Mittwoch, Mai 6, 2026
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VinciFi KI Finanzanalyse im Interview: Bessere Entscheidungen an der Börse

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VinciFi KI Finanzanalyse im Interview Gründerteambild

Die VinciFi KI Finanzanalyse zeigt im Interview, wie datenbasierte Entscheidungen an der Börse für Privatanleger zugänglich werden

Wie ist VinciFi entstanden und wer sind die Köpfe hinter der VinciFi KI Finanzanalyse?

Der Auslöser war eine konkrete Beobachtung. Mitte 2024 erzählte uns unser Mitgründer Daniel Pasternak, dass bekannte Finfluencer in ihren Discord-Gruppen Short-Positionen teilten und vor Bärenmärkten warnten – mitten im KI-Boom und einem der stärksten Bullenmärkte der letzten Jahre. Angst verkauft sich eben gut. Das hat uns gezeigt, dass es nicht an Informationen fehlt, sondern an verlässlicher Einordnung.

Ich selbst habe zuvor in einem Family Office gearbeitet und dort täglich mit professionellen Datenquellen, Finanzmodellen und APIs gearbeitet. Schon vor 2022 haben wir Machine-Learning-Modelle entwickelt, um Finanzdaten besser auszuwerten. Als LLMs dann den nächsten Entwicklungssprung gemacht haben, war für uns klar: Wir wollen dieses institutionelle Know-how für Privatanleger zugänglich machen.

Mitte 2025 habe ich dann gemeinsam mit meinem besten Freund Luca Ziegler und Daniel Pasternak VinciFi gegründet. Unterstützt wurden wir zunächst von einem Business Angel, später auch von Felix Porsche und seinem Family Office.

Was hat Sie dazu motiviert, KI gezielt für die VinciFi KI Finanzanalyse von Aktien einzusetzen?

Die Motivation kam direkt aus der Praxis. In meiner Zeit im Family Office habe ich gesehen, wie stark datengetrieben professionelle Investmententscheidungen sind und wie groß die Lücke zu Privatanlegern ist.

Wir haben bereits früh Machine Learning eingesetzt, um Finanzdaten besser zu strukturieren und analysierbar zu machen. Mit den Fortschritten im Bereich generativer KI wurde dann klar, dass sich diese Prozesse nicht nur verbessern, sondern auch massiv skalieren lassen.

KI ermöglicht es, komplexe Analysen zu vereinfachen und so aufzubereiten, dass sie für deutlich mehr Menschen nutzbar werden. Genau dieses Potenzial wollten wir nutzen.

Welche Vision verfolgen Sie mit der VinciFi KI Finanzanalyse im Bereich Finanzbildung und Investmententscheidungen?

Unsere Vision ist es, evidenzbasierte Kapitalmarktinformationen für jeden zugänglich zu machen. Wir wollen dazu beitragen, dass sich das Verständnis von Aktien grundlegend verändert, also weg vom kurzfristigen Spekulationsobjekt und hin zu einem Werkzeug für langfristigen Vermögensaufbau und Altersvorsorge.

Langfristig möchten wir, dass VinciFi zur ersten Anlaufstelle wird, wenn sich jemand fundiert über Finanzmärkte informieren will.

Wie ermöglicht die VinciFi KI Finanzanalyse Privatanlegern Zugang zu professionellen Analysen?

Indem wir institutionelle Daten und Analysen in ein Format übersetzen, das verständlich und nutzbar ist. Statt komplexer Research-Reports arbeiten wir mit Scores, Visualisierungen und KI-Agenten, die Inhalte einordnen und erklären.

Ein wichtiger Punkt ist außerdem die Nutzerführung: Unsere Plattform hilft dabei, die richtigen Fragen zu stellen. Nutzer müssen also nicht mit Vorwissen starten, sondern werden strukturiert durch den Analyseprozess geführt.

Welche Zielgruppe spricht die VinciFi KI Finanzanalyse besonders an?

Unsere Hauptzielgruppe sind Privatanleger, die sich für den Kapitalmarkt interessieren, aber keinen Zugang zu professioneller Infrastruktur haben.

Im Mittelpunkt stehen dabei zwei Bedürfnisse: der Zugang zu verlässlichen, fundierten Informationen und die Fähigkeit, diese Informationen auch wirklich zu verstehen und sinnvoll anzuwenden.

Wie unterstützt VinciFi Nutzer konkret dabei, bessere Entscheidungen an der Börse zu treffen?

Wir verbessern die Entscheidungsgrundlage. Dafür arbeiten wir mit Datenanbietern wie S&P Global sowie Medien- und alternativen Datenquellen zusammen, sodass unsere Nutzer auf institutionelle Daten zugreifen können.

Unsere spezialisierten KI-Agenten aggregieren Fundamentaldaten, Analystenschätzungen und Echtzeitnachrichten und bereiten diese je nach Analyseansatz unterschiedlich auf.

Zusätzlich integrieren wir alternative Daten, die über klassische Kennzahlen hinausgehen und eine tiefere Bewertung ermöglichen. So entsteht ein umfassenderes und fundierteres Gesamtbild eines Unternehmens.

Wie geht VinciFi mit der Verantwortung um, wenn KI Finanzanalyse Einfluss auf Investmententscheidungen hat?

Wir ziehen hier eine klare Grenze: VinciFi gibt keine Kauf- oder Verkaufsempfehlungen. Unser Fokus liegt ausschließlich auf Information und Einordnung.

Die Entscheidung bleibt immer beim Nutzer. Unsere Aufgabe ist es, die Qualität dieser Entscheidung zu verbessern, nicht sie zu ersetzen.

Technologisch stellen wir das über unsere eigene, kuratierte Knowledge Base sicher. Unsere KI-Agenten arbeiten mit geprüften Daten und strukturierten Analysen, wodurch wir Qualität und Nachvollziehbarkeit deutlich besser kontrollieren können als bei generischen KI-Lösungen.

Was unterscheidet die KI Finanzanalyse von klassischen Börsen-Apps oder Analyse-Tools?

VinciFi ist weder Neobroker noch Robo Advisor. Während Neobroker den Handel optimieren und Robo Advisors Entscheidungen automatisieren, konzentrieren wir uns ausschließlich auf Research und Verständnis.

Der zentrale Unterschied liegt in unserem Multi-Agenten-System und der eigenen Knowledge Base. Dadurch können wir große Datenmengen nicht nur aggregieren, sondern auch strukturiert analysieren und verständlich aufbereiten – mit deutlich höherer Kontrolle über die Qualität der Ergebnisse.

Welche Rolle spielt die Verständlichkeit von Daten in der Finanzanalyse?

Eine entscheidende Rolle. Daten entfalten ihren Wert erst, wenn sie verstanden werden.

Deshalb legen wir großen Wert auf visuelle Aufbereitung, klare Strukturierung und erklärende Komponenten durch unsere KI-Agenten. Unser Ziel ist, dass Nutzer nicht nur Daten sehen, sondern deren Bedeutung und Relevanz wirklich nachvollziehen können.

In welche Richtung möchten Sie die VinciFi KI Finanzanalyse in den kommenden Jahren weiterentwickeln?

Kurzfristig erweitern wir die Plattform um zusätzliche Assetklassen wie Immobilien sowie weitere Analysebereiche, etwa technische Analyse und Optionsmärkte.

Parallel entwickeln wir unsere KI-Agenten kontinuierlich weiter, um noch individuellere und tiefere Analysen zu ermöglichen.

Langfristig planen wir auch eine Depotanbindung, um den Übergang von Information zu Handlung direkt in der Plattform abzubilden.

Welche drei Ratschläge würden Sie anderen Gründerinnen und Gründern mit auf den Weg geben?

Erstens: Nicht ständig nach links und rechts schauen. Zweitens: Investoren finden, die eure Vision teilen und mit denen ihr auf Augenhöhe zusammenarbeiten und wachsen könnt. Drittens: Mit guten Freunden zu gründen kann enorm helfen, schwierige Phasen zu überstehen. Ich bin sehr dankbar, diesen Weg mit meinem besten Freund Luca gehen zu dürfen. Außerdem habe ich ein großartiges Team und großartige Menschen um mich herum – allen voran unseren Kollegen und Freund Valon Rexhepi.

Photocredit: VinciFi

Wir bedanken uns bei Daniel Inselmann für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Odonata Drohnenplattform im Interview: Logistik neu gedacht

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Odonata Drohnenplattform im Interview Gruppenbild @ ODONATA

Die Odonata Drohnenplattform steht im Zentrum dieses Interviews über autonome Luftlogistik und neue Wege in der Versorgung kritischer Regionen

Wie ist ODONATA entstanden und wer sind die Köpfe hinter der Odonata Drohnenplattform?

ODONATA wurde 2021 gegründet und wurde schnell vom ESA Business Incubation Program unterstützt. Unser ursprünglicher Ansatz war ambitioniert: ein personentragendes eVTOL mit hybridem Wasserstoff-Antrieb, ein elektrisch vertikal startendes und landendes Fluggerät für den urbanen und regionalen Lufttransport. 2024 haben wir bewusst einen Pivot gemacht und aus dieser Systemarchitektur die unbemannte Multi-Mission-Plattform PANTALA abgeleitet.

Hinter ODONATA steht ein interdisziplinäres Gründerteam – in alphabetischer Reihenfolge:

Dr. Daniel Etter (CTO), Dennis Furchheim (CEO), Prof. Dr. Tobias Nickel (CMO), Kai Sondermann, Dominik Weigl (CFO)

Wir bringen Erfahrung aus Luft- und Raumfahrt, Elektronik und Antriebstechnik, Industrialisierung sowie aus Wirtschaft und Marketing mit – eine Kombination, die für ein Deep-Tech-Vorhaben wie unseres essenziell ist.

Welche konkreten Probleme in der Logistik lösen Sie?

Wir adressieren genau die Lücke zwischen Straße und Helikopter: zeitkritische Fracht an abgelegene Orte, Regionen mit schwacher Infrastruktur und Verbindungen, für die Lastwagen zu langsam und Helikopter zu teuer sind. Typische Anwendungsfelder sind militärische Transporte, die Versorgung und Wartung von Offshore-Windparks, kritische Infrastruktur in schwer zugänglichen Regionen sowie Middle-Mile-Logistik. PANTALA macht Logistik dort planbar, wo klassische Ketten an ihre Grenzen stoßen.

Was ist die Vision hinter der ODONATA im Bereich autonomer Lufttransporte?

Unsere Vision ist eine autonome, emissionsarme Luftlogistik, die schneller, direkter und unabhängiger ist als heutige Transportketten. Wir denken Logistik neu: Nicht Straße, Schiene oder Flughafen bestimmen die Route, sondern der Bedarf.

Wie funktioniert die ODONATA Drohnenplattform PANTALA und was unterscheidet sie von klassischen UAVs?

PANTALA ist ein hybrides VTOL-Flächenflugzeug ohne Pilot. Start und Landung erfolgen batterie-elektrisch wie ein Helikopter, der effiziente Reiseflug wie bei einem Flugzeug über einen Verbrennungsantrieb, der bereits hybrid ausgelegt ist. Das System hat eine Spannweite von knapp 8 Metern, ein maximales Abfluggewicht von 280 kg und transportiert bis zu 80 kg Nutzlast. Reichweite: mehr als 1.000 km, Flugzeit: über zehn Stunden.

Der entscheidende Unterschied zu klassischen UAVs liegt in der Kombination aus Ausdauer, Nutzlast und Multi-Mission-Fähigkeit. Klassische Drohnen sind meist entweder klein und agil oder groß und starr auf eine Mission ausgelegt. PANTALA deckt beides ab und kann logistische, aufklärende und perspektivisch auch defensive Missionen auf einer Plattform abbilden.

Für welche Zielgruppen ist die Drohnenplattform relevant?

Besonders relevant sind wir überall dort, wo Zeit, Zugänglichkeit oder Kosten in der heutigen Versorgung ein Problem sind:

Öffentliche Sicherheit und Verteidigung – Aufklärung, Grenzschutz, Lagebild.
Industrielle Middle-Mile-Logistik – planbare Verbindungen zwischen Werken, Häfen und Hubs.
Medizinische und pharmazeutische Logistik – z. B. Blut, Proben, zeitkritische Medikamente.
Offshore-Anwendungen – Wartung und Versorgung von Windparks und Plattformen.
Kritische Infrastruktur – Inspektion und Versorgung entlang von Strom- und Pipelinenetzen, Bahn- und Straßeninfrastruktur.

Welche Anforderungen haben Kunden an die ODONATA Drohnenplattform?

Unsere Kunden brauchen vor allem drei Dinge: Verlässlichkeit, Sicherheit und klare regulatorische Belastbarkeit. Das heißt konkret: wiederholbare Missionen, hohe Verfügbarkeit, nachvollziehbare Prozesse und Zulassungsfähigkeit im jeweiligen Einsatzraum. Wir arbeiten deshalb von Anfang an nach luftfahrtnahen Entwicklungsstandards, begleiten unsere Entwicklung mit SORA-konformen Risikoanalysen und binden Pilotkunden früh in Erprobung und Definition der Missionsprofile ein. So wird aus Technologie ein einsatzfähiges System.

Was macht die ODONATA Drohnenplattform technologisch einzigartig?

Wir haben eine ungewöhnliche Kombination aus Reichweite, Flugdauer und Nutzlast. Kaum jemand kann so lange in der Luft bleiben, so weit fliegen und so viel Gewicht mitnehmen.

Ein zum Patent angemeldetes Alleinstellungsmerkmal ist ein verschiebbarer Antriebsstrang: Wir können Teile des Powertrains entlang des Rumpfs verschieben und damit den Schwerpunkt aktiv an unterschiedliche Beladungszustände und Flugphasen anpassen. Das optimiert Aerodynamik, Effizienz und Stabilität – gerade bei variablen Nutzlasten ein echter Hebel.

Mit welchen regulatorischen und technologischen Herausforderungen arbeitet ODONATA?

Regulatorisch bewegen wir uns im Umfeld der EU-Drohnenverordnung und der Specific Category mit SORA-Verfahren. Das ist anspruchsvoll, aber planbar – wir haben früh gelernt, Regulatorik nicht als Hindernis, sondern als Teil des Produkts zu denken.

Technologisch sind die größten Herausforderungen die Industrialisierung und die Zertifizierung des Gesamtsystems. Unterschätzen sollte man auch das Kapitalmarktumfeld nicht: Als große Player im eVTOL-Markt strauchelten, hat das den gesamten Sektor verunsichert – auch wenn unser technologischer und marktlicher Fokus ein ganz anderer ist.

Wie geht das Team mit den Anforderungen in sicherheitskritischen Bereichen um?

Wir arbeiten mit einer Ingenieurskultur, die sich an Luftfahrtstandards orientiert: strukturierte Anforderungen, Redundanzkonzepte, frühzeitige Tests und enger Austausch mit Behörden und Erprobungsträgern. Den ersten Schwebeflug haben wir bewusst auf dem Bundeswehr-Flugplatz in Roth durchgeführt, in einem kontrollierten Umfeld mit klaren Sicherheitsrahmen. Sicherheit ist bei uns kein nachgelagertes Thema, sondern Teil jeder Designentscheidung.

Welche nächsten Entwicklungsschritte planen Sie für die Drohnenplattform?

Nach dem erfolgreichen ersten Hover-Test folgt eine erweiterte Flugtestkampagne, in der wir das Flugfenster schrittweise öffnen – vom Schweben bis zum vollständigen Übergang in den Flächenflug. Parallel bereiten wir erste Pilotprojekte mit Kunden vor, die wir ab 2027 in realen Einsatzszenarien fliegen wollen.

Welche langfristige Rolle soll die Drohnenplattform im Markt spielen?

Wir wollen ODONATA als europäischen Anbieter für autonome Multi-Mission-Plattformen etablieren – mit einer klaren Positionierung im Bereich zeitkritischer, sicherheitsrelevanter Logistik und Aufklärung. Langfristig sehen wir uns als Brücke zwischen heutigen UAS und einer zukünftigen, wasserstoffbasierten Luftmobilität. Unser Anspruch ist nicht, noch eine Drohne zu bauen, sondern eine Plattform, auf der sich neue Anwendungsfelder wirtschaftlich und regulatorisch sauber realisieren lassen.

Welche drei Ratschläge gibt ODONATA anderen Gründerinnen und Gründern?

Verliebt euch nicht in eure erste Lösung, sondern in das Problem, das ihr lösen wollt. Ein ehrlicher Pivot ist keine Niederlage, sondern oft die bessere Variante der ursprünglichen Idee.

Verwechselt Durchhaltevermögen nicht mit Starrsinn. In Deep Tech braucht es beides: Ausdauer und die Fähigkeit, Annahmen zu revidieren, wenn sich Markt oder Kapitalumfeld ändern.

Gute Technologie allein reicht nicht. Timing, Kapitaldisziplin und Fokus entscheiden mit darüber, ob aus einer Vision ein Produkt wird. Holt euch früh Menschen ins Team, die diese Dimensionen genauso ernst nehmen wie die Technik.

Photocredit: ODONATA

Wir bedanken uns bei bei den Gründern für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Warum Innovation jetzt über den Erfolg entscheidet

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Innovation in Life Science und Bioökonomie Gruppenfoto Bildrechte angeben: TGZ Halle

Innovation, Life Science und Bioökonomie wachsen zunehmend zusammen und verändern die Spielregeln für nachhaltige Wertschöpfung grundlegend.

Wie positioniert sich der de:hub Life Science & Bioeconomy mit den Standorten Halle (Saale) und Blankenburg (Harz) innerhalb des deutschen Digital Hub Netzwerks? Welche Rolle spielt der Hub für die Transformation hin zu einer biobasierten Wirtschaft?

Unser de:hub positioniert sich als zentrale Plattform und Enabler für Life Science, Bioökonomie und digitale Innovation im deutschen Hub Netzwerk. Der Weinberg Campus und die Future Forest Initiative verbindet der Anspruch, Zukunftstechnologien in nachhaltige Wertschöpfung zu überführen. In der Strukturwandelregion Mitteldeutschland angesiedelt, treibt der Hub mit Themen wie nachhaltige Chemie, erneuerbare Energien, Kreislaufwirtschaft und neue Materialien aktiv die Transformation hin zu einer biobasierten Wirtschaft voran.

Was zeichnet die Region als Standort für Life Science und Bioökonomie besonders aus? Welche strukturellen, wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Stärken fließen hier zusammen?

Die Region vereint exzellente Forschung, starke industrielle Infrastruktur und unternehmerische Dynamik. Hochschulen und Forschungseinrichtungen aller großen deutschen Forschungsorganisationen bilden die Basis für anwendungsnahe Innovation. Mittelstand und Industrie bringen Marktkompetenz ein. Kurze Wege sowie umfangreiche Investitionen in Infrastruktur schaffen ideale Bedingungen für Gründung und Wachstum von Technologieunternehmen.

Der Hub versteht sich als integriertes Transformationssystem entlang industrieller Wertschöpfungsketten. Wie funktioniert dieses Zusammenspiel aus Forschung, Entwicklung, Startup Förderung, Wirtschaft und Finanzierung konkret?

Wir vernetzen alle Akteure entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Forschung wird früh mit industriellen Bedarfen verknüpft. Startups und Scaleups erhalten Zugang zu Infrastruktur, Industriepartnern und Kapital. Der Hub moderiert diesen Prozess aktiv und sorgt für kontinuierlichen Wissens und Technologietransfer. So entsteht ein geschlossener Innovationskreislauf von der Idee bis zur industriellen Umsetzung.

Welche technologischen und thematischen Schwerpunkte stehen im Fokus des de:hub Life Science & Bioeconomy? Warum sind diese für nachhaltige industrielle Prozesse und Innovationen besonders relevant?

Im Fokus stehen Biotechnologie und Pharma, Biomedizin und Medizintechnik, grüne Chemie, Kreislaufwirtschaft und Nachhaltigkeit. Ergänzt werden diese durch Digitalisierung und Materialwissenschaften als zentrale Querschnittsthemen, die Innovationen beschleunigen und nachhaltige industrielle Prozesse ermöglichen.

Wie unterstützt der Hub Startups bei der Entwicklung, Validierung und Skalierung von Lösungen in den Bereichen Life Sciences, Bioökonomie und industrielle Biotechnologie?

Die Accelerator Programme des Weinberg Campus und der Future Forest Initiative verknüpfen Innovation früh mit Industrie, Infrastruktur und Kapital. Startups erhalten Zugang zu Laboren, Büros, Werkstätten, Pilotanlagen und starken Partnern. Mentoring, Coaching und der Austausch mit Experten begleiten die Entwicklung. Validierung erfolgt praxisnah und Skalierung wird von Anfang an mitgedacht.

Welche Rolle spielen Pilotanlagen, Testinfrastrukturen und industrielle Partner für den Transfer von Forschungsergebnissen in marktfähige Anwendungen?

Sie sind entscheidend. Pilotanlagen und Reallabore reduzieren technologische Risiken. Testinfrastrukturen ermöglichen schnelle Iterationen. Industrielle Partner sichern Praxisnähe und prüfen Lösungen früh unter realen Bedingungen. Das beschleunigt Markteintritt und Investitionsentscheidungen deutlich.

Wie fördert der de:hub die Zusammenarbeit zwischen Startups, etablierten Unternehmen und Investoren, um Innovationen schneller entlang der Wertschöpfungskette umzusetzen?

Wir schaffen strukturierte Kooperationsformate und gezielte Austauschformate. Matchmaking bringt passende Partner zusammen. Gemeinsame Projekte stärken Vertrauen. Investoren werden früh eingebunden. So entstehen belastbare Partnerschaften, die Innovationen schneller in die Anwendung bringen.

Welche Bedeutung haben Nachhaltigkeit, Ressourceneffizienz und Kreislaufwirtschaft im Hub Alltag? Wie werden diese Themen strategisch vorangetrieben?

Nachhaltigkeit ist ein zentrales Leitprinzip. Projekte werden anhand klarer Wirkungsziele bewertet. Ressourceneffizienz ist fester Bestandteil der Entwicklung. Kreislaufansätze werden systematisch gefördert und durch strategische Partnerschaften weiter gestärkt.

Wie messen Sie den Erfolg Ihrer Aktivitäten sowohl mit Blick auf die unterstützten Startups als auch auf die industrielle und nachhaltige Entwicklung der Region?

Wir betrachten Skalierung, Markteintritte und Investitionen der Startups. Ergänzend analysieren wir industrielle Kooperationen, Nachhaltigkeitswirkungen und regionale Wertschöpfung. Daraus entsteht ein ganzheitliches Bild unseres Erfolgs.

Welche Ziele verfolgt der de:hub Life Science & Bioeconomy in den kommenden Jahren, um die Bioökonomie als zentralen Innovations und Wachstumstreiber weiter zu stärken?

Ziel ist es, Life Science und Bioökonomie als zentrale Innovations und Wachstumstreiber weiter zu etablieren. Als größter Technologiepark Mitteldeutschlands bauen wir ein sichtbares Innovationsökosystem auf, das Wissenschaft, Startups, Industrie und Investoren eng vernetzt. So stärken wir unsere Rolle als Standortentwickler und beschleunigen den Transfer von Innovationen in nachhaltiges Wachstum.

Photocredit:  TGZ Halle

Wir bedanken uns bei Doreen Müller für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Jenseits von Social Ads: Warum E-Mail-Marketing der zuverlässigste Wachstumsmotor für Startups ist

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E-Mail Marketing für Startups gewinnt wieder an Kraft Bild von Gerd Altmann auf Pixabay

Startups jagen oft dem nächsten großen Plattform-Trend hinterher, investieren massiv in Social-Media-Reichweite und kämpfen mit steigenden Werbekosten. Doch in einem Umfeld volatiler Algorithmen und sinkender organischer Sichtbarkeit wird ein oft übersehener Kanal zur strategischen Notwendigkeit. E-Mail-Marketing erlebt eine Renaissance, nicht als veraltetes Werkzeug, sondern als hochmoderner, stabiler und effizienter Wachstumstreiber. Für Gründer, die nach planbarem Erfolg und echter Kundenbindung suchen, ist es die Antwort auf viele aktuelle Herausforderungen. Die Auseinandersetzung mit dem Thema „Der unterschätzte Growth-Kanal: Warum E-Mail-Marketing für Startups wieder an Bedeutung gewinnt“ zeigt einen klaren Weg auf: weg von gemieteter Reichweite, hin zu einem eigenen, wertvollen Unternehmens-Asset.

Totgesagte leben länger: Warum E-Mail trotz Instagram & WhatsApp dominiert

In Zeiten von Reels, TikTok-Trends und WhatsApp-Marketing stellt sich für viele Gründer die Frage: „Ist die E-Mail nicht längst ein Relikt der Vergangenheit?“ Die Antwort der Daten ist eindeutig: Nein. Während Social-Media-Plattformen kommen und gehen, bleibt die E-Mail das fundamentale Identitätsmerkmal im Netz. Laut dem aktuellen Email Impact Report von Mailgun geben rund 75 % der Konsumenten an, dass die E-Mail ihr bevorzugter Kanal für die Kommunikation mit Marken ist – weit vor sozialen Medien oder Messengern. In einer Welt der ständigen Ablenkung bietet das Postfach einen geschützten Raum für tiefere Interaktion. Während WhatsApp oft als zu invasiv für die rein geschäftliche Kommunikation empfunden wird, ist die E-Mail das akzeptierte Medium für Transaktionen, tiefergehende Informationen und langfristigen Vertrauensaufbau. Für Startups bedeutet das: Wer die E-Mail ignoriert, ignoriert den Kanal mit der höchsten Konversionskraft.

Unabhängigkeit von Algorithmen: Der eigene, direkte Kommunikationskanal

Die größte Schwachstelle einer reinen Social-Media-Strategie ist die Abhängigkeit von Dritten. Ein Algorithmus-Update bei Meta oder Google kann die organische Reichweite über Nacht drastisch reduzieren und mühsam aufgebaute Communities unzugänglich machen. Startups agieren hier auf „gemietetem Grund“. Eine E-Mail-Liste hingegen ist ein „owned asset“ – ein eigener, direkter und uneingeschränkter Kommunikationskanal zum Kunden. Jeder Kontakt wurde mit Zustimmung gewonnen und gehört dem Unternehmen.

Diese Unabhängigkeit schafft eine stabile Basis für die Kundenkommunikation, die nicht von externen Plattformentscheidungen beeinflusst wird. Während Social-Media-Posts in einem überfüllten Feed untergehen, landet eine E-Mail direkt im persönlichen Posteingang des Nutzers. Um diesen wertvollen Kanal von Beginn an professionell aufzubauen, benötigen Startups eine zustellstarke E-Mail-Marketing-Software, die Skalierbarkeit, Sicherheit und eine hohe Zustellrate von Anfang an gewährleistet. So wird die E-Mail-Liste zu einem krisensicheren Rückgrat des Marketings.

„Unsere E-Mail-Liste ist unser wertvollstes Asset. Sie ist ein direkter Draht zu unseren Kunden, den uns kein Algorithmus nehmen kann.“

Maximale Effizienz: Automatisierung als Skalierungs-Booster

Für Startups sind Ressourcen wie Zeit und Personal knapp. E-Mail-Marketing entfaltet hier seine volle Stärke durch intelligente Automatisierung. Anstatt manuelle Kampagnen für jeden Anlass zu erstellen, können Gründer einmalig automatisierte Workflows einrichten, die personalisierte Kommunikation im großen Stil ermöglichen. Dies erlaubt es selbst kleinen Teams, eine professionelle und konsistente Customer Journey zu gestalten, die sonst nur mit großem Personalaufwand möglich wäre.

Solche automatisierten Strecken, sogenannte Drip-Kampagnen, reagieren auf spezifische Nutzeraktionen und begleiten den Kunden zur richtigen Zeit mit der richtigen Botschaft. Plattformen wie Mailjet bieten hierfür intuitive Automatisierungs-Workflows, die ohne Programmierkenntnisse erstellt werden können. 

Typische Beispiele für hocheffiziente Automatisierungen sind:

  • Willkommens-Serien: Begrüßen neue Abonnenten und stellen das Startup sowie seine Kernvorteile schrittweise vor.
  • Reaktivierungs-Kampagnen: Sprechen inaktive Nutzer gezielt an, um sie mit speziellen Angeboten zurückzugewinnen.
  • Warenkorb-Abbrecher-Mails: Erinnern potenzielle Kunden an nicht abgeschlossene Käufe und überwinden letzte Hürden.
  • Onboarding-Prozesse: Führen neue Nutzer durch die ersten Schritte mit einem Produkt oder einer Dienstleistung.

Präzise Steuerung im Funnel: Vom Lead zur Konversion

Anders als bei breit gestreuten Social-Media-Kampagnen ermöglicht E-Mail-Marketing eine granulare Steuerung der Nutzer entlang des gesamten Marketing-Funnels. Durch Segmentierung lassen sich Zielgruppen anhand ihres Verhaltens, ihrer Interessen oder ihrer demografischen Daten präzise einteilen. Ein Nutzer, der wiederholt eine bestimmte Produktkategorie besucht hat, erhält andere Inhalte als ein brandneuer Abonnent. Diese Relevanz steigert die Öffnungs- und Klickraten signifikant.

Diese Fähigkeit zur Personalisierung erlaubt es Startups, jeden Kontaktpunkt zu optimieren – von der ersten Lead-Generierung bis zur finalen Konversion und darüber hinaus zur Kundenbindung. Hat ein Nutzer beispielsweise eine Preisseite besucht, aber keinen Kauf getätigt, kann eine automatisierte E-Mail folgen, die häufige Fragen zum Preismodell beantwortet oder eine Demo anbietet. Diese präzise Kontrolle ist ein Kernelement von „Der unterschätzte Growth-Kanal: Warum E-Mail-Marketing für Startups wieder an Bedeutung gewinnt. Fokus auf Effizienz, Unabhängigkeit von Plattformalgorithmen und bessere Steuerbarkeit im Funnel.“

Messbarer ROI und datengetriebene Optimierung

Für wachstumsorientierte Startups ist die Messbarkeit von Marketing-Aktivitäten entscheidend. E-Mail-Marketing bietet hier eine unübertroffene Transparenz. Kennzahlen wie Öffnungsrate, Klickrate (CTR), Konversionsrate und Abmelderate sind direkt und eindeutig zuzuordnen. Dies ermöglicht eine klare Berechnung des Return on Investment (ROI) für jede einzelne Kampagne. Gründer können genau nachvollziehen, welche Inhalte funktionieren und welche nicht.

Durch A/B-Tests lassen sich einzelne Elemente wie Betreffzeilen, Call-to-Action-Buttons oder Bilder systematisch gegeneinander testen und optimieren. Dieser datengetriebene Ansatz führt zu einer kontinuierlichen Verbesserung der Performance. Im Vergleich zu den oft vagen Attributionsmodellen im Social-Media-Bereich liefert E-Mail-Marketing harte Fakten, die als Grundlage für strategische Entscheidungen dienen.

MetrikE-Mail-MarketingSocial Media (Organic) 
Reichweite100% der Liste (theoretisch)1-5% der Follower
AttributionDirekt messbar (Klicks, Konversionen)Oft unklar, schwer zuzuordnen
Kosten pro KontaktSehr gering (nach Akquise)Steigend (Ad-Kosten) / Unvorhersehbar
KontrolleVollständige Kontrolle über Inhalt & TimingAbhängig von Algorithmen & Plattformregeln

Rechtssicherheit und Vertrauen: DSGVO-konformes Marketing

Seit der Einführung der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) ist die rechtliche Konformität im Marketing unerlässlich. Was zunächst wie eine Hürde wirkt, ist für das E-Mail-Marketing tatsächlich ein Qualitätsmerkmal. Der Kanal basiert auf expliziter Zustimmung. Durch Verfahren wie das Double-Opt-in wird sichergestellt, dass nur wirklich interessierte Nutzer in den Verteiler aufgenommen werden. Dies führt nicht nur zu rechtlicher Sicherheit, sondern auch zu einer qualitativ hochwertigen und engagierten Empfängerliste.

Eine saubere, auf Einwilligung basierende Liste ist die Grundlage für hohe Öffnungsraten und geringe Spam-Beschwerden, was wiederum die Zustellbarkeit verbessert. Startups, die von Anfang an auf DSGVO-konformes E-Mail-Marketing setzen, bauen eine Vertrauensbasis bei ihren Kunden auf. Sie signalisieren, dass sie die Privatsphäre ihrer Nutzer respektieren. Professionelle E-Mail-Marketing-Plattformen stellen dabei sicher, dass alle technischen Anforderungen wie ein einfacher Abmeldelink oder die korrekte Verwaltung von Einwilligungen standardmäßig erfüllt sind.

Hohe Zustellbarkeit: Die Kunst, im Posteingang zu landen

Eine brillante E-Mail-Kampagne ist wertlos, wenn sie im Spam-Ordner landet. Die Zustellbarkeit – also die Fähigkeit, E-Mails erfolgreich in den primären Posteingang der Empfänger zu liefern – ist eine technische und strategische Disziplin. Internet Service Provider (ISPs) wie Google oder Microsoft bewerten jeden Absender anhand seiner Reputation. Faktoren wie die saubere Pflege der Kontaktliste, geringe Bounce-Raten und eine hohe Interaktion der Empfänger sind hier entscheidend.

Zusätzlich spielen technische Authentifizierungsverfahren wie SPF, DKIM und DMARC eine zentrale Rolle. Sie bestätigen den ISPs, dass der Absender legitim ist, und schützen vor Phishing. Für Startups ist es nahezu unmöglich, diese komplexe Infrastruktur selbst zu verwalten. Der Einsatz einer professionellen E-Mail-Plattform ist daher unerlässlich. Diese Anbieter investieren massiv in die Pflege ihrer IP-Adressen und pflegen Beziehungen zu ISPs, um eine maximale Zustellbarkeit für ihre Kunden zu gewährleisten und sicherzustellen, dass die Botschaft auch wirklich ankommt.

Bild von Gerd Altmann auf Pixabay

Autor Ben Petersen

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Wird diese Zielgruppe endlich so gesehen, wie sie es verdient?

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Sara Nadja en barbara. SARA Magazin Frauen 50+ Print Geschichten

SARA ist ein Magazin für Frauen 50+, das mit klarem Fokus auf Print authentische Geschichten und eine oft übersehene Zielgruppe in den Mittelpunkt stellt

Wie ist das Magazin SARA aus dem niederländischen Erfolg von SAAR entstanden, und wer steckt hinter dem deutschen Launch?

Barbara: In den Niederlanden ist SAAR Magazine eines der wenigen wachsenden Magazine. Eine neue, frische, abenteuerlustige Frau 50+ ist aufgestanden. Wir sind fitter als je zuvor, fühlen uns jünger als je zuvor, aber in den traditionellen Medien taucht dieses Frauenbild nirgends auf. Genau diese Frau feiern wir in SAAR. Ich, die Gründerin Barbara van Erp, bin viel in Deutschland gewesen, und dort sehe ich seit Jahren genau dieselben tollen Frauen 50+ herumlaufen. Weil mein Unternehmen in den Niederlanden dank seines Erfolges finanzielle Reserven aufgebaut hat, dachte ich: Dann wagen wir jetzt eben den großen Schritt. Ich habe als deutsche Chefredakteurin die freie Journalistin Nadja Bossmann ins Boot geholt, die viel Erfahrung mit Frauenthemen hat. Jetzt geht die erste SARA in Druck. Sehr spannend!

Was hat euch dazu bewogen, mit SARA bewusst auf Print zu setzen, obwohl der Markt oft als gesättigt gilt?

SAAR in den Niederlanden hat als Online-Magazin angefangen. Aber unsere Leserinnen haben uns angerufen: Sie wollten ein gedrucktes Magazin. Das wurde ein riesiger Erfolg. Außerdem gilt: Um online Geld zu verdienen, braucht man viele Werbekunden – und Werbekunden haben als Zielgruppe die 25- bis 49-Jährigen. Für Frauen über 50 wollen sie kein Geld ausgeben. Deshalb haben wir uns für Papier entschieden und für eine Finanzierung, die allein über Abos und den Abverkauf läuft. So haben wir die Freiheit, Artikel zu veröffentlichen, die zu 100 Prozent für unsere Leserinnen gemacht sind. Bei uns gibt es keinen Umfeld-Content für Werbekunden.

Welche Vision verfolgt SARA für den deutschen Medienmarkt, und wie möchtet ihr diese erreichen?

Auch in Deutschland wollen wir so viele Abonnentinnen wie möglich gewinnen. Das erreichen wir derzeit durch Meta- und Google-Werbung. Im März haben wir mit unseren Anzeigen begonnen und bis jetzt bereits mehr als 1.000 Abonnentinnen gewonnen. Zudem sind wir im Einzelverkauf erhältlich, zu Anfang mit einer Auflage von 33.000 Exemplaren.

Warum steht bei SARA die Zielgruppe Frauen 50+ so klar im Mittelpunkt?

Alle traditionellen Medien werden von der Zielgruppe 50+ am Leben gehalten, aber niemand dort sagt laut, dass er ein Medium für 50+ macht. Denn dann bekommt man keine oder kaum Werbekunden. Genau deshalb machen wir das bei SAAR und SARA ganz ausdrücklich – ein ehrliches und authentisches ein Heft genau für diese Zielgruppe.

Welche Bedürfnisse und Erwartungen dieser Zielgruppe werden aktuell von anderen Medien zu wenig berücksichtigt?

Dass sie überhaupt sichtbar ist. ‚Die Frau 50+‘ gibt es nicht, und sie wird fast immer mit ganz anderen Gruppen in einen Topf geworfen, auch mit Achtzigjährigen. Dann werden wir plötzlich als ‚Seniorinnen‘ oder ‚Ältere‘ bezeichnet. Damit identifizieren wir uns leider überhaupt nicht.

Was macht SARA inhaltlich anders als klassische Frauenmagazine?

Wir haben nur wenige Geschichten, in denen Expert:innen erklären, wie es ist, in den Wechseljahren zu sein, eine Beziehungskrise zu führen oder gesund zu leben. Die meisten Geschichten in SARA sind Ich-Erzählungen interessanter Autorinnen – direkt aus deren Erfahrung und deren Herzen.

Warum funktionieren ehrliche Geschichten über das Älterwerden besser als klassische Lifestyle-Inhalte?

Weil es die authentischen Geschichten sind, die Leserinnen berühren, und nicht Geschichten, die dir von oben herab etwas beibringen wollen. Oder dir etwas erklären, was du längst weißt.

Welche Herausforderungen bringt es mit sich, ohne großen Verlag im Rücken eine neue Medienmarke wie SARA aufzubauen?

Das ist sehr, sehr spannend. Ich weiß noch gar nicht, auf welche Probleme wir in Deutschland stoßen werden, aber wir werden sie hoffentlich dank unserer Leserinnen meistern.

Welche Learnings aus dem niederländischen Magazin SAAR fließen konkret in den deutschen Markt ein?

Geh 100 Prozent auf Print und hör auf, herumzudoktern und online Geld verdienen zu wollen, denn niemand in der Magazinwelt weiß im Moment noch, wie das ohne Werbekunden funktionieren soll.

Wie wollt ihr SARA langfristig im deutschen Markt positionieren und weiterentwickeln?

In den Niederlanden sind wir eine Bewegung, mit Podcasts, Tanzabenden und Kursen. Das fände ich für Deutschland auch großartig. Aber wir bewegen uns mit dem, was der Markt von uns verlangen wird.

Welche Rolle spielt der Launch in Berlin für eure Markenstrategie?

Alle ‚echten‘ Magazine kommen aus Hamburg oder München. Und ehrlich gesagt: All diese Magazine haben, genau wie in den Niederlanden, ein gewisses Maß an Spießigkeit. Das liegt an den großen Verlagen, die dort sitzen. Ein Magazin wie SAAR in den Niederlanden hätte auch nie aus einem großen Unternehmen heraus entstehen können, denn dann gibt es immer Männer im Anzug, die sagen: Ihr dürft keine Schimpfwörter benutzen, ihr müsst immer höflich bleiben, ihr dürft nicht 50+ sein. Dann hätte es SAAR nie gegeben. Wenn man in Berlin sitzt, hat man automatisch Freelancer:innen, die nicht nach diesem Schema gestrickt sind. Wir suchen freie Geister, so wie unsere Chefredakteurin in Berlin, Nadja Bossmann, die für Frauenmagazine wie Brigitte und Cosmopolitan, aber auch für Die Zeit, Merian und internationale Zeitungen wie The New York Times gearbeitet hat.

Welche drei Ratschläge würdet ihr anderen Gründerinnen und Gründern im Medienbereich mitgeben?

Setzt auf eure eigene Nische, vergesst die Werbekunden und habt den Mut, euch zu 100 Prozent auf eure Zielgruppe zu konzentrieren.

Bild Barbara von Erp und Nadja Bossmann Bildcredits: Privatarchiv

Wir bedanken uns bei Barbara von Erp für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder


Premium Start-up: SARA

Kontakt:

SNIPPET MEDIA
Barbara van Erp
Bloemgracht 105 huis
1016 KJ Amsterdam
Niederlande

https://saramagazin.de/
barbara@snippetmedia.nl

Ansprechpartner: Barbara van Erp

Social Media:
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elektrische C-Klasse: Kann Mercedes Tesla und BMW schlagen?

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Mercedes elektrische C-Klasse
Der neue Mercedes-Benz C 400 4MATIC elektrisch.

Key Takeaways

  • Die elektrische C-Klasse positioniert sich stark im Wettbewerbsvergleich mit hoher Reichweite und schneller Ladeleistung.
  • Mercedes-Benz legt besonderen Wert auf Softwareintegration, darunter MB.OS und KI-Systeme von ChatGPT, Microsoft und Google.
  • Komfort, Effizienz und Alltagstauglichkeit stehen im Fokus, mit veganem Interieur als Teil der ESG-Strategie.
  • Marktchancen bestehen in der Übertragung von Qualität und Markenvertrauen, jedoch drohen hohe Preise und technologische Unsicherheiten.
  • Der Erfolg der elektrischen C-Klasse hängt von ihrer Leistung auf Langstrecken, im Stadtverkehr und von der Benutzerfreundlichkeit der Software ab.

Die Mittelklasse ist das Rückgrat der Autoindustrie. Hier werden keine Imageprojekte verkauft, sondern Stückzahlen gemacht. Genau deshalb ist der Start der elektrische C-Klasse mehr als nur eine Modellneuheit. Für Mercedes-Benz geht es um die Frage, ob sich das Premiumversprechen auch im Elektrozeitalter wirtschaftlich durchsetzen lässt.

Der Druck ist hoch. Wettbewerber wie Tesla und BMW haben ihre Angebote im Segment längst etabliert. Gleichzeitig steigen die Erwartungen der Kunden. Ein modernes Elektroauto muss heute mehr können als lokal emissionsfrei fahren. Es soll effizient sein, schnell laden, intuitiv funktionieren und im Alltag überzeugen. Wer hier nicht liefert, verliert schnell an Relevanz.

Der neue Mercedes-Benz C 400 4MATIC elektrisch.

elektrische C-Klasse im Wettbewerbsvergleich

Mit Blick auf die Zahlen positioniert sich die elektrische C-Klasse bewusst an der Spitze des Segments. Die angegebene Reichweite von bis zu 762 Kilometern (WLTP) liegt über dem Niveau vieler direkter Konkurrenten. Ein Tesla Model 3 Long Range oder ein BMW i4 erreichen zwar ebenfalls hohe Werte, bleiben auf dem Papier aber darunter.

Noch wichtiger ist die Ladeleistung. Bis zu 325 Kilometer in zehn Minuten nachzuladen, ist ein klares Signal an Vielfahrer. Entscheidend wird allerdings sein, wie konstant diese Werte im Alltag erreicht werden. Ladeinfrastruktur, Temperatur und Fahrprofil spielen hier eine große Rolle.

Technisch setzt Mercedes-Benz auf Details, die im Wettbewerb herausstechen. Ein Zweigang-Getriebe soll sowohl starke Beschleunigung als auch Effizienz bei höheren Geschwindigkeiten ermöglichen. Das ist im Elektrosegment selten und adressiert ein bekanntes Problem: den steigenden Verbrauch auf der Autobahn.

Dazu kommen klassische Premium-Merkmale wie AIRMATIC und Hinterachslenkung. Letztere reduziert den Wendekreis auf rund 11,2 Meter. Das bringt ein Fahrzeug dieser Größe näher an die Handlichkeit kleinerer Modelle heran und ist besonders im Stadtverkehr ein spürbarer Vorteil.

Interieur der neuen elektrischen Mercedes-Benz C-Klasse, 2026.

elektrische C-Klasse und die neue Rolle von Software

Neben der Hardware rückt die Software immer stärker in den Mittelpunkt. Mit MB.OS verfolgt Mercedes-Benz das Ziel, die Kontrolle über zentrale Fahrzeugfunktionen selbst zu behalten und kontinuierlich zu erweitern.

Besonders auffällig ist die Integration mehrerer KI-Systeme. Erstmals kombiniert ein Fahrzeug Technologien von ChatGPT, Microsoft und Google. Das ist ein Novum in der Branche und zeigt, wie wichtig intelligente Assistenzsysteme geworden sind. Navigation, Sprachsteuerung und personalisierte Funktionen sollen dadurch deutlich leistungsfähiger werden.

Für den Konzern ist das auch wirtschaftlich relevant. Software ermöglicht neue Geschäftsmodelle über den Fahrzeugverkauf hinaus. Funktionen können nachträglich aktiviert oder erweitert werden. Gleichzeitig wächst die Skepsis bei Kunden, wenn grundlegende Features hinter Bezahlschranken verschwinden.

Hier entscheidet sich, ob Software als echter Mehrwert wahrgenommen wird oder als zusätzlicher Kostenfaktor.

elektrische C-Klasse: Mercedes setzt neue Maßstäbe
Interieur der neuen elektrischen Mercedes-Benz C-Klasse, 2026.

Komfort, Effizienz und Alltagstauglichkeit

Im Alltag will die elektrische C-Klasse vor allem durch Ausgewogenheit überzeugen. Mercedes-Benz setzt auf eine Kombination aus Komfort, Effizienz und praktischer Nutzbarkeit.

Die Wärmepumpe reduziert den Energiebedarf für Heizung und verbessert damit die reale Reichweite, besonders im Winter. Gleichzeitig sorgt ein leiser Innenraum für den klassischen C-Klasse-Komfort, den viele Bestandskunden erwarten.

Auch beim Platzangebot zeigt sich der Vorteil der Elektroplattform. Mehr Radstand bedeutet mehr Beinfreiheit, dazu kommen ein klassischer Kofferraum und ein zusätzlicher Stauraum vorne. Für viele Käufer ist genau diese Alltagstauglichkeit entscheidend.

Ein interessantes Detail ist das zertifizierte vegane Interieur. Für Mercedes-Benz ist das nicht nur eine Designentscheidung, sondern Teil einer größeren ESG-Strategie. Nachhaltigkeit wird zunehmend auch im Innenraum sichtbar und kann für bestimmte Kundengruppen kaufentscheidend sein.

Der neue Mercedes-Benz C 400 4MATIC elektrisch.

Marktchancen und Risiken

Die elektrische C-Klasse trifft auf einen Markt im Umbruch. Einerseits wächst die Nachfrage nach Elektrofahrzeugen weiter. Andererseits verschärft sich der Wettbewerb, insbesondere durch neue Anbieter aus China.

Für Mercedes-Benz liegt die Chance darin, die eigenen Stärken zu übertragen: Qualität, Komfort und Markenvertrauen. Wenn es gelingt, diese Eigenschaften mit moderner Technologie zu verbinden, kann das Modell eine zentrale Rolle im Portfolio spielen.

Die Risiken sind jedoch ebenso klar. Hohe Preise könnten Kunden zu günstigeren Alternativen treiben. Gleichzeitig müssen reale Verbrauchswerte, Software-Stabilität und Ladeerlebnis überzeugen. Gerade im Flottengeschäft zählen nicht Versprechen, sondern belastbare Zahlen.

Ein weiterer Faktor ist der Restwert. Elektrofahrzeuge entwickeln sich technologisch schnell weiter, was die Wertstabilität beeinflussen kann. Hier muss Mercedes-Benz Vertrauen schaffen, um langfristig konkurrenzfähig zu bleiben.

elektrische C-Klasse: Mercedes setzt neue Maßstäbe
Der neue Mercedes-Benz C 400 4MATIC elektrisch.

Praxis: Wo sich das Modell beweisen muss

Im Alltag entscheidet sich der Erfolg der elektrische C-Klasse in drei zentralen Bereichen.

Erstens auf der Langstrecke. Hohe Reichweite und schnelles Laden müssen auch unter realen Bedingungen funktionieren. Nur dann wird das Fahrzeug für Vielfahrer attraktiv.

Zweitens im Stadtverkehr. Die Kombination aus Hinterachslenkung und kompaktem Wendekreis kann hier einen echten Unterschied machen. Gerade in engen Innenstädten ist das ein klarer Vorteil.

Drittens bei der Bedienung. Software wie MB.OS muss intuitiv funktionieren. Wenn Nutzer lange suchen oder Funktionen kompliziert sind, verliert selbst die beste Technik an Wert.

elektrische C-Klasse: Mercedes setzt neue Maßstäbe
Der neue Mercedes-Benz C 400 4MATIC elektrisch.

Fazit

Mit der elektrische C-Klasse steht Mercedes-Benz vor einer entscheidenden Phase. Das Modell soll zeigen, ob sich Premium, Elektromobilität und Software zu einem überzeugenden Gesamtprodukt verbinden lassen.

Die Voraussetzungen sind da: hohe Reichweite, moderne Plattform, starke Technik und ein klarer Fokus auf Komfort. Gleichzeitig bleibt die Herausforderung, diese Stärken im Alltag erlebbar zu machen und wirtschaftlich sinnvoll zu positionieren.

Für die Branche ist das Fahrzeug ein wichtiger Indikator. Es zeigt, wie sich die Mittelklasse im Elektrozeitalter entwickelt und welche Faktoren künftig über Erfolg oder Misserfolg entscheiden.

Foto/Quelle: Mercedes-Benz AG

Accounted Buchhaltung Österreich: Die App für EPU

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Accounted Buchhaltung Österreich App Accounted Jolene Lederer

Accounted Buchhaltung Österreich richtet sich gezielt an EPU und Freelancer, die eine einfache und rechtssichere Lösung suchen

Wie ist die Idee zu GetAccounted beziehungsweise der App Accounted Buchhaltung Österreich entstanden?

Ich betreibe seit drei Jahren eine Eventfotoproduktion für Maturabälle in der Steiermark (JL-Creative). Irgendwann war klar, dass ich eine ordentliche Buchhaltung brauche, die mit dem Wachstum mithält. Ich habe die gängigen Tools ausprobiert und bin jedes Mal am selben Problem gescheitert: Die sind nicht für Österreich gebaut. Also habe ich angefangen, mir selbst etwas zu bauen. Ich habe 2022 eine HAK abgeschlossen und hatte durch mein Fotobusiness schon vorher eigene interne Tools entwickelt, weil es in der Eventbranche kaum fertige Software gibt. Mit dem gleichen Ansatz ist dann Accounted entstanden.

Was war der konkrete Auslöser, eine Buchhaltungslösung speziell für Österreich zu entwickeln?

Ich habe sevDesk, Lexoffice und FreeFinance ausprobiert. Bei allen drei dasselbe Problem: Die Apps sind auf Deutschland ausgelegt, die UVA funktioniert anders, und die E1a-Beilage gibt es gar nicht. Die Apps nehmen einen in der Steuerwelt nicht bei der Hand und sagen einem, was man wirklich alles konkret beachten muss. Für mich war das der Punkt, an dem ich gesagt habe: Wenn es das nicht gibt, baue ich es selbst.

Welche Vision verfolgst du mit GetAccounted und wie soll sich die App langfristig entwickeln?

Accounted soll die Buchhaltungs-App sein, die österreichische EPU und Freelancer als erstes finden, wenn sie nach einer Lösung suchen, die wirklich für Österreich gemacht ist. Kein Zwanzig-Jahres-Plan, sondern konkrete nächste Schritte: Gerade arbeite ich am Kanzleimodus, damit Steuerberater direkt auf die Daten ihrer Mandanten zugreifen können. Danach stehen Bugfixes und UX-Verbesserungen an. Und langfristig möchte ich eine ELDA-Anbindung schaffen, damit auch Dienstgeber ihre Sozialversicherungsmeldungen direkt aus der App machen können.

Welche Zielgruppe steht bei Accounted Buchhaltung Österreich im Fokus und welche Probleme löst du konkret?

Die App ist für Ein-Personen-Unternehmen und Freelancer in Österreich gebaut, die eine Einnahmen-Ausgaben-Rechnung führen. Also Leute wie ich: Fotografen, Grafiker, Berater, Handwerker.

Warum stoßen viele bestehende Buchhaltungstools im DACH-Raum an ihre Grenzen beim österreichischen Steuerrecht?

Weil der DACH-Raum aus Softwaresicht meistens „D“ bedeutet und „A“ und „CH“ als Anhängsel mitlaufen. Die Steuergesetzgebung unterscheidet sich aber in vielen Details: Die Kleinunternehmergrenze liegt in Österreich bei 55.000 Euro und funktioniert anders als in Deutschland. Die E1a-Beilage zur Einkommensteuererklärung ist eine österreichische Besonderheit. USt-Sätze und Kategorisierungen sind teilweise unterschiedlich. Für die Hersteller lohnt es sich oft nicht, diese Unterschiede sauber einzubauen, weil der österreichische Markt im Vergleich zu Deutschland klein ist.

Was macht Accounted funktional besonders und wo liegt der größte Unterschied zu bestehenden Lösungen?

Man kann Belege am iPhone oder Mac einscannen, die werden automatisch erkannt und nach kurzer Kontrolle direkt eingebucht. Die App zeigt live, wo man mit der Einkommensteuererklärung steht, damit es am Jahresende keine Überraschungen gibt. Und es gibt 13 Branchenvorlagen, die EPU das Einrichten der richtigen Kategorien ersparen. Der größte Unterschied zu bestehenden Lösungen ist aber, dass Accounted nur auf Apple-Geräten funktioniert und Accounted keinerlei Zugriff auf die Unternehmensdaten hat, weil sich alles in der eigenen Apple ID des Benutzers abspielt.

Warum hast du dich bewusst für eine native App ohne eigenes Backend entschieden?

Ich wollte, dass die Daten der Nutzer bei ihnen bleiben und nicht auf irgendeinem Server liegen, den ich betreibe und absichern muss. Accounted nutzt CloudKit, das heißt, die Daten werden über das iCloud-Konto der Nutzer synchronisiert. Ich sehe sie nicht und habe keinen Zugriff darauf. Gleichzeitig wollte ich eine App, die sich auf Apple-Geräten wie eine echte App anfühlt und nicht wie ein Browser-Fenster mit Logo. Nativ in SwiftUI und SwiftData zu entwickeln war aufwändiger, aber das Ergebnis ist schneller, stabiler und braucht keine Internetverbindung zum Arbeiten.

Welche Rolle spielen Datenschutz und Datensouveränität bei GetAccounted?

Eine zentrale Rolle. Buchhaltungsdaten sind sensible Unternehmensdaten. Bei Accounted liegen diese Daten ausschließlich im iCloud-Konto der Nutzer, nicht auf meinen Servern. Das war eine bewusste Entscheidung, nicht nur aus Datenschutzgründen, sondern auch, weil ich als Ein-Personen-Unternehmen nicht die Verantwortung für die sichere Aufbewahrung fremder Finanzdaten übernehmen möchte.

Mit welchen Herausforderungen warst du als Ein-Personen-Unternehmen beim Aufbau von Accounted konfrontiert?

Zeit ist die größte Herausforderung. Ich arbeite Vollzeit und betreibe daneben eine Eventproduktion mit bis zu zehn Mitarbeitern. Accounted musste in den Stunden entstehen, die übrig geblieben sind. Dazu kommt, dass man als Solo-Entwicklerin alles selbst machen muss: Konzept, Design, Entwicklung, Testing, App-Store-Texte, Website, Marketing. Man kann sich nicht auf das konzentrieren, was man am besten kann, weil alles gleichzeitig fertig werden muss. Und Marketing ist ehrlich gesagt der Teil, der mir am schwersten fällt.

Wie hast du es geschafft, die App ohne Funding und Team umzusetzen?

Indem ich keine andere Wahl hatte. Ich hatte kein Budget für externe Entwickler und keinen Investor, der mir ein Team finanziert. Also habe ich alles selbst gelernt und selbst gebaut. Das geht, wenn man bereit ist, abends und am Wochenende zu arbeiten. Was mir geholfen hat, ist, dass ich vorher schon interne Tools für meine Eventproduktion programmiert hatte. Accounted war nicht mein erstes Software-Projekt, nur mein erstes, das im App Store gelandet ist.

Welche nächsten Schritte sind für GetAccounted geplant?

Wird es neue Funktionen oder Erweiterungen geben?
Als nächstes kommt der Kanzleimodus. Damit können Steuerberater direkt auf die Buchhaltungsdaten ihrer Mandanten zugreifen, ohne dass Daten exportiert und per Mail verschickt werden müssen. Danach stehen Bugfixes und UX-Verbesserungen an, weil ich aus dem Feedback der ersten Nutzer lerne, wo die App im Alltag noch hakt. Langfristig möchte ich eine ELDA-Anbindung umsetzen, damit EPU mit Dienstnehmern ihre Sozialversicherungsmeldungen direkt aus der App erledigen können.

Welche drei Ratschläge würdest du anderen Gründerinnen und Gründern geben, die alleine ein Softwareprodukt entwickeln?

Erstens: Bau etwas, das du selbst brauchst. Wenn du dein eigener erster Nutzer bist, weißt du immer, ob das Produkt funktioniert oder nicht. Ich habe Accounted gebaut, weil ich selbst keine Lösung gefunden habe, die für mich als österreichische EPU passt. Das ist ein anderer Antrieb, als eine Marktlücke auf dem Papier zu füllen. Zweitens: Fang an, bevor du bereit bist. Die App muss nicht perfekt sein, wenn sie im Store landet. Wichtiger ist, dass sie dort ist und echte Menschen sie benutzen und dir sagen, was fehlt. Drittens: Sei ehrlich darüber, was du nicht kannst. Ich bin keine Steuerexpertin und kein Marketing-Profi. Aber ich kann Probleme erkennen und Lösungen bauen. Den Rest lerne ich unterwegs.

Bildrechte: © bottleplus

Wir bedanken uns bei Jolene Lederer für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Pencilrec Automatisierung: KI für effizientere Unternehmen

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Pencilrec Automatisierung mit KI erklärt Philipp Gassen Pencilrec

Pencilrec Automatisierung verbindet KI, Daten und Systeme, um Unternehmensprozesse effizienter und intelligenter zu gestalten

Wie ist Pencilrec entstanden und welche Idee steckt hinter der Pencilrec Automatisierung?

Die Idee entstand früh.

Mit 14 Jahren habe ich angefangen zu filmen und daraus meinen ersten Auftrag gemacht. Irgendwann habe ich mich verloren, wollte eigentlich Politiker werden. Dann war ich in den USA, habe dort einen Geschäftspartner kennengelernt, der mich wieder auf Kurs gebracht hat. Mit 18 habe ich mein Gewerbe angemeldet: erst Film und Video, dann Webseiten, einfache Dashboards, Marketing. Mit 19 kam der nächste Schritt, die Pencilrec GmbH. Der Gedanke dahinter: Unternehmen kommen zu uns, liefern ihre internen Daten, wir verknüpfen und werten diese aus und leiten daraus echte Erkenntnisse ab, von der Zielgruppe bis hin zu konkreten Handlungsempfehlungen.

Was hat dich als Gründer dazu bewegt, mit Pencilrec Automatisierung einen anderen Ansatz als klassische Digitalagenturen zu verfolgen?

Agenturen gibt es zu viele, und der häufigste Einwand meiner Kunden ist, dass sie zu teuer sind. Aber das Problem ist nicht der Preis an sich, sondern die Fragmentierung. Wer Video braucht, geht zu Agentur A. Wer eine Webseite will, zu Agentur B. Systeme entwickeln lässt er bei C, Beratung holt er bei D. Das sind vier Ansprechpartner, viermal Overhead, viermal Reibungsverlust. Bei Pencilrec gibt es einen Ansprechpartner und ein System, das alles verbindet.

Wie würdest du die Vision von Pencilrec und seiner Automatisierungslösung beschreiben?

Ich will, dass moderne Unternehmensinfrastruktur für jeden greifbar ist. In den USA ist professionelles Marketing längst Standard, auch für kleine Unternehmen. In Deutschland kommt das gerade erst an, mit vier Jahren Verzögerung. Genau diesen Fehler darf man bei KI und Automatisierung nicht wiederholen. Pencilrec will Unternehmen von innen heraus reformieren, langweilige und wiederholbare Aufgaben abnehmen und Produktivität steigern. Branchenübergreifend.

Euer Ansatz verbindet Intelligence, Infrastructure und Content. Wie greifen diese drei Bereiche konkret ineinander?

Daten stecken in allem, in jedem Kanal, jedem System, jedem Inhalt. Intelligence analysiert Nutzerverhalten und Zielgruppen, indem sie Kommunikation auswertet und Systeme miteinander verknüpft. Diese Erkenntnisse fließen direkt in den Content ein und umgekehrt. Das Problem bei 99 Prozent der Unternehmen ist, dass diese drei Bereiche parallel laufen, weil es zu viele Ansprechpartner gibt und die Systeme nicht miteinander reden. Bei Pencilrec gibt es ein System, das alles verbindet.

Welche Zielgruppe steht bei Pencilrec aktuell im Fokus und welche Probleme löst ihr konkret?

Aktuell entwickeln wir Systeme für die Immobilienbranche, eine Branche, die zwar neue Software einsetzt, deren Systeme aber oft nicht miteinander kommunizieren. E Mails, CRM, Kalender: alles Silos. Unser Produkt Grownd legt sich als Intelligenzschicht über die bestehenden Systeme, liest Daten über Schnittstellen aus und matcht sie miteinander. Das Ergebnis sind konkrete Handlungsempfehlungen. Das System erkennt zum Beispiel, welcher Deal zu kippen droht, wo einem Abschluss noch Informationen fehlen oder welche Leads gerade am relevantesten sind. KI bereitet alles vor, handelt tut der Mensch. Andere Branchen schließen wir dabei nicht aus.

Warum setzt Pencilrec bewusst darauf, bestehende Systeme zu nutzen statt neue Tools einzuführen?

Die meisten Systeme, die Unternehmen nutzen, passen zu 95 Prozent auf ihre Bedürfnisse. Die großen Anbieter haben einen enormen Vorsprung, da macht es keinen Sinn, als vergleichsweise kleines Unternehmen in direkten Wettbewerb zu treten. Deshalb setzen wir nicht daneben, sondern darüber. Wir verbinden uns über Schnittstellen mit den bestehenden Lösungen, lesen die Daten aus, verknüpfen und werten sie aus und spielen die Ergebnisse wieder ins System zurück.

Was macht euren Ansatz der Pencilrec Automatisierung im Vergleich zu klassischen Software oder Marketinglösungen besonders?

Wir machen beides gleichzeitig, Software und Marketing, und nutzen die Daten aus beiden Quellen, um das jeweils andere besser zu machen. Das ist eine Rückkopplung, die klassische Lösungen nicht bieten. Dazu kommt: Unsere Software legt sich als Schicht über bestehende Systeme. Der Kunde muss nichts ersetzen, wir ergänzen, was fehlt.

Welche Rolle spielen KI und Automatisierung konkret in euren Lösungen und im Alltag eurer Kunden?

KI spielt eine zentrale Rolle, sowohl in der Entwicklung als auch in den Systemen der Kunden. Aber wir setzen sie bewusst ein: Sie bereitet vor, der Mensch entscheidet. Automatisierungen nehmen repetitive Aufgaben ab, KI liefert Analysen und Empfehlungen, die Ausführung liegt beim Mitarbeiter. In der direkten Kundenkommunikation unterstützen wir KI nur teilweise. Es gibt Aufgaben, die von Menschen erledigt werden sollten. Das ist für uns keine Einschränkung, sondern Haltung.

Mit welchen Herausforderungen seid ihr beim Aufbau dieser integrierten Systeme konfrontiert?

Die entscheidende Frage ist immer, ob eine Schreib und Leseschnittstelle verfügbar ist. In den meisten Fällen ist zumindest eine Leseschnittstelle vorhanden, wir können die bestehenden Daten auslesen, auch wenn wir nicht direkt ins System zurückschreiben können. Das ist dennoch ein enormer Fortschritt für die Kunden. Wir arbeiten pragmatisch mit dem, was vorhanden ist.

Wie entwickelt ihr eure Softwarelösungen weiter und welche Branchen stehen künftig im Fokus?

Wir beobachten, wo in einer Branche echte Probleme liegen, und bauen Systeme, die modular genug sind, um sich individuell anpassen zu lassen, für jeden Makler, Verwalter oder Investor anders. Ein Produkt ist nie abgeschlossen. Als nächste Branche sehen wir das Handwerk: administrativer Aufwand, Terminplanung, Kommunikation, vieles lässt sich dort automatisieren. Aber das Interesse muss vorhanden sein.

Welche nächsten Schritte plant ihr für Pencilrec?

Gibt es neue Produkte oder Entwicklungen in der Pipeline?
Es gibt immer etwas in der Pipeline. Aktuell bauen wir weitere Lösungen für unsere bestehenden Kunden, darunter Tools für Markenüberwachung und tiefere Research Funktionen. Ein Produkt ist für uns nie fertig, sondern wächst mit dem Kunden und den Möglichkeiten. Wir entwickeln iterativ und nah an der Praxis.

Welche drei Ratschläge würdest du anderen Gründern geben, die im Bereich Software und Automatisierung starten?

Erstens: Jede Dienstleistung muss einen messbaren Mehrwert haben, und der ist am Ende immer monetär. Wenn du das nicht klar benennen kannst, hast du ein Problem. Zweitens: Einfach machen. Man kommt nicht voran, wenn man nur redet. Der Schritt, den viele scheuen, ist der einzige, der zählt. Drittens: Der richtige Zeitpunkt ist jetzt. Es gibt keinen perfekten Moment, den gibt es nie. Wer wartet, wartet immer.

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Wir bedanken uns bei Philipp Gassen für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Floryn Unternehmensfinanzierung: Schnelle Kredite für KMU

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Floryn: Unternehmensfinanzierung für KMU Floryn-CEO Gion van den Bogaert

Floryn Unternehmensfinanzierung steht für schnelle, flexible Kredite für KMU und setzt auf datengetriebene Prozesse statt Bürokratie.

Wie ist Floryn entstanden und wer sind die Köpfe hinter der Floryn Unternehmensfinanzierung?

Floryn wurde 2016 von drei Unternehmern gegründet: Sven van der Biezen, Marijn van Aerle und mir. Sven und Marijn haben sich inzwischen neuen Projekten gewidmet, aber ihre Handschrift prägt das Unternehmen weiterhin. Heute wird Floryn von mir als CEO geführt, gemeinsam mit Stephan Punt als Chief Commercial Officer, Thijs Huiting als Chief Risk Officer und Stijn Meurkens als Chief Technology Officer. Zusammen leiten wir ein Team von rund 80 Mitarbeitenden in den Niederlanden und Deutschland. Auf Investorenseite wird Floryn von starken niederländischen Investoren unterstützt: Peak Capital, Endeit Capital und Kalo Bagijn. Sie begleiten uns seit mehreren Wachstumsphasen und teilen unsere langfristige Vision, der führende alternative KMU Kreditgeber in Europa zu werden.

Was war der konkrete Auslöser für die Floryn Unternehmensfinanzierung im Bereich digitale Finanzierung?

Floryn wurde gegründet, um eine klare strukturelle Lücke im KMU Finanzierungsmarkt zu schließen. Traditionelle Banken konzentrieren sich meist auf größere Kreditvolumina und arbeiten oft mit langsamen, bürokratischen Prozessen. Gleichzeitig wird der Bedarf an kleineren Finanzierungen, insbesondere zwischen 10.000 und 250.000 Euro, häufig nicht ausreichend bedient. Wir haben unser Modell gezielt entwickelt, um diese Ineffizienzen zu lösen und den Zugang zu Kapital für KMU zu verbessern.

Bei Floryn haben wir eine echte Leidenschaft für Unternehmer. Wir haben das Unternehmen aufgebaut, um Hindernisse zu beseitigen, die ausbremsen. Jedes Unternehmen braucht Zugang zu Kapital, um zu wachsen, Mitarbeiter einzustellen und Chancen zu nutzen. Für die meisten europäischen KMU ist dieser Zugang jedoch schwer erreichbar. Banken verstehen kleinere Unternehmen oft nicht ausreichend, konzentrieren sich auf größere Kredite und verlangen langwierige Prozesse und umfangreiche Dokumentation. Wir haben fast ein Jahrzehnt in Technologie und Daten investiert, um KMU ausschließlich auf Basis ihrer Bankdaten wirklich zu verstehen. Dadurch können wir Kapital nahezu sofort bereitstellen, ohne Bürokratie und ohne unnötige Reibung.

Welche Vision verfolgt Floryn für die Zukunft der Unternehmensfinanzierung in Europa?

Banken und Unternehmer funktionieren grundlegend unterschiedlich. Banken vermeiden Risiken, jeder KMU Kredit bindet teures Eigenkapital und regulatorische Anforderungen werden immer strenger. Unternehmer hingegen gehen berufliche Risiken ein. Dieses Missverhältnis ist strukturell und lässt sich nicht allein durch besseren Service lösen. Genau deshalb wird der Markt für alternative Finanzierungen weiterwachsen.

Unsere Vision ist eine Zukunft, in der sich die Finanzierung an den Unternehmer anpasst und nicht umgekehrt. Das bedeutet den Übergang von rückblickenden Kreditprüfungen hin zu vorausschauenden, datengetriebenen Finanzierungsmodellen. Die Rolle von Floryn besteht darin, Unternehmensfinanzierung schneller, flexibler und zugänglicher zu machen, angetrieben durch Daten und Technologie.

Wie gelingt es Floryn Unternehmensfinanzierung, Kreditentscheidungen schneller zu treffen als klassische Banken?

Die Geschwindigkeit entsteht durch einen vollständig digitalen Prozess. Unternehmen übermitteln ihre Bankdaten über PSD2, wodurch Floryn die Kreditwürdigkeit auf Basis von Transaktionsdaten in Echtzeit bewerten kann. Dies wird mit einer proprietären, KI gestützten Risiko Engine und schlanken internen Prozessen kombiniert. So können Entscheidungen schnell und effizient getroffen werden, ohne langwierige Kreditgremien.

Welche Zielgruppe steht bei Floryn besonders im Fokus und welche Probleme löst ihr konkret?

Floryn richtet sich primär an kleine und mittlere Unternehmen, insbesondere inhabergeführte Betriebe in der Wachstumsphase. Im Fokus stehen Unternehmen mit Finanzierungsbedarf zwischen 10.000 und 250.000 Euro. Diese Unternehmen sehen sich häufig mit langsamen Entscheidungsprozessen, eingeschränktem Zugang zu Kapital und unflexiblen Finanzierungsstrukturen konfrontiert. Floryn löst diese Probleme durch schnelle, flexible und leicht zugängliche Finanzierungslösungen, die auf die operativen Bedürfnisse zugeschnitten sind.

Wie stellt Floryn sicher, dass die Finanzierungslösungen flexibel und fair bleiben?

Floryn bietet flexible Kreditlinien ohne starre Darlehensstrukturen. Unternehmen können Mittel nach Bedarf abrufen und zurückzahlen und zahlen nur Zinsen auf den tatsächlich genutzten Betrag. Die Preisgestaltung ist transparent und nutzungsbasiert, ohne feste Rückzahlungspläne. Dadurch passt sich die Finanzierung an den tatsächlichen Geschäftsalltag an.

Was unterscheidet Floryn im Kern von traditionellen Banken und anderen Fintechs?

Wir positionieren uns zwischen Banken und alternativen Kreditgebern und kombinieren die Stärken beider Modelle. Im Vergleich zu traditionellen Banken bietet Floryn schnellere Prozesse, weniger Bürokratie und einen stärkeren Fokus auf kleinere Finanzierungsvolumina. Im Vergleich zu vielen alternativen Kreditgebern legt Floryn mehr Wert auf Effizienz, Skalierbarkeit, niedrige Ausfallraten und wettbewerbsfähige Preise.

Welche Herausforderungen begegnen euch im stark regulierten Finanzmarkt und wie geht ihr damit um?

Wir arbeiten im bestehenden regulatorischen Rahmen und verfügen über eine PSD2 Lizenz der niederländischen Zentralbank, die einen sicheren Zugriff auf Finanzdaten ermöglicht. Neben regulatorischen Anforderungen ist der Aufbau von Vertrauen eine zentrale Herausforderung, insbesondere in konservativen Märkten wie Deutschland. Wir begegnen dem mit Transparenz, starken lokalen Partnerschaften und einer nachgewiesenen Erfolgsbilanz in den Niederlanden.

Welche Rolle spielen Daten und Technologie bei euren Kreditentscheidungen?

Daten und Technologie bilden den Kern des Floryn Modells. Kreditentscheidungen basieren auf Banktransaktionsdaten und werden mithilfe einer firmeneigenen, KI gestützten Risikobewertungs Engine verarbeitet. Ein Ratingsystem von A bis C bestimmt die Finanzierungsbedingungen und ermöglicht es uns, wettbewerbsfähige Zinssätze anzubieten und gleichzeitig niedrige Ausfallquoten aufrechtzuerhalten.

Wie möchtet ihr Floryn in den kommenden Jahren weiterentwickeln und skalieren?

Wir konzentrieren uns darauf, die Präsenz von Floryn in ganz Europa auszubauen, wobei Deutschland der erste wichtige Schritt ist. Kurzfristig wollen wir im Preissegment von 10.000 bis 250.000 Euro wachsen und dabei operative Exzellenz und Marktanteile erzielen. Strategische Partnerschaften spielen eine Schlüsselrolle bei der Beschleunigung dieses Wachstums. Doch wir werden nicht mit dem deutschen Markt aufhören und planen, ab nächstem Jahr weitere Länder hinzuzufügen.

Gibt es neue Produkte oder Märkte, die ihr aktuell im Blick habt?

Deutschland ist in dieser Phase der wichtigste neue Markt für uns. Der offizielle Markteintritt folgt jetzt einem Soft Launch Anfang des Jahres. Produktseitig liegt unser Fokus aktuell auf dem Ausbau des Angebots an Geschäftskreditlinien. Wir prüfen gleichzeitig aber auch die Expansion in weitere Länder.

Welche drei Ratschläge würdet ihr anderen Gründern mit auf den Weg geben?

Es gibt keine Patentlösung und es kommt darauf an, ob man sich in der Gründungsphase befindet, das Unternehmen skalieren will oder bereits seit einigen Jahren erfolgreich geführt wird.

Eines gilt aber immer: Stellt sicher, dass ihr das beste Team habt, von Einstellung und Mitarbeiterbindung bis hin zum Mitarbeiteraustritt. Die richtigen Leute im Team machen immer den Unterschied. Und hört nie auf, mit euren Kunden zu sprechen. Nur so könnt ihr sicherstellen, dass sie mit eurem Produkt zufrieden und bereit sind, dafür auch zu zahlen. Letztlich: Kennt eure Liquiditätsreserven und kümmert euch rechtzeitig um Kapital, bevor euch das Geld ausgeht.

Bildrechte: © Floryn

Wir bedanken uns bei Gion van den Bogaert für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Wie entsteht die Industrie von morgen schon heute?

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Industrie Start-ups Künstliche Intelligenz Innovation Dr. Julian Lohf Bildrechte/ Fotograf Ingrid Hertfelder

Industrie, Start-ups und Künstliche Intelligenz stehen im Fokus des de:hub Stuttgart – Future Industries und treiben die Entwicklung neuer Technologien und Geschäftsmodelle voran.

Wie positioniert sich der de:hub Stuttgart – Future Industries innerhalb des deutschen Digital Hub Netzwerks? Welche Rolle spielt der Hub für die industrielle Transformation im Großraum Stuttgart?

CODE_n wurde 2012 gegründet und gehört damit zu den frühen Startup-Initiativen Deutschlands.
Der de:hub Stuttgart – Future Industries positioniert sich innerhalb der bundesweiten Digital Hub Initiative als zentraler Knotenpunkt für industrielle Zukunftstechnologien. Mit dem Innovation Campus rund um CODE_n verfügt der Hub über einen starken physischen Anker, der Start-ups, Hochschulen, Forschungseinrichtungen und etablierte Corporates zusammenbringt. Diese enge Vernetzung ermöglicht es, neue Technologiefelder von KI-gestützter Automatisierung über Robotik bis hin zu Dual-Use-Technologien flexibel und frühzeitig anzuvisieren.
Gleichzeitig profitiert der Hub von der Nähe zur global agierenden GFT Technologies. Ein Technologieunternehmen mit tiefen Wurzeln in der Region, aus dem CODE_n als Business Innovation Einheit entstanden und im Jahr 2018 ausgegründet wurde. Das Unternehmen bringt weitreichende technologische Kompetenzen und globale Perspektiven in die Community ein.

Für die industrielle Transformation im Großraum Stuttgart spielt der Hub eine wichtige Rolle: Er verbindet die Innovationskraft junger Unternehmen mit der Erfahrung, Marktkenntnis und industriellen Stärke der zahlreichen Weltmarktführer der Region. Auf dem Campus entstehen seit seiner Gründung wertschöpfende und wachstumsstarke Unternehmen wie Flip, Instagrid, Straiv, TruPhysics oder GLOBE Fuel Cell Systems. Das signalisiert, dass der Hub nicht nur der Nährboden für Gründungen, sondern auch für Skalierungen verschiedener Technologiefokusse bildet.
Der de:hub Stuttgart – Future Industries wirkt so als Innovationsplattform, die maßgeblich dazu beiträgt, die industrielle Zukunftsfähigkeit der Region und des Landes Baden-Württemberg zu sichern.

Welche technologischen Schwerpunkte stehen im Fokus des de:hub Stuttgart – Future Industries? Warum sind diese Themen entscheidend für die Zukunft industrieller Wertschöpfung?

Ein Teil dieser technologischen Schwerpunkte ließen wir bereits anklingen. Dennoch lohnt sich ein kurzer Blick auf die zentralen Themenfelder, auf die sich der de:hub Stuttgart – Future Industries derzeit konzentriert.
Im Mittelpunkt stehen insbesondere Künstliche Intelligenz, Robotik und Dual-Use-Technologien. Diese sind von zentraler Bedeutung für die industrielle Transformation in Baden-Württemberg, da sie direkt auf Automatisierung und teils auf neue datenbasierte Geschäftsmodelle einzahlen. Nicht neu ist: Künstliche Intelligenz entwickelt sich zunehmend zum entscheidenden Produktivitäts- und Innovationsfaktor in industriellen Prozessen.
Robotik bildet die nächste Stufe der industriellen Automatisierung. Neben klassischen Industrierobotern gewinnen flexible Systeme wie kollaborative Robotik, autonome Logistiklösungen oder intelligente Serviceroboter zunehmend an Bedeutung. Um diese Entwicklungen stärker in den Blick zu nehmen, tauscht sich unser Hub Director regelmäßig mit unterschiedlichen Kompetenzträgern aus. Unter anderem traf er sich im März mit dem Repräsentanten Baden-Württembergs in China. Im Mittelpunkt stand, wie unsere Start-ups schneller Zugang zu internationalen Dynamiken und Märkten bekommen.

Ein weiterer Schwerpunkt sind Dual-Use-Technologien, also Lösungen mit sowohl zivilen als auch sicherheitsrelevanten Anwendungsmöglichkeiten. Viele Unternehmen aus unserer Community entwickeln Technologien, die sich auf unterschiedliche Märkte übertragen lassen, zuletzt jedoch auch unter der Krise der Automobilindustrie litten. Umso wichtiger ist eine realistische und ausgewogene Positionierung Deutschlands in diesem Feld.

Welche Rolle spielen Start-ups im Ökosystem des de:hub Stuttgart? Wie werden junge Unternehmen konkret dabei unterstützt, industrielle Lösungen zu entwickeln und zu skalieren?

Start-ups nehmen im Ökosystem des de:hub Stuttgart eine zentrale Rolle ein. Sie bringen frische Ideen und experimentierfreudige Ansätze ein, die den etablierten Unternehmen als Impuls für neue, mutige Wege dienen.
Wesentlich ist der physische Campus selbst. Auf dem Gelände stehen Office- und Coworking-Flächen zur Verfügung, die Start-ups sowohl eine flexible Infrastruktur als auch Raum für Skalierung bieten.

Darüber hinaus bietet der Hub ein modulares Membership-Programm, das auf die individuellen Bedürfnisse der Start-ups zugeschnitten ist. So können Gründer gezielt die Services auswählen, die für ihr Geschäftsmodell und ihre Wachstumsphase relevant sind. Insbesondere der Zugang zu Beratungsleistungen für die Bereiche Förderung und Finanzierung, Recht und Steuern sowie Marketing und Buchhaltung bilden die entscheidende Basis für den Aufbau eines erfolgreichen Business.
Für internationale Start-ups steht zudem unser Softlanding Programm bereit, das den Einstieg in den deutschen Markt erleichtert, regulatorische und kulturelle Hürden adressiert und den direkten Zugang zu regionalen Akteuren wie Verbänden, Hochschulen, Forschungseinrichtungen und sowohl Peers als auch etablierten Corporates ermöglicht.

Wie gestaltet sich die Zusammenarbeit mit Forschungseinrichtungen und Hochschulen? Wie gelingt der Transfer von Forschungsergebnissen in industrielle Anwendungen?

Die Zusammenarbeit des Hubs mit Hochschulen und Forschungseinrichtungen dient vor allem dazu, wissenschaftliche Erkenntnisse direkt in industrielle Anwendungen zu überführen. Durch die engen Kooperationen werden Start-ups und Spin-offs frühzeitig unterstützt, Forschungsideen rasch in Prototypen und Pilotlösungen zu verwandeln.
Und natürlich einfach Lust aufs Gründen zu machen.
Die vermehrten Gründungsaktivitäten in der Region werden vor allem im kommenden Jahr eine große Rolle im Hub spielen. Priorisiert werden dementsprechend die Integration neuer Teams in die bestehende Community und inhaltliche Unterstützung von neuen unternehmerischen Persönlichkeiten.

Wie unterstützt der de:hub Stuttgart Unternehmen dabei, ihre Produktions- und Geschäftsmodelle zukunftsfähig auszurichten?

Uns ist wichtig, einen Ort zu schaffen, an dem sich junge Teams von Beginn an auf die stetige Weiterentwicklung ihrer Lösung konzentrieren können und ihnen zugleich der Einstieg in den Markt durch den Netzwerkeffekt vereinfacht gelingt.
Unserer Meinung nach ist es unabdingbar den Teams bereits von Anfang an finanziell unter die Arme zu greifen. Nicht zwingend durch Investments, sondern durch kostenlose bis hochattraktive Bürokonditionen. Der Netzwerkeffekt durch die physische Eingliederung in eine lebendige Community kombiniert mit einem angebotsreichen Ökosystem ergibt sich hieraus fast automatisch. Mit welchen Services wir darüber hinaus unterstützen, benannten wir bereits vorab.
Unterm Strich können wir als Hub befähigen und antreiben, intrinsisch motiviert zur Ausgründung und Skalierung müssen die Teams nach wie vor selbst sein.

Wie messen Sie den Erfolg Ihrer Aktivitäten – sowohl für Startups als auch für die industrielle Wettbewerbsfähigkeit der Region Stuttgart?

Der Erfolg unserer Aktivitäten zeigt sich vor allem daran, ob der Campus lebt: Wenn er gut gefüllt ist, Menschen gerne hier arbeiten und unsere Community wächst. Besonders wertvoll ist für uns das Feedback aus der Community wie etwa, wenn Start-ups oder Unternehmen berichten, dass über unsere Innovationsformate neue Leads entstanden sind und konkrete Kooperationen angestoßen wurden. Entscheidend ist, ob aus Vernetzung konkrete Wertschöpfung entsteht. Die Leistung der Gründungsteams lässt sich zudem u. a. anhand ihrer wachsenden Sichtbarkeit, in ihrer zunehmenden Etablierung innerhalb von Branchen oder in ihrer Aktivität auf internationalen Märkten messen.

Wenn Start-ups aus unserem Umfeld an Dynamik gewinnen und gleichzeitig etablierte Unternehmen neue Innovationsimpulse mitnehmen, ist das für uns ein sehr greifbarer Maßstab für den Erfolg unserer Arbeit, unserer Community. Wir messen Zufriedenheit und Weiterempfehlungsquote unserer Partner sehr genau, denn langfristige Kundenbeziehungen und eine hohe Auslastung unseres Campus sind Ausdruck echten Mehrwerts für die Region und das Ökosystem.

Darüber hinaus betrachten wir die Entwicklung der Community als strategischen Erfolgsfaktor für die Region Stuttgart. Eine engagierte, interdisziplinäre Community, die aktiv kooperiert und Wissen teilt, stärkt die Innovationsfähigkeit des Standorts nachhaltig und zieht national wie international Leistungsträger und Unternehmen langfristig an.

Welche Ziele verfolgt der de:hub Stuttgart – Future Industries in den kommenden Jahren, um den Weg in eine digitale und smarte Industrie weiter zu ebnen?

Der de:hub Future Industries Stuttgart verfolgt in den kommenden Jahren das klare Ziel, den industriellen Mittelstand konsequent bei der Transformation hin zu einer digitalen, KI-gestützten und resilienten Industrie zu begleiten. Im Fokus stehen der praxisnahe Einsatz von Künstlicher Intelligenz, Robotik und Dual-Use-Technologien sowie deren konkrete Anwendung in Produktion, Entwicklung und Wertschöpfungsketten.

Gleichzeitig bauen wir unser Ökosystem strategisch weiter aus. Durch die gezielte Einbindung internationaler Start-ups, die Vertiefung der Zusammenarbeit mit Hochschulen und Forschungseinrichtungen sowie die Stärkung unserer Community als kollaborative Innovationsplattform. Unser Anspruch ist es, Stuttgart als führenden Innovationsstandort für Future Industries in Europa zu positionieren und belastbare Netzwerke zu schaffen, die langfristig Wettbewerbsfähigkeit sichern. Der Hub soll nicht nur Impulsgeber sein, sondern ein produktiver Arbeitsraum, in dem Innovation systematisch entsteht und in industrielle Realität überführt wird.

Bildrechte/ Fotograf Ingrid Hertfelder

Wir bedanken uns bei Dr. Julian Lohf für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

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