Mittwoch, April 8, 2026
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Wie gelingt der Schritt von KI Pilotprojekten zum produktiven Einsatz?

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Blockbrain KI Wissensmanagement Unternehmen Blockbrain Founders Antonius Gress, Mattias Protzmann, Nam Hai Ngo Bildcredits @Blockbrain

Blockbrain entwickelt vertrauenswürdige KI-Lösungen für Wissensmanagement und integriert intelligente Systeme tief in das operative Kerngeschäft von Unternehmen

Welche strategische Bedeutung hat die Serie-A-Finanzierung für Blockbrain über reines Wachstumskapital hinaus?

Unsere Investoren ergänzen uns in Bereichen, die für Blockbrain besonders wichtig sind: Giesecke + Devrient ist ein Champion im Sicherheitsbereich, Alstin als neuer Lead-Investor im Bereich Sales herausragend und 13Books bringt als Londoner Investor Kontakte und Know How im außereuropäischen Bereich mit. Wir konzentrieren uns momentan zwar auf DACH, sind aber bereits bei vielen unserer Kunden global ausgerollt.

Wie hat sich eure Positionierung seit dem ersten Interview verändert, insbesondere mit Blick auf Unternehmen, die KI nicht mehr testen, sondern produktiv einsetzen wollen?

Unser Fokus ist noch stärker auf die Bedürfnisse stark regulierter Konzerne ausgerichtet. Wir sind in fast allen Fällen tief in interne Abläufe integriert und mussten dadurch zwangsläufig viele unserer ehemals guten Vorsätze hart professionalisieren. Wir haben beispielsweise inzwischen dedizierte Teams, die sich nur um Compliance, Governance oder Security kümmern. Und wir folgen natürlich auch intern diesem Code.

Die Verfünffachung des Umsatzes innerhalb eines Jahres ist ein starkes Signal. Welche Faktoren waren dafür ausschlaggebend und was habt ihr dabei über euren Markt gelernt?

Wir sind sehr glücklich über unser Team. Ich habe in meiner Karriere in keinem inspirierenderen Umfeld arbeiten dürfen. Und wir haben glücklicherweise Kunden, die bereit sind, gemeinsam das Thema „KI“ als große Herausforderung zu begreifen und nicht als Schnellschuss. Man lernt, dass der direkte Weg meistens nicht der beste ist. Es geht einfach nicht um Nutzung von Technologie, sondern um den damit erzielten Wert.

Viele Unternehmen sprechen über Wissensmanagement. Wo zieht ihr heute die klare Trennlinie zwischen Blockbrain und klassischen Wissensdatenbanken oder rein LLM-basierten Assistenzlösungen?

Blockbrain sieht sich ganz klar als Teil eines neuen Paradigma: Suchen, Extrahieren und Speichern sind die klassischen Bestandteile von Informationslösungen. Neu sind aktive Anreicherung, Kreation und Validierung von Wissen. Wir sind auf die Orchestrierung dieser fünf Schritte spezialisiert.

Ihr sprecht bewusst von vertrauenswürdigen KI-Agenten. Was bedeutet Vertrauen im Unternehmenskontext konkret und wie lässt es sich technisch absichern?

Transparenz und Kontrolle sind für Blockbrain die beiden wichtigsten Pfeiler beim Umgang mit KI und kritischen Informationen. Technologisch ist das nur durch Prozessketten zu sichern. Spätestens hier verliert unser Job ein bisschen seine Magie und man findet sich beim disziplinierten Erfüllen sehr hoher Standards wieder.

Der unabhängige Benchmark von Giesecke+Devrient hebt euch deutlich vom Wettbewerb ab. Welche architektonischen Entscheidungen haben diesen Vorsprung ermöglicht?

Wir verbinden Innovation mit Erfahrung. Unsere Architektur folgt dabei dem Prinzip „Trust but Verify“: Wir haben strikte Kontrollmechanismen tief im Tech-Stack verankert, weil wir KI als mächtiges Werkzeug verstehen, nicht als Spielerei. Technisch setzen wir zudem früher an als der Wettbewerb: Wir optimieren die Datenqualität aktiv bereits beim Import. Denn die beste KI-Architektur nützt nichts, wenn der Input nicht stimmt.

Datensouveränität ist eines eurer Kernversprechen. Wie reagieren internationale Kunden, insbesondere in Großbritannien, auf euren Ansatz mit regionalen Cloud-Umgebungen?

Das Thema territoriale oder sogar nationale Daten-Souveränität ist sehr gefragt. Nicht nur in Europa. Wir haben das Glück, im vielleicht weltweit am härtesten regulierten Markt als Firma gewachsen zu sein. Das hilft uns sehr im Kontakt mit internationalen Kunden. Eines ist dabei völlig klar – eine Firma in UK hat kein Interesse daran, Daten in Deutschland liegen zu haben. Unser Produkt ist auf diese Anforderungen aber ausgerichtet.

Knowledge Bots bilden Entscheidungslogiken und Erfahrungswissen ab. Wie verändert das aus eurer Sicht Führungsarbeit und Verantwortungsstrukturen in Unternehmen?

Mit Blockbrain sorgen wir für Transparenz, indem wir Wissen im gesamten Unternehmen verfügbar machen und so die Kommunikation massiv beschleunigen. Wir iterieren auf einer gemeinsamen Faktenbasis statt in Silos, was die Arbeitsweise grundlegend verändert. Für das Team bedeutet das echtes Empowerment: Nur wer direkten Zugang zu allen Informationen hat, kann den Kontext verstehen und autonom exzellente Entscheidungen treffen.

Ihr arbeitet mit stark regulierten Branchen zusammen. Welche Use Cases eignen sich besonders gut für einen Einstieg und wo begegnet ihr noch Zurückhaltung?

Am besten startet man mit Prozessen, die klaren Regeln folgen und wenige Abhängigkeiten haben. Gerade in regulierten Branchen muss das Ergebnis zu 100 Prozent wiederholbar sein, da darf es keine Varianz geben. Wir empfehlen: Sucht euch die Themen mit großem Hebel, die aber logisch simpel gestrickt sind – das garantiert schnelle Erfolge. Bei den richtig komplexen Brocken funktioniert es dann nur gemeinsam: Hier arbeiten wir eng mit dem Kunden zusammen, um auch vielschichtige Prozesse sauber abzubilden.

Forward-Deployed AI-Engineers sind ein zentraler Bestandteil eurer Skalierungsstrategie. Warum ist diese Rolle für euch so entscheidend?

Wir haben gelernt, dass Technologie allein nicht reicht – der echte Wert entsteht erst bei der tiefen Integration in die Kundenabläufe. Damit wir unser Produkt skalieren und gleichzeitig den Kunden individuell helfen können, trennen wir Entwicklung und Service. Unsere Forward-Deployed AI-Engineers sind dabei das entscheidende Bindeglied: Sie sorgen vor Ort für das technische Enablement, unterstützen bei der API-Integration und spielen gleichzeitig essenzielles Feedback zurück, um unser Produkt noch besser zu machen.

Mit der Serie-A-Finanzierung investiert ihr stark in die Weiterentwicklung der Plattform. Welche Funktion wird für eure Kunden den größten unmittelbaren Mehrwert schaffen?

Wir fokussieren uns auf drei zentrale Treiber für direkten Mehrwert: Erstens übersetzen wir State-of-the-Art AI-Agents in konkreten Kundennutzen. Zweitens revolutionieren wir Workflows – weg von starrer Konzern-Automation hin zu persönlichen Tools, die Mitarbeiter dank natürlicher Sprache ohne technisches Vorwissen steuern und erstellen können. Drittens bauen wir das Knowledge Management weiter aus, um über „Knowledge Digital Twins“ Wissen im gesamten Unternehmen intelligent verfügbar und skalierbar zu machen.

Ihr arbeitet an Ersatz- und Ausweichprozessen für KI-Antworten. Welche Rolle spielt Zuverlässigkeit für die Akzeptanz von KI im operativen Kerngeschäft?

Verlässlichkeit ist die Währung für KI im Business, ohne sie fehlt einfach das Vertrauen für den operativen Einsatz. Wir sichern das technisch doppelt ab: Erstens tun wir technologisch alles, um Halluzinationen aktiv zu verhindern. Zweitens garantieren wir echte Ausfallsicherheit durch Vendor-Neutralität. Wenn ein Hyperscaler wie Microsoft ausfällt, müssen Anfragen im Hintergrund nahtlos auf einen anderen Anbieter geleitet werden. Dem Kunden ist die Infrastruktur egal, er braucht eine stabile, sichere Lösung.

Wie verändert sich der Umgang mit Wissen in Unternehmen, wenn KI-Antworten nicht nur schnell, sondern auch nachvollziehbar und überprüfbar sind?

Die Kommunikation im Team wird insgesamt schneller und relevanter. Firmen können endlich das gesamte Wissen der Company hebeln, weil alle auf derselben Faktenbasis arbeiten. Und es gibt diese lähmenden Orientierungsphasen nicht mehr, wo keiner so richtig weiß, worum es eigentlich geht.

Blockbrain positioniert sich klar als produktionsreife Enterprise-KI. Welche internen Voraussetzungen müssen Unternehmen schaffen, um diesen Schritt erfolgreich zu gehen?

Entscheidend ist der Wille, in konkreten Schritten zu denken statt nur in abstrakten Visionen. Letzteres ist zwar großartig als Kompass, aber die operative Umsetzung erfordert klar abgegrenzte Etappen, die jeweils maximalen Mehrwert liefern sollten. Unternehmen sind mit uns dann erfolgreich, wenn sie dieses Mindset leben: sequenzielle Ziele definieren und konsequent abarbeiten, anstatt einen großen Sprung zu wagen. Dadurch, dass sich KI so schnell entwickelt, sind die Sequenzen auch großartige Zäsuren, um die Gesamtstrategie im Projekt zu überprüfen.

Wenn ihr auf die kommenden zwei Jahre blickt, woran wollt ihr messen, ob Blockbrain sein Ziel erreicht hat, KI als verlässliches Werkzeug im Kerngeschäft zu etablieren?

Wir schauen auf die Qualität der Nutzung – entscheidend ist, wie tief Blockbrain in den Arbeitsalltag integriert wird und wie viel Zeit die Teams mit uns verbringen. Noch wichtiger ist allerdings der direkte Business-Impact: Wir wollen nur Lösungen bauen, die das Geschäft unserer Kunden spürbar weiterbringen. Diese qualitativen KPIs sind ganz klar unser Maßstab für die nächsten zwei Jahre und daran lassen wir uns auch messen.

Bild Blockbrain Founders Antonius Gress, Mattias Protzmann, Nam Hai Ngo Bildcredits @Blockbrain

Wir bedanken uns bei Mattias Protzmann für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.


Premium Start-up: Blockbrain

blockbrain logo schwarz weiss

Kontakt:

Blockbrain GmbH
Marienstraße 37
70178 Stuttgart

www.blockbrain.ai
marketing@blockbrain.ai

Ansprechpartner: Stefan Killer-Haug

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Kontrolle für kritische Datenströme

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Kafka: Factor House expandiert bei Streaming Technologien Bild Kylie und Derek Troy-West

Factor House expandiert nach Deutschland

Der australische Softwareanbieter Factor House baut seine Präsenz in Europa aus und eröffnet mit München seinen ersten Standort in Deutschland. Das Unternehmen entwickelt Software zur Kontrolle, Absicherung und transparenten Überwachung von Kafka und Flink Umgebungen – Technologien, die in vielen Unternehmen zentrale Datenströme steuern. Mit Falko Schwarz, der zuvor fast ein Jahrzehnt beim Kafka Marktführer Confluent tätig war, besetzt Factor House erstmals eine Position vor Ort. Weitere Stellen in Deutschland sowie die Gründung einer europäischen Gesellschaft sind geplant.

Deutschland ist für Factor House bereits heute der stärkste europäische Markt nach Kundennutzung. Der europäische Umsatz ist in den vergangenen zwölf Monaten um 178 Prozent gewachsen. Die Software wird in Finanzinstituten ebenso eingesetzt wie in Handels, Logistik und Technologieunternehmen. Zu den Kunden zählen unter anderem Adidas und die NORD LB. Im Zuge der Modernisierung ihrer Dateninfrastruktur ersetzte die Bank ihre bisher eingesetzte Lösung durch Kpow, die Managementlösung von Factor House. Nach eigenen Angaben halbierte sich dadurch die Debugging Zeit. Für ein reguliertes Institut bedeutet das nicht nur Effizienzgewinn, sondern reduziert operative Risiken in einer zentralen Infrastruktur.

Streaming Technologien werden zur Kernarchitektur

Apache Kafka ist in deutschen Unternehmen Teil der Kernarchitektur. Banken, Industrie und Handelsunternehmen verarbeiten über Streaming Systeme kontinuierliche Ereignisse: Zahlungen, Produktionsdaten, Lagerbewegungen oder verdächtige Transaktionen. Anders als klassische Batch Systeme speichert Kafka Ereignisse dauerhaft, garantiert Reihenfolgen und ermöglicht Replays. Diese Eigenschaften machen die Technologie in regulierten Umgebungen attraktiv, in denen Nachvollziehbarkeit, Auditierbarkeit und Resilienz entscheidend sind. Der globale Markt für Streaming Technologien wird auf 44 Milliarden US Dollar geschätzt.

„Europa gehört zu unseren am schnellsten wachsenden Märkten, und Deutschland sticht besonders hervor – vor allem dort, wo Echtzeit Daten geschäftskritisch sind und hohe Anforderungen an Governance und Sicherheit gelten“, sagt Derek Troy West, CEO und Co Founder von Factor House. „Mit einer lokalen Präsenz reagieren wir auf die Nachfrage aus genau diesen regulierten und komplexen Umgebungen.“

Wachsende Datenkomplexität in Unternehmen

Mit der rasant wachsenden Zahl an Datenquellen, spezialisierten Tools und Echtzeit Anwendungen ist die IT Infrastruktur insgesamt deutlich komplexer geworden, eine Entwicklung, die durch den verstärkten Einsatz von KI zusätzlich beschleunigt wird. IT und Data Engineering Teams müssen Cluster überwachen, Zugriffsrechte steuern, Datenflüsse nachvollziehen und Fehler analysieren – häufig verteilt über mehrere Tools und Cloud Umgebungen. Die Folge sind lange Fehlersuchen, Entwicklungszeiten und eingeschränkte Transparenz. Studien gehen davon aus, dass bis zu 40 Prozent der Arbeitszeit von Datenteams in Troubleshooting fließen. Zugleich kaufen viele Unternehmen aus Vorsicht mehr Cloud Kapazitäten ein, als sie tatsächlich benötigen.

Software für mehr Kontrolle über Datenströme

Anders als Anbieter wie Confluent, die Kafka als Plattform betreiben oder vertreiben, ergänzt Factor House bestehende Installationen um zusätzliche Funktionen zur Steuerung und Überwachung. Die Software funktioniert herstellerunabhängig und greift direkt auf Kafka und Flink Umgebungen zu – unabhängig davon, ob diese selbst betrieben werden oder über Cloud Anbieter laufen. Statt eine weitere Streaming Plattform anzubieten, ergänzt Factor House bestehende Systeme um Funktionen für Transparenz, Zugriffskontrolle, Auditierung und die Steuerung verteilter Multi Cluster Umgebungen. Der Mehrwert liegt weniger im Streaming selbst als in der Beherrschbarkeit komplexer Infrastrukturen.

Bild Kylie und Derek Troy-West

Quelle The PR Network

 

Warum steckt in diesem Milliardenmarkt noch so viel ungenutztes Potenzial?

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finperks Prepaid Plattform für Cashback Programme Bild finperks Teambild Bildcredits/Fotograf:Lina Retzlaf

finperks entwickelt eine API Plattform für Prepaid Lösungen und Cashback Programme, die Banken, Fintechs und HR Software Zugang zu digitalen Gutscheinen und Benefits ermöglicht

Wie ist finperks entstanden und wer sind die Personen, die das Unternehmen gegründet haben und heute vorantreiben?

finperks wurde von Achim Bönsch, Sebastian Seifert und Andreas Veller gegründet. Das gleiche Kernteam hat zuvor Viafintech (Barzahlen) aufgebaut und 2021 für einen dreistelligen Millionenbetrag an die NYSE-notierte Paysafe Group verkauft.
Unser Gründerteam bringt über ein Jahrzehnt Erfahrung in Prepaid, Payments und B2B-Integrationen mit. Wir arbeiten mit einem starken Techteam zusammen, das von Anfang an Teil des Unternehmens ist und auch bereits viele Jahre Erfahrung im Bereich Prepaid hat.

Welche Vision verfolgt finperks im Bereich digitaler Prepaid Produkte, Gutscheine und Cashback Programme?

finperks will die globale Zahlungsinfrastruktur für Prepaid werden über eine einzige API, einen Vertrag, eine Abrechnung für über 1.000 Marken und in aktuell über 30 europäischen Märkten.

Unsere Mission wurde von zwei zentralen Erkenntnissen inspiriert: Die Prepaid-Zahlungsbranche ist veraltet und träge, aber reif für Innovation. Gleichzeitig decken Prepaid-Lösungen echte Verbraucherbedürfnisse ab, wie Budgetkontrolle und Zugang zu attraktiven Vorteilen, und sind damit ein wirksames Instrument zur finanziellen Selbstbestimmung.

Wir haben die Chance erkannt, diese Branche zu modernisieren und weiterzuentwickeln, ohne ihre Kernstärken aus dem Blick zu verlieren. So schaffen wir Lösungen, die innovativ, zugänglich und wirkungsvoll sind.

Unsere Vision geht über bloße Vorteile hinaus. Wir wollen Finanzinstrumente neu denken, für eine Welt, in der Prepaid-Lösungen Wachstum, Inklusion und Innovation vorantreiben. Wir sind überzeugt, dass der Prepaid-Markt ein enormes Potenzial birgt: mit Möglichkeiten, Innovation zu fördern, ungedeckte Bedürfnisse zu adressieren und Unternehmen wie Verbraucher auf neue Weise zu stärken. In unserem Wachstum ist es unser Ziel, dieses Potenzial zu erschließen und zwar durch Tools, die sich den sich wandelnden Anforderungen einer sich verändernden Welt anpassen.

Welche Zielgruppen möchte finperks mit seiner Plattform erreichen und welche Bedürfnisse dieser Nutzer stehen dabei im Mittelpunkt?

finperks adressiert primär B2B-Kunden: Banken und Fintech-Apps, die ihren Nutzern Cashback bieten wollen, sowie HR-SaaS-Plattformen, die steuerfreie Mitarbeiter-Benefits-Whitelabel in ihre Software integrieren möchten.

Im Mittelpunkt steht jedoch der Endnutzer, der über seine Banking-App automatisch relevante Cashback-Angebote bekommt, oder nativ steuerfreien Sachbezug beziehen kann.

Wie hilft die API Plattform von finperks Unternehmen dabei, digitale Gutscheine, Cashback oder Mitarbeiterbenefits einfacher in ihre Systeme zu integrieren?

Statt viele einzelne Lieferantenverträge und -integrationen zu managen, erhalten Unternehmen über eine einzige Integration Zugang zu über 1.000 Marken. finperks übernimmt Compliance, Abrechnung und technische Wartung und das skalierbar in ganz Europa.

Die Plattform ist modular aufgebaut: Ob Cashback, steuerfreier Sachbezug oder Treuepunkte-Einlösung alle Use Cases laufen über dieselbe API.

Was unterscheidet finperks von anderen Anbietern im Bereich Gutscheine, Prepaid Lösungen und Belohnungssysteme?

finperks ist fokussiert auf die Infrastruktur: Der Fokus liegt auf B2B-Orchestrierung über Märkte und Lieferanten hinweg. Das ist vergleichbar mit dem, was Stripe für Kartenzahlungen getan hat.

Dabei denkt finperks Prepaid mobile first, über Ländergrenzen hinweg und über verschiedene Use Cases jedoch mit einem Onboarding.

Welche Herausforderungen bringt es mit sich, Marken, Distributoren und Plattformen technisch miteinander zu verbinden?

Jeder Lieferant hat andere technische Standards, Vertragsstrukturen und Compliance-Anforderungen. finperks normalisiert all das zu einer einheitlichen Schnittstelle.

Hinzu kommt die regulatorische Fragmentierung in Europa: Steuerregelungen für Mitarbeiter-Benefits z.B. unterscheiden sich in Deutschland, Italien und den Niederlanden stark. Das erfordert tiefes lokales Know-how, welches wir mit finperks liefern können.

Wie baut finperks Partnerschaften mit Marken und Plattformen auf und welche Rolle spielen Kooperationen für das Wachstum des Unternehmens?

Da finperks als reiner B2B-Whitelabel-Anbieter agiert, sind Partnerschaften das Herz von finperks und der klare Weg für zukünftiges Wachstum.

Wir schließen direkte Verträge mit globalen Distributoren sowie lokalen Spezialisten und bündeln deren Sortiment für alle Kunden.

Gleichzeitig kooperieren wir mit Banken, Fintechs oder HR-SaaS-Anbietern, die wiederum selber Millionen von Endkunden bedienen, so dass finperks innerhalb kürzester Zeit durch Kooperationen viele Millionen von Endkunden bedienen kann.

Welche Rolle spielen Banken, Fintech Apps oder HR Software in der Strategie von finperks?

Banken und Fintechs sind unser wichtigster Distributionskanal: Sie bringen verifizierte Nutzer mit echtem Kaufverhalten. Das ist ideal für personalisierten Cashback auf Basis echter Transaktionsdaten.

HR-SaaS-Plattformen (HRIS, Benefits- oder Payroll Anbieter) erschließen den wachsenden Markt für steueroptimierte Mitarbeiter-Benefits. Allein in Deutschland können Arbeitgeber bis zu 50 Euro monatlich pro Mitarbeiter steuerfrei auszahlen. finperks will Unternehmen durch eine integrierte Lösung in ihre bestehende HR-Software den Zugang zu diesen Benefits vereinfachen und leichter zugänglich machen.

Wie sieht die weitere Entwicklung von finperks aus und welche neuen Funktionen oder Angebote sind geplant?

Kurzfristig steht der Launch mit mehreren Banking sowie HR-SaaS-Partnern im Fokus. Parallel wird das Marken-Portfolio um Direktintegrationen erweitert.

Auch neue Use Cases wie die Einlösung von Loyalty Punkten oder Crypto Off-Ramp sollen erschlossen werden.

Mittelfristig ist die Expansion außerhalb Europas geplant.

Welche Erfahrungen aus dem bisherigen Aufbau von finperks waren besonders prägend für euch als Gründerteam?

Ein eingespieltes Team, welches bereits erfolgreich gemeinsam gearbeitet hat, beschleunigt die Umsetzung enorm, weshalb wir nach 6 Monaten bereits über 1.000 Brands in über 30 Märkten ersten B2B-Partnern wie flizpay anbieten können.

Der Aufbau von Viafintech hat gezeigt, wie wichtig es ist, frühzeitig in belastbare B2B-Beziehungen zu investieren. Das gilt bei finperks noch mehr, da wir auf beiden Seiten des Marktes gleichzeitig Vertrauen aufbauen müssen.

Gleichzeitig sind wir überrascht von der hohen Nachfrage bei B2B-Partnern, die über ganz Europa verteilt sind und entlang verschiedenster Use Cases, so dass wir daher sehr positiv in die Zukunft blicken.

Welche drei Ratschläge würdet ihr anderen Gründerinnen und Gründern mit auf den Weg geben, die selbst ein Technologie Startup aufbauen möchten?

Team, Team, Team: Investiert in das Team und vor allem die Technik, denn am Ende schafft das Team den Wettbewerbsvorteil.

Nutzt euren unfairen Vorteil und arbeitet daran diesen weiter auszubauen: Branchen-Netzwerke, Erfahrung mit Regulatorik oder technisches Spezialwissen sind wertvoller als jeder generische Go-to-Market-Plan.

Parallelisiert konsequent: Vertragsverhandlungen, Produktentwicklung und Kundengespräche müssen gleichzeitig laufen, denn sequentielles Arbeiten kostet Zeit, die Startups nicht haben.

Was motiviert euch persönlich, mit finperks den Markt für digitale Gutscheine und Belohnungssysteme weiterzuentwickeln?

Wir sehen einen 1,4-Billionen-Dollar-Markt, der technisch noch im 2010er-Jahre-Modus feststeckt und dementsprechend fragmentiert, papierlastig und nicht skalierbar ist. Das ist eine klassische Infrastruktur-Chance.

Und es ist konkret: Wenn ein Nutzer über seine Banking-App 5% Cashback auf seine alltäglichen Ausgaben erhält, ist das ein echter, messbarer Mehrwert. Damit können wir gerade geringen und mittleren Einkommensschichten etwas zurückgeben und das treibt uns am meisten an.

Bild finperks Teambild Bildcredits/Fotograf:Lina Retzlaf

Wir bedanken uns bei Achim Bönsch, Sebastian Seifert und Andreas Veller für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Warum scheitert Weiterbildung oft daran, was Menschen wirklich brauchen?

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velpTEC Weiterbildung Kompetenz im Wandel der Bildung Robin Marsch

velpTEC gestaltet Weiterbildung neu, indem der Fokus klar auf Kompetenzentwicklung und anwendbare Fähigkeiten gelegt wird. Ziel ist es, Lernen stärker an realen Anforderungen auszurichten und Menschen nachhaltig für die Arbeitswelt zu befähigen.

Wie ist velpTEC entstanden und welche fachlichen Hintergründe bringt das Team hinter dem Unternehmen mit?

velpTEC ist aus dem Anspruch heraus entstanden, digitale Weiterbildung wirksamer, praxisnäher und wissenschaftlich fundierter zu gestalten. Das Gründungsteam bringt viele Jahre Erfahrung im Bereich digitaler Weiterbildung sowie teilweise auch im pädagogischen Umfeld mit. Über die Jahre haben wir uns intensiv mit Bildungsinnovationen, Zukunftstrends und insbesondere mit den Erkenntnissen der Didaktikforschung der letzten zehn bis fünfzehn Jahre auseinandergesetzt.
Dabei wurde uns immer deutlicher, dass zwischen dem Wissen darüber, wie Menschen effektiv lernen, und der tatsächlichen Umsetzung in der Bildungspraxis häufig eine große Lücke besteht.
Wir wollten uns bewusst von starren Curricula, reiner Wissensvermittlung und einem erzwungenen „Gleichschritt“ im klassischen Frontalunterricht lösen. Stattdessen setzen wir auf kompetenzorientierte, personalisierte und praxisnahe Lernformate, die individuelle Entwicklung ermöglichen und sich an realen Anforderungen orientieren.
velpTEC ist somit aus dem Wunsch entstanden, Weiterbildung neu zu denken – wissenschaftlich fundiert, technologisch zeitgemäß und konsequent auf die Zukunft ausgerichtet.

Welche Vision verfolgen Sie mit velpTEC im Bereich digitaler Weiterbildung und Qualifizierung?

Unsere Vision ist eine Zukunft, in der Bildung Menschen befähigt, technologische und gesellschaftliche Veränderungen aktiv mitzugestalten..
Mit velpTEC bereiten wir insbesondere berufstätige Menschen auf die sich wandelnden Anforderungen von Wirtschaft und Gesellschaft vor. Dazu stärken wir gezielt Zukunftskompetenzen – von technologischem Verständnis über digitale Souveränität bis hin zu Transformations- und Handlungskompetenz. Unser Ziel ist es, Menschen nicht nur mit neuen Technologien vertraut zu machen, sondern sie in die Lage zu versetzen, diese sinnvoll und verantwortungsvoll einzusetzen.
Angesichts rasanter technologischer Entwicklungen und vielfältiger gesellschaftlicher Perspektiven erleben viele Menschen Orientierungslosigkeit oder Unsicherheit. Hier setzen wir an: Wir unterstützen sie dabei, Bildung als zukunftsgerichteten Prozess zu verstehen, neue berufliche Perspektiven zu entwickeln und möglichen Ängsten oder Vorbehalten gegenüber Innovationen konstruktiv zu begegnen.
Im Mittelpunkt steht für uns eine personalisierte und kompetenzorientierte Weiterbildung. Lernen muss sich an individuellen Potenzialen und realen Anforderungen orientieren. So schaffen wir die Grundlage dafür, dass Menschen nicht nur auf Veränderungen reagieren, sondern die Zukunft aktiv mitgestalten können.

An wen richten sich Ihre Weiterbildungsangebote konkret und welche Bedürfnisse stehen bei Privatpersonen und Unternehmen im Mittelpunkt?

Unsere Weiterbildungsangebote richten sich sowohl an Privatpersonen als auch an Unternehmen, die ihre Kompetenzen im Zuge der Transformation der Arbeitswelt gezielt weiterentwickeln möchten.

Bei Privatpersonen stehen häufig berufliche Neuorientierung, Spezialisierung oder der Einstieg in neue technologische Themenfelder im Mittelpunkt. Viele unserer Teilnehmenden möchten ihre beruflichen Perspektiven erweitern, sich in wachstumsstarken Bereichen qualifizieren oder sich gezielt auf neue Anforderungen in ihrem Beruf vorbereiten. Dabei geht es nicht nur um den Erwerb von Fachwissen, sondern vor allem um den Aufbau konkreter Handlungskompetenz und die Fähigkeit, das Gelernte unmittelbar im beruflichen Kontext anzuwenden.

Unternehmen verfolgen häufig eine andere, aber eng verwandte Zielsetzung. Für sie steht vor allem die gezielte Weiterentwicklung von Teams und Organisationen im Fokus – etwa im Kontext von Digitalisierung, technologischer Transformation oder neuen Arbeitsformen. Hier geht es darum, Mitarbeitende nicht nur fachlich weiterzubilden, sondern sie auch dazu zu befähigen, Veränderungen aktiv mitzugestalten und neue Technologien souverän in den Arbeitsalltag zu integrieren.

In beiden Fällen steht für uns die gleiche Grundidee im Mittelpunkt: Weiterbildung sollte sich an realen Anforderungen orientieren und Menschen dazu befähigen, konkrete Herausforderungen in ihrem beruflichen Umfeld besser zu bewältigen.

Wie stellen Sie sicher, dass Ihre Programme praxisnah bleiben und echten Mehrwert für den Berufsalltag liefern?

Praxisnähe entsteht für uns vor allem durch die enge Verzahnung von Fachwissen, Didaktik und realer Berufserfahrung. Unsere Lerninhalte entwickeln wir daher bewusst in interdisziplinären Teams: Lehrkräfte mit didaktischer Expertise arbeiten eng mit Trainern und Trainerinnen zusammen, die überwiegend in der Wirtschaft tätig sind und ihren fachlichen Schwerpunkt klar in der praktischen Anwendung haben – nicht primär in der Lehre.
Diese Kombination stellt sicher, dass unsere Programme didaktisch fundiert sind und gleichzeitig nah an den realen Anforderungen der Arbeitswelt bleiben.
Die Praxisexperten und -expertinnen bringen konkrete Projekte, typische Herausforderungen und reale Fallbeispiele aus ihrem Berufsalltag ein. Dadurch spiegeln unsere Inhalte die tatsächlichen Arbeitsbedingungen und Entscheidungsprozesse wider, mit denen unsere Teilnehmenden konfrontiert sind.

Zudem verstehen wir Praxisnähe nicht nur als inhaltliche Aktualität, sondern als Anwendbarkeit: Unsere Lernformate sind so konzipiert, dass Teilnehmende das Gelernte direkt auf ihre eigenen beruflichen Kontexte übertragen können – sei es durch projektbasierte Aufgabenstellungen, individuelle Coachings oder die Bearbeitung konkreter Fragestellungen aus dem eigenen Arbeitsumfeld.
So stellen wir sicher, dass unsere Programme nicht nur Wissen vermitteln, sondern unmittelbar relevanten Mehrwert für den Berufsalltag schaffen.

Welche Rolle spielen digitale Lernformate und individuelle Betreuung im Konzept von velpTEC?

Digitale Lernformate sind für uns kein Selbstzweck, sondern ermöglichen Flexibilität, Individualisierung und zeitgemäße Kompetenzentwicklung. Sie schaffen den Rahmen, in dem Lernen orts- und zeitunabhängig stattfinden kann – angepasst an die berufliche und persönliche Situation unserer Teilnehmenden. Gleichzeitig legen wir großen Wert darauf, digitale Formate mit persönlicher Begleitung zu verbinden.
Ein zentrales Element unseres Konzepts ist die individuelle fachliche Betreuung. Statt standardisierter Lernprozesse setzen wir auf persönliche 1:1 Coachings, in denen fachliche Fragen vertieft, individuelle Schwerpunkte gesetzt und konkrete berufliche Herausforderungen bearbeitet werden können.

Darüber hinaus bieten wir eine kostenfreie flankierende Betreuung im überfachlichen Bereich an. Dazu gehören begleitende 1:1 Coachings durch erfahrene Business Coaches oder auch durch eine Sozialpädagogin. Themen wie Selbstorganisation, berufliche Neuorientierung, Self-Empowerment oder der konstruktive Umgang mit Veränderungsprozessen spielen dabei eine wichtige Rolle. Wir betrachten berufliche Weiterbildung ganzheitlich. Fachliche Entwicklung und persönliche Stabilität gehen für uns Hand in Hand.
Ergänzt wird dieses Angebot durch eine persönliche Betreuung im organisatorischen Bereich, sodass Teilnehmende auch bei administrativen Fragen verlässliche Ansprechpersonen haben.
Unser Ansatz verbindet somit digitale Flexibilität mit intensiver individueller Begleitung und schafft damit einen Lernraum, der sowohl effizient als auch menschlich nahbar ist.

Welche Herausforderungen erleben Sie aktuell im stark wachsenden Weiterbildungsmarkt?

Der Weiterbildungsmarkt wächst stark und das ist grundsätzlich positiv. Gleichzeitig beobachten wir zwei zentrale Herausforderungen.
Zum einen halten viele Anbieter weiterhin an klassischen Bildungskonzepten fest. Häufig dominieren starre Curricula, standardisierte Lernpfade und Formate, die stark auf Frontalunterricht oder rein digitale Wissensvermittlung setzen. Der Fokus liegt dabei oft auf der Vermittlung und Abfrage von lexikalischem Wissen und weniger auf der tatsächlichen Anwendung oder Kompetenzentwicklung.

Zum anderen gibt es Anbieter, die Weiterbildung bewusst „anders“ gestalten möchten und innovative Ansätze verfolgen. Allerdings fehlt hier mitunter die fundierte didaktisch-methodische oder pädagogische Expertise. Insbesondere im Hinblick auf die Erkenntnisse der Bildungs- und Didaktikforschung der vergangenen Jahre. Innovation allein reicht nicht aus; sie muss wissenschaftlich fundiert und lernwirksam umgesetzt werden.
Insgesamt sehen wir im Markt noch zu selten eine konsequente Kompetenzorientierung. Aus unserer Sicht geht es nicht primär darum, Wissen anzuhäufen oder Zertifikate zu erwerben, sondern darum, Fähigkeiten zu entwickeln und Handlungskompetenz zu stärken. Weiterbildung sollte Menschen befähigen, das Gelernte souverän in realen beruflichen Kontexten anzuwenden.
Die Herausforderung besteht also darin, Qualität, wissenschaftliche Fundierung und echte Praxisorientierung miteinander zu verbinden und Weiterbildung konsequent vom Lernenden und seinen Kompetenzen her zu denken.

Was unterscheidet velpTEC aus Ihrer Sicht von klassischen Bildungsanbietern oder reinen Online Kursplattformen?

Der zentrale Unterschied liegt für uns im Bildungsverständnis. Während klassische Bildungsanbieter häufig mit starren Curricula und festen Lernstrukturen arbeiten und reine Online-Kursplattformen vor allem auf skalierbare Wissensvermittlung setzen, stellen wir konsequent die individuelle Kompetenzentwicklung in den Mittelpunkt.
Wir verstehen Weiterbildung nicht als Konsum von Inhalten, sondern als begleiteten Entwicklungsprozess. Unsere Programme sind hochgradig modularisiert und ermöglichen personalisierte Lernpfade statt standardisierter „One-size-fits-all“-Lösungen. Ergänzt wird dies durch intensive 1:1 Coachings im fachlichen Bereich, ohne das Gießkannenprinzip des klassischen Frontalunterrichts.
Ein weiterer Unterschied ist die enge Verbindung von Didaktik, Praxis und individueller Betreuung. Unsere Inhalte entstehen in der Zusammenarbeit von pädagogisch erfahrenen Lehrkräften und Expert:innen, die überwiegend aktiv in der Wirtschaft tätig sind. So verbinden wir wissenschaftlich fundierte Lernkonzepte mit realen beruflichen Anforderungen.

Darüber hinaus betrachten wir Weiterbildung ganzheitlich: Neben der fachlichen Qualifizierung bieten wir auch überfachliche Begleitung sowie eine persönliche organisatorische Betreuung. Digitale Lernformate schaffen dabei Flexibilität, werden jedoch stets durch individuelle Begleitung ergänzt.
Kurz gesagt: Wir kombinieren digitale Möglichkeiten mit persönlicher Nähe, wissenschaftlicher Fundierung und konsequenter Kompetenzorientierung. Das unterscheidet uns sowohl von klassischen Bildungsinstitutionen als auch von rein digitalen Kursplattformen.

Wie gehen Sie mit unterschiedlichen Lernniveaus und beruflichen Zielsetzungen Ihrer Teilnehmenden um?

Wir gehen davon aus, dass es in der Weiterbildung keine zwei identischen Ausgangssituationen gibt. Menschen bringen unterschiedliche berufliche Erfahrungen, Lernvoraussetzungen und Zielsetzungen mit – entsprechend individuell muss auch Weiterbildung gestaltet sein.
Deshalb setzen wir konsequent auf Kompetenzorientierung und Personalisierung. Unsere Inhalte sind hochgradig modularisiert, sodass Lernpfade flexibel zusammengestellt und an das jeweilige Kompetenzniveau angepasst werden können. Je nach Bedarf integrieren wir ergänzende individuelle Inhalte sowie vertiefende oder spezialisierende Exkurse. Perspektivisch bauen wir diese Personalisierung weiter aus, um Lernangebote noch gezielter auf individuelle Entwicklungsziele abzustimmen.

Ein zentraler Baustein sind zudem fachliche 1:1 Coachings – ohne starre Begrenzung in Anzahl, Dauer oder Schwerpunktsetzung. Statt eines Frontalunterrichts nach dem Gießkannenprinzip steht bei uns die individuelle Begleitung im Mittelpunkt. So können wir gezielt auf persönliche Fragen, konkrete berufliche Kontexte und spezifische Entwicklungsfelder eingehen.
Die Spannbreite unserer Teilnehmenden reicht dabei von Menschen, die einen vollständigen Quereinstieg in ein neues Fachgebiet anstreben, bis hin zu erfahrenen Fachkräften, die seit Jahren in ihrem Bereich tätig sind und für eine berufliche Neuorientierung oder Weiterentwicklung einen anerkannten Kompetenznachweis benötigen. Unsere Struktur ermöglicht es, beide Extreme – und alle Szenarien dazwischen – passgenau zu begleiten.
Unser Anspruch ist es, Weiterbildung so flexibel und differenziert zu gestalten, wie es die berufliche Realität unserer Teilnehmenden erfordert.

Welche Entwicklungen beobachten Sie derzeit besonders aufmerksam im Bereich Weiterbildung und Qualifizierung?

Wir beobachten derzeit eine durchaus ambivalente Entwicklung. Auf der einen Seite gibt es beeindruckende technologische Fortschritte und neue didaktische Möglichkeiten, insbesondere durch digitale Tools und Künstliche Intelligenz. Auf der anderen Seite erkennen wir in Teilen des Bildungsmarktes eine Rückbesinnung auf sehr klassische Methoden.
Teilweise erleben wir eine Tendenz zurück zu stark lehrkraftzentrierten Formaten, mit Fokus auf Frontalunterricht und primär wissensorientierter Vermittlung. Häufig steht weiterhin das Abprüfen von lexikalischem Wissen im Vordergrund, anstatt die Entwicklung von Handlungskompetenz und Problemlösungsfähigkeit systematisch zu fördern.

Besonders aufmerksam verfolgen wir den Umgang mit neuen Technologien, insbesondere mit KI. In einigen Kontexten werden diese eher verboten oder sanktioniert, statt ihren sinnvollen und verantwortungsvollen Einsatz didaktisch zu begleiten. Aus unserer Sicht ist das eine verpasste Chance. Denn diese Technologien werden die Arbeitswelt nachhaltig prägen. Lernende sollten daher nicht von ihrer Nutzung ausgeschlossen, sondern dazu befähigt werden, reflektiert, kritisch und kompetent mit ihnen umzugehen.
Die zentrale Frage ist für uns nicht, ob neue Technologien eingesetzt werden, sondern wie. Weiterbildung sollte Menschen in die Lage versetzen, technologische Entwicklungen zu verstehen, einzuordnen und produktiv zu nutzen, statt sie davon fernzuhalten. Nur so entsteht echte Zukunftsfähigkeit.

Wohin soll sich velpTEC in den kommenden Jahren entwickeln und welche Themen wollen Sie weiter ausbauen?

In den kommenden Jahren möchten wir insbesondere das personalisierte und konsequent kompetenzorientierte Lernen weiter ausbauen. Unser Ziel ist es, individuelle Entwicklungsprozesse noch präziser zu begleiten und Lernangebote stärker an tatsächlichen Handlungskompetenzen auszurichten.
Ein zentrales Zukunftsthema ist dabei die Weiterentwicklung von Prüfungs- und Bewertungsformaten. Gerade vor dem Hintergrund technologischer Entwicklungen, insbesondere im Bereich Künstliche Intelligenz, müssen klassische Prüfungsformen neu gedacht werden. Wenn Informationen jederzeit verfügbar sind und KI-Tools unterstützend eingesetzt werden können, stellt sich die Frage, wie echte Kompetenz, Transferfähigkeit und Problemlösungskompetenz valide erfasst werden können. Hier sehen wir erheblichen Entwicklungsbedarf und gleichzeitig große Gestaltungsmöglichkeiten.

Darüber hinaus möchten wir den Lern- und Lehrprozess im tertiären Bildungsbereich insgesamt neu gestalten. Basierend auf den technologischen, didaktischen und pädagogischen Erkenntnissen der vergangenen Jahre verfolgen wir das Ziel, Bildungsstrukturen von Grund auf weiterzuentwickeln, nicht erst auf Ebene der Weiterbildung, sondern bereits vorgelagert im Hochschulkontext.
Aus diesem Grund befinden wir uns aktuell in der finalen Phase der Gründung einer Hochschule für angewandte Wissenschaften. Damit möchten wir einen Raum schaffen, in dem innovative, kompetenzorientierte und zukunftsgerichtete Bildungsmodelle systematisch umgesetzt und weiterentwickelt werden können.
Unsere Vision ist es, Bildung ganzheitlich zu transformieren – von der akademischen Ausbildung bis zur beruflichen Weiterbildung – und so nachhaltige, zukunftsfähige Bildungsstrukturen mitzugestalten.

Welche drei Ratschläge würden Sie Gründerinnen und Gründern geben, die ein Startup im Bildungs oder EdTech Bereich aufbauen möchten?

  1. Bildung zuerst verstehen – Technologie danach einsetzen. Technologie ist ein kraftvolles Werkzeug, aber kein Selbstzweck. Wer im EdTech-Bereich gründet, sollte sich intensiv mit Lernprozessen, Didaktik und pädagogischen Grundlagen auseinandersetzen. Entscheidend ist die Frage: Wie lernen Menschen wirksam? Erst wenn dieses Fundament klar ist, sollte Technologie gezielt eingesetzt werden, um Lernprozesse zu unterstützen.
  2. Konsequent vom Kompetenzaufbau her denken – nicht vom Content. Viele Angebote scheitern daran, dass sie Inhalte skalieren, statt Kompetenzen zu entwickeln. Erfolgreiche Bildungsangebote orientieren sich daran, was Lernende am Ende tatsächlich können sollen – also an Handlungskompetenz, Problemlösungsfähigkeit und Transfer. Inhalte sind Mittel zum Zweck, nicht das Ziel.
  3. Den Menschen in den Mittelpunkt stellen – nicht das Produkt. Gerade im Bildungsbereich geht es um individuelle Entwicklungsprozesse. Unterschiedliche Ausgangssituationen, Motivationen und Lebensrealitäten erfordern flexible und personalisierte Ansätze. Wer Bildung anbietet, trägt Verantwortung. Deshalb sollte neben wirtschaftlichen Überlegungen immer auch der gesellschaftliche Impact mitgedacht werden. Zusammengefasst: Wer im EdTech-Bereich gründet, sollte Technologie, pädagogische Fundierung und echte gesellschaftliche Wirkung zusammendenken. Bildung ist kein schneller Markt, sondern ein langfristiges Gestaltungsfeld.

Bildcredits velpTEC

Wir bedanken uns bei Robin Marsch für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Können Geschichten der Schlüssel sein, damit Kinder wirklich gerne lernen?

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boboola Edu Books für Kinder und Lernen boboola Gründer Jürgen Schmitt (l.) u. Frank H. P. Dohrmann

boboola entwickelt Edu Books für Kinder und verbindet Geschichten mit Lernen in einem interaktiven digitalen Buchformat

Was steckt hinter der Idee von boboola und wer sind die Menschen, die das Startup gegründet haben?

Neue Technologie verändert die Möglichkeiten und vergrößert die Gruppe von Menschen, die mit dieser Technologie Ergebnisse produzieren können.
Früher konnten hochwertige Videos nur von Firmen produziert werden mit einem Avid Composer und einer BetaCam Kamera. Heute reicht dafür ein Smartphone.
Die Entwicklung der KI hat mir als Designer Möglichkeiten gegeben, Bilder und Charaktere zu produzieren, die früher drei großen Hollywood Firmen vorbehalten waren.
Die Faszination dieser Entwicklung war ein Motor für die Gründung. Der andere Grund war der lange vorhandene Wunsch, außergewöhnliche Produkte zu gestalten, die einen wichtigen gesellschaftlichen Beitrag leisten und vom Agentur-Dienstleister zum Verlag zu werden und eigene Produkte zu gestalten und zu vertreiben.
Diese beiden Aspekte führten zur Gründung von boboola.

Wie ist boboola entstanden und welche Erfahrungen oder Beobachtungen aus dem Bildungs oder Kinderbuchbereich haben zur Entwicklung der Edu Books geführt?

Der Kern war die Gründung eines Verlags als Geschäftsmodell, der international Produkte vertreibt. Der Kinderbuchmarkt, insbesondere in Deutschland, folgt sehr ausgeprägten und dogmatischen Narrativen, die allesamt natürlich in den Köpfen von Erwachsenen entstanden sind. Das betrifft sowohl den Stil der Visualisierungen als auch die Cover- und Titelgestaltung. Diese Narrative sind uns bekannt und wir wollten etwas anderes machen.
Ein wesentlicher Aspekt bei Kinderbüchern ist das Erzählen von Geschichten. Bei Kids im Vorschulalter ist aufgrund der fehlenden Lesekompetenz immer ein Elternteil notwendig, um Geschichten in Kombination mit Bildern erzählen zu können. Diese Rolle des Geschichtenerzählers fällt nicht allen Eltern leicht und selbst bei den Talentierten bleibt im Alltag oftmals wenig Raum und Muße, um in diese Rolle schlüpfen zu können. Das war ein wichtiger Ansatz.

Das Konzept Edutainment, also die Kombination aus Unterhaltung und Lernen, war für uns im Kontext evident. Also war die Frage, wie das Kinderbuch der nächsten Generation aussehen könnte, das alle Anforderungen in einem Produkt vereint:

Das Design eines traditionellen Kinderbuchs (vollflächige Bilder im Bezug auf einen festen Gestaltungsrahmen wie beim Buch)
Integration eines Audiobooks
Kontextuelles lernen, also Story und Lernen integrativ miteinander zu verbinden

Digitale Lernangebote für Kinder sind oft stark fragmentiert. Warum verfolgt boboola bewusst den Ansatz einer durchgehenden Bilderbuchgeschichte mit integrierten Lernmodulen?

Die digitalen Lernangebote sind fragmentiert, weil sie einer Marktlogik folgen und nicht pädagogischen Erkenntnissen.
Wie wirkliches Lernen funktioniert, ist kein Geheimwissen. Fragmentierung ist das größte Problem der digitalen Technologie generell. Alle Algorithmen in social media arbeiten so. Themen und Aspekte verlieren den Kontext. Und ohne Kontext verkümmert die inhaltliche Substanz zu digital snippets. Das Synonym für diesen Trend ist das Smartphone. Wenn wir glauben, wir könnten die Komplexität und Vielschichtigkeit der Welt auf die Größe eines Smartphones reduzieren, dürfen wir uns nicht wundern, wenn dabei nichts Großes herauskommt. Daher sind unsere Edu Books auch nicht für die Smartphone Nutzung ausgelegt. Wir lehnen Smartphones in Kinderhänden komplett ab.

Was genau versteht boboola unter einem Edu Book und wie unterscheiden sich diese Inhalte von klassischen Lern Apps oder digitalen Kinderbüchern?

Das Edubook ist ein Lernmedium für Kids, das alle relevanten Aspekte von Lernen in einem Produkt vereint und verbindet. Und es Kindern ermöglicht, diese digitalen Bücher eigenständig nutzen zu können.

An wen richten sich die Edu Books konkret und welche Bedürfnisse von Kindern im Alter von vier bis sieben Jahren möchte boboola damit erfüllen?

Das Erleben von inspirierenden Geschichten, Beziehungen zu unseren Charakteren, die alle ein bestimmtes Themenfeld repräsentieren und Story based learning, das Themen und Inhalte integrativ mit Geschichten verbindet.

Die Inhalte von boboola sind bilingual aufgebaut. Welche Rolle spielt Mehrsprachigkeit im Konzept und welche Lernvorteile sehen Sie darin?

Die Sprachentwicklung von Kindern wird durch Bilingualität nachweislich verbessert. Zweisprachig aufzuwachsen hat nicht nur kognitive Vorteile, sondern bietet auch später mehr Möglichkeiten bei der Bildungs und Lebensgestaltung.

Was macht das Konzept von boboola im EdTech Markt besonders und worin liegt aus Ihrer Sicht der zentrale Unterschied zu bestehenden digitalen Lernangeboten für Kinder?

Die absolute Mehrheit digitaler Lernangebote stehen konzeptionell isoliert im Raum und verstehen Lernen als click and success Handlungen. Ich möchte nicht sagen, dass Kinder dadurch nichts lernen, aber ein integrativer und ganzheitlicher Ansatz leistet hier wesentlich mehr.

Welche Herausforderungen begegnen Ihnen beim Aufbau einer neuen Produktkategorie wie den Edu Books und wie gehen Sie mit diesen Hürden um?

Wir bürsten bei nahezu allen Aspekten gegen den Strich. Keine Multidevice Kompatiblität, kein Subscription Modell, keine hochgradig individuellen Charaktere, moderner Visualisierung Stil statt einfacher 2D Vektorgrafik. Das Kinderbuch Narrativ der Erwachsenen konstatiert hier natürlich “KI ist lieblos”. Doch wie unsere Tests gezeigt haben, kennen Kinder keine Narrative und auch keine Stile. Sie nehmen Dinge wahr ohne Vorbehalte oder Narrative, entscheiden intuitiv und lieben unsere Charaktere. Bei User Tests haben wir unterschiedliche Stile getestet. 95% der Kinder wählten den “High Glossy” Stil, statt einer einfachen 2D Grafik. Oder sie wussten gar nicht, was diese “Stilfrage” bezwecken soll. Natürlich nicht, denn sie sind Kinder.

Alle Kinderbuch Narrative sind in den Köpfen Erwachsener entstanden, die Käuferschaft Eltern gehört hier natürlich dazu.
Wenn Eltern aus der Sicht ihrer Kinder denken und nicht nach den eigenen Narrativen, können sie mit unseren Edu Books Kindern große Freude bereiten. Und auch sich selbst, da sie von der Erzähler Rolle befreit werden und sich auf das Moderieren und Reflektieren fokussieren können. Auf Wunsch können Eltern natürlich im Kids+ Modus den Text eingeblendet, um, selbst die Erzähler Rolle einzunehmen.

Welche Vision verfolgt boboola langfristig und wie möchten Sie das Format der Edu Books im Bildungs und EdTech Markt etablieren?

Wir sind mit 29,90 für aufwendige Storybooks im Premiumbereich. Ein Massenmarkt Positionierung war strategisch nie geplant. Die zentrale Strategie ist die Internationalisierung der Produkte und des Vertriebs in andere Märkte wie USA, Südamerika und Asien. Auch weil dort typisch deutsche Kinderbuch Narrative nicht vorhanden sind.

Wie sieht die weitere Entwicklung von boboola aus. Welche neuen Inhalte oder Formate sind in Zukunft geplant?

Jeder Charakter erhält zunächst ein Storybook. Parallel werden Theme und Playbooks produziert. Wir stehen auch in Gesprächen mit Schulbuchverlagen. Die Idee ist Edu Books als Komplementär Medium für Schulbücher der ersten Klasse zu produzieren. Die Edu Books hätten hier die Funktion, die Kids für Themen wie Lesen, Rechnen etc zu begeistern, um den Eintritt in die Schule und die Schulbücher zu erleichtern.

Welche Rolle spielen Geschichten beim Lernen von Kindern und warum setzt boboola bewusst auf eine narrative Struktur statt auf einzelne Übungen?

Kinder lernen am besten, wenn sie Spaß und Freude empfinden. Das ist bei Erwachsenen übrigens genauso Stichwort Gamification. Emotionen entstehen durch Bindung an Charaktere. Dieses mentale Setup öffnet die Neugier für Inhalte und ermöglicht wirkliches Lernen. Die pädagogischen Grundsätze sind alle bekannt und bestens erforscht. Neu ist daran nichts. Dies alles in einem Buch abgestimmt und integrativ zu verbinden, jedoch schon.

Welche drei Ratschläge würden Sie anderen Gründerinnen und Gründern geben, die ein Startup im Bildungs oder EdTech Bereich aufbauen möchten?

In der Startup Szene gelten wie in jeder anderen Szene auch gewisse Narrative, Buzzwords und eine eigene Sprache. Skalierung ist eines der Lieblingswörter. Ohne potentielle Millionengewinne beißt kein Investor. Aber wenn jede Produktentwicklung sich ausnahmslos dieser Skalierungslogik beugt, dann werden dabei nur massenkompatible Produkte herauskommen. Doch ein funktionierendes Unternehmen muss nicht zwingend zweistellige Millionenbeträge erwirtschaften, um eine Daseinsberechtigung zu haben. Wie so oft im Leben ist weniger mehr. Dass man damit keinen klassischen Investor begeistert, ist mir bewusst. Aber die Welt ist mehr als eine Exceltabelle. Natürlich muss ein Unternehmen rentabel sein, aber nicht jedes Unternehmen muss im Massenmarkt erfolgreich sein.

Bild boboola Gründer Jürgen Schmitt (l.) u. Frank H. P. Dohrmann Credits:boboola

Wir bedanken uns bei Jürgen Schmitt und Frank H. P. Dohrmann für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Der größte Konkurrent ist branchenfremd

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Branchen, Disruption und Wettbewerber neu denken Stephan Jung

Wenn ich auf die letzten Jahre blicke, auf Gespräche mit Gründern, Investoren und Entscheidern in unterschiedlichsten Märkten, fällt mir ein Muster auf.

Startups kennen ihre direkten Wettbewerber sehr genau.
Sie analysieren Features.
Sie vergleichen Preise.
Sie beobachten Marktanteile.

Was sie seltener im Blick haben, sind die Akteure, die gar nicht wie Wettbewerber aussehen.

Und genau dort entsteht die eigentliche Gefahr.

Der gefährlichste Konkurrent kommt heute nicht mehr aus der eigenen Branche.
Er kommt von außen.

Disruption folgt keiner Branchenlogik

Märkte definieren sich längst nicht mehr über klassische Kategorien. Technologie, Plattformmodelle und Kapital verschieben die Spielregeln.

Xiaomi war Smartphone Hersteller und baut heute Elektroautos.

Tesla kam nicht aus der klassischen Automobilindustrie und hat sie dennoch neu definiert.

Amazon startete als Buchhändler und wurde zur globalen Infrastruktur für Handel und Cloud.

Keiner dieser Player wurde anfangs als typischer Wettbewerber wahrgenommen.
Genau das war ihr strategischer Vorteil.

Der Denkfehler liegt im System

In etablierten Strukturen wie auch in Startups entsteht schnell ein Tunnelblick.

Man optimiert innerhalb der eigenen Logik.
Man verteidigt das bestehende Modell.
Und man vergleicht sich mit ähnlichen Anbietern.

Doch Disruption entsteht nicht innerhalb einer Kategorie.
Sie entsteht, wenn jemand die Kategorie infrage stellt.

Die größte Bedrohung ist deshalb nicht der direkte Wettbewerber, sondern die eigene Denkbegrenzung.

In meinem Buch Mut zur Zukunft beschreibe ich genau dieses Phänomen. Wer nur seine Branche beobachtet, erkennt Veränderungen zu spät. Wer nur schrittweise optimiert, übersieht exponentielle Entwicklungen.

Selbstkannibalisierung ist eine strategische Stärke

Eine Frage taucht immer wieder auf:

Würde ich mein Geschäftsmodell heute genauso bauen wie vor drei Jahren?

Diese Frage ist unbequem.
Aber sie trennt defensive von zukunftsfähigen Unternehmen.

Erfolgreiche Organisationen stellen ihr eigenes Modell infrage, bevor es andere tun.
Nicht aus Unsicherheit, sondern aus Weitsicht.

Wer das eigene Produkt nicht angreift, wird es verteidigen.
Und Verteidigung ist selten Innovationsmotor.

Drei Perspektivfragen für Gründer

Statt nur auf direkte Konkurrenz zu schauen, lohnt ein anderer Blick:

Welche Technologie könnte unser Modell in fünf Jahren ersetzen

Welches branchenfremde Unternehmen hätte die Ressourcen, uns anzugreifen

Wo denken wir noch in alten Kategorien

Die Antworten sind oft ernüchternd.
Aber sie schaffen strategische Klarheit.

Warum diese Perspektive jetzt entscheidend ist

Künstliche Intelligenz, Plattformökonomie und globale Skalierung haben Markteintrittsbarrieren drastisch gesenkt.

Heute kann ein Softwareunternehmen in den Finanzmarkt einsteigen.
Ein Elektronikkonzern kann Autos bauen.
Ein Plattformmodell kann Bildung, Handel oder Mobilität neu strukturieren.

Branchen lösen sich auf.
Wertschöpfung verschiebt sich.
Geschwindigkeit ersetzt Besitz.

Nicht die Branchenkenner gewinnen die Zukunft.
Sondern die Grenzgänger.

Und wer bereit ist, die eigene Denkgrenze regelmäßig zu sprengen, bleibt nicht Getriebener des Wandels, sondern gestaltet ihn.

Bild Bildcredits: Stephan Jung Fotograf: Tim Bruns

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Zwischen Klinik und Freiheit: Wie Pflegeservice Zug eine kritische Lücke im System schließt

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Pflegeservice Zug FORA Reintegration im Alltag der Pflege Pflegeservice Zug Gerrit Langer Gründer Medicoin Fotostudio Wetzikon Yannik Scrugli

Menschen werden aus psychiatrischen Kliniken oder aus dem Straf- und Maßnahmenvollzug entlassen – doch oft nicht in einem stabilen Leben, sondern in einer Phase großer Unsicherheit. Tagesstruktur fehlt, verbindliche Begleitung ebenfalls. Genau in dieser Übergangsphase entstehen hohe Risiken für Rückfälle, erneute Krisen oder erneute Straffälligkeit.

An dieser Stelle setzt Gerrit Patrick Langer an. Mit der Pflegeservice Zug baut er im DACH-Raum ein ambulantes Versorgungsmodell auf, das Menschen mit schweren psychischen Belastungen oder forensischem Hintergrund genau dort begleitet, wo viele Systeme enden – im realen Alltag.

Gemeinsam mit einem spezialisierten Team und Partnern verbindet Pflegeservice Zug psychiatrische Fachpflege, psychosoziale Stabilisierung und forensische Reintegration in einem strukturierten Programm:

​FORA – Forensische Reintegration Ambulant

Im Zentrum stehen keine theoretischen Konzepte, sondern konkrete Stabilisierung: Tagesstruktur, Krisenprävention, Begleitung zu Behörden, Aufbau stabiler Beziehungen und kontinuierliche Unterstützung. Schritt für Schritt – vom Übergang aus der Klinik oder dem Vollzug zurück in ein selbstbestimmtes Leben.

Sabine Elsässer: Gerrit, du bist treibende Kraft hinter der Pflegeservice Zug. Du bist gebürtiger Berliner und lebst seit über 20 Jahren in der Schweiz. Wie ist die Pflegeservice Zug entstanden und welche Erfahrungen haben dich dazu bewegt, diese Lücke zwischen psychiatrischer Versorgung, Justizsystem und Alltag zu schließen?

Wenn du über Jahrzehnte in der Pflege arbeitest, erkennst du bestimmte Muster. Eine der größten Bruchstellen entsteht gerade im Übergang: Menschen verlassen die Klinik oder den Vollzug, doch die Unterstützung im Alltag ist häufig zu fragmentiert oder zu kurz gedacht.

In über 30 Jahren als Pflegefachmann, Spitex-Inhaber und in leitenden Funktionen habe ich immer wieder erlebt, wie hoch das Risiko für Rückfälle, erneute Hospitalisierungen oder auch erneute Straffälligkeit ist, wenn dieser Übergang nicht professionell begleitet wird.

Genau hier setzt Pflegeservice Zug an. Wir verbinden psychiatrische Spitex, psychosoziale Stabilisierung und aufsuchende Begleitung mit einer klaren Struktur und enger Zusammenarbeit mit Kliniken, Justiz und Sozialdiensten.

Ich glaube weniger an wohlklingende Konzepte als verlässliche Standards im Alltag: feste Routinen, stabile Bezugspersonen, Bewegung, Gespräche und praktische Unterstützung. Reintegration ist kein Schlagwort – sie ist tägliche Arbeit, Schritt für Schritt zurück in ein selbstbestimmtes Leben.

Sabine Elsässer: Wer sind die Menschen hinter dem Pflegeservice Zug und dem FORA-Programm?

Pflegeservice Zug ist ein Team aus Fachpersonen mit langjähriger Erfahrung in psychiatrischer Pflege, Krisenintervention, Forensik und sozialer Stabilisierung.

Viele von uns haben über Jahre mit Menschen gearbeitet, die sich in komplexen Lebenssituationen befinden – und wissen aus der Praxis, wie fragil seine Stabilität sein kann.

Wir nutzen dabei Kompetenz, die psychoanalytische Perspektiven, neurowissenschaftliche Ansätze und strategische Unternehmensentwicklung verbindet und die uns hilft, komplexe Versorgungssituationen in klare, tragfähige Strukturen zu übersetzen.

Darüber hinaus arbeiten wir mit Fachpersonen aus Justizvollzug, Bewährungsdiensten und Case-Management zusammen. Sie kennen die Realität der Reintegration und wissen, wie man auch schwierige Fälle stabil begleiten kann.

Unser gemeinsamer Nenner ist einfach: Wir bleiben dran – gerade dann, wenn es schwierig wird.

Sabine Elsässer: Welche Vision verfolgst du langfristig mit der Pflegeservice Zug und FORA?

Meine Vision ist, dass Modelle wie Pflegeservice Zug und FORA künftig ein selbstverständlicher Bestandteil der Versorgungslandschaft im gesamten DACH-Raum werden.

Es geht darum, die Lücke zwischen Justiz, psychiatrischer Klinik und Alltag dauerhaft zu schließen – mit einer ambulanten Struktur, die Risiken reduziert, Rückfälle verhindert und gleichzeitig die Würde der betroffenen Menschen respektiert.

Langfristig wünsche ich mir für den DACH-Raum eine Struktur, in der psychiatrische und forensische Nachsorge nicht vom Zufall abhängig, sondern nach klaren, messbaren Standards organisiert ist. Eine Struktur, die mit Justiz, Versicherungen und Behörden zusammenarbeitet, digital unterstützt wird und trotzdem den Menschen im Mittelpunkt behält.

Denn wenn Menschen nach schweren Krisen wieder Stabilität finden, ist das seltener Zufall. Es ist das Ergebnis konsequenter, professioneller Begleitung.

Sabine Elsässer: In euren Projekten geht es um hochkomplexe Lebenssituationen. Wie stellt ihr sicher, dass Fachkräfte diese Verantwortung tragen können, ohne sich selbst auszubrennen?

Das ist eine der zentralen Fragen. Wer in der forensischen Reintegration oder mit schwer psychisch belasteten Menschen arbeitet, trägt ein enormes fachliches und emotionales Gewicht. Wenn wir diese Verantwortung auf Einteilung abladen, brennen sie aus – das haben wir in der Branche zu oft gesehen.

Darum bauen wir Strukturen, die nicht nur Klient:innen, sondern auch Mitarbeitende tragen: klare Fallführung, regelmäßige Supervision, interdisziplinäre Fallbesprechungen und ein hoher Stellenwert von Selbstfürsorge. Wir erwarten Professionalität – und bieten im Gegenzug ein Umfeld, in dem man über Überforderung sprechen darf, bevor sie zur Krise wird. Nur so bleibt diese Arbeit langfristig tragfähig.

Sabine Elsässer: Du arbeitest mit Top-qualifizierten Partnern zusammen, um Fachkräfte in die Schweiz zu holen. Welche Rolle spielt dieses Recruiting-Modell für die Zukunft von Pflegeservice Zug und FORA?

Ohne qualifizierte, gut vorbereitete Fachkräfte bleibt jede Vision eine PowerPoint-Folie. Unsere Partner unterstützen uns genau dort: Sie identifizieren Pflegefachpersonen, die fachlich passen und gleichzeitig die innere Haltung mitbringen, die man für diesen Bereich braucht – Klarheit, Belastbarkeit, echte Freude an Verantwortung.

Wichtig ist mir: Es geht nicht darum, Menschen einfach „einzufliegen“, sondern sie wirklich in diesem Arbeitsfeld ankommen zu lassen – mit Begleitung, Wohnraum, kultureller Orientierung. Wenn wir im DACH-Raum ernsthaft über stabile psychiatrische und forensische Versorgung sprechen, dann brauchen wir solche Partnerschaften, die Recruiting, Mentoring und Praxis eng verzahnen.

Sabine Elsässer: Mit deinem Team der MediCoinSwiss AG entwickelt ihr als Unternehmen Lösungen, die weit über den klassischen Produktschutz hinausgehen. Wie lässt sich diese technologische Infrastruktur künftig auf komplexe Dienstleistungsbereiche wie die Pflege übertragen, um dort Transparenz und eine fälschungssichere Dokumentation im Zusammenspiel mit den Krankenkassen zu gewährleisten?

Wir sehen hier ein großes Potenzial. Die Idee ist, dass Pflegeleistungen künftig nicht nur fachlich gut erbracht, sondern auch digital nachvollziehbar, plausibel und fälschungssicher dokumentiert werden können.

Konkret bedeutet das: Die Pflegefachperson dokumentiert ihre Leistung direkt vor Ort beim Klienten – Hand-to-Hand über eine App. Ankunft, Abgang, Leistung und Verlauf werden unmittelbar dort erfasst, wo die Pflege tatsächlich stattfindet. Nicht erst später im Auto oder im Büro. Dadurch entsteht eine wesentlich höhere Transparenz und Verlässlichkeit in der Dokumentation.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist der Fahrweg zwischen den Klienten. In der ambulanten Pflege ist dieser Teil der Arbeit real und unvermeidbar. Wenn Leistungen künftig sauber digital dokumentiert werden, wird auch sichtbar, welcher Zeit- und Wegaufwand tatsächlich entsteht. Daraus ergibt sich aus unserer Sicht auch eine klare Konsequenz: Fahrzeiten und Dokumentationsaufwand müssen nachvollziehbar erfasst und entsprechend vergütet werden, wenn Pflege wirklich Hand-to-Hand beim Menschen stattfindet.

Ein dritter Aspekt ist die Fälschungssicherheit der Dokumentation. Pflegeberichte, Zeitstempel und Leistungsnachweise sollten nicht beliebig nachträglich verändert werden können. Eine sichere digitale Infrastruktur kann hier helfen, Einträge zeitlich zu signieren und nachvollziehbar zu machen. Das schützt alle Beteiligten – Pflegefachpersonen, Klienten, Leistungserbringer und auch die Krankenkassen.

Langfristig kann daraus eine digitale Pflegeinfrastruktur entstehen, die Transparenz schafft, Vertrauen stärkt und gleichzeitig Bürokratie reduziert. Ziel ist nicht mehr Kontrolle, sondern eine saubere und realitätsnahe Abbildung der tatsächlichen Pflegearbeit.

Wenn Pflege digital unterstützt wird, dann sollte sie vor allem eines tun: die echte Arbeit am Menschen sichtbar, nachvollziehbar und fair bewertbar machen.

Sabine Elsässer: Whats in it for me? Was habe ich davon, dass es die Pflegeservice Zug und das FORA gibt? Warum lohnt es sich, als Partner und Investor dabei zu sein?

Psychiatrische Stabilisierung und Reintegration sind keine Randthemen – sie betreffen Sicherheit, gesellschaftliche Stabilität und individuelle Lebensgeschichten.

Mit Pflegeservice Zug und dem FORA-Programm entsteht im DACH-Raum eine Struktur, die bereits heute praktisch funktioniert: ambulant, vernetzt und skalierbar – in enger Zusammenarbeit mit Kliniken, Behörden und Versicherern.

„Menschen für Menschen“ ist für uns kein Slogan, sondern ein Arbeitsprinzip. Pflegeservice Zug verbindet unternehmerische Tragfähigkeit mit gesellschaftlicher Wirkung.

Wer bewusst in Stabilität, Reintegration und nachhaltige Verantwortung investieren möchte, findet hier einen belastbaren Ansatz. Bei ernsthaftem Interesse an einer Zusammenarbeit oder einer Investition freuen wir uns über eine Kontaktaufnahme.

Bildcredits/Fotograf: Fotostudio Wetzikon Yannik Scrugli

Wir bedanken uns bei Gerrit Langer für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder


Premium Start-up: Pflegeservice Zug

Kontakt:

Pflegeservice-Zug GmbH
Sinserstrasse 67
6330 Cham
Schweiz

www.pflegeservice-zug.ch
www.fora-ambulant.ch
info@pflegeservice-zug.ch
info@fora-ambulant.ch

Ansprechpartner: Gerrit Langer
Diplomierter Pflegefachmann HF
Psychiatriespitex

0041 (0)41 520 14 55
0041 076 805 1455

Factorial stellt 10 Millionen Euro bereit, um Europas KI-Adoptionslücke zu schließen

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KI Factorial Initiative 10 Mio Euro Förderung Europa Bernat und Jordi

Factorial startet 10 Millionen Euro KI Initiative

Neue Accelerator Initiative unterstützt europäische Unternehmen dabei, die nächste Dekade der Transformation der Arbeitswelt anzuführen

Barcelona, Spanien, 17. März 2026 – Factorial, die KI gestützte Plattform für Geschäftsprozesse, hat heute den Start der Factorial AI Acceleration Initiative angekündigt eine 10 Millionen Euro Initiative, die die Digitalisierung von Geschäftsprozessen und die Einführung von Künstlicher Intelligenz in europäischen Unternehmen beschleunigen soll.

KI als entscheidender Wettbewerbsfaktor für Europa

Die Ankündigung markiert einen entscheidenden Moment für die Wettbewerbsfähigkeit Europas. Laut McKinsey könnte allein generative KI der Weltwirtschaft jährlich Produktivitätsgewinne von bis zu 4,4 Billionen US Dollar ermöglichen. Doch bislang profitieren nur wenige Unternehmen davon. Eine Studie der Boston Consulting Group zeigt, dass derzeit nur etwa 5 Prozent der Unternehmen weltweit in der Lage sind, KI im großen Maßstab erfolgreich einzusetzen und daraus signifikanten Mehrwert zu generieren. Diese Unternehmen erreichen bis zu fünffach höhere Umsätze und dreifach geringere operative Kosten im Vergleich zu ihren Wettbewerbern. Gleichzeitig erzielen rund 60 Prozent der Unternehmen trotz Investitionen in KI keinen messbaren Nutzen.

Initiative schließt Lücke bei KI Nutzung

Die Factorial AI Acceleration Initiative soll genau diese Lücke für europäische Unternehmen schließen. Die Initiative fällt zudem mit dem 10 jährigen Jubiläum von Factorial zusammen ein Meilenstein, der das langjährige Engagement des Unternehmens unterstreicht, stärkere und intelligentere Organisationen in Europa zu ermöglichen.

Die Kosten des Nichtstuns sind erheblich. Unternehmen mit einer klaren KI Strategie sind laut dem Thomson Reuters AI Adoption Reality Check 2025 doppelt so wahrscheinlich in der Lage, die Produktivität pro Mitarbeiter zu maximieren und spürbare Effekte auf ihre Geschäftsergebnisse zu erzielen. Unternehmen ohne entsprechende Strategie riskieren hingegen, in einem zunehmend KI getriebenen Markt zurückzufallen.

„Die nächste Dekade wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit in Europa wird davon abhängen, wie effektiv Unternehmen KI in ihre operativen Prozesse integrieren“, sagt Jordi Romero, CEO von Factorial. „Wir sehen immer wieder, dass Organisationen, die frühzeitig in digitale People Operations investieren, ihren Wettbewerbsvorteil kontinuierlich ausbauen. Mit diesem Engagement über 10 Millionen Euro beseitigen wir Hürden und ermöglichen ambitionierten Unternehmen, ihre Transformation mit Zuversicht zu beschleunigen.“

Herausforderungen bei der digitalen Transformation

Trotz der wachsenden Dringlichkeit stehen viele europäische Organisationen weiterhin vor strukturellen Modernisierungsbarrieren operative Kosten, die durch manuelle und fragmentierte Prozesse unnötig hoch sind, steigende Erwartungen von Mitarbeitenden und Kunden sowie ein anhaltender Mangel an integrierten Echtzeit Daten über die Belegschaft, die strategische Entscheidungen unterstützen könnten. Während KI native Wettbewerber zunehmend effizient skalieren, wächst die Leistungsdifferenz zwischen Vorreitern und Nachzüglern weiter.

Finanzielle Unterstützung und KI Credits

Die Initiative stellt direkte finanzielle Unterstützung für europäische Unternehmen bereit, die in die Digitalisierung von HR, Finance, IT und weiteren Geschäftsprozessen investieren sowie in KI gestützte Automatisierung entlang des gesamten Employee Lifecycle von Recruiting und Onboarding über Payroll und Performance Management bis hin zu Workforce Analytics und strategischer Personalplanung.

So funktioniert die Initiative

Die 10 Millionen Euro sind in zwei gleich große Komponenten aufgeteilt.

Die ersten 5 Millionen Euro werden als direkte Kostenreduktion bereitgestellt. Sie werden unmittelbar beim Vertragsabschluss berücksichtigt und senken so die Einstiegskosten, ohne den Wert der Plattformverpflichtung zu reduzieren.

Die zweiten 5 Millionen Euro werden in Form von AI Credits für die Factorial Plattform vergeben. Damit erhalten Unternehmen zusätzliche Ressourcen, um den Einsatz der KI gestützten Tools von Factorial im Verlauf ihres Transformationsprogramms weiter auszubauen.

Zusammen sollen beide Komponenten sowohl die anfängliche Kostenbarriere als auch die langfristigen Hürden beim Skalieren von KI Anwendungen innerhalb von Organisationen reduzieren.

Unternehmen, die teilnehmen, können zudem Zugang zu einem erweiterten Transformationsprogramm erhalten. Dieses umfasst unter anderem Weiterbildungs Webinare, Zugang zu Thought Leadership Events und Reports sowie Möglichkeiten zur Unternehmensprofilierung und Executive Coaching.

Teilnahmebedingungen für Unternehmen

Die Factorial AI Acceleration Initiative richtet sich an Unternehmen mit 20 bis 1.000 Mitarbeitenden, die erstmals einen Jahresvertrag für das Factorial People Bundle oder die PRO Bundles abschließen.

Die Initiative ist in allen europäischen Märkten verfügbar. Für qualifizierte Unternehmen wird der Vorteil automatisch im Angebotsprozess berücksichtigt.

Die Gesamtsumme von 10 Millionen Euro ist begrenzt. Interessierte Unternehmen werden daher ermutigt, sich frühzeitig zu bewerben.

Europäische Unternehmen, die ihre Transformation vorantreiben möchten, können sich hier bewerben: https://factorialhr.de/factorial-ai-acceleration-fund

Bildcredits Factorial

Quelle Redgert

CleanTech Startup blue activity sichert 8,5 Mio. Euro Seed Finanzierung

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Kühlwasserbehandlung Wassertechnologie blue activity Michael Simon (CTO & Co-Founder) (links) und Lars Havighorst (CEO) (rechts) von blue activity Bildnachweis: blue activity

blue activity sichert 8,5 Mio. Euro für Kühlwasserlösung

Investoren setzen auf nachhaltige Kühlwasseraufbereitung

Heidelberg, Februar 2026 – Das CleanTech Wassertechnologieunternehmen blue activity, gegründet im Jahr 2021, hat eine Seed Finanzierungsrunde in Höhe von 8,5 Millionen Euro erfolgreich abgeschlossen. Die Runde wurde gemeinsam von Wind Capital Paris und Venture Stars München angeführt, unter Beteiligung von Angel Invest Berlin. Das Kapital soll genutzt werden, um die Produktentwicklung zu beschleunigen und die kommerziellen Aktivitäten in europäischen Industriemärkten auszubauen.

Starkes Investorenvertrauen in nachhaltige Wassertechnologie

Das frische Kapital ermöglicht es blue activity, seine innovative Technologie zur chemiefreien und nachhaltigen Behandlung industrieller Verdunstungskühlsysteme weiterzuentwickeln und zu skalieren. In einem Marktumfeld, das durch steigenden Kostendruck im Industriesektor geprägt ist, bietet die Lösung von blue activity signifikante OPEX Einsparungen bis zu 15 Prozent der gesamten Kosten der Kühlwasserbehandlung. Diese entstehen durch reduzierten Chemikalieneinsatz, geringeren Wartungsaufwand sowie eine verlängerte Lebensdauer der Anlagen.

Gleichzeitig bietet die Technologie eine zukunftssichere Alternative zu herkömmlichen, biozidbasierten Behandlungsprogrammen. Da Grenzwerte für Abwassereinleitungen zunehmend verschärft werden und regulatorische Anforderungen steigen, werden traditionelle chemische Verfahren immer kostenintensiver und komplexer in der Einhaltung von Vorschriften. Die Behandlungsmethode von blue activity reduziert den Einsatz von Bioziden deutlich, senkt Risiken im Zusammenhang mit Einleitungen und unterstützt eine langfristige regulatorische Compliance.

„Wir freuen uns sehr über das Vertrauen unserer Investoren, die unsere Vision einer nachhaltigen Transformation der industriellen Kühlwasserbehandlung klar unterstützen. Diese Finanzierungsrunde ist ein entscheidender Meilenstein, um unsere Technologie in den Markt zu bringen und einen echten Beitrag zu einer nachhaltigeren Industrie zu leisten. Mit der Finanzierung werden wir unser Team auf 15 Mitarbeitende erweitern, um unsere Kunden noch besser begleiten und unterstützen zu können.“
Lars Havighorst, CEO von blue activity

„blue activity bietet eine Lösung, die ökologischen Fortschritt mit wirtschaftlichem Mehrwert verbindet. Genau diese Kombination treibt die industrielle Transformation voran. Eine so hohe Problem Lösungs Passung bei einem Industry Tech Unternehmen ist nahezu einzigartig und genau das, wonach wir als Investoren gesucht haben.“
Raphael Budday, Principal bei Venture Stars

„blue activity adressiert eine der am meisten unterschätzten Ineffizienzen der industriellen Infrastruktur. Wir haben in das Team investiert, weil es tiefgehende Branchenexpertise mit einer wirklich skalierbaren Lösung kombiniert genau die Art von klimatechnologischer Innovation, die Wind unterstützen möchte.“
Thierry Vandewalle, Founding Partner von Wind Capital

Internationales Investorenkonsortium stärkt Wachstum

Das international aufgestellte Investorenkonsortium unterstreicht das wachsende Interesse an zukunftsweisenden Lösungen im Bereich der industriellen Wasseraufbereitung. Mit Venture Stars, Wind Capital und Angel Invest hat blue activity drei strategisch wertvolle Partner gewonnen, die neben Kapital auch umfangreiche Erfahrung sowie starke Netzwerke in den europäischen CleanTech und Industriemärkten einbringen.

Die erfolgreiche Seed Runde positioniert blue activity als einen der vielversprechendsten Akteure im Bereich nachhaltiger Industrietechnologien und schafft die Grundlage für weiteres Wachstum sowie eine beschleunigte Marktdurchdringung in Europa.

Bild Michael Simon (CTO & Co-Founder) (links) und Lars Havighorst (CEO) (rechts) von blue activity Bildnachweis: blue activity

Quelle blue activity

Vom Blind Spot zum Branchenstandard: über 5 Millionen Euro für Logistikbude

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Ladungsträger Software LCMS Logistikbude Wachstum Das Team der Logistikbude: Mit über 5 Millionen Euro aus einer Series-A-Finanzierungsrunde treibt das Unternehmen die internationale Skalierung seiner Software für automatisiertes Ladungsträgermanagement voran. (Foto: Sina Sadegh Nadi / Logistikbude)

Erfolgreiche Series A Finanzierung für die Logistikbude

Durch das Etablieren einer komplett neuen Softwarekategorie in der Systemlandschaft von Produktions-, Logistik- und Handelsunternehmen überzeugt die Logistikbude ein namhaftes Investorenkonsortium und erhält über 5 Millionen Euro in einer Series-A-Finanzierungsrunde. Das Dortmunder Tech-Unternehmen hat eine Softwarelösung entwickelt, mit der Unternehmen Ladungsträger wie Paletten, Behälter oder Gestelle einfach digital steuern können und damit eine Herausforderung gelöst, mit der sich nahezu jedes Unternehmen entlang der Lieferkette herumschlägt. Mit dem frischen Kapital beschleunigt die Logistikbude die Automatisierung von Ladungsträgerprozessen massiv und treibt ihre Internationalisierung weiter voran. Lead-Investor ist Capnamic, einer der führenden Venture-Capital-Investoren in Europa. Daneben beteiligt sich Moguntia Capital, ein renommierter Supply Chain-Investor mit Private Equity und US Footprint. Auch die Bestandsinvestoren der Logistikbude der Fraunhofer Technologie-Transfer Fonds FTTF, Rethink Ventures, der von der Fiege Familie ausgestattete Venture Capital Fonds XPRESS Ventures sowie Golzern erhöhen ihr Engagement und bekräftigen damit ebenfalls ihr Vertrauen.

„Die Logistikbude hat das Potenzial, die Systemlandschaft globaler Lieferketten umzukrempeln und ein Category Leader im B2B Vertical Software As A Service Bereich zu werden“, sagt Jörg Binnenbrücker, Managing Partner und Co-Founder von Capnamic. Dr. Nils Eiteneyer, Partner bei Capnamic, ergänzt: „Die Softwarelösung bildet eine neue Kategorie, die einen wesentlichen und gleichzeitig wenig digitalisierten Kostentreiber in den Prozessketten von Handel, Industrie und Logistik angeht. Wir sind begeistert von der tiefen Domainexpertise des Teams.“ Das Dortmunder Tech-Unternehmen verfolgt die Mission, die globale Verwaltung von Ladungsträgern, zum Beispiel von Europaletten, Gitterboxen oder Gestellen, zu revolutionieren.

10 Milliarden Ladungsträger als systemkritischer Blind Spot

Sie bilden das Rückgrat globaler Lieferketten. Weltweit sind rund 10 Milliarden Ladungsträger im Umlauf, jedes Jahr kommt es zu schätzungsweise 150 Milliarden Übergängen zwischen Unternehmen. Gleichzeitig sind Paletten, Behälter oder Gestelle keineswegs günstige Massenware. Sie stellen gebundenes Kapital dar und verursachen bei Verlust, Beschädigung oder ineffizienter Nutzung erhebliche Kosten. Jeder einzelne Tausch erzeugt Buchungen, Saldenabgleiche, Abstimmungsprozesse und Dokumentation, häufig noch manuell oder fragmentiert über E Mails, Excel Listen und isolierte Systeme hinweg. Diese administrativen Aufwände treiben neben dem gebundenen Kapital die Gesamtkosten in die Höhe. Obwohl Ladungsträger für Industrie, Handel und Logistik systemkritisch und kostenrelevant sind, werden sie in bestehenden IT Systemen trotzdem nur als Nebenprozess behandelt.

LCMS als neue Softwarekategorie für Ladungsträgermanagement

„Genau hier setzen wir an“, sagt Dr. Philipp Hüning, Co-Founder und CEO der Logistikbude. „Unser Ziel ist es, das Ladungsträgermanagement vollständig zu automatisieren und damit den Unternehmen dieses Thema abzunehmen.“ Dafür definiert das Tech-Unternehmen eine gänzlich neue Softwarekategorie. Die Logistikbude ist das erste Load Carrier Management System LCMS. „So wie ein Warehouse Management System Unternehmen bei der Steuerung ihrer Lagerprozesse unterstützt und ein Transport Management System ihre Transportabläufe organisiert, übernimmt ein LCMS das Management aller Paletten, Gestelle und Gitterboxen“, erklärt Hüning.

Dafür bündelt die Plattform Informationen aus bestehenden IT Systemen wie WMS, TMS und Enterprise Resource Planning Systemen. Gleichzeitig schließt sie bestehende Datenlücken, indem sie zusätzliche Informationen etwa über eine eigene App, Internet of Things Sensoren oder die KI gestützte Verarbeitung von Belegen integriert. Diese Daten bilden die Basis für die vollständige Automatisierung aller Prozesse rund um Ladungsträger. Die Kerntechnologie des LCMS dafür ist Künstliche Intelligenz. Sie ermöglicht es, beliebige PDFs und Excel Dokumente automatisiert auszulesen, zu verarbeiten und direkt zu verbuchen, ein bislang stark manueller und fehleranfälliger Prozess. Zudem prüft die KI externe Belege und gleicht sie mit eigenen Buchungen ab. „Dadurch automatisieren wir Arbeitsabläufe, die viele Mitarbeitende jedes Jahr hunderte Arbeitsstunden gekostet haben“, sagt Hüning.

Ausgründung aus dem Fraunhofer Umfeld

„Als wir gemeinsam am Fraunhofer Institut für Materialfluss und Logistik IML gearbeitet haben, wurde uns schnell klar, wie komplex und ineffizient das Management von Ladungsträgern in vielen Unternehmen noch organisiert ist“, erzählt Michael Koscharnyj, Co-Founder und COO der Logistikbude. „Gleichzeitig waren bestehende Lösungen oft unnötig kompliziert und ließen viele neue technologische Möglichkeiten ungenutzt.“ Diese Beobachtung ließ das Gründerteam nicht mehr los. 2021 gründete Koscharnyj gemeinsam mit Dr. Philipp Hüning, Patrik Elfert und Jan Möller die Logistikbude. Seit der Ausgründung aus dem Fraunhofer IML hat sich das Unternehmen vom Tech Startup zu einem Anbieter entwickelt, der das Ladungsträgermanagement als eigenständige Softwarekategorie im Markt etabliert.

Nächste Wachstumsphase mit Fokus auf Internationalisierung

Bereits 2023 konnte das Unternehmen im Rahmen einer Seed Finanzierung überzeugen und erhielt über 2 Millionen Euro von verschiedenen VCs und Angel Clubs. Mit diesem Kapital entwickelte das Team die Lösung weiter, wuchs von 4 auf 25 Mitarbeitende und verbucht mittlerweile mehr als 50 Millionen Ladungsträger pro Monat für namhafte Kunden wie die Nagel Group und DACHSER. Die Series A Finanzierung knüpft damit an eine Phase validierten Wachstums an und markiert nun den nächsten Meilenstein in der Wachstumsgeschichte der Logistikbude. „Mit dem frischen Kapital skalieren wir unser LCMS international und bauen unsere Führungsposition in dieser neu entstehenden Softwarekategorie konsequent aus. Damit etablieren wir das LCMS als festen Bestandteil in der B2B Systemlandschaft über den DACH Raum hinaus“, erklärt Koscharnyj.

Bild Das Team der Logistikbude: Mit über 5 Millionen Euro aus einer Series-A-Finanzierungsrunde treibt das Unternehmen die internationale Skalierung seiner Software für automatisiertes Ladungsträgermanagement voran. (Foto: Sina Sadegh Nadi / Logistikbude)

Quelle Sputnik GmbH/Logistikbude GmbH

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