Donnerstag, April 2, 2026
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Warum sprechen so viele Frauen über dieses Problem, aber kaum jemand löst es wirklich?

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ByeByeToe Unterwäsche Sport Pitch bei 2 Minuten 2 Millionen Gründerin Marie Marion Müller,

ByeByeToe entwickelt funktionale Unterwäsche für Sport und Alltag und wird am 17. März 2026 in der PULS 4 Sendung 2 Minuten 2 Millionen pitchen

Wer steht hinter ByeByeToe und wie hat sich euer Gründerteam formiert?

Hinter ByeByeToe® steht vor allem Gründerin Marie Marion Müller, die sich gemeinsam mit einem Kompetenzteam zur Aufgabe gemacht hat, funktionale Damenunterwäsche neu zu denken. Ausgangspunkt war die Überzeugung, dass Frauen im Bereich Unterwäsche und Activewear noch immer zu oft zwischen Komfort, Ästhetik und Funktion wählen müssen. Genau daraus entstand der Anspruch, eine Marke aufzubauen, die diese drei Aspekte konsequent miteinander verbindet.

Wie entstand die Idee zu ByeByeToe und zur Entwicklung funktionaler Damenunterwäsche, die ein häufiges Problem beim Tragen enger Kleidung lösen soll?

Die Idee zu ByeByeToe® entstand aus einem alltäglichen, bislang aber kaum gelösten Problem: Viele Frauen kennen das unangenehme Abzeichnen unter engen Hosen – sei es im Alltag, beim Sport oder bei figurbetonten Outfits. Obwohl sehr viele betroffen sind und dies teilweise sogar als unangenehm oder schmerzhaft empfinden, fehlte bislang eine wirklich durchdachte, funktionale und zugleich ästhetische Lösung. ByeByeToe® entstand aus dem Anspruch, genau diese Lücke mit einem innovativen Produkt zu schließen.

Welches konkrete Problem im Alltag und beim Sport wollt ihr mit ByeByeToe lösen?

Mit ByeByeToe® möchten wir Frauen mehr Wohlbefinden, Komfort und Bewegungsfreiheit im Alltag und beim Sport geben. Unser Fokus liegt auf einem Problem, das viele kennen, aber selten offen ansprechen: sichtbare, unangenehme Abzeichnungen im Intimbereich unter enger Kleidung. Wir wollen, dass Frauen sich auf ihre Bewegung, ihren Tag und ihr Körpergefühl konzentrieren können – und nicht auf ihre Unterwäsche.

Was unterscheidet eure Unterwäsche von klassischen Slips oder Sportunterwäsche auf dem Markt?

ByeByeToe® unterscheidet sich von klassischer Unterwäsche vor allem durch den funktionalen Produktansatz. Unsere Modelle wurden nicht nur unter modischen Gesichtspunkten entwickelt, sondern gezielt dafür, ein konkretes Trageproblem zu lösen. Dabei verbinden wir technische Funktionalität mit femininer Optik, hohem Komfort und moderner Verarbeitung. Genau diese Kombination macht ByeByeToe® besonders.

Welche Rolle spielen Komfort, Funktionalität und Materialauswahl bei der Entwicklung eurer Produkte?

Komfort, Funktionalität und Materialauswahl stehen bei uns im Zentrum jeder Produktentwicklung. Denn eine funktionale Lösung überzeugt nur dann, wenn sie sich auch im Alltag und beim Sport wirklich angenehm trägt. Deshalb legen wir großen Wert auf hochwertige, performante Materialien, eine präzise Passform und eine Verarbeitung, die sich möglichst unsichtbar und leicht anfühlt. Unser Anspruch ist, dass Funktion niemals zulasten des Tragegefühls geht. Im Zuge unserer Sortimentserweiterung haben wir beispielsweise einen passenden BH entwickelt, der so bequem konzipiert ist, dass er täglich getragen werden kann, zugleich aber funktional so ausgestattet ist, dass er auch ein Sport BH ist.

Wie funktioniert das spezielle Design von ByeByeToe genau und wie verhindert es das Abzeichnen unter enger Kleidung?

Das spezielle Design von ByeByeToe® basiert auf einer geschützten verstärkten Konstruktion im sensiblen Schrittbereich, kombiniert mit einer nahtlosen, innovativen Bonding-Verarbeitung. Dadurch entsteht unter enger Kleidung ein glattes Gesamtbild, und zugleich wird verhindert, dass sich Hosen unangenehm in den Schritt ziehen. Das Produkt ist so konzipiert, dass es diskret unterstützt, ohne aufzutragen oder den Tragekomfort einzuschränken – im Gegenteil: Es ist so bequem, dass es sogar von Reiterinnen geschätzt wird, um Wundscheuern vorzubeugen.

Für welche Zielgruppen sind die Produkte von ByeByeToe besonders interessant?

ByeByeToe® richtet sich an Frauen, die beim Sport oder im Alltag enge, figurbetonte Kleidung tragen und dabei nicht auf Komfort und Wohlbefinden verzichten möchten. Besonders relevant sind unsere Produkte für Kundinnen, die eine diskrete und funktionale Lösung für das beschriebene Problem suchen. Gleichzeitig wurde unser Tanga als funktionelle Sportunterwäsche so entwickelt, dass er heute auch von Profiathletinnen getragen und empfohlen wird. Weiterhin statten wir Deutsche Hockey-und Beachvolleyball National Teams aus. Gerade in diesem Bereich steht weniger die optische Problematik im Vordergrund als vielmehr der außergewöhnlich hohe Tragekomfort.

Über welche Vertriebswege vertreibt ihr eure Produkte aktuell?

Aktuell vertreibt ByeByeToe® seine Produkte vor allem über den eigenen Online-Shop. Dieser direkte Vertriebsweg ermöglicht uns einen engen Austausch mit unserer Community und ein unmittelbares Verständnis für die Bedürfnisse unserer Kundinnen. Gleichzeitig beobachten wir weitere Vertriebsmöglichkeiten sehr genau und prüfen gezielt Partnerschaften, die zu Marke, Positionierung und Wachstumskurs passen.

Plant ihr neben der aktuellen Kollektion weitere Produkte oder Erweiterungen im Bereich funktionale Unterwäsche oder Activewear?

Ja, wir verstehen ByeByeToe® klar als wachsende Marke mit weiterem Entwicklungspotenzial. Neben unserem ersten Produkt, dem Tanga beziehungsweise Slip, gibt es mittlerweile den passenden BH mit der beschriebenen Funktion, eine komplette Spitzenkollektion sowie eine Beachkollektion – natürlich ebenfalls mit unserer funktionalen verstärkten Konstruktion im Schrittbereich ausgestattet.

Am 17. März 2026 wird ByeByeToe in der Sendung 2 Minuten 2 Millionen zu sehen sein. Welche Erwartungen verbindet ihr mit diesem Auftritt?

Der Auftritt bei 2 Minuten 2 Millionen ist für uns eine große Chance, ByeByeToe® einer breiten Öffentlichkeit vorzustellen. Wir möchten zeigen, dass hinter unserer Marke nicht nur eine starke Idee, sondern auch ein klarer Kundennutzen und relevantes Marktpotenzial stehen. Natürlich verbinden wir mit der Ausstrahlung auch die Hoffnung auf zusätzliche Sichtbarkeit, wertvolle Kontakte und einen nachhaltigen Impuls für unser weiteres Wachstum – sei es durch einen Deal oder durch strategisch wertvolle Kooperationen.

Welche Kernbotschaft möchtet ihr den Investorinnen und Investoren in der Sendung vermitteln?

Unsere zentrale Botschaft ist, dass ByeByeToe® ein reales, weit verbreitetes Problem mit einer innovativen und markenfähigen Lösung adressiert. Wir bauen nicht einfach nur eine weitere Wäschemarke auf, sondern entwickeln eine funktionale Kategorie mit echtem Mehrwert für Frauen. Genau darin sehen wir die Stärke des Konzepts – sowohl aus Kundinnen- als auch aus Unternehmensperspektive.

Welche Form der Unterstützung erhofft ihr euch durch ein mögliches Investment aus 2 Minuten 2 Millionen?

Für uns wäre ein Investment besonders wertvoll, wenn es über Kapital hinausgeht. Wir wünschen uns strategische Unterstützung in den Bereichen Skalierung, Markenaufbau, Produktion, Distribution und Internationalisierung. Entscheidend ist für uns ein Partner, der nicht nur finanziert, sondern die Marke aktiv auf dem nächsten Wachstumsschritt begleitet.

Welche nächsten Schritte plant ihr für ByeByeToe nach der Ausstrahlung der Sendung?

Nach der Ausstrahlung möchten wir die erhöhte Aufmerksamkeit gezielt nutzen, um unsere Marke insbesondere in Österreich weiter zu stärken und die nächsten Wachstumsschritte umzusetzen. Dazu zählen vor allem der Ausbau unserer Sichtbarkeit sowie die Vertiefung strategisch sinnvoller Vertriebspartnerschaften. Unser Fokus liegt darauf, die mediale Reichweite in nachhaltiges Markenwachstum zu übersetzen.

Wo seht ihr ByeByeToe in den nächsten drei bis fünf Jahren im europäischen Markt für funktionale Damenunterwäsche?

In den nächsten drei bis fünf Jahren sehen wir ByeByeToe® als klar positionierte europäische Marke im Bereich funktionaler Damenunterwäsche. Unser Ziel ist es, eine feste Größe für Frauen zu werden, die innovative Lösungen suchen und bei denen Komfort im Fokus steht. Langfristig möchten wir ByeByeToe® als relevante Marke etablieren, die in diesem Segment neue Maßstäbe setzt.

Sehen Sie ByeByeToe am 17. März 2026 in der Sendung 2 Minuten 2 Millionen

Bildcredits/Fotograf: ByeByeToe

Wir bedanken uns bei Marie Marion Müller für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Ideen die den Alltag verändern könnten

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17. März 2026: 2 Minuten 2 Millionen PULS 4 Startups Bild GetFitApp Bilcredits/Fotograf: PULS 4 / Gerry Franck

17. März 2026: ByeByeToe und Pro Planche sorgen bei 2 Minuten 2 Millionen für Aufmerksamkeit

Am 17. März 2026 stehen bei 2 Minuten 2 Millionen gleich mehrere außergewöhnliche Startup Ideen im Rampenlicht. Mit ByeByeToe bringt eine Gründerin aus München ein gesellschaftliches Tabuthema auf die große Bühne, während das Tiroler Startup Pro Planche den Markt für Schneidebretter neu denken möchte. Beide Teams präsentieren ihre Innovationen vor der Investor:innenrunde und hoffen auf ein Investment.

Die aktuelle Folge zeigt einmal mehr, wie vielfältig die Ideen der europäischen Startup Szene sind. Von funktionaler Bekleidung über nachhaltige Küchenprodukte bis hin zu digitalen Fitnesslösungen reicht das Spektrum der vorgestellten Konzepte. Besonders zwei Unternehmen sorgen in dieser Ausgabe jedoch für Aufmerksamkeit, weil sie alltägliche Herausforderungen auf ungewöhnliche Weise lösen wollen. Während ByeByeToe ein Problem adressiert, über das bislang kaum öffentlich gesprochen wird, setzt Pro Planche auf nachhaltige Materialien und hochwertiges Design für den Küchenalltag.

17. März 2026 bringt ein Tabuthema auf die Bühne von 2 Minuten 2 Millionen

Mit ByeByeToe tritt bei 2 Minuten 2 Millionen ein Startup an, das ein Thema anspricht, das viele Frauen kennen, über das jedoch selten offen gesprochen wird. Gründerin Marie Marion Mueller aus München hat einen speziellen Slip entwickelt, der den sogenannten Cameltoe verhindern soll. Dabei handelt es sich um eine sichtbare Verformung der Kleidung im Schrittbereich, die nicht nur unangenehm wirken kann, sondern häufig auch ein störendes Ziehen im Schritt verursacht.

Mueller hat dieses Problem aus eigener Erfahrung kennengelernt und begann, nach einer technischen Lösung zu suchen. Das Ergebnis ist ein innovatives Produkt, das auf einer speziellen Lasercut Bonding Technologie basiert. Durch diese Verarbeitung entsteht eine besonders flache und gleichzeitig stabile Struktur des Materials, die sich optimal an den Körper anpasst.

Der Slip von ByeByeToe soll maximalen Tragekomfort bieten und gleichzeitig verhindern, dass sich Stoff im Schrittbereich ungünstig verformt. Besonders für sportlich aktive Frauen könnte dies eine praktische Lösung darstellen. Beim Training, beim Yoga oder beim Laufen verrutscht Unterwäsche häufig oder verursacht Druckstellen. Genau hier setzt die Idee der Gründerin an.

Für die Entwicklung ihres Produkts ist Marie Marion Mueller ein großes persönliches Risiko eingegangen. Sie investierte ihr gesamtes Erspartes in die Produktion und den Aufbau ihres Unternehmens. Nun hofft sie bei 2 Minuten 2 Millionen auf Unterstützung durch erfahrene Investor:innen, die ihr helfen können, ByeByeToe weiter auszubauen.

Der Pitch sorgt im Studio für Aufmerksamkeit. Investorin Eveline Steinberger zeigt sich überrascht von dem Thema und betont, dass man ein solches Produkt lange nicht mehr in der Sendung gesehen habe. Für die Gründerin steht besonders Investor Christian Jäger im Fokus, den sie als möglichen strategischen Partner sieht. Ob es tatsächlich zu einem Deal kommt, bleibt jedoch bis zum Ende der Präsentation spannend.

2 Minuten 2 Millionen zeigt mit Pro Planche eine Innovation für den Küchenalltag

Während ByeByeToe ein gesellschaftliches Tabu anspricht, setzt das Tiroler Startup Pro Planche bei 2 Minuten 2 Millionen auf Innovation im Küchenbereich. Die Gründer Armin Hofmann und Roland Tiefnig aus Lienz wollen Schneidebretter neu denken und präsentieren ein Produkt, das Design, Nachhaltigkeit und Funktionalität miteinander verbindet.

Die Idee entstand bei einem gemeinsamen Kochabend. Die beiden Gründer stellten sich die Frage, ob es möglich sei, die Vorteile von Holz und Kunststoff in einem einzigen Material zu vereinen. Holz gilt als natürlich und antibakteriell, ist jedoch häufig nicht spülmaschinenfest. Kunststoff wiederum ist hygienisch und pflegeleicht, wird jedoch aus ökologischer Sicht kritisch betrachtet.

Die Lösung von Pro Planche basiert auf einem nachhaltigen Papierverbundmaterial. Dieses Material ist besonders robust, langlebig und gleichzeitig hitzebeständig. Die Schneidebretter können Temperaturen von bis zu 170 Grad Celsius standhalten und lassen sich daher auch als Topfuntersetzer verwenden.

Ein weiterer Vorteil liegt in der materialbedingten Schonung von Messerklingen. Während viele Kunststoffbretter dazu führen, dass Messer schneller stumpf werden, soll die Oberfläche der Pro Planche Bretter deutlich messerschonender sein. Gleichzeitig reduziert die Materialstruktur das Risiko von Bakterienbildung.

Neben den funktionalen Eigenschaften spielt auch das Design eine wichtige Rolle. Die Schneidebretter wirken minimalistisch und hochwertig und könnten problemlos auch als dekoratives Element in modernen Küchen eingesetzt werden.

Im Studio sorgt das Produkt für Begeisterung. Investorin Eveline Steinberger zeigt sich besonders angetan vom Design der Bretter. Auch Investor Alexander Schütz reagiert positiv und bezeichnet das Produkt sogar als das schönste Schneidebrett, das er in seinen 58 Jahren gesehen habe.

Doch trotz der positiven Reaktionen bleibt offen, ob die Gründer am Ende auch ein Investment erhalten. Neben der Produktidee sind für die Investor:innen vor allem Marktpotenzial, Produktionskosten und Skalierbarkeit entscheidend.

2 Minuten 2 Millionen präsentiert weitere Startup Ideen

Neben ByeByeToe und Pro Planche treten in der aktuellen Folge von 2 Minuten 2 Millionen noch weitere Unternehmen an. Aus Innsbruck kommt die Mirakelbox, ein mobiles Escape Room Konzept, das flexible Unterhaltung für Events und Veranstaltungen ermöglichen soll.

Ebenfalls dabei ist GetFitApp aus München. Das Startup entwickelt eine Fitness App, die personalisierte Workouts und Ernährungstipps anbietet. Die Inhalte werden von Creator:innen gestaltet, wodurch Nutzer:innen individuelle Trainingsprogramme erhalten.

Damit zeigt die Sendung erneut, wie breit die Themen der Startup Szene inzwischen gefächert sind. Von Mode Innovation über nachhaltige Küchenprodukte bis hin zu digitalen Fitnesslösungen reicht die Bandbreite der Ideen.

Die aktuelle Ausgabe von 2 Minuten 2 Millionen wird am 17. März 2026 um 20:15 Uhr auf JOYN und PULS 4 ausgestrahlt. Für die teilnehmenden Startups ist der Auftritt eine wichtige Chance, ihre Produkte einem breiten Publikum vorzustellen und möglicherweise einen entscheidenden Schritt in ihrer Unternehmensentwicklung zu machen.

Bild GetFitApp Bilcredits/Fotograf: PULS 4 / Gerry Franck

Warum ein einfacher Flohmarkt plötzlich ganze Nachbarschaften zusammenbringt

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HofFloh Plattform für Hofflohmarkt in Nachbarschaft Sebastian Schmitz Fotograf Lukas Schulze

HofFloh ist eine digitale Plattform, über die Menschen Hofflohmärkte organisieren und Nachbarschaften miteinander vernetzen

Was steckt hinter der Idee zu HofFloh und wer sind die Menschen, die das Startup gegründet haben?

HofFloh ist eine digitale Plattform, mit der Nachbarinnen und Nachbarn ganz einfach eigene Hofflohmärkte organisieren und daran teilnehmen können. Die Idee dahinter ist simpel: Dinge weitergeben, statt wegwerfen und dabei Menschen aus der direkten Umgebung zusammenbringen.
Gegründet wurde HofFloh 2025 in Köln von Sebastian Schmitz, Martin Müller und Andrea Schmitz. Wir kommen aus unterschiedlichen beruflichen Hintergründen, teilen aber die Überzeugung, dass digitale Lösungen Menschen im echten Leben zusammenbringen sollten. Mit HofFloh wollten wir eine Plattform schaffen, die Nachbarschaften aktiviert und nachhaltigen Konsum einfacher macht.

Wie entstand die Idee, Hofflohmärkte über eine digitale Plattform sichtbar und einfacher organisierbar zu machen?

Wir haben beobachtet, dass viele Hofflohmärkte in Vierteln entstehen, aber oft nur über Zettel, WhatsApp Gruppen oder Zufall sichtbar werden. Für Außenstehende ist es schwer zu wissen, wann und wo etwas stattfindet.
Gleichzeitig wächst bei vielen Menschen der Wunsch, Dinge weiterzugeben, statt wegzuschmeißen und sich im eigenen Viertel stärker zu vernetzen. Daraus entstand die Idee, eine einfache digitale Infrastruktur zu schaffen, die genau das unterstützt.
Mit HofFloh können Menschen ihren eigenen Hofflohmarkt auf einer Karte eintragen und Teil eines größeren Nachbarschaftsevents werden. Dadurch entstehen sichtbare Flohmarkt Routen im Viertel und Besuchende können gezielt von Hof zu Hof gehen.

Welche Vision verfolgt HofFloh für Nachbarschaften und lokale Gemeinschaften?

Unsere Vision ist es, Nachbarschaften wieder ein Stück lebendiger zu machen. In vielen Städten werden Wohnviertel zunehmend anonymer. Viele Menschen kennen ihre direkten Nachbarn kaum noch, obwohl gleichzeitig das Bedürfnis nach echter Begegnung und Austausch im eigenen Umfeld wächst.
Genau hier setzen Hofflohmärkte an. Sie schaffen einen einfachen Anlass, miteinander ins Gespräch zu kommen. Menschen sehen sich wieder, lernen neue Nachbarn kennen und verbringen gemeinsam Zeit im Viertel. Für viele wird daraus ein kleines Nachbarschaftsevent, bei dem auch Kinder ihre Spielsachen verkaufen oder einfach Teil des Geschehens sind.
Langfristig sehen wir HofFloh als Plattform, die genau diese Form von lokaler Vernetzung unterstützt. Eine einfache digitale Infrastruktur, die Menschen dabei hilft, vor ihrer eigenen Haustür aktiv zu werden. Damit schaffen wir eine Win Win Situation für Nachbarschaften, Besucher und Verkäufer schafft.

An welche Zielgruppen richtet sich HofFloh in erster Linie und welche Bedürfnisse dieser Nutzer möchten Sie mit Ihrer Plattform erfüllen?

Unsere Plattform richtet sich vor allem an Nachbarschaften, Familien, Einzelpersonen und Initiativen, die unkompliziert einen Flohmarkt im eigenen Umfeld organisieren möchten.
Viele Menschen mögen Flohmärkte, haben aber weder Zeit noch Lust, früh morgens mit dem Auto zu einem großen Markt zu fahren, hohe Standgebühren zu zahlen und den ganzen Tag unter Verkaufsdruck zu stehen. Gerade für Familien mit Kindern ist das oft unpraktisch.
Hofflohmärkte funktionieren anders. Man verkauft direkt vor der eigenen Haustür, gemeinsam mit anderen Nachbarn im Viertel. Die Atmosphäre ist entspannter, persönlicher und deutlich niedrigschwelliger.
Mit HofFloh machen wir diese Veranstaltungen sichtbar und leicht organisierbar. Teilnehmer können ihren Hof einfach eintragen und Besucher sehen auf einer Karte, wo im Viertel Flohmärkte stattfinden. So entsteht ein lokales Event, das Nachbarschaft, Nachhaltigkeit und gemeinsames Erleben verbindet.

Viele Flohmärkte entstehen spontan im Viertel. Wie hilft HofFloh dabei, solche Veranstaltungen besser zu koordinieren und sichtbar zu machen?

Das Herzstück ist unsere interaktive Live Karte. Dort werden alle teilnehmenden Höfe in einem Viertel angezeigt, sodass Besucher sofort sehen können, wo Flohmärkte stattfinden und ihre Route planen können.
Teilnehmende Verkäufer können ihren Stand zusätzlich beschreiben und Kategorien angeben, zum Beispiel Schallplatten, Kinderkleidung oder Spielzeug. Besucher können gezielt nach diesen Kategorien filtern und sehen sofort, welche Stände für sie interessant sind. Das schafft Transparenz und erhöht gleichzeitig die Sichtbarkeit für die Verkäufer.
Neu in dieser Saison ist außerdem die Möglichkeit, digitale Bezahlung anzubieten.

Verkäufer können optional einen PayPal Link hinterlegen, sodass auch spontane Käufe möglich sind, wenn gerade kein Kleingeld mehr vorhanden ist. Die Bezahlung erfolgt direkt zwischen Käufer und Verkäufer, HofFloh stellt lediglich die technische Möglichkeit bereit.
Darüber hinaus unterstützen wir die Sichtbarkeit der Märkte aktiv. Für jede Veranstaltung stellen wir automatisch gestaltete Poster und Flyer zum Download bereit, die im Viertel verteilt werden können. Zusätzlich bieten wir WhatsApp Vorlagen an, damit Nachbarn die Veranstaltung einfach teilen können. Auch über unsere eigenen Kanäle, Newsletter und lokale Eventplattformen machen wir auf die Märkte aufmerksam.

Was unterscheidet HofFloh von klassischen Flohmarktplattformen oder Kleinanzeigenportalen?

Der größte Unterschied ist, dass HofFloh auf reale Begegnungen im Viertel setzt. Klassische Kleinanzeigenportale funktionieren in der Regel über Versand oder individuelle Abholtermine. Dort stellt man einzelne Artikel online ein, wartet auf Anfragen und organisiert den Verkauf Schritt für Schritt.
Das ist für viele Menschen aufwendig und teilweise auch mit Unsicherheit verbunden. In den letzten Jahren sind immer neue Betrugsmaschen aufgetaucht, die für viele Nutzer eine zusätzliche Hemmschwelle darstellen.

Bei Hofflohmärkten funktioniert das anders. Man stellt mehrere Dinge gleichzeitig vor die eigene Haustür und wird Teil eines gemeinsamen Nachbarschaftsevents. Besucher schlendern von Hof zu Hof, kommen ins Gespräch und entdecken Dinge, die sie online vielleicht nie gesucht hätten.
Natürlich geht es auch hier darum, Platz zu schaffen oder etwas Geld einzunehmen. Gleichzeitig entsteht aber eine ganz andere Atmosphäre. Menschen begegnen sich im echten Leben, lernen ihre Nachbarschaft besser kennen und erleben Flohmärkte als gemeinsames Ereignis.
Online Plattformen zum Verkauf einzelner Artikel sehen wir deshalb eher als Ergänzung zu unserem Konzept.

Welche Rolle spielt die interaktive Karte auf Ihrer Plattform für Besucher und Verkäufer?

Die Karte ist das zentrale Element der Plattform. Sie zeigt alle teilnehmenden Höfe in einem Viertel auf einen Blick. Für Besucher entsteht dadurch eine klare Orientierung. Man kann sehen, wo Flohmärkte stattfinden und sich eine eigene Route durch das Viertel zusammenstellen. Für Verkäufer sorgt die Karte dafür, dass ihr Standort sichtbar wird und sie Teil eines größeren Events werden.

Mit welchen Herausforderungen ist HofFloh beim Aufbau einer Plattform für lokale Nachbarschaftsevents konfrontiert?

Eine Herausforderung ist, dass selbst das Konzept von Hofflohmärkten teilweise noch erklärungsbedürftig ist. Viele Menschen kennen klassische Flohmärkte, aber nicht unbedingt das Prinzip, dass mehrere Höfe in einem Viertel gemeinsam einen Flohmarkt organisieren.
Hinzu kommt, dass jedes Viertel anders funktioniert. Ob ein Flohmarkt in einem dicht bebauten urbanen Stadtteil stattfindet oder in einem eher ländlich geprägten Gebiet, macht einen großen Unterschied. Auch Faktoren wie Altersstruktur oder Nachbarschaftskultur spielen eine Rolle.
Neben organisatorischen Fragen gibt es auch rechtliche Rahmenbedingungen. Themen wie Sonntagsöffnungen oder lokale Veranstaltungsregelungen werden von Städten unterschiedlich gehandhabt. Deshalb stehen wir regelmäßig im Austausch mit Verwaltungen und Kommunen.

Ein Beispiel ist die Diskussion um das Sonntagsverbot für Hofflohmärkte in Köln und später auch in Leverkusen. Hier haben wir uns aktiv in den Dialog eingebracht, um praktikable Lösungen zu finden. In Leverkusen wurde das Verbot inzwischen gelockert, sodass Hofflohmärkte dort jetzt auch sonntags stattfinden können.
Wir haben dabei gelernt, dass eine digitale Plattform allein nicht ausreicht. Wer lokale Nachbarschaftsevents organisiert, muss auch die lokalen Strukturen verstehen und gemeinsam mit Städten und Initiativen Lösungen entwickeln.

Wie reagieren Menschen in den Vierteln auf das Konzept der digital organisierten Hofflohmärkte?

Die Resonanz in den Vierteln ist überwiegend sehr positiv. Viele Menschen freuen sich über die einfache Möglichkeit, selbst aktiv zu werden und im eigenen Umfeld etwas auf die Beine zu stellen.
Ein großer Vorteil ist, dass es keinen zentralen Organisator braucht. Früher mussten einzelne Nachbarn Listen führen, Teilnehmer koordinieren oder mühsam Informationen sammeln. Diese organisatorischen Aufgaben übernimmt bei uns die Plattform. Dadurch können viele Haushalte unkompliziert teilnehmen und gemeinsam einen Hofflohmarkt im Viertel entstehen lassen.
Diese Erfahrungen zeigen uns, dass der Bedarf nach solchen Formaten wirklich vorhanden ist und digitale Werkzeuge helfen können, lokale Gemeinschaft wieder sichtbarer und aktiver zu machen.

Welche Entwicklungen planen Sie für HofFloh in den kommenden Jahren?

In den kommenden Jahren möchten wir HofFloh Schritt für Schritt weiter ausbauen und in noch mehr Städten und Ortschaften sichtbar machen. Unser Ziel ist es, dass immer mehr Nachbarschaften die Plattform nutzen, um eigene Hofflohmärkte zu organisieren.
Gleichzeitig arbeiten wir kontinuierlich daran, die Plattform weiter zu verbessern. Ein wichtiger Bestandteil dabei ist das Feedback unserer Nutzer. Viele Teilnehmende geben uns konkrete Hinweise, was gut funktioniert und wo sich Abläufe noch vereinfachen lassen. Dieses Feedback ist für uns sehr wertvoll und wir konnten bereits einige Verbesserungen direkt umsetzen.
Unser Fokus liegt darauf, die Organisation für Teilnehmer möglichst einfach zu gestalten und gleichzeitig die Sichtbarkeit der Veranstaltungen weiter zu erhöhen.

Welche Erfahrungen aus dem Aufbau von HofFloh haben Sie als Gründerteam besonders geprägt?

Eine wichtige Erfahrung war, dass man nicht mit perfekten Strukturen starten muss. Entscheidend ist, ein reales Problem zu lösen und mit Menschen in den Austausch zu gehen. Viele unserer besten Ideen sind aus Gesprächen mit Teilnehmern und Besuchern entstanden. Außerdem haben wir gelernt, wie wichtig es ist, als Gründerteam unterschiedliche Perspektiven zuzulassen und Entscheidungen gemeinsam zu tragen.

Welche drei Ratschläge würden Sie anderen Gründerinnen und Gründern geben, die Plattformen für lokale Communities entwickeln möchten?

Erstens: Sprecht früh mit den Menschen, für die ihr die Plattform baut. Lokale Communities funktionieren oft anders, als man es am Schreibtisch erwartet. Viele unserer wichtigsten Erkenntnisse sind aus direkten Gesprächen mit Teilnehmern und Besuchern entstanden. Wer früh zuhört, versteht schneller, welche Funktionen wirklich gebraucht werden und welche eher theoretisch sind.
Zweitens: Denkt nicht nur digital. Wenn eure Plattform reale Begegnungen organisiert, müsst ihr auch verstehen, wie diese vor Ort stattfinden. Jedes Viertel hat eigene Strukturen, Dynamiken und Herausforderungen. Erfolgreiche Community Plattformen verbinden deshalb digitale Werkzeuge mit einem guten Verständnis für lokale Gegebenheiten.
Drittens: Startet mit einer einfachen Lösung und entwickelt sie Schritt für Schritt weiter. Gerade bei Community Plattformen ist Vertrauen entscheidend. Es braucht Zeit, bis Menschen ein neues Format ausprobieren und sich daran beteiligen. Wichtig ist, früh zu starten, Feedback ernst zu nehmen und die Plattform kontinuierlich weiterzuentwickeln.

Bildcredits/ Fotograf: Lukas Schulze

Wir bedanken uns bei Andrea und Sebastian Schmitz für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Wer schützt unsere digitale Zukunft vor den nächsten Cyberangriffen?

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ATHENE Digital Hub Cybersecurity stärkt Startups Team ATHENE Digital Hub Cybersecurity_Darmstadt (1)F otograf:Catharina Frank

ATHENE Digital Hub Cybersecurity stärkt Cybersecurity Startups durch Forschung, Netzwerk und Innovation im deutschen Sicherheitsökosystem

Wie würden Sie den de:hub Darmstadt – Cybersecurity unseren Leserinnen und Lesern vorstellen und welche besondere Rolle nimmt dieser Hub im deutschen Digital Hub Netzwerk sowie im nationalen und internationalen Cybersecurity Ökosystem ein?

Der ATHENE Digital Hub Cybersecurity ist der einzige Hub Deutschlands mit einem klaren Fokus auf Cybersicherheit. Das macht uns zum nationalen Knotenpunkt für alle, die in diesem Bereich gründen, investieren oder kooperieren wollen. Wir sind Teil von ATHENE, dem nationalen Zentrum für angewandte Cybersicherheitsforschung.

Wir begleiten Deep tech Gründungen von der ersten Idee bis zum Scale up mit Netzwerk, Fachkompetenz und Ökosystem. Denn Cybersecurity hat ihre eigenen Spielregeln: lange Entwicklungszyklen, hohe Regulierungsanforderungen und eine Eigenlogik der Absatzmärkte. Kaufentscheidungen basieren stark auf Reputation und Compliance Erwägungen, nicht nur auf Kosten Nutzen Erwägungen der tatsächlichen Sicherheitseigenschaften – das ist eine Herausforderung für Innovation. Wer hier erfolgreich gründen will, braucht mehr als einen generischen Startup Support.

Gleichzeitig denken wir weit über Deutschland hinaus. Als Leuchtturm im europäischen Cybersecurity Ökosystem sind wir eng vernetzt mit europäischen Partnern und Initiativen, mit der israelischen Startup Szene und dem US amerikanischen Markt. Denn die Cyberabwehr funktioniert nicht im Silo, sie ist Teamsport.

Unser Ziel: Forschung, Industrie, Politik und Startups zusammenzubringen. Wir sind der Ansprechpartner für alle, die die Cybersicherheit von morgen aktiv gestalten wollen.

Darmstadt ist als IT und Sicherheitsstandort bekannt. Welche regionalen Stärken und Strukturen machen die Stadt und die Umgebung zu einem besonders geeigneten Standort für Innovationen im Bereich Cybersecurity?

Das Darmstadt als IT Sicherheitsstandort weltweit bekannt ist, kommt nicht von ungefähr: Das Herzstück ist ATHENE, das größte Forschungszentrum für angewandte Cybersicherheit in Europa. Bei ATHENE arbeiten über 700 Forscherinnen und Forscher aus Fraunhofer SIT, Fraunhofer IGD, TU Darmstadt, Goethe Universität Frankfurt und der Hochschule Darmstadt zusammen. Für Startups bedeutet das: direkte Nähe zu den aktuellsten Forschungsergebnissen und zu den Menschen, die sie entwickeln.

Darmstadt hat als Wissenschaftsstadt eine hohe Dichte an relevanten Akteuren für Cybersicherheitsgründungen. Im bundesweiten Städteranking liegt Darmstadt mit 11,5 Startup Neugründungen pro 100.000 Einwohner auf Rang 4.

Dazu kommt eine Unternehmenslandschaft, die Cybersecurity Startups Kunden und Partner bietet. Die Region Rhein Main Neckar verbindet den Technologiestandort Darmstadt mit dem Finanzplatz Frankfurt, SAP in Walldorf und einer Vielzahl an Industrieunternehmen, die alle einen wachsenden Bedarf an Sicherheitslösungen haben. De CIX, der größte Internetknoten Europas, sitzt ebenfalls in unmittelbarer Nähe.

Auch für Talente ist der Standort attraktiv: Die TU Darmstadt bildet seit Jahrzehnten Fachkräfte im Bereich IT Sicherheit aus und zieht internationale Studierende und Forschende an. Und praktisch: Der Flughafen Frankfurt ist 20 Minuten entfernt – Darmstadt liegt geografisch im Herzen Europas.

Das Ergebnis sind kurze Wege und funktionierende Netzwerke. Genau das, was Deep tech Gründungen brauchen.

Künstliche Intelligenz verändert auch die Sicherheitslandschaft grundlegend. Wo sehen Sie die größten Chancen und Herausforderungen beim Einsatz von KI in der Cyberabwehr – zum Beispiel zur Angriffserkennung, Risikoanalyse oder zur Automatisierung von Abwehrmaßnahmen?

KI verändert die Bedrohungslage tatsächlich grundlegend. Cyberkriminelle nutzen beispielsweise Sprachmodelle für zielgenaues Phishing, zur Generierung von Schadsoftware und zur Systemanalyse. Hinzu kommen neue Schwachstellen in KI Systemen selbst – Prompt Injections, Poisoning Angriffe.

Auf der Verteidiger Seite bietet KI aber auch neue Hebel, sie kann Millionen von Ereignissen in Echtzeit analysieren und Muster erkennen, die für Menschen kaum erfassbar wären. KI kann Sicherheitsteams entlasten und hilft schneller reagieren zu können.

ATHENE forscht hier am Puls der Zeit zusammen mit Top Partnern – mit dem Hessischen Zentrum für Künstliche Intelligenz hessian.ai und dem Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz DFKI, das in Darmstadt einen eigenen Standort hat.

Wie unterstützt der de:hub Darmstadt – Cybersecurity Startups dabei, hochsensible Technologien wie KI gestützte Sicherheitstools marktreif zu entwickeln, unter realen Bedingungen zu testen und in produktive Umgebungen zu bringen?

ATHENE ist eine Anlaufstelle für das Förderprogramm StartUpSecure des Bundesforschungsministeriums. Bei erfolgreichem Drittmittelantrag gibt StartUpSecure den Gründungsteams Mittel und Raum, ihre Technologie zur Marktreife zu entwickeln und durch das Valley of Death zu kommen. Besonders bei Ausgründungen aus der Forschung können wir dabei die Transfererfahrung und das Netzwerk von Fraunhofer direkt einbringen. Ein Beispiel aus dem Netzwerk: Unser Partner hessian.ai bietet eine hochmoderne KI Infrastruktur, auf der Startups ihre Lösungen hosten und weiterentwickeln können.

Parallel dazu sorgen wir für Vernetzung: In unseren Veranstaltungen bringen Startups, Investoren und Expertinnen und Experten zusammen und greifen aktuelle Themen auf – von KI in der Cyberabwehr bis hin zu regulatorischen Entwicklungen. Sie sind ein niedrigschwelliger Einstieg ins Netzwerk. Ergänzt wird das durch ein Mentoring Programm, in dem Gründerteams mit erfahrenen Unternehmerinnen und Unternehmern zusammengebracht werden, die ihr Wissen, ihre Erfahrung und ihr Netzwerk einbringen.

Wer einen höheren Reifegrad erreicht hat, kann beim ATHENE Startup Award UP@it sa antreten – dem wichtigsten Gründerpreis für Cyber Startups in der DACH Region, vergeben jährlich auf der it sa in Nürnberg vor einer hochkarätigen Expertenjury.

Cybersecurity erfordert Vertrauen – insbesondere im Umgang mit Daten und im Betrieb kritischer Infrastrukturen. Wie helfen Sie Gründern, ihre Lösungen sicher, regelkonform und vertrauenswürdig aufzubauen und zu validieren?

Wir unterstützen Startups methodisch bei der sicheren und regelkonformen Entwicklung ihrer Lösungen, von der strukturierten Validierung von Proof of Concepts bis hin zur Vorbereitung auf regulatorische Anforderungen und Markteintrittsstrategien. Dabei vermitteln wir die Besonderheiten des Cybersecurity Marktes: lange Sales Zyklen, komplexe Beschaffungsprozesse, hohe Compliance Anforderungen sowie die Bedeutung belastbarer Referenzen und Partnerschaften.

Durch unsere Markt und Branchenkompetenz eröffnen wir Zugang zu relevanten Kunden Unternehmen, Pilotpartnern und attraktiven Marktplätzen. Zudem ermöglichen wir die gezielte Teilnahme an nationalen und internationalen Cybersecurity und Startup Events sowie an branchenspezifischen Vernetzungsformaten für die jeweiligen Zielgruppen.

Diesen Wissens und Netzwerkvorsprung nutzen unsere betreuten Startups für ein beschleunigtes, nachhaltiges Wachstum.

Welche Formate, Testumgebungen oder Kooperationen nutzt der Hub, um Startups mit Behörden, etablierten Unternehmen, Forschungseinrichtungen und der öffentlichen Hand zusammenzubringen?

Der Hub setzt auf kuratierte Formate, gezielte Testumgebungen und starke Partnerschaften, um Startups systematisch mit Mittelstand, Großindustrie, Forschungseinrichtungen und der öffentlichen Hand zu vernetzen.

Ein zentrales Leuchtturmformat ist der ATHENE UP Award – der wichtigste Cybersecurity Startup Award der DACH Region. Er schafft hohe Sichtbarkeit und ermöglicht direkten Zugang zu den richtigen Entscheidungsebenen der Wirtschaft.

Darüber hinaus organisieren wir gezielte Matching Events mit Partnerorganisationen im Rahmen des Darmstädter Modells. In diesen Formaten bringt der Hub seine ausgewiesene Cybersecurity Kompetenz ein und schafft strukturierte Austauschformate zwischen Startups und potenziellen Anwender Unternehmen – von Pilotprojekten bis hin zu strategischen Kooperationen.

Ergänzend nutzen wir etablierte Fachformate wie Workshops des CAST Vereins, um Startups in den direkten fachlichen Dialog mit Industrie, Forschung und öffentlicher Hand zu bringen.

Über die StartUpSecure Förderung erhalten ausgewählte Teams zudem strukturierte Beratung, Coaching sowie Zugang zu Test und Validierungsumgebungen im wissenschaftlichen Kontext. So entstehen belastbare Referenzen und anwendungsnahe Validierungen – eine zentrale Voraussetzung für den erfolgreichen Marktzugang im Cybersecurity Bereich.

Wie unterstützen Sie bei der Entwicklung von Lösungen, die speziell auf die Resilienz von Unternehmen, kritischen Infrastrukturen oder digitalen Plattformen abzielen – und wie trägt der Hub dazu bei, dass Innovationen auch wirklich operational greifen?

Die Resilienz von Unternehmen, kritischen Infrastrukturen und digitalen Plattformen ist in ATHENE ein zentrales Forschungsthema. Dieses Wissen nutzen wir als Hub gezielt im Forschungstransfer, um Startups fachlich fundiert und anwendungsnah zu begleiten.

Ein wesentlicher Hebel ist die strukturierte Risikobetrachtung der jeweiligen Zielgruppe: Welche Bedrohungsszenarien sind realistisch? Welche regulatorischen Anforderungen gelten? Wo bestehen operative Schwachstellen? Und vor allem: Adressiert die Innovation tatsächlich ein relevantes, priorisiertes Risiko?

Gerade bei technologiegetriebenen Innovationen Technology Push sind die Effektivität und Effizienz der Lösung in der Praxis die Kernfrage. Damit die Gründungsteams hier punkten können, müssen sie die Nachfrageseite Market Pull tiefgehend verstehen – inklusive Budgetlogiken, Beschaffungsprozessen, Compliance Vorgaben und Integrationsanforderungen in bestehende Systeme.

Wir unterstützen Startups dabei, ihre Technologien konsequent entlang realer Anforderungen auszurichten, Pilotanwendungen frühzeitig zu validieren und belastbare Anwendungsfälle aufzubauen. So entstehen Lösungen, die nicht nur technologisch exzellent sind, sondern im operativen Alltag von Unternehmen und kritischen Infrastrukturen tatsächlich wirksam werden.

Angesichts wachsender Bedrohungen sind Fachkräfte ein kritischer Erfolgsfaktor. Wie adressiert der Hub Themen wie Talententwicklung, Weiterbildung oder die Vernetzung von Experten und Talenten im Cybersecurity Bereich?

Talente sind der kritische Erfolgsfaktor für Cybersecurity Startups, und hier spielen wir unsere einzigartige Position zwischen Forschung und Wirtschaft voll aus. Konkret unterstützen wir auf mehreren Ebenen:

Erstens gehören die TU Darmstadt, Goethe Universität Frankfurt am Main und Hochschule zu den Mitwirkenden von ATHENE, so dass Startups Zugang zu exzellent ausgebildeten Master Studierenden über Promovierenden bis hin zu Postdocs haben, die den Sprung in die Wirtschaft suchen. Wir organisieren gezielt Matching Formate, bei denen Startups ihre technischen Herausforderungen präsentieren und potenzielle Mitarbeitende oder wissenschaftliche Kooperationspartner finden.

Zweitens bieten wir Weiterbildungsformate an, die speziell auf die Bedürfnisse von Cybersecurity Gründerteams zugeschnitten sind – von technischen Deep Dives zu neuen Sicherheitstechnologien bis hin zu Business Skills wie Go to Market Strategien für Security Produkte oder dem Umgang mit Zertifizierungsanforderungen. Dabei greifen wir auf die interdisziplinäre Expertise der über 700 ATHENE Forschenden zurück.

Drittens schaffen wir systematisch Vernetzungsmöglichkeiten: in vielfältigen Veranstaltungen bringen wir Gründerteams, erfahrene Unternehmerpersönlichkeiten, Investoren, Industriepartner und Forschende zusammen. Diese Community Building Aktivitäten sind entscheidend, denn Cybersecurity lebt vom Wissensaustausch und gegenseitigem Lernen.

Unser Ziel ist es, ein Ökosystem zu schaffen, in dem Talente nicht nur gefunden, sondern kontinuierlich weiterentwickelt werden – und in dem die besten Köpfe bleiben wollen, weil sie hier die spannendsten Herausforderungen und das stärkste Netzwerk finden.

Die genannten Themen sind definitiv aktuelle Trends. Das volle Potenzial hiervon können wir heben, wenn wir verstehen und nachvollziehen können, wie generative KI tatsächlich funktioniert. Wir arbeiten in ATHENE an Fragen der Erklärbarkeit und Steuerung von großen Sprachmodellen. Ebenfalls entscheidend, um die KI für Cybersicherheit vollständig nutzen zu können, ist die sichere Kooperation zwischen Menschen und KI – auch hier gehören wir gemeinsam mit unseren Partnern zu den führenden Forschungseinrichtungen und geben den Gründungsteams einschlägige Impulse.

Wie messen Sie den Erfolg Ihrer Aktivitäten – sowohl mit Blick auf die Startups, die Sie begleiten, als auch hinsichtlich der Stärkung der Cyber Resilienz von Wirtschaft und Gesellschaft?

Wir messen den Erfolg auf zwei Ebenen: Bei den Startups selbst schauen wir auf klassische Wachstumsindikatoren wie eingeworbenes Venture Capital, Mitarbeiterentwicklung, gewonnene Enterprise Kunden, Innovationsparameter wie erfolgreiche Drittmittelakquise und angemeldete Patente, entwickelte Cybersecurity Lösungen, Zertifizierungen und Auszeichnungen – natürlich tracken wir zudem die langfristige Überlebensrate und Exits.

Hinsichtlich der Cyber Resilienz von Wirtschaft und Gesellschaft schauen wir auf den konkreten Impact des Transfers: inwiefern werden insbesondere kritische Infrastrukturen durch unsere Startup Lösungen besser geschützt als vorher, welche Beiträge zur digitalen Souveränität und zur Erfüllung regulatorischer Anforderungen unterstützen sie. Letztlich geht es uns darum, nicht nur wirtschaftlich erfolgreiche Unternehmen aufzubauen, sondern nachhaltig zur Stärkung der Cybersecurity Landschaft in Deutschland beizutragen.

Welche strategischen Ziele verfolgen Sie für den de:hub Darmstadt – Cybersecurity in den kommenden Jahren und wie soll sich der Hub weiterentwickeln, um noch mehr Innovations und Sicherheitsimpulse zu setzen?

Unser strategisches Ziel ist klar: Wir bauen ATHENE als die führende Einrichtung für Cybersecurity Innovationen aus – gerade auch durch erfolgreiche Startups, die echte Sicherheitsprobleme lösen und international skalieren.

In den kommenden Jahren konzentrieren wir uns auf drei Stoßrichtungen: Erstens wollen wir die Anzahl und Qualität der Ausgründungen weiter steigern, indem wir noch früher in der akademischen Pipeline ansetzen. Hier kommt uns zugute, dass in ATHENE die beiden Welten der universitären und außeruniversitären Forschung vereint sind. Unser Ziel sind mehr erfolgreiche Exits und Scale ups, die als Leuchtturm Beispiele neue Talente und Investoren in die Region ziehen.

Zweitens stärken wir unsere Rolle als Brückenbauer zwischen Forschung und Wirtschaft: Wir werden noch mehr Transfer Projekte als bisher initiieren, bei denen ATHENE Forschungsergebnisse direkt in marktfähige Produkte überführt werden. Gleichzeitig helfen wir Industriepartnern, ihre Sicherheitsherausforderungen durch innovative Startup Lösungen zu adressieren und begleiten dies aktiv.

Drittens führen wir die internationale Sichtbarkeit und Vernetzung fort: Durch Partnerschaften mit führenden europäischen, israelischen und US amerikanischen Cybersecurity Hubs, die Teilnahme an internationalen Konferenzen und die gezielte Ansprache von Investoren wollen wir Darmstadt und Frankfurt am Main als Destination für globale Cybersecurity Talente und Kapital positionieren.

Als Hub sind wir hierbei nicht nur eine Begleitung, sondern wir bringen aktiv die nächste Generation von Cybersecurity Champions hervor und leisten damit einen messbaren Beitrag zur digitalen Souveränität und Sicherheit Europas.

Bildcredits/Fotograf: Catharina Frank Kafanke

Wir bedanken uns bei Clara Pfeuffer für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

WeSort.AI sichert sich 10 Mio. Euro Finanzierung

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Kritische Rohstoffe: WeSort.AI stärkt Recycling v. l. Gründer von WeSort.AI – Johannes Laier & Nathanael Laier

WeSort.AI sichert sich 10 Mio. Euro Finanzierung für KI-gestützte Rückgewinnung kritischer Rohstoffe

Das Würzburger Deep Tech Startup WeSort.AI hat sich Finanzierungsmittel in Höhe von 10 Mio. Euro gesichert, um seine KI-basierte Technologie zur Rückgewinnung kritischer Rohstoffe aus Recycling-Anlagen weiter zu skalieren. Das Kapital stammt von führenden europäischen Impact-Investoren wie Infinity Recycling, Green Generation Fund und Vent.io, der SPRIND-Agentur und weiteren öffentlichen Förderungen. Zustande kommt die Finanzierung mit Unterstützung des BayStartUP-Investorennetzwerks. Mit dem frischen Kapital will das Unternehmen die Marktpräsenz seines KI-Sortiersystems ausbauen und die europäische Rohstoff-Souveränität stärken.

Kritische Rohstoffe aus dem Restmüll zurück ins Recycling

Ein massives Problem der Kreislaufwirtschaft: Über 50 Prozent aller entsorgten Elektrogeräte und Batterien landen nicht bei spezialisierten Recyclern, sondern im Restmüll oder der gelben Tonne. Dadurch entstehen zahlreiche Brände im Recyclingprozess und wertvolle Rohstoffe wie Lithium, Kobalt und Seltene Erden gehen verloren – Materialien, die die EU als Critical Raw Materials (CRM) klassifiziert und deren Verfügbarkeit entscheidend für die Unabhängigkeit von Drittstaaten ist.

Das KI-Sortiersystem von WeSort.AI erkennt mit Hilfe von künstlicher Intelligenz, Spezialkameras und Röntgen Batterien und Elektroschrott automatisch in falschen Abfallfraktionen und sortiert sie zurück ins fachgerechte Recycling. Doch das ist nur ein Anwendungsfall. Die Technologie kann verschiedenste gefährliche oder wertvolle kritische Rohstoffe aus diversen Abfallarten wie Altfahrzeugen, Elektronik, Bauabfällen, Industrie und Haushalt aussortieren. Das System ist seit 2024 bei führenden Entsorgungsunternehmen wie KORN Recycling und PreZero, Teil der Schwarz Gruppe, im Einsatz und verhindert nicht nur Brände in Müllverarbeitungsanlagen, sondern sichert auch die Rückgewinnung strategisch wichtiger Rohstoffe.

EU Critical Raw Material Act als Treiber

Der EU Critical Raw Material Act setzt ambitionierte Ziele für die europäische Rohstoffunabhängigkeit. Europa ist heute stark abhängig von Importen kritischer Materialien – Seltene Erden aus China, Lithium aus Chile, Kobalt aus Afrika. Diese Abhängigkeiten bergen wirtschaftliche und geopolitische Risiken.

„Unsere Technologie adressiert genau dieses Problem“, erklärt Nathanael Laier, neben Johannes Laier Gründer von We.Sort.AI. „Indem wir bisher ungenutzte kritische Rohstoffe aus dem Abfall zurückgewinnen, erschließen wir eine bisher ungenutzte urbane Mine und tragen direkt zur Umsetzung der EU-Vorgaben bei.”

Mit seiner Recycling-Innovation gewann das Unternehmen kürzlich die Tech Metal Transformation Challenge der Bundesagentur für Sprunginnovationen (SPRIND), sowie weitere Zuschüsse von BMWE, BMFTR und vom Land Bayern. Die Förderungen in Höhe von mehreren Millionen Euro dienen dazu, die Sortiertechnologie weiter zu optimieren und in neue Anwendung zu skalieren.

„Unsere Investition spiegelt unser starkes Vertrauen in das Geschäftsmodell und die innovative Technologie von WeSort.AI wider. Durch die Vermeidung von Bränden und die Rückgewinnung kritischer Rohstoffer löst WeSort.AI eines der größten Probleme der Branche. Diese Investition, unsere erste Investition in Deutschland, zeigt unser Engagement für den Ausbau der Kreislaufwirtschaft in Europa“, erklärt Nicky van ‚t Hof, Investments at Infinity Recycling.

„Besonders überzeugt hat uns“, ergänzt Peter Dorfner, Partner beim Green Generation Fund, „dass die Battery-Sort-Lösung weltweit in ihrer Form einzigartig ist und mit ihrem Patent auf dem internationalen Markt stark vor Wettbewerb geschützt ist.“

Die jüngste Finanzierungsrunde soll die weitere Skalierung der Technologie ermöglichen und WeSort.AI als führenden Anbieter für KI-gestützte Rückgewinnung kritischer Rohstoffe in Europa positionieren.

Bild v. l. Gründer von WeSort.AI – Johannes Laier & Nathanael Laier

Quelle : Cléo Public Relations UG

start2grow bringt Top-Gründungsteams nach Dortmund

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start2grow Start-ups Wettbewerb Finale in Dortmund Bild Der Gründungswettbewerb start2grow der Wirtschaftsförderung zeichnete zehn Start-ups für ihre innovativen Geschäftsideen aus. ©  Wirtschaftsförderung Dortmund / Andreas Buck

start2grow holt die besten Gründungsteams nach Dortmund: Spree Monitoring setzt sich gegen 100 Start-ups durch

Berliner und Dortmunder Unternehmen unter den Top 3

Beim Finale von start2grow, dem bundesweiten Gründungswettbewerb der Wirtschaftsförderung Dortmund, sind am Freitagabend (6. März) zehn Gründungsteams für ihre innovativen Geschäftsideen ausgezeichnet worden. Der Wettbewerb existiert seit 25 Jahren und zählt mit 101 eingereichten Businessplänen und 94.000 Euro Preisgeld zu den größten Deutschlands.

Auf Einladung der Wirtschaftsförderung Dortmund präsentierten sich die 20 Teams mit den besten Businessplänen in der Sparkasse Dortmund. In kurzen Pitches stellten die Gründerinnen und Gründer ihre Geschäftsmodelle vor und beantworteten anschließend die Fragen der start2grow-Jury.

„Unsere diesjährigen Gewinnerteams zeigen, wie viel Innovationskraft in der deutschen Gründungsszene steckt“, so Heike Marzen, Geschäftsführerin der Dortmunder Wirtschaftsförderung und Mitglied der start2grow-Jury. „Und auch Dortmunder Start-ups mischen im nationalen Gründungsgeschehen ganz vorne mit, wie die sehr guten Platzierungen von cargovibe und wailand zeigen“.

Siegerteam Spree Monitoring gewinnt 40.000 Euro

Den ersten Platz erhält die Spree Monitoring GmbH aus Berlin. Das Start-up um Julia Hau und Sven Focht entwickelt ein innovatives Monitoringsystem, das Schäden an Brücken frühzeitig erkennt. Mithilfe von Ultraschall-Technologie lassen sich notwendige Sanierungen gezielter planen und lässt sich die Sicherheit von Bauwerken erhöhen. Neben der Technologie überzeugte die Jury vor allem das große Marktpotenzial der Lösung.

Dortmunder Start-ups komplettieren Podium

Der zweite Platz geht an die cargovibe UG aus Dortmund. Das Start-up entwickelt eine KI-gestützte Plattform, die Fahrerinnen und Fahrer von LKWs, Speditionen sowie Infrastrukturangebote miteinander verbindet und so für mehr Planbarkeit und Effizienz in der Logistik sorgt.

Den dritten Platz erhält mit der wailand GmbH ein weiteres KI-Unternehmen aus Dortmund. Mit seiner Plattform erleichtert das Start-up die Arbeit von Ingenieurinnen und Ingenieuren, indem es Engineering-Systeme und Prozesse miteinander vernetzt und die Entstehung von Produktvarianten automatisiert.

TechnologieZentrumDortmund vergibt Sonderpreis

Den diesjährigen Sonderpreis des TechnologieZentrumDortmund (TZDO) sichern sich ebenfalls wailand und cargovibe. Beide erhalten je 5.000 Euro, um ihre individuellen Wachstumspläne am Standort voranzutreiben.

„cargovibe und wailand zeigen mit ihren Lösungen, welches enorme Potential in branchenspezifischen KI-Anwendungen liegt“, sagt TZDO-Geschäftsführer Dirk Stürmer. „Wir zeichnen mit unserem Sonderpreis zwei vielversprechende Teams aus, die KI in die Industrie bringen und daher perfekt zu Dortmund passen“.

start2grow-Jubiläum schafft feierlichen Rahmen

Die Preisverleihung stand ganz im Zeichen des 25. start2grow-Jubiläums. Neben Dortmunds Oberbürgermeister Alexander Kalouti nahmen zahlreiche Alumni, Mitglieder des ehrenamtlichen Coaching-Netzwerks sowie langjährige Partner des Wettbewerbs teil. Erstmals standen in diesem Jahr zudem zwei start2grow-Alumni auf der Bühne, um die Laudationen für die Preisträger*innen zu halten: Dörte Schabsky, Gründerin des Co-Working-Anbieters Work Inn (heute Rivvers), und Dr. Ingo Dahm.

Dahm, der bereits 2001 mit seinem Unternehmen Tel-a-Ticket am Wettbewerb teilnahm und Erfinder eines Grundlagenpatents für mobiles Ticketing ist, betonte in seiner Laudatio die Bedeutung von start2grow für Gründerinnen und Gründer. Dieser Wettbewerb habe ihm „beigebracht, wie man Unternehmen aufbaut und durch Krisen führt“, erklärte er. Die Auszeichnung habe ihm zudem wichtigen Rückenwind gegeben – zu einem Zeitpunkt, als kaum jemand an das Potenzial mobiler Ticketbestellungen glaubte.

Diesen Rückenwind bekommen nun auch die zehn Preisträger*innen von start2grow 25/26 zu spüren.

Bild Der Gründungswettbewerb start2grow der Wirtschaftsförderung zeichnete zehn Start-ups für ihre innovativen Geschäftsideen aus. ©  Wirtschaftsförderung Dortmund / Andreas Buck

Quelle Wirtschaftsförderung Dortmund

Wie wird aus einem Alltagsproblem eine Geschäftsidee?

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Butjer Grill Produkt bei Höhle der Löwen Bild: v.l.: Udo Mammone, Tim Gollenstede und Enrico Krüger präsentieren mit „Butjer – Das Grillbrett“ ein Multitool von Grillern für Griller. Sie erhoffen sich ein Investment von 100.000 Euro für 15 Prozent der Firmenanteile. Links Markenbotschafter Axel Schulz. Bildcredits/Fotograf: RTL / Bernd-Michael Maurer

Butjer entwickelt ein multifunktionales Grillbrett, das das Grillen sicherer und einfacher machen soll. Das Startup präsentiert seine Idee am 16. März 2026 in der Höhle der Löwen.

Wie ist Butjer entstanden und welche Personen stehen dahinter?

Das Startup ist aus der Leidenschaft und aus der Not quasi entstanden. Udo und Tim hatten aus einem Vopar bei einem Grillevent., und durch die improvisation wurde aus einer Idee ein colles Grilltool.

In welcher Branche ist Butjer tätig und was zeichnet das Geschäftsmodell aus?

Das Unternehmen ist in der Grill- und BBQ-Branche tätig und entwickelt funktionales Grillzubehör. Das Geschäftsmodell basiert auf der Entwicklung, Produktion und dem Direktvertrieb eines innovativen Premium-Grilltools über den eigenen Online-Shop sowie perspektivisch über Handelspartner.

Welche Idee oder welches Problem stand am Anfang der Gründung? Gab es eine Marktlücke oder eine besondere Inspiration?

Am Anfang stand die Beobachtung, dass beim Grillen oft mehrere Werkzeuge gleichzeitig benötigt werden – Grillzange, Wender, Rostreiniger. Zudem entstehen Unsicherheiten beim Wenden von Grillgut oder beim Umgang mit Hitze. Die Idee war, ein multifunktionales Tool zu entwickeln, das mehrere Schritte vereint und den Grillprozess vereinfacht. Daraus entstand das Butjer Grillbrett als Kombination aus Wendehilfe, Unterlage und Reinigungswerkzeug.

Was macht das Konzept oder die Technologie von Butjer besonders? Welche innovativen Ansätze kommen zum Einsatz?

Das Butjer Grillbrett kombiniert hochwertiges Buchenvollholz mit robustem Edelstahl zu einem multifunktionalen Grillwerkzeug. Es ermöglicht das sichere Drehen und Aufnehmen von Grillgut, bietet Hitzeschutz für die Hände, kann in Grillpausen eingehängt werden und verfügt zusätzlich über integrierte Reinigungskurven sowie einen Flaschenöffner. Die Innovation liegt in der durchdachten Kombination mehrerer Funktionen in einem einzigen Produkt.

Welche konkreten Vorteile bietet das Produkt den Nutzerinnen und Nutzern? Was hebt es im Alltag vom Wettbewerb ab?

Das Produkt vereinfacht das Grillen, da mehrere Werkzeuge ersetzt werden. Es sorgt für mehr Sicherheit beim Wenden von Würstchen oder Fleisch, schützt die Hände vor direkter Hitze und ermöglicht eine saubere, kontrollierte Handhabung. Im Vergleich zu klassischen Grillzangen bietet es eine stabilere Auflagefläche und zusätzliche Funktionen wie Rostreinigung und Einhängemöglichkeit. Die hochwertige Materialkombination sorgt zudem für Langlebigkeit und Nachhaltigkeit.

Wie wurde das Produkt entwickelt und getestet? Gab es besonderes Feedback aus ersten Anwendungen oder Testphasen?

Das Grillbrett wurde in mehreren Entwicklungsstufen optimiert und in der Praxis unter realen Grillbedingungen getestet. Feedback aus ersten Testphasen bestätigte insbesondere die einfache Handhabung, die Stabilität beim Wenden von Grillgut sowie den praktischen Mehrwert der Multifunktionalität. Nutzer lobten vor allem die Kombination aus Funktion, Design und Materialqualität.

Welche Vision verfolgt Butjer? Welche Meilensteine sollen in den nächsten Jahren erreicht werden?

Die Vision ist es, das Grillen komfortabler, sicherer und nachhaltiger zu gestalten und das Butjer Grillbrett als festen Bestandteil moderner Grillkultur zu etablieren. In den kommenden Jahren sollen Reichweite, Produktionskapazitäten und Vertriebskanäle ausgebaut sowie weitere Produktentwicklungen im Grillzubehörbereich geprüft werden.

Warum fiel die Entscheidung, sich bei Höhle der Löwen zu präsentieren? Welche Aspekte stehen dabei im Vordergrund?

Die Teilnahme an „Höhle der Löwen“ bietet die Möglichkeit, das Produkt einem breiten Publikum vorzustellen und von der Expertise erfahrener Investorinnen und Investoren zu profitieren. Im Vordergrund stehen Sichtbarkeit, Markenaufbau und strategische Weiterentwicklung des Unternehmens.

Welche Form der Unterstützung wird durch die Teilnahme an Höhle der Löwen angestrebt? Wie soll eine mögliche Investition oder Zusammenarbeit genutzt werden?

Angestrebt wird neben einer finanziellen Beteiligung insbesondere strategische Unterstützung im Bereich Vertrieb, Markenaufbau, Skalierung und Handelspartnerschaften. Eine Investition soll genutzt werden, um Produktion, Marketing und Marktausbau weiter voranzutreiben.

Welche nächsten Schritte sind nach Höhle der Löwen geplant? Gibt es konkrete Pläne für Wachstum, Skalierung oder neue Entwicklungen?

Geplant sind der Ausbau des Online-Vertriebs, die Erschließung zusätzlicher Absatzkanäle sowie die Skalierung der Produktion. Darüber hinaus werden mögliche Produktweiterentwicklungen und Sortimentsergänzungen im Bereich Grillzubehör geprüft.

Welche Erfahrungen und Erkenntnisse haben sich auf dem bisherigen Weg als besonders wertvoll erwiesen?

Besonders wertvoll war das direkte Feedback von Kundinnen und Kunden während der Entwicklungsphase. Zudem hat sich gezeigt, wie wichtig Produktqualität, klare Positionierung und Durchhaltevermögen im Aufbau eines physischen Produktes sind.

Welche Ratschläge lassen sich aus diesen Erfahrungen ableiten, die für andere Gründerinnen und Gründer hilfreich sein könnten?

Ein klarer Kundennutzen sollte immer im Mittelpunkt stehen. Frühzeitiges Testen mit realen Anwendern, Offenheit für Feedback und ein langer Atem bei Produktentwicklung und Markteintritt sind entscheidende Erfolgsfaktoren. Zudem ist es wichtig, an die eigene Idee zu glauben und konsequent an ihrer Umsetzung zu arbeiten.

Sehen Sie Butjer – Das Grillbrett am 16. März 2026 in der Höhle der Löwen

Bild: v.l.: Udo Mammone, Tim Gollenstede und Enrico Krüger präsentieren mit „Butjer – Das Grillbrett“ ein Multitool von Grillern für Griller. Sie erhoffen sich ein Investment von 100.000 Euro für 15 Prozent der Firmenanteile. Links Markenbotschafter Axel Schulz.
Bildcredits/Fotograf: RTL / Bernd-Michael Maurer

Wir bedanken uns bei Udo Mammone, Tim Gollenstede und Enrico Krüger für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Kann ein Chatbot den Weg zur Ausbildung einfacher machen?

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Jimmy Ausbildung Unternehmen bei Höhle der Löwen Beim Battle treten "Peak Protect“ mit Gründer Christopher Czellary gegen „Jimmy“ mit Gründer Phillip Hammerer (Foto) gegeneinander an. Wer kann die „Löwen“ mit seiner Geschäftsidee überzeugen und darf weiter pitchen ? Bildcredits/Fotograf: RTL / Bernd-Michael Maurer

Jimmy verbindet Ausbildung und Unternehmen über eine digitale Plattform neu: Schülerinnen und Schüler bewerben sich über einen Chatbot, während Unternehmen passende Kandidaten direkt finden können. Das Startup wird seine Lösung am 16. März 2026 in der Höhle der Löwen präsentieren.

Wie ist das Startup entstanden und welche Personen stehen dahinter?

Jimmy Ausbildung entstand als mir meine Mutter erzählte, dass sie Ausbildungsberufe in der Firma haben, die keiner kennt und es somit sehr schwer ist geeignete Azubis zu finden. Zudem wusste ich, dass einige meiner ehemaligen Mitschüler auch noch kurz vor dem Abschluss noch völlig Orientierungslos waren und gar nicht wussten welche Ausbildung sie einmal machen wollen. Und so ist Jimmy entstanden. – Hinter der Firma stehe ich Philipp Hammerer (zum Zeitpunkt der Aufzeichnung 16 inzwischen 17) und als noch Geschäftsführerin meiner Mutter da ich selbst noch gar keine Firma besitzen darf

In welcher Branche ist Jimmy tätig und was zeichnet das Geschäftsmodell aus?

Wir befinden uns in der Ausbildungs- Praktikumsbranche und mit unserem Portal wird sowohl das Bewerben als auch das Azubirecruiting so einfach wie noch nie. Schüler bewerben sich indem sie 2 Minuten mit unserem Chatbot Jimmy schreiben und müssen danach nur noch darauf warten, dass ein Unternehmen sie kontaktiert. Diese wiederum geben in unserem Portal deren Anforderungen an ihren Azubi an danach gehen sie nur noch auf den Bewerberpool und sehen anhand eines Scores wie gut der Bewerber zu Ihnen passen würde und können diesen direkt kontaktieren.

Welche Idee oder welches Problem stand am Anfang der Gründung? Gab es eine Marktlücke oder eine besondere Inspiration?

Die Idee ist, den Bewerbungsprozess umzudrehen, für Schüler zu vereinfachen und den Kontakt zwischen Ausbildungsbetrieben und zukünftigen Azubis zu schnell und unkompliziert zu ermöglichen.

Was macht das Konzept oder die Technologie besonders? Welche innovativen Ansätze kommen zum Einsatz?

Das besondere bei Jimmy ist, dass die Firmen sich selbst bei passenden Bewerbern melden können. Ein Algorithmus matcht die passenden Kandidaten und so kann sich das Unternehmen per Chat mit ihnen in Verbindung setzen.

Welche konkreten Vorteile bietet Jimmy den Nutzerinnen und Nutzern? Was hebt es im Alltag vom Wettbewerb ab?

Für Schüler: Jimmy ist für Schüler komplett kostenfrei. Das Interview ist unkompliziert und vor allem vorurteilsfrei. Name, Alter, Geschlecht und Nationalität spielen keine Rolle, nur Fähigkeiten und Interessen zählen.
Für Unternehmen: Mit einem Jahresbeitrag können beliebig viele Ausbildungsplätze ausgeschrieben werden. Es können alle Funktionen genutzt werden, so entstehen keine versteckten Kosten.

Wie wurde Jimmy entwickelt und getestet? Gab es besonderes Feedback aus ersten Anwendungen oder Testphasen?

Entwickelt und programmiert wurde es von mir selbst. Dank dem Feedback unserer ersten Kunden habe ich das Jimmy kontinuierlich weiterentwickelt und an Kundenwünsche angepasst.

Welche Vision verfolgt Jimmy? Welche Meilensteine sollen in den nächsten Jahren erreicht werden?

Zuerst möchten wir Jimmy deutschlandweit etablieren. Auf längere Sicht auch im gesamten DACH-Raum.

Warum fiel die Entscheidung, sich bei Höhle der Löwen zu präsentieren? Welche Aspekte stehen dabei im Vordergrund?

Die Höhle der Löwen ist eine tolle Chance, um Kontakte mit Investoren zu knüpfen und auch um Feedback von erfahrenen Investoren zu erhalten.

Welche Form der Unterstützung wird durch die Teilnahme an Höhle der Löwen angestrebt? Wie soll eine mögliche Investition oder Zusammenarbeit genutzt werden?

Eine Beteiligung eines der Löwen ist das Ziel bei unserer Teilnahme. Wir wünschen uns Unterstützung, vor allem in den Bereichen Marketing und Vertrieb.

Welche Ratschläge lassen sich aus diesen Erfahrungen ableiten, die für andere Gründerinnen und Gründer hilfreich sein könnten?

Glaub an dich und deine Idee, denn der perfekte Zeitpunkt deine Idee umzusetzen ist jetzt und nicht später!

Sehen Sie Jimmy am 16. März 2026 in der Höhle der Löwen

Bild: Beim Battle treten „Peak Protect“ mit Gründer Christopher Czellary gegen „Jimmy“ mit Gründer Phillip Hammerer (Foto) gegeneinander an. Wer kann die „Löwen“ mit seiner Geschäftsidee überzeugen und darf weiter pitchen ?
Bildcredits/Fotograf: RTL / Bernd-Michael Maurer

Wir bedanken uns bei Phillip Hammerer für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Kann aus einem Nebenprodukt der nächste große Foodtrend entstehen?

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REVOJA Sojatrester Okara Food Upcycling teambild revoja

REVOJA entwickelt pflanzliche Lebensmittel aus Sojatrester und Okara und nutzt Food Upcycling, um aus Nebenströmen der Sojaverarbeitung neue proteinreiche Produkte für Gastronomie und Foodservice zu schaffen

Wie ist die Idee zu REVOJA entstanden und wer sind die Menschen hinter dem Startup?

Die Idee zu REVOJA entstand im Rahmen der Drink Innovation Challenge der Hochschule Geisenheim. Für den Wettbewerb entwickelten wir einen veganen Ayran und wurden dabei auf die Reststoffproblematik in der Sojaverarbeitung aufmerksam. Schnell wurde uns klar, dass im Sojatrester, auch Okara genannt, viel ungenutztes Potenzial steckt. Okara ist der faserreiche Pressrückstand, der bei der Verarbeitung von Sojabohnen entsteht und wertvolle Proteine, Ballaststoffe und Mineralstoffe enthält. Heute arbeiten wir zu dritt daran, daraus neue Lebensmittel zu entwickeln: Phillip ist Getränketechnologe und treibt unsere Produktions- und Upcycling-Technologie voran, Nino ist Ernährungswissenschaftler und kümmert sich um die Produktentwicklung und Sonja bringt ihre wirtschaftliche Perspektive in Marketing und Markenaufbau ein.

Welche Vision verfolgt REVOJA im Bereich nachhaltiger und pflanzlicher Lebensmittel?

Unsere Vision ist es, pflanzliche Lebensmittel zu entwickeln, die umweltfreundlich, hochwertig und gleichzeitig geschmacklich überzeugend sind. Mit unserer Zero-Waste-Strategie zeigen wir, dass Lebensmittel-Upcycling sowohl skalierbar als auch wirtschaftlich sinnvoll ist. Gleichzeitig setzen wir auf wenige natürliche Zutaten, viel Protein, wenig Fett und Zucker und verzichten auf unnötige Zusatzstoffe, um den Verbrauchern neben dem ökologischen auch einen klaren ernährungsphysiologischen Mehrwert zu bieten.

Wie möchten Sie mit REVOJA dazu beitragen, pflanzliche Alternativen stärker in der Gastronomie zu etablieren?

Wir arbeiten sehr eng mit Gastronomiebetrieben zusammen, um genau zu verstehen, welche Anforderungen im Küchenalltag zählen. Dabei stehen eine einfache Verarbeitung, verlässliche Qualität und vielseitige Einsatzmöglichkeiten im Mittelpunkt. Unsere Produkte entwickeln und testen wir selbst in verschiedenen Rezeptanwendungen und unterstützen unsere Partner aktiv bei der Integration in ihre Speisekarten. Besonders wichtig ist uns, dass unsere pflanzlichen Alternativen den tierischen Pendants in Geschmack, Textur und Funktionalität in nichts nachstehen.

An welche Zielgruppen richten sich Ihre Produkte und welche Bedürfnisse dieser Kunden stehen für Sie im Mittelpunkt?

Unsere Produkte richten sich vor allem an Gastronomiebetriebe, Weiterverarbeiter sowie an Hotels, Mensen und Kantinen. Viele dieser Betriebe erweitern ihr pflanzliches Angebot und legen dabei besonderen Wert auf hohe Qualität, gute Verarbeitungseigenschaften und zuverlässige Lieferketten. Hintergrund ist die wachsende Zahl an Flexitariern, Vegetariern und Veganern und die damit steigende Nachfrage nach vielseitigen pflanzlichen Gerichten. Für uns steht daher im Mittelpunkt, Produkte zu entwickeln, die geschmacklich überzeugen und sich gleichzeitig zuverlässig in professionellen Küchen verarbeiten lassen.

Welche Rolle spielt Nachhaltigkeit in der Entwicklung und Herstellung Ihrer Produkte?

Nachhaltigkeit ist ein elementarer Bestandteil unseres Geschäftsmodells. Bei der Verarbeitung von Sojabohnen fällt Sojatrester (Okara) an, ein fester Nebenstrom voller Ballaststoffe, Proteine und Mineralstoffe. Statt ihn wie üblich zu entsorgen oder in Biogasanlagen zu verwerten, verarbeiten wir ihn gezielt weiter und verwandeln ihn in ein hochwertiges Fleischersatzprodukt. So entsteht aus einem bislang ungenutzten Rohstoff eine hochwertige Proteinquelle für die menschliche Ernährung, während gleichzeitig Lebensmittelverluste deutlich reduziert werden.

Viele Unternehmen arbeiten inzwischen an pflanzlichen Lebensmitteln. Was macht den Ansatz von REVOJA besonders?

Unser Ansatz kombiniert Nachhaltigkeit, Nährwert und Regionalität. Wir nutzen Upcycling, um Nebenströme wie Sojatrester in hochwertige Proteinquellen zu verwandeln, verzichten auf unnötige Zusatzstoffe und achten auf ein ausgewogenes Nährstoffprofil mit viel Protein, (sowie) wenig Fett und Zucker. Gleichzeitig setzen wir auf regionale Rohstoffe und kurze Lieferketten. Mit unserem breiten Sortiment, von pflanzlichen Milchalternativen bis zu Fleischersatzprodukten, können wir gezielt auf die unterschiedlichen Anforderungen unserer Kunden eingehen.

Welche Herausforderungen begegnen Ihnen beim Aufbau eines Food Startups und wie gehen Sie damit um?

Eine der größten Herausforderungen ist, dass viele Themen erst im laufenden Prozess sichtbar werden. Produktionsprozesse müssen aufgebaut, Logistik und Abläufe koordiniert, rechtliche Vorgaben umgesetzt und Investoren von der Idee überzeugt werden. Gleichzeitig gilt es, Kunden zu gewinnen und Vertrauen für uns und unsere Produkte aufzubauen. Um diese vielen Themen zu bewältigen, setzen wir klare Prioritäten, arbeiten uns schnell in neue Aufgaben ein und treffen Entscheidungen, die unmittelbar umsetzbar sind.

Wie reagieren Gastronomiebetriebe und professionelle Küchen auf Ihre Produkte?

Die Rückmeldungen aus der Gastronomie sind bisher ausgesprochen positiv. Besonders oft hören wir, wie sehr die Qualität unserer Produkte überzeugt und wie vielseitig sie sich in der Küche einsetzen lassen. Viele Betriebe vergleichen sie direkt mit den pflanzlichen Alternativen, die sie bisher genutzt haben, und heben dabei vor allem Geschmack, Textur und Verarbeitungsfähigkeit hervor. Der direkte Austausch mit unseren Kunden liefert uns zudem wertvolle Hinweise, mit denen wir die Produkte gezielt weiterentwickeln.

Welche Meilensteine möchten Sie mit REVOJA in den kommenden Jahren erreichen?

In den kommenden Jahren möchten wir uns zunächst fest im Foodservice-Bereich etablieren. Parallel bereiten wir den Einstieg in den Lebensmitteleinzelhandel vor, denn langfristig wollen wir unsere Produkte auch im Supermarktregal sehen. Darüber hinaus planen wir, unsere Technologie künftig auch anderen Produzenten zugänglich zu machen, da Nebenströme in vielen Bereichen der pflanzlichen Lebensmittelverarbeitung anfallen. Sobald wir in Deutschland einen stabilen Product-Market-Fit erreicht haben, wollen wir darauf aufbauend Schritt für Schritt in weitere europäische Märkte expandieren.

Welche neuen Entwicklungen oder Produktideen planen Sie für die Zukunft?

Neben unserem Fleischersatzprodukt arbeiten wir bereits an weiteren Produkten auf Basis des upgecycelten Sojatresters. Darüber hinaus planen wir eine Erweiterung unseres Sortiments rund um das REVOJA Dressing und die REVOJA Creme. Denkbar ist, künftig verschiedene Sorten anzubieten und die Linie Schritt für Schritt auszubauen

Wie wichtig sind regionale Rohstoffe für die Strategie Ihres Unternehmens?

Regionale Rohstoffe sind ein wichtiger Bestandteil unserer Strategie. Nachhaltigkeit bedeutet für uns nicht nur Upcycling, sondern auch kurze Transportwege und damit geringere CO₂-Emissionen. Unsere Sojabohnen beziehen wir zum Beispiel aus dem Raum Kassel. Langfristig möchten wir dazu beitragen, den Sojaanbau in Deutschland attraktiver zu machen und regionale Wertschöpfungsketten zu stärken.

Welche drei Ratschläge würden Sie anderen Gründerinnen und Gründern geben, die ein nachhaltiges Food Startup aufbauen möchten?

Erstens: Den Nachhaltigkeitsgedanken mit einem funktionierenden Produktkonzept verbinden. Eine gute Idee trägt nur dann, wenn Geschmack, Textur und Anwendung überzeugen.

Zweitens: Früh und regelmäßig mit potenziellen Kunden sprechen. In der Gastronomie zählt die Praxis. Echtes Feedback ist der schnellste Weg zu einem besseren Produkt.

Drittens: Geduld und Ausdauer mitbringen. Der Aufbau eines Lebensmittelunternehmens ist anspruchsvoll und bringt immer wieder Überraschungen mit sich. Was hilft, ist ein Team, das zusammenhält und eine Vision, die auch an langen Tagen Orientierung gibt.

Bildcredits: @Revoja

Wir bedanken uns bei Nino Griebel für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Kann ein persönlicher Tutor für jedes Kind wirklich rund um die Uhr verfügbar sein?

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tutel KI Nachhilfe für Schüler im Interview Bild: ArchiTech AI UG Gründerteam bild Aidan Wagener & Ian De Jongh

tutel entwickelt eine KI Lernplattform für Schüler und bietet personalisierte digitale Nachhilfe in vielen Schulfächern, die individuelles Lernen rund um die Uhr ermöglicht

Wie ist die Idee zu tutel entstanden und wer sind die Menschen hinter dem Startup?

Wir sind Aidan Wagener und Ian De Jongh, zwei alte Schulfreunde aus Südafrika, die sich nach Jahren wiedergefunden haben. ArchiTech AI haben wir am 17. Februar 2026 gegründet. Wir beide sind in ländlichen Gegenden Südafrikas aufgewachsen — in einer Umgebung, in der individuelle Förderung nicht existierte und Bildung stark vom Elternhaus abhing. Ian hat das am eigenen Leib erlebt. Aidan ist später mit seiner deutschen Frau und seinen zwei Kindern nach Deutschland gezogen — und hat dasselbe Problem von einer anderen Seite gesehen: Lehrkräfte, die hoffnungslos überlastet sind, und Kinder, die im Unterricht nicht die individuelle Aufmerksamkeit bekommen, die sie brauchen.

Als wir uns wiedertrafen, war klar: Wir schauen auf dasselbe Problem — von entgegengesetzten Seiten. Uns verbindet die Überzeugung, dass Bildungsgerechtigkeit keine Frage des Geldbeutels sein darf. Als wir sahen, was moderne KI-Sprachmodelle leisten können, war die Idee geboren: ein persönlicher Tutor für jedes Kind, in jedem Fach, rund um die Uhr verfügbar.

Welches Problem im Bildungssystem möchte tutel konkret lösen?

Private Nachhilfe kostet in Deutschland zwischen 30 und 50 Euro pro Stunde. Für viele Familien ist das schlicht nicht tragbar, obwohl Studien zeigen, dass individuelles Tutoring den größten positiven Effekt auf den Lernerfolg hat. Gleichzeitig fehlen an vielen Schulen Lehrkräfte für ausreichende individuelle Förderung. Tutel schließt diese Lücke: personalisierte KI-Nachhilfe in 51 Fächern, angepasst an den Lernstand jedes einzelnen Schülers, für einen Bruchteil der Kosten klassischer Nachhilfe.

Welche Vision verfolgt tutel für die Zukunft des Lernens und wie soll diese Vision Schritt für Schritt erreicht werden?

Unsere Vision ist ein Bildungssystem, in dem jedes Kind Zugang zu exzellenter individueller Förderung hat, unabhängig von Herkunft oder Einkommen. Im ersten Schritt konzentrieren wir uns auf den deutschen Markt mit KMK-konformen Inhalten für die Klassen 5 bis 13. Als nächstes bauen wir Schulpartnerschaften auf, damit Lehrkräfte Tutel als Werkzeug im Unterricht und für die Hausaufgabenbetreuung einsetzen können. Langfristig wollen wir unseren Ansatz auf weitere europäische Bildungssysteme ausweiten.

An welche Zielgruppe richtet sich tutel besonders und welche Bedürfnisse von Schülerinnen und Schülern stehen dabei im Mittelpunkt?

Unsere Hauptzielgruppe sind Eltern von Schülerinnen und Schülern der Sekundarstufe I und II, die ihrem Kind individuelle Unterstützung ermöglichen möchten. Im Mittelpunkt steht das Bedürfnis nach verständlichen Erklärungen im eigenen Tempo. Viele Schüler trauen sich im Unterricht nicht, zum dritten Mal nachzufragen. Bei Tutel ist das egal. Der KI-Tutor erklärt so oft und auf so viele verschiedene Arten wie nötig, bis das Thema sitzt.

Viele Lernplattformen setzen inzwischen auf KI. Was macht den Ansatz von tutel dabei besonders?

Drei Dinge setzen uns ab. Erstens die Fächerbreite: 51 Fächer von Mathematik über Geschichte bis Chemie, alle nach KMK-Bildungsstandards. Zweitens unsere Diagnostik: Wir nutzen Item Response Theory, das psychometrische Verfahren hinter Studien wie PISA, um präzise zu messen, wo ein Schüler steht und welche Wissenslücken geschlossen werden müssen. Drittens der Datenschutz: Die gesamte KI-Verarbeitung läuft über Mistral AI in Frankreich. Kein einziges Schülerdatum verlässt die EU. Tutel ist von Grund auf DSGVO-konform gebaut, nicht nachträglich angepasst.

Welche Herausforderungen begegnen euch beim Aufbau eines KI gestützten Tutors für den Schulalltag?

Die größte Herausforderung ist pädagogische Qualität. Eine KI, die nur schnelle Antworten gibt, ersetzt Google, aber keinen guten Lehrer. Wir investieren viel Zeit in die Didaktik unserer KI-Tutoren: sokratisches Fragen, schrittweises Hinführen, altersgerechte Sprache. Dazu kommt die Lehrplanabdeckung. Deutschland hat 16 Bundesländer mit unterschiedlichen Curricula. Wir arbeiten auf Basis der KMK-Bildungsstandards als gemeinsamen Nenner und ergänzen länderspezifische Inhalte dort, wo es besonders zählt, etwa bei den ZP10-Prüfungen in NRW.

Wie stellt tutel sicher, dass KI nicht nur schnelle Antworten liefert, sondern wirklich beim Verstehen von Lerninhalten hilft?

Unser KI-Tutor gibt nie einfach die Lösung. Stattdessen arbeitet er mit sokratischer Methodik: Er stellt Gegenfragen, gibt Hinweise in kleinen Schritten und lässt den Schüler selbst auf die Antwort kommen. Dazu nutzen wir die Ergebnisse der Lernstandsdiagnostik. Der Tutor weiß, welche Grundlagen ein Schüler bereits beherrscht und wo noch Lücken bestehen. So kann er Erklärungen auf dem richtigen Niveau ansetzen, statt zu hoch oder zu niedrig einzusteigen.

Welche Rolle spielen Schulen, Eltern und Lehrkräfte für die Weiterentwicklung ?

Eine zentrale Rolle. Eltern sehen über unser Eltern-Dashboard transparent, woran ihr Kind arbeitet und wo es Fortschritte macht. Das schafft Vertrauen und ermöglicht gezielte Unterstützung zu Hause. Für Schulen bereiten wir ein Pilotprogramm vor, bei dem Lehrkräfte Tutel als ergänzendes Werkzeug einsetzen können. Das Feedback aus diesen Piloten fließt direkt in die Produktentwicklung ein. Langfristig sehen wir Tutel als Brücke zwischen Schule und Zuhause: Die Lehrkraft setzt den Rahmen, Tutel unterstützt individuell dort, wo der Unterricht nicht hinreicht.

Was unterscheidet tutel aus eurer Sicht von klassischer Nachhilfe oder anderen digitalen Lernplattformen?

Klassische Nachhilfe ist teuer, zeitlich begrenzt und oft auf ein oder zwei Fächer beschränkt. Tutel ist rund um die Uhr verfügbar, deckt 51 Fächer ab und kostet weniger als eine einzige Nachhilfestunde pro Monat. Von anderen digitalen Plattformen unterscheidet uns der Fokus auf echtes Verstehen statt reinem Üben. Außerdem ist Tutel von Anfang an für den deutschen Markt gebaut, nicht aus dem Englischen übersetzt. Und ein entscheidender Punkt für viele Eltern: Wir verarbeiten keine Schülerdaten auf US-Servern. Alles bleibt in der EU.

Woran arbeitet das Team von tutel aktuell und welche Entwicklungen dürfen Nutzerinnen und Nutzer in Zukunft erwarten?

Aktuell liegt unser Fokus auf der Prüfungsvorbereitung für die ZP10 in Nordrhein-Westfalen. Schüler können komplette Prüfungssimulationen durchlaufen und erhalten danach einen individuellen Lernplan für ihre schwächsten Bereiche. Als nächstes erweitern wir die Fragendatenbank und bauen die Abitur-Vorbereitung weiter aus. Parallel arbeiten wir an unserem Schulpilotprogramm, damit Lehrkräfte Tutel als Werkzeug im und neben dem Unterricht nutzen können.

Wie sieht eure langfristige Perspektive im Bildungsmarkt aus?

Deutschland hat rund 5,5 Millionen Schüler in den Klassen 5 bis 13 und der digitale Bildungsmarkt wächst rasant. Mit dem DigitalPakt 2.0 fließen in den kommenden Jahren Milliarden in Bildungstechnologie an Schulen. Wir sehen eine riesige Chance, DSGVO-konforme KI-Nachhilfe als festen Bestandteil des Schulalltags zu etablieren. Unsere langfristige Vision geht über Deutschland hinaus. Sobald wir hier das richtige Modell gefunden haben, wollen wir es auf weitere europäische Märkte übertragen.

Welche drei Ratschläge würdet ihr anderen Gründerinnen und Gründern geben, die ein Startup im Bildungs oder KI Bereich aufbauen möchten

Erstens: Baut für echte Nutzer, nicht für Investoren. Im Bildungsbereich zählt am Ende nur, ob Schüler tatsächlich besser lernen. Wenn das Produkt funktioniert, kommt der Rest von selbst. Zweitens: Datenschutz von Tag eins an. Gerade im Bildungsbereich arbeitet ihr mit den sensibelsten Daten überhaupt: Kinderdaten. Das nachträglich reinzubauen ist zehnmal teurer als es von Anfang an richtig zu machen. Drittens: Habt Geduld. Schulen und Bildungsinstitutionen bewegen sich langsam. Das ist frustrierend, aber auch eine Chance. Wer durchhält, baut nachhaltigere Beziehungen als wer nur auf schnelles Wachstum setzt.

Bildcredits: @ArchiTech AI UG

Wir bedanken uns bei Aidan Wagener und Ian De Jongh für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

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