Amjad Foods entwickelt Falafel-Produkte für die Gastronomie, die authentischen Geschmack, einfache Anwendung und zuverlässige Qualität im Küchenalltag verbinden
Wie ist Amjad Foods entstanden und welche persönliche Geschichte steckt hinter Mama’s Falafel Teig?
Amjad Foods ist aus dem Wunsch entstanden, Falafel für jeden zugänglich zu machen. Meine ursprüngliche Idee war ein frischer Falafelteig für zu Hause, mit dem jeder in wenigen Minuten selbst Falafel zubereiten kann. Der Fokus lag anfangs stark auf Endkunden und dem Onlinehandel.
Relativ schnell wurde jedoch klar, dass Tiefkühlprodukte online nur schwer skalierbar sind. Die Teilnahme bei Die Höhle der Löwen und das direkte Feedback der Investoren haben mich zusätzlich zum Umdenken gebracht.
Was war eure ursprüngliche Vision mit Mama’s Falafel Teig und wie hat sie sich im Laufe der Zeit verändert?
Nach der ersten Phase habe ich analysiert, wie Menschen Falafel wirklich essen. Nicht nur im Sandwich, sondern sehr häufig auf Bowls und Salaten.
Genau daraus entstand die Idee der Mama’s Falafel Croutons. Ein Produkt, das in Sekunden funktioniert und sich perfekt in bestehende Gerichte integrieren lässt. Mit diesem Produkt haben wir den Food Innovation Preis gewonnen und erstmals sehr klares Feedback aus der Gastronomie erhalten.
Darauf aufbauend haben wir unser Sortiment konsequent erweitert. Mit den Falafel-Talern und zuletzt auch mit dem Falafel-Burger, den wir im vergangenen Jahr gelauncht haben, bedienen wir gezielt aktuelle Food-Trends. Gerade der Burger eignet sich optimal für den veganen Burger-Trend und für moderne Burgerläden, die pflanzliche Alternativen auf hohem Niveau anbieten möchten.
Unsere Vision hat sich dadurch klar weiterentwickelt: vom reinen Falafelteig hin zu einem durchdachten Sortiment an zeiteffizienten Lösungen für die Gastronomie.
Für welche Zielgruppen in der Gastronomie sind eure Produkte gedacht und welche Bedürfnisse stehen dabei im Fokus?
Unsere Produkte richten sich heute klar an Gastronomen, die schnell arbeiten müssen. Besonders an Konzepte mit Bowls, Salaten, Streetfood, Burgerläden oder Systemgastronomie.
Im Fokus stehen einfache Anwendung, hohe Geschwindigkeit und gleichbleibende Qualität. Die Falafel Croutons sind zum Beispiel in rund 30 Sekunden servierfertig, die Taler und Burger lassen sich flexibel in bestehende Küchenabläufe integrieren.
Was hat Mama’s Falafel Teig besonders attraktiv für große Gastronomen und Großhändler gemacht?
Besonders attraktiv ist unsere klare Produktlogik. Sie spart Zeit, reduziert den Personalaufwand und funktioniert zuverlässig im gastronomischen Alltag.
Zudem bieten wir ein Sortiment, das mit den Trends der Gastronomie mitgeht – von Bowls über Snacks bis hin zum veganen Burger.
Welche Herausforderungen habt ihr beim Wachstum und in der Zusammenarbeit mit der Gastronomie erlebt und wie seid ihr damit umgegangen?
Eine der größten Herausforderungen war der Spagat zwischen Qualität, Skalierung und Logistik. Gerade die flächendeckende Belieferung über Großhändler stellt hohe Anforderungen an Lieferkette, Lieferzeiten und gleichbleibende Produktqualität.
Unsere Produkte müssen überall gleich funktionieren – unabhängig davon, ob sie in Hamburg, München oder auf dem Land eingesetzt werden. Diese Zuverlässigkeit sicherzustellen, gemeinsam mit Großhändlern und Partnern, war und ist ein anspruchsvoller Prozess.
Das ist nur gelungen, weil wir unsere Abläufe konsequent professionalisiert und sehr eng mit Gastronomen und Handelspartnern zusammengearbeitet haben.
Was unterscheidet Amjad Foods mit Mama’s Falafel Teig von anderen Falafel- und Levante-Produkten im Markt?
Der größte Unterschied liegt in unserem eigenen Mama’s-Rezept und in der konsequenten Authentizität unserer Produkte. Wir arbeiten nicht mit Standardrezepturen, sondern mit einer Rezeptur aus echter levantinischer Küche, die über Jahre perfektioniert wurde.
Ein weiterer entscheidender Punkt ist unser Herstellungsverfahren. Wir nutzen ein besonders schonendes, technisch anspruchsvolles Verfahren, das über klassisches Schockfrosten hinausgeht. Dadurch erreichen wir eine Produktqualität, die man deutlich schmeckt: außen kross, innen saftig und gleichzeitig sehr frisch im Ergebnis.
Zusätzlich sind unsere Produkte von Grund auf für vegane und glutenfreie Ernährung entwickelt. Viele Falafelhersteller arbeiten mit Brot, Mehl oder Kartoffeln als Füll- oder Bindemittel. Darauf verzichten wir bewusst. Unsere Falafel bestehen aus hochwertigen Zutaten und kommen ohne diese Zusätze aus. Das macht sie ehrlicher, leichter und besser verträglich.
Mit der Hero Levant Line entsteht eine neue Produktwelt. Was hat dich motiviert, neben einer etablierten Marke neu anzusetzen?
Mit der Hero Levant Line ist bewusst eine neue Produktwelt entstanden. Die Motivation dahinter ist eine andere als bei Tiefkühlprodukten.
Hier geht es um hochwertige Levante-Grundbasen bei Raumtemperatur. Produkte, mit denen jeder in einer Minute frisch arbeiten kann und trotzdem volle Kontrolle über Geschmack und Qualität behält.
Welche Bedeutung haben hochwertige Levante-Grundbasen für eure Produktentwicklung?
Ein gutes Beispiel ist Hummus Hero. Wer echten Hummus herstellt, weiß, wie aufwendig der Prozess ist: Kichererbsen einweichen, kochen, schälen, pürieren und Zutaten hinzufügen.
In der Gastronomie fehlt dafür oft Zeit und Personal. Unsere Lösung ist eine hochwertige Grundbasis, mit der in einer Minute ein frischer, cremiger Hummus entsteht. Der Superheld in der Küche, der Zeit abnimmt.
Wie verbindest du den Aufbau einer neuen Linie mit der Weiterentwicklung des bestehenden Geschäfts?
Der Aufbau der Hero Levant Line läuft parallel, aber klar getrennt vom bestehenden Geschäft. Mama’s Falafel ist etabliert, die Hero Levant Line wird bewusst neu und eigenständig entwickelt.
In der ersten Phase läuft die neue Linie organisatorisch über Amjad Foods, um bestehende Strukturen, Netzwerke und Markterfahrung sinnvoll zu nutzen.
Welche nächsten Schritte planst du für Amjad Foods und eure Marken in den kommenden Jahren?
Ein zentraler nächster Schritt ist der Aufbau der Hero Levant Line. Mit dieser Linie entwickeln wir hochwertige Levante-Grundbasen, die maximale Qualität mit minimalem Zeitaufwand verbinden.
Das erste Produkt wird Hummus Hero sein – eine Hummus-Grundbasis, mit der innerhalb einer Minute frischer, cremiger Hummus zubereitet werden kann. Die Basis ist bei Raumtemperatur haltbar und dennoch für die frische Weiterverarbeitung in der Küche gedacht.
Parallel dazu bauen wir unser bestehendes Tiefkühlsortiment weiter aus und stärken unsere Position im deutschen Markt.
Für 2026/2027 planen wir den nächsten strategischen Schritt: die Expansion in die Schweiz, mit einem klaren Fokus auf die Zusammenarbeit mit Großhändlern und der Gastronomie.
Welche drei Ratschläge würdest du anderen Gründerinnen und Gründern aus dem Food-Bereich mit auf den Weg geben?
Erstens: das eigene Produkt wirklich verstehen. Zweitens: echte Probleme lösen und nicht nur Trends folgen. Drittens: Geduld(Sabr) haben und Qualität immer über Geschwindigkeit stellen.
Zum zehnjährigen Bestehen der herCAREER Karrieremesse für Frauen spricht Gründerin Natascha Hoffner im Interview mit StartupValley darüber, wie Unternehmen Chancengleichheit in der Arbeitswelt schaffen und weibliche Talente langfristig halten können.
herCAREER feiert 10 Jahre – ein Jahrzehnt, in dem sich die Arbeitswelt, insbesondere für Frauen, stark verändert hat. Was geht Ihnen persönlich durch den Kopf, wenn Sie auf diese Entwicklung und Ihre eigene Rolle darin zurückblicken?
Natascha Hoffner: Vor Kurzem habe ich auf LinkedIn über unser zehnjähriges Jubiläum geschrieben, dass ich nie geplant hatte zu gründen, dass alles begann wegen einer Fernbeziehung, einer Schwangerschaft, dem Vorbild meiner alleinerziehenden Mutter und meiner Leidenschaft für Messe und Vertrieb und funktioniert hat es dank eines großartigen Teams auch in diesen unsicheren Zeiten. Diversity gerät unter Druck, doch viele Unternehmen halten dagegen. Auf den Beitrag habe ich sehr viele Rückmeldungen bekommen, was wir mit herCAREER alles bewegen konnten. Wir haben heute großartige Unterstützer:innen, Partner:innen und Unternehmen an unserer Seite. Sie nutzen unsere Plattform, um ihre Role Models sichtbar zu machen, ihre Geschichten zu teilen und ihre Expertisen zu zeigen.
Start-ups, KMU, Hidden Champions und Konzerne sind gleichermaßen vertreten, alle eint der Wunsch, kein Talent zu verlieren. Das ist die größte Wertschätzung zu wissen, dass unsere Arbeit für viele Frauen einen Unterschied macht. Der Weg dorthin war und ist arbeitsintensiv. Doch dieses Feedback zeigt mir, es lohnt sich. Unternehmertum ist selten einfach, aber sinnstiftend, wenn man sieht, was durch gemeinsames Engagement entsteht.
Wie hat sich die ursprüngliche Vision von herCAREER im Laufe der Jahre verändert oder weiterentwickelt, und welche Werte sind über all die Zeit konstant geblieben?
Natascha Hoffner: Meine Vision von herCAREER ist seit zehn Jahren im Kern unverändert. Chancengleichheit für alle erreichen und zwar bald. Nahbarkeit, Authentizität und Begegnungen auf Augenhöhe prägten herCAREER von Anfang an ebenso wie eine ehrliche, herzliche Kommunikation. Unser Ziel bleibt, die Arbeitswelt gemeinsam mit Unternehmen nachhaltig zu verändern für alle, aber besonders für Frauen. Dabei ist es mir wichtig zu betonen, herCAREER war nie ein Event exklusiv für Frauen. Denn Veränderung gelingt nur gemeinsam und dazu gehören auch Männer, die sich als Verbündete für Gleichstellung verstehen. Wir sind kein Hochglanzprojekt, sondern eine Plattform für Austausch, konstruktive Impulse und sichtbares Engagement. Was vielleicht im Lauf der Jahre zugenommen hat, ist unser Mut, politische Themen zu adressieren.
Inwiefern verstehen Sie herCAREER heute auch als Plattform für gesellschaftliche Debatten und politischen Wandel?
Natascha Hoffner: Karrieren entstehen nie im luftleeren Raum sie entwickeln sich immer im Spannungsfeld gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Veränderungen. Heute ist es wichtiger denn je, diesen Zusammenhang sichtbar zu machen. Mit herCAREER stärken wir bewusst weibliche Perspektiven aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik. Wir verstehen uns als Wegbereiterin für den konstruktiven Dialog zwischen Unternehmen und Arbeitnehmer:innen. Denn echte Veränderung entsteht nur im gemeinsamen Austausch. Wir greifen bewusst Themen auf, die über klassische Karrierefragen hinausgehen etwa tödliche Gewalt gegen Frauen und Wege zur Prävention oder wie wir Frieden gestalten und welche Art von Regulierung das Internet braucht. Solche Themen zeigen Gleichberechtigung, Sicherheit, Demokratie und Teilhabe gehören untrennbar zusammen. Es geht um Haltung, Verantwortung und den Willen, Strukturen zu verändern. Wenn Frauen sichtbar werden, ihre Stimmen Gehör finden und Unternehmen bereit sind zuzuhören, entsteht gelebte Chancengerechtigkeit und der Mut, Dinge wirklich anders zu machen.
Sie haben mit der Gründung von herCAREER einen Ort geschaffen, an dem weibliche Karrieren sichtbar gemacht und gefördert werden. Welche Herausforderungen mussten Sie auf diesem Weg überwinden, die vielleicht hinter den Kulissen geblieben sind?
Natascha Hoffner: Unternehmerische Herausforderung ist für uns der Normalzustand. Lange dachte ich, das hört irgendwann auf. Wenn ich nur die Finanzierung stemme, die Corona-Zeit überstehe, digitale Tools einführe und die wirtschaftliche Flaute meistere dann habe ich es geschafft. Doch dann kamen die US-Wahlen. Heute weiß ich, genau das ist Unternehmertum. Keine Planungssicherheit, keine Garantie für den Erfolg, ständiges Abwägen verbunden mit Momenten von Zweifel, Wut oder Enttäuschung aber eben auch mit großer Freude, wenn sich der Einsatz auszahlt. Nichts passiert von allein. Dass wir heute so positiv wahrgenommen werden ist das Ergebnis harter Arbeit.
Die Messe hat sich zu einer der wichtigsten Plattformen für Female Empowerment im deutschsprachigen Raum entwickelt. Was war rückblickend der entscheidende Wendepunkt, an dem Sie gespürt haben Das Konzept funktioniert?
Natascha Hoffner: Einen klaren Wendepunkt gab es für mich eigentlich nicht. Meine Mitstreiterin Linda und ich wir glaubten vom Start weg an den Erfolg. herCAREER war von Beginn an anders als das was es bis dahin am Markt gab. Wir haben das Konzept Messe nicht neu erfunden aber die Messe-Erfahrung diese Nahbarkeit von allen Beteiligten unabhängig von ihrer Rolle oder Hierarchieebene das war neu. Dieses Gefühl von Aufbruch Veränderungsbereitschaft und fundierter Vernetzung das macht herCAREER zu mehr als nur einer Messe. Die größte Herausforderung lag darin mit minimalem Marketingbudget bekannt zu werden. Wenn ich heute höre herCAREER kennt man doch dann ist das keine Selbstverständlichkeit. Voraus gingen unzählige Gespräche persönliche Begegnungen und hunderte Netzwerkveranstaltungen. Sichtbarkeit entsteht durch fundierte Beziehungen durch Zuhören und Beharrlichkeit. Ich greife lieber einmal zu oft zum Telefonhörer denn das hilft Verbindungen zu pflegen.
herCAREER steht nicht nur für Karriere sondern auch für Haltung Gleichberechtigung und Netzwerkgedanken. Wie gelingt es Ihnen diesen Spirit Jahr für Jahr neu zu entfachen?
Natascha Hoffner: Ich bin überzeugt den Spirit von herCAREER entfachen alle Beteiligten gemeinsam indem sie Offenheit Neugier und den Willen zur Veränderung zeigen. Es sind Menschen die bereit sind zuzuhören voneinander zu lernen und sich einzubringen. Jede und jeder darf einfach sie oder er selbst sein ohne sich in eine Schablone pressen zu müssen. Wir verbinden ganz unterschiedliche Branchen Themen und Communities. An zwei Tagen im Jahr entsteht ein Raum voller Möglichkeiten. Diese Atmosphäre macht für mich den Spirit aus und wirkt weit über die Messe hinaus.
Wenn Sie auf die Entwicklungen der letzten zehn Jahre blicken wie hat sich Ihrer Meinung nach die Wahrnehmung von Frauen in Führungspositionen in Deutschland verändert?
Natascha Hoffner: Manche Klischees halten sich hartnäckig etwa dass Frauen nur in den Vorstand berufen werden weil Unternehmen auf die Quote schauen. Manche Besetzungen legen nahe dass man erst dann eine Frau in Erwägung zieht wenn die Krise so groß ist dass kein Mann den Job machen will. Die aktuellen Zahlen der Allbright Stiftung zeigen dass die Zahl der Vorstandsfrauen stagniert Deutschland ist da im europäischen Vergleich alles andere als ein Vorzeigebeispiel. Trotzdem gibt es viel Anlass zum Optimismus.
Frauen haben verstanden Gleichberechtigung fällt nicht vom Himmel. Rechte mussten sie sich stets erkämpfen oft gegen große Widerstände. Gleichzeitig sehe ich heute mehr Männer denn je zuvor die Frauen unterstützen und Verantwortung übernehmen. Es bewegt sich etwas durch das Engagement von Netzwerken Vereinen und Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens. Frauen fordern ihren Platz ein. Unternehmen die die besten Talente gewinnen und halten wollen müssen alte Muster hinterfragen und neue Wege gehen. Noch nie waren die Chancen für echte Veränderung so gut wie heute.
Netzwerken ist ein zentrales Element Ihrer Arbeit. Welche Begegnung oder Geschichte aus zehn Jahren herCAREER ist Ihnen besonders in Erinnerung geblieben?
Natascha Hoffner: Mir fällt keine einzelne Geschichte ein die alles überstrahlt aber ich weiß wie viel eine persönliche Begegnung bewirken kann. Genau das liebe ich an meiner Arbeit mit Menschen in Kontakt zu kommen und sie als Verbündete zu gewinnen. Ob daraus eine Zusammenarbeit entsteht oder einfach ein ehrlicher nachhaltiger Austausch das ist zweitrangig. Entscheidend ist das gegenseitige Interesse die Bereitschaft einander Türen zu öffnen und voneinander zu lernen.
Wie gelingt es Ihnen persönlich als Unternehmerin und Mutter eine Balance zwischen beruflichem Anspruch und privatem Leben zu finden und hat sich Ihr Verständnis von Erfolg dadurch verändert?
Natascha Hoffner: Das gelingt mir insgesamt recht gut. Weil ich akzeptiere dass ich nicht für alles verantwortlich sein kann und auch nicht will. Ich kann nicht alles gleichzeitig sein perfekte Mutter ständig erreichbare Unternehmerin und stets verfügbare Ehefrau. Das ist ein Märchen meine Kraft hätte dafür nie gereicht. Als die Kinder kleiner waren war die Herausforderung mit einem frisch gegründeten Unternehmen enorm.
Aber der Papa hat zweimal den Löwenanteil der Elternzeit übernommen ist in allen WhatsApp-Gruppen der Kinder und managt ihre sportlichen Aktivitäten. Zahnarzt Kinderarzt und Friseur übernehme ich. Wenn er vom Elternabend kommt frage ich nur gibt es etwas Wichtiges das ich wissen muss und lasse zu nicht über alles Bescheid zu wissen. Finanzielle Unabhängigkeit war für mich immer ein zentraler Antrieb. Sie bedeutet Freiheit und Sicherheit zugleich. Und was mir heute besonders hilft ich nehme mir bewusst Zeit nur für mich ohne schlechtes Gewissen. Das ist ein wesentlicher Teil meines Erfolgsverständnisses geworden.
Was sind für Sie aktuell die größten strukturellen Hürden wenn es um die Chancengleichheit in der Arbeitswelt geht und wo sehen Sie dringenden Handlungsbedarf?
Natascha Hoffner: Ein zentrales Problem ist die ungleiche Verteilung von Erwerbs- und Sorgearbeit zwischen Frauen und Männern. Sie entsteht oft rund um die Geburt des ersten Kindes und prägt Karrieren dauerhaft wie etwa Nicola Fuchs-Schündeln Präsidentin des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung betont. Staatliche und betriebliche Rahmenbedingungen verstärken diese Muster steuerliche Fehlanreize wie das Ehegattensplitting ein Mangel an flächendeckender Kinderbetreuung und Unternehmenskulturen die Flexibilität noch immer als Ausnahme behandeln. Die Folge Frauen reduzieren ihre Arbeitszeit was das Rollenmodell weiter zementiert. Wir müssen Leistung unabhängig von der Zahl der Wochenarbeitsstunden anerkennen. Und wir brauchen ökonomische Anreizsysteme die gleichberechtigte Erwerbsmodelle fördern. Chancengleichheit entsteht nicht durch individuelle Anstrengung sondern durch Rahmenbedingungen die sie ermöglichen.
Zum Abschluss Wenn Sie in weiteren zehn Jahren auf herCAREER zurückblicken könnten was wäre Ihr größter Wunsch für die Zukunft dieser Plattform und der Frauen die sie inspiriert?
Natascha Hoffner: Mein größter Wunsch wäre dass herCAREER auch in zehn Jahren noch Brücken baut zwischen Wirtschaft Wissenschaft Politik und Gesellschaft. Und Frauen damit inspiriert mutig ihren eigenen Weg zu gehen und unabhängig von Stereotypen oder tradierten Rollenbildern ihre finanzielle Unabhängigkeit aufzubauen und zu bewahren.
Mehr zu zehn Jahren herCAREER und den Perspektiven von Natascha Hoffner lesen Sie in der aktuellen Ausgabe von StartupValley, erhältlich im Zeitschriftenhandel, in unserem Shop oder bei Readly.
Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.
Das Diskettenwerk ist ein Spezialbetrieb für die sichere Wiederaufbereitung und Wiederverwendung alter Disketten
Was ist Das Diskettenwerk und wer sind die Menschen, die das Startup gegründet haben und heute prägen?
Das Diskettenwerk ist ein Spezialbetrieb für sichere Wiederaufbereitung alter Disketten. Gegründet wurde es von Technikern und Archivliebhabern, die sich mit Legacy-Systemen und Datensicherheit beschäftigen. Heute verbindet das Team IT-Know-how mit Nachhaltigkeitsdenken.
Wie ist die Idee zu Das Diskettenwerk entstanden und welches konkrete Problem wolltet ihr damit lösen?
Viele Organisationen vernichten alte Datenträger aus Angst vor Datenlecks. Gleichzeitig fehlt es an funktionierenden Disketten für kritische Systeme. Die Idee war, sichere Löschung und Wiederverwendung zu verbinden.
Welche Vision verfolgt Das Diskettenwerk im Umgang mit alten Datenträgern und nachhaltiger Datenlöschung?
Datenträger sollen nicht pauschal Müll sein. Sie sollen nachweisbar gelöscht, geprüft und weiter genutzt werden. Ziel ist ein geschlossener Kreislauf statt Wegwerfmentalität.
Wie erklärt ihr eure Arbeit Menschen, die Disketten nur noch aus der Vergangenheit kennen?
Viele Maschinen arbeiten noch immer mit Technologien aus den 1990er-Jahren. Diese Systeme brauchen Disketten, so wie moderne Geräte USB-Sticks brauchen. Wir sorgen dafür, dass diese Medien sicher und verfügbar bleiben.
Wer gehört zur Zielgruppe von Das Diskettenwerk und welche Bedürfnisse stehen dabei im Mittelpunkt?
Zu unseren Kunden gehören Industrie, Luftfahrt, Schifffahrt, Archive und Sammler. Sie benötigen zuverlässige, sichere und geprüfte Datenträger. Vertrauen und technische Qualität stehen im Mittelpunkt.
Wie stellt ihr sicher, dass Datenlöschung und Wiederverwendung bei euch vertrauenswürdig und verantwortungsvoll ablaufen?
Jede Diskette durchläuft ein mehrstufiges Überschreib- und Prüfverfahren. Die Daten werden vollständig ersetzt, nicht nur gelöscht. Danach wird jede Diskette technisch getestet.
Welche Herausforderungen begegnen euch im Alltag zwischen Nachhaltigkeit, Technik und Aufklärung?
Viele halten Disketten für veraltet, während sie in kritischen Systemen noch täglich gebraucht werden. Diese Lücke zwischen Wahrnehmung und Realität zu erklären ist eine ständige Aufgabe.
Was unterscheidet Das Diskettenwerk von klassischen Entsorgungs oder Recyclinglösungen für Datenträger?
Wir zerstören keine funktionierenden Medien. Wir erhalten sie. Unser Fokus liegt auf Wiederverwendung mit geprüfter Datensicherheit.
Wie reagiert ihr auf den Spagat zwischen wachsendem Datenvolumen und dem Wunsch nach Ressourcenschonung?
Nicht jeder Datenträger muss neu produziert werden. Bestehende Medien können sicher wiederverwendet werden. Das spart Ressourcen und reduziert Elektroschrott.
Welche nächsten Schritte plant Das Diskettenwerk für die kommenden Monate und Jahre?
Wir bauen unsere Aufbereitungskapazitäten weiter aus. Zusätzlich arbeiten wir an der Dokumentation historischer Datenträgerformate. Ziel ist der langfristige Erhalt dieser Infrastruktur.
Welche Rolle spielt Aufklärung über digitale Altlasten für eure zukünftige Entwicklung?
Sie ist entscheidend. Wer versteht, wie lange digitale Systeme genutzt werden, erkennt den Wert alter Datenträger. Aufklärung schafft Vertrauen.
Welche drei Ratschläge würdet ihr anderen Gründerinnen und Gründern mit auf den Weg geben?
Ein echtes Problem lösen. Nachhaltigkeit und Technik gemeinsam denken. Und den Mut haben, auch Nischen ernst zu nehmen.
Bildcredits @ privat
Wir bedanken uns bei Daniel Wesseling für das Interview
Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.
SpendOne bietet eine KI-gestützte Lösung für effizientes Ausgabenmanagement und automatisierten indirekten Einkauf in Unternehmen.
Was macht SpendOne und welches konkrete Problem wolltet ihr mit eurer Plattform ursprünglich lösen?
SpendOne ist eine KI-basierte Plattform zur Prozessoptimierung im indirekten Einkauf von Unternehmen. Konkret geht es dabei um eine Vielzahl alltäglicher Bestellvorgänge, die keinen Bezug zum klassischen Kerngeschäft haben. Zum indirekten Einkauf gehören zum Beispiel die Beschaffung von Büromaterial, Werbeanzeigen auf sozialen Netzwerken, Stellenausschreibungen oder Softwarezugänge für Mitarbeiter. In der Regel laufen indirekte Einkäufe heute sehr manuell, unübersichtlich und risikobehaftet ab, da diese nicht über die klassischen ERP-Systeme abgewickelt werden können. Das Ergebnis sind lange Durchlaufzeiten, hohe Prozesskosten, Frustration von Mitarbeitenden aufgrund nervenaufreibender repetitiver Tätigkeiten und Compliance-Risiken. All das kann auf dem heutigen Stand der Technologie deutlich sicherer und effizienter ablaufen.
Wer steht hinter SpendOne und welche Erfahrungen aus eurem beruflichen Hintergrund prägen das Unternehmen heute?
Hinter SpendOne steht ein Gründerteam mit tiefem Praxisbezug zu indirekten Einkaufs-, Zahlungsprozessen und B2B-Software. Uns prägen insgesamt über 40 zusammenaddierte Berufsjahre Erfahrung aus Enterprise-Prozessen, Kreditkarten- und Rechnungsworkflows sowie der Aufbau von skalierbaren SaaS-Produkten. Diese Kombination sorgt dafür, dass wir sehr praxisnah entwickeln und uns stark auf einen messbaren ROI fokussieren.
Welche Vision verfolgt SpendOne im Bereich Ausgaben und Beschaffungsmanagement und wie wollt ihr diese Schritt für Schritt erreichen?
Unsere Vision ist, den indirekten Einkauf genau so einfach, transparent und sicher zu machen, wie Unternehmen es durch den Einsatz von ERP-Systemen im strategischen Einkauf bereits gewohnt sind. Wir erreichen das schrittweise über einen durchgängigen Prozess von der geführten Bedarfsanforderung über klare Genehmigungsregeln entlang der Einkaufsrichtlinien bis hin zur flexiblen Zahlung und der automatisierten Rechnungsverarbeitung. Im Kern steht dabei die Automatisierung durch den Einsatz von KI-Agenten in jedem Prozessschritt, ohne Kontrolle und Compliance zu verlieren.
An welche Unternehmen richtet sich SpendOne besonders und welche Bedürfnisse eurer Zielgruppe stehen im Mittelpunkt eurer Entwicklung?
Wir richten uns an mittelständische Unternehmen bis Großkonzerne auf dem DACH-Markt. Besonders relevant ist SpendOne, wenn Richtlinientreue, Auditierbarkeit und Transparenz schwer sicherzustellen sind und Unternehmen ohne einen großen Implementierungsaufwand die Kosteneffizienz steigern möchten. Im Mittelpunkt stehen eine einfache Nutzerführung für Mitarbeitende sowie ein sauberer, prüfbarer Prozess für Finanz- und Einkaufsabteilungen.
Wie erleben eure Kundinnen und Kunden den Einsatz von SpendOne im Alltag und wo entsteht für sie der größte Mehrwert?
KundInnen erleben mit SpendOne im indirekten Einkauf erstmals einen durchgängig effizienten und konformen End-to-End-Prozess. Mitarbeitende werden Schritt für Schritt geführt und Ausgaben passieren nicht mehr „zurufbasiert“, sondern nur nach klaren Regeln: Genehmigungen sind sauber dokumentiert, Verantwortliche (z. B. Kostenstellen- oder Produktverantwortliche) steuern Budgets bevor Geld ausgegeben wird, und es gibt jederzeit einen prüfbaren Nachweis. Rechnung werden automatisiert eingesammelt und sind sofort auffindbar. Weiterhin existiert zu jeder Rechnung eine passende Bestellung im System. Die KI übernimmt die nervigen Routinen: Prüfen, Zuordnen, Nachfordern fehlender Belege, inklusive erstmaliger Transparenz bei Kreditkartenpositionen. Selbstverständlich gibt es auch pro Bestellung eine Bestätigung der erhaltenen Leistung. Für Buchhaltung und Finance heißt das deutlich weniger Hinterherlaufen und Klären. Weiterhin erhalten sie endlich belastbare Auswertungen über diesen „Long-Tail-Spend“. Prozesskosten sinken massiv, weil SpendOne den Großteil der Arbeit automatisiert.
Der Markt für Spend Management ist stark umkämpft. Was unterscheidet SpendOne klar von anderen Lösungen?
SpendOne wickelt den Gesamtprozess im indirekten Einkauf End-to-End ab, statt nur Teilbereiche. Außerdem ist unser Plug & Play-Ansatz von zentraler Bedeutung: vom bestehenden Kreditkartenanbieter bis hin zu ERP- und Buchhaltungstools schafft SpendOne Anbindungen in die bestehende Systemlandschaft unserer Kunden. So können Unternehmen beispielsweise flexibel auf Rechnung oder mit virtueller Kreditkarte ihres bestehenden Kreditkartenanbieters zahlen, je nach Händler und Bedarf. Außerdem sind wir zu 100 % Made in Germany, was vor allem im Thema Datenschutz für unsere Kunden oberste Priorität hat.
Welche Herausforderungen begegnen euch aktuell beim Skalieren eurer Plattform und wie geht ihr damit um?
Skalierung heißt für uns vor allem: Integrationen in bestehende Systemlandschaften sauber und robust umzusetzen. Gleichzeitig müssen wir Security, Datenschutz und Prüfpfade mit dem Wachstum konsequent mitziehen. Wir begegnen dem mit Standardisierung, klaren Rollout-Playbooks und enger Zusammenarbeit mit Kunden in Pilot- und Ausbauphasen.
Welche Rolle spielt Automatisierung im Alltag eurer Nutzerinnen und Nutzer und wo stößt Technologie heute noch an Grenzen?
Automatisierung nimmt Routinearbeit ab, zum Beispiel beim Einholen, Auslesen und Abgleichen von Rechnungen sowie bei regelbasierten Genehmigungen. Grenzen entstehen dort, wo Daten fehlen, Ausnahmen auftreten oder Entscheidungen bewusst menschliche Verantwortung brauchen. Deshalb kombinieren wir Automatisierung mit klaren Workflows, Transparenz und Eskalationslogiken.
Wie trefft ihr bei SpendOne Entscheidungen zwischen Funktionsvielfalt und einfacher Bedienbarkeit?
Wir priorisieren den durchgängigen Kernprozess und eine sehr einfache Bedienung für Mitarbeitende. Neue Funktionen müssen entweder messbar Zeit sparen, Risiken senken oder Transparenz erhöhen. Alles, was den Flow komplizierter macht, wird vereinfacht, mit KI automatisiert oder bewusst später gebaut. Kern unseres Produktdesigns ist immer: Jemand, der SpendOne noch nie genutzt hat, soll sich unmittelbar bei der ersten Nutzung der Plattform zurechtfinden, aufgehoben und wohl fühlen.
Welche Entwicklungen oder nächsten Schritte stehen bei SpendOne in naher Zukunft im Fokus?
Im Fokus stehen weitere Integrationen, mehr Automatisierung in Prüfung und Abgleich mithilfe von KI sowie der Ausbau unserer Reportings. Außerdem bauen wir die Compliance- und Sicherheitsgrundlagen konsequent aus, darunter beispielsweise der bevorstehende Abschluss unserer ISO 27001 Zertifizierung. Zusätzlich richten wir uns auf neue Anforderungen im Markt aus, wie steigende regulatorische Vorgaben im Rechnungsumfeld, beispielsweise bei der Verarbeitung von X-Rechnungen.
Welche drei Ratschläge würdet ihr anderen Gründerinnen und Gründern mitgeben, die ein B2B Software Startup aufbauen möchten?
Baut zuerst ein Produkt, das ein akutes Problem löst und den ROI in Zahlen zeigt. Investiert früh in Vertrauen: Security, Compliance und saubere Prozesse sind im B2B SaaS kein Nice-to-have, sondern Grundvoraussetzung. Und unterschätzt Distribution nicht: Partnerschaften, Wiederholbarkeit im Sales und ein starkes Onboarding entscheiden über Skalierung.
Bildcredits @privat
Wir bedanken uns bei Maurice Paul für das Interview
Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.
Eine Stimme für echtes Spanisch: Im Gespräch mit Heidi Kürpick von Español Voz Latina
Gründen bedeutet, eine eigene Stimme zu entwickeln – und diese hörbar zu machen. Mit Español Voz Latina hat Heidi Kürpick einen Podcast geschaffen, der Spanischlernen mit kulturellem Verständnis und authentischer Kommunikation verbindet. Das Format richtet sich an deutschsprachige Hörerinnen und Hörer, die Spanisch praxisnah lernen und kulturelle Unterschiede besser verstehen möchten. Im Interview spricht Heidi über ihre Motivation, ihre Zielgruppe und die Rolle von Sprache als Brücke zwischen Kulturen.
Wie ist die Idee zu Español Voz Latina entstanden?
Die Idee entstand aus meiner eigenen Erfahrung als Spanischlehrerin. Viele Menschen lernen Spanisch, haben aber Schwierigkeiten, die Sprache im Alltag wirklich anzuwenden. Mir wurde klar, dass es nicht nur um Grammatik geht, sondern darum, wie Sprache in realen Situationen genutzt wird – mit all ihren kulturellen Nuancen. Genau dort setzt Español Voz Latina an.
Warum hast du dich für einen Podcast als Format entschieden?
Ein Podcast ist sehr zugänglich und lässt sich gut in den Alltag integrieren. Viele meiner Hörerinnen und Hörer lernen neben Beruf oder Studium und schätzen es, flexibel zuhören zu können. Außerdem ermöglicht das Audioformat Nähe und Authentizität – man hört echte Stimmen, echte Geschichten und echte Sprache.
Welche Zielgruppen sprichst du mit deinem Podcast an?
Der Podcast richtet sich an zwei Hauptgruppen: an Anfängerinnen und Anfänger, die wirklich bei null beginnen möchten, und an Fortgeschrittene, die ihren Wortschatz erweitern und sicherer sprechen wollen. Die meisten meiner Hörerinnen und Hörer sind deutschsprachig. Sie kommen nicht zwingend aus einem internationalen Umfeld, haben aber Interesse an Sprache, Kultur und Austausch.
Du führst in deinem Podcast auch Interviews. Mit wem sprichst du dort?
Ich spreche mit Frauen und Männern, die ihre Kultur vorstellen, über Unterschiede berichten oder aus ihrem Alltag erzählen. Nicht alle Interviewgäste sind Migrant:innen. Manche haben einen unternehmerischen Hintergrund, andere nicht. Wichtig ist mir der Perspektivwechsel: Wir sprechen darüber, wie Kultur erlebt wird, auch wenn wir dieselbe Sprache sprechen.
Was unterscheidet Español Voz Latina von anderen Sprachlernangeboten?
Der Fokus liegt auf anwendbarem Spanisch. Es geht um Redewendungen, Dialoge und kulturelle Kontexte, die im echten Leben relevant sind. Sprache wird nicht isoliert betrachtet, sondern immer im Zusammenhang mit Denkweisen, Höflichkeit, Humor oder Missverständnissen.
Du sprichst auf der Peru–Deutschland Konferenz für Entrepreneur:innen. Welche Bedeutung hat das für dich?
Das ist für mich eine große Wertschätzung. Die Einladung zeigt, dass Sprache und kulturelle Kompetenz auch im unternehmerischen Kontext eine wichtige Rolle spielen. Kommunikation ist ein Schlüsselfaktor für Zusammenarbeit, Vertrauen und Marktzugang – unabhängig davon, ob man selbst gründet oder nicht.
Welche Rolle spielt Kultur in deinem Projekt?
Eine zentrale Rolle. Sprache ist immer auch Kultur. Selbst wenn zwei Menschen Spanisch sprechen, können kulturelle Unterschiede zu Missverständnissen führen. Diese sichtbar zu machen und verständlich zu erklären, ist ein Kernanliegen von Español Voz Latina.
Was möchtest du deinen Hörerinnen und Hörern mitgeben?
Keine Angst vor Fehlern zu haben. Sprache lernt man durch Anwenden, Zuhören und Ausprobieren. Wer offen bleibt und bereit ist, kulturelle Unterschiede zu reflektieren, gewinnt nicht nur sprachlich, sondern auch persönlich.
Gino Paolo Valderas – Unternehmertum zwischen Herkunft, Haltung und zeitloser Eleganz
Mit Kokomomo hat Gino Paolo Valderas eine Marke geschaffen, die bewusst leise spricht. Seine luxuriösen Kleidungsstücke aus feinster peruanischer Alpakawolle verzichten auf Klischees und setzen stattdessen auf Authentizität, Qualität und Respekt gegenüber Tradition und Menschen. Gino Paolo ist Teilnehmer des Exportkurses und spricht auf der im März stattfindenden Entrepreneur Konferenz Peru–Deutschland über sein Geschäftsmodell, seine Werte und den Weg, peruanische Handwerkskunst international neu zu positionieren.
Wenn du Kokomomo beschreiben müsstest – was ist der Kern deiner Marke?
Kokomomo ist für mich eine Haltung zum Leben. Wir verkaufen nicht einfach Kleidung, sondern eine bewusste Entscheidung: langsamer zu konsumieren, Qualität über Quantität zu stellen und sich mit dem zu umgeben, was Sinn hat. Unsere Stücke sollen lange begleiten – nicht nur im Kleiderschrank, sondern auch im Alltag der Menschen.
Warum hast du dich bewusst gegen schnelle Modetrends entschieden?
Trends kommen und gehen, Haltung bleibt. Zeitlose Eleganz bedeutet für mich, dass ein Kleidungsstück nicht nach einer Saison an Relevanz verliert. Alpakawolle bietet dafür ideale Voraussetzungen: Sie ist langlebig, hochwertig und angenehm zu tragen. Unsere Designs sind bewusst reduziert, damit Material und Verarbeitung im Vordergrund stehen.
Alpaka wird oft folkloristisch vermarktet. Wie grenzt du dich davon ab?
Ich habe großen Respekt vor Tradition, aber ich glaube nicht, dass sie laut oder plakativ sein muss. Viele Produkte aus Peru werden über Exotik verkauft – das entspricht nicht meinem Verständnis von Wertschätzung. Wir arbeiten mit echter Tradition, mit handwerklichem Wissen und hochwertigen Materialien, aber übersetzen das in eine moderne, klare Formsprache. Ohne Klischees, ohne Inszenierung.
Welche Rolle spielt Verantwortung in deinem Geschäftsmodell?
Eine zentrale. Verantwortung beginnt bei der Auswahl der Materialien und reicht bis zur Art, wie wir kommunizieren. Respekt gegenüber den Menschen, die an der Herstellung beteiligt sind, ist für mich kein Marketingargument, sondern eine Grundhaltung. Nur so entsteht ein Produkt, das ehrlich ist.
Du hast am Exportkurs teilgenommen. Was hat sich dadurch verändert?
Sehr viel. Ich habe gelernt, mein Geschäftsmodell strategischer zu betrachten. Export bedeutet nicht nur, Produkte in ein anderes Land zu verkaufen, sondern kulturelle Erwartungen, Marktmechanismen und Positionierung zu verstehen. Der Kurs hat mir geholfen, Kokomomo klarer zu strukturieren und langfristiger zu denken – besonders im Kontext Deutschland–Peru.
Wie wichtig ist der Peru–Deutschland-Kontext für dich?
Er ist Teil meiner Identität. Ich sehe großes Potenzial darin, peruanische Produkte international neu zu erzählen – nicht als Souvenir, sondern als hochwertiges Designprodukt. Die Diaspora kann dabei Brücken bauen: zwischen Märkten, Kulturen und Denkweisen.
Was treibt dich als Gründer persönlich an?
Mit beiden Füßen auf der Erde zu stehen. Ich glaube daran, dass Unternehmertum ein Spiegel der eigenen Werte ist. Kokomomo ist mein Weg, diese Werte sichtbar zu machen: bewusst leben, bewusst gestalten und Verantwortung übernehmen – für das, was wir schaffen und in die Welt bringen.
Markenmöbel-Onlineshop.de steht für einen fokussierten Ansatz im modernen Möbelhandel und verbindet E-Commerce mit persönlicher Beratung, klarer Markenführung und langjähriger Handelserfahrung.
Wie kam es zur Gründung von Markenmöbel-Onlineshop.de und welche persönliche Motivation stand hinter Ihrer Entscheidung, ein eigenes Möbelunternehmen aufzubauen?
Markenmöbel-Onlineshop.de startete 2018. Damals war der Shop noch eng an den stationären Möbelhandel meines früheren Familienunternehmens gekoppelt. Es handelte sich dabei um eine Kombination aus klassischem Vollsortiments-Möbelhaus und zwei Möbel-Onlineshops: Den NOW!-Onlineshop und eben den Markenmöbel-Onlineshop. Doch je länger ich in dieser Struktur arbeitete und die e-Commerce-Geschäftsbereiche aufbaute, desto deutlicher wurde mir: Die wahre Kraft im Möbelhandel entsteht nicht durch Größe, Fläche, Lage oder gar Masse an Marken – sondern durch Branding, Exzellenz und radikalen Fokus.
2024 kam folglich dann der für mich entscheidende Wendepunkt. Ich spürte, dass der deutsche Möbelmarkt unmittelbar vor einer Phase massiver Disruption steht: Verändertes Kundenverhalten, neue digitale Erwartungen, Individualisierung, Künstliche Intelligenz, Preisdruck und Insolvenzen seitens wichtiger Möbel-Lieferanten. Das führt zu einer Komplexität, bei der mittelständische Strukturen schnell an Grenzen stoßen. Zugleich prägte mich mein langjähriger Mentor und Freund Prof. Dr. Jörg Knoblauch. Durch ihn habe ich das Denken des Silicon Valleys gelernt: Agilität, Chancen-Intelligenz und Mut zur Fokussierung. Irgendwann stellte ich mir dann eine logische Frage. „Was wäre, wenn ich die rund 100-jährige Möbelhändler-Tradition meiner Familie mit der Agilität eines Startups verbinden könnte?“
Aus diesen Gedanken entstand meine Motivation für einen kompletten Neuanfang. Ich verkaufte meine Anteile am elterlichen Betrieb, zusammen mit dem NOW-Onlineshop innerhalb der Unternehmer-Familie Wurster und gründete mein eigenes Startup: Die MW Markenmöbel-Onlineshop GmbH.
Was war Ihre Vision, als Sie Markenmöbel-Onlineshop.de ins Leben gerufen haben, und wie hat sich diese über die Jahre weiterentwickelt?
Als Markenmöbel-Onlineshop.de im Jahr 2018 zum ersten Mal online ging, war meine Vision noch erstaunlich pragmatisch: Ein digitales Vollsortiments-Möbelhaus aufbauen und damit einfach den stationären Familienbetrieb zu erweitern. Ich wollte die Reichweite über den lokalen Standort von Kornwestheim hinaus ausbauen und auf diese Weise die Umsätze unserer Möbel-Lieferanten hoch skalieren.
Doch die letzten Jahre veränderten meine Perspektive. Heute denke ich nicht mehr in den üblichen Schubladen des klassischen Möbelhändlers, sondern mit dem Mindset eines Silicon-Valley-Startups. Aus diesem Grund begann ich mein Unternehmen nicht mehr als Möbelhaus zu begreifen, sondern als Plattform für Menschen, Marken und Partner. Im Mittelpunkt steht dabei nun die Mission, dass „die Möbel-Suche des Kunden jetzt ein Happy-End findet“.
Im Markenmöbel-Onlineshop findet die Möbel-Suche stets ein echtes Happy-End. (Bild: Yakup Zeyrek)
Entsprechend setze ich nicht mehr auf Sortiments-Breite, sondern lege meinen Fokus auf eine klare Sortiments-Tiefe für meine sehr „Marken-affinen“ Zielgruppen. Daraus ergibt sich eine deutlich engere Zusammenarbeit mit meinen Möbel-Lieferanten: Meine lokalen Polstermöbel-Studios in Kornwestheim fokussieren dabei komplett auf die Marken-Welten von Bretz, freistil Rolf Benz und Pode. Mit meinem neuen freistil Rolf Benz Ludwigsburg Store dürfte ich sogar der größte freistil-Händler in der gesamten Region Stuttgart sein. Gleichzeitig verfolge ich heute für den Markenmöbel-Onlineshop eine viel größere Vision: Ich baue hier eine Plattform, über die zukünftig dann Möbelhändler, Möbelhersteller und Designer ihre Produkte ganz gezielt an ihre Kunden verkaufen können. Mir ist wichtig in diesem Kontext klar zu betonen, dass ich für 80 bis 90% der Möbelhändler überhaupt keine Konkurrenz bin, weil ich mich vollständig auf meine Nische fokussiere.
Ich betrachte das auch hier unter dem Ansatz des Silicon-Valley Gedankens: „Sharing is caring. Echte Kooperationen statt Wettbewerb“.
Diesem Leitsatz folgend wird auf der Plattform Markenmöbel-Onlineshop.de zukünftig jede Möbelmarke nur von einem Anbieter verkauft werden können. So entsteht Exklusivität statt Konkurrenz. Umgesetzt wird dies getreu dem Motto „First come. First serve.“
Ihr neues Polstermöbel-Studio feierte eine besondere Eröffnung – wie haben Sie dieses Event erlebt und was war Ihnen bei der Gestaltung des Tages wichtig?
Wir haben an diesem Tag einem sorgfältig ausgewählten Publikum erstmals unsere neuen WURSTER-Polstermöbel-Studios präsentiert und daraus ein ganz besonderes Erlebnis gemacht: Eine echte Gameshow, wie man sie aus dem Fernsehen kennt! Statt klassischer Eröffnungs-Reden gab es spielerische Spannung und zahlreiche Möbel-Preise im Gesamt-Wert von über 22.000 Euro. Doch das eigentliche Highlight waren nicht die Gewinne, sondern der Moderator dieser Gameshow: TV-Legende Jörg Draeger. Sein Charme verwandelte unsere Polsterstudios für einen Tag in die vermutlich wohnlichste Gameshow, die es je gab!
TV-Legende Jörg Draeger verwandelte die WURSTER-Polstermöbelstudios in eine echte Gameshow. (Bild Uwe Ulmer)
Das Publikum saß auf unseren Sofas und Seseln, so dass sich die gesamte Veranstaltung wie ein großer Spiele-Abend im eigenen Wohnzimmer anfühlte. Genau dieses Feeling wollten meine Frau Christiane und ich erreichen: Wir wollten unseren Besuchern dieses kindliche Staunen zurückgeben, dieses „Passiert das hier gerade wirklich?“-Gefühl. Entsprechend war unsere Eröffnung geprägt von echter Herzlichkeit, vielen überraschenden Highlights und echten „Happy-End-Momenten“. Also genau das wofür wir als Markenmöbel-Onlineshop stehen.
Ausschnitt aus einem Teil-Bereich der Gameshow-Arena des Events mit TV-Legende Jörg Draeger. (Bild Uwe Ulmer)
Was hat Sie dazu bewegt, TV-Moderator Jörg Draeger als besonderen Gast zur Eröffnung einzuladen?
Jörg Draeger moderierte viele Jahre lange die TV-Sendung „Geh aufs Ganze!“ auf SAT.1 und Kabel1. Das ist eine meiner Core-Kindheits-Erinnerungen, weil ich diese Show damals als kleiner Junge jeden Abend mit meiner Mutter Brigitte Wurster angeschaut hatte. Im Zuge meiner journalistischen Engagements entstand irgendwann vor ein paar Jahren ein kollegialer Kontakt zwischen Jörg Draeger und mir, der im Laufe der Zeit zu einer Freundschaft wurde. Als ich Jörg Draeger fragte, ob er Lust hätte prinzipiell als Ehren-Gast zu meinem Eröffnungs-Event zu kommen, damit wir gemeinsam das Band durchschneiden machte er mir den Vorschlag, dass wir doch da direkt eine richtige Gameshow machen könnten. Ich war von der Idee so begeistert, ich musste einfach voll aufs Ganze gehen!
Michael T. Wurster: „Mich begeisterte die Idee einer Gameshow mit Jörg Draeger in unserem neuen Möbelgeschäft. Ich musste einfach voll aufs Ganze gehen.“ (Bild: Uwe Ulmer)
Wie haben Kundinnen, Kunden und Partner auf das Event reagiert, und welche Bedeutung hatte diese Veranstaltung für die Marke Markenmöbel-Onlineshop.de?
Die Ressonanz auf unseren Gameshow-Event war enorm: Viele Gäste verbinden Jörg Draeger mit ihrer Kindheit in den 90ern. Genau diese Nostalgie hat den Tag geprägt. Die Vorfreude war bei allen riesig und die Stimmung euphorisch. Das war pure Magie in unseren neuen Polstermöbel-Studios. Strategisch war das Event ein klares Statement für Markenmöbel-Onlineshop.de. Wir stehen für ein Möbelgeschäft, in dem stationäres Erlebnis und digitale Welt nahtlos verschmelzen. Man konnte die Gameshow live im Polstermöbel-Studio erleben – und erlebt sie jetzt weiter auf Instagram und YouTube, wo wir Highlight-Sequenzen veröffentlichen. Aus einem lokalen Ereignis wird so ein digitales Format mit Reichweite. Und weil viele Gewinne direkt aus unserem Sortiment stammten, war dieser Eröffnungs-Event eine spielerische Interpretation von emotionalem Product-Placement. Wenn Sie wollen, nennen Sie es Gamification.
Neben TV-Legende Jörg Draeger war auch der „Lurchi“ zu Gast in den WURSTER-Polstermöbel- Studios. (Bild Uwe Ulmer)
Was unterscheidet Ihre neuen Polstermöbel-Welten von klassischen Möbelhäusern oder anderen Showrooms?
Erstens, klarer Fokus: Unser Fokus liegt wie bereits erwähnt auf den Marken Bretz, freistil Rolf Benz und Pode. Wir haben uns bewusst für diese drei charakterstarke Premium-Polstermöbelmarken entschieden und präsentieren diese in liebevoll gestalteten Interior-Design-Welten. In hybrider Kombination mit Markenmöbel-Onlineshop.de bieten wir eine sensationelle Sortiments-Tiefe für unsere Zielgruppen.
Zweitens, klare Exzellenz: Wir streben danach ein besonderes Einkaufs-Erlebnis zu bieten. Das spürt man schon, wenn man den Markenmöbel-Onlineshop erkundet oder einen Private-Shopping-Termin bei unseren Stores in Kornwestheim bucht. Auch der Gameshow-Event zeigt, dass wir mit einer besonderen Liebe zum Detail und großem Ehrgeiz arbeiten. Auf unserem Instagram-Kanal und unserem YouTube-Kanal zeigen wir immer mal wieder Ausschnitte aus diesem Gameshow-Event. Für die Zukunft sind weitere besondere Aktionen geplant, die diesen Anspruch für unternehmerische Exzellenz untermauern.
Drittens, klares Branding: Meine eigene Personal-Brand, also meine Personen-Marke „Michael T. Wurster“ bildet einen roten Faden, der sich durch den Markenmöbel-Onlineshop, den freistil Rolf Benz Ludwigsburg Store und unser Bretz-Studio, sowie den Pode-Showroom hindurch zieht. Aus diesem Grund auch überall der Zusatz „by Michael T. Wurster“. Wir arbeiten sehr, sehr eng mit unseren Möbelherstellern zusammen und wollen deren eigene DNA vollständig erlebbar machen. Allerdings ergänzt durch den Zusatz meiner Personal-Brand als Berater und Guide, der durch diese charakterstarken Markenwelten führt.
Hier bringen natürlich auch meine Tätigkeiten als Bestseller-Autor und Journalist einen gewissen Vertrauens-Bonus als kompetenter Berater. Schließlich will ich sicherstellen, dass die Möbel-Suche unserer Zielgruppen bei uns das Happy-End findet. Und klar: Genau wie schon zu Zeiten von Urgroßvater Friedrich Wurster ist auch bei unserem Startup die Beratung stets Chefsache. Allein diesen Faktor findet man heute leider kaum noch. Wir tragen unsere Wurzeln mit Stolz und verstehen uns als ein inhabergeführtes Fachgeschäft.
Wie schaffen Sie es, im Spannungsfeld zwischen Online-Shop und stationärem Erlebnis eine starke Verbindung zu Ihren Kundinnen und Kunden aufzubauen?
Ich sehe hier kein Spannungsfeld, sondern eine große Customer-Journey. Schließlich werden Premium-Möbel nicht einfach impulsiv gekauft. Online entdeckt man Inspiration, Fakten und Vergleichs-Möglichkeiten hinsichtlich Preis-Leistung. Und in den lokalen Möbel-Studios erlebt man den Sitz-Komfort, die Materialien und die Atmosphäre der jeweiligen Marken-DNA. Final gekauft wird am Ende bei dem Möbelhändler, dem man das größte Vertrauen entgegenbringt. Das kann dann letztlich sowohl online als auch offline passieren. Für mich persönlich geht es daher sowohl online als auch lokal um echte Beratung. Und nicht wie so oft in unserer Branche um den schnellen Abschluss. Ich bin täglich im Einsatz, weil ich als Einrichter aus Leidenschaft sicherstellen möchte, dass jede Möbel-Suche ein Happy-End findet. Dafür steht der Name WURSTER bereits seit über einem Jahrhundert.
Welche Herausforderungen sehen Sie derzeit im Möbel-E-Commerce und wie reagiert Markenmöbel-Onlineshop.de darauf?
Der Möbel-E-Commerce hat derzeit wie nahezu die meisten E-Commerce-Felder mit einem stark veränderten Rahmen zu kämpfen. Dabei sind derzeit vor allem zwei Herausforderungen von enormer Bedeutung: Gedrückte Konjunktur und Kauf-Zurückhaltung: Generell ist die Konjunktur in Deutschland in den meisten Branchen ziemlich gedrückt. Wir haben eine Wirtschafts-Krise und das wirkt sich auf die Konsum-Laune im Einzelhandel aus. Menschen überlegen länger, ob sie investieren. Wir reagieren darauf mit klarem Fokus auf Premium-Marken. In diesem Segment ist die Nachfrage erfahrungsgemäß stabiler, weil es um langfristige Qualität geht.
Verändertes Such-Verhalten durch KI: Mit KI-Anwendungen wie Google Gemini und ChatGPT greifen Menschen immer stärker zu dialog-basierten Antworten anstatt zu klassischen Suchergebnissen. Auf diese Weise sinken die Besucher-Zahlen vieler Webseiten und Onlineshops enorm. Unsere Antwort darauf ist eine klare Positionierung über echte Expertise: Als „Einrichter aus Leidenschaft“ setze ich bewusst auf mein Personal Branding. Gestützt durch meinen Status als Bestseller-Autor, meine bisherigen journalistischen Engagements und die über 100-jährige Tradition meiner Familie als Möbelhändler. Der Zusatz „by Michael T. Wurster“ macht diese Autorität sichtbar und stärkt das Vertrauen in unsere Markenwelten als Möbelhändler. Dies ist meiner Meinung nach besonders wichtig, da es heute nicht mehr nur um Sichtbarkeit geht, sondern auch um Glaubwürdigkeit.
Welche Rolle spielt das Thema Nachhaltigkeit oder langlebiges Design bei der Auswahl Ihrer Marken und Produkte?
Schon in meiner Kindheit erklärte mir mein Vater Thomas Wurster, dass unsere Familie schon immer den Schwerpunkt auf hochwertige Premium-Qualität legte. Dabei nahm mein Vater ein Beispiel, welches er in seiner Kindheit von seinem Großvater, also meinem Urgroßvater Friedrich Wurster erklärt bekam:
„Wenn ich einmal einen ordentlichen Hammer einkaufe habe ich ein Werkzeug das lange hält und wunderbar funktioniert. Wenn man aber an der falschen Stelle sparen will und zu günstig einkauft wird man relativ schnell merken, dass diese Billig-Ware nichts taugt und schnell kaputt geht… dann muss man sogar nochmal kaufen. Damit ist der vermeintlich günstigere Kauf am Ende sogar immer deutlich teurer!“
Diese Anekdote meines Urgroßvaters trifft den Kern, weshalb Nachhaltigkeit so wichtig ist. Als ich gemeinsam mit meiner Ehefrau Christiane das Möbel-Sortiment für unser Startup ausgewählt hatte ging es mir darum bewusst auf Möbel-Lieferanten zu setzen, von denen ich weiss, dass deren Qualität hervorragend ist. Allein schon deshalb, weil ich als Gründer vermeiden will mit Ware zu handeln, die mit hoher Wahrscheinlichkeit beschädigt ankommt oder schon in den ersten Wochen kaputt geht. Ja mehr noch: Ich als Möbelhändler stehe mit meinem eigenen Namen für die Qualität der sorgfältig ausgewählten Möbel. Mein Zusatz „by Michael T. Wurster“ ist mein persönliches Qualitäts-Versprechen. Damit verbunden ist auch die Vorgabe, dass das Design von Möbeln langlebig sein muss. Schließlich sollte man damit auch in vielen Jahren noch Freude haben. Unsere Mission „Deine Möbel-Suche findet jetzt ein Happy-End“ ist eben nicht nur auf kurzfristige gedacht, sondern auch langfristig als Strategie definiert.
Was würden Sie jungen Unternehmerinnen und Unternehmern raten, die wie Sie im Bereich Möbelhandel oder E-Commerce Fuß fassen möchten?
Von Anfang an ein ehrliches Personal-Branding aufbauen:
Unternehmerinnen und Unternehmer müssen verstehen, dass sie selbst ihre wichtigste Marke sind! Wer Möbel oder generell eCommerce-Produkte verkauft, muss sich zu hundert Prozent mit dem eigenen Sortiment identifizieren. Es muss ein authentisches Gesamtbild entstehen, das über alle Brand-Touch-Points hinweg kongruent ist. Entscheidend ist dabei die eigene Story: Also was ist Deine Geschichte? Und wie gelingt es Dir damit andere zu begeistern? Oder ganz konkret: Warum sollen die Kunden bei Dir kaufen? Klar ist doch: Gerade in Zeiten von Netflix und Co ist die Überzeugungskraft guter Geschichten, die Interesse wecken besonders wichtig. Argumente formen Marken.
Leidenschaftliche Exzellenz zum Unternehmer-Lifestyle machen:
Strebe in allem was Du machst nach echter, leidenschaftlicher Exzellenz! Aber erst einmal der Reihe nach: Wer sind die besten Player in Deinem Markt beziehungsweise in Deiner Nische? Und warum? Welche massiven Trends kommen auf Dich zu und wie kannst Du diese mit Bravour in Dein Business-Model adaptieren? Gibt es derzeit beeindruckende Trends in anderen Branchen, die Du für Deinen Exzellenz-Standard übernehmen könntest? Ergänzend ein Gedanke, den mich mein Mentor Prof. Dr. Jörg Knoblauch einst gelehrt hat: „Wie kann man ganz gezielt eine Disruption im Business-Modell herbeiführen?“ Das ist die vielleicht sogar reinste Form von Exzellenz und Leidenschaft, weil sie die größte Liebe zum Kunden erfordert.
Einen klaren Fokus setzen und halten:
Gerade am Anfang gibt es in der Startup-Phase schnell viele gute Ideen. Aber meist wenig Budget. Fokus bedeutet in diesem Kontext sich einer klaren, wirksamen Strategie zu verpflichten. Festlegen, dranbleiben und mit eiserner Disziplin verfolgen! Dabei stets die entstehenden Ergebnisse messen und die wichtigen Kennzahlen immer im Blick haben. Der große Durchbruch hängt oftmals gar nicht so stark von dem eigenen Talent ab. Das was zählt ist die Fähigkeit strategisch zu fokussieren und diese Disziplin dann auch durchzuziehen.
Mit all diesen drei Tipps verbunden:
Niemand kann vorhersagen, wie schnell der ganz große Durchbruch letztlich eintreten wird. Manchmal erfordert es viel Geduld, gute Nerven und auch entsprechende Rücklagen auf dem Konto. Fokus bedeutet deshalb auch ein strategisches Controlling und ein Gefühl dafür, welche Projekte idealerweise auf mehreren Feldern Ergebnisse bringen: Kunden-Erlebnis, Beratungs-Qualität, Reichweite, Umsatz, Netzwerk, Prozess-Optimierung und letztlich Profitabilität. Das große Ziel sollte lauten das eigene Startup mittels sorgfältig ausgewählten Projekten zu leiten und zu skalieren. Natürlich könnte es dabei auch enorm hilfreich sein als Möbelhändler Kooperations-Partner auf unserer Plattform Markenmöbel-Onlineshop.de zu werden. Auf diese Weise spart man sich schließlich sämtliche Investments in einen eigenen, wettbewerbsfähigen Onlineshop und profitiert zugleich von unserem Know-How. Das ermöglicht einem Startup im Möbelhandel einen echten Kickstart.
Wenn Sie auf Ihre bisherige Reise als Gründer zurückblicken – was war der schönste Moment und was haben Sie aus den schwierigen Phasen gelernt?
Der schönste Moment meiner bisherigen Reise als Gründer war definitiv der gesamte Gameshow-Event mit TV-Legende Jörg Draeger. Das war pure Magie und ich bin all jenen Menschen dankbar, die Teil dieser besonderen Eröffnung waren. Ich empfinde große Dankbarkeit für meine Familie, meine Freunde, meine Kollegen, meine Lieferanten, das Moderatoren-Team hinter der Gameshow und natürlich auch gegenüber all jenen Kunden, die ihr Vertrauen in unseren Markenmöbel-Onlineshop gesetzt haben. An dem Tag dieser Gameshow wurde in meinem Leben ein ganz neues Kapitel geöffnet.
Und was die schwierigen Phasen meiner Reise als Gründer betrifft: Ich glaube jede Krise und jede schwierige Phase ist ein Sturm, der unser tiefstes Potential sichtbar machen kann. Die Frage ist einfach nur, wie man damit umgeht: Wer jammert, resigniert oder gar aufgibt hat schon verloren. Aber wer bereit ist mit eisernem Willen dran zu bleiben, der wird in jeder schwierigen Phase brutal wachsen: Sowohl als Unternehmer, als auch letztlich als Persönlichkeit. Ich glaube gerade jene Personen, die am meisten bewundert werden, haben vermutlich bereits die heftigsten Stürme durchquert. Der Sänger Peter Schilling, alias Major Tom, erzählte mir einst in einem Interview, dass sich in Krisen Persönlichkeiten formen. Genau das kann ich inzwischen sogar selbst bestätigen. Wenn Sie wollen, nennen Sie genau das „den Preis für den Erfolg“.
Titelbild: Michael T. Wurster ist Einrichter aus Leidenschaft in vierter Generation. (Bild: Yakup Zeyrek)
Wie das Unternehmen gestern bekannt gab, kommt mit Beehive ab März 2026 ein neuer Anbieter für flexible Arbeitsflächen nach Stuttgart. Auf dem Campus Sternhöhe in Möhringen entsteht ein Coworking-Space mit rund 800 Quadratmetern, der sich gezielt an Unternehmen, Projektteams und Selbstständige richtet. Der Schritt fällt in eine Phase, in der viele Firmen ihre Bürostrategien neu justieren und nach Alternativen zum klassischen Mietvertrag suchen.
Der Stuttgarter Markt gilt dabei als anspruchsvoll. Einerseits ist die Region wirtschaftlich stark, andererseits sind Büroflächen knapp und teuer. Flexible Modelle gewinnen deshalb an Bedeutung, vor allem für wachsende Startups, Innovationsabteilungen etablierter Unternehmen und hybride Teams, die nicht mehr täglich im Büro arbeiten.
„Der neue Standort in Stuttgart bringt neue Nutzer in unser Netzwerk und bietet zugleich ein erweitertes Raumangebot für unsere bestehenden Kunden. Wir erweitern unser Netzwerk damit um einen bedeutenden Standort im süddeutschen Raum,“ so Anna Maria Losos, Head of Coworking Business bei Beehive (Foto: beehive)
Beehive zieht nach Stuttgart
Mit dem Standort in Möhringen erweitert Beehive sein deutsches Netzwerk auf fünf Städte. Es ist zugleich der erste Auftritt des Anbieters in der Region Stuttgart. Geplant sind offene Arbeitsbereiche, private Teamoffices sowie Konferenz- und Workshopräume in verschiedenen Größen. Ergänzt wird das Angebot durch Rückzugsräume für Videokonferenzen und informelle Zonen für Austausch.
Der Fokus liegt klar auf Flexibilität. Arbeitsplätze und Büros sollen kurzfristig verfügbar sein, der Zugang rund um die Uhr möglich. Buchung, Abrechnung und Check-in laufen vollständig digital. Für Unternehmen bedeutet das: keine langen Vertragslaufzeiten, keine Vorabinvestitionen in eigene Infrastruktur und die Möglichkeit, Flächen dem tatsächlichen Bedarf anzupassen.
Warum Beehive auf den Campus Sternhöhe setzt
Die Entscheidung für den Campus Sternhöhe ist strategisch. Beehive zieht nicht in ein isoliertes Bürogebäude, sondern in ein Areal, das sich vom ehemaligen Konzernsitz zu einem Innovationscampus entwickelt. Das Konzept setzt auf eine Mischung aus Arbeitsflächen, Gemeinschaftsbereichen, Gastronomie und ergänzenden Services wie Kinderbetreuung.
Für Coworking-Anbieter ist dieses Umfeld entscheidend. Der Mehrwert entsteht nicht allein durch Schreibtische, sondern durch Nähe zu anderen Unternehmen, kurze Wege und zufällige Begegnungen. Die Lage zwischen Innenstadt, Flughafen und künftigem Fernbahnhof macht den Campus zudem attraktiv für Teams mit nationalen und internationalen Kontakten.
Auch aus Sicht der Eigentümer passt das Modell. Flexible Flächen gelten zunehmend als Einstiegslösung für Unternehmen, die später in größere, klassische Büros auf dem Campus wechseln können. Coworking wird damit Teil einer langfristigen Standortstrategie.
Was Beehive für Nutzer bedeutet
Für Nutzer bringt Beehive vor allem Planbarkeit in unsicheren Zeiten. Startups können wachsen, ohne sich frühzeitig festzulegen. Projektteams finden kurzfristig Raum für mehrere Monate. Etablierte Unternehmen nutzen Coworking-Flächen zunehmend für Innovationsprojekte oder als Satellitenbüro.
Anna Maria Losos, verantwortlich für das Coworking-Geschäft des Unternehmens, betont in diesem Zusammenhang die Bedeutung standardisierter Prozesse. Der Anspruch sei, dass Teams sofort arbeitsfähig sind, unabhängig davon, ob sie einen einzelnen Arbeitsplatz oder ein komplettes Büro nutzen. Gerade für hybride Arbeitsmodelle wird diese Niedrigschwelligkeit zum entscheidenden Faktor.
Der Coworking-Markt hat sich damit spürbar professionalisiert. Während früher vor allem Freelancer angesprochen wurden, stehen heute Organisationen mit klaren Anforderungen im Fokus. Themen wie Datensicherheit, Verfügbarkeit von Besprechungsräumen und verlässliche Technik sind zentrale Entscheidungskriterien.
Chancen und Grenzen flexibler Arbeitsmodelle
Das Modell von Beehive folgt einem übergeordneten Trend: Büroflächen werden zunehmend als Service verstanden. Für Investoren und Immobilienunternehmen eröffnet das neue Erlösmodelle, verlangt aber auch höhere Auslastung und laufende Anpassung der Angebote.
Für Nutzer gilt zugleich: Coworking ist kein Allheilmittel. Teams mit hohem Abstimmungsbedarf oder sensiblen Daten stoßen schneller an Grenzen. Auch kulturell erfordert flexibles Arbeiten klare Regeln und Führung, damit Zusammenarbeit funktioniert und Identifikation entsteht.
Einordnung für den Standort Stuttgart
Mit dem neuen Coworking-Space positioniert sich Beehive in einem Markt, der zwischen Industrie-Tradition und digitalem Wandel steht. Ob das Angebot langfristig aufgeht, hängt davon ab, wie gut lokale Unternehmen, Startups und Projektteams eingebunden werden.
Der Standort auf dem Campus Sternhöhe ist damit mehr als eine weitere Büroadresse. Er steht exemplarisch für die Frage, wie Arbeit in wirtschaftsstarken Regionen künftig organisiert wird – flexibler, vernetzter und stärker am tatsächlichen Bedarf orientiert.
Wasserinfrastruktur gehört zu den stillen Problemzonen der deutschen Wirtschaft. Viele Netze sind alt, schlecht dokumentiert und teuer im Unterhalt. Gleichzeitig steigen die Anforderungen durch Starkregen, Klimawandel und knappe kommunale Kassen. Genau in dieses Spannungsfeld investiert Enpulse Ventures jetzt gezielt Kapital. Enpulse Ventures, das Venture-Studio der EnBW, führt eine siebenstellige Seed-Finanzierungsrunde beim Freiburger Water-Tech-Startup Pluvion an. An der Runde beteiligen sich zudem die bestehenden Investoren Kopa Ventures und die MBG Baden-Württemberg.
Pluvion entwickelt Software für Kanalnetze, einen Bereich, der bislang stark von manueller Inspektion, punktuellen Messungen und kostenintensiven Gutachten geprägt ist. Die KI-gestützte Plattform WATER+ soll das ändern. Sie wertet vorhandene Füllstandsdaten aus und erkennt automatisch sogenanntes Fremdwasser, also Wasser, das nicht ins Abwassersystem gehört – etwa durch undichte Leitungen oder Fehlanschlüsse.
Digitale Transparenz für ein vernachlässigtes Netz
Der Einstieg von Enpulse Ventures kommt zu einem Zeitpunkt, an dem viele Kommunen unter Handlungsdruck stehen. Enpulse Ventures versteht, dass Fremdwasser die Betriebskosten von Kläranlagen erhöht, Pumpwerke belastet und Überlastungen bei Starkregen verschärft. Dennoch fehlt häufig der Überblick, wo genau die Ursachen liegen. Klassische Methoden wie Kamerabefahrungen oder punktuelle Messkampagnen sind teuer, zeitaufwendig und liefern nur begrenzte Momentaufnahmen.
Pluvion setzt auf einen datengetriebenen Ansatz. WATER+ analysiert kontinuierlich bestehende Messdaten aus dem Kanalnetz und übersetzt sie in verständliche Visualisierungen. Betreiber sehen in Echtzeit, wo ungewöhnliche Pegel auftreten, wie sich Regenereignisse auswirken und an welchen Stellen gezielt nachgeschärft werden sollte. Die Unterstützung durch Enpulse Ventures macht solche Analysen bis zu zehnmal günstiger durchführbar als mit herkömmlichen Verfahren.
Für kommunale Betreiber bedeutet das vor allem eines: Investitionen können priorisiert werden. Statt flächendeckend zu prüfen, wird dort angesetzt, wo der größte Effekt zu erwarten ist.
Warum Enpulse Ventures auf Wassertechnik setzt
Dass Enpulse Ventures in den Wassersektor investiert, ist strategisch konsequent. Als Venture-Studio der EnBW fokussiert sich die Gesellschaft auf digitale Lösungen für kritische Infrastrukturen. Neben Energie, Mobilität und Netzen rückt Wasser zunehmend in den Fokus – auch, weil Anpassung an den Klimawandel ohne leistungsfähige Abwasser- und Entwässerungssysteme kaum möglich ist.
„Die Modernisierung unserer Wasserinfrastruktur ist eine der unterschätzten Stellschrauben der Klimaanpassung – und sie wird ohne digitale, datengetriebene Lösungen nicht funktionieren“, sagt Florian Fichter, Geschäftsführer von Enpulse Ventures. Pluvion zeige, wie sich bestehende Daten mit KI so nutzen lassen, dass Kommunen frühzeitig gegensteuern können.
Aus Investorensicht gilt der Markt als attraktiv, aber anspruchsvoll. Die Nachfrage ist langfristig stabil, die Verkaufszyklen sind lang, Budgets begrenzt und Vergabeverfahren komplex. Für Startups bedeutet das: Skalierung erfordert Geduld, belastbare Referenzen und einen klaren wirtschaftlichen Nutzen. Durch Enpulse Ventures wird genau dieser Punkt adressiert, indem vorhandene Daten intelligenter genutzt werden, statt neue Sensorik teuer nachzurüsten.
Praxisbezug statt Zukunftsmusik
Im Alltag der Wasserwirtschaft zählt weniger die Vision als die Umsetzbarkeit. Entsprechend eng arbeitet Pluvion mit Anwendern zusammen. Eine zentrale Rolle spielen dabei Ingenieurbüros, die Sanierungsprojekte planen und operativ umsetzen. Für sie kann die Software zum Analysewerkzeug werden, um schneller fundierte Entscheidungen zu treffen und Maßnahmen gegenüber Auftraggebern besser zu begründen.
Der Einsatz von KI ersetzt dabei nicht die Expertise vor Ort. Enpulse Ventures hilft dabei, große Datenmengen zu strukturieren und liefert Hinweise, wo sich genaues Hinschauen lohnt. Das senkt Kosten, vermeidet unnötige Eingriffe und schont knappe Ressourcen – finanziell wie personell.
Skalierung zwischen Vision und Realität
Langfristig verfolgt Pluvion die Idee, seine Plattform zu einer modularen Software-Suite auszubauen – intern spricht das Unternehmen von einer Art „App Store der Wasserindustrie“. Neben Fremdwasseranalysen könnten künftig weitere Anwendungen hinzukommen, etwa zur Starkregenvorsorge, Überflutungsprävention oder Emissionsreduktion.
Für den Markt ist das ein ambitionierter Ansatz, der Skalierbarkeit verspricht. Gleichzeitig bleiben die Hürden hoch. Unterschiedliche IT-Landschaften, regulatorische Vorgaben und Datenschutzanforderungen erfordern flexible Lösungen und lokale Anpassung. Ob sich eine solche Plattform, an der auch Enpulse Ventures beteiligt ist, flächendeckend durchsetzt, wird davon abhängen, wie gut sie sich in bestehende Prozesse integrieren lässt.
Einordnung und Ausblick
Mit dem Einstieg von Enpulse Ventures erhält Pluvion nicht nur frisches Kapital, sondern auch Zugang zu einem industriellen Netzwerk mit tiefem Infrastruktur-Know-how. Enpulse Ventures zeigt der Branche, dass digitale Lösungen für Wasser- und Abwassersysteme aus der Nische herauswachsen.
Für Kommunen könnte das langfristig bedeuten, ihre Netze besser zu verstehen und Investitionen gezielter zu steuern. Mit der Unterstützung von Enpulse Ventures zeigt der Deal, dass auch vermeintlich „unsexy“ Bereiche wie Kanalnetze erhebliche Innovations- und Wachstumspotenziale bieten – gerade dort, wo Klimaanpassung und Infrastruktur zusammentreffen.
BASE Reloaded ist ein ganzheitliches Gründungsprogramm, das Unternehmerinnen und Unternehmer dabei begleitet, Strategie, persönliche Klarheit und nachhaltige Umsetzung miteinander zu verbinden
Was hat euch dazu bewegt, BASE Reloaded gerade jetzt neu aufzustellen und weiterzuentwickeln?
Nora-Vanessa Wohlert: Wir entwickeln uns kontinuierlich weiter. Das ist notwendig für jedes Unternehmen. Die Welt dreht sich schneller, Gründungen verändern sich, Anforderungen verschieben sich. Da ist es uns natürlich super wichtig, dass auch BASE mitwächst. Wir lernen permanent dazu: aus jedem Batch, aus Gesprächen mit Gründer*innen, aus der Beobachtung von Marktveränderungen. Gerade Themen wie KI haben in den letzten Monaten die Art und Weise, wie gegründet wird, fundamental verändert. Tools und Möglichkeiten entwickeln sich rasant – aber damit steigen auch die Anforderungen an Fokus, Positionierung und die Fähigkeit, mit Komplexität umzugehen.
Caro von Cube: Für diesen Batch hatten wir erstmals die Möglichkeit, einen lang gehegten Traum zu realisieren: Persönliche Verbindungen zu schaffen und ein echtes Live-Founders-Event als Herzstück des Programms. Das war uns unglaublich wichtig, denn wir haben gesehen, wie sehr Gründerinnen nach echter, analoger Begegnung suchen – gerade in einer Zeit, in der so vieles digital stattfindet. Beim Live-Event geht es nicht nur um Wissensvermittlung, sondern um das Erleben von Zugehörigkeit, um Sparring auf Augenhöhe und darum, gemeinsam an den wirklich wichtigen Themen zu arbeiten. Gemeinsam mit unseren Partnern Qonto, RSR Rechtsanwälte und HERITAGE Berlin konnten wir zudem ein Teilstipendienmodell entwickeln, das die finanzielle Hürde für Gründerinnen um 50 Prozent senkt.
Welche zentralen Herausforderungen sehen Gründerinnen und Gründer im Jahr 2026 – und wie adressiert BASE Reloaded diese konkret?
Caro von Cube: Fokus, Umgang mit Unsicherheit, innere Verbindung und Umsetzungsenergie. Viele verlieren sich in Möglichkeiten oder verharren im Perfektionismus.
Nora-Vanessa Wohlert: AI bietet grenzenlose Möglichkeiten – doch was es braucht, sind Leidenschaft, Persönlichkeit und einen guten Plan. Wir arbeiten an klaren Prioritäten, Entscheidungsfähigkeit und einer realistischen Business-Architektur. Mit Klarheit über die eigenen Muster funktioniert jedes Geschäftsmodell besser, anstatt in den Hustle-Modus zu verfallen.
Wie unterscheidet sich BASE Reloaded von klassischen Gründungsprogrammen?
Caro von Cube: Methodenwissen ist wichtig, aber es löst selten die wahren Blockaden. Wir verbinden Systemisches Coaching, unternehmerische Strategie und klare Struktur für die Umsetzung.
Nora-Vanessa Wohlert: Es geht nicht darum, ob jemand ein Canvas korrekt ausfüllt – sondern ob Entscheidungen stimmig sind und Gründer*innen ihre Energie führen können. Dort entsteht echte Wirksamkeit.
Warum braucht es heute einen ganzheitlichen Ansatz, der Unternehmertum, Persönlichkeitsentwicklung und Coaching verbindet?
Nora-Vanessa Wohlert: Weil ein Unternehmen immer nur so stabil ist wie die Person, die es führt. Wirksame Gründer*innen brauchen innere Klarheit und echte Entscheidungsfähigkeit.
Caro von Cube: Persönlichkeitsentwicklung ist kein Nice-to-have, sondern die Grundlage für nachhaltiges Wachstum. AI automatisiert vieles – was nun zählt, sind Persönlichkeit, emotionale Intelligenz und die Kompetenz, in echte Verbindung zu finden.
Welche Rolle spielt Community-Arbeit im Gründungsprozess?
Caro von Cube: Selbstführung heißt nicht: allein machen. Viele scheitern nicht an der Idee, sondern an fehlendem Sparring, Isolation und der eigenen Überforderung. Dafür sind häufig tief sitzende Glaubenssätze verantwortlich, wie etwa die Überzeugung, es selbst schaffen zu müssen, zunächst harte Arbeit leisten zu müssen, um einen entsprechenden Wert zu erzielen und vieles mehr. Eine starke Community wirkt wie ein Resonanzraum: Sie ordnet, erdet, stärkt – und verhindert, dass man sich in Zweifeln oder 1000 Optionen verliert. In BASE Reloaded kuratieren wir Gruppen bewusst: Damit Austausch nicht zufällig passiert, sondern ein echter Wachstumsraum entsteht.
Viele Programme erzählen Hochglanznarrative vom Gründen. Wie räumt ihr mit diesen Mythen auf?
Nora-Vanessa Wohlert: Wir romantisieren das Gründen nicht. Es geht nicht um „schnell reich werden“, sondern um ehrliches Empowerment und den eigenen Weg zum Ziel.
Caro von Cube: Das bedeutet in der Basis realistische Kompetenzen zu schärfen: Fokus, Priorisierung, Entscheidungsstärke, gesunde Selbstführung, strategische Klarheit, iterative Umsetzung und den Umgang mit Unsicherheit. Wir sprechen offen über Zweifel, Überlastung, Marktveränderungen und das Ringen mit der eigenen Identität. Gründen darf leicht sein – aber nur, wenn man es auf eine stimmige, realistische Weise angeht. Und um diese Leichtigkeit finden zu können, darf der erste Blick mutig nach innen gerichtet werden, um all das, was dort zu finden ist, in Wegweiser und Pläne zu übertragen.
Für wen ist BASE Reloaded geeignet – und für wen nicht?
Nora-Vanessa Wohlert: Für Menschen, die wirklich gründen wollen und bereit sind, ehrlich hinzuschauen: auf Strategien, Muster, Entscheidungen.
Caro von Cube: Nicht geeignet für alle, die nur Methoden erwarten. BASE lebt von echter Umsetzung und persönlicher Entwicklung.
Wie gewährleistet ihr, dass die Gruppen gut funktionieren?
Caro von Cube: Wir lassen niemanden „einfach buchen“. Jede Teilnahme beginnt mit einem kurzen Info-Formular oder einem unverbindlichen Intro-Call. So können wir sicherstellen, dass die Bedürfnisse potenzieller Teilnehmer*innen auch mit unseren Inhalten und strategischen Herangehensweisen matchen. Uns ist wichtig, dass die Herausforderungen, Ziele und Unternehmertypen zueinander passen. Eine gute Gruppe entsteht nicht zufällig – sie wird bewusst gestaltet. So stellen wir sicher, dass Austausch und Wachstum nicht nur möglich, sondern hochwirksam werden.
Warum sind Klarheit, Mut und authentische Entscheidungen heute wichtiger denn je?
Nora-Vanessa Wohlert: Weil Geschwindigkeit und Unsicherheit enorm zugenommen haben. Menschen brauchen heute weniger perfekte Pläne – dafür mehr Klarheit über sich selbst.
Caro von Cube: Mut bedeutet für uns: informiert und bewusst entscheiden. Auf Support setzen, um Abkürzungen zu gehen. Innere Klarheit ist der stabilste Kompass.
Welche Bedeutung haben eure beruflichen Hintergründe für die Gestaltung des Programms?
Nora-Vanessa Wohlert: Ich kenne die unternehmerische Realität aus der Gründung von EDITION F, war Redaktionsleiterin bei Gründerszene und habe in der Beratung und PR gearbeitet.
Caro von Cube: Ich bringe Expertise aus systemischem Coaching, Kommunikation und jahrelanger Arbeit mit Gründer*innen im PR-Kontext mit. Bevor ich mich selbstständig gemacht habe, habe ich in der stellv. GF einer PR-Agentur gearbeitet. Wir denken strategisch – und gleichzeitig menschlich.
Wie wichtig sind Fördermodelle wie Teilstipendien für Diversität?
Nora-Vanessa Wohlert: Extrem wichtig. Diversität entsteht nicht automatisch – man muss Wege schaffen, die Schwellen senken. Unsere Teilstipendien, ermöglicht durch Partner wie Qonto, RSR Rechtsanwälte und HERITAGE Berlin, öffnen das Programm für Menschen, die das Potenzial haben, aber nicht über die finanziellen Mittel verfügen, oder einfach gerade einen Mut-Booster brauchen, um sich in einer unsicheren finanziellen Situation, die eine Gründungsphase für viele bedeutet, Support zu erlauben.
Caro von Cube: Mehr Perspektiven bedeuten bessere Ideen, stabilere Entscheidungen und langfristig eine vielfältigere Startup-Landschaft. Gleichzeitig sind wir immer wieder beeindruckt, wie viele wirklich tolle Ideen doch noch in Schubladen liegen bleiben. Wir gehen dafür los, viel mehr dieser Ideen, insbesondere von Frauen, zum Fliegen zu bringen.
Welchen Rat gebt ihr Menschen, die 2026 gründen wollen, sich aber überfordert fühlen?
Nora-Vanessa Wohlert: Fang kleiner an, als du denkst. Such dir Sparring, bevor du dich verzettelst. Gründen heißt: Schritt für Schritt Klarheit gewinnen.
Caro von Cube: Du musst nicht mutig wirken – du darfst mutig handeln, im eigenen Tempo. Was ist das Schlimmste, was passieren könnte? Für die meisten: Sich wieder einen Job suchen. Mit mehr Erfahrung im Gepäck – eigentlich keine dramatische Perspektive.
Payline ist ein vollständig mobiles Bezahlsystem, das bargeldlose Zahlungen einfach und fair über das Smartphone ermöglicht. Als Teil des Pioneers Club entwickelt das Team seine Lösung gemeinsam mit starken Partnern kontinuierlich weiter.