Dienstag, September 1, 2026
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TWONATURALS: Berliner Schwestern erfinden Functional Nutrition neu

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TWONATURALS: Functional Nutrition für Fitness & Wellbeing. Gioia und Chiara Bandholz Bildcredits TWONATURALS PR

Mit der Berliner Marke TWONATURALS bringen die Gründerinnen frischen Wind in die FunctionalNutrition-Branche und verbinden wissenschaftlich fundierte Rezepturen mit moderner Ästhetik.

Können Sie TWONATURALS kurz vorstellen und erzählen, wie die Idee zur Gründung des Unternehmens entstanden ist?

TWONATURALS ist eine Functional-Nutrition-Marke aus Berlin, die Fitness, Wellbeing und Ästhetik miteinander verbindet. Wir entwickeln hochwertige, multifunktionale Wellbeing-Produkte, die den heutigen gesundheitsbewussten Menschen ganzheitlich ansprechen – von der funktionalen Rezeptur bis hin zum Design.

Die Idee entstand aus unserer gemeinsamen Leidenschaft und unserem eigenen Alltag. Wir sind beide seit unserer Kindheit sportlich aktiv und haben uns schon früh intensiv mit Ernährung und Nahrungsergänzung beschäftigt. Dabei ist uns immer wieder aufgefallen, dass Sportnahrung häufig sehr einseitig gedacht wird: Viele Produkte konzentrieren sich ausschließlich auf Leistung oder Muskelaufbau, sind künstlich formuliert und haben uns auch optisch nicht angesprochen.

Uns fehlten Produkte, die funktional und wissenschaftlich durchdacht sind, sich gleichzeitig aber natürlich und selbstverständlich in den Alltag integrieren lassen. Produkte, die qualitativ hochwertig sind, geschmacklich überzeugen, mehr bieten als nur einen einzelnen Nährstoff und dabei auch ästhetisch ansprechend gestaltet sind.

Ganz konkret begann unsere Gründungsgeschichte vor rund zwei Jahren mit der Suche nach einem pflanzlichen Proteinpulver, das gut verträglich ist, nicht künstlich süß schmeckt und einen ganzheitlicheren Mehrwert bietet. Weil wir ein solches Produkt auf dem Markt nicht gefunden haben, haben wir beschlossen, es selbst zu entwickeln. Das war der Startpunkt von TWONATURALS.

Wer steht hinter TWONATURALS, und welche Erfahrungen haben die Entwicklung Ihrer Functional-Nutrition-Produkte geprägt?

Hinter TWONATURALS stehen wir, Chiara und Gioia. Wir sind Zwillingsschwestern und haben die Marke gemeinsam gegründet.

Dabei bringen wir unterschiedliche berufliche Erfahrungen mit, die sich sehr gut ergänzen: Gioia kommt aus dem Produktmanagement und der Produktentwicklung und hat bereits vor der Gründung Produkte von der ersten Idee bis zur Markteinführung begleitet. Chiara kommt aus dem Marketing und hat zuvor im Online-, Performance- und Social-Media-Marketing für verschiedene größere Kunden gearbeitet.

Gleichzeitig verbinden uns unsere langjährige Leidenschaft für Sport, Ernährung und Nahrungsergänzungsmittel. Wir beschäftigen uns beide schon seit unserer Jugend intensiv mit diesen Themen und haben zusätzlich eine Ausbildung im Bereich der Beratung zu Nahrungsergänzungsmitteln absolviert.

Diese Kombination prägt unsere Arbeit bis heute: Einerseits betrachten wir jedes Produkt aus Sicht der Konsumentinnen und Konsumenten und fragen uns, was im Alltag wirklich fehlt. Andererseits setzen wir uns sehr genau mit Rezepturen, Rohstoffen, Dosierungen, wissenschaftlichen Erkenntnissen und regulatorischen Anforderungen auseinander.

Dabei arbeiten wir eng mit erfahrenen Produzenten, Lebensmitteltechnologen und weiteren Fachleuten zusammen. Trotzdem beginnt jedes neue Produkt bei uns mit einer sehr persönlichen Frage: Würden wir es selbst regelmäßig verwenden? Denn wir gehören selbst zu unserer Zielgruppe und möchten ausschließlich Produkte entwickeln, die wir wirklich vermisst haben und hinter denen wir zu 100 Prozent stehen.

Welche Vision verfolgen Sie mit TWONATURALS, und wie möchten Sie Functional Nutrition langfristig neu definieren?

Wir möchten Functional Nutrition aus einer rein leistungsorientierten Nische herausholen. Für uns geht es nicht nur darum, möglichst viel Protein aufzunehmen oder die nächste sportliche Bestleistung zu erreichen.

Wir glauben, dass Performance, Gesundheit und Wohlbefinden nicht getrennt voneinander betrachtet werden sollten. Bewegung, Ernährung, Regeneration, Energie und gute Routinen greifen ineinander und sollten langfristig als Zusammenspiel in den eigenen Alltag passen. Deshalb entwickeln wir Produkte, die mehrere sinnvolle Funktionen miteinander verbinden und trotzdem unkompliziert bleiben.

Unsere Vision ist eine moderne Form von Functional Nutrition, die wissenschaftlich fundiert und hochwertig ist, sich aber weder medizinisch noch extrem oder kompliziert anfühlt. Unsere Produkte sollen funktional sein, gut schmecken, sich selbstverständlich in den Alltag integrieren lassen und so gestaltet sein, dass man sie gerne sichtbar in der Küche stehen hat oder unterwegs mitnimmt.

Am Ende möchten wir Produkte schaffen, die nicht nur einen funktionalen Mehrwert bieten, sondern auch ein gutes Gefühl vermitteln – bei der Anwendung und im Alltag.

An welche Zielgruppen richtet sich TWONATURALS hauptsächlich, und welche Bedürfnisse möchten Sie mit Vegan Protein+ erfüllen?

Unsere Produkte richten sich vor allem an aktive und gesundheitsbewusste Menschen, die ihre Ernährung sinnvoll ergänzen möchten, ohne daraus eine Wissenschaft machen zu müssen.

Dazu gehören Menschen, die Krafttraining machen, laufen, Pilates oder Yoga praktizieren, aber genauso Personen, die einfach mehr pflanzliches Protein in ihren Alltag integrieren möchten. Nicht jede Kundin und jeder Kunde verfolgt ein konkretes sportliches Ziel. Viele suchen vielmehr nach einer unkomplizierten Möglichkeit, sich im Alltag bewusster mit essenziellen Makro- und Mikronährstoffen zu versorgen.

Mit Vegan Protein+ wollten wir deshalb ein vielseitiges Produkt schaffen, das nicht nur als klassischer Post-Workout-Shake funktioniert. Es lässt sich auch in Smoothies, Joghurt, Bowls, Overnight Oats oder beim Backen verwenden. Gleichzeitig war uns wichtig, dass es angenehm und nicht künstlich süß schmeckt, sehr gut verträglich ist und über das reine Protein hinaus weitere ausgewählte Nährstoffe enthält.

Viele Proteinprodukte konzentrieren sich vor allem auf den Muskelaufbau. Warum verfolgt TWONATURALS einen ganzheitlichen Ansatz für Gesundheit und Wohlbefinden?

Protein wird häufig vor allem mit Bodybuilding, Sport und Muskelaufbau verbunden. Natürlich trägt es zum Aufbau und Erhalt von Muskelmasse bei. Proteine beziehungsweise Aminosäuren sind jedoch grundlegende Bausteine unseres Körpers. Sie werden unter anderem für die Bildung von Enzymen, bestimmten Hormonen und Antikörpern sowie für Haut und Gewebe benötigt.

Dieses oft sehr einseitige Verständnis von Protein möchten wir aufbrechen und zeigen, dass eine ausreichende Proteinversorgung nicht nur für Leistungssportlerinnen und -sportler relevant ist, sondern für viele Menschen ein sinnvoller Bestandteil einer ausgewogenen Ernährung sein kann.

Genau hier setzt auch unser „+“ an: Mit unserem Vegan Protein+ wollten wir bewusst mehr als ein klassisches Proteinpulver entwickeln. Neben der Proteinversorgung bilden die Themen Darmgesundheit und Immunsystem zwei weitere zentrale Anker unseres Produktkonzepts. Deshalb kombinieren wir hochwertiges pflanzliches Protein mit gezielt ausgewählten Vitaminen, Mineralstoffen und Bakterienkulturen. So entsteht ein multifunktionales Produkt, das nicht nur rund um das Training sinnvoll ist, sondern sich unkompliziert in eine ganzheitliche tägliche Ernährungs- und Wohlfühlroutine integrieren lässt.

Dabei geht es uns nicht darum, möglichst viele Inhaltsstoffe auf dem Etikett zu vereinen. Jede Komponente soll einen nachvollziehbaren Mehrwert bieten, sinnvoll zur Gesamtrezeptur passen und die Funktion des Produkts gezielt ergänzen. Genau dafür steht das „+“ in unserem Vegan Protein+.

Was macht TWONATURALS aus Ihrer Sicht besonders im Vergleich zu anderen Anbietern pflanzlicher Proteinprodukte?

Für uns ist es vor allem die Verbindung aus Funktion, Geschmack, Ästhetik und einer zeitgemäßen Ansprache. Wir möchten Functional Nutrition nicht nur anders gestalten, sondern auch langfristig weiterdenken.

Viele Produkte am Markt sind sehr funktional, schmecken jedoch künstlich oder wenig angenehm. Andere Marken überzeugen zwar optisch, bieten mit ihrer Rezeptur aber kaum einen Mehrwert über die reine Proteinversorgung hinaus. Wir möchten genau diese Bereiche miteinander verbinden und Produkte entwickeln, bei denen man sich nicht zwischen Funktionalität, Geschmack und Design entscheiden muss.

Unsere Produkte sind vegan, kommen ohne Zuckerzusatz und Sucralose aus und verbinden eine hochwertige pflanzliche Proteinbasis mit gezielt ausgewählten zusätzlichen Inhaltsstoffen. Gleichzeitig legen wir großen Wert auf einen angenehmen Geschmack, eine cremige Konsistenz, durchdachte Rezepturen und ein reduziertes, modernes Design.

Dabei verstehen wir TWONATURALS nicht als reine Proteinmarke. Unser Ziel ist es, eine ganzheitliche Functional-Nutrition-Marke aufzubauen, die Fitness und Wellbeing miteinander verbindet und Produkte entwickelt, die langfristig zu den Bedürfnissen unserer Community und zu einem modernen, gesundheitsbewussten Alltag passen.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist unsere Nähe zur Community. Als kleines Gründerinnen-Team bekommen wir Rückmeldungen unmittelbar mit. Das Feedback landet nicht erst in verschiedenen Abteilungen, sondern direkt bei uns und fließt tatsächlich in die Weiterentwicklung unserer Produkte und der Marke ein.

TWONATURALS: Functional Nutrition für Fitness & Wellbeing

Ihr Vegan Protein+ kombiniert pflanzliches Protein mit Probiotika, Vitaminen und Mineralstoffen. Welche Vorteile bietet diese Kombination für Ihre Kunden?

Der größte Vorteil liegt für uns darin, dass mehrere sinnvolle Funktionen in einem Produkt zusammenkommen. Unsere pflanzliche Mehrkomponenten-Proteinmischung enthält alle essenziellen Aminosäuren. Protein trägt zum Aufbau und Erhalt von Muskelmasse sowie zum Erhalt normaler Knochen bei.

Ergänzt wird die Rezeptur durch Vitamin C und Zink, die zu einer normalen Funktion des Immunsystems beitragen. Vitamin B12 unterstützt den normalen Energiestoffwechsel und trägt zur Verringerung von Müdigkeit und Ermüdung bei. Calcium trägt unter anderem zu einer normalen Muskelfunktion, zum Erhalt normaler Knochen und zur normalen Funktion von Verdauungsenzymen bei (siehe EU-Health-Claims). Zusätzlich enthält jede Portion 15 Milliarden ausgewählte Bakterienkulturen der Arten Lactobacillus rhamnosus und Lactobacillus plantarum. Diese Milchsäurebakterien sind vor allem aus dem Bereich probiotischer Produkte bekannt und werden wissenschaftlich im Zusammenhang mit dem Darmmikrobiom, der Darmfunktion und der Verdauung untersucht. Sie ergänzen damit unseren ganzheitlichen Rezepturansatz, bei dem wir Proteinversorgung, Mikronährstoffe sowie die Themen Immunsystem und Darmmikrobiom zusammendenken.

Für unsere Kundinnen und Kunden entsteht so ein durchdachtes All-in-one-Produkt, das mehrere funktionale Bestandteile in nur einem Produkt vereint.

Welche Herausforderungen begegnen Ihnen bei der Entwicklung natürlicher Functional-Nutrition-Produkte, die sowohl wissenschaftlich fundiert als auch alltagstauglich sind?

Die größte Herausforderung ist für uns die Balance zwischen echtem funktionalem Mehrwert, einer möglichst natürlichen und klaren Rezeptur und einem Geschmack, den man wirklich gerne jeden Tag konsumiert. Eine Rezeptur kann auf dem Papier noch so sinnvoll sein – wenn sie nicht schmeckt, sich schlecht auflöst oder im Alltag zu kompliziert ist, wird sie langfristig nicht genutzt.

Gerade bei pflanzlichen Rohstoffen kann bereits eine kleine Veränderung große Auswirkungen auf Geschmack, Cremigkeit, Löslichkeit und Verträglichkeit haben. Gleichzeitig möchten wir möglichst ohne unnötige Zusätze, künstliche Süße oder lange Zutatenlisten auskommen. Genau das macht die Entwicklung aber anspruchsvoller, weil viele Zusätze technologisch dabei helfen können, Konsistenz und Geschmack einfacher zu steuern.

Hinzu kommt die regulatorische Seite. In Functional-Nutrition-Produkten stecken häufig viele durchdachte Inhaltsstoffe und Dosierungen, deren funktionalen Mehrwert man gerne verständlich erklären möchte. In der Produktkommunikation dürfen wir jedoch nur zugelassene gesundheitsbezogene Aussagen verwenden und müssen deren konkrete Bedingungen einhalten. Das ist für den Verbraucherschutz wichtig, führt aber dazu, dass sich die gesamte Idee hinter einer Rezeptur manchmal nicht so direkt nach außen tragen lässt, wie wir es gerne würden.

Wie wichtig ist es für TWONATURALS, natürliche Inhaltsstoffe und eine hohe Produktqualität mit den Anforderungen eines aktiven Lebensstils zu verbinden?

Das ist der Kern unserer Marke. Ein Produkt kann qualitativ noch so hochwertig sein – es muss trotzdem in einen echten Alltag passen. Unsere Kundinnen und Kunden sind unterwegs, arbeiten, trainieren, reisen oder haben wenig Zeit. Deshalb müssen unsere Produkte praktisch, einfach zu dosieren und vielseitig einsetzbar sein.

Gleichzeitig möchten wir bei der Qualität keine Abstriche machen. Wir achten auf ausgewählte Rohstoffe, nachvollziehbare Rezepturen, eine Herstellung in Deutschland und unabhängige Laborprüfungen.

Welche neuen Produkte oder Weiterentwicklungen stehen bei TWONATURALS aktuell im Fokus?

Aktuell steht der Launch unserer Daily Electrolytes+ im Mittelpunkt. Das Produkt enthält insgesamt 1.192 Milligramm Elektrolyte aus Natrium, Kalium, Magnesium und Calcium sowie Vitamin C, ausgewählte B-Vitamine und Zink.

Es ist zuckerfrei, vegan und kommt in praktischen Einzelsticks mit frischem Limettengeschmack. Entstanden ist auch dieses Produkt aus unserem eigenen Alltag – für das Training, heiße Tage, Reisen und Situationen, in denen man seine Flüssigkeitszufuhr unkompliziert ergänzen möchte.

Parallel arbeiten wir an der Weiterentwicklung unserer bestehenden Proteinrezepturen. Dabei geht es vor allem darum, Geschmack, Cremigkeit und Löslichkeit noch weiter zu optimieren. Langfristig möchten wir unser Sortiment gezielt um Produkte ergänzen, die einen klaren Nutzen haben und wirklich zu unserer Markenwelt passen.

Wo soll TWONATURALS in den kommenden Jahren stehen, und welche Rolle möchten Sie im Bereich Functional Nutrition einnehmen?

Wir möchten TWONATURALS als relevante, vertrauenswürdige und moderne Marke im Bereich Functional Nutrition etablieren – zunächst im deutschsprachigen Raum und perspektivisch auch darüber hinaus.

Dabei möchten wir nicht möglichst schnell möglichst viele Produkte herausbringen. Unser Ziel ist ein durchdachtes Sortiment, bei dem jedes Produkt ein konkretes Bedürfnis erfüllt und einen festen Platz im Alltag unserer Community finden kann.

Langfristig soll TWONATURALS für eine neue Generation von Functional Nutrition stehen: wissenschaftlich fundiert, pflanzlich und hochwertig, gleichzeitig aber ästhetisch, nahbar und unkompliziert.

Welche drei Ratschläge würden Sie anderen Gründerinnen und Gründern geben, die aus einer eigenen Erfahrung heraus ein innovatives Produkt entwickeln und erfolgreich am Markt etablieren möchten?

Erstens: Ein gutes Produkt allein reicht leider nicht – man muss klar zeigen, warum es anders ist.

Am Anfang denkt man schnell: Wenn das Produkt wirklich gut ist, wird es sich auch durchsetzen. Wir haben aber gelernt, dass gerade in einem sehr vollen Markt auch die Positionierung, die Geschichte und der Wiedererkennungswert entscheidend sind. Man sollte sich deshalb früh fragen: Welches konkrete Problem lösen wir, für wen tun wir das und warum sollte sich jemand genau für unser Produkt entscheiden? Bei TWONATURALS ist es die Verbindung aus Fitness, Wellbeing und Ästhetik – und genau das müssen wir auch immer wieder klar nach außen tragen.

Zweitens: Nicht auf den perfekten Moment warten, sondern die Menschen früh mitnehmen.

Wir hätten rückblickend an manchen Stellen früher über unsere Ideen und Prozesse sprechen können. Der Austausch mit unserer Community, Produkttests und ehrliches Kundenfeedback helfen auf jeden Fall. Dabei muss man natürlich nicht jede Meinung umsetzen. Aber wenn bestimmte Wünsche oder Kritikpunkte immer wiederkommen, sollte man sehr genau hinhören. Gleichzeitig merken wir, dass Menschen nicht nur das fertige Produkt sehen möchten, sondern auch den Weg dorthin – mit Musterrunden, Entscheidungen und Dingen, die nicht direkt funktionieren. Diese Offenheit schafft Vertrauen und macht eine junge Marke nahbar.

Drittens: Durchhaltevermögen ist wichtig – aber man muss nicht alles allein können.

Eine Gründung verläuft fast nie genau so, wie man sie ursprünglich geplant hat. Produktionen verschieben sich, Muster funktionieren nicht wie erhofft, Budgets verändern sich und manchmal beginnt man, die eigenen Entscheidungen zu hinterfragen. Gerade als kleines Team braucht es deshalb unheimlich viel Geduld, Flexibilität und die Bereitschaft, immer wieder neue Lösungen zu finden, weiterzumachen und zu optimieren.

Gleichzeitig haben wir gelernt, dass es nicht immer sinnvoll ist, aus Kostengründen alles selbst übernehmen zu wollen. In bestimmten Bereichen kann die richtige Unterstützung enorm viel Zeit und vor allem Nerven sparen und am Ende sogar zu besseren Ergebnissen führen. Eine unserer größten Herausforderungen besteht daher darin, zu erkennen, wann wir selbst weitermachen können und wann es sinnvoll ist, uns gezielt Expertise von außen zu holen.

Die Gründung ist für uns bis heute eine Achterbahnfahrt – mit Höhen, Tiefen und wirklich vielen unerwarteten Wendungen. Wir haben aber auch gelernt, dass nach schwierigen Phasen oft wieder positive Entwicklungen folgen. Deshalb würden wir jedem den Tipp mitgeben: Bleibt motiviert, haltet durch und glaubt an eure Idee!

Bild Gioia und Chiara Bandholz Bildcredits TWONATURALS PR

Wir bedanken uns bei den Gründerinnen für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.


Premium Start-up: TWONATURALS

Kontakt:

TWONATURALS GmbH
Hundekehlestraße 7
14199 Berlin
Deutschland

https://twonaturals.com/
info@twonaturals.com

Ansprechpartnerin: Chiara Bandholz

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Wellness Anarchy: Wie ein Augsburger Gründer den Vitalpilzmarkt transparent macht

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Wellness Anarchy: Transparente Vitalpilze aus Augsburg Dominic Robinson

Mit der im April 2026 in Augsburg gegründeten Marke Wellness Anarchy baut der Gründer eigenständig eine transparente Linie für Vitalpilze auf, die ohne unverständliche Versprechen und verschleierte Angaben auskommt

Können Sie Wellness Anarchy kurz vorstellen und erzählen, wie die Idee zur Gründung Ihrer Vitalpilz-Marke entstanden ist?

Wellness Anarchy ist eine Vitalpilz-Marke aus Augsburg, gegründet im April 2026. Wir bauen gerade eine Linie aus fünf Pilzen auf: Lion’s Mane, Cordyceps, Reishi, Chaga und Tremella. Kapseln im Standbeutel, Vertrieb später direkt über den eigenen Shop, Markt sind Deutschland und Österreich. Wir sind noch nicht im Verkauf.

Die Idee kam nicht aus einer Marktlücke, sondern aus einem Familienthema. Ende zwanzig habe ich angefangen, mich mit dem Gehirn zu beschäftigen. Aus Dokumentationen wurden Bücher, aus Büchern Podcasts, und irgendwann standen Pilze im Zentrum.

Der eigentliche Auslöser war dann aber der Kaufversuch. Ich hatte mich wochenlang eingelesen und stand trotzdem vor dem Regal und habe es nicht verstanden. Warum kostet das eine Produkt das Dreifache vom anderen. Was bedeutet 10:1. Was ist eigentlich der Unterschied zwischen Extrakt und Pulver. Niemand hat es erklärt.

Und bei der Recherche kam noch was dazu: Ein großer Teil des deutschen Marktes geht auf dieselben wenigen Vorlieferanten zurück. Unterschiedliche Labels, unterschiedliche Preise, ähnliche Ware.

Sie haben Wellness Anarchy 2026 als Kleingewerbe aufgebaut. Wie haben Sie es geschafft, Einkauf, Regulatorik, Produktentwicklung und Vertrieb eigenständig zu organisieren?

Ehrliche Antwort: nacheinander. Ich habe einen 35-Stunden-Job und ungefähr zehn Stunden die Woche für die Marke. Parallel geht da nichts.

Die Reihenfolge war: erst der Name beim DPMA, dann die Lieferkette, dann die Produktspezifikationen, dann die Etiketten, dann die Anzeigen beim BVL, dann der Shop. Alles, was später teuer wird, wenn man es falsch macht, kam zuerst. Fertig ist das übrigens nicht. Bei mir stehen gerade immer noch ein paar Dinge offen, die vor dem Verkauf zu sein müssen.

Alleine ist auch relativ. Für Lebensmittelrecht habe ich eine externe Kanzlei, weil ich kein Jurist bin. Meine letzte Prüfung im Studium war Medienrecht, und das habe ich danach unter Bullshit abgelegt, den ich nie wieder brauche. Turns out: doch. Bei den technischen Fragen zum Rohstoff ist mein Lieferant gleichzeitig Berater, und für die Druckvorstufe arbeite ich mit Leuten zusammen, die das jeden Tag machen.

Und dann gibt es einen Teil, über den vor drei Jahren noch niemand geredet hätte. Ich baue mir für die Bereiche, in denen ich keinen Menschen bezahlen kann, KI-Mitarbeiter. Nicht im Sinne von „ich lasse mir schnell einen Text schreiben“, sondern richtig aufgesetzt. Ich habe für die Marke einen Kontextordner mit Markdown-Dateien, in dem alles steht: Produktdaten, Compliance-Regeln, Zielgruppen, Markenstimme, offene Punkte, jede Entscheidung mit Datum und Begründung. Darauf setzen einzelne Spezialisten auf. Einer für Lebensmittelrecht, einer für die Zahlen, einer für Text, einer für SEO, einer für die Studienlage.

Der wichtigste Effekt ist nicht Geschwindigkeit. Es ist das Gegenchecken. Wenn ich einen Produkttext schreibe, läuft der durch den Compliance-Teil, bevor er irgendwo landet. Und der sagt mir dann regelmäßig, dass mein Satz so nicht geht. Das hat mir schon mehrfach Sachen gefunden, die ich selbst überlesen hätte. Zuletzt eine Zahl in einem veröffentlichten Artikel, die zu meinen eigenen Gunsten falsch war.

Das ersetzt keinen Anwalt und keinen Steuerberater. Aber es ersetzt den Zustand, in dem eine Einzelperson alles im Kopf hat und die Hälfte davon vergisst.

Welche Vision verfolgen Sie mit Wellness Anarchy, und wie möchten Sie den Markt für Vitalpilz-Produkte langfristig mitgestalten?

Zwei Sachen.

Die erste ist Normalisierung. Pilze sollen so selbstverständlich sein wie Kaffee. Zwei Kapseln morgens, fertig. Kein Ritual, keine Zeremonie, kein Alternativ-Lifestyle. Aktuell ist die Kategorie entweder Biohacking-Nische oder Esoterik, und beides schließt Leute aus, die einfach nur ein Produkt wollen, das sie verstehen.

Die zweite ist Nachvollziehbarkeit. Ich hätte gerne, dass es normal wird, Analysewerte zu zeigen. Gemessene Werte, nicht gewünschte. Wenn andere Marken damit anfangen, weil Kunden anfangen danach zu fragen, ist das für mich ein Gewinn, auch wenn ich davon keinen Umsatz habe.

Ob ich den Markt mitgestalte, weiß ich nicht. Ich bin eine Person mit einem Nebengewerbe. Aber ich kann zumindest vormachen, dass es geht.

An welche Zielgruppen richtet sich Wellness Anarchy, und welche Erwartungen möchten Sie mit Ihren Produkten erfüllen?

Der Kern ist jemand Mitte dreißig, beruflich eingespannt, macht Sport, hat einen vollen Tag. Gesundheitsbewusst, aber nicht ideologisch. Der Satz, der es am besten trifft: gesund leben, aber nicht heilig.

Wobei das Alter kein Filter ist. Wir segmentieren nicht über Demografie, sondern über die Situation, in der jemand sucht. Dieselbe Person ist im Winter in einer anderen Situation als im Frühjahr. Das ist kein Zielgruppenwechsel.

Was wir erfüllen wollen, ist genau eine Sache: Du sollst kein Pilzexperte werden müssen, um ein nachvollziehbares Produkt auswählen zu können. Nicht mehr und nicht weniger.

Und was wir ausdrücklich nicht erfüllen: Wir sind nichts für Leute, die in dreißig Tagen eine Transformation erwarten, und nichts für Leute, die eine medizinische Lösung suchen. Kranke, Schwangere und Kinder sprechen wir gar nicht an. Das ist keine Marketingentscheidung, das ist eine harte Grenze.

Viele Anbieter setzen auf starke Werbeversprechen. Warum verfolgt Wellness Anarchy bewusst einen wissenschaftlich orientierten und transparenten Ansatz?

Weil ich damals nicht gekauft habe, und zwar nicht, weil mir Versprechen gefehlt hätten. Ich habe nicht gekauft, weil es zu viele waren und ich sie nicht unterscheiden konnte. Wenn drei Produkte nebeneinander stehen und alle behaupten dasselbe, ist die Behauptung wertlos geworden.

Das deckt sich mit dem, was wir in der Auswertung von Kundenrezensionen im Markt gesehen haben. Einer der häufigsten Kritikpunkte ist, dass sich deklarierte Werte nicht nachvollziehen lassen. Genau das lösen Versprechen nicht.

Dazu kommt der rechtliche Rahmen. Für Vitalpilze gibt es in der EU keinen einzigen zugelassenen gesundheitsbezogenen Claim. Nicht einen. Das ist eine Tatsache, mit der jeder in dieser Kategorie umgehen muss, und wir haben uns entschieden, das nicht als Problem zu behandeln, sondern als Vorgabe.

Und das gilt dann eben auch, wenn es unbequem wird. Bei unserem Reishi lag ein gemessener Wert unter dem, was ich ursprünglich ausloben wollte. Auf dem Etikett steht der gemessene Wert.

Was macht Wellness Anarchy aus Ihrer Sicht besonders im Vergleich zu anderen Marken im Bereich Vitalpilze?

Nicht die Pilze. Das muss man mal so sagen. Der deutsche Markt bezieht großteils aus demselben Raum, und ich behaupte nicht, geheime Rohstoffe zu haben, die es sonst nirgends gibt.

Der Unterschied ist, was gezeigt wird. Analysezertifikate mit den tatsächlich gemessenen Werten. Herkunft. Welcher Teil des Pilzes verarbeitet wurde. Welches Extraktionsverfahren. Keine proprietären Mischungen, in denen man nicht sieht, wie viel wovon drin ist.

Ein konkretes Beispiel, das mir wichtig ist: Wir geben kein Extraktverhältnis an. Also kein 10:1 oder 20:1 auf der Packung. Unser Lieferant verwendet für Pilzextrakte keine solchen Angaben, und ich erfinde keine. Das ist kommerziell dumm, weil 10:1 nach mehr klingt. Aber eine Zahl, die ich nicht belegen kann, kommt nicht auf mein Etikett.

Sie haben sich intensiv mit Themen wie BVL-Anzeigeverfahren, Etikettenrecht und Lieferketten beschäftigt. Welche Herausforderungen haben Sie als Gründer am meisten überrascht?

Am meisten überrascht hat mich, wie wenig die formalen Schritte das eigentliche Problem sind. Die Anzeige beim BVL nach Paragraf 5 NemV ist ein Formular. Die Arbeit liegt komplett davor, nämlich in der Frage, was genau auf dem Etikett stehen darf. Und diese Frage hat ungefähr vierzig Unterfragen.

Was ich unterschätzt habe, ist die Kettenlogik. Eine BVL-Anzeige braucht ein Etikettenmuster. Ein druckreifes Etikett braucht die Angaben des Lohnfertigers und die Klärung, wer nach der neuen EU-Verpackungsverordnung als Erzeuger auf der Verpackung stehen muss. Die gilt ab dem 12. August, und unser Launch liegt danach. Also gilt sie für uns von Anfang an. Das heißt: Ich kann eine Etikettenfrage nicht isoliert lösen, weil vier andere Dinge daran hängen.

Und dann gibt es die Themen, wo ich als Einzelunternehmer schlicht an eine Grenze komme. Bei der Frage, wie ein Extrakt mit Ethanolschritt novel-food-rechtlich einzuordnen ist, hört mein Halbwissen auf. Das geht zum Fachanwalt, nicht zu mir.

Sie haben einen Marktvergleich veröffentlicht, in dem Wellness Anarchy nicht in allen Kategorien an der Spitze steht. Warum war Ihnen diese Offenheit wichtiger als ein möglichst positives Eigenmarketing?

Weil ein Vergleich, in dem der Absender immer gewinnt, kein Vergleich ist. Das ist eine Anzeige mit Tabellenlayout, und jeder merkt das nach zehn Sekunden.

Deshalb haben wir die Kriterien binär gemacht. Erfüllt oder nicht erfüllt, keine Punktzahlen, keine Gewichtung. Sobald man gewichtet, kann man so lange drehen, bis man vorne steht. Ich wollte mir die Möglichkeit von vornherein nehmen.

Und es gibt einen eigenen Abschnitt dazu, wo wir selbst verlieren. Das deutlichste Beispiel: Wir haben in der Untersuchung eine Transparenzlücke bei allen sieben Anbietern gefunden, und wir schließen sie selbst gerade auch nicht. Uns liegen die Analysezertifikate unseres Lieferanten vor. Was uns fehlt, ist ein eigener Prüfbericht, den wir selbst beauftragt haben und veröffentlichen dürfen. Der kommt, aber er ist noch nicht da. Das steht so im Artikel drin.

Das Risiko ist offensichtlich. Jemand liest den Vergleich und kauft woanders. Damit kann ich leben. Der Alternativfall ist, dass jemand das Ding liest, merkt dass es geschönt ist, und mir dann bei nichts mehr glaubt.

Welche Erkenntnisse haben Sie aus Ihrer Analyse von 21 Produkten verschiedener Anbieter gewonnen, und was sagt das über den Markt für Vitalpilze aus?

Die auffälligste Zahl ist nicht die 21, sondern die 7. So viele Lieferanten stecken hinter diesen Produkten. Der Markt ist an der Oberfläche vielfältig und darunter ziemlich schmal.

Zweitens: Analysewerte sind oft nicht nachvollziehbar. Das ist auch der häufigste Kritikpunkt, den wir in den Kundenrezensionen im Markt gefunden haben.

Drittens, und das war für mich die relevanteste Erkenntnis: Ich habe selbst lange geglaubt, ein Extraktverhältnis sei ein Qualitätsmerkmal. Ist es nicht. Unser Lieferant hat mir im Juli erklärt, dass er für Pilzextrakte grundsätzlich keine solchen Angaben verwendet, weil sie dort wenig Sinn ergeben. Deshalb wird auf unseren Packungen kein 10:1 und kein 20:1 stehen.

Was das über den Markt sagt: Er ist nicht betrügerisch. Er ist unerklärt. Und das ist ein Zustand, den man ändern kann.

Welche neuen Produkte oder Entwicklungen stehen bei Wellness Anarchy aktuell im Fokus?

Keine neuen Produkte. Der Fokus liegt komplett darauf, die fünf, die wir haben, sauber startklar zu bekommen. Das klingt langweilig und ist gerade die ganze Arbeit.

Konkret heißt das: Etikettenwerte final machen, die Anzeigen beim BVL mit dem finalen Etikett einreichen, Verpackungsrecht klären, die novel-food-rechtliche Einordnung extern prüfen lassen. Nichts davon sieht man später auf der Website. Wenn eins davon fehlt, wird nichts verkauft.

Daneben läuft der Content-Aufbau. Wir haben rund 57 Artikel online, seit April, dazu zwei redaktionelle Formate: den Marktcheck und eine Auswertung von Kundenrezensionen im Markt. Das ist der Kanal, den ich mir leisten kann. Bezahlte Reichweite kommt für mich erst, wenn organisch nachweisbar etwas funktioniert.

Ein Startdatum nenne ich bewusst nicht.

Wo soll Wellness Anarchy in den kommenden Jahren stehen, und welche Ziele verfolgen Sie mit Ihrem Unternehmen?

Da muss ich passen, weil ich es nicht genau weiß. Ich habe keine Fünfjahresplanung, in der Zahlen stehen, die ich mir ausgedacht habe.

Was ich habe, sind Reihenfolgen. Das nächste Ziel ist, dass der eigene Shop trägt. Danach die Frage, ob ich das hauptberuflich machen kann. Marktplätze kommen erst infrage, wenn der Shop steht, nicht vorher, weil ich sonst die Kontrolle über die Kommunikation abgebe, bevor die Marke sie überhaupt aufgebaut hat.

Das Sortiment bleibt bei Pilzen. Kein Ashwagandha, kein Magnesium, auch wenn es thematisch passen würde und sich leichter verkaufen ließe.

Und ich möchte eigenfinanziert bleiben, so lange es geht. Scheitern ist für mich definiert als: niemand kauft. Langsames Wachstum ist kein Scheitern.

Welche drei Ratschläge würden Sie anderen Gründerinnen und Gründern geben, die mit begrenzten Ressourcen eine eigene Marke aufbauen möchten?

Erstens: Mach das zuerst, was später teuer wird. Bei mir war das erste Investment nicht Ware, sondern der Markenschutz beim DPMA. 290 Euro. Danach Compliance und Lieferkette. Das Logo kann warten, das Logo ändert man nochmal.

Zweitens: Schreib auf, was du entscheidest, und warum. Ich führe ein System, in dem jede Entscheidung mit Datum und Begründung steht. Klingt nach Overhead für eine Ein-Personen-Firma. Hat mir aber mehrfach den Hintern gerettet, weil ich sonst dieselbe Frage nach drei Monaten neu entschieden hätte, und zwar anders.

Drittens, und das ist eher eine Warnung als ein Ratschlag: Ich neige dazu, alles vorzubereiten statt anzufangen. Recherche fühlt sich produktiv an und ist gleichzeitig eine super Ausrede. Wenn du merkst, dass du die dritte Analyse machst, bevor du das erste Produkt verkauft hast, ist das keine Gründlichkeit mehr. Ich weiß das, und ich mache es trotzdem regelmäßig.

Bildcredits privat

Wir bedanken uns bei Dominic Robinson für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Yazen: Wie eine schwedische Digital-Health-Plattform die Adipositas-Behandlung revolutioniert

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Yazen: Digitale Adipositas-Behandlung & Medizin David Buchebner Bildcredits Yazen

Der schwedische Digital-Health-Pionier Yazen setzt neue Maßstäbe bei der langfristigen Behandlung von Adipositas, indem das Unternehmen evidenzbasierte Medizin mit digitaler Betreuung und interdisziplinären Verhaltensansätzen vereint

Können Sie Yazen kurz vorstellen und erzählen, wie die Idee zur Gründung des Unternehmens entstanden ist?

Yazen ist ein digitaler Gesundheitsdienstleister aus Schweden, der sich auf die Behandlung von Übergewicht und Adipositas spezialisiert hat. Das Unternehmen wurde 2021 gegründet, um eine Versorgungslücke zu schließen: Obwohl Adipositas seit Jahren als chronische Erkrankung anerkannt ist, fehlt es vielen Betroffenen bis heute an leicht zugänglichen, langfristig wirksamen und medizinisch begleiteten Behandlungsangeboten. Die Gründer haben erkannt, dass klassische Diäten und kurzfristige Programme den komplexen Ursachen von Adipositas nicht gerecht werden. Deshalb entstand die Idee, moderne medizinische Therapien mit Verhaltensmedizin, digitaler Betreuung und interdisziplinärer Unterstützung in einem integrierten Behandlungskonzept zu verbinden.

Welche Vision verfolgen Sie mit Yazen, und wie möchten Sie die Behandlung von Übergewicht und Adipositas langfristig verändern?

Unsere Vision ist es, Europas führende Plattform für die Behandlung von Adipositas zu werden und für Menschen ein langfristiger Partner für nachhaltiges Gewichtsmanagement und Stoffwechselgesundheit zu sein. Darüber hinaus möchten wir dazu beitragen, das gesellschaftliche Verständnis von Adipositas grundlegend zu verändern: weg von Schuldzuweisungen und Stigmatisierung, hin zur Anerkennung als chronische Erkrankung, die eine langfristige medizinische Behandlung verdient.

An welche Zielgruppen richtet sich Yazen hauptsächlich, und welche Bedürfnisse möchten Sie mit Ihrem Behandlungskonzept erfüllen?

Yazen richtet sich an Menschen mit Übergewicht oder Adipositas, die eine nachhaltige, medizinisch betreute Behandlung suchen. Viele haben jahrelang gekämpft, bevor sie Hilfe in Anspruch genommen haben: 62 % haben lange Zeit versucht, ihr Gewicht selbst in den Griff zu bekommen, und 64 % hatten bereits drei oder mehr Diäten ausprobiert. Unsere Patienten kommen aus allen sozioökonomischen Schichten (35 % mit niedrigem Einkommen, 38 % mit mittlerem Einkommen), und bemerkenswerterweise sind 21,8 % Angehörige der Gesundheitswesens – darunter viele Krankenpflegerinnen und Pfleger –, was das Vertrauen unterstreicht, das Fachleute aus dem medizinischen Bereich in unseren Ansatz setzen. Unser Ziel ist es, ihren Bedürfnissen mit einer personalisierten Behandlung, kontinuierlicher Unterstützung und einem Programm gerecht zu werden, das sich in den Alltag integrieren lässt und gleichzeitig dauerhafte Ergebnisse liefert.

Yazen kombiniert digitale Betreuung mit einer medizinischen Therapie. Warum war Ihnen dieser ganzheitliche Ansatz von Anfang an wichtig?

Adipositas ist eine komplexe Erkrankung, die durch genetische, hormonelle, psychologische, soziale und lebensstilbedingte Faktoren beeinflusst wird. Deshalb reicht es nicht aus, ausschließlich Medikamente zu verschreiben oder lediglich Ernährungstipps zu geben. Unser Ansatz verbindet moderne Abnehmmedizin mit konsistenter ärztlicher Betreuung, Ernährungsberatung, psychologischer Unterstützung und Verhaltenstherapie. Wir betrachten nicht nur das Gewicht, sondern die gesamte Gesundheit und Lebensqualität unserer Patientinnen und Patienten.

Was macht Yazen aus Ihrer Sicht besonders im Vergleich zu anderen Angeboten im Bereich der Gewichtsreduktion?

Der entscheidende Unterschied liegt in unserem langfristigen, medizinisch fundierten Ansatz. Unser Ziel ist nicht der schnelle Gewichtsverlust – obwohl viele Patienten bereits in den ersten Wochen spürbare Ergebnisse erzielen –, sondern die nachhaltige Aufrechterhaltung eines gesunden Gewichts und gesünderer Lebensgewohnheiten. Wir verbinden evidenzbasierte Medizin mit digitaler Unterstützung und einem interdisziplinären Betreuungsteam und stellen gleichzeitig sicher, dass jeder Patient während seines gesamten Behandlungsverlaufs eine enge, hochgradig personalisierte Betreuung erhält. Dieser Ansatz sorgt für eine hohe langfristige Therapietreue: 69,1 % der Yazen-Patienten bleiben nach 12 Monaten in der Behandlung und 56,9 % nach 24 Monaten, verglichen mit Verbleibquoten von nur 27–32 % nach 12 Monaten bei Standardversorgungsmodellen.

Unsere Patienten erzielen zudem einen klinisch bedeutsamen Gewichtsverlust bei vergleichsweise niedrigen Medikamentendosen. Nach 12 Monaten verlieren die Patienten mit Tirzepatid durchschnittlich 19,2 % ihres Körpergewichts und mit Semaglutid 16,0 %, wobei sie weniger als 50 % der in klinischen Studien verabreichten Höchstdosen einnehmen. Dies zeigt, dass die Kombination aus personalisierter medizinischer Versorgung, Unterstützung bei der Lebensumstellung und digitaler Nachsorge den Patienten helfen kann, mit effizientem Medikamenteneinsatz substanzielle und nachhaltige Ergebnisse zu erzielen.

Sie arbeiten mit einem interdisziplinären Team aus Ärzten, Ernährungsberatern, Psychologen, Gesundheitscoaches und Physiotherapeuten. Welche Vorteile bietet diese enge Zusammenarbeit für die Patientinnen und Patienten?

Adipositas betrifft weit mehr als nur das Körpergewicht. Deshalb profitieren Patientinnen und Patienten davon, dass unterschiedliche Fachrichtungen eng zusammenarbeiten und gemeinsam individuelle Lösungen entwickeln. Während Ärztinnen und Ärzte die medizinische Therapie steuern, unterstützen Ernährungsberater bei alltagstauglichen Ernährungsstrategien, Psychologen bei emotionalen und verhaltensbezogenen Herausforderungen und Coaches bei Motivation und Bewegung. Dadurch entsteht eine Behandlung, die die gesamte Lebenssituation des Individuums berücksichtigt.

Viele Menschen kämpfen langfristig mit ihrem Gewicht. Wie unterstützt Yazen dabei, nachhaltige Veränderungen statt kurzfristiger Erfolge zu erreichen?

Nachhaltige Veränderungen entstehen nicht durch kurzfristige Verbote oder radikale Diäten, sondern durch kontinuierliche Begleitung und realistische Ziele. Unsere Patientinnen und Patienten erhalten langfristige Unterstützung über die App, regelmäßige ärztliche Anpassungen der Therapie und individuelle Begleitung im Alltag. Wir messen Erfolg nicht nur in Kilogramm, sondern auch an verbesserten Blutwerten, höherer Mobilität, mehr Lebensqualität und einem geringeren Krankheitsrisiko.

Welche Herausforderungen begegnen Ihnen bei der digitalen Betreuung von Menschen mit Übergewicht oder Adipositas?

Eine der größten Herausforderungen ist das anhaltende Stigma im Zusammenhang mit Adipositas. Viele Betroffene suchen überhaupt keine medizinische Hilfe auf, sei es aus Scham oder aufgrund negativer Erfahrungen in der Vergangenheit. Leider hält dieses Stigma oft auch nach Beginn der Behandlung an. In unserer im Januar 2026 durchgeführten europäischen Umfrage unter 1.351 Patienten gaben 46 % an, dass sie trotz ihrer Behandlung kein nachlassendes Stigma verspüren. Zudem erzählen 27 % anderen niemals, dass sie GLP-1/GIP-Medikamente einnehmen, während 39 % befürchten, beschuldigt zu werden, eine „Abkürzung“ zu nehmen, und 45 % sich Sorgen über Kritik machen, die durch negative Medienberichterstattung geschürt wird.

Diese Ergebnisse verdeutlichen, dass Adipositas nicht nur eine medizinische, sondern auch eine soziale Erkrankung ist. Eine weitere Herausforderung besteht darin, trotz des digitalen Charakters der Versorgung eine enge persönliche Beziehung und Vertrauen zu den Patienten aufzubauen. Deshalb legen wir Wert auf regelmäßige Kommunikation, eine stark individualisierte Betreuung und darauf, die Kommunikation zwischen den Patienten und unseren klinischen Teams so zugänglich und persönlich wie möglich zu gestalten.

Wie wichtig ist es aus Ihrer Sicht, Adipositas als chronische Erkrankung zu betrachten und entsprechend langfristig zu behandeln?

Das ist aus unserer Sicht entscheidend. Adipositas ist keine Frage mangelnder Disziplin oder Willenskraft, sondern eine komplexe chronische Erkrankung. Das ist übrigens keine Frage der Betrachtung, sondern Fakt. Bereits im Jahr 2000 wurde Adipositas von der Weltgesundheitsorganisation als chronische Krankheit eingestuft. In Deutschland gilt sie seit 2020 offiziell als solche. Wie bei Diabetes oder Bluthochdruck benötigen viele Betroffene eine langfristige Therapie und kontinuierliche medizinische Begleitung. Erst wenn Politik, Gesellschaft und Gesundheitswesen diese Realität anerkennen, können wir die Versorgung nachhaltig verbessern.

Welche nächsten Entwicklungsschritte und Wachstumsziele stehen bei Yazen aktuell im Fokus?

Yazen ist mittlerweile in acht europäischen Märkten aktiv und wächst kontinuierlich weiter. Aktuell liegt unser Fokus darauf, den Zugang zur Adipositastherapie weiter zu verbessern und unser Versorgungskonzept in weiteren Regionen verfügbar zu machen. Gleichzeitig investieren wir in die Weiterentwicklung unserer digitalen Plattform, in personalisierte Behandlungspfade und in die wissenschaftliche Evaluation unserer Therapieergebnisse.

Wie sehen Sie die Zukunft der digitalen Gesundheitsversorgung, und welche Rolle soll Yazen dabei künftig einnehmen?

Digitale Gesundheitsversorgung wird in den kommenden Jahren eine immer größere Rolle spielen, insbesondere bei chronischen Erkrankungen, die eine langfristige Betreuung erfordern. Wir sind überzeugt, dass die Zukunft in hybriden Modellen liegt, die digitale Technologien mit medizinischer Expertise verbinden. Yazen möchte dabei eine führende Rolle einnehmen und zeigen, wie moderne, patientenzentrierte Adipositastherapie in Europa aussehen kann.

Welche drei Ratschläge würden Sie anderen Gründerinnen und Gründern geben, die ein Unternehmen im Bereich Digital Health aufbauen möchten?

Erstens: Lösen Sie ein echtes Versorgungsproblem und stellen Sie die Bedürfnisse der Patientinnen und Patienten konsequent in den Mittelpunkt.

Zweitens: Arbeiten Sie von Anfang an interdisziplinär. Medizin, Technologie und Verhaltenswissenschaften müssen im Digital-Health-Bereich eng zusammenwirken.

Drittens: Denken Sie langfristig. Vertrauen im Gesundheitswesen entsteht nicht durch schnelles Wachstum, sondern durch klinische Qualität, messbare Ergebnisse und nachhaltige Versorgungskonzepte.

Bildcredits Yazen

Wir bedanken uns bei David Buchebner für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Wer im Leben keinen Druck erlebt, kann die Resilienzmuskeln nicht trainieren

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Resilienz, Kompetenzen und Arbeitsmarkt Prof. Heidi Stopper Topmanagement-Coach & Beraterin ehem. Vorstand im MDAX, Autorin und mehrfache Beirätin © Karin Volz

Die Führungskräfte-Coachin Prof. Heidi Stopper weiß, dass Resilienz die zentrale Eigenschaft für Berufstätige in einem volatilen Arbeitsmarkt ist. Im Interview mit herCAREER erklärt sie, wie sowohl Young Professionals als auch erfahrene Führungskräfte ihre Resilienz stärken können. Und sie erläutert, welche tragende Rolle das individuelle Kompetenz-Set dabei spielt.

„Wir denken derzeit noch viel zu sehr in Berufsgruppen und nicht in Kompetenzsets.“

herCAREER: Heidi, die meisten Menschen kennen dich als Topführungskräfte-Coachin. Du bist aber auch Professorin an der Macromedia Hochschule und hast Einblick was Menschen am Beginn Ihrer Berufslaufbahn bewegt. Wie unterscheiden sich die Stressoren dieser beiden Gruppen?

Heidi Stopper: Zu 90 Prozent sind die Stressoren die gleichen, schätze ich. Denn ein Stressor ist nicht das, was außen passiert, sondern vielmehr, was wir daraus machen. Menschen reagieren auf ein und dasselbe Ereignis sehr unterschiedlich – ein Beispiel: Ein unbekannter Hund kommt auf zwei unterschiedliche Personen zugerannt. Die eine Person ist mit Hunden aufgewachsen, kennt sie und liebt sie. Die zweite ist einmal schlimm von einem Hund gebissen worden. Du kannst dir vorstellen, dass die beiden sehr unterschiedlich auf diese Situation reagieren werden. Das heißt: Stress machen wir uns immer selbst.

herCAREER: Was bedeutet das für deinen Arbeitsalltag als Coachin?

Heidi Stopper: Ich erlebe, dass die Art und Weise, wie Menschen mit sich selbst sprechen – ob Young Professional oder C-Level-Führungskraft –, maßgeblich davon abhängt, wie glücklich und zufrieden sie sind. Nicht etwa die äußeren Umstände sind entscheidend, denn sonst würden die Zufriedenheitswerte in ärmeren Ländern oder in Ländern, in denen sogar Krieg und Konflikte herrschen, wie etwa in Israel, nicht besser ausfallen als in Deutschland.

herCAREER: Resilienz ist in aller Munde – für Menschen, Unternehmen und Nationen. Wie erklärst du dir die Popularität des Begriffs und des Bedürfnisses nach mehr Resilienz?

Heidi Stopper: Zum einen sind Modewörter sehr beliebt. Wir sind alle zu Küchenpsycholog geworden in den letzten zehn Jahren und nutzen psychologische Fachbegriffe, ohne wirklich zu wissen, ob sie angebracht sind. Der Ausdruck „Resilienz” stammt allerdings nicht aus der Psychologie, sondern aus der Physik. Er beschreibt die Fähigkeit eines Stoffes, in seine ursprüngliche Form zurückzukehren, nachdem Druck auf ihn ausgeübt wurde. Das bedeutet auch: Ohne Druck keine Resilienz. Für Menschen bedeutet das: Wer im Leben kaum Druck oder unangenehme Situationen erlebt, kann die Resilienzmuskeln nicht trainieren. Und momentan brauchen wir Resilienz ja schon, wenn wir morgens in die Zeitung schauen: Mit Krieg, Klima- und Wirtschaftskrise haben wir mehr Druckpunkte als noch vor einigen Jahren.

herCAREER: Früher waren in Stellenanzeigen Eigenschaften wie „belastbar“ oder „anpassungsfähig“ gefragt, heute soll man resilient sein. Wie können wir diese Eigenschaften voneinander abgrenzen?

Heidi Stopper: Wir passen uns immer ein Stück weit an neue Umgebungen an. Das ist auch gut so. Anpassungsfähigkeit ist ein Hebel, um Zugehörigkeit empfinden zu können. Und Zugehörigkeit ist ein menschliches Grundbedürfnis. Die Art von Anpassung, die du vielleicht meinst, ist ein Verbiegen. Das wiederum ist wenig erfolgreich und kann nicht zu Resilienz führen, denn durch Verbiegen kann man Druck nicht standhalten.

herCAREER: Also doch eher Belastbarkeit? Dem Druck gar nicht erst nachgeben? Eine härtere Oberfläche, ein sprichwörtlich dickes Fell entwickeln?

Heidi Stopper: Wir sind nicht aus Teflon, auch wenn sich das viele Menschen wünschen. Viele Kund kommen zu mir, um ihre Resilienz zu stärken, in der Hoffnung, dass dann alles von ihnen abperlt, als seien sie aus Teflon. Das ist allerdings nicht die Lösung. Die Lösung besteht darin, zu lernen, mit negativen Emotionen umzugehen. Je öfter wir das üben, desto resilienter werden wir und desto mehr Sicherheit finden wir in uns selbst. Niemand wird schon resilient geboren, wir trainieren unsere Resilienz kontinuierlich. Und dabei kann kein Buch und kein Resilient-in-drei-Tagen-Seminar helfen.

herCAREER: Wenn wir in Deutschland also vergleichsweise wenig Resilienz vorweisen können, …

Heidi Stopper: … dann wahrscheinlich, weil wir in den vergangenen 30 Jahren vergleichsweise wenige Großkrisen bewältigen mussten. Natürlich hatten wir Krisen, aber sie waren verhältnismäßig kurz.

herCAREER: Macht Glück uns also resilient?

Heidi Stopper: Wenn wir uns dessen bewusst sind, dass wir Sicherheit in uns selbst finden können, dann können wir recht unbeschadet durch schwere Zeiten oder volatile Arbeitsmärkte gehen. Wir müssen herausfinden: Wie kann ich mir selbst innere Sicherheit schaffen?

herCAREER: Ja, wie?

Heidi Stopper: Es gibt die Theorie der Circles of Influence von Stephen Covey. Es sind drei konzentrische Kreise: Der kleinste Kreis in der Mitte beschreibt „I control“, der etwas größere Kreis daneben beschreibt „I influence“ und der dritte Kreis, der in Relation eigentlich nicht auf Papier zu bringen ist, beschreibt „I can’t control, I accept “. In der Glücks- und Leistungsforschung sagt man: Wenn ich mich zu 80 Prozent darauf konzentriere, was ich kontrollieren kann, dann bin ich am zufriedensten, leistungsstärksten und glücklichsten.

herCAREER: Aber was können wir kontrollieren?

Heidi Stopper: Wir können kontrollieren, mit welcher Haltung wir anderen Menschen und Situationen begegnen. Gut ausgebildete Menschen können bis zu einem gewissen Grad auch kontrollieren, in welchem Team oder Unternehmen sie arbeiten wollen – oder zumindest, in welchem nicht. Was können wir hingegen beeinflussen? Zum Beispiel die Dynamik in einem Team. Aber den größten Teil unseres Lebens können wir nicht beeinflussen und nicht kontrollieren. Und darum ist es wichtig, eine Kompetenz und auch eine Akzeptanz im Umgang mit Unsicherheit zu entwickeln.

herCAREER: Das erinnert mich an das Serenity-Prayer, das Gelassenheitsgebet der Anonymen Alkoholiker: „Gott, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.“

Heidi Stopper: Diese Lehre findet sich auch in buddhistischen Weisheiten – und derzeit scheint sie mir sehr passend. Dieser westliche Trend, das ewige Glück zu suchen, ist doch Wahnsinn. In keinem Leben gibt es nur Glück – wie sollen wir Glück empfinden, wenn wir die negativen Gefühle nicht kennen? Die Natur hat uns nicht umsonst mit so vielen Emotionen ausgestattet.

herCAREER: Wie meinst du das?

Heidi Stopper: Emotionen sind wichtige Informationsquellen. Auch negativ empfundene Emotionen wie Wut, Trauer, Neid und Eifersucht sind wichtig und wir sollten sie wahrnehmen und reflektieren. Denn die Informationen, die in diesen Gefühlen stecken, sind sehr wichtig!

herCAREER: Wie entschlüsselt man diese Informationen?

Heidi Stopper: Es gibt so viele Coaches, manche nutzen mittlerweile auch KI als Sparringspartner. Ich bin dafür, auch viel offener mit Freund zu sprechen und Netzwerke zu nutzen. Gerade jetzt, da Arbeitsumfelder immer volatiler werden, bekommen Netzwerke eine neue Relevanz. Dort findet man gute Ansprechpartner, um Gedanken zu sortieren, gemeinsam zu reflektieren und einander zu spiegeln.

herCAREER: Gibt es da Methoden und Tools?

Heidi Stopper: Haufenweise! Man kann das Internet oder die Künstliche Intelligenz fragen: „Welche Tools helfen mir, negative Gedanken und Haltungen zu erkennen?” Für mich spielt auf der Selbstreflexionsebene allerdings die Bestärkung eine größere Rolle. Ich stelle die Frage: „Was sind deine ‘transferable skills’, deine übertragbaren Fähigkeiten?”

herCAREER: Also Skills, die ich universell anwenden kann? Warum ist das sinnvoll?

Heidi Stopper: Die Kernfrage für Menschen in einem volatilen Arbeitsmarkt ist doch die der Beschäftigungsfähigkeit. Bin ich einstellbar? Sind meine Fähigkeiten gefragt? Und damit meine ich nicht, welche Software ich beherrsche oder wie groß die Teams sind, die ich geleitet habe.

herCAREER: Sondern?

Heidi Stopper: Was ist dein USP, deine unique selling proposition? Welche Kompetenzen machen dich einzigartig? Jede hat ein einzigartiges Kompetenzset, das es auszubauen gilt, um „beschäftigungsfähig“ zu bleiben. Der erste Schritt ist, dieses Kompetenzset zu erkennen. Bei mir wäre das nicht gewesen: „Ich bin Personalchefin und Volljuristin“. Sondern: „ich kann komplexe Sachverhalte durchdringen und bin analysestark. Außerdem kann ich Menschen sehr gut einschätzen. Ich bin kommunikationsstark. Weil ich andere so leicht lesen kann, kann ich besonders gut zielgruppengerecht kommunizieren und auch Interessenlagen durchschauen und gemeinsame Lösungen finden. Aus dem Bewusstsein meiner Kompetenzen heraus fiel es mir leicht, von der Raumfahrt in ein Medienunternehmen zu wechseln.

Heidi Stopper: Das ist ein sehr gutes Beispiel. Wir denken derzeit noch viel zu sehr in Berufsgruppen und nicht in Kompetenzsets. Das Problem dabei ist, dass wir 60 Prozent der Berufsbilder, die es morgen geben wird, noch gar nicht kennen, während andere bald nicht mehr existieren werden. Darum sollten wir alle – aber vor allem diejenigen, die noch ihr ganzes Arbeitsleben vor sich haben – darüber nachdenken: Was ist mein einzigartiges Skill-Set? Wo will ich es ausbauen? In welche Richtung möchte ich mich weiterentwickeln? Denn aus diesem Kompetenzset ergeben sich Karrierechancen, die wir heute noch nicht sehen können.

herCAREER: Überspitzt gesagt: Die Zeiten, in denen wir uns über unsere Berufsbezeichnung definiert haben, sind vorbei?

Heidi Stopper: Ja. Es geht nicht mehr darum, einen Platz auf dem Arbeitsmarkt zu finden, der bedeutet: „Ich bin Bäckerin”, „Ich bin Buchhalterin” oder „Ich bin Juristin”. Wir müssen darüber nachdenken, was wir mitbringen. Ich bin ein Organisationstalent. Ich kann zehn Dinge gleichzeitig jonglieren. Ich bleibe ruhig, wenn es heiß hergeht.

herCAREER: Das sollten Lebensläufe und Bewerbungsschreiben in Zukunft sicherlich reflektieren, oder?

Heidi Stopper: Bei den Top-Leuten lesen wir sie heute schon und die Anforderungen gehen noch weiter: Es reicht nicht, Berufserfahrung und Kompetenzen aufzuzeigen – Bewerber müssen beweisen, dass sie mit ihren Kompetenzen im Unternehmen etwas bewirken können, also Impact generieren. Der CV einer erfahrenen Fachkraft sollte reflektieren, dass sie mit ihren Fähigkeiten auch Dinge umsetzen und einen Mehrwert für das Team oder das Unternehmen schaffen kann.

Das Interview führte herCAREER-Redakteurin Kristina Appel.

Heidi Stopper wird am 22.10.2026 auf der herCAREER einen Vortrag darüber halten, wie du deine „übertragbaren Kompetenzen” erkennst und ausbaust, um resilient durch deine Karriere zu gehen.

Bild Prof. Heidi Stopper Topmanagement-Coach & Beraterin ehem. Vorstand im MDAX, Autorin und mehrfache Beirätin © Karin Volz

Quelle messe.rocks GmbH

DentalAce: Digitale Infrastruktur vernetzt Patienten und Zahnarztpraxen

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DentalAce: KI-Plattform für moderne Zahnarztpraxen Emil Nedev CEO und Gründer

Die HealthTech-Plattform DentalAce schließt die Lücke zwischen medizinischer Behandlungsqualität und digitaler Auffindbarkeit, indem sie Patienten und Zahnarztpraxen über ein KI-gestütztes Ökosystem verbindet.

Können Sie DentalAce kurz vorstellen und erzählen, wie die Idee zu dem Unternehmen entstanden ist?

DentalAce ist eine digitale HealthTech-Plattform, die den Zugang zur Zahnmedizin neu denkt.

Wir verbinden Patienten und Zahnarztpraxen über eine intelligente Plattform, die weit über eine klassische Zahnarztsuche hinausgeht. Heute vereint DentalAce digitale Sichtbarkeit, Online-Terminbuchung, verifizierte Patientenbewertungen, Praxisprofile, intelligente Suchfunktionen und zunehmend KI-gestützte Lösungen in einem gemeinsamen Ökosystem.

Die Idee entstand aus einer Beobachtung, die vermutlich jeder schon einmal gemacht hat: Wer einen Zahnarzt sucht, findet online unzählige Informationen – doch diese sind oft unvollständig, schwer vergleichbar oder nicht aktuell. Gleichzeitig investieren viele Zahnärzte enorme Zeit und Ressourcen in eine hochwertige Behandlung, werden digital jedoch kaum wahrgenommen.

Uns wurde bewusst, dass zwischen Patienten und Zahnarztpraxen eine digitale Lücke entstanden ist. Nicht die Qualität einer Praxis entscheidet heute allein über ihren Erfolg, sondern zunehmend ihre digitale Auffindbarkeit und Erreichbarkeit.

Genau diese Lücke wollten wir schließen.

Unsere Überzeugung lautet: Jeder Patient sollte innerhalb weniger Minuten den passenden Zahnarzt finden können – und jede qualifizierte Zahnarztpraxis sollte die gleichen Chancen haben, online gefunden zu werden.

DentalAce wurde deshalb nicht als weiteres Branchenverzeichnis entwickelt, sondern als digitale Infrastruktur für die Zahnmedizin von morgen.

Welche persönlichen Erfahrungen haben Sie dazu bewegt, die Zahnarztsuche und Terminvergabe neu zu denken?

Uns hat vor allem die Diskrepanz zwischen medizinischer Qualität und digitaler Sichtbarkeit beschäftigt.

Wir haben erlebt, dass hervorragende Zahnärzte oft deutlich weniger sichtbar waren als Praxen mit einem besseren Online-Auftritt. Gleichzeitig mussten Patienten zahlreiche Webseiten besuchen, Bewertungen vergleichen oder telefonisch nach freien Terminen suchen.

Dabei wurde deutlich, dass beide Seiten dasselbe Problem haben.

Patienten möchten schnell eine passende Praxis finden. Zahnärzte möchten von den richtigen Patienten gefunden werden.

Trotz moderner Technologien verlief dieser Prozess häufig noch umständlich, zeitaufwendig und wenig transparent.

Mit der zunehmenden Digitalisierung und dem veränderten Suchverhalten der Menschen wurde uns klar, dass die erste Begegnung zwischen Patienten und Zahnarzt heute fast immer digital stattfindet.

Deshalb wollten wir eine Plattform entwickeln, die Vertrauen schafft, Orientierung bietet und den gesamten Weg vom ersten Suchvorgang bis zur Terminvereinbarung deutlich einfacher gestaltet.

Heute verändert Künstliche Intelligenz diesen Prozess zusätzlich grundlegend. Patienten erwarten künftig noch schnellere, individuellere und intelligentere Antworten. Genau darauf bereiten wir DentalAce bereits heute vor.

Mit welcher Vision sind Sie angetreten und wie möchten Sie diese mit DentalAce Schritt für Schritt verwirklichen?

Unsere Vision reicht weit über die digitale Terminbuchung hinaus.

Wir möchten die digitale Infrastruktur für die Zahnmedizin im deutschsprachigen Raum aufbauen und langfristig europaweit weiterentwickeln.

Wir sind überzeugt, dass sich die Zahnmedizin in den kommenden Jahren ähnlich stark verändern wird wie der Handel oder das Bankwesen. Patienten informieren sich digital, vergleichen Leistungen, lesen Bewertungen und erwarten schnelle Kommunikation sowie einfache Terminvereinbarungen und Preistransparenz – zunehmend unterstützt durch Künstliche Intelligenz.

Deshalb entwickeln wir DentalAce als Plattform, die sämtliche digitalen Berührungspunkte zwischen Patienten und Zahnarztpraxen intelligent miteinander verbindet.

Unsere langfristige Vision umfasst:

die intelligente Vermittlung zwischen Patienten und Praxen
digitale Patientenkommunikation rund um die Uhr
KI-gestützte Assistenzsysteme
datenbasierte Sichtbarkeitsanalysen
digitale Reputation
automatisierte Terminprozesse
innovative Werkzeuge zur nachhaltigen Patientengewinnung

Dabei verfolgen wir keinen kurzfristigen Trend.

Wir bauen Schritt für Schritt eine Plattform auf, die mit den technologischen Entwicklungen wächst und Praxen langfristig dabei unterstützt, erfolgreich zu bleiben.

Unser Ziel ist nicht nur die Digitalisierung einzelner Prozesse. Unser Ziel ist es, den digitalen Zugang zur Zahnmedizin einfacher, transparenter und intelligenter zu gestalten.

An welche Zielgruppen richtet sich DentalAce und welche Probleme lösen Sie sowohl für Patienten als auch für Zahnärzte?

DentalAce verbindet zwei Gruppen, die dasselbe Ziel verfolgen.

Patienten möchten schnell den passenden Zahnarzt finden und sich bei ihrer Entscheidung sicher fühlen. Zahnärzte möchten ihre Leistungen sichtbar machen, neue Patienten erreichen und ihre Praxis effizient organisieren.

Für Patienten bedeutet DentalAce vor allem Orientierung.

Sie profitieren von einer hohen Transparenz: Sie finden detaillierte Informationen zu Behandlungsschwerpunkten, Spezialisierungen, den Kosten der gewünschten Behandlung, Sprachen, Kassenstatus, Öffnungszeiten, Online-Terminverfügbarkeit sowie verifizierten Patientenbewertungen.

Dadurch können sie fundierte Entscheidungen treffen und die für sie passende Zahnarztpraxis leichter auswählen. Dadurch wird die Auswahl einer passenden Praxis einfacher und nachvollziehbarer.

Für Zahnarztpraxen ist DentalAce weit mehr als eine Terminplattform.

Wir verstehen uns als digitaler Wachstumspartner.

Unsere Plattform unterstützt Praxen dabei:

ihre Sichtbarkeit im Internet zu erhöhen
neue Patienten zu gewinnen
Vertrauen durch verifizierte Bewertungen aufzubauen
Terminprozesse zu digitalisieren
Verwaltungsaufwand zu reduzieren
sich langfristig erfolgreich im digitalen Wettbewerb zu positionieren

Gerade kleinere und mittlere Praxen erhalten dadurch Zugang zu modernen digitalen Möglichkeiten, die früher häufig nur größeren Organisationen vorbehalten waren.

Am Ende profitieren beide Seiten.

Patienten finden schneller die richtige Behandlung. Praxen gewinnen die Möglichkeit, ihre medizinische Kompetenz auch digital sichtbar zu machen.

Wie sorgt Ihre Plattform dafür, dass Patienten schneller den passenden Zahnarzt finden und gleichzeitig mehr Transparenz erhalten?

Wir sind überzeugt, dass Transparenz eine der wichtigsten Voraussetzungen für Vertrauen im Gesundheitswesen ist. Patienten möchten heute nicht nur einen freien Termin finden, sondern verstehen, welche Praxis am besten zu ihren individuellen Bedürfnissen, ihrem Behandlungswunsch und ihrem Budget passt.

Deshalb verfolgt DentalAce einen datenbasierten Ansatz.

Unsere Plattform kombiniert strukturierte Praxisinformationen mit intelligenten Such- und Filterfunktionen. Patienten können gezielt nach Spezialisierungen, Behandlungsschwerpunkten, Standort, Kassenstatus, Sprachen, Barrierefreiheit und weiteren relevanten Kriterien suchen. Ergänzt wird dies durch ausführliche Praxisprofile, aktuelle Terminmöglichkeiten, vertrauliche Preisinformationen für Behandlungen, die Möglichkeit, individuelle Preisanfragen direkt an Zahnarztpraxen zu senden, sowie verifizierte Patientenbewertungen.

Gerade bei kostenintensiveren Behandlungen wünschen sich viele Patienten eine bessere Orientierung über die zu erwartenden Kosten. Mit DentalAce können sie sich vor einer Entscheidung vertraulich über Preisrahmen informieren oder über eine persönliche Anfrage ein individuelles Angebot beziehungsweise eine erste Kosteneinschätzung von der Praxis erhalten.

Das schafft Transparenz, erleichtert den Vergleich verschiedener Behandlungsmöglichkeiten und unterstützt eine fundierte Entscheidung.

Unser Ziel geht jedoch weit über eine komfortable Zahnarztsuche hinaus. Wir möchten die Entscheidungsfindung kontinuierlich intelligenter gestalten. Mit dem zunehmenden Einsatz Künstlicher Intelligenz werden Patienten künftig noch präzisere und individuellere Empfehlungen erhalten – abgestimmt auf ihre persönlichen Bedürfnisse, ihre Suchkriterien und ihre individuellen Präferenzen.

So sparen Patienten Zeit, gewinnen Sicherheit bei ihrer Entscheidung und finden schneller die Zahnarztpraxis, die fachlich, persönlich und wirtschaftlich am besten zu ihnen passt.

Der Gesundheitsbereich stellt hohe Anforderungen an digitale Lösungen. Welche Herausforderungen begegnen Ihnen dabei besonders häufig und wie gehen Sie damit um?

Der Gesundheitsbereich gehört zu den anspruchsvollsten Bereichen der Digitalisierung. Hier geht es nicht nur um Technologie, sondern vor allem um Vertrauen, Datenschutz und Verantwortung.

Unsere größte Herausforderung besteht darin, moderne digitale Lösungen so zu entwickeln, dass sie höchste Sicherheitsstandards erfüllen und gleichzeitig intuitiv nutzbar bleiben. Denn die beste Technologie nützt wenig, wenn sie den Praxisalltag komplizierter macht.

Deshalb entwickeln wir DentalAce konsequent gemeinsam mit Zahnärztinnen und Zahnärzten weiter.

Ihr Feedback fließt direkt in unsere Produktentwicklung ein. So entstehen Funktionen, die sich an den tatsächlichen Anforderungen des Praxisalltags orientieren und einen messbaren Mehrwert schaffen.

Gleichzeitig beobachten wir sehr genau, wie sich das Such- und Informationsverhalten von Patienten verändert. Künstliche Intelligenz wird die Gesundheitskommunikation in den kommenden Jahren grundlegend verändern.

Unser Anspruch ist es, diese Entwicklung nicht nur zu begleiten, sondern aktiv mitzugestalten – immer unter Berücksichtigung höchster Anforderungen an Datenschutz, Transparenz und Benutzerfreundlichkeit.

Was unterscheidet DentalAce von klassischen Zahnarztverzeichnissen oder Terminbuchungsplattformen?

Der größte Unterschied liegt in unserem Selbstverständnis.

Wir bauen kein Verzeichnis – wir bauen eine Plattform.

Klassische Verzeichnisse konzentrieren sich hauptsächlich darauf, Informationen bereitzustellen oder Termine zu vermitteln. Für uns beginnt der eigentliche Mehrwert jedoch erst danach.

DentalAce verbindet digitale Sichtbarkeit, Patientenkommunikation, Online-Terminbuchung, verifizierte Bewertungen, Suchmaschinenoptimierung, KI-gestützte Assistenzsysteme, beispielsweise unseren KI Voice Agent Lisa und unseren KI Note-Taker, sowie datenbasierte Analysen in einem integrierten Ökosystem.

Unser Ziel ist es, Zahnarztpraxen nicht nur sichtbar zu machen, sondern sie langfristig bei ihrer digitalen Entwicklung zu begleiten und gleichzeitig interne Praxisabläufe durch KI-Lösungen zu optimieren.

Gleichzeitig verändert sich die Art, wie Menschen nach Gesundheitsinformationen suchen. Neben klassischen Suchmaschinen gewinnen KI-basierte Suchsysteme zunehmend an Bedeutung. Deshalb entwickeln wir DentalAce konsequent für diese neue Generation der digitalen Patientensuche.

Je mehr hochwertige Informationen eine Praxis bereitstellt und je besser ihre digitale Präsenz aufgebaut ist, desto größer werden ihre Chancen, von Patienten gefunden zu werden – sowohl in klassischen Suchmaschinen als auch in KI-gestützten Suchumgebungen.

Wir verstehen DentalAce daher als langfristige digitale Infrastruktur für Zahnarztpraxen – nicht als kurzfristiges Vermittlungsportal.

Welche Rückmeldungen von Patienten oder Zahnärzten haben Sie seit dem Start besonders motiviert?

Am meisten motivieren uns Rückmeldungen, die zeigen, dass unsere Plattform einen echten Unterschied macht.

Wenn Zahnärztinnen und Zahnärzte berichten, dass sie über DentalAce regelmäßig neue Patienten gewinnen – mehr als zehn pro Monat und einige sogar mehr als 30 bis 40 pro Monat –, ihre digitale Sichtbarkeit verbessert haben oder Terminprozesse effizienter gestalten konnten, bestätigt uns das in unserer Arbeit.

Ebenso freuen wir uns über Patienten, die erzählen, dass sie über DentalAce unkompliziert genau die Praxis gefunden haben, nach der sie gesucht haben – sei es aufgrund einer bestimmten Spezialisierung, einer Sprache oder einer kurzfristigen Terminverfügbarkeit.

Besonders wertvoll ist für uns aber auch noch etwas anderes: Viele unserer Weiterentwicklungen entstehen direkt aus Gesprächen mit unseren Nutzerinnen und Nutzern.

Wir betrachten Patienten und Zahnärzte nicht nur als Anwender unserer Plattform, sondern als wichtige Partner bei ihrer Weiterentwicklung. Diese enge Zusammenarbeit ermöglicht es uns, DentalAce kontinuierlich an die tatsächlichen Bedürfnisse des Marktes anzupassen, beispielsweise durch die Entwicklung moderner KI-Anwendungen.

Für uns ist Innovation deshalb kein einmaliges Projekt, sondern ein kontinuierlicher Prozess.

Genau diese Haltung möchten wir auch in Zukunft beibehalten: aufmerksam zuhören, schnell lernen und konsequent bessere Lösungen entwickeln.

Welche neuen Funktionen oder Weiterentwicklungen planen Sie, um DentalAce künftig noch attraktiver zu machen?

Wir befinden uns erst am Anfang unserer Entwicklung. Die Digitalisierung der Zahnmedizin schreitet rasant voran, und wir sehen darin enormes Potenzial.

Unser Fokus liegt darauf, DentalAce von einer Plattform für Zahnarztsuche und Terminbuchung zu einer umfassenden digitalen Infrastruktur für Zahnarztpraxen weiterzuentwickeln.

Ein zentraler Bestandteil dieser Entwicklung ist Künstliche Intelligenz. Dabei geht es für uns nicht darum, Menschen zu ersetzen, sondern sie sinnvoll zu unterstützen.

Wir entwickeln intelligente Lösungen, die Patienten rund um die Uhr begleiten und Zahnarztpraxen im Alltag entlasten – beispielsweise durch KI-gestützte Patientenkommunikation, digitale Telefonassistenten, intelligente Terminunterstützung, automatisierte Informationsprozesse sowie datenbasierte Analysen zur Verbesserung der digitalen Sichtbarkeit.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der intelligenten Vernetzung aller digitalen Berührungspunkte zwischen Patienten und Praxen. Unser Ziel ist ein nahtloses digitales Erlebnis – von der ersten Online-Suche über die Terminvereinbarung bis hin zur langfristigen Patientenbindung.

Dabei verfolgen wir eine klare Strategie: Jede neue Funktion muss sowohl den Patienten als auch der Zahnarztpraxis einen messbaren Mehrwert bieten. Innovation bedeutet für uns nicht, möglichst viele Funktionen anzubieten, sondern die richtigen Lösungen zur richtigen Zeit bereitzustellen.

Wie sehen Sie die Zukunft der digitalen Patientenkommunikation und welche Rolle soll DentalAce dabei spielen?

Die Erwartungen der Patienten verändern sich grundlegend.

Menschen sind es heute gewohnt, Informationen jederzeit verfügbar zu haben, Termine online zu vereinbaren und innerhalb weniger Sekunden Antworten auf ihre Fragen zu erhalten.

Dieser Wandel wird sich durch Künstliche Intelligenz nochmals erheblich beschleunigen.

Wir sind überzeugt, dass sich die digitale Patientenkommunikation in den nächsten Jahren von einer reaktiven zu einer intelligenten, personalisierten und proaktiven Kommunikation entwickeln wird.

Patienten werden künftig erwarten, dass digitale Systeme sie bei der Suche nach der passenden Behandlung unterstützen, Fragen verständlich beantworten und Termine unkompliziert organisieren.

DentalAce möchte diese Entwicklung aktiv mitgestalten.

Unser Ziel ist es, die zentrale digitale Schnittstelle zwischen Patienten und Zahnarztpraxen zu werden – eine Plattform, die Informationen bündelt, Orientierung schafft und den Zugang zu hochwertiger Zahnmedizin einfacher macht.

Dabei bleibt eines unverändert: Technologie soll den Menschen unterstützen, nicht ersetzen. Vertrauen, Transparenz und die persönliche Beziehung zwischen Patienten und Zahnarzt bleiben auch in einer digitalen Zukunft der wichtigste Erfolgsfaktor.

Wenn Sie heute noch einmal gründen würden, was würden Sie von Anfang an anders machen?

Jede Unternehmensgründung ist eine intensive Lernreise.

Rückblickend würden wir einige strategische Entscheidungen früher treffen.

Wir würden noch konsequenter international denken und Künstliche Intelligenz bereits in den ersten Produktgenerationen als zentrale Plattformtechnologie integrieren.

Gerade im Gesundheitsbereich entstehen die besten Innovationen häufig dort, wo Technologieunternehmen, medizinische Einrichtungen und Softwareanbieter eng zusammenarbeiten.

Eine weitere wichtige Erkenntnis betrifft die Geschwindigkeit.

Perfektion ist selten der schnellste Weg zum Erfolg.

Es ist oft sinnvoller, gute Lösungen früh gemeinsam mit den Kunden weiterzuentwickeln, anstatt lange auf die vermeintlich perfekte Version zu warten.

Diese Denkweise prägt unsere Produktentwicklung bis heute.

Welche drei Ratschläge möchten Sie anderen Gründerinnen und Gründern mit auf den Weg geben?

Erstens: Lösen Sie ein echtes Problem.

Erfolgreiche Unternehmen entstehen selten aus einer Technologie allein. Sie entstehen dort, wo reale Herausforderungen bestehen und Menschen bereit sind, für eine bessere Lösung zu bezahlen.

Zweitens: Denken Sie größer als Ihr erstes Produkt.

Produkte können sich verändern. Märkte entwickeln sich weiter. Entscheidend ist eine langfristige Vision, die auch in fünf oder zehn Jahren noch relevant ist. Wir verstehen DentalAce deshalb nicht als einzelne Softwarelösung, sondern als Plattform, die gemeinsam mit der Digitalisierung der Zahnmedizin wächst.

Drittens: Bleiben Sie konsequent lernbereit.

Gründen bedeutet, jeden Tag neue Herausforderungen zu lösen. Wer offen für Feedback bleibt, schnell lernt und bereit ist, Entscheidungen anzupassen, erhöht seine Chancen, nachhaltig erfolgreich zu sein. Unternehmerischer Erfolg ist kein einzelner großer Schritt. Er entsteht aus vielen kleinen Verbesserungen, die konsequent umgesetzt werden.

Bildcredits Privat

Wir bedanken uns bei Emil Nedev für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.


Premium Start-up: DentalAce

Kontakt:

DentalAce KG
Heiligenstädterstraße 81-87/3/81
1190 Wien
Österreich

www.dentalace.at
dentalace@acemydental.com

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Hunter & Closer: Wie Ein Passauer Startup Prozesse, Beratung Und Vertrieb Vereint

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Hunter & Closer: Prozesse & Vertrieb aus einer Hand Marco Hilburger Gründer und CEO Bildcredits privat

Das Dienstleistungsunternehmen Hunter & Closer verbindet Energie- und Telekommunikationsberatung mit digitaler Prozessentwicklung und strukturiertem Vertrieb, um komplexe Prozesse für Unternehmen an einem zentralen Ort zu bündeln.

Was ist Hunter & Closer und wie entstand die Idee für das Unternehmen?

Hunter & Closer ist ein Anfang 2026 in Passau gegründetes, eigenfinanziertes Dienstleistungsunternehmen. Wir verbinden Energie- und Telekommunikationsberatung mit Webentwicklung, digitalen Prozessen und Vertriebsunterstützung. Die Idee entstand aus einer wiederkehrenden Beobachtung: Kundinnen, Gründer und kleinere Unternehmen mussten für eng zusammenhängende Themen mehrere Anbieter koordinieren. Dadurch gingen Zeit, Informationen und Verantwortung verloren. Wir wollten einen zentralen Ansprechpartner schaffen, der diese Leistungen nicht nur vermittelt, sondern operativ zusammenführt.

Warum haben Sie sich bewusst für Bootstrapping entschieden?

Bootstrapping war für mich vor allem eine Frage von Disziplin und Unabhängigkeit. Ich wollte zuerst beweisen, dass das Modell echte Nachfrage erzeugt und wirtschaftlich funktioniert, bevor Fremdkapital die Richtung vorgibt. Das zwingt zu klaren Prioritäten: nah am Kunden arbeiten, Fixkosten niedrig halten, Prozesse früh standardisieren und nur in Dinge investieren, die messbaren Nutzen bringen.

Welche Vision verfolgen Sie mit Hunter & Closer?

Unsere Vision ist ein skalierbares System, in dem Beratung, digitale Infrastruktur und Vertrieb ineinandergreifen. Kurzfristig wollen wir in Passau und Niederbayern eine belastbare Marktposition und verlässliche Partnerstrukturen aufbauen. Danach sollen standardisierte Prozesse, Schulungen und digitale Werkzeuge eine kontrollierte Expansion ermöglichen. Wachstum soll nicht durch mehr Chaos entstehen, sondern durch Wiederholbarkeit und Qualität.

Welche Vorteile bietet Ihr ganzheitlicher Ansatz für Kundinnen und Kunden?

Der Vorteil liegt in weniger Schnittstellen. Ein Unternehmen braucht nicht nur einen Stromvertrag oder eine Website, sondern funktionierende Erreichbarkeit, klare Kundengewinnung und sauber dokumentierte Abläufe. Wenn diese Bereiche gemeinsam geplant werden, lassen sich Doppelarbeit, unpassende Verträge und operative Lücken vermeiden. Der Kunde erhält eine Lösung, die als Gesamtsystem funktioniert.

Welche Zielgruppen sprechen Sie an und welche Herausforderungen lösen Sie für diese?

Wir richten uns an Privatkunden, Gründer, kleine und mittlere Unternehmen sowie ausgewählte Vertriebs- und Kooperationspartner. Privatkunden unterstützen wir bei verständlichen Tarifentscheidungen. Unternehmen helfen wir, Kosten, Erreichbarkeit, digitale Sichtbarkeit und Vertriebsprozesse strukturiert aufzubauen. Partner erhalten klare Abläufe, definierte Zuständigkeiten und ein breiteres Leistungsangebot.

Was unterscheidet Hunter & Closer von klassischen Vermittlern oder Agenturen?

Besonders ist nicht die einzelne Leistung, sondern die Verbindung aus Beratung, Umsetzung und Vertrieb. Viele Anbieter enden bei der Empfehlung oder beim Lead. Wir wollen Verantwortung bis in den operativen Prozess übernehmen: Bedarf prüfen, passende Lösung auswählen, Daten sauber dokumentieren, Übergaben steuern und aus Stornos, Rückfragen oder Beschwerden systematisch lernen.

Wie bauen Sie ein skalierbares System auf?

Wir zerlegen jede Leistung in standardisierbare Schritte: Bedarfserfassung, Qualifizierung, Angebot, Dokumentation, Übergabe und Nachbetreuung. Diese Schritte werden über gemeinsame Datenstrukturen und feste Verantwortlichkeiten verbunden. Neue Leistungen werden zunächst in einem kleinen Pilot getestet, anhand von Kennzahlen ausgewertet und erst danach breiter ausgerollt.

Welche Rolle spielt Automatisierung in Ihrem Unternehmen?

Automatisierung übernimmt bei uns vor allem wiederkehrende Aufgaben: Terminierung, Dokumentation, Statusmeldungen, Erinnerungen und Auswertung. Dadurch bleibt mehr Zeit für Beratung und Entscheidungen. Wichtig ist, nicht jede menschliche Interaktion zu ersetzen. Automatisiert werden Standards; bei komplexen Fällen, Beschwerden oder strategischen Fragen bleibt ein klar verantwortlicher Ansprechpartner.

Warum ist die regionale Verankerung in Passau für Sie wichtig?

Regionalität schafft Geschwindigkeit und Vertrauen. In einer klar abgegrenzten Region können wir Kundenbedürfnisse besser verstehen, Partnerschaften persönlich entwickeln und Prozesse eng kontrollieren. Eine starke lokale Referenzbasis ist wertvoller als eine frühe Expansion ohne belastbare Qualität. Erst wenn das Modell regional wiederholbar funktioniert, ist Skalierung sinnvoll.

Welche Bedeutung haben Vertriebs- und Kooperationspartner für Ihr Wachstum?

Vertriebspartner sind für Reichweite und Marktzugang wichtig, dürfen aber nicht nur als Absatzkanal betrachtet werden. Erfolgreiche Zusammenarbeit braucht klare Regeln, realistische Erwartungen, transparente Vergütung, Schulung, saubere Kundendaten und feste Eskalationswege. Wir starten lieber kleiner und messen Qualität, Abschlussquote, Stornoquote und Kundenzufriedenheit, bevor wir ausweiten.

Welche Erfahrungen aus dem Unternehmensaufbau sind in Ihr Buch „Erfolg wird entschieden – nicht erhofft“ eingeflossen?

In das Buch sind vor allem Erfahrungen mit Verantwortung, Unsicherheit und konsequenten Entscheidungen eingeflossen. Beim Aufbau eines Unternehmens gibt es selten perfekte Informationen. Trotzdem müssen Prioritäten gesetzt, Gespräche geführt und Rückschläge verarbeitet werden. Der Titel beschreibt meine Haltung: Fortschritt entsteht nicht durch Hoffnung allein, sondern durch Entscheidungen, Umsetzung und die Bereitschaft, Ergebnisse ehrlich zu prüfen.

Welche drei Ratschläge geben Sie anderen Gründerinnen und Gründern?

Erstens: Verkaufen Sie früh und sprechen Sie mit echten Kunden, bevor Sie viel Geld in Strukturen investieren.

Zweitens: Halten Sie Fixkosten niedrig und dokumentieren Sie von Beginn an wiederkehrende Abläufe.

Drittens: Wachsen Sie nur dort, wo Qualität, Marge und Verantwortlichkeit kontrollierbar bleiben. Umsatz ohne saubere Prozesse kann ein junges Unternehmen schneller überfordern als fehlendes Wachstum.

Bildcredits privat

Wir bedanken uns bei Marco Hilburger für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Vom Startup-Gründer zum CEO: Christoph Lückl über die größten Fehler junger Startups

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TimeTac: Führung und KI für moderne Unternehmen Christoph Lückl CEO TimeTac

TimeTac unterstützt Unternehmen mit digitaler Zeiterfassung und zeigt, wie Führung und KI die Arbeitswelt und moderne Unternehmenskultur nachhaltig verändern

Welche Erfahrungen aus Ihren eigenen Gründerjahren haben Sie bei TimeTac am stärksten geprägt und wie haben sie Ihren Führungsstil beeinflusst?

Was mich in den frühen Jahren am stärksten geprägt hat, war die Erkenntnis, dass jede Entscheidung zählt und dass man für alle Konsequenzen einsteht. Das klingt nach Druck, hat sich für mich aber anders angefühlt: als eine Form von Freiheit, die ich vorher nicht kannte. Arbeit hatte plötzlich eine andere Qualität, weil der Zusammenhang zwischen dem eigenen Handeln und dem Ergebnis direkt spürbar war. Was ich daraus für meinen Führungsstil mitgenommen habe, ist die Überzeugung, dass Menschen engagierter arbeiten, wenn sie verstehen, warum ihre Arbeit notwendig ist. Wer nur weiß, was er tun soll, führt Aufgaben aus. Wer auch weiß, wozu, übernimmt Verantwortung.

Viele Gründer starten mit einer Produktidee und wachsen erst später in eine Führungsrolle hinein. Warum wird dieser Schritt aus Ihrer Sicht auch bei TimeTac häufig unterschätzt?

Weil das Produkt sichtbar ist und Führung zunächst unsichtbar bleibt. Man sieht den Code, das Interface, die Kundenzahlen. Man sieht nicht, wie Entscheidungen im Team tatsächlich entstehen, wie Konflikte unter der Oberfläche schwelen oder warum gute Mitarbeitende still beginnen, sich zurückzuziehen. Gründerinnen und Gründer investieren deshalb Energie dort, wo sie Wirkung sehen, und vernachlässigen das Organisationsgefüge, das langfristig über Skalierbarkeit entscheidet. Hinzu kommt, dass viele den Übergang zur Führungskraft als natürliche Konsequenz von Wachstum betrachten – als etwas, das sich von selbst einstellt. Das tut es nicht. Führen ist eine Disziplin, die man lernen muss, und zwar am besten, bevor man zu viele Fehler gemacht hat, die sich in der Unternehmenskultur festsetzen.

Ab welchem Zeitpunkt sollten sich Gründerinnen und Gründer Ihrer Meinung nach bewusst mit dem Thema Führung auseinandersetzen?

Ab dem ersten Mitarbeitenden, nicht ab dem zehnten oder zwanzigsten. Jede frühe Entscheidung, wie Feedback gegeben wird, wie Konflikte gelöst werden, welches Verhalten man toleriert oder belohnt, schreibt sich in die Unternehmenskultur ein. Kulturen entstehen nicht durch Werte-Workshops, sondern durch gelebte Muster. Wer damit wartet, sich ernsthaft mit Führung auseinanderzusetzen, bis das Team groß genug ist, um „richtige“ Führungsprobleme zu haben, repariert dann meistens Schäden, die sich über Jahre aufgebaut haben. Meine Empfehlung: Führung als Kompetenzfeld behandeln wie Produktentwicklung oder Vertrieb, mit derselben Bereitschaft, systematisch zu lernen und sich Feedback einzuholen.

Welche typischen Fehler beobachten Sie bei jungen Gründerinnen und Gründern, wenn sie zum ersten Mal Verantwortung für ein Team übernehmen?

Drei Muster begegnen mir besonders häufig. Erstens die Verwechslung von Harmonie mit psychologischer Sicherheit: Viele junge Führungskräfte vermeiden Konflikte, weil sie das Team zusammenhalten wollen. Dabei ist die Fähigkeit, Meinungsverschiedenheiten offen auszutragen, ein Zeichen funktionierender Teams, kein Zeichen von Schwäche. Zweitens die Überidentifikation mit dem eigenen Urteil: Wer als Gründer oder Gründerin bislang vor allem auf die eigene Einschätzung angewiesen war, neigt dazu, abweichende Perspektiven im Team als Widerstand zu lesen statt als Information. Und drittens das Fehlen klarer Erwartungen: Was nicht explizit ausgesprochen wird, wird im Team unterschiedlich interpretiert – das erzeugt Reibung, die niemand wollte und die sich hätte vermeiden lassen.

Wie gelingt es TimeTac, klare Entscheidungen zu treffen und gleichzeitig ein Umfeld zu schaffen, in dem Mitarbeitende Verantwortung übernehmen können?

Das ist kein Widerspruch, aber es erfordert Klarheit über die Architektur der Entscheidungsfindung – wer entscheidet was, nach welchen Kriterien und auf welcher Informationsgrundlage. Genau hier können digitale Tools einen entscheidenden Beitrag leisten. Was die Praxis zeigt, bei TimeTac intern wie auch bei unseren Kunden: Verantwortung lässt sich nur wirklich abgeben, wenn die Datenbasis dafür stimmt. Teams, die jederzeit sehen können, wie Arbeitszeit auf Projekte verteilt ist, wo Kapazitäten liegen und wo nicht, treffen eigenständig bessere Entscheidungen und brauchen dafür keine Führungskraft, die jede Ressourcenfrage selbst auflöst. Eine sauber geführte Zeiterfassung liefert genau diese Grundlage, nicht als Kontrollinstrument, sondern als gemeinsame Informationsbasis, auf der Teams autonom handeln können. Gibt man seinen Mitarbeitenden diese Transparenz, hat man die Voraussetzung geschaffen, unter der eigenverantwortliches Handeln überhaupt funktioniert.

Gerade junge Unternehmerinnen und Unternehmer führen oft Mitarbeitende, die älter und erfahrener sind als sie selbst. Wie lässt sich in solchen Situationen Vertrauen und Akzeptanz aufbauen?

Indem man aufhört, Autorität über Alter oder Titel zu begründen, und stattdessen über Konsistenz und Urteilsvermögen. Erfahrene Mitarbeitende beobachten sehr genau, ob eine Führungskraft das sagt, was sie meint, ob Entscheidungen nachvollziehbar sind, ob Fehler offen angesprochen werden. Was Vertrauen zerstört, ist nicht Unerfahrenheit, das ist für alle sichtbar und kein Makel. Was Vertrauen zerstört, ist der Versuch, Unerfahrenheit zu verbergen. Ich habe früh gelernt, das eigene Nichtwissen explizit zu machen und gleichzeitig klar zu sein, welches Urteil ich in einer Situation treffe und warum. Diese Kombination aus Transparenz und Entschlossenheit schafft mehr Akzeptanz als jede vorgespielte Souveränität.

Sie geben Ihr Wissen heute auch an Studierende der Universität Graz weiter. Welche Fragen oder Unsicherheiten begegnen Ihnen bei angehenden Gründerinnen und Gründern besonders häufig?

Die häufigste Unsicherheit, die mir begegnet, ist die Angst vor dem Scheitern. Viele haben eine tragfähige Idee, warten aber auf den perfekten Moment oder die fertige Version ihres Produkts. Dabei ist genau dieses Warten oft der größte Fehler. Den besten Hinweis darauf, ob eine Idee funktioniert, gibt nicht der Businessplan, sondern der Markt. Eine weitere häufige Frage dreht sich um Finanzierung: wann und wie man Investoren anspricht. Meine Antwort ist meistens: später als gedacht und erst dann, wenn klar ist, wofür das Geld konkret gebraucht wird. Was mich dabei freut: Die Generation, die ich heute unterrichte, denkt deutlich selbstbewusster und internationaler als noch vor zehn Jahren.

Welche Bedeutung haben Kommunikation und Unternehmenskultur für den langfristigen Erfolg von TimeTac und anderen Startups?

Sie sind kein Soft Factor, den man sich leisten kann, wenn das Kerngeschäft läuft. Sie sind das Fundament, auf dem alles andere steht oder fällt. Bei TimeTac habe ich beobachtet, dass die Qualität unserer internen Kommunikation direkt in die Qualität unserer Kundenbeziehungen ausstrahlt. Wie ein Team intern mit Fehlern umgeht, wie Feedback zirkuliert, wie Entscheidungen kommuniziert werden – das prägt, wie Mitarbeitende nach außen auftreten. Unternehmenskultur ist dabei kein Designprojekt, das sich vom Management aus verordnen lässt. Sie entsteht aus dem, was täglich tatsächlich passiert, und wird geformt von dem, was die Führung konsequent vorlebt oder konsequent ignoriert.

Viele Gründerinnen und Gründer stehen unter hohem Druck und müssen täglich unterschiedlichste Rollen ausfüllen. Wie lassen sich Führung, Wachstum und persönliche Belastung in Einklang bringen?

Vollständig lässt sich das selten in Einklang bringen. Die relevantere Frage ist nicht, wie man Balance herstellt, sondern wie man früh genug erkennt, wenn das Gleichgewicht kippt. Was ich für mich als nützlicher empfinde als den Begriff Balance, ist die Unterscheidung zwischen produktiver Anspannung und chronischer Überlastung. Erstere gehört dazu, sie ist oft der Zustand, in dem die klarsten Entscheidungen entstehen. Letztere schleicht sich ein, wenn man zu lange ohne echte Prioritäten arbeitet und Delegation nur als Absichtserklärung betreibt. Die Führungsfrage, die ich mir regelmäßig stelle, betrifft nicht das Unternehmen, sondern mich selbst: Wo liegt meine Aufmerksamkeit heute wirklich und was habe ich tatsächlich abgegeben, nicht nur im Kopf beschlossen. Das klingt simpel, ist aber erfahrungsgemäß die Frage, die am konsequentesten verdrängt wird.

Wenn Sie auf Ihre ersten Jahre als Unternehmer bei TimeTac zurückblicken: Welche drei Dinge würden Sie heute anders machen?

Erstens früher loslassen. Ich habe lange zu viele Entscheidungen und Aufgaben selbst getragen, anstatt sie konsequent an die richtigen Menschen abzugeben. Das kostet Energie und bremst genau das Wachstum, das man sich wünscht. Zweitens würde ich dem Thema Unternehmenskultur von Anfang an mehr Gewicht geben. Kultur entsteht in jedem Fall – die einzige Frage ist, ob bewusst gestaltet oder zufällig gewachsen. Wer das zu lange dem Zufall überlässt, arbeitet später gegen Muster, die sich längst verfestigt haben. Und drittens: früher einen Sparringspartner suchen, der denselben Weg bereits gegangen ist. Vieles, was ich auf die harte Tour gelernt habe, hätte mit dem richtigen Gegenüber deutlich schneller und klarer funktioniert. Nicht weil Fehler vermeidbar sind, sondern weil man sie besser einordnen kann, wenn jemand daneben sitzt, der sie kennt.

Welche Fähigkeiten werden aus Ihrer Sicht in den kommenden Jahren für Gründerinnen und Gründer als Führungskräfte besonders wichtig sein?

Zwei Fähigkeiten stechen für mich heraus. Die erste ist die Fähigkeit, in unsicheren Situationen handlungsfähig zu bleiben, ohne vorschnell zu vereinfachen und ohne zu warten, bis alle Informationen vorliegen, die nie vollständig vorliegen werden. Technologischer Wandel, neue Regulierungen, veränderte Arbeitsmärkte: Das Umfeld wird nicht stabiler, und wer als Führungskraft bei jeder Unklarheit auf Sicherheit wartet, die nicht kommt, verliert den Anschluss. Die zweite betrifft den Umgang mit KI und zwar nicht als Technologiefrage, sondern als strategische Führungsaufgabe. KI-gestützte Analysen funktionieren nur so gut wie die Datenbasis, auf der sie aufbauen. Unternehmen, die jahrelang strukturierte Zeiterfassungsdaten aufgebaut haben, können diese Technologien heute sinnvoll nutzen – andere stellen fest, dass ihre Grundlage dafür nicht reicht. Strategische Entscheidungen über Datenprozesse sind Führungsaufgabe, und wer sie zu lange aufschiebt, zahlt den Preis später.

Welchen Rat hätten Sie Ihrem jüngeren Ich gerne mit auf den Weg gegeben?

Traue dich. Sei mutig, probiere Dinge aus. Ideen zu lange intern zu entwickeln und zu durchdenken, bevor sie auf den Markt treffen, ist eine der häufigsten Fallen.

Der Markt entscheidet, ob ein Produkt angenommen wird, nicht der Businessplan und nicht das eigene Urteil. Je früher man echtes Feedback bekommt, desto früher kann man adaptieren und desto weniger Energie investiert man in Annahmen, die sich als falsch herausstellen. Mut zur Lücke ist kein Qualitätsverzicht, sondern die ehrlichste Form von Qualitätssicherung.

Bildcredits TimeTac

Wir bedanken uns bei ChristophLückl für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.


Premium Start-up: TimeTac

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Ansprechpartner: Gernot Zenz

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Health Routine: Wie Ein Gründerteam Tabuthemen Im Gesundheitsmarkt entstigmatisiert

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Health Routine

Die rasant wachsende Marke Health Routine zeigt, wie aus vermeintlichen Tabuthemen rund um die persönliche Gesundheit alltagstaugliche Pflegegewohnheiten und durchdachte Produkte werden.

Können Sie Health Routine kurz vorstellen und erzählen, wie die Idee zur Gründung der Marke entstanden ist?

Health Routine entwickelt Gesundheits- und Pflegeprodukte für die kleinen Alltagsthemen, über die man nicht so gerne spricht – angefangen bei der Nagel- und Fußpflege, inzwischen in weitere Gesundheitskategorien hinein. Entstanden ist die Marke aus einem doppelten Fehlschlag: Wir sind zuerst mit einer Fitnessmarke und danach mit einer Kosmetikmarke gestartet, beide brachten nicht den gewünschten Erfolg. Erst als wir uns gefragt haben, was Menschen wirklich immer wieder brauchen, und Mitgründer Dominik seine eigene Geschichte mit dem Thema Nagelpilz aus der Fußballzeit eingebracht hat, ist die Idee entstanden. 2021 kam das erste Produkt auf den Markt.

Welche Vision verfolgen Sie mit Health Routine, und wie möchten Sie Menschen dabei unterstützen, Gesundheit fest in ihren Alltag zu integrieren?

Gesundheit scheitert selten am Wissen, sondern an der Umsetzung im Alltag. Unsere Vision ist es, für genau diese unaufgeregten Alltagsthemen einfache, verständliche Produkte und Routinen zu schaffen – Dinge, die man versteht, die in den Tagesablauf passen und die man gerne wiederholt. Der Name ist Programm: aus einer einmaligen Anwendung eine feste Routine machen.

An welche Zielgruppen richtet sich Health Routine hauptsächlich, und welche Bedürfnisse stehen bei der Entwicklung Ihrer Produkte im Mittelpunkt?

Wir richten uns an gesundheitsbewusste Erwachsene, häufig in der Lebensmitte und darüber hinaus – bei Themen wie Fuß- und Nagelpflege oft an eine etwas ältere Zielgruppe. Im Mittelpunkt steht immer das konkrete Alltagsproblem und die Tabu- oder Schamkomponente, die viele dieser Themen begleitet. Genau da wollen wir die Hürde nehmen: verständlich erklären, statt zu belehren.

Der Markt für Gesundheitsprodukte wächst kontinuierlich. Wie positioniert sich Health Routine in diesem dynamischen Umfeld?

Wir sind bewusst kein Anbieter, der möglichst breit „alles Gesundheit“ macht. Wir gehen kategorieweise in die Tiefe: ein klar umrissenes Problem, ein durchdachtes Produkt, eine verständliche Erklärung dazu. Das kombinieren wir mit eigener Produktion und konsequentem, messbarem Marketing. Und mit dem Schritt in den stationären Handel zeigen wir, dass die Marke auch über den eigenen Shop hinaus funktioniert.

Nach welchen Kriterien entscheiden Sie, welche Gesundheitsprodukte oder Produktkategorien Ihr Sortiment ergänzen?

Wir stellen uns drei Fragen: Gibt es ein echtes, wiederkehrendes Alltagsproblem? Können wir dafür ein besseres, verständlicheres Produkt machen als das, was es schon gibt? Und passt es zu unserem Modell mit Verbrauchsgütern – also etwas, das zufriedene Kunden wieder kaufen? Wenn eine dieser drei Fragen nicht klar mit Ja beantwortet ist, lassen wir es.

Was macht Health Routine aus Ihrer Sicht besonders, und wodurch unterscheidet sich die Marke von anderen Anbietern im Bereich Gesundheit und Wohlbefinden?

Die Kombination aus Fokus und Tiefe: eigene Manufaktur, eigene Logistik – und eine Art zu kommunizieren, die das Thema entstigmatisiert, statt es medizinisch-distanziert zu behandeln. Wir sprechen über Dinge, über die sonst kaum jemand spricht, und zwar auf Augenhöhe. Das schafft eine Nähe zu unseren Kunden, die man nicht einfach nachbauen kann.

Wie wichtig ist die Verbindung aus natürlichen Inhaltsstoffen und wissenschaftlichen Erkenntnissen für die Entwicklung Ihrer Produkte?

Sehr wichtig – aber nicht als Marketing-Etikett. Wir setzen auf gut verträgliche, sinnvoll zusammengesetzte Rezepturen, und die eigene Produktion gibt uns die Kontrolle über Qualität und Zusammensetzung. Natürlichkeit und ein nachvollziehbarer Nutzen sind für uns kein Widerspruch, sondern die Grundvoraussetzung dafür, dass Kunden wiederkommen.

Welche Herausforderungen begegnen Ihnen bei der Entwicklung und Vermarktung von Gesundheitsprodukten, und wie gehen Sie damit um?

Der Gesundheitsmarkt ist stark reguliert – was man wie sagen darf, ist eng gesteckt, und das zu Recht. Wir gehen damit um, indem wir sauber und ehrlich kommunizieren und lieber verständlich erklären als überversprechen. Die zweite Herausforderung ist Vertrauen: Gesundheit ist ein sensibles Feld, Vertrauen gewinnt man nur über Qualität und Konsistenz über die Zeit.

Wie stellen Sie sicher, dass die Bedürfnisse Ihrer Kundinnen und Kunden kontinuierlich in die Weiterentwicklung von Health Routine einfließen?

Als Direct-to-Consumer-Unternehmen haben wir einen direkten Draht zu unseren Kunden – über den Support, Bewertungen, Rückmeldungen und das Kaufverhalten selbst. Diese Signale fließen unmittelbar in Rezeptur, Anwendung und Kommunikation zurück. Weil unsere Kunden wiederkaufen, merken wir sehr schnell, was funktioniert und was nicht.

Welche neuen Produkte oder Entwicklungen stehen bei Health Routine derzeit im Fokus?

Zwei Richtungen: die Ausweitung über die Nagel- und Fußpflege hinaus in weitere Gesundheitskategorien und der weitere Ausbau des stationären Handels. Beides zahlt auf dasselbe Ziel ein – mehr Menschen mit den Alltagsthemen zu erreichen, für die es bisher zu wenig gute Produkte gibt.

Wo soll Health Routine in den kommenden Jahren stehen, und welche Ziele möchten Sie mit der Marke noch erreichen?

Wir wollen den Weg vom reinen Online-Geschäft in den Handel konsequent weitergehen, das Sortiment über mehrere Gesundheitskategorien verbreitern und international wachsen. Das übergeordnete Ziel: Health Routine als vertrauenswürdige Marke für die unaufgeregten Gesundheitsthemen des Alltags zu etablieren.

Welche drei Ratschläge würden Sie anderen Gründerinnen und Gründern geben, die im Gesundheitsbereich ein Unternehmen aufbauen möchten?

Erstens: Bau ein Modell mit Wiederkäufern. Im Gesundheitsbereich verdient man Vertrauen langsam, und Verbrauchsgüter belohnen genau das.

Zweitens: Bleib sauber in der Kommunikation – kurzfristig zu überversprechen kostet dich langfristig genau das Vertrauen, von dem du lebst.

Drittens: Bau ein Team mit gemeinsamen Werten. Fähigkeiten kann man dazuholen, Werte nicht.

Bildcredits  Health Routine

Wir bedanken uns bei Dominik Popp für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

PartnerCockpit: Wie Eine KI-Plattform Network Marketing revolutioniert

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PartnerCockpit: Die KI-Plattform für moderne Networker Bildrechte: Aaron Stropnik / Partner Cockpit

Mit der innovativen All-in-one-Plattform PartnerCockpit erhalten selbstständige Networker und Direktvertriebler eine maßgeschneiderte Lösung, die Kontaktverwaltung, Content-Erstellung und KI-Coaching an einem zentralen Ort bündelt.

Können Sie PartnerCockpit kurz vorstellen und erzählen, wie die Idee zur Gründung entstanden ist?

Partner Cockpit ist eine digitale Plattform, die speziell für selbstständige Networker und Menschen im Direktvertrieb entwickelt wurde. Sie verbindet die Verwaltung von Interessenten und bestehenden Partnern mit einem KI-gestützten Content Creator und einem kostenlosen Networker Coach. Die Idee entstand aus meinem eigenen Arbeitsalltag. Ich merkte immer wieder, wie schnell Informationen über verschiedene Notizen, Nachrichten und Programme verstreut sind. Gleichzeitig kostet es viel Zeit, regelmäßig Inhalte zu erstellen und in schwierigen Gesprächssituationen die richtigen Worte zu finden. Deshalb wollte ich eine einfache Lösung schaffen, die diese Aufgaben an einem Ort zusammenführt.

Wer hat PartnerCockpit gegründet, und welche persönlichen Erfahrungen aus dem Network Marketing sind in die Entwicklung der Plattform eingeflossen?

Hinter Partner Cockpit stehe ich, Aaron Stropnik. Ich bin seit rund fünf Jahren selbstständig im Network Marketing tätig. In dieser Zeit habe ich erlebt, dass oft nicht die Motivation das Problem ist, sondern fehlende Übersicht und klare Abläufe. Man führt viele Gespräche, möchte zum richtigen Zeitpunkt nachfassen, regelmäßig Inhalte veröffentlichen und gleichzeitig bestehende Partner unterstützen. Im Alltag geht dabei schnell etwas unter. Mein technischer Hintergrund als Mechatroniker und meine Weiterbildung im Online-Marketing haben mir geholfen, diese Erfahrungen in eine digitale Lösung zu übertragen.

Welche Vision verfolgen Sie mit PartnerCockpit, und wie möchten Sie selbstständige Networker und Menschen im Direktvertrieb langfristig unterstützen?

Meine Vision ist, dass Networker für ihren Arbeitsalltag nicht mehr zahlreiche einzelne Programme, Tabellen und Notizen benötigen. Partner Cockpit soll zu einem zentralen und leicht verständlichen Werkzeug werden. Dabei geht es nicht darum, persönliche Beziehungen durch Technik oder KI zu ersetzen. Die Plattform soll wiederkehrende Aufgaben vereinfachen und den Nutzern mehr Zeit für echte Gespräche und die Betreuung ihrer Kontakte geben. Langfristig möchte ich besonders Menschen unterstützen, die ohne großes technisches Wissen strukturierter und professioneller arbeiten möchten.

An welche Zielgruppe richtet sich PartnerCockpit, und welche Herausforderungen löst die Plattform im täglichen Arbeitsalltag?

Partner Cockpit richtet sich direkt an selbstständige Networker und Menschen im Direktvertrieb – sowohl an Einsteiger als auch an erfahrene Vertriebspartner. Die Plattform hilft ihnen dabei, Interessenten zu verwalten, Gesprächsverläufe festzuhalten, Nachfassaktionen im Blick zu behalten und bestehende Partner übersichtlich zu betreuen. Gleichzeitig unterstützt der Content Creator dabei, regelmäßig eigene Beiträge, Story-Ketten, Reel-Ideen, Fragen und Zitate zu erstellen. Dadurch müssen Nutzer nicht ständig zwischen verschiedenen Programmen wechseln und können ihren Arbeitsalltag übersichtlicher gestalten.

Viele Networker verlieren im Alltag den Überblick über Gespräche, Interessenten und bestehende Partner. Welche Probleme erleben Sie hier besonders häufig?

Viele Gespräche finden über unterschiedliche Kanäle statt. Ein Teil läuft über WhatsApp, ein anderer über Facebook oder E-Mail. Zusätzliche Informationen werden dann in Notizen, Tabellen oder direkt im Kopf gespeichert. Dadurch wird vergessen, wann bei jemandem nachgefasst werden sollte oder worüber zuletzt gesprochen wurde. Gleichzeitig benötigen bestehende Partner ebenfalls Unterstützung und Aufmerksamkeit. Besonders schwierig wird es, wenn die Zahl der Kontakte wächst. Partner Cockpit soll deshalb sichtbar machen, wer gerade Aufmerksamkeit benötigt und welche nächsten Schritte anstehen.

Was macht PartnerCockpit aus Ihrer Sicht besonders im Vergleich zu anderen CRM- oder Vertriebstools?

Viele klassische CRM-Systeme wurden für größere Unternehmen und allgemeine Vertriebsprozesse entwickelt. Für einzelne Networker sind sie häufig zu umfangreich oder passen nicht zu ihrem tatsächlichen Alltag. Partner Cockpit konzentriert sich bewusst auf diese spezielle Zielgruppe. Die Plattform verbindet eine einfache Kontaktverwaltung mit KI-gestützter Content-Erstellung und konkreter Unterstützung bei Gesprächssituationen. Nutzer erhalten damit keine komplizierte Unternehmenssoftware, sondern ein Werkzeug, das auf die wiederkehrenden Aufgaben im Network Marketing zugeschnitten ist.

Künstliche Intelligenz spielt bei PartnerCockpit eine wichtige Rolle. Wie unterstützt sie Nutzerinnen und Nutzer konkret bei der Kommunikation, der Content-Erstellung und der Betreuung ihrer Kontakte?

Der Content Creator erstellt aus einem Thema und einigen persönlichen Angaben unterschiedliche Inhalte, beispielsweise einen Facebook-Beitrag, eine Story-Kette, eine Reel-Idee, eine Frage oder ein Zitat. Auf Wunsch kann zusätzlich ein passendes Bild erstellt werden. Wenn das Ergebnis noch nicht passt, können Änderungswünsche direkt an die KI geschrieben werden. Bei Gesprächssituationen hilft der Networker Coach dabei, natürliche Antworten zu formulieren, mit Einwänden umzugehen oder sinnvoll nachzufassen. Die KI soll dabei immer als Assistent dienen. Die persönliche Entscheidung und der echte Kontakt zu anderen Menschen bleiben beim Nutzer.

Mit dem kostenlosen Networker Coach bieten Sie zusätzlich Unterstützung für Gesprächssituationen an. Wie ist diese Idee entstanden und welchen Mehrwert bietet sie?

Die Idee entstand aus einer Frage, die im Network Marketing sehr häufig vorkommt: „Was soll ich darauf jetzt antworten?“ Gerade beim Nachfassen oder bei Einwänden fällt es vielen schwer, eine natürliche Antwort zu formulieren, die nicht aufdringlich klingt. Der Networker Coach bietet dafür eine schnelle und konkrete Unterstützung. Er kann ohne Anmeldung kostenlos genutzt werden und liefert keine starren Verkaufssprüche, sondern soll dabei helfen, eine passende und menschliche Antwort zu finden. Zusätzlich kann der Coach kostenlos auf anderen Websites eingebunden werden.

Wie wichtig ist das Feedback Ihrer Nutzerinnen und Nutzer für die Weiterentwicklung von PartnerCockpit?

Das Feedback der Nutzer ist für die Weiterentwicklung besonders wichtig. Da Partner Cockpit eine sehr konkrete Zielgruppe anspricht, müssen die Funktionen auch wirklich zu deren Arbeitsalltag passen. Hinweise zur mobilen Nutzung, zu Formulierungen, gewünschten Content-Formaten oder einzelnen Arbeitsschritten fließen direkt in die Weiterentwicklung ein. Gerade bei einem jungen digitalen Produkt zeigt sich erst in der täglichen Verwendung, welche Abläufe bereits gut funktionieren und wo noch etwas einfacher oder verständlicher werden sollte.

Welche neuen Funktionen oder Weiterentwicklungen stehen bei PartnerCockpit aktuell im Fokus?

Aktuell steht vor allem die Weiterentwicklung des Content Creators im Fokus. Nutzer sollen aus wenigen Angaben noch leichter unterschiedliche Inhalte und passende Bilder erstellen können. Gleichzeitig wird die mobile Nutzung des kostenlosen Networker Coach weiter verbessert, damit längere Gespräche auch auf dem Smartphone übersichtlich bleiben. Ein weiterer Schwerpunkt ist die noch bessere Verbindung zwischen Kontaktverwaltung, Erinnerungen und KI-Unterstützung. Ziel ist, dass die einzelnen Bereiche nicht nebeneinanderstehen, sondern den Nutzer sinnvoll durch seinen Arbeitsalltag begleiten.

Wo soll PartnerCockpit in den kommenden Jahren stehen, und welche Ziele verfolgen Sie mit der Plattform?

Partner Cockpit soll sich als eine der bekanntesten deutschsprachigen Lösungen speziell für Networker und Menschen im Direktvertrieb etablieren. Mein Ziel ist nicht, das größte oder komplizierteste CRM-System zu entwickeln. Ich möchte eine Plattform schaffen, die für ihre Zielgruppe besonders einfach, praktisch und relevant ist. Sie soll kontinuierlich gemeinsam mit ihren Nutzern wachsen und ihnen dabei helfen, strukturierter zu arbeiten, regelmäßig sichtbar zu bleiben und trotzdem den persönlichen Charakter ihres Geschäfts zu bewahren.

Welche drei Ratschläge würden Sie anderen Gründerinnen und Gründern geben, die aus einem eigenen Problem heraus eine digitale Lösung entwickeln möchten?

Mein erster Rat ist, ein Problem auszuwählen, das man selbst wirklich kennt und regelmäßig erlebt. Dadurch versteht man nicht nur die technische Aufgabe, sondern auch die Menschen dahinter.

Zweitens sollte man so früh wie möglich echtes Feedback einholen. Die eigenen Vorstellungen unterscheiden sich manchmal deutlich davon, wie Nutzer ein Produkt tatsächlich verwenden.

Drittens sollte man nicht versuchen, von Anfang an alles anzubieten. Eine einfache Lösung für ein konkretes Problem ist häufig wertvoller als eine umfangreiche Plattform, bei der niemand sofort versteht, wofür sie gedacht ist.

Bildrechte: Aaron Stropnik / Partner Cockpit

Wir bedanken uns bei Aaron Stropnik für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

StartupValley Podcast mit SevenVentures: So entstehen erfolgreiche Consumer-Startups

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StartupValley Podcast TV Kamera im Studio dunckle Lila töne mit SevenVentures: Alexander Krauße und Christian Meidl sprechen über Startups, Media for Equity und KI.

Wie entstehen erfolgreiche Startups in Deutschland? Welche Kriterien entscheiden heute über ein Investment und welche Rolle spielen Markenaufbau, Künstliche Intelligenz und Reichweite? Genau diesen Fragen widmet sich der StartupValley Podcast mit den Gästen Alexander Krauße und Christian Meidl von SevenVentures. Im Gespräch geben die beiden Investmentexperten exklusive Einblicke in ihre tägliche Arbeit und erklären, warum sich die deutsche Startup-Landschaft in den vergangenen Jahren grundlegend verändert hat. Im SevenVentures Podcast werden diese Entwicklungen besonders anschaulich erläutert.

Während früher vor allem schnelles Wachstum und hohe Bewertungen im Mittelpunkt standen, zählen heute nachhaltige Geschäftsmodelle, gesunde Unit Economics und starke Gründerteams. Investoren achten deutlich stärker auf Profitabilität, Skalierbarkeit und operative Exzellenz. Genau diese Entwicklung prägt auch die Investmentstrategie von SevenVentures, wie man etwa im StartupValley Podcast erfährt.

Media for Equity statt klassischer Finanzierung

SevenVentures ist die Investmenttochter von ProSiebenSat.1 und verfolgt einen besonderen Ansatz. Statt ausschließlich Kapital bereitzustellen, investiert das Unternehmen über das bewährte Media-for-Equity-Modell. Startups erhalten TV-Werbung und mediale Reichweite, während SevenVentures im Gegenzug Unternehmensanteile erhält. Wer im Startup-Umfeld erfolgreich sein möchte, kann im StartupValley Podcast mehr über dieses Modell erfahren.

Gerade für Consumer-Startups kann dieser Ansatz ein entscheidender Wachstumstreiber sein. Digitale Werbung wird zunehmend teurer und die Kosten für die Neukundengewinnung steigen kontinuierlich. Gleichzeitig gewinnt Vertrauen beim Konsumenten immer mehr an Bedeutung. Reichweite über reichweitenstarke TV-Kampagnen kann deshalb den entscheidenden Unterschied machen und Marken dabei helfen, den Sprung aus der digitalen Nische in den Massenmarkt zu schaffen. Besonders der SevenVentures Podcast beleuchtet anhand von Fallstudien diese Rolle von Media for Equity sehr genau; auch der StartupValley Podcast beschäftigt sich mit diesem Thema.

Worauf Investoren heute wirklich achten im StartupValley Podcast

Im StartupValley Podcast erklären Alexander Krauße und Christian Meidl, dass heute weit mehr als nur eine gute Geschäftsidee zählt. Neben Umsatzentwicklung und Marktpotenzial spielen Kennzahlen wie Customer Acquisition Cost (CAC), Customer Lifetime Value (CLV), Profitabilität und Skalierbarkeit eine zentrale Rolle.

Ebenso wichtig ist jedoch der sogenannte Media-Fit. Nicht jedes Startup eignet sich für Fernsehwerbung. Das Produkt muss eine breite Zielgruppe ansprechen und das Unternehmen muss organisatorisch in der Lage sein, das zusätzliche Wachstum nach einer erfolgreichen TV-Kampagne auch zu bewältigen. Im aktuellen StartupValley Podcast-Format wird genau darauf eingegangen.

Ein bekanntes Beispiel ist KoRo. Das Berliner Unternehmen hat früh eine starke Marke aufgebaut und konnte durch zusätzliche Reichweite seine Bekanntheit erheblich steigern. Solche Erfolgsgeschichten zeigen, wie wichtig die Kombination aus einem überzeugenden Produkt, einer klaren Markenstrategie und der passenden Vermarktung geworden ist. Im SevenVentures Podcast kommen regelmäßig Gründer zu Wort, die ihre Erfahrungen teilen – das ist ähnlich beim StartupValley Podcast.

Warum Gründer oft wichtiger sind als die Idee

Ein weiterer Schwerpunkt des Podcasts ist die Bedeutung der Gründerpersönlichkeiten. Beide Gesprächspartner sind sich einig, dass erfolgreiche Unternehmen häufig nicht an der Idee, sondern an der Qualität des Teams entstehen. Genau dieser Aspekt wird im StartupValley Podcast beleuchtet und diskutiert.

Leidenschaft, Disziplin, Durchhaltevermögen und die Fähigkeit, auch unter Druck die richtigen Entscheidungen zu treffen, gehören zu den wichtigsten Eigenschaften erfolgreicher Gründer. Besonders Teams, die bereits gemeinsam gearbeitet oder Unternehmen aufgebaut haben, bringen häufig wertvolle Erfahrungen mit. Gleichzeitig warnen die Experten davor, sich zu früh zu verzetteln und zu viele Vertriebskanäle oder Märkte gleichzeitig erschließen zu wollen. Tipp: Wer im Bereich Startups auf dem Laufenden bleiben will, lauscht am besten auch mal in den StartupValley Podcast hinein.

Künstliche Intelligenz verändert die Startup-Welt

Natürlich spielt auch Künstliche Intelligenz eine wichtige Rolle. Kaum ein Pitch Deck kommt heute noch ohne KI aus. Doch Alexander Krauße macht deutlich, dass Investoren sehr genau unterscheiden, ob künstliche Intelligenz tatsächlich einen nachhaltigen Wettbewerbsvorteil schafft oder lediglich als Schlagwort verwendet wird. Auch über solche Fragen wird im SevenVentures Podcast ausführlich gesprochen und im StartupValley Podcast findet dieses Thema ebenfalls Beachtung.

Gleichzeitig eröffnet KI jungen Unternehmen enorme Chancen. Prozesse lassen sich automatisieren, Produkte schneller entwickeln und kleinere Teams können heute deutlich effizienter arbeiten als noch vor wenigen Jahren. Der Wettbewerb wird dadurch allerdings intensiver. Entscheidend bleibt deshalb die Fähigkeit, Ideen konsequent umzusetzen und ein funktionierendes Geschäftsmodell aufzubauen.

Im StartupValley Podcast spannende Einblicke für Gründer und Investoren

Der StartupValley Podcast mit Alexander Krauße und Christian Meidl bietet spannende Einblicke hinter die Kulissen eines der bekanntesten Startup-Investoren Deutschlands. Die beiden sprechen offen über aktuelle Entwicklungen im Startup-Ökosystem, häufige Fehler in Pitch Decks, den Einfluss von KI und darüber, warum Markenaufbau und Vertrauen heute wichtiger sind denn je.

Wer sich für Venture Capital, Startup-Investments oder den Aufbau erfolgreicher Consumer-Startups interessiert, erhält in dieser Episode zahlreiche praxisnahe Einblicke und wertvolle Impulse. Die Macher vom StartupValley Podcast geben dazu viele spannende Tipps für Gründer.

🎧 Jetzt den StartupValley Podcast anhören und erfahren, wie SevenVentures die nächste Generation erfolgreicher Startups bewertet und begleitet. Der SevenVentures Podcast liefert weitere wichtige Insights rund um Investments und Gründerpersönlichkeiten.

Foto/Quelle: stock.adobe.com – Aliaksei

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