Sonntag, Oktober 25, 2026
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Mode wie Musik entdecken: Wie Unscripted KI-gestützt den eigenen Stil entschlüsselt

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Unscripted: Mode mit KI neu entdecken Celine Leibfried Founder, Unscripted

Unscripted verbindet Mode und KI in einer App, die persönliche Stilvorlieben erkennt, individuelle Inspiration bietet und den Austausch innerhalb einer Fashion-Community fördert.

Können Sie Unscripted kurz vorstellen und erzählen, wie aus Ihrer persönlichen Begeisterung für Mode die Idee für die App entstanden ist?

Unscripted ist eine Mode-App, die ein Zuhause für Modeinteressierte sein und gleichzeitig dabei helfen soll, Mode leichter auffindbar zu machen. Nutzer teilen Looks, einzeln oder in sogenannten Threads zu bestimmten Themen. Die Bilder werden mithilfe von KI verschiedenen Stilrichtungen und Kontexten zugeordnet. Aus den Posts und Interaktionen entsteht für jeden Nutzer nach und nach ein persönliches Geschmacksprofil.

Ich habe mich schon sehr früh intensiv mit Mode beschäftigt und unter anderem bei Maison Margiela in Paris im Merchandising sowie bei Talbot Runhof und dem Bekleidungshersteller MAES in London gearbeitet. Dabei ist mir aufgefallen, dass es einerseits keine eigene Plattform für Mode gibt, obwohl sie für viele Menschen eine echte Leidenschaft ist. Andererseits ist es immer noch erstaunlich schwierig, passende Produkte und Marken zu finden, weil Menschen ihren eigenen Geschmack oft zwar erkennen, aber nur schwer in Worte fassen können.

Unscripted soll ein Ort sein, an dem Teilen und Entdecken ineinandergreifen: Man zeigt, was man liebt, inspiriert damit andere und wird selbst wieder zu neuen Entdeckungen geführt.

Sie beschreiben Ihr eigenes Modeverständnis als eine Form von Mustererkennung. Wann entstand daraus die Idee, diesen Prozess mithilfe von KI für andere zugänglich zu machen?

In meinen früheren Jobs habe ich gemerkt, dass Stilbewusstsein sehr stark auf Mustererkennung basiert. Man sieht ein Kleidungsstück und kann sich oft direkt vorstellen, wie man es gut kombinieren könnte, einfach, weil man schon sehr viele andere Beispiele gesehen und sich über Jahre intensiv mit Mode beschäftigt hat. Menschen, die sich weniger für Mode interessieren und sich dementsprechend auch weniger damit auseinandersetzen, fällt das oft schwerer. Das liegt nicht an fehlendem Geschmack, sondern vor allem an fehlender Erfahrung und Vergleichsmöglichkeiten.

Mit den Fortschritten in der KI wurde mir klar, dass man Wissen, das sich Menschen über viele Jahre aneignen, heute viel breiter zugänglich machen kann. Wir haben deshalb ein System entwickelt, das Bilder ähnlich einordnet, wie es jemand mit viel Modeerfahrung tun würde: nach Stilrichtungen, Referenzen und ästhetischen Zusammenhängen. So können Nutzer leichter weitere Looks, Produkte oder Marken entdecken, die zu ihrem Geschmack passen. Die Idee dahinter ist, Mode ein Stück weit zu entschlüsseln und dadurch zugänglicher zu machen.

Modegeschmack ist sehr persönlich und verändert sich mit der Zeit. Wie soll Unscripted diese Nuancen erfassen, ohne Nutzer in starre Stil-Schubladen einzuordnen?

Genau deshalb arbeiten wir nicht mit einem statischen Geschmackstest zu Beginn, sondern mit einem dynamischen Geschmacksprofil, das sich anhand der Posts und Interaktionen der Nutzer laufend weiterentwickelt.

Unser System umfasst rund 150 verschiedene Ästhetiken, und jeder Post wird nicht nur einer, sondern drei davon zugeordnet. Ein Outfit hat schließlich selten nur einen einzigen „Vibe“- es kann zum Beispiel minimalistisch und lässig sein, oder minimalistisch und elegant. Das sind zwei sehr unterschiedliche Outfits.

Für mich ist diese Vielfältigkeit abbilden zu können sehr wichtig, weil Vielfältigkeit die Mode ausmacht. Menschen sind nicht eindimensional. Jemand kann sich manchmal sehr elegant und zu anderen Gelegenheiten sehr experimentell kleiden, je nach Anlass, Lebensphase oder Stimmung. Unser System soll diese Komplexität sichtbar machen, statt sie zu reduzieren.

Klassische Social-Media-Plattformen bieten bereits unendlich viel Fashion-Inspiration. Welches Problem möchten Sie mit Unscripted besser lösen?

Das Problem ist aus meiner Sicht nicht, dass es zu wenig Inspiration gibt, eher im Gegenteil. Es gibt sehr viel davon, aber wenig Struktur, um aus dieser Inspiration tatsächlich handeln zu können.

Menschen speichern Bilder auf Pinterest, sehen Looks auf Instagram, entdecken Marken auf TikTok und suchen auf Reddit nach Tipps. So setzen sie ihren Geschmack aus vielen einzelnen Eindrücken zusammen, ohne am Ende unbedingt zu wissen, wie sie diese Inspiration umsetzen oder wo sie die passenden Produkte finden können.

Hinzu kommt, dass viele Menschen sehr gut erkennen können, ob ihnen etwas gefällt, sobald sie es sehen. Es aber im Vorfeld zu beschreiben, ist deutlich schwieriger. Man weiß, wie man sich fühlen möchte oder in welche Stilrichtung es gehen soll, aber nicht unbedingt, wie das konkrete Kleidungsstück aussehen muss.

Unscripted möchte diese Lücke schließen, indem Mode nicht nur nach klassischen Produktkategorien, sondern auch nach Stilrichtungen und Anlässen entdeckt werden kann.

Sie ziehen eine Parallele zu Spotify und der Entdeckung neuer Musik. Was müsste Unscripted erreichen, damit Mode ähnlich persönlich entdeckt werden kann?

Spotify ermöglicht es Menschen, neue Musik nicht nur über einzelne Künstler zu entdecken, sondern auch über die Playlists anderer Nutzer. Dadurch verlagert sich Entdeckung weg von reinem Label-Marketing hin zu nutzergetriebener kuratierung. Statt Album von Sänger x, kann man systematischer durch den Geschmack anderer entdecken: Playlists zum arbeiten, Techno Playlists, Playlists fürs einschlafen oder gegen Liebeskummer.

Genau das möchten wir auch für Mode ermöglichen. Nutzer sollen Mode nicht nur über eine bestimmte Marke oder die Outfits einer einzelnen Person auf Instagram entdecken, sondern über verschiedene Kontexte und Stilwelten: zum Beispiel Outfits fürs Büro, All-Black-Looks, minimalistische Outfits oder Looks für einen bestimmten Anlass.

Langfristig würde ich diese Kuratierung auf Unscripted noch weiter ausbauen. Denkbar wäre zum Beispiel, dass Nutzer Bilder oder Produkte von Pinterest oder Instagram direkt in bestimmte Threads auf Unscripted speichern und dort zusammen kuratieren können. Das wäre für uns ein nächster Schritt.

Die App lernt anhand der geteilten Bilder, welche Ästhetiken eine Person interessieren. Welche Rolle spielt dabei die KI und wo stößt sie beim Verständnis von Geschmack an Grenzen?

Unscripted: Mode mit KI neu entdecken

Die KI übernimmt bei uns die automatische Bildanalyse auf Basis eines Systems, das auf jahrelanger Modeerfahrung beruht.

Aber KI kann letztlich nur aus bestehenden Mustern lernen, sie kann nicht etwas Neues schaffen. Menschen sind bekanntermaßen unberechenbar, das muss man sich auch in der Volkswirtschaft immer wieder eingestehen. Neue Trends, die entstehen, und die Frage, wie Menschen sie annehmen, sind oft irrational und schwer vorhersehbar. Wir können mit Hilfe von KI nur dabei helfen, auf die heutigen Ideen, Vorlieben und Wünsche der Nutzern besser einzugehen. Aber wir können nicht voraussehen, was sie morgen inspirieren wird. Inspiration ist und bleibt menschlich.

Außerdem ist Mode stark mit Identität verbunden. Selbst wenn eine KI theoretisch anhand sehr vieler Datenpunkte das vermeintlich perfekte Produkt vorschlagen könnte, glaube ich nicht, dass Menschen ihre Entscheidung komplett an einen Algorithmus abgeben wollen. Gerade bei Mode möchten wir verschiedene Möglichkeiten sehen, inspiriert werden und am Ende selbst entscheiden, was sich nach uns anfühlt.

Unscripted soll nicht nur Inspiration bieten, sondern auch eine Community für Looks, Fragen und Nischenthemen schaffen. Wie möchten Sie erreichen, dass daraus echte Interaktion statt nur ein weiterer Bilder-Feed entsteht?

Dafür haben wir ganz bewusst die Threads-Funktion entwickelt. Das sind thematische Gruppen, die von Nutzern oder von uns erstellt werden können, zum Beispiel zu Herbstlooks, den besten Secondhand-Läden in Berlin oder für konkrete Styling-Fragen. Threads können auch anonym erstellt werden, wenn jemand Rat sucht. Dadurch steht ein Post nicht einfach für sich, sondern ist Teil eines Gesprächs oder eines bestimmten Kontexts.

Inspiration und Shopping sollen künftig enger miteinander verbunden werden. Wie verhindern Sie, dass Produktempfehlungen den persönlichen Geschmack zu stark in Richtung Konsum beeinflussen?

Ein großes Anliegen ist für uns, kleineren und unabhängigen Marken zu mehr Reichweite zu verhelfen. Wenn Empfehlungen nach tatsächlicher stilistischer Relevanz entstehen, können auch Marken sichtbar werden, die mit den großen Werbebudgets etablierter Unternehmen sonst nicht konkurrieren können.

Für mich bedeutet Nachhaltigkeit auch, bewusster zu kaufen: Dinge, die unter fairen Bedingungen hergestellt wurden, vielleicht etwas teurer sind, dafür aber länger getragen werden. Das möchten wir eher fördern, als jeden neuen Trend möglichst schnell nachzukaufen.

Mode ist für mich außerdem nicht nur Transaktion, sondern Identität, Kultur und ein Hobby. Wer viel kaufen möchte, kann das mit oder ohne Unscripted tun. Unser Ziel ist es, Menschen dabei zu helfen, Dinge zu finden, die wirklich zu ihnen passen und mit denen sie ihre Persönlichkeit und Kreativität ausdrücken können.

Der Erfolg einer Social-Plattform hängt wesentlich von einer aktiven Community ab. Wie wollen Sie gerade in der frühen Phase genügend relevante Inhalte und Nutzer gewinnen?

Wir haben inzwischen über 1.000 Downloads erreicht, ohne bisher Werbung geschaltet zu haben. Aktuell wachsen wir vor allem über Social Media, Presse und gezielte Markenpartnerschaften. Ein einziges Reel mit einer Partner-Marke hatte zum Beispiel über 70.000 Aufrufe.

Gleichzeitig versuchen wir, das klassische Social-Media-Problem in der frühen Phase etwas abzufedern: Ein Post hat bei Unscripted nicht erst dann einen Wert, wenn viele andere Nutzer ihn liken. Jeder hochgeladene Look wird analysiert und kann direkt zu neuen Marken führen. Dadurch entsteht auch bei einer noch kleinen Community ein unmittelbarer Mehrwert für den einzelnen Nutzer.

Markenpartnerschaften, Micro-Influencer und ein Ambassador-Programm sollen uns im nächsten Schritt helfen, diese Community gezielt weiter auszubauen.

Unscripted erhält bereits zum App-Start bundesweite Aufmerksamkeit. Wie verwandeln Sie diese erste Sichtbarkeit in langfristiges Wachstum?

Die Reportage in der BILD war für uns eine tolle Bestätigung, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Langfristiges Wachstum entsteht aber nur dann, wenn den Menschen die App wirklich gefällt und die Nutzer, die wir heute gewinnen, sie auch in zwei oder drei Monaten noch verwenden.

Deshalb liegt unser Fokus aktuell stark darauf, Nutzerfeedback zu sammeln, zu verstehen, was Menschen wirklich an der App bindet, und das Produkt entsprechend weiterzuentwickeln. Sichtbarkeit hilft uns dabei, neue Nutzer zu erreichen – langfristig entscheidet aber die Qualität des Produkts darüber, ob sie bleiben.

Welche Vision verfolgen Sie mit Unscripted, und wo soll die Plattform in einigen Jahren innerhalb der Fashion-Welt stehen?

Die Vision ist langfristig größer als Mode. Unscripted soll eine Plattform werden, auf der Menschen Produkte, Orte und Inspiration nach Themen, Stilen und Kontexten entdecken können.

Heute kann man zum Beispiel in unserem Oktoberfest-Thread Looks anderer Nutzer sehen und sich inspirieren lassen, aber auch passende Tracht und Marken entdecken. Langfristig könnte so ein Thread noch viel weiter gehen: mit Accessoires für die Wiesn, Restaurants und Hotels in München, passender Musik oder Filmen rund um München und Volksfeste.

Ich glaube, dass viel Wert in dieser thematischen Form der Entdeckung liegt – gerade weil die Inhalte nicht nur von einer Redaktion vorgegeben werden, sondern von vielen Menschen gemeinsam kuratiert und ergänzt werden. Statt eine Empfehlung in einer Zeitschrift zu lesen und wieder zu vergessen, entsteht so ein lebendiger Ort, an dem Wissen, Geschmack und Empfehlungen zusammenkommen.

Welche drei Ratschläge würden Sie anderen Gründerinnen und Gründern geben, die aus einer persönlichen Leidenschaft ein technologiegetriebenes Unternehmen entwickeln möchten?

Erstens: Nicht die eigene Begeisterung mit einem Markt verwechseln. Leidenschaft ist ein sehr guter Ausgangspunkt, aber man muss herausfinden, ob andere Menschen tatsächlich dasselbe Problem haben.

Zweitens: Den eigenen Wissensvorsprung nutzen. Gerade Dinge, die einem selbst selbstverständlich erscheinen, können der interessanteste Teil einer Idee sein.

Drittens: So einfach wie möglich anfangen. Auch wenn die langfristige Vision größer ist, würde ich heute zunächst etwas bauen, das sich schnell entwickeln, testen und idealerweise auch monetarisieren lässt. Mit Tools wie Codex oder Claude Code kann man inzwischen sehr früh selbst erste Produkte entwickeln und damit Feedback und Umsatz sammeln, bevor man viel Geld investiert. Ich selbst habe anfangs zu kompliziert gedacht und würde anderen raten, diesen Fehler zu vermeiden.

Bildcredits Unscripted

Wir bedanken uns bei Celine Leibfried für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.


Premium Start-up: Unscripted

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Ansprechpartnerin: Celine Leibfried

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Vom Profifußball zur Kakaomarke: Wie Saagon Fobissie faire Schokolade aus Kamerun etablieren will

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Fobissie: Kakao aus Kamerun wird zu Schokolade Saagon Fobissie FOBISSIE GmbH Selbstportrait mit Kakoablauem produktbeutel

Fobissie verbindet hochwertigen Kakao aus Kamerun mit eigener Verarbeitung zu Schokolade und möchte damit mehr Transparenz, Qualität und Wertschöpfung entlang der Lieferkette schaffen.

Saagon, kannst du dich und Fobissie kurz vorstellen und erzählen, wie aus deiner persönlichen Geschichte und den Erfahrungen im Familienunternehmen die Idee für eine eigene Premium-Kakaomarke entstanden ist?

Ich bin Saagon Fobissie, 21 Jahre alt, Gründer und Geschäftsführer von Fobissie. Einen großen Teil meiner Jugend hat zunächst der Fußball geprägt. Mit sechs Jahren habe ich angefangen zu spielen, ab etwa 13 war ich bei Werder Bremen im Leistungsbereich. Mit 16 bin ich nach Kiel gezogen und habe dort zwei Jahre gelebt und bei Holstein Kiel unter anderem in der U17- und U19-Bundesliga gespielt.

Parallel dazu hatte ich schon früh Einblicke in das Unternehmen meines Vaters. Mit UTAMTSI beschäftigt er sich seit vielen Jahren mit Spezialitätenkaffee und weiteren hochwertigen Rohstoffen aus verschiedenen Anbauregionen, unter anderem aus Kamerun und Uganda. Ich war auf Messen dabei, habe im Unternehmen mitgearbeitet und dadurch früh gesehen, was hinter Herkunft, Verarbeitung und direktem Handel steckt.

Als ich 2023 mit dem Leistungsfußball aufgehört habe, habe ich deutlich intensiver im Familienunternehmen gearbeitet – in Produktion, Marketing und verschiedenen operativen Bereichen. Dort bin ich auch stärker mit Kakao in Kontakt gekommen. Mich hat die Frage beschäftigt, warum ein hochwertiger Rohstoff aus Kamerun exportiert wird, aber ein großer Teil der Verarbeitung und Wertschöpfung anschließend woanders stattfindet.

Ich wollte selbst verstehen, wie aus der Bohne ein hochwertiges Kakaoprodukt entsteht. Daraus haben sich zunächst Experimente und später Fobissie entwickelt. Ein besonderer Moment war für mich, als ich meinem Onkel in Kamerun eine Schokoladentafel aus Kakao aus seinem eigenen Umfeld geben konnte. Er konnte zum ersten Mal erleben, wie dieser Kakao als fertige Schokolade schmeckt.

Genau darum geht es mir: Kakao aus Kamerun nicht nur als Exportrohstoff zu betrachten, sondern als hochwertigen Rohstoff, aus dem eigenständige Premiumprodukte und langfristig mehr Wertschöpfung entstehen können.

Bevor du Unternehmer wurdest, hast du rund zehn Jahre im Leistungsfußball gespielt, unter anderem bei Werder Bremen und Holstein Kiel. Welche Erfahrungen aus dieser Zeit prägen dich heute als Gründer und was hat dich dazu bewegt, einen anderen beruflichen Weg einzuschlagen?

Der Fußball hat mir vor allem Disziplin, Ehrgeiz, Konsequenz und den Umgang mit Rückschlägen beigebracht. Mein Alltag war über viele Jahre sehr klar strukturiert. Man trainiert auch dann, wenn man nicht jeden Tag motiviert ist. Man arbeitet zusätzlich an sich, übernimmt Verantwortung für Ernährung und Regeneration und beginnt am nächsten Morgen wieder von vorne.

Besonders wichtig war für mich der Umgang mit Niederlagen. Man verliert ein Spiel, verletzt sich oder erreicht ein persönliches Ziel nicht – und trotzdem muss man entscheiden, wie man am nächsten Tag damit umgeht. Diese Fähigkeit, Rückschläge aufzunehmen, daraus zu lernen und weiterzumachen, prägt mich bis heute.

Als mein Weg im Leistungsfußball 2023 endete, habe ich diesen Ehrgeiz nicht verloren. Ich habe ihn auf das Unternehmertum übertragen. Viele Eigenschaften, die ich heute beim Aufbau eines Unternehmens brauche – Belastbarkeit, Selbstständigkeit, Teamfähigkeit und lösungsorientiertes Denken – habe ich im Fußball gelernt.

Mit Fobissie möchtest du eine vertikal integrierte Premium-Kakaomarke aufbauen, die Westkamerun und Deutschland verbindet. Welche Vision steht hinter diesem Konzept und was möchtest du in der internationalen Kakao- und Schokoladenbranche verändern?

Ein zentraler Gedanke ist für mich Bean-to-Bar. Ich möchte nicht nur ein fertiges Produkt verkaufen, sondern verstehen und transparent machen, welche Schritte notwendig sind, bevor eine Schokolade überhaupt im Regal steht.

Zwischen dem Produzenten und dem fertigen Produkt liegen Anbau, Ernte, Fermentation, Trocknung, Sortierung, Transport, Röstung, Mahlen, Conchieren, Temperieren und viele weitere Schritte. Mir ist aufgefallen, dass darüber häufig nur wenig gesprochen wird. Diese Wissenslücke möchte ich verkleinern.

Gleichzeitig ist vertikale Integration für mich eine Qualitätsfrage. Je besser ich Herkunft, Verarbeitung und einzelne Zutaten kenne, desto besser kann ich verstehen, wodurch Qualität entsteht und wie ich sie langfristig möglichst konstant halten kann. Das betrifft sowohl Qualität als auch Kosten und Abhängigkeiten.

Außerdem möchte ich zeigen, dass Kakao viel vielseitiger ist als das klassische Bild einer stark gesüßten Schokoladentafel. Kakao kann als Schokolade, Trinkkakao, Kakaopulver, Kakaodrops, Kakaoschale oder Kakaobutter verarbeitet werden. Der Rohstoff bietet sehr viel mehr Möglichkeiten, als viele Menschen zunächst vermuten.

Du bist selbst an nahezu allen Schritten der Wertschöpfung beteiligt, von der Rohstoffbeschaffung über die Verarbeitung bis zum Vertrieb. Warum ist dir diese direkte Kontrolle so wichtig und welche Herausforderungen bringt sie im unternehmerischen Alltag mit sich?

Die direkte Kontrolle ermöglicht mir, Herkunft, Qualität, Kosten und die Beziehungen zu unseren Partnern besser zu verstehen. Gerade bei Kakao entsteht Qualität nicht erst in Deutschland. Wann geerntet wird, wie fermentiert und getrocknet wird, wie die Bohnen gelagert und transportiert werden – all das entscheidet später mit über das Endprodukt.

Wenn in einem frühen Verarbeitungsschritt etwas grundlegend falsch läuft, kann ich das am Ende der Kette nicht einfach wieder korrigieren. Gleichzeitig können sich durch Klimaeinflüsse Erntezeiten und Rohstoffeigenschaften verändern.

Die größte Herausforderung ist deshalb die Koordination. Ich muss verstehen, wann Rohstoffe verfügbar sind, wann eingekauft werden muss, wie gelagert wird, welche Produktionsschritte wann stattfinden und wie die Qualität über die gesamte Kette erhalten bleibt.

Dazu kommt eine enorme Kompetenzaneignung. Man muss nicht nur Schokolade herstellen können, sondern Produktionsprozesse, Logistik, Qualitätssicherung und die unterschiedlichen Interessen der Beteiligten verstehen. Mein Ziel ist eine Struktur, in der der Produzent fair entlohnt wird und der Kunde gleichzeitig ein hochwertiges Produkt bekommt.

Westkamerun spielt für Fobissie eine zentrale Rolle. Was zeichnet den Kakao aus dieser Region aus und wie stellst du sicher, dass Qualität, Herkunft und die Zusammenarbeit mit den Produzenten langfristig im Mittelpunkt stehen?

Der Kakao aus Westkamerun besitzt für mich einen sehr eigenen Geschmackskomplex. Dieses Potenzial entsteht aber nicht automatisch. Entscheidend ist, wie der Kakao geerntet, fermentiert, getrocknet, sortiert, transportiert, geröstet und später verarbeitet wird.

Ich sehe Qualität deshalb als durchgehenden Prozess. Vom Pflücken bis zu dem Moment, in dem jemand in die fertige Schokolade beißt, gibt es viele Stellen, an denen Qualität entweder erhalten oder verloren werden kann.

Der Kakao wächst in unserer Region zudem nicht isoliert in einer reinen Monokultur, sondern in einer vielfältigeren Umgebung gemeinsam mit anderen Pflanzen. Dieses Terroir und die lokalen Bedingungen prägen auch den Charakter des Rohstoffs.

Bei der Zusammenarbeit mit den Produzenten ist mir wichtig, ihre Interessen zu verstehen. Die Menschen vor Ort müssen von ihrer Arbeit leben können und einen wirtschaftlichen Anreiz dafür haben, langfristig hohe Qualität zu liefern und ihre Anbauflächen zu erhalten. Dafür braucht es faire Preise, enge Beziehungen, regelmäßigen Austausch und Transparenz.

Mein Ziel ist letztlich eine Win-win-Situation entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Es sollte nicht notwendig sein, dass jemand schlechter gestellt wird, damit am Ende eine gute Schokolade entsteht.

Ein wesentliches Ziel von Fobissie ist es, mehr Wertschöpfung rund um den Ursprung afrikanischer Rohstoffe zu schaffen. Wie möchtest du dieses Vorhaben konkret umsetzen und welche wirtschaftlichen Perspektiven können dadurch vor Ort entstehen?

Ein wichtiger Bestandteil sind direkte Handelsbeziehungen und eine Vergütung, die über dem üblichen Weltmarktniveau liegt. Dadurch soll Landwirtschaft langfristig ein Einkommen ermöglichen, von dem Menschen tatsächlich leben können.

Gleichzeitig geht es darum, die natürlichen Anbaubedingungen zu erhalten. Ich möchte einen möglichst naturnahen und ökologisch verträglichen Anbau unterstützen, der ohne unnötige chemische Belastung des Bodens auskommt und das Terroir langfristig schützt.

Ökonomische und ökologische Nachhaltigkeit gehören für mich zusammen. Wenn Produzenten vernünftig von ihrer Arbeit leben können, entsteht auch ein anderer Anreiz, Böden, Pflanzen und Anbaustrukturen langfristig zu erhalten.

Auf der anderen Seite möchte ich Kunden in Deutschland stärker vermitteln, woher ein Produkt kommt, welche Menschen daran beteiligt sind und warum hochwertige Rohstoffe ihren Preis haben. Langfristig möchte ich außerdem immer mehr Verarbeitungskompetenz und Wertschöpfung rund um den Ursprung aufbauen.

Der Markt für Premium-Schokolade ist von etablierten Marken und steigenden Qualitätsansprüchen geprägt. Was unterscheidet Fobissie von anderen Anbietern und welche Zielgruppen möchtest du mit deinen Produkten besonders erreichen?

Für mich beginnt der Unterschied beim Rohstoff. Wir arbeiten mit Kakao aus einer klar definierten Region in Westkamerun und beschäftigen uns intensiv damit, wie Herkunft, Fermentation, Trocknung und Verarbeitung das spätere Produkt beeinflussen.

Danach kommt unsere eigene Verarbeitung. Wir beschäftigen uns selbst mit Rösten, Mahlen, Conchieren, Temperieren und Rezepturen und arbeiten bewusst mit wenigen Zutaten und ohne unnötige Zusätze oder Emulgatoren.

Ein weiterer Unterschied ist die sensorische Ausrichtung. Unser Kakao wird von Kunden häufig als charaktervoll und teilweise nussig wahrgenommen und besitzt ein eigenes Schmelz- und Geschmacksprofil. Mir geht es nicht darum, den Geschmack industriell zu standardisieren, sondern das Potenzial des Rohstoffs möglichst sauber herauszuarbeiten.

Gleichzeitig denken wir Kakao nicht nur als klassische Schokolade. Derselbe Rohstoff kann beispielsweise als Schokoladentafel, 100-Prozent-Kakaodrops oder Trinkkakao angeboten werden.

Damit richten wir uns an Menschen, die sich stärker für Herkunft, Geschmack, Verarbeitung und Qualität interessieren, aber auch an professionelle Kunden, die hochwertige Kakaoprodukte weiterverarbeiten möchten.

Die Herstellung hochwertiger Schokolade erfordert technisches Wissen, präzise Rezepturen und ein gutes Verständnis der Rohstoffe. Welche Herausforderungen hast du bei der Produktentwicklung erlebt und welche Rolle spielen Geschmack, Qualität und Innovation für deine Marke?

Ich habe sehr schnell gemerkt, wie viel technisches Wissen hinter einer guten Schokolade steckt. Am Anfang habe ich viel über Fachliteratur und Schokoladenhandbücher gelernt, später Seminare besucht, mich auch in den USA weitergebildet und praktische Erfahrungen mit Fachleuten in Süddeutschland gesammelt.

Trotzdem lerne ich bis heute ständig weiter. Von Fermentation und Trocknung über Rösten, Mahlen und Conchieren bis hin zu Temperierung, Lagerung und Haltbarkeit muss man viele chemische und physikalische Zusammenhänge verstehen.

Bei meinen Rezepturen habe ich deshalb sehr systematisch gearbeitet. Ich habe einzelne Schritte dokumentiert, Rezepturen verändert, erneut produziert, Ergebnisse ausgewertet und wieder angepasst. Teilweise bedeutet Produktentwicklung, denselben Prozess immer wieder neu durchzugehen.

Geschmack ist für mich dabei ein wesentlicher Bestandteil von Qualität. Deshalb spielt Kundenfeedback ebenfalls eine große Rolle. Wie wird die Sensorik wahrgenommen? Wie ist der Schmelz? Was gefällt und was muss verändert werden? Innovation entsteht für mich aus dieser Verbindung zwischen Rohstoffwissen, technischem Lernen und echtem Feedback aus dem Markt.

Du hast Fobissie parallel zu deinem BWL-Studium aufgebaut und sogar deine Bachelorarbeit der Produktentwicklung deines eigenen Food-Startups gewidmet. Wie haben sich wissenschaftliche Erkenntnisse und praktische Erfahrungen gegenseitig beeinflusst?

Meine Bachelorarbeit hat mir geholfen, Dinge wissenschaftlich einzuordnen, die ich vorher bereits praktisch erlebt hatte.

Ich habe mich mit physischen und temporalen Restriktionen in der Produktentwicklung beschäftigt und dabei insbesondere hinterfragt, wie gut klassische Lean-Startup-Logiken aus der Tech-Welt auf physische Produkte übertragbar sind.

Bei Software kann eine Änderung teilweise innerhalb weniger Stunden umgesetzt und wieder zurückgenommen werden. Bei einem Lebensmittel funktioniert das anders. Rohstoffe besitzen natürliche Schwankungen. Rezepturen müssen produziert werden. Haltbarkeit, Kühlung, Lagerung und Qualitätsstabilität brauchen Zeit. Ein Fehler kostet Rohstoffe, Produktionskapazität und Kapital.

Dadurch laufen Lern- und Entwicklungszyklen wesentlich langsamer und sind weniger reversibel. Auch beim Skalieren reicht es nicht, einfach mehr Kunden zu gewinnen. Man braucht Produktionskapazitäten, Maschinen, Lieferketten und Qualitätssicherung.

Für mich war besonders interessant, dass ich gleichzeitig Gründer und Forscher war. Die praktische Arbeit hat mir die Forschungsfragen gegeben, und die wissenschaftliche Arbeit hat mir anschließend geholfen, meine eigenen unternehmerischen Probleme strukturierter zu verstehen.

Mit gerade einmal 21 Jahren trägst du bereits die Verantwortung für ein eigenes Unternehmen. Welche Hürden musstest du als junger Gründer überwinden und welche Bedeutung hatten dein familiäres Umfeld und unternehmerische Vorbilder für deine Entwicklung?

Die Herausforderung liegt für mich weniger in der Zahl 21 als in der Verantwortung, die sehr früh damit verbunden ist.

Ich habe Fobissie parallel zum Studium aufgebaut. Man sitzt in einer Vorlesung und kurz danach muss ein Kundenproblem gelöst werden. Danach geht es vielleicht in die Produktion, anschließend zur Buchhaltung und später muss noch mit Partnern in Kamerun gesprochen werden. Man muss sehr früh lernen, unterschiedliche Rollen gleichzeitig zu übernehmen.

Mein Vater war dabei ein wichtiger Mentor. Durch seine unternehmerische Erfahrung konnte ich schon früh beobachten, was Unternehmertum in der Realität bedeutet, und hatte jemanden, den ich bei bestimmten Fragen um Rat bitten konnte.

Trotzdem muss man die Verantwortung für das eigene Unternehmen irgendwann selbst übernehmen und sich sehr viel Wissen während des Machens aneignen.

Auch hier hat mir der Fußball geholfen. Druck, lange Tage, Rückschläge und hohe Erwartungen waren mir nicht völlig fremd. Der Ehrgeiz und die Disziplin aus dieser Zeit helfen mir bis heute sehr.

Aktuell steht bei Fobissie die Professionalisierung und Skalierung der eigenen Produktion im Mittelpunkt. Welche konkreten Schritte sind dafür notwendig, wie möchtest du das Wachstum finanzieren und welche Rolle sollen E-Commerce, Geschäftskunden und neue Vertriebspartnerschaften künftig spielen?

Fobissie befindet sich gerade an einem wichtigen Übergang. Die vergangenen Jahre waren stark von Produktentwicklung, Tests und Marktfeedback geprägt. Mittlerweile sehe ich, dass wir uns einem Product-Market-Fit deutlich angenähert haben. Die Produkte sind im Markt angekommen, Kunden nehmen sie an und jetzt geht es stärker um gezielte Optimierung und Professionalisierung.

Der nächste Schritt besteht für mich deshalb nicht darin, einfach möglichst schnell größer zu werden. Zuerst muss klar sein, wie Produktion, Beschaffung, Verarbeitung und Vertrieb langfristig strukturiert werden sollen – sowohl in Deutschland als auch perspektivisch in Kamerun.

Anschließend kann Schritt für Schritt entschieden werden, welche Produktionskapazitäten aufgebaut und welche Vertriebskanäle stärker skaliert werden. Dabei werden E-Commerce, Geschäftskunden und neue Vertriebspartnerschaften unterschiedliche Rollen spielen. Welche Kanäle besonders stark ausgebaut werden, möchte ich anhand der tatsächlichen Nachfrage und Marktreaktionen entscheiden.

Bei der Finanzierung halte ich mir bewusst verschiedene Optionen offen. Je nachdem, welcher konkrete Investitionsschritt ansteht, können unterschiedliche Finanzierungsinstrumente sinnvoll sein. Entscheidend ist für mich weniger die Finanzierungsform selbst als die Frage, ob sie langfristig zur jeweiligen Entwicklungsstufe des Unternehmens passt.

Wenn du fünf Jahre in die Zukunft blickst: Wo möchtest du Fobissie als Marke positionieren, welche Ziele verfolgst du für die Wertschöpfung zwischen Afrika und Deutschland und was würdest du jungen Menschen mitgeben, die selbst unternehmerisch tätig werden möchten?

In fünf Jahren möchte ich, dass Fobissie einen deutlich höheren Bekanntheitsgrad besitzt und Menschen sehr klar wissen, wofür die Marke steht.

Wenn jemand Fobissie sieht, soll er wissen: Hier entstehen hochwertige Produkte unter Bedingungen, die Produzenten, Rohstoff und Umwelt respektieren. Kunden sollen mit gutem Gewissen einkaufen können, weil sie verstehen, woher das Produkt kommt und wie die Wertschöpfung organisiert ist.

Mit wachsender Bekanntheit soll natürlich auch die Produktion professioneller und größer werden. Gleichzeitig möchte ich die Verbindung zwischen Afrika und Deutschland weiterentwickeln und langfristig mehr Kompetenzen und Wertschöpfung rund um den Ursprung der Rohstoffe aufbauen.

Grundsätzlich wünsche ich mir auch ein anderes Bewusstsein für Konsum. Wir leben in einer sehr schnelllebigen Konsumgesellschaft und wissen häufig kaum noch, wer unsere Produkte herstellt, woher die Rohstoffe kommen und welche Folgen unsere Kaufentscheidungen haben.

Wenn ich jungen Menschen etwas mitgeben würde, dann wäre es, bestehende Wege nicht automatisch als alternativlos zu betrachten. Man kann Geschäftsmodelle anders denken. Man kann wirtschaftlich arbeiten und gleichzeitig versuchen, für mehrere Beteiligte echten Mehrwert zu schaffen. Genau das möchte ich mit Fobissie zeigen.

Bildrechte: Saagon Fobissie / privat

Wir bedanken uns bei Saagon Fobissie für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Betriebsausfall absichern: Wie Prioco den digitalen Notfall-Tresor für Unternehmer etabliert

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Prioco: Notfallvorsorge für Unternehmer digital lösen Pitch Clara Charpey Fotograf Michael Lübke

Prioco entwickelt eine digitale Lösung für die betriebliche Notfallvorsorge, mit der Unternehmer wichtige Dokumente, Zugänge und Zuständigkeiten für den Ernstfall sicher organisieren können.

Clara, kannst du dich und Prioco kurz vorstellen und erzählen, wie aus einer persönlichen familiären Erfahrung die Idee entstanden ist, eine digitale Lösung für die betriebliche Notfallvorsorge zu entwickeln?

Wenn ein Selbstständiger oder Unternehmer von heute auf morgen ausfällt, kann der Betrieb stillstehen. Ausgelöst durch eine familiäre Situation habe ich erkannt, wie schnell ein gesundheitlicher Notfall oder eine längere Abwesenheit zu einer unternehmerischen Krise führen kann. In zahlreichen Gesprächen mit Betrieben, Kammern und Beratern habe ich das überprüft und gemerkt, dass die meisten Selbstständigen und Unternehmer für ihren Ausfall bisher kaum vorbereitet sind. Deswegen haben wir Prioco entwickelt, einen verschlüsselten digitalen Tresor für die betriebliche Notfallvorsorge, in dem Unternehmer ihre rechtlichen Dokumente, Verträge, Kontakte, Zugänge und erste Schritte im Notfall festhalten. Zudem wählen sie ihre Vertrauenspersonen aus und bestimmen, wer wann Zugriff auf diese Vorbereitungen bekommt.

Mit Prioco möchtest du Selbstständige und Unternehmer auf den Fall einer plötzlichen Geschäftsunfähigkeit vorbereiten. Welche Probleme entstehen, wenn wichtige Informationen und Zugänge nicht verfügbar sind, und welche Vision verfolgst du mit deinem Unternehmen?

Bei Selbstständigen und Unternehmern hängt oft alles an einer Person. Fällt diese aus, ist nicht geregelt, wer übernimmt. Wer dann einspringt, muss klären, was sofort zu erledigen ist und wer informiert werden muss. Dazu kommt die Suche nach Verträgen, Passwörtern und Zugängen, denn alles ist an verschiedenen Orten verteilt. Verträge liegen im Büro, Passwörter stehen im Notizbuch und Ansprechpartner sind im Handy gespeichert. Ohne Zugriff können Angehörige und Mitarbeitende nicht in den bestehenden Strukturen weiterarbeiten. Kunden werden im Zweifel nicht informiert. Projekte stoppen, aber Kosten und Gehälter laufen weiter.

Mit Prioco soll die betriebliche Notfallvorsorge selbstverständlich werden. Sie soll kein großes Projekt sein, das Selbstständige und Unternehmer zusätzlich vorantreiben müssen, sondern etwas, das sich Schritt für Schritt erledigen lässt. Wer so vorsorgt, übernimmt Verantwortung für seinen Betrieb, die Mitarbeitenden und die Familie.

Viele Unternehmer beschäftigen sich intensiv mit Wachstum, Finanzierung und strategischer Planung, aber deutlich weniger mit ihrer eigenen möglichen Geschäftsunfähigkeit. Warum wird die betriebliche Notfallvorsorge deiner Einschätzung nach häufig unterschätzt und welche Folgen kann das haben?

Ich verstehe, dass dieses Thema eher hinten angestellt wird, weil es nicht dringend wirkt. Dabei wird unterschätzt, dass ein Ausfall nicht immer ein Todesfall sein muss. Er kann auch eine vorübergehende Handlungsunfähigkeit sein, die deutliche Folgen für den Betrieb haben kann.

Eine vorübergehende Abwesenheit ist organisatorisch oft sogar schwieriger zu bewältigen als ein Todesfall. Bei einem Todesfall ist meist klar, ob der Betrieb auf eine Nachfolge übergeht oder abgewickelt wird. Bei einer zeitweisen Handlungsunfähigkeit fehlen dagegen Informationen zum Betrieb, rechtliche Regelungen und entsprechende Zugänge. Das kann eine große Belastung für alle Beteiligten sein. Denn nach einer Genesung soll der Betrieb noch vorhanden sein, damit eine Rückkehr möglich ist. Das können Angehörige und Mitarbeitende ohne entsprechende Vorbereitung kaum gewährleisten, gerade weil sie ohnehin schon emotional belastet sind. Deshalb sollte sich jeder Unternehmer, der sein Lebenswerk schützen möchte, frühzeitig mit der Notfallvorsorge auseinandersetzen.

Das Herzstück von Prioco ist ein verschlüsselter digitaler Tresor. Wie funktioniert eure Lösung konkret und wie können Unternehmen sicherstellen, dass im Ernstfall die richtigen Personen auf notwendige Informationen zugreifen können?

Prioco denkt den ganzen Prozess mit, von der Vorbereitung bis zum Zugriff. Mit dem digitalen Tresor von Prioco erstellen Selbstständige und Unternehmer ihre Notfallvorsorge strukturiert, bewahren sie verschlüsselt auf und regeln, wer im Ernstfall darauf zugreift.

Natürlich beginnt es mit der Erstellung der Vorsorge. Im digitalen Tresor von Prioco halten Betriebsinhaber fest, was ihre Vertrauenspersonen im Ernstfall wissen müssen, etwa was zu tun ist, wer informiert werden muss oder wer bei Fragen weiterhelfen kann. Dann stellt sich immer die Frage, wo diese Vorbereitung aufbewahrt wird. Im Tresor liegt sie digital und in verschlüsselter Form vor und ist von überall erreichbar, von zuhause, im Büro, im Urlaub oder im Krankenhaus.

Die beste Notfallvorsorge bringt aber nichts, wenn im Ernstfall keine Vertrauensperson darauf zugreifen kann. Deshalb legt der Inhaber schon beim Befüllen des digitalen Tresors fest, wer wann auf welche Inhalte Zugriff erhält. Manche Vertrauenspersonen haben von Beginn an Zugriff und helfen beim Befüllen des Tresors. Andere stellen im Ernstfall eine Zugriffsanfrage. Der Inhaber wird darüber benachrichtigt und kann sie annehmen oder ablehnen. Reagiert er nicht, geht der Tresor von einer Handlungsunfähigkeit aus und gibt die Vorbereitungen für die vorher bestimmten Vertrauenspersonen frei.

Gerade bei der Speicherung sensibler Unternehmensdaten spielen Datenschutz, Verschlüsselung und Vertrauen eine entscheidende Rolle. Welche technischen und organisatorischen Sicherheitsmaßnahmen setzt Prioco ein und wie schützt ihr die hinterlegten Informationen vor unberechtigtem Zugriff?

Prioco schützt Daten auf zwei Ebenen. Zum einen sichert die Transportverschlüsselung die Verbindung zwischen Browser und Server, die ausschließlich über aktuelle TLS-Standards läuft. Zum anderen geht Prioco mit der Inhaltsverschlüsselung weiter und verschlüsselt zusätzlich jeden einzelnen Eintrag im Tresor. Dabei erhält jedes Dokument, jeder Kontakt, jede Notiz und jeder Zugang einen eigenen Schlüssel. Die Daten sind allein für den Inhaber und seine Vertrauenspersonen lesbar. Prioco kann keine Inhalte im jeweiligen Tresor einsehen. Zudem stehen unsere Server in Deutschland.

Prioco richtet sich an Selbstständige und Unternehmer. Welche Zielgruppen möchtest du zunächst erreichen und wie unterscheiden sich die Anforderungen von Einzelunternehmern, Startups und etablierten mittelständischen Betrieben?

Wir sprechen zunächst Selbstständige und Unternehmer an, an denen Kunden, Mitarbeitende und Kosten hängen. Bei ihnen läuft das gesamte Wissen in einer Person zusammen. Fällt sie aus, gerät der Betrieb ins Stocken. In vielen Fällen sind das Einzelunternehmer oder Inhaber von Betrieben mit bis zu 30 Mitarbeitenden, die schon eine Weile am Markt sind und noch keine großen Strukturen und keine Vertretung aufgebaut haben.

Die Anforderungen an eine Notfallvorsorge unterscheiden sich je nach Art des Unternehmens. Grundsätzlich ist das Thema auch bei Start-ups und bei etablierten mittelständischen Betrieben relevant. Gerade bei frühphasigen Start-ups steht es aber eher hinten an, weil dort zunächst Produkt und Finanzierung im Vordergrund stehen. Entscheidend ist bei allen Unternehmensformen, welche Strukturen es gibt, etwa mehrere Geschäftsführer oder eine geregelte Vertretung. Bisher sehen wir die größte Lücke dort, wo alles bei einer Person zusammenläuft.

Für die betriebliche Notfallvorsorge gibt es bereits klassische Lösungen wie Notfallordner, Vollmachten oder anwaltliche Regelungen. Wie ergänzt Prioco diese bestehenden Instrumente und was unterscheidet euren digitalen Ansatz von anderen Angeboten auf dem Markt?

Eine Vollmacht ist weiterhin erforderlich und regelt, wer handeln darf. Aber nur weil eine Vertrauensperson eine Vollmacht hat, weiß sie noch nicht, wie sie im Ernstfall vorgehen muss und wo die nötigen Informationen liegen. Deshalb ergänzt der digitale Tresor von Prioco die Vollmacht um das Wissen zum Betrieb.

Das geht grundsätzlich auch mit dem klassischen Ordner. Der wird aber meist nur angeschafft, ins Regal gestellt und nie ausgefüllt, weil die Hürde zu groß ist, sich durch all diese Seiten zu kämpfen. Bei Prioco ist der Prozess deutlich handhabbarer, da sich die einzelnen Tresorfächer in beliebiger Reihenfolge befüllen lassen und man jederzeit zwischen ihnen wechseln kann. Außerdem kann ein Ordner durch Einbruch, Feuer oder Wasserschaden verloren gehen oder in falsche Hände geraten. Tritt der Notfall ein, ist zudem nicht klar, wie man an den Ordner kommt.

Mit Prioco geht es um mehr als das Speichern von Zugängen. Ein Passwort allein nützt wenig, wenn nicht klar ist, was dahintersteckt. Deshalb halten Unternehmer im Tresor auch Wissen zum Betrieb fest, zum Beispiel zu Verträgen, Steuern und wichtigen Ansprechpartnern. So bekommen Vertrauenspersonen einen Überblick, was vorhanden ist, wer informiert werden muss und wer bei Fragen weiterhelfen kann.

Du hast einen Master in Entrepreneurship an der WHU absolviert und deine Geschäftsidee im Rahmen von Gründungsstipendien wie EXIST-Women weiterentwickelt. Welche Bedeutung hatten diese Erfahrungen für deinen Weg und welche Unterstützung war beim Aufbau von Prioco besonders wertvoll?

Für mich war immer klar, dass ich selbst ein Unternehmen gründen möchte. Der Master in Entrepreneurship an der WHU – Otto Beisheim School of Management war sehr praxisnah und eine gute Vorbereitung auf die Gründung. Wir haben viele Gastvorträge von Gründerinnen und Gründern gehört und bei Besuchen in Berlin und London Start-ups und Investoren kennengelernt. Daraus sind wertvolle Kontakte entstanden, die mich bis heute unterstützen.

Direkt im Anschluss an den Master habe ich das EXIST-Women-Stipendium bekommen. Es hat mir die Zeit und finanzielle Unterstützung gegeben, um mich intensiv mit meinem Gründungsthema auseinanderzusetzen. Dabei habe ich viele Interviews geführt und den Markt analysiert, um das Problem zu verstehen und dafür eine konkrete Lösung zu entwickeln. Besonders hilfreich war außerdem der wöchentliche Austausch mit den anderen Stipendiatinnen. Währenddessen habe ich mich um die Anschlussfinanzierung gekümmert, etwa das Gründungsstipendium.NRW und den Go-to-Market Gutschein NRW. So konnte ich nahtlos weitermachen und zügig die Prioco GmbH gründen.

Beide Erfahrungen waren für die Gründung entscheidend. Der Master hat mich auf die Gründung vorbereitet. Das Stipendium hat mir die Zeit gegeben, diese umzusetzen.

Mit dem aktuellen Markteintritt beginnt für Prioco eine entscheidende Phase. Welche Herausforderungen musstest du bei der Produktentwicklung bewältigen, wie möchtest du erste Kunden gewinnen und auf welchem Geschäftsmodell basiert eure Lösung?

Bei der Produktentwicklung ging es vor allem darum, gut zuzuhören. Das ist keine Herausforderung im engeren Sinne, aber enorm zeitintensiv. Nach jedem Gespräch stellt sich die Frage, was das konkret für das Produkt bedeutet. Mir war wichtig, nicht am Markt vorbei zu entwickeln, sondern zu verstehen, was gebraucht wird. Deshalb habe ich nicht nur mit der Zielgruppe gesprochen, sondern auch mit anderen Stakeholdern wie Beratern, Steuerberatern, Rechtsanwälten und Kammern. So wurde deutlich, an welchen Punkten das Thema vorkommt und wie man hier gut vorgeht.

Mit dem Markteintritt möchten wir zunächst Betriebe gewinnen, die noch keine Stellvertreter-Ebenen haben. Wie wir diese Betriebe am besten erreichen, testen wir gerade auf verschiedenen Wegen. Ideen haben wir viele, aber ob sie tragen, zeigt sich erst, wenn man am Markt ist.

Der digitale Tresor für die betriebliche Notfallvorsorge basiert auf einem Abo-Modell als Software-as-a-Service. Der größte Mehrwert des digitalen Tresors liegt darin, dass die Inhalte verschlüsselt aufbewahrt werden und der Zugriff im Notfall geregelt ist. Das muss dauerhaft verlässlich funktionieren, deshalb gibt es Prioco im Abo.

Der Anteil von Gründerinnen in Deutschland ist weiterhin vergleichsweise gering. Welche Erfahrungen hast du selbst als Gründerin gemacht, welche Hürden siehst du für Frauen auf dem Weg in die Selbstständigkeit und was müsste sich aus deiner Sicht im Startup-Ökosystem verändern?

Auch in meinem sehr gründungsaffinen Umfeld treffe ich kaum Gründerinnen. Schon im Master in Entrepreneurship war das so und es zieht sich bis heute durch. In meinem Start-up-Coworking-Space sitzen fast nur Männer. Das ist schade, denn ich sehe, dass viele Frauen selbstständig sind.

Meine persönliche Beobachtung ist, dass man Frauen häufig eher zu einer Selbstständigkeit oder einer kleineren Gründung rät. Bei Männern erlebe ich dagegen oft, dass sie ermutigt werden, ein Start-up aufzuziehen und größer zu denken. Deswegen sind Angebote für Gründerinnen wichtig, entscheidend ist aber auch die Botschaft dahinter. Aus meiner Sicht sollten Frauen nicht nur auf dem Weg in die Selbstständigkeit begleitet werden, sondern auch auf dem Weg, ein skalierbares Unternehmen aufzubauen.

Der Weg von einer ersten Geschäftsidee bis zum eigenen Unternehmen ist häufig mit Unsicherheiten und schwierigen Entscheidungen verbunden. Welche persönlichen und unternehmerischen Herausforderungen haben dich bei der Gründung von Prioco besonders geprägt und welche Erkenntnisse möchtest du anderen Gründerinnen mitgeben?

Eine Gründung bringt tatsächlich viel Ungewissheit und schwierige Entscheidungen mit sich. Gleichzeitig lernt man in dieser Zeit sehr viel und wächst mit den Herausforderungen. Man merkt aber schnell, dass immer schon die nächste Herausforderung wartet. Deshalb braucht man vor allem Ausdauer.

Dazu möchte ich anderen Gründerinnen mitgeben, dass nicht das Gründen selbst im Vordergrund stehen sollte, sondern ein Problem, das man gerne lösen würde. Denn um sich so lange mit einem Thema auseinanderzusetzen und sich einzuarbeiten, braucht man eine Menge Durchhaltevermögen. Das gelingt eher bei einem Thema, bei dem man merkt, dass man selbst einen Mehrwert schaffen kann. Bei mir war es so, dass das Thema mich gefunden hat und nicht andersherum. Seitdem treibt mich an, dass sich mehr Selbstständige und Unternehmer auf eine Geschäftsunfähigkeit vorbereiten.

Wenn du fünf Jahre in die Zukunft blickst: Welche Ziele verfolgst du mit Prioco, wie möchtest du das Unternehmen weiterentwickeln und welchen Beitrag soll eure Lösung langfristig zur Sicherheit und Handlungsfähigkeit von Unternehmen leisten?

In fünf Jahren soll Prioco die erste Adresse für Selbstständige und Unternehmer sein, wenn es um betriebliche Notfallvorsorge geht. Langfristig möchten wir zur Sicherheit und Handlungsfähigkeit von Unternehmen beitragen, indem im Ernstfall alle wichtigen Informationen, Zuständigkeiten und Zugänge vorliegen. So können Vertrauenspersonen den Betrieb vorübergehend weiterführen oder abwickeln. Das kann auch Angehörige und Mitarbeitende entlasten, die einspringen. Außerdem lässt sich das Thema gut weiterdenken, etwa in Richtung Nachfolge. Ich sehe hier noch viele Möglichkeiten, Prioco weiterzuentwickeln und dabei möglichst umfassend auf die unternehmerischen Bedürfnisse einzugehen.

Fotograf Michael Lübke

Wir bedanken uns bei Clara Charpey für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Echte mexikanische Küche: Wie Señor López in der Höhle der Löwen den Geschmack seiner Heimat teilt

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Señor López: Die Höhle der Löwen und Salsa Macha Mathyas López Redetzki Foto: RTL

Señor López bringt authentische mexikanische Spezialitäten wie Salsa Macha nach Deutschland. Am 12. Oktober 2026 tritt Gründer Mathyas López mit seinem Startup im Battle in der Höhle der Löwen an und präsentiert seine Geschäftsidee vor den Investoren. Im Interview spricht er über seine Gründungsgeschichte, die Besonderheiten der mexikanischen Küche und seine Wachstumspläne.

Wie ist die Idee zu Señor López entstanden, wer steht hinter dem Startup und welcher Moment hat euch zur Gründung inspiriert?

Hinter Señor López stehe ich, Mathyas López. Ich bin in Mexiko geboren und aufgewachsen. Als ich vor rund 20 Jahren nach Deutschland zog, habe ich schnell gemerkt, dass es im deutschen Handel fast nur Tex-Mex-Produkte gab und mir die Produkte, die Wärme, Authentizität und Geschmacksvielfalt meiner Heimat fehlten. Bei jedem Besuch in Mexiko packte ich meinen Koffer voll mit Essen wie Maistortillas oder Salsa Macha. Das ist eine traditionelle Sauce aus gerösteten Chilis, Erdnüssen und Sesam, die bei uns zu Hause schon immer die absolute Lieblingssauce war. Der entscheidende Moment zur Gründung war, dass ich meine Leidenschaft nicht mehr nur im Koffer aus dem Urlaub mitbringen, sondern diesen echten Geschmack als eigene Marke nach Deutschland holen wollte. So ist Señor López entstanden.

In welcher Branche seid ihr tätig und was zeichnet das Geschäftsmodell von Señor López aus?

Wir sind in der Lebensmittelbranche zu Hause. Das Geschäftsmodell von Señor López basiert auf der Entwicklung, dem Import und dem Vertrieb von authentischen mexikanischen Lebensmitteln. Wir verbinden kulturelle Authentizität mit einer modernen Markenführung und stehen auf drei starken Säulen: dem Lebensmitteleinzelhandel, der Gastronomie und unserem eigenen Online-Shop für Endkund:innen. Schon heute nutzen viele Restaurants unsere Produkte wie Tortillas, Chilis oder Saucen. Wer in Deutschland schon einmal richtig gut mexikanisch essen war, hat vielleicht, ohne es zu wissen schon unsere Produkte probiert. Mit dem Startup bringen wir genau diese Restaurant-Qualität jetzt ganz unkompliziert zu allen Menschen nach Hause.

Welches konkrete Problem löst ihr und welche Marktlücke habt ihr damit geschlossen?

Viele Menschen in Deutschland kennen und lieben die Tex-Mex-Küche mit ihren Klassikern wie Weizentortillas oder scharfen Tomaten-Dips. Was bisher allerdings gefehlt hat, ist die echte, traditionelle Küche direkt aus Mexiko. Genau da setzen wir an und schließen die Lücke zwischen bekannter Tex-Mex-Kultur und echter mexikanischer Gastronomie: Wir bringen Produkte auf den Markt, die Mexikanerinnen und Mexikaner von zu Hause kennen, aber auch moderne Interpretationen. Dazu gehören authentische Maistortillas, getrocknete Chilisorten wie Guajillo, Ancho oder Chipotle und echte Spezialitäten wie die Salsa Macha. Um allen den Einstieg leicht zu machen, bieten wir außerdem unkomplizierte Gewürzmischungen an, mit denen man auch ohne Vorkenntnisse direkt beliebte Klassiker kochen oder würzen kann.

Gleichzeitig greifen wir den weltweiten Trend rund um „Chili Crunch“ auf. Für uns ist Salsa Macha aber kein kurzlebiger Hype, sondern seit Generationen ein fester Bestandteil unserer Kochkultur. Sie verbindet echte Tradition mit absoluter Vielseitigkeit: Hergestellt aus gerösteten Chilis, Erdnüssen, Sesam und Öl ist unsere Salsa Macha ein genialer Allrounder – egal ob auf Tacos, Pizza, Pasta, Bowls oder einfach als knuspriges Topping auf dem Brot.

Warum habt ihr euch für die Teilnahme an der Höhle der Löwen entschieden und welche Aspekte standen dabei im Vordergrund?

Die Höhle der Löwen ist einfach die perfekte Bühne, um einem Millionenpublikum zu zeigen, wie vielfältig und lecker die mexikanische Küche ist. Im Vordergrund stand für mich vor allem die riesige Reichweite, um Señor López bekannt zu machen, und natürlich dadurch der direkte Zugang zu erfahrenen Handelspartnern, damit unsere Produkte schnell in die Supermarktregale kommen. Außerdem ist es für mich extrem wertvoll, das Konzept vor so erfolgreichen Investoren zu präsentieren und direktes Feedback von echten Branchenprofis zu bekommen.

Wer war von Anfang an euer absoluter Wunschlöwe in der Höhle der Löwen und warum passt dieser Investor perfekt zu eurer Vision?

Mein absoluter Wunschlöwe war von Anfang an Ralf Dümmel. Er und sein Team sind absolute Profis, wenn es darum geht, Produkte flächendeckend im Handel zu platzieren, die Logistik aufzubauen und eine Marke im Regal richtig sichtbar zu machen. Mit seiner Handelsexpertsie an der Seite ist er genau der richtige Partner, um Startups deutschlandweit groß zu machen.

Welche Form der Unterstützung durch die Investoren in der Höhle der Löwen erhofft ihr euch neben dem Kapital am meisten?

Mir geht es neben dem Kapital vor allem um Know-how, den Zugang zu Listungen im Lebensmitteleinzelhandel und Unterstützung bei der Skalierung. Ein starkes Netzwerk im Handel ist einfach unbezahlbar, wenn man eine Marke langfristig im Supermarkt etablieren will.

Welche nächsten Schritte sind nach eurem Auftritt in der Höhle der Löwen geplant und gibt es konkrete Pläne für Wachstum, Skalierung oder neue Entwicklungen?

Nach der Ausstrahlung konzentrieren wir uns voll darauf, unsere Präsenz im Supermarkt und in der Gastronomie weiter auszubauen. Parallel entwickeln wir bereits neue Sortimentsbausteine rund um mexikanische Spezialitäten. Unser Ziel ist klar: Señor López soll Schritt für Schritt die Anlaufstelle Nummer eins für die mexikanische Küche im deutschsprachigen Raum werden.

Welche Erfahrungen und Erkenntnisse haben sich auf eurem bisherigen Gründerweg als besonders wertvoll erwiesen?

Ein Startup zu gründen ist wie eine Achterbahnfahrt, manchmal geht es steil bergauf, manchmal genauso schnell wieder bergab. Für mich war die wichtigste Erkenntnis, zu lernen, wie man diese unterschiedlichen Phasen am besten navigiert, ohne den Fokus zu verlieren.

Enorm geholfen hat mir dabei der ehrliche Austausch mit anderen Gründerinnen und Gründern in der Food-Branche. Am Ende stehen wir alle vor ganz ähnlichen Herausforderungen. Wenn man Erfahrungen teilt und sich gegenseitig unterstützt, macht das den ganzen Weg so viel leichter und schöner.

Welche Ratschläge lassen sich aus diesen Erfahrungen leiten, die für andere Gründerinnen und Gründer hilfreich sein könnten?

Brennt für eure Idee und bleibt eurer Identität treu. Unterschätzt niemals, wie komplex Lieferketten im Food-Bereich sein können, und holt euch so früh wie möglich echtes Feedback von eurer Zielgruppe. Und ganz wichtig: Lasst euch von Rückschlägen nicht aus der Bahn werfen, sondern seht sie als wertvolle Lernkurve.

Was unterscheidet die Produkte von Señor López im Supermarktregal oder im Online-Shop optisch und inhaltlich von der Konkurrenz?

Optisch sticht Señor López durch ein modernes, buntes Design hervor, das die Lebensfreude und Kultur Mexikos transportiert, ohne dabei in alte Klischees zu verfallen. Im Regal fällt das sofort auf und macht richtig Lust aufs Kochen.

Inhaltlich stecke ich mein ganzes Herzblut und meine Erfahrung als Koch und Kochbuchautor in die Produkte. Durch meine Kurse und Kochbuch zeige ich seit Jahren, wie einfach und vielfältig die echte mexikanische Küche ist. Genau dieses Wissen fließt in jede einzelne Rezeptur ein. Señor López ist für mich ein absolutes Herzensprojekt, das die Geschichte meiner Heimat erzählt und genau diese Begeisterung schmeckt man bei jedem Biss.

Sehen Sie Señor López am 12. Oktober 2026 in der Höhle der Löwen

Bild Mathyas López Redetzki Foto: RTL

Wir bedanken uns bei Mathyas López für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Hyaluron-Korrektur für zu Hause: Wie HyEx in der Höhle der Löwen neue Maßstäbe setzt

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HyEx: Die Höhle der Löwen trifft auf Kosmetik Bild Leonie Steinhauer und Ines Frey (v.li.) Foto: RTL

Das Startup HyEx präsentiert am 12. Oktober 2026 in der Höhle der Löwen eine neue Kosmetik-Innovation für den Beauty-Markt. Im Interview erklärt die Gründerin, wie die Produktidee entstanden ist, warum Ralf Dümmel ihr Wunschinvestor ist und welche Wachstumspläne sie verfolgt.

Wie ist die Idee zu HyEx entstanden, wer steht hinter dem Startup und welcher Moment hat euch zur Gründung inspiriert?

Hinter HyEx stehe ich als erfahrene Beauty-Expertin und Unternehmerin. Ich bin bereits seit vielen Jahren in der Kosmetikbranche tätig und habe mit JIVALA eine eigene Beauty-Marke mit verschiedenen Produkten im Markt.

Ich entwickle bewusst nicht einfach klassische Kosmetikprodukte. Mein Fokus liegt auf Nischentrends, innovativen Wirkstoffen und neuen Entwicklungen, bei denen ich frühzeitig Potenzial und einen konkreten Bedarf im Markt erkenne. Dabei beobachte ich Trends nicht nur, sondern überlege, wie sich neue Wirkstoffe und innovative Ansätze in ein Produkt übersetzen lassen, das einen echten Mehrwert bietet. Genau aus dieser Verbindung von Trend, Wirkstoffinnovation und konkretem Kundenbedürfnis entstehen meine Produktideen.

Die Idee zu HyEx entstand aus der Beobachtung, dass es immer mehr ästhetische Hyaluronbehandlungen gibt, gleichzeitig aber auch Menschen, die mit dem Ergebnis einer Behandlung unzufrieden sind und einen weiteren Besuch beim Arzt nicht möchten. Genau an diesem Punkt habe ich eine Marktlücke gesehen und begonnen, HyEx als Kosmetikprodukt zu entwickeln.

In welcher Branche seid ihr tätig und was zeichnet das Geschäftsmodell von HyEx aus?

Ich bin in der Beauty- und Kosmetikbranche tätig und habe mit JIVALA bereits eine eigene Kosmetikmarke im Unternehmen aufgebaut- www.jivala-shop.de.

Mein Ansatz ist dabei bewusst nicht, möglichst viele Produkte auf den Markt zu bringen. Ich entwickle gezielt Nischenprodukte, bei denen ich davon überzeugt bin, dass ein konkreter Bedarf besteht und eine echte Marktlücke vorhanden ist.

HyEx ist genau so ein Produkt: keine neue komplette Kosmetikmarke, sondern eine eigenständige Innovation, die auf bestehender Beauty-Erfahrung, Produktentwicklung und vorhandenen Strukturen aufbaut.

Welches konkrete Problem löst ihr mit HyEx und welche Marktlücke habt ihr damit geschlossen?

Hyaluronbehandlungen gehören heute zu den etablierten ästhetischen Anwendungen. Gleichzeitig gibt es Verbraucherinnen und Verbraucher, die mit dem Ergebnis einer Behandlung nicht zufrieden sind oder eine Korrektur wünschen.

Die bestehenden Möglichkeiten zur Korrektur finden in der Regel im professionellen beziehungsweise medizinischen Umfeld statt. Genau hier haben wir eine Marktlücke gesehen: Es fehlt bislang an einer einfach verständlichen, kosmetisch positionierten Lösung, die sich gezielt mit diesem Bedürfnis auseinandersetzt.

HyEx soll diese Lücke besetzen. Entscheidend ist für uns dabei eine seriöse Abgrenzung: Wir wollten weder medizinische Behandlungen ersetzen noch Heilversprechen machen, sondern ein neuartiges, kosmetisches Produkt für einen sehr konkreten Anwendungsbereich, ein konkretes Problem entwickeln für die einfache Anwendung zu Hause.

Warum habt ihr euch für die Teilnahme an der Höhle der Löwen entschieden und welche Aspekte standen dabei im Vordergrund?

Für uns ist Die Höhle der Löwen eine besondere Möglichkeit, ein erklärungsbedürftiges und neuartiges Produkt sehr schnell einer großen Öffentlichkeit verständlich zu machen.

Bei HyEx geht es nicht nur darum, ein weiteres Kosmetikprodukt bekannt zu machen, sondern zunächst überhaupt das Bewusstsein für eine neue Produktkategorie zu schaffen. Dafür ist die Reichweite der Sendung außerordentlich wertvoll.

Gleichzeitig interessieren uns das Netzwerk und die Einschätzung der Löwinnen und Löwen. Wir verfügen selbst über Erfahrung im Kosmetikmarkt. Ein starker strategischer Partner könnte uns jedoch insbesondere beim schnellen Markenaufbau, im Handel und bei der Skalierung zusätzliche Türen öffnen.

Wer war von Anfang an euer absoluter Wunschlöwe in der Höhle der Löwen und warum passt dieser Investor perfekt zu eurer Vision?

Unser absoluter Wunschlöwe war von Anfang an Ralf Dümmel. Für HyEx ist nicht nur die Produktidee entscheidend, sondern vor allem die Frage, wie wir ein neuartiges und erklärungsbedürftiges Beautyprodukt schnell und erfolgreich in den Markt bringen.

Ralf Dümmel bringt genau die Erfahrung mit, die für uns besonders wertvoll ist: Vertrieb, Handel, Produktplatzierung und die Skalierung von Konsumgütern. Ich selbst bringe meine langjährige Erfahrung als Beauty-Expertin sowie in der Entwicklung und Vermarktung eigener Kosmetikprodukte mit. Die Kombination aus meiner Produkt- und Beautykompetenz und seiner Vertriebs- und Handelserfahrung wäre für HyEx deshalb besonders spannend.

Welche Form der Unterstützung durch die Investoren in der Höhle der Löwen erhofft ihr euch neben dem Kapital am meisten?

Für uns steht neben dem Kapital ganz klar die Vertriebs- und Handelsexpertise im Vordergrund. HyEx ist ein innovatives Produkt, bei dem eine starke Platzierung und eine verständliche Kommunikation entscheidend für den Markterfolg sind.

Von einem Investor wünschen wir uns vor allem Unterstützung dabei, HyEx möglichst schnell in relevante Vertriebskanäle zu bringen, den Handel zu erschließen und die Bekanntheit des Produktes aufzubauen. Denn ein Produkt kann durchaus in „Schönheit“ sterben, wenn es keiner kennt.

Gerade deshalb war Ralf Dümmel für uns von Anfang an besonders als Löwe interessant.

Welche nächsten Schritte sind nach eurem Auftritt in der Höhle der Löwen geplant und gibt es konkrete Pläne für Wachstum, Skalierung oder neue Entwicklungen?

Unser nächster Schwerpunkt ist die Markteinführung und Skalierung von HyEx. Dazu gehören der Ausbau des Online-Vertriebs, eine gezielte Verbraucherkommunikation sowie perspektivisch weitere geeignete Vertriebskanäle.

Gleichzeitig bleiben wir unserer bisherigen Strategie treu: Wir möchten nicht einfach eine große Produktlinie um HyEx herum entwickeln, nur um möglichst viele Artikel anbieten zu können. HyEx soll deshalb zunächst als eigenständige Innovation erfolgreich im Markt etabliert werden. Step by Step und dann langsam die Produktlinie ausbauen.

Welche Erfahrungen und Erkenntnisse haben sich auf eurem bisherigen Gründerweg als besonders wertvoll erwiesen?

Eine der wichtigsten Erkenntnisse ist, dass Innovation nicht zwangsläufig bedeutet, etwas möglichst Kompliziertes zu entwickeln. Häufig entstehen die interessantesten Geschäftsideen dort, wo Verbraucher ein sehr konkretes Problem haben, für das es noch keine zufriedenstellende oder einfach zugängliche Lösung gibt.

Ebenso wichtig ist für uns, Produkte konsequent aus Sicht der Anwender zu betrachten. Ein Produkt muss nicht nur innovativ sein – es muss verständlich, praktikabel und relevant sein.

Unsere Erfahrung in der Kosmetikbranche hilft uns dabei enorm, weil wir Produktentwicklung, Vermarktung und Kundenbedürfnisse nicht isoliert voneinander betrachten.

Welche Ratschläge lassen sich aus diesen Erfahrungen leiten, die für andere Gründerinnen und Gründer hilfreich sein könnten?

Nicht jedes neue Produkt braucht einen riesigen Markt – aber jedes gute Produkt braucht ein echtes Problem, das es löst.

Unser Rat wäre deshalb: Nicht zuerst überlegen, welches Produkt man verkaufen möchte, sondern beobachten, wo Menschen unzufrieden sind, welche Lösungen fehlen und welche Bedürfnisse bislang nicht ausreichend bedient werden.

Und man sollte sich nicht davon abschrecken lassen, wenn eine Idee zunächst ungewöhnlich klingt. Gerade in Nischen können sehr interessante Märkte entstehen. Entscheidend ist, die Idee kritisch zu prüfen, konsequent weiterzuentwickeln und dabei immer nah am tatsächlichen Bedarf der Kunden zu bleiben.

Was unterscheidet HyEx im Supermarktregal oder im Online-Shop optisch und inhaltlich von der Konkurrenz?

HyEx unterscheidet sich bereits dadurch, dass es sich nicht um ein klassisches Beautyprodukt wie ein weiteres Serum oder eine weitere Creme handelt. Das Produkt steht für einen sehr konkreten Anwendungszweck und besetzt damit eine eigenständige Nische.

Auch optisch soll diese Besonderheit deutlich werden: hochwertig, klar, modern und vertrauenswürdig. Bei einem erklärungsbedürftigen Produkt ist uns besonders wichtig, dass Verpackung und Kommunikation nicht überladen wirken, sondern unmittelbar vermitteln, wofür das Produkt steht.

Inhaltlich liegt die größte Differenzierung darin, dass HyEx ein Problem adressiert, das klassische Hautpflegeprodukte bislang nicht gezielt aufgreifen, viele Verbraucher das Problem aber haben.

Wie bereitet ihr eure Lieferkette und euren Online-Shop auf den enormen Nachfrage-Ansturm am Abend der Ausstrahlung von Die Höhle der Löwen vor?

Hier profitieren wir davon, dass wir kein Unternehmen sind, das erst für Die Höhle der Löwen gegründet wurde. Als bestehender Kosmetikhersteller verfügen wir bereits über Erfahrung mit Beschaffung, Produktion, Lagerhaltung und Online-Vertrieb.

Für die Ausstrahlung planen wir entsprechende Produktions- und Lagerbestände sowie ausreichend Verpackungs- und Versandkapazitäten ein. Gleichzeitig wird der Online-Shop technisch auf deutlich erhöhte Zugriffszahlen vorbereitet.

Unser Ziel ist, nicht nur den kurzfristigen Nachfrageansturm am Abend der Sendung bewältigen zu können, sondern aus der dadurch entstehenden Aufmerksamkeit langfristige Kundenbeziehungen aufzubauen.

Sehen Sie HyEx am 12. Oktober 2026 in der Höhle der Löwen

Bild Leonie Steinhauer und Ines Frey (v.li.) Foto: RTL

Wir bedanken uns bei Ines Frey für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Brain-Shots statt Kapseln: Wie FoodFor bei „Die Höhle der Löwen“ den Fokus im Alltag revolutioniert

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FoodFor: Die Höhle der Löwen und Brain Shots Bild Gründer-Team Raphael Thurn und Taxis, Franziska Kuenburg und Dr. Teresa Cramer (v.li.) Foto: RTL

FoodFor präsentiert seine Brain Shots am 12. Oktober 2026 in der Höhle der Löwen. Im Interview erklären die Gründer, wie sie ihre funktionalen Nahrungsergänzungsmittel entwickelt haben, welche Wachstumspläne sie verfolgen und was sie sich von den Investoren erhoffen.

Wie ist die Idee zu FoodFor entstanden, wer steht hinter dem Startup und welcher Moment hat euch zur Gründung inspiriert?

Hinter FoodFor stehen wir drei: Dr. Teresa Cramer, Neurowissenschaftlerin, Raphael Thurn und Taxis mit Hintergrund in der Lebensmittelindustrie und Franziska Kuenburg, mit Erfahrung im M&A und Strategie Beratung.

Die Idee entstand aus einer einfachen Beobachtung: Unser Kopf ist jeden Tag im Dauereinsatz – wir müssen uns konzentrieren, Entscheidungen treffen, kreativ sein, mit Stress umgehen und abends idealerweise auch wieder abschalten. Trotzdem gab es für uns kaum einfache Lösungen, die sich genau dann in den Alltag integrieren lassen, wenn man sie möchte. Statt verschiedenen Pillen, komplizierten Routinen und zuckerhaltigen Getränken wollten wir eine einfache, wissenschaftlich entwickelte Lösung schaffen. Daraus ist FoodFor entstanden.

In welcher Branche seid ihr tätig und was zeichnet das Geschäftsmodell von FoodFor aus?

FoodFor ist ein Nahrungsergänzungsmittel und bewegt sich an der Schnittstelle zwischen klassischen Nahrungsergänzungsmitteln und funktionalen Getränkelösungen. Der Vorteil: Dosis und Funktion der Nahrungsergänzung treffen auf Convenience und Alltagstauglichkeit von Getränken. Wir entwickeln wissenschaftlich formulierte 60ml Brain-Shots für vier unterschiedliche Momente im Alltag.

Unser Ansatz ist dabei vor allem eines: einfach. Keine zehn verschiedenen Pillen oder Pulver, keine komplizierte tägliche Routine und keine ungesunden Getränke wo die Wirkung meist durch Zucker oder viel Koffein ausgelöst wird, sondern ein trinkfertiger Shot, der sich unkompliziert in den Alltag integrieren lässt.

Wir vertreiben FoodFor direkt über unseren Online-Shop und erschliessen aktuell insbesondere unsere Präsenz im stationären Handel bei Budni und Edeka in Deutschland aus.

Welches konkrete Problem löst ihr und welche Marktlücke habt ihr damit geschlossen?

Wir verlangen unserem Kopf jeden Tag unglaublich viel ab. Gleichzeitig sind bestehende Lösungen häufig entweder klassische Energy Drinks oder komplizierte Supplement-Routinen mit verschiedenen Kapseln und Pulvern.

Genau diese Lücke wollten wir schließen: hochwertige, wissenschaftlich entwickelte Nährstoffkombinationen in einem einfachen, alltagstauglichen Format. Unsere vier Brain Shots kombinieren gezielt ausgewählte Vitamine, Mineralstoffe, Aminosäuren und Pflanzenextrakte und sind jeweils für unterschiedliche Momente im Alltag konzipiert: THINKING für Momente, in denen intensive Kopfarbeit gefragt ist, BOOST für tägliche Energie, EUPHORIA für Momente der emotionalen Balance und CALM für die Abendroutine.

Statt sich erstmal das Wissen anzueignen und jeden Tag durch verschiedene Pillen, Pulver und komplizierte Routinen zu arbeiten, gibt es bei FoodFor einen durchdachten, ready-to-drink Shot für den jeweiligen Moment – man nimmt ihn einfach dann wenn man ihn braucht.

Unser Anspruch: Menschen das Leben einfacher zu machen!

Warum habt ihr euch für die Teilnahme an Die Höhle der Löwen entschieden und welche Aspekte standen dabei im Vordergrund?

FoodFor ist ein neues Produktkonzept, das nicht unbedingt auf den ersten Blick selbsterklärend ist. Die Höhle der Löwen bietet natürlich eine einmalige Möglichkeit zu erklären, was hinter unseren Brain Shots steckt und warum wir FoodFor gegründet haben.

Gleichzeitig war es für uns unglaublich spannend, unser Konzept vor fünf sehr erfahrenen Unternehmerinnen und Unternehmern zu präsentieren und ihr direktes Feedback zu bekommen.

Und natürlich ging es auch um das Investment: Wir waren auf der Suche nach einem Partner, der neben Kapital vor allem Know-how, Netzwerk und strategischen Mehrwert für unsere nächste Wachstumsphase mitbringt insbesondere hinsichtlich Retail. Genau diese Kombination hat Die Höhle der Löwen für uns so spannend gemacht..

Wer war von Anfang an euer absoluter Wunschlöwe bei Die Höhle der Löwen und warum passt dieser Investor perfekt zu eurer Vision?

Jeder der Löwinnen und Löwen wäre eine tolle Addition zu unseren bestehenden Investoren gewesen. Einige mehr über Ihre Zugänge in den Handel und andere für ihre Expertise im D2C Bereich oder Brand Building und daher wollten wir uns nicht unbedingt festlegen.

Welche Form der Unterstützung durch die Investoren bei Die Höhle der Löwen erhofft ihr euch neben dem Kapital am meisten?

Vor allem Erfahrung beim Aufbau und der Skalierung einer Consumer Brand. Wir stehen gerade vor einem großen Wachstumsschritt im deutschen und österreichischen Markt – sowohl im stationären Handel als auch online.

Entsprechend sind für uns Know-how und ein starkes Netzwerk in den Bereichen Retail, Distribution und Markenaufbau, aber auch bei der Skalierung unseres Online-Shops und im Performance Marketing besonders wertvoll. Gerade die Erfahrung eines Investors, der diese Wachstumsphasen selbst schon begleitet hat und weiß, welche Hebel wirklich funktionieren, wäre für uns mindestens genauso wichtig wie das Kapital selbst.

Welche nächsten Schritte sind nach eurem Auftritt in der Höhle der Löwen geplant und gibt es konkrete Pläne für Wachstum, Skalierung oder neue Entwicklungen?

Für FoodFor beginnt gerade eine unglaublich spannende Phase. Parallel zur Ausstrahlung rollen wir unsere Produkte im stationären Handel in Deutschland und Österreich aus und werden künftig in mehreren hundert Märkten erhältlich sein. Ab Mitte Oktober sind wir bei BUDNI national erhältlich, als auch in >180 ausgewählten EDEKA Filialen. In Österreich führen wir ebenfalls Gespräche für eine Listung im LEH.

Gleichzeitig haben wir FoodFor in den vergangenen Monaten umfassend weiterentwickelt: Ein neues Design, sowie verbesserte Rezepturen und Geschmäcker.Unser Ziel für die nächsten Jahre ist klar: Wir wollen FoodFor als führende Brain-Health- und Neuro-Nutrition-Marke im DACH-Raum etablieren und unsere Produktwelt Schritt für Schritt weiter ausbauen.

Welche Erfahrungen und Erkenntnisse haben sich auf eurem bisherigen Gründerweg als besonders wertvoll erwiesen?

Eine unserer wichtigsten Erkenntnisse war: zuhören. Man verliebt sich als Gründer sehr schnell in das eigene Produkt – aber am Ende entwickelt man es nicht für sich selbst.

Wir haben deshalb sehr viel Kundenfeedback gesammelt, getestet, hinterfragt und auf dem Weg auch immer wieder Dinge verändert, von denen wir ursprünglich sehr überzeugt waren. Gleichzeitig haben wir gelernt, radikal zu priorisieren. In einem Startup gibt es immer hundert Dinge, die man machen könnte, aber meistens nur wenige, die gerade wirklich einen Unterschied machen.

Welche Ratschläge lassen sich aus diesen Erfahrungen leiten, die für andere Gründerinnen und Gründer hilfreich sein könnten?

Erstmal auf die Reise begeben und machen. Ausserdem so früh wie möglich rausgehen, Kunden zuhören und bereit sein, die eigenen Annahmen immer wieder infrage zu stellen. Ein Produkt wird selten am Schreibtisch perfekt.

Und: Durchhaltevermögen nicht unterschätzen. Gründen bedeutet unglaublich viele kleine Erfolge, aber genauso Rückschläge und Dinge, die völlig anders laufen als geplant. Entscheidend ist, schnell daraus zu lernen und weiterzumachen.

Was unterscheidet die Brain Shots von FoodFor im Supermarktregal oder im Online-Shop optisch und inhaltlich von der Konkurrenz?

Unser größter Unterschied ist die Kombination aus Funktionalität und Convenience. FoodFor wurde für echte Alltagssituationen entwickelt: vier unterschiedliche Brain Shots für unterschiedliche Momente – kompakt, ready-to-drink und einfach mitzunehmen.

Statt zehn Pillen, Pulver oder einer komplizierten Supplement-Routine bekommt man bei uns eine wissenschaftlich entwickelte Rezeptur in einem 60-ml-Shot.

Auch optisch wollten wir genau diese Einfachheit transportieren. THINKING, BOOST, EUPHORIA und CALM haben jeweils eine klare Identität und sind gleichzeitig sofort als eine FoodFor-Produktfamilie erkennbar.

Wie bereitet ihr eure Lieferkette und euren Online-Shop auf den enormen Nachfrage-Ansturm am Abend der Ausstrahlung von Die Höhle der Löwen vor?

Die Vorbereitung auf die Ausstrahlung läuft bei uns seit Monaten. Wir haben unsere Produktion massiv hochgefahren, entsprechend Bestand aufgebaut und uns eng mit unseren Produktions- und Logistikpartnern abgestimmt.

Auch unseren Online-Shop haben wir komplett neu aufgesetzt und technisch auf deutlich höhere Zugriffszahlen vorbereitet. Trotzdem lässt sich natürlich kaum vorhersagen, was an diesem Abend tatsächlich passiert. Wir werden am 12. Oktober vermutlich alle gemeinsam vor unseren Bildschirmen sitzen und ziemlich gespannt verfolgen, was passiert.

Sehen Sie FoodFor am 12. Oktober 2026 in der Höhle der Löwen

Bild Gründer-Team Raphael Thurn und Taxis, Franziska Kuenburg und Dr. Teresa Cramer (v.li.) Foto: RTL

Wir bedanken uns bei Raphael Thurn und Taxis, Franziska Kuenburg und Dr. Teresa Cramer für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Yazen sichert sich 50 Millionen Euro im Rahmen einer Finanzierungsrunde

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Yazen: 50 Mio. Euro von Verdane für Adipositas Bild Yazen-CEO Fredrik Meurling mit Cecilia Nytorp Copyright: Yazen

Der digitale Gesundheitsanbieter Yazen erhält 50 Mio. Euro unter Führung des europäischen Wachstumsinvestors Verdane. Die Investition festigt Yazens Position als etablierter, international tätiger Anbieter medizinischer Adipositasversorgung. Der bisherige Lead-Investor Evli Growth Partners (EGP) beteiligt sich mit einem Minderheitsanteil erneut an der Runde. Mit dem Kapital will Yazen sein evidenzbasiertes Versorgungsmodell in ganz Europa ausrollen. Die Investition in Höhe von 50 Millionen Euro ist ein konkreter Beweis dafür, dass das patientenorientierte und integrierte Versorgungsmodell von Yazen funktioniert und nun bereit ist für eine umfassende Skalierung, um die öffentliche Gesundheit in ganz Europa zu verbessern.

Mit der heute erhaltenen Finanzierung von 50 Millionen Euro festigt Yazen seine Position als etablierter multinationaler Anbieter von medizinischer Adipositasversorgung. Das Unternehmen ist auf die Behandlung von Adipositas als chronische Erkrankung spezialisiert und derzeit in acht europäischen Ländern tätig. Es kombiniert moderne Medikamente zur Gewichtsreduktion mit einer kontinuierlichen digitalen Betreuung durch ein multidisziplinäres Team. Über die Plattform befinden sich derzeit über 50.000 Patient:innen aktiv in Behandlung; insgesamt wurden bereits über 70.000 Patient:innen unterstützt und mehr als 880 Tonnen an Gewicht abgenommen. Das Team von Yazen besteht aus 290 Mitarbeitenden, darunter 210 klinische Fachkräfte und 115 zugelassene Ärzt:innen. Der Hauptsitz des Unternehmens ist in Schweden.

Evidenzbasiertes Versorgungsmodell für Adipositas

Adipositas ist eine chronische, fortschreitende Erkrankung und eine der größten Herausforderungen für die öffentliche Gesundheit der Gegenwart. Gleichzeitig berichten Patient:innen von einer weit verbreiteten Stigmatisierung und davon, dass die Erkrankung in der Vergangenheit fälschlicherweise als Mangel an Willenskraft und nicht als chronischer Zustand behandelt wurde. Internationale Daten zeigen, dass der Abbruch der Behandlung eine große Herausforderung darstellt: 20 bis 50 Prozent der Patient:innen brechen die Behandlung innerhalb von 12 Monaten ab. Im Gegensatz dazu zeigt eine Yazen-Studie aus dem Jahr 2025, dass das ganzheitliche Modell von Yazen mit enger klinischer Betreuung zu einer beispiellosen Therapietreue führt: 70 Prozent der Patient:innen bleiben auch nach 12 Monaten in der Behandlung.

„Adipositas ist eine chronische, fortschreitende Erkrankung und kein Charakterfehler. Die gründliche Analyse des europäischen Marktes durch Verdane bestätigt, was unsere klinischen Daten bereits belegen: Unser medizinisches Modell liefert Ergebnisse, die einen neuen Standard für die Branche setzen. Diese Partnerschaft verschafft uns eine langfristige und solide finanzielle Grundlage. Wir können nun eine etablierte europäische Gesundheitsplattform aufbauen, die Hunderttausenden von Patient:innen zu einem dauerhaft gesünderen Leben verhilft und gleichzeitig die Belastung des öffentlichen Gesundheitswesens verringert“, sagt Fredrik Meurling, CEO von Yazen.

Eine gemeinsame Vision

Verdane verfügt über umfangreiche Erfahrung im Umgang mit regulierten Umfeldern im Gesundheitswesen und bei der Unterstützung des Ausbaus verantwortungsbewusster, digital gestützter Gesundheitsplattformen. Dank früherer Investitionen in Unternehmen wie Medadom, Evondos, Smartbox und Eterno verfügt das Unternehmen über ein tiefgreifendes Verständnis des Gesundheitssektors. Nach einer umfassenden Analyse des europäischen Marktes entschied sich Verdane für eine Investition in Yazen, vor allem aufgrund der hervorragenden klinischen Ergebnisse, der hohen medizinischen Qualität und der starken Patientenorientierung des Gesundheitsdienstleisters.

„Wir sind zutiefst beeindruckt vom Yazen-Team und der starken Dynamik, die es an den Tag legt. Unsere Analyse hat deutlich gezeigt, dass sich Yazen als zuverlässiger und skalierbarer Marktführer im Bereich des medizinischen Gewichtsmanagements hervorhebt, denn das Unternehmen verbindet medizinische Exzellenz mit Zugänglichkeit. Wir verfügen über Erfahrung beim Aufbau verantwortungsbewusster, digitaler Gesundheitsunternehmen mit einem starken Fokus auf Datenschutz und medizinische Governance und freuen uns darauf, Yazen als langfristiger Partner zu unterstützen, während das Unternehmen weiterhin messbare und lebensverändernde Beiträge zur individuellen Gesundheit leistet“, sagt Cecilia Nytorp, Principal bei Verdane.

„Als wir Yazen vor zwei Jahren erstmals finanziell unterstützt haben, sahen wir ein Team, das in der Lage war, einen neuen Standard in der medizinischen Adipositasversorgung zu setzen. Seitdem hat das Unternehmen europaweit expandiert und dabei kompromisslose klinische Standards sowie ein tiefes Engagement für seine Patient:innen beibehalten. Wir freuen uns sehr, unsere Unterstützung gemeinsam mit Verdane als Lead-Investor fortzusetzen. Diese Finanzierung bietet die nötige Skalierbarkeit, um weitere europäische Märkte zu erschließen und die Behandlung im Bereich der kardiometabolischen Versorgung auszuweiten“, sagt Mikael Hed, Vorstandsvorsitzender von Yazen und EGP Growth Partner. „Der wahre Maßstab für den Erfolg von Yazen ist jedoch persönlicher Natur. Kürzlich kam bei einer Veranstaltung jemand auf unser Team zu und erzählte, wie Yazen sein Leben verändert hat – eine Geschichte, die sich bei Zehntausenden von Patient:innen widerspiegelt, die durch diese Plattform zu dauerhafter Gesundheit gefunden haben“, erklärt er.

Was macht Yazen?

Yazen ist ein digitaler Gesundheitsanbieter, der sich auf die medizinische Behandlung von Adipositas spezialisiert hat. Das Unternehmen kombiniert Medikamente zur Gewichtsreduktion mit einer kontinuierlichen digitalen Betreuung durch medizinische Fachkräfte.

Wer steckt hinter Yazen?

Yazen hat seinen Hauptsitz in Schweden und wird von CEO Fredrik Meurling geführt. Das Unternehmen beschäftigt 290 Mitarbeitende, darunter 210 klinische Fachkräfte und 115 zugelassene Ärztinnen und Ärzte.

Wie viele Patienten behandelt Yazen?

Aktuell befinden sich mehr als 50.000 Patientinnen und Patienten bei Yazen in Behandlung. Insgesamt hat das Unternehmen bereits über 70.000 Menschen unterstützt und ist in acht europäischen Ländern tätig.

Wie hoch ist die Finanzierung von Yazen?

Yazen erhält eine Finanzierung über 50 Millionen Euro unter Führung des europäischen Wachstumsinvestors Verdane. Auch der bisherige Lead-Investor Evli Growth Partners beteiligt sich erneut an der Finanzierungsrunde.

Wofür verwendet Yazen die 50 Millionen Euro?

Mit dem Kapital möchte Yazen seine digitale Adipositasversorgung in weiteren europäischen Ländern ausbauen. Zudem soll das medizinische Versorgungsmodell skaliert und die Behandlung im Bereich der kardiometabolischen Gesundheit erweitert werden.

Bild Yazen-CEO Fredrik Meurling mit Cecilia Nytorp Copyright: Yazen

Quelle Fullstop Public Relations GmbH

Süße Schärfe aus Deutschland: Wie hottey als erster Hot Honey den Markt erobert

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Die Höhle der Löwen: hottey mit Hot Honey im Battle Bild: Julian Herrlich und Maximilian Voigt (v.li.) Foto: RTL

Mit hottey bringen die Gründer ihre eigene Hot Honey Marke auf den Markt und treten am 12. Oktober 2026 in der Höhle der Löwen in einem Battle an, um die Investoren von ihrer Geschäftsidee zu überzeugen.

Wie ist die Idee zu hottey entstanden, wer steht hinter dem Startup und welcher Moment hat euch zur Gründung inspiriert?

Julian & Ich haben uns in einer Dresdner Marketing-Agentur kennengelernt. In den Mittagspausen haben wir uns ständig neue Chili-Soßen gezeigt und unsere Liebe für Tabasco geteilt. Irgendwann kam uns aus Spaß die Idee, eine eigene Chili-Soße zu machen. Kurze Zeit später haben wir Hot Honey in den USA entdeckt. Die Entscheidung, hottey zu gründen, war eine Mischung aus Liebe zu Chili-Soßen und das Erkennen einer unternehmerischen Chance, dieses geile Produkt nach Deutschland zu bringen und dem Ganzen unseren Stempel aufzudrücken. Nach wenigen Wochen stand für uns fest: Wir wollen DIE Hot Honey Marke in Europa werden.

In welcher Branche seid ihr tätig und was zeichnet das Geschäftsmodell eures Startups aus?

Wir sind im Foodbereich unterwegs und verkaufen hottey im Lebensmitteleinzelhandel, der Gastronomie und online über den Shop + Amazon. Unser Geschäftsmodell ist von einem schnellen Wandel und vielen Vertriebskanälen geprägt. Die größte Herausforderung ist es, frühzeitig zu erkennen, welche die strategisch wichtigsten Wachstumskanäle für uns sind.

Welches konkrete Problem löst ihr mit hottey und welche Marktlücke habt ihr damit geschlossen?

Wir lösen ein ganz konkretes Problem: Dass es noch keinen Hot Honey in Deutschland gibt 😉 Daraus ergibt sich eine Marktlücke im Handel, online und in der Gastronomie.

Warum habt ihr euch für die Teilnahme an Die Höhle der Löwen entschieden und welche Aspekte standen dabei im Vordergrund?

Wir wussten von Anfang an, dass wir mehr Kapital für das seriöse Aufbauen einer Handelsmarke benötigen und keinerlei Kontakte & Wissen im stationären Handel hatten. Deswegen ist für uns die strategische Unterstützung eines Löwen noch mehr wert als das Kapital.

Wer war von Anfang an euer absoluter Wunschlöwe bei Die Höhle der Löwen und warum passt dieser Investor perfekt zu eurer Vision?

Andreas Herb. Er kennt den Handel und hat mehrere Marken von Tag 1 aufgebaut. Also bringt er genau das Wissen und die Kontakte mit, die wir für unsere Mission benötigen: Europas #1 Hot Honey Marke werden.

Welche Form der Unterstützung durch die Investoren bei Die Höhle der Löwen erhofft ihr euch neben dem Kapital am meisten?

Wir erhoffen uns vor allem Kontakte zu Einkäufern sowie strategische Beratung, wie man am besten eine Marke im Handel aufbaut. Dazu gehört auch der finanzielle Bereich. Welche Margen müssen erzielt werden, was ist der richtige UVP usw.

Welche nächsten Schritte sind für hottey nach eurem Auftritt bei Die Höhle der Löwen geplant und gibt es konkrete Pläne für Wachstum, Skalierung oder neue Entwicklungen?

Erstmal brauchen wir einen Deal. Davon hängen viele künftige Entscheidungen ab.

Welche Erfahrungen und Erkenntnisse haben sich auf eurem bisherigen Gründerweg als besonders wertvoll erwiesen?

Ganz wichtig: Jeder kocht nur mit Wasser. Und manchmal ist das maximal lauwarm. Natürlich müssen wir noch viel über das Handelsgeschäft lernen. Das wichtigste ist: Einfach anfangen, der Rest kommt von ganz alleine. Ein anderes wichtiges Learning ist: Der Handel wartet nicht auf uns. Es gibt so viele innovative Produkte da draußen. Umso wichtiger ist es, ein starkes Vertriebsnetzwerk und Reichweite aufbauen, damit niemand mehr an uns vorbeikommt.

Welche Ratschläge lassen sich aus diesen Erfahrungen leiten, die für andere Gründerinnen und Gründer hilfreich sein könnten?

Wenn ihr einen Traum habt und der Weg dort hin sehr schwierig, vielleicht sogar auf den ersten Blick unmöglich erscheint, dann denkt immer daran, dass jeder mal irgendwo angefangen hat. Seid euch aber auch bewusst, was es bedeutet, ein großes Ziel zu verfolgen. Bist du bereit, alles dafür zu opfern?

Was unterscheidet euer Produkt im Supermarktregal oder im Online-Shop optisch und inhaltlich von der Konkurrenz?

Wir haben keine Konkurrenz im Bereich Hot Honey. Von BBQ-Soßen unterscheiden wir uns mit dem knalligen, gelben Look. Zudem ist unser Produkt natürlich und beinhaltet keine künstlichen Inhaltsstoffe oder zugesetzten Zucker. Wir wollen eine Food-Lifestyle-Brand sein. Viele Marken verkaufen einfach nur Produkte im Handel. Wir verkaufen Emotionen, Momente und wollen eine Community rund um Sweet Heat aufbauen.

Wie bereitet ihr eure Lieferkette und euren Online-Shop auf den enormen Nachfrage-Ansturm am Abend der Ausstrahlung von Die Höhle der Löwen vor?

Wir haben bereits mit unserem Versanddienstleister über den Launch gesprochen und sind vorbereitet. Wir legen ordentlich Ware auf Lager und haben zusätzlich zu unseren Hauptprodukten Produktbundles erstellt, um den Warenkorbwert zu erhöhen und so viel profitablen Umsatz wie möglich in der Ausstrahlungswoche mitzunehmen.

Sehen Sie hottey am 12. Oktober 2026 in der Höhle der Löwen

Bild: Julian Herrlich und Maximilian Voigt (v.li.) Foto: RTL

Wir bedanken uns bei Maximilian Voigt für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Wasserkraft im Fitnessbogen: Wie Ajambow vor „Die Höhle der Löwen“ das Training revolutioniert

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Ajambow: Die Höhle der Löwen trifft auf neues Training Bild Heiratsantrag: Simon Werner geht für seine Susan Schmidt auf die Knie. Foto: RTL

Ajambow verbindet innovatives Training mit einem wassergefüllten Sport- und Therapiebogen: Am 12. Oktober 2026 wird das Startup seine Idee in der Die Höhle der Löwen präsentieren und um ein Investment pitchen.

Wie ist die Idee entstanden, wer steht hinter dem Startup Ajambow und welcher Moment hat euch zur Gründung inspiriert?

Hinter Ajambow stehen wir, Susan Schmidt und Simon Werner. Susan ist Diplom-Sportwissenschaftlerin und seit vielen Jahren im Gesundheits- und Präventionsbereich tätig. Ich selbst komme ursprünglich aus der Fliegerei und Schauspielerei – wir bringen also zwei ziemlich unterschiedliche berufliche Welten zusammen.

Am Anfang stand durch einen ehemaligen Partner die Idee, Wasser in einem gebogenen Trainingsgerät als bewegliches Gewicht zu nutzen und das Ganze in einen Gruppenkurs zu integrieren. Wir haben darin sehr schnell großes Potenzial gesehen und begonnen, diesen Ansatz gemeinsam konsequent weiterzuentwickeln. Nach dem Ausscheiden dieses Partners haben Susan und ich die Entwicklung über viele Jahre fortgeführt. Daraus entstanden der heutige, in Deutschland hergestellte Sport- und Therapiebogen Ajambow und ein umfassendes Trainingskonzept mit eigenen Übungen, Musik, Choreografien, Ausbildungen und Präventionsangeboten.

Dabei wurde für uns eine Frage immer wichtiger: Warum bewegen sich so viele Menschen zu wenig, obwohl eigentlich jeder weiß, wie wichtig Bewegung ist? Unsere Antwort darauf lautet: Wir haben weniger ein Wissensproblem als ein Motivationsproblem. Genau deshalb wollen wir mit Ajambow vor allem auch Menschen erreichen, die mit klassischem Sport und Training bisher wenig anfangen konnten.

In welcher Branche ist Ajambow tätig und was zeichnet das Geschäftsmodell eures Startups aus?

Ajambow bewegt sich an der Schnittstelle von Gesundheit, Therapie, Prävention und Fitness. Unser Geschäftsmodell besteht deshalb nicht nur aus dem Verkauf eines Trainingsgerätes. Wir verbinden den Ajambow mit Trainingskonzepten, Ausbildungen, Musik, Choreografien und einer inzwischen umfangreichen Videobibliothek.

Wir arbeiten sowohl mit Privatkunden als auch mit Physiotherapien, Reha-Einrichtungen, Fitnessstudios, Vereinen und weiteren Gesundheitseinrichtungen. Ein wichtiger Bereich sind außerdem unsere zertifizierten Präventionsangebote für Land und Aqua.

Welches konkrete Problem löst ihr mit Ajambow und welche Marktlücke habt ihr damit geschlossen?

Wir glauben, dass wir im Gesundheitsbereich weniger ein Wissensproblem als ein Motivationsproblem haben. Fast jeder weiß, dass Bewegung wichtig ist – trotzdem erreichen viele klassische Trainingsangebote gerade diejenigen Menschen nicht, die Bewegung eigentlich am dringendsten benötigen.

Genau dort setzen wir an. Im Ajambow befindet sich Wasser, das bei jeder Bewegung in Bewegung gerät und unvorhersehbare Impulse erzeugt. Der Körper muss permanent darauf reagieren und ausgleichen. Gleichzeitig nimmt der Trainierende das Wasser akustisch und körperlich wahr. Dadurch entsteht ein Training, das sich deutlich von klassischen statischen Gewichten unterscheidet.

Dass dahinter mehr steckt als nur ein interessantes Trainingsgefühl, konnten wir auch wissenschaftlich untersuchen lassen. In einer EMG-Untersuchung der Universität Leipzig wurde beim Training mit Ajambow eine bis zu 30 Prozent höhere Muskelaktivierung gemessen. Inzwischen wird das Konzept wissenschaftlich weiter untersucht.

Warum habt ihr euch für die Teilnahme an Die Höhle der Löwen entschieden und welche Aspekte standen dabei im Vordergrund?

Ajambow ist ein Produkt, das man am besten versteht, wenn man es sieht und erlebt. Genau deshalb ist Die Höhle der Löwen für uns eine außergewöhnliche Möglichkeit. Innerhalb weniger Minuten können sehr viele Menschen sehen, was mit diesem auf den ersten Blick einfachen Bogen passiert, sobald Wasser ins Spiel kommt.

Gleichzeitig standen wir an einem Punkt, an dem wir Ajambow deutlich größer machen wollten. Dafür braucht es neben Kapital vor allem Reichweite, Erfahrung und starke Partner.

Wer war von Anfang an euer absoluter Wunschlöwe bei Die Höhle der Löwen und warum passt dieser Investor perfekt zu eurer Vision?

Unser Wunschlöwe war von Anfang an Janna Ensthaler. Ausschlaggebend waren für uns vor allem ihre bisherigen Erfahrungen und Investments im Gesundheitsbereich. Ajambow bewegt sich heute längst nicht mehr nur im klassischen Fitnessmarkt, sondern zunehmend in Prävention, Therapie und Rehabilitation. Deshalb war uns wichtig, eine Investorin an unserer Seite zu haben, die diesen Markt versteht und das Potenzial von Ajambow auch über den reinen Verkauf eines Trainingsgerätes hinaus erkennt.

Gleichzeitig bringt Janna die unternehmerische Erfahrung mit, die wir für den nächsten Wachstumsschritt brauchen. Diese Kombination aus Verständnis für den Gesundheitsmarkt, strategischem Blick und Erfahrung beim Aufbau und der Skalierung von Unternehmen machte sie für uns von Anfang an zur Wunschlöwin.

Welche Form der Unterstützung durch die Investoren bei Die Höhle der Löwen erhofft ihr euch neben dem Kapital am meisten?

Ganz klar: Erfahrung, Netzwerk und Vertrieb. Wir haben sehr viel Zeit und Energie in die Entwicklung des Produktes, der Trainingskonzepte und in die wissenschaftliche Begleitung investiert. Jetzt geht es darum, Ajambow viel bekannter zu machen und die Strukturen für Wachstum aufzubauen.

Dabei kann ein erfahrener Investor Türen öffnen, für die ein junges Unternehmen allein wesentlich länger braucht.

Welche nächsten Schritte sind für Ajambow nach eurem Auftritt bei Die Höhle der Löwen geplant und gibt es konkrete Pläne für Wachstum, Skalierung oder neue Entwicklungen?

Unser Ziel ist es, Ajambow sowohl im Endkundenbereich als auch im professionellen Gesundheitsmarkt deutlich stärker zu etablieren. Dazu bauen wir unsere Produktion und Lieferfähigkeit aus und entwickeln unsere digitalen Trainingsangebote weiter.

Gleichzeitig wächst der professionelle Bereich. Wir möchten Ajambow noch stärker in Physiotherapien, Rehabilitation, Fitnessstudios, Vereine und weitere Gesundheitseinrichtungen bringen. Dabei geht es uns nicht nur um das Gerät, sondern um ein vollständiges Konzept aus Produkt, Ausbildung und Trainingsinhalten.

Ein weiterer wichtiger Baustein ist die Wissenschaft. Nach ersten Untersuchungen an der Universität Leipzig laufen weitere Forschungsarbeiten rund um den Einsatz und die Wirkung von Ajambow. Für uns ist das besonders spannend, weil sich daraus langfristig weitere Einsatzfelder ergeben können.

Welche Erfahrungen und Erkenntnisse haben sich auf eurem bisherigen Gründerweg als besonders wertvoll erwiesen?

Durchhalten. Ajambow ist nicht über Nacht entstanden. Zwischen der ersten Idee und dem Produkt, mit dem wir heute vor den Löwen stehen, liegen viele Jahre Entwicklung, Tests, Veränderungen und auch Rückschläge.

Eine unserer wichtigsten Erkenntnisse ist deshalb: Eine gute Idee allein reicht nicht. Man muss bereit sein, sie immer wieder infrage zu stellen, zuzuhören und weiterzuentwickeln. Und man braucht Menschen, die auch dann an die Idee glauben, wenn es gerade schwierig wird.

Welche Ratschläge lassen sich aus diesen Erfahrungen leiten, die für andere Gründerinnen und Gründer hilfreich sein könnten?

Nicht zu früh aufgeben – aber gleichzeitig nicht so sehr in die eigene Idee verliebt sein, dass man Kritik nicht mehr hört. Diese Balance war auch für uns ein Lernprozess.

Und man sollte so früh wie möglich mit echten Nutzern arbeiten. Die entscheidenden Erkenntnisse bekommt man selten am Schreibtisch. Man bekommt sie, wenn Menschen das Produkt tatsächlich benutzen.

Welches spezifische Problem löst eure Technologie oder Software für eure Firmenkunden und wie messbar ist dieser Vorteil?

Ajambow ist zwar keine Software, unser B2B-Geschäft ist für uns aber ein zentraler Bereich. Physiotherapien, Reha-Einrichtungen, Fitnessstudios und Vereine stehen häufig vor derselben Herausforderung: Wie motivieren wir Menschen zu Bewegung und wie schaffen wir Trainingsangebote, die gleichzeitig wirksam, vielseitig und einfach einsetzbar sind?

Hier bietet Ajambow einen besonderen Ansatz. Durch die Bewegung des Wassers entstehen permanent wechselnde Anforderungen an den Körper. In einer EMG-Untersuchung der Universität Leipzig wurde eine bis zu 30 Prozent höhere Muskelaktivierung gemessen. Gleichzeitig kann Ajambow sehr unterschiedlich eingesetzt werden – vom Einzeltraining über Therapie und Rehabilitation bis zum Präventions- oder Gruppenkurs.

Wie sieht eure Strategie aus, um B2B-Kunden zu gewinnen, und welche Rolle spielt der Auftritt bei Die Höhle der Löwen für eure B2B-Markenbekanntheit?

Unser B2B-Vertrieb funktioniert sehr stark über das Erleben. Wenn Therapeutinnen, Trainer oder Einrichtungen Ajambow selbst ausprobieren, verstehen sie sehr schnell, was das Besondere daran ist. Deshalb spielen Demonstrationen, Fortbildungen, Ausbildungen und Veranstaltungen für uns eine große Rolle.

Die Höhle der Löwen kann uns dabei helfen, eine der größten bisherigen Hürden zu überwinden: Bekanntheit. Wenn wir künftig bei einer Physiotherapie, einem Studio oder einer Gesundheitseinrichtung anrufen und unser Gegenüber Ajambow bereits kennt, verändert das natürlich den Einstieg in ein Gespräch erheblich.

Was unterscheidet euer Produkt im Supermarktregal oder im Online-Shop optisch und inhaltlich von der Konkurrenz?

Schon die Form macht neugierig. Ajambow sieht nicht aus wie ein klassisches Trainingsgerät – und genau das ist er auch nicht. Der entscheidende Unterschied befindet sich im Inneren: Wasser.

Durch die Wasserbewegung verhält sich Ajambow bei jeder Übung dynamisch. Gleichzeitig lässt sich die Belastung über die Wassermenge verändern. Hinzu kommt unser gesamtes Trainingskonzept mit Musik, Choreografien und rund 200 Übungsvideos. Der Kunde kauft deshalb nicht einfach nur einen Bogen, sondern bekommt sehr viele Möglichkeiten, ihn einzusetzen.

Wie bereitet ihr eure Lieferkette und euren Online-Shop auf den enormen Nachfrage-Ansturm am Abend der Ausstrahlung von Die Höhle der Löwen vor?

Die Vorbereitung auf die Ausstrahlung beschäftigt uns tatsächlich seit Wochen sehr intensiv. Wir haben unsere Produktionsplanung hochgefahren, Material und Komponenten disponiert und stimmen uns eng mit unseren Fertigungspartnern ab, damit wir kurzfristig größere Stückzahlen produzieren und ausliefern können. Gleichzeitig bereiten wir unseren Online-Shop technisch auf deutlich mehr Zugriffe und Bestellungen vor.

Eine besondere Herausforderung ist dabei unser Anspruch, Ajambow weiterhin in Deutschland zu produzieren. Wir wollen wegen einer möglichen hohen Nachfrage nicht plötzlich unsere bisherige Produktionsphilosophie über Bord werfen.

Wie groß der Ansturm am Ende tatsächlich wird, kann natürlich niemand vorhersagen. Wir tun gerade alles dafür, vorbereitet zu sein – und wenn wir am Abend der Ausstrahlung irgendwann feststellen sollten, dass wir trotz aller Vorbereitung nicht mehr hinterherkommen, wäre das vermutlich ein Problem, über das wir uns trotzdem sehr freuen würden.

Sehen Sie Ajambow am 12. Oktober 2026 in der Höhle der Löwen

Bild Heiratsantrag: Simon Werner geht für seine Susan Schmidt auf die Knie.
Foto: RTL

Wir bedanken uns bei Susan Schmidt und Simon Werner für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

kujau.AI bringt KI-Software in Tierheime und Nischenbranchen

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kujau.AI: Software und KI für kleine Branchen

kujau.AI entwickelt Software für bislang wenig digitalisierte Branchen und setzt KI gezielt dort ein, wo sie im Arbeitsalltag einen echten Mehrwert schafft.

Können Sie kujau.AI kurz vorstellen und erzählen, welche Idee hinter der Gründung des Unternehmens steht?

Die kujau.AI GmbH ist ein Softwareunternehmen aus München. Wir bauen Branchensoftware für Bereiche, um die sich sonst niemand kümmert: Tierschutz, Reitställe, Tanzschulen. Dazu entwickeln wir individuelle Software und Automatisierungen für Unternehmen. Die Idee dahinter ist einfach: Es gibt sehr viele Betriebe und Organisationen, die ihre tägliche Arbeit immer noch mit Excel, Zetteln und WhatsApp organisieren, weil es für sie nie eine passende Software gab. Für solche Nischen Software zu bauen, ist hochinteressant.

Wer steht hinter kujau.AI, und welche Erfahrungen haben Ihren Blick auf Softwareentwicklung und betriebliche Prozesse besonders geprägt?

Ich bin Lisa Kujau, Gründerin und Geschäftsführerin. Ich komme nicht aus der Softwareentwicklung, sondern aus dem Vertrieb. Das prägt, wie wir Software bauen: Ich habe Jahre damit verbracht, Kunden zuzuhören und zu verstehen, woran ihr Alltag hakt, und genau das machen wir heute, bevor wir einfach loslegen. Was mich zur Software gebracht hat, war Neugier. Ich habe gesehen, was mit KI plötzlich möglich ist, und wollte wissen, wie weit das geht. Dazu kommt bei PawManager+ etwas Persönliches: Ich bin mit Tierschutzhunden aufgewachsen, und meine Hündin Sunny kommt selbst aus dem Tierschutz. Ich kenne die Arbeit in den Vereinen aus nächster Nähe.

Viele Unternehmen arbeiten weiterhin mit Excel, Papier und verschiedenen Insellösungen. Wo sehen Sie den größten Bedarf für eine grundlegende Digitalisierung?

Überall dort, wo wenige Menschen viele Pflichten tragen. Ein Tierschutzverein mit drei Ehrenamtlichen muss Tierakten nach Tierschutzgesetz führen, Fundtiere der Kommune melden, Spendenquittungen fürs Finanzamt ausstellen und den Datenschutz für Adoptanten einhalten, und das alles nach Feierabend. Dasselbe Muster sehe ich in Reitställen und Tanzschulen: kleine Teams, viel Verantwortung, und die Werkzeuge stammen aus einer Zeit, in der es noch keine besseren gab. Der größte Bedarf liegt nicht bei den Konzernen, die haben ihre Systeme. Er liegt bei den Kleinen, für die sich bisher niemand interessiert hat.

Sie entwickeln Software bewusst entlang realer Arbeitsabläufe. Warum scheitern digitale Lösungen Ihrer Erfahrung nach häufig daran, dass sie diese Prozesse nicht ausreichend berücksichtigen?

Weil sie am Schreibtisch entstehen und nicht im Zwinger. Wenn eine Pflegestelle abends das Gewicht eines Welpen eintragen will, macht sie das mit dem Handy in der Hand und dem Hund auf dem Arm. Wenn die Software dann einen Laptop und fünf Klicks braucht, wird sie nicht benutzt, und die Information landet wieder in der WhatsApp-Gruppe. Software scheitert selten an der Technik. Sie scheitert daran, dass der Moment, in dem jemand sie bedienen soll, nicht mitgedacht wurde. Deshalb fragen wir bei allem zuerst: Wer macht das, wann, wo und mit welcher Hand frei?

Mit Tierschutz und Tanzschulen konzentrieren Sie sich auch auf Branchen, die von großen Softwareanbietern wenig beachtet werden. Welche Chancen sehen Sie gerade in solchen Nischen?

Für große Anbieter sind diese Märkte zu klein und zu speziell. Für Generalisten sind sie zu regulierungslastig, ein Tierheim hat andere Pflichten als ein Sportverein. Genau das ist die Chance: In einer Nische kann man ein Produkt bauen, das die Arbeit wirklich versteht, statt eines, das für alle ein bisschen passt. Und wer in so einer Nische das erste gute Produkt hat, wird weiterempfohlen. In der Tierschutz-Szene läuft fast alles über Empfehlung von Verein zu Verein.

PawManager+ wird für Tierheime und Tierschutzorganisationen dauerhaft kostenlos angeboten. Welche Überlegungen stehen hinter dieser Entscheidung?

Ich wollte dem Tierschutz etwas zurückgeben, und irgendwann war klar, dass eine Software für diese Vereine mehr wert ist als eine Spende. Eine Spende ist irgendwann ausgegeben. Eine Software, die jeden Tag Zeit spart, wirkt dauerhaft. Und jeder Euro, den ein Verein für Software ausgeben müsste, fehlt bei den Tieren. Das ist aber keine Wohltätigkeit, das sage ich offen. Wir haben auch etwas davon: Jeder Verein, der mit PawManager+ arbeitet, ist für uns eine Referenz und ein Beweis, dass unsere Software in einer echten Nische funktioniert. Das belebt unser übriges Geschäft.

Mit Tanzschule+ entwickeln Sie ein weiteres branchenspezifisches SaaS-Produkt. Welche Probleme im Alltag von Tanzschulen möchten Sie damit lösen?

Eine Tanzschule lebt von Kursen, Anmeldungen und Beiträgen, und die meisten verwalten das mit einer Mischung aus Kalender, Excel und Papierlisten. Wer ist in welchem Kurs, wer hat bezahlt, wer hat drei Mal gefehlt, wann ist die Aufführung und wer bringt welches Kostüm. Tanzschule+ bringt das an einen Ort: Kurse und Stundenpläne, Anmeldungen, Beiträge, Kommunikation mit Schülern und Eltern. Der Anspruch ist derselbe wie bei PawManager+: Die Software muss so funktionieren, wie der Tag in einer Tanzschule tatsächlich läuft, nicht umgekehrt.

kujau.AI: Software und KI für kleine Branchen Lisa Kujau, Gründerin und Geschäftsführerin

KI kann Dokumente auswerten, Anfragen bearbeiten oder interne Wissensbestände zugänglich machen. Wie entscheiden Sie, wann KI tatsächlich einen Mehrwert schafft und wann klassische Automatisierung sinnvoller ist?

Meine Faustregel: Wenn die Aufgabe jedes Mal gleich ist, gehört sie automatisiert, nicht mit KI gelöst. Ein SEPA-Mandat anlegen, eine Fundtiermeldung erzeugen, eine Erinnerung an die Impfung schicken, das ist klassische Automatisierung und muss hundertprozentig zuverlässig sein. KI setzen wir dort ein, wo Menschen mit unstrukturierten Dingen kämpfen: einen Tierarztbrief auswerten, in tausend Akten etwas finden, eine Anfrage vorsortieren. Also überall, wo es um Verstehen geht und nicht um Ausführen. Und wir fragen immer, was passiert, wenn die KI falsch liegt. Wenn die Antwort ist, dass ein Tier keine Medikamente bekommt, dann bleibt der Schritt beim Menschen.

Neben eigenen SaaS-Produkten realisiert kujau.AI auch individuelle Software- und Automatisierungslösungen. Wie lassen sich Produktentwicklung und kundenspezifische Projekte unter einem Dach verbinden?

Sie matchen perfekt miteinander. In den Kundenprojekten sehen wir, wie Betriebe wirklich arbeiten und wo es im Alltag hakt, das fließt in die Produkte. Und aus den Produkten kommen Bausteine, die wir in Projekten wiederverwenden, statt jedes Mal bei null anzufangen. Wichtig ist nur, ehrlich zu unterscheiden: Ein Produkt muss für hunderte Organisationen passen, ein Projekt für eine. Wer das vermischt, baut am Ende beides schlecht.

Der Markt für KI-Software wächst rasant und viele Anbieter versprechen umfassende Automatisierung. Wodurch möchte sich kujau.AI langfristig differenzieren?

Dadurch, dass wir keine KI verkaufen, sondern Lösungen für konkrete Arbeit. Niemand in einem Tierheim will KI. Die Leute wollen, dass die Tierakte stimmt, das Veterinäramt zufrieden ist und die Pflegestelle Bescheid weiß. Wir bauen für Branchen, die wir verstehen, und wir verschwinden nicht nach dem Verkauf. Bei PawManager+ heißt das: Ich begleite im Tierheim die Inbetriebnahme unseres SaaS, richte es mit den betreffenden Personen ein und schaue zu, wie die Leute damit arbeiten. Das machen die Großen nicht, und das ist unser Vorteil.

Welche Vision verfolgen Sie mit kujau.AI, und welche Rolle sollen die eigenen SaaS-Produkte künftig im Unternehmen spielen?

Ich möchte, dass kujau.AI das Unternehmen ist, an das man denkt, wenn eine kleine Branche endlich richtige Software braucht. Die eigenen Produkte sind dafür das Fundament: Jedes zeigt, dass wir eine Nische ernst nehmen und liefern können. PawManager+ soll die Software werden, mit der Tierschutz in Deutschland organisiert wird, und zwar ohne dass ein Verein dafür zahlen muss. Wenn in ein paar Jahren ein Vorstand in einem Tierheim sagt, dass er sich nicht mehr vorstellen kann, wie es vorher ging, dann ist das die Vision.

Welche drei Ratschläge würden Sie Gründerinnen und Gründern geben, die ein Softwareunternehmen für bislang wenig digitalisierte Branchen aufbauen möchten?

Erstens: Geh hin. Nicht anrufen, nicht Umfragen schicken, hinfahren und einen Tag zuschauen. Die wichtigsten Anforderungen sagt dir niemand, die siehst du. Zweitens: Baue das Ganze, nicht ein Stück. Wer nur die Tierakte digitalisiert und die Spenden in Excel lässt, hat dem Verein ein zweites System geschenkt, kein besseres. Drittens: Rechne damit, dass Vertrauen länger dauert als Technik. In einer Branche, die zwanzig Jahre lang von Software enttäuscht wurde, gewinnt nicht das beste Produkt, sondern das, dem man glaubt. Also sei erreichbar, sei ehrlich über das, was noch fehlt, und bleib.

Fotocredits: privat

Wir bedanken uns bei Lisa Kujau für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.


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Kontakt:

kujau.AI GmbH
Karlsplatz 3 (am Stachus)
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Ansprechpartnerin: Lisa Kujau
Gründerin und Geschäftsführerin

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