Freitag, August 7, 2026
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GALVANY: Wohin entwickelt sich die Energiewende im Gebäudebereich?

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GALVANY: Energiewende mit Wärmepumpen digital gestalten Raik Belka

GALVANY entwickelt digitale Lösungen für die Energiewende und vernetzt Wärmepumpen mit intelligenter Technologie für eine klimafreundliche Energieversorgung

Wie entstand die Idee zu GALVANY, und wer steht heute hinter dem Unternehmen?

Wir haben GALVANY Ende 2022 in Berlin aus der Überzeugung heraus gegründet, dass die Wärmepumpe die derzeit beste verfügbare Technologie für klimafreundliches Heizen ist, jedoch der Weg zu ihr für Hausbesitzer:innen unnötig kompliziert ist. Ich habe vor fast 20 Jahren meine erste Wärmepumpe selbst installiert und seither erlebt, wie wenig sich an dieser Komplexität geändert hat.

Was heute hinter GALVANY steht, ist das Ergebnis einer bewussten Entscheidung. Wir wollten kein klassisches Handwerksunternehmen gründen, sondern ein Technologieunternehmen, das die Energiewende neu denkt. Unser Team vereint Energieexpertise mit echter Tech-DNA. Viele unserer über 90 Mitarbeitenden kommen aus Teams, die europäische „Unicorns“ aufgebaut haben. Sie wissen, wie man Produkte und Prozesse entwickelt, die wirklich skalieren. Diese Kombination aus tiefem Branchenwissen und digitalem Skalierungs-Know-how ist es, die GALVANY von anderen unterscheidet. Unterstützung erhalten wir dabei von Investoren wie SET Ventures und AENU, die unsere Vision teilen.

GALVANY bezeichnet sich als Betriebssystem der Energiewende. Was bedeutet das konkret für Ihre Kunden?

Für unsere Kund:innen bedeutet das, dass GALVANY alle zentralen Schritte der Energiewende im Gebäude in einem integrierten System bündelt, von der Analyse über Planung und Fördermittel bis zur Umsetzung und digitalen Steuerung. Statt Einzellösungen erhalten Kund:innen eine ganzheitliche, vernetzte Lösung, die Komplexität reduziert und den Weg zu einer klimafreundlichen Energieversorgung deutlich einfacher macht.

Welche Vision verfolgen Sie mit GALVANY für die Zukunft der Energieversorgung im Gebäudesektor?

Unsere Vision ist eine klimafreundliche, dezentrale und intelligent vernetzte Energieversorgung im Gebäudesektor. Mit Wärmepumpen, Speichern, Smart Metern und digitalen Lösungen, die effizient zusammenspielen, möchten wir Gebäude von reinen Energieverbrauchern zu aktiven Bestandteilen der Energiewende machen.

An welche Zielgruppen richten Sie sich hauptsächlich, und welche Herausforderungen dieser Kunden möchten Sie lösen?

Unsere Hauptzielgruppe sind Eigenheimbesitzer:innen in Deutschland, die ihre Gasheizung ersetzen möchten, aber nicht wissen, wo sie anfangen sollen. Sie stehen vor drei konkreten Herausforderungen: Sie verstehen die Technologie nicht, sie kennen die Förderoptionen nicht, und sie haben niemanden, dem sie vertrauen können.

GALVANY löst genau das. Wir beraten individuell, planen technisch sauber, übernehmen das Fördermanagement und begleiten unsere Kund:innen durch den gesamten Installationsprozess. Dabei steht ihnen von der ersten Anfrage bis zur Inbetriebnahme eine persönliche Ansprechperson zur Seite.

Der Umstieg auf klimafreundliche Heizsysteme gilt oft als komplex. Wie macht GALVANY diesen Prozess einfacher?

GALVANY vereinfacht den Umstieg, indem wir technische Planung, Produktauswahl, Fördermittelmanagement und Umsetzung zusammenbringen. Kund:innen müssen sich nicht durch unterschiedliche Anbieter, Förderprogramme und technische Detailfragen kämpfen, sondern erhalten einen strukturierten Prozess mit klaren Handlungsempfehlungen und digitaler Unterstützung.

Was unterscheidet GALVANY von klassischen Anbietern von Wärmepumpen und Energietechnik?

GALVANY denkt Energietechnik nicht als einzelnes Produkt, sondern als vernetztes System. Während klassische Anbieter häufig einzelne Komponenten wie Wärmepumpen liefern, verbindet GALVANY Wärmepumpen, Batteriespeicher, Smart Meter, Beratung und digitale Steuerung zu einer ganzheitlichen Lösung für die Energiewende im Gebäude.

Welche Rolle spielen digitale Technologien bei der Vernetzung von Wärmepumpen, Batteriespeichern und Smart Metern?

Digitale Technologien sind der Schlüssel, damit moderne Energiesysteme effizient funktionieren. Sie ermöglichen, dass Wärmepumpen, Batteriespeicher und Smart Meter intelligent miteinander kommunizieren, Energieflüsse optimiert werden und Kunden Transparenz über Verbrauch, Kosten und Einsparpotenziale erhalten.

Vor welchen Herausforderungen steht ein ClimateTech-Startup aktuell bei der Umsetzung der Energiewende?

Eine der größten Herausforderungen ist die hohe Komplexität des Marktes. Regulatorische Vorgaben, Förderprogramme, der Fachkräftemangel und lange Entscheidungsprozesse treffen auf einen enormen Transformationsbedarf. ClimateTech-Start-ups müssen innovative Lösungen skalierbar machen und gleichzeitig das Vertrauen von Kunden, Partnern und Investoren gewinnen.

Wie wichtig sind Themen wie Fördermittelmanagement und Beratung für den Erfolg nachhaltiger Energielösungen?

Fördermittelmanagement und Beratung sind entscheidend, weil viele nachhaltige Energielösungen technisch und finanziell erklärungsbedürftig sind. Die richtige Förderung kann Investitionsentscheidungen deutlich erleichtern. Gleichzeitig sorgt gute Beratung dafür, dass Kund:innen die passende Lösung für ihr Gebäude finden und langfristig davon profitieren.

Welche Entwicklungen oder neuen Funktionen planen Sie für GALVANY in den kommenden Jahren?

Der nächste große Schritt ist die GALVANY Fusion. Unsere Energie-App verbindet Wärmepumpe, Batteriespeicher und Smart Meter zu einem integrierten System. Fusion macht Ersparnisse täglich sichtbar, optimiert den Energieverbrauch automatisch und gibt Kunden erstmals echte Kontrolle über ihre Energiekosten.

Darüber hinaus erweitern wir unser Business-in-a-Box-Modell. Wir öffnen unsere Technologie und Prozesse für den lokalen Installationsmarkt und machen GALVANY so auch über das Direktgeschäft hinaus zur skalierbaren Infrastruktur der Energiewende.

Wo sehen Sie GALVANY in fünf Jahren, und welche Ziele möchten Sie bis dahin erreicht haben?

In fünf Jahren wird GALVANY eine führende Plattform für die Energiewende im Gebäudebereich in Deutschland sein. Dann werden eine Vielzahl an Anlagen im Feld vernetzt sein, ein wachsendes Ökosystem aus Installationspartnern existieren und ein Datenmodell den Energieverbrauch von Gebäuden auf eine neue Ebene heben.

Das konkrete Ziel ist, dass GALVANY jeden Schritt begleitet. Von der ersten Beratung bis zum letzten gesparten Euro des Kunden. GALVANY soll somit zum langfristigen Energiepartner werden.

Welche drei Ratschläge würden Sie anderen Gründerinnen und Gründern mit auf den Weg geben?

Erstens: Versteh dein Problem besser als jeder andere. Nicht theoretisch, sondern weil du es selbst erlebt hast. Das ist der einzige echte Vorteil, den ein Gründer hat.

Zweitens: Hire für Haltung, nicht für den Lebenslauf. Die besten Menschen in unserem Team haben nicht den perfekten CV, aber sie nehmen das Problem genauso persönlich wie ich.

Drittens: Entscheide schnell und korrigiere unterwegs. Wer auf Sicherheit wartet, verliert den Moment.

Bildcredits GALVANY

Wir bedanken uns bei Raik Belka für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Viele halten den Rechtsstaat für selbstverständlich. Aber wie wäre es ohne?

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Bundesverfassungsgericht: Susanne Baer über das Grundgesetz Dr. Dr. h.c. mult. Susanne Baer, LL.M. Ehemalige Richterin des Bundes­verfassungs­gerichts © Petra Rickert
Die Spielregeln des Grundgesetzes gelten für uns alle. Dass sie eingehalten werden, dafür sorgt „Karlsruhe“, das Bundesverfassungsgericht. Zwölf Jahre war Prof. Dr. Susanne Baer dort Richterin. Heute beobachtet die Präsidentin des Deutschen Juristinnenbunds, wie diese Regeln systematisch angegriffen werden – durch Shitstorms, Falschbehauptungen und politische Piraterie. Im Gespräch mit herCAREER erklärt sie, was das mit Gleichstellung, Frauenrechten und unserem Alltag zu tun hat

„Das Grundgesetz gehört nicht dem Gericht, sondern uns allen.“

herCAREER: Frau Prof. Dr. Baer, manche empfinden Gerichte als einschüchternd und elitär, aber vermutlich ist gar nicht allen bewusst, dass sich jede:r von uns ans Bundesverfassungsgericht wenden kann. Im September feiert das Gericht seinen 75. Geburtstag. Was ist das Versprechen des Gerichts an uns?

Prof. Dr. Susanne Baer: Das Bundesverfassungsgericht ist der Schiedsrichter – oder die Schiedsrichterin – für die Regeln, die für uns alle gelten, und die stehen im Grundgesetz, unserer Verfassung. Das Grundgesetz gehört aber nicht dem Gericht, sondern uns allen. Das Gericht ist nur dafür da, dass die großen Worte keine leeren Versprechungen sind. In Deutschland kann sich dazu jede Bürgerin, jeder Bürger selbst an das Gericht wenden, und dann wird unabhängig entschieden.

herCAREER: Sie sind dort von 2011 bis 2023 Richterin gewesen. Wie haben Sie Ihre Rolle empfunden?

Prof. Dr. Susanne Baer: Ehrenvoll, anspruchsvoll, ereignisreich – großartig, im wahrsten Sinne des Wortes. Als Richterin habe ich ja mit zu verantworten gehabt, dass die Spielregeln der Demokratie eingehalten werden, wo hier die roten Linien verlaufen.

herCAREER: So heißt auch Ihr Buch: „Rote Linien: Wie das Bundesverfassungsgericht die Demokratie schützt“. Was ist so eine Linie?

Prof. Dr. Susanne Baer: Nehmen Sie die Meinungsfreiheit. Sie ist ein hohes Gut, aber wie weit reicht sie? In letzter Zeit wird gezielt behauptet, es müsse eine völlig unbegrenzte Freiheit sein – und jede Gegenrede wird als „Zensur“ denunziert. Aber das ist irreführend. Im Streitfall muss das Bundesverfassungsgericht klären: Wer andere scharf kritisiert, wer vielleicht auch nervt oder wessen Meinung einem nicht gefällt, hat natürlich das Recht auf Meinungsfreiheit. Aber wenn es nur darum geht, andere niederzumachen, dann gibt es eine Grenze. Die „Schmähkritik“ ist nicht geschützt, weil es da gar nicht um Meinungen geht.

herCAREER: Das Gericht heißt oft einfach „Karlsruhe“, die wenigsten kennen die Namen der Richter:innen. Vergangenes Jahr wurde unerwartet heftig um eine Kandidatin gestritten, Frauke Brosius-Gersdorf. Wie haben Sie die Debatte beobachtet?

Prof. Dr. Susanne Baer: Das war kein guter Moment für die Politik und sollte sich nicht wiederholen. Normalerweise wird im Vorfeld geklärt, ob jemand über die Parteigrenzen hinweg Zustimmung findet. Das war hier nicht hinreichend gesichert, letztlich grob fahrlässig. Es schadet auch dem Parlament, wenn ein organisierter Shitstorm von rechts in letzter Minute so viel Einfluss hat. Tatsächlich sind die Wahlen zum Gericht ja klug gedacht: Um in Deutschland in dieses höchste juristische Amt zu kommen, müssen zwei Drittel des Bundestags oder Bundesrats zustimmen. Das bedeutet, dass keine Regierung einfach ihre Leute durchsetzen kann. Sie muss immer die Opposition mitnehmen, und im Wechsel schlägt auch diese geeignete Personen vor, denen dann die Mehrheit zustimmen muss. Das sorgt für Vielfalt im Gericht und verhindert Extreme. Aber es muss auch entsprechend organisiert werden. Ich hoffe, dass alle den Schuss gehört haben. Denn was hier eine Rolle spielte, war beunruhigend.

herCAREER: An was denken Sie?

Prof. Dr. Susanne Baer: Hier wurde eine Frau gezielt denunziert, organisiert in den sozialen Medien und durch falsche Plagiatsvorwürfe. Es ist sehr gefährlich, wenn Bots Personalentscheidungen beeinflussen. Dazu kam noch eine Dosis Frauenfeindlichkeit. Und es wurde der absurde Eindruck erweckt, eine einzelne Richterin oder ein Richter könne die Rechtsprechung drehen.

herCAREER: In beiden Senaten des Bundesverfassungsgerichts sitzen jeweils acht Richter:innen, die für zwölf Jahre gewählt werden und nicht auf Lebenszeit wie etwa beim Supreme Court in den USA.

Prof. Dr. Susanne Baer: Die entscheidende Idee ist, dass diese acht Leute so gewählt werden, dass sie möglichst unterschiedlich denken. Für das Gericht ist es fundamental, dass ein Senat die verschiedenen Perspektiven auf ein Problem ernstnimmt, um dann gemeinsam, möglichst im Konsens zu entscheiden, denn der muss schließlich von der gesamten Gesellschaft akzeptiert werden. Weil die Besetzung wechselt, wird auch immer wieder neu gefragt, ob man den alten Linien folgen kann. Die begrenzte Amtszeit hilft also, die Verfassung „in die Zeit zu stellen“.

herCAREER: Das Grundgesetz wird im Licht der Gegenwart ausgelegt. Hat das dazu beigetragen, dass diese Kandidatur so umstritten war? Frauke Brosius-Gersdorf wurde eine zu tolerante Haltung zum Thema Schwangerschaftsabbruch unterstellt?

Prof. Dr. Susanne Baer: Die Unterstellungen waren Teil der Diffamierungskampagne. Es waren umstrittene, aber keine radikalen Positionen. Zwar ist es legitim, wenn zum Beispiel eine konservative Politikerin eine andere Position vertritt und deshalb von einer Kandidatin nicht begeistert ist. Problematisch wird es aber, wenn die Position der Kandidatin als vollkommen intolerabel dargestellt wird, obwohl es eine legitime Rechtsauffassung ist.

herCAREER: Gerichten wird manchmal vorgeworfen, nicht neutral zu entscheiden, sondern politisch.

Prof. Dr. Susanne Baer: Es lohnt sich, über Neutralität etwas länger nachzudenken. Derzeit wird der Begriff von rechtsautoritären Kräften instrumentalisiert, denn wir leben in Zeiten der politischen Piraterie: „Neutralität“, „Freiheit“ oder auch „Demokratie“ werden politisch gekapert, um vor allem zivilgesellschaftlichem Engagement das Wasser abzugraben. Dann heißt es: Ein Angebot politischer Bildung sei nicht neutral und dürfe deshalb nicht gefördert werden. Aber das ist grundfalsch, denn Bildung zielt auf Demokratie und Menschenrechte. Die Holocaust-Überlebende Tova Friedman hat das im Januar im Bundestag auf den Punkt gebracht: „Neutralität im Angesicht des Hasses ist keine Neutralität – sie bedeutet Zustimmung.“

herCAREER: Was heißt das übersetzt fürs Bundesverfassungsgericht?

Prof. Dr. Susanne Baer: Das Gericht muss sich in Politik einmischen, aber es handelt juristisch, mit dem Grundgesetz in der Hand. Menschenwürde, Freiheit und Gleichheit ernst zu nehmen, und zwar für alle – das ist Neutralität.

herCAREER: Wie kann sich das Gericht dagegen wappnen, dass ein Urteil als politisch motiviert abgewertet wird?

Prof. Dr. Susanne Baer: Indem es juristisch argumentiert. Das Gericht hat ja die Aufgabe, sich in politische Dinge einzumischen, aber es darf nicht politisch gestalten, darf Politik nicht ersetzen. Es zieht eben nur rote Linien. Verfassungsgerichtliche Entscheidungen beenden die politische Auseinandersetzung auch nicht, sondern fordern ein, dass ans Grundgesetz gedacht wird. Die Dinge zu gestalten – dafür liegt die Verantwortung bei der Politik.

herCAREER: Kann Recht Wandel fördern oder folgt es eher dem gesellschaftlichen Wandel?

Prof. Dr. Susanne Baer: Die Frage lässt mich an einen Moment in einem Hörsaal in den USA denken. Catharine MacKinnon, Professorin und weltweit engagierte Anwältin, hielt die Verfassung hoch und sagte: „Das sind nur Worte.“ Aber damit ließen sich Weichen stellen, ob es weiter ungerecht zugeht, oder ob wir diese Worte nutzen, um die darin garantierten gleichen Rechte zu realisieren. Gerade das Grundrecht auf Gleichbehandlung sei „ein Riss in der Mauer der Macht“, denn es könne für Gerechtigkeit sorgen. Recht kann also ein Teil von Ungerechtigkeit sein, wenn es nur Egoismen und der Ausbeutung dient. Es kann aber auch zu einem wichtigen Teil der Lösung werden, wenn man den crack in the wall findet.

herCAREER: Das heißt, Recht bedeutet nicht automatisch Gerechtigkeit, ist aber die Grundlage?

Prof. Dr. Susanne Baer: Recht schafft Verbindlichkeit, und wirklich demokratisches Recht lässt niemanden außen vor. Und Recht setzt nicht auf Gnadenakte, sondern auf berechtigte Ansprüche, eben auf Rechte.

herCAREER: Bei uns wurde 1949 im Grundgesetz Artikel 3 festgeschrieben: „Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich.“ Aber Frauen, Menschen mit Behinderung oder mit nicht-weißer Hautfarbe erleben noch immer, dass sie längst nicht überall gleichberechtigt sind.

Prof. Dr. Susanne Baer: Es kostet Mühe, aus den großen Worten Realität werden zu lassen. Ein Gericht kann nur Fälle entscheiden, die an die Justiz herangetragen werden, also müssen Menschen aktiv werden und Recht in Bewegung setzen. In Deutschland haben wir es den vier Müttern des Grundgesetzes zu verdanken, dass die Gleichberechtigung von Männern und Frauen ein Grundrecht ist, und den Anwältinnen und Klägerinnen, die damit vor die Gerichte gezogen sind, auch nach Karlsruhe. Heute wird Gleichheit intersektional verstanden, also mit Blick auf alle Diskriminierungen, die sich in der Erfahrung miteinander verschränken können. Das Bundesverfassungsgericht muss dann, wenn es zum Konflikt kommt, klarstellen, dass Gleichheit für alle Menschen gilt, und dass alle vor Nachteilen etwa wegen einer Behinderung oder vor Rassismus geschützt werden müssen. Das gilt überall, vom Strafrecht über das Arbeitsrecht bis zum Mietvertrag.

herCAREER: Unter der Trump-Regierung heißt es jetzt wieder, es gebe nur zwei Geschlechter. Wie sicher sind erkämpfte Gleichheitsrechte bei uns?

Prof. Dr. Susanne Baer: Rechtsautokratische Bewegungen propagieren weltweit patriarchale Vorstellungen, etwa von der traditionellen Familie. Sie aktivieren vor allem rassistische Vorurteile, aber auch sonstige Ressentiments, und das hat für Frauen und für alle sexuellen Minderheiten erhebliche Folgen. So gibt es auch in deutschen Landtagen Anträge, alles abzuschaffen, was mit Gender zu tun hat, mit Gleichstellung, mit Diversität und Vielfalt. Da wird „Gender“ als Triggerwort benutzt, um Abwehr hervorzurufen, und noch dazu als ein Brückenbegriff, mit dem Rechtsradikale in die Mitte wandern wollen. Das ist gefährlich und es geht alle an. Zuerst trifft es Minderheiten, aber am Ende trifft es unser Miteinander.

herCAREER: Anfang Mai hat der Bundestag beschlossen, nach spanischem Vorbild bundesweit die Fußfessel bei häuslicher Gewalt einzuführen. Sie haben in Ihrem Buch die Kontroverse um Sicherheit und Freiheit aufgegriffen und beziehen sich auch auf die Fußfessel. Wie sehen Sie die Entscheidung?

Prof. Dr. Susanne Baer: Auf diese rechtspolitische Frage antworte ich nicht als Bundesverfassungsrichterin a. D., sondern als Präsidentin des Deutschen Juristinnenbundes, denn von ihm gibt es dazu eine Stellungnahme: Die Fußfessel allein genügt nicht, um das erschreckend große Problem der Gewalt gegen Frauen, insbesondere der häuslichen Gewalt, zu lösen. Wenn das aber, wie in Spanien, in ein System weiterer Maßnahmen eingebettet wird, ist es ein guter Schritt.

herCAREER: Wird die Lebenswirklichkeit von Frauen im Gerichtssaal realistisch berücksichtigt? Es gibt Mütter, die Gewalt durch den Partner erlebt haben, sogar vor den Augen ihrer Kinder, und beim Thema Sorgerecht wird ihnen dann vorgeworfen, die Kinder zu instrumentalisieren.

Prof. Dr. Susanne Baer: Die Justiz steht da vor großen Herausforderungen. Sexuelle Gewalt ist genauso wie Diskriminierung bisher weder Gegenstand des Studiums noch systematischer Weiterbildungen. Natürlich gibt es kompetente Richterinnen und Richter, aber Gewalt gegen Frauen wird in Verfahren sehr oft fortgesetzt, sodass sogar in Gerichtssälen akute Bedrohungslagen entstehen. Familiengerichte müssen da gestärkt werden und genau hinsehen, auch sie dürfen keinen Stereotypen folgen – weder dem Stereotyp der guten Mutter noch dem des guten Vaters –, sondern, auch wenn sie nicht im Strafrecht arbeiten, für Schutz vor Gewalt sorgen.

herCAREER: Der Journalist Ronen Steinke hat anlässlich des Falls von Collien Fernandes ins Bewusstsein gerückt, dass das Sexualstrafrecht im Jurastudium nicht wirklich vorkommt. Wie patriarchal ist unser Rechtssystem geprägt?

Prof. Dr. Susanne Baer: Da ist er nicht der Erste. Seit Jahrzehnten fordern die Frauenrechtsbewegung und feministische Juristinnen, damit besser umzugehen. Wenn Sexualstrafrecht im Studium auftaucht, wird oft zu wenig reflektiert, inwiefern es aus der Täterperspektive unterrichtet wird – „im Zweifel für den Angeklagten“ ist natürlich ein wichtiger Grundsatz, aber wichtig ist hier die Kompetenz im Umgang mit dem gesamten Fall. Dazu gehört das Risiko der Retraumatisierung von Betroffenen genauso wie die Gefahr, dass sich Männer mit dem Täter, wenn auch unbewusst, identifizieren. Der Deutsche Juristentag in Erfurt diskutiert Ende des Jahres darüber.

herCAREER: In Ihrem Buch zitieren Sie Zahlen, wonach heute in Ostdeutschland nur 60 Prozent, im Westen 77 Prozent der Befragten dem Bundesverfassungsgericht vertrauen, und bei denen, die die AfD wählen, sogar nur 34 Prozent. Ist diese Skepsis eine Folge der Diskussion über ein mögliches AfD-Verbot, oder ist das ein Hinweis, dass die Verfassungstreue der Partei fragwürdig ist?

Prof. Dr. Susanne Baer: Die Ursachen der Skepsis sind nicht bekannt. Wir wissen aber, dass dieses Misstrauen gezielt gesät wird und nicht nur Gerichte trifft, sondern vor allem die öffentlich-rechtlichen Medien und die Politik. Auch hier ist politische Bildung schon in der Schule gefragt, denn viele wissen nicht genug. Ich erlebe oft Menschen, die sich klare Worte zur Verfassungswidrigkeit von Parteien wünschen, also zu dieser roten Linie unserer Demokratie.

herCAREER: Im Buch schreiben Sie, die AfD reiche immer wieder Klagen ein, die von vornherein als erfolglos einzuschätzen sind, um die Gerichte zu belasten und so zu schwächen, und um das Bundesverfassungsgericht als Teil des Systems vorzuführen.

Prof. Dr. Susanne Baer: Bei rechtsautokratischen Parteien gehört das weltweit zur Strategie. Sie tauschen sich darüber aus und lernen voneinander.

herCAREER: Wie sehen Sie die Diskussion über ein Parteiverbotsverfahren?

Prof. Dr. Susanne Baer: Sie ist wichtig und muss geführt werden. Wenn kein Antrag gestellt wird, um das zu klären, bedeutet das zwar nicht, dass alles in Ordnung ist, was die AfD als Partei tut – das zeigt schon die von Gerichten bestätigte Beobachtung durch den Verfassungsschutz. Aber das wird so benutzt. Wir sprechen hier auch nicht über die Wähler und Wählerinnen, sondern über Funktionäre, die rechtsextreme Positionen vertreten. Und da läuft eine rote Linie – das darf in Deutschland „nie wieder“ sein.

herCAREER: Was sind die größten Herausforderungen in polarisierten Zeiten?

Prof. Dr. Susanne Baer: Für Verfassungsgerichte ist es, wie für Menschenrechtsgerichte, derzeit hart. Sie sind allerdings immer gefährdet, weil sie ja dafür da sind, sogar gewählte Mehrheiten zu stoppen, wenn die sich nicht demokratisch verhalten oder Grundrechte verletzen. Das ist immer fordernd, aber es wird besonders schwierig, wenn politische Kräfte versuchen, den Respekt vor dem Rechtsstaat zu untergraben, Gerichte zu diffamieren, Richtern und Richterinnen die Legitimation abzusprechen. Das wird auch in Deutschland versucht.

herCAREER: Wie lässt sich das aufhalten?

Prof. Dr. Susanne Baer: Aufmerksam sein – und es nicht einfach tolerieren. Viele halten den Rechtsstaat eher für selbstverständlich oder aber für etwas, das nervt, weil es zu bürokratisch ist, zu umständlich. Aber wie wäre es ohne? Es gibt gute Gründe, den Rechtsstaat sehr zu schätzen, so wie unsere Demokratie, und beide nicht von politischen Piraten kapern lassen. Es geht um das Zusammenleben in einer lebendigen Gesellschaft, in der wir nicht aufeinander herumtrampeln, sondern friedlich unterschiedlich sind. Darauf müssen wir uns wieder besinnen, und das bedeutet auch, dafür aufzustehen und es zu verteidigen.

herCAREER: Was gibt Ihnen trotz der Herausforderungen Hoffnung für die Demokratie?

Prof. Dr. Susanne Baer: Die Menschen, die sich dafür engagieren. Dazu kommt eine Erfahrung aus dem Gericht. Vorher hätte ich wohl nicht geglaubt, dass sich acht so unterschiedliche Leute immer wieder einigen können. Es hilft, sich gut vorzubereiten, eigene Irrtümer einzugestehen, sich zusammenzusetzen und in die Augen zu blicken, und sich auf die großen Worte zu beziehen, die für uns alle gelten: auf das Grundgesetz.

herCAREER: Wenn Sie jeder jungen Frau einen Satz aus dem Grundgesetz mitgeben könnten, welcher wäre das?

Prof. Dr. Susanne Baer: Ich finde da so vieles schön! Einer jungen Frau würde ich sagen: Gleichberechtigung ist kein Nice-to-have, sondern dein Grundrecht. Nimm das Grundgesetz in die Hand und hab es als Spirit dabei.

Das Interview führte die freie herCAREER-Redakteurin Silvia Feist.

Prof. Dr. Susanne Baer wird am 23. Oktober 2026 beim Authors-MeetUp live über ihr Buch „Rote Linien: Wie das Bundesverfassungsgericht die Demokratie schützt“ sprechen und Publikumsfragen beantworten.

Bild Dr. Dr. h.c. mult. Susanne Baer, LL.M. Ehemalige Richterin des Bundes­verfassungs­gerichts © Petra Rickert

Quelle messe.rocks GmbH

Eight Sleep Pod 5: Die nächste Generation intelligenter Schlafsysteme im Überblick

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Eight Sleep Pod 5: Temperaturregelung und Schlaftracking

Mit dem Eight Sleep Pod 5 stellt das US-amerikanische Sleep-Tech-Startup Eight Sleep die bislang umfangreichste Version seines intelligenten Schlafsystems vor. Neben einer weiterentwickelten Temperaturregelung und verbessertem Schlaftracking erweitert das Unternehmen sein Produkt um neue Gesundheitsfunktionen und setzt gleichzeitig konsequent auf künstliche Intelligenz sowie ein abonnementbasiertes Geschäftsmodell. Damit entwickelt sich Eight Sleep zunehmend von einem Hardware-Anbieter zu einer digitalen Plattform für Schlaf und Regeneration.

Der Eight Sleep Pod 5 ist mehr als eine neue Produktgeneration

Seit der Gründung verfolgt Eight Sleep das Ziel, den Schlaf mithilfe moderner Technologien messbar und individuell optimierbar zu machen. Bereits früh setzte das Startup auf die Kombination aus Sensorik, Software und künstlicher Intelligenz. Mit jeder neuen Generation wurde das Schlafsystem weiterentwickelt und um zusätzliche Funktionen ergänzt.

Der Eight Sleep Pod 5 markiert dabei einen weiteren Entwicklungsschritt. Statt lediglich den Schlaf zu überwachen, soll das System die Schlafumgebung aktiv beeinflussen und automatisch an die Bedürfnisse seiner Nutzer anpassen. Damit unterstreicht das Startup seinen Anspruch, Schlaftechnologie nicht nur als Komfortfunktion, sondern als Bestandteil digitaler Gesundheitslösungen zu etablieren.

Was ist beim Eight Sleep Pod 5 neu?

Im Vergleich zu den Vorgängermodellen bringt der Eight Sleep Pod 5 mehrere Neuerungen mit. Im Mittelpunkt stehen eine nochmals präzisere Temperaturregelung, eine erweiterte Sensorik sowie zusätzliche Gesundheitsfunktionen.

Neu ist unter anderem die Hydro Blanket, eine temperaturregulierende Decke, die das bestehende Kühlsystem ergänzt und für ein gleichmäßigeres Schlafklima sorgen soll. Darüber hinaus verfügt das System über einen Health Check, der verschiedene Vitalwerte überwacht und Veränderungen dokumentiert.

Je nach Ausstattung gehören außerdem integrierte Lautsprecher für entspannende Klänge sowie eine verstellbare Basis mit Zero-Gravity-Position zum System. Ziel dieser Funktionen ist es, den Schlafkomfort weiter zu erhöhen und die Regeneration während der Nacht zu unterstützen.

Die Temperaturregelung passt sich automatisch an

Eine der wichtigsten Funktionen des Eight Sleep Pod 5 bleibt die intelligente Temperaturregelung. Das System kann jede Bettseite unabhängig voneinander kühlen oder erwärmen und passt die Temperatur während der Nacht automatisch an.

Dabei berücksichtigt das Schlafsystem sowohl den Verlauf der Schlafphasen als auch Veränderungen der Körpertemperatur. Statt eine feste Temperatur einzustellen, reagiert der Eight Sleep Pod 5 kontinuierlich auf die jeweiligen Bedingungen.

Vor allem Paare profitieren davon, dass beide Bettseiten separat geregelt werden können. Unterschiedliche Temperaturvorlieben lassen sich dadurch unabhängig voneinander berücksichtigen.

Eight Sleep Pod 5: Temperaturregelung und Schlaftracking

Das Schlaftracking liefert umfangreiche Gesundheitsdaten

Neben der Temperaturregelung gehört das integrierte Schlaftracking zu den zentralen Funktionen des Eight Sleep Pod 5. Sensoren erfassen während der Nacht unter anderem Herzfrequenz, Atemfrequenz, Bewegungen sowie die einzelnen Schlafphasen.

Die Daten werden automatisch ausgewertet und in der Eight-Sleep-App übersichtlich dargestellt. Ergänzend erstellt das System tägliche Gesundheitsberichte und dokumentiert langfristige Veränderungen der Vitalwerte.

Ein Vorteil dabei: Das Schlaftracking erfolgt kontaktlos. Zusätzliche Wearables oder Smartwatches sind nicht erforderlich, da sämtliche Sensoren direkt in das Schlafsystem integriert sind.

Künstliche Intelligenz verbindet Temperaturregelung und Schlaftracking

Die künstliche Intelligenz bildet das Herzstück des Eight Sleep Pod 5. Sie verarbeitet die Daten aus dem Schlaftracking und nutzt diese Informationen, um die Temperaturregelung automatisch anzupassen.

Je länger das System genutzt wird, desto besser erkennt die Software individuelle Schlafgewohnheiten. Auf dieser Grundlage kann der Eight Sleep Pod 5 beispielsweise bereits vor dem Schlafengehen die bevorzugte Temperatur vorbereiten oder während der Nacht automatisch verändern.

Dadurch entwickelt sich das Schlafsystem kontinuierlich weiter und passt sich den persönlichen Bedürfnissen seiner Nutzer an.

Eight Sleep setzt auf Hardware und ein abonnementbasiertes Geschäftsmodell

Mit dem Eight Sleep Pod 5 verfolgt das Startup nicht nur technologische Innovationen, sondern auch eine klare Geschäftsstrategie. Neben dem Verkauf des Schlafsystems bietet Eight Sleep mit der Mitgliedschaft 8+ ein abonnementbasiertes Modell an.

Über die Mitgliedschaft erhalten Nutzer unter anderem Zugriff auf zusätzliche Funktionen, Gesundheitsanalysen, Software-Updates und neue KI-Features. Damit setzt das Unternehmen auf wiederkehrende Umsätze – ein Geschäftsmodell, das sich in der Technologiebranche längst etabliert hat und kontinuierliche Weiterentwicklungen der Plattform ermöglicht.

Für Investoren gilt dieser Ansatz als interessant, da Hardware und digitale Dienste miteinander kombiniert werden und Kunden langfristig an das Produkt gebunden werden können.

Der Markt für intelligente Schlafsysteme wächst

Sleep Tech zählt zu den dynamischsten Bereichen der digitalen Gesundheitswirtschaft. Immer mehr Unternehmen entwickeln Lösungen, die Sensorik, Datenanalyse und künstliche Intelligenz miteinander verbinden.

Mit dem Eight Sleep Pod 5 positioniert sich Eight Sleep in einem Markt, der von steigender Nachfrage nach personalisierten Gesundheitslösungen profitiert. Während Fitness-Tracker und Smartwatches längst zum Alltag vieler Menschen gehören, rücken intelligente Schlafsysteme zunehmend in den Fokus.

Für das Startup eröffnet diese Entwicklung neue Wachstumsmöglichkeiten. Gleichzeitig zeigt sie, dass Schlaf heute nicht mehr ausschließlich als Erholungsphase betrachtet wird, sondern zunehmend Teil eines datenbasierten Gesundheitsmanagements ist.

Eight Sleep Pod 5: Temperaturregelung und Schlaftracking

Für wen eignet sich der Eight Sleep Pod 5?

Der Eight Sleep Pod 5 richtet sich an Menschen, die ihre Schlafqualität mithilfe moderner Technologien analysieren und verbessern möchten. Besonders interessant ist das System für Technikbegeisterte, Sportler, Vielreisende sowie Nutzer, die besonderen Wert auf eine individuell anpassbare Temperaturregelung legen.

Auch Menschen, die ihre nächtlichen Gesundheitsdaten ohne zusätzliche Wearables erfassen möchten, finden im integrierten Schlaftracking eine komfortable Lösung. Das System verbindet verschiedene Technologien in einem Produkt und bietet damit einen umfassenden Einblick in die persönliche Regeneration.

Startup-Fact-Box

Unternehmen: Eight Sleep

Gründung: 2014

Gründer: Matteo Franceschetti, Alexandra Zatarain, Andrea Ballarini und Massimo Andreasi Bassi

Hauptsitz: New York City, USA

Branche: Sleep Tech

Produkt: Eight Sleep Pod 5

Technologien: Temperaturregelung, Schlaftracking, künstliche Intelligenz und Sensorik

Geschäftsmodell: Verkauf intelligenter Schlafsysteme kombiniert mit der abonnementbasierten Mitgliedschaft 8+

Der Eight Sleep Pod 5 zeigt die nächste Entwicklungsstufe von Eight Sleep

Mit dem Eight Sleep Pod 5 baut Eight Sleep seine Plattform konsequent weiter aus. Die Kombination aus intelligenter Temperaturregelung, erweitertem Schlaftracking, künstlicher Intelligenz und digitalen Gesundheitsfunktionen zeigt, dass das Unternehmen längst mehr als ein Hersteller smarter Schlafsysteme sein möchte.

Vielmehr verfolgt Eight Sleep das Ziel, Hardware, Software und datenbasierte Services zu einer ganzheitlichen Plattform für Schlaf und Regeneration zu verbinden. Damit unterstreicht das Startup, wie sich der Sleep-Tech-Markt entwickelt – weg von klassischen Produkten und hin zu intelligenten, vernetzten Gesundheitslösungen.

Tipp: StartupValley hat bereits mit CO Founder Alexandra Zatarain über die Vision von Eight Sleep und die Zukunft der Schlaftechnologie gesprochen. Hier findet Ihr das Interview mit Alexandra Zatarain

Dieser Text wurde mit Unterstützung einer KI erstellt.

Infobip: Wohin entwickelt sich die Kundenkommunikation mit KI?

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Infobip: KI und Infobip AgentOS für moderne Kundenkommunikation Mirza hadzic

Infobip entwickelt KI-gestützte Kommunikationsplattformen und zeigt mit KI und Infobip AgentOS, wie Unternehmen ihre Kundenkommunikation kanalübergreifend steuern können.

Wie ist Infobip entstanden und welche Rolle spielen die Menschen hinter dem Unternehmen für die heutige Ausrichtung?

Infobip wurde 2006 von CEO Silvio Kutić und CTO Izabel Jelenić gegründet. Sie haben das Unternehmen aus eigener Kraft und mit ihrer Leidenschaft für Innovation aufgebaut. Im Jahr 2020 erreichte das Unternehmen einen Umsatz von 1 Mrd. Euro und wurde zum ersten Unicorn Kroatiens. Heute beschäftigt Infobip mehr als 3.400 Mitarbeitende in über 75 Niederlassungen auf sechs Kontinenten und erzielte im Jahr 2025 einen Umsatz von 2,3 Mrd. US-Dollar. Die Gründungs-DNA von Infobip besteht aus bescheidenen Ingenieuren, dem Prinzip „Learning by Doing“ und einer flachen Unternehmenskultur. Diese Grundsätze bestimmen nach wie vor die Ausrichtung des Unternehmens.

Welche Vision verfolgt Infobip im Bereich der digitalen Kundenkommunikation und wie soll diese erreicht werden?

Die Vision von Infobip ist, die globale Kommunikation und digitale Interaktionen zu demokratisieren und es jedem Unternehmen zu ermöglichen, dialogorientierte, personalisierte Kundenerlebnisse zu bieten. Dies erreichen wir durch eine einheitliche, nativ entwickelte Plattform, die Omnichannel-Engagement, Identitätsmanagement, Authentifizierung und Contact-Center-Lösungen bereitstellt.

Dabei ist KI die treibende Kraft. Unsere Infobip AgentOS-Plattform vereint Marketing, Vertrieb und Support in einem KI-gestützten Ökosystem. Unsere Plattform verarbeitet jährlich 530 Milliarden Interaktionen und erreicht über sieben Milliarden Mobilgeräte in mehr als 200 Ländern.

Welche Zielgruppen adressiert Infobip besonders und welche konkreten Probleme löst ihr für diese Unternehmen?

Wir adressieren weltweit vier Kernzielgruppen. Dazu zählen Digital-First-Unternehmen, die Echtzeitkommunikation in ihre Apps integrieren. Des Weiteren bieten wir unsere Omnichannel-Plattform aus einer Hand für Enterprise-Unternehmen an. Außerdem arbeiten wir mit Plattformen, die Kommunikation in ihre Ökosysteme integrieren, sowie mit Telekommunikationspartnern, die durch Zusatzdienste neue Einnahmequellen erschließen möchten.

Wie unterstützt Infobip Unternehmen dabei, Kommunikation über verschiedene Kanäle hinweg konsistent zu steuern?

Über unsere zentrale Full-Stack-Plattform können Unternehmen die Kundeninteraktionen via SMS, Rich Communication Services (RCS), WhatsApp, E-Mail, Voice sowie relevante Messaging-Apps über eine einzige Schnittstelle und Datenebene koordinieren. Unsere Infobip AgentOS-Plattform führt Kundendaten aus allen Kontaktpunkten zusammen, sodass eine auf WhatsApp begonnene Unterhaltung beispielsweise am Telefon fortgesetzt werden kann, ohne dass der Kontext und Informationen verloren gehen.

So konnte etwa die Deutsche Telekom nach der Implementierung der Infobip-Lösungen eine um 26 % höhere Öffnungsrate, eine um 66 % höhere Interaktionsrate und um 120 % höhere Konversionsraten erzielen.

Was macht Infobip im stark umkämpften Markt für Kommunikationsplattformen einzigartig?

Full-Stack-Kontrolle: Wir steuern den gesamten Technologie-Stack von über 800 direkten Anbieter-Verbindungen bis hin zu unserer KI-nativen SaaS-Ebene. Damit gewährleisten wir erstklassige Übertragungsraten und Zuverlässigkeit.

Skalierbarkeit: Wir wickeln jährlich 530 Mrd. Interaktionen ab und verarbeiten während der Cyber Week 12,2 Mrd. Interaktionen.

KI-natives Design: Im Gegensatz zu Wettbewerbern, die KI auf bestehende Plattformen aufsetzen, hat Infobip seine Plattform von Grund auf neu entwickelt und KI dabei in den Kern integriert. Zu den Auszeichnungen von Analysten zählen die Einstufung als „CPaaS-Marktführer“ im Gartner Magic Quadrant in vier aufeinanderfolgenden Jahren sowie die Aufnahme in die Liste der 75 innovativsten Unternehmen Europas von Fortune.

Welche Herausforderungen begegnen euch bei der Verbindung von Marketing, Vertrieb und Kundensupport in einer Plattform?

Eine grundlegende Herausforderung besteht darin, dass die meisten Unternehmen in diesen Bereichen separate Technologie-Stacks mit isolierten Daten nutzen. Bei jedem Austausch geht der bisherige Bezug zum Kunden verloren. Mit Infobip AgentOS lösen wir dieses Problem durch eine einheitliche KI-Orchestrierung, die alle drei Bereiche miteinander verbindet. Die zentrale Problematik liegt außerdem in der Organisation. Unternehmen müssen nicht nur ihre Technologie, sondern auch ihre Prozesse neu denken. Gartner bestätigt, dass sich der Markt von getrennten CCaaS-, CRM- und CPaaS-Lösungen hin zu einer einheitlichen CXaaS (Customer Experience as a Service) bewegt. Genau dort positionieren wir uns mit Infobip AgentOS.

Wie wird sich das Kundenerlebnis laut Infobip durch die fortlaufende Integration von KI verändern und bedeutet das tatsächlich das Ende klassischer Chatbots?

Herkömmliche, regelbasierte Chatbots werden durch KI-Agenten ersetzt, die Anliegen verstehen, den Kontext im Blick behalten und selbstständig handeln. Es geht dabei allerdings nicht darum, Menschen zu ersetzen, sondern um eine intelligente Koordination.

KI-Agenten bearbeiten Anfragen in großen Mengen, während komplexe Fälle nahtlos an menschliche Mitarbeitende weitergeleitet werden. Zum Beispiel haben unsere Lösungen 69 % der häufig gestellten Kundenanfragen bei Edenred gelöst und die Wartezeit um 96 % verkürzt.

Wie schafft es Infobip, komplexe Nutzerinteraktionen übersichtlich und effizient abzubilden?

Die Lösungen von Infobip bieten eine einheitliche Koordinierungsebene für alle Kundeninteraktionen. So klärt etwa der KI-Assistent von LAQO 90 % der Versicherungsanfragen in weniger als fünf Nachrichten. Floward hat am Valentinstag 54.000 WhatsApp-Gespräche abgewickelt. iBancar leitet 60 % der Kreditanfragen ohne den Einsatz eines menschlichen Mitarbeitenden zur Genehmigung weiter.

Welche technologischen oder regulatorischen Herausforderungen beeinflussen euer Wachstum aktuell am stärksten?

Für ein Unternehmen unserer Größe steht nicht die Frage im Vordergrund, ob wir die Technologie entwickeln oder einsetzen können. Vielmehr ist entscheidend, wie wir sie über möglichst viele Märkte hinweg konsistent, sicher und gesetzeskonform gestalten. In verschiedenen Ländern gelten unterschiedliche Anforderungen hinsichtlich Datenschutz, Sicherheit und Regulierung. Daher konzipieren wir unsere Plattform nach dem Prinzip „Privacy by Design“, setzen auf strenge Sicherheitskontrollen und die Flexibilität, sie an lokale Bedürfnisse anzupassen.

In welche Richtung entwickelt sich Infobip in den kommenden Jahren und welche Innovationen plant ihr konkret?

Im April 2026 haben wir Infobip AgentOS veröffentlicht. Unsere KI-native Orchestrierungsplattform ermöglicht die Skalierung von KI-Agenten in den Bereichen Marketing, Vertrieb und Support.

Außerdem stehen Netzwerk-APIs im Fokus. Wir wollen unsere CAMARA-konformen Portfolios durch Partnerschaften und strategische Allianzen weiter ausbauen.

Einen weiteren wichtigen Wachstumsfaktor bilden Rich Communication Services, nachdem wir auf unserer Plattform die Marke von 10 Milliarden RCS-Nachrichten überschritten haben und am Black Friday 2025 ein RCS-Wachstum von über 277 % verzeichneten. Außerdem bauen wir unser Engagement im Rahmen des IPCEI-CIS-Programms mit einer EU-Kofinanzierung in Höhe von fast 35 Mio. Euro aus.

Welche drei Ratschläge würde Infobip anderen Gründern geben, die im Bereich Kommunikationstechnologie ein Unternehmen aufbauen möchten?

Richtet euer Unternehmen von Tag eins an auf Skalierbarkeit aus, ohne lediglich auf die Architektur zu setzen. Infobip hat sich aus eigener Kraft eine Bewertung von einer Milliarde Dollar erarbeitet, weil wir eine skalierbare Architektur mit finanzieller Disziplin, einem starken Vorstand und der passenden Investorenpartnerschaft zum richtigen Zeitpunkt kombiniert haben. Mehrere Faktoren müssen zusammenkommen: Produkt, Mitarbeitende, Unternehmensführung und Timing.

Kontrolliert eure Infrastruktur. Direkte Beziehungen zu Netzbetreibern und die Kontrolle über den Technologie-Stack sind der entscheidende Wettbewerbsvorteil. Bei CPaaS hängen Margen und Zuverlässigkeit davon ab, wer die Verbindung steuert.

Setzt auf KI, aber konzentriert euch auf das Problem. KI ist der Wegbereiter, nicht das Produkt. Zunächst müssen die tatsächlichen Probleme in der Kommunikation identifiziert werden. Anschließend hilft KI bei der Lösung.

Bildcredits Infobip

Wir bedanken uns bei Mirza Hadžić für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

DishDrop: Wird die Suche nach dem besten Gericht neu gedacht?

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DishDrop: Gerichte und Community für neue Restauranttipps Gründerporträt (Paris) Bildrechte: Privat Bertin Kabanda

DishDrop ist eine Plattform für kulinarische Empfehlungen und verbindet Gerichte mit einer aktiven Community, um die Suche nach besonderen Geschmackserlebnissen zu erleichtern

Können Sie DishDrop kurz vorstellen und erzählen, wie die Idee zur Gründung der App entstanden ist?

DishDrop ist eine Plattform, auf der nicht Restaurants, sondern einzelne Gerichte bewertet werden. Die Idee entstand aus einer einfachen Beobachtung: Viele Menschen schauen sich vor einem Restaurantbesuch Bewertungen an, wissen danach aber trotzdem nicht, welches Gericht sich dort wirklich lohnt. Ein Restaurant kann gute Bewertungen haben, aber nicht jedes Gericht überzeugt. Genau dieses Problem wollte ich lösen. Mit DishDrop können Nutzer Fotos, Bewertungen und Empfehlungen zu einzelnen Gerichten teilen und anderen dabei helfen, schneller die besten Gerichte zu entdecken.

Sie haben DishDrop als Einzelgründer entwickelt und dabei moderne KI-Tools eingesetzt. Welche Rolle hat Künstliche Intelligenz bei der Umsetzung Ihres Projekts gespielt?

Ich habe DishDrop als Einzelgründer entwickelt und moderne KI-Tools gezielt genutzt, um viele Entwicklungsprozesse effizienter zu gestalten. KI hat mich unter anderem beim Programmieren, beim Lösen technischer Probleme, beim Brainstorming und bei der Optimierung von Texten unterstützt. Sie hat die eigentliche Arbeit nicht ersetzt, aber sie hat es mir ermöglicht, deutlich schneller voranzukommen und Ideen umzusetzen, für die früher oft ein ganzes Team notwendig gewesen wäre.

Welche Vision verfolgen Sie mit DishDrop, und wie möchten Sie die Art und Weise verändern, wie Menschen Restaurants und Gerichte entdecken?

Meine Vision ist, dass Menschen nicht mehr nur nach Restaurants suchen, sondern gezielt nach den Gerichten, die sich wirklich lohnen. Ich möchte eine Plattform schaffen, auf der authentische Empfehlungen aus der Community im Mittelpunkt stehen. Langfristig soll DishDrop dabei helfen, besondere Gerichte sichtbar zu machen und Menschen neue kulinarische Entdeckungen zu ermöglichen.

An welche Zielgruppen richtet sich DishDrop hauptsächlich, und welche Bedürfnisse möchten Sie mit Ihrer App erfüllen?

DishDrop richtet sich an alle, die gerne essen gehen und neue Gerichte entdecken möchten – von Food-Liebhabern über Studierende bis hin zu Reisenden und Familien. Nutzer möchten vor ihrem Restaurantbesuch wissen, welches Gericht besonders empfehlenswert ist. Genau diese Information liefert DishDrop durch echte Bewertungen und Fotos der Community.

Während viele Plattformen Restaurants bewerten, stellt DishDrop einzelne Gerichte in den Mittelpunkt. Warum haben Sie sich bewusst für diesen Ansatz entschieden?

Die meisten Menschen erinnern sich nach einem Restaurantbesuch vor allem an das Essen – nicht an die Gesamtbewertung des Restaurants. Oft gibt es in einem Restaurant ein oder zwei Gerichte, für die sich ein Besuch wirklich lohnt. Genau diese Besonderheiten möchte DishDrop sichtbar machen. Dadurch erhalten Nutzer deutlich konkretere Empfehlungen als bei klassischen Restaurantbewertungen.

Was macht DishDrop aus Ihrer Sicht besonders im Vergleich zu klassischen Bewertungsplattformen?

Der größte Unterschied ist der Fokus auf das einzelne Gericht. Nutzer sehen nicht nur Sternebewertungen, sondern auch Fotos und persönliche Erfahrungen anderer Gäste. Dadurch entsteht eine deutlich konkretere Orientierung. DishDrop beantwortet nicht nur die Frage „Wo soll ich essen?“, sondern vor allem „Was sollte ich dort unbedingt bestellen?“.

Wie wichtig sind authentische Bewertungen, Bilder und Empfehlungen der Community für den Erfolg Ihrer App?

Sie sind der wichtigste Bestandteil von DishDrop. Authentische Fotos und ehrliche Erfahrungen schaffen Vertrauen und helfen anderen Nutzern bei ihrer Entscheidung. Je mehr Menschen ihre Lieblingsgerichte teilen, desto wertvoller wird die Plattform für alle.

Sie sind mit DishDrop bereits im Apple App Store vertreten. Welche Herausforderungen begegnen Ihnen jetzt beim Aufbau einer aktiven Community und der Gewinnung erster Nutzer?

Die größte Herausforderung ist der Aufbau einer aktiven Community. Eine Plattform lebt von ihren Nutzern und ihren Beiträgen. Deshalb investiere ich aktuell viel Zeit in den Austausch mit Food-Creatorn, Restaurants und den ersten Nutzern. Mein Ziel ist es, möglichst viele hochwertige Bewertungen und Fotos zu sammeln, damit neue Nutzer sofort einen Mehrwert erkennen.

Als 22-jähriger Einzelgründer haben Sie ein digitales Produkt entwickelt. Welche Herausforderungen mussten Sie auf diesem Weg besonders meistern?

Als Einzelgründer übernimmt man praktisch jede Aufgabe selbst – von der Produktentwicklung über Design und Marketing bis hin zum Austausch mit Nutzern und Partnern. Das war eine große Herausforderung, gleichzeitig aber auch eine wertvolle Erfahrung. Besonders wichtig waren Ausdauer, Lernbereitschaft und die Bereitschaft, Probleme Schritt für Schritt selbst zu lösen.

Welche nächsten Funktionen und Entwicklungsschritte stehen für DishDrop aktuell im Fokus?

Aktuell liegt der Schwerpunkt auf dem Ausbau der Community und der kontinuierlichen Weiterentwicklung der Plattform. Geplant sind unter anderem neue Funktionen rund um personalisierte Empfehlungen, eine noch bessere Nutzererfahrung sowie weitere Möglichkeiten, interessante Gerichte schneller zu entdecken. Außerdem soll DishDrop künftig auf noch mehr Plattformen verfügbar sein.

Wo sehen Sie DishDrop in den kommenden Jahren, und welche Ziele verfolgen Sie mit der Plattform langfristig?

Ich möchte DishDrop zu einer der ersten Anlaufstellen für Menschen machen, die neue Gerichte entdecken möchten. Langfristig soll die Plattform in vielen Städten genutzt werden und Menschen dabei helfen, schneller die besten kulinarischen Empfehlungen zu finden. Gleichzeitig möchte ich Restaurants unterstützen, ihre besonderen Gerichte sichtbarer zu machen.

Welche drei Ratschläge würden Sie anderen Gründerinnen und Gründern geben, die mit Unterstützung von KI ein digitales Produkt entwickeln und erfolgreich am Markt etablieren möchten?

Erstens: Löst ein echtes Problem. Eine gute Idee entsteht dort, wo Menschen im Alltag tatsächlich eine Herausforderung haben.

Zweitens: Nutzt KI als Werkzeug, aber verlasst euch nicht blind darauf. Die besten Ergebnisse entstehen, wenn eigene Ideen und KI sinnvoll kombiniert werden.

Drittens: Wartet nicht auf Perfektion. Veröffentlicht euer Produkt früh, sammelt Feedback und entwickelt es gemeinsam mit euren Nutzern kontinuierlich weiter.

Bild Gründerporträt (Paris) Bildrechte: Privat

Wir bedanken uns bei Bertin Kabanda für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Firmengründung in der Versicherungs- und Finanzberatung

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Bildquelle ProFina Deutschland GmbH Sejdin Sejdini

Transparenz, Digitalisierung und Motivation als Erfolgsfaktoren

Die Versicherungs- und Finanzberatungsbranche befindet sich in einem tiefgreifenden Wandel. Während der Bedarf an individueller Absicherung, Altersvorsorge und Vermögensplanung weiterhin hoch ist, verändern sich die Erwartungen der Kunden spürbar. Durch die zunehmende Verfügbarkeit von Informationen im Internet wünschen sich viele einen vertrauenswürdigen Begleiter und strategischen Ansprechpartner – und nicht mehr nur einen Verkäufer mit Fachwissen. Wer heute ein Unternehmen in der Versicherungs- und Finanzberatung gründet, trifft auf einen stark umkämpften Markt, in dem Transparenz, digitale Informationsbereitstellung und moderne Beratungsprozesse zunehmend zu entscheidenden Wettbewerbsfaktoren werden.

Anspruchsvoller Markt mit hohen Kundenerwartungen

In der Versicherungs- und Finanzberatung ist die Zahl der Marktteilnehmer immer größer geworden. Neben klassischen Vermittlern und Maklern konkurrieren mittlerweile auch digitale Plattformen, Vergleichsportale sowie spezialisierte FinTech- und InsurTech-Unternehmen um die Aufmerksamkeit der Kunden. Gleichzeitig haben sich die Informationsmöglichkeiten der Verbraucher grundlegend verändert. Viele informieren sich bereits vor einem Beratungsgespräch online über Produkte, Leistungen und Kosten. Sie erwarten nicht nur kompetente Antworten auf ihre Fragen, sondern auch nachvollziehbare Empfehlungen und eine offene Kommunikation über Chancen, Risiken und mögliche Alternativen. Langfristig hängt der Erfolg also weniger vom reinen Produktverkauf ab als vielmehr von der Fähigkeit, Vertrauen aufzubauen und nachhaltige Kundenbeziehungen zu schaffen.

Transparenz schafft Vertrauen in der Beratung

Vertrauen zwischen Maklern und Kunden spielt deshalb eine zentrale Rolle. Kunden treffen Entscheidungen, die oft erhebliche Auswirkungen auf ihre finanzielle Zukunft haben. Umso wichtiger ist eine Beratung, die transparent, verständlich und nachvollziehbar gestaltet wird. Am Anfang sollte deshalb eine Analyse der Kundensituation stehen. Kunden möchten verstehen, warum bestimmte Lösungen empfohlen werden und welche Faktoren bei der Entscheidungsfindung eine Rolle spielen. Eine offene Kommunikation über Leistungen, Kosten, Vertragsbedingungen und mögliche Risiken schafft die Grundlage für eine langfristige Zusammenarbeit. Darüber hinaus gewinnt die verständliche Aufbereitung komplexer Themen an Bedeutung, denn Versicherungs- und Finanzprodukte sind häufig erklärungsbedürftig. Erfolgreiche Berater zeichnen sich dadurch aus, dass sie auch komplizierte Zusammenhänge klar und nachvollziehbar vermitteln.

Digitale Kompetenz wird zum Wettbewerbsvorteil

Dabei schätzen viele Kunden weiterhin den direkten Austausch mit einem Berater, möchten gleichzeitig jedoch flexibel bleiben. Digitale Beratungen, Online-Portale, elektronische Dokumentenverwaltung, Online-Terminvereinbarungen oder digitale Vertragsübersichten werden heutzutage in der Regel erwartet. Der digitale Zugang zu relevanten Informationen – unabhängig von Ort und Zeit – ermöglicht eine höhere Servicequalität und schafft gleichzeitig mehr Transparenz über bestehende Verträge und finanzielle Entscheidungen. Über Videos, Webinare, digitale Ratgeber oder interaktive Informationsangebote können Kunden dabei in ihrem individuellen Tempo Informationen abrufen und verstehen. Unternehmen, die Wissen leicht zugänglich machen, positionieren sich nicht nur als Dienstleister, sondern als kompetente Ansprechpartner und Begleiter in finanziellen Fragen.

Motivation und Effizienz bleiben entscheidende Erfolgsfaktoren

Trotz aller technologischen Entwicklungen bleiben die klassischen Erfolgsfaktoren unverändert wichtig. Der Aufbau eines Beratungsunternehmens erfordert ein hohes Maß an Motivation, Ausdauer und unternehmerischem Denken. Wer langfristig erfolgreich sein möchte, muss bereit sein, viel Zeit in die Akquise zu investieren, sich kontinuierlich weiterzubilden und auf veränderte Marktbedingungen zu reagieren. Erfolgreiche Akquise kombiniert heute intelligente Personalisierung, fundierte Recherche und eine sinnvolle Kombination verschiedener Kanäle. Gezielte digitale Lead-Generierung mit modernem Cross-Selling im eigenen Bestand ist beispielsweise vielversprechend. Auch Empfehlungen durch zufriedene Kunden bleiben ein wichtiger Akquisefaktor. Insgesamt spielt zudem Effizienz eine entscheidende Rolle. Digitale Prozesse helfen dabei, administrative Aufgaben zu reduzieren und mehr Zeit für die Neukundengewinnung sowie die Beratungsleistung zu schaffen.

Digitale Tools, Fachwissen und persönliche Beratung erfolgreich verbinden

Die Gründung eines Unternehmens in der Versicherungs- und Finanzberatung bietet weiterhin Chancen, verlangt jedoch eine klare Ausrichtung auf die Anforderungen eines modernen Marktes. Neben fachlicher Kompetenz gewinnen insbesondere Transparenz und digitale Informationsbereitstellung an Bedeutung. Gleichzeitig bleibt der persönliche Vertrauensaufbau ein zentraler Erfolgsfaktor. Wer Motivation, Effizienz und interdisziplinäres Fachwissen mit transparenten Beratungsprozessen und modernen digitalen Lösungen verbindet, schafft die Grundlage für nachhaltigen Unternehmenserfolg in einer zunehmend vernetzten und anspruchsvollen Beratungswelt.

Bildquelle ProFina Deutschland GmbH GeschäftsführerSejdin Sejdini

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Die 7 häufigsten rechtlichen Stolperfallen für Solopreneure – und wie man sie vermeidet

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Website: Abmahnung durch Datenschutzerklärung vermeiden Georgia Geka-Rampota Bildcredits Fabian Mepic Fotografie

Der Brief, der Lenas Montag ruinierte

Es ist 7:40 Uhr, der Kaffee dampft noch, da liegt dieser Umschlag auf dem Tisch. Kanzlei-Logo, Aktenzeichen, 1.200 Euro. Lena ist Coachin, seit zwei Jahren selbstständig, und sie hatte sich für ziemlich gut organisiert gehalten. Jetzt liest sie das Wort „Abmahnung“ und spürt, wie ihr der Boden wegsackt.

Lena ist erfunden. Die Fehler, über die sie stolpert, passieren jedoch in der Praxis täglich.

Das Impressum als häufige Abmahnfalle

Der Stein des Anstoßes ist ihre Website. Im Impressum stehen der Firmenname und eine E-Mail, sonst nichts. Keine ladungsfähige Adresse, kein vollständiger Name, die Rechtsform falsch. Lena hatte gedacht, das reicht schon, sie verkauft ja nur über Instagram und ein bisschen über die Seite. Nein, das reicht nicht. Wer geschäftlich auftritt, muss ladungsfähig und somit für die Justiz greifbar sein – im Klartext: mit Name und Adresse, nicht mit einem Firmennamen und einem Postfach. Es ist die unscheinbarste Stelle der Website und gleichzeitig die, an der die meisten zuerst auflaufen.

Veraltete Datenschutzerklärung trotz neuer Tools

Während sie scrollt, fällt ihr Blick auf die Datenschutzerklärung. 2021, kopiert aus einem Gratis-Generator. Seitdem sind ein Newsletter-Tool, ein Buchungskalender und ein Analyse-Skript dazugekommen. In dem Text taucht keines davon auf.

Lena war davon ausgegangen, dass mit der extern erstellten Website auch rechtlich alles passt. Tatsächlich liegt die Verantwortung für Datenschutz und rechtliche Inhalte jedoch immer beim Unternehmer selbst – ein Punkt, der häufig unterschätzt wird.

Denn jedes dieser Tools sammelt Daten und müsste in der Datenschutzerklärung aufgeführt sein. Solche Texte veralten oft unbemerkt und hinken den eingesetzten Tools hinterher. Bis es auffällt – und dann nicht selten mit Konsequenzen verbunden ist.

Lenas Banner ist freundlich und schlicht: ein grüner „OK“-Button, fertig. Genau das ist das Problem. Ablehnen kann man nicht, jedenfalls nicht so einfach wie zustimmen. Und ihr Analyse-Tool lädt schon, bevor überhaupt jemand geklickt hat. Sie hatte das nie hinterfragt, der Banner sah ja aus wie überall. Dass „sieht aus wie überall“ kein rechtlicher Maßstab ist, zeigt sich an diesem Morgen.

Newsletter ohne Einwilligung können teuer werden

Dann erinnert sie sich an ihre letzte Kampagne. Nach einem Netzwerkabend hatte sie einen Stapel Visitenkarten abgetippt und allen ihren Newsletter geschickt. Gut gemeint, neue Kontakte, warum nicht. Nur: Niemand hatte zugestimmt. Werbung per E-Mail braucht ein echtes Ja, am besten doppelt bestätigt über einen Link. Mit so einer Bestätigung ließe sich heute schwarz auf weiß nachweisen, wer den Newsletter wollte. Stattdessen bleibt Lena nur ein mulmiges Gefühl.

Unpassende AGB und neue Pflichten beim Widerruf

Lenas AGB stammen von einer fremden Coaching-Seite. Schließlich macht die Mitbewerberin das Gleiche. Einmal kopiert, nie angepasst. Sie passen dennoch nicht zu ihren Online-Kursen, und eine Klausel benachteiligt ihre Kunden so deutlich, dass sie schlicht unwirksam ist.

Beim Verkauf an Verbraucher kommt das Widerrufsrecht dazu – mit der amtlichen Belehrung und einem Formular. Und ausgerechnet jetzt liest sie, dass seit dem 19. Juni 2026 ein Widerrufsbutton Pflicht ist, über den Kunden online direkt kündigen können. Ihre Seite ist davon meilenweit entfernt. Sie fragt sich, ob der Webdesigner sie darauf hätte hinweisen müssen.

Urheberrechte gelten auch für vermeintlich kostenlose Bilder

Brief Nummer zwei kommt zwei Wochen später. Diesmal geht es um das Headerbild auf ihrer Startseite, gefunden über die Bildersuche und für kostenlos gehalten. War es nie. Fotos, Texte, Schriften und die Musik unter ihren Reels – alles gehört irgendwem. Lena hatte nie notiert, woher ihre Bilder kamen, und kann nun nichts belegen. Ein einziges Foto wird teurer als ihr halbes Marketingbudget.

Scheinselbstständigkeit als unterschätztes Risiko

Beim Sortieren ihrer Zahlen zeigt sich das letzte Risiko. Im vergangenen Jahr kam ihr Geld fast nur von einem einzigen Auftraggeber, in dessen Kalender und Tools sie fest eingebunden war. Das riecht nach Scheinselbstständigkeit, und am Ende stehen womöglich Nachzahlungen an die Sozialversicherung an. Mehrere Kunden, eigene Arbeitsmittel und ein klarer Abstand hätten sie besser geschützt. Auch bei der Kleinunternehmerregelung war sie sich nie ganz sicher, wo ihre Grenze eigentlich liegt.

Warum regelmäßige Prüfungen viel Ärger ersparen

Lena unterschreibt eine Unterlassungserklärung, zahlt, ärgert sich und räumt dann auf. Innerhalb eines Monats steht ihre Website auf festem Grund. Das eigentlich Tröstliche an ihrer Geschichte: Kein einziger dieser Punkte ist kompliziert. Sie fallen nur dann auf einmal über einen her, wenn man sie zu lange liegen lässt. Ein halber Tag im Quartal, an dem man Texte, Tools und Verträge überprüft, reicht meist schon aus. Dann bleibt der Montagmorgen das, was er sein sollte – ein Kaffee, eine To-do-Liste und kein Brief von der Kanzlei.

Bildcredits Fabian Mepic Fotografie

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Nazan Eckes wird das Gesicht von pure.lyte

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Nazan Eckes unterstützt pure.lyte und Elektrolyt-Getränke

Nazan Eckes unterstützt erstmals ein Startup

Nazan Eckes sagt nach über 27 Jahren vor der Kamera erstmals Ja zu einem Startup. Die bekannte Moderatorin, die als Werbegesicht für Marken wie Lancôme, Nivea, Volkswagen R und Schwarzkopf steht, unterstützt ab sofort das Berliner Unternehmen pure.lyte, das Elektrolyt-Getränke herstellt.

Warum Elektrolyte immer wichtiger werden

Doch was sind Elektrolyte eigentlich? Elektrolyte sind Mineralstoffe wie Magnesium, Kalium und Natrium, die der Körper braucht, damit Muskeln, Nerven und der Flüssigkeitshaushalt funktionieren. Ob nach dem Sport, einer langen Nacht, an heißen Tagen oder im stressigen Alltag: Wer schwitzt, verliert Elektrolyte. Genau diese füllt pure.lyte wieder auf. Deshalb gewinnt die Kategorie auch in Deutschland zunehmend an Bedeutung.

Gründerin Vanessa Klawitter entwickelte pure.lyte aus eigener Erfahrung

Hinter pure.lyte steht Gründerin Vanessa Klawitter. Die 33-jährige Berlinerin war selbst auf der Suche nach einem hochwertigen und leckeren Elektrolyt-Getränk ohne Zuckerzusatz. Als sie 2021 in Supermärkten nicht fündig wurde, kündigte sie ihren Job in der Baubranche und brachte im Januar 2024 pure.lyte zunächst mit zwei Sorten auf den Markt. Heute umfasst das Sortiment drei Geschmacksrichtungen.

Unternehmerin und Mutter überzeugen Nazan Eckes

Nazan Eckes überzeugte nicht nur der Geschmack der Getränke, die sie inzwischen täglich trinkt, sondern vor allem die Gründerin selbst. Vanessa Klawitter möchte mit voller Überzeugung ein ehrliches Produkt auf den Markt bringen. Als zweifache Mutter kennt Nazan Eckes die Herausforderungen, Familie und Beruf miteinander zu vereinbaren, und möchte die Gründerin deshalb auf ihrem Weg unterstützen.

Nazan Eckes: „Bei pure.lyte war es zum ersten Mal anders“

„In über 27 Jahren vor der Kamera habe ich zu vielen Anfragen Nein gesagt. Bei pure.lyte war es zum ersten Mal anders. Ich trinke die Drinks selbst jeden Tag, weil ich mich danach einfach gut fühle. Aber überzeugt hat mich vor allem Vanessa. Ich weiß als Mutter, wie hart es ist, Familie und Beruf zusammenzubringen. Wenn dann jemand trotzdem so eine Marke aufbaut, möchte ich das gerne unterstützen“, sagt Nazan Eckes.

Vanessa Klawitter sieht die Zusammenarbeit als Bestätigung

Vanessa Klawitter ergänzt: „Als ich gekündigt habe, um pure.lyte zu starten, haben viele in meinem engsten Umfeld den Kopf geschüttelt. Heute steht Nazan Eckes hinter der Marke. Das zeigt mir, dass ehrliche Produkte und harte Arbeit am Ende gesehen werden.“

Bild Nazan Eckes@ pure.lyte GmbH

Quelle pure.lyte GmbH

FIB Frankfurt International Bank AG erhält 5 Mio. Euro Wachstumskapital von BM H

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FIB Frankfurt International Bank AG erhält 5 Mio. Euro von BM H Bild von links nach rechts: Joachim Reinhardt, Stephan Groß, Dr. Steffen Huth, Eckhard Creutzburg und Oliver Lösdau.@ BM H Beteiligungs-Managementgesellschaft Hessen mbH

BM H stellt über Hessen Kapital I 5 Mio. Euro Wachstumskapital für die FIB Frankfurt International Bank AG bereit

Wiesbaden/Frankfurt am Main – Die BM H Beteiligungs-Managementgesellschaft Hessen mbH stellt der Global Heart Beteiligungsgesellschaft mbH über den von ihr verwalteten Fonds Hessen Kapital I GmbH eine stille Beteiligung in Höhe von 5 Mio. Euro zur Verfügung. Die Global Heart Beteiligungsgesellschaft mbH hat die Mittel in die FIB Frankfurt International Bank AG eingelegt und stärkt damit die Eigenkapitalbasis der Bank für den weiteren Ausbau ihrer Geschäftstätigkeit.

FIB Frankfurt International Bank AG spezialisiert sich auf internationale Exportfinanzierungen

Die FIB Frankfurt International Bank AG mit Sitz in Frankfurt am Main ist eine spezialisierte deutsche Bank mit Fokus auf internationale Exportfinanzierungen. Im Mittelpunkt stehen insbesondere ECA- beziehungsweise Hermes-gedeckte Bestellerkredite für kleinere und mittlere Exporttransaktionen. Damit adressiert die FIB ein Marktsegment, das für viele exportorientierte mittelständische Unternehmen von hoher Bedeutung ist, von klassischen Banken jedoch häufig nur eingeschränkt bedient wird. Ergänzend bietet die Bank gemeinsam mit Partnern Lösungen im Bereich Sperrkonten für internationale Studierende und Fachkräfte an.

Finanzierung stärkt Eigenkapitalbasis und schafft Wachstumsspielraum

Mit der Finanzierung durch die BM H soll die weitere Entwicklung der FIB unterstützt werden. Die zusätzlichen Mittel dienen insbesondere der Stärkung der regulatorischen Eigenmittelbasis und schaffen Spielraum für den weiteren Ausbau des Geschäftsmodells. Dadurch kann die FIB ihr Angebot im Bereich strukturierter Exportfinanzierungen weiter skalieren und zugleich ihre Rolle als spezialisierter Finanzierungspartner für internationale Geschäfte ausbauen.

Geschäftsführer und Vorstand sehen starke Wachstumschancen

„Die Finanzierung durch die BM H ist für uns ein wichtiger Baustein, um die nächste Wachstumsphase der FIB solide zu unterlegen. Die FIB hat sich auf ein Segment spezialisiert, in dem Finanzierung oft der entscheidende Faktor dafür ist, ob internationale Exportgeschäfte tatsächlich zustande kommen. Mit der gestärkten Eigenkapitalbasis können wir diesen Ansatz weiterverfolgen und ausbauen“, sagt Joachim Reinhardt, Geschäftsführer der Global Heart Beteiligungsgesellschaft mbH.

„In den ersten 18 Monaten unserer operativen Geschäftstätigkeit haben wir mehr als 70.000 Sperrkonten eröffnet und Finanzierungsanfragen im Gesamtvolumen von rund 1,5 Milliarden Euro bearbeitet. Dies zeigt, dass die erwartete Nachfrage nach unserem Nischenangebot vorhanden ist. Wir identifizieren derzeit weitere Geschäftsfelder, die zu unserer Nischenstrategie passen und mit smarter, digitaler Unterstützung effizient bearbeitet werden können. Hierbei hilft die Stärkung unseres Eigenkapitals, zu der BM H beigetragen hat“, ergänzt Eckhard Creutzburg, Vorstandssprecher der FIB Frankfurt International Bank AG.

BM H sieht Mehrwert für Finanzplatz Frankfurt und Mittelstand

„Mit der Beteiligung unterstützen wir ein Vorhaben, das sehr gut zum Finanzplatz Frankfurt und zum Wirtschaftsstandort Hessen passt. Die FIB verbindet Bankexpertise, digitale Prozesse und einen klaren Fokus auf ein bislang nur unzureichend adressiertes Segment der Exportfinanzierung. Gerade für mittelständische Exporteure können tragfähige Finanzierungslösungen ein wesentlicher Erfolgsfaktor im internationalen Geschäft sein“, sagt Stephan Groß, zuständiger Investmentmanager der BM H Beteiligungs-Managementgesellschaft Hessen mbH.

Hessen Kapital I unterstützt innovative und wachstumsorientierte Unternehmen

Hessen Kapital I unterstützt junge innovative Unternehmen sowie wachstumsorientierte mittelständische Unternehmen in Hessen mit Eigenkapital und eigenkapitalähnlichen Finanzierungsinstrumenten. Die stille Beteiligung an Global Heart ermöglicht eine Stärkung der Kapitalbasis, ohne unmittelbar in die Gesellschafterstruktur einzugreifen.

Bild von links nach rechts: Joachim Reinhardt, Stephan Groß, Dr. Steffen Huth, Eckhard Creutzburg und Oliver Lösdau.@ BM H Beteiligungs-Managementgesellschaft Hessen mbH

Quelle BM H Beteiligungs-Managementgesellschaft Hessen mbH

MALU: Wird anonymer Austausch zur neuen Form digitaler Unterstützung?

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MALU: Plattform für Austausch und anonyme Plattform Bild: Mario Klauderoti, Gründer von MALU Network Bildrechte: privat / Mario Klauderoti

MALU ist eine anonyme Plattform für Austausch und Orientierung, die Menschen einen geschützten Raum bietet, um persönliche Gedanken zu teilen und Unterstützung zu finden

Können Sie MALU kurz vorstellen und erzählen, wie die Idee zur Plattform entstanden ist?

MALU ist ein Angebot von MALU Network und eine anonyme Online-Plattform für Austausch, Gedanken und Orientierung. Nutzerinnen und Nutzer können sich mit einem anonymen Benutzernamen registrieren, Beiträge schreiben, auf Inhalte reagieren, Kommentare verfassen und Feedback zur Plattform geben.

Die Idee zu MALU ist aus einer persönlichen Erfahrung entstanden. Ich habe selbst erlebt, wie schwer es sein kann, mit Gedanken, Ängsten oder innerer Belastung allein zu sein und keinen passenden Ort dafür zu haben.

Besonders 2019 und später während der Corona-Zeit 2020 wurde mir bewusst, wie viele Menschen mit sich selbst kämpfen, aber nicht wissen, wohin sie sich wenden oder wie sie offen darüber sprechen sollen.

Klassische soziale Netzwerke fühlen sich für solche Themen oft nicht passend an. Dort geht es häufig um Sichtbarkeit, Selbstdarstellung und schnelle Reaktionen.

MALU soll bewusst anders sein: ruhiger, geschützter und anonymer.

Sie haben MALU aus einer sehr persönlichen Erfahrung heraus entwickelt. Wann haben Sie gemerkt, dass aus dieser Erfahrung ein Startup entstehen könnte?

Am Anfang war MALU keine klassische Startup-Idee. Es war eher ein Gedanke aus einer Situation heraus, in der ich selbst gemerkt habe, dass mir so ein Ort gefehlt hätte.

Der Moment, in dem daraus mehr wurde, kam, als ich verstanden habe, dass dieses Problem nicht nur mich betrifft. Viele Menschen haben persönliche Belastungen, Ängste oder Gedanken, über die sie nicht offen sprechen möchten. Nicht, weil sie nichts zu sagen haben, sondern weil sie Angst vor Bewertung, Ablehnung oder Unverständnis haben.

Als ich gesehen habe, dass daraus ein größeres Bedürfnis entstehen kann, wurde aus dem Gedanken langsam ein Konzept. Ich wollte nicht nur über eine Lösung sprechen, sondern etwas bauen, das wirklich getestet und genutzt werden kann. Mit der Beta ist MALU jetzt der erste Schritt von der Idee zur echten Plattform geworden.

Welche Vision verfolgen Sie mit MALU, und wie möchten Sie Menschen langfristig unterstützen?

Meine Vision ist, dass MALU ein geschützter digitaler Ort wird, an dem Menschen mit ihren Gedanken nicht allein bleiben müssen.

Langfristig soll MALU Menschen niedrigschwellig abholen. Nicht erst dann, wenn alles komplett eskaliert, sondern früher: in dem Moment, in dem jemand merkt, dass er etwas loswerden möchte, sich austauschen will oder Orientierung sucht.

MALU soll keine Therapie ersetzen und auch kein Krisendienst sein. Die Plattform soll eher eine Brücke sein. Eine Brücke zwischen dem Gefühl, alleine mit etwas zu sein, und dem nächsten Schritt in Richtung Austausch, Unterstützung oder passender Hilfe.

Langfristig möchte ich Community, geschützten Austausch und Hilfsangebote miteinander verbinden.

An welche Zielgruppen richtet sich MALU hauptsächlich, und welche Bedürfnisse möchten Sie mit der Plattform erfüllen?

MALU richtet sich an Menschen, die Gedanken oder persönliche Themen teilen möchten, ohne direkt mit ihrem echten Namen aufzutreten.

Das können Menschen sein, die psychisch belastet sind, unter Ängsten leiden, sich einsam fühlen, viel mit sich selbst ausmachen oder einfach einen Ort suchen, an dem sie ehrlich schreiben können.

Gleichzeitig richtet sich MALU auch an Menschen, die anderen Mut machen, Erfahrungen teilen oder sich in einer respektvollen Community austauschen möchten.

Das wichtigste Bedürfnis ist aus meiner Sicht Sicherheit. Viele Menschen möchten nicht sofort sichtbar sein. Sie möchten schreiben können, ohne sich erklären zu müssen, bevor sie überhaupt angefangen haben.

Genau diesen Raum soll MALU schaffen.

Viele Menschen sprechen über persönliche Belastungen nur ungern in klassischen sozialen Netzwerken. Welche Lücke möchten Sie mit MALU schließen?

Klassische soziale Netzwerke sind oft laut, schnell und sehr öffentlich. Viele Menschen haben dort das Gefühl, funktionieren oder sich gut darstellen zu müssen.

Für persönliche Belastungen, Ängste oder schwierige Gedanken ist das häufig kein geschützter Rahmen.

MALU soll diese Lücke schließen.

Es geht nicht darum, perfekte Bilder zu posten oder Reichweite aufzubauen. Es geht darum, Gedanken aussprechen zu können, Erfahrungen zu teilen und vielleicht von anderen Menschen eine Reaktion zu bekommen, die Mut macht oder Orientierung gibt.

Ich möchte mit MALU einen Ort schaffen, an dem Menschen nicht das Gefühl haben, sich verstellen zu müssen.

Die anonyme Nutzung ist ein zentraler Bestandteil Ihres Konzepts. Warum ist Anonymität für einen offenen und ehrlichen Austausch so wichtig?

Anonymität senkt die Hemmschwelle.

Viele Menschen würden über bestimmte Themen nicht schreiben, wenn direkt ihr echter Name, ihr Umfeld oder ihre öffentliche Identität daran hängt. Gerade bei sensiblen Themen kann Anonymität helfen, ehrlicher zu sein.

Mir ist dabei wichtig: Anonymität bedeutet bei MALU nicht, dass alles erlaubt ist. Es gibt klare Regeln und keinen Platz für Beleidigungen, Missbrauch oder das Bloßstellen anderer Menschen.

Anonymität soll nicht schützen, um anderen zu schaden. Sie soll Menschen schützen, die sich öffnen möchten.

MALU versteht sich ausdrücklich nicht als Therapie oder Krisendienst. Welche Rolle soll die Plattform stattdessen für ihre Nutzerinnen und Nutzer übernehmen?

MALU soll eine ergänzende Rolle übernehmen.

Die Plattform ersetzt keine Therapie, keine medizinische Beratung und keinen Krisendienst. Das ist mir sehr wichtig, weil solche Grenzen klar kommuniziert werden müssen.

MALU soll ein Ort für Austausch, Orientierung und gegenseitige Unterstützung sein. Man kann sich das wie eine Brücke vorstellen: Manche Menschen sehen, dass sie Hilfe oder Austausch brauchen, wissen aber nicht, wie sie den nächsten Schritt gehen sollen.

MALU soll diesen Weg etwas leichter machen. Es geht darum, niedrigschwellig anzufangen: einen Gedanken schreiben, eine Erfahrung teilen, eine Reaktion bekommen oder später passende Hilfsangebote finden.

Sie planen, künftig ein Verzeichnis mit Hilfsangeboten zu integrieren. Wie soll diese Funktion Menschen dabei helfen, schneller passende Unterstützung zu finden?

Aus eigener Erfahrung weiß ich, wie schwierig die Suche nach passenden Hilfsangeboten sein kann. Man findet viele Einträge, aber oft ist unklar, ob eine Praxis noch aktiv ist, ob Plätze frei sind oder ob ein Angebot überhaupt passt.

Das geplante Hilfsangebote-Verzeichnis soll hier mehr Orientierung geben. Nutzerinnen und Nutzer sollen später nach Ort, Umkreis und Art des Angebots suchen können.

Ziel ist, Beratungsstellen, therapeutische Angebote, Kliniken und andere Anlaufstellen leichter auffindbar zu machen.

Wichtig ist: Die Hilfsangebote sollen für Nutzerinnen und Nutzer zugänglich sein, ohne dass sie dafür bezahlen müssen. MALU soll ihnen helfen, schneller einen Überblick zu bekommen und nicht allein durch unzählige Suchergebnisse gehen zu müssen.

Welche Herausforderungen begegnen Ihnen beim Aufbau einer Plattform, auf der sensible Themen diskutiert werden und gleichzeitig ein geschützter, respektvoller Umgang gewährleistet sein muss?

Die größte Herausforderung ist die Balance zwischen Offenheit und Schutz.

MALU soll ein Ort sein, an dem Menschen ehrlich schreiben können. Gleichzeitig braucht es klare Grenzen, Moderation und Regeln, damit daraus kein unsicherer Raum wird.

Gerade bei sensiblen Themen ist es wichtig, Missbrauch, Beleidigungen oder verletzende Inhalte ernst zu nehmen. Deshalb braucht MALU klare Nutzungsbedingungen, Meldefunktionen, Moderation und eine Haltung, die sagt: Austausch ja, aber nicht auf Kosten anderer.

Eine weitere Herausforderung ist Vertrauen. Nutzerinnen und Nutzer müssen verstehen, dass MALU anonym gedacht ist, aber trotzdem verantwortungsvoll geführt wird. Diese Mischung aus Anonymität, Sicherheit und Community ist anspruchsvoll, aber genau darin liegt auch der besondere Wert der Plattform.

MALU befindet sich derzeit in der Beta und wurde ohne großes Team oder Investoren entwickelt. Welche Erkenntnisse haben Sie aus den ersten Rückmeldungen der Nutzerinnen und Nutzer bereits gewonnen?

Die Beta ist noch sehr frisch, aber die ersten Rückmeldungen zeigen bereits, wie wichtig ein klarer und einfacher Zugang ist.

Viele Nutzerinnen und Nutzer müssen sofort verstehen, was MALU ist, wo sie schreiben können und wie sie Feedback geben können. Deshalb sind Übersichtlichkeit, mobile Nutzung und eine ruhige Gestaltung besonders wichtig.

Ich habe auch gemerkt, dass kleine Details eine große Wirkung haben. Zum Beispiel, ob Profile gut aussehen, ob News und Updates sichtbar sind oder ob Nutzerinnen und Nutzer direkt erkennen, dass es neue Inhalte gibt.

Die wichtigste Erkenntnis bisher ist: MALU darf nicht nur technisch funktionieren. Es muss sich auch sicher, verständlich und menschlich anfühlen.

Welche nächsten Entwicklungsschritte und Funktionen stehen für MALU aktuell im Fokus?

Aktuell liegt der Fokus darauf, die Beta stabiler, übersichtlicher und nutzerfreundlicher zu machen.

Zu den nächsten Schritten gehören vor allem: die mobile Darstellung weiter verbessern, Benutzerprofile ausbauen, News und Updates interaktiver machen, Feedback auswerten und die Plattform technisch weiter stabilisieren.

Ein großes Ziel der Beta ist es, die ersten 50 bis 100 registrierten Nutzerinnen und Nutzer zu gewinnen, die MALU testen, Beiträge schreiben und ehrliches Feedback geben.

Danach soll das Hilfsangebote-Verzeichnis weiter vorbereitet werden. Dafür möchte ich perspektivisch auch mit Fachpersonen, Beratungsstellen, therapeutischen Angeboten und Kliniken ins Gespräch kommen.

Welche drei Ratschläge würden Sie anderen Gründerinnen und Gründern geben, die aus einer persönlichen Erfahrung heraus ein Unternehmen mit gesellschaftlichem Mehrwert aufbauen möchten?

Erstens: Warte nicht darauf, dass alles perfekt ist. Wenn eine Idee aus einer echten Erfahrung kommt, ist sie oft am Anfang noch roh. Wichtig ist, daraus einen ersten funktionierenden Schritt zu machen.

Zweitens: Höre früh auf echtes Feedback. Gerade bei gesellschaftlichen oder sensiblen Themen darf man nicht nur aus der eigenen Perspektive entwickeln. Man muss verstehen, was andere Menschen wirklich brauchen.

Drittens: Bleib ehrlich mit deiner Motivation. Wenn man aus einer persönlichen Erfahrung gründet, steckt viel Herzblut darin. Das kann Kraft geben, aber es kann auch herausfordernd sein. Deshalb ist es wichtig, die eigene Vision ernst zu nehmen, aber trotzdem offen für Kritik, Anpassung und Weiterentwicklung zu bleiben.

Für mich ist MALU genau das: kein fertiges Endprodukt, sondern ein Anfang. Eine Plattform, die mit echtem Feedback wachsen soll.

Bild: Mario Klauderoti, Gründer von MALU Network Bildrechte: privat / Mario Klauderoti

Wir bedanken uns bei Mario Klauderoti für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

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