Samstag, Januar 31, 2026
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Was brauchen Menschen heute wirklich, um beruflich neu durchzustarten?

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Distart verbindet KI und Teilnehmenden für neue Chancen Bild Thomy Roecklin Bildcredits Fotograf: Sebastian Köhler

Distart unterstützt Menschen dabei, digitale Kompetenzen aufzubauen und sich durch praxisnahe Weiterbildungen erfolgreich für den modernen Arbeitsmarkt zu qualifizieren

Wie würden Sie Distart in wenigen Sätzen vorstellen und welche Menschen stehen hinter dem Unternehmen?

Thomy Roecklin: Distart habe ich 2021 gestartet, eigentlich aus einem simplen Grund: Ich wollte, dass unsere neue Mitarbeiterin Lucia, die heute meine Co-Geschäftsführerin ist, ein richtig gutes Onboarding bekommt. Also habe ich ein Lernprogramm gebaut und so wurde aus der Idee ein Start-up. Heute haben wir über 100 Mitarbeitende und bieten Online-Weiterbildungen in Digitalmarketing, Management und KI an.

Welche Vision verfolgt Distart und wie soll diese im Bereich digitale Bildung und Online Marketing realisiert werden?

Thomy Roecklin: Unsere Vision bei Distart ist, Menschen fit für die digitale Arbeitswelt zu machen. In unseren Kursen arbeiten sie an realen Projekten, setzen Tools ein und erhalten sofortiges Feedback. Unsere modularen Lernpfade kombinieren KI-gestützte Aufgaben mit praktischen Übungen. So lernen die Teilnehmer:innenn nicht nur Theorie, sondern Fähigkeiten, die im Job sofort Wirkung zeigen.

Für wen wurde Distart ursprünglich entwickelt und wie haben sich die Bedürfnisse Ihrer Zielgruppen seit dem Start verändert?

Thomy Roecklin: Mit Distart unterstützen wir Menschen, die ihre Chancen verbessern wollen – egal ob Berufseinsteiger:innen, Quereinsteiger:innen oder Personen, die nach einer Pause wieder in den Arbeitsmarkt einsteigen möchten. Viele kommen über staatliche Förderungen wie Bildungsgutscheine oder das Qualifizierungschancengesetz zu uns, wodurch Weiterbildung für alle zugänglich bleibt. Gleichzeitig merken wir, dass auch Arbeitnehmende und Unternehmen unsere Angebote benötigen: Angestellte wollen sich beruflich weiterentwickeln und spezialisieren, Unternehmen möchten ihre Teams fit halten.

Heute decken wir alle drei Bereiche ab: Unsere Online-Weiterbildungen sind AZAV-zertifiziert und damit über öffentliche Kostenträger bis zu 100 % förderfähig. Besonders wichtig ist uns, Frauen zu unterstützen, die nach einer Familienphase oder einer beruflichen Neuorientierung digitale Kompetenzen aufbauen möchten. Ich sehe immer wieder, wie Teilnehmende selbstbewusst neue berufliche Wege gehen, das motiviert uns jeden Tag.

Welche Rolle spielen Ihre Weiterbildungsmodule in Social Media, Content Marketing und KI für Menschen, die beruflich neu starten oder sich weiterqualifizieren möchten?

Thomy Roecklin: Viele nutzen digitale Kompetenzen, um neu durchzustarten, in ganz andere Berufsfelder. Unsere Teilnehmer:innen lernen bei uns, Kampagnen zu planen, Kennzahlen zu verstehen und datenbasierte Entscheidungen zu treffen. So sammeln sie Erfahrung, die sie im Job ab Tag eins einsetzen können, statt erst monatelang eingearbeitet zu werden. Es geht mir also nicht nur um Wissen, sondern darum, neue Jobchancen zu schaffen. Ich erinnere mich an eine ehemalige Floristin, die bei uns das erste Mal mit digitalen Tools gearbeitet hat und heute Chatbots entwickelt. Solche Geschichten zeigen, dass unsere Ansatz wirkt: Über 90 % unserer Absolvent:innen finden innerhalb von sechs Monaten einen Job.

Was unterscheidet Distart von klassischen Bildungsträgern und worin sehen Sie Ihren stärksten Wettbewerbsvorteil?

Thomy Roecklin: Viele klassische Bildungsträger vermitteln Inhalte, die in der Praxis kaum vorkommen. Bei Distart setzen wir bewusst auf das Gegenteil. Im Laufe der Weiterbildung arbeiten die Teilnehmenden an eigenen Projekten und können dabei relevante Tools nutzen. So üben sie genau das, was sie später im Arbeitsalltag brauchen. Ein weiterer Vorteil ist unsere Flexibilität. Unsere Programmen sind vollständig digital und können orts- und zeitunabhängig in Voll- oder Teilzeit absolviert werden.

Was uns besonders auszeichnet, ist die Art und Weise, wie wir Inhalte entwickeln. Wenn sich bei einem Tool etwas ändert, aktualisieren wir die Inhalte sofort. Videos, Übungen und Workflows werden laufend angepasst. So bleibt das Gelernte immer aktuell.

Wie stellen Sie sicher, dass Ihre Lernplattform, Live Sessions und Community-Angebote wirklich praxisnah und alltagskompatibel sind?

Thomy Roecklin: Praxis ist bei uns der Kern jeder Weiterbildung. Wir setzen auf verpflichtende Praxisaufgaben und direktes, persönliches Feedback von unseren Dozenten. Gelernt wird bei uns natürlich auch mit KI-gestützten Modellen, aber immer kombiniert mit persönlicher Begleitung. Wichtig ist für uns auch der enge Draht zu Unternehmen. Wir sprechen regelmäßig mit Arbeitgebern, um genau zu verstehen, welche Fähigkeiten und Erfahrungen aktuell gebraucht werden. Gastdozenten aus der freien Wirtschaft sind ebenfalls Pflichtprogramm, denn sie ermöglichen den Blick aus der Brille eines richtigen Anwenders.

Welche Herausforderungen begegnen Ihnen aktuell im stark wachsenden Weiterbildungsmarkt und wie gehen Sie strategisch damit um?

Thomy Roecklin: Der Markt ist überfüllt, aber nicht überqualifiziert. Viele Unternehmen bilden gerade ihre Mitarbeitenden in Digitalthemen weiter. Gleichzeitig gibt es nur wenige hochwertige Weiterbildungsangebote, manche Anbieter arbeiten sogar fragwürdig oder betrügerisch. Herausforderungen sind in Deutschland insbesondere bürokratischer Natur und auch die Kostenfrage ist immer noch schwierig.

Inwiefern beeinflussen neue KI-Technologien Ihre Kursentwicklung und welche Chancen sehen Sie für die Zukunft?

Thomy Roecklin: KI verändert die Arbeitswelt rasant und wir wollen, dass unsere Teilnehmenden bei neuen Technologien mithalten können. Wir integrieren bewusst KI in unsere Kurse, zum Beispiel im Modul KI Prompt Engineer, und kombinieren das mit praxisnahen Aufgaben in Social Media, Content Marketing oder Management. Die Chance liegt darin, Weiterbildung relevant und anwendbar zu machen, damit KI effizient genutzt werden kann. Wir halten stets Ausschau nach neuen Technologien und Entwicklungen, prüfen, was Mehrwert für die Weiterbildung bringt, und passen unsere Angebote entsprechend an.

Welche Entwicklungen und Erweiterungen plant Distart für das kommende Jahr – besonders im Hinblick auf berufliche Umbrüche und digitale Kompetenzentwicklung?

Thomy Roecklin: Ein besonderes Highlight für die Zukunft ist unsere geplante Hochschule für angewandte Wissenschaften. Wir arbeiten derzeit am Aufbau der Distart University of Applied Sciences, die im Oktober 2026 starten wird. Dort wollen wir Studiengänge in den Bereichen Digital Marketing und Digitalisierungsmanagement anbieten. Im Unterschied zu unseren klassischen Weiterbildungen können wir damit Theorie und Praxis enger verzahnen. Zusätzlich wollen wir unser Weiterbildungsportfolio um abschlussorientierte Weiterbildungen erweitern.

Wie unterstützen Sie Teilnehmende dabei, nach Abschluss der Weiterbildung beruflich Fuß zu fassen oder neue Karrierewege einzuschlagen?

Thomy Roecklin: Am Ende erhalten unsere Teilnehmenden ein arbeitsmarktrelevantes Zertifikat — das bei Bewerbungen und beim Quereinstieg im Bereich Digital Marketing, Social Media, KI nachweisbar ist und zudem in der Wirtschaft für einen hohen Grad an Bildungskompetenz steht. Diese Rahmenbedingung schafft für unsere Teilnehmenden eine tolle Basis mit den nötigen Kompetenzen auf den Arbeitsmarkt gehen zu können.

Gut 91 Prozent unserer Teilnehmenden sind innerhalb eines halben Jahres, nach Beendigung Ihrer Maßnahme, wieder im Job. Das liegt einerseits an den äußerst praxisnahen Inhalten, die auf alle realen Jobrollen wie beispielsweise den Social-Media-Manager:in, Content-Marketer:in, Performance-Marketer:in, KI-Prompt-Engineer anwendbar sind. Zudem unterstützen wir unsere Teilnehmenden mithilfe unseres großen Firmennetzwerks. Das heißt: Teilnehmer können aus ihrem Kurs heraus direkt in Firmen vermittelt werden oder Kontakte knüpfen — was den Berufseinstieg erleichtert. Allein bei uns, in unserem Firmensitz in Leipzig, arbeiten gut zehn ehemalige Teilnehmenden und bringen uns tagtäglich voran.

Abschließend natürlich unser wertvollstes Kapital – unsere individuelle Betreuung und Community: Während der Weiterbildung haben unsere Teilnehmenden persönliche Ansprechpartner:innen und tauschen sich intensiv im Kurs Verbund aus. Das hilft nicht nur beim Lernen, sondern kann auch beim Übergang in eine neue Arbeitssituation unterstützen – z. B. durch Empfehlungen, Hinweise auf Stellenangebote oder kollegiale Kontakte.

Wenn Sie auf Ihre eigene Gründungsreise zurückblicken – welche drei Ratschläge würden Sie anderen Gründerinnen und Gründern unbedingt mitgeben?

Thomy Roecklin: Wenn ich zurückblicke, fällt mir vor allem eines auf: Es beginnt oft ganz klein. Bei uns war es ein Lernprogramm für Lucia, das zu Distart wurde. Mein Rat wäre: Baue Lösungen für echte Probleme, die Menschen wirklich weiterbringen. Dann ist es wichtig, gemeinsam mit den Menschen, die an Bord sind, zu lernen und zu wachsen. Lucia und ich haben in den ersten Monaten unglaublich viel ausprobiert, Fehler gemacht, neu strukturiert und genau daraus gelernt. Und mein vielleicht wichtigster Ratschlag: Sei radikal ehrlich, zu dir selbst, zu deinem Team und zu den Menschen, für die du etwas erschaffst. Wer offen ist, lernt schneller und trifft bessere Entscheidungen.

Welche langfristige Rolle möchte Distart im deutschen Weiterbildungsmarkt einnehmen und welche Meilensteine stehen als nächstes an?

Thomy Roecklin: Bei Distart geht es darum, das Know-how zu vermitteln, das in der digitalen Arbeitswelt gebraucht wird . Langfristig wollen wir ein starkes Alumni-Netzwerk von 25.000 Personen aufbauen, das digitale Kompetenz in Deutschland nachhaltig voranbringt. Für mich bedeutet das nachhaltige Bildung, bottom-up statt top-down.

Bild Thomy Roecklin Bildcredits Fotograf: Sebastian Köhler

Wir bedanken uns bei Thomy Roecklin für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Wie können wir Protein erzeugen, ohne von Ressourcen und Grenzen abhängig zu sein?

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MicroHarvest verbindet Human und Food für neue Lösungen Bild Jonathan Roberz Bildcredits MicroHarvest

MicroHarvest produziert nachhaltiges, mikrobielles Protein durch Fermentation und eröffnet damit neue Wege für eine zukunftsfähige Ernährung

Wie würden Sie MicroHarvest und das Team dahinter vorstellen?

MicroHarvest ist ein Biotech-Unternehmen, das mithilfe natürlicher Fermentation mikrobielles Protein herstellt. Extrem schnell, skalierbar und ressourcenschonend. Aber ganz ehrlich: Das Team ist wirklich besonders bei MicroHarvest. Wir haben Expertinnen und Experten aus Biotechnologie, Prozessengineering, Operations, Produkt und Business zusammengebracht, die in ihren jeweiligen Feldern teilweise zur absoluten Weltspitze gehören und die sich bewusst entschieden haben, gemeinsam an einer Sache zu arbeiten.
Diese Mischung aus wissenschaftlicher Tiefe und industrieller Umsetzungsstärke spürt man jeden Tag: Wir sind nicht nur begeistert von der Technologie, sondern vor allem davon, was wir damit möglich machen können. Uns treibt die gemeinsame Mission an, „Better Protein“ ohne Kompromisse zu liefern und damit einen echten Beitrag zu einem zukunftsfähigen Ernährungssystem zu leisten.

Welche Vision verfolgt MicroHarvest?

Wir bei MicroHarvest verfolgen ein klares Ziel: natürliches, nährstoffreiches Protein für möglichst viele Menschen und Tiere zugänglich zu machen. Ohne Tierhaltung und ohne knappe Anbauflächen, und gleichzeitig ohne Abstriche bei Qualität und Nachhaltigkeit. Unser Ziel ist ein Ernährungssystem, das gesündere Ernährung für einen gesünderen Planeten möglich macht und die wachsende globale Proteinlücke verlässlich schließt.
Dafür nutzen wir Mikroorganismen als „Protein-Fabriken“ und bauen ein Produktionssystem, das unabhängig von Klima, Boden und Jahreszeiten ganzjährig laufen kann. So machen wir hochwertige Proteine deutlich verlässlicher verfügbar und reduzieren gleichzeitig den Ressourcenverbrauch entlang der gesamten Wertschöpfung.

Für welche Zielgruppen entwickeln Sie Ihre Proteinlösungen?

Wir streben den Einstieg in Human Food an, sind jedoch bereits heute mit unseren Produkten im Petfood- und Aquafeed-Bereich am Markt. Diese Segmente weisen einen besonders hohen Bedarf an stabilen, hochwertigen und nachhaltigeren Proteinen auf. Im Petfood zählen vor allem Geschmackhaftigkeit, gleichbleibende Qualität, hypoallergene/Clean-Label-Optionen und eine verlässliche Lieferkette.

Wie gelingt es Ihnen, Proteine in 24 Stunden zu produzieren?

Unsere Geschwindigkeit kommt nicht nur daher, dass Mikroorganismen „von Natur aus“ schnell wachsen. Sie ist vor allem das Ergebnis unserer eigens entwickelten MicroHarvest-Technologie und Prozessführung. Wir haben einen Fermentationsprozess aufgebaut, der in Bioreaktoren optimale Bedingungen schafft und so aus landwirtschaftlichen Nebenströmen in sehr kurzer Zeit proteinreiche Biomasse erzeugt – vom Rohstoff bis zum Endprodukt in nur 24 Stunden. Der Vorteil: extrem kurze Produktionszyklen, hohe Planbarkeit, schnelle Skalierung und konstante Produktqualität, besonders attraktiv für industrielle Anwender mit hohen Anforderungen an Zuverlässigkeit und Spezifikationen.

Was unterscheidet Ihre fermentationsbasierte Herstellung von konventionellen Methoden?

Fermentation ist ein bewährtes Prinzip (wie bei Bier oder Joghurt). Wir setzen es modern und industriell effizient ein. Im Unterschied zu tierischer und vieler pflanzlicher Produktion ist unser Prozess nicht abhängig von Ackerflächen, Wetter und Saison, sondern läuft kontrolliert und 24/7. Dadurch kombinieren wir Skalierbarkeit mit Ressourceneffizienz (u. a. deutlich weniger Flächen- und Wasserbedarf sowie sehr niedrige Emissionen im Vergleich zu konventionellen Proteinen).

Welche Herausforderungen begegnen Ihnen aktuell?

Aktuell ist die größte Herausforderung ganz klar die Regulatorik, insbesondere mit Blick auf den Lebensmittelsektor. Gleichzeitig bewegt sich hier spürbar etwas: Biotechnologie und Biomanufacturing gewinnen in Europa politisch und wirtschaftlich an Bedeutung, und es gibt Rückenwind, Genehmigungs- und Innovationsprozesse perspektivisch besser zu unterstützen.
Die zweite zentrale Herausforderung ist der Schritt von der Entwicklung zur produzierenden industriellen Realität. Genau daran arbeiten wir konsequent – und wir konnten bereits zeigen, dass es funktioniert: Mit unserer Pilotanlage in Lissabon und zusammen mit einem Partner haben wir den Übergang vom Labor zur industriellen Fertigung erfolgreich hinbekommen. Das ist für uns ein wichtiger Beweis, dass unsere Technologie nicht nur im kleinen Maßstab überzeugt, sondern skalierbar ist.

Welche Rolle spielen Nachhaltigkeit und Ressourceneffizienz für Ihr Geschäftsmodell?

Nachhaltigkeit ist bei uns kein „Add-on“, sondern Kern des Geschäftsmodells: Wirkung entsteht nur, wenn eine Lösung im großen Maßstab funktioniert. Deshalb denken wir Nachhaltigkeit immer zusammen mit Skalierung und Wirtschaftlichkeit: kurze Prozesszeiten, geringer Ressourcenbedarf und robuste, wiederholbare Produktion sind entscheidend, um Akzeptanz im Markt zu gewinnen und langfristig konkurrenzfähig zu sein.
Ein wichtiger Hebel dabei ist unser Rohstoffansatz: Wir nutzen landwirtschaftliche Nebenströme und denken Proteinproduktion damit auch als Upcycling – aus bestehenden Agrarströmen wird hochwertiges, nährstoffreiches Protein. Gleichzeitig setzen wir auf lokale Beschaffung und lokale Produktion: Wir wollen Lieferketten bewusst regional halten, Transportwege reduzieren und Resilienz aufbauen, in Europa und perspektivisch auch mit Produktionsstandorten auf anderen Kontinenten. So entsteht Nachhaltigkeit nicht nur auf Produktebene, sondern strukturell entlang der gesamten Wertschöpfung.

Wie verändert die Pilotanlage in Lissabon Ihre nächsten Schritte?

Die Pilotanlage war ein wichtiger Schritt, um unsere Technologie im industriellen Kontext weiter zu validieren: Prozessstabilität, Produkt- und Kundenvalidierung sowie Datengrundlage für den nächsten Scale-up. Auf dieser Basis arbeiten wir an der nächsten Ausbaustufe: eine große Produktion, die 15.000 Tonnen im Jahr produzieren wird.

Welche Anwendungen Ihrer Proteine sind besonders vielversprechend?

Kurzfristig sehen wir die stärksten Anwendungen in Petfood (z. B. Leckerlis/ergänzende Produkte, oder auch vollständige Rationen) sowie in Aquafeed als nachhaltigere Alternative zu klassischen Proteinquellen. Langfristig liegt das größte Potenzial im Human-Food-Segment, weil dort die globale Proteinlücke am stärksten spürbar wird – und Fermentation eine skalierbare Antwort liefern kann.

Wie sichern Sie die Produktqualität?

Wir sichern Qualität vor allem über kontrollierte Prozesse und konsequente Qualitätskontrollen. Dazu kommen Produktmerkmale wie hoher Proteingehalt, gute Aminosäure-Verfügbarkeit/Verdaulichkeit und guter Geschmack. Ziel ist: nachhaltiger Impact ohne Abstriche bei Performance und Konsistenz.

Drei Ratschläge für Gründerinnen und Gründer?

Groß denken – mit echtem Purpose: Löst ein reales, relevantes Problem. Ein starkes Warum schafft Orientierung, Qualität und Wirkung.
Fokussiere dich – statt allen gefallen zu wollen: Versucht nicht, jede Erwartung zu erfüllen oder alles gleichzeitig zu machen. Trefft Entscheidungen nach dem, was wirklich zählt – Fokus schlägt Harmonie.
Für morgen einstellen – und bewusst schlank bleiben: Nur Menschen einstellen, für die ihr selbst gerne arbeiten würdet – besonders in Führungsrollen. Wenige sehr gute Mitarbeitende schlagen viele Mittelmäßige.

Wohin entwickelt sich MicroHarvest in den nächsten Jahren?

In den nächsten Jahren bauen wir MicroHarvest von der validierten industriellen Technologie zur großskaligen, industriellen Produktion aus. Entscheidende Meilensteine sind: Ausbau der Produktionskapazitäten (~15.000 Tonnen/Jahr als nächste große Stufe), stärkere Marktdurchdringung in Petfood und Aquafeed und Eintritt in den Human-Food-Markt.

Bild Jonathan Roberz Bildcredits MicroHarvest

Wir bedanken uns bei Jonathan Roberz für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Neumarkt, Start-up-Hauptstadt für eine Nacht

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Startups prägen Neumarkt bei der Pioneers Club Gala Bilder Fotograf/Bildcredits Asif Iqbal – Photography

Key Takeaways

  • Die Pioneers Club Final Gala in Neumarkt versammelte 120 Gäste aus Startups, Investoren und Medien, um neue Ideen zu feiern und zu fördern.
  • Fünfzehn Teams präsentierten in einem persönlichen Rahmen ihre Projekte, wobei die besten Ideen oft die einfachsten waren.
  • Über 50 ernst gemeinte Interessebekundungen aus dem Investor Room zeigen den Erfolg der Veranstaltung für die Startups.
  • Valueverde gewann die Liga und den Impact & Sustainability Award, während andere Teams Plätze im Makers Home Campus erhielten.
  • Die Gala zeigte, dass Neumarkt bereit ist, sich als wichtiges Zentrum für Startups zu etablieren und den Austausch im Ökosystem zu fördern.

An manchen Abenden spürt man förmlich, wie sich eine Stadt streckt, größer wird, als sie es auf der Landkarte je war. In Neumarkt war so ein Abend. Rund 120 Gäste, feingemischte Stimmung zwischen Aufregung, Ehrgeiz und echter Neugier. Startups, Investorinnen, Mentoren, Medienmenschen. Alle in einer Kreisstadt, die lange vor allem für ruhiges Oberpfälzer Leben stand. Doch am 5. Dezember 2025 wurde sie zum provisorischen Mittelpunkt der deutschen Frühphasen-Szene – mit einer Gala, die so viel mehr war als ein Pflichttermin im Eventkalender.

Ein Finale, das wie ein Anfang wirkt

Drei Monate lang hatten 20 Startups in der ersten League des Pioneers Clubs an ihren Geschäftsmodellen gefeilt, Feedback eingesammelt, Investoren kennengelernt. Nun stand das Finale an, die „Pioneers Club Final Gala“. Kein steriles Pitch-Event. Eher ein Wohnzimmer für Gründer – nur mit weißen Tischdecken, gedämpftem Licht und Menschen, die mit jedem Drink mutiger wurden, über große Ideen zu sprechen.

Fünfzehn Teams hatten es ins Finale geschafft. Ihr Job: in drei kurzen Dinner-Runden zeigen, was sie können und wohin sie wollen. Kein langes Herumreden, kein Buzzword-Bingo. „Kompakt und umsetzungsorientiert“, wie der Pioneers Club es selbst beschreibt. Und genau das machte den Reiz aus. Wer hier pitchte, musste auf den Punkt kommen. Die besten Geschichten sind am Ende oft die einfachsten.

50 Mal „Wir wollen mehr wissen“

Der wohl deutlichste Erfolg der Veranstaltung spielte sich jedoch in der App des Pioneers Clubs ab. Dort gibt es den sogenannten „Investor Room“ – eine Art digitales Handzeichen für ernst gemeintes Interesse. Über 50 solcher Bekundungen gingen während der Gala ein. Für ein Event dieser Größe ist das bemerkenswert. Für die beteiligten Startups ist es ein Türöffner.

Das Modell dahinter ist pragmatisch: Erreichen die Teams bestimmte Meilensteine, steigt der Investor:innen-Pool des Pioneers Clubs als Co-Investor ein. Das bringt Sicherheit in die sonst so unübersichtliche Frühphase, in der gute Ideen oft eher an fehlenden Strukturen scheitern als an der Realität des Markts.

Startups prägen Neumarkt bei der Pioneers Club Gala Bilder Fotograf/Bildcredits Asif Iqbal – Photography

Und der Sieger heißt: valueverde

Am Ende des Abends durfte ein Team besonders jubeln. valueverde wurde League-Sieger – und räumte zusätzlich den Impact & Sustainability Award ab, eine Auszeichnung, die gemeinsam mit der Technischen Hochschule Nürnberg vergeben wird. Ein doppelter Ritterschlag für ein Startup, das Nachhaltigkeit nicht als Dekoration versteht, sondern als Kern seines Geschäfts.

Dicht dahinter: Payline, crestalize, Food Be Good – Foodsharing for Canteens und evalue8.ai. Alle fünf Teams erhalten einen Platz im neuen Makers Home Campus in Neumarkt. Das klingt nüchtern, ist aber ein echter Vorteil. Der Campus soll eine Art Brutkasten für Gründer werden – ein Ort, an dem nicht nur gearbeitet, sondern auch ausprobiert, kollaboriert und gestritten werden darf. Kurz: ein Platz, an dem Ideen wachsen können, ohne jeden Monat neu um Mietkosten und Ablenkung kämpfen zu müssen.

Startups prägen Neumarkt bei der Pioneers Club Gala Bilder Fotograf/Bildcredits Asif Iqbal – Photography

Wo man am Tisch sitzt, entscheidet manchmal über die Zukunft

Die Idee: Gespräche auf Augenhöhe, aber ohne die steife Anmutung klassischer Podiumsdiskussionen. Gründerinnen und Gründer konnten direkt, ehrlich und manchmal auch rau fragen, was sie wirklich wissen wollten: Wie kommt man an Kapital, wenn man noch keinen Umsatz hat? Wie überzeugt man mit einem Produkt, das erst in zwei Jahren marktreif sein wird? Wann ist es sinnvoll, eine Finanzierung abzulehnen?

Solche Gespräche sind Gold wert. Sie schaffen Klarheit, wo im Alltag oft nur Unsicherheit herrscht.

Ein Blick nach vorn: 2026 wird größer

Eine Besonderheit der Gala waren die sogenannten Captain Tables. Dahinter verbargen sich kuratierte Dinner-Runden, jede moderiert von Gastgebern aus Medien, Wirtschaft oder Investment. Vertreter von SevenVentures waren da, BayStartUP, FUNDSCENE/StartupValley und verschiedene regionale Partner.

Der Pioneers Club nutzte die Gala auch, um nach vorn zu schauen. Für 2026 kündigte das Team neue League-Formate an – klarer zugeschnitten auf konkrete Themenbereiche wie Consumer, Future Work & Corporate Productivity sowie Impact & Sustainability. Dahinter steckt ein strategischer Gedanke: Jede Branche hat ihre eigenen Regeln. Wer diese versteht, kann junge Teams zielgerichteter fördern.

Neumarkt soll sich in den kommenden Jahren zu einem der wichtigsten „Mittelstadt-Builder-Campusse“ Deutschlands entwickeln. Das klingt etwas sperrig, beschreibt aber einen Trend, den man auch in anderen Regionen sieht: Mittelgroße Städte entdecken Startups als Chance, ihr eigenes Profil zu schärfen und junge Talente zu halten. Wenn die Infrastruktur stimmt, kann so ein Standort sogar Vorteile gegenüber den überhitzten Metropolen haben – weniger Ablenkung, niedrigere Kosten, mehr Gemeinschaft.

Dass dieser Weg funktioniert, zeigt das wachsende Medieninteresse. Der Bayerische Rundfunk berichtete, ebenso die Mittelbayerische Zeitung und die Nürnberger Nachrichten. Auch das StartupValley Magazin war dabei und streamte die Pitches sogar live auf LinkedIn. Wer wollte, konnte so vom Sofa aus verfolgen, wie in einer Oberpfälzer Stadt die Zukunft auf den Tisch kam.

Startups prägen Neumarkt bei der Pioneers Club Gala Bilder Fotograf/Bildcredits Asif Iqbal – Photography

Warum dieser Abend mehr war als eine Preisverleihung

Bei Startup-Events geht es oft um Glamour, große Worte, lauten Applaus. In Neumarkt war das anders. Der Abend fühlte sich eher an wie ein berufliches Klassentreffen der Zukunft: Menschen, die etwas verändern wollen, und andere, die ihnen dabei helfen möchten. Kein Feuerwerk, kein Showeffekt. Dafür echter Austausch, ehrliche Rückfragen, und hier und da der Moment, in dem jemand sagt: „Das könnte funktionieren.“

Viele Gäste beschrieben den Abend später als „ungewohnt nahbar“. Genau das macht ihn am Ende bemerkenswert. Startups leben nicht von bunten Präsentationen, sondern von Beziehungen und Vertrauen. Und davon gab es in Neumarkt überraschend viel.

Fazit: Kleine Stadt, großes Signal

Die „Pioneers Club Final Gala“ hat gezeigt, was passieren kann, wenn Menschen aus unterschiedlichen Ecken des Startup-Ökosystems an einem Tisch sitzen. Die Stadt Neumarkt hat sich an diesem Abend nicht neu erfunden, aber sie hat gezeigt, dass sie bereit ist für mehr. Mehr Gründergeist, mehr Experimentierfreude, mehr Zusammenarbeit.

Ob sie wirklich zu einem bundesweiten Hotspot wird, wird die Zeit zeigen. Aber eines steht fest: Der erste Schritt ist gemacht. Und er war selbstbewusst, gut organisiert – und vor allem menschlich.

Wenn man den Gästen glauben darf, wird man von Neumarkt in der Gründerszene noch öfter hören. Und vielleicht ist es genau das, was eine gute Gala ausmacht: Sie schließt einen Kreis und öffnet gleichzeitig einen neuen.

Bilder Fotograf/Bildcredits Asif Iqbal – Photography

Sind wir bereit für den nächsten Schritt in einer Branche, die seit Jahrzehnten gleich funktioniert?

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OTIV Schienenverkehr Automatisierung im Fokus Teambild OTIV

OTIV entwickelt autonome Technologien für den Schienenverkehr und arbeitet daran, Bahnoperationen sicherer, effizienter und moderner zu gestalten

Wie würden Sie OTIV und das Team dahinter vorstellen?

OTIV ist ein belgisches Startup mit Hauptsitz in Gent und einem weiteren Standort in Köln. Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, autonome Technologie in den Schienenverkehr zu bringen und diesen entscheidend zu modernisieren.
Unser Team besteht aus rund 40 ausgewiesenen Expertinnen und Experten für Bahnautomatisierung, die gemeinsam daran arbeiten, den Zug der Zukunft Realität werden zu lassen. OTIV wurde 2020 von Niels Van Damme und Sam De Smet gegründet und hat seitdem ein bemerkenswertes Wachstum hingelegt. Zuletzt wurden wir mit dem Deloitte Fast50 Award als am schnellsten wachsendes Scale-up Belgiens 2025 ausgezeichnet, und das in einer traditionell sehr anspruchsvollen Branche wie der Bahnindustrie.
Zu unseren Investoren gehören Pitchdrive, Miles Ahead, Finindus und SHIFT Invest – Partner, die unsere Vision teilen und unser Wachstum aktiv unterstützen.

Was war der Auslöser dafür, KI Assistenzsysteme speziell für den Schienenverkehr zu entwickeln?

Der Schienenverkehr ist das Rückgrat unseres Mobilitätssystems, sowohl im Personen- als auch im Güterverkehr – oder zumindest sollte er das sein. Er ist ein zentraler Hebel für die Transformation hin zu nachhaltiger Mobilität. Dennoch schöpfen wir dieses Potenzial bei Weitem nicht aus: Der Modalanteil der Schiene sinkt sogar, anstatt zu steigen. Einer der Gründe liegt darin, dass Investitionen und Innovationen im Schienenverkehr seit Jahren hinterherhinken – im Vergleich zur Automobilindustrie um etwa 15 Jahre. Die notwendigen Schritte in Richtung autonomes Fahren werden nicht schnell genug umgesetzt. Wir sind überzeugt: Um seine Rolle als Rückgrat der Mobilität wieder einzunehmen, muss die Schiene konsequent automatisiert werden. Ein entscheidender Punkt ist dabei die Zertifizierung und Zulassung solcher Systeme. Genau hier setzen wir an und arbeiten mit den größten Playern der Branche zusammen, um europäische und globale Standards zu definieren und voranzutreiben.

Ihre Lösungen reichen vom Fahrerassistenzsystem bis hin zur Remote Steuerung. Wie greifen diese Bausteine zusammen, um Ihre Vision eines sichereren und effizienteren Bahnverkehrs zu erreichen?

Wir entwickeln gewissermaßen das „Gehirn des Zuges“ und bringen ihm bei, autonom zu fahren. Unsere gesamte Technologie basiert auf einem gemeinsamen Tech-Stack mit den zugrunde liegenden Algorithmen.
Gleichzeitig verfolgen wir einen klaren, realistischen Stufenplan, der bei Fahrerassistenzsystemen beginnt und über Teleoperation hin zur vollen Automatisierung führt. Jede Stufe baut auf der vorherigen auf. Jede zurückgelegte Strecke mit unseren Fahrerassistenzsystemen liefert neue Daten, macht unsere Algorithmen intelligenter und entwickelt das „Zuggehirn“ Schritt für Schritt weiter – bis hin zur vollautonomen Fahrt.

Für welche Betreiber oder Einsatzszenarien entwickeln Sie Ihre Technologie vorrangig und wie stellen Sie sicher, dass die Systeme den Bedürfnissen dieser Zielgruppen wirklich entsprechen?

Wir arbeiten mit drei Arten von Schienenfahrzeugen: Industrieanlagen, Straßenbahnen und Fernverkehrszüge. Gemeinsam mit den führenden Unternehmen der Branche definieren wir europäische und globale Standards inklusive Regulierung, Zertifizierung und Zulassung.
Industriestandorte wie Stahl- oder Chemiewerke sind abgeschlossene Systeme und werden am schnellsten den Schritt zur Vollautomatisierung machen. Dort sind bereits rund 80 % aller Prozesse automatisiert. Nun ist es Zeit, auch den Schienenverkehr ins 21. Jahrhundert zu holen. Zu unseren Kunden zählt u. a. ArcelorMittal.

Straßenbahnen in urbanen Räumen sind heute weitgehend ungeschützt unterwegs, während Autos längst Assistenzsysteme nutzen. Wir setzen unsere Systeme bereits in Städten wie Lissabon, Barcelona, Antwerpen, Utrecht, Rotterdam, Gent, Ostende und Zaragoza ein und arbeiten eng mit OEMs zusammen.

Gemeinsam mit DB Cargo realisieren wir das größte Bahnautomatisierungsprojekt Europas. Auf der Betuweroute in den Niederlanden testen wir ein Jahr lang unsere Teleoperations- und Vollautomationslösungen im echten Betrieb. Zu unseren Partnern gehören u. a. DB Cargo, HVLE, Dutch Railways, Lineas und SNCF.

Der Schienenverkehr gilt als komplexer und konservativer Markt. Welche Hürden begegnen Ihnen bei der Einführung neuer Technologien und wie gehen Sie damit um?

Drei Kernelemente stehen für uns im Fokus:
Schrittweises Vorgehen: Unsere Fahrerassistenzsysteme sind sofort für alle Betreiber relevant und liefern direkte Mehrwerte in Sicherheit und Effizienz – auch für Unternehmen, die Automatisierung zunächst skeptisch gegenüberstehen.
Zusammenarbeit mit Innovatoren: Wir arbeiten gezielt mit den Vorreitern der Branche, wie beispielsweise DB Cargo, CAF, ArcelorMittal, um gemeinsam globale Zertifizierungsstandards zu setzen.
Nachweisbare Zuverlässigkeit: Wir halten unsere Versprechen. Wir liefern zertifizierte, zuverlässige Technologie und wir liefern pünktlich.

Was macht OTIV im Vergleich zu klassischen Bahntechnik Anbietern besonders. Welche Aspekte Ihres Ansatzes sehen Sie als entscheidend für Ihren Vorsprung?

Drei Punkte zeichnen uns besonders aus: ein klar strukturierter, stufenweiser Weg zur Autonomie, ein extremer Fokus auf autonomes Fahren mit einem Team aus Weltklasse-Spezialisten und der Anspruch, Technologie aus dem Testbetrieb in den realen Einsatz zu bringen.

Wie verändert sich der Arbeitsalltag von Lokführern, Rangierpersonal oder Betriebsleitstellen durch Ihre Systeme.

Unsere Fahrerassistenzsysteme verändern die tägliche Arbeit nur moderat. Der größere Wandel entsteht durch Teleoperation und Automatisierung. Viele Betreiber finden heute schlicht nicht mehr genügend qualifizierte Lokführer und jüngere Generationen möchten den Beruf häufig nicht mehr in der klassischen Form ausüben. Wir bringen das Berufsbild ins 21. Jahrhundert: Ein Zugoperator kann künftig eine Flotte von fünf bis zehn autonomen Zügen überwachen und bei Bedarf über Remote-Steuerung eingreifen. Diese Kombination nennen wir überwachte Autonomie.

Ihre Sensor und Kameralösungen unterstützen besonders anspruchsvolle Umgebungen wie Rangierbahnhöfe. Welche Anforderungen stellen diese Bereiche an Ihre Technologie?

Zuverlässige Bahnsysteme erfordern Zertifizierung und Zulassung. Deshalb verfolgen wir einen schrittweisen Ansatz, der es uns ermöglicht, bereits heute zertifizierte Systeme in Betrieb zu nehmen.

Inwiefern sehen Sie langfristig Potenzial für autonome Schienenfahrzeuge und welche Schritte müssen dafür noch umgesetzt werden?

Das Potenzial ist enorm. Letztlich wird die Schiene denselben Weg gehen wie die Automobilindustrie. Was wir brauchen, ist ein weiterentwickelter regulatorischer Rahmen und ein Bewusstsein bei Betreibern, Infrastrukturmanagern und politischen Entscheidungsträgern, dass Automatisierung unausweichlich ist. Wir arbeiten deshalb bewusst in großen Leuchtturmprojekten, um europäische und globale Standards aktiv mitzugestalten. Klar ist: Wir brauchen die Schiene – und wir brauchen eine automatisierte Schiene, damit das System langfristig leistungsfähig bleibt.

Worauf können sich Ihre Kunden und Partner in den nächsten Jahren freuen. Welche Weiterentwicklungen planen Sie für Ihre Produktlinie?

2026 steht ganz im Zeichen der Umsetzung unserer kommerziellen Verträge und es werden einige Ankündigungen zu neuen Flotten folgen. Parallel arbeiten wir an der vollständigen Zertifizierung unserer Teleoperations- und Vollautomationssysteme. Dazu gehören auch weitere Testbetriebe.

Was würden Sie Gründerinnen und Gründern raten, die selbst ein technologieintensives Startup in einem regulierten Markt aufbauen möchten?

  1. Lassen Sie sich nicht entmutigen, auch wenn viele sagen, dass etwas nicht geht. Wenn Sie an Ihre Vision glauben, starten Sie damit durch.
  2. Priorisieren Sie von Beginn an Zertifizierung, Regulierung, Behörden und Kunden.
  3. Bauen Sie Vertrauen auf, indem Sie sich beweisen: Gehen Sie von der PowerPoint-Folie in den realen Einsatz und beweisen Sie gemeinsam mit führenden Kunden, dass Sie einen echten Mehrwert schaffen können.

Welche drei persönlichen Lehren aus Ihrem eigenen Gründungsweg halten Sie für besonders wertvoll für andere?

Neben den genannten Punkten habe ich drei zentrale Erkenntnisse gewonnen:

  1. Bauen Sie das richtige Team auf.
  2. Hören Sie auf die Kunden, denn die haben immer recht – man muss nur mit genügend davon sprechen, um die zu finden, die bereit sind, früh mitzugehen.
  3. Bauen Sie ein starkes Netzwerk aus Beratern, Board-Mitgliedern und Branchenkontakten auf.

Teambild Bildcredits OTIV

Wir bedanken uns bei den Gründern für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Wie verändert eine neue Art des Lernens unseren Zugang zur Freiheit auf dem Wasser?

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Bootsschule modern gedacht mit Fokus auf Lernen und Theorie Silas Siebdrat

Bootsschule1 bietet eine digitale und flexibel zugängliche Ausbildung zum Bootsführerschein, die Theorie, Praxis und persönliche Betreuung in einem modernen Lernkonzept vereint

Wie ist die Idee zur Bootsschule1 entstanden und wer steht hinter dem Unternehmen?

Der Weg zum amtlichen Sportbootführerschein (SBF) in Deutschland ist leider sehr bürokratisch, altmodisch, intransparent und daher für viele Menschen kaum zugänglich. Das haben wir selbst auf die harte Tour gelernt – und wir wollten es besser machen.
Wir als Gründerteam haben uns zur Studienzeit kennengelernt und festgestellt, dass jeder von uns eine der notwendigen Fähigkeiten einbringen kann, um eine digitale Bootsschule auf die Beine zu stellen: Ich segele, seit ich fünf Jahre alt bin, und habe jahrelange Erfahrung auf dem Wasser. Meine Co-Founder Atalay und Daniel bringen das Know-how aus dem Bildungsbereich beziehungsweise aus der IT mit.
Gemeinsam hatten wir die Vision, das Bootfahren zu demokratisieren. Denn in unseren Augen sollte der Zugang zum Wasser keine Frage von Ort, Zeit oder Geld sein.

Was war der entscheidende Moment, der euch motiviert hat, die Bootsausbildung digital und ortsunabhängig zugänglich zu machen?

Die Erkenntnis kam uns während der Pandemie: Die Schulen und Hochschulen haben sich rasch angepasst und mit Online-Lernplattformen gearbeitet. Und wenn Lernen überall funktioniert – warum nicht auch für die Bootsausbildung?
Unser eigener Frust mit der verstaubten Ausbildung zum SBF und das digitale Know-how, das wir als Team mitbrachten, hat uns dann dazu bewegt, die Dinge in die Hand zu nehmen und die Bootsschule1 zu gründen.
Allerdings haben wir uns bewusst dazu entschieden, nicht irgendein weiterer Online-Kursanbieter zu werden. Wir wollten eine digitale Lösung mit umfassender Betreuung und inkludierter Praxisausbildung in der Nähe der Kunden schaffen.

Welche Vision verfolgt die Bootsschule1 langfristig, wenn es um den Zugang zu Bootsführerscheinen in Deutschland geht?

Die Bootsschule1 soll den Standard für die digitale Bootsausbildung im DACH-Raum setzen. Unser Ziel ist es, Bootsführerscheine für Alle zugänglich zu machen, so wie zum Beispiel bei einem Online-Sprachkurs: leicht verständlich, bezahlbar und flexibel.
Dafür haben wir ein „Ökosystem“ aus Theorie, Praxis, Prüfung und Community errichtet. Alles ist digital miteinander verbunden. Das führt nachhaltig zu mehr Sicherheit und Bewusstsein auf dem Wasser und baut gleichzeitig die Hürden für Einsteiger ab.

Wie sieht euer Ansatz aus, um Theorie und Praxis bei der Bootsschule1 bestmöglich miteinander zu verbinden?

Unsere Kunden lernen komplett digital für die Theorie. Die Inhalte stammen aus praxisnahen Situationen, sind modular und interaktiv gestaltet und jederzeit verfügbar – das heißt, dass man bei uns in seinem eigenen Tempo und zum Beispiel sowohl abends auf der Couch als auch morgens auf dem Weg zur Arbeit lernen kann.
Für die Praxis arbeiten wir mit mehr als 100 Partnern für eine individuelle Schulung und Prüfungsvorbereitung zusammen. Die Theorieergebnisse fließen dabei auch in die Planung der Praxis ein. Wir verbinden den Lernstoff also nahtlos und ohne Medienbruch mit echtem, praktischem Können.

Wer gehört zur Hauptzielgruppe der Bootsschule1 und wie stellt ihr sicher, dass sie optimal betreut wird?

Wir haben mehrere Hauptzielgruppen: Da sind zum einen die Berufstätigen oder Selbstständigen. Sie wollen flexibel lernen und einen Ausgleich zum Alltag schaffen.
Zum anderen haben wir Familien und Paare: Sie möchten gerne gemeinsam ein neues Hobby beginnen und dafür lernen, wann es ihnen ins Leben passt.
Und wir haben die Bestager, die sich mit dem Bootsführerschein einen lang gehegten Traum erfüllen.
Was alle vereint, ist, dass sie möglichst auf einfachem Wege und individuell lernen wollen. Unsere Plattform ist daher nach diesem Bedürfnis ausgerichtet: alltagstauglich. Und die Lerninhalte sind motivierend gestaltet, sodass man gerne dranbleibt.

Welche Herausforderungen begegnen euch im Bereich digitaler Bootsausbildung und wie meistert ihr diese?

Uns ist wichtig, dass die Ausbildung, die wir anbieten, der höchsten Qualität entspricht. Dafür arbeiten wir eng mit Verbänden und Prüfstellen zusammen.
Bei der herkömmlichen Ausbildung zum SBF hat uns unter anderem die Intransparenz der Kosten gestört. Unseren Kunden gegenüber wollen wir aber von Beginn an Vertrauen schaffen durch Transparenz, Erfolgsgeschichten und messbare Ergebnisse – zum Beispiel beim Lernfortschritt.
Die theoretischen Inhalte haben wir dafür auch neugedacht: Sie sind kurz, anschaulich und praxisorientiert, damit das Lernen eher zum Erlebnis als zur Pflicht wird.

Was unterscheidet die Bootsschule1 von klassischen Bootsschulen oder anderen Online-Angeboten?

Klassische Schulen sind ortsgebunden und analog. Die Theorie wird dort starr und linear vermittelt. Unser Angebot dagegen ist digital, flexibel, datenbasiert und kundenorientiert. Das bedeutet natürlich auch eine größere Eigenverantwortung beim Lernen – aber das ist ein Vorteil: Bei uns liegt der Fokus auf einem individuellen Weg zum Lernerfolg statt bloßer – im schlimmsten Fall nur körperlicher – Anwesenheit beim Frontalunterricht an einer herkömmlichen Bootsschule.

Wie nutzt ihr digitale Tools, um das Lernen für angehende Bootsführer effizienter und motivierender zu gestalten?

Unsere Lernplattform ist adaptiv gestaltet. Das heißt, die Inhalte passen sich dem Lernverhalten an. Außerdem nutzen wir Gamification-Elemente, um die Motivation zu steigern. Und wir setzen unter anderem auch auf KI-gestützte Erklärungen, Lernempfehlungen und Abfragen.

Welche Rolle spielt persönliche Betreuung bei der Bootsschule1 trotz des Online-Fokus?

Jeder Prüfling bekommt eine persönliche Begleitung in Form von der App und der Möglichkeit, sich persönlich mit einem Ausbilder eins zu eins auszutauschen. Außerdem erhalten unsere Schüler regelmäßig Feedback von den Ausbildern, damit sie sich verbessern können. Die Betreuung ist bei uns kein „Add-on“ oder teures Extra, sondern ein zentraler Teil der Lernerfahrung zum Bootsführerschein.

Was plant ihr für die Zukunft – wird die Bootsschule1 neue Kurse oder zusätzliche Features anbieten?

In erster Linie wollen wir unsere Partnerschaften ausbauen! Wir arbeiten an Kooperationen mit Häfen, Charterfirmen und Versicherern. Zudem wollen wir unser „Bootsführerschein-Ökosystem“ weiterentwickeln, das Theorie, Praxis, technisches Zubehör und die Community vereint. Und langfristig wollen wir unser Angebot europaweit skalieren: Die Bootsschule1 soll die führende Marke für Freizeitkapitäne in der EU werden.

Wie bewertet ihr die Entwicklung des Marktes für digitale Weiterbildung im Bereich Freizeit und Sport?

Die Bildung im Freizeitbereich digitalisiert sich rasant – und die Nutzer erwarten zurecht Qualität, nicht nur Bequemlichkeit. Das merken wir auch auf dem Markt: Das Bewusstsein für eine flexible Weiterbildung wächst, auch außerhalb des Berufslebens.
Hier haben wir mit der Bootsschule1 einen Vorteil: Wir bieten ein authentisches Produkt mit emotionalem Nutzen an, denn unsere Kunden lernen für ihre Freizeit und nicht, weil sie es müssen. Wer sich dazu entscheidet, bei uns den SBF zu machen, der bringt für gewöhnlich auch die notwendige Motivation dazu mit.

Welche drei Ratschläge würdet ihr Gründerinnen und Gründern geben, die selbst ein digitales Bildungsangebot aufbauen möchten?

Zuerst einmal sollte man die Probleme, Herausforderungen und ihre Zusammenhänge wirklich verstanden haben. Es geht nicht darum, einfach irgendetwas zu digitalisieren um der Digitalisierungs Willen. Sondern es sollte darum gehen, Bildung zielführend neuzudenken.
Außerdem sollte man nutzerzentriert arbeiten: Einfachheit schlägt Komplexität – immer.
Wichtig ist darüber hinaus, dass man Authentizität und Persönlichkeit bewahrt: Digitale Angebote laufen schnell Gefahr, den menschlichen Aspekt zu verlieren. Aber auch digital zu lernen, soll eine menschliche Erfahrung bleiben. Die Kunden sollten das Gefühl haben, gut aufgehoben zu sein und sich bei Bedarf an einen echten Menschen wenden zu können.

Bildcredits Bootschule1

Wir bedanken uns bei Silas Siebdrat für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Wie kann eine einfache Idee unsere Mülltrennung völlig neu denken?

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Multibin Mülltrennung für eine digitale Kreislaufwirtschaft Marcus Trojan Multibin

Multibin entwickelt ein digitales Mehrkammer Müllbeutelsystem, das Haushalten, Unternehmen und dem Gesundheitswesen eine neue, datenbasierte Form der Mülltrennung ermöglicht.

Wie entstand bei Ihnen auf dem Segelboot die Idee zu Multibin und was war der Moment, in dem Ihnen klar wurde, dass daraus eine echte Innovation werden könnte?

Die Idee zu Multibin entstand an einem Ort, an dem man besonders bewusst lebt: einem Segelboot. In einer Marina musste ich meinen Müllbeutel aufreißen und nachträglich sortieren. Am Ende hing ich mehrere Beutel auf dem Boot auf – das war unästhetisch, platzraubend und ineffizient. Da fragte ich mich: Warum gibt es nicht einfach einen Müllbeutel mit mehreren Fächern? Ursprünglich ging es mir um Ästhetik und Platz.

Doch schnell wurde mir klar: Dieses Problem betrifft jeden Haushalt, besonders Ein- bis Zweipersonenhaushalte, die nicht ausreichend Platz für mehrere Behälter haben. Ich wollte einen solchen Beutel kaufen – es gab ihn nicht. Also ließ ich recherchieren, begann zu patentieren und verstand, dass hier mehr steckt als ein Produkt: Wir können die kleinste Einheit der Abfallwirtschaft digitalisieren.

Als ich dann über ein Belohnungssystem nachdachte, entstand die Idee oder Informationsträger in den Beutel zu integrieren. Damit wird Müll erstmals pro Beutel messbar und trackbar. Ab hier wurde Multibin zur digitalen Plattform – von Customizing (Farben, Kammergrößen) bis hin zu Mental-Load-Entlastung, Payment, Pfandsystemen und Loyalität.

Der Durchbruch war die Idee des UV-Klebers: Ein Beutel, der in einem Stück abgegeben und erst in der Sortieranlage automatisiert getrennt wird. Dadurch können selbst Länder ohne Infrastruktur hochwertige Sortierergebnisse erzielen. Spätestens an diesem Punkt war klar: Multibin ist nicht nur ein Beutel – Multibin gehört zur zukünftigen Infrastruktur einer digitalen Kreislaufwirtschaft.

Welche langfristige Vision verfolgen Sie persönlich mit Multibin und wie soll diese Vision die Kreislaufwirtschaft in Europa verändern?

Unsere Vision ist, die analoge Tonne langfristig zu ersetzen oder zu ergänzen – durch ein System, das ab Beutel denkt, nicht ab Tonne. Europa braucht ein standardisiertes, digitales System, um seine Recycling- und CO₂-Ziele zu erreichen. Wir wollen, dass jeder Beutel ein Datenpunkt, ein Wertstoffcontainer und ein Abrechnungselement wird.

Multibin soll zum europäischen Standard für Pay-Per-Bag, Wertstoffpfand und digitale Abfalltransparenz werden. Wir verbinden Haushalte, Kommunen, Entsorger und die Industrie in einem gemeinsamen System – erstmals rückverfolgbar bis auf Materialebene.

Für welche Zielgruppen wurde Multibin ursprünglich gedacht und wie unterscheiden sich die Bedürfnisse von Haushalten, Unternehmen und Einrichtungen im Gesundheitswesen?

Multibin war ursprünglich für Haushalte gedacht, aber wir bedienen mehrere Welten:

•⁠Privathaushalte: Platz sparen, intuitiver trennen, Belohnungen erhalten.
•⁠Unternehmen: Effizienz, Compliance, CO₂-Reporting, einfache Schulung.
•⁠Medizin & Kliniken: Hygienisch, klar getrennte Stoffströme, voller Audit-Trail.

Jede Zielgruppe trennt aus anderen Gründen – aber die Lösung ist dieselbe: ein Beutel, mehrere Kammern, digitale Identifikation.

Was hat Sie motiviert, einen völlig neuen Standard in der Mülltrennung zu schaffen und gleichzeitig ein global verständliches System zu entwickeln?

Mich hat motiviert, dass Mülltrennung weltweit kompliziert ist, weil sie auf analogen Symbolen und Fehlanreizen basiert. Wir wollten ein System schaffen, das global verständlich ist, unabhängig von Tonnenfarben, lokalen Systemen oder Sprachbarrieren.

Multibin ist radikal einfach: Wer einen Beutel öffnet, versteht das System. Genau darin liegt die Kraft, einen neuen globalen Standard zu setzen.

Welche Herausforderungen sehen Sie aktuell bei der sortenreinen Erfassung von Wertstoffen und wie lösen Sie dieses Problem direkt an der Quelle?

Heute wird zu spät sortiert: aus der Tonne, aus Containern oder aus Mischabfällen. Die Sortierqualität ist entsprechend schlecht.

Multibin dreht das System um: Sortierung direkt im Haushalt – bevor Vermischung entsteht.

Mit den zwei Kammern, digitaler Identität und optionaler KI-Sortiererkennung erreichen wir eine völlig neue Qualität von Materialströmen. Gemeinden erhalten weniger Fehlwürfe, Recyclinganlagen höhere Reinheiten, Hersteller verwertbare Daten.

Sie sprechen von Multibin als Plattformtechnologie. Welche Bedeutung haben die patentierten Erweiterungen wie Mehrkammer-Varianten oder UV-Kleber für zukünftige Anwendungen?

Multibin ist ein Ökosystem:

•⁠Patente für 2/3/4-Kammer-Beutel
•⁠UV-Kleber für maschinelle Trennung
•⁠Optionale RFID- oder optische Identifikation
•⁠Bag-ID für Tracking, Bonusprogramme, Pfandsysteme
•⁠API-Integration für Städte, Hersteller und Anlagen

Jeder Beutel ist ein Datenobjekt – und damit eine neue Infrastruktursebene für die Abfallwirtschaft.

Wie wichtig ist die Multibin App für die Weiterentwicklung des Systems. Und welche Rolle spielen digitale Anreizmodelle für mehr Nachhaltigkeit im Alltag?

Die App verwandelt Mülltrennung in ein Anreizsystem und in eine transparente Datenplattform.
Sie ermöglicht:

•⁠Bonuspunkte, Pfand, Belohnungen
•⁠Materialtracking
•⁠CO₂-Visualisierung
•⁠Customizing (Farben, Kammergrößen, Abfallprofile)
•⁠Payment (Pay-per-Bag)
•⁠Warnungen zu Sonderabfällen

Die App ist der digitale Layer, der aus einem Alltagsprodukt ein Steuerungssystem für die Kreislaufwirtschaft macht.

Welche Chancen sehen Sie in smarten Recycling-Prozessen insgesamt und welchen Beitrag kann Multibin konkret zur nationalen Kreislaufstrategie leisten?

Europa braucht präzise Materialdaten, um PPWR, EPR und CO₂-Vorgaben zu erfüllen. Multibin liefert diese Daten erstmals auf der kleinsten, saubersten Ebene: dem Beutel.

Wir schaffen:

•⁠Höhere Sortierqualität
•⁠Daten für Herstellerpflichten
•⁠Faire Gebührenmodelle
•⁠Kommunale Transparenz
•⁠Digitale Infrastruktur für Pfandsysteme

Damit leisten wir direkten Beitrag zur nationalen und europäischen Kreislaufstrategie.

Was konnten Sie aus dem Pilotprojekt in der Penta Klinik in Prag lernen und welche Potenziale sehen Sie speziell beim Einsatz im medizinischen Bereich?

Das Pilotprojekt zeigt:

•⁠Kliniken sparen Wege
•⁠Fehlwürfe sinken drastisch
•⁠Hygiene verbessert sich
•⁠Abfallfraktionen werden sauber erfasst
•⁠Dokumentation wird einfacher

Gerade im medizinischen Sektor sind getrennte Stoffströme entscheidend – Multibin liefert hier einen skalierbaren Standard, der Prozesse messbar verbessert.

Was macht Multibin aus Ihrer Sicht zu einem echten Alleinstellungsmerkmal gegenüber herkömmlichen Mülltrennsystemen?

Unser USP ist dreifach:

1.⁠Ein Beutel mit mehreren Kammern – weltweit verständlich, platzsparend, intuitiv.
2.⁠Digitale Identität pro Beutel – damit wird Müll messbar, trackbar, abrechenbar.
3.⁠Patente auf die Digitalisierung des Müllbeutels – eine infrastrukturelle Monopolposition.

Kein anderes System schafft diese Kombination aus Produkt, Plattform und Daten.

Wohin möchten Sie sich in den nächsten Jahren entwickeln. Und welche technologischen oder marktorientierten Schritte stehen als Nächstes an?

Die nächsten Schritte:

•⁠Rollout in Medizin und Gewerbe
•⁠Pilotstädte für Pay-Per-Bag & Pfandsysteme
•⁠Europaweite Skalierung über Partner
•⁠Mehrkammer-Portfolio ausbauen
•⁠Sortier-KI und Wärmestraßenautomatik integrieren
•⁠Materialdaten-Marktplatz aufbauen

Unser langfristiges Ziel: Multibin wird der digitale Standard der europäischen Abfallwirtschaft

Welche drei Ratschläge möchten Sie anderen Gründerinnen und Gründern mitgeben, die nachhaltige Lösungen entwickeln wollen?

Löst ein echtes Systemproblem – nicht ein Imageproblem.

Denkt in Plattformen, nicht in Produkten. Nur Plattformen verändern Branchen.

Macht Nachhaltigkeit bequem. Menschen tun das Richtige, wenn es einfach ist.

Bildcredits: Multibin

Wir bedanken uns bei Marcus Trojan für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

MP Space: Satellitenbau neu definiert

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MP Space About Energy Team

Key Takeaways

  • Durch digitale Werkzeuge wie The Voltt gewinnen Satellitenbauer Zeit und optimieren die Batteriewahl erheblich.
  • The Voltt ermöglicht simulationsgestützte Batterieentwicklung in Echtzeit, was die Notwendigkeit umfangreicher physischer Tests reduziert.
  • MP Space profitiert von validierten Daten, um Risiken zu minimieren und die Entwicklungszeit zu verkürzen.
  • Digitale Modellierung schafft einen Wettbewerbsvorteil in der Raumfahrtbranche und erlaubt frühzeitige, evidenzbasierte Entscheidungen.
  • Kleine Teams erhalten durch The Voltt die Möglichkeit, mit großen Wettbewerbern gleichzuziehen, ohne die hohen Kosten traditioneller Methoden.

Wenn Satellitenbauer plötzlich sechs Monate Zeit gewinnen: Wie ein digitales Werkzeug aus London die Raumfahrt beschleunigt

Es gibt Momente in der Technik, in denen sich zeigt, wie viel leichter alles sein könnte, wenn man früher die richtigen Daten hätte. Ein solcher Moment spielte sich zwischen London und Australien ab – zwischen About:Energy, einem Softwarehaus für Batteriemodellierung, und MP Space, einem jungen Satellitentechnik-Unternehmen aus Down Under. Was trocken nach „Optimierung“ klingt, ist in Wahrheit ein kleines Lehrstück darüber, wie moderne Simulationen heute Entwicklungssprünge möglich machen, die früher nur mit Werkhallen voller Testgeräte und Monaten an Wartezeit zu haben waren.

Ein Problem, das jeder Satellitenbauer kennt

Wer Satelliten baut, wie MP Space der denkt in langen Zeiträumen. Ein Satellit im All lässt sich nicht eben schnell reparieren, wenn die Batterie schwächelt oder unter der Hitze im Orbit nachgibt. Die Energiesysteme müssen funktionieren, egal wie hart die Mission ist. Lebensdauer, minimale Entladetiefen, extreme Zuverlässigkeit – all das muss stimmen. Entsprechend aufwendig ist die Auswahl der passenden Batteriezellen. Normalerweise heißt das: testen, testen, testen.

Und zwar im eigenen Labor. Mit teuren Prototypen. Über Monate hinweg.

Genau an dieser Stelle saß MP Space fest. Das Team entwickelt Hochleistungs-Subsysteme für Satelliten und wollte für ein neues Projekt die beste Batteriechemie finden, ohne dass die Entwicklung ins Stocken gerät. „Wir hätten uns im Zweifel sechs Monate lang verrannt, wenn wir auf die falsche Zelle gesetzt hätten“, so beschreibt es das Unternehmen sinngemäß. Nur: So viel Zeit hat ein schnell wachsendes Raumfahrt-Startup schlicht nicht.

MP Space

Dann kam „The Voltt“ ins Spiel

About:Energy bietet eine Plattform an, die klingt, als wäre sie aus einem Ingenieursmärchen gefallen: The Voltt. Dahinter steckt ein cloudbasiertes Werkzeug, das Batterieentwicklung nahezu vollständig digitalisieren soll. Statt reale Zellen wochenlang im Testlabor durchzuprobieren, können Entwickler verschiedene Kandidaten am Bildschirm unter realistischen Lastprofilen simulieren. Und zwar nicht mit geschätzten oder groben Daten, sondern mit Modellen, die auf echten, validierten Messreihen beruhen.

Rund 30 verschiedene Hochleistungschemien sind in dieser Modellbibliothek bereits enthalten. Für MP Space bedeutete das: Zellen vergleichen, Lebensdauer simulieren, Degradation bewerten – alles in einem einzigen Tool. Und vor allem: alles bevor die erste reale Zelle überhaupt gekauft oder getestet wurde.

Riskantes Bauchgefühl? Nicht mit dieser Art von Daten

Dabei ging es nicht nur darum, eine geeignete Zelle zu finden, sondern die richtige beim ersten Versuch. Das klingt banal, ist aber in der Raumfahrt entscheidend. Eine falsche Entscheidung hätte MP Space zum Umplanen gezwungen. Neue Tests. Neue Hardware. Neue Modelle. Und Monate Verzögerung.

Durch die Nutzung von The Voltt konnte das Team alle kritischen Faktoren direkt in seine Simulationsumgebung integrieren – konkret in MATLAB Simulink, ein Standardwerkzeug in der Industrie. Die simulierten Daten zeigten, wie sich die Zellen über die gesamte Missionsdauer verhalten würden, wann die Leistung nachlässt und wie sicher die Batterie unter verschiedenen Lastbedingungen arbeitet.

Oder wie es About:Energy-Mitgründer Gavin White formuliert: „MP Space baut Energiesysteme, bei denen Zuverlässigkeit und Präzision entscheidend sind. Mit den validierten Daten in The Voltt konnten sie schneller entwickeln und das Risiko massiv reduzieren.“ Und man merkt: Ihm geht es nicht nur um Technik, sondern um eine Philosophie. Satelliten, sagt er, seien oft überkonstruiert – aus Angst vor Fehlern. Wer bessere Modelle hat, muss weniger überkompensieren.

Digitale Abkürzungen, die Platz für echte Innovation schaffen

Spannend an dieser Zusammenarbeit ist nicht nur der technische Nutzen, sondern der psychologische. Wenn Ingenieurteams ihre Zeit nicht mehr in wochenlange Testreihen stecken müssen, entsteht Raum für kreative Arbeit. Plötzlich lässt sich daran tüfteln, wie Systeme leichter, effizienter oder robuster werden können.

Genau das sagt auch Jay Manley, CEO von MP Space: „Die Datenplattform hat uns Entscheidungen ermöglicht, für die wir normalerweise Monate interner Tests gebraucht hätten.“ Sein Team habe unnötige Prototypen vermieden und wertvolle Zeit freigespielt. Und im nächsten Schritt wollen die Ingenieure die Modelle sogar nutzen, um thermische Effekte tiefer zu analysieren – also wie viel Wärme die Zellen erzeugen und wie sich das auf das Gesamtsystem auswirkt.

Das klingt nach Detailkram, ist aber in der Raumfahrt Gold wert. Jede falsche Annahme über Temperaturverhalten kann später im All zum Problem werden. Wenn sich solche Fragen früh und sicher klären lassen, steigt nicht nur die Qualität des Systems, sondern auch die Geschwindigkeit der Entwicklung.

Was bedeutet das für die Branche?

Natürlich ist dies nur ein Projekt von vielen. Aber es zeigt eine größere Entwicklung in der Raumfahrt und im Energiebereich: Klassische Testmethoden stoßen an ihre Grenzen, weil Produkte immer schneller auf den Markt müssen. Startups wie MP Space konkurrieren nicht nur mit etablierten Playern, sie arbeiten auch unter enormem Zeitdruck. Kunden erwarten kurze Lieferzeiten, niedrige Kosten und Technologien, die sich im Orbit bewähren.

Digitale Modellierung wird deshalb zum entscheidenden Wettbewerbsvorteil. Sie ermöglicht, was früher kaum möglich war: frühzeitige Entscheidungen mit hoher Sicherheit. Weniger Bauchgefühl, mehr Evidenz. Weniger Risiko, mehr Tempo.

Und es geht nicht nur um den Bau von Satelliten. Auch Energieunternehmen, Batteriehersteller und Automobilentwickler setzen zunehmend auf digitale Zwillinge – also virtuelle Abbilder realer Bauteile. Die Raumfahrt ist lediglich das Feld, in dem die Anforderungen besonders gnadenlos sind.

Ein Werkzeug, das kleinen Teams Superkräfte gibt

The Voltt selbst bleibt dabei fast unauffällig. Eine Software, die still im Hintergrund arbeitet, Daten liefert, simuliert, vergleicht. Doch genau diese Unauffälligkeit ist ihre Stärke. Sie erlaubt kleinen Teams, auf Augenhöhe mit großen Konkurrenten zu arbeiten. Oder wie Manley es ausdrückt: „The Voltt hat für uns das Spielfeld ausgeglichen.“

Am Ende steht eine Erkenntnis, die weiter trägt: In einer Branche, in der Materialkosten hoch, Missionszeiten lang und Fehlertoleranzen niedrig sind, kann die richtige Entscheidung zur richtigen Zeit über Erfolg oder Scheitern entscheiden. Und manchmal reicht dafür eben kein neues Labor, sondern ein smarteres digitales Werkzeug.

Geschützt: Verkaufen ohne Shop: Zahlungen erhalten mit PayPal Open

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Wie KI die Gründerszene neu definiert

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KI Startups verändern die Gründerszene mit agentischer KI Bild: Garman Keynote Bildcredits: Amazon AWS re:Invent 2025

Weniger Kapital, mehr Impact: KI-First-Unternehmen verschieben die Machtverhältnisse in der Startup-Welt. Statt Millionenrunden entscheidet zunehmend die Qualität der Umsetzung über den Erfolg.

Künstliche Intelligenz ist längst kein Feature mehr, das Startups ihrer Software hinzufügen. Sie ist das Fundament, auf dem eine neue Generation von Unternehmen aufbaut. Auf der Amazon-Konferenz AWS re:Invent in Las Vegas wurde in zahlreichen Gesprächen mit Gründern und Branchenexperten deutlich: Diese KI-nativen Startups folgen anderen Regeln als ihre Vorgänger. Die Folgen dieser Entwicklung sind weitreichend. Teams erreichen mit einem Bruchteil der bisherigen Ressourcen leistungsfähige Produkte. Die klassische Logik der Venture-Capital-Finanzierung gerät ins Wanken.

Von der Finanzierungsrunde zur Umsetzungsqualität

Kapital war bislang der entscheidende Engpass für junge Technologieunternehmen. Wer früh große Summen einsammelte, konnte schneller wachsen, mehr Talente einstellen und länger durchhalten. Diese Logik verliert zunehmend an Bedeutung, berichtet Jason Bennett, Vice President Worldwide Startups und Venture Capital der Amazon-Tochter AWS im Interview. KI-gestützte Entwicklungswerkzeuge beschleunigen den Produktaufbau erheblich. Minimum Viable Products entstehen in Wochen statt Monaten, Iterationszyklen verkürzen sich, der Weg zum Product-Market-Fit wird planbarer. Prozesse, die früher manuelle Prüfungen erforderten, laufen nun automatisiert, schneller und fehlerfreier ab.

Diese Effizienzgewinne verschieben die Machtverhältnisse. Nicht die Höhe der Seed-Runde bestimmt die Erfolgsaussichten, sondern die Fähigkeit, Technologie gezielt einzusetzen. Kapital bleibt wichtig, doch seine Rolle verändert sich – von der existenziellen Notwendigkeit zum strategischen Hebel. Damit steigt der Wert von Smart Money. Investoren, die neben Kapital auch technisches Know-how, Infrastruktur-Credits und Zugang zu erfahrenen CTOs bieten, werden für Gründer interessanter. Diese Form der Unterstützung ermöglicht es Startups, technologische Hürden schneller zu überwinden und von Beginn an professionelle Strukturen aufzubauen.

Agentische KI Chance und Risiko zugleich

Während generative KI bereits vielerorts Entwicklungsprozesse beschleunigt, deutet sich schon die nächste Evolutionsstufe an: KI-Agenten. Diese Systeme kombinieren verschiedene Fähigkeiten und Werkzeuge, um vorgegebene Ziele zu verfolgen, Prioritäten zu setzen und eigenständig Handlungspläne zu erstellen. Dabei bleiben sie jedoch klar durch Sicherheitsregeln und Vorgaben eingebettet. Anders als frühere Automatisierungssysteme sind sie nicht auf einen bestimmten Anwendungsfall spezialisiert, sondern flexibel konfigurierbar. Sie sind in der Lage, Aufgaben über mehrere Domänen hinweg zu orchestrieren. Ihre zentrale Stärke ist die weitreichende Autonomie, die es ihnen erlaubt, Ziele selbstständig zu erreichen und komplexe Handlungsstränge zu bewältigen. Sie agieren somit unabhängig von permanenten menschlichen Eingriffen.

Diese tiefere Integration verspricht weitere Effizienzsprünge. Agentische Systeme können so zum Beispiel Onboarding-Prozesse drastisch beschleunigen, physische Systeme wie Gebäudetechnik autonom steuern oder in isolierten Umgebungen als digitaler Programmierer arbeiten. Gleichzeitig wächst jedoch die Komplexität der Risiken.
Die Technologie ist nicht deterministisch. Halluzinationen, Fehleinschätzungen und mangelnde Kontrollierbarkeit können bei eng verzahnten Systemen erhebliche Folgen haben. Was bei einem einfachen Chatbot ärgerlich ist, wird bei geschäftskritischen Prozessen zum Sicherheitsproblem. Besonders in regulierten Branchen wie Gesundheitswesen und Finanzdienstleistungen sind Zuverlässigkeit und Konsistenz von größter Bedeutung.

Startups, die KI als tragendes Element ihrer Architektur nutzen, müssen diese Risiken von Anfang an mitdenken. Bei Systemen, die mit physischer Infrastruktur interagieren, muss die Sicherheit direkt auf der Edge-Maschine gewährleistet werden. Die Verwaltung von Agenten erfordert fein abgestimmte Zugriffs- und Berechtigungskontrollsysteme, da ihre Berechtigungen nicht eins zu eins denen menschlicher Mitarbeiter entsprechen. Eine zentrale Herausforderung besteht darin, die Verallgemeinerungsfähigkeit der Agenten mit der notwendigen hohen, kontrollierten Leistung in Einklang zu bringen. Technische Robustheit, Transparenz und Kontrollmechanismen werden zu Wettbewerbsfaktoren.

Ein neues Erfolgsmodell

Die nächste Generation erfolgreicher Startups wird nicht daran gemessen, wie viel Geld sie eingesammelt hat. Entscheidend ist, ob es gelingt, mit intelligenten Werkzeugen maximale Wirkung zu erzielen. Startups werden schneller, schlanker und strategischer als je zuvor.
Für Gründer bedeutet das: mehr Fokus auf echte Meilensteine statt auf Finanzierungsrunden.
Für Investoren heißt es: ihre Rolle neu definieren und Mehrwert jenseits des Kapitals schaffen. Der Wandel hin zu agentischer und generativer KI demokratisiert die Gründerszene. Teamgeist und Umsetzungsgeschwindigkeit sind entscheidender denn je. Wer diese Verschiebung versteht, hat die Chance, die Startup-Landschaft der kommenden Jahre maßgeblich zu prägen.

Bild Bild: Garman Keynote Bildcredits: Amazon AWS re:Invent 2025

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Was passiert, wenn klare Vision auf pure Kreativität trifft?

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SYNTARI Vision und Kollektionen im Mittelpunkt Teambild Bildcredits SYNTARI®

SYNTARI ist ein deutsches Modeunternehmen, das minimalistische, typografisch präzise und exklusive Designs entwickelt und 2025 in Hamburg gegründet wurde

Wer steht hinter SYNTARI und wie ist die Idee entstanden?

SYNTARI [zyn ta:bi] ist ein deutsches Modeunternehmen, das 2025 in Hamburg gegründet wurde.
SYNTARI wurde von Maximilian Obert und Max Dorer gegründet, beide 19 Jahre alt. Wir wollten ein Modeprojekt starten, das minimalistische Designs, typografische Präzision und Exklusivität vereint. Unser Ziel: die nächste große Modebrand zu schaffen, die klare Ästhetik und Vision in jeder Kollektion zeigt.

Wie würdet ihr die kreative Vision von SYNTARI beschreiben?

Unsere Vision ist klar und radikal: minimalistische Linien, starke Typografie, limitierte Kollektionen. Jede Kollektion ist ein Statement, das Ästhetik, Qualität und kulturelle Relevanz vereint. Mode soll getragen und erlebt werden.

Welche Zielgruppen sprecht ihr an?

Modebewusste, Minimalismus-Liebhaber und Menschen, die Exklusivität, Qualität und klare Designs suchen. Wir sprechen alle an, die Klasse über Masse setzen.

Wie entstand SYNTARI x Inkasso Ingo?

Inkasso Ingo ist ein Influencer von der Reeperbahn, dessen kreative Vision und Reichweite perfekt zu uns passen. Die Kooperation entstand, um limitierte, auffällige Kollektionen zu kreieren, die Designästhetik und Community-Relevanz kombinieren. Und wir alle Bock drauf hatten.

Was unterscheidet SYNTARI von anderen jungen Labels?

Keine Kompromisse. Typografie, Minimalismus, limitierte Drops und volle kreative Kontrolle – wir setzen Standards, statt Trends hinterherzulaufen.

Welche Herausforderungen gibt es in der Modebranche?

Schnelle Trends, hohe Konkurrenz, Logistikprobleme. Wir reagieren mit kleinen, limitierten Kollektionen, kompromissloser Qualität und strategischer Markenführung.

Wie wichtig ist Ästhetik und Markenidentität?

Extrem wichtig. Unser Studio-Ansatz sichert konsistente Kollektionen. Ästhetik und Identität sind untrennbar – jede Kollektion repräsentiert SYNTARI klar.

Welche Rolle spielen Community und Kultur?

Community und Kultur sind zentral. Feedback, Trends und kulturelle Impulse fließen direkt in jedes neue Design.

Wie sieht die weitere Entwicklung aus?

Internationale Expansion, neue limitierte Kollektionen, weitere kreative Kooperationen. Ziel: SYNTARI als führende Premium-Modebrand etablieren, die Minimalismus, Qualität und Kultur vereint.

Welchen Stellenwert hat Exklusivität?

Maximal. Jede Kollektion ist streng limitiert, jedes Design bewusst gewählt. Exklusivität ist Kern unserer Marke.

Was habt ihr bisher gelernt? Drei Ratschläge?

Geduld, klare Vision, kompromisslose Qualität. Bleib dir selbst treu, kontrolliere deine Marke, setze auf kleine, gezielte Schritte mit langfristiger Wirkung.

Wie möchtet ihr wahrgenommen werden?

Als globale Modebrand, die Minimalismus, Kreativität und kulturelle Relevanz kombiniert. Wir wollen Trends setzen, nicht folgen.

Teambild Bildcredits SYNTARI®

Wir bedanken uns bei Maximilian Obert und Max Dorer für das Interview

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