Donnerstag, Oktober 22, 2026
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Finmid sichert sich 17 Mio. € und startet E-Commerce-Finanzierungen

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finmid: Finanzierung für Plattformen mit 17 Mio. Euro Bild Alexander Talkanitsa und Max Schertel Bildcredits/Fotograf: Maurizio Sorvillo

finmid sichert sich 17 Millionen Euro und bietet mit Bolt und Skroutz erstmals Fahrzeugfinanzierungen und Händlerfinanzierungen im E-Commerce an

  • Seit dem Start hat die finmid-Gruppe in 30 europäischen Märkten Finanzierungsangebote im Gesamtwert von mehr als 4 Milliarden Euro unterbreitet. Mit dem zusätzlichen Kapital erschließt der Spezialist für integrierte Finanzierungslösungen weitere Produktarten und Plattformkategorien.
  • Mit Fahrzeugfinanzierungen über Bolt und Händlerkrediten auf Skroutz, deren Kapital der Marktplatz selbst bereitstellt, wendet finmid sein bewährtes Modell erstmals auf komplexere Finanzierungsbedürfnisse an.
  • Die Finanzierungsrunde wird von Big Pi Ventures angeführt, Mainset beteiligt sich als Co-Investor, Earlybird investiert erneut. Damit steigt die Gesamtfinanzierung von finmid auf 52 Millionen Euro.

finmid, der Berliner Embedded-Lending-Anbieter hinter den Finanzierungsprogrammen von Wolt, Delivery Hero und myPOS, hat eine Finanzierung über 17 Millionen Euro von Big Pi Ventures und Mainset erhalten; auch Earlybird beteiligt sich erneut. Zugleich startet finmid zwei seiner bislang wichtigsten Angebote: Fahrzeugfinanzierungen gemeinsam mit Bolt und ein Kreditprogramm für Händler im e-Commerce gemeinsam mit Skroutz.

Mit der jüngsten Finanzierung steigt die Gesamtfinanzierung von finmid auf 52 Millionen Euro. Das Kapital fließt in den Ausbau der Angebote für Asset-backed Lending, der Infrastruktur für die Refinanzierung aus unterschiedlichen Kapitalquellen sowie der Kreditprüfung. Zudem soll es die Expansion in weitere Plattformkategorien wie Mobilität und E-Commerce unterstützen.

Bolt Vehicle Solutions

Die Mobilitätsplattform Bolt und der Finanzierungsspezialist finmid haben eine Partnerschaft geschlossen, um Flottenunternehmen den Zugang zu Fahrzeugfinanzierungen zu erleichtern. Mit dem neuen Programm Bolt Vehicle Solutions erhalten Flottenbetreiber maßgeschneiderte Finanzierungsmöglichkeiten, die ihnen den Ausbau ihrer Fahrzeugflotten ermöglichen und ihnen den Erwerb eigener Fahrzeuge erleichtern.

Der europäische Ride-Hailing-Markt soll Prognosen zufolge bis 2034 auf ein Volumen von 157 Milliarden Euro wachsen. Doch während die Nachfrage nach Fahrdienstleistungen steigt, stoßen viele Flottenunternehmen bei der Finanzierung zusätzlicher Fahrzeuge an ihre Grenzen. Klassische Kreditgeber können die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der Unternehmen häufig nur schwer einschätzen. Zugleich sind die Finanzierungsangebote der Fahrzeughersteller meist nicht auf die intensive gewerbliche Nutzung im Ride-Hailing ausgelegt.

Mit Bolt Vehicle Solutions wollen Bolt und finmid diese Finanzierungslücke schließen. Flottenunternehmen können direkt über die Bolt-Plattform verfügbare Fahrzeuge auswählen und sich anschließend an finmid vermitteln lassen, um ihre Finanzierungsmöglichkeiten zu prüfen und einen Antrag zu stellen. Die Finanzierung erfolgt zu festen monatlichen Raten. Mit Begleichung der letzten Rate geht das Fahrzeug vollständig in das Eigentum des Flottenbetreibers über. Damit werden aus laufenden Ausgaben für die Fahrzeugnutzung langfristige Investitionen in das eigene Unternehmen.

Skroutz Funding

Im Rahmen der Partnerschaft mit Skroutz, dem größten Online-Marktplatz Griechenlands, betreibt finmid das Programm Skroutz Funding. Damit kann der Marktplatz seinen rund 9.000 Händlern direkt Kredite gewähren: Die Skroutz Group stellt das Kapital bereit, finmid übernimmt Kreditprüfung, regulierte Kreditvergabe, Kreditverwaltung und Refinanzierung. Erstmals setzt finmid seine Kreditinfrastruktur damit direkt auf dem eigenen Kapital einer Plattform auf.

Auf Wachstumskurs

finmid wurde aus der Überzeugung heraus gegründet, dass sich Unternehmensfinanzierung zunehmend auf die Plattformen verlagert, die Unternehmen bereits nutzen und denen sie vertrauen. finmid entwickelt die Finanzierungsinfrastruktur, die das europaweit möglich macht: Über eine einzige Integration können Plattformen ihren Geschäftskunden Finanzierungen anbieten. finmid übernimmt dabei Kreditprüfung, regulierte Kreditvergabe und Kreditverwaltung; das Kapital stammt von der Plattform selbst, ihrer Partnerbank oder den Refinanzierungspartnern von finmid.

Seit Gründung hat finmid gemeinsam mit Partnern wie Wolt, Delivery Hero, myPOS und efood Unternehmen in 30 europäischen Märkten Finanzierungsangebote im Gesamtwert von mehr als 4 Milliarden Euro unterbreitet. Viele Unternehmen kehren zurück: Rund 85 % der Kreditnehmer nehmen eine weitere Finanzierung in Anspruch, und finanzierte Händler konnten ihren Umsatz auf den Partnerplattformen um bis zu 45 % steigern. Die beiden neuen Angebote und die aktuelle Finanzierungsrunde markieren die nächste Etappe: Nachdem finmid sein Modell mit Working Capital unter Beweis gestellt hat, überträgt das Unternehmen dieselbe Infrastruktur nun auf größere und komplexere Finanzierungsformen von Plattformen und den Unternehmen, die auf sie angewiesen sind.

Alexander Talkanitsa, Co-Founder von finmid:

„Vor zwei Jahren hieß Embedded Lending noch: ein Vorschuss für ein Restaurant. Heute ermöglicht dieselbe Infrastruktur mehrjährige Fahrzeugkredite und Kredite, die ein Marktplatz aus eigenen Mitteln vergibt. Und das ist erst der Anfang. Jede Plattform mit Geschäftskunden kann heute zu deren Finanzierungspartner werden, ohne selbst eine Bank sein zu müssen.“

Max Schertel, Co-Founder von finmid:

„Kleinen Unternehmen hat es nie an Ehrgeiz gefehlt, sondern an einem Kreditgeber, der sie wirklich sieht. Plattformen sehen in Echtzeit, wie das Geschäft ihrer Kunden läuft. Deshalb können sie diese Lücke schließen wie niemand sonst. finmid gibt es, um genau das möglich zu machen. Mit Bolt finanzieren wir die Fahrzeuge, mit denen Flotten unterwegs sind; bei Skroutz stellt der Marktplatz selbst seinen Händlern Kapital zur Verfügung. Unsere Aufgabe ist es, diese Kredite sicher, schnell und reguliert bereitzustellen – ganz gleich, wer das Geld gibt und wofür Unternehmen es brauchen.“

Joshua Okeleke, Europe Business Development Lead bei Bolt:

„Ohne unsere Flottenpartner wäre Ride-Hailing in seiner heutigen Form nicht möglich. Dennoch ist es für viele von ihnen nach wie vor schwierig, die Finanzierung für zusätzliche Fahrzeuge zu sichern und ihr Geschäft auszubauen. Genau hier setzen wir mit Bolt Vehicle Solutions an: Wir verbinden attraktive Konditionen beim Fahrzeugkauf mit einem unkomplizierteren Zugang zu Finanzierungsmöglichkeiten und der Perspektive, langfristig Eigentum an den Fahrzeugen zu erwerben. Damit geben wir unseren Flottenpartnern mehr Planungssicherheit und schaffen die Voraussetzungen dafür, dass sie in ihr Unternehmen investieren, ihre Flotten erweitern und mit der steigenden Nachfrage nach Fahrdienstleistungen wachsen können.“

Nick Kalliagkopoulos, Partner bei Big Pi Ventures:

„In Plattformen integrierte Finanzierungen sind für Marktplätze heute unverzichtbar, und finmid ist genau darauf ausgerichtet. Das kapitalschonende Modell ermöglicht schnelles Wachstum. Dank seiner Lizenzen und seiner Präsenz in zahlreichen Märkten ist finmid ein Partner, den Marktplätze einmal anbinden und überall nutzen können. Der Erfolg in Südosteuropa – einer Region, die trotz ihrer Größe oft übersehen wird – zeigt, wie viel ungenutztes Potenzial es noch gibt.“

Was macht finmid?

finmid entwickelt eine Finanzierungsinfrastruktur, mit der Plattformen ihren Geschäftskunden direkt Finanzierungslösungen anbieten können. Das Unternehmen übernimmt dabei unter anderem Kreditprüfung, regulierte Kreditvergabe und Kreditverwaltung.

Wie hoch ist die aktuelle Finanzierung von finmid?

finmid hat eine weitere Finanzierung über 17 Millionen Euro erhalten. Die Runde wird von Big Pi Ventures angeführt, Mainset beteiligt sich als Co-Investor und Earlybird investiert erneut. Damit steigt die Gesamtfinanzierung von finmid auf 52 Millionen Euro.

Was plant finmid gemeinsam mit Bolt und Skroutz?

Mit Bolt bietet finmid über Bolt Vehicle Solutions Fahrzeugfinanzierungen für Flottenunternehmen an. Gemeinsam mit Skroutz betreibt finmid ein Kreditprogramm für Händler, bei dem der griechische Online-Marktplatz das Kapital selbst bereitstellt.

Bild Alexander Talkanitsa und Max Schertel Bildcredits/Fotograf: Maurizio Sorvillo

Quelle Burlington Public Relations Agency

Die Höhle der Löwen am 12. Oktober 2026: Alle Start-ups, ein Heiratsantrag und ein hartes Food-Battle

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Gründerideen: Die Höhle der Löwen am 12. Oktober 2026 v.o.l.: Anderes W. Herb, Johannes Kliesch, Carsten Maschmeyer und Ralf Dümmel. v.u.l.: Janna Ensthaler, Dagmar Wöhrl, Judith Williams und Frank Thelen. Foto: RTL / Boris Breuer

Große Gefühle, junge Talente und ein ungewöhnlicher Kampf um Kapital

Gründerideen aus Gesundheit, Fashion, Food und Beauty treffen am 12. Oktober 2026 in Die Höhle der Löwen auf erfahrene Investoren – und diesmal sorgen nicht nur Geschäftsmodelle und Bewertungen für Gesprächsstoff.

Gründerideen sorgen am 12. Oktober 2026 für Überraschungen

Am 12. Oktober 2026 öffnet sich um 20:15 Uhr bei VOX wieder Die Höhle der Löwen. In Folge 6 der aktuellen Staffel präsentieren Gründerinnen und Gründer sehr unterschiedliche Geschäftsmodelle. Gesundheit trifft auf Mode, innovative Lebensmittel auf Kosmetik und wissenschaftliche Expertise auf neue Konsumprodukte.

Doch die Sendung geht diesmal weit über klassische Pitches, Unternehmensbewertungen und Beteiligungsangebote hinaus. Ein Heiratsantrag nach 33 Jahren Beziehung sorgt für einen außergewöhnlichen Moment. Gleichzeitig kämpfen zwei besonders junge Gründer mit großen Emotionen um ein Investment und zwei Food-Konzepte treten direkt gegeneinander an.

Damit zeigt Die Höhle der Löwen am 12. Oktober 2026 einmal mehr, wie unterschiedlich die Geschichten hinter neuen Unternehmen sein können.

Gründerideen treffen in Die Höhle der Löwen auf große Gefühle

Susan Schmidt und Simon Werner präsentieren einen Sport- und Therapiebogen, der Bewegung, Rhythmus und Übungen miteinander verbinden soll. Das Gerät wird teilweise mit Wasser gefüllt. Durch dessen Bewegung entstehen wechselnde Impulse, auf die der Körper reagieren muss.

Nach Angaben der Gründer sollen dadurch unter anderem Muskelketten im Schulter-, Nacken- und Rückenbereich sowie die Tiefenmuskulatur angesprochen werden. Rund 200 Übungsvideos gehören mittlerweile zum Konzept.

Für die Weiterentwicklung ihres Unternehmens suchen Schmidt und Werner 300.000 Euro für zehn Prozent der Firmenanteile.

Doch nach dem eigentlichen Pitch nimmt der Auftritt in Die Höhle der Löwen eine unerwartete Wendung. Simon Werner und Susan Schmidt sind seit 33 Jahren ein Paar. Vor den Investoren geht Werner schließlich auf die Knie und fragt seine langjährige Partnerin, ob sie ihn heiraten möchte.

Der 12. Oktober 2026 dürfte damit nicht nur wegen der präsentierten Geschäftsmodelle in Erinnerung bleiben. Plötzlich geht es nicht mehr um Unternehmensanteile oder Bewertungen, sondern um eine gemeinsame Zukunft abseits des Geschäfts.

Junge Gründerideen und eine starke Social-Media-Community

Mike Leon Lichtenberg und Charlotte Lieben bringen einen völlig anderen Ansatz in Die Höhle der Löwen. Ihr verstellbares Band soll Pullover, T-Shirts, Kleider und Blusen ohne Knoten oder Abschneiden auf die gewünschte Länge bringen.

Das Duo ist mit 24 und 20 Jahren ausgesprochen jung, verfügt jedoch bereits über eine beachtliche Reichweite. Gemeinsam erreichen die beiden rund 600.000 Follower in den sozialen Medien.

Gerade für junge Marken kann eine bestehende Community ein wichtiger Wettbewerbsvorteil sein. Produkte lassen sich unmittelbar präsentieren, Rückmeldungen schnell einholen und potenzielle Kunden direkt erreichen. Doch Reichweite allein garantiert noch keinen nachhaltigen Unternehmenserfolg.

Beim Pitch wird es emotional. Charlotte Lieben spricht darüber, wie viel die beiden bislang allein aufgebaut haben. Gleichzeitig entwickelt sich unter den Investoren ein Bieterduell.

Gründerideen kämpfen am 12. Oktober 2026 direkt gegeneinander

Auch ein Battle gehört zur Folge von Die Höhle der Löwen am 12. Oktober 2026. Zwei Food-Startups treten dabei unmittelbar gegeneinander an. Für beide gilt: 90 Sekunden Zeit, nur einer darf anschließend weiter um ein Investment kämpfen.

Die beiden Konzepte wollen mit neuen Food-Produkten frischen Wind in den Lebensmittelmarkt bringen. Dabei wird deutlich, wie anspruchsvoll gerade diese Branche für junge Unternehmen ist.

Geschmack und eine originelle Produktidee reichen selten aus. Produktionskosten, Verpackung, Handelsspannen, Logistik und Wiederkaufsraten entscheiden darüber, ob sich ein Produkt dauerhaft am Markt etablieren kann. Der direkte Vergleich macht deshalb sichtbar, dass Gründer nicht nur ihre Produkte, sondern auch ihr Geschäftsmodell überzeugend vermitteln müssen.

Gründerideen im sensiblen Beauty- und Gesundheitsmarkt

Ines Frey und Leonie Steinhauer stellen in Die Höhle der Löwen ein Kosmetikprodukt vor, dessen Entwicklung auf einer persönlichen Erfahrung basiert. Nach einer missglückten Lippenunterspritzung musste Leonie Steinhauer einen Arzt aufsuchen.

Das daraus entstandene Produkt soll nach Angaben der Gründerinnen unerwünschte Hautunregelmäßigkeiten nach Hyaluronbehandlungen optisch verbessern und zu Hause angewendet werden können.

Doch gerade Produkte an der Schnittstelle zwischen Beauty und Gesundheit müssen besonders kritischen Fragen standhalten. Die Investoren beschäftigen sich deshalb unter anderem mit Studienlage, Wirkung, Vermarktung und rechtlichen Rahmenbedingungen.

Für ihr Unternehmen suchen Mutter und Tochter 250.000 Euro und bieten dafür 25,1 Prozent der Firmenanteile.

Wissenschaft als Grundlage neuer Gründerideen

Ebenfalls wissenschaftlich geprägt ist ein weiteres Konzept, das am 12. Oktober 2026 in Die Höhle der Löwen vorgestellt wird. Dr. Teresa Cramer, Franziska Kuenburg und Raphael Thurn und Taxis haben vier flüssige Shots entwickelt, die auf unterschiedliche Situationen im Alltag ausgerichtet sind.

Die Varianten sollen intensive Kopfarbeit, Energie, emotionale Balance beziehungsweise die Abendroutine unterstützen.

Das Team bringt dafür sehr unterschiedliche Kompetenzen zusammen. Dr. Teresa Cramer ist Neurowissenschaftlerin und forscht seit mehr als zehn Jahren am Gehirn. Franziska Kuenburg verfügt über Erfahrung aus Investmentbanking und Consulting, Raphael Thurn und Taxis kommt aus der Lebensmittelindustrie.

Für die weitere Entwicklung suchen die drei 300.000 Euro für zehn Prozent der Firmenanteile.

Gründerideen müssen mehr als Aufmerksamkeit erzeugen

Die Folge von Die Höhle der Löwen am 12. Oktober 2026 zeigt besonders deutlich, wie unterschiedlich der Ausgangspunkt einer Unternehmensgründung sein kann. Mal entsteht ein Produkt aus einem persönlichen Problem, mal aus wissenschaftlicher Forschung, einer Beobachtung im Alltag oder einer bestehenden Community.

Doch unabhängig vom Ursprung müssen Gründerideen irgendwann denselben Praxistest bestehen. Gibt es einen ausreichend großen Markt? Ist die Zielgruppe bereit, für das Produkt zu bezahlen? Kann das Unternehmen profitabel wachsen? Und ist die Bewertung gegenüber möglichen Investoren zu rechtfertigen?

Emotionen können Aufmerksamkeit erzeugen, eine große Social-Media-Community kann den Markteintritt erleichtern und wissenschaftliche Expertise Vertrauen schaffen. Dauerhafter unternehmerischer Erfolg entsteht jedoch erst, wenn Produkt, Nachfrage, Finanzierung und Geschäftsmodell zusammenpassen.

Genau diese Mischung macht die Ausgabe von Die Höhle der Löwen am 12. Oktober 2026 interessant: Zwischen Heiratsantrag, emotionalen Gründern, Food-Battle und kritischen Fragen müssen sich am Ende alle Konzepte an ihrer wirtschaftlichen Perspektive messen lassen.

Bild:v.o.l.: Anderes W. Herb, Johannes Kliesch, Carsten Maschmeyer und Ralf Dümmel. v.u.l.: Janna Ensthaler, Dagmar Wöhrl, Judith Williams und Frank Thelen. Foto: RTL / Boris Breuer

20 Millionen Euro Series A: Procuros treibt autonomen B2B-Handel voran

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Procuros: KI-Agenten und 20 Mio. Euro Finanzierung Patrick Thelen CEO Procuros

Procuros sichert sich €20 Millionen in Series-A-Runde und treibt autonomen B2B-Handel voran

  • Procuros, die Hamburger Infrastrukturplattform für autonomen Handel, hat eine Series-A-Finanzierungsrunde über €20 Millionen abgeschlossen.
  • Angeführt wird die Runde von XAnge. W23 Global steigt als neuer Investor ein; die bestehenden Investoren Point Nine, Creandum, b2venture und SquareOne beteiligen sich ebenfalls erneut.
  • Bereits über 300 Unternehmen nutzen Procuros, darunter Breuninger, Chefs Culinar, KoRo, flaconi, The Quality Group (ESN) und Hitschler. Über die Plattform läuft ein jährliches Bestellvolumen von mehr als €3 Milliarden.

Das Hamburger Softwareunternehmen Procuros gibt heute den erfolgreichen Abschluss einer Series-A-Finanzierungsrunde über €20 Millionen unter der Führung von XAnge bekannt. Die Bestandsinvestoren Point Nine, Creandum, b2venture und SquareOne beteiligen sich erneut, ebenso wie mehrere Business Angels. Procuros wird das frische Kapital nutzen, um den Ausbau seiner KI-nativen Supply-Chain-Konnektivitätsplattform zu beschleunigen, das Handelsnetzwerk international zu erweitern und dadurch das weitere Fundament für autonomen Handel zu legen.

Veraltete Infrastruktur bremst globale Lieferketten

Globale Lieferketten sind darauf angewiesen, dass täglich Millionen von Dokumenten zwischen Unternehmen ausgetauscht werden, von Bestellungen über Lieferavise bis hin zu Rechnungen. Doch ein Großteil der Infrastruktur, die diese Dokumente verarbeitet, stammt noch aus den 1980er-Jahren.

Klassische EDI-Systeme erfordern für jeden einzelnen Handelspartner eine separate technische Anbindung, während viele Transaktionen noch immer als PDF, Tabelle oder sogar per Fax eingehen. So entsteht eine fragmentierte Landschaft aus Einzelintegrationen und manuellen Abläufen.

Systeme bleiben isoliert und brauchen noch Teams als Bindeglied zwischen ihnen, die Daten erfassen, Dokumente nachfordern, Fehler korrigieren und Sonderfälle manuell bearbeiten. Ein einzelnes Integrationsprojekt dauert regelmäßig Monate und bindet auf beiden Seiten IT-Ressourcen. Die Folge sind langsameres Wachstum, höhere Kosten und entgangene Umsatzchancen.

Procuros schafft neue Infrastruktur für den B2B-Handel

Procuros ersetzt dieses veraltete Modell durch eine neue Infrastruktur für den B2B-Handel. Unternehmen verbinden sich einmalig mit der Plattform und können anschließend Daten mit all ihren Handelspartnern austauschen, unabhängig davon, welche Systeme und Formate diese nutzen.

Procuros prüft und harmonisiert die Daten automatisch, sodass für neue Handelspartner keine zusätzlichen Integrationen notwendig sind. So entsteht eine verlässliche, einheitliche Datenbasis, auf der auch KI-Agenten Transaktionen entlang der Lieferkette automatisieren können.

KI-Agenten sollen autonome Lieferketten ermöglichen

„KI entwickelt sich in rasantem Tempo weiter, während Lieferketten noch immer auf jahrzehntealter Infrastruktur basieren. Operations-Teams müssen täglich die Lücken zwischen Systemen schließen, die nicht miteinander kommunizieren. Genau das wollen wir mit Procuros ändern. Unsere Infrastruktur schafft die Verbindung und die verlässliche Datengrundlage, die Händler, Lieferanten und KI-Agenten brauchen, um Prozesse zu automatisieren und autonome Lieferketten möglich zu machen. Denn am Ende sind KI-Agenten nur so gut wie die Infrastruktur, auf der sie aufbauen“, sagt Patrick Thelen, CEO und Co-Gründer von Procuros.

XAnge sieht Potenzial für den globalen B2B-Handel

„Procuros zeigt, dass KI-Agenten den autonomen B2B-Handel schon heute Realität werden lassen können. Das Team hat die Infrastruktur geschaffen, die KI-Agenten benötigen, um über ganze Handelsnetzwerke hinweg zu arbeiten und bereits bewiesen, dass das Modell in der gesamten DACH-Region skaliert. Besonders begeistert uns die Chance, die jetzt vor uns liegt: das Ganze über den Heimatmarkt hinauszubringen und eine völlig neue Kategorie für den globalen B2B-Handel zu etablieren“, sagt Valerie Bures-Bönström, Partnerin und Managing Director DACH bei XAnge.

Procuros plant Expansion in Europa und den USA

Mit dem neuen Kapital will Procuros seine Mission beschleunigen, KI-native Supply-Chain-Konnektivität aufzubauen und die Expansion in Europa sowie in die USA vorantreiben.

Das Unternehmen will so die Grundlage dafür schaffen, dass KI-Agenten künftig immer mehr Prozesse entlang der Lieferkette automatisiert und über Unternehmens- und Ländergrenzen hinweg abwickeln können.

Bild Patrick Thelen

Quelle COHORT GmbH 

ZENNY in Die Höhle der Löwen: Ralf Dümmel schnappt sich Self-Care-Patches fürs Ohr

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Ohr-Akupressur: ZENNY holt Deal mit Ralf Dümmel Jelena Meyer Vicente Gründerin ZENNY Bildcredits RTL

Das kleine Self-Care-Ritual fürs Ohr: ZENNY aus „Die Höhle der Löwen“

ZENNY Ohr-Akupressur-Patches für zu Hause und unterwegs

  • Selbstklebende Patches mit 24k-goldplattierten Edelstahlkügelchen
  • Sanfter Druck auf ausgewählte Punkte am äußeren Ohr
  • Einfache Anwendung ohne Vorkenntnisse
  • Wasserfest und mit starkem Halt – auch beim Duschen oder Sport
  • Dezentes, minimalistisches Design für Alltag, Arbeit, Reisen, Schlafen und Co.
  • Komplettset mit 20 Patches, Bambusstäbchen und Anleitungskarte
  • Modernes Self-Care-Ritual für unterschiedliche Bedürfnisse
  • Deal in „Die Höhle der Löwen“ mit Ralf Dümmel

Manche Ideen entstehen am Schreibtisch. Andere direkt aus dem Leben. Und manchmal ist es ein Schicksalsschlag, der den Blick auf ganz alltägliche Dinge verändert.

Als Jelenas Mutter an Brustkrebs erkrankte, lernte sie während der Chemotherapie über ihre Osteopathin Ohr-Akupressur kennen. Jelena begleitete ihre Mutter durch diese Zeit und begann, sich selbst immer intensiver mit der Methode zu beschäftigen.

Was sie dabei nicht mehr losließ, war weniger die Methode selbst als der Zugang dazu: Termine, Wissen, Kosten. Warum sollte eine Form der Selbstfürsorge, die sich so unkompliziert anfühlen kann, nicht auch zu Hause oder unterwegs möglich sein?

Von einer persönlichen Erfahrung zur Idee für ZENNY

Genau aus diesem Gedanken entstand ZENNY. Rund eineinhalb Jahre entwickelte, testete und optimierte Jelena ihre Idee, bis daraus ein modernes Self-Care-Ritual entstand, das Wellness, Stil und unkomplizierte Anwendung miteinander verbindet.

Das Herzstück sind selbstklebende Patches mit 24k-goldplattierten Edelstahlkügelchen. Sie werden auf ausgewählte Reflexpunkte am äußeren Ohr geklebt und üben dort sanften Druck aus. Die vergoldeten Druckpunkte dringen nicht in die Haut ein, sondern stimulieren die Reflexzonen durch leichten Druck.

So lässt sich Ohr-Akupressur ohne Vorkenntnisse und komplizierte Anwendungen zu Hause oder unterwegs in den Alltag integrieren.

Ohr-Akupressur soll unkompliziert in den Alltag passen

Die Anwendung ist bewusst einfach gehalten: Ohr reinigen, Punkt auswählen, Patch platzieren, einige Sekunden andrücken – fertig.

Dank der wasserfesten Ausführung und des starken Halts können die Patches beim Arbeiten, Reisen, Schlafen, Duschen oder Sport getragen werden. Das minimalistische Design wirkt dabei dezent und stilvoll zugleich.

Für Jelena war genau diese Verbindung entscheidend. ZENNY sollte nicht nach komplizierter Anwendung aussehen, sondern sich selbstverständlich in den Alltag einfügen und bewusste Wohlfühlmomente ermöglichen. Ein Self-Care-Produkt, das klein ist, unkompliziert funktioniert und auch optisch gerne getragen wird.

Von Las Vegas bis zur eigenen Marke

Dass Jelena Marken versteht, zieht sich durch ihren gesamten beruflichen Weg. Die 33-Jährige aus Bottrop studierte Tourism & Event Management sowie International Brand Communication.

Anschließend arbeitete sie unter anderem im Marketing und Sales bei den 25hours Hotels und organisierte als Wedding Plannerin Hochzeiten in Las Vegas, Deutschland, Österreich, Italien und Spanien.

2021 gründete sie bereits ihre erste eigene Marke. ZENNY ist nun ihr nächstes Kapitel und gleichzeitig ihr persönlichstes.

Das ZENNY Komplettset

Das Komplettset enthält 20 Ohr-Akupressur-Patches, ein Bambusstäbchen zum einfachen Aufbringen sowie eine praktische Anleitungskarte.

Empfohlen wird eine Anwendung von drei bis fünf Tagen. Anschließend sollte eine Pause von mindestens 48 Stunden eingelegt werden. Danach kann der Vorgang wiederholt werden. Die Patches sind nicht zur dauerhaften Anwendung geeignet und ausschließlich zur äußeren Anwendung bestimmt.

Was mit einer sehr persönlichen Erfahrung in Jelenas Familie begann, ist heute ein Produkt, das Ohr-Akupressur modern, ästhetisch und unkompliziert zugänglich machen soll.

ZENNY überzeugt Ralf Dümmel in „Die Höhle der Löwen“

In der VOX-Gründer-Show „Die Höhle der Löwen“ überzeugte Jelena mit ihrem Konzept auch Investor Ralf Dümmel. Gemeinsam wollen sie ZENNY nun weiter aufbauen und das kleine Self-Care-Ritual fürs Ohr in noch mehr Alltage bringen.

Jelena Meyer Vicente über ZENNY

„ZENNY ist für mich viel mehr als ein Produkt. Es ist aus einer sehr persönlichen Geschichte entstanden und gleichzeitig aus meinem eigenen Alltag als Unternehmerin. Ich weiß selbst, wie schnell man zwischen Terminen, Arbeit und all den Dingen, die gleichzeitig passieren, vergisst, sich einen Moment für sich zu nehmen.

Als meine Mutter während ihrer Brustkrebserkrankung mit Ohr-Akupressur in Berührung kam, habe ich angefangen, mich intensiv mit dem Thema zu beschäftigen. Mich hat vor allem eine Frage nicht mehr losgelassen: Warum muss der Zugang dazu eigentlich so kompliziert sein?

Ich wollte daraus etwas machen, das schnell verstanden ist, einfach funktioniert, schön aussieht und sich ganz selbstverständlich in den Alltag integrieren lässt. Genau das ist ZENNY für mich: ein kleines Self-Care-Ritual, das man sich unkompliziert zu Hause oder unterwegs gönnen kann.“

Jelena Meyer Vicente, Gründerin von ZENNY

Ralf Dümmel über ZENNY

„Mich hat bei ZENNY nicht nur das Produkt begeistert, sondern vor allem die Geschichte dahinter. Jelena hat aus einer sehr persönlichen Erfahrung heraus etwas entwickelt, das Self-Care modern, unkompliziert und richtig schön in den Alltag bringt.

Die kleinen Patches sehen fast wie Schmuck aus, sind einfach anzuwenden und man versteht sofort, was die Idee dahinter ist. Aber was mich besonders beeindruckt: Jelena hat aus einem schweren Kapitel in ihrem Leben nicht nur Kraft gezogen, sondern daraus über eineinhalb Jahre mit unglaublich viel Liebe zum Detail eine starke Marke aufgebaut.

Diese Kombination aus Persönlichkeit, Produkt und Unternehmergeist hat mich sofort gepackt.“

Ralf Dümmel, Investor und Gesellschafter der DS Gruppe

ZENNY aktuell erhältlich

ZENNY ist aktuell unter www.zenny.care.de ab 9,99 Euro und im Handel erhältlich.

Über ZENNY

ZENNY steht für Ohr-Akupressur für zu Hause und unterwegs. Die selbstklebenden Patches verfügen über 24k-goldplattierte Edelstahlkügelchen und sollen ausgewählte Reflexpunkte am äußeren Ohr durch sanften Druck stimulieren.

Die Anwendung erfolgt ohne Vorkenntnisse. Die Patches sind wasserfest, verfügen über starken Halt und sind mit einem dezenten, minimalistischen Design für Alltag, Arbeit, Reisen, Schlafen, Duschen und Sport konzipiert.

Ein Set enthält 20 Patches, ein Bambusstäbchen und eine Anleitungskarte. Empfohlen wird eine Anwendung von drei bis fünf Tagen mit einer anschließenden Pause von mindestens 48 Stunden.

Bildcredits RTL

Quelle ZENNY/ DS Unternehmensgruppe

GLOWBAG: Warum Designer-Handtaschen jetzt eine eigene Skincare-Routine bekommen

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GLOWBAG: Handtaschen und Leder richtig pflegen Janine Fichna Gründerin

GLOWBAG entwickelt Pflegeprodukte für hochwertige Handtaschen und setzt bei Leder auf eine materialgerechte Reinigung und Pflege nach dem Prinzip von Skincare.

Können Sie GLOWBAG kurz vorstellen und erzählen, wie aus einem persönlichen Missgeschick mit Ihrer Chanel Handtasche eine Geschäftsidee entstanden ist?

GLOWBAG ist eine von Skincare inspirierte Reinigungs- und Pflegeserie speziell für hochwertige Handtaschen. Die Idee entstand durch meine eigenen missglückten Pflegeversuche an zwei Chanel-Taschen. Mit der Zeit wurde das schwarze Lammleder immer grauer und stumpfer und fühlte sich teilweise klebrig an. In einer Chanel-Boutique bekam ich keine konkrete Pflegeempfehlung.

Der entscheidende Moment kam Ende 2022 bei einem Schuster. Dort sah ich, wie er einen Fleck aus einer hellen Designertasche mit einer wasserbasierten Reinigungspaste entfernte. Das brachte mich dazu, mich intensiver mit Leder, Reinigung und Pflege zu beschäftigen. Aus meinem eigenen Problem entstand schließlich GLOWBAG – zunächst ganz einfach neben meinem Hauptberuf.

Was hat Sie damals überrascht, als Sie nach einer geeigneten Pflege für hochwertige Designer Handtaschen gesucht haben?

Mich überraschte vor allem, wie pauschal viele Lederpflegeprodukte angeboten wurden. Ein Produkt sollte teilweise für Schuhe, Möbel, Autositze und Handtaschen gleichermaßen geeignet sein. Dabei reagieren unterschiedliche Lederarten, Färbungen und Oberflächen ganz unterschiedlich.

Gleichzeitig fand ich kaum konkrete Orientierung und stieß stattdessen auf zahlreiche Hausmittel, die ich an meinen eigenen Taschen lieber nicht ausprobieren wollte. Mir wurde klar: Es fehlte ein durchdachtes System mit einer klaren Trennung von Reinigung und Pflege und verständlichen Empfehlungen für unterschiedliche Materialien. Genau daraus entwickelte sich der Ansatz von GLOWBAG.

Welche Vision verfolgen Sie mit GLOWBAG, und wie möchten Sie den Umgang mit hochwertigen Handtaschen verändern?

Für viele Frauen ist eine besondere Handtasche weit mehr als ein Gebrauchsgegenstand. Sie kann für ein persönliches Ziel, einen besonderen Lebensabschnitt oder eine schöne Erinnerung stehen. Gleichzeitig wird beim Kauf erstaunlich selten darüber gesprochen, wie man eine solche Tasche richtig reinigt und pflegt.

Ich möchte, dass Taschenpflege einfacher und selbstverständlicher wird. Wir kaufen diese Taschen schließlich nicht, damit sie aus Angst vor Gebrauchsspuren im Schrank liegen. Wir wollen sie tragen und uns auch Jahre später noch an ihnen freuen. Genau diesen bewussten und gleichzeitig selbstverständlichen Umgang mit hochwertigen Handtaschen möchte ich mit GLOWBAG etablieren.

Sie beschreiben Ihr Konzept als „Skincare für Handtaschen“. Was steckt konkret hinter diesem Ansatz?

Die Inspiration kommt aus der Skincare: Dort ist es selbstverständlich, Reinigung und Pflege voneinander zu trennen und unterschiedliche Bedürfnisse zu berücksichtigen.

Natürlich ist verarbeitetes Leder nicht mit lebender menschlicher Haut gleichzusetzen. Trotzdem entstand daraus für mich eine spannende Frage: Wie würde eine Pflegeroutine für hochwertige Handtaschen aussehen, wenn man sie nach dem Prinzip von Skincare denkt?

Genau daraus entwickelte sich der Ansatz von GLOWBAG: erst materialgerecht reinigen, anschließend geeignetes Leder gezielt pflegen. Im Mittelpunkt steht dabei immer das jeweilige Material und dessen individuelle Anforderungen.

An welche Kundinnen und Kunden richtet sich GLOWBAG, und welche Bedürfnisse stehen bei der Produktentwicklung im Mittelpunkt?

Unsere Kernzielgruppe besteht vor allem aus Frauen zwischen etwa 35 und 65 Jahren, besonders aus älteren Millennials und Frauen der Generation X. Viele haben sich ihre Taschen selbst gekauft, lange darauf gespart oder besitzen inzwischen eine kleine Sammlung. Qualität, Marken und ein gepflegtes Erscheinungsbild haben für sie einen hohen Stellenwert.

Bei jüngeren Frauen aus der Gen Z beobachte ich einen etwas anderen Umgang mit Designertaschen. Sie kaufen sehr selbstverständlich Vintage und Secondhand oder freuen sich über geerbte Stücke. In meinen persönlichen Gesprächen habe ich den Eindruck, dass der makellose Zustand einer Tasche dabei häufig weniger im Vordergrund steht. Das ist meine persönliche Beobachtung aus dem direkten Kundenkontakt und keine allgemeingültige Aussage über eine ganze Generation.

Auch Männer kaufen GLOWBAG, bilden bislang aber einen deutlich kleineren Teil unserer Kundschaft. Bei der Produktentwicklung steht für mich letztlich immer die gleiche Frage im Mittelpunkt: Was braucht das jeweilige Material?

GLOWBAG: Handtaschen und Leder richtig pflegen

Designer Handtaschen können mehrere tausend Euro kosten. Wie gewinnen Sie das Vertrauen der Besitzer, ihre wertvollen Stücke mit Ihren Produkten zu behandeln?

Gerade am Anfang war Vertrauen eine der größten Herausforderungen. Mittlerweile ist GLOWBAG seit über drei Jahren auf dem Markt und bei Breuninger erhältlich. Wir arbeiten mit Secondhand-Boutiquen sowie professionellen Taschenaufbereitern und Täschnermeistern zusammen. Besonders wichtig ist für mich auch die Zusammenarbeit mit MCM, mit denen wir bereits mehrfach gemeinsame Aktionen durchgeführt haben.

Ein großer Teil des Vertrauens entsteht außerdem über meinen persönlichen Auftritt. Auf Instagram zeige ich echte Anwendungen und Ergebnisse. Für unsere Website und Social-Media-Kanäle verwende ich keine KI-generierten oder KI-veränderten Anwendungsbilder.

Und ich verspreche keine Wunder. Nicht jeder Fleck lässt sich entfernen und bereits beschädigtes Leder kann durch Pflege nicht repariert werden. Diese Offenheit gehört für mich genauso zu GLOWBAG wie ein gutes Ergebnis.

Was unterscheidet GLOWBAG von klassischen Lederpflegeprodukten, die bereits auf dem Markt erhältlich sind?

GLOWBAG trennt Reinigung und Pflege bewusst voneinander und stellt die materialgerechte Anwendung in den Mittelpunkt. Denn Glattleder hat andere Anforderungen als beispielsweise beschichtetes Canvas, und sehr offenporige oder empfindliche Leder benötigen wiederum besondere Aufmerksamkeit.

GLOW CLEANER und GLOW CONDITIONER sind wasserbasiert und ohne zugesetzten Alkohol formuliert. Der Conditioner enthält keine klassischen Pflege- oder Polierwachse. Damit verbinden wir unseren Skincare-inspirierten Ansatz mit Produkten, die speziell auf die Anforderungen hochwertiger Handtaschen ausgerichtet sind.

Der Resale Markt macht den Werterhalt von Designer Handtaschen zunehmend relevant. Welche Bedeutung hat diese Entwicklung für Ihr Geschäftsmodell?

Der Resale-Markt ist für GLOWBAG ein wichtiger Wachstumstreiber. Wer eine Vintage- oder Pre-owned-Tasche kauft, beschäftigt sich häufig sehr genau mit ihrem Zustand und möchte sie reinigen und anschließend pflegen.

Neben Endkundinnen arbeiten wir deshalb auch mit Secondhand-Boutiquen und professionellen Anbietern zusammen. Für diese Partner ergänzt GLOWBAG die Beratung rund um die Tasche auch über den Kauf hinaus.

Der Zustand einer Tasche kann beim Wiederverkauf eine Rolle spielen. Pflege garantiert jedoch keine bestimmte Wertentwicklung und kann vorhandene Schäden nicht rückgängig machen. Sie kann aber helfen, den bestehenden Zustand zu erhalten und Schäden durch ungeeignete Produkte zu vermeiden.

Wie anspruchsvoll ist es, Pflegeprodukte für unterschiedliche Materialien hochwertiger Handtaschen zu entwickeln?

Es ist sehr anspruchsvoll, langwierig und auch teuer. Unterschiedliche Materialien, Lederarten und Oberflächen stellen unterschiedliche Anforderungen an ein Pflegeprodukt. Entsprechend umfangreich sind Entwicklung und Tests, bevor ein neues Produkt für mich wirklich marktreif ist.

Genau deshalb ist unser Sortiment bewusst klein. Ein Produkt kommt für mich erst auf den Markt, wenn Formulierung, Anwendung und Ergebnis wirklich zu GLOWBAG passen.

GLOWBAG positioniert sich als Premium Marke in einer klaren Nische. Welche Herausforderungen bringt diese Positionierung beim Markenaufbau mit sich?

Die größte Herausforderung war zunächst zu erklären, warum es diese Produktkategorie überhaupt braucht. Viele Menschen kennen Schuhpflege oder allgemeine Lederpflege, suchen aber nicht automatisch nach einer speziellen Pflegeroutine für Handtaschen.

Gleichzeitig haben Kundinnen im Premiumsegment hohe Erwartungen. Nicht nur das Produkt, auch Verpackung, Website, Beratung, Versand und Kundenservice müssen zur Marke passen. Als kleines Unternehmen wird man dabei schnell mit großen Beauty- und Luxusmarken verglichen, die ganz andere Budgets und Teams haben.

Für mich kommt hinzu, dass ich GLOWBAG bis heute parallel zu meinem Hauptberuf aufbaue. Rückblickend weiß ich manchmal selbst nicht, wie ich das alles zeitlich geschafft habe – und noch immer schaffe.

Welche nächsten Schritte planen Sie für GLOWBAG, und wie möchten Sie die Marke langfristig weiterentwickeln?

Als Nächstes möchte ich das Sortiment gezielt um Produkte ergänzen, die konkrete, bisher noch nicht ausreichend gelöste Bedürfnisse in der Handtaschenpflege abdecken. Viele Ideen entstehen direkt aus dem Feedback meiner Kundinnen. Dabei möchte ich bewusst bei einem kleinen, durchdachten Sortiment bleiben.

Parallel möchte ich die Präsenz bei ausgewählten stationären Handelspartnern weiter ausbauen und GLOWBAG international Schritt für Schritt weiterentwickeln.

Langfristig soll GLOWBAG für Handtaschenpflege das werden, was spezialisierte Skincare-Marken für Hautpflege bereits sind: eine vertrauenswürdige Adresse für hochwertige Produkte, fundiertes Materialwissen und verständliche Beratung.

Welche drei Ratschläge würden Sie anderen Gründerinnen und Gründern geben, die aus einem persönlichen Problem eine tragfähige Geschäftsidee entwickeln möchten?

Erstens: Prüft, ob auch andere Menschen dieses Problem haben. Die eigene Frustration kann der Anfang sein, aber sie ist noch kein Geschäftsmodell.

Zweitens: Versucht, das Problem wirklich zu verstehen. Für mich war das Wissen, das ich mir über Leder, Materialien und Pflege angeeignet habe, am Ende wichtiger als meine erste Produktidee.

Drittens: Rechnet damit, dass es länger dauert und mehr kostet als gedacht. Man muss nicht perfekt starten, aber bereit sein zuzuhören, Entscheidungen zu korrigieren und trotzdem weiterzumachen.. 

Fotograf: Thomas Friedl https://www.friedlphoto.de/ Bildrechte GLOWBAG

Wir bedanken uns bei Janine Fichna für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.


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Weniger Verwaltung, mehr Coaching: Wie KlarBeats den Vereinsfußball digitalisiert

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KlarBeats: Trainer und Vereine digital organisieren Gründerteam Ipatios Asmanidis, Zoran Juric und Kristijan Skrobo

KlarBeats bringt Trainer, Vereine und Spieler auf einer digitalen Plattform zusammen und verbindet Mannschaftsorganisation mit gezielter Spielerentwicklung.

Ihr seid selbst Fußballtrainer und Väter von Nachwuchsfußballern. Wer steckt hinter KlarBeats und wie ist aus eurem gemeinsamen Alltag die Idee für das Startup entstanden?

Hinter KlarBeats stehen Ipatios Asmanidis, Zoran Juric und Kristijan Skrobo. Wir sind drei Freunde aus dem Münchner Raum, Fußballtrainer und Väter von Nachwuchsfußballern. Wir kennen den Vereinsalltag zwischen Beruf, Familie, Trainingsplatz und Spieltag. Dabei erleben wir, wie viel Engagement in Organisation fließt und wie anspruchsvoll es gleichzeitig ist, jeden Spieler individuell zu begleiten. Daraus entstand KlarBeats: eine Plattform, die Vereinsorganisation, Coaching und Spielerentwicklung verbindet und Vereinsverantwortliche, Trainer, Spieler und Eltern zusammenbringt.

Welches konkrete Problem im Trainings- und Mannschaftsalltag hat euch schließlich dazu gebracht, nicht nur nach einer bestehenden Lösung zu suchen, sondern selbst eine Plattform zu entwickeln?

Das Kernproblem war die Verteilung wichtiger Informationen: Termine im Kalender, Absprachen im Messenger, Anwesenheiten in Tabellen und Spielerbeobachtungen in persönlichen Notizen. Auf Vereinsebene vervielfacht sich dieser Aufwand, weil jede Mannschaft ihre eigenen Abläufe entwickelt. Uns fehlte eine gemeinsame Arbeitsgrundlage, die Organisation und sportliche Arbeit verbindet. Mit KlarBeats können Vereine ihre Mannschaften auf einer Plattform organisieren und zugleich die individuelle Entwicklung ihrer Spieler strukturiert begleiten.

Trainer arbeiten häufig parallel mit Messengern, Tabellen, Kalendern und eigenen Notizen. Welche Abläufe wollt ihr mit KlarBeats vereinfachen und wo entstehen heute aus eurer Sicht die größten Reibungsverluste?

KlarBeats bündelt Mannschaftsorganisation, Termine, Zu- und Absagen, Kommunikation und sportliche Dokumentation. Die größten Reibungsverluste entstehen beim Suchen, Nachfragen und mehrfachen Erfassen derselben Informationen. Schon eine kurzfristige Trainingsänderung kann mehrere Nachrichten und Rückfragen auslösen. Bei vielen Mannschaften summiert sich das. Eine gemeinsame Plattform erleichtert die Abstimmung und gibt den Beteiligten einen verlässlichen Ort für ihren jeweiligen Vereinsalltag.

Von der Trainingsplanung über Spieltage bis zu Entwicklungsplänen und Statistiken: Wie funktioniert KlarBeats im praktischen Einsatz und welche Funktionen stehen für euch im Mittelpunkt?

Vereine organisieren ihre Mannschaften innerhalb von KlarBeats. Trainer legen Termine an, überblicken Verfügbarkeiten und bereiten Training und Spieltage vor. Während eines Spiels können sie Spielaktionen erfassen; anschließend stehen Spielerevaluationen, individuelle Entwicklungspläne, Workouts und Reports für die weitere sportliche Arbeit zur Verfügung. Kommunikation, Kalenderintegration und die Live-Spielansicht für Eltern ergänzen diese Abläufe. Im Mittelpunkt steht der Zusammenhang zwischen dem organisierten Vereinsalltag und der gezielten Arbeit mit den Spielern. KlarBeats ist im Web sowie für iOS und Android verfügbar.

„Less admin. More coaching. Better development.“ lautet euer Motto. Wie viel Zeit und organisatorischen Aufwand kann KlarBeats Trainern tatsächlich abnehmen und wie schafft ihr dadurch mehr Raum für die sportliche Arbeit?

KlarBeats setzt bei den vielen kleinen Verwaltungsaufgaben an, die sich über eine Woche summieren: Zusagen zusammentragen, Informationen weiterleiten, Notizen suchen und Daten erneut erfassen. Durch die Bündelung dieser Aufgaben entfallen Wechsel zwischen verschiedenen Anwendungen und unnötige Abstimmungen. Die gewonnene Zeit können Trainer für Vorbereitung, Feedback und persönliche Gespräche nutzen. Eine allgemeingültige Stundenangabe nennen wir derzeit bewusst nicht. Die tatsächliche Entlastung hängt von den bisherigen Abläufen und der Nutzung im jeweiligen Verein ab.

Ein Schwerpunkt liegt auf der individuellen Spielerentwicklung. Wie unterstützt KlarBeats Trainer dabei, Fortschritte strukturiert zu dokumentieren, Entwicklungsziele festzulegen und Spieler langfristig zu begleiten?

Ein Beispiel: Ein Trainer beobachtet, dass ein Spieler bei der Ballannahme unter Druck Schwierigkeiten hat. Er kann diese Beobachtung in einer Evaluation festhalten, ein konkretes Entwicklungsziel formulieren und passende Übungen oder Workouts hinterlegen. Bei der nächsten Bewertung lässt sich nachvollziehen, was sich verändert hat. So entsteht eine kontinuierliche Begleitung mit konkreten nächsten Schritten. Für den Verein schafft diese Dokumentation eine bessere Grundlage für Entwicklungsgespräche und den Austausch zwischen Trainern und sportlich Verantwortlichen.

Eure Plattform wird bereits von ersten Fußballteams genutzt. Welche Rückmeldungen erhaltet ihr aus der Praxis und welche Erkenntnisse aus diesen ersten Einsätzen fließen direkt in die Weiterentwicklung ein?

Die ersten Einsätze und Gespräche liefern uns sehr konkrete Hinweise. Ein Trainer schilderte beispielsweise, dass er Spielbeobachtungen während der Partie notiert und anschließend manuell überträgt. Solche Abläufe zeigen, wo wir Arbeit vereinfachen können. In der Weiterentwicklung haben wir zuletzt unter anderem die Kalenderintegration ergänzt und die Live-Spielansicht für Eltern eingeführt. Ebenso wichtig ist die Einführung im Verein: Einladungen, Rollen und die ersten Nutzungsschritte müssen verständlich sein.

An wen richtet sich KlarBeats aktuell – vor allem an einzelne Trainer und Nachwuchsteams oder perspektivisch auch an Vereine, Leistungszentren und andere Organisationen im Fußball?

KlarBeats richtet sich an ganze Fußballvereine: an Vereinsverantwortliche und sportliche Leitung ebenso wie an Trainer, Spieler und Eltern. Einzelne Mannschaften bieten einen einfachen Einstieg; der Club kann die Nutzung anschließend schrittweise ausweiten. Unser Schwerpunkt liegt auf ambitionierten Amateur- und Nachwuchsvereinen, in denen viel Arbeit ehrenamtlich geleistet wird. Gerade dort müssen digitale Werkzeuge verständlich sein und sich in den Alltag einfügen. Darüber hinaus sehen wir Einsatzmöglichkeiten für Fußballschulen, Akademien und Leistungszentren.

Der Markt für digitale Lösungen im Sport wächst und es gibt bereits verschiedene Tools für Mannschaftsorganisation und Leistungsanalyse. Wodurch unterscheidet sich KlarBeats von bestehenden Angeboten?

Unser Profil liegt in der Verbindung von Vereinsorganisation und gezielter Spielerentwicklung, konsequent aus dem Alltag von Amateur- und Nachwuchsvereinen gedacht. Vereinsverantwortliche benötigen Übersicht, Trainer brauchen praktische Unterstützung, Spieler verständliches Feedback und Eltern verlässliche Informationen. KlarBeats bringt diese Perspektiven zusammen. Wir kennen die knappe Zeit und die unterschiedlichen Anforderungen aus eigener Erfahrung. Deshalb richten wir die Weiterentwicklung daran aus, wie gut die Plattform eine echte Trainingswoche und die Zusammenarbeit im gesamten Club unterstützt.

Wie sieht euer Geschäftsmodell aus und welche Rolle spielen unterschiedliche Vereinsgrößen, Mannschaften oder Trainer bei eurer Preis- und Wachstumsstrategie?

Wir setzen auf ein abgestuftes Modell mit kostenfreiem Einstieg sowie Pro- und Club-Angeboten. Die Grundidee ist einfach: Mannschaften können KlarBeats kennenlernen und bei wachsendem Bedarf zusätzliche Funktionen nutzen. Das Club-Angebot richtet sich an Vereine, die mehrere Mannschaften gemeinsam organisieren und begleiten möchten. Die konkrete Paket- und Preisgestaltung finalisieren wir derzeit. Dabei zählen Vereinsgröße, Funktionsbedarf und Budget. Unser Wachstumsansatz ist, im Alltag zu überzeugen und die Nutzung innerhalb eines Vereins schrittweise auszubauen.

Ihr habt KlarBeats erst im September 2026 offiziell gegründet. Welche Meilensteine wollt ihr in den kommenden zwölf Monaten erreichen und welche Herausforderungen sind für euch aktuell die größten?

Wir wollen KlarBeats bei weiteren Vereinen etablieren. Zentrale Meilensteine sind eine einfache Einführung, regelmäßige Nutzung durch Mannschaften und Vereinsverantwortliche sowie ein nachvollziehbarer Nutzen im Alltag. Die größte Herausforderung liegt darin, eine umfangreiche Plattform so verständlich zu gestalten, dass sie auch in ehrenamtlich geprägten Strukturen zuverlässig genutzt wird. Dafür arbeiten wir eng an den konkreten Abläufen der ersten Vereine und setzen klare Prioritäten in der Weiterentwicklung.

Wenn ihr einige Jahre vorausblickt: Welche Rolle soll KlarBeats künftig im Fußball spielen und soll die Plattform langfristig auch über den Fußball hinaus für andere Sportarten geöffnet werden?

KlarBeats soll zur gemeinsamen digitalen Arbeitsgrundlage für Fußballvereine werden. Unser Ziel ist, dass Vereine ihre Organisation im Griff haben und jedem Spieler eine strukturierte sportliche Begleitung ermöglichen können. Gute Entwicklungsarbeit soll auch dort praktikabel sein, wo Menschen sie neben Beruf und Familie leisten. Viele organisatorische Anforderungen gibt es ebenso in anderen Mannschaftssportarten. Eine spätere Öffnung ist deshalb denkbar. Jetzt konzentrieren wir uns darauf, KlarBeats im Fußball zu etablieren und gemeinsam mit Vereinen weiterzuentwickeln.

Bildrechte: privat

Wir bedanken uns bei Ipatios Asmanidis, Zoran Juric und Kristijan Skrobo für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Gesundheitstracking am Halsband: Wie Senani das Verhalten von Hunden mit KI analysiert

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Senani: Gesundheit von Hund mit KI im Blick Senani team bild

Senani will die Gesundheit von jedem Hund besser verständlich machen und setzt dafür auf einen KI-gestützten Tracker, der individuelle Verhaltensmuster analysiert und Veränderungen frühzeitig erkennen soll.

Können Sie Senani kurz vorstellen und erzählen, wie die Idee für einen KI-gestützten Gesundheitstracker für Hunde entstanden ist?

Wenn wir Menschen unsere Gesundheit immer stärker tracken und dadurch besser verstehen, was in unserem Körper passiert, warum tun wir das nicht auch für unseren besten Freund, unseren Hund? Hunde sind für uns Familienmitglieder. Trotzdem können sie uns nicht sagen, wenn ihnen etwas wehtut oder sich etwas verändert. Als Halter ist man zudem nicht den ganzen Tag beim Hund. Man arbeitet, ist unterwegs, und viele Veränderungen bekommt man gar nicht direkt mit.

Aus dieser Beobachtung ist Senani entstanden: ein KI-gestützter Gesundheitstracker für Hunde, der genau diese Lücke schließt. Der Tracker wird am Halsband oder Geschirr befestigt und analysiert täglich 15 relevante Verhaltensmuster. Dabei lernt Senani den Hund individuell kennen und berücksichtigt Faktoren wie Rasse, Alter und Gewicht. So entsteht ein persönliches Bild seines normalen Verhaltens. Erkennt das System Auffälligkeiten, führt der Senani Coach den Halter Schritt für Schritt durch die nächsten Beobachtungen.

Unser Ziel ist nicht, eine tierärztliche Untersuchung zu ersetzen. Sondern Haltern im Alltag mehr Sicherheit zu geben und gleichzeitig relevante Informationen für die Zusammenarbeit mit dem Tierarzt aufzubereiten.

Wer sind die drei Gründer hinter Senani, und welche Erfahrungen und Kompetenzen bringen Sie in die Entwicklung ein?

Hinter Senani stehen drei Gründer, die seit dem gemeinsamen Studium zusammenarbeiten und sich in Technik und Go-to-Market ergänzen. Außerdem waren wir mehrere Monate im Tierheim Karlsruhe aktiv und haben mit den unterschiedlichsten Hunden gearbeitet.

Benjamin war drei Jahre CTO und Mitgründer der Fußball-App matchbase. Davor hat er über zehn Jahre als Full-Stack-Entwickler und Interim-CTO gearbeitet. Robin bringt aus seiner Selbstständigkeit und dem Wirtschaftsingenieurwesen-Studium technisches Know-how mit und war als Einkaufsprojektmanager bei Robert Bosch tätig. Fernando war über sechs Jahre selbstständig als Performance-Marketer und hat Kunden bei der Neukunden- und Mitarbeitergewinnung begleitet.

Gemeinsam haben wir bereits drei Produktiterationen umgesetzt. Grundlage war das Feedback aus unserem Netzwerk aus Haltern, Tierärzten, Tierphysios, Hundeschulen und dem Tierheim. Außerdem haben wir mehr als 225 Nutzer für unsere Warteliste gewonnen und das EXIST-Gründerstipendium erhalten.

Sie haben mehrere Monate nahezu täglich mit unterschiedlichen Hunden im Tierheim Karlsruhe gearbeitet. Welche Erkenntnisse aus dieser Zeit haben Ihr Produkt besonders geprägt?

Der wohl schönste Moment war, den ersten Prototyp zum ersten Mal an einem Hund zu befestigen. Hardware und App hatten wir komplett selbst entwickelt. Am Anfang lief nie etwas so, wie wir es uns vorgestellt hatten, und wir mussten ständig nachjustieren. Unser Alltag bestand über Monate aus morgendlichen Runden mit den unterschiedlichsten Hunden, direkt danach ging es ins Labor, um Senani weiterzuentwickeln.

Die wichtigste Erkenntnis aus dieser Zeit: Hunde sind extrem individuell. Neben Rasse, Größe und Aktivitätslevel spielt das Gesamtverhalten eine zentrale Rolle. Zwei Hunde derselben Herkunft können völlig unterschiedlich sein. Der eine genießt Ruhe, der andere ist ständig in Bewegung. Pauschale Informationen überfordern Halter deshalb eher, als dass sie ihnen helfen.

Neben dieser Erkenntnis fürs Produkt war der größte Gewinn die Zusammenarbeit im Team. In dieser Zeit zählten über Tage nur wir drei, Senani und die Tierheim-Hunde. Dabei haben wir gelernt, wie interdisziplinär und agil wir als Team arbeiten und wie unsere unterschiedlichen Kompetenzen die Umsetzung vorantreiben, vom Marktverständnis bis zur technischen Anwendung.

Der Tracker analysiert täglich 15 Verhaltensmuster und lernt jeden Hund individuell kennen. Wie entsteht daraus ein persönliches Normalverhalten?

Der Tracker erfasst über Bewegungssensoren am Halsband oder Geschirr kontinuierlich Daten zu 15 definierten Verhaltensmustern, etwa Laufen, Liegen, Kratzen oder Fressen. Diese Muster haben wir auf Basis veterinärmedizinischer Fachliteratur und im Austausch mit Tierärzten entwickelt. Ein internes, KI-gestütztes Klassifikationsmodell ordnet jede Bewegungsphase einem dieser Muster zu. Aus Häufigkeit, Dauer und zeitlichem Verlauf dieser Verhaltensweisen entsteht mit der Zeit eine individuelle Baseline. Veränderungen gleichen wir laufend mit dieser persönlichen Baseline ab. Zusätzlich vergleichen wir sie mit Referenzwerten von Hunden ähnlicher Rasse, ähnlichen Alters und Gewichts. Außerdem beziehen wir die Vorgeschichte des Hundes ein, etwa bekannte Vorerkrankungen. So lassen sich Auffälligkeiten besser einordnen und verständlicher an Halter und Tierarzt kommunizieren.

Senani soll Abweichungen im Verhalten frühzeitig erkennen. Wo liegen die Grenzen der Technologie und wann bleibt der Gang zum Tierarzt unverzichtbar?

Invasive Gesundheitsanalysen sind technisch derzeit nicht möglich. Außerdem erkennt Senani Veränderungen im Verhalten, keine bereits bestehenden Zustände. Hat ein Hund schon ein gesundheitliches Problem, bevor er den Tracker trägt, fließt das zunächst in seine Baseline ein. Der Abgleich mit Referenzwerten vergleichbarer Hunde kann Hinweise liefern, ersetzt aber keine Untersuchung. Deshalb bleibt der regelmäßige Check beim Tierarzt unverzichtbar, und Senani versteht sich ausdrücklich nicht als Ersatz dafür. Genau deshalb binden wir Halter und Tierärzte von Anfang an in die Entwicklung ein. Wir wollen Haltern im Alltag Orientierung geben und gleichzeitig die Kommunikation zwischen Halter und Tierarzt verbessern. Für gesündere Hunde, entspanntere Halter und besser vorbereitete Tierarztbesuche.

Mehr als 300 Hundehalter haben Sie bereits zu Funktionen, Design und Bedürfnissen befragt. Was hat Sie bei diesen Gesprächen am meisten überrascht?

Am meisten überrascht hat uns, woran Menschen beim Wort „Hundetracker“ zuerst denken: an GPS. Tracking beim Hund verbinden die meisten automatisch mit Ortung, also mit der Frage, wo der Hund gerade ist. Die Frage, wie es ihm geht, hat dagegen kaum jemand im Kopf. Das finden wir spannend, weil wir bei uns selbst Schlaf, Puls oder Schritte längst ganz selbstverständlich tracken. Für uns heißt das: Gesundheitstracking beim Hund muss sich als eigene Kategorie in den Köpfen erst noch etablieren, und genau da setzen wir mit Senani an.

Veterinäre, Tierphysios, Hundeschulen, Tierheim und Hundehalter fließen in die Entwicklung ein. Wie schaffen Sie es, die unterschiedlichen Perspektiven in einem Produkt zusammenzuführen?

Tierärzte, Tierphysios, Hundeschulen, Tierheim und Hundehalter haben eines gemeinsam: Sie lieben Hunde. Daraus ergibt sich ein gemeinsames Ziel, nämlich das Leben mit dem Hund gesünder und einfacher zu machen. Die unterschiedlichen Perspektiven sehen wir deshalb nicht als Herausforderung, sondern als Chance, Senani für alle Seiten wertvoll zu machen. Mit diesem Anspruch gehen wir direkt auf unsere Partner zu. Weil wir alle Seiten früh einbinden und offen über den Entwicklungsstand sprechen, können wir Feedback schnell bewerten und direkt in den nächsten Iterationszyklus übernehmen.

Gesundheits- und Verhaltensdaten von Haustieren sind besonders sensible Informationen. Wie möchten Sie bei Senani mit Datenschutz und dem Vertrauen der Halter umgehen?

Halter behalten jederzeit die Hoheit über die Daten ihres Hundes. Alle Daten und Analysen werden verschlüsselt übertragen. Unsere Infrastruktur läuft in der EU und ist konform zur Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) umgesetzt. Transparenz gegenüber unseren Nutzern steht dabei immer an erster Stelle.

Aktuell sammeln Sie mit Hundehaltern in Deutschland und der Schweiz Daten. Wie stellen Sie sicher, dass unterschiedliche Rassen, Altersgruppen und Lebenssituationen ausreichend berücksichtigt werden?

Wir verfolgen täglich, wie sich unsere Verhaltensdaten auf Kategorien wie Rasse oder Altersgruppe verteilen. So erkennen wir früh, wo Lücken entstehen, und können rechtzeitig gegensteuern. Über unsere Kommunikationskanäle teilen wir dann gezielt mit, welche Hunde für die nächste Entwicklungsphase besonders wertvoll sind.

Bis zum geplanten Launch 2027 möchten Sie die Technologie weiterentwickeln. Welche entscheidenden Meilensteine müssen Sie bis dahin noch erreichen?

Aktuell bauen wir gemeinsam mit unterschiedlichsten Haltern unsere Verhaltensdatenbasis kontinuierlich aus. Im ersten Quartal 2027 rollen wir unsere Alpha aus. Dort können Halter erste Verhaltensanalysen in der Senani App einsehen. Parallel dazu vergrößern wir unsere Community, bevor wir Ende 2027 offiziell launchen. Wer Senani schon vor dem Marktstart kennenlernen und die Entwicklung unterstützen möchte, kann sich über unsere Website kostenlos als Testkunde registrieren und direkt in die laufende Datensammelphase einsteigen. Testkunden erhalten kostenlosen Zugang zu Tracker und App und können sich einmalig bis zu 50 % Launch-Rabatt sichern.

Welche langfristige Vision verfolgen Sie mit Senani, und welche Rolle könnte KI künftig bei der Gesundheitsvorsorge von Haustieren spielen?

Senani soll jedem Halter ermöglichen, das Leben mit seinem gesunden Hund zu genießen, mit mehr Gelassenheit und einem besseren Verständnis für das Verhalten des eigenen Hundes. Halter sollen ihren Hund über die Jahre besser kennenlernen und seine Gesundheit einfach im Blick behalten können. Langfristig soll Senani deshalb mehr sein als ein einzelner Tracker: eine ganzheitliche Gesundheitslösung, die den Hund im Alltag begleitet und relevante Informationen auch für die Zusammenarbeit mit Tierärzten nutzbar macht. Gleichzeitig bauen wir eine Community auf, in der sich Halter austauschen und gemeinsam dazu beitragen, dass Hunde ein langes, gesundes Leben führen. Wenn ein Halter wissen will, wie es seinem Hund geht, soll Senani die erste Anlaufstelle sein.

Dabei spielt KI bei Senani von der Früherkennung über die Begleitung im Alltag bis hin zur Prävention eine zentrale Rolle. Besonders durch die Möglichkeit, große Mengen an Verhaltensdaten auszuwerten und daraus Muster abzuleiten. Das Fundament bilden veterinärmedizinische Fachliteratur und der Austausch mit Tierärzten. Jegliche Erkenntnisse werden menschlich validiert, bevor sie ausgespielt werden. Langfristig sehen wir darin noch mehr Potenzial. Der einzelne Hund profitiert von seiner persönlichen Baseline. Die aggregierten Verhaltensdaten über tausende Hunde hinweg könnten zusätzlich rassen- oder altersspezifische Krankheitsmuster sichtbar machen. Solche Muster sind für einzelne Tierarztpraxen kaum erkennbar, weil ihnen schlicht die Datenbasis über so viele Hunde und Jahre fehlt. Genau dafür wollen wir mit Forschungseinrichtungen zusammenarbeiten. Damit soll aus Senani nicht nur ein Produkt für den einzelnen Halter werden, sondern ein Ökosystem, aus dem neue Erkenntnisse für die Veterinärmedizin entstehen können.

Welche drei Ratschläge würden Sie anderen Gründerinnen und Gründern geben, die ein datenbasiertes Produkt entwickeln und ihre Zielgruppe bereits früh in die Entwicklung einbeziehen möchten?

Erstens: Holt euch so früh wie möglich Feedback aus unterschiedlichen Perspektiven. Geht dorthin, wo eure Zielgruppe ist. Bei uns waren das Hundemessen.

Zweitens: Haltet Interessenten regelmäßig auf dem Laufenden, auch wenn eine Nachricht unwichtig erscheint. Early Adopters sind extrem wertvoll. Sie geben euch nicht nur regelmäßig Feedback, sondern zeigen euch auch, dass das, was ihr baut, wirklich gebraucht wird. Oft genügt eine kleine, hoch aktive Gruppe, um ein Produkt in kürzester Zeit nah am Kunden weiterzuentwickeln.

Drittens: Interviewergebnisse liefern nicht immer das, was man sich wünscht. Entscheidend ist nicht, was der Kunde sagt, sondern welches Bedürfnis dahintersteckt und wie man es bestmöglich löst. Kunden können oft nur beurteilen, was sie sehen, und tun sich schwer zu formulieren, was sie eigentlich brauchen. Hört also genau hin und überlegt, welche Lösung wirklich passt. Manchmal ist das nicht direkt das, was eure Interviewpartner sagen.

Bildrechte: Senani

Wir bedanken uns bei Benjamin Seitz, Robin Jäger und Fernando Bauer für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Wie viele Mitarbeiter braucht ein Startup noch, wenn die KI mitarbeitet?

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Mitarbeiter: Aufgaben und Kompetenz im Wandel Artemide_Astrid_Nelke_Fotograf_Fabian_Vogel.jpg

Ein neues Startup entsteht heute mit einer Idee, einem Laptop und einer ganzen Reihe digitaler Werkzeuge. Texte schreibt die KI, Marktanalysen entstehen auf Knopfdruck, Software lässt sich teilweise generieren, Kundendaten werden automatisch ausgewertet und selbst Präsentationen oder erste Marketingkampagnen sind in wenigen Minuten erstellt. Was früher mehrere Mitarbeiter erledigten, kann heute ein kleines Gründerteam mit Unterstützung künstlicher Intelligenz abbilden.

Damit verändert sich eine der wichtigsten Fragen für junge Unternehmen: Wie viele Mitarbeiter werden überhaupt noch gebraucht? Die Antwort darauf liegt nicht allein in der Zahl der Aufgaben, die eine KI übernehmen kann. Entscheidend ist vielmehr, welche Kompetenzen ein Startup künftig braucht, um aus den Möglichkeiten der Technologie tatsächlich ein funktionierendes Unternehmen zu machen.

Weniger Aufgaben bedeuten nicht automatisch weniger Menschen

Startups waren schon immer darauf angewiesen, mit begrenzten Ressourcen möglichst viel zu erreichen. KI verschiebt diese Logik noch einmal deutlich. Wenn ein Gründerteam Recherche, Content-Erstellung, Datenanalyse oder Programmieraufgaben teilweise automatisieren kann, sinkt der Bedarf an Mitarbeitern, die ausschließlich einzelne klar abgegrenzte Tätigkeiten übernehmen.

Das bedeutet allerdings nicht zwangsläufig, dass Unternehmen insgesamt weniger Menschen benötigen. Vielmehr verändert sich das Profil der benötigten Mitarbeiter. Ein Mitarbeiter, der früher eine einzelne Aufgabe ausgeführt hat, kann künftig mehrere Aufgaben koordinieren, KI-Systeme einsetzen, Ergebnisse bewerten und daraus Entscheidungen ableiten.

Aus einzelnen Spezialaufgaben werden damit zunehmend Aufgabenbündel. Für Startups kann das attraktiv sein: Kleine Teams können leistungsfähiger werden und schneller skalieren. Gleichzeitig steigt aber die Anforderung an die einzelnen Personen.

Die KI ersetzt keine Kompetenz

Eine KI kann Informationen verarbeiten, Varianten entwickeln oder einen ersten Lösungsvorschlag erstellen. Sie weiß jedoch nicht automatisch, welcher Vorschlag zum Geschäftsmodell, zu den Kunden oder zur Unternehmenskultur eines Startups passt.

Genau hier bleibt menschliche Kompetenz entscheidend. Wer mit KI arbeitet, muss nicht jede Aufgabe selbst erledigen können. Er muss aber beurteilen können, ob das Ergebnis sinnvoll ist. Dafür braucht es Fachwissen, Erfahrung und die Fähigkeit, Zusammenhänge herzustellen.

Das führt zu einem interessanten Paradox: Je leistungsfähiger KI wird, desto wichtiger wird menschliches Urteilsvermögen. Denn wenn die Maschine immer schneller Vorschläge produziert, steigt gleichzeitig die Bedeutung der Person, die zwischen einem brauchbaren und einem problematischen Ergebnis unterscheiden kann.

Startups brauchen vielseitige Talente

Für das Talentmanagement von Startups entsteht damit eine neue Herausforderung. Gesucht werden weniger Mitarbeiter, die möglichst viele einzelne Arbeitsschritte zuverlässig abarbeiten. Gefragt sind Menschen, die verschiedene Kompetenzen miteinander verbinden.

Dazu gehört zunächst ein solides Fachwissen. Hinzu kommt die Fähigkeit, KI sinnvoll einzusetzen, Ergebnisse kritisch zu hinterfragen und Aufgaben präzise zu formulieren. Ebenso wichtig werden Kreativität, Kommunikation, Improvisationsfähigkeit, Lernbereitschaft und die Fähigkeit, Verantwortung zu übernehmen.

Gerade Startups können davon profitieren. Kleine Teams benötigen Menschen, die nicht ausschließlich in einer Stellenbeschreibung denken. Ein Mitarbeiter kann morgens eine Datenanalyse mit KI durchführen, anschließend ein Kundengespräch vorbereiten und am Nachmittag an einer strategischen Entscheidung mitarbeiten. Die Technologie schafft dabei mehr Möglichkeiten. Die Verantwortung für die Entscheidungen bleibt beim Menschen.

Die gefährliche Illusion vom perfekten KI-Team

Allerdings entsteht dabei eine neue Gefahr. Wenn Startups versuchen, möglichst schnell möglichst viele Mitarbeiter durch KI zu ersetzen, können sie ihre eigene Talentpipeline beschädigen.

Denn Menschen entwickeln Expertise nicht allein durch Ausbildung. Sie entwickeln sie, indem sie Aufgaben übernehmen, Fehler machen, Entscheidungen treffen und mit der Zeit mehr Verantwortung tragen. Gerade kleinere Aufgaben sind häufig gleichzeitig produktiv und lehrreich.

Wenn diese Aufgaben vollständig an KI delegiert werden, fehlt möglicherweise später die nächste Generation an erfahrenen Mitarbeitern. Das Problem zeigt sich dann nicht sofort. Heute spart das Unternehmen vielleicht eine Einstiegsposition ein. Morgen fehlt jedoch die Person, die komplexere Aufgaben übernehmen könnte.

Deshalb sollten Startups nicht nur fragen, welche Tätigkeit eine KI übernehmen kann. Sie müssen auch fragen, welche Kompetenz durch diese Tätigkeit beim Menschen entsteht.

Vom Mitarbeiterbedarf zum Kompetenzbedarf

Damit verschiebt sich die Personalfrage grundlegend. Es geht weniger um die reine Anzahl der Mitarbeiter als um die Kombination von Kompetenzen innerhalb eines Teams.

Ein kleines Startup kann mit wenigen Menschen und leistungsfähigen KI-Systemen sehr viel leisten. Gleichzeitig braucht es Menschen, die verstehen, was das Unternehmen tut, welche Entscheidungen getroffen werden müssen und welche Konsequenzen daraus entstehen. KI kann dabei ein extrem leistungsfähiger Arbeitskollege sein. Sie ersetzt jedoch weder Fachwissen noch Verantwortung.

Die entscheidende Frage für Startups im KI-Zeitalter lautet deshalb nicht: Wie viele Mitarbeiter lassen sich einsparen?

Sie lautet: Welche Menschen braucht ein Unternehmen, damit aus KI-Leistung tatsächlich unternehmerischer Wert entsteht?

Die Antwort wird vermutlich häufiger bei kleinen, vielseitigen und lernfähigen Teams liegen. Teams, in denen Menschen und KI unterschiedliche Stärken einbringen und klar ist, wer am Ende entscheidet und Verantwortung übernimmt. Genau darin liegt die eigentliche Veränderung des Mitarbeiterbedarfs: Nicht zwingend weniger Menschen werden gebraucht, sondern Menschen mit einem anderen Kompetenzprofil.

Fotograf: Fabian Vogel

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Pandektes erhält 13,5 Millionen Euro, um der weltweit größte Anbieter juristischer Daten zu werden

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Rechtsrecherche: Pandektes baut Infrastruktur mit 13,5 Mio. € Pandektes Founder (v. l.): Søren Brokær und Casper Brigsted. Foto: Lars Astrup Jensen

Das europäische Legal-Tech-Unternehmen Pandektes hat eine Series-A-Finanzierung über 13,5 Millionen Euro abgeschlossen. Angeführt wird die Runde von Alstin Capital, beteiligt sind außerdem PROfounders, Scale Capital und bestehende Investoren. Pandektes entwickelt Technologie, mit der Juristen Gesetze, Urteile und andere juristische Quellen schneller finden, durchsuchen und auswerten können. Das Unternehmen wurde in Kopenhagen gegründet und ist heute in Deutschland, der Schweiz und Dänemark aktiv. Mit dem neuen Kapital will Pandektes weiter in Europa und Nordamerika expandieren, sein Team ausbauen und seine Infrastruktur zunehmend über eine eigene API für externe Anbieter öffnen.

Der Markt für juristische Recherche wird seit Jahrzehnten von wenigen etablierten Anbietern wie Beck, Juris und LexisNexis geprägt. Für Kanzleien, Unternehmen und öffentliche Institutionen gab es lange kaum echte Alternativen.

Weniger als zwei Jahre nach dem Start nutzen nun aber mehr als 500 Kanzleien, Unternehmen und öffentliche Institutionen die Plattform. Der Umsatz ist innerhalb der vergangenen zwölf Monate um das Sechsfache gestiegen. Rund zwei Drittel der Organisationen, die Pandektes testen, werden anschließend Kunden. Viele ersetzen dabei bestehende Lizenzen etablierter Rechercheplattformen vollständig.

„Lange galt es als praktisch unmöglich, eine ernsthafte Alternative zu den etablierten Plattformen aufzubauen. Heute können wir juristische Informationen in einem Umfang erfassen, strukturieren und auswerten, der früher nicht möglich war. Das verändert grundlegend, was Rechtsrecherche leisten kann“ Casper Laursen, CEO von Pandektes

Pandektes entwickelt eine technologische Infrastruktur, die juristische Informationen wie Gesetze, Gerichtsentscheidungen und Verwaltungsentscheidungen automatisiert erfasst, strukturiert und miteinander verknüpft. Dadurch können Juristen relevante Informationen schneller finden, Zusammenhänge besser verstehen und rechtliche Fragestellungen effizienter analysieren. Zudem eröffnet die Bündelung juristischer Daten aus verschiedenen Ländern neue Möglichkeiten für grenzüberschreitende Rechtsrecherche, etwa bei Fragestellungen zum EU-Recht.

Neue Konkurrenz in einem Markt mit hohen Eintrittsbarrieren

Die meisten juristischen Informationen sind öffentlich zugänglich. Aufwendig ist es, sie aus Tausenden Quellen zusammenzuführen, zu strukturieren, aktuell zu halten und zuverlässig durchsuchbar zu machen. So entstanden über Jahrzehnte nationale Märkte, in denen einzelne Anbieter umfangreiche Datenbestände und feste Arbeitsabläufe etablierten. Die Folge sind hohe Wechselkosten, wenig Wettbewerb und steigende Preise.

„Wir sehen selten einen Markt wie die Rechtsrecherche, in dem so viele Nutzer ihr zentrales System wechseln wollen, es aber lange schlicht weg nicht konnten. Pandektes baut eine moderne Dateninfrastruktur für die gesamte europäische Rechtslandschaft auf, die genau das ermöglicht.“ beschreibt Andreas Schenk, Managing Partner bei Alstin Capital. 

Bislang mussten große Redaktionsteams Gesetze, Urteile und andere Quellen manuell sammeln, ordnen, verknüpfen und laufend aktualisieren. Pandektes automatisiert einen großen Teil dieser Arbeit mit KI. Menschliche Expertise bleibt dort wichtig, wo rechtliche Bewertung und Qualitätskontrolle gefragt sind. Dadurch wird es erstmals möglich, eine umfassendere Alternative zu den etablierten Datenbanken aufzubauen.

Infrastruktur für die nächste Generation juristischer KI

Dabei versteht sich Pandektes nicht als direkter Wettbewerber zu Legal-AI-Plattformen, die große Teile der Fall- und Dokumentenarbeit abdecken. Der Fokus liegt klar auf der darunterliegenden Recherche- und Dateninfrastruktur. In der Praxis werden beide Arten von Lösungen deshalb häufig parallel eingesetzt.

Über die API sollen Kanzleien, Unternehmen, öffentliche Institutionen und andere Anbieter strukturierte Rechtsdaten in eigene Anwendungen einbinden können. So muss nicht ein einzelner Anbieter alle Systeme für Gerichte, Ministerien, Kanzleien, Unternehmen und Bürger entwickeln.

„Wir glauben, dass die nächste Generation juristischer Produkte nur so gut sein kann wie die Daten, auf denen sie aufbaut. Damit daraus vertrauenswürdige Systeme für Juristen entstehen, müssen diese Daten von Grund auf für KI-Agenten und andere KI-Systeme strukturiert und optimiert sein. Genau daran arbeiten wir bei Pandektes jeden Tag.“, sagt Casper Laursen, CEO von Pandektes.

Mit der Expansion will Pandektes seine Infrastruktur auf weitere Rechtsordnungen in Europa und Nordamerika ausweiten. Ziel ist es, juristische Daten länderübergreifend in einer einheitlichen Struktur verfügbar zu machen und so grenzüberschreitende Recherche deutlich einfacher zu machen.

Was macht Pandektes?

Pandektes entwickelt eine technologische Infrastruktur für die Rechtsrecherche. Die Plattform erfasst, strukturiert und verknüpft Gesetze, Gerichtsentscheidungen und weitere juristische Informationen, damit Juristen relevante Inhalte schneller finden und auswerten können.

Wie hoch ist die Series-A-Finanzierung von Pandektes?

Pandektes hat eine Series-A-Finanzierung über 13,5 Millionen Euro abgeschlossen. Angeführt wird die Finanzierungsrunde von Alstin Capital. Außerdem beteiligen sich PROfounders, Scale Capital und bestehende Investoren.

Wofür will Pandektes das neue Kapital einsetzen?

Pandektes will mit dem Kapital seine Expansion in Europa und Nordamerika vorantreiben, das Team ausbauen und seine Infrastruktur weiterentwickeln. Zudem sollen externe Anbieter künftig verstärkt über eine API auf strukturierte Rechtsdaten zugreifen können.

Bild Pandektes Founder (v. l.): Søren Brokær und Casper Brigsted. Foto: Lars Astrup Jensen

Quelle Maschmeyer Group/ MM Support GmbH

Eigenständig statt kopiert: Wie Thomas Bernhardt mit PASSIONATY eine deutsche Duftmarke aufgebaut hat

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PASSIONATY: Marke setzt auf eigenen Duft Gründer Thomas Bernhardt

PASSIONATY ist eine eigenfinanzierte Marke, mit der Gründer Thomas Bernhardt einen eigenständigen Duft abseits bekannter Designerkompositionen etablieren möchte

Thomas, stell dich und PASSIONATY bitte kurz vor. Was hat dich 2023 dazu bewegt, vom E-Commerce und Webdesign eine eigene Duftmarke aufzubauen?

Ich bin Thomas Bernhardt, Gründer von PASSIONATY. Durch meinen beruflichen Hintergrund im E-Commerce und Webdesign hatte ich bereits viel mit digitalen Geschäftsmodellen, Onlineshops und der Vermarktung von Produkten zu tun. 2023 wollte ich den nächsten Schritt gehen und eine eigene Marke mit einem eigenen physischen Produkt aufbauen.

Düfte haben mich persönlich schon immer begeistert. Gleichzeitig hatte ich zunehmend das Gefühl, dass sich viele Düfte in klassischen Parfümerien trotz unterschiedlicher Marken sehr ähnlich sind und mir teilweise auch das Verhältnis zwischen Qualität und den aufgerufenen Preisen nicht mehr gefallen hat. Daraus entstand die Idee, selbst einen Duft zu entwickeln, der einen eigenen Charakter besitzt und sich bewusst von der Masse abhebt. So entstand PASSIONATY.

Mit Alpha Noir habt ihr bewusst keinen bestehenden Duft kopiert. Wie ist die eigene Duftkomposition entstanden und welche Idee steckt dahinter?

Bei Alpha Noir hatte ich von Anfang an eine ziemlich klare Vorstellung davon, was für einen Duft ich entwickeln wollte. Mein Ziel war ein eleganter Herrenduft für besondere Situationen – zum Essen gehen, für ein Date, eine Feier oder einen besonderen Abend. Ein Duft, den eben nicht jeder trägt und der einen eigenen Wiedererkennungswert besitzt.

Daraus ist Schritt für Schritt die Duftkomposition von Alpha Noir entstanden. Sie verbindet unter anderem Schwarze Johannisbeere, Orange und Kardamom mit floralen Herznoten und einer warmen Basis aus Sandelholz, Kokos, Vanille, Tonka und Patchouli. Für mich war dabei entscheidend, nicht einfach einen bereits erfolgreichen Designerduft nachzubauen. Alpha Noir sollte von Anfang an eine eigene Identität haben.

PASSIONATY lässt Alpha Noir in Deutschland produzieren. Warum war dir dieser Schritt von Anfang an wichtig?

Für mich war wichtig, auf deutsche Qualitätsstandards setzen zu können. Gleichzeitig war Alpha Noir mein erstes eigenes Duftprojekt und ich musste selbst sehr viel über Entwicklung und Produktion lernen.

Gerade deshalb wollte ich mit den beteiligten Unternehmen in meiner eigenen Sprache kommunizieren können. Bei einem solchen Projekt gibt es unzählige Details, bei denen Missverständnisse später große Auswirkungen haben können. Mir war wichtig, Fragen direkt klären zu können, verstanden und als Gründer ernst genommen zu werden. Im Laufe der Zeit habe ich allerdings auch gelernt, dass „Made in Germany“ allein noch keine Garantie dafür ist, dass jeder einzelne Produktionsschritt perfekt funktioniert. Die eigene Qualitätskontrolle und die Auswahl der richtigen Partner bleiben trotzdem entscheidend.

Der Duftmarkt wird von internationalen Marken mit großen Marketingbudgets geprägt. Wie möchtest du PASSIONATY darin langfristig positionieren?

Ich möchte mit PASSIONATY gar nicht versuchen, die großen internationalen Marken über deren Marketingbudgets zu schlagen. Das wäre als eigenfinanzierte junge Marke auch unrealistisch. Wir müssen über das Produkt, unsere eigene Identität und die Nähe zu unseren Kunden überzeugen.

Langfristig soll PASSIONATY für eigenständige Duftkompositionen, Qualität und ein sehr gutes Verhältnis zwischen Produkt und Preis stehen. Ich möchte keine Marke aufbauen, die einfach erfolgreiche Trends oder bekannte Düfte kopiert. Mein Ziel ist, dass unsere Düfte einen eigenen Charakter besitzen und Menschen irgendwann bewusst PASSIONATY kaufen, weil sie genau diesen Charakter suchen.

Mehr als 5.000 Kunden haben bereits bei PASSIONATY bestellt. Wer ist eure Kernzielgruppe und was überzeugt sie von Alpha Noir?

Unsere Kernzielgruppe für Alpha Noir sind vor allem Männer zwischen 25 und 55 Jahren, die Wert auf Qualität und eine eigenständige Duftkomposition legen. Viele suchen nicht einfach den nächsten bekannten Duft, sondern möchten etwas tragen, das einen eigenen Charakter besitzt und nicht überall zu finden ist.

Genau dort setzen wir mit Alpha Noir an. Entscheidend sind für uns die Qualität des Produkts und eine Duftkomposition, die sich bewusst von vielen bekannten Mainstream-Düften unterscheidet. Wir möchten keinen kurzfristigen Hype verkaufen, sondern einen Duft, den unsere Kunden gerne und mit Überzeugung tragen.

Du bringst viel Erfahrung aus E-Commerce und Webdesign mit. Wie hilft dir dieses Wissen heute beim Markenaufbau und bei der Kundengewinnung?

Mein Hintergrund hilft mir enorm, weil eine junge Marke heute weit mehr braucht als nur ein gutes Produkt. Onlineshop, Nutzererfahrung, Werbung, Datenanalyse, Social Media und die gesamte digitale Darstellung einer Marke greifen ineinander.

Viele dieser Bereiche kann ich selbst abdecken und muss sie nicht vollständig an Agenturen oder externe Dienstleister abgeben. Gerade als eigenfinanziertes Unternehmen ist das ein großer Vorteil. Gleichzeitig habe ich gelernt, dass E-Commerce-Erfahrung allein keinen Erfolg garantiert. Ein eigenes physisches Produkt bringt ganz andere Herausforderungen mit sich als ein rein digitales Geschäftsmodell – insbesondere bei Produktion, Logistik, Qualität und regulatorischen Anforderungen.

PASSIONATY ist eigenfinanziert gewachsen. Welche Vorteile hat Bootstrapping für dich und wo stößt dieses Modell an seine Grenzen?

Ein großer Vorteil ist für mich die Unabhängigkeit. Ich bin keinem Investor oder einer Bank gegenüber verpflichtet und kann Entscheidungen danach treffen, was ich langfristig für PASSIONATY für richtig halte.

Gleichzeitig bedeutet Eigenfinanzierung für mich, dass das Produkt und das Geschäftsmodell tatsächlich Leistung bringen müssen. Es steht nicht dauerhaft externes Kapital zur Verfügung, mit dem sich Probleme einfach überdecken lassen.

Die Grenzen merkt man allerdings sehr deutlich bei der Skalierung. Besonders Marketingbudgets sind für eine kleine eigenfinanzierte Marke begrenzt. Während große Unternehmen sehr viel Kapital in Reichweite, Tests und Markenbekanntheit investieren können, muss ich wesentlich genauer überlegen, wo ich jeden Euro einsetze. Dadurch kann gesundes Wachstum länger dauern.

Fehlerhafte Chargen und Qualitätsprobleme haben euch zwischenzeitlich stark zurückgeworfen. Was ist damals passiert und welche Konsequenzen habt ihr daraus gezogen?

Bei der Produktion wurden Leistungen von beteiligten Partnerunternehmen teilweise nicht in der Qualität und fachgerechten Ausführung umgesetzt, die wir vereinbart und erwartet hatten. Bei einem physischen Produkt kann so etwas sehr schnell weitreichende Folgen haben und uns hat diese Situation entsprechend stark zurückgeworfen.

Für mich war das eine wichtige, wenn auch kostspielige Erfahrung. Heute achte ich noch stärker darauf, welche Unternehmen und Partner an einem Produkt beteiligt sind und ob sie unsere Qualitätsanforderungen tatsächlich zuverlässig umsetzen können. Ich habe gelernt, dass man als Markeninhaber Verantwortung nicht einfach vollständig abgeben kann. Am Ende steht PASSIONATY auf dem Produkt und deshalb müssen wir auch dafür sorgen, dass die gewünschte Qualität beim Kunden ankommt.

Bei einem physischen Produkt hängen viele Prozesse voneinander ab. Was hast du über Produktion und Lieferketten gelernt, das du zu Beginn unterschätzt hast?

Am meisten unterschätzt habe ich tatsächlich den regulatorischen Aufwand. Wenn man von außen auf eine Duftmarke schaut, denkt man zunächst an Duftentwicklung, Flakon, Verpackung, Produktion und Marketing. Hinter einem Kosmetikprodukt steckt aber wesentlich mehr.

Es müssen zahlreiche gesetzliche Anforderungen, Dokumentations-, Sicherheits- und Kennzeichnungspflichten eingehalten werden. Als Gründer muss man sich mit Themen beschäftigen, von denen man zu Beginn teilweise noch gar nicht weiß, dass sie später relevant werden. Das kostet Zeit und verlangt viel Fachwissen. Heute weiß ich, dass man diesen Bereich bereits sehr früh in die Planung eines physischen Produkts einbeziehen sollte.

Was unterscheidet PASSIONATY und Alpha Noir aus deiner Sicht von anderen jungen Duftmarken?

Für mich ist es vor allem das Herzblut, das in PASSIONATY und Alpha Noir steckt. Hinter der Marke steht kein großer Konzern und auch kein Investor, sondern sehr viel persönliche Arbeit, eigenes Risiko und die Überzeugung, langfristig eine eigenständige Duftmarke aufbauen zu können.

Alpha Noir ist deshalb auch kein Dupe eines erfolgreichen Designerduftes. Wir haben bewusst eine eigene Duftkomposition entwickelt und produzieren in Deutschland. Mir geht es nicht darum, möglichst schnell den nächsten Trend zu kopieren. Qualität, Charakter und Wiedererkennungswert sollen langfristig im Mittelpunkt stehen.

Die vergangenen Jahre haben mir außerdem gezeigt, dass Markenaufbau nicht nur aus den schönen Momenten besteht. Wir haben Rückschläge erlebt und trotzdem weitergemacht. Ich stecke sehr viel Herzblut in PASSIONATY und möchte, dass man das langfristig auch an unseren Produkten merkt.

Aus einem ersten Herrenduft soll langfristig eine eigenständige deutsche Duftmarke entstehen. Welche nächsten Produkte oder Entwicklungen sind bereits geplant?

Langfristig soll PASSIONATY deutlich mehr sein als eine Marke mit einem einzelnen Herrenduft. Meine Vision ist ein eigenständiges Duftsortiment für Männer und Frauen. Darüber hinaus kann ich mir sehr gut vorstellen, die Marke später um weitere Duftprodukte wie beispielsweise Haarparfums, Bodysprays oder ähnliche Produkte zu ergänzen.

Mir ist allerdings wichtig, nicht möglichst schnell möglichst viele Produkte auf den Markt zu bringen. Ein neues Produkt soll erst dann kommen, wenn es wirtschaftlich und qualitativ wirklich sinnvoll ist und zu PASSIONATY passt. Aktuell liegt der Fokus deshalb klar darauf, Alpha Noir weiter am Markt zu etablieren und damit ein gesundes Fundament für die weitere Entwicklung der Marke zu schaffen.

Welche drei Ratschläge würdest du Gründern geben, die mit begrenztem Kapital eine eigene Konsumgütermarke aufbauen möchten?

Erstens: Habt ein klares Ziel und haltet daran fest. Es wird Rückschläge geben und gerade dann braucht man eine Vorstellung davon, wo man langfristig mit seiner Marke hinmöchte.

Zweitens: Glaubt an euer eigenes Produkt. Wenn ihr selbst nicht wirklich davon überzeugt seid, wird es schwer, Kunden, Partner oder andere Menschen davon zu überzeugen.

Und drittens: Gründet nicht mit der Erwartung, schnelles Geld zu verdienen. Eine nachhaltige Marke aufzubauen braucht Zeit. Denkt langfristig, überlegt euch eure Schritte genau und geht gerade mit begrenztem Kapital sehr bewusst mit euren Ressourcen um.

Bildcredits PASSIONATY

Wir bedanken uns bei Thomas Bernhardt für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

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