Freitag, Juni 26, 2026
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DeepIP Patent KI Plattform wächst durch PatentMaker Übernahme

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DeepIP übernimmt PatentMaker für Patent KI Bild Foto: Mitgründer von DeepIP und PatentMaker  Von links nach rechts: Edouard d'Archimbaud, Mitgründer & CTO von DeepIP; Celia Jinlan Wei, Mitgründerin & Geschäftsführerin von PatentMaker; François-Xavier Leduc, Mitgründer & CEO von DeepIP; Dr. Matthias Hofmann, Mitgründer von PatentMaker.

Die DeepIP Patent KI Plattform baut ihre Präsenz in Europa weiter aus. Mit der Übernahme von PatentMaker entsteht eine umfassende Lösung für Patent Workflows, die internationale KI-Kompetenz mit lokaler Rechtsexpertise verbindet. Ziel ist es, einen neuen Standard für die digitale Patentarbeit in Europa zu schaffen.

DeepIP und PatentMaker bündeln ihre Kräfte und werden zur führenden KI-Plattform für Patente in Europa

DeepIP Patent KI Plattform stärkt den DACH Markt

Akquisition im Bereich Legal Tech: Das KI-Startup DeepIP übernimmt den deutschen Spezialisten PatentMaker, um die führende KI-Plattform für Patent-Workflows in Europa aufzubauen und einen neuen Branchenstandard zu setzen.

Die kombinierte Plattform vereint globale KI-Skalierbarkeit mit juristischer und lokaler Expertise. Außerdem deckt sie den gesamten Patentlebenszyklus ab. Bereits heute nutzen mehr als 400 Organisationen weltweit die Lösungen der Unternehmen. Dazu zählen fast die Hälfte der führenden deutschen IP-Kanzleien sowie einige der größten deutschen Patentanmelder.

München, 9. Juni 2026 – Das KI-Startup DeepIP mit Sitz in Paris und New York gibt heute die Übernahme des deutschen Spezialisten PatentMaker bekannt. Durch den Zusammenschluss entsteht ein neuer Category Leader für KI-gestützte Patent-Workflows in Europa. Gleichzeitig baut DeepIP seine Marktpräsenz im DACH-Raum deutlich aus.

DeepIP Patent KI Plattform setzt auf lokale Expertise

Die Partnerschaft basiert auf einer klaren Überzeugung: Patentarbeit ist von Natur aus lokal. Deshalb muss wirksame KI im Bereich des geistigen Eigentums die rechtlichen Vorgaben, Arbeitsweisen und Prozesse jeder Rechtsordnung berücksichtigen.

Die Vision von DeepIP ist klar. Das Unternehmen möchte in jeder Region die bestmögliche Lösung für die jeweilige Jurisdiktion anbieten.

PatentMaker steht genau für diesen Ansatz. Dr. Matthias Hofmann entwickelte die Plattform. Er ist deutscher und europäischer Patentanwalt sowie Equity-Partner der renommierten Patentrechtskanzlei Boehmert & Boehmert.

Die Software hat sich zu einer der vertrauenswürdigsten Lösungen in Deutschland und Europa entwickelt. Sie entstand aus der täglichen Praxis heraus und vereinfacht viele Routineaufgaben. Heute nutzen fast 50 Prozent der führenden deutschen IP-Kanzleien PatentMaker. Außerdem setzen Unternehmens-IP-Teams wie Infineon Technologies und Siemens AG auf die Lösung.

Die globale Entwicklung der DeepIP Patent KI Plattform

DeepIP hat sich schnell zu einer führenden KI-Plattform für Patentausarbeitung und Patentverfolgung in den USA und Europa entwickelt. Seit der Gründung sammelte das Unternehmen in weniger als neun Monaten mehr als 40 Millionen US-Dollar ein.

Heute nutzen mehr als 400 Anwaltskanzleien und Unternehmens-IP-Teams in 25 Jurisdiktionen auf fünf Kontinenten die Plattform. Darüber hinaus arbeitet DeepIP bereits mit mehr als der Hälfte der 50 führenden nordamerikanischen IP-Kanzleien zusammen.

Mehr als 25.000 Patentanmeldungen wurden bereits auf der Plattform ausgearbeitet. Dadurch entwickelte sich DeepIP zu einem wichtigen System für KI-gestützte Patentprozesse.

Eine Plattform für den gesamten Patentlebenszyklus

Durch die Verbindung der End-to-End-Plattform von DeepIP mit der starken Marktstellung von PatentMaker entsteht eine umfassende Lösung für Patentfachleute.

Die Plattform begleitet den gesamten Patentlebenszyklus. Sie unterstützt bei der Erfindungsoffenbarung, der Recherche zum Stand der Technik, der Ausarbeitung sowie bei Einreichung und Verfolgung. Zusätzlich deckt sie die Arbeit nach der Patenterteilung ab.

Alle Schritte laufen in einer integrierten, sicheren und zuverlässigen Umgebung zusammen. Dadurch verkürzen sich Bearbeitungszeiten. Gleichzeitig steigt die Qualität der Ergebnisse. Außerdem bleiben die Kosten besser kontrollierbar und die Zusammenarbeit wird einfacher.

DeepIP Patent KI Plattform treibt Innovation in Europa voran

Die Akquisition geht über das Produkt hinaus. Sie verbindet globale KI-Kompetenz mit lokaler Expertise. Dadurch wollen beide Unternehmen die nächste Generation von Patentprozessen in Europa gestalten.

Das Ziel ist eindeutig. DeepIP möchte KI als festen Bestandteil der Patentarbeit etablieren. Gleichzeitig soll ein neuer Standard für Patentfachleute in Europa entstehen.

Stimmen zur Zukunft der Patent KI Plattform

François-Xavier Leduc, CEO von DeepIP, sagt:

„Deutschland ist das Innovationszentrum Europas und zugleich ein Markt mit sehr hohen Anforderungen. Was uns an PatentMaker beeindruckt hat, ist die Tiefe der Integration in die täglichen Arbeitsabläufe der Praktiker. Die Lösung wurde von Praktikern für Praktiker entwickelt und entstand innerhalb der Strukturen von Boehmert & Boehmert. Das zeigt eine gemeinsame Vorstellung davon, wie sich Patentarbeit weiterentwickeln sollte. Nachdem wir bereits eine starke Marktposition in den USA und Frankreich aufgebaut haben, verankert uns die Übernahme von PatentMaker noch tiefer im EPO-Ökosystem. Gemeinsam entwickeln wir eine Plattform, die Patentfachleuten hilft, schneller zu arbeiten, besser zusammenzuarbeiten und sich stärker auf wertschöpfende Aufgaben zu konzentrieren.“

Dr. Matthias Hofmann, Gründer von PatentMaker, ergänzt:

„Der Gedanke hinter dieser Partnerschaft ist einfach. Wir vereinen die Stärken zweier bewährter Lösungen auf einer gemeinsamen Plattform. DeepIP bringt Ressourcen, Skalierbarkeit, Produkttiefe und internationale Dynamik mit. PatentMaker ergänzt dies durch praktische Rechtsexpertise und ein tiefes Verständnis für Patentprozesse in Deutschland und Europa. Gemeinsam schaffen wir die führende europäische KI-Lösung für Patentfachleute.“

Mit dieser Übernahme eröffnet DeepIP seine deutsche Niederlassung in München. Die neuen Räumlichkeiten befinden sich bei Boehmert & Boehmert.

Dadurch rückt DeepIP noch näher an die tägliche Praxis der Patentfachleute heran. Celia Wei, Geschäftsführerin von PatentMaker, verantwortet künftig den deutschen Markt bei DeepIP. Matthias Hofmann wird Mitbegründer von DeepIP und übernimmt die Verantwortung für Deutschland.

Boehmert und Boehmert begleitet den Wandel der Patentpraxis

Boehmert & Boehmert zählt zu den Vorreitern einer KI-gestützten Patentpraxis in Europa. Die Kanzlei gehört zu den führenden IP-Kanzleien Europas und setzt früh auf moderne Technologien für die Patentanmeldung.

Die Zusammenarbeit mit PatentMaker zeigte früh den Anspruch, die Standards moderner Patentarbeit aktiv mitzugestalten. Durch die Partnerschaft mit DeepIP bleibt die Kanzlei an der Spitze des technologischen Wandels. Gleichzeitig verbindet sie juristische Exzellenz mit modernen Werkzeugen und erzielt dadurch schnellere, konsistentere und hochwertigere Ergebnisse für ihre Mandanten.

Prof. Dr. Heinz Goddar, deutscher und europäischer Patentanwalt sowie Equity-Partner bei Boehmert & Boehmert, kommentiert:

„Die Verbindung von DeepIP und PatentMaker stärkt die Fähigkeit von DeepIP, Kunden bei der Suche nach den besten Wegen zum Schutz technischer Erfindungen zu unterstützen. Die globale Plattform bietet eine optimierte und lokal informierte Sicht auf Patentportfolios und Schutzrechte. Gleichzeitig hilft die Bündelung von Expertise und Daten dabei, fundierte Patent- und Betriebsgeheimnisarbeit zu leisten. So können die vielversprechendsten Ideen identifiziert, ausgewählt und weiterentwickelt werden.“

Bild Foto: Mitgründer von DeepIP und PatentMaker 
Von links nach rechts: Edouard d’Archimbaud, Mitgründer & CTO von DeepIP; Celia Jinlan Wei, Mitgründerin & Geschäftsführerin von PatentMaker; François-Xavier Leduc, Mitgründer & CEO von DeepIP; Dr. Matthias Hofmann, Mitgründer von PatentMaker.

Quelle PR for Tech

fonio.ai Seed Funding bringt 14,6 Millionen Euro für Expansion

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fonio.ai erhält 14,6 Mio. Euro Seed Funding die Gründer Daniel Keinratz und Matthias Grüber @ © NIKLAS STADLER | www.niklasstadler.at

Das fonio.ai Seed Funding zählt zu den größten europäischen Seed-Runden der vergangenen Jahre. Mit 14,6 Millionen Euro frischem Kapital und einer Bewertung von 120 Millionen Euro beschleunigt das Wiener Unternehmen den Ausbau seiner KI-Plattform für Kundenkommunikation. Gleichzeitig treibt fonio.ai die internationale Expansion in Europa und den USA voran.

fonio.ai sichert sich 14,6 Mio. Euro Seed-Funding bei 120 Mio. Euro Bewertung unter Führung von 20VC

fonio.ai Seed Funding zählt zu den größten europäischen Seed Runden

Das Start-up wird mit 120 Millionen Euro bewertet, die Finanzierungsrunde zählt zu den Top 1 % der europäischen Seed-Runden in den vergangenen zwei Jahren.

Mit der Entwicklung von einer Voice-AI zu einer KI-basierten Omnichannel-Plattform für die Kundenkommunikation geht fonio.ai den nächsten Schritt.

Mit neuen Standorten in New York, München, Mailand, Paris, London und Warschau treibt das Unternehmen seine Expansion weiter voran.

Wien, Sperrfrist: 9. Juni 2026, 9:00 Uhr MEZ — fonio.ai, die europäische KI-Plattform für Kundenkommunikation, hat eine Seed-Finanzierungsrunde über 14,6 Millionen Euro abgeschlossen. Die Runde wurde von 20VC angeführt. Außerdem beteiligten sich bestehende Investoren sowie Gründer und Führungskräfte von Synthesia, HubSpot und Revolut. Die Finanzierung folgt auf eine Angel-Runde über 3 Millionen Euro aus dem Dezember 2025. Daran waren unter anderem frühe Facebook- und Airbnb-Investoren beteiligt. Damit steigt das insgesamt eingeworbene Kapital auf mehr als 20 Millionen Euro.

„Wir freuen uns, 20VC als Lead-Investor begrüßen zu dürfen und sind unseren bestehenden Partnern dankbar für ihre fortgesetzte Unterstützung. Mit dieser Runde beschleunigen wir die Entwicklung unserer KI-basierten Omnichannel-Plattform. Außerdem treiben wir die Internationalisierung voran und bauen unser Team weiter aus. Wir wollen beweisen, dass wir aus Europa heraus zum globalen Marktführer werden“, sagt Daniel Keinrath, Co-Founder & CEO von fonio.ai.

fonio.ai Seed Funding beschleunigt den Ausbau der KI Plattform

KI-basierte End-to-End-Lösung für die Kundenkommunikation

fonio.ai entwickelt KI-Agenten für KMU, für die telefonische Erreichbarkeit geschäftskritisch ist. Gleichzeitig wächst das Unternehmen vom KI-Telefonassistenten zur vollständigen Kommunikationsplattform. Möglich macht das ein Orchestration-Layer. Dieser verbindet alle KI-Modelle in Echtzeit mit der Unternehmenssoftware. Dadurch entstehen Gespräche, die kaum von menschlichen Gesprächen zu unterscheiden sind. Bereits 90 % der Anfragen werden vollständig automatisiert gelöst. Nach weniger als zwei Jahren hat fonio.ai mehr als 7.000 Kunden gewonnen und ist Marktführer im DACH-Raum.

fonio.ai erweitert Kundenkommunikation auf mehrere Kanäle

Nun geht fonio.ai den nächsten Schritt in Richtung Omnichannel. Neben Telefonie ist WhatsApp bereits verfügbar. E-Mail- und Chatbot-Support folgen innerhalb der nächsten drei Monate. Parallel erweitert das Unternehmen seine KI-Tools. Dazu gehören ein eigener Kalender sowie ein CRM, das speziell für KI-gestützte Kundeninteraktionen entwickelt wurde. Der Marktstart ist bis Ende des dritten Quartals geplant.

Matthias Gruber, Co-Founder & CTO von fonio.ai:

„Damit KI ihr Versprechen für Unternehmen erfüllen kann, darf sie kein Zusatz sein, der auf bestehende Software aufgesetzt wird. Stattdessen muss sie im Kern der Lösung stehen. Mit diesem Investment bauen wir eine Full-Stack-Plattform auf KI-Basis auf. Sie ersetzt die vielen einzelnen Tools, mit denen KMU heute arbeiten.“

Paul Bonnet, General Partner bei 20VC:

„Jedes kleine und mittelständische Unternehmen kennt die Kosten eines verpassten Anrufs. Daniel, Matthias und ihr Team entwickeln ein KI-basiertes Betriebssystem für KMU. Die Plattform ersetzt zahlreiche Tools, die Unternehmen heute noch nutzen. Deshalb sind wir überzeugt, dass fonio.ai in diesem Markt zum führenden Anbieter werden kann.“

fonio.ai setzt auf internationales Wachstum

Expansion in neue Märkte

fonio.ai wird von Daniel Keinrath geführt, der 2024 mit Getnano einen erfolgreichen Exit im Ad-Tech-Bereich erzielte. An seiner Seite steht CTO Matthias Gruber, Vize-Europameister in Webentwicklung. Das 40-köpfige Team besteht mehrheitlich aus ehemaligen Gründern und Führungskräften. Allein im April gewann das Unternehmen 1 Million Euro ARR hinzu. Zudem strebt fonio.ai bis Jahresende eine Verfünffachung an.

Aktuell ist das Unternehmen in Österreich, Deutschland, der Schweiz, Frankreich, Italien, Polen und Brasilien aktiv. Außerdem ist fonio.ai vor Kurzem in Großbritannien und den USA gestartet. Die Seed-Finanzierung ermöglicht den Aufbau einer stärkeren Präsenz in den wichtigsten Märkten. Bis Jahresende sollen größere Teams und neue Büros in New York, München, Mailand, Paris, London und Warschau entstehen.

Bild Daniel Keinrath und Matthias Gruber Fotograf/Bildcredits: © NIKLAS STADLER | www.niklasstadler.at

Quelle getpress GmbH

Startup-Marketing und Wettbewerbsrecht: Wo kreative Werbung Grenzen hat

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Marketing für Startups: Kampagnen rechtssicher gestalten Bild von rawpixel auf Pixabay

Startups müssen traditionell aus wenig viel machen: Das gilt umso mehr für ihr Marketing, denn in der Anfangsphase des Unternehmens sind die Etats klein, umfangreiche Skaleneffekte und Netzwerke hingegen Mangelware. Eine Menge Kreativität kann die Lücke in kleinen Marketingbudgets schließen, jedoch sollten mutige Claims und provokante Kampagnen nicht die Grenze in rechtlich unsichere Gewässer überschreiten.

Kreative Werbung als Wachstumstreiber für Startups

Kreativität wird im digitalen Zeitalter mehr denn je belohnt: Ist eine Kampagne kreativ, kann sie über soziale Netzwerke viral gehen und ihre Reichweite so vervielfachen. Ist die Kampagne zudem noch provokativ und zieht Aufmerksamkeit an, wird das zusätzlich mit hohen Interaktionsraten belohnt. Was sich einfach anhört, ist in der Praxis natürlich deutlich komplizierter, vor allem für Startups mit kleinen Teams und noch kleineren Budgets. Mutig können und sollen natürlich auch Startups sein: Zugespitzte Botschaften sowie prägnante Produktversprechen sind nicht verboten, aber aus rechtlicher Sicht gibt es eine klare Grenze zwischen „mutig und zulässig“ und „übermütig und unlauter“.

Erschwerend kommt hinzu, dass sich Startups mitunter etwas zu stark von Mark Zuckerbergs „Move fast and break things“ inspirieren lassen: Kampagnen sollen schnell und plakativ publiziert werden, die gewünschte Aufmerksamkeit kann gar nicht groß genug sein, kommen dann noch ineffiziente Startup-Strukturen und mitunter fehlende Prüfungen nach dem Vier- oder Sechs-Augen-Prinzip hinzu, ergeben sich rechtliche Angriffsflächen.

Wo Marketing rechtlich angreifbar werden kann

Zu aggressives Marketing ist nicht zwangsläufig dem reinen Übermut geschuldet, wie eine Bitkom-Studie aus dem letzten Jahr offenlegt: Dort nannten 61 % der befragten Startup-Fachkräfte „Vertrieb und Kundengewinnung“ als die größte Herausforderung, quasi gleichauf mit bürokratischen Hürden (63 %). Das verdeutlicht gut, warum es überhaupt zu rechtlich unsicherer und gegebenenfalls unlauterer Werbung kommt: Der Druck, ständig neue Kunden zu akquirieren und der neu gegründeten Marke Sichtbarkeit zu verschaffen, ist konsequent hoch, für viele Startups der eigenen Einschätzung nach zu hoch.

Dabei gibt es nicht „die eine“ aggressive Werbung, vielmehr geht es um einzelne Bestandteile des Marketings und Marketing-Mixes: Produktversprechen, Nachhaltigkeitsaussagen, Preis- und Rabattaktionen sowie direkte oder indirekte Vergleiche mit Wettbewerbern – korrekt umgesetzt können sie eine Stärke und ein Indiz für gutes Marketing sein, fahrlässig umgesetzt können sie hingegen in rechtlichen Konsequenzen und sich daraus ergebenden Strafzahlungen resultieren. Kampagnen dürfen provokant sein, aber auch sehr offensive Kampagnen müssen auf einem rechtlich sicheren Fundament fußen. Genau das ist als erster Schritt sicherzustellen.

Interne Freigaben und richtiges Handeln im Ernstfall

Selbst bei kleinen Teams dürfen interne Prüfprozesse keine Option, sondern Notwendigkeit sein. Das gilt für Anzeigen, live geschaltete Landingpages und Social-Media-Posts gleichermaßen. Formulierungen, Nachweise für Behauptungen und Aktionsbedingungen sind intern leicht auffindbar abzulegen. Generell empfiehlt sich immer ein Vier- oder Sechs-Augen-Prinzip: Die Freigabe sollte einheitlich durch das erfahrenste und mit dieser Verantwortlichkeit vertraute Teammitglied erfolgen.

Fehlt es intern an rechtlichen Kompetenzen, muss man sich diese über externe Experten einkaufen, das ist immer noch günstiger als im Falle von Wettbewerbsverstößen hohe Strafzahlungen zu leisten. Des Weiteren lassen sich juristisch erteilte einstweilige Verfügungen oder kurzfristige Unterlassungen so proaktiv verhindern. Versucht es ein Wettbewerber dennoch, hat man zumindest eine Grundlage, um sich zur Wehr zu setzen.

Startups sind also definitiv auf ihren Mut und ihre Kreativität angewiesen, um mit kleinen Marketingbudgets die größtmögliche Wirkung zu erzielen: Aber die Kampagnen müssen rechtlich belegbar, transparent und sauber formuliert sein, denn das Wettbewerbsrecht kennt auch gegenüber kleinen und jungen Unternehmen keine Gnade.

Bild von rawpixel auf Pixabay

Autorin: Sandra May, Rechtsanwältin beim Händlerbund

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Dieselbe Sprache, andere Welten: Die Kommunikationsfalle im Gründerteam

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Gründerteam Kommunikation im Gründerteam Generationenkonflikt Ortrud Tornow helle Blätter

„Wir verstehen uns einfach nicht.“ – Diesen Satz hören wir in Beratungen mit gemischten Gründerteams beinahe jede Woche. Was als Generationenkonflikt erscheint, entpuppt sich bei genauerem Hinsehen meist als etwas anderes: zwei unterschiedliche Kommunikationswelten, die im selben Slack-Channel aufeinandertreffen. Die gute Nachricht: Das lässt sich auflösen – wenn ihr wisst, wo ihr ansetzen müsst.

Dieselbe Sprache, andere Bedeutung

Eine Szene aus einem unserer Workshops: Ein 52-jähriger Mitgründer ist verärgert, weil seine 28-jährige Co-Founderin nicht auf seine Slack-Nachricht von Sonntagabend reagiert hat. Sie wiederum versteht nicht, warum er um 22 Uhr noch operative Themen schickt – „ist doch nicht dringend, sonst hätte er angerufen“. Beide haben recht. Und beide haben unrecht. Denn sie sprechen dieselbe Sprache mit unterschiedlichen Bedeutungen.

Für ihn ist Slack ein Werkzeug, das man asynchron bedient: „Lies, wenn du Zeit hast, antworte, wenn du kannst.“ Für sie ist Slack der Ort, an dem akute Dinge kurz geklärt werden – mit der unausgesprochenen Erwartung, dass das, was nicht akut ist, dort gar nicht erst landet. Wer in welchem Verständnis aufgewachsen ist, hat selten mit dem Geburtsjahr zu tun, aber sehr viel mit beruflicher Prägung.

Drei Kommunikationsmuster, die fast immer für Reibung sorgen

Aus über 30 Jahren Beratungs- und Trainingsarbeit kristallisieren sich drei Muster heraus, die in altersgemischten Gründerteams regelmäßig knirschen. Kein einziges davon hat mit „Generation“ zu tun. Alle drei haben mit unausgesprochenen Erwartungen zu tun.

1. Tempo: Wer als „schnell“ gilt – und wer als „nachlässig“

Schnelle Antworten gelten in jungen Teams oft als Engagement-Signal. Wer innerhalb von 30 Minuten zurückschreibt, zeigt: „Ich bin dran.“ Erfahrene Gründer lesen dasselbe Verhalten häufig anders – als Mangel an Tiefe, als reflexhafte Reaktion ohne durchdachtes Argument.

Beide haben einen Punkt. Was nicht hilft: jede Seite über die eigene Definition von „professionell“ belehren. Was hilft: einmal explizit verabreden, was bei euch eine sofortige Antwort erfordert (Kundenkrise, Pressanfrage, Investor) und was warten darf, bis jemand die Zeit für eine durchdachte Antwort hat.

2. Feedback: Direkt oder eingebettet?

Junge Teammitglieder erwarten von Feedback meistens, dass es eingebettet ist: zuerst, was gut läuft, dann der Verbesserungspunkt, am Ende ein Ausblick. Erfahrenere Gründer sind oft direkter sozialisiert: Sie kommen zum Punkt, weil sie davon ausgehen, dass jeder im Raum das aushält. Beides ist legitim. Beides erzeugt Verletzungen, wenn die andere Seite das eigene Muster als universellen Standard versteht.

Was hier hilft: nicht das Feedback ändern, sondern den Rahmen. Verabredet euch auf zwei klare Feedback-Settings – ein wöchentliches, in dem direkter Klartext erwartet wird, und ein monatliches, in dem Entwicklung und Anerkennung ihren Platz haben. So weiß jede, in welchem Modus gerade gesprochen wird.

3. Entscheidungsstil: Konsens oder klare Ansage?

Der dritte Klassiker: Wie wird im Team entschieden? Viele jüngere Gründer sind in Strukturen sozialisiert, in denen breit konsultiert wird, bevor eine Entscheidung fällt. Erfahrenere Mitgründer, vor allem mit Führungserfahrung aus etablierten Unternehmen, kennen das anders: Wer verantwortet, entscheidet – und holt sich gezielt Input, statt jede abzuholen.

Beide Stile funktionieren in unterschiedlichen Kontexten. Was nicht funktioniert: dass im selben Team unausgesprochen zwei Erwartungssysteme parallel laufen. Klärt einmal sauber, welche Entscheidungen wo getroffen werden – und vor allem, wer in welchem Format wirklich Stimme hat und wer informiert wird.

Was sich verändert, sobald ihr das einmal aussprecht

In unserer Beratungspraxis erleben wir immer wieder denselben Effekt: Sobald ein Team diese drei Muster einmal benennt – am besten in einem zweistündigen, moderierten Setting – verschwinden 70 bis 80 Prozent der „Generationenreibung“ innerhalb weniger Wochen. Nicht weil die Unterschiede weg sind, sondern weil sie aus dem Bereich der unausgesprochenen Erwartungen in den Bereich der verabredeten Spielregeln wandern.

Was bleibt, ist die produktive Reibung: die zwischen unterschiedlichen Erfahrungen, Risikoprofilen und Marktinstinkten. Genau die Reibung, wegen der ihr euch ursprünglich zusammengeschlossen habt.

Drei Schritte, mit denen du heute anfangen kannst

Inventur. Setzt euch zu zweit oder zu dritt hin und beschreibt eine konkrete Reibungssituation der letzten zwei Wochen. Nicht „der Konflikt mit Sven“, sondern: Welche Nachricht, welche Reaktion, welches Missverständnis?

Übersetzung. Ordnet die Situation einem der drei Muster zu: Tempo, Feedback, Entscheidung. In neun von zehn Fällen passt eines davon.

Spielregel. Formuliert eine einzige, konkrete Verabredung, mit der ihr ab morgen anders umgeht. Eine. Nicht zehn. Lieber klein und gehalten als groß und vergessen.

Generationen sind nicht das Problem

Gemischte Gründerteams sind keine Belastung. Sie sind ein Vorteil. Was sie für viele schwierig macht, ist nicht die Mischung selbst, sondern die unausgesprochenen Erwartungen, die wir mitbringen – und für selbstverständlich halten.

Wer diese Erwartungen einmal sauber auf den Tisch legt, gewinnt zweimal: weniger Konflikt im Alltag und ein Team, das sich genau dort ergänzt, wo es vorher gerieben hat.

Im zweiten Teil dieser Serie schauen wir konkret darauf, was Gen Z und erfahrene Gründer tatsächlich voneinander lernen – jenseits der üblichen Klischees.

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Fehlt Outdoor Fans genau diese einfache Lösung unterwegs?

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PORSTI Outdoor Lösungen für Camping und Vanlife PORSTI BARTO

PORSTI entwickelt Outdoor Lösungen für Camping und Vanlife mit Fokus auf Ordnung, Komfort und hochwertiges Design

Wie ist die Idee zu BARTO konkret entstanden und wer steckt hinter dem Unternehmen?

Hinter PORSTI steht vor allem eines: der Anspruch, Dinge einfacher, besser, durchdachter und in einer überzeugenden Qualität zu machen. Gegründet wurde das Unternehmen von Steve Porstmann, einem Macher mit handwerklichem Hintergrund und einer klaren Leidenschaft dafür, praktische Lösungen selbst zu entwickeln, wenn der Markt sie nicht bietet.

Gab es einen bestimmten Moment draußen, der zur Entwicklung von BARTO geführt hat?

Die Idee zu BARTO ist – wie so oft – nicht am Schreibtisch entstanden. Sondern draußen. Unterwegs. Beim Campen. Ein typischer Moment: wenig Platz, alles irgendwie improvisiert. Getränke auf dem Boden. Schlüssel verschwinden. Keine richtige Ablagefläche. Genau da kam der Gedanke: Warum gibt es keinen kompakten, stabilen Tresen, den man einfach ans Fahrzeug „andocken“ und wieder entfernen kann, der zugleich hochwertig und stilvoll aussieht?

BARTO war geboren.

Was war die ursprüngliche Vision hinter BARTO und wie hat sie sich seitdem weiterentwickelt?

Die ursprüngliche Vision war simpel. Eine praktische Ablage für unterwegs. Schnell griffbereit. Stabil. Schön. Ohne Aufbau. Ohne Stress. Heute ist daraus deutlich mehr geworden. BARTO steht für Freiheit, Ordnung und Komfort im Outdoor-Leben. Ein kleines Produkt mit großem Impact.

Wie soll BARTO das Outdoor-Erlebnis für Camper, Vanlife-Fans und Reisende langfristig verbessern?

Langfristig soll BARTO das Outdoor-Erlebnis deutlich entspannter machen. Weniger Chaos. Mehr Struktur. Mehr Genuss. Egal ob beim Camping, im Vanlife oder beim spontanen Stopp am See.

Alles hat seinen Platz.

Welche Zielgruppe steht bei BARTO im Fokus und welche konkreten Alltagsprobleme werden gelöst?

Die Zielgruppe ist klar. Menschen, die unterwegs sind. Camper. Vanlife-Fans. Outdoor-Liebhaber. Aber auch Festivalbesucher, Angler oder einfach Leute, die draußen gerne gut organisiert sind. BARTO löst ein alltägliches Problem: fehlende Ablageflächen genau da, wo man sie braucht.

Was macht BARTO funktional so besonders. Wie gelingt die Verbindung aus Design, Stabilität und einfacher Anwendung?

Funktional überzeugt BARTO durch eine starke magnetische Befestigung. Kein Bohren. Kein Schrauben. Einfach anbringen. Fertig.

Warum fiel die Entscheidung auf Eichenholz und eine handgefertigte Produktion in Deutschland?

Dazu kommt die Kombination aus massivem Eichenholz und einer durchdachten Konstruktion. Die Magnete sind nahezu unsichtbar in das Holz eingearbeitet.

Stabilität trifft auf Design. Reduziert, aber hochwertig.

Die Entscheidung für Eichenholz war bewusst. Robust. Langlebig. Natürlich. Dazu die handgefertigte Produktion in Deutschland. Kurze Wege. Hohe Qualität. Und ein klares Statement für Wertigkeit.

Welche Rolle spielt die Zusammenarbeit mit der Lebenshilfe e.V. für das Unternehmen?

Ein besonderer Teil der Produktion entsteht in Zusammenarbeit mit der Lebenshilfe e.V. Das ist für uns mehr als nur ein Partner. Es ist ein bewusst gewählter Weg, soziale Verantwortung in unser Produkt zu integrieren. Wertschätzung und echte Zusammenarbeit auf Augenhöhe.

Mit welchen Herausforderungen wart ihr bei der Entwicklung der magnetischen Lösung konfrontiert?

Die Entwicklung der magnetischen Lösung war anspruchsvoll. Die richtige Balance zwischen Haftkraft und Flexibilität zu finden, hat Zeit gekostet. Unterschiedliche Oberflächen. Verschiedene Fahrzeugtypen. Am Ende musste es einfach immer funktionieren. Genau das war der Anspruch.

Was unterscheidet BARTO klar von anderen Outdoor-Produkten am Markt?

Was BARTO von anderen Outdoor-Produkten unterscheidet, ist die Kombination aus Einfachheit und Nutzen. Kein Gadget. Kein Spielzeug. Sondern ein echtes Tool für den Alltag unterwegs. Klarer Fokus. Sofort einsetzbar. Ohne Kompromisse.

Welche Bedeutung hat der Schutz durch das Deutsche Patent- und Markenamt für eure weitere Entwicklung?

Der Schutz durch das Deutsche Patent- und Markenamt gibt uns Sicherheit. Für unsere Idee. Für unsere Weiterentwicklung. Und für den klaren Aufbau einer starken Marke.

Welche nächsten Schritte sind geplant. Wird es weitere Produkte aus dem Hause BARTO geben?

Die nächsten Schritte sind bereits in Planung. BARTO ist erst der Anfang. Weitere Produkte, die das mobile Leben einfacher machen, sind in der Entwicklung. Immer mit dem gleichen Ansatz: praktisch, hochwertig, durchdacht.

Welche drei Ratschläge würdet ihr anderen Gründern mit auf den Weg geben?

Drei Dinge, die wir anderen Gründern mitgeben würden. Einfach machen. Nicht (zer)denken. Probleme wirklich verstehen. Und Lösungen bauen, die im echten Leben funktionieren. Und dranbleiben. Auch wenn es kompliziert wird.

Titelbild: @privat

Wir bedanken uns bei Steve Porstmann für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder


Premium Start-up: PORSTI

Porsti Logo grill better together

Kontakt:

PORSTI-Grill
Steve Porstmann
Waldstraße 2
76694 Forst

www.porsti-grill.de
support@porsti-grill.de

Ansprechpartner: Steve Porstmann

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GALVANY Wärmepumpen Plattform wächst auf 20 Millionen Euro Umsatz

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GALVANY Wärmepumpen Plattform wächst stark founder raik belka

Die GALVANY Wärmepumpen Plattform setzt ihren Wachstumskurs fort. Das Berliner Climate-Tech-Unternehmen hat eine profitable Seed-Finanzierung über 10 Millionen Euro abgeschlossen und den Umsatz innerhalb eines Jahres auf mehr als 20 Millionen Euro gesteigert. Mit dem neuen Kapital sollen vor allem Lösungen für Mehrfamilienhäuser sowie das KI-gestützte Energiemanagement weiter ausgebaut werden.

GALVANY versiebenfacht Umsatz auf 20 Millionen Euro und schließt profitable Seed-Runde über 10 Millionen Euro ab

Berliner Wärmepumpen-Plattform finanziert profitables Wachstum, Mehrfamilienhaus-Skalierung und KI-gestütztes Energiemanagement

GALVANY Wärmepumpen Plattform erhält 10 Millionen Euro Wachstumskapital

Berlin, 8. Juni 2026 — Die GALVANY Energy GmbH hat eine Seed-Finanzierungsrunde über 10 Millionen Euro abgeschlossen. Lead-Investor ist der niederländische Energy-Tech-Investor SET Ventures, Co-Lead ist der Berliner Climate-Tech-Fonds AENU. Mit dem frischen Kapital baut GALVANY eine End-to-End-Plattform für die Installation, den Betrieb und die Optimierung von Wärmepumpen in Deutschland weiter aus und legt dabei besonderen Wert auf den Bestandsmarkt für Mehrfamilienhäuser.

GALVANY wurde Ende 2022 von Raik Belka gegründet und beschäftigt heute über 90 Mitarbeitende. Das Unternehmen hat bislang mehr als 2.500 Wärmepumpen-Systeme installiert und damit über 3.850 Tonnen CO₂ vermieden. 2025 erzielte GALVANY einen Umsatz von 20,1 Millionen Euro — eine Versiebenfachung gegenüber dem Vorjahr — und schloss das Jahr mit einem positiven EBIT ab.

Wachstum der GALVANY Wärmepumpen Plattform im Gebäudebestand

Die Hardware — der gemeinsam mit Panasonic in Pilsen produzierte GALVANY Cube — wird durch eine modulare Systemarchitektur ergänzt, in der Wärmepumpe, Batteriespeicher und das Energy-Management-System GALVANY Fusion zusammenspielen.

Drei Schwerpunkte für die Weiterentwicklung der GALVANY Wärmepumpen Plattform

Drei Hebel für das frische Kapital

Mit der Finanzierung will GALVANY drei Themen vorantreiben:

Fokus Mehrfamilienhaus-Bestand: Ausbau des Angebots für Wohnungsunternehmen und Bestandshalter – das Segment mit dem höchsten CO₂-Einsparpotenzial pro Anlage.

GALVANY Fusion als Agentic Energy OS: Weiterentwicklung des KI-gestützten Energie-Managementsystems, das Lastprofile in Echtzeit aussteuert und dynamische Stromtarife in messbare Endkundenersparnis übersetzt.

Handwerker- und Vertriebsnetzwerk: Ausbau der Partnerstrukturen mit Installationsbetrieben sowie der eigenen Seller-Organisation, um die bundesweite Skalierung der Plattform zu beschleunigen.

Profitabilität als wichtiger Erfolgsfaktor

Profitabilität als Differenzierungsmerkmal

Im Gegensatz zum marktüblichen Standard setzt GALVANY auf ein vernetztes Plattform-Ökosystem: Anstelle eines kostspieligen Direktvertriebs integriert das Unternehmen Akquise, Einkauf, Montage und Management in einer zentralen Lösung.

Im Zentrum der Kundenansprache steht ein klares Versprechen: „Die erste Heizung, die sich selbst bezahlt.“ Auf Basis dynamischer Stromtarife, Lastverschiebung und Spotmarkt-Arbitrage werden Heiz- und Stromkosten messbar reduziert. Im Sommer soll V1 der GALVANY-App erscheinen, die die digitale Steuerung eines gesamten Energiesystems erlaubt.

Stimmen zur Entwicklung der GALVANY Wärmepumpen Plattform

Zitate

Raik Belka, Gründer und CEO von GALVANY:

Wir bauen die Infrastruktur, mit der die Wärmewende im Bestand endlich funktioniert. Wärmepumpen scheitern in Deutschland nicht an der Technologie, sondern an der Lücke zwischen Förderbürokratie, Installationskapazität und Finanzierbarkeit für den Endkunden. Genau diese Lücke schließen wir mit einer Plattform, die jedes Glied der Kette messbar besser macht — und sich dabei selbst trägt. Dass wir diese Runde aus einer profitablen Position heraus schließen, ist für uns mehr als eine Kennzahl: Es ist der Beweis, dass die Wärmewende ohne Verbrennungslogik finanzierbar ist.“

Dr. Till Stenzel, Partner bei SET Ventures:

„Die nächste Phase der Energiewende wird nicht durch Hardware entschieden, sondern durch die Software, die Erzeugung, Speicherung und Verbrauch intelligent verbindet. GALVANY ist eines der wenigen europäischen Unternehmen, das diese Logik konsequent vom Endgerät bis ins Stromnetz denkt. Mit der Plattform und dem Energy-Management-System wird die Wärmepumpe vom Heizgerät zum aktiven Element eines digital gesteuerten Energiesystems.“

Philip Specht, Partner bei AENU:

„Die Wärmewende ist das größte ungelöste Teilstück der europäischen Dekarbonisierung — und gleichzeitig eines der kapitalintensivsten. Was uns an GALVANY überzeugt hat, ist die Disziplin, mit der das Team Kosten, Effizienz und Kundennutzen zusammenbringt. Profitabilität in der Seed-Phase ist im Climate-Tech-Markt eine Seltenheit. Sie zeigt, dass GALVANY ein Geschäftsmodell gebaut hat, das skaliert, ohne sich von kurzfristigen Subventionszyklen abhängig zu machen.“

Prof. Dr.-Ing. Kai Strunz, Leiter des Fachgebiets Sustainable Electric Networks and Sources of Energy (SENSE) an der TU Berlin:

„Wärmepumpen sind zentral für die Dekarbonisierung des Gebäudesektors — entscheidend ist aber, wie sie betrieben werden. Mit intelligenter Anpassung der Lastprofile kann auch eine effiziente Nutzung unserer Stromnetze und weiterer Ressourcen unterstützt werden. Es freut mich zu sehen, dass GALVANY dank seiner datenbasierten Plattform solche Synergien ermöglicht. Aus wissenschaftlicher Sicht ist das ein wichtiger Beitrag, um die Wärmewende und die Netzintegration erneuerbarer Energien zusammenzudenken.“

Bildcredits: GALVANY Energy GmbH

Quelle PIABO PR GmbH

Was passiert, wenn Unternehmer jahrelang unter Dauerstress leben?

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Unternehmer, psychische Belastung und mentale Gesundheit Nadine Herpolsheimer Bildcredits: Herpolsheimer Consulting GmbH & Co. KG

In ihrem Buch „Durch die Hölle ging’s auf High Heels“ verarbeitet Nadine Herpolsheimer eine existenzielle Krise, die ihr Leben und Unternehmertum über Jahre geprägt hat. Im Interview spricht sie über psychische Belastungen von Unternehmern, mentale Gesundheit und die Frage, wie man auch in schwierigen Zeiten handlungsfähig bleibt.

Können Sie sich und Ihr Unternehmen bitte kurz vorstellen?

Mein Mann Sven und ich kommen aus der Automobilbranche und haben viele Jahre Fahrzeuge ins EU-Ausland verkauft. Dann stand eines Morgens die Steuerfahndung vor unserer Tür. Ein Autohändler in unserer Lieferkette hatte in Spanien jahrelang keine Umsatzsteuer abgeführt, ein sogenanntes Umsatzsteuerkarussell. Der Staat suchte Verantwortliche, die noch greifbar waren, und kam auf uns. Vorwürfe in Millionenhöhe, zehn Jahre Verfahren, obwohl wir nichts falsch gemacht hatten. Von heute auf morgen war unser Handel beendet.

Was wir in dieser Zeit über Behörden, Steuersysteme und unternehmerische Selbstverteidigung gelernt haben, ist heute unser Geschäft: Wir beraten Autohäuser und Händler, die ins EU-Ausland exportieren – damit ihnen nicht passiert, was uns passiert ist.

Unser Geschäftsmodell ist deutschlandweit einzigartig. Was uns damals fast zerbrochen hat, ist heute unser Alleinstellungsmerkmal.

Wie erleben Sie die aktuelle Debatte über mentale Gesundheit am Arbeitsplatz – und warum bleiben Selbstständige und Unternehmer dabei oft außen vor?

Die Debatte wird fast ausschließlich aus der Perspektive von Angestellten geführt. Es geht um Arbeitszeiten, Führungskultur und Überlastung. Was fehlt, ist der Blick auf diejenigen, die das Unternehmen am Laufen halten. Selbstständige können sich nicht einfach aus dem betrieblichen Alltag herausnehmen, ohne dass es Konsequenzen für Mitarbeiter und Kunden hat und die wirtschaftliche Existenz auf dem Spiel steht.

Dazu kommt ein hartnäckiger Trugschluss: Unternehmer werden mit Wohlstand gleichgesetzt. Aber in Aufbau- oder Krisenphasen fließt alles zuerst in den Betrieb, Gehälter, Fixkosten, Liquidität.

Ich kenne keinen einzigen Unternehmer, der sich jemals aus mentaler Überforderung heraus eine Krankschreibung erlaubt hat. Man funktioniert weiter bis der Körper über kurz oder lang die Notbremse zieht. Die Folgen eines betrieblichen Ausfalls sind dann natürlich weitaus schlimmer. Bei uns war es auch so. Mein Mann hat seit dem Verfahren Schwindelattacken, die keinen medizinischen Hintergrund haben. Er arrangiert sich bis heute damit.

Welche besonderen psychischen Belastungen tragen Unternehmer im Vergleich zu Angestellten oder Führungskräften?

Eine Führungskraft trägt Verantwortung innerhalb eines Unternehmens. Ein Unternehmer trägt Verantwortung für den kompletten Betrieb – für Mitarbeiter, Kunden, rechtliche Risiken, Liquidität.

Es ist also nachvollziehbar, dass der Kopf keinen Feierabend kennt. Du nimmst du alle Themen, die dich begleiten mit, egal wo du gerade bist. Nachts, am Wochenende, im Urlaub. Es gibt keinen Aus-Knopf, weil die Konsequenzen auf allen Ebenen greifen, wenn du ausfällst. Mir ist zum Beispiel Small Talk immer schwerer gefallen. Mein Kopf war permanent im Modus der Lösungsfindung, sodass da kein Platz mehr für Banalitäten war. Das hatte natürlich Auswirkungen auf unser soziales Umfeld.

Eine Führungskraft trägt auch Verantwortung. Aber sie ist selten so existenziell wie die eines Unternehmers.

In Ihrem Buch beschreiben Sie eine existenzielle Krise durch ein langjähriges steuerrechtliches Verfahren. Wie hat diese Situation Ihren Alltag als Unternehmerin geprägt?

Ein langjähriges steuerrechtliches Verfahren ist kein Vorgang im Hintergrund. Es ist eine dauerhafte Belastung, die sich in das gesamte Leben hineinschiebt — bei mir waren es zehn Jahre Daueranspannung.

Die Leichtigkeit war weg. Alles fühlte sich drei- bis fünfmal schwerer an als vorher. Bei jeder Entscheidung musste ich den Dominoeffekt mitdenken: Welche Folgereaktionen löst das aus? Man steht morgens trotzdem auf, führt Gespräche, trifft Entscheidungen, kümmert sich um Mitarbeiter, Kunden, Familie. Aber im Hintergrund läuft immer diese Unsicherheit mit.

Das Schlimmste war für mich nicht der Übergriff selbst. Das Schlimmste war die Erkenntnis danach: dass alles, woran ich vorher geglaubt hatte, für mich nicht mehr existierte. Integrität, Gerechtigkeit, plötzlich spielten sie keine Rolle mehr. Damit brach eine ganze Welt zusammen, weil das, was mir vorher Halt gegeben hatte, einfach nicht mehr da war.

Ich musste mir meine Realität und mein Wertesystem in den Jahren danach neu erschaffen. Das ist die eigentliche Geschichte hinter der Geschichte.

Gab es einen Moment, an dem Sie gespürt haben, dass die Belastung Ihre persönlichen Grenzen überschreitet?

Mein Gedanken wurden immer lauter und meine Kopfschmerzen nahmen zu. Ich war zwar körperlich anwesend, doch permanent in Alarmbereitschaft, als ob hinter der nächsten Tür wieder ein Säbelzahntiger lauerte. Am heftigsten waren für uns die “Zitterfreitage”. Die behördlichen Altpapierumschläge trafen IMMER freitags bei uns ein. Für uns ein absoluter Psychoterror. Sie konnten alles enthalten: von der Einstellung des Verfahrens bis hin zu neuen Vorwürfen, Fristen und Ablehnungen. Über das Wochenende waren wir mit unseren Briefen und deren Inhalt allein, denn kein Steuerberater oder Rechtsanwalt war ab 16 Uhr noch erreichbar.

Am Ende hat mein Körper für mich entschieden. Ich hatte das Gefühl, ich würde ersticken. Ich bin zum Arzt, zum Notarzt, aber körperlich war alles in Ordnung. Es waren Panikattacken. Mein Körper hat das, was mein Verstand jahrelang weggedrückt hatte, übersetzt in „ich kriege keine Luft mehr“.

Warum fällt es vielen Unternehmern schwer, offen über psychische Belastungen oder Überforderung zu sprechen?

Weil Unternehmer mit Stärke gleichgesetzt werden. Wer ein Unternehmen führt, soll souverän, entscheidungsstark, belastbar sein. Schwäche passt nicht in dieses Bild, und viele haben Angst, dass ein offener Umgang mit Ängsten oder Herausforderungen gegen sie verwendet wird – von Banken, Geschäftspartnern, Kunden, Wettbewerbern. Man will nicht den Eindruck erwecken, die Kontrolle zu verlieren. Also schweigt man. Doch genau dieses Schweigen macht die Belastung größer. Man bleibt allein mit Themen, die einen geschützten Raum bräuchten. Genau das möchte ich mit meinem Buch und dem Teilen unserer Geschichte ändern.

Welche Rolle spielen Angst vor Reputationsverlust und wirtschaftlicher Druck in solchen Situationen?

Eine sehr große. Vertrauen ist im Unternehmertum eine wirtschaftliche Währung. Wenn das Umfeld den Eindruck bekommt, jemand sei überfordert oder instabil, hat das reale Auswirkungen auf Geschäftsbeziehungen, Finanzierungen und Aufträge.

Gleichzeitig laufen die Kosten weiter. Gehälter müssen bezahlt, Kunden bedient, Entscheidungen getroffen werden. Behörden, Banken, Vertragspartner warten nicht, bis man emotional wieder stabil ist. Diese Kombination aus innerer Belastung und äußerem Druck ist das, was viele schweigen lässt.

Wie schafft man es, trotz enormer Belastung weiterhin Entscheidungen zu treffen und Verantwortung für Mitarbeiter und Unternehmen zu übernehmen?

Disziplin war unser Rettungsanker, auf Motivation war kein Verlass in dieser Zeit. Man schafft es, indem man sein Ziel ganz klar vor Augen hat und es fokussiert verfolgt.

Natürlich sind die Probleme damit nicht verschwunden. Aber es ist hilfreich, ihnen nicht die gesamte Energie zu geben. Stattdessen legte ich meinen Fokus auf den nächsten klaren Schritt. Was ist heute zu tun? Was braucht mein Unternehmen? Und was braucht meine Familie? Was brauche ich, um nicht aus meiner Mitte zu fallen?

Für mich gibt es sinnbildlich zwei Feuerkörbe. Der eine steht für Probleme, Ängste, Sorgen. Der andere für meine Ziele, meinen Fokus, meine Familie. Lange habe ich unbewusst den Problemkorb gefüttert. Irgendwann habe ich verstanden: Meine Gedanken sind die Holzscheite. Und ich entscheide, in welchen Feuerkorb ich sie werfe. Der Gegenpol zur Disziplin war für mich die Entschleunigung. Nicht immer weiter funktionieren zu müssen, sondern mir kleine Momente zurückzuholen: morgens bewusst aufzustehen, in Ruhe einen Kaffee zu trinken. Ich habe aufgehört, das Schöne im Alltag als selbstverständlich anzusehen. Stattdessen haben mein Mann und ich ein bewusstes Dankbarkeitsritual am Abend eingebaut.

Jeder hat von seinen ganz persönlichen Momenten des Tages berichtet, die ihm ein Lächeln ins Gesicht gezaubert hat. Von der netten Verkäuferin beim Bäcker, über das schöne Wetter bis hin zu einem wichtigen Neukunden. Das war für uns ein Gamechanger. Jeden Abend zu spüren, dass es so viel mehr gibt, was einen mit Glück erfüllt, als das rein Materielle.

Welche Auswirkungen haben psychische Krisen auf Familie, Partnerschaft und das persönliche Umfeld von Unternehmern?

Massive. Eine Krise bleibt nie nur im Unternehmen, sondern sie kommt mit nach Hause. Sie sitzt mit am Esstisch. Sie liegt nachts mit im Bett.

Vor allem unsere Tochter spürte die Anspannung, ohne ihre Ursache wirklich greifen zu können. Deswegen änderte ich auch unseren Start in den Tag, bevor es für sie zur Schule ging. Eine Viertelstunde früher aufstehen, damit wir entspannt bei Kerzenschein frühstücken konnten und mit einem Gespräch begannen, worauf wir uns heute freuen. Zudem führte ich den Mamma-Tochter-Tag ein: Montags nach der Schule durfte sie bestimmen, wie wir gemeinsam Zeit verbringen.

Gleichzeitig zogen wir uns aus dem Freundeskreis zurück. Nicht, weil uns diese Menschen egal waren, sondern weil wir uns auf alltägliche Themen kaum noch einlassen konnten, während in unserem Kopf permanent ein Horrofilm lief. Hinzukam, dass wir nicht offen aussprechen wollten, was gerade bei uns los ist.

Unsere Partnerschaft hat in dieser Zeit nur überlebt, weil wir bewusst auf gegenseitige Schuldzuweisungen und Rechthaberei verzichtet haben. Wir mussten beide lernen, nicht alles persönlich zu nehmen und verstehen, dass wir zwar eine große Schnittmenge an Ängsten teilen, doch jeder noch sein ganz persönliches Päckchen mit sich trägt. Diesen Themen haben wir in Gesprächen Raum gegeben, einfach durch zuhören. Wir haben nur geantwortet, wenn dies vom Partner gewünscht war. Das genügte: Offen auszusprechen, was in einem los ist, ohne dafür bewertet zu werden.

Was hat Ihnen persönlich geholfen, in dieser schwierigen Phase handlungsfähig zu bleiben?

Mir hat geholfen, mich immer wieder auf mich selbst zurückzubesinnen und auf meinen inneren Kompass zu vertrauen.

Mein wichtigster Anker in dieser Zeit war eine sehr konkrete Fähigkeit, die ich mir erarbeitet habe: Informationen von Emotionen zu trennen. Was uns dauerhaft krank macht, ist nicht das Thema selbst. Es ist unsere emotionale Reaktion auf das Thema.

Auf der Sachebene kannst du jedes Thema lösen. Du kannst es nüchtern angehen, einordnen, abarbeiten. Aber sobald die Emotion die Sachebene überschreibt, verlierst du den Zugriff.

Diese Trennung war meine größte Challenge und gleichzeitig das, was mich am meisten verändert hat. Ohne sie wäre ich durchgedreht oder hätte alles aus den Augen verloren, wofür ich morgens aufstehe.

Ich bin dankbar für diesen Prozess. Er hat mir eine innere Stärke aufgebaut, die mir heute keiner mehr nehmen kann und den Glaube daran, dass auch aus einer extrem belastenden Zeit etwas entstehen kann, wenn man bereit ist, ehrlich hinzusehen.

Sie sprechen davon, dass aus einem Tiefpunkt auch ein Wendepunkt entstehen kann. Welche Erkenntnisse haben Sie aus dieser Zeit mitgenommen?

Die wichtigste Erkenntnis war: Ich bin nicht das, was mir passiert. Ich bin diejenige, die entscheidet, wie sie damit umgeht.

Ein Tiefpunkt nimmt einem viel: Sicherheit, Leichtigkeit, Vertrauen, manchmal auch den Glauben an Fairness. Aber er kann einen auch zwingen, sehr klar zu werden. Wer steht wirklich an meiner Seite? Welche Werte sind nicht verhandelbar? Wo habe ich mich selbst zu lange übergangen?

Für mich wurde aus dieser Zeit eine radikale Neuausrichtung. Ich habe verstanden, dass äußere Kontrolle nie die Antwort ist. Entscheidend ist die innere Stabilität — die Fähigkeit, in mir selbst Halt zu finden, gerade wenn im Außen nichts mehr sicher ist.

Welche Unterstützung wünschen Sie sich für Selbstständige und Unternehmer im Bereich mentale Gesundheit?

Klassische Angebote greifen für Unternehmer oft zu kurz. Sie berücksichtigen nicht, dass wir uns nicht einfach aus dem System nehmen können, ohne dass Konsequenzen entstehen. Krankschreibung ist keine Option, wenn am nächsten Tag das Unternehmen stillsteht.

Was Unternehmern wirklich fehlt — und enorm helfen könnte — ist ein Austausch unter Gleichgesinnten. Ein wertfreier Raum, in dem man sich gegenseitig Impulse gibt und sich durch die individuellen Wege und Lösungen anderer inspiriert.

Ein Raum, in dem man einfach verstanden wird und ehrlich sein darf. Ein Raum, in dem Schadenfreude ein Fremdwort ist.

Vor allem braucht es Entstigmatisierung. Mentale Belastung ist kein Zeichen von Schwäche. Sie ist die Folge jahrelanger Verantwortung ohne echte Entlastung.

Was sollte sich aus Ihrer Sicht gesellschaftlich und politisch ändern, damit Unternehmer mit psychischen Belastungen nicht länger unsichtbar bleiben?

Gesellschaftlich müssen wir aufhören, Unternehmer nur als Leistungsträger, Steuerzahler oder in ihrer wirtschaftliche Funktion zu betrachten. Hinter jedem Unternehmen steht ein Mensch. Mit einem Körper, einem Nervensystem, einer Familie und persönlichen Grenzen.

Politisch wünsche ich mir ein Bewusstsein dafür, welche psychische Belastung, behördliche Prüfungen, bürokratische Unsicherheit, permanente neue, erweiterte Auflagen zur Entlastung des Staates auslösen können und welche zeitliche und finanzielle Mehrbelastung und welcher wirtschaftliche Druck dadurch entstehen.

Natürlich braucht es Kontrolle, Regeln und Verfahren, aber wenn wir Unternehmern dauerhaft das Gefühl geben, sie seien lediglich die Melkkuh der Nation — dass sie immer mehr Rechte verlieren und ihre Pflichten sich multiplizieren — belastet das den Menschen und damit das ganze System. Unternehmer dürfen nicht erst dann gesehen werden, wenn sie scheitern. Sie brauchen Unterstützung, bevor sie innerlich oder wirtschaftlich zerbrechen.

Welche Botschaft möchten Sie anderen Unternehmern mitgeben, die sich aktuell in einer ähnlichen Situation befinden?

Verwechsle Funktionieren nicht mit Stabilität. Nimm deine Belastung ernst und warte nicht, bis dein Körper dich stoppt. Sprich mit Menschen, denen du vertrauen kannst oder suche Dir gezielt Unterstützung – gerade bei Menschen, die diesen Weg schon gegangen sind.

Häufig besteht Stärke nicht darin, alles allein auszuhalten, sondern darin, ehrlich zu erkennen: So kann ich nicht weitermachen. Genau an diesem Punkt beginnt Veränderung.

Und vielleicht das Wichtigste: Nichts in deinem Leben geschieht ohne Grund. Alles passiert zu einem bestimmten Zweck, auch wenn wir es oft erst Jahre später erkennen.

Was wünschen Sie sich, dass Leserinnen und Leser aus Ihrem Buch „Durch die Hölle ging’s auf High Heels“ mitnehmen?

Man kann durch sehr dunkle Phasen gehen und gestärkt daraus hervorgehen. Aber man kommt nicht unverändert heraus.

Du bist nicht allein. Gerade Unternehmer glauben oft, sie seien die Einzigen, die mit Angst vor Gesichtsverlust, finanziellem Druck und existenziellen Themen kämpfen. Jeder trägt sein Päckchen – nur kennen wir die Geschichten meist nicht, weil sie totgeschwiegen werden.

Deshalb war es mir wichtig, meine Geschichte öffentlich zu machen. Nicht um Applaus zu bekommen, sondern um andere zu ermutigen, mit Krisen offener umzugehen.

Eine Schulter zum Anlehnen, ein ehrlicher Zuhörer, ein aktiver Austausch — das ist in solchen Zeiten Gold wert. Manchmal reicht ein einziger Satz, um die Segel neu zu setzen.

Mein Buch soll zeigen: Die eigene Geschichte ist kein Versagen. Es ist ein Leben. Entscheidend ist nicht, dass immer alles gerade läuft. Entscheidend ist, wie wir damit umgehen.

Sehen wir uns als Opfer oder als Gestalter?

Du hast immer eine Wahl.

Die Krise war real. Aber sie hatte nicht das letzte Wort. Das hatte ich.

Titelbild Nadine Herpolsheimer Bildcredits: Herpolsheimer Consulting GmbH & Co. KG

Wir bedanken uns bei Nadine Herpolsheimer für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Wem vertrauen Entscheider, wenn KI die Antworten liefert?

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Kundenbeziehungen, KI und Trusted Advisor im Wandel Giso Weyand Credit Robin Breitmayer

Giso Weyand-Gondorf zu seinem neuen Buch „Vom Dienstleister zum Trusted Advisor – Wie Sie durch echte Beratung unersetzlich werden“

Wie hat sich die Rolle klassischer Beratungen und Expertenorganisationen in den vergangenen Jahren verändert?

Die Rolle hat sich verschoben, und zwar deutlicher, als viele in unserer Branche wahrhaben wollen. Vor zwanzig Jahren bedeutete Beratungs- oder Agenturtätigkeit, ein klar umrissenes Problem zu lösen. Der Kunde hatte einen Engpass, suchte einen Spezialisten, ein Projekt wurde aufgesetzt und sauber abgearbeitet. Das funktionierte, weil Wissen knapp war und Expertise einen exklusiven Wert hatte.

Heute kommt ein Kunde gut informiert ins Erstgespräch. Er hat Methoden recherchiert, kennt Tools, hat sich von der KI Lösungsansätze vorschlagen lassen. Die Anfragen werden präziser. Was er von uns will, formuliert er meistens schon im ersten Satz: „Wir brauchen genau diese Maßnahme.“ Vordergründig ist alles glasklar.

Im Hintergrund wächst die Unsicherheit. Genau deshalb verschiebt sich unsere Rolle: weg vom Spezialisten, der ein Problem abarbeitet, hin zu einer Instanz, die mit dem Entscheider gemeinsam herausarbeitet, was er wirklich braucht. Wer diese Verschiebung verschläft, wird austauschbar.

Warum verliert reine Expertise aus Ihrer Sicht zunehmend ihren exklusiven Wert?

Weil sie verfügbar geworden ist. Ein Geschäftsführer kann heute innerhalb von zehn Minuten mit ChatGPT eine Markenstrategie skizzieren, eine SWOT-Analyse durchspielen oder sich die zehn wichtigsten Hebel zur Prozessoptimierung erklären lassen. Was wir früher in einem Workshop für 8.000 Euro geliefert haben, bekommt er heute in einer halben Stunde.

Das heißt nicht, dass Fachwissen wertlos wird. Es bleibt die Grundlage. Was jedoch an exklusivem Wert verliert, ist die reine Information. Was dagegen an Wert gewinnt, ist die Einordnung, die Erfahrung und das Urteilsvermögen. Ein Markt ist in fast jedem Themenfeld dicht besetzt und exzellente Experten stehen im Wettbewerb mit anderen exzellenten Experten. Sobald das Problem klar definiert ist, wird daher verglichen, verhandelt und der Preis gedrückt. Wer sich allein über fachliche Tiefe definiert, landet im Preiskampf.

Welche Auswirkungen haben KI, Datenplattformen und Automatisierung aktuell auf Beratungen, Agenturen und Professional Services?

Zwei Effekte beobachte ich gerade sehr deutlich. Erstens: Die klassische Brot-und-Butter-Arbeit bricht weg: Recherchen, erste Analysen, Standardberichte, einfache Konzepte. Das wurde früher als selbstverständliche Leistung berechnet. Heute fragt der Kunde sich: Warum sollte ich dafür zahlen, wenn ich es selbst in einer Stunde herausbekomme?

Zweitens: KI greift auch in anspruchsvollere Bereiche ein. Supply-Chain-Optimierung, Preisstrategien, Personalplanung. Eine Studie der Boston Consulting Group hat 2023 gezeigt, dass ihre eigenen Beraterinnen und Berater mit KI rund 40 Prozent leistungsfähiger arbeiten als ohne. Wenn das in den Beratungen so funktioniert, dann funktioniert es auch beim Kunden selbst.

Der gefährliche Reflex in unserer Branche ist gerade: „Wir müssen jetzt schneller, günstiger und KI-gestützter werden.“ Das ist die falsche Antwort, denn in genau diesem Wettbewerb verliert man gegen Tools und Billiganbieter. Die richtige Antwort liegt in der Bewegung in die andere Richtung: nach oben, in die Tiefe der Kundenbeziehung und in die Arbeit an den eigentlichen Zielen.

Sie sprechen von einer Krise der klassischen Expertenorganisation. Woran zeigt sich diese besonders deutlich?

An mehreren Symptomen: Zum einen werden die Anfragezyklen länger. Wo früher ein Projekt nach drei Wochen entschieden war, ziehen sich die Entscheidungen heute über Monate. Projekte, die früher auf 18 Monate angelegt waren, lassen sich oft nur noch in Drei-Monats-Etappen verkaufen. Manche Kunden bestehen auf Testläufe, bevor sie sich auf etwas Größeres einlassen.

Die Honorarverhandlungen finden zunehmend mit dem Einkauf statt, nicht mit der Entscheiderin oder dem Entscheider. Damit verliert man die Augenhöhe. Sobald der Einkauf am Tisch sitzt, geht es um Tagessätze, Standards, Vergleichbarkeit und die strategische Dimension verschwindet.

Und schließlich: Viele Expertenorganisationen sitzen fest in ihrer thematischen Schublade. Sie sind bekannt als „die Datenstrategen“ oder „die Markenrechtler“ und wenn der Kunde ein größeres, übergreifendes Thema hat, kommt er gar nicht auf die Idee, sie anzufragen. Diese Schublade ist ein Geschäftsrisiko, das viele unterschätzen.

Warum wird Orientierung in einer datengetriebenen Welt wichtiger als Information?

Weil wir in Information ertrinken. Jeder Geschäftsführer, jede Vorständin hat heute Zugriff auf mehr Daten, Studien, Reports und KI-generierte Analysen, als ein Mensch jemals verarbeiten kann. Die Frage ist nicht mehr: Wo finde ich die Information? Die Frage ist: Was bedeutet das jetzt? Was ist wichtig, was nicht? Und wie hängt das mit unserer Strategie zusammen?

In meiner Arbeit treffe ich Entscheider*innen, die einen ganzen Stapel an Daten und Vorschlägen vor sich liegen haben und sich trotzdem ratlos fühlen. Sie beschreiben das oft als „Problemwolke“: Sie sehen viele Themen gleichzeitig, spüren Druck von verschiedenen Seiten, müssen Entscheidungen treffen, von denen sie nicht wissen, ob sie richtig sind.

Genau hier braucht es jemanden, der zuhört, Wichtiges von Unwichtigem trennt, klare Worte findet. Sie brauchen keine endgültigen Antworten, sondern einen Sparringspartner, der die Lage ordnet und die Diskussion auf die richtigen Fragen lenkt – das ist Orientierung. Und Orientierung kann eine KI nicht leisten, weil sie das Unternehmen, die handelnden Personen und die feinen politischen Dynamiken nicht kennt.

Was unterscheidet einen Trusted Advisor konkret von einem klassischen Dienstleister?

Ein Dienstleister erledigt Maßnahmen. Ein Experte löst Probleme. Ein Trusted Advisor arbeitet an den Zielen des Kunden. Das klingt nach einer Nuance, ist aber ein grundlegender Unterschied.

Ein Beispiel aus einer Agentur, die ich begleite: Ein Mittelständler fragt eine Kampagne an. Budget steht, Zeitrahmen steht, Briefing ist da und die Agentur könnte loslegen. Stattdessen fragt die Geschäftsführerin: „Was soll sich durch die Kampagne verändern? Wozu wollen Sie das eigentlich machen?“ In der Tiefe zeigt sich: Hinter dem Wunsch nach mehr Sichtbarkeit steckt ein Ertragsrückgang, der die ganze Marktposition gefährdet. Kommunikation allein wird das nicht lösen. Es geht um Geschäftsmodell, Vertrieb und Produktpolitik.

Was macht die Agenturchefin? Sie nimmt nicht einfach den Auftrag und wird auch nicht zur Universal-Beraterin, die alles selbst macht, sondern sie geht in eine Metaposition und überlegt gemeinsam mit dem Kunden: Was braucht es wirklich? Was kann der Kunde selbst leisten? Wo holen wir Spezialisten dazu? Was übernehmen wir? Sie wird zur Architektin der Lösung und damit verändert sich auch ihre Rolle dauerhaft: Sie sitzt am Entscheidertisch, nicht am Projekttisch.

Welche Denkfehler machen viele Beratungen aktuell im Umgang mit KI und Automatisierung?

Der erste Denkfehler: „Wir müssen unseren Marktauftritt mit KI füllen.“ Auf einmal sieht jede Website gleich aus, die LinkedIn-Posts klingen alle ähnlich, die Whitepaper sind austauschbar. Wer so kommuniziert, wird unsichtbar in der Content-Flut.

Der zweite: „Wir können dank KI günstiger anbieten und damit Wettbewerbsvorteile gewinnen.“ Das ist ein kurzer Triumph. In einem Jahr kann der Wettbewerb das Gleiche, und der Preis fällt weiter. Wer in den Effizienzwettlauf einsteigt, kämpft gegen eine Maschine, die niemals müde wird.

Der dritte und gefährlichste: „KI nimmt uns die Arbeit ab, also brauchen wir weniger erfahrene Köpfe.“ Das Gegenteil ist richtig. Wenn KI die Standardarbeit übernimmt, wird die Erfahrung dessen, der das Ergebnis einordnet, wertvoller. Das Urteil und die Fähigkeit, einer Vorstandsfrau zu sagen: „Das, was die KI Ihnen da vorschlägt, ist technisch richtig. In Ihrer Unternehmenskultur wird es scheitern. Lassen Sie uns überlegen, was wirklich passt.“ Dieses Urteilsvermögen baut man nicht in Webinaren auf, das entsteht durch Jahre an echten Gesprächen mit echten Entscheidern.

Warum profitieren Trusted-Advisor-Organisationen gerade in volatilen Zeiten besonders stark?

Weil sich Entscheider*innen in unsicheren Phasen nach einer starken Schulter sehnen. Das ist kein Marketingbegriff, das beobachte ich seit Jahren in meiner Arbeit. Wenn die Welt brüchig wird, wenn Pläne über Nacht obsolet werden, wenn nicht klar ist, ob die nächste Investition trägt, dann wollen Menschen einen Gesprächspartner, dem sie vertrauen.

Modelle wie VUCA oder BANI beschreiben diese Welt. Volatil, unsicher, komplex, mehrdeutig. Oder eben: brüchig, ängstigend, nicht-linear, unbegreiflich. In so einer Welt reichen Methoden und Fachwissen nicht. Was zählt, sind Haltung, Erfahrung und Tragfähigkeit der Beziehung und Trusted-Advisor-Organisationen haben diese Beziehung. Sie wurde über Jahre aufgebaut, in vielen Gesprächen, in geteilten Erfahrungen, in schwierigen Situationen. Wenn jetzt ein Kunde unter Druck steht, ruft er nicht erst einen neuen Anbieter an, sondern er ruft den Menschen an, dem er vertraut. Die anderen schauen währenddessen auf ihre Pipeline und wundern sich, warum die Anfragen ausbleiben.

Wie gelingt es Unternehmen, vom reinen Auftragnehmer zu einem strategischen Sparringspartner zu werden?

Der erste Schritt ist eine Haltungsfrage. Solange wir uns als Anbieter verstehen, der dem Kunden gegenübersitzt, bleiben wir in der transaktionalen Logik. Der Kunde fragt, wir antworten. Der Kunde wünscht, wir liefern. Pingpong. Es gibt kein „Wir“.

Den Wechsel beschreibe ich gern mit dem Bild des Schulterschlusses: Sie sitzen nicht mehr gegenüber, sondern sie sitzen daneben und schauen gemeinsam auf das Thema. Das beginnt schon im Erstgespräch, wenn der Kunde sein Anliegen beschreibt. Statt jetzt eine Lösung zu skizzieren, fragen Sie: „Wozu wollen Sie das machen? Was soll sich dadurch verändern? Erzählen Sie mir mehr.“ Diese Fragen sind keine Methode, sondern Ausdruck einer Haltung.

Konkret braucht es drei Dinge. Erstens: das Handwerk, ein Gespräch zu führen, das in die Tiefe geht. Zweitens: die Fähigkeit, mit dem Kunden einen Wertpakt zu schließen, schriftlich festzuhalten, welche Ziele Sie gemeinsam erreichen wollen und welcher Wert damit verbunden ist. Drittens: die Bereitschaft, alle relevanten Entscheider*innen einmal gesprochen zu haben, bevor das Angebot rausgeht. Das ist anstrengend. Aber ein Angebot, das auf gemeinsam entwickelten Zielen basiert, ist einzigartig und kaum vergleichbar. Damit entziehen sich der Austauschbarkeit.

Welche Rolle spielen Vertrauen, Haltung und auch Widerspruch in modernen Kundenbeziehungen?

Vertrauen ist die Basis, denn ohne Vertrauen ruft niemand an, wenn es brennt. Die Haltung bestärkt Vertrauen. Und Widerspruch ist dann der Lackmustest.

In meinen Coachings beobachte ich oft, dass Berater*innen sich nicht trauen, dem Kunden zu widersprechen. Sie haben Angst, ihn zu verärgern, den Auftrag zu verlieren. Das Ergebnis: Sie sagen zu allem Ja, erfüllen jeden Sonderwunsch, opfern Wochenenden für Entwürfe, die niemand wertschätzt. Und je mehr sie sich anpassen, desto weniger werden sie ernst genommen.

Ein Trusted Advisor traut sich, klare Kante zu zeigen. Er sagt: „In dieser Frage sehe ich das anders, und zwar aus folgenden Gründen.“ Oder: „Das, was Sie gerade vorhaben, halte ich für falsch. Lassen Sie uns das diskutieren.“ Das ist keine Provokation, sondern Fürsorge. Wenn Sie sich gegenseitig nichts zumuten, entsteht keine stabile Beziehung.

Hinter dieser Haltung steht ein humanistisches Menschenbild: Ich nehme mein Gegenüber ernst als autonomen, urteilsfähigen Menschen. Genau deshalb sage ich ihm meine ehrliche Einschätzung, auch wenn sie unbequem ist. Die paternalistische Variante wäre, ihm nach dem Mund zu reden. Das hilft niemandem.

Welche drei Ratschläge würden Sie Beratungen, Agenturen und Professional-Service-Unternehmen aktuell mit auf den Weg geben?

Erstens: Überprüfen Sie ehrlich, auf welcher Ebene Sie heute arbeiten. Liefern Sie Maßnahmen, lösen Sie Probleme oder arbeiten Sie an den Zielen Ihrer Kunden? Die Antwort fällt selten so aus, wie man hofft. Viele Unternehmen halten sich für strategische Partner und sind in der Realität reine Auftragsabwickler. Diese ehrliche Standortbestimmung ist der Ausgangspunkt für alles Weitere.

Zweitens: Bauen Sie Ihr Repertoire aus, damit Sie auf Entscheiderebene Gespräche führen können, die in die Tiefe gehen. Das ist Handwerk, kein Charisma. Wie führe ich ein Gespräch, das nicht beim ersten Problem stehen bleibt? Wie helfe ich einem Geschäftsführer, seine Problemwolke zu lichten? Wie schließe ich einen Wertpakt? Das lässt sich lernen und üben. Es braucht ein bis zwei bis drei Jahre konsequente Praxis, dann sitzt es.

Drittens: Investieren Sie in die Beziehungen zu Ihren bestehenden Kunden. Genau dort liegen die verborgenen Schätze, die viele Anbieter übersehen. Wer einen Stammkunden hat, kennt sein Unternehmen, seine Kultur, seine Menschen und seine Strategie. Das ist ein Wissen, das niemand sonst hat. Vereinbaren Sie regelmäßige Jour fixes auf Entscheiderebene und zwar nicht zum Statusbericht, sondern zum strategischen Austausch. Sprechen Sie über das, was den Kunden im nächsten Jahr beschäftigt. Wer diesen Dialog hält, ist nicht ersetzbar.

Bildcredits/Fotograf:  Robin Neu-Breitmayer

Wir bedanken uns bei Giso Weyand-Gondorf für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder


Wenn 47.600 Euro plötzlich zurück gezahlt werden – Existenzpanik?

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FernUSG: Fernunterricht und Zulassung für Coaches Georgia Geka Rampota

Warum die BGH-Urteile 2026 für Coaches zur Existenzfrage werden

Es beginnt mit einer E-Mail, die niemand erwartet. Ein Coach öffnet morgens das Postfach, und dort liegt ein Anwaltsschreiben. Eine ehemalige Teilnehmerin fordert 24.000 Euro zurück. Das komplette Honorar. Der Coach denkt an einen Irrtum, an einen Versuch, an Dreistigkeit. Doch das Schreiben stützt sich auf ein Gesetz, das er nie auf dem Schirm hatte. Und wenige Monate später bestätigt der höchste deutsche Zivilgerichtshof: Sie bekommt jeden Cent.

Diese Szene ist kein Einzelfall mehr. Sie wiederholt sich gerade in der gesamten Coaching- und Online-Kursbranche. Der Grund trägt ein sperriges Kürzel: FernUSG, das Fernunterrichtsschutzgesetz. Ein Gesetz aus einer Zeit, in der niemand an digitale Mentoring-Programme dachte. Und das genau diese Programme heute zu Fall bringt.

Das Gesetz, das keiner kannte

Die Idee dahinter ist alt und ehrenwert: Lernende sollen vor unseriösen Fernlehrgängen geschützt werden. Wer Fernunterricht anbietet, braucht eine Zulassung der Staatlichen Zentralstelle für Fernunterricht in Köln. Fehlt sie, ist der Vertrag nach Paragraf 7 FernUSG von Anfang an nichtig. Übersetzt heißt das: Der Vertrag gilt, als hätte es ihn nie gegeben. Die Teilnehmenden bekommen ihr Geld zurück. Einen Ausgleich für die geleistete Arbeit gibt es in der Regel nicht.

Ob ein Angebot in diese Falle läuft, entscheidet sich an drei Fragen. Werden gegen Geld Kenntnisse und Fähigkeiten vermittelt? Sind Lehrende und Lernende überwiegend räumlich getrennt? Und wird der Lernerfolg überwacht? Wer dreimal Ja sagt, braucht eine Zulassung. Punkt.

Der Satz, der die Branche erschütterte

Lange klammerten sich viele Anbieter an einen Strohhalm: Das Gesetz schütze nur Verbraucher, hieß es, nicht Unternehmer. Wer also ausschließlich an Selbstständige verkauft, sei fein raus. Diesen Strohhalm hat der Bundesgerichtshof am 12. Juni 2025 zerbrochen (III ZR 109/24). Das FernUSG gilt für alle Teilnehmenden, egal ob privat oder beruflich. Am 2. Oktober 2025 zog das Gericht nach und bestätigte die Linie (III ZR 173/24).

Im Fall, der alles auslöste, ging es um ein hochpreisiges Mentoring-Programm für fast 47.600 Euro. Der Teilnehmer bekam sein Geld zurück, weil der Anbieter keine Zulassung hatte. Die Lektion war brutal einfach: Es zählt nicht der Preis, nicht die Dauer, nicht ob auf der Webseite Coaching, Mentoring oder Ausbildung steht. Es zählt allein, was wirklich passiert.

Inhalt schlägt Etikett

Anfang 2026 legte der Bundesgerichtshof gleich mehrfach nach. Mit dem Urteil vom 15. Januar 2026 (III ZR 80/25) machte er klar: Entscheidend ist das konkrete Leistungsspektrum, nicht der Name des Produkts. Und der Begriff der Wissensvermittlung wird weit ausgelegt. Eine besondere Qualität der Inhalte muss nicht einmal vorliegen.

Noch unangenehmer für viele: Auch die Überwachung des Lernerfolgs ist schnell erfüllt. Es genügt, dass Teilnehmende Fragen stellen dürfen, in Live-Calls, in der Gruppe oder per Chat. Niemand muss aktiv kontrollieren. Die bloße Möglichkeit zur Rückfrage reicht aus. Genau das, was eigentlich gute Betreuung ausmacht, wird so zum rechtlichen Risiko.

Ein Lichtblick mit Haken

Dann kam die Entscheidung, auf die viele gewartet hatten. Am 5. Februar 2026 urteilte der Bundesgerichtshof, dass überwiegend synchrone Live-Formate keinen Fernunterricht darstellen (III ZR 137/25). Wer also in Echtzeit kommuniziert, im interaktiven Webinar oder im virtuellen Klassenzimmer, unterliegt nicht der Zulassungspflicht. Denn die räumliche Trennung fehlt, wenn beide Seiten direkt miteinander sprechen können.

Doch die Erleichterung hat einen Haken. Überwiegend asynchrone Formate bleiben in der Pflicht: On-Demand-Kurse, zeitversetzte Programme, vorab aufgezeichnete Videos. Und jetzt wird es heikel. Wird ein Live-Call später als Aufzeichnung bereitgestellt, zählt dieser Teil als asynchron. Die alles entscheidende Frage lautet damit: Was überwiegt im Gesamtprogramm wirklich?

Was jetzt zu tun ist

Wer ein digitales Angebot verkauft, sollte ehrlich in den eigenen Kursaufbau schauen. Wie viel ist aufgezeichnet, wie viel echte Live-Interaktion? Welche Rückfragemöglichkeiten könnten als Lernerfolgskontrolle gelten? Wer überwiegend asynchron arbeitet und Wissen vermittelt, sollte eine Zulassung ernsthaft prüfen. Wer auf Live setzt, sollte das belegen können.

Und der Blick zurück lohnt sich, denn Ansprüche aus nichtigen Verträgen verschwinden nicht über Nacht. Auch abgeschlossene Programme können noch zum Bumerang werden. Eine saubere Vertragsgestaltung und eine ehrliche Produktbeschreibung sind heute keine Kür, sondern Schutzwall für das eigene Geschäft.

Die Botschaft der Richter ist unmissverständlich: Es zählt, was tatsächlich angeboten wird, nicht wie es genannt wird. Das nächste Anwaltsschreiben kommt vielleicht nie. Aber wer sein Angebot jetzt auf festen Boden stellt, muss morgens das Postfach wieder ohne Bauchgrummeln öffnen.

Bildcredits/ Fotograf: Fabian Martin Fabian Mepic Photography

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Wasserfreie Naturkosmetik mit Ceramiden, Q10 und Arnika

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Wasserfreie Naturkosmetik von NICAMA

Naturkosmetik neu gedacht: NICAMA lanciert erste wasserfreie Wirkstoff-Serie mit Ceramiden, Q10 & Arnika

Wasserfreie Naturkosmetik wird für viele Verbraucher immer wichtiger. Gleichzeitig wächst der Wunsch nach wirksamer Pflege und nachhaltigen Produkten. Viele Menschen möchten ihre Haut pflegen und zugleich auf unnötige Inhaltsstoffe verzichten. Genau hier setzt NICAMA an. Das Dresdner Social Startup verbindet moderne Wirkstoffe mit klaren Rezepturen. Zudem verzichtet die neue Serie auf Wasser und viele Zusatzstoffe. Dadurch entsteht eine Pflege, die wirksam ist und gleichzeitig Ressourcen schont. Außerdem zeigt NICAMA, dass Nachhaltigkeit und Leistung zusammenpassen können. So verbindet die neue Produktlinie moderne Hautpflege mit einem bewussten Umgang mit natürlichen Ressourcen.

Dresden, 02. Juni 2026 – Mit dem Launch der neuen Bio-Sheacreme-Kollektion setzt das Dresdner Social-Startup NICAMA neue Maßstäbe in der plastikfreien Hautpflege. Erstmals kombiniert die Marke ihre durchdachten, minimalistischen, wasserfreien Rezepturen mit gezielten Wirkstoffen der Performance-Kosmetik wie Ceramiden, Q10 und Arnika. Damit beweist NICAMA, dass High-Performance-Pflege und ökologische Verantwortung im Badezimmer Hand in Hand gehen können.

Wasserfreie Naturkosmetik für moderne Hautpflege

In einer Welt überladener Pflegeroutinen besinnt sich NICAMA auf das Wesentliche. Durch die Kombination von Bio-Sheabutter mit wissenschaftlich fundierten Actives entsteht eine Produktlinie, die gezielt auf Barriereschutz, Zellregeneration und Hautberuhigung einzahlt, ohne die Haut mit unnötigen Füllstoffen zu belasten.

„Bisher galt Wirkstoffkosmetik oft als kompliziert und überladen. Mit unserer neuen Serie beweisen wir das Gegenteil: Wir kombinieren High-Performance-Inhaltsstoffe wie Ceramide und Q10 mit einer minimalistischen, wasserfreien Rezeptur. Das Ziel war es, eine Pflege zu schaffen, die keine Kompromisse macht, weder bei der Wirksamkeit auf der Haut noch beim Schutz unseres Planeten“, sagt Jannis, einer der Gründer von NICAMA.

Ein zentraler Vorteil der wasserfreien Formulierung ist die lange Haltbarkeit ohne Konservierungsstoffe und die einfache Anwendung: NICAMA empfiehlt, die Bio-Sheacreme nach der Reinigung direkt auf die noch leicht feuchte Haut aufzutragen. So verbindet sich die Creme mit dem Wasser zu einer spontanen Emulsion, die tief einzieht, die Feuchtigkeit einschließt und kein fettiges Gefühl hinterlässt.

Wasserfreie Naturkosmetik mit nachhaltigem Ansatz

Das Versprechen der NICAMA Bio-Sheacremes:

Die NICAMA Bio-Sheacremes vereinen Naturkosmetik mit wirksamen Actives und setzen dabei auf eine minimalistische Rezeptur. Zudem sind die Produkte vegan und bestehen aus 100 Prozent natürlichen Inhaltsstoffen. Gleichzeitig kommen sie ohne Emulgatoren aus und bleiben vollständig wasserfrei. Dadurch sind die Cremes besonders ergiebig und bieten eine reichhaltige Pflege für die Haut. Darüber hinaus entsprechen sie dem COSMOS Organic Standard für zertifizierte Naturkosmetik. Gleichzeitig leistet jeder Kauf einen Beitrag zum Umweltschutz, denn pro Produkt werden 100 Gramm Plastik in Küstenregionen geborgen.

Wasserfreie Naturkosmetik mit Ceramiden Q10 und Arnika

Die Performance-Stars: Drei gezielte Lösungen für jeden Hauttyp

Die Ceramide Bio-Sheacreme Mandel-Vanille ist der Barriere-Spezialist der Produktserie und setzt auf Ceramide, die als natürliche Bausteine der Hautbarriere fungieren. Sie stärken die Lipidmatrix und schützen aktiv vor transepidermalem Wasserverlust. Ideal für trockene, anspruchsvolle Haut, die Schutz und Geborgenheit sucht.

Das enthaltene Coenzym Q10 in der Q10 Bio-Sheacreme Lemon-Lavendel macht diese Creme zum wahren Zell-Aktivator. Q10 schützt die Zellen vor oxidativem Stress und unterstützt den Energiestoffwechsel der Haut. Eine High-Performance-Pflege für ein vitales Hautbild und natürlichen Schutz vor vorzeitiger Hautalterung.

Arnika-Extrakt ist der Goldstandard der traditionellen Wirkstoffkosmetik. In der duftneutralen Arnika Bio-Sheacreme entfaltet er seine volle beruhigende Kraft. Perfekt für sensible Hauttypen, die eine regenerative und reizarme Pflege benötigen.

Wasserfreie Naturkosmetik für jeden Hauttyp und für die tägliche Pflegeroutine

Die zwei Daily Essentials: Pure Pflege für jeden Tag

Die Basisvarianten mit Aloe Vera-Gurke und Rosmarin-Orange verkörpern den Kern von NICAMA: Pure Bio-Sheabutter und wertvolle Öle, die durch ihre pflegenden Eigenschaften überzeugen. Während Aloe-Vera-Gurke durch ihre klare, sanfte Frische belebt und der Haut einen Moment der Leichtigkeit schenkt, aktiviert Rosmarin-Orange durch ätherische Öle die Sinne. Sie sind die perfekten Begleiter für alle, die eine ehrliche, wirksame und natürliche Basispflege lieben.

Bildcredits Apinima GmbH

Quelle Apinima GmbH

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