützung für ihr weiteres Wachstum.

10 März 2026: Visionäres Wohnen von Pneumo Planet

Besonders viel Aufmerksamkeit erhält am 10 März 2026 das Wiener Startup Pneumo Planet. Das Unternehmen bringt ein ungewöhnliches Wohnkonzept zu 2 Minuten 2 Millionen: ein aufblasbares Erdhaus, das ursprünglich für die europäische Raumfahrt entwickelt wurde.

Die Idee hinter Pneumo Planet verbindet Weltraumtechnologie mit nachhaltigem Wohnen. Die Häuser werden als aufblasbare Struktur aufgebaut und anschließend mit Erde bedeckt. Dadurch entsteht ein Wohnraum, der ohne zusätzliche Energie für Heizung oder Kühlung auskommen soll. Gleichzeitig werden nur minimale Ressourcen benötigt.

Investor:innen reagieren im Studio unterschiedlich auf das Konzept. Eveline Steinberger zeigt sich begeistert und beschreibt die Idee als besonders außergewöhnlich. „Ich lieb’s, es ist so superschräg“, kommentiert sie das visionäre Wohnprojekt.

Skeptischer äußert sich hingegen Katharina Schneider, die sich nur schwer vorstellen kann, freiwillig in einem solchen Haus zu leben. Auch Mathias Muther setzt sich kritisch mit der Idee auseinander, dauerhaft unter der Erde zu wohnen. Christian Jäger erkennt dagegen das kreative Potenzial und bezeichnet das Konzept als „coole Geschichte“.

Der sogenannte Marketagent Check zeigt ebenfalls ein gemischtes Bild. Während der Innovationsgrad der Idee sehr hoch bewertet wird, bleibt die Kaufbereitschaft der potenziellen Kunden deutlich niedriger. Genau diese Spannung macht den Pitch besonders interessant.

Ein erster Prototyp des aufblasbaren Erdhauses steht bereits in Niederösterreich. Für das Startup geht es nun darum, Investor:innen zu finden, die das Projekt weiter vorantreiben.

Kiddy Clip bringt praktische Lösung für Familien

Neben visionären Wohnkonzepten präsentiert die Sendung 2 Minuten 2 Millionen auch alltagstaugliche Produkte. Ein Beispiel dafür ist Kiddy Clip aus Niederösterreich.

Das Startup hat eine einfache, aber praktische Lösung für ein häufiges Problem entwickelt. Der Kiddy Clip ist ein kindersicherer Clip für den Hosenbund, der zu große Kinderhosen schnell und einfach anpassen kann.

Viele Eltern kennen die Situation: Kinder wachsen schnell, während Kleidung oft noch in gutem Zustand ist. Mit dem Clip können Hosen kurzfristig enger gemacht werden, sodass sie besser passen und länger getragen werden können.

Der Clip wird einfach am Bund befestigt und verhindert, dass Hosen rutschen oder zur Stolperfalle werden. Gleichzeitig unterstützt die Lösung einen nachhaltigen Umgang mit Kleidung, weil Lieblingsstücke länger genutzt werden können.

Investorinnen und Investoren achten bei solchen Produkten nicht nur auf die Idee selbst, sondern auch auf das Engagement der Gründerinnen und Gründer. Eveline Steinberger erkennt im Pitch vor allem die Leidenschaft hinter dem Projekt. Für sie ist genau diese Begeisterung ein wichtiger Faktor für den langfristigen Erfolg eines Startups.

znow-motion erweitert Fahrradträger für Wintersport

Ein weiteres Unternehmen aus Niederösterreich ist znow-motion, das ebenfalls bei 2 Minuten 2 Millionen am 10 März 2026 seine Idee präsentiert.

Das Startup entwickelt ein Add on für bestehende Fahrradträger. Mit diesem Zusatz können handelsübliche Fahrradträger schnell und einfach in Skiträger umgewandelt werden.

Gerade für Wintersportler könnte diese Lösung interessant sein. Viele Autofahrer besitzen bereits Fahrradträger, müssen jedoch im Winter zusätzlich spezielle Halterungen für Skier kaufen. Znow Motion möchte genau dieses Problem lösen, indem ein bestehendes System flexibel erweitert wird.

Damit verbindet das Unternehmen zwei wichtige Aspekte moderner Produktentwicklung: praktische Anwendung und effizientere Nutzung vorhandener Ressourcen.

Weitere Innovationen bei 2 Minuten 2 Millionen

Neben den österreichischen Startups treten auch internationale Unternehmen bei 2 Minuten 2 Millionen an. Dazu gehört Pure Materials Hanfholz aus der Schweiz. Das Unternehmen arbeitet mit nachhaltigem Holz aus Hanf und möchte neue Möglichkeiten im Bereich umweltfreundlicher Materialien eröffnen.

Ebenfalls dabei ist Smartsy aus Serbien. Das Startup entwickelt ein intelligentes Hundehaus, das vor Einkaufszentren oder Supermärkten installiert werden kann. Die Station ist mit Klimaanlage, Heizung, UV Sterilisation und einer Livestream Funktion ausgestattet, damit Besitzer ihre Hunde während des Einkaufs im Blick behalten können.

10 März 2026 zeigt Vielfalt der Startup Szene

Die Folge von 2 Minuten 2 Millionen am 10 März 2026 zeigt eindrucksvoll, wie breit die Startup Szene inzwischen aufgestellt ist. Von futuristischen Wohnkonzepten über Familienprodukte bis hin zu Mobilitätslösungen und nachhaltigen Materialien reicht das Spektrum der Ideen.

Für die Gründerinnen und Gründer geht es im Studio um mehr als nur ein Investment. Der Auftritt bietet die Chance, ihre Vision einem großen Publikum zu präsentieren und wichtige Kontakte zu knüpfen.

Gleichzeitig erleben Zuschauerinnen und Zuschauer, wie Investorinnen und Investoren Entscheidungen treffen, Chancen abwägen und Geschäftsmodelle hinterfragen.

Damit bleibt 2 Minuten 2 Millionen eine wichtige Bühne für Innovation, Unternehmergeist und neue Ideen.

Die Sendung läuft immer dienstags um 20:15 Uhr auf JOYN und PULS 4.

Bild Kiddy Clip in der Sendung 2 Minuten 2 Millionen Bildcredits/Fotograf PULS 4 Gerry Frank

Wie wird aus einer spontanen Idee am Wohnzimmertisch ein erfolgreiches Unternehmen?

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SPEIKI hilft Familien im Baby Alltag. SPEIKI Gründerin Dr. Karin Mehling

SPEIKI entwickelt ein Produkt, das Familien im Baby Alltag unterstützt und praktische Entlastung im täglichen Alltag mit kleinen Kindern schafft

Sie haben SPEIKI aus einer sehr persönlichen Alltagssituation heraus gegründet. Was hat Ihnen damals den Mut gegeben, allein und ohne Businessplan zu starten?

Ehrlich gesagt war es weniger Mut als Pragmatismus. Mein Sohn hat sehr stark gespuckt und der Alltag war dadurch unglaublich anstrengend. Ich habe einfach versucht, ein Problem zu lösen, das uns jeden Tag beschäftigt hat. Die erste Version des SPEIKI entstand am Wohnzimmertisch – ganz ohne großen Plan. Erst als ich gemerkt habe, dass andere Familien genau das gleiche Problem haben, wurde aus der Idee langsam mehr.

Wie hat sich Ihr Blick auf Unternehmertum verändert, seit aus der privaten Lösung ein dauerhaftes Geschäftsmodell geworden ist?

Ich habe schon einige Jahre mit dem Schritt in die Selbstständigkeit geliebäugelt. Dass es auf diesem Weg passiert ist, war unerwartet, aber ich habe es begrüßt. Seitdem hat sich mein Blick auf Unternehmertum eher bestätigt als geändert. Die Leidenschaft für das eigene Produkt, das eigene Unternehmen ist ein starkes Moment, dass mir Spaß macht. Für mich persönlich hat sich gezeigt, dass sich mein breiter Erfahrungsrahmen meines bisherigen Berufslebens enorm ausgezahlt hat. So schreckt mich kein Bereich wirklich ab: Ob Buchhaltung, Einkauf oder Vertrieb – endlich kann ich alles einsetzen, was ich kann.

SPEIKI ist bewusst als Einzelunternehmen organisiert. Welche Vorteile sehen Sie darin, Entwicklung, Vermarktung und Vertrieb selbst zu verantworten?

Der größte Vorteil ist die Nähe zum Produkt und zu den Familien, die es nutzen. Ich bekomme direkt mit, was funktioniert und was im Alltag wirklich hilft. Entscheidungen kann ich schnell treffen, ohne lange Abstimmungen. Das hält die Marke sehr fokussiert und authentisch. Zudem halte ich die Kosten so im Griff. Da ich mein Unternehmen mittels Bootstrapping finanziere und ohne Vorfinanzierung arbeite, kann ich gesund wachsen.

Wie gelingt es Ihnen, mit einem schlanken Produktportfolio zu wachsen, ohne den Fokus oder die Qualität zu verlieren?

Ich erweitere das Sortiment nur dort, wo ich im Alltag von Familien wirklich einen Bedarf sehe. Das SPEIKI selbst bleibt der Kern. Alles andere ergänzt dieses Thema rund um Stillzeit, Babyalltag und Entlastung. Dieser klare Fokus hilft dabei, die Qualität hoch zu halten und nicht jedem Trend hinterherzulaufen. Als nächsten Wachstumsschritt plane ich die Ausweitung auf den EU-Markt. 2026 starte ich mit Frankreich, Italien und die Niederlande sind in Planung.

Ressourcen sind begrenzt. Welche Entscheidungen helfen Ihnen dabei, Prioritäten klar zu setzen und Überforderung zu vermeiden?

Ich frage mich bei vielen Entscheidungen: Hilft das Familien wirklich im Alltag – oder lenkt es nur ab? Wenn etwas nicht zum Kernprodukt oder zur Marke passt, lasse ich es bewusst weg. Diese Klarheit hilft, Energie und Zeit auf die Dinge zu konzentrieren, die wirklich Wirkung haben. Unternehmensintern prüfe ich immer: Zahlt diese Maßnahme auf den Abverkauf ein? Und in welchem Kosten-Nutzen-Verhältnis steht sie? So haushalte ich meine Ressourcen.

Welche Rolle spielt die regionale Fertigung in Bayern für Ihre unternehmerische Haltung und für das Vertrauen Ihrer Kundinnen und Kunden?

Regionalität war mir von Anfang an wichtig. Das SPEIKI wurde am Ammersee entwickelt, das Unternehmen sitzt heute im Allgäu und gefertigt wird in einer Nähmanufaktur in der Oberpfalz. Diese kurzen Wege geben mir viel Kontrolle über Qualität und Produktion. Gleichzeitig schätzen viele Kundinnen und Kunden genau diese Transparenz und Bodenständigkeit. Als Unternehmerin sehe ich mich zudem in der Verpflichtung, verantwortungsvoll zu handeln. Dazu gehört für mich die bewusste Entscheidung für den Standort Deutschland und nicht eine reine Gewinnmaximierung.

Wie erleben Sie die Vereinbarkeit von Unternehmertum, Familie und Beruf im Alltag und was hat sich seit der Gründung konkret verändert?

Die Vereinbarkeit von Unternehmertum, Familie und Beruf ist im Alltag tatsächlich eine ständige Balanceaufgabe. Wenn man ein eigenes Unternehmen aufgebaut hat, lässt es einen gedanklich kaum los. Ich denke eigentlich rund um die Uhr an SPEIKI, und ich nutze oft jede freie Minute, um etwas voranzubringen – eine Idee festzuhalten, eine Anfrage zu beantworten oder an Verbesserungen zu arbeiten. Das gehört für mich zum Unternehmertum dazu, auch wenn ich inzwischen weiß, dass dieses „24/7-Denken“ nicht immer nur gut ist.

Was sich seit der Gründung verändert hat, ist vor allem meine Erfahrung im Umgang damit. Am Anfang wollte ich alles sofort lösen und perfekt machen. Heute versuche ich bewusster Prioritäten zu setzen und mir auch zu erlauben, dass nicht alles gleichzeitig passieren muss. Das Unternehmen ist gewachsen – aber genauso ist auch mein Verständnis dafür gewachsen, dass nachhaltiges Arbeiten nur funktioniert, wenn man sich selbst nicht dauerhaft überfordert.

Was würden Sie heute anders machen, wenn Sie noch einmal am Wohnzimmertisch mit SPEIKI starten würden?

Wahrscheinlich würde ich mir am Anfang etwas mehr Gelassenheit erlauben. Viele Dinge entwickeln sich erst mit der Zeit – das Produkt, die Marke, die Community. Rückblickend war der wichtigste Schritt einfach anzufangen und auf die Rückmeldungen der Familien zu hören. „Better done than perfect“ ist heute eher meine Devise als am Anfang.

Bild: Copyright/Fotograf (c) Darren Jacklin

Wir bedanken uns bei Karin Mehling für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Wie entsteht die Mobilität von morgen?

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de:hub München – Mobility Mobilität Elektrifizierung Innovationen DigitalHubMobility_Group-Bildrechte- Christian Kudler Fotograf.jpg

Der de:hub München – Mobility vernetzt Startups, Industrie, Forschung und Städte, um Innovationen rund um Mobilität und Elektrifizierung schneller in marktfähige Lösungen zu überführen

Wie positioniert sich der de:hub München – Mobility innerhalb des deutschen Digital Hub Netzwerks?

Der de:hub München – Mobility ist Teil der bundesweiten de:hub Initiative des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWE) und das Mobilitätsteam von UnternehmerTUM – Europas größtem Zentrum für Innovation und Gründung. Als Dienstleister und Netzwerk-Orchestrator vernetzen wir Unternehmen aus der Automobil-, Mobilitäts-, Energie- und Technologiebranche mit Städten, Start-ups und Forschungseinrichtungen. Gemeinsam gestalten wir aktiv die Zukunft der Mobilität.

Welche Rolle spielt der Hub für die Transformation der Mobilitätsbranche?

Wir verstehen uns als Innovationstreiber für die Mobilität von morgen – in der Überzeugung, dass nachhaltige Transformation nur im Zusammenspiel aller Akteure gelingt. Dazu arbeiten wir mit Startups, Industrie, Wissenschaft und Politik zusammen und bringen Innovationen schneller auf die Straße. Wir schaffen ein starkes Ökosystem, in dem neue Technologien, digitale Lösungen und nachhaltige Geschäftsmodelle entwickelt werden – und leisten so einen konkreten Beitrag zu einer zukunftsfähigen Mobilität.

München ist ein Zentrum der Automobilindustrie. Welche Standortvorteile und vorhandenen Kompetenzen nutzt der Mobility Hub München, um zukunftsfähige Mobilitätslösungen zu fördern?

München verfügt über ein einzigartiges Innovationsökosystem mit einem starken Zusammenspiel von Freistaat Bayern, Stadt München, Industrie und exzellenten Forschungseinrichtungen. Gleichzeitig zieht der Standort internationale Startup-Talente und Deep-Tech-GründerInnen an. Genau diese Dichte an Kompetenz, Kapital und Kooperationsbereitschaft ist entscheidend, um die Mobilität der Zukunft zu gestalten.

Welche technologischen Schwerpunkte stehen im Fokus des de:hub München – Mobility?

Im Fokus stehen aktuell Technologien mit besonders hohem Disruptionspotenzial, die die Branche nachhaltig verändern: Elektromobilität inklusive Ladeinfrastruktur sowie autonomes Fahren. Darüber hinaus beschäftigen wir uns mit zentralen Zukunftsthemen wie Mobilitätsdaten, Multimodalität, geteilter Mobilität und intelligentem Parkraummanagement. Unser Ziel ist klar: Gemeinsam beschleunigen wir nachhaltige Mobilität.

Warum sind diese Themen für den Wandel der Mobilität besonders relevant?

Autonomes Fahren und Elektrifizierung sind für den Wandel der Mobilität besonders relevant, weil sie das Potenzial haben, bestehende Systeme grundlegend zu verändern. Die Elektrifizierung ist entscheidend, um verschärfte Emissionsgrenzwerte zu erfüllen und Klimaziele zu erreichen – im Pkw- wie auch im Nutzfahrzeugbereich. Hier leisten wir durch Vernetzung, Pilotprojekte und den Aufbau des Ökosystems konkrete Unterstützung.

Autonomes Fahren eröffnet zugleich neue Möglichkeiten für bedarfsgerechte Mobilitätsangebote, etwa durch On-Demand-Shuttles im ländlichen Raum. Angesichts des zunehmenden Personalmangels wären solche Konzepte ohne fahrerlose Systeme kaum realisierbar. Wir unterstützen beim Aufbau des entsprechenden Ökosystems und bei der Überarbeitung der Regulatorik für Level 4 Autonomes Fahren.

Wie unterstützt der Hub Startups und Unternehmen bei der Entwicklung, Erprobung und Skalierung neuer Mobilitätslösungen?

Ein zentrales Instrument sind unsere Co-Innovationsprojekte: In sechsmonatigen Programmen arbeiten 3-6 Partner aus etablierten Unternehmen, Start-ups, Städten und Wissenschaft entlang einer gemeinsamen Vision an konkreten Herausforderungen – mit strukturierten Workshops, unabhängiger Steuerung und Expertenbegleitung durch uns. So entstehen neue Geschäftsideen, marktfähige Prototypen und belastbare Partnerschaften mit konkretem Markteinfluss. Zudem bieten wir Startups vielfältige Möglichkeiten zur Sichtbarkeit, beispielsweise auf Events, und vernetzen sie gezielt mit etablierten Unternehmen.

Welche Rolle spielen etablierte Automobilhersteller, Zulieferer und Mobilitätsdienstleister im Ökosystem des Hubs?

Etablierte Automobilhersteller, Zulieferer und Mobilitätsdienstleister spielen eine zentrale Rolle im Ökosystem des Hubs. Sie engagieren sich stark, bringen Marktkenntnis sowie Skalierungskompetenz ein und gestalten den Wandel aktiv mit. Gleichzeitig braucht eine erfolgreiche Transformation weitere Akteure – Startups, Kommunen, Investoren und Forschungseinrichtungen. Auch sie sind essentiell und werden von uns gezielt integriert, um gemeinsam ganzheitliche Mobilitätslösungen zu entwickeln.

Wie adressiert der de:hub München – Mobility aktuelle Herausforderungen der Branche, etwa Elektrifizierung, autonome Systeme, Digitalisierung oder nachhaltige Mobilität?

Die Mobilitätsbranche steht vor einem tiefgreifenden Wandel: Automatisierung, Digitalisierung, Dekarbonisierung und neue Geschäftsmodelle verändern bestehende Systeme grundlegend. Als de:hub München – Mobility adressieren wir diese Herausforderungen durch den Aufbau starker Ökosysteme, gezielte Vernetzung relevanter Akteure sowie praxisnahe Innovations- und Pilotprojekte.
Ein Beispiel: Eine zentrale Herausforderung der Elektrifizierung – insbesondere im Schwerlastverkehr – ist die bislang oft manuelle und wenig planbare Ladeinfrastruktur-Nutzung. Es fehlt an Transparenz über verfügbare Ladepunkte, an verbindlichen Reservierungsmöglichkeiten und an durchgängigen digitalen Prozessen. Das erschwert effiziente Abläufe und bremst die Skalierung elektrischer Lkw-Flotten.

Genau hier setzt unser aktuelles Co-Innovationsprojekt „Truck Charging“ an. Gemeinsam mit Partnern aus Industrie, Energie, Logistik und Technologie wurde ein interoperables, digitales Reservierungssystem für das Laden von E-Lkw entwickelt und in einem Real-Live-Pilot entlang einer 300-km-Route erfolgreich getestet. Die Ergebnisse zeigen, dass verbindliche, standortübergreifende Reservierungssysteme ein zentraler Hebel für effiziente Prozesse und den wirtschaftlichen Hochlauf im Schwerlastverkehr sind.
Aufbauend darauf widmen wir uns im nächsten Projekt der Frage, wie Lkw-Depots zu integrierten Energie-Hubs weiterentwickelt werden können – als Knotenpunkte, die Transport-, Lade- und Energiesysteme intelligent verknüpfen und neue Geschäftsmodelle im E-Lkw-Ökosystem ermöglichen.

Gleichzeitig ist Elektrifizierung nur eine von vielen Herausforderungen. Themen wie autonomes Fahren – insbesondere im Kontext von Level-4-Anwendungen – sowie die Rolle des Schienenverkehrs als Rückgrat nachhaltiger Mobilität bearbeiten wir ebenso aktiv. Mobilität ist facettenreich – und unser Anspruch ist es, technologische Innovation, Infrastruktur, Regulierung und neue Geschäftsmodelle ganzheitlich zusammenzudenken.

Welche Bedeutung haben Daten, Software und KI für neue Geschäftsmodelle und Mobilitätskonzepte im Hub-Umfeld?

Daten, Software und KI sind zentrale Enabler für zukunftsfähige Mobilitätslösungen. Sie vernetzen Fahrzeuge, Infrastruktur und Energiesysteme und ermöglichen effiziente, datenbasierte Prozesse.
Am Beispiel unseres Projekts „Truck Charging“ wird das deutlich: Ohne verlässliche und interoperable Daten zu Ladepunkten und Verfügbarkeiten wäre eine digitale Reservierungsplattform nicht umsetzbar – und der Hochlauf der E-Lkw würde gebremst. Daten sind damit die Grundlage für funktionierende Geschäftsmodelle und skalierbare Innovationen in nahezu all unseren Projekten.

Wie fördert der Hub Kooperationen zwischen Startups, Industrie, Forschungseinrichtungen und öffentlichen Akteuren?

Wir schaffen gezielt Formate, die unterschiedliche Akteure strukturiert zusammenbringen und gemeinsame Innovation ermöglichen. Neben den bereits genannten Co-Innovationsprojekten, in denen Partner über sechs Monate hinweg entlang einer gemeinsamen Vision an konkreten Lösungen arbeiten, setzen wir auf weitere Vernetzungs- und Austauschformate.
Ein Beispiel sind unsere Benchmarkreisen: Mit den Partnern aus unserem Netzwerk besuchen wir internationale Vorreiterstädte für intelligente und nachhaltige Mobilität. Vor Ort ermöglichen wir den direkten Austausch mit relevanten Akteuren aus Wirtschaft, Politik und Startups, identifizieren Best Practices und schaffen konkrete Anknüpfungspunkte für zukünftige Kooperationen.

Wie messen Sie den Erfolg Ihrer Aktivitäten – sowohl für die beteiligten Startups als auch für den Mobilitätsstandort München?

Erfolg messen wir auf mehreren Ebenen. Auf Projektebene betrachten wir konkrete Ergebnisse wie entwickelte Prototypen, initiierte Pilotprojekte, Folgekooperationen oder implementierte Lösungen. Für Startups und Unternehmen ist entscheidend, ob durch unsere Formate strategische Partnerschaften entstehen, Marktzugänge erleichtert werden und Innovationen tatsächlich in die Anwendung kommen. Der nachhaltige Mehrwert zeigt sich insbesondere dann, wenn Kooperationen über das Projekt hinaus fortgeführt werden.

Gleichzeitig verfolgen wir ein übergeordnetes Ziel: einen messbaren Beitrag zu zukunftsfähiger, nachhaltiger Mobilität zu leisten. Unser Anspruch ist es, nicht nur einzelne Projekte umzusetzen, sondern strukturelle Wirkung im Mobilitätsökosystem zu erzielen und die Transformation aktiv mitzugestalten.

Welche Ziele verfolgt der de:hub München – Mobility in den kommenden Jahren, um den Mobilitätswandel aktiv mitzugestalten?

Unser Ziel ist es, die Mobilität in Deutschland zukunftsfähig weiterzuentwickeln und ihre internationale Wettbewerbsfähigkeit nachhaltig zu stärken. Wir verstehen uns als Impulsgeber und Umsetzungspartner. Unser Ansatz ist ganzheitlich: Mobilität begreifen wir als integriertes Zusammenspiel unterschiedlicher Mobilitätsformen. Als neutraler Orchestrator bringen wir relevante Akteure zusammen und treiben branchenübergreifend innovative Lösungen voran.

Besonders große Chancen sehen wir in den Wachstumsfeldern autonomes Fahren, Elektrifizierung sowie Digitalisierung und KI – und vor allem in deren Umsetzung. Beim autonomen Fahren beispielsweise – wir unterstützen aktiv das Ökosystem EM 4.0 des Bundeswirtschaftsministeriums und arbeiten mit Behörden und Unternehmen an einer Weiterentwicklung der Regulatorik für Level 4 Autonomes Fahren, um Herstellern und Betreibern schneller zu ermöglichen, ihre Angebote auf die Straße zu bringen. Deutschland muss dringend drei bis vier große Modellregionen starten, wenn wir den Markt nicht völlig den USA und China überlassen wollen.

Im Bereich Elektrifizierung setzen wir mit „Truck Charging“ konkrete Impulse für einen effizienteren und planbaren Schwerlastverkehr. Aufbauend darauf entwickeln wir im nächsten Schritt Konzepte, um Transport-, Lade- und Energiesysteme integriert weiterzudenken – beispielsweise als Energie-Hubs – und langfristig skalierbar zu machen.

Bildrechte: Christian Kudler (Fotograf)

Wir bedanken uns bei Claudia Happe für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Was passiert, wenn man Nusscreme einfach frisch presst?

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supernutural Nusscreme bei Höhle der Löwen Pitch Amelie und Timo Sperber präsentieren den Nutbooster von „supernutural“. Sie erhoffen sich ein Investment von 500.000 Euro für 6,25 Prozent der Firmenanteile. Bildcredits/Fotograf: RTL / Bernd-Michael Maurer

supernutural bringt frisch gepresste Nusscreme in Hotels, Sport und Unternehmen und will damit industriell hergestellte Nusscreme ersetzen. Das Startup pitcht am 9 März 2026 in der Sendung Die Höhle der Löwen

Wie ist das Startup supernutural entstanden und welche Personen stehen dahinter?

Unsere Gründer waren vor über zehn Jahren bei einem Urlaub in Kalifornien inspiriert von frisch gepresster Nusscreme und haben nicht verstanden, warum es das in Deutschland und Europa nicht gibt. Amelie hat also schwanger gekündigt, um zu gründen, Timo hat für ARRI die ersten Jahre noch weiter Filmkameras entwickelt. Mit einem Businessplan ging es zur Allgäuer Volksbank und die Beiden sind mit 250K Gründerdarlehen durchgestartet.

In welcher Branche ist supernutural tätig und was zeichnet das Geschäftsmodell aus?

Anfangs noch Retail / LEH. Nach Covid wurde der Businesscase auf Hotellerie, Profisport und Unternehmensgastronomie fokussiert. Damals rein B2B. Mit der Ausstrahlung nutzen wir nun die Chance auf D2C für Privathaushalte.

Welche Idee oder welches Problem stand am Anfang der Gründung von supernutural? Gab es eine Marktlücke oder eine besondere Inspiration?

Es gab schlichtweg nur Nusscreme im Glas. Vergleichbar mit Saft im Karton. Wir wollen die frisch gepresste Antwort auf das Industrieprodukt sein.

Was macht das Konzept oder die Technologie von supernutural besonders? Welche innovativen Ansätze kommen zum Einsatz?

Unser selbst entwickeltes Mahlwerk presst aus 1kg Nuss 1kg Nusscreme. Ohne Zugabe von irgendwas. Ziemlich beeindruckend, wenn man überlegt aus wieviel Zutaten Lebensmittel heute bestehen. Der Geschmack ist überragend und USP Nummer 1.

Welche konkreten Vorteile bietet das Produkt von supernutural den Nutzerinnen und Nutzern? Was hebt es im Alltag vom Wettbewerb ab?

Mit „frisch gepresster Nusscreme“ haben wir eine komplett neue Kategorie geschaffen. Für das Hotelfrühstück sind wir ein absoluter Gamechanger im Direktvergleich zu Nuss Nougat Cremes in Einwegverpackungen. Für den Sport sind wir ein natürlicher Performance Nutrition Lieferant und in der Unternehmensgastronomie sind wir der gesunde Snack am Arbeitsplatz ohne Insulinspike. Generell ist die Geschmacksexplosion zusammen mit dem Erlebnis und der Frische der größte Hebel für Wettbewerb im Glas.

Wie wurde das Produkt von supernutural entwickelt und getestet? Gab es besonderes Feedback aus ersten Anwendungen oder Testphasen?

Da es uns bereits seit zehn Jahren gibt, waren die ersten Jahre relevant für Feedback. Unsere neuen „Nutbooster“ sind bereits gemeinsam mit unseren wichtigsten Kunden und deren Feedback aus der Praxis entwickelt worden um eine optimale Lösung für ihre individuellen Usecases anbieten zu können.

Welche Vision verfolgt supernutural? Welche Meilensteine sollen in den nächsten Jahren erreicht werden?

Wir ersetzen industriell hergestellte Nusscreme im Glas. Mit unseren Maschinen sind wir bereits in über 40 Ländern. Ein gezielter Roll Out in den Wachstumsmärkten ist ein wichtiger Milestone für die Zukunft.

Warum fiel die Entscheidung von supernutural, sich bei Höhle der Löwen zu präsentieren? Welche Aspekte stehen dabei im Vordergrund?

Wir wurden motiviert dabei mitzumachen und haben uns für den Bewerbungsprozess entschieden, weil wir zum ersten Mal in unserer Firmengeschichte ein Produkt im Sortiment haben, was zur Zielgruppe passt.

Welche Form der Unterstützung wird durch die Teilnahme von supernutural an Höhle der Löwen angestrebt? Wie soll eine mögliche Investition oder Zusammenarbeit genutzt werden?

Für uns geht es nicht nur um eine reine Wachstumsfinanzierung, vor allem smart Money und die Power der Löwen ist strategisch spannend. Außerdem natürlich die mediale Reichweite.

Welche nächsten Schritte sind bei supernutural nach Höhle der Löwen geplant? Gibt es konkrete Pläne für Wachstum, Skalierung oder neue Entwicklungen?

Wir verlagern aktuell unsere komplette Produktion ins Ausland für die Skalierung. Zudem launchen wir ein neues D2C Produkt und wollen in unseren internationalen Key Account Märkten weiter wachsen.

Welche Erfahrungen und Erkenntnisse haben sich bei supernutural auf dem bisherigen Weg als besonders wertvoll erwiesen?

Resilienz. Und Recurring Revenue durch Nüsse, der für wiederkehrenden Umsatz sorgt.

Welche Ratschläge lassen sich aus diesen Erfahrungen von supernutural ableiten, die für andere Gründerinnen und Gründer hilfreich sein könnten?

Dranbleiben. Auf den Markt hören. Netzwerkpower nutzen.

Sehen Sie supernutural am 09. März 2026 um 20:15 Uhr auf VOX in der Höhle der Löwen

Bild: Amelie und Timo Sperber präsentieren den Nutbooster von „supernutural“. Sie erhoffen sich ein Investment von 500.000 Euro für 6,25 Prozent der Firmenanteile.
Bildcredits/Fotograf: RTL / Bernd-Michael Maurer

Wir bedanken uns bei Amelie und Timo Sperber  für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Was Frauen auf dem Weg in Toppositionen wirklich bremst

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Frauen in Führung Fiona Ruff über Netzwerke und Karriere Bildcredits Frau Winkelmann Businessfotografie & Film Businessshooting öö

Fiona Ruff spricht im Interview über die Rolle von Frauen in der Wirtschaft, über Female Leadership, Netzwerke und Executive Search und erklärt, warum mehr Diversität in Führungsteams für Unternehmen heute ein entscheidender Erfolgsfaktor ist.

Frau Ruff, Sie stehen für „Hunting Her“ – Headhunting für Frauen. Was war der persönliche oder berufliche Auslöser, sich auf dieses Thema zu spezialisieren?

Fiona Ruff: Der persönliche Auslöser liegt tatsächlich schon viele Jahre zurück. Ich engagiere mich seit über 20 Jahren in internationalen Frauenorganisationen wie Zonta und habe dadurch ein großes Netzwerk von Führungsfrauen aus ganz unterschiedlichen Branchen aufgebaut. Gleichzeitig habe ich in meiner eigenen beruflichen Laufbahn immer wieder erlebt, welche strukturellen Hürden Frauen in der Wirtschaft begegnen können. Als sich vor einigen Jahren die Möglichkeit ergab, meine eigene Führungserfahrung, dieses Netzwerk und meine intrinsische Motivation für das Thema zu verbinden, war das für mich eine sehr stimmige Entscheidung. Heute kann ich Unternehmen helfen, exzellente weibliche Führungskräfte sichtbar zu machen – und genau das macht meine Arbeit für mich jeden Tag so spannend.

Welche Hürden erleben Frauen auf dem Weg in Führungspositionen aus Ihrer Sicht am häufigsten – und welche werden öffentlich noch unterschätzt?

Fiona Ruff: Eine der größten Hürden ist tatsächlich Sichtbarkeit. Viele Frauen leisten hervorragende Arbeit, sind aber weniger strategisch darin, ihre Leistungen sichtbar zu machen oder ihre Karriere aktiv zu steuern. Hinzu kommen strukturelle Faktoren: Führungspositionen werden häufig über bestehende Netzwerke besetzt, die historisch eher männlich geprägt sind. Dadurch entsteht ein selbstverstärkender Effekt. Unterschätzt wird außerdem, wie stark Erwartungen an Führung noch immer mit traditionellen Rollenbildern verbunden sind. Frauen müssen oft stärker beweisen, dass sie „führungsstark genug“ sind – während bei Männern Führungspotenzial schneller angenommen wird.

Warum braucht es aus Ihrer Sicht spezialisierte Headhunting-Ansätze für Frauen – reicht Diversity-Policy in Unternehmen nicht aus?

Fiona Ruff: Aus unserer Erfahrung gibt es zwei zentrale Gründe. Erstens geht es darum, überhaupt genügend qualifizierte Kandidatinnen für einen Auswahlprozess zu identifizieren. Viele Frauen sind in klassischen Kandidatenpools weniger sichtbar oder werden von generalistischen Executive-Search-Ansätzen schlicht nicht erreicht. Zweitens braucht der gesamte Prozess eine zielgruppenspezifische Begleitung. Wir erleben immer wieder, dass sehr qualifizierte Kandidatinnen im Verlauf eines Auswahlverfahrens aus unterschiedlichen Gründen ausscheiden – sei es durch bestimmte Erwartungen im Unternehmen oder durch Zurückhaltung auf Kandidatinnen-Seite. Ein spezialisierter Ansatz hilft, diese Dynamiken zu verstehen und den Prozess so zu gestalten, dass qualifizierte Frauen nicht verloren gehen – sondern ihre Kompetenz im Auswahlprozess auch tatsächlich sichtbar wird.

Viele Unternehmen betonen, sie würden „die beste Person für die Rolle“ suchen. Warum landen dennoch überwiegend Männer in Top-Positionen?

Fiona Ruff: Der Anspruch, die beste Person für eine Rolle zu finden, ist absolut richtig. Entscheidend ist jedoch, wer überhaupt in den Auswahlprozess gelangt. In vielen Branchen gibt es schlicht weniger Frauen in der unmittelbaren Pipeline für Toppositionen – unter anderem, weil Führungsrollen häufig noch immer wenig flexibel gestaltet sind. Modelle wie Führung in Teilzeit oder stärker ergebnisorientiertes Arbeiten statt reiner Präsenz sind nach wie vor zu selten. Viele Frauen entscheiden sich deshalb in bestimmten Lebensphasen, ihre Karriere zugunsten der Familie für einige Jahre zurückzustellen. Der spätere Aufstieg wird dadurch deutlich schwieriger, während viele männliche Kollegen in dieser Zeit auf der Karriereleiter weiter voranschreiten. Hinzu kommt ein weiterer Faktor: unbewusste Denkmuster. Studien zeigen immer wieder den Effekt „Think manager, think man“. Führung wird noch häufig mit männlichen Eigenschaften assoziiert. Dadurch wird Männern oft schneller Führungspotenzial zugeschrieben, während Frauen ihre Eignung stärker beweisen müssen – selbst wenn ihre fachliche Qualifikation gleichwertig ist.

Beobachten Sie Unterschiede im Bewerbungs- und Verhandlungsverhalten zwischen Männern und Frauen auf Führungsebene?

Fiona Ruff: Es gibt durchaus Tendenzen. Männer bewerben sich häufig auch dann auf eine Rolle, wenn sie nicht jedes einzelne Kriterium erfüllen. Frauen prüfen dagegen oft sehr genau, ob sie wirklich alle Anforderungen erfüllen – und bewerben sich sonst eher nicht. Ähnliches beobachten wir in Gehalts- und Vertragsverhandlungen. Viele Frauen verhandeln sachlich und zurückhaltend, während Männer häufiger offensiver auftreten. Das bedeutet aber nicht, dass Frauen weniger ambitioniert sind. Vielmehr zeigt es, dass unterschiedliche Kommunikations- und Verhandlungsstile existieren – und dass Unternehmen sich dieser Dynamik bewusst sein sollten.

Wie können Unternehmen sicherstellen, dass Diversity nicht nur ein Image-Thema bleibt, sondern tatsächlich strategischer Wettbewerbsvorteil wird?

Fiona Ruff: Der entscheidende Schritt ist, Diversity klar mit der Unternehmensstrategie zu verknüpfen. Dazu gehört auch, konkrete Ziele und KPIs zu definieren – zum Beispiel für die Zusammensetzung von Führungsteams oder für die Entwicklung der internen Talentpipeline. Was gemessen wird, wird in Unternehmen in der Regel auch ernst genommen und umgesetzt. Gleichzeitig reicht Diversität allein nicht aus. Entscheidend ist eine inklusive Führungskultur, in der unterschiedliche Perspektiven, Erfahrungen und Kompetenzen tatsächlich gehört und genutzt werden. Wenn diverse Teams ihre unterschiedlichen fachlichen und persönlichen Stärken einbringen können, entstehen häufig bessere Entscheidungen, mehr Innovation, erhöhte Mitarbeiterloyalität und eine stärkere Anpassungsfähigkeit des Unternehmens. Genau darin liegt der eigentliche strategische Mehrwert von Diversity.

Welche Rolle spielen Netzwerke beim Aufstieg in Top-Positionen – und wie können Frauen diese gezielt aufbauen oder nutzen?

Fiona Ruff: Man sagt, dass rund 70 % der Stellen über Netzwerke oder persönliche Empfehlungen vermittelt werden. Gerade bei Führungspositionen spielt das eine besonders große Rolle, weil viele dieser Rollen gar nicht öffentlich ausgeschrieben werden. Ich unterscheide dabei gerne zwischen zwei Arten von Netzwerken. Zum einen Frauennetzwerke „für die Seele“. Dort finden viele Frauen Vertrautheit, offenen Austausch und gegenseitige Unterstützung. Zum anderen gibt es berufliche Netzwerke, in denen es stärker um Sichtbarkeit, fachlichen Austausch und neue berufliche Chancen geht. Beide sind wichtig und sollten bewusst gepflegt werden. Gerade Frauen jonglieren oft sehr viele Aufgaben gleichzeitig – Beruf, Familie und viele Care-Verpflichtungen. Networking rutscht dabei leicht nach unten auf der Prioritätenliste. Gleichzeitig lohnt es sich, Netzwerke aktiv zu nutzen. Mein wichtigster Rat: zuerst geben. Eine Empfehlung aussprechen, einen Kontakt herstellen oder einen hilfreichen Rat teilen. Wer andere unterstützt, baut Vertrauen auf – und erfährt meist auch selbst Unterstützung, wenn sie gebraucht wird.

Welche drei konkreten Maßnahmen würden Sie Unternehmen empfehlen, die ernsthaft mehr Frauen in Führungsrollen bringen wollen?

Fiona Ruff: Erstens: den Talentpool bewusst erweitern. Unternehmen sollten bei der Besetzung von Führungsrollen systematisch prüfen, ob genug qualifizierte Frauen in den Suchprozess einbezogen werden. Zweitens: interne Talentpipelines stärken. Frauen müssen frühzeitig in strategische Projekte, internationale Rollen und Führungsverantwortung eingebunden werden. Drittens: Transparenz in Besetzungsprozessen schaffen. Klare Kriterien und strukturierte Auswahlverfahren reduzieren unbewusste Biases und führen zu ausgewogeneren Entscheidungen.

Sie sprechen 2026 auf der New Work Evolution und der LEARNTEC. Welche Schwerpunkte werden Sie dort setzen?

Fiona Ruff: Auf der New Work Evolution werde ich gemeinsam mit Bettina Weiguny, Co Autorin des Buches „Machtgebiete“, und der Top Managerin und Ex COO Mirjana Scheele auf der Bühne stehen. Im Mittelpunkt stehen die wichtigsten Learnings aus dem Buch und unsere eigenen Erfahrungen aus der Praxis. Für „Machtgebiete“ haben 50 Top Managerinnen sehr offen über ihre Karrierewege gesprochen – über ihre Erfolge, aber auch über die Hürden, denen sie begegnet sind. Auch ich durfte meine eigenen Erfahrungen in dem Buch einbringen.

Auf der Bühne wollen wir diese Perspektiven zusammenbringen: die Erkenntnisse aus den Interviews mit den Managerinnen, unsere eigenen Beobachtungen – und die sehr konkrete Perspektive von Mirjana Scheele, die aus erster Hand erzählt, was sie auf ihrem Karriereweg erlebt hat und welche Schlüsse sie daraus gezogen hat. Das Buch ist seit seinem Erscheinen im November 2025 sehr erfolgreich und hat schnell Bestsellerstatus erreicht. Viele Frauen erkennen sich in den Geschichten wieder – und gleichzeitig enthält es viele wertvolle Impulse für Unternehmen, die mehr Frauen in Führung bringen wollen.

Warum ist gerade das Thema Female Executive Search im Kontext von New Work besonders relevant?

Fiona Ruff: New Work verändert nicht nur Arbeitsmodelle, sondern auch Erwartungen an Führung. Moderne Führung bedeutet heute mehr Kollaboration, Kommunikationsfähigkeit und strategisches Denken. Viele dieser Kompetenzen werden in diversen Führungsteams besonders stark sichtbar. Deshalb passt das Thema Female Leadership sehr gut zur New Work Debatte. Unternehmen, die ihre Führungsteams breiter aufstellen, sind oft besser auf komplexe und dynamische Märkte vorbereitet.

Warum sollten Entscheider und Unternehmer 2026 unbedingt die New Work Evolution bzw. LEARNTEC besuchen – und was macht diese Events aus Ihrer Sicht zukunftsrelevant?

Fiona Ruff: Die beiden Veranstaltungen bieten eine hervorragende Plattform für alle, die sich mit der Zukunft von Arbeit, Führung und Lernen beschäftigen. Gerade in Zeiten von Digitalisierung, Fachkräftemangel und Transformation ist der Austausch zwischen Unternehmen, Wissenschaft und Praxis besonders wertvoll. Ich war bereits im letzten Jahr vor Ort und war sehr beeindruckt von der Vielfalt und Qualität der Formate. Es gab zahlreiche spannende und abwechslungsreiche Vorträge sowie eine sehr interessante Ausstellung, die viele neue Perspektiven auf die Arbeitswelt von morgen eröffnet hat.

Bildcredits Frau Winkelmann Businessfotografie & Film Businessshooting

Wir bedanken uns bei Fiona Ruff für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Warum ausgerechnet ein Bereich, der sich seit Jahrzehnten kaum verändert hat, plötzlich zum Spielfeld für KI wird?

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DeepIP KI Patentarbeit effizienter gestalten

DeepIP entwickelt KI-gestützte Lösungen, die Patentarbeit effizienter machen und Kanzleien sowie IP-Teams im gesamten Patentprozess unterstützen

Was steckt hinter der Idee zu DeepIP und wer sind die Menschen, die das Unternehmen gegründet haben?

Mein Co-Founder Edouard d’Archimbaud und ich haben vor DeepIP gemeinsam Kili Technology aufgebaut – seit 2018 eine KI-Infrastrukturplattform für Fortune-500-Konzerne wie Airbus, IBM und SAP. Wir wissen, wie man KI in kritische, regulierte Umgebungen bringt, ohne Sicherheit oder Qualität zu opfern. Was uns zuDeepIP geführt hat, war eine sehr klare Beobachtung: Der Patentbereich hat ein tiefgreifendes strukturelles Problem. Die Zahl der Anmeldungen steigt massiv, erfahrene IP-Fachkräfte sind knapp, und der Prozess selbst hat sich seit den 1990ern kaum verändert – Dokument für Dokument, Wort für Wort. Wir haben gesehen, dass KI hier einen echten Unterschied machen kann – aber nur, wenn sie auf die richtige Weise eingebettet wird.

Wie kam es dazu, dass DeepIP sich auf den Einsatz von KI im Patentprozess spezialisiert hat?

Patentarbeit ist fundamental anders als andere Rechtsbereiche. Sie ist kumulativ – eine Anmeldung baut auf der nächsten auf, Portfolio-Entscheidungen folgen aus Einträgen, die Jahrzehnte zurückliegen, Teams arbeiten über Kanzleigrenzen und Jurisdiktionen hinweg zusammen. Was mich fasziniert und gleichzeitig frustriert hat: Legal Tech hat Verträge und Compliance modernisiert – aber Patente stecken noch immer in einem Labyrinth manueller Arbeit. Fragmentierte Tools, manuelle Kontextübertragung, Silos zwischen Kanzlei und Mandant. Wir haben DeepIP gebaut, weil wir überzeugt waren: Das lässt sich lösen – aber nur mit einer nahtlosen Integration in den bestehenden Workflow, nicht mit noch einem isolierten KI-Tool.

Welche Vision verfolgt DeepIP für die Zukunft der Patentarbeit?

Unsere Vision ist klar: KI als vertrauenswürdige Schicht in jede Phase des Patentlebenszyklus – von der Erfindungserfassung bis zur Portfolio-Durchsetzung. Aber ich betone das Wort vertrauenswürdig bewusst. KI, die neben dem eigentlichen Workflow läuft, wird nicht genutzt. KI, die Anwälte zwingt, ihre Prozesse zu ändern, wird abgelehnt. Wir bilden die bestehenden Workflows ab: DeepIP ist dort, wo die Arbeit ohnehin stattfindet – in Microsoft Word, in den IP-Management-Systemen, die Kanzleien bereits täglich nutzen. Langfristig wollen wir die Orchestrierungsmaschine sein, auf der die gesamte IP-Wertschöpfungskette läuft – von der ersten Erfindungsidee bis zur strategischen Portfolio-Entscheidung.

An welche Zielgruppen richtet sich DeepIP und welche konkreten Probleme dieser Nutzer möchte Ihr Produkt lösen?

Unsere Kernzielgruppen sind Patentrechtskanzleien und interne IP-Teams von Unternehmen. Die Probleme sind konkret und messbar: Ein qualifizierter Patentpraktiker braucht in den USA 7 bis 10 Jahre Ausbildung und bis zu 200.000 Dollar Investment. Gleichzeitig ist die erwartete Bearbeitungszeit einer Anmeldung von 40 Stunden in den 1990ern auf heute 20 Stunden gesunken. Das ist eine enorme Schere. Wir helfen dabei, diese Lücke zu schließen – nicht indem wir Anwälte ersetzen, sondern indem wir KI-Unterstützung direkt in ihre bestehenden Workflows integrieren. Kein Systemwechsel. Keine Lernkurve. Einfach: die gleiche Arbeit, mit deutlich weniger Reibung.

Viele Patentanwälte arbeiten traditionell mit komplexen Dokumenten und manuellen Prozessen. Wie unterstützt DeepIP sie dabei, effizienter zu arbeiten?

Anwälte berichten uns, dass sie beim Verfassen von Anmeldungen bis zu 50 % Zeitersparnis erzielen – das entspricht täglich rund zwei Stunden. Bisher haben wir über 40.000 Patentdokumente unterstützt und an mehr als 8.500 Anmeldungen mitgewirkt. Was mich aber am meisten begeistert, ist die Adoption. KI, die in den Workflow integriert ist, erreicht 20 % mehr Nutzende und wird 40 % intensiver eingesetzt als isolierte KI-Tools. Das liegt nicht am Feature-Set – es liegt daran, dass wir die KI nicht neben den Arbeitsalltag stellen, sondern mitten hinein. Wenn ein Anwalt morgens Word öffnet und DeepIP einfach da ist – dann wird es benutzt.

Was unterscheidet DeepIP von anderen Tools oder KI-Lösungen im Bereich Intellectual Property und Patentmanagement?

Der entscheidende Unterschied ist der Ansatz. Die meisten Tools beschleunigen eine einzelne Aufgabe – Suche, Entwurf, Prüfung. Das ist hilfreich, aber es löst nicht das eigentliche Problem: den fragmentierten Workflow. Man nutzt Tool A für die Recherche, Tool B für den Entwurf und überträgt den Kontext manuell von Schritt zu Schritt – genau da schleichen sich Fehler ein und geht Zeit verloren.

DeepIP denkt den gesamten Patentlebenszyklus als ein System: von der Suche und Patentierbarkeit über den Entwurf und die Prüfungsphase bis zu Einspruch und Portfolio-Intelligence. Und das alles eingebettet in die Workflows, die Kanzleien und IP-Teams ohnehin nutzen.

Aber es gibt noch eine Dimension, die oft übersehen wird: Sicherheit. Wenn vertrauliche IP-Daten zwischen mehreren isolierten Tools fließen, ist jede Übergabe eine potenzielle Schwachstelle. Mit DeepIP bleibt alles unter einem Plattform-Dach – eine Sicherheitsschicht, ein Data-Governance-Rahmen, eine Verantwortlichkeit. Wir sind SOC-2- und DSGVO-konform und speichern keine Mandantendaten – auch nicht für das Modelltraining. Für Kanzleien und IP-Teams, die mit den sensibelsten Vermögenswerten eines Unternehmens arbeiten, ist das kein Nice-to-have. Es ist eine Grundvoraussetzung.

Das ist keine Produktphilosophie – das ist unsere Grundüberzeugung.

Welche technischen oder regulatorischen Herausforderungen begegnen einem Startup, das KI im sensiblen Bereich von Patenten einsetzt?

Es gibt zwei Dimensionen. Technisch: Genauigkeit und Nachvollziehbarkeit sind nicht verhandelbar. Ein Fehler in einer Patentanmeldung kann ein Patent angreifbar machen – der wirtschaftliche Schaden ist enorm. Unsere Modelle sind auf Patentdaten trainiert, wir replizieren nachweislich den Schreibstil einzelner Anwälte und Kanzleien, und wir haben eine klare Haltung zur Qualitätssicherung. Regulatorisch sind wir SOC-2- und DSGVO-konform, speichern keine Mandantendaten – auch nicht für das Modelltraining. Wir unterstützen 20 Jurisdiktionen und sind mit den wichtigsten Patentämtern kompatibel: USPTO, EPO, CNIPA – um nur einige zu nennen. Vertrauen verdient man sich in diesem Markt nicht mit Marketing – sondern mit Compliance und nachgewiesener Qualität.

Wie reagieren Patentanwälte und Unternehmen auf den Einsatz von KI beim Schreiben oder Analysieren von Patenten?

Die Akzeptanz ist deutlich gestiegen – und sie hängt direkt mit der Qualität der Nutzung zusammen. Ich sage unseren Kunden oft: KI ist wie ein hochqualifizierter Assistent. Wenn man dem Assistenten eine vage Anfrage gibt, bekommt man eine vage Antwort. Je präziser der Input, desto wertvoller der Output.

Was DeepIP hier auszeichnet, ist die Geschwindigkeit, mit der Teams dorthin gelangen. Unser Onboarding ist schnell und unkompliziert – Anwälte sind in Stunden einsatzbereit, nicht in Wochen. Keine komplexe Implementierung, keine steile Lernkurve, kein IT-Projekt. Weil die Plattform in den Tools lebt, die sie ohnehin nutzen, ist der Einstieg nahezu sofortig. Innerhalb weniger Tage sehen Teams echte Produktivitätsgewinne.

Was ebenfalls hilft: Wir erzwingen keine Disruption. Kanzleien, die DeepIP einführen, ändern ihre Prozesse nicht – sie erweitern sie. Das ist der workflow-native Ansatz in der Praxis, und deshalb probieren unsere Kunden die Plattform nicht einfach aus – sie machen sie zu einem festen Bestandteil ihrer täglichen Arbeit.

Wie stellen Sie sicher, dass die von DeepIP unterstützten Inhalte fachlich korrekt bleiben und den Anforderungen von Patentämtern entsprechen?

Qualität hat bei uns mehrere Ebenen. Erstens: spezialisierte Modelle, trainiert auf Patentdaten – keine generischen LLMs, die zufällig über Patente stolpern. Zweitens: die Fähigkeit, den individuellen Schreibstil eines Anwalts oder einer Kanzlei aus früheren Anmeldungen zu lernen und zu replizieren – das erhöht die Akzeptanz der Outputs erheblich. Drittens: ein klares Rollenverständnis. DeepIP ersetzt keine rechtliche Expertise. Wir empfehlen ausdrücklich, dass Erfinder IP-Fachleute konsultieren. KI ist der Assistent – der Anwalt bleibt verantwortlich. Dieser Grundsatz ist nicht Vorsicht, sondern Überzeugung.

Welche Rolle spielt die Integration in bestehende Arbeitsumgebungen wie Microsoft Word für die Akzeptanz Ihrer Lösung?

Eine zentrale. Patentanwälte verbringen einen Großteil ihres Arbeitstages in Word. Wenn wir DeepIP als separates Web-Tool positionieren würden, würden wir verlangen, dass sie ihre Arbeit unterbrechen, den Kontext manuell kopieren, in ein neues System wechseln – und dann zurück. Unser Word-Add-in bringt die KI direkt in die Oberfläche, die Anwälte ohnehin nutzen. Das ist keine Convenience-Funktion – das ist eine strategische Entscheidung. Workflow-native KI wird nicht ausprobiert. Sie wird zum Standard.

Wohin soll sich DeepIP in den kommenden Jahren entwickeln und welche neuen Funktionen oder Einsatzbereiche planen Sie?

Wir beschleunigen auf zwei Ebenen gleichzeitig: mehr Tiefe im Workflow und mehr Breite im Lebenszyklus. Mehr Tiefe bedeutet: agentische KI-Funktionen, die nicht nur auf Anfrage reagieren, sondern proaktiv Zusammenhänge erkennen, nächste Schritte antizipieren und Teams koordinieren – ohne zusätzlichen Overhead. Mehr Breite bedeutet: jeden Schritt des Patentlebenszyklus abdecken, der heute noch fragmentiert ist. Unser Ziel ist es, die Infrastrukturebene zu definieren, auf der IP-Arbeit im KI-Zeitalter läuft. Nicht als Tool, das man öffnet – sondern als System, auf das man standardisiert.

Welche drei Ratschläge würden Sie anderen Gründerinnen und Gründern geben, die eine technologiegetriebene Lösung in einem stark regulierten Markt aufbauen möchten?

Erstens: Verstehe den Markt tiefer als jeder andere. Ausgangspunkt war nicht die Technologie auf der Suche nach einem Markt. Wir haben mit unzähligen Patentpraktikern gesprochen und ihnen zugehört – und viele davon ins Team geholt – um ein tiefes Verständnis der Branche und der alltäglichen Anforderungen zu entwickeln. Wir haben das strukturelle Problem im Patentbereich verstanden – und dann gebaut. In regulierten Märkten verdient man Vertrauen durch Expertise, nicht durch Vision allein.

Zweitens: Denke den vollständigen Workflow von Tag eins. Das ist mein stärkster Rat. Es ist verlockend, ein starkes Feature zu bauen und es als eigenständiges Tool anzubieten. Aber in regulierten Branchen, wo Gewohnheiten und Prozesse über Jahrzehnte gewachsen sind, gewinnt derjenige, der sich in bestehende Workflows integriert – nicht derjenige, der sie ersetzt. Workflow-nativ ist kein Produktfeature. Es ist eine Grundhaltung.

Drittens: Mache Sicherheit und Compliance zu einem Wettbewerbsvorteil. Wir haben Datenschutz von Anfang an als Differenzierungsmerkmal positioniert. SOC 2, DSGVO-Konformität, keine Datenspeicherung für Training – das ist nicht nur Pflicht, das ist das, was große Kanzleien und Konzerne überzeugt. In sensiblen Märkten öffnet Vertrauen Türen, die Technologie allein nicht öffnen kann.

Bilder: François-Xavier Leduc, CEO & Co-Founder, DeepIP (im beigefarbenen Pulli) und Edouard d’Archimbaud, CTO.  Bildquelle: DeepIP

Wir bedanken uns bei François-Xavier Leduc für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder


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Warum viele Unternehmen bei KI zögern und was ihnen wirklich fehlt

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firepanda.ai KI Plattform für den Mittelstand Peter und Daniel

firepanda.ai entwickelt eine KI Plattform für den Mittelstand, die Unternehmen dabei unterstützt, künstliche Intelligenz sicher in bestehende Prozesse zu integrieren und im Arbeitsalltag nutzbar zu machen

Wie ist firepanda.ai entstanden und wer sind die Menschen hinter dem Startup, die diese Idee vorantreiben?

Der ‚ChatGPT-Moment‘ im Jahr 2022 war die Initialzündung für firepanda.ai: Zwar hatten wir uns mit unserem Münchner Entwicklerteam von Fireflow schon länger mit KI befasst, doch wir erkannten sofort, dass dies alles verändern würde. Uns war klar: Der deutsche Mittelstand braucht jetzt keine theoretischen Erörterungen mehr, sondern eine sichere, operative Lösung, um KI sofort nutzbar zu machen. Aus dieser Vision heraus entstand firepanda.ai – eine Plattform, die moderne KI-Modelle tief in die Unternehmensprozesse integriert und dabei strikt auf Datensouveränität und deutsche Server setzt.

Hinter firepanda.ai stehen Daniel Kövary und ich, Dr. Peter Dornbusch. Ich bin promovierter Informatiker, CEO von Fireflow und bringe über 25 Jahre Erfahrung in der digitalen Transformation mit – unter anderem durch komplexe Lösungen für Kunden wie Mercedes-Benz oder BMW und erfolgreiche Startup-Gründungen. Daniel ist Diplom-Kaufmann und unser Spezialist für Business Development. Er ist der Architekt unserer Geschäftsmodelle und sorgt dafür, dass aus einer starken Technologie ein marktfähiges Produkt wird, das echte Kundenprobleme löst.

Unser gemeinsames Ziel war es, eine Lösung zu schaffen, die es Unternehmen ermöglicht, KI sicherheitskonform auszurollen und wirklich alle Mitarbeiter mitzunehmen. Wir wollen Teams durch ‚Learning by Doing‘ befähigen, diese Technologie souverän im Alltag einzusetzen.

Welches Problem in Unternehmen wollten Sie mit firepanda.ai ursprünglich lösen, und wie hat sich diese Idee seit der Gründung weiterentwickelt?

Ursprünglich trieb uns die Beobachtung einer paradoxen Situation an: Das Interesse an KI ist im Mittelstand riesig, doch die operative Umsetzung bleibt oft aus. Viele Unternehmen verharren wie das Kaninchen vor der Schlange. Gleichzeitig sahen wir überall wilde ‚Insellösungen‘: Einzelne technologieaffine Mitarbeiter nutzen bereits private KI-Modelle, während der Rest abgehängt wird. Es fehlt nicht am Willen, sondern an einer klaren Strategie. Die Fragen waren überall gleich: ‚Wo fangen wir an?‘, ‚Wer steuert das Thema?‘, ‚Wie integrieren wir KI in unseren bestehenden IT-Stack?‘ und vor allem: ‚Wie machen wir das rechtssicher und DSGVO-konform?‘

Genau dieses Vakuum wollten wir füllen. Wir haben firepanda.ai nicht als weiteres komplexes IT-Tool entworfen, sondern als ‚Enabler‘. Bildlich gesprochen legt sich unsere Plattform als intelligenter Layer zwischen die Mitarbeitenden und die bestehende IT-Landschaft, um Prozesse zu optimieren und zu automatisieren. Unser Ziel war es, die Einstiegshürden radikal zu senken: Deutsche Server für Datensicherheit, eine intuitive Oberfläche für hohe Akzeptanz und kuratierte KI-Modelle, die sofort funktionieren.

Die Idee hat sich dahingehend weiterentwickelt, dass wir heute nicht mehr nur ein technisches, sondern auch ein psychologisches Problem lösen. Wir liefern mit der firepanda.ai-Plattform den geschützten Rahmen, in dem Mitarbeitende ohne Angst experimentieren und Kompetenzen aufbauen können. Aus der reinen ‚KI-Plattform‘ ist so ein Werkzeug für organisatorisches Lernen geworden.

Welche Vision verfolgen Sie mit firepanda.ai für den Einsatz von künstlicher Intelligenz im Unternehmensalltag?

Unsere Vision ist es, Künstliche Intelligenz zu entmystifizieren und vom elitären Hightech-Thema zum selbstverständlichen Werkzeug für jeden Mitarbeiter zu machen – so normal wie das Schreiben einer E-Mail oder die Nutzung von Excel. Wir glauben an eine Zukunft, in der KI den Menschen nicht ersetzt, sondern ihm Superkräfte verleiht.

Konkret sehen wir firepanda.ai als das ‚Betriebssystem für KI-Souveränität‘ im Mittelstand. Unternehmen sollen nicht gezwungen sein, sich von großen US-Tech-Giganten abhängig zu machen, um innovativ zu bleiben. Unsere Plattform ermöglicht echte Unabhängigkeit: Zur Not können Kunden ein eigenes Modell – wie etwa Deepseek – auf ihren eigenen Servern hosten und firepanda.ai komplett autark nutzen. So behalten sie die volle Datenhoheit und arbeiten mit maßgeschneiderten KI-Modellen, die ihre spezifische Fachsprache und Prozesse verstehen.

Am Ende des Tages ist unsere Vision erreicht, wenn ein mittelständischer Maschinenbauer genauso selbstverständlich und agil mit KI neue Produkte entwickelt oder Code schreibt wie ein Silicon-Valley-Startup – nur eben mit deutscher Datensicherheit und Ingenieurskunst im Rücken.

Viele Unternehmen interessieren sich für KI, wissen aber nicht, wo sie anfangen sollen. Wie hilft firepanda.ai dabei, diesen Einstieg konkret zu erleichtern?

Wir haben den Einstieg bewusst so niederschwellig wie möglich gestaltet, um die typische ‚Analyselähmung‘ zu durchbrechen. Der Prozess beginnt bei uns oft nicht sofort mit Technik, sondern mit Verständnis: Deshalb bieten wir eine kostenlose 7-tägige Testphase an, in der Unternehmen die Plattform risikofrei erleben können.

Auf Wunsch vertiefen wir das in Workshops. Gemeinsam mit den Fachabteilungen identifizieren wir dort ‚Low Hanging Fruits‘ – also Prozesse, die sich schnell und spürbar automatisieren lassen, ohne gleich das gesamte Unternehmen auf den Kopf zu stellen. Sobald diese ersten Use Cases definiert sind, geht es sehr schnell: Unsere Plattform ist modular aufgebaut und lässt sich in kürzester Zeit in die bestehende IT-Infrastruktur integrieren. Es gibt bei uns keine monatelangen Implementierungsprojekte.

Der wichtigste Hebel bleibt aber unser ‚Learning by Doing‘-Ansatz. Wir lassen die Nutzer nicht allein, sondern bieten interaktive Templates und Prompt-Bibliotheken, die genau auf ihre Aufgaben zugeschnitten sind. So erleben alle Mitarbeiter sofortige Erfolgserlebnisse – sei es bei der automatisierten E-Mail-Beantwortung oder der Analyse komplexer Verträge. Aus anfänglicher Skepsis wird so sehr schnell Begeisterung und Eigeninitiative.

An welche Zielgruppe richtet sich firepanda.ai besonders, und welche Bedürfnisse dieser Unternehmen stehen für Sie im Mittelpunkt?

Unser Fokus liegt ganz klar auf dem deutschen Mittelstand – vom klassischen Maschinenbauer über spezialisierte Dienstleister bis hin zu Handelsunternehmen. Wir sprechen gezielt Unternehmen an, die verstanden haben, dass sie KI nutzen müssen, um wettbewerbsfähig zu bleiben, aber an den hohen Hürden der Compliance und Komplexität bisher gescheitert sind.

Im Mittelpunkt stehen für uns drei zentrale Bedürfnisse dieser ‚Hidden Champions‘: Erstens: Sicherheit. Unsere Kunden wollen keine ‚Black Box‘ in der Cloud, sondern volle Kontrolle über ihre Daten. Zweitens: Praxistauglichkeit. Die Lösung darf kein Spielzeug für die IT-Abteilung sein, sondern muss echten Mehrwert in HR, Vertrieb oder Produktion liefern. Und drittens: Unabhängigkeit. Sie wollen KI nutzen, ohne sich in eine technologische Sackgasse zu manövrieren.

Wir richten uns an Entscheider, die pragmatische Lösungen suchen: Weg vom Hype, hin zum Werkzeug. firepanda.ai ist für diejenigen gebaut, die Innovation mit deutscher Ingenieurs-Tugend verbinden wollen.

Was unterscheidet firepanda.ai von anderen KI Plattformen oder Agentenlösungen, die derzeit auf den Markt drängen?

Das stimmt, und zunächst einmal zum Positiven dieser Entwicklung: Es gibt aktuell ein sehr großes Angebot an Lösungen, was grundsätzlich gut ist, da der Bedarf riesig ist. Durch diese Vielfalt entsteht ein gesundes Ökosystem, in dem hoffentlich viele Anbieter ihre Nische finden werden.

Doch wenn man genauer hinsieht, wird der Markt aktuell von zwei Extremen dominiert: Auf der einen Seite sehen wir unzählige ‚ChatGPT-Wrapper‘ – also einfache Anwendungen, die zwar nett aussehen, aber oft keine Datensicherheit bieten und eher Spielereien bleiben. Auf der anderen Seite stehen komplexe Enterprise-Lösungen, die Monate zur Einführung brauchen und für den Mittelstand völlig überdimensioniert sind.

Firepanda.ai geht hier einen dritten Weg. Wir positionieren uns genau in der ‚Goldlöckchen-Zone‘: Wir bieten die Mächtigkeit großer KI-Modelle, aber gekapselt in einer intuitiven, sicheren Umgebung, die sofort einsatzbereit ist. Der entscheidende Unterschied liegt in unserer Philosophie der Datensouveränität: Während andere Plattformen ihre Nutzer oft in geschlossene Ökosysteme zwingen, ermöglichen wir echte Unabhängigkeit. Bei uns entscheidet der Kunde, ob er ein Modell von OpenAI nutzt oder ein Open-Source-Modell wie Deepseek auf eigenen Servern betreibt.

Zudem verstehen wir uns nicht als reine Technik-Plattform, sondern als ‚Enablement-Partner‘. Wir werfen dem Kunden kein nacktes Tool vor die Füße, sondern liefern Use Cases, Templates und das nötige Training gleich mit. Wir machen aus Mitarbeitern souveräne KI-Piloten, statt sie durch ‚Black-Box-Agenten‘ zu entmündigen.

Welche Herausforderungen begegnen Ihnen aktuell beim Aufbau und bei der Skalierung eines KI Startups wie firepanda.ai?

Die größte Herausforderung ist tatsächlich das atemberaubende Tempo des Marktes. Jede Woche kommen neue Modelle und Durchbrüche hinzu. Für uns als Tech-Unternehmen ist das faszinierend und fordernd zugleich – für unsere Kunden im Mittelstand bedeutet es jedoch oft pure Überforderung. Unsere Aufgabe sehen wir darin, diesen stetigen Strom an Nachrichten und Hypes zu filtern und nur das in die Plattform zu integrieren, was tatsächlich stabil und nützlich ist. Wir agieren hier oft als eine Art ‚Value-Filter‘ gegen den Tsunami an Möglichkeiten.

Eine zweite Hürde ist die intensive Aufklärungsarbeit. Wir investieren viel Zeit, um mit Entscheidern zu sprechen und realistische Erwartungshaltungen zu schaffen. Die Findungsphasen in Unternehmen dauern oft lange, da viele Stakeholder mitsprechen müssen. Das streckt unsere Sales-Cycles und erfordert eine kluge Finanzplanung. Genau deshalb haben wir unser Preismodell überarbeitet: Neben Enterprise-Lösungen bieten wir jetzt auch ein Business-Paket für kleinere Teams an, um Einstiegshürden zu senken.

Operativ bleibt die Skalierung ein Spagat: Wir wachsen recht schnell, wollen aber unseren persönlichen Support und die ‚Hands-on‘-Mentalität nicht verlieren. Da hilft es enorm, dass wir mit dem Fireflow-Team im Rücken kein typisches Early-Stage-Startup sind, sondern auf eingespielte Strukturen zurückgreifen können.

Wie stellen Sie sicher, dass Ihre Lösungen für Unternehmen nicht nur technologisch spannend sind, sondern auch im Alltag wirklich Mehrwert schaffen?

Für uns liegt der Schlüssel in einer radikalen Nutzerzentrierung. Wir entwickeln nicht im Elfenbeinturm, sondern immer nah am Prozess unserer Kunden. Tatsächlich sind die meisten unserer Features direkt aus dem Dialog mit den Nutzern entstanden.

Wenn Kunden konkrete Wünsche oder Use Cases äußern, reagieren wir schnell: Wir passen das User Interface an, integrieren neue Schnittstellen oder entwickeln komplett neue Module. Ein perfektes Beispiel dafür ist unsere spezialisierte Funktion für die KI-gestützte Bearbeitung von Excel-Tabellen. Da diese meist nur aus Zahlenkolonnen ohne viel Kontext bestehen, sind sie für herkömmliche LLMs schwer zu interpretieren. Hier haben wir mittlerweile eine Expertise aufgebaut, für die sich allein schon ein Firepanda-Account lohnt.

Auch kleine Details machen oft den Unterschied: Die Copy-&-Paste-Funktion für ganze Workflows war auch so ein direkter Kundenwunsch, den wir sofort umgesetzt haben. Genau diese pragmatischen Lösungen sorgen dafür, dass die KI nicht nur technologisch beeindruckt, sondern im Arbeitsalltag wirklich entlastet.

Welche Rolle spielen Themen wie Datenschutz, Integration in bestehende Systeme und Vertrauen bei der Entwicklung von firepanda.ai?

Diese Themen sind für uns keine lästige Pflichtübung, sondern das absolute Fundament. Ohne Vertrauen gibt es im deutschen Mittelstand kein Geschäft – Punkt. Deshalb haben wir firepanda.ai von Tag eins an unter der Prämisse ‚Security First‘ entwickelt.

Datenschutz bedeutet bei uns nicht nur DSGVO-Konformität auf dem Papier. Es bedeutet technische Souveränität: Hosting auf deutschen Servern, strikte Trennung von Mandantendaten und die Möglichkeit, KI-Modelle lokal zu betreiben. Wir garantieren unseren Kunden, dass ihre internen Geheimnisse nicht zum Training öffentlicher KIs missbraucht werden.

Bei der Integration verfolgen wir den Ansatz der ‚minimalinvasiven Operation‘. Unsere Plattform dockt nahtlos an bestehende Systeme wie ERP oder CRM an, ohne die IT-Landschaft zu sprengen. Wir wollen keine neue Silo-Lösung schaffen, sondern die vorhandenen Datenquellen intelligent veredeln. Am Ende ist Vertrauen die Währung, mit der wir Innovation bezahlen.

Wohin soll sich firepanda.ai in den nächsten Jahren entwickeln, und an welchen neuen Funktionen oder Angeboten arbeiten Sie derzeit?

Unser primäres Ziel bleibt Bodenständigkeit: Wir wollen einen gesunden Kundenstamm aufbauen, der durch firepanda.ai echten Spaß und messbaren Erfolg bei der Arbeit hat. Technologisch liegt der Fokus kurzfristig auf einer noch tieferen Integration unserer Agenten in den Arbeitsalltag – also direkt in E-Mails, Kalender und bestehende ERP- oder CRM-Systeme.

Langfristig denken wir aber natürlich größer. Wir sehen firepanda.ai als Basis für eine neue Art von Unternehmenssoftware. Stellen Sie sich vor, Sie brauchen kein starres, teures HR- oder Buchhaltungstool mehr von der Stange, sondern bauen sich mit unserem Baukasten und unserem KI-Backend Ihre eigene, perfekt passende Lösung – einfach per Copy & Paste.

Unsere Vision ist es, dass daraus ein Ökosystem entsteht: Ein Marktplatz, auf dem Unternehmen ihre besten, selbst entwickelten KI-Workflows und ganze Anwendungen mit anderen teilen und monetarisieren können. Das mag heute noch visionär klingen, aber die Flexibilität unserer Plattform macht genau solche firmenübergreifenden Synergien möglich. Die Möglichkeiten sind tatsächlich grenzenlos, und wir haben gerade erst angefangen.

Wenn Sie auf Ihre bisherigen Erfahrungen mit firepanda.ai zurückblicken: Welche wichtigen Learnings haben Sie als Gründerteam mitgenommen?

Das wohl wichtigste Learning ist die Demut vor der Geschwindigkeit: Die KI-Entwicklung ist rasanter als jeder Tech-Zyklus zuvor. Was heute ‚State of the Art‘ ist, kann morgen schon veraltet sein. Das zwingt uns, extrem agil zu bleiben und uns nicht in eine einzige Technologie zu verlieben.

Gleichzeitig haben wir gelernt, wie entscheidend ein interdisziplinäres Team ist. In einer Welt, in der man mithilfe von KI komplexe Plattformen coden kann, reicht es nicht mehr, nur ein guter Programmierer zu sein. Man braucht Strategen und Macher in einem Raum.

Und drittens: Man kommt heute mit eigenen Mitteln weiter als gedacht – vorausgesetzt, das Team stimmt. Da wir alle nötigen Skills von der Entwicklung über die Produktgestaltung bis zum Business Development inhouse vereinen, konnten wir externe Finanzierungsrunden bewusst nach hinten schieben. Das gibt uns die Freiheit, das Produkt im Sinne der Kunden zu bauen, statt nur für das nächste Pitch-Deck.

Welche drei Ratschläge würden Sie anderen Gründerinnen und Gründern geben, die heute ein Startup im Bereich künstliche Intelligenz aufbauen möchten?

Erstens: Denkt euch in das Problem, nicht in die Lösung. Viele Gründer starten mit der Frage ‚Wie kann ich mit KI Geld verdienen?‘. Das ist der falsche Ansatz. Sucht euch ein echtes, nerviges Problem – eines, das ihr selbst habt oder bei anderen beobachtet – und überlegt euch die perfekte Lösung dafür. Der Umsatz folgt dem Nutzen, nicht umgekehrt.

Zweitens: Denkt radikal einfach. Wenn ihr die Lösung im Kopf habt, dampft sie auf das absolute Minimum ein. Wie sieht das kleinstmögliche Produkt (MVP) aus, das dieses Problem bereits löst? Oft braucht es am Anfang keine komplexe KI-Plattform, sondern einen smarten Workflow, der dem Kunden sofort hilft.

Und drittens: Machen. Sobald der MVP steht: Baut ihn. Egal, was Bedenkthräger sagen. Im KI-Markt gewinnt nicht der mit dem besten Businessplan in der Schublade, sondern der, der seine Idee auf die Straße bringt und am echten Markt validiert. Einfach machen.

Bildcredits : Fireflow GmbH

Wir bedanken uns bei Dr. Peter Dornbusch für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

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