Samstag, Juni 20, 2026
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Inno KI erreicht 1 Million Euro ARR ohne Investoren

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KI Startup Inno KI erreicht 1 Million Euro ohne Investoren Maurice Brumund, Co-Founder und CEO (Copyright: moin media)

Die Inno KI GmbH aus Vechta hat innerhalb von zwei Jahren die Marke von einer Million Euro ARR erreicht. Gleichzeitig investiert das Unternehmen konsequent in den Ausbau seiner Plattform innoGPT und setzt auf nachhaltiges Wachstum. Zudem zeigt die Entwicklung, dass profitables Wachstum auch ohne Risikokapital möglich ist.

KI Startup Inno KI erreicht wichtigen Meilenstein

KI Startup Inno KI erreicht 1 Million Euro Annual Recurring Revenue – ohne einen einzigen Investor

Zwei Jahre nach der Gründung erreicht die Inno KI GmbH aus Vechta im Mai 2026 die Marke von einer Million Euro Annual Recurring Revenue (ARR). Dieser Meilenstein wurde aus eigenem Startkapital und ohne externe Investoren oder weiteres Wachstumskapital aufgebaut. Einnahmen aus KI-Consulting und Schulungen fließen in die Weiterentwicklung der KI-Plattform innoGPT, die derzeit mit rund 30 Prozent pro Monat wächst. Gleichzeitig zeigt das Unternehmen, dass profitables Wachstum im deutschen KI-Markt auch ohne Risikokapital möglich ist.

Maurice Brumund, Geschäftsführer der Inno KI GmbH sagt dazu: „Wir hätten Geld aufnehmen können, haben aber jedes Mal abgelehnt. Der Großteil der wachstumsstarken KI-Startups sind venture-finanziert und auf externe Kapitalgeber angewiesen. Allerdings haben diese Unternehmen fast immer einen Exit im Hinterkopf. Wir nicht. Deshalb sind wir der stabilere Partner für Kunden, die sich langfristig auf ihr KI-Tool verlassen wollen.“

KI Startup Inno KI setzt auf Unabhängigkeit

Bewusste Entscheidung gegen Wachstumskapital

Der Verzicht auf externe Kapitalgeber sichert die unternehmerische Unabhängigkeit von Quartalsvorgaben externer Geldgeber und schafft zugleich den Spielraum, Entscheidungen im Sinne der Kunden zu treffen. Als Beispiel nennt Brumund das „Change-Management“, das inzwischen Teil des operativen Angebots ist. „Das haben wir anfangs unterschätzt: KI einzuführen heißt, Arbeitsweisen zu verändern. Deshalb ist diese Begleitung heute ein fester Bestandteil unserer Leistung.“

innoGPT treibt das Wachstum voran

innoGPT bündelt alle führenden KI-Modelle, darunter OpenAI, Anthropic, Google, Meta und Mistral, auf einer DSGVO-konformen Plattform mit Serverstandort in Deutschland. Über 1.000 Unternehmen und mehr als 600 Professionals nutzen die Plattform täglich. Dazu zählen Kunden wie Böckmann Fahrzeugwerke, GC Gruppe, Hansa-Flex, PwC und paneuropa.

Bild Maurice Brumund, Co-Founder und CEO (Copyright: moin media)

Quelle comcepta GmbH

TECH 2026 bringt Europas digitale Zukunft nach Heilbronn

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TECH 2026 setzt Zeichen für Europas Zukunft Presserundgang mit Brigl, Häussermann, Bayer-Schiller, Andrea Wasmuth, Dale Rickert, Strobl, Harry Mergel, Gerd Chrzanowski, Petra Olschowski, Christian Müller und Cem Özdemir

Die TECH 2026 hat Heilbronn erneut zum Treffpunkt für Wirtschaft, Politik und Technologie gemacht. Mehr als 2.000 Teilnehmende diskutierten über digitale Souveränität, Innovation und Europas Zukunft. Gleichzeitig entstanden neue Partnerschaften, und zudem wurden wichtige Projekte für die digitale Entwicklung Europas angestoßen. Damit setzte die Veranstaltung ein starkes Zeichen für Zusammenarbeit, Innovation und Europas Zukunft.

TECH 2026 bringt Europa zusammen und fördert Austausch

TECH 2026 setzt Zeichen für Europas digitale Souveränität – Deutschland und Estland schließen Innovationspartnerschaft

Mehr als 2.000 Teilnehmer und über 300 Redner diskutierten Europas digitale Zukunft in Heilbronn

Deutschland und Estland schließen Innovationspartnerschaft für schnellere digitale Verwaltung

Neue Formate und Themenbereiche fördern gezielt Austausch, Innovation und Vernetzung innerhalb der TECH Community

Die TECH 2026 ist nach drei Tagen intensiven Austauschs, eines umfangreichen Bühnenprogramms und zahlreicher hochkarätiger Begegnungen erfolgreich zu Ende gegangen. Vom 31. Mai bis zum 2. Juni brachte die Veranstaltung unter dem Motto „We believe in Europe, Do you?“ mehr als 2.000 Besucher zusammen. Auf vier Bühnen sprachen über 300 Redner – darunter 75 CEOs, knapp 100 C Level Manager und 40 Gründer.

TECH 2026 stärkt Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Estland

Politische Impulse und internationale Zusammenarbeit

In diesem Jahr setzte die TECH einen besonderen Schwerpunkt auf den Schulterschluss zwischen Technologie, Wirtschaft und Politik. Hochrangige Vertreter aus Deutschland und Europa nutzten die Plattform, um konkrete Initiativen zur digitalen Transformation voranzutreiben und neue Partnerschaften anzustoßen.

Im Rahmen der Veranstaltung unterzeichneten Karsten Wildberger, Minister für Digitales und Staatsmodernisierung, und seine estnische Amtskollegin Liisa-Ly Pakosta eine Innovationspartnerschaft. Ziel ist es, die digitale Zusammenarbeit beider Länder zu vertiefen sowie Verwaltungsleistungen effizienter, sicherer und bürgerfreundlicher zu gestalten. Dadurch soll der digitale Wandel in Deutschland und Estland schneller vorankommen.

Ein weiterer politischer Höhepunkt war der Besuch des Ministerpräsidenten von Baden-Württemberg, Cem Özdemir. In seiner Ansprache skizzierte er, wie Deutschland seine wirtschaftliche Leistungsfähigkeit stärken kann und zugleich seine Innovationskraft in den kommenden Jahren weiter ausbauen sollte.

Andrea Wasmuth, CEO der Handelsblatt Media Group resümiert: „Wir wollten mit der TECH einen Ort schaffen, an dem Ideen nicht nur entstehen, sondern sich auch entfalten können. Dass wir bereits zum zweiten Mal erleben, wie aus ersten Gesprächen konkrete Umsetzungen werden, zeigt, welches Potenzial in diesem Format liegt. Für mich ist genau das der Kern: offen sein, Neues zulassen, Verbindungen schaffen und die Zukunft aktiv gestalten. Mein besonderer Dank gilt allen, die diese besondere Atmosphäre auf, vor und hinter den Bühnen möglich gemacht haben.“

TECH 2026 rückt Zukunftstechnologien in den Fokus

Fokus auf zentrale Zukunftstechnologien

Das Konferenzprogramm der TECH 2026 bündelte zentrale Zukunftsthemen. Dazu gehörten Künstliche Intelligenz, europäische Souveränität, Sicherheit und Verteidigung, Robotics, SpaceTech sowie DeepTech. Zu den Redner zählten CEOs führender deutscher und europäischer Unternehmen, Akademiker und Politiker sowie Gründer von Start-ups und Unicorns, darunter:

Donya Florence Amer – CIO und CHRO, Hapag Lloyd

Anna Maria Braun – CEO, B. Braun

Gerd Chrzanowski – General Partner, Schwarz Gruppe

Gernot Döllner – CEO, Audi

Aidan Gomez – Co-Gründer und CEO, Cohere

Timotheus Höttges – CEO, Deutsche Telekom

Max Junestrand – CEO, Legora

Stefan Paul – CEO, Kuehne + Nagel International

David Reger – Gründer und CEO, Neura Robotics

Robin Rombach – Gründer und CEO, Black Forest Labs

Hauke Stars – Mitglied des Vorstands für IT und Digitalisierung, Volkswagen Gruppe

Weitere Höhepunkte auf der Bühne waren das Roboter-Dance-Battle zwischen Mensch und Maschine, die SWR Big Band sowie der Cyborg-Künstler Neil Harbisson.

„Auf der TECH verbinden wir die Menschen miteinander, die Europa voranbringen wollen. Auf der Bühne stellen wir die Fragen, die jetzt zählen. Was die TECH für mich besonders macht: Es bleibt nicht bei der Diskussion über Antworten, sondern aus den Gesprächen entstehen im Anschluss schon die ersten Projekte“, sagt Larissa Holzki, Editorial Head der TECH.

TECH 2026 schafft Raum für Vernetzung und neue Ideen

Rahmenprogramm und Themenhäuser

Neben dem Bühnenprogramm bot die TECH 2026 zahlreiche Möglichkeiten zum Networking und zugleich zum Austausch innerhalb der TECH Community. Ein besonderes Highlight war das „THE LÄND“-Riesenrad, das als exklusiver und zugleich intimer Meetingbereich genutzt wurde. Bereits beim Betreten des Geländes begrüßte die Teilnehmenden die HyImpulse SR75 Rakete, die vor dem Eingang ausgestellt war.

Erstmals wurden in diesem Jahr zwei neue thematische Bereiche geschaffen: das House of Defense und das House of Startups. Neben einer eigenen Bühne bot das House of Defense auch Präsentationsflächen für Aussteller aus den Bereichen Sicherheit und Verteidigung. Im House of Startups – organisiert von den Campus Founders – kamen Gründer und Investor zusammen, um sich zu vernetzen sowie neue Kooperationen anzustoßen.

Im TECH Forum präsentierten unter anderem die Initiatoren der TECH – die Boston Consulting Group, SAP und UniCredit – ihre Innovationen und Lösungen hautnah. Als strategischer Partner begleitet Christ & Company die TECH und trägt mit seiner Expertise aktiv zum Netzwerk sowie zur Weiterentwicklung zentraler Themen bei.

TECH 2026 setzt Zeichen für Europas Zukunft Theresienwiese Heilbronn Germany
TECH Conference 2026, May 31 – June 2, 2026, Theresienwiese, Heilbronn, Germany

TECH 2026 zeigt Lösungen für digitale Souveränität

Einblicke in digitale Souveränität

Das House of Schwarz Digits gewährte exklusive Einblicke in die Technologie- und Digitalstrategie eines der größten Handelsunternehmen weltweit. Im Fokus standen maßgeschneiderte Lösungen aus den Bereichen Cloud, Cybersecurity, Data & AI, Communication und Workspace.

„Die diesjährige TECH hat eindrucksvoll bewiesen, dass Europa im globalen Technologierennen längst die Defensive verlassen hat. Das enorme Interesse an souveränen IT- und KI-Lösungen zeigt: Digitale Unabhängigkeit ist der zentrale Treiber für die Zukunft unserer Wirtschaft. Wer hier auf der TECH dabei war, hat gespürt, dass wir die digitale Zukunft selbstbestimmt gestalten werden“, betont Rolf Schumann, Co-CEO von Schwarz Digits auf der TECH.

Christian Müller, Co-CEO von Schwarz Digits hebt auf der TECH hervor: „Echte Innovation entsteht nicht im Silo, sondern durch mutige Zusammenarbeit. Die TECH hat erneut die wichtigsten Entscheider zusammengebracht, um digitale Souveränität von der Theorie in die Praxis zu bringen. Dieser Austausch bildet die Basis für starke Partnerschaften und zugleich für eine wettbewerbsfähige Wirtschaft. Nur gemeinsam können wir die technologische Spitzenleistung entwickeln, die Europa braucht, um dauerhaft wettbewerbsfähig zu bleiben.“

TECH Community trifft sich 2027 erneut in Heilbronn

Im kommenden Jahr wird sich die TECH Community erneut in Heilbronn versammeln. Die dritte Ausgabe der Technology Experience Convention Heilbronn findet vom 6. bis 8. Juni 2027 auf der Theresienwiese statt.

Titelbild: Presserundgang mit Brigl, Häussermann, Bayer-Schiller, Andrea Wasmuth, Dale Rickert, Strobl, Harry Mergel, Gerd Chrzanowski, Petra Olschowski, Christian Müller und Cem Özdemir Bildcredits TECH by HANDELSBLATT MEDIA GROUP GmbH

Quelle TECH by HANDELSBLATT MEDIA GROUP GmbH

Frauen gründen in Deutschland immer häufiger und CoCo begleitet den Trend

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Frauen gründen in Deutschland immer häufiger Foto (v.l.n.r.) Kerstin Rücker, Gabriele Möhlke Vorstandsvorsitzende Berufswege für Frauen & Social Business Woman e.V., Prof. Mohamed Yunus, Friedensnobelpreisträger.

Frauen gründen in Deutschland immer häufiger, und der KfW-Gründungsmonitor 2026 bestätigt diese Entwicklung. Gleichzeitig zeigt das Programm CoCo – Frauen gründen, wie gezielte Unterstützung Frauen auf dem Weg in die Selbständigkeit begleitet. Zudem machen die aktuellen Zahlen deutlich, dass das Interesse an einer eigenen Gründung weiter wächst.

Immer mehr Frauen gründen in Deutschland

KfW-Gründungsmonitor 2026: Immer mehr Frauen gründen in Deutschland

BerufsWege für Frauen & Social Business Women e.V. begleitet mit CoCo bereits 708 Frauen erfolgreich in die Selbständigkeit

Die aktuellen Ergebnisse des KfW-Gründungsmonitors 2026 bestätigen einen Trend, den das bundesweite Gründungsprogramm CoCo – Frauen gründen seit Jahren beobachtet: Immer mehr Frauen interessieren sich für den Weg in die Selbständigkeit. Seit Programmstart haben sich 1.745 Frauen für CoCo beworben, 1.193 Teilnehmerinnen wurden begleitet und bereits 708 Gründungen erfolgreich umgesetzt. Das von BerufsWege für Frauen & Social Business Women e.V. gemeinsam mit Unterstützung der KfW Stiftung durchgeführte Programm zeigt, wie gezielte Gründungsförderung weibliches Unternehmertum nachhaltig stärkt.

Frauen wollen gründen wenn die Rahmenbedingungen stimmen

Mit rund 690.000 Existenzgründungen im Jahr 2025 verzeichnet Deutschland laut KfW-Gründungsmonitor einen deutlichen Anstieg des Gründungsgeschehens. Besonders Frauen entdecken die Selbständigkeit zunehmend als attraktive berufliche Perspektive. Flexible Arbeitsmodelle, digitale Geschäftsmodelle und der Wunsch nach mehr Selbstbestimmung schaffen neue Chancen für unternehmerisches Handeln.

Diese Entwicklung spiegelt sich auch bei CoCo wider. Die Nachfrage wächst kontinuierlich:

Pilotdurchgang: 374 Bewerbungen, 259 Teilnehmerinnen, 155 Gründungen

Jahrgang 2024/2025: 537 Bewerbungen, 426 Teilnehmerinnen, 220 Gründungen

Aktueller Jahrgang: 834 Bewerbungen, 508 Teilnehmerinnen, 333 Gründungen

Insgesamt wurden bereits 708 Gründungen erfolgreich begleitet.

Warum spezielle Gründungsförderung für Frauen wichtig bleibt

Trotz positiver Entwicklungen sind Frauen in der deutschen Gründungslandschaft weiterhin unterrepräsentiert. Viele Gründerinnen stoßen auf Hürden wie fehlenden Zugang zu Kapital, eingeschränkte Netzwerke oder die Herausforderung, Selbständigkeit mit Care-Arbeit und familiären Verpflichtungen zu vereinbaren.

CoCo setzt genau hier an. Das digitale Programm begleitet Frauen über zwölf Monate hinweg von der ersten Geschäftsidee bis zur tragfähigen Gründung und ermöglicht eine Teilnahme unabhängig von Wohnort, Lebenssituation oder beruflichem Hintergrund.

Bundesweit digital und praxisnah

Ein besonderer Erfolgsfaktor von CoCo ist die bundesweite und digitale Ausrichtung. Insbesondere Frauen aus strukturschwachen Regionen erhalten dadurch Zugang zu Wissen, Coaching und unternehmerischen Netzwerken.

„Die steigenden Bewerbungszahlen zeigen deutlich, dass Frauen gründen wollen. Was häufig fehlt, sind Zugang zu Wissen, Netzwerken und die passende Begleitung. Genau hier setzt CoCo an. Wir schaffen Rahmenbedingungen, die es Frauen ermöglichen, ihre Ideen erfolgreich in die Umsetzung zu bringen“, erklärt Hannah Radloff, Projektleiterin von CoCo – Frauen gründen.

Die Geschäftsideen der Teilnehmerinnen spiegeln aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen wider. Besonders häufig gründen Frauen in den Bereichen Bildung, E-Commerce, Gesundheit und Pflege, soziale Unternehmen, Konsumgüter, Gastronomie sowie digitale und KI-gestützte Dienstleistungen.

Unternehmerinnen als Zukunftsfaktor

Die Ergebnisse des KfW-Gründungsmonitors und die Entwicklung von CoCo verdeutlichen das große wirtschaftliche Potenzial weiblichen Unternehmertums. Werden bestehende Hürden abgebaut und passende Unterstützungsangebote geschaffen, entstehen neue Unternehmen, innovative Geschäftsmodelle und nachhaltige Impulse für den Wirtschaftsstandort Deutschland.

Über CoCo Frauen gründen

CoCo – Frauen gründen ist ein bundesweites digitales Gründungsprogramm von BerufsWege für Frauen & Social Business Women e.V. Das durch die KfW Stiftung geförderte Programm begleitet Frauen zwölf Monate lang auf ihrem Weg in die Selbständigkeit. Die Trägerorganisation engagiert sich seit 1989 in der beruflichen Frauenförderung. Das Projektteam, bestehend aus 12 Mitarbeiterinnen wird unterstützt von mehr als 40 Referentinnen sowie über 35 Gründungscoaches. Schirmherr des Programms ist Friedensnobelpreisträger Prof. Muhammad Yunus.

Bild Foto (v.l.n.r.) Kerstin Rücker, Gabriele Möhlke Vorstandsvorsitzende Berufswege für Frauen & Social Business Woman e.V., Prof. Mohamed Yunus, Friedensnobelpreisträger.

Quelle BerufsWege für Frauen & Social Business Women e.V.

Wem gehört die Zukunft der Wirtschaft – den Konzernen oder den Menschen?

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Lemonaid: Bio-Getränke, Social Business und AG Bild: v.l.n.r. Die Aufsichtsratsmitglieder von Lemonaid. Nachhaltigkeitsforscher Prof. Dr. Markus Beckmann, Unternehmer und Strategieexperte Christoph Korittke, Aktivistin und Vereinsvorständin Aileen Puhlmann, Profifußballer Jackson Irvine und Gründer Paul Bethke. Fotocredits: lemonaid 

Lemonaid produziert Bio-Getränke und verbindet Social Business mit einer AG-Struktur, um gesellschaftliche Wirkung und wirtschaftlichen Erfolg zusammenzuführen

Wie ist die Idee zu Lemonaid entstanden und wer steckt hinter der Marke?

Das ist eine längere Geschichte. Für mich war klar, dass ich meine Privilegien für etwas Sinnvolles einsetzen möchte. Am Ende wollte ich nicht „nur“ mein Eigenheim abbezahlen, sondern Menschen unterstützen, die sich in einer weniger komfortablen Situation befinden. So bin ich zunächst in die Entwicklungszusammenarbeit für die Bundesregierung hinein geraten. Hier fehlte mir jedoch das effizienzgetriebene Denken, dass in meinen Augen jedem Projekt, das Impact erzeugen will gut tut. Dies führte dann zur Gründung eines Social Business. Obwohl es diesen Begriff damals noch nicht einmal gab. Wir sind ein Dinosaurier der Szene.

Warum war euch von Anfang an wichtig, wirtschaftlichen Erfolg mit sozialer Wirkung zu verbinden?

Die Wirtschaft ist der stärkste und wichtigste Motor dieses Planeten. Es ist ein System, welches sich schlicht bewiesen hat. Das Effizientere und Nützlichste macht das Rennen – was dieser subjektive Nutzen auch immer sein mag. Da sich hieran historisch viele unverhältnismäßig bereichert haben, hat die Wirtschaft einen sehr negativen Ruf bekommen. Für viele ist sie sogar „böse“.

In meinen Augen wird hier allerdings fälschlicherweise ein System beschuldigt, das an sich nicht das Problem ist. Das mögliche „Böse“ ist, wenn überhaupt, der Nutzer.

Ich wollte mit unserem Projekt dafür inspirieren, dass die Gründung eines Unternehmens sehr wohl auch soziale Zwecke verfolgen und erfüllen kann. Und positive Effekte der gesamten Wertschöpfung möglich sind.

Was bedeutet fair gestaltete Wertschöpfung konkret für Lemonaid?

Es bedeutet, dass jede wertschaffende Gruppe entlang der Erschaffung des Produktes ein würdevolles Leben führen kann. Das bedeutet sowohl wirtschaftlich als auch gesundheitlich. Insofern war es für mich immer klar, im Bereich der Lebensmittel ausschließlich biologisch zertifizierte Landwirtschaft zu fördern. Und ein System zu fördern, oder sogar selbst zu erschaffen, das neue positive wirtschaftliche Perspektiven ermöglicht.

Wie schafft ihr es, soziale Verantwortung und Wachstum miteinander zu verbinden?

Das ist nicht so schwer, wie es klingt. Wir haben von Beginn an ein einfaches System erschaffen. Mit jedem von uns verkauftem Produkt wird ein Fixbetrag des Umsatzes an gemeinnützige Projekte weitergegeben. Das können wir kommunizieren und ist ein Baustein der unabhängig aller anderen Themenfelder einzukalkulieren ist. Die Kunden erfreuen sich ihres Beitrages und wir haben ein klares, transparentes System. Zusätzlich schauen wir natürlich sehr darauf, dass auch alle anderen Partner an der Wertschöpfung gut verdienen. Auch die Mitarbeitenden und Partner, die hier in Europa unsere Produkte verkaufen.

Lemonaid spricht davon, eine AG „anders zu denken“. Was genau meint ihr damit?

Wir gehen den nächsten Schritt. Für viele ist eine AG per se erstmal „gross und negativ“. Das ist aber wieder nur der Nutzung des Systems zuzuschreiben. Nicht dem System selbst. Das Aktienrecht an sich ist eigentlich sehr demokratisch und sozial. Und setzt Teilhaberschaft sehr hoch an. Was an sich gut ist. Negativ wurde der Ruf dadurch, dass Großinvestoren, diese demokratische Macht „bündeln“ und somit eben nicht der Eindruck eines ausgewogenen Unternehmes entsteht. Wenn wir uns den DAX angucken ist es eben Tatsache, dass ein Blackrock einer der größten Aktionäre ist. Und das ist sicher in den meisten Ländern so. Hier gehen wir bewusst einen anderen Weg. Wir wollen unsere SupporterInnen und Gleichgesinnten Teilhaberschaft ermöglichen. Direkt. Ohne „Broker. Wie genau das aussehen wird, werden wir zeitnah veröffentlichen. Fest steht, dass es ein sehr ungewöhnlicher Weg sein wird.

Warum ist die neue Unternehmensstruktur für euch mehr als nur ein wirtschaftlicher Schritt?

Weil wir erneut aufzeigen wollen, dass nicht das System das Problem ist, sondern die Nutzerschaft. Eine AG kann ein Social Business sein. Eine AG kann demokratisch strukturiert sein. Und eine AG kann allen entlang der Wertschöpgunskette Nutzen bringen. Eine Hauptversammlung kann Freude bringen – und es darf getanzt werden. Es muss kein grauer Börsensumpf sein. Hier wollen wir erneut Pionierarbeit leisten. Zeigen, dass es geht.

Welche Rolle spielt gesellschaftliche Wirkung heute für eure strategischen Entscheidungen?

Es ist der wichtigste Punkt bei allem, was wir tun: Was bedeutet mein Handeln für die Gemeinschaft? Von Südafrika und Indien bis in den Berliner Club. Überall.

Was unterscheidet Lemonaid von klassischen Getränkeunternehmen?

Es war nie unser Ansinnen, andere aus dem Getränkemarkt zu verdrängen und uns über Marketing an die Spitze zu arbeiten. Wir wollen die Getränke als Mittel zum Zweck nutzen. Gute Bioprodukte über die gesprochen wird, weil sie gesellschaftliche Relevanz haben. Weil sie Dinge thematisieren, die für die Gemeinschaft wichtig sind.

Warum war euch ein divers besetzter Aufsichtsrat mit Persönlichkeiten aus Kultur, Sport und Gesellschaft wichtig?

Mit dem, was ich gerade beschrieben habe, ist ein divers besetzter AR selbstredend. Er ergibt sich automatisch. Wenn verschiedene Sichtweisen inkludiert werden sollen, macht ein Gremium aus Ex-Vorständen etablierter Unternehmen keinen Sinn. Es braucht den Blick aus allen Ecken der Gesellschaft. Es braucht ein Gremium von Menschen, die aus Ihrer Box herausgucken wollen.

Welche Herausforderungen begegnen euch aktuell auf dem Weg in die nächste Wachstumsphase?

Wir sind zu 100% in Gründerhand. Das ist sehr selten. Wir wollten nie Großinvestoren beteiligen. Auch hier wieder um aufzuzeigen, dass dieser Weg denkbar ist. Und das erfolgreich. Nach 17 Jahren wollen wir uns aber auch für die Unterstützerinnen öffnen. Und gemeinsam noch mehr Wirkung erzeugen. Das geht zusammen viel besser als allein. Es gab jedoch länger nicht die passenden Strukturen. Denn eine AG ohne Börse war lange Zeit schwer denkbar.

Lemonaid: Bio-Getränke, Social Business und AG
Gründer Paul Bethke

Gab es Momente, in denen ihr bewusst gegen klassische Marktlogiken entschieden habt?

Die Logik des Marktes war nie unser Gegner. Die Spielregeln gelten für alle gleich. Auch für uns. Wir müssen das, was wir ausgeben, erwirtschaften. Langfristig. Wir müssen den Kunden etwas bieten, das attraktiver ist als die Alternativen. Diese Regeln haben wir stets im Blick gehabt und respektiert. In meinen Augen sind die Regeln sehr wichtig. Es ist nun nur die Frage, wie du auf dem Weg deiner Reise an die Konsequenzen für deine Mitmenschen denkst. Hier haben wir andere Maßstäbe gesetzt. Das kann aber theoretisch jede. Ohne damit die Wirtschaft zu verfluchen.

Wie blickt ihr auf die Zukunft von Social Businesses in Deutschland?

Wir sind stolz und froh, dass es mittlerweile über 500 Social Businesses gibt. Tendenz stark steigend. Natürlich sind wir hierfür nicht verantwortlich. Wir haben allerdings sicher ein wenig dazu beigetragen, dass andere auch mehr Mut haben konnten, den Schritt zu wagen. Gleichzeitig weht global gerade ein sehr harter und egozentrischer Wind. Politisch und wirtschaftlich. Ich hoffe, dass hier nach Regen wieder Sonne kommt. Schnell.

Welche nächsten Entwicklungen plant ihr aktuell für Lemonaid?

Wir sind weiterhin erst am Anfang unserer Reise. Wir verkaufen bereits in über 35.000 Läden und über 25 Ländern. Von Singapur bis Norwegen. Von Wholefoods über das Mandarin Oriental bis hin zum Berliner Kellerklub. Gleichzeitig ist das Potential noch nicht einmal ansatzweise ausgeschöpft. Wir planen dieses Jahr mit über 40 Millionen verkauften Produkten. Eine Verzehnfachung haben wir schon hinter uns – die kann aber genauso gut weiterhin in die Zukunft projiziert werden. Im Kosmos der Getränkewelt haben wir eine Marke erschaffen, die im nächsten Schritt ihre Kraft erst entfalten wird. Davon bin ich recht überzeugt.

Wir werden somit alles in den Ausbau der internationalen Märkte stecken. Unser Büro in London und Paris werden weiter wachsen. Es sind die für uns stärksten Wachstumstreiber. Und die Welt da draussen ist gross. Da stehen wir weiterhin ganz am Anfang.

Welche drei Ratschläge würdet ihr anderen Gründerinnen und Gründern mit auf den Weg geben?

Ich bin nicht der Typ für Ratschläge. Ich habe selbst erfahren, dass Naivität nicht unbedingt schlecht ist. Als Gründer Wenn ich alles bis ins letzte Detail durchplane fängt meist niemand an. Wer nichts macht, macht zwar auch nichts falsch – aber es ist die falsche Denke. Es sollte dem Neuen eine Chance gegeben werden. Und wenn das dann noch das Wohl der Allgemeinheit befeuert, perfekt!

Bild: v.l.n.r. Die Aufsichtsratsmitglieder von Lemonaid. Nachhaltigkeitsforscher Prof. Dr. Markus Beckmann, Unternehmer und Strategieexperte Christoph Korittke, Aktivistin und Vereinsvorständin Aileen Puhlmann, Profifußballer Jackson Irvine und Gründer Paul Bethke. Fotocredits: Lemonaid 

Wir bedanken uns bei Paul Bethke für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder


Premium Start-up: Lemonaid

lemonaid logo

Kontakt:

Lemonaid Beverages AG
Neuer Kamp 31
20359 Hamburg

https://www.bethechange.lemon-aid.de/
wenke.blumenroth@lemonaid.de
+49 40 226 30 35 0

Ansprechpartner: Wenke Blumenroth

Social Media:
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Wird aus einem Detail bald das nächste große Modeaccessoire?

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backlessory: BH und Backlets aus Stoff im Kopf Ilka Pfisterer backlessory

backlessory entwickelt Backlets für BHs und macht den klassischen BH Verschluss zu einem sichtbaren Fashion Accessoire für rückenfreie Outfits. Das Startup ist Teil des Stoff im Kopf Accelerators und arbeitet aktuell am Marktstart seiner ersten Kollektion

Wie entstand die Idee zu backlessory und wer steckt hinter dem Startup?

Ich hatte ein Kleid mit Rückenausschnitt und wusste nie, was ich darunter anziehen soll. Es gibt einfach keine Lösung, die Komfort und Styling bietet. Da hatte ich die Idee und ich habe angefangen einen ersten Prototypen zu nähen. Meine Mutter unterstützt mich im Hintergrund, wir sind also ein Mutter-Tochter-Team.

Warum war der klassische BH Verschluss für euch der Ausgangspunkt für ein neues Fashion Konzept?

Bei Rückenausschnitten ist immer ein Teil des BH-Verschlusses sichtbar. Ich habe mir gedacht: Was ist so schlimm daran, dass man den BH-Verschluss sieht? Die einzige Antwort, die mir dazu eingefallen ist: Nichts, er ist nur hässlich. So ist die Idee entstanden, aus dem BH-Verschluss ein It-Piece zu machen.

Wie kamt ihr auf die Idee, den BH Verschluss bewusst sichtbar und zum Statement-Piece zu machen?

Zuerst dachte ich daran, die Rückseite des BHs ganz dünn und zierlich zu gestalten. Aber je länger ich darüber nachgedacht und ausprobiert habe, desto besser fand ich die auffälligeren Designs. Wenn das Band gut zum Outfit passt, ist das ein echter Hingucker. Ich glaube ich kann sagen: wir haben ein neues Accessoire erfunden – das Backlet!

Welche Zielgruppe möchtet ihr mit backlessory besonders ansprechen?

Unsere Zielgruppe sind primär junge Frauen, die sich durch Mode ausdrücken wollen.

Welche Rolle spielen Individualität und Styling bei euren Produkten?

Das Styling ist natürlich der primäre Faktor – es geht ja um ein Accessoire oder sogar Statement-Piece. Langfristig möchten wir unsere Backlets auch gerne individualisierbar machen.

Wie wichtig ist euch neben dem modischen Aspekt auch der Komfort im Alltag?

Enorm wichtig! Denn genau darum geht es ja: Die bisherigen Lösungen für rückenfreie Outfits sind immer ein Kompromiss zwischen Styling und Komfort. Wir bieten die Möglichkeit einen ganz normalen BH unter einem rückenfreien Outfit anzuziehen. Also Styling ohne Einbuße in Komfort und Halt.

Welche Herausforderungen begegnen euch beim Aufbau einer jungen Fashion Marke?

Ganz klar: die Zuliefererkette. Es ist enorm schwierig Business Partner zu finden, die auch kleinere Abnahmemengen liefern. Dazu kommt, dass wir branchenfremd sind und uns erst einmal in die Fachtermini und die branchenüblichen Abläufe einfinden mussten.

Wie reagiert eure Community bislang auf die Idee hinter backlessory?

Wir bekommen sehr gutes Feedback! Die häufigste Antwort auf unsere Idee ist: Warum gibt es das noch nicht? Das gibt uns natürlich enormen Rückenwind und hilft uns auch bei Rückschlägen weiterzumachen.

Welche Bedeutung hat die Teilnahme am Stoff im Kopf Accelerator für eure Entwicklung?

Ich bin ein großer Fan des Programms! Man hat von der ersten Minute an gemerkt, wie viel Engagement und Detailarbeit dort einfließt. Alle, egal ob Organisatorinnen, Teilnehmerinnen oder Mentor*innen, sind unglaublich unterstützend und immer offen für Fragen. Auch aus den Workshops habe ich enorm viel mitgenommen, was mich sicherlich nicht nur im Startup weiterbringt.

Was unterscheidet backlessory aus eurer Sicht von klassischen Accessoire oder Fashion Labels?

Backlessory schlägt die Brücke von einem BH, den man eigentlich versteckt, und einem Accessoire, das man bewusst zeigt. Wir haben den BH uminterpretiert und mit den Backlets ein neues Accessoire erfunden. Ich ziehe immer den Vergleich zu Socken. Socken waren früher unauffällig, meist schwarz oder weiß. Heute sind sie knallbunt und funktionieren als Teil des Outfits. Genau da möchte ich die Backlets auch hinbringen.

Welche nächsten Schritte plant ihr für backlessory in den kommenden Monaten?

Wir arbeiten an unserer ersten Kleinserie und werden in den nächsten 1-2 Monaten launchen.

Welche drei Ratschläge würdet ihr anderen Gründerinnen und Gründern mit auf den Weg geben?

Erstens: Einfach mal machen! Man muss loslegen und darf nicht zu verkopft an die Sache herangehen.

Zweitens: Sich selbst erlauben nicht perfekt zu sein. Das erste Produkt wird nicht perfekt und das ist okay, das muss man akzeptieren. Man ist eben kein etablierter Großkonzern, sondern ein Startup.

Drittens: Niemals aufgeben. Es wird Rückschläge geben, und zwar viel mehr als man denkt. Wichtig ist wieder aufzustehen und die Kraft zu finden weiterzumachen.

Bildcredits privat

Wir bedanken uns bei Ilka Pfisterer für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Steht die Modebranche vor einem neuen Umgang mit Ressourcen?

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MOOT: Upcycling für ausrangierte Textilien Bild Das MOOT Team in Berlin,Neukölln Credit: MOOT Upcycling GmbH

MOOT verwandelt ausrangierte Textilien durch Upcycling in neue Produkte und zeigt nach dem Auftritt in der The Green Deal Show, wie nachhaltige Mode wirtschaftlich funktionieren kann

Wie entstand die Idee zu MOOT und wann war euch klar, dass daraus ein Unternehmen werden kann?

Die Idee entstand aus einer einfachen Beobachtung: Tonnenweise brauchbare Textilien landen täglich im Müll, während die Modeindustrie gleichzeitig immer neue Ressourcen verbraucht. Nils, ausgebildeter Modedesigner mit Fokus auf zirkuläres Design, und ich, studierter BWLer mit Startup-Erfahrung, kannten uns als langjährige Freunde und merkten schnell, dass wir die perfekte Kombination für dieses Vorhaben mitbringen. 2020 gründeten wir MOOT – mitten in der Pandemie. Was mit einem T-Shirt aus Bettwäsche anfing, entwickelte sich schnell in eine breite Produktpalette aus verschiedensten Materialien. Dass aus der Idee ein echtes Unternehmen werden kann, wurde uns spätestens klar, als die erste Crowdfunding-Kampagne erfolgreich war.

Was hat euch dazu motiviert, ausrangierten Materialien ein zweites Leben zu geben?

Der Kern war immer die Überzeugung, dass Upcycling nicht Nischenkunst, sondern massentauglich sein kann. Wir wollten zeigen, dass aus entsorgten Textilien hochwertige, designstarke Produkte entstehen können und das alles lokal, fair und mit echter Geschichte.

MOOT war am 29. Mai 2026 in der zweiten Folge von The Green Deal Show zu sehen. Wie habt ihr die Zeit rund um die Sendung erlebt?

Die Wochen vor der Ausstrahlung waren spannend, The Green Deal Show ist ein ganz neues Konzept und entsprechend gab es keine Erfahrungswerte auf die wir zurückgreifen konnten. Die Aufzeichnung fand Mitte April 2026 vor Live-Publikum in Berlin statt, das war ein besonderes Erlebnis denn fast unser gesamtes Team (inzwischen sind wird 14 Personen) konnte im Publikum sitzen. Auf der Bühne zu stehen und unsere Mission vor der Creator Jury zu pitchen, war sowohl aufregend als auch extrem motivierend. Das am Ende alle drei Creator mit uns kooperieren wollten, zeigt dass wir wohl alles richtig gemacht haben!

Welche Eindrücke habt ihr aus The Green Deal Show mitgenommen?

Was uns am meisten beeindruckt hat, war das Konzept der Show selbst: Hier geht es nicht um Kapital, sondern um Reichweite. Die Jury steht für echte Haltung und bringt Communities mit, die sich für Nachhaltigkeit interessieren. Das fühlt sich sehr authentisch an. Und das Live-Publikum, das per Online-Tool über „Coins“ abstimmt, hat uns gezeigt, dass die breite Gesellschaft das Thema Upcycling verstehen und fördern möchte.

Gab es nach der Ausstrahlung spürbare Veränderungen für MOOT, etwa bei Reichweite, Anfragen oder Partnerschaften?

Direkt nach der Ausstrahlung konnten wir definitiv mehr Traffic auf unseren Seiten verbuchen, doch besonders spannend wird es dann, wenn unser Deal mit den Creator umgesetzt wird.

Kam es durch The Green Deal Show zu einem Deal oder weiteren Gesprächen mit möglichen Partnern?

Das Format lebt davon, dass Creator ihre Reichweite einsetzen und genau das ist passiert. Es gab konkrete Gespräche mit Creator, die wir nun weiterführen. Details dazu werden sich in den kommenden Wochen zeigen. Wir haben auf jeden Fall richtig Lust auf die Kooperation!

Wie ging es für euch nach der Sendung konkret weiter?

Ganz ehrlich, nach der Show ging es direkt weiter mit unserem operativen Geschäft – also der Betreuung des Online Shops aber vor allem der Umsetzung von B2B Kooperationen. Da stecken wir gerade in einer sehr intensiven Phase. Außerdem arbeiten wir gerade auch an einem Förderprojekt mit der DBU zusammen, die ja auch Sponsoren der Green Deal Show sind. Also nach der Show ging’s erstmal zurück zu Business as usual.

Welche Herausforderungen begegnen euch beim Thema nachhaltige Produktion und Upcycling im Alltag am häufigsten?

Die größte Herausforderung, die wir im D2C Bereich haben ist tatsächlich die Kommunikation. Unsere Produkte haben Erklärungsbedarf und viele Produkte sind Unikate. Das macht die Vermarktung kompliziert und genau deshalb ist die Green Deal Show für uns auch so eine spannende Möglichkeit.

Was macht MOOT aus eurer Sicht besonders im Vergleich zu anderen nachhaltigen Fashion Startups?

Wir verwenden zu 100 % aussortierte Materialien – kein Greenwashing, kein „ein bisschen recycelt“. Jedes Produkt rettet Textilien. Gleichzeitig haben wir mit MOOTstudio ein industriell skalierbares B2B-Modell entwickelt: Wir upcyceln ausgedienten Uniformen, Werbematerialien oder Arbeitskleidung für Unternehmen wie DHL oder den DFB. Das verbindet Impact mit echter Wirtschaftlichkeit.

Wie schafft ihr es, Nachhaltigkeit und wirtschaftliches Wachstum miteinander zu verbinden?

Indem wir beides nicht als Widerspruch begreifen. Unsere Kreislaufwirtschaft spart Rohstoffkosten, schafft einzigartige Produkte mit Mehrwert und spricht eine Zielgruppe an, die bewusst konsumieren will. Das B2B-Segment über MOOTstudio bringt Skalierbarkeit, die im reinen B2C schwieriger zu erreichen ist.

Welche Ziele verfolgt MOOT in den kommenden Jahren?

Wir wollen Upcycling als Standard etablieren – nicht als Ausnahme. Konkret bedeutet das: Wachstum im B2B-Bereich, neue Partnerschaften für den Textilnachschub, und weitere Auszeichnungen wie der Circular Fashion Fund als Signal an die Branche. Langfristig wollen wir die Upcycling-Quote in der deutschen Textilindustrie spürbar erhöhen und MOOT als europäische Referenz für zirkuläre Mode positionieren.

Würdet ihr anderen Startups empfehlen, bei The Green Deal Show teilzunehmen und warum?

Absolut. Das Format ist einzigartig, weil es nicht um Bewertungen und Term Sheets geht, sondern um echte Community-Verbindungen. Wenn ihr ein nachhaltiges Startup seid, das eine Geschichte zu erzählen hat und eine junge, bewusste Zielgruppe ansprechen wollt, ist das eine super Bühne. Die Jury bringt nicht nur Reichweite, sondern auch Glaubwürdigkeit.

Welche drei Tipps würdet ihr Gründer geben, die heute ein nachhaltiges Startup aufbauen möchten?

Mission first – aber Zahlen kennen. Ohne eine echte Überzeugung kommt man nicht durch die harten Phasen. Aber wirtschaftliches und rechtliches Know-How ist unerlässlich. Beides zusammen ist der Schlüssel.

B2B früh mitdenken. Ein direkter Kanal zu Unternehmenskund gibt Planungssicherheit und skaliert besser als reiner D2C-Vertrieb.

Community vor Kapital. Baut zuerst echte Beziehungen auf – zu Kund, Partner, Gleichgesinnten. Wer das hat, findet auch Investor.

Bild Das MOOT Team in Berlin,Neukölln Credit: MOOT Upcycling GmbH

Wir bedanken uns bei Nils Neubauer und Michael Pfeifer für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Steht die Lebensmittelindustrie vor ihrem größten Wandel seit Jahrzehnten?

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NEOH: Zucker, Innovation und neuer Genuss Manuel Zeller CEO NEOH

NEOH entwickelt zuckerreduzierte Süßigkeiten und setzt mit Innovation auf vollen Geschmack ohne Kompromisse

Wie entstand die Idee zu NEOH und welche Entwicklungsschritte waren seit dem Start besonders prägend?

Ich liebe Naschen – und ich glaube, damit bin ich nicht allein. Gleichzeitig war mir immer bewusst, dass herkömmliche Süßigkeiten gesundheitlich Schrott sind. Genau daraus entstand vor über 15 Jahren die Idee zu NEOH: Genuss und Gesundheit miteinander zu verbinden, ohne Kompromisse beim Geschmack einzugehen.

Der Weg dorthin verlief alles andere als geradlinig. Es gab tausende Schritte nach vorne, aber auch viele Rückschläge. Pionierarbeit bedeutet, ständig Neues auszuprobieren, ohne zu wissen, ob es funktionieren wird. Gerade in einem Markt, in dem vieles seit Jahrzehnten unverändert ist, braucht echte Innovation Ausdauer, Mut und Geduld.

Auch wenn wir als Team bereits enorm viel Zeit, Energie und Know-how investiert haben, sehe ich diese Transformation noch immer erst am Anfang. Genau das macht die Reise so spannend.

Mit welchem Anspruch ist NEOH angetreten, den Markt für Süßigkeiten und Snacks zu verändern?

Die Industrie ist seit Jahrzehnten ohne echte Veränderung und Innovation. Nach Tabak wird Zucker in hohen Mengen einfach der nächste große Gegner der Menschheit. Das schreit nach einer Transformation. Klar ist auch: Das ist eine Milliardenindustrie – d. h. es wird dauern, hier Veränderungen herbeizuführen und es wird einem alles abverlangen.

Wie schafft es NEOH, Geschmack und zuckerreduzierte Rezepturen miteinander zu verbinden?

Am Ende waren es tausende Versuche in einer speziellen sensorischen Matrix, gepaart mit neuartigen Testmethoden rund um die gesundheitlichen Auswirkungen. Diese Tests wurden sorgfältig in eine gut geschützte Datenbank eingetragen und täglich weiter ausgeführt. Diese Daten bilden die Basis der Formel. Am Ende sind es mehr als 20 verschiedene pflanzliche Ballaststoffe aus unterschiedlichsten Quellen und Herstellungsverfahren, die genau in dieser Zusammensetzung geschmacklich 100 % funktionieren und die Basis der Innovation bilden.

Welche Zielgruppen stehen für euch aktuell besonders im Fokus?

65 % der Österreicher und Deutschen sagen, sie würden sofort auf Zucker verzichten – aber sie sind nicht bereit, geschmacklich einen Kompromiss zu akzeptieren. Das ist das Ziel: diese Menschen so schnell wie möglich über NEOH und unsere ZERO+-Technologie zu informieren und sie als potenzielle Kunden zu erreichen. Unsere ersten Fans stammen aus der Fitnessszene, gefolgt von jungen Familien, die für uns eine sehr wichtige Zielgruppe darstellen.

NEOH: Zucker, Innovation und neuer Genuss  CRISP N CREAM Couch

(c) Dominic Berchtold
CRISP N CREAM Couch
(c) Dominic Berchtold

Wie reagieren Konsumenten auf Produkte von NEOH im Vergleich zu klassischen Süßigkeiten?

Bei Verkostungen gewinnen wir sehr schnell neue Fans. Der Geschmack überzeugt! Wenn wir noch dazu die Aufklärungsarbeit direkt leisten können, gibt es kaum Leute, die nicht begeisterte NEOH-Kunden werden. Diese „Aufklärung“ zu skalieren ist nun die große Herausforderung.

Welche Herausforderungen bringt die Entwicklung innovativer Snackprodukte mit sich?

Innovation hat immer ihren Preis – in der Lebensmittelindustrie zeigt sich das besonders stark entlang der gesamten Supply Chain. Bei uns kommt nichts von der Stange. Viele Rohstoffe müssen wir selbst entwickeln, produzieren oder speziell produzieren lassen, weil bestehende Lösungen unsere Anforderungen schlicht nicht erfüllen.

Unser neuestes Produkt, der Milky Choc, besteht beispielsweise zu rund 90 % aus Rohstoffen, die wir zuvor selbst entwickelt haben. Das bedeutet: Wir kontrollieren nicht nur das Endprodukt, sondern bereits die Rohstoffe und deren Herstellungsprozesse. Genau das macht solche Innovationen überhaupt erst möglich.

Auch in der Produktion beginnt mit jedem neuen Produkt wieder ein Lernprozess: neue Tests, neue Herausforderungen, neue Lösungen. Das ist oft aufwendig, aber gleichzeitig auch ein großer Vorteil. Denn jede gelöste Herausforderung zeigt, wie komplex diese Technologie tatsächlich ist. Und genau diese Komplexität verschafft uns am Ende einen Vorsprung, den man nicht einfach kopieren kann.

Wie wichtig sind Forschung und Produktentwicklung für die langfristige Strategie von NEOH?

Das ist die Basis der Idee. Auch wenn nun zunehmend Vertrieb und Marketing wichtiger werden – die Basis bildet das Ziel, das innovativste Schokoladenprodukt der Welt zu sein. Innovation macht das Marketing günstiger, den Vertrieb einfacher und somit die Skalierung effizienter. Deshalb war auch klar: Das Produkt muss 100 % sitzen – und da sind wir nun nach 15 Jahren tatsächlich angekommen. Jetzt geht es darum, den Innovationsvorsprung auszubauen und gleichzeitig zu skalieren. Am Ende bringt die Innovation nichts, wenn sie nicht erreichbar, skaliert oder generell nicht verfügbar ist.

NEOH hat in den vergangenen Jahren mehrere Finanzierungsrunden abgeschlossen. Wie wichtig war externes Kapital für euer Wachstum?

Wir bewegen uns in einem extrem kompetitiven Markt neben internationalen Konzernen, die um ein Vielfaches größer sind als wir. Gleichzeitig haben wir Forschung und Produktentwicklung völlig neu gedacht. Doch echte Innovation in dieser Tiefe ist ohne entsprechendes Budget nicht möglich.

Externes Kapital war deshalb ein entscheidender Faktor für unser Wachstum. Es ermöglicht uns, langfristig zu forschen, neue Technologien zu entwickeln und die gesamte Wertschöpfungskette selbst aufzubauen – von den Rohstoffen bis zum fertigen Produkt.

Genauso wichtig wie das Kapital selbst sind aber die richtigen strategischen Partner. Sie bringen Erfahrung und Netzwerke mit ein und öffnen Türen, die einem als junges Unternehmen sonst verschlossen bleiben würden. Diese Kombination aus Finanzierung, Know-how und Partnerschaften war und ist für unseren Weg essenziell.

Warum war es euch wichtig, Investoren an Bord zu holen, und worauf achtet ihr bei solchen Partnerschaften besonders?

Bei der Auswahl von Investoren war uns immer wichtig, dass die Partnerschaften auch menschlich und philosophisch zu uns passen. Es gibt gewisse Konstellationen, die wir bewusst ausgeschlossen haben – einfach weil Werte, Ethik oder die langfristige Vision nicht kompatibel gewesen wären.

Gleichzeitig muss man als wachsendes Unternehmen auch realistisch sein: Es gibt Phasen, in denen enormer Druck entsteht. Manche Herausforderungen sind selbst verschuldet, andere kommen von außen – wie Corona, massive Rohstoffpreissteigerungen oder zuletzt die Kakaopreiskrise. In solchen Situationen kämpft man teilweise schlicht ums Überleben und hat nicht unbegrenzt viele Optionen zur Auswahl.

Umso stolzer sind wir heute auf unser Investoren-Setup. Wir haben ein außergewöhnlich breites und starkes Netzwerk aufgebaut – mit Partnern aus unterschiedlichsten Branchen und Kompetenzfeldern. Von Supply Chain über Produktion bis hin zu Vertrieb und Handel bringen unsere Investoren wertvolles Know-how und echte operative Stärke mit.

Genau dieses Netzwerk gibt uns Rückenwind in Wachstumsphasen und Stabilität in schwierigen Zeiten. Und das ist oft genauso wertvoll wie das Kapital selbst.

Was erwarten Investoren heute von einem Food-Tech-Unternehmen wie NEOH?

Investoren erwarten heute vor allem eines: Skalierung. Die zentrale Frage lautet nicht mehr, ob die Lösung funktioniert, sondern wie schnell und international sie wachsen kann.

Viele Investoren verstehen mittlerweile das enorme Potenzial hinter Food-Tech-Innovationen wie NEOH. Es geht nicht nur um ein einzelnes Produkt, sondern um die Möglichkeit, ein jahrzehntealtes Paradigma in der Lebensmittelindustrie nachhaltig zu verändern und eine Lösung zu erschaffen, die die Ernährungsgewohnheiten der Menschen verändern kann.

Über das Timing kann man diskutieren – darüber, wie schnell sich Märkte verändern oder Konsumenten umdenken. Aber am grundlegenden Resultat zweifeln die wenigsten: Der Bedarf an gesünderen Alternativen mit vollem Geschmack wird langfristig massiv wachsen.

Was macht NEOH aus eurer Sicht einzigartig im Bereich Functional Food und Snacks?

Der größte Unterschied ist ganz klar der Geschmack. Genau daran scheitern viele Produkte im Bereich Zuckerersatz oder Functional Food. Sensorisch können wir uns hier deutlich von klassischen Zuckerersatzstoffen abheben.

Das Besondere dabei: Wir erreichen das nicht durch künstliche Kompromisse, sondern vorwiegend mit pflanzlichen Ballaststoffen. Diese sind nicht nur deutlich besser als Zucker, sondern können sogar positive gesundheitliche Effekte haben.

Genau diese Kombination aus vollem Geschmack, innovativer Technologie und funktionalen Inhaltsstoffen macht NEOH aus unserer Sicht einzigartig.

NEOH: Zucker, Innovation und neuer Genuss Lifestyle Berry Riegel Berg

(c) Dominic Berchtold
Lifestyle Berry Riegel Berg
(c) Dominic Berchtold

Welche nächsten Schritte plant NEOH in den kommenden Jahren?

In den kommenden Jahren wollen wir NEOH sowohl auf Produkt- als auch auf Marktebene konsequent weiterentwickeln – insbesondere in Österreich und Deutschland. Gleichzeitig liegt ein großer Fokus auf unserem B2B-Bereich: Wir möchten unsere Technologie und Rohstofflösungen in möglichst viele unterschiedliche Lebensmittelanwendungen bringen – weit über die Schokoladenindustrie hinaus.

Das Spannende dabei ist: Schokolade gilt als eine der schwierigsten Produktmatrizen überhaupt, wenn es um Zuckerreduktion geht. Genau dort haben wir unsere Technologie entwickelt und perfektioniert. Dadurch zeigt sich auch in anderen Anwendungen ein besonders starker Vorteil gegenüber bestehenden Lösungen.

Ob Joghurt, Saucen, Cerealien, Backwaren oder mittlerweile sogar Getränke – unsere Technologie ermöglicht auch dort eine deutliche Zuckerreduktion, ohne beim Geschmack Kompromisse einzugehen. Genau darin sehen wir enormes internationales Potenzial.

Welche drei Tipps würdet ihr anderen Gründerinnen und Gründern aus euren bisherigen Erfahrungen mitgeben?

Geh einen eigenen Weg. Es gibt keine Patentformel für Erfolg. Jedes Unternehmen hat seine eigene Story, seine eigenen Herausforderungen.

Try and Error: Am Ende geht es um viel probieren, Dinge neu denken, testen, fallen, aufstehen.

Durchhaltevermögen ist keine Tugend, sondern die Eintrittsbedingung. Alle Erfolgsstories sind einzigartig, aber eines vereint sie: unglaubliches Durchhalten und das Überstehen von dutzenden Krisen. Wer glaubt, es geht leicht, sollte sich eine andere Beschäftigung suchen.

Bildcredits NEOH

Wir bedanken uns bei Manuel Zeller für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder


Premium Start-up: NEOH

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Thaliastraße 32/1/22
1160 Wien
Austria

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office@neoh.com
+43 1 934 69 28

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Weshalb entdecken immer mehr Menschen ausgerechnet diese Sportart für sich?

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RCKTCRW: Laufsocken für eine starke Community teambild

RCKTCRW entwickelt hochwertige Laufsocken und baut eine Community für sportbegeisterte Menschen auf. Mit Fokus auf Design, Performance und nachhaltige Produktion arbeitet das Startup aktuell auch im Stoff im Kopf Accelerator an der Weiterentwicklung seiner Marke

Wie entstand die Idee zu RCKTCRW und wie habt ihr drei euch als Gründerteam zusammengefunden?

Die Idee zu RCKTCRW entstand aus einem eigenen Problem & parallel dem Wunsch zu gründen. Amelie ist Läuferin und hat vor einigen Jahren selbst nach Laufsocken gesucht, die sowohl funktional als auch optisch modern & clean sind – und war überrascht, wie wenig Auswahl es in diesem Bereich gab. Oder besser: Dass es hier tatsächlich gar nichts passendes für sie gab. Die bisher technisch guten Laufsocken sahen aus wie Medizinprodukte oder waren so bunt, dass sie wohl nur zum einem weißen Blatt Papier passen würden, nicht aber zu meist bunten Laufschuhen. Alternativen wie Rennradsocken oder normale Tennissocken für den Alltag sind wiederum nichts für anspruchsvolle Läufer*innen. Wir wollten genau diese Lücke schließen und eine Marke schaffen, die beides vereint: Running-Produkte dürfen endlich ästhetisch UND performant sein.

Amelie pitchte die Idee kurzerhand Vicky und Max. Wir sind drei Freunde: Max und Amelie kennen sich aus dem Studium, Vicky ist Max‘ Frau. Wir hatten schon lange darüber gesprochen, gemeinsam ein Business zu starten, sobald die richtige Idee kommt. Menschlich harmonieren wir sehr gut und unsere Skills ergänzen sich perfekt. Mit RCKTCRW kam schließlich auch die passende Idee.

Warum habt ihr euch entschieden, ausgerechnet Laufsocken zum Mittelpunkt eurer Marke zu machen?

Neben der Marktlücke bzw. dem persönlichen Need von Amelie, ist der Running Markt und die gesamte Sportbranche durch das starke Wachstum ein sehr spannender Bereich. Immer mehr Menschen identifizieren sich mit dem Sport und dem Lifestyle dahinter. Die Energie in der Community ist unglaublich mitreißend.

Wir sehen hier langfristig großes Wachstumspotenzial und die Möglichkeit, rund um die Marke kreative Aktionen und analoge Events aufzubauen. Genau hier liegt unsere Leidenschaft und diese wollen wir mit einer eigenen Marke einfangen und weitertragen. Und was gibt es besseres, als das Produkt und die Gründung mit der eigenen Leidenschaft zu verbinden?

Laufsocken waren für uns außerdem der perfekte Einstieg, um RCKTCRW aufzubauen. Wir bootstrappen das Unternehmen und wollten mit einem Produkt starten, das eine realistische Anfangshürde hat, aber trotzdem enormes Potenzial bietet. Socken machen es uns möglich, uns kreativ auszuleben, schnell Feedback aus der Community zu bekommen und starke Brand-Momente zu schaffen.

Spannend war für uns auch der Kontrast zu unseren bisherigen beruflichen Hintergründen: Wir kommen alle drei aus digitalen, teils technischen Jobs und hatten Lust, etwas Physisches zu erschaffen: Ein Produkt, das man selbst entwickelt hat und wirklich in der Hand hält. Viele, die ihre Karriere bisher am PC verbracht haben, werden das vermutlich nachvollziehen können.

Welche Vision verfolgt RCKTCRW über das reine Produkt hinaus?

Unsere Vision geht weit über Sportsocken hinweg. Neben den besten Laufsocken bauen wir mit RCKTCRW eine Marke und eine Community auf, die Menschen verbindet. Wir glauben, dass Sport Menschen zusammenbringen kann – egal ob beim ersten Lauf, im Training oder bei Wettkämpfen. Niemand muss alleine starten. Unser Ziel ist es, eine Crew für alle zu sein.

Gleichzeitig beschäftigen wir uns intensiv mit der Frage, wie moderne Sportprodukte nachhaltiger gedacht werden können. Seit wir in der Textilbranche unterwegs sind, merken wir jeden Tag, wie viel Optimierungspotenzial es noch gibt. Viele Lösungen existieren heute noch gar nicht. Trotzdem sehen wir es als unsere Verantwortung, kontinuierlich besser zu werden und Produkte möglichst bewusst zu entwickeln. Wir produzieren in Europa, testen innovative Ansätze, wie Garn aus Kaffeesatz oder Versandverpackungen, die man zurückgeben kann und hinterfragen jede Entscheidung, egal ob bei der Produktentwicklung oder anderen Bereichen.

Wir arbeiten auch bereits mit Hochdruck an weiteren Produkten, die perfekt zu unserer Vision und unserer Community passen. Nicht nur für unsere Crew, sondern MIT unserer Crew. Wir wollen langfristig eine moderne Sportmarke aufbauen, die Performance, Design und Community miteinander verbindet. Nachhaltigkeit soll dabei ein Selbstverständnis sein. Und wer könnte hier bessere Entscheidungen treffen, als die Crew selbst?

Was macht die Laufsocken von RCKTCRW funktional besonders?

Wir legen großen Wert auf Komfort, Atmungsaktivität und Stabilität: Die Kompression sitzt gezielt dort, wo sie unterstützen soll, ohne unangenehm zu sein und sorgt dafür, dass die Socken genau dort bleiben, wo sie sollen. Dickere Bereiche an Ferse, Zehen und der Fußsohle sorgen für Dämpfung und beugen Blasen vor. Mesh-Bereiche sorgen für optimale Belüftung. Die Socken bestehen aus hochwertigem Polyamid – sie sind super angenehm weich und trotzdem der optimale Supporter für den Fuß.

Warum war euch ein minimalistisches und stylisches Design so wichtig?

Sport ist heute nicht mehr einfach nur Mittel zum Zweck. Viele Menschen möchten sich auch beim Training oder Laufen stilvoll fühlen.

Wir selbst mögen cleane Looks. Elegant und stilvoll, aber nicht langweilig. Genau das wollten wir auf die Laufsocken übertragen und legen Wert auf minimalistische und moderne Designs entwickelt. Socken können gleichzeitig ein Statement sein und sich ins Outfit einfügen – das ist kein Widerspruch.

Gleichzeitig passen reduzierte Designs auch besser zu unserem Nachhaltigkeitsgedanken: Viele Laufschuhe sind sehr auffällig in Farben und Mustern. Da ist es gut, Socken zu haben, die nicht basic sind und dennoch gut zu verschiedenen Schuhen passen.

Welche Bedeutung hat das Thema Community für eure Marke?

Community ist ein zentraler Bestandteil von RCKTCRW. Der Name selbst, die Mischung aus „Rocket“ (= Rakete) und „Crew“ (= Mannschaft) steht bereits für dieses Gefühl von Zusammenhalt und gemeinsamer Energie, das haben wir ganz bewusst so gewählt.

Wir möchten Menschen motivieren, sich gegenseitig zu inspirieren und gemeinsam aktiv zu sein. Deshalb denken wir RCKTCRW nicht nur als Produktmarke, sondern als Plattform für eine moderne Running Community.

Wie lief die einjährige Entwicklungsphase bis zum Verkaufsstart im November 2025 ab?

Die Entwicklungsphase war eine Mischung aus Produktentwicklung, unternehmerischer Themen und vielen Dingen, die wir zu Beginn gar nicht so groß auf dem Schirm hatten: von Unternehmens- und Markenanmeldung über Packaging, Logistik, Shopaufbau und Versandprozesse bis hin zu rechtlichen Themen wie Impressum oder AGB Erstellung.

Der Fokus lag natürlich immer auf dem eigentlichen Produkt: Von Herstellersuche über Materialfindung bis hin zu mehrmaligen Prototypentests. Dabei ging es nicht nur um die Funktionalität, sondern auch um Details wie Passform, Design und die richtige Verpackung.

Man darf dabei nicht vergessen, dass wir zwar bereits einiges an Erfahrung mitbringen, aber eine solche Gründung sehr viele Bereiche abdeckt. Das heißt Wissensaufbau in Form von Recherche, Expertengesprächen und co waren große Bestandteile im ersten Jahr. Gerade als erstes physisches Produkt war das ein riesiger Lernprozess.

Welche Herausforderungen begegnen euch beim Aufbau einer jungen Sportmarke?

Eine der größten Herausforderungen ist es, als junge Marke die richtigen Hersteller zu finden. Partner, die unsere Qualitäts- und Designansprüche umsetzen, Werte teilen und gleichzeitig mit Stückzahlen arbeiten, die für ein Startup realistisch sind. Rückblickend war genau diese intensive Phase aber unglaublich wertvoll, weil wir dadurch ein Produkt und eine Marke aufbauen konnten, hinter denen wir heute zu 100 Prozent stehen.

Gleichzeitig ist die Branche extrem schnell und immer mehr Marken entdecken das Potenzial im Running-Bereich. Dazu kommt die Challenge, in einem Markt mit etablierten Brands das Vertrauen der Kundinnen und Kunden zu gewinnen.

Genau darin liegt aber auch unsere Chance: Wir können schnell lernen, flexibel reagieren und sehr nah an der Community arbeiten. Besonders schön ist, wie supportiv die Running-Community ist – diesen gegenseitigen Support den viele aus Training und Wettkämpfen kennen, dürfen auch wir als Startup erleben. Dafür sind wir sehr dankbar.

Warum fiel die Entscheidung auf Entwicklung in Bayern und Produktion in Italien?

Uns war Qualität von Anfang an extrem wichtig, Kompromisse gehen wir bei unseren Produkten nicht ein. Deshalb wollten wir mit Partnern arbeiten, die viel Erfahrung im Bereich hochwertiger Sporttextilien haben.

Die Entwicklung in Bayern kommt ganz einfach daher, dass wir in Bayern wohnen: Unser Unternehmenssitz ist im schönen Pleinfeld. Die Produkte entwickeln wir selbst. Wir legen großen Wert auf qualitativ hochwertige Produktion in Europa. Italien wiederum steht seit Jahrzehnten für exzellente Textilproduktion und hochwertige Verarbeitung. Genau diesen Anspruch wollten wir auch für unsere Produkte, daher war das für uns ein Match.

Welche Rolle spielt die Teilnahme am Stoff im Kopf Accelerator für die Entwicklung von RCKTCRW?

Der Accelerator ist für uns eine große Chance, um als junge Marke schneller zu wachsen, unsere Produkte noch weiter zu optimieren, sichtbarer zu werden und von erfahrenen Menschen aus der Branche zu lernen.

Wir bündeln im Gründerteam viel Knowhow über IT, Finanzwissen, Foto- & Videografie oder auch Marketing. Im Textilbereich sind wir noch recht neu, das Wissen hierzu haben wir uns seit der Gründung selbst angeeignet und durch die Zusammenarbeit mit Experten erlernt. Bei Stoff im Kopf profitieren wir nun enorm von wertvollen Unternehmenskontakten, Mentoren, Expertennetzwerk und den Inhalten mittels Workshops.

Wie reagieren Läuferinnen und Läufer bislang auf eure Produkte und die Marke?

Das Feedback ist unglaublich positiv! Viele feiern, genauso wie wir, besonders die Kombination aus Funktion und Design, weil genau das im Markt oft fehlt.

Neben den Läufer*innen bekommen wir auch immer wieder tolles Feedback aus anderen Sportbereichen wie Radfahren, Hyrox, Golfen oder Wandern. Unsere Socken haben wir zwar ursprünglich zum Laufen entwickelt, sind aber offensichtlich richtige Allrounder.

Besonders schön ist es für uns zu sehen, dass Menschen nicht nur die Produkte tragen, sondern sich wirklich mit der Marke identifizieren und Teil der RCKTCRW Crew sein wollen. Wir haben durchaus häufig Anfragen von Athletinnen, die uns gerne als Sponsoren hätten. Viele Kundinnen schicken uns immer wieder Bilder, wenn sie die Socken im Urlaub, auf Wettkämpfen oder auch einfach nur auf dem Sofa tragen. Dazu beteiligen sich viele bei unseren Umfragen zu neuen Produkten, Designs oder schicken auch so einfach Ideen ein. Das nehmen wir jedes Mal als unglaublich große Wertschätzung wahr und hätten in keinster Weise damit gerechnet, schon in so kurzer Zeit so tollen Zuspruch zu bekommen.

Welche nächsten Schritte plant ihr für RCKTCRW in den kommenden Monaten?

In den nächsten Monaten haben wir viel geplant: Unser Fokus liegt vor allem auf dem weiteren Aufbau unserer Crew und der Entwicklung neuer Produkte, die perfekt zu unserer Marke passen. Sowohl funktional als auch optisch natürlich. Neue Schnitte und Designs sind bereits im Umsetzung und auch ganz andere Produkte könnt ihr schon bald in unserem Shop entdecken. Wir möchten RCKTCRW durch Community Events und Kooperationen, um Beispiel mit Runclubs oder Sportevents, noch erlebbarer machen.

Durch das tolle Feedback auf unsere Socken sehen wir außerdem großes Potenzial über den Running-Bereich hinaus. Unsere Produkte funktionieren für viele verschiedene Sportarten, weshalb wir uns hier breiter aufstellen werden.

Unser Ziel ist es, Schritt für Schritt eine moderne Sportmarke mit perfekt aufeinander abgestimmten Produkten aufzubauen.

Welche drei Tipps würdet ihr anderen Gründerinnen und Gründern mit auf den Weg geben?

Erstens: Starten. Viele Menschen warten zu lange auf den perfekten Zeitpunkt, aber man lernt am meisten im Prozess. Legt einfach los, besser könnt ihr immer noch werden.

Zweitens: Vernetzen. Geht früh mit anderen Gründerinnen, Expertinnen und vor allem auch euren potentiellen Kundinnen in den Austausch. Gerade am Anfang kann ein gutes Netzwerk unglaublich helfen und viele Türen öffnen. Nutzt „Building in Public“ als erste Marketingmaßnahme und begleitet die Gründung direkt auf Social Media. Wer könnte euch besser sagen, was die Kundinnen wollen, als sie selbst?

Drittens: Verliert euch nicht lange in theoretischen Details. Natürlich solltet ihr nur mit einem guten Produkt live gehen. Es muss aber nicht komplett perfekt sein. Was am Ende wirklich relevant ist, merkt man oft erst am Markt durch echtes Kundenfeedback und viele Dinge, an welchen man zuvor lange getüftelt hat, werden so in Sekundenschnelle unrelevant. Deshalb: lieber schneller starten und lernen. Fail fast.

Bildcredits: RCKTCRW

Wir bedanken uns bei Amelie Hansel für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Wer profitiert wirklich von dem, was wir täglich kaufen?

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tip me: Trinkgeld für faire Lieferketten Bildcredits: Quintus Studios GmbH / Michael Laver, Edit by Clemens Barth tip me in the green deal show

tip me verbindet Trinkgeld und Lieferketten, indem das Startup Konsument direkt mit den Menschen hinter Produkten vernetzt. Bekannt wurde das Konzept zuletzt auch durch den Auftritt in der The Green Deal Show

Wie entstand die Idee zu tip me und was hat euch an klassischen Lieferketten besonders gestört?

Die Idee zu tip me entstand unserem Gründer Jonathan Funke während der Eröffnung des neuen Primark-Stores in Berlin. Dort verteilte er Flyer, auf denen stand: „Nur 1–3 % von dem, was Menschen für ein T-Shirt ausgeben, kommen bei den Menschen an, die es hergestellt haben.“ Er kam mit Menschen ins Gespräch, die in der Schlange standen, um die neuesten Primark-Produkte zu kaufen. Dabei sagte eine Person: „Wenn ich wüsste, dass das Geld auch an die Näher*innen dahinter geht, würde ich auch mehr bezahlen.“ So war die Idee geboren. Denn schon 1€ mehr pro Produkt kann für Menschen am Anfang der Lieferkette einen enormen Unterschied machen.

Uns stört, dass klassische Lieferketten Profit über Menschen stellen. Wir möchten dazu beitragen, Wertschätzung und Solidarität in globale Lieferketten zurückzubringen und einen Beitrag zu globaler Gerechtigkeit und finanzieller Umverteilung leisten.

Wann wurde euch klar, dass Trinkgeld auch in globalen Lieferketten eine Rolle spielen könnte?

Wir wussten von Anfang an, dass tip me gerade in globalen Lieferketten besonders viel Wirkung entfalten kann, weil Einkommen und Lebenshaltungskosten dort deutlich niedriger sind und selbst kleine Beträge einen großen Unterschied machen. Gleichzeitig gilt: Wertschätzung und Trinkgeld hören nicht an Landesgrenzen auf. Es ist für alle Menschen schön, unabhängig davon, wo sie arbeiten und wie viel sie verdienen.

tip me verbindet Konsument direkt mit Produzierenden. Warum ist euch dieser persönliche Ansatz so wichtig?

Wir sind überzeugt, dass Menschen besonders dann gerne Gutes tun, wenn es einfach, direkt und sichtbar ist. Globale Lieferketten sind oft abstrakt und schwer greifbar. Wenn wir die Menschen sichtbar machen, die ein Produkt hergestellt haben, entsteht eine direkte Verbindung von Mensch zu Mensch. Das baut Brücken und schafft eine Beziehung.

Wie reagieren Unternehmen und Kund auf das Konzept von tip me?

Kund freuen sich darüber, Transparenz zu erhalten und zu erfahren, wer ihr Produkt hergestellt hat. Wer sind die Menschen dahinter? Bis zu 40 % der Nutzer geben im Onlineshop ein Trinkgeld, der durchschnittliche Betrag liegt aktuell bei 4,10 €. In vielen Ländern entspricht das bereits einem Tageslohn.

Der Betrag variiert selbstverständlich je nach wirtschaftlicher Lage – doch genau darin liegt die Stärke des Trinkgelds: Jede Person kann selbst entscheiden, welcher Betrag sich gerade richtig anfühlt. Jeder Beitrag, so klein er auch ist, macht einen Unterschied.

Umfragen zeigen zudem, dass Kund Produkte mehr wertschätzen, wenn sie wissen, wer sie hergestellt hat.

Unternehmen können ihre Kund durch Transparenz und greifbare Wirkung inspirieren, statt ausschließlich auf Reporting zu setzen. Zudem haben wir Rückmeldungen aus Fabriken erhalten, dass die Motivation der Arbeiter*innen steigt, was zu geringerer Fluktuation und höherer Produktqualität führt. Auch die Beziehung zwischen Unternehmen und Lieferanten kann durch tip me gestärkt werden.

Eine aktuelle Studie zeigt außerdem, dass Produkte von Kund, die Trinkgeld geben, etwa halb so oft zurückgeschickt werden und sich mehr Produkte verkaufen lassen.

Welche Herausforderungen bringt es mit sich, ein transparentes Trinkgeldsystem international umzusetzen?

Eine Marke hat uns einmal gesagt, dass man für diese Idee unglaublich resilient und hartnäckig sein muss – und das sind wir.

Eine große Herausforderung ist es, in wirtschaftlich schwierigen Zeiten neue Unternehmenspartner zu gewinnen, die ihre Nachhaltigkeitsbudgets nicht gekürzt oder gestrichen haben und die die Relevanz des Themas erkennen und bereit sind, Ressourcen und Zeit zu investieren. In den letzten Jahren haben wir leider vier zufriedene Partnerschaften durch Insolvenzen oder drohende Insolvenzen verloren.

Weitere Herausforderungen liegen in internationalen Zahlungsstrukturen, insbesondere in bestimmten Ländern, sowie in Fällen, in denen Arbeiter*innen in ländlichen Regionen weder lesen noch schreiben können oder keinen Zugang zu Bankkonten haben. In solchen Situationen finden wir dennoch Lösungen, um das globale Trinkgeld möglich zu machen.

Wie wichtig ist Vertrauen bei eurem Geschäftsmodell und wie schafft ihr Transparenz entlang der Lieferkette?

Vertrauen ist absolut zentral. Deshalb sind wir 2023 auch gemeinnützig geworden. Gleichzeitig wurde uns von Marken gespiegelt, dass mehr Transparenz auch unbequem sein kann, da durch das Trinkgeld direkte Verbindungen zu Arbeiter*innen entstehen.

Arbeiter*innen können sich bei uns melden, wenn es in Fabriken oder Produktionsstätten Probleme gibt. Dadurch entsteht ein zusätzlicher Beschwerdekanal entlang der Lieferkette.

Viele Fast-Fashion-Unternehmen bevorzugen diese Form von Transparenz nicht, da sie auf möglichst niedrige Produktionskosten ausgelegt sind. Offen sind wir aber für alle Unternehmen, die einen Unterschied in ihren Lieferketten machen wollen.

Ihr wart am 29. Mai 2026 in der zweiten Folge von The Green Deal Show zu sehen. Wie habt ihr die Teilnahme erlebt?

Die Teilnahme hat uns sehr viel Spaß gemacht. Das Team war sehr professionell und jederzeit ansprechbar. Es waren tolle Start-ups dabei, und Quintus Studios hat die Produktion hervorragend umgesetzt. Insgesamt ist eine sehr gelungene Show entstanden.

Mit welchen Erwartungen seid ihr damals in The Green Deal Show gegangen?

Im Bereich nachhaltiger Start-ups geht es einerseits um das Team und die Idee selbst, andererseits aber auch um Reichweite. Nur wenn gute Ideen sichtbar werden, können sie sich langfristig im Markt etablieren und wachsen.

Unsere Erwartung war es, mehr Menschen mit der Idee von tip me zu erreichen, neue Partnerschaften zu gewinnen und dadurch mehr Wertschätzung und Einkommen in globale Lieferketten zu bringen.

Gab es nach der Ausstrahlung neue Partnerschaften, Gespräche oder Reaktionen auf tip me?

Wir haben viele Nachrichten und positive Rückmeldungen zur Show erhalten. Außerdem sind wir bislang das einzige Startup, das sich sogar drei Deals sichern konnte. Die Gespräche zur konkreten Ausgestaltung der Partnerschaften laufen bereits: Für Staiy gibt es erste konkrete Ideen, Just Leo hat ein Briefing erhalten und wird darüber berichten, und mit Hamel sprechen wir in dieser Woche.

Wie ging es nach der Sendung für euch weiter und welche Entwicklungen haben sich seitdem ergeben?

Wir befinden uns aktuell noch mitten im Publikumsvoting und sind entsprechend stark mit Kommunikation und Reichweite beschäftigt – es heißt also weiterhin: viel teilen und verbreiten.

Was unterscheidet tip me aus eurer Sicht von anderen Social Impact oder Fair Trade Startups?

Zum einen sind wir als Organisation gemeinnützig und gleichzeitig im Verantwortungseigentum strukturiert. Das bedeutet, dass wir nicht verkauft werden können und dauerhaft unserer Mission verpflichtet bleiben.

Zum anderen gibt es bislang keine vergleichbare Organisation, die das Konzept eines globalen Trinkgelds konsequent entlang der Lieferkette umsetzt und so Menschen am Anfang der Produktion direkt ein zusätzliches Einkommen ermöglicht.

Gleichzeitig gilt: Wir stehen nicht allein. Viele großartige Impact-Startups leisten wichtige Arbeit – und gemeinsam tragen wir zu einem Wandel bei.

Würdet ihr anderen nachhaltigen Startups empfehlen, bei The Green Deal Show teilzunehmen?

Auf jeden Fall.

Welche drei Tipps würdet ihr Gründer geben, die ein Startup mit gesellschaftlichem Mehrwert aufbauen möchten?

Nicht aufgeben.

Die richtigen Menschen um sich herum haben.

Flexibel bleiben.

Bildcredits: Quintus Studios GmbH / Michael Laver, Edit by Clemens Barth

Wir bedanken uns bei Helen Deacon für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Wenn Stiftung, dann richtig

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Stiftung: Vermögen und Zweck richtig gestalten Bildquelle © Steuern mit System GmbH

Viele Stiftungen entstehen aus nachvollziehbaren Motiven: Sie sollen Vermögen erhalten, die Familie absichern oder einen gemeinnützigen Zweck dauerhaft fördern. So sind allein im vergangenen Jahr 825 neue rechtsfähige Stiftungen des bürgerlichen Rechts in Deutschland entstanden. 436 davon verfolgen gemeinnützige, mildtätige oder kirchliche Ziele. In der Praxis zeigt sich jedoch nur allzu oft, dass gute Absichten die Struktur nicht tragen: Werden Zweck, Vermögen, Satzung, Begünstigte und Kontrollmechanismen nicht präzise aufeinander abgestimmt, rückt an die Stelle eines stabilen Gestaltungsinstruments mit Ewigkeitsgarantie ein potenzieller Konfliktherd. Deshalb müssen zentrale Fragen vor der Errichtung beantwortet werden.

Zweck nicht zu weit fassen

Ein verbreiteter Fehler von Stiftungsinteressierten ist es, ihren Zweck eher vage zu definieren. Formulierungen wie „Förderung des Gemeinwohls“ oder „Unterstützung der Familie“ klingen flexibel, sind für die Praxis aber zu schwach. Besser ist ein klar gesetzter Rahmen. So kann eine gemeinnützige Stiftung zum Beispiel festlegen, dass sie Bildungsprojekte für Jugendliche aus einkommensschwachen Familien in Form von Stipendien, Lernmaterialien oder Schulprojekten in einer bestimmten Region fördert. Je verständlicher die Regeln sind, desto weniger Konfliktpotenzial entsteht später.

Das gilt auch für Familienstiftungen. Hier sollte vor allem klar sein, wer Destinär ist. Werden nur Kinder und Ehepartner berücksichtigt? Gehören auch Enkel zum Kreis der Begünstigten? Was passiert bei Scheidung, Adoption oder Wegzug ins Ausland? Dürfen Ausschüttungen frei erfolgen oder nur für Ausbildung, Gesundheit, Wohnraum oder Unternehmensnachfolge? Hier empfiehlt es sich, immer im Hinterkopf zu behalten, dass eine Stiftung kein beliebig formbares Konstrukt ist. Die Satzung legt fest, wer entscheidet und wie die Mittel verwendet werden. Änderungen sind zwar grundsätzlich möglich, allerdings nur in Ausnahmefällen, zum Beispiel, wenn der ursprünglich festgelegte Zweck objektiv nicht mehr erfüllbar ist. Daher sollten vor der Gründung mehrere Szenarien durchgespielt werden.

Vermögen realistisch kalkulieren

Eine rechtsfähige Stiftung entsteht nach Anerkennung durch die staatliche Stiftungsaufsichtsbehörde. Sie prüft, ob das Konstrukt vom Stifter so konzipiert wurde, dass es eine positive Bestandsprognose hat. Ein wichtiger Aspekt dessen ist das sogenannte Ausstattungsvermögen. Definiert ist es als „selbstständige Vermögensmasse“, die sich beispielsweise aus dem Privat- oder dem Betriebsvermögen des Stifters speist.

Neben Geldmitteln kann es auch Wertpapiere, Immobilien, Unternehmensbeteiligungen, Rechte aller Art oder sogar Kunstgegenstände enthalten. Zwar gibt es keine gesetzliche Mindestsumme, die finanziellen Mittel müssen jedoch ausreichend hoch sein, um den definierten Zweck zu erfüllen. In der Regel beginnt das ab etwa 100.000 Euro.

Neben diesem Anfangsvermögen ist aber auch der jährliche Ertrag entscheidend. Verfügt eine gemeinnützige Stiftung über 500.000 Euro Kapital und erzielt einen jährlichen Kapitalertrag von 3 Prozent, sind das 15.000 Euro. Dabei gibt hier der Gesetzgeber vor, wie die Verteilung der Erträge erfolgt. Mindestens zwei Drittel des Geldes müssen wohltätigen Zwecken zukommen. Den Rest darf die Stiftung thesaurieren.

Wer also 50.000 Euro für Bildungsprojekte einsetzen will, muss diesen Betrag erwirtschaften und dabei die Verwaltungskosten möglichst gedeckelt halten. Bei 3 Prozent Kapitalertrag liegt der notwendige Kapitalstock bei über 1,6 Millionen Euro.

Kontrolle klar regeln

Zahlreiche Stiftungen hängen stark von einer Person ab. Das funktioniert in der Regel jedoch nur, solange der Stifter selbst aktiv ist. Sind Entscheidungsstrukturen nicht klar geregelt, entstehen Streit, Haftungsrisiken und Fehlentscheidungen.

Entsprechend sollte festgelegt werden, welche Beschlüsse der Vorstand allein fassen darf und wann ein weiteres Organ zustimmen muss. Besonders wichtig sind dabei Regeln für Immobilienverkäufe, größere Ausschüttungen, Darlehen an Familienmitglieder oder Geschäfte mit nahestehenden Personen.

Eine sinnvolle Struktur kann dabei so aussehen, dass der Vorstand die Stiftung führt und der Beirat größere Entscheidungen kontrolliert. Für Vermögensanlagen gibt es schriftliche Leitlinien. Interessenkonflikte müssen offengelegt und Beschlüsse dokumentiert werden.

Vor der Gründung rechnen, regeln und prüfen

Stiftungen gelten als eines der wichtigsten Instrumente, um privates Vermögen dauerhaft für das Gemeinwohl einzusetzen. Doch in der Praxis bleibt die Wirkung vieler Stiftungen oft hinter ihren Möglichkeiten zurück: Vermögen wird langfristig gebunden, Satzungen sind häufig zu offen formuliert. Entscheidungsstrukturen sind über Jahre gewachsen.

Vor allem in Zeiten knapper öffentlicher Mittel und wachsender Debatten über Vermögen, Steuergerechtigkeit und gesellschaftliche Verantwortung sollten Stiftungswillige immer kritisch prüfen, ob Zweck, Kapitalbedarf, Ausschüttungsregeln und Kontrollstrukturen zusammenpassen.

Bildquelle © Steuern mit System GmbH

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