Samstag, März 21, 2026
Start Blog Seite 8

Was passiert, wenn man Nusscreme einfach frisch presst?

0
supernutural Nusscreme bei Höhle der Löwen Pitch Amelie und Timo Sperber präsentieren den Nutbooster von „supernutural“. Sie erhoffen sich ein Investment von 500.000 Euro für 6,25 Prozent der Firmenanteile. Bildcredits/Fotograf: RTL / Bernd-Michael Maurer

supernutural bringt frisch gepresste Nusscreme in Hotels, Sport und Unternehmen und will damit industriell hergestellte Nusscreme ersetzen. Das Startup pitcht am 9 März 2026 in der Sendung Die Höhle der Löwen

Wie ist das Startup supernutural entstanden und welche Personen stehen dahinter?

Unsere Gründer waren vor über zehn Jahren bei einem Urlaub in Kalifornien inspiriert von frisch gepresster Nusscreme und haben nicht verstanden, warum es das in Deutschland und Europa nicht gibt. Amelie hat also schwanger gekündigt, um zu gründen, Timo hat für ARRI die ersten Jahre noch weiter Filmkameras entwickelt. Mit einem Businessplan ging es zur Allgäuer Volksbank und die Beiden sind mit 250K Gründerdarlehen durchgestartet.

In welcher Branche ist supernutural tätig und was zeichnet das Geschäftsmodell aus?

Anfangs noch Retail / LEH. Nach Covid wurde der Businesscase auf Hotellerie, Profisport und Unternehmensgastronomie fokussiert. Damals rein B2B. Mit der Ausstrahlung nutzen wir nun die Chance auf D2C für Privathaushalte.

Welche Idee oder welches Problem stand am Anfang der Gründung von supernutural? Gab es eine Marktlücke oder eine besondere Inspiration?

Es gab schlichtweg nur Nusscreme im Glas. Vergleichbar mit Saft im Karton. Wir wollen die frisch gepresste Antwort auf das Industrieprodukt sein.

Was macht das Konzept oder die Technologie von supernutural besonders? Welche innovativen Ansätze kommen zum Einsatz?

Unser selbst entwickeltes Mahlwerk presst aus 1kg Nuss 1kg Nusscreme. Ohne Zugabe von irgendwas. Ziemlich beeindruckend, wenn man überlegt aus wieviel Zutaten Lebensmittel heute bestehen. Der Geschmack ist überragend und USP Nummer 1.

Welche konkreten Vorteile bietet das Produkt von supernutural den Nutzerinnen und Nutzern? Was hebt es im Alltag vom Wettbewerb ab?

Mit „frisch gepresster Nusscreme“ haben wir eine komplett neue Kategorie geschaffen. Für das Hotelfrühstück sind wir ein absoluter Gamechanger im Direktvergleich zu Nuss Nougat Cremes in Einwegverpackungen. Für den Sport sind wir ein natürlicher Performance Nutrition Lieferant und in der Unternehmensgastronomie sind wir der gesunde Snack am Arbeitsplatz ohne Insulinspike. Generell ist die Geschmacksexplosion zusammen mit dem Erlebnis und der Frische der größte Hebel für Wettbewerb im Glas.

Wie wurde das Produkt von supernutural entwickelt und getestet? Gab es besonderes Feedback aus ersten Anwendungen oder Testphasen?

Da es uns bereits seit zehn Jahren gibt, waren die ersten Jahre relevant für Feedback. Unsere neuen „Nutbooster“ sind bereits gemeinsam mit unseren wichtigsten Kunden und deren Feedback aus der Praxis entwickelt worden um eine optimale Lösung für ihre individuellen Usecases anbieten zu können.

Welche Vision verfolgt supernutural? Welche Meilensteine sollen in den nächsten Jahren erreicht werden?

Wir ersetzen industriell hergestellte Nusscreme im Glas. Mit unseren Maschinen sind wir bereits in über 40 Ländern. Ein gezielter Roll Out in den Wachstumsmärkten ist ein wichtiger Milestone für die Zukunft.

Warum fiel die Entscheidung von supernutural, sich bei Höhle der Löwen zu präsentieren? Welche Aspekte stehen dabei im Vordergrund?

Wir wurden motiviert dabei mitzumachen und haben uns für den Bewerbungsprozess entschieden, weil wir zum ersten Mal in unserer Firmengeschichte ein Produkt im Sortiment haben, was zur Zielgruppe passt.

Welche Form der Unterstützung wird durch die Teilnahme von supernutural an Höhle der Löwen angestrebt? Wie soll eine mögliche Investition oder Zusammenarbeit genutzt werden?

Für uns geht es nicht nur um eine reine Wachstumsfinanzierung, vor allem smart Money und die Power der Löwen ist strategisch spannend. Außerdem natürlich die mediale Reichweite.

Welche nächsten Schritte sind bei supernutural nach Höhle der Löwen geplant? Gibt es konkrete Pläne für Wachstum, Skalierung oder neue Entwicklungen?

Wir verlagern aktuell unsere komplette Produktion ins Ausland für die Skalierung. Zudem launchen wir ein neues D2C Produkt und wollen in unseren internationalen Key Account Märkten weiter wachsen.

Welche Erfahrungen und Erkenntnisse haben sich bei supernutural auf dem bisherigen Weg als besonders wertvoll erwiesen?

Resilienz. Und Recurring Revenue durch Nüsse, der für wiederkehrenden Umsatz sorgt.

Welche Ratschläge lassen sich aus diesen Erfahrungen von supernutural ableiten, die für andere Gründerinnen und Gründer hilfreich sein könnten?

Dranbleiben. Auf den Markt hören. Netzwerkpower nutzen.

Sehen Sie supernutural am 09. März 2026 um 20:15 Uhr auf VOX in der Höhle der Löwen

Bild: Amelie und Timo Sperber präsentieren den Nutbooster von „supernutural“. Sie erhoffen sich ein Investment von 500.000 Euro für 6,25 Prozent der Firmenanteile.
Bildcredits/Fotograf: RTL / Bernd-Michael Maurer

Wir bedanken uns bei Amelie und Timo Sperber  für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Was Frauen auf dem Weg in Toppositionen wirklich bremst

0
Frauen in Führung Fiona Ruff über Netzwerke und Karriere Bildcredits Frau Winkelmann Businessfotografie & Film Businessshooting öö

Fiona Ruff spricht im Interview über die Rolle von Frauen in der Wirtschaft, über Female Leadership, Netzwerke und Executive Search und erklärt, warum mehr Diversität in Führungsteams für Unternehmen heute ein entscheidender Erfolgsfaktor ist.

Frau Ruff, Sie stehen für „Hunting Her“ – Headhunting für Frauen. Was war der persönliche oder berufliche Auslöser, sich auf dieses Thema zu spezialisieren?

Fiona Ruff: Der persönliche Auslöser liegt tatsächlich schon viele Jahre zurück. Ich engagiere mich seit über 20 Jahren in internationalen Frauenorganisationen wie Zonta und habe dadurch ein großes Netzwerk von Führungsfrauen aus ganz unterschiedlichen Branchen aufgebaut. Gleichzeitig habe ich in meiner eigenen beruflichen Laufbahn immer wieder erlebt, welche strukturellen Hürden Frauen in der Wirtschaft begegnen können. Als sich vor einigen Jahren die Möglichkeit ergab, meine eigene Führungserfahrung, dieses Netzwerk und meine intrinsische Motivation für das Thema zu verbinden, war das für mich eine sehr stimmige Entscheidung. Heute kann ich Unternehmen helfen, exzellente weibliche Führungskräfte sichtbar zu machen – und genau das macht meine Arbeit für mich jeden Tag so spannend.

Welche Hürden erleben Frauen auf dem Weg in Führungspositionen aus Ihrer Sicht am häufigsten – und welche werden öffentlich noch unterschätzt?

Fiona Ruff: Eine der größten Hürden ist tatsächlich Sichtbarkeit. Viele Frauen leisten hervorragende Arbeit, sind aber weniger strategisch darin, ihre Leistungen sichtbar zu machen oder ihre Karriere aktiv zu steuern. Hinzu kommen strukturelle Faktoren: Führungspositionen werden häufig über bestehende Netzwerke besetzt, die historisch eher männlich geprägt sind. Dadurch entsteht ein selbstverstärkender Effekt. Unterschätzt wird außerdem, wie stark Erwartungen an Führung noch immer mit traditionellen Rollenbildern verbunden sind. Frauen müssen oft stärker beweisen, dass sie „führungsstark genug“ sind – während bei Männern Führungspotenzial schneller angenommen wird.

Warum braucht es aus Ihrer Sicht spezialisierte Headhunting-Ansätze für Frauen – reicht Diversity-Policy in Unternehmen nicht aus?

Fiona Ruff: Aus unserer Erfahrung gibt es zwei zentrale Gründe. Erstens geht es darum, überhaupt genügend qualifizierte Kandidatinnen für einen Auswahlprozess zu identifizieren. Viele Frauen sind in klassischen Kandidatenpools weniger sichtbar oder werden von generalistischen Executive-Search-Ansätzen schlicht nicht erreicht. Zweitens braucht der gesamte Prozess eine zielgruppenspezifische Begleitung. Wir erleben immer wieder, dass sehr qualifizierte Kandidatinnen im Verlauf eines Auswahlverfahrens aus unterschiedlichen Gründen ausscheiden – sei es durch bestimmte Erwartungen im Unternehmen oder durch Zurückhaltung auf Kandidatinnen-Seite. Ein spezialisierter Ansatz hilft, diese Dynamiken zu verstehen und den Prozess so zu gestalten, dass qualifizierte Frauen nicht verloren gehen – sondern ihre Kompetenz im Auswahlprozess auch tatsächlich sichtbar wird.

Viele Unternehmen betonen, sie würden „die beste Person für die Rolle“ suchen. Warum landen dennoch überwiegend Männer in Top-Positionen?

Fiona Ruff: Der Anspruch, die beste Person für eine Rolle zu finden, ist absolut richtig. Entscheidend ist jedoch, wer überhaupt in den Auswahlprozess gelangt. In vielen Branchen gibt es schlicht weniger Frauen in der unmittelbaren Pipeline für Toppositionen – unter anderem, weil Führungsrollen häufig noch immer wenig flexibel gestaltet sind. Modelle wie Führung in Teilzeit oder stärker ergebnisorientiertes Arbeiten statt reiner Präsenz sind nach wie vor zu selten. Viele Frauen entscheiden sich deshalb in bestimmten Lebensphasen, ihre Karriere zugunsten der Familie für einige Jahre zurückzustellen. Der spätere Aufstieg wird dadurch deutlich schwieriger, während viele männliche Kollegen in dieser Zeit auf der Karriereleiter weiter voranschreiten. Hinzu kommt ein weiterer Faktor: unbewusste Denkmuster. Studien zeigen immer wieder den Effekt „Think manager, think man“. Führung wird noch häufig mit männlichen Eigenschaften assoziiert. Dadurch wird Männern oft schneller Führungspotenzial zugeschrieben, während Frauen ihre Eignung stärker beweisen müssen – selbst wenn ihre fachliche Qualifikation gleichwertig ist.

Beobachten Sie Unterschiede im Bewerbungs- und Verhandlungsverhalten zwischen Männern und Frauen auf Führungsebene?

Fiona Ruff: Es gibt durchaus Tendenzen. Männer bewerben sich häufig auch dann auf eine Rolle, wenn sie nicht jedes einzelne Kriterium erfüllen. Frauen prüfen dagegen oft sehr genau, ob sie wirklich alle Anforderungen erfüllen – und bewerben sich sonst eher nicht. Ähnliches beobachten wir in Gehalts- und Vertragsverhandlungen. Viele Frauen verhandeln sachlich und zurückhaltend, während Männer häufiger offensiver auftreten. Das bedeutet aber nicht, dass Frauen weniger ambitioniert sind. Vielmehr zeigt es, dass unterschiedliche Kommunikations- und Verhandlungsstile existieren – und dass Unternehmen sich dieser Dynamik bewusst sein sollten.

Wie können Unternehmen sicherstellen, dass Diversity nicht nur ein Image-Thema bleibt, sondern tatsächlich strategischer Wettbewerbsvorteil wird?

Fiona Ruff: Der entscheidende Schritt ist, Diversity klar mit der Unternehmensstrategie zu verknüpfen. Dazu gehört auch, konkrete Ziele und KPIs zu definieren – zum Beispiel für die Zusammensetzung von Führungsteams oder für die Entwicklung der internen Talentpipeline. Was gemessen wird, wird in Unternehmen in der Regel auch ernst genommen und umgesetzt. Gleichzeitig reicht Diversität allein nicht aus. Entscheidend ist eine inklusive Führungskultur, in der unterschiedliche Perspektiven, Erfahrungen und Kompetenzen tatsächlich gehört und genutzt werden. Wenn diverse Teams ihre unterschiedlichen fachlichen und persönlichen Stärken einbringen können, entstehen häufig bessere Entscheidungen, mehr Innovation, erhöhte Mitarbeiterloyalität und eine stärkere Anpassungsfähigkeit des Unternehmens. Genau darin liegt der eigentliche strategische Mehrwert von Diversity.

Welche Rolle spielen Netzwerke beim Aufstieg in Top-Positionen – und wie können Frauen diese gezielt aufbauen oder nutzen?

Fiona Ruff: Man sagt, dass rund 70 % der Stellen über Netzwerke oder persönliche Empfehlungen vermittelt werden. Gerade bei Führungspositionen spielt das eine besonders große Rolle, weil viele dieser Rollen gar nicht öffentlich ausgeschrieben werden. Ich unterscheide dabei gerne zwischen zwei Arten von Netzwerken. Zum einen Frauennetzwerke „für die Seele“. Dort finden viele Frauen Vertrautheit, offenen Austausch und gegenseitige Unterstützung. Zum anderen gibt es berufliche Netzwerke, in denen es stärker um Sichtbarkeit, fachlichen Austausch und neue berufliche Chancen geht. Beide sind wichtig und sollten bewusst gepflegt werden. Gerade Frauen jonglieren oft sehr viele Aufgaben gleichzeitig – Beruf, Familie und viele Care-Verpflichtungen. Networking rutscht dabei leicht nach unten auf der Prioritätenliste. Gleichzeitig lohnt es sich, Netzwerke aktiv zu nutzen. Mein wichtigster Rat: zuerst geben. Eine Empfehlung aussprechen, einen Kontakt herstellen oder einen hilfreichen Rat teilen. Wer andere unterstützt, baut Vertrauen auf – und erfährt meist auch selbst Unterstützung, wenn sie gebraucht wird.

Welche drei konkreten Maßnahmen würden Sie Unternehmen empfehlen, die ernsthaft mehr Frauen in Führungsrollen bringen wollen?

Fiona Ruff: Erstens: den Talentpool bewusst erweitern. Unternehmen sollten bei der Besetzung von Führungsrollen systematisch prüfen, ob genug qualifizierte Frauen in den Suchprozess einbezogen werden. Zweitens: interne Talentpipelines stärken. Frauen müssen frühzeitig in strategische Projekte, internationale Rollen und Führungsverantwortung eingebunden werden. Drittens: Transparenz in Besetzungsprozessen schaffen. Klare Kriterien und strukturierte Auswahlverfahren reduzieren unbewusste Biases und führen zu ausgewogeneren Entscheidungen.

Sie sprechen 2026 auf der New Work Evolution und der LEARNTEC. Welche Schwerpunkte werden Sie dort setzen?

Fiona Ruff: Auf der New Work Evolution werde ich gemeinsam mit Bettina Weiguny, Co Autorin des Buches „Machtgebiete“, und der Top Managerin und Ex COO Mirjana Scheele auf der Bühne stehen. Im Mittelpunkt stehen die wichtigsten Learnings aus dem Buch und unsere eigenen Erfahrungen aus der Praxis. Für „Machtgebiete“ haben 50 Top Managerinnen sehr offen über ihre Karrierewege gesprochen – über ihre Erfolge, aber auch über die Hürden, denen sie begegnet sind. Auch ich durfte meine eigenen Erfahrungen in dem Buch einbringen.

Auf der Bühne wollen wir diese Perspektiven zusammenbringen: die Erkenntnisse aus den Interviews mit den Managerinnen, unsere eigenen Beobachtungen – und die sehr konkrete Perspektive von Mirjana Scheele, die aus erster Hand erzählt, was sie auf ihrem Karriereweg erlebt hat und welche Schlüsse sie daraus gezogen hat. Das Buch ist seit seinem Erscheinen im November 2025 sehr erfolgreich und hat schnell Bestsellerstatus erreicht. Viele Frauen erkennen sich in den Geschichten wieder – und gleichzeitig enthält es viele wertvolle Impulse für Unternehmen, die mehr Frauen in Führung bringen wollen.

Warum ist gerade das Thema Female Executive Search im Kontext von New Work besonders relevant?

Fiona Ruff: New Work verändert nicht nur Arbeitsmodelle, sondern auch Erwartungen an Führung. Moderne Führung bedeutet heute mehr Kollaboration, Kommunikationsfähigkeit und strategisches Denken. Viele dieser Kompetenzen werden in diversen Führungsteams besonders stark sichtbar. Deshalb passt das Thema Female Leadership sehr gut zur New Work Debatte. Unternehmen, die ihre Führungsteams breiter aufstellen, sind oft besser auf komplexe und dynamische Märkte vorbereitet.

Warum sollten Entscheider und Unternehmer 2026 unbedingt die New Work Evolution bzw. LEARNTEC besuchen – und was macht diese Events aus Ihrer Sicht zukunftsrelevant?

Fiona Ruff: Die beiden Veranstaltungen bieten eine hervorragende Plattform für alle, die sich mit der Zukunft von Arbeit, Führung und Lernen beschäftigen. Gerade in Zeiten von Digitalisierung, Fachkräftemangel und Transformation ist der Austausch zwischen Unternehmen, Wissenschaft und Praxis besonders wertvoll. Ich war bereits im letzten Jahr vor Ort und war sehr beeindruckt von der Vielfalt und Qualität der Formate. Es gab zahlreiche spannende und abwechslungsreiche Vorträge sowie eine sehr interessante Ausstellung, die viele neue Perspektiven auf die Arbeitswelt von morgen eröffnet hat.

Bildcredits Frau Winkelmann Businessfotografie & Film Businessshooting

Wir bedanken uns bei Fiona Ruff für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Warum ausgerechnet ein Bereich, der sich seit Jahrzehnten kaum verändert hat, plötzlich zum Spielfeld für KI wird?

0
DeepIP KI Patentarbeit effizienter gestalten

DeepIP entwickelt KI-gestützte Lösungen, die Patentarbeit effizienter machen und Kanzleien sowie IP-Teams im gesamten Patentprozess unterstützen

Was steckt hinter der Idee zu DeepIP und wer sind die Menschen, die das Unternehmen gegründet haben?

Mein Co-Founder Edouard d’Archimbaud und ich haben vor DeepIP gemeinsam Kili Technology aufgebaut – seit 2018 eine KI-Infrastrukturplattform für Fortune-500-Konzerne wie Airbus, IBM und SAP. Wir wissen, wie man KI in kritische, regulierte Umgebungen bringt, ohne Sicherheit oder Qualität zu opfern. Was uns zuDeepIP geführt hat, war eine sehr klare Beobachtung: Der Patentbereich hat ein tiefgreifendes strukturelles Problem. Die Zahl der Anmeldungen steigt massiv, erfahrene IP-Fachkräfte sind knapp, und der Prozess selbst hat sich seit den 1990ern kaum verändert – Dokument für Dokument, Wort für Wort. Wir haben gesehen, dass KI hier einen echten Unterschied machen kann – aber nur, wenn sie auf die richtige Weise eingebettet wird.

Wie kam es dazu, dass DeepIP sich auf den Einsatz von KI im Patentprozess spezialisiert hat?

Patentarbeit ist fundamental anders als andere Rechtsbereiche. Sie ist kumulativ – eine Anmeldung baut auf der nächsten auf, Portfolio-Entscheidungen folgen aus Einträgen, die Jahrzehnte zurückliegen, Teams arbeiten über Kanzleigrenzen und Jurisdiktionen hinweg zusammen. Was mich fasziniert und gleichzeitig frustriert hat: Legal Tech hat Verträge und Compliance modernisiert – aber Patente stecken noch immer in einem Labyrinth manueller Arbeit. Fragmentierte Tools, manuelle Kontextübertragung, Silos zwischen Kanzlei und Mandant. Wir haben DeepIP gebaut, weil wir überzeugt waren: Das lässt sich lösen – aber nur mit einer nahtlosen Integration in den bestehenden Workflow, nicht mit noch einem isolierten KI-Tool.

Welche Vision verfolgt DeepIP für die Zukunft der Patentarbeit?

Unsere Vision ist klar: KI als vertrauenswürdige Schicht in jede Phase des Patentlebenszyklus – von der Erfindungserfassung bis zur Portfolio-Durchsetzung. Aber ich betone das Wort vertrauenswürdig bewusst. KI, die neben dem eigentlichen Workflow läuft, wird nicht genutzt. KI, die Anwälte zwingt, ihre Prozesse zu ändern, wird abgelehnt. Wir bilden die bestehenden Workflows ab: DeepIP ist dort, wo die Arbeit ohnehin stattfindet – in Microsoft Word, in den IP-Management-Systemen, die Kanzleien bereits täglich nutzen. Langfristig wollen wir die Orchestrierungsmaschine sein, auf der die gesamte IP-Wertschöpfungskette läuft – von der ersten Erfindungsidee bis zur strategischen Portfolio-Entscheidung.

An welche Zielgruppen richtet sich DeepIP und welche konkreten Probleme dieser Nutzer möchte Ihr Produkt lösen?

Unsere Kernzielgruppen sind Patentrechtskanzleien und interne IP-Teams von Unternehmen. Die Probleme sind konkret und messbar: Ein qualifizierter Patentpraktiker braucht in den USA 7 bis 10 Jahre Ausbildung und bis zu 200.000 Dollar Investment. Gleichzeitig ist die erwartete Bearbeitungszeit einer Anmeldung von 40 Stunden in den 1990ern auf heute 20 Stunden gesunken. Das ist eine enorme Schere. Wir helfen dabei, diese Lücke zu schließen – nicht indem wir Anwälte ersetzen, sondern indem wir KI-Unterstützung direkt in ihre bestehenden Workflows integrieren. Kein Systemwechsel. Keine Lernkurve. Einfach: die gleiche Arbeit, mit deutlich weniger Reibung.

Viele Patentanwälte arbeiten traditionell mit komplexen Dokumenten und manuellen Prozessen. Wie unterstützt DeepIP sie dabei, effizienter zu arbeiten?

Anwälte berichten uns, dass sie beim Verfassen von Anmeldungen bis zu 50 % Zeitersparnis erzielen – das entspricht täglich rund zwei Stunden. Bisher haben wir über 40.000 Patentdokumente unterstützt und an mehr als 8.500 Anmeldungen mitgewirkt. Was mich aber am meisten begeistert, ist die Adoption. KI, die in den Workflow integriert ist, erreicht 20 % mehr Nutzende und wird 40 % intensiver eingesetzt als isolierte KI-Tools. Das liegt nicht am Feature-Set – es liegt daran, dass wir die KI nicht neben den Arbeitsalltag stellen, sondern mitten hinein. Wenn ein Anwalt morgens Word öffnet und DeepIP einfach da ist – dann wird es benutzt.

Was unterscheidet DeepIP von anderen Tools oder KI-Lösungen im Bereich Intellectual Property und Patentmanagement?

Der entscheidende Unterschied ist der Ansatz. Die meisten Tools beschleunigen eine einzelne Aufgabe – Suche, Entwurf, Prüfung. Das ist hilfreich, aber es löst nicht das eigentliche Problem: den fragmentierten Workflow. Man nutzt Tool A für die Recherche, Tool B für den Entwurf und überträgt den Kontext manuell von Schritt zu Schritt – genau da schleichen sich Fehler ein und geht Zeit verloren.

DeepIP denkt den gesamten Patentlebenszyklus als ein System: von der Suche und Patentierbarkeit über den Entwurf und die Prüfungsphase bis zu Einspruch und Portfolio-Intelligence. Und das alles eingebettet in die Workflows, die Kanzleien und IP-Teams ohnehin nutzen.

Aber es gibt noch eine Dimension, die oft übersehen wird: Sicherheit. Wenn vertrauliche IP-Daten zwischen mehreren isolierten Tools fließen, ist jede Übergabe eine potenzielle Schwachstelle. Mit DeepIP bleibt alles unter einem Plattform-Dach – eine Sicherheitsschicht, ein Data-Governance-Rahmen, eine Verantwortlichkeit. Wir sind SOC-2- und DSGVO-konform und speichern keine Mandantendaten – auch nicht für das Modelltraining. Für Kanzleien und IP-Teams, die mit den sensibelsten Vermögenswerten eines Unternehmens arbeiten, ist das kein Nice-to-have. Es ist eine Grundvoraussetzung.

Das ist keine Produktphilosophie – das ist unsere Grundüberzeugung.

Welche technischen oder regulatorischen Herausforderungen begegnen einem Startup, das KI im sensiblen Bereich von Patenten einsetzt?

Es gibt zwei Dimensionen. Technisch: Genauigkeit und Nachvollziehbarkeit sind nicht verhandelbar. Ein Fehler in einer Patentanmeldung kann ein Patent angreifbar machen – der wirtschaftliche Schaden ist enorm. Unsere Modelle sind auf Patentdaten trainiert, wir replizieren nachweislich den Schreibstil einzelner Anwälte und Kanzleien, und wir haben eine klare Haltung zur Qualitätssicherung. Regulatorisch sind wir SOC-2- und DSGVO-konform, speichern keine Mandantendaten – auch nicht für das Modelltraining. Wir unterstützen 20 Jurisdiktionen und sind mit den wichtigsten Patentämtern kompatibel: USPTO, EPO, CNIPA – um nur einige zu nennen. Vertrauen verdient man sich in diesem Markt nicht mit Marketing – sondern mit Compliance und nachgewiesener Qualität.

Wie reagieren Patentanwälte und Unternehmen auf den Einsatz von KI beim Schreiben oder Analysieren von Patenten?

Die Akzeptanz ist deutlich gestiegen – und sie hängt direkt mit der Qualität der Nutzung zusammen. Ich sage unseren Kunden oft: KI ist wie ein hochqualifizierter Assistent. Wenn man dem Assistenten eine vage Anfrage gibt, bekommt man eine vage Antwort. Je präziser der Input, desto wertvoller der Output.

Was DeepIP hier auszeichnet, ist die Geschwindigkeit, mit der Teams dorthin gelangen. Unser Onboarding ist schnell und unkompliziert – Anwälte sind in Stunden einsatzbereit, nicht in Wochen. Keine komplexe Implementierung, keine steile Lernkurve, kein IT-Projekt. Weil die Plattform in den Tools lebt, die sie ohnehin nutzen, ist der Einstieg nahezu sofortig. Innerhalb weniger Tage sehen Teams echte Produktivitätsgewinne.

Was ebenfalls hilft: Wir erzwingen keine Disruption. Kanzleien, die DeepIP einführen, ändern ihre Prozesse nicht – sie erweitern sie. Das ist der workflow-native Ansatz in der Praxis, und deshalb probieren unsere Kunden die Plattform nicht einfach aus – sie machen sie zu einem festen Bestandteil ihrer täglichen Arbeit.

Wie stellen Sie sicher, dass die von DeepIP unterstützten Inhalte fachlich korrekt bleiben und den Anforderungen von Patentämtern entsprechen?

Qualität hat bei uns mehrere Ebenen. Erstens: spezialisierte Modelle, trainiert auf Patentdaten – keine generischen LLMs, die zufällig über Patente stolpern. Zweitens: die Fähigkeit, den individuellen Schreibstil eines Anwalts oder einer Kanzlei aus früheren Anmeldungen zu lernen und zu replizieren – das erhöht die Akzeptanz der Outputs erheblich. Drittens: ein klares Rollenverständnis. DeepIP ersetzt keine rechtliche Expertise. Wir empfehlen ausdrücklich, dass Erfinder IP-Fachleute konsultieren. KI ist der Assistent – der Anwalt bleibt verantwortlich. Dieser Grundsatz ist nicht Vorsicht, sondern Überzeugung.

Welche Rolle spielt die Integration in bestehende Arbeitsumgebungen wie Microsoft Word für die Akzeptanz Ihrer Lösung?

Eine zentrale. Patentanwälte verbringen einen Großteil ihres Arbeitstages in Word. Wenn wir DeepIP als separates Web-Tool positionieren würden, würden wir verlangen, dass sie ihre Arbeit unterbrechen, den Kontext manuell kopieren, in ein neues System wechseln – und dann zurück. Unser Word-Add-in bringt die KI direkt in die Oberfläche, die Anwälte ohnehin nutzen. Das ist keine Convenience-Funktion – das ist eine strategische Entscheidung. Workflow-native KI wird nicht ausprobiert. Sie wird zum Standard.

Wohin soll sich DeepIP in den kommenden Jahren entwickeln und welche neuen Funktionen oder Einsatzbereiche planen Sie?

Wir beschleunigen auf zwei Ebenen gleichzeitig: mehr Tiefe im Workflow und mehr Breite im Lebenszyklus. Mehr Tiefe bedeutet: agentische KI-Funktionen, die nicht nur auf Anfrage reagieren, sondern proaktiv Zusammenhänge erkennen, nächste Schritte antizipieren und Teams koordinieren – ohne zusätzlichen Overhead. Mehr Breite bedeutet: jeden Schritt des Patentlebenszyklus abdecken, der heute noch fragmentiert ist. Unser Ziel ist es, die Infrastrukturebene zu definieren, auf der IP-Arbeit im KI-Zeitalter läuft. Nicht als Tool, das man öffnet – sondern als System, auf das man standardisiert.

Welche drei Ratschläge würden Sie anderen Gründerinnen und Gründern geben, die eine technologiegetriebene Lösung in einem stark regulierten Markt aufbauen möchten?

Erstens: Verstehe den Markt tiefer als jeder andere. Ausgangspunkt war nicht die Technologie auf der Suche nach einem Markt. Wir haben mit unzähligen Patentpraktikern gesprochen und ihnen zugehört – und viele davon ins Team geholt – um ein tiefes Verständnis der Branche und der alltäglichen Anforderungen zu entwickeln. Wir haben das strukturelle Problem im Patentbereich verstanden – und dann gebaut. In regulierten Märkten verdient man Vertrauen durch Expertise, nicht durch Vision allein.

Zweitens: Denke den vollständigen Workflow von Tag eins. Das ist mein stärkster Rat. Es ist verlockend, ein starkes Feature zu bauen und es als eigenständiges Tool anzubieten. Aber in regulierten Branchen, wo Gewohnheiten und Prozesse über Jahrzehnte gewachsen sind, gewinnt derjenige, der sich in bestehende Workflows integriert – nicht derjenige, der sie ersetzt. Workflow-nativ ist kein Produktfeature. Es ist eine Grundhaltung.

Drittens: Mache Sicherheit und Compliance zu einem Wettbewerbsvorteil. Wir haben Datenschutz von Anfang an als Differenzierungsmerkmal positioniert. SOC 2, DSGVO-Konformität, keine Datenspeicherung für Training – das ist nicht nur Pflicht, das ist das, was große Kanzleien und Konzerne überzeugt. In sensiblen Märkten öffnet Vertrauen Türen, die Technologie allein nicht öffnen kann.

Bilder: François-Xavier Leduc, CEO & Co-Founder, DeepIP (im beigefarbenen Pulli) und Edouard d’Archimbaud, CTO.  Bildquelle: DeepIP

Wir bedanken uns bei François-Xavier Leduc für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder


Premium Start-up: DeepIP

Kontakt:

DeepIP
1411 Broadway, 16th floor
New York, NY 10018
USA

https://deepip.ai
romain.vidal@deepip.ai

Social Media:
LinkedIn

Warum viele Unternehmen bei KI zögern und was ihnen wirklich fehlt

0
firepanda.ai KI Plattform für den Mittelstand Peter und Daniel

firepanda.ai entwickelt eine KI Plattform für den Mittelstand, die Unternehmen dabei unterstützt, künstliche Intelligenz sicher in bestehende Prozesse zu integrieren und im Arbeitsalltag nutzbar zu machen

Wie ist firepanda.ai entstanden und wer sind die Menschen hinter dem Startup, die diese Idee vorantreiben?

Der ‚ChatGPT-Moment‘ im Jahr 2022 war die Initialzündung für firepanda.ai: Zwar hatten wir uns mit unserem Münchner Entwicklerteam von Fireflow schon länger mit KI befasst, doch wir erkannten sofort, dass dies alles verändern würde. Uns war klar: Der deutsche Mittelstand braucht jetzt keine theoretischen Erörterungen mehr, sondern eine sichere, operative Lösung, um KI sofort nutzbar zu machen. Aus dieser Vision heraus entstand firepanda.ai – eine Plattform, die moderne KI-Modelle tief in die Unternehmensprozesse integriert und dabei strikt auf Datensouveränität und deutsche Server setzt.

Hinter firepanda.ai stehen Daniel Kövary und ich, Dr. Peter Dornbusch. Ich bin promovierter Informatiker, CEO von Fireflow und bringe über 25 Jahre Erfahrung in der digitalen Transformation mit – unter anderem durch komplexe Lösungen für Kunden wie Mercedes-Benz oder BMW und erfolgreiche Startup-Gründungen. Daniel ist Diplom-Kaufmann und unser Spezialist für Business Development. Er ist der Architekt unserer Geschäftsmodelle und sorgt dafür, dass aus einer starken Technologie ein marktfähiges Produkt wird, das echte Kundenprobleme löst.

Unser gemeinsames Ziel war es, eine Lösung zu schaffen, die es Unternehmen ermöglicht, KI sicherheitskonform auszurollen und wirklich alle Mitarbeiter mitzunehmen. Wir wollen Teams durch ‚Learning by Doing‘ befähigen, diese Technologie souverän im Alltag einzusetzen.

Welches Problem in Unternehmen wollten Sie mit firepanda.ai ursprünglich lösen, und wie hat sich diese Idee seit der Gründung weiterentwickelt?

Ursprünglich trieb uns die Beobachtung einer paradoxen Situation an: Das Interesse an KI ist im Mittelstand riesig, doch die operative Umsetzung bleibt oft aus. Viele Unternehmen verharren wie das Kaninchen vor der Schlange. Gleichzeitig sahen wir überall wilde ‚Insellösungen‘: Einzelne technologieaffine Mitarbeiter nutzen bereits private KI-Modelle, während der Rest abgehängt wird. Es fehlt nicht am Willen, sondern an einer klaren Strategie. Die Fragen waren überall gleich: ‚Wo fangen wir an?‘, ‚Wer steuert das Thema?‘, ‚Wie integrieren wir KI in unseren bestehenden IT-Stack?‘ und vor allem: ‚Wie machen wir das rechtssicher und DSGVO-konform?‘

Genau dieses Vakuum wollten wir füllen. Wir haben firepanda.ai nicht als weiteres komplexes IT-Tool entworfen, sondern als ‚Enabler‘. Bildlich gesprochen legt sich unsere Plattform als intelligenter Layer zwischen die Mitarbeitenden und die bestehende IT-Landschaft, um Prozesse zu optimieren und zu automatisieren. Unser Ziel war es, die Einstiegshürden radikal zu senken: Deutsche Server für Datensicherheit, eine intuitive Oberfläche für hohe Akzeptanz und kuratierte KI-Modelle, die sofort funktionieren.

Die Idee hat sich dahingehend weiterentwickelt, dass wir heute nicht mehr nur ein technisches, sondern auch ein psychologisches Problem lösen. Wir liefern mit der firepanda.ai-Plattform den geschützten Rahmen, in dem Mitarbeitende ohne Angst experimentieren und Kompetenzen aufbauen können. Aus der reinen ‚KI-Plattform‘ ist so ein Werkzeug für organisatorisches Lernen geworden.

Welche Vision verfolgen Sie mit firepanda.ai für den Einsatz von künstlicher Intelligenz im Unternehmensalltag?

Unsere Vision ist es, Künstliche Intelligenz zu entmystifizieren und vom elitären Hightech-Thema zum selbstverständlichen Werkzeug für jeden Mitarbeiter zu machen – so normal wie das Schreiben einer E-Mail oder die Nutzung von Excel. Wir glauben an eine Zukunft, in der KI den Menschen nicht ersetzt, sondern ihm Superkräfte verleiht.

Konkret sehen wir firepanda.ai als das ‚Betriebssystem für KI-Souveränität‘ im Mittelstand. Unternehmen sollen nicht gezwungen sein, sich von großen US-Tech-Giganten abhängig zu machen, um innovativ zu bleiben. Unsere Plattform ermöglicht echte Unabhängigkeit: Zur Not können Kunden ein eigenes Modell – wie etwa Deepseek – auf ihren eigenen Servern hosten und firepanda.ai komplett autark nutzen. So behalten sie die volle Datenhoheit und arbeiten mit maßgeschneiderten KI-Modellen, die ihre spezifische Fachsprache und Prozesse verstehen.

Am Ende des Tages ist unsere Vision erreicht, wenn ein mittelständischer Maschinenbauer genauso selbstverständlich und agil mit KI neue Produkte entwickelt oder Code schreibt wie ein Silicon-Valley-Startup – nur eben mit deutscher Datensicherheit und Ingenieurskunst im Rücken.

Viele Unternehmen interessieren sich für KI, wissen aber nicht, wo sie anfangen sollen. Wie hilft firepanda.ai dabei, diesen Einstieg konkret zu erleichtern?

Wir haben den Einstieg bewusst so niederschwellig wie möglich gestaltet, um die typische ‚Analyselähmung‘ zu durchbrechen. Der Prozess beginnt bei uns oft nicht sofort mit Technik, sondern mit Verständnis: Deshalb bieten wir eine kostenlose 7-tägige Testphase an, in der Unternehmen die Plattform risikofrei erleben können.

Auf Wunsch vertiefen wir das in Workshops. Gemeinsam mit den Fachabteilungen identifizieren wir dort ‚Low Hanging Fruits‘ – also Prozesse, die sich schnell und spürbar automatisieren lassen, ohne gleich das gesamte Unternehmen auf den Kopf zu stellen. Sobald diese ersten Use Cases definiert sind, geht es sehr schnell: Unsere Plattform ist modular aufgebaut und lässt sich in kürzester Zeit in die bestehende IT-Infrastruktur integrieren. Es gibt bei uns keine monatelangen Implementierungsprojekte.

Der wichtigste Hebel bleibt aber unser ‚Learning by Doing‘-Ansatz. Wir lassen die Nutzer nicht allein, sondern bieten interaktive Templates und Prompt-Bibliotheken, die genau auf ihre Aufgaben zugeschnitten sind. So erleben alle Mitarbeiter sofortige Erfolgserlebnisse – sei es bei der automatisierten E-Mail-Beantwortung oder der Analyse komplexer Verträge. Aus anfänglicher Skepsis wird so sehr schnell Begeisterung und Eigeninitiative.

An welche Zielgruppe richtet sich firepanda.ai besonders, und welche Bedürfnisse dieser Unternehmen stehen für Sie im Mittelpunkt?

Unser Fokus liegt ganz klar auf dem deutschen Mittelstand – vom klassischen Maschinenbauer über spezialisierte Dienstleister bis hin zu Handelsunternehmen. Wir sprechen gezielt Unternehmen an, die verstanden haben, dass sie KI nutzen müssen, um wettbewerbsfähig zu bleiben, aber an den hohen Hürden der Compliance und Komplexität bisher gescheitert sind.

Im Mittelpunkt stehen für uns drei zentrale Bedürfnisse dieser ‚Hidden Champions‘: Erstens: Sicherheit. Unsere Kunden wollen keine ‚Black Box‘ in der Cloud, sondern volle Kontrolle über ihre Daten. Zweitens: Praxistauglichkeit. Die Lösung darf kein Spielzeug für die IT-Abteilung sein, sondern muss echten Mehrwert in HR, Vertrieb oder Produktion liefern. Und drittens: Unabhängigkeit. Sie wollen KI nutzen, ohne sich in eine technologische Sackgasse zu manövrieren.

Wir richten uns an Entscheider, die pragmatische Lösungen suchen: Weg vom Hype, hin zum Werkzeug. firepanda.ai ist für diejenigen gebaut, die Innovation mit deutscher Ingenieurs-Tugend verbinden wollen.

Was unterscheidet firepanda.ai von anderen KI Plattformen oder Agentenlösungen, die derzeit auf den Markt drängen?

Das stimmt, und zunächst einmal zum Positiven dieser Entwicklung: Es gibt aktuell ein sehr großes Angebot an Lösungen, was grundsätzlich gut ist, da der Bedarf riesig ist. Durch diese Vielfalt entsteht ein gesundes Ökosystem, in dem hoffentlich viele Anbieter ihre Nische finden werden.

Doch wenn man genauer hinsieht, wird der Markt aktuell von zwei Extremen dominiert: Auf der einen Seite sehen wir unzählige ‚ChatGPT-Wrapper‘ – also einfache Anwendungen, die zwar nett aussehen, aber oft keine Datensicherheit bieten und eher Spielereien bleiben. Auf der anderen Seite stehen komplexe Enterprise-Lösungen, die Monate zur Einführung brauchen und für den Mittelstand völlig überdimensioniert sind.

Firepanda.ai geht hier einen dritten Weg. Wir positionieren uns genau in der ‚Goldlöckchen-Zone‘: Wir bieten die Mächtigkeit großer KI-Modelle, aber gekapselt in einer intuitiven, sicheren Umgebung, die sofort einsatzbereit ist. Der entscheidende Unterschied liegt in unserer Philosophie der Datensouveränität: Während andere Plattformen ihre Nutzer oft in geschlossene Ökosysteme zwingen, ermöglichen wir echte Unabhängigkeit. Bei uns entscheidet der Kunde, ob er ein Modell von OpenAI nutzt oder ein Open-Source-Modell wie Deepseek auf eigenen Servern betreibt.

Zudem verstehen wir uns nicht als reine Technik-Plattform, sondern als ‚Enablement-Partner‘. Wir werfen dem Kunden kein nacktes Tool vor die Füße, sondern liefern Use Cases, Templates und das nötige Training gleich mit. Wir machen aus Mitarbeitern souveräne KI-Piloten, statt sie durch ‚Black-Box-Agenten‘ zu entmündigen.

Welche Herausforderungen begegnen Ihnen aktuell beim Aufbau und bei der Skalierung eines KI Startups wie firepanda.ai?

Die größte Herausforderung ist tatsächlich das atemberaubende Tempo des Marktes. Jede Woche kommen neue Modelle und Durchbrüche hinzu. Für uns als Tech-Unternehmen ist das faszinierend und fordernd zugleich – für unsere Kunden im Mittelstand bedeutet es jedoch oft pure Überforderung. Unsere Aufgabe sehen wir darin, diesen stetigen Strom an Nachrichten und Hypes zu filtern und nur das in die Plattform zu integrieren, was tatsächlich stabil und nützlich ist. Wir agieren hier oft als eine Art ‚Value-Filter‘ gegen den Tsunami an Möglichkeiten.

Eine zweite Hürde ist die intensive Aufklärungsarbeit. Wir investieren viel Zeit, um mit Entscheidern zu sprechen und realistische Erwartungshaltungen zu schaffen. Die Findungsphasen in Unternehmen dauern oft lange, da viele Stakeholder mitsprechen müssen. Das streckt unsere Sales-Cycles und erfordert eine kluge Finanzplanung. Genau deshalb haben wir unser Preismodell überarbeitet: Neben Enterprise-Lösungen bieten wir jetzt auch ein Business-Paket für kleinere Teams an, um Einstiegshürden zu senken.

Operativ bleibt die Skalierung ein Spagat: Wir wachsen recht schnell, wollen aber unseren persönlichen Support und die ‚Hands-on‘-Mentalität nicht verlieren. Da hilft es enorm, dass wir mit dem Fireflow-Team im Rücken kein typisches Early-Stage-Startup sind, sondern auf eingespielte Strukturen zurückgreifen können.

Wie stellen Sie sicher, dass Ihre Lösungen für Unternehmen nicht nur technologisch spannend sind, sondern auch im Alltag wirklich Mehrwert schaffen?

Für uns liegt der Schlüssel in einer radikalen Nutzerzentrierung. Wir entwickeln nicht im Elfenbeinturm, sondern immer nah am Prozess unserer Kunden. Tatsächlich sind die meisten unserer Features direkt aus dem Dialog mit den Nutzern entstanden.

Wenn Kunden konkrete Wünsche oder Use Cases äußern, reagieren wir schnell: Wir passen das User Interface an, integrieren neue Schnittstellen oder entwickeln komplett neue Module. Ein perfektes Beispiel dafür ist unsere spezialisierte Funktion für die KI-gestützte Bearbeitung von Excel-Tabellen. Da diese meist nur aus Zahlenkolonnen ohne viel Kontext bestehen, sind sie für herkömmliche LLMs schwer zu interpretieren. Hier haben wir mittlerweile eine Expertise aufgebaut, für die sich allein schon ein Firepanda-Account lohnt.

Auch kleine Details machen oft den Unterschied: Die Copy-&-Paste-Funktion für ganze Workflows war auch so ein direkter Kundenwunsch, den wir sofort umgesetzt haben. Genau diese pragmatischen Lösungen sorgen dafür, dass die KI nicht nur technologisch beeindruckt, sondern im Arbeitsalltag wirklich entlastet.

Welche Rolle spielen Themen wie Datenschutz, Integration in bestehende Systeme und Vertrauen bei der Entwicklung von firepanda.ai?

Diese Themen sind für uns keine lästige Pflichtübung, sondern das absolute Fundament. Ohne Vertrauen gibt es im deutschen Mittelstand kein Geschäft – Punkt. Deshalb haben wir firepanda.ai von Tag eins an unter der Prämisse ‚Security First‘ entwickelt.

Datenschutz bedeutet bei uns nicht nur DSGVO-Konformität auf dem Papier. Es bedeutet technische Souveränität: Hosting auf deutschen Servern, strikte Trennung von Mandantendaten und die Möglichkeit, KI-Modelle lokal zu betreiben. Wir garantieren unseren Kunden, dass ihre internen Geheimnisse nicht zum Training öffentlicher KIs missbraucht werden.

Bei der Integration verfolgen wir den Ansatz der ‚minimalinvasiven Operation‘. Unsere Plattform dockt nahtlos an bestehende Systeme wie ERP oder CRM an, ohne die IT-Landschaft zu sprengen. Wir wollen keine neue Silo-Lösung schaffen, sondern die vorhandenen Datenquellen intelligent veredeln. Am Ende ist Vertrauen die Währung, mit der wir Innovation bezahlen.

Wohin soll sich firepanda.ai in den nächsten Jahren entwickeln, und an welchen neuen Funktionen oder Angeboten arbeiten Sie derzeit?

Unser primäres Ziel bleibt Bodenständigkeit: Wir wollen einen gesunden Kundenstamm aufbauen, der durch firepanda.ai echten Spaß und messbaren Erfolg bei der Arbeit hat. Technologisch liegt der Fokus kurzfristig auf einer noch tieferen Integration unserer Agenten in den Arbeitsalltag – also direkt in E-Mails, Kalender und bestehende ERP- oder CRM-Systeme.

Langfristig denken wir aber natürlich größer. Wir sehen firepanda.ai als Basis für eine neue Art von Unternehmenssoftware. Stellen Sie sich vor, Sie brauchen kein starres, teures HR- oder Buchhaltungstool mehr von der Stange, sondern bauen sich mit unserem Baukasten und unserem KI-Backend Ihre eigene, perfekt passende Lösung – einfach per Copy & Paste.

Unsere Vision ist es, dass daraus ein Ökosystem entsteht: Ein Marktplatz, auf dem Unternehmen ihre besten, selbst entwickelten KI-Workflows und ganze Anwendungen mit anderen teilen und monetarisieren können. Das mag heute noch visionär klingen, aber die Flexibilität unserer Plattform macht genau solche firmenübergreifenden Synergien möglich. Die Möglichkeiten sind tatsächlich grenzenlos, und wir haben gerade erst angefangen.

Wenn Sie auf Ihre bisherigen Erfahrungen mit firepanda.ai zurückblicken: Welche wichtigen Learnings haben Sie als Gründerteam mitgenommen?

Das wohl wichtigste Learning ist die Demut vor der Geschwindigkeit: Die KI-Entwicklung ist rasanter als jeder Tech-Zyklus zuvor. Was heute ‚State of the Art‘ ist, kann morgen schon veraltet sein. Das zwingt uns, extrem agil zu bleiben und uns nicht in eine einzige Technologie zu verlieben.

Gleichzeitig haben wir gelernt, wie entscheidend ein interdisziplinäres Team ist. In einer Welt, in der man mithilfe von KI komplexe Plattformen coden kann, reicht es nicht mehr, nur ein guter Programmierer zu sein. Man braucht Strategen und Macher in einem Raum.

Und drittens: Man kommt heute mit eigenen Mitteln weiter als gedacht – vorausgesetzt, das Team stimmt. Da wir alle nötigen Skills von der Entwicklung über die Produktgestaltung bis zum Business Development inhouse vereinen, konnten wir externe Finanzierungsrunden bewusst nach hinten schieben. Das gibt uns die Freiheit, das Produkt im Sinne der Kunden zu bauen, statt nur für das nächste Pitch-Deck.

Welche drei Ratschläge würden Sie anderen Gründerinnen und Gründern geben, die heute ein Startup im Bereich künstliche Intelligenz aufbauen möchten?

Erstens: Denkt euch in das Problem, nicht in die Lösung. Viele Gründer starten mit der Frage ‚Wie kann ich mit KI Geld verdienen?‘. Das ist der falsche Ansatz. Sucht euch ein echtes, nerviges Problem – eines, das ihr selbst habt oder bei anderen beobachtet – und überlegt euch die perfekte Lösung dafür. Der Umsatz folgt dem Nutzen, nicht umgekehrt.

Zweitens: Denkt radikal einfach. Wenn ihr die Lösung im Kopf habt, dampft sie auf das absolute Minimum ein. Wie sieht das kleinstmögliche Produkt (MVP) aus, das dieses Problem bereits löst? Oft braucht es am Anfang keine komplexe KI-Plattform, sondern einen smarten Workflow, der dem Kunden sofort hilft.

Und drittens: Machen. Sobald der MVP steht: Baut ihn. Egal, was Bedenkthräger sagen. Im KI-Markt gewinnt nicht der mit dem besten Businessplan in der Schublade, sondern der, der seine Idee auf die Straße bringt und am echten Markt validiert. Einfach machen.

Bildcredits : Fireflow GmbH

Wir bedanken uns bei Dr. Peter Dornbusch für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Steht die Zahntechnik vor einem grundlegenden Wandel?

0
Novoprint 3 D Druck Zahntechnik Plattform Robert Absmanner

Novoprint digitalisiert Zahntechnik mit 3 D Druck und optimiert Arbeitsprozesse im Dentalmarkt durch eine effiziente Plattformlösung

Novoprint war am 24. Februar 2026 in der Sendung 2 Minuten 2 Millionen pitchen. Wer steht hinter dem Unternehmen und welche Expertise bringen Sie aus der Dentalbranche mit?

Robert und Thomas Absmanner sowie unser Partner Daniel Radler, wir betreiben zusammen auch ein volldigitales ZT Labor die Novolab GmbH von dem aus auch die Gründung der Novoprint GmbH entstand. Zusammen haben wir Jahrzehnte lange Erfahrung in der Dentalbranche.

Wie entstand die Idee, Zahntechnik und 3D Druck über eine digitale Plattform wie Novoprint zu verbinden?

Da wir wie gesagt auch ein ZT Labor betreiben sind uns die Herausforderungen an die ZT jetzt und in Zukunft sehr klar.Durch den massiven Fachkräftemangel in unserer Branche waren wir gezwungen neue Wege zu entwickeln um um Arbeitsprozesse zu beschleunigen und zu automatisieren dies wollten wir aber auch mit all unseren Kollegen teilen und zugänglich machen daraus ist schlussendlich das Geschäftsmodell der Novoprint entstanden.

Was genau verändert Novoprint im Arbeitsalltag von Zahntechnikerinnen, Zahntechnikern und Zahnärzten?

Sauberes sehr effizientes Arbeiten in der digitalen Welt mit vorhersehbaren Ergebnissen und wesentlich weniger Arbeitsschritten

Ihr Modell basiert auf dem Upload von CAD Datensätzen und einer anschließenden Produktion im 3D Druck. Wie effizient ist dieser Prozess im Vergleich zur klassischen Fertigung?

Hierbei kann man die manuelle Arbeitszeit um ein vielfaches reduzieren und die wichtige Ressource Arbeitszeit anderweitig nutzen sowie Arbeiten auf Knopfdruck Reproduzieren

Welche Rolle spielen biokompatible Materialien und Qualitätsstandards in Ihrer Positionierung?

Dies ist einer der wichtigsten Punkte überhaupt wir verwenden natürlich ausschließlich zertifizierte zugelassene und getestete Materialien die auch den Vorteil haben mit herkömmlichen Materialien repariert werden zu können.

Der Dentalmarkt ist stark reguliert und wettbewerbsintensiv. Welche Herausforderungen mussten Sie beim Aufbau von Novoprint meistern?

Dies ist momentan unsere Haupt bzw Pionieraufgabe ZT und ZÄ davon zu überzeugen das diese Technologie bereits Alltagstauglich ist und die absolute Zukunft in diesem Bereich sein wird davon sind nicht nur wir überzeugt sondern auch sämtliche Universitäten die dies auch bereits mit Studien hinterlegen

Was unterscheidet Novoprint klar von anderen Anbietern im Bereich dentaler 3D Drucklösungen?

Unser Jahrzehnte langes know how die Branchenkenntnis aber der wichtigste Punkt wir sind selbst alle ZT und mit Novolab auch Kunden bei der Novoprint und können somit all unsere Kunden bestmöglich und individuell in allen Bereichen unterstützen

Mit Ihrem Auftritt bei 2 Minuten 2 Millionen suchen Sie Kapital und strategische Unterstützung. Welche nächsten Wachstumsschritte planen Sie konkret?

Wir wollen nun die Marke Novoprint in Österreich und Deutschland so schnell als möglich etablieren und natürlich auch in ganz Europa tätig werden da wir hierfür auch die Zulassungen haben.

Wie skalierbar ist Ihr Geschäftsmodell über Österreich hinaus?

Dies ist ein sehr wichtiger Punkt in unserem Businessplan hier mir der Novoprint so schnell als möglich in gans Europa tätig zu werden

Wo sehen Sie Novoprint in drei bis fünf Jahren?

Hoffentlich als etablierter Player im Bereich des dentalen 3 D Druck bzw im medizintechnischem 3 D Druck in D, Ö und CH

Welche technologischen Entwicklungen werden die Zahntechnik Ihrer Meinung nach künftig am stärksten prägen?

Ganz eindeutig und klar der 3 D Druck und die Umsetzung vieler Versorgungen im Bereich Dental bereits jetzt und in rasant steigender Geschwindigkeit in naher Zukunft

Welche drei Ratschläge würden Sie Gründerinnen und Gründern geben, die ein technologiegetriebenes B2B Modell aufbauen möchten?

Mut haben etwas aufzubauen mit einem konkreten Plan zu Arbeiten und bei Rückschlägen fokusiert weiter zu Arbeiten. Und machmal benötigt es auch etwas Geduld und einen langen Atem

Novoprint war am 24. Februar 2026 in 2 Minuten 2 Millonen

Wir bedanken uns bei Robert Absmanner für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder


Premium Start-up: Novoprint

Kontakt:

Novoprint GmbH
B&R Strasse 4
5142 Eggelsberg
Österreich

www.novoprint.at
office@novoprint.at

Ansprechpartner: Robert Absmanner

Social Media:
Instagram
LinkedIn

Warum könnte die Natur der beste Ingenieur sein?

0
fibionic über Leichtbau und Faserstrukturen founder team bild

fibionic entwickelt bionisch inspirierte Leichtbau Technologien und nutzt gezielte Faserstrukturen, um stabile, effiziente und nachhaltige industrielle Bauteile zu ermöglichen

Was steckt hinter der Gründung von fibionic und wer sind die Menschen, die das Unternehmen aufgebaut haben?

fibionic wurde 2021 gegründet, um eine neue Generation von Leichtbautechnologien in die industrielle Anwendung zu bringen. Hinter dem Unternehmen stehen Johannes Mandler, Thomas Rettenwander und Elias Hirschbichler. Thomas Rettenwander ist promovierter Kunststofftechniker und hat sich intensiv mit bionischer Strukturoptimierung beschäftigt. Johannes Mandler bringt Expertise in Mechatronik, Automatisierung und technischer Umsetzung ein. Elias Hirschbichler ergänzt das Team mit Erfahrung in Strategie, Digitalisierung und Unternehmensaufbau. Gemeinsam verbindet das Team technologische Entwicklung mit industrieller Umsetzung.

Wie entstand die Idee, bionische Strukturen aus der Natur als Grundlage für die Technologie von fibionic zu nutzen?

Die Idee hinter fibionic entstand aus der Beobachtung, dass natürliche Strukturen oft äußerst effizient aufgebaut sind. In der Natur wird Material nur dort eingesetzt, wo tatsächlich Kräfte wirken etwa bei Pflanzen, Knochen oder Insektenflügeln. Diese Prinzipien lassen sich auch auf technische Strukturen übertragen.
Die Gründer von fibionic waren überzeugt, dass die Natur viele Herausforderungen im Leichtbau bereits gelöst hat. Inspiriert von diesen bionischen Prinzipien entwickelten sie den Ansatz, Faserstrukturen gezielt entlang der Belastungspfade auszurichten und diese Prinzipien in skalierbare industrielle Fertigungsprozesse zu übertragen. Thomas Rettenwander beschäftigte sich bereits während seiner Promotion intensiv mit den Vorteilen naturinspirierter Strukturen und deren Anwendung im Leichtbau.

Neben der technologischen Neugier stand auch ein klarer Marktbedarf im Mittelpunkt: Viele bestehende Composite Fertigungsverfahren sind für große Stückzahlen zu langsam, zu teuer oder mit hohem Materialverlust verbunden. fibionic verfolgt daher das Ziel, hochleistungsfähige Leichtbaustrukturen wirtschaftlich und nachhaltig in industriellem Maßstab herzustellen. Gemeinsam entwickelten Thomas Rettenwander und Johannes Mandler dafür die Grundlage der fibionic Fiber Placement FFP Technologie eine Hochgeschwindigkeitsmethode zur präzisen Platzierung von Fasern entlang der Lastpfade.

Welche Vision verfolgt fibionic im Bereich moderner Leichtbau Technologien?

Die Vision von fibionic ist es, Leichtbau von einer spezialisierten Nischentechnologie zu einem breit verfügbaren industriellen Standard zu machen. Durch eine Kombination aus bionischem Design und hochautomatisierter Fertigung soll es möglich werden, leistungsfähige Composite Strukturen wirtschaftlich und nachhaltig in großen Stückzahlen herzustellen.

An welche Branchen richtet sich fibionic besonders und welche Probleme dieser Industrien möchten Sie mit Ihrer Technologie lösen?

fibionic adressiert insbesondere Branchen, in denen Gewicht, Energieeffizienz und strukturelle Performance eine zentrale Rolle spielen. Dazu gehören unter anderem Sport und Freizeitprodukte, Consumer Electronics, UAVs, Robotic Anwendungen, Mobilitätsanwendungen sowie industrielle Komponenten. Viele dieser Industrien stehen vor der Herausforderung, leistungsfähige Leichtbaustrukturen wirtschaftlich zu produzieren. Genau hier setzt fibionic an.

Was unterscheidet die Technologie von fibionic von klassischen Verfahren zur Herstellung von Faserverbundbauteilen?

Klassische Composite Verfahren arbeiten häufig mit flächigen Materialien oder relativ langsamen Faserablageprozessen. fibionic kombiniert dagegen bionisch optimierte Faserarchitekturen mit einer sehr schnellen automatisierten Faserablage. Dadurch lassen sich Verstärkungsstrukturen effizient herstellen und direkt in industrielle Produktionsprozesse integrieren.
Traditionelle Composite Fertigungsverfahren wie Tape Laying, Thermoset Prepreg Verarbeitung, Organosheets oder robotergestützte Faserablage haben häufig Schwierigkeiten, gleichzeitig Kosteneffizienz und hohe Produktionsgeschwindigkeit zu erreichen. fibionic schließt diese Lücke, indem die Technologie skalierbare Leichtbaustrukturen für industrielle Anwendungen mit hohen Stückzahlen ermöglicht.

Welche Rolle spielt die Orientierung von Fasern entlang der Belastungsrichtung für die Stabilität und Effizienz der Bauteile?

Die Ausrichtung der Fasern entlang der Hauptbelastungsrichtungen ist entscheidend für die strukturelle Effizienz eines Bauteils. Fasern können ihre mechanischen Eigenschaften am besten entlang ihrer Längsrichtung entfalten. Wenn sie gezielt entlang der Kraftpfade ausgerichtet werden, lassen sich deutlich leichtere und gleichzeitig stabilere Strukturen realisieren und folglich auch wesentlich Material einsparen.

Mit welchen Herausforderungen ist fibionic konfrontiert, wenn eine neue Produktionstechnologie in etablierten Industrien eingeführt wird?

Neue Fertigungstechnologien müssen zunächst Vertrauen aufbauen. Industriekunden erwarten stabile Prozesse, reproduzierbare Qualität und wirtschaftliche Vorteile. Deshalb ist es wichtig, die Technologie schrittweise gemeinsam mit Industriepartnern zu validieren und zu zeigen, dass sie sich zuverlässig in bestehende Produktionsumgebungen integrieren lässt.
Hier sind wir aber auf einem sehr guten Weg und haben über verschiedene Anwendungen in unterschiedlichen Branchen bereits sehr gute Erfolge erreichen können.
Ein Sattelprodukt befindet sich bereits in Großserie, ein weiteres Bauteil im Drohnenbereich wird noch dieses Jahr in Serie produziert werden.

Wie reagieren potenzielle Industriepartner auf den Ansatz von fibionic, Material gezielter und effizienter einzusetzen?

Viele Unternehmen erkennen sofort das Potenzial eines effizienteren Materialeinsatzes, insbesondere im Hinblick auf Kosten, Performance und Nachhaltigkeit. Gleichzeitig ist bei neuen Technologien immer auch eine gewisse Zurückhaltung vorhanden, weshalb Pilotprojekte und Prototypen eine wichtige Rolle spielen, um den Mehrwert praktisch zu demonstrieren.

Welche Bedeutung hat Nachhaltigkeit für die Entwicklung Ihrer Technologie?

Nachhaltigkeit ist ein zentraler Treiber unserer Technologieentwicklung. Durch die gezielte Platzierung der Fasern wird nur so viel Material eingesetzt, wie tatsächlich benötigt wird. Gleichzeitig ermöglichen thermoplastische Materialien eine bessere Recyclingfähigkeit im Vergleich zu vielen klassischen Composite Systemen. Zudem konnten wir bereits sehr gute Erfolge mit Naturfaserverstärkungen, wie mit Flex erzielen.

Welche Erfahrungen aus der Aufbauphase von fibionic haben Sie als Gründerteam besonders geprägt?

Der Aufbau eines technologiegetriebenen Unternehmens erfordert Geduld und eine hohe Lernbereitschaft. Besonders prägend war für uns die enge Zusammenarbeit zwischen Forschung, Entwicklung und industrieller Umsetzung. Gleichzeitig haben wir gelernt, wie wichtig ein starkes Team und ein klarer Fokus auf die wesentlichen Ziele sind.

Welche drei Ratschläge würden Sie anderen Gründerinnen und Gründern geben, die ein Deep Tech Startup aufbauen möchten?

Erstens: Eine starke technologische Grundlage ist wichtig, aber genauso entscheidend ist das Verständnis für den Markt und die Bedürfnisse der Kunden.
Zweitens: Ein interdisziplinäres Team mit unterschiedlichen Kompetenzen beschleunigt die Entwicklung enorm.
Drittens: Geduld und Ausdauer sind entscheidend, denn technologische Innovationen brauchen Zeit, um sich im Markt durchzusetzen.

Bildcredits: fibionic

Wir bedanken uns bei Johannes Mandler, Thomas Rettenwander und Elias Hirschbichler für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Wer schützt das Vertrauen in unser digitales Geldsystem?

0
Feedzai über Betrug und Finanzkriminalität im Zahlungsverkehr Maximilian von Criegern Feedzai

Feedzai entwickelt KI gestützte Technologien zur Bekämpfung von Betrug und Finanzkriminalität im globalen Zahlungsverkehr und unterstützt Banken sowie Finanzinstitute dabei, Risiken in Echtzeit zu erkennen und Vertrauen in digitale Finanzsysteme zu sichern

Wie ist Feedzai entstanden und wie kam es dazu, dass aus einem Hintergrund im Raumfahrt Engineering ein Unternehmen für Fraud und Finanzkriminalitätsprävention wurde?

Maximilian von Criegern Feedzai wurde von Gründern ins Leben gerufen, die zuvor im Umfeld der europäischen Raumfahrt tätig waren. In der Raumfahrt geht es darum, enorme Datenmengen in Echtzeit zu verarbeiten, Muster zu erkennen und unter Unsicherheit die richtigen Entscheidungen zu treffen oft unter extremen Bedingungen. Genau diese Kompetenz ist auch im Kampf gegen Finanzkriminalität entscheidend. Jede Sekunde werden weltweit Millionen Transaktionen ausgelöst. Die Herausforderung besteht darin, in diesem Datenstrom Auffälligkeiten präzise zu identifizieren, ohne das System zu verlangsamen. Was in der Raumfahrt die Missionssicherheit ist, ist im Finanzsystem das Vertrauen. Diese technologische DNA prägt Feedzai bis heute.

Herr von Criegern, können Sie sich und Ihre Rolle als General Manager bei Feedzai kurz vorstellen und erläutern, wofür Sie in Europa verantwortlich sind?

Maximilian von Criegern Als General Manager verantworte ich das gesamte Geschäft in der Region, von der Go to Market Strategie über Kundenbeziehungen und Partnerschaften.

Was genau macht Feedzai im Kern, wenn es um die Prävention von Betrug und Geldwäsche geht?

Maximilian von Criegern Im Kern überprüfen wir zwei zentrale Fragen: 1. Ist die Person oder das Unternehmen tatsächlich diejenige Instanz, die sie vorgibt zu sein?; und 2. Hat der Kunde die Befugnis, die konkrete Transaktion oder Handlung durchzuführen? Dafür analysieren wir Identitäts, Verhaltens und Transaktionsdaten in Echtzeit und schaffen ein ganzheitliches Risikobild über den gesamten Kundenlebenszyklus hinweg von der Kontoeröffnung über Zahlungen bis hin zu Transaktions Monitoring.

Warum ist Finanzkriminalität heute weit mehr als ein Bankenthema und inwiefern betrifft sie die wirtschaftliche Stabilität ganzer Märkte?

Maximilian von Criegern Im Zentrum steht das Thema Vertrauen. Das Vertrauen in die Banken, die Technologie, aber auch Regierungen, die die Bürger schützen müssen. Die Welt wird immer digitaler und schneller, daher müssen auch die Schutzmaßnahmen zunehmen. Wenn Verbraucher dem digitalen Zahlungsverkehr nicht vertrauen, leidet der Handel. Wenn Unternehmen hohe Betrugsverluste tragen, sinkt ihre Innovationsfähigkeit. Und wenn staatliche Institutionen Geldwäsche nicht effektiv bekämpfen, wird die Integrität des gesamten Wirtschaftssystems infrage gestellt. Finanzkriminalität ist damit keine isolierte Bankendisziplin mehr, sondern eine Frage wirtschaftlicher Resilienz. Der Schutz finanzieller Infrastrukturen wird zur strategischen Notwendigkeit.

Welche Vision verfolgt Feedzai im Kampf gegen Finanzkriminalität und wie soll diese Vision konkret umgesetzt werden?

Maximilian von Criegern Feedzais Vision ist es, sämtliche relevanten Datenpunkte unserer Kunden in einer intelligenten Plattform zusammenzuführen, um ein konsistentes, ganzheitliches Risikobild zu erzeugen, sodass die Kunden über den gesamten Risiko und Compliance Prozess hinweg optimal geschützt werden können. Betrug und Geldwäsche finden nicht in Silos statt. Also darf auch die Verteidigung nicht siloartig organisiert sein. Durch KI basierte Entscheidungsmodelle, kontinuierliches Monitoring und transparente Governance Strukturen ermöglichen wir es Finanzinstituten, Risiken proaktiv zu steuern, statt nur reaktiv zu reagieren.

An welche Zielgruppen richtet sich Feedzai in erster Linie und welche konkreten Probleme dieser Kunden lösen Sie mit Ihrer Technologie?

Maximilian von Criegern Unsere primären Zielgruppen sind Banken, Zahlungsdienstleister und andere regulierte Finanzinstitute. Sie stehen vor mehreren Herausforderungen: steigende Betrugsraten, zunehmende regulatorische Anforderungen, hohe False Positive Quoten und komplexe IT Landschaften. Wir helfen ihnen, Betrug in Echtzeit zu erkennen, operative Kosten zu senken, regulatorische Anforderungen effizient zu erfüllen und gleichzeitig das Kundenerlebnis nicht zu beeinträchtigen.

Was unterscheidet Feedzai von anderen Anbietern im Bereich Fraud Detection und Risk Management?

Maximilian von Criegern Für Feedzai spricht, neben all den technischen Aspekten, die EU DNA, sehr starke Erfolgsgeschichten mit hoch komplexen Kunden und das sehr große Wissen über den Bereich, da wir tagtäglich weltweit viel Erfahrung sammeln.

Wie gelingt es, Betrug in Echtzeit zu erkennen und gleichzeitig die Zahl der Fehlalarme für Banken und Zahlungsanbieter gering zu halten?

Maximilian von Criegern Am Ende hat dies viel mit Datenqualität zu tun, dem Wissen, wie optimale Risikostrategien aufzustellen und ein technisches Fundament, was die benötigte Flexibilität liefert.

Welche besonderen Herausforderungen sehen Sie aktuell im europäischen Markt, etwa im Kontext digitaler Zahlungen oder eines möglichen digitalen Euro?

Maximilian von Criegern Europa kommt zunehmend unter Druck von weltweiten Betrugsnetzwerken. GenAI hat hier das Problem arg beschleunigt. Zudem treffen uns die aktuellen geopolitischen Diskussionen, wo wir auch vermerkt auf Made in EU setzen werden, besonders bei kritischer Infrastruktur, wie für Zahlungen.

Wie geht Feedzai mit der wachsenden Komplexität von Finanzkriminalität um, die durch neue Technologien und globale Vernetzung entsteht?

Maximilian von Criegern Feedzai hat schon immer auf KI gesetzt. Das Thema GenAI ist ein elementarer Bestandteil unseres Produkts. Wir arbeiten seit ein paar Jahren verstärkt mit größeren Partnern zusammen, wie zum Beispiel mit PwC oder Neterium, sodass wir die Problemstellungen ganzheitlich lösen können.

Wohin entwickelt sich Feedzai in den kommenden Jahren, welche Innovationen oder strategischen Schwerpunkte stehen auf Ihrer Roadmap?

Maximilian von Criegern Zentrale Themen sind generative KI, europäische digitale Souveränität und verstärktes Daten Sharing zwischen Organisatoren im Kontext regulatorischer Entwicklungen wie PSD3. Die Herausforderung besteht darin, Datenschutz, regulatorische Anforderungen und effektive Risikoerkennung miteinander zu verbinden. Genau hier sehen wir unsere Stärke: eine Plattform zu bieten, die Datenschutz, Compliance und Innovationsfähigkeit vereint.

Welche drei Ratschläge würden Sie als Führungskraft bei Feedzai anderen Gründerinnen und Gründern geben, die ein technologiegetriebenes Unternehmen aufbauen möchten?

Maximilian von Criegern Elementar ist erstens das Problem der Kunden im Detail zu verstehen. Neue Features, oder Technologie, das kann entwickelt werden. Am Ende löst Tech Probleme, und das muss im Mittelpunkt stehen. Im Zuge dessen darf man zweitens die GTM Planung und Einbindung nicht vernachlässigen. Auch das beste Produkt verkauft sich nicht von alleine. Drittens ist es essentiell, die eigenen Aktivitäten fortlaufend zu hinterfragen, gegebenenfalls einen Neustart zu wagen und neue Wege zu gehen. Das einzig beständige ist der Wandel.

Bildcredits: Maximilian von Criegern

Wir bedanken uns bei Maximilian von Criegern für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Warum wird Leitungswasser plötzlich zum neuen Trend im Büro?

0
Wild&Water Wasser Höhle der Löwen Pitch Madlen Baetzgen (r.) und Christina Schwörbel präsentieren mit „Wild & Water“ Tee Extrakte für die Mischung mit Wasser. Sie erhoffen sich ein Investment von 150.000 Euro für 10 Prozent der Firmenanteile. Bildcredits/ Fotograf: RTL / Bernd-Michael Maurer

Wild&Water entwickelt einen natürlichen Wasserzusatz auf Tee Basis, der Leitungswasser geschmackvoll ergänzt und so gesunde Hydration im Alltag erleichtern soll. Am 9 März 2026 wird das Startup seine Lösung in der PULS 4 Sendung Höhle der Löwen präsentieren.

Wie ist das Startup entstanden und welche Personen stehen dahinter?

Wir sind Christina Schwörbel und Madlen Baetzgen, Gründerinnen und Geschäftsführerinnen von Wild&Water. Wir kennen uns seit über 20 Jahren und haben viele Jahre in der Getränkeindustrie gearbeitet, unter anderem bei Coca Cola. Aus dieser Erfahrung heraus ist Wild&Water entstanden, weil wir gute Drinks lieben, aber keine Lust mehr auf unnötig viel Zucker, künstliche Zusätze und Einwegflaschen hatten.

In welcher Branche ist das Unternehmen tätig und was zeichnet das Geschäftsmodell von Wild&Water aus?

Wir sind in der Getränkebranche tätig und bauen eine moderne Kategorie rund um natürliche Hydration auf Basis von Leitungswasser auf. Wild&Water ist ein Wasserzusatz aus Tee-Extrakten, 100 Prozent natürlich, ohne künstliche Zusätze und dabei zucker- und kalorienarm. Einfach dosieren, Wasser dazu, fertig. Unser Fokus liegt bewusst im Betriebsmarkt, also Büros, Betriebsgastronomie, Coworking und Konferenzorte. Dort wird tagsüber am meisten alkoholfrei getrunken, aber die Auswahl ist oft noch erstaunlich beschränkt ist.

Welche Idee oder welches Problem stand am Anfang der Gründung von Wild&Water? Gab es eine Marktlücke oder eine besondere Inspiration?

Die Marktlücke war klar: Leitungswasser wird immer beliebter, aber vielen wird es auf Dauer zu langweilig. Gleichzeitig werden alleine in Deutschland jedes Jahr über 16 Milliarden Flaschen Mengen an Flaschen abgefüllt und transportiert.. Wir wollten eine Lösung, die natürlich ist, richtig lecker und im Alltag wirklich funktioniert. Da müssen Verbraucher beim Angebot von Wasserzusätzen sonst in der Regel Kompromisse machen. Wir denken, ausreichend zu trinken soll sich nicht nach Pflicht anfühlen, sondern lustvoll sein.

Welche konkreten Vorteile bietet das Produkt den Nutzerinnen und Nutzern? Was hebt es im Alltag vom Wettbewerb ab?

Für Nutzerinnen und Nutzer ist es vor allem: lecker, natürlich, unkompliziert. Ein Glas Wasser wird in Sekunden zur Erfrischung, ohne künstliche Aromen, ohne Süßstoffe, ohne unnötig viele Kalorien. Im Büro Kontext lösen wir gleich mehrere Dinge: Mitarbeitende trinken mehr, die Verantwortlichen haben ein effizientes Handling und das Konzept reduziert Flaschen und Transporte. Die Flaschen können geöffnet ungekühlt sechs Wochen stehen bleiben. In der Regel sind sie aber früher ausgetrunken.

Wie wurde das Produkt von Wild&Water entwickelt und getestet? Gab es besonderes Feedback aus ersten Anwendungen oder Testphasen?

Die Entwicklung war eine der anspruchsvollsten Etappen für uns, weil wir kompromisslos bleiben wollten: Tee als Basis, Clean Label, wenig Zucker, keine Konservierungsstoffe und trotzdem bestmögliche Stabilität des Produktes. Das hat Zeit gebraucht und war nicht trivial. Wir haben aber einen tollen Partner für die Herstellung gefunden, die mit einem patentierten Verfahren besonders schonend extrahieren können.

Getestet haben wir in einem Pilot im Büro Umfeld mit Displays und direktem Feedback der Mitarbeitenden. Das schönste Ergebnis war, dass das Produkt nicht nur rational überzeugt, sondern wirklich genutzt wird, weil es schmeckt. Da hatten wir ein Linking Score von 96%

Welche Vision verfolgt Wild&Water? Welche Meilensteine sollen in den nächsten Jahren erreicht werden?

Unsere Vision ist eine Getränkeindustrie, in der Genuss nicht auf Kosten von Gesundheit oder Umwelt geht und trotzdem Spaß machen kann.Als Meilensteine stehen eine weitere Skalierung in der Betriebsgastronomie im Fokus und der Aufbau unseres D2C Geschäfts als weiteres Standbein. Dafür war es natürlich eine super Gelegenheit, dass wir bei der Höhle der Löwen dabei sein durften und uns einem breiten Publikum präsentieren konnten.

Warum fiel die Entscheidung, sich bei Höhle der Löwen zu präsentieren? Welche Aspekte stehen dabei im Vordergrund?

Die Show ist eine seltene Chance, als junges Unternehmen zur besten Sendezeit ein Millionenpublikum zu erreichen. Wir wollten diese Bühne nutzen, um zu zeigen, dass Getränke am Arbeitsplatz besser gehen: natürlicher, nachhaltiger und so, dass man sie wirklich gern trinkt.

Welche Form der Unterstützung wird durch die Teilnahme an Höhle der Löwen angestrebt? Wie soll eine mögliche Investition oder Zusammenarbeit genutzt werden?

Im Kern geht es um strategische Hebel: Reichweite, Glaubwürdigkeit und Zugang zu den richtigen Türen. Eine Zusammenarbeit würden wir nutzen, um Wachstum im Betriebsmarkt zu beschleunigen und Wild&Water als Marke weiter aufzubauen. Die Sendung ist für uns damit nicht nur Investment Zugang, sondern ein konkreter Markt Impuls.

Welche nächsten Schritte sind nach Höhle der Löwen für Wild&Water geplant? Gibt es konkrete Pläne für Wachstum, Skalierung oder neue Entwicklungen?

Wir bauen Vertrieb und Kundenbasis im Betriebsmarkt weiter aus. Parallel sehen wir Wild&Water als Plattform für weitere Innovationen rund um natürliche Hydration, dafür haben wir bereits neue Konzepte in der Pipeline.

Welche Erfahrungen und Erkenntnisse haben sich auf dem bisherigen Weg als besonders wertvoll erwiesen?

Unser größtes Learning: Vertrieb ist fast alles. Ein gutes Produkt und eine starke Marke reichen nicht, wenn Verfügbarkeit fehlt. Und wir haben gelernt, dass es sich lohnt, bei den Dingen hartnäckig zu bleiben, auch wenn sich manche Türen nicht immer sofort öffnen lassen.

Welche Ratschläge lassen sich aus diesen Erfahrungen ableiten, die für andere Gründerinnen und Gründer hilfreich sein könnten?

Erstens: Starte so nah wie möglich am echten Alltag und Problemen deiner Zielgruppe und konstruiere keine Needs. Baue dann von dort aus. Gerade bei Konsumgütern ist es eine große Herausforderung, wenn man neue Gewohnheiten etablieren möchte. Und dann mach Vertrieb nicht zur Nebenaufgabe, sondern zum zentralen Teil deiner Woche als Gründerin.

Sehen Sie Wild&Water am 09. März 2026 um 20:15 Uhr auf VOX in der Höhle der Löwen

Bild: Madlen Baetzgen (r.) und Christina Schwörbel präsentieren mit „Wild & Water“ Tee Extrakte für die Mischung mit Wasser. Sie erhoffen sich ein Investment von 150.000 Euro für 10 Prozent der Firmenanteile.
Bildcredits/ Fotograf: RTL / Bernd-Michael Maurer

Wir bedanken uns bei Madlen Baetzgen und Christina Schwörbel für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Warum setzen plötzlich so viele Menschen freiwillig auf eiskaltes Wasser?

0
Pooldown Kältetherapie Höhle der Löwen Pitch Aurel Hampl (r.) und Nicolai Trittmann präsentieren den "Löwen" mit „pool.down“ Kältetherapie für Zuhause. Sie erhoffen sich ein Investment von 200.000 Euro für 10 Prozent der Bildcredits/Fotograf: RTL / Bernd-Michael Maurer

Pooldown entwickelt eine Lösung für strukturierte Kältetherapie im eigenen Zuhause und will damit den Zugang zu kontrollierten Anwendungen erleichtern. Am 9. März wird Pooldown seine Idee in der Höhle der Löwen präsentieren.

Wie ist das Startup Pooldown entstanden und welche Personen stehen dahinter?

Pooldown ist aus unserer eigenen Erfahrung mit Kältetherapie entstanden, da wir beide begeisterte Eisbader sind. Wir haben festgestellt, dass zwar ein stark wachsendes Interesse an Kälteanwendungen besteht, die tatsächliche Umsetzung im privaten Umfeld jedoch mit hohen Hürden verbunden ist. Wir, Nicolai Trittmann (CTO) und Aurel Hampl (CEO), haben daraufhin die Pooldown UG (haftungsbeschränkt) gegründet. Nicolai verantwortet die Hardwareentwicklung und Systemintegration. Aurel steuert Go-to-Market, Finanzierung, strategische Positionierung und Partnerschaften.

In welcher Branche ist das Startup Pooldown tätig und was zeichnet das Geschäftsmodell aus?

Wir sind im Bereich Health-Tech tätig. Unser Fokus liegt auf sicherer, strukturierter Kältetherapie für den Heimgebrauch. Wir starten mit einem D2C-Modell. Parallel entwickeln wir eine B2B-Strategie mit Leasingmodellen für Fitnessstudios, Hotels und perspektivisch medizinische Einrichtungen.

Welche Idee oder welches Problem stand am Anfang der Gründung? Gab es eine Marktlücke oder eine besondere Inspiration?

Kältetherapie hat sich stark verbreitet, jedoch existieren im privaten Bereich entweder improvisierte Lösungen mit Eiswürfeln oder sehr teure professionelle Systeme. Es fehlte eine Lösung, die technisch kontrollierbar, sicherheitsseitig durchdacht und gleichzeitig alltagstauglich ist. Unsere Inspiration war daher nicht ein einzelnes Produkt, sondern die Frage, wie man Kältetherapie systematisch und sicher in private Haushalte integrieren kann.

Was macht das Konzept oder die Technologie besonders? Welche innovativen Ansätze kommen zum Einsatz?

Unser Ansatz basiert auf Hardware, Software und Nutzerführung. Die Hardware ist als plug-and-play-System für Standardbadewannen konzipiert und indoor-zertifiziert (IPX4). Die Lautstärke liegt unter 45 dB, wodurch das System wohnraumgeeignet ist. Die Temperatur wird präzise geregelt und stabil gehalten.

Unsere App ergänzt die Hardware durch:
Zeit- und Temperatursteuerung,
personalisierte Anwendung
Wearable-Integration,
In-App-Coaching mithilfe von Audio-Guidance.

Wir verfolgen den Ansatz, dass sichere Kältetherapie durch klare Anleitung, feste Anwendungsprotokolle und die Berücksichtigung körperlicher Reaktionen entsteht, anstatt lediglich auf besonders niedrige Temperaturen zu setzen. Zusätzlich haben wir ein EU-Patent angemeldet, um unsere Idee zu schützen.

Wie wurde das Produkt entwickelt und getestet? Gab es besonderes Feedback aus ersten Anwendungen oder Testphasen?

Die Entwicklung unseres Produkts erfolgte Abstimmung mit einem erfahrenen chinesischen Hersteller im Bereich Kühltechnologie. Diese Zusammenarbeit ermöglicht es uns, auf bestehendes industrielles Know-how zurückzugreifen und gleichzeitig unsere eigenen Anforderungen an Sicherheit, Indoor-Tauglichkeit und Systemintegration umzusetzen. Gemeinsam wurde ein DFM-Prototyp entwickelt.

In der Testphase haben wir das System unter realen Bedingungen bei verschiedenen Events mit echten Nutzerinnen und Nutzern eingesetzt, unter anderem im sportwissenschaftlichen Umfeld. Ziel war es, nicht nur subjektives Feedback einzuholen, sondern messbare technische Parameter zu überprüfen.

Dabei standen insbesondere folgende Aspekte im Fokus:

Kühlleistung: Es wurde gemessen, wie schnell die Zieltemperatur erreicht wird und ob die definierte Abkühlzeit im vorgesehenen Zeitfenster liegt

Temperaturstabilität: Entscheidend war, dass die Temperatur während der Anwendung konstant gehalten wird, ohne Schwankungen

Wärmeentwicklung im Raum: Wir haben geprüft, wie sich das System bei längerer Laufzeit auf die Umgebungstemperatur auswirkt und ob es zu einer spürbaren Erwärmung des Raumes kommt

Zuverlässigkeit von Pumpe und Steuerung: Mehrere Anwendungen hintereinander dienten der Überprüfung der Dauerbelastbarkeit

Die Ergebnisse zeigten, dass die Zieltemperatur zuverlässig erreicht und innerhalb der Toleranzen stabil gehalten werden konnte. Die Wärmeabgabe an den Raum blieb im vorgesehenen technischen Rahmen, sodass keine kritische oder störende Erwärmung der Umgebung festgestellt wurde. Auch bei wiederholter Nutzung arbeitete das System stabil.

Das qualitative Feedback der Testpersonen war ebenfalls aufschlussreich. Besonders positiv hervorgehoben wurden die konstante Temperatur, die einfache Bedienbarkeit sowie das Gefühl von Kontrolle im Vergleich zu improvisierten Eisbad-Lösungen.

Darüber hinaus haben wir gemeinsam mit der Deutschen Sporthochschule Köln eine präklinische Studie beantragt. Ziel dieser Studie ist es, physiologische Parameter wie Herzfrequenzvariabilität, Blutdruck, Hauttemperatur und Sauerstoffsättigung bei definierten Kälteprotokollen zu untersuchen. Damit möchten wir sichere Temperatur- und Zeitbereiche wissenschaftlich fundiert definieren und langfristig eine medizinische Anschlussfähigkeit ermöglichen.

Welche Vision verfolgt das Startup Pooldown? Welche Meilensteine sollen in den nächsten Jahren erreicht werden?

Unsere Vision ist es, eine führende Plattform für sichere Kältetherapie im Home-, B2B- und medizinischen Kontext aufzubauen.

Unsere kurzfristigen Meilensteine sind:
erfolgreicher Kickstarter-Launch mit mindestens 200 verkauften Einheiten
Abschluss der Pre-Seed-Finanzierungsrunde, für die bereits erste Investoren gewonnen werden konnten
Serienproduktion und Markteintritt

Mittelfristig planen wir internationale Expansion, Ausbau der B2B-Modelle sowie Weiterentwicklung der Softwareplattform.

Warum fiel die Entscheidung, sich bei Höhle der Löwen zu präsentieren? Welche Aspekte stehen dabei im Vordergrund?

Die Teilnahme an „Die Höhle der Löwen“ hat uns die Möglichkeit gegeben, Reichweite und Markenvertrauen aufzubauen. Im Vordergrund stehen für uns nicht ausschließlich Kapital, sondern strategische Unterstützung beim Aufbau einer Consumer-Hardware-Marke sowie operative Erfahrung.

Welche Form der Unterstützung wird durch die Teilnahme an Höhle der Löwen angestrebt? Wie soll eine mögliche Investition oder Zusammenarbeit genutzt werden?

Wir streben strategisches Kapital an. Eine mögliche Investition würden wir gezielt für Serienproduktion, Zertifizierungen, Marketing-Skalierung und internationale Expansion einsetzen.

Welche nächsten Schritte sind nach Höhle der Löwen geplant? Gibt es konkrete Pläne für Wachstum, Skalierung oder neue Entwicklungen?

Nach Höhle der Löwen konzentrieren wir uns zunächst auf den erfolgreichen Kickstarter-Launch mit dem Ziel, mindestens 200 Einheiten international zu verkaufen und die Marktnachfrage datenbasiert zu validieren.

Parallel streben wir den Abschluss unserer Pre-Seed-Finanzierungsrunde an, um Serienproduktion, Zertifizierungen abzusichern. Im nächsten Schritt wird die Produktion gemeinsam mit unserem Hersteller skaliert, wobei Qualitätskontrolle, Lieferkettenstabilität und Margenoptimierung im Vordergrund stehen.

Gleichzeitig bauen wir unsere B2B-Strategie auf, insbesondere im Bereich Leasingmodelle für Fitness- und Hospitality-Partner. Auf Produktebene entwickeln wir unsere App weiter und führen die präklinische Studie durch, um sichere und wissenschaftlich fundierte Anwendungsprotokolle zu definieren.

Welche Erfahrungen und Erkenntnisse haben sich auf dem bisherigen Weg als besonders wertvoll erwiesen?

Eine zentrale Erkenntnis für uns war, dass man nicht alles alleine schaffen kann. Gerade im Hardwarebereich stößt man schnell auf Themen, in denen man selbst nicht über ausreichende Erfahrung verfügt, beispielweise Produktion, Zertifizierung, Lieferkette oder Finanzierung.

Wir haben gelernt, wie wichtig es ist, frühzeitig Unterstützung von Personen oder Partnern zu holen, die in bestimmten Bereichen mehr Expertise besitzen. Das betrifft sowohl technische Entwicklungspartner als auch rechtliche Beratung, Fördermittelberatung oder erfahrene Unternehmerinnen und Unternehmer im eigenen Netzwerk.

Diese Offenheit, sich gezielt Hilfe zu suchen, spart Zeit, reduziert Fehler und erhöht die Qualität der Entscheidungen. Rückblickend war es eine der wertvollsten Erfahrungen zu erkennen, dass unternehmerische Stärke nicht darin besteht, alles selbst zu können, sondern die richtigen Kompetenzen zusammenzubringen.

Welche Ratschläge lassen sich aus diesen Erfahrungen ableiten, die für andere Gründerinnen und Gründer hilfreich sein könnten?

Wir empfehlen, technische Entwicklung und Marktvalidierung von Beginn an miteinander zu verbinden. Ein Produkt sollte so früh wie möglich mit echten Nutzerinnen und Nutzern getestet werden. Direktes Kundenfeedback ist aus unserer Sicht entscheidend, um Funktionen, Bedienbarkeit und Nutzenversprechen am realen Bedarf auszurichten. Anpassungen sollten nicht theoretisch, sondern unmittelbar am Produkt umgesetzt werden.

Gerade im Hardwarebereich ist es zudem wichtig, frühzeitig Themen wie IP-Strategie, regulatorische Anforderungen, Lieferkette und Produktionsskalierung mitzudenken. Diese Faktoren beeinflussen Zeitplan, Kapitalbedarf und Markteintritt wesentlich stärker als bei rein digitalen Geschäftsmodellen.

Darüber hinaus halten wir eine klare Differenzierung für zentral. Ein Produkt sollte nicht versuchen, alles gleichzeitig zu lösen, sondern ein definiertes Problem besser und strukturierter zu lösen.

Sehen Sie Pooldown am 09. März 2026 um 20:15 Uhr auf VOX in der Höhle der Löwen

Bild: Aurel Hampl (r.) und Nicolai Trittmann präsentieren den „Löwen“ mit „pool.down“ Kältetherapie für Zuhause. Sie erhoffen sich ein Investment von 200.000 Euro für 10 Prozent der Bildcredits/Fotograf: RTL / Bernd-Michael Maurer

Wir bedanken uns bei Aurel Hampl und Nicolai Trittmann für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Kann eine simple Gewohnheit den Rücken dauerhaft entlasten?

0
BackDani Trainingsgerät für Wirbelsäule bei Höhle der Löwen Daniel Kappacher präsentiert den Rücken-Feinmuskulatur-Trainer „BackDani“. Seine Töchter (v.l.) Kira, Franca und Nina unterstützen ihn bei dem Pitch. Bildcredits/Fotograf: RTL / Bernd-Michael Maurer

BackDani entwickelt ein Trainingsgerät für die Wirbelsäule, das Wirbelsäulenbeschwerden im Alltag vorbeugen soll und am 09 März 2026 in der Höhle der Löwen pitchen wird

Wie ist BackDani entstanden und welche Personen stehen dahinter?

Das Startup wurde im November 2024 gegründet. Mein Name ist Daniel Kappacher, ich bin 52 Jahre alt, ein „alteingesessener“ Tiroler Physiotherapeut. Mein tägliches Leben sind die Wirbelsäule und alle Beschwerden, die bei deren Dysfunktion entstehen können. Meine Praxis besteht seit 26 Jahren. Meine Motivation für die Entwicklung von BackDani war die Suche nach einem Trainingsgerät, das im Sitzen von fast jedermann, fast überall verwendet werden kann, ohne viel Anstrengung und mit zumutbarem Aufwand. BackDani erfüllt diese Anforderungen auf verblüffende Art und Weise und stellt nachhaltigen Trainingserfolg sicher. So etwas fehlt in unserem, von Stress und Fehlbelastungen geprägtem Alltag. Das musste entwickelt werden!

In welcher Branche ist BackDani tätig und was zeichnet das Geschäftsmodell aus?

BackDani bedient die Sportgerätebranche für den täglichen Gebrauch.

Welche Idee oder welches Problem stand am Anfang von BackDani? Gab es eine Marktlücke oder eine besondere Inspiration?

Gängige Trainingsgeräte sind nur sehr schwer oder gar nicht in den Alltag integrierbar. Ziel ist es, eine Lösung zu bieten, die die Lebensqualität deutlich verbessert – schon mit wenig Mitwirkung des Anwenders. Die Entwicklung und Umsetzung war eine Herausforderung. Durch den zumutbaren Zeitaufwand von nur 2×2 Minuten täglich und die sanfte Übungsausführung ohne Anstrengungen ist BackDani für fast jedermann geeignet. Die Power von BackDani ist beeindruckend. Das ist eine Marktlücke, ich kenne kein Trainingsgerät, dass diese Anforderungen so wirkungsvoll erfüllt.

Was macht das Konzept oder die Technologie besonders? Welche innovativen Ansätze kommen zum Einsatz?

Nach einigen Prototypen konnte ich BackDani so weiterentwickeln, dass ein ganz einfaches Gerät dabei herausgekommen ist. So etwas gab es noch nicht. Ich habe es als Patent und Marke angemeldet. Die Übungsausführung und die technische Umsetzung von BackDani führen dazu, dass Muskelgruppen angesteuert werden, die im modernen Alltag komplett vernachlässigt werden. Es gleicht Fehlbelastungen im Alltag, die durch die Arbeit am Computer, Tablet oder Ähnlichem entstehen, sehr effizient aus. BackDani kombiniert einen klassischen Kunststoffgymnastikstab mit einer neuartigen Moosgummidoppelrolle, die eine technische Neuheit ist. Genau diese Moosgummidoppelrolle stellt sicher, dass die Übungsausführung immer sauber und risikolos ist. Der Stab ist zerlegbar und kann so mühelos überall hin mitgenommen werden.

Welche Vision verfolgt BackDani? Welche Meilensteine sollen in den nächsten Jahren erreicht werden?

Meine Vision ist, dass BackDani in jedem Haushalt landet und täglich, auch prophylaktisch, verwendet wird. Ähnlich wie das beim Zähneputzen der Fall ist. Der wichtigste Meilenstein ist zu zeigen, dass die Wirkung von BackDani nicht unterschätzt wird. Dann ist alles möglich.

Das Trainieren mit BackDani ist so einfach und auch nicht anstrengend. Im ersten Moment könnte man vermuten, dass das Training nicht viel bewirken kann. Doch falsch gedacht! Bereits nach wenigen Anwendungen spürt man die Power von BackDani!

Warum fiel die Entscheidung, BackDani bei der Höhle der Löwen zu präsentieren? Welche Aspekte stehen dabei im Vordergrund?

Die „Höhle der Löwen“ ist die ideale Plattform für BackDani. Ich habe mich nie überschätzt. Ich bin Physiotherapeut und kein Profi, wenn es um die wirtschaftliche Umsetzung meiner Idee geht. Um ein Produkt zur vollen Marktreife zu bringen, bedarf es viel Knowhow in rechtlichen Angelegenheiten, für die Massenproduktion, für die Logistik und natürlich braucht es auch Kapital. Es wird angestrebt, die Wirkungsweise von BackDani einem möglichst großen Publikum zugänglich zu machen und vielen Menschen das Leben mit Wirbelsäulenbeschwerden zu erleichtern. Oder noch besser: Durch Prophylaxe verhindern, dass Meschen durch die tägliche Fehlbelastung des modernen Alltags im Teufelskreis von Verspannungen und Wirbelsäulendegeneration landen. Das Knowhow der möglichen Investoren kann an der medialen und wirtschaftlichen Umsetzung des Konzeptes wortwörtlich Berge versetzen. Ich freue mich darauf!

Welche Form der Unterstützung wird für BackDani durch die Teilnahme an der Höhle der Löwen angestrebt? Wie soll eine mögliche Investition oder Zusammenarbeit genutzt werden?

BackDani soll möglichst viele Menschen erreichen und ihnen den Alltag mit Wirbelsäulenbeschwerden spürbar erleichtern. Das Knowhow der möglichen Investoren kann an der medialen und wirtschaftlichen Umsetzung des Konzeptes wortwörtlich Berge versetzen. Ich freue mich darauf!

Welche nächsten Schritte sind nach der Höhle der Löwen geplant? Gibt es konkrete Pläne für Wachstum, Skalierung oder neue Entwicklungen?

Es gibt noch sehr gute Ideen BackDani zu erweitern. Aber der wichtigste Schritt ist, die Öffentlichkeit über die Möglichkeiten und den Nutzen von BackDani aufzuklären. Es muss verstanden werden, dass BackDani in einer noch nie dagewesen Einfachheit und täglichen Anwendbarkeit funktioniert,

Welche Erfahrungen und Erkenntnisse haben sich auf dem bisherigen Weg mit BackDani als besonders wertvoll erwiesen?

Alles ist möglich – mit viel Enthusiasmus, Arbeitswillen und Euphorie. Sich nicht überschätzen und für alle Bereiche, die man selbst nicht perfekt abdecken kann, Hilfe holen!

Welche Ratschläge lassen sich aus diesen Erfahrungen ableiten, die für andere Gründerinnen und Gründer hilfreich sein könnten?

Ich kann jedem empfehlen, den Schritt in „Die Höhle der Löwen“ zu wagen. Die erste Einreichung muss nicht perfekt sein. Nichts verheimlichen oder beschönigen. Einfach ehrlich sein und aufs Beste hoffen! Sich etwas trauen, um in der Masse der Anmeldungen aufzufallen und herauszustechen. Außerdem sollte jeder zu 100% hinter seiner Idee stehen!

Sehen Sie BackDani am 09. März 2026 um 20:15 Uhr auf VOX in der Höhle der Löwen

Bild: Daniel Kappacher präsentiert den Rücken-Feinmuskulatur-Trainer BackDani. Seine Töchter (v.l.) Kira, Franca und Nina unterstützen ihn bei dem Pitch.
Bildcredits/Fotograf: RTL / Bernd-Michael Maurer

Wir bedanken uns bei Daniel Kappacher für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Neueste Beiträge

Start up BW Elevator Pitch Fibryx GmbH Sieg Bildcopyright/Fotograf: Ann Kristin Fischer, Stadtverwaltung Winnenden

Bühne frei für Innovation

0
Die Fibryx GmbH gewinnt den Regional Cup START UP GROW REMS MURR im Rahmen des Start up BW Elevator Pitch. Damit sichert sich das Team den Einzug ins Landesfinale in Baden Württemberg.