Dienstag, März 3, 2026
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Employer Branding 2026: Wenn KI über deine Arbeitgebermarke entscheidet

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KI Systeme im Employer Branding für Startups Bild Lisa Catena Gyger Fotocredits : Susanne Goldschmid

Der Kampf um Talente verändert seine Spielregeln

Der Kampf um Talente war nie einfach.
Aber er verändert gerade seine Spielregeln und das grundlegend.

Denn heute entscheidet nicht mehr nur der Mensch, ob dein Unternehmen als attraktiver Arbeitgeber wahrgenommen wird. Immer häufiger trifft eine KI eine Vorauswahl. Sie analysiert, vergleicht, bewertet und gibt Empfehlungen.

Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht mehr: Sind wir ein guter Arbeitgeber?
Sondern:
Wird unser Unternehmen von KI Systemen als relevanter Arbeitgeber verstanden und empfohlen?

Die Jobsuche ist nicht mehr Google first

Viele Unternehmen denken noch in klassischen Suchmustern: Stellenportal, Google, Karriereseite. Doch das Verhalten der Nutzer kippt.

Ein großer Teil der Internetnutzer greift bereits regelmäßig auf KI gestützte Systeme wie ChatGPT zurück. Gleichzeitig integriert Google KI Antworten direkt in jede Suche.

Das bedeutet:
Talente googeln nicht mehr nur, sie fragen eine KI.

Und diese KI liefert keine Liste mit zehn Links, sondern eine strukturierte Einordnung: Wer passt? Wer gilt als modern? Sowie wer bietet Entwicklung? Wer wirkt vertrauenswürdig?

Von SEO zu GEO: Der neue Wettbewerb um Sichtbarkeit

Bisher galt: Wer bei Google auf Seite eins steht, gewinnt.
Heute gilt: Wer von KI Systemen als glaubwürdig eingeordnet wird, wird empfohlen.

Aus klassischer Suchmaschinenoptimierung SEO wird Generative Engine Optimization GEO.

Der Unterschied ist gravierend:

SEO optimiert für Keywords und Klicks.
GEO optimiert für Kontext, Konsistenz und Vertrauen.

KI Systeme lesen nicht nur deine Karriereseite. Sie analysieren das gesamte Web: Fachartikel, Medienberichte, Bewertungsplattformen, Social Media, Mitarbeiterprofile, Interviews. Und sie erkennen Widersprüche.

Wenn du moderne Unternehmenskultur versprichst, aber Bewertungen oder öffentliche Aussagen etwas anderes zeigen, wird das sichtbar. Automatisch.

Employer Branding ist damit keine Imagearbeit mehr, sondern überprüfbare Realität.

Warum das für Startups besonders relevant ist

Große Konzerne profitieren von Markenbekanntheit. Startups leben von Klarheit, Geschwindigkeit und Positionierung.

Gerade wachstumsstarke Unternehmen unterschätzen, wie stark KI Systeme auf Konsistenz achten. Einzelne LinkedIn Posts reichen nicht. Einzelne Awards reichen nicht.

Was zählt:

klare Positionierung
strukturierte Inhalte
echte Mitarbeiterstimmen
wiederkehrende Erwähnungen im relevanten Kontext

KI bevorzugt Unternehmen, die verständlich erklären, wofür sie stehen und wie sie arbeiten.

Das ist eine enorme Chance für Startups. Denn Sichtbarkeit ist nicht mehr nur eine Frage von Budget, sondern von strategischer Klarheit.

Employer Branding wirkt auch auf Investoren

Ein Aspekt wird oft übersehen: Employer Branding beeinflusst nicht nur Recruiting, sondern auch Fundraising.

In Due Diligence Prozessen werden Unternehmen heute digital durchleuchtet, häufig mithilfe von KI gestützten Recherchen. Dabei entsteht ein Gesamtbild aus Website, Medienberichten, LinkedIn Profilen, Bewertungen und öffentlicher Kommunikation.

Wirkt dieses Bild widersprüchlich, dünn oder beliebig, sendet das ein klares Signal: fehlende Positionierung, fehlende Kulturklarheit, fehlende Reife.

Eine konsistente, sichtbare Arbeitgebermarke hingegen zeigt Führungsstärke, Skalierungsfähigkeit und strategisches Denken.

Kurz gesagt: Wer Talente strukturiert anzieht, wirkt auch für Kapital attraktiver.

Mitarbeitende sind der stärkste Ranking Faktor

Der größte Hebel liegt nicht im Marketingbudget, sondern im Team.

Authentische Bewertungen, fachliche Beiträge auf LinkedIn, Einblicke in reale Projekte, all das sind starke Signale für KI Systeme.

Besonders wirkungsvoll sind zum Beispiel LinkedIn Profile, die klar formulieren:

Expertise | Fokus | Rolle im Unternehmen

So wird Kompetenz eindeutig zugeordnet, für Menschen und für Maschinen.

Employer Branding entsteht nicht durch Kampagnen.
Es entsteht durch sichtbare Expertise.

Was Gründer jetzt konkret tun sollten

Statt große Employer Branding Kampagnen zu planen, braucht es klare, pragmatische Schritte:

  1. Positionierung strukturieren.
    Beantworte auf deiner Website klar und verständlich, wofür ihr steht, wie ihr arbeitet und was euch unterscheidet.
  2. Das Kernteam fachlich sichtbar machen.
    Nicht nur Titel kommunizieren, sondern Expertise und inhaltlichen Fokus.
  3. Digitale Konsistenz prüfen.
    Website, LinkedIn, Bewertungen und Presseberichte sollten dasselbe Bild transportieren.
  4. Regelmäßigkeit etablieren.
    Ein Fachbeitrag pro Monat wirkt stärker als eine einmalige Kampagne.
  5. Selbst testen.
    Eine KI aktiv fragen, wie das eigene Unternehmen als Arbeitgeber wahrgenommen wird. Die Antwort zeigt nüchtern, wo Klarheit fehlt.

KI verschärft den Wettbewerb, aber sie demokratisiert ihn auch

Die gute Nachricht: Du kannst aktiv steuern, wie dein Unternehmen digital verstanden wird.

Nicht durch Hochglanzversprechen.
Sondern durch nachvollziehbare Inhalte, echte Einblicke und konsistente Kommunikation.

In einer Welt, in der KI Empfehlungen ausspricht, gilt:

Nicht das lauteste Unternehmen gewinnt, sondern das Klarste.

Bild Lisa Catena Gyger Fotocredits : Susanne Goldschmid

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Geht Hygiene auch sauberer und nachhaltiger?

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BULA nachhaltige Hygiene statt Feuchttücher Team Bild

BULA entwickelt eine nachhaltige Alternative zu Feuchttüchern und steht für umweltfreundliche Hygiene im Alltag. Das Startup präsentierte seine Lösung am 10. Februar 2026 in der PULS 4 Sendung 2 Minuten 2 Millionen

Können Sie uns und unseren Lesern BULA kurz vorstellen und erklären, welches Problem Sie mit Ihrem Feuchttuch Ersatz lösen?

BULA ist aus einem ganz normalen Familienalltag entstanden. Als Eltern standen wir vor der Frage: Warum gibt es im Badezimmer entweder trockenes Toilettenpapier oder Feuchttücher voller Plastik und Chemie? Denn eines ist klar: Feucht zu reinigen ist deutlich gründlicher und hautschonender als trockenes Toilettenpapier – genau deshalb greifen so viele Haushalte zu Feuchttüchern. Das Problem ist nur: Die bisherigen Lösungen sind alles andere als nachhaltig. Unsere Lösung ist ein sanfter Feuchttuchschaum, der auf normales Toilettenpapier aufgetragen wird – sauber, hautfreundlich und ohne Müll im Abfluss. Ein kleines Produkt, das ein riesiges Alltagsproblem löst.

Was ist die Vision hinter BULA und was möchten Sie mit Ihrem Unternehmen langfristig verändern – sowohl für Verbraucher als auch für die Umwelt?

Unsere Vision ist es, Hygiene neu zu denken: alltagstauglich, verantwortungsbewusst und ohne schlechtes Gewissen. Wir möchten zeigen, dass nachhaltige Lösungen nicht kompliziert oder unbequem sein müssen. Langfristig wollen wir Millionen Feuchttücher überflüssig machen und damit Abfall, Mikroplastik und Kosten für Verbraucher und Kommunen reduzieren.

Wer ist Ihre Zielgruppe und warum ist gerade bei diesem Thema das Bewusstsein für nachhaltige Alternativen besonders hoch?

Unsere Zielgruppe sind umweltbewusste Haushalte, Familien, junge Eltern und Menschen mit sensibler Haut – also alle, die Hygiene ernst nehmen, aber Müll vermeiden wollen. Gerade wenn Kinder ins Spiel kommen, steigt das Bewusstsein enorm. Bei Babyhygiene und im Badezimmer ist das Bewusstsein stark gewachsen, weil viele inzwischen wissen, welche Folgen Feuchttücher für die Haut, Umwelt und Abwassersysteme haben. Das stille schlechte Gewissen spült man eben nicht einfach weg.

Warum haben Sie sich entschieden, BULA am 10. Februar in 2 Minuten 2 Millionen zu pitchen?

Als Gründer/Pitch-Team wollten wir unsere Familienidee sichtbar machen – für Menschen, die genau vor denselben Fragen stehen wie wir damals. 2 Minuten 2 Millionen bietet die Möglichkeit, ein Alltagsproblem offen anzusprechen und zu zeigen, dass auch einfache, pragmatische Ideen das Potenzial für ein skalierbares Start-up haben. Und natürlich wollten wir BULA einem Millionenpublikum vorstellen.

Mit welchen Erwartungen und Zielen sind Sie in die Sendung gegangen und gab es bestimmte Investoren, die Sie besonders überzeugen wollten?

Unser Ziel war es nicht nur, Investoren zu überzeugen, sondern Vertrauen aufzubauen – bei Familien, Handelspartnern und potenziellen Unterstützern. Natürlich hätten wir uns über ein Investment gefreut, aber mindestens genauso wichtig war es, BULA als ernstzunehmendes, nachhaltiges Familien-Start-up zu positionieren.

Wie haben Sie die Vorbereitung auf den Pitch erlebt und welche Aspekte Ihres Produkts oder Geschäftsmodells waren dabei besonders herausfordernd?

Die Vorbereitung war intensiv und emotional. Zwei Minuten zwingen einen dazu, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren: Warum gibt es uns, welches Problem lösen wir und warum sind wir die Richtigen dafür? Besonders herausfordernd war es, die Balance zwischen Familiengeschichte und Business-Case zu halten. Gleichzeitig mussten wir zeigen, dass hinter BULA nicht nur eine gute Idee, sondern ein skalierbares Geschäftsmodell steckt.

BULA nachhaltige Hygiene statt Feuchttücher  ProsiebenSat1Puls4 – @ Gerry-Frank
ProsiebenSat1Puls4 – @ Gerry-Frank

Wie war Ihre Erfahrung im Studio und gab es Reaktionen oder Fragen der Investoren, die Sie überrascht haben?

Die Atmosphäre im Studio war teilweise angespannt, aber immer fair und freundlich. Überraschend war, wie schnell die Investoren den Alltagsnutzen verstanden haben. Viele Fragen gingen weniger in Richtung „Warum braucht man das?“ und mehr in Richtung „Wie groß kann das werden“ bzw. waren die Investoren teilweise erstaunt wie erfolgreich wir bereits in so kurzer Zeit schon sind – ein tolles Signal. Einige Fragen waren hart bzw. nicht einfach vor laufender Kamera aus dem stehgreif zu beantworten, aber genau das macht das Format aus…

Welches Feedback haben Sie von den Investoren erhalten und welche Bedeutung hätte ein Investment für die weitere Skalierung von BULA?

Das Feedback war insgesamt sehr positiv: Besonders hervorgehoben wurden unser toller Pitch und das gezeigte Nachfüllmodell, der ökologische Hebel und die klare Positionierung. Ein Investment hätte uns ermöglicht, schneller zu skalieren, den Handel weiter auszubauen und in Aufklärung sowie Produktentwicklung zu investieren. Aber das erhaltene MediaShop-Ticket von Frau Schneider ist ein sehr tolles Angebot, welches uns auch mit Sicherheit einen großen Schritt weiter bringt.

Wie hat sich Ihr Startup seit dem Auftritt in der Sendung entwickelt und gab es bereits messbare Erfolge oder Veränderungen?

ERWARTUNGEN und hoffentlich eintreffend: Seit der Ausstrahlung haben wir einen deutlichen Anstieg an Bekanntheit, Nachfrage und Partnerschaftsanfragen erlebt. Auch die Community ist stark gewachsen – und das bestätigt uns, dass wir einen echten Nerv getroffen haben. BULA ist vom Nischenprodukt zum Gesprächsthema geworden.

Zum Abschluss gefragt: Welche nächsten Schritte planen Sie für BULA und wo sehen Sie Ihr Startup in fünf Jahren?

Kurzfristig fokussieren wir uns auf Wachstum, neue Vertriebskanäle, Produktvarianten und weitere Produkte für die nachhaltige, gesunde Körperhygiene. In fünf Jahren sehen wir BULA als festen Bestandteil nachhaltiger Badezimmer in ganz Europa – als Synonym für saubere Lösungen ohne Müll. Unser Ziel: Feuchttücher sollen die Ausnahme sein, nicht der Standard.

BULA war am 10. Februar 2026 in der PULS 4 Sendung 2 Minuten 2 Millionen

Bildcredits @Anilex GmbH

Wir bedanken uns bei Thomas Kriz und Mathias Vierthaler für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.


Premium Start-up: BULA

BULA Logo schwarz/weiss

Kontakt:

Anilex GmbH
Allmannsweierer Str. 8
77974 Meißenheim

www.bula-shop.de
info@bula-shop.de

Ansprechpartner: Thomas Kriz und Mathias Vierthaler

Social Media:
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Facebook
TikTok

Konsolidierung im deutschen Bildungsreisemarkt: Wie Private Equity den Markt verändert

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WEP-Gruppe und Waterland Private Equity Christian Orth, Geschäftsführer von ICXchange-Deutschland e.V.

Der europäische Markt für Bildungsreisen erlebt derzeit eine signifikante Konsolidierung, angetrieben durch kapitalkräftige Investoren, die darauf abzielen, Marktführer in fragmentierten Nischenmärkten aufzubauen. Dies ist das Ergebnis der Fachtagung des Arbeitskreises gemeinnütziger Jugendaustausch (AJA), die im Januar in Berlin stattfand. Zwei Hauptakteure stehen im Fokus dieser Entwicklung: Waterland Private Equity und die WEP-Gruppe. Beide verfolgen aggressive „Buy-and-Build“-Strategien, um ihre geografische Reichweite und Marktposition zu stärken.

Der Vormarsch von Waterland Private Equity in Deutschland

Waterland Private Equity, ein für seine „Buy-and-Build“-Strategie bekannter Investor, hat begonnen, den deutschen Markt für Schüleraustauschprogramme durch gezielte Akquisitionen zu dominieren. Die Strategie wird über spezialisierte Beteiligungsvehikel gesteuert.

Die Rolle der StudExchange Ventures GmbH

Die StudExchange Ventures GmbH, gegründet im Jahr 2024, fungiert als zentrale Holding-Gesellschaft für die deutschen Aktivitäten von Waterland in diesem Sektor. Ihr expliziter Gesellschaftszweck ist das Halten und Verwalten von Beteiligungen im Bereich Organisation von Auslandsaufenthalten, was sie zum Sammelbecken für weitere Zukäufe prädestiniert.

Die Stepin-Akquisition und das Bindeglied Brandenberger

Im Zentrum der deutschen Strategie steht die Übernahme der Stepin GmbH (Student Travel and Education Programmes International), einem traditionsreichen Anbieter von High School-Programmen. Die StudExchange Ventures GmbH agiert als neue Gesellschafterin der Stepin GmbH, wodurch die Investoren die strategische Führung im Hintergrund übernehmen, während Stepin operativ unter seiner etablierten Marke vom Standort Bonn aus agiert. Das wesentliche Bindeglied dieser Struktur ist Laurents Brandenberger. Er ist als Investment Director bei Waterland Private Equity tätig und gleichzeitig eingetragener Geschäftsführer sowohl der StudExchange Ventures GmbH als auch der Stepin GmbH. Diese Personalie ist ein klassisches Vorgehen bei einer Private-Equity-Übernahme, um die Integration und strategische Neuausrichtung eng zu begleiten.

Die Kombination mit Kulturwerke Deutschland

Die Akquisition von Stepin folgte kurz nach der Übernahme der Kulturwerke Deutschland Sprachreisen GmbH durch Waterland, welche im Oktober 2024 stattfand. Mit der Zusammenführung dieser beiden Unternehmen formt Waterland in Rekordzeit einen neuen Branchenriesen.

Kulturwerke Deutschland ist bekannt für modernes Marketing und eine starke digitale Präsenz. Stepin bringt jahrzehntelange Erfahrung, ein breites Partnernetzwerk und eine etablierte Marke ein. Auch bei den Kulturwerken wurde Laurents Brandenberger am 17.09.2025 offiziell zum Geschäftsführer bestellt. Beide Unternehmen sind nun über einen Gewinnabführungsvertrag an die StudExchange Ventures GmbH gebunden, was die operative und strategische Verzahnung vollzieht. Durch diese Kombination kontrolliert Waterland nun einen signifikanten Anteil des deutschen Schüleraustauschmarktes, insbesondere für Destinationen wie die USA, Kanada und Australien.

Die Expansionsstrategie der WEP-Gruppe

Parallel zu Waterlands Aktivitäten in Deutschland verfolgt auch die belgische WEP-Gruppe (World Education Program) eine aggressive, global ausgerichtete Expansionsstrategie, ebenfalls nach dem „Buy-and-Build“-Ansatz.

Die Rolle der Discovery Holding

Die Discovery Holding SRL/BV fungiert als eine der Holding-Gesellschaften hinter der WEP-Gruppe. Sie ist das finanzielle Rückgrat der Zukäufe, mit einem Eigenkapital von über 12 Millionen Euro und einer Bilanzsumme von über 30 Millionen Euro (Stand Ende 2024). Thibaut Hardelay, CEO von WEP International, ist gleichzeitig einer der Geschäftsführer der Holding und steuert über dieses private Investment-Vehikel die WEP-Bildungsorganisation.

Jüngste Akquisitionen von WEP

Unter der Leitung von Thibaut Hardelay hat die WEP-Gruppe eine Serie gezielter Zukäufe getätigt: CLS (Spanien) wurde 2023 übernommen. MyEducation (England) sowie das Apollo Language Centre (Dublin, Irland) folgten 2024. Zainetto Verde (Italien) wurde Anfang 2025 übernommen. Die Integration von Camps International (Deutschland), einer 1984 gegründeten Austauschorganisation, wurde im Oktober 2025 bekanntgegeben.

Mit der Übernahme von Camps International erweitert WEP seine geografische Reichweite auf insgesamt zehn Länder: Australien, Belgien, Dänemark, Frankreich, Deutschland, Italien, Norwegen, Polen, Spanien und Großbritannien. Dieses Wachstum stärkt WEPs Position als weltweit führender Anbieter von Bildungsreisen.

Branchenreaktionen und Marktdynamik

Die starke Konsolidierung, insbesondere in Deutschland durch die Übernahmen von Educatius (DFSR, Southern Cross, STS) sowie Kulturwerke (Stepin) und Camps (WEP), führt zu einer Marktveränderung. Branchenbeobachter bedauern den Verlust der Unabhängigkeit vieler Unternehmen, sehen aber auch Chancen für kleinere, unabhängige Unternehmen, sich abzuheben. Personelle Wechsel begleiten diese Umwälzungen. So war Markus Fiedler kurzzeitig Geschäftsführer bei Stepin nach seiner Zeit bei DFSR und Southern Cross, und Barbara Freiberg (Sim) wechselte ebenfalls von DFSR zu Stepin.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Markt durch kapitalkräftige Investoren neu geordnet wird. Der Fokus liegt auf Skaleneffekten, Digitalisierung und dem Aufbau marktbeherrschender Gruppen im DACH-Raum und international.

Bild Christian Orth Bildcredits: ICXchange Deutschland eV

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

17,5 Millionen Euro für Blockbrain: KI rettet Unternehmenswissen vor dem Vergessen

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Wissensmanagement Serie A Finanzierung 17,5 Mio. Euro Blockbrain Founder Antonius Gress, Mattias Protzmann, Nam Hai Ngo Bildcredits: Blockbrain

Zuverlässige KI Agenten gegen Wissensverlust Blockbrain sichert Serie A Finanzierung über 17,5 Mio. Euro

Wissensmanagement neu gedacht Die Plattform macht kritisches Wissen effizient über KI Agenten systematisch nutzbar als auch automatisierbar und somit zum kalkulierbaren Wettbewerbsvorteil für Unternehmen

Starkes Marktfeedback Die Verfünffachung des Umsatzes im Jahr 2025 sowie die Zusammenarbeit mit branchenführenden Kunden bestätigen Nachfrage nach sicherer und vertrauenswürdiger Unternehmens KI

Serie A Finanzierung treibt nächste Wachstumsphase Blockbrain beschleunigt Produktentwicklung, Vertrieb und Skalierung in Europa und UK

Wenn erfahrene Mitarbeitende ein Unternehmen verlassen, geht oft mehr verloren als nur die Besetzung einer Position: Fachwissen, Entscheidungslogiken sowie eingespielte Prozesse verschwinden und müssen mühsam neu aufgebaut werden. Das Stuttgarter Tech Scale up Blockbrain bietet eine Plattformlösung, durch die sich dieses kritische Wissen mithilfe vertrauenswürdiger KI Agenten für Unternehmen dauerhaft verfügbar, augmentierbar und automatisierbar machen lässt. Nun sicherte sich Blockbrain eine Serie A Finanzierung über 17,5 Millionen Euro. Angeführt wird die Finanzierungsrunde von Alstin Capital und dem Londoner Technologie Investor 13books Capital.

Die Bestandsinvestoren Giesecke+Devrient Ventures, Landesbank Baden Württemberg Ventures und Mätch VC stocken ihr finanzielles Engagement weiter auf. Auch das Family Office von HARTING beteiligt sich an der Runde. Mit dem frischen Kapital investiert Blockbrain gezielt in den Ausbau von Sicherheit, Compliance, Governance und konsequenter Datensouveränität. Das bedeutet: Kundendaten werden bei Bedarf in hochsicheren, regionalen Cloud Umgebungen des jeweiligen Benutzers gespeichert. Gleichzeitig treibt das Unternehmen die Weiterentwicklung spezialisierter Wissens und KI Agenten voran. Auch der Ausbau von Vertrieb und Marktpräsenz in Europa und Großbritannien steht im Fokus.

Branchenführer setzen auf KI Agenten von Blockbrain

Mit der Plattformlösung von Blockbrain lassen sich digitale Wissenszwillinge bereits innerhalb weniger Wochen erstellen. Sie speichern Informationen von Experten und Fachkräften, bilden Denkweisen, Entscheidungslogiken und Methodenwissen ab und machen es nach Bedarf skalierbar. Diese sogenannten Knowledge Bots stellen das gespeicherte Erfahrungswissen dann über Teams und Standorte hinweg dauerhaft zur Verfügung. Bestandskunden wie Axel Frey, CEO der Seifert Logistics Group, bestätigen eine wöchentliche Zeitersparnis von bis zu 15 Prozent durch die Verwendung seines digitalen Zwillings. Halluzinationen und Fehlinformationen sind zudem aufgrund der technischen Architektur hinter den Agenten extrem reduziert. Dass dieser Ansatz funktioniert, zeigt die starke Marktresonanz: Über das Jahr 2025 verzeichnete Blockbrain eine Verfünffachung des Umsatzes. Ein Resultat aus erfolgreichen Kooperationen mit führenden Unternehmen aus wissensintensiven sowie regulierten Branchen, wie beispielsweise Roland Berger, Bosch & Bosch Rexroth, Kärcher, fischer, Harting, Eberspächer, Bardehle Pagenberg, CHG Meridian, Domcura oder Seifert Logistics.

Vertrauenswürdige KI Lösungen für sichere Datenflüsse in Unternehmen

Viele der derzeitigen KI Systeme bieten mangelnde Transparenz, unsichere Datenwege und fehlende Kontrolle über sensitives Wissen. Die Plattform von Blockbrain bildet hier einen Gegenpol und erfüllt höchste Anforderungen an Sicherheit, Governance und Compliance. Sie ist DSGVO konform, ISO 27001 zertifiziert und bereits vollständig EU AI Act ready. Durch eine Multi Model Architektur ohne Bindung an einen einzelnen Anbieter behalten Unternehmen zudem die volle Kontrolle über eingesetzte Modelle und sensible Daten. Die Qualität und Sicherheit der Plattform bestätigt ein unabhängiger Benchmark des Sicherheitsspezialisten Giesecke+Devrient. Blockbrain erzielte 92 von 105 möglichen Punkten und positioniert sich damit im Wettbewerb deutlich vor anderen etablierten Enterprise KI Lösungen. Der zweitplatzierte der sechs geprüften Anbieter erreichte lediglich 58 von 105 Punkten, was den Vorsprung der Blockbrain Lösung im direkten Vergleich weiter unterstreicht.

Skalierung durch Ausbau von Engineering und Produktentwicklung

Mit dem erfolgreichen Abschluss der Serie A Finanzierung zündet Blockbrain die nächste Wachstumsphase. Das Unternehmen baut seine Präsenz in Europa und UK weiter aus und verstärkt sein Team mit sogenannten Forward Deployed AI Engineers, spezialisierten Experten, die Unternehmen bei der Einführung und Nutzung von KI Agenten und deren Anbindung an bestehende Systeme im Unternehmen remote oder vor Ort eng begleiten. Gleichzeitig fließen gezielte Investitionen in die Weiterentwicklung der Plattform und die Erforschung neuer Anwendungsfelder rund um KI gestütztes Wissensmanagement – darunter Funktionen wie ein vordefinierter Ersatz oder Ausweichprozess, der die Verfügbarkeit und Zuverlässigkeit von Antworten erhöht, sowie neue Agent und Research Workflows, mit denen sich Wissensaufbau und Rechercheprozesse automatisieren lassen. Blockbrain positioniert sich damit als einer der zentralen Ansprechpartner für Unternehmen, die Künstliche Intelligenz nicht als Experiment, sondern als verlässliches Werkzeug im Kerngeschäft nutzen wollen.

Stimmen zum Investment

„Unternehmen verlieren jeden Tag wertvolles Know how – nicht aus Nachlässigkeit, sondern weil Wissen und komplexe Entscheidungslogiken bislang kaum systematisch gesichert werden. Mit Blockbrain machen wir Erfahrungswissen dauerhaft verfügbar und schaffen so eine belastbare Grundlage für Produktivität und Wettbewerbsfähigkeit. Die erfolgreiche Serie A Finanzierung gibt uns den Rückenwind, diesen Ansatz europaweit zu skalieren.“
Antonius Gress, Mitgründer & CEO von Blockbrain

„Qualität und Verlässlichkeit entstehen bei Blockbrain nicht einfach durch die Wahl eines KI Agenten“, erklärt Mattias Protzmann, Mitgründer & CTO von Blockbrain. „Wir haben uns von Anfang an den Themen Sicherheit, Datensouveränität und Compliance gewidmet. Diese Strategie garantiert unseren Kunden Kontrolle durch volle Transparenz. Sich einfach auf Versprechungen und die Stärke eines Modells zu verlassen, ist im Unternehmenskontext aus unserer Sicht schlicht nicht genug.“
Mattias Protzmann, Mitgründer & CTO von Blockbrain

„In wissensintensiven und stark regulierten Branchen entscheidet Expertenwissen über Qualität und Geschwindigkeit. Geht es verloren, drohen kostspielige Produktivitätsverluste. Blockbrain macht internes Know how aus Dokumenten und dem Expertenwissen der Teams als Knowledge Bots schnell nutzbar, DSGVO konform und ohne aufwändige Programmierung. Team, Praxisnutzen und Feedback führender Industrie und Beratungsunternehmen haben uns überzeugt. Deshalb freuen wir uns sehr, als Lead Investor diese Runde anzuführen.“
Benjamin Kleinschnitz, Senior Investment Manager bei Alstin Capital

Bild Blockbrain Founder Antonius Gress, Mattias Protzmann, Nam Hai Ngo Bildcredits: Blockbrain

Quelle Maschmeyer Group MM Support GmbH

Wie konnte Bürokratie zum größten Zeitfresser in Kliniken werden?

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aiomics medizinische Daten für Kliniken intelligent nutzen

aiomics entwickelt eine Clinical Data Intelligence Platform, die medizinische Daten strukturiert aufbereitet und Kliniken dabei unterstützt, komplexe Informationen frühzeitig nutzbar zu machen und Arbeitsprozesse effizienter zu gestalten

Wer steckt hinter aiomics und wie ist das Unternehmen entstanden aus der Perspektive von Gründer und CEO Dr. Sven Jungmann?

Die Idee entstand eigentlich aus purer Frustration. Ich habe selbst als Arzt in der Klinik gearbeitet und irgendwann gemerkt, dass ich mehr Zeit mit ineffizienten Prozessen verbringe als mit meinen Patienten. Als ich mich damals bei einem erfahrenen Kollegen beschwerte, gab er mir den Rat: „Bleib einfach lange genug dabei, dann gewöhnst du dich schon dran.“

Das war für mich der Wendepunkt. Ich wollte mich nicht an schlechte Zustände gewöhnen, ich wollte sie ändern. Ich habe mich jahrelang mit digitalen Lösungen beschäftigt, aber erst die jüngsten Sprünge in der künstlichen Intelligenz haben uns das Werkzeug in die Hand gegeben, um administrative Klinikprozesse wirklich fundamental neu zu denken.

Aber: Medizinische Daten verzeihen keine Fehler. Ein schneller Prototyp reicht hier nicht; man braucht extreme Robustheit und Datensicherheit. Deshalb habe ich nicht einfach damit angefangen, GPT-Wrapper zu Vibecoden, sondern gezielt mit einem Physiker als Datenexperten und einem Juristen für die regulatorische Tiefe. Wir haben im Oktober 2024 angefangen, monatelang ohne Gehalt gearbeitet und Ideen getestet, bis wir den Kern von aiomics gefunden hatten. Im April 2025 haben wir gegründet und konnten kurz darauf Top-Investoren (Norrsken Evolve, Vorwerk, Calm/Storm und renommierte Angels) überzeugen, die verstanden haben, dass wir hier dicke Bretter bohren.

Was bedeutet es für aiomics eine Clinical Data Intelligence Platform zu sein und warum geht dieser Ansatz über ein klassisches Dokumentationstool hinaus?

Es gibt derzeit einen großen Hype um Transkriptions-Software, die Arzt-Patienten-Gespräche aufzeichnet. Das ist technisch beeindruckend (es sei denn, es ist einfach Whispr oder ElevenLabs in neuer Verpackung), greift aber zu kurz. Kliniken können und wollen nicht überall Mikrofone installieren.

Zudem glauben viele Laien, dass das, was in alten Arztbriefen steht, immer korrekt ist. Die Realität ist: Dort schleichen sich Fehler ein, oder wichtige Informationen fehlen schlichtweg. Wenn ein Patient in die Klinik kommt, liegen oft Dutzende Vorbefunde vor. Es ist für einen Menschen fast unmöglich, diese Datenmengen in wenigen Minuten komplett zu durchdringen.

Genau hier setzen wir an. obwohl wir natürlich auch Spracheingaben und Transkriptionen demnächst ermöglichen werden, sind wir keine weitere Transkriptions-App, sondern eine Plattform, die Daten organisiert und zugänglich macht. Wir beginnen am frühesten Kontaktpunkt – oft noch bevor der Patient die Klinik betritt. Wir strukturieren die Informationen so vor, dass die Ärztin sofort den Überblick hat. Wie im echten Leben gilt auch bei medizinischen Daten: Ein gut strukturierter Anfang führt zu einem effizienteren Ablauf am Ende.

Welche konkrete Vision verfolgt aiomics mit dem Anspruch „Return to your calling“ und wie soll diese im Klinikalltag Realität werden?

Fast alle Ärztinnen und Ärzte haben Medizin studiert, weil sie Menschen helfen wollen. In der Klinikrealität werden sie dann zu hochbezahlten Datenerfassern degradiert. Viele junge Mediziner:innen haben darauf schlicht keine Lust mehr und verlassen den Beruf.

Wir steuern in Europa auf eine Lücke von über vier Millionen Fachkräften im Gesundheitswesen zu. Gleichzeitig lassen wir zu, dass das vorhandene Personal 40 Prozent seiner Arbeitszeit mit Aufgaben verschwendet, die keinen direkten Mehrwert für den Patienten bzw. die Patientin haben. Unsere Vision ist simpel: Wir halten Ärzt:innen, Pflegekräften und Therapeut:innen den Kopf frei. Wenn die Software die Fleißarbeit übernimmt, können sich die Menschen wieder auf ihre eigentliche Berufung konzentrieren: die Arbeit am Patienten.

Für welche medizinischen Einrichtungen und Berufsgruppen ist aiomics besonders relevant und welche Probleme löst die Plattform dort ganz konkret?

Gestartet sind wir mit Rehabilitationskliniken, aber das Interesse aus Akutkliniken war schnell so groß, dass wir dort jetzt ebenso aktiv sind. Inzwischen nutzen uns das Medizincontrolling, das Patientenmanagement und sogar ärztliche Fachgutachter. Auch in der funktionellen und präventiven Medizin, wo man sehr komplexe Datenpunkte übersichtlich zusammenführen muss, rennen wir offene Türen ein.

Im Grunde ist aiomics für jeden relevant, der Patient:innen behandelt und dabei große Datenmengen bewältigen muss. Wir helfen all jenen, die nicht mehr im Dokumentationssumpf steckenbleiben wollen und bereit sind, ihre Abläufe neu zu denken.

Wie hilft die Ingestion & Refinement Engine von aiomics dabei Ordnung in unstrukturierte medizinische Daten zu bringen?

Medizinische Daten sind oft chaotisch – ein Mix aus PDFs, handschriftliche Notizen, Fragebögen, Laborwerten und Fließtexten. Unsere Technologie fungiert hier als eine Art Übersetzer und Sortiermaschine. Sie liest diese unterschiedlichen Formate nicht nur, sondern bringt sie in eine einheitliche, nutzbare Struktur.

Das Entscheidende ist dabei die formale Qualitätsprüfung. Das System erkennt Datendiskrepanzen und weist darauf hin. So wird aus einem losen Haufen an Informationen eine vollständige Informationsgrundlage für die ärztliche Beurteilung. Wir machen die Daten „sprechfähig“, damit Ärzte nicht suchen müssen, sondern finden.

Warum setzt aiomics bewusst auf eine europäische Compliance-as-Infrastructure statt auf bestehende Off-the-Shelf-KI-Lösungen?

Weil Vertrauen im Gesundheitswesen keine Option, sondern die Basis ist. Wir können nicht einfach Daten auf amerikanische Server schieben und hoffen, dass es gut geht. Datenschutz muss das Fundament sein, nicht der Anstrich.

Indem wir auf eine streng europäische Infrastruktur setzen, geben wir Kliniken die Sicherheit, modernste KI nutzen zu können, ohne rechtliche Risiken einzugehen. Viele Kliniken wollen Innovation, trauen sich aber aus Sorge vor Datenschutzverletzungen nicht. Wir nehmen ihnen diese Sorge ab, indem wir die Compliance von Anfang an mitliefern.

Welche Rolle spielt der Human-in-the-Loop-Ansatz im Vertrauen medizinischer Fachkräfte in KI-gestützte Prozesse?

Eine zentrale. KI darf in der Medizin keine „Black Box“ sein, die Entscheidungen trifft, die niemand nachvollziehen kann. Bei uns bereitet das System Informationen vor, aber die Kontrolle und die finale Entscheidung liegen immer beim medizinischen Fachpersonal.

Das schafft Vertrauen. Die Nutzer merken schnell, dass die KI sie nicht ersetzt, sondern ihnen zuarbeitet wie ein extrem aufmerksamer Assistent. Diese Kombination aus maschineller Datenaufbereitung und menschlicher Urteilskraft ist weit mächtiger als jedes der beiden Elemente allein.

Welche Hürden begegnen Ihnen beim Verkauf an Krankenhäuser und wie ist es gelungen diesen Prozess deutlich zu beschleunigen?

Normalerweise dauern Verkaufszyklen im Krankenhaus 18 bis 24 Monate. Wir schaffen das derzeit in etwa sieben Monaten. Warum? Weil wir nicht versuchen, der Klinik eine starre Software aufzudrücken, an die sie sich anpassen muss. Wir kommen vom Prozess her und passen uns der Realität der Klinik an.
Wenn wir Geschäftsführern zeigen können, dass sich der Einsatz unserer Plattform finanziell mehr als fünffach rentiert (ROI > 5x), ist die Begeisterung groß. Die größte Hürde ist oft gar nicht technischer Natur, sondern das alte Denken. Viele Kliniken versuchen, neue Technologie in alte Prozesse zu pressen. Das ist, als würde man einen Porsche nur im ersten Gang fahren, weil einem niemand die Gangschaltung erklärt hat. Deshalb investieren wir viel in Bildung. Zusammen mit STREAMED UP haben wir Fortbildungen zu KI entwickelt, um genau dieses Verständnis zu schaffen — und dafür breite Unterstützung u.a. vom Marburger Bund und der Deutschen Adipositas Gesellschaft erhalten.

Was unterscheidet aiomics aus Ihrer Sicht am stärksten von anderen KI-Lösungen im Gesundheitswesen?

Es ist die Kombination unserer DNA. Da unser CTO Physiker mit Medizintechnik- und Remote Patient Monitoring Hintergrund ist, haben wir ein extrem robustes System gebaut, das typische KI-Probleme wie „Halluzinationen“ – also das Erfinden von Fakten – auf ein absolutes Minimum reduziert.

Gleichzeitig sind wir ärztlich geführt. Ich verbringe einen Großteil meiner Zeit direkt in den Kliniken. Wir kommen nicht „von oben herab“ mit einer fertigen Lösung, sondern arbeiten eng mit Institutionen wie der Charité zusammen, die eine riesige Expertise in der Implementierung haben. Wir verstehen, dass gute Software sich den individuellen Bedürfnissen der Klinik anpassen muss, nicht umgekehrt.

Ein oft unterschätzter Aspekt ist dabei die Rechtssicherheit unserer Anwender. Im Gesundheitswesen wird kaum jemand darin ausgebildet, juristisch unanfechtbar zu dokumentieren – obwohl die Anforderungen hier enorm gestiegen sind. Und hier kommt unser Volljurist im Team ins Spiel: Wir sehen uns hier auch als Anwalt der Ärzte: Unsere Plattform achtet darauf, dass alle Inhalte nicht nur medizinisch korrekt, sondern auch formell und rechtlich belastbar sind. Das gibt den Behandelnden die Sicherheit, auch administrativ auf der sicheren Seite zu sein.

Welche nächsten Entwicklungsschritte und strategischen Ziele stehen für aiomics in den kommenden Jahren an?

Unsere Kunden entdecken ständig neue Anwendungsfälle für uns, das treibt die Entwicklung stark voran. Auf unserer unmittelbaren Roadmap stehen Funktionen wie ein Patientenmanagement-Tool im übersichtlichen Kanban-Stil und bessere Visualisierungen für Laborwerte, damit man Verläufe auf einen Blick erkennen kann.

Strategisch geht es jetzt in die Breite. Wir sind in Deutschland und Schweden aktiv, führen aber bereits erste Gespräche in Österreich und der Schweiz. Ziel ist es, dass aiomics im deutschsprachigen Raum und darüber hinaus zum Standard für intelligente Datenverarbeitung wird.

aiomics medizinische Daten für Kliniken intelligent nutzen
Screenshot

Welche persönlichen Erfahrungen aus Ihrer Zeit als Arzt prägen heute Ihre Entscheidungen als Gründer?

Ich habe oft erlebt, dass Software „anonym“ ist – man fragt sich, ob die Entwickler jemals einen echten Nutzer getroffen haben. Man muss seine Denkweise der Software unterordnen.

Durch meine Studien in Cambridge, Stanford und Harvard und meine Erfahrung in der digitalen Innovation habe ich eines gelernt: Wirklich gute Software ist unsichtbar. Sie fällt gar nicht auf, weil sich die Nutzung völlig natürlich anfühlt. Das ist mein Anspruch an aiomics. Es darf keine weitere Hürde sein, sondern muss sich anfühlen wie eine Erleichterung. Und ich will, dass die Menschen, die unsere Plattform nutzen, auch genau wissen, wer dahinter steckt und wofür wir stehen. Dass wir sie verstehen und ihnen helfen wollen, zurück zu ihrer Berufung zu finden.

Welche drei Ratschläge würden Sie anderen Gründerinnen und Gründern mitgeben die im hochregulierten Gesundheitsmarkt starten wollen?

Erstens: Verbringe so viel Zeit wie möglich mit den Nutzern. Das klingt wie eine Binsenweisheit, wird aber oft ignoriert. Wir lernen immer noch ständig Neues, nur weil wir zuhören. Und man muss beweisen, dass man Feedback schnell umsetzt. Die meisten Anbieter im Gesundheitswesen sind träge – wer hier schnell und nah am Kunden ist, gewinnt massiv an Loyalität (und Geduld).

Zweitens: Ehrlichkeit gewinnt. Klinikmitarbeiter:innen sind mittlerweile allergisch gegen Hochglanz-PowerPoints, die nichts mit der Realität zu tun haben. Zu oft wurde ihnen das blaue vom Himmel versprochen und es gibt kaum Substanz dahinter. Das schafft Misstrauen. Wenn man offen kommuniziert, was das Produkt schon kann und was noch entwickelt wird, erntet man Respekt und Vertrauen.

Drittens: Werde zur Priorität. Wenn du nicht eines der Top-3-Probleme einer Klinik löst, wirst du ignoriert. Kliniken haben keine Kapazitäten für „nice-to-have“. Viele Gründer:innen treten belehrend auf und wollen erklären, was wichtig ist. Das funktioniert nicht. Man muss den echten Schmerz lindern – sei es Zeitmangel oder Geldnot – und sich den Realitäten anpassen, statt sie belehren zu wollen.

Bildcredits:© Jessica Hanlon

Wir bedanken uns bei Dr. Sven Jungmann für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder


Premium Start-up: aiomics

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Wie können industrielle Prozesse gleichzeitig schneller und zuverlässiger werden?

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INLEAP Photonics, Laserstrahllenksystem und Industrie Geschäftsführer stehend

INLEAP Photonics entwickelt ein digitales Laserstrahllenksystem für die Industrie, das Produktivität steigert und mechanische Grenzen in der industriellen Fertigung überwindet.

Wie ist INLEAP Photonics entstanden und welche Rollen übernehmen die Personen hinter dem Unternehmen?

INLEAP Photonics ist aus dem Laser Zentrum Hannover entstanden. Felix und ich haben dort promoviert und als Gruppenleiter unterschiedlicher Fachbereiche gearbeitet. Während der Arbeit entstand damals die Idee für unser erstes Produkt: INLEAP® FASTLIGHT®, ein innovatives, ultraschnelles und pixelbasiertes Laserstrahllenksystem für industrielle Anwendungen. Anfang 2023 haben wir daraufhin die INLEAP Photonics GmbH gegründet und die Technologie im Rahmen eines EXIST-Forschungstransferprojektes entwickelt, erprobt und 2024 erstmalig verkauft. Ich verantworte heute als CEO das operative Geschäft und die strategische Ausrichtung. Felix ist als CTO für die technologische Entwicklung zuständig. Mit Katharina haben wir früh ein weiteres Gründungsmitglied ins Team geholt, die als CFO die betriebswirtschaftliche Perspektive, Finanzen und Marketing abdeckt.

Aus welchem technologischen oder industriellen Bedarf heraus habt ihr INLEAP Photonics gegründet?

Der ursprüngliche Bedarf kam ganz klar aus der Industrie. Klassische mechanische Laserstrahllenksysteme sind langsam und verursachen dadurch hohe Prozessnebenzeiten. Das begrenzt die Produktivität und treibt Produktionskosten in die Höhe. Wir wollten diese Grenzen aufbrechen und bis dahin noch ungenutzte Potenziale der Lasermaterialbearbeitung ausschöpfen. Deshalb haben wir ein digitales und pixelbasiertes Laserstrahllenksystem entwickelt, das ohne zu bewegende Bauteile, wie Spiegel, auskommt. Ziel war von Anfang an, industrielle Prozesse schneller, stabiler und effizienter zu machen. Nicht als Prototyp, sondern als echtes, industrietaugliches System.

Welche Vision verfolgt ihr mit eurer Laser-Strahllenktechnologie für die industrielle Fertigung?

Unsere Vision ist es, einen neuen Standard für Produktivität, Effizienz und Sicherheit in laserbasierten Anwendungen zu setzen – in der Industrie ebenso wie im Schutz kritischer Infrastrukturen. Wir wollen Laserstrahllenksysteme von den Limitierungen mechanischer Systeme befreien.
Für die industrielle Fertigung heißt das konkret: mehr Durchsatz, stabilere Prozesse und reproduzierbare Qualität. Die Technologie soll sich nahtlos in bestehende Produktionslinien integrieren lassen. Für uns ist entscheidend, dass unsere Systeme im industriellen Alltag funktionieren.

Wie unterstützt eure Technologie konkret Unternehmen in der laserbasierten Materialbearbeitung?

Unsere INLEAP® FASTLIGHT® Technologie lenkt den Laser bis zu 2.500-mal schneller als klassische Systeme. Dadurch entfallen viele Nebenzeiten, die heute industrielle Prozesse ausbremsen. Unternehmen können ihre laserbasierten Anlagen mit unserer Technologie besser auslasten, Prozesse beschleunigen und Energie sparen.

An welche Branchen richtet sich euer Angebot besonders und warum gerade diese?

Heute liegt unser klarer Fokus auf sicherheitsrelevanten Anwendungen im Defence- und Security-Umfeld. Dazu zählen militärische Organisationen, Behörden sowie Betreiber kritischer Infrastrukturen. Hier besteht eine klare Fähigkeitslücke bei der Drohnenabwehr, insbesondere in urbanen und sensiblen Umgebungen, in denen der Schutz von Menschen eine zentrale Rolle spielt.
Parallel bleiben industrielle Anwendungen für uns ein zentraler Technologietreiber, etwa in der Additiven Fertigung oder Batteriezellenproduktion. Diese Anwendungen zeigen, dass unsere Technologie unter realen industriellen Bedingungen zuverlässig funktioniert.

Was unterscheidet INLEAP Photonics von klassischen mechanischen Scannerlösungen im Markt?

Der größte Unterschied ist, dass wir keine mechanischen, beweglichen Spiegel einsetzen. Unsere Laserstrahllenkung ist digital und pixelbasiert. Das macht uns extrem schnell, hochpräzise und deutlich stabiler im Betrieb. Es gibt keinen mechanischen Verschleiß, keine Nachjustierung und deutlich mehr Prozessstabilität. Das eröffnet Einsatzmöglichkeiten, die mit vielen bestehenden Systemen nicht realisierbar sind.

Welche Herausforderungen bringt es mit sich, eine Deep-Tech-Lösung aus der Forschung in die Industrie zu überführen?

Die größte Herausforderung ist, aus einer sensiblen Hochtechnologie ein robustes, industrietaugliches Produkt zu machen. Optik ist per se anspruchsvoll, gerade wenn sie in rauen Umgebungen eingesetzt wird.
Man muss sehr früh lernen, industriell zu denken: Fertigung, Qualitätssicherung, Zuverlässigkeit über Jahre. Genau deshalb war es uns wichtig, möglichst früh aus dem Labor rauszugehen und unter realen Bedingungen zu testen. Unser Anspruch war von Anfang an klar: kein Forschungsprojekt, sondern ein industriell und operativ einsatzfähiges System zu schaffen.

Wie geht ihr mit den hohen Anforderungen an Präzision, Zuverlässigkeit und Integration in bestehende Produktionslinien um?

Wir entwickeln unsere Systeme modular und kompatibel zu bestehenden Anlagen. Kunden können ihre vorhandenen Laserstrahlquellen weiter nutzen. Die Präzision kommt aus unserer innovativen Technologie, die ultraschnelle, stabile und reproduzierbare Prozesse ermöglicht. Gleichzeitig testen wir unsere Systeme kontinuierlich unter realen Bedingungen. Gerade die Kombination aus Optik-Know-how und Maschinenbau-Erfahrung im Team hilft uns, Zuverlässigkeit nicht nur zu versprechen, sondern auch umzusetzen.

Welche Rolle spielen Effizienz und Nachhaltigkeit in eurer Produktentwicklung?

Effizienz ist einer unserer zentralen Leitwerte. In der Industrie bedeutet das höhere Ausbringung bei geringerem Energieeinsatz. In der Drohnenabwehr heißt Effizienz, dass wir ohne Munition arbeiten und pro Einsatz lediglich geringe Mengen elektrischer Energie benötigen.

Wohin soll sich INLEAP Photonics in den kommenden Jahren entwickeln und welche nächsten Schritte plant ihr?

Wir stehen aktuell am Beginn der nächsten Wachstumsphase. Unser Fokus liegt darauf, unser laserbasiertes Drohnenabwehrsystem INLEAP® FASTLIGHT® SHIELD zu skalieren und im Defence- und Sicherheitsumfeld in den Markt zu bringen.
Gleichzeitig bleibt unser industrielles Produkt ein wichtiger Bestandteil des Unternehmens. In den kommenden Jahren wollen wir international wachsen, weitere Referenzprojekte aufbauen und unser Team gezielt erweitern. Unser Anspruch ist es, in beiden Anwendungsfeldern einen neuen technologischen Standard zu setzen.

Welche drei Ratschläge würdet ihr Gründerinnen und Gründern geben, die ein technologiegetriebenes Startup aufbauen wollen?

Baut keine Technologie um der Technologie willen, sondern löst ein echtes Problem. Denkt früh industriell und marktorientiert, nicht nur aus der Forschungsperspektive. Und: Stellt ein Team zusammen, das Technik und Business wirklich zusammenbringt. Am Ende zählt, dass etwas nicht nur auf dem Papier funktioniert, sondern vor allem beim Kunden in der Anwendung.

Bildcredits: @INLEAP Photonics GmbH

Wir bedanken uns bei Marius Lammers für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Laser gegen Drohnen: INLEAP Photonics greift an

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INLEAP Photonics, Laserstrahllenksystem und Industrie Geschäftsführer stehend

INLEAP Photonics positioniert sich als Defence Tech Unternehmen und stellt neue laserbasierte Drohnenabwehr vor

Marktreife Lösung für den Schutz kritischer Infrastrukturen

INLEAP Photonics positioniert sich als neues deutsches Defence Tech Unternehmen für laserbasierte Drohnenabwehr. Das Unternehmen bringt mit INLEAP® FASTLIGHT® SHIELD eine marktreife, augensichere und kosteneffiziente Lösung auf den Markt, um Menschen, kritische Infrastrukturen, urbane Räume und sicherheitsrelevante Einrichtungen zuverlässig vor Drohnen zu schützen. Die Technologie adressiert eine der derzeit drängendsten physischen Bedrohungen für Gesellschaft, Wirtschaft und die staatliche Handlungsfähigkeit in Deutschland und Europa.

INLEAP Photonics entwickelt seine industrielle Hochpräzisions Technologie für sicherheitskritische Einsatzszenarien weiter. Die INLEAP® FASTLIGHT® Technologie von INLEAP Photonics lenkt Laserstrahlen bis zu 2500x schneller als herkömmliche Lösungen. Damit lassen sich industrielle laserbasierte Produktionsprozesse wie beispielsweise in der Additiven Fertigung und Batteriezellenproduktion signifikant beschleunigen. Auf Basis dieser Hochpräzisionstechnik wurde die Technologie kontinuierlich zu einem laserbasierten Gesamtsystem weiterentwickelt, das eine sichere, zuverlässige und effektive Drohnenabwehr ermöglicht.

Mit INLEAP® FASTLIGHT® SHIELD adressiert das Unternehmen einen Wachstumsmarkt und schließt eine sicherheitskritische Fähigkeitslücke. Der hochpräzise und ultraschnelle Laser neutralisiert Drohnen innerhalb von Sekundenbruchteilen gezielt an identifizierten Schwachstellen. Dabei ist das System mobil, benötigt keine Munition und kann Menschen, Equipment und kritische Infrastrukturen schützen.

Finanzierung bestätigt Marktpotenzial

Eine im vergangenen Jahr erfolgreich abgeschlossene Finanzierungsrunde unter Führung des High Tech Gründerfonds HTGF bestätigt das hohe Markt und Vertrauenspotenzial der Lösung. Die Finanzierungsrunde ermöglicht INLEAP Photonics, die Skalierung und den Markteintritt im Defence und Sicherheitsumfeld weiter voranzutreiben. An der Runde beteiligten sich zudem Ventis Capital sowie mehrere private Investoren.

Dr. Ing. Marius Lammers, Chief Executive Officer von INLEAP Photonics:

„Die sicherheitspolitischen und technischen Rahmenbedingungen sind herausfordernd. Drohnen stehen vergleichsweise kostengünstig zur Verfügung und sind leistungsfähige Flugobjekte, die sich für Spionage und als Waffen einsetzen lassen oder Schäden an Infrastrukturen wie Stromnetzen oder Störungen im Flugverkehr verursachen können. Eine effektive Drohnenabwehr ist deshalb essentiell für den Schutz von Menschen und kritischen Infrastrukturen. Unsere Technologie löst dabei zentrale operative Herausforderungen. Der Betrieb ist augensicher, das System aufgrund seiner kompakten Abmessungen mobil einsetzbar und zudem kostengünstig – perfekt geeignet für den Einsatz in urbanen und schwer zugänglichen Gebieten.“

Drohnenabwehr dank ultraschnellem Laserstrahl

INLEAP Photonics, das 2024 mit dem niedersächsischen Innovationspreis in der Kategorie Schlüsseltechnologien für seine industrielle Innovation ausgezeichnet wurde, setzt seine Laserexpertise gezielt für sicherheitskritische Anwendungen ein. INLEAP® FASTLIGHT® SHIELD nutzt die innovative Laserstrahllenkung, um Drohnen effizient, verlässlich und sicher unschädlich zu machen. Ein punktgenauer extrem kleiner Lichtfleck mit hoher Energie trifft die Drohne an einer Schwachstelle, die zuvor mittels KI basierter Analyse identifiziert wurde.

Dr. Ing. Felix Wellmann, Chief Technology Officer von INLEAP Photonics:

„Die abgeschlossene Finanzierungsrunde markiert für uns einen wichtigen Meilenstein. Unsere Stärke liegt in der extrem schnellen und präzisen Laserstrahlführung, auch wenn die Umgebung anspruchsvoll und widrig ist. Diese Eigenschaften sind entscheidend, um Drohnen kontrolliert, effizient und ohne Risiken für das Umfeld zu neutralisieren. Die Investitionen erlauben es uns, die industrielle Skalierung sowie die Integration in operative Einsatzszenarien umzusetzen.“

Dr. Koen Geurts, Senior Investment Manager beim HTGF: „Wir vom High Tech Gründerfonds sehen in INLEAP Photonics ein Unternehmen mit klarer technologischer Differenzierung. INLEAP Photonics verbindet industrielle Laserexpertise mit einem hochaktuellen Anwendungsfeld. Das Team adressiert mit seiner Lösung einen stark wachsenden Markt und verfolgt dabei einen technologisch fundierten und skalierbaren Ansatz.“

Nächste Wachstumsphase und internationale Skalierung

INLEAP Photonics bereitet die nächste Wachstumsphase vor, um die internationale Skalierung weiter zu beschleunigen. Parallel dazu baut INLEAP Photonics sein Team weiter aus und plant, in den kommenden Monaten zusätzliche Fachkräfte einzustellen.

Bild INLEAP Photonics Geschäftsführer Bildcredits INLEAP Photonics GmbH

Quelle PIABO PR GmbH

Warum ist Compliance in Europa noch immer ein Expansionshemmnis?

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Bits setzt auf Compliance und Onboarding in Europa Bits Technology Founder Team vltr Robin Lantz, Fredik Eriksson und Jonatan Klintberg Bildcredits: Bits Technology

Bits ist ein in Stockholm ansässiges Unternehmen, das eine paneuropäische Infrastruktur für Compliance und Onboarding für regulierte Finanzunternehmen entwickelt

Wie ist Bits als in Stockholm ansässiger Anbieter für Compliance- und Onboarding-Infrastruktur entstanden, und welche Personen stehen hinter dem Unternehmen?

Bits wurde 2022 in Stockholm von Jonatan Klintberg, Fredrik Eriksson und Robin Lantz gegründet. Das Unternehmen entstand aus unserer direkten Erfahrung in schnell wachsenden Fintech- und Infrastrukturunternehmen, in denen wir immer wieder auf dasselbe Problem stießen. Compliance und Onboarding verlangsamten die Expansion und verursachten einen hohen operativen Aufwand. Unser Ziel war es, eine moderne Infrastruktur zu entwickeln, die Compliance-Prozesse marktübergreifend vereinheitlichen konnte, anstatt Unternehmen zu zwingen, lokale Tools und manuelle Workflows zusammenzusetzen.

Bits wurde von ehemaligen Operatoren von Klarna, AWS und Tink gegründet. Welche Erfahrungen aus dieser Zeit haben das Produkt am stärksten geprägt?

Bei Klarna haben wir aus erster Hand erlebt, wie komplex es ist, Finanzprodukte über viele Länder hinweg zu skalieren und dabei in unterschiedlichen regulatorischen Umfeldern zu bestehen. Aus der Zeit bei Amazon Web Services kommt ein Infrastruktur-Denken, das auf Verlässlichkeit, Skalierbarkeit und modulare Systeme ausgerichtet ist. Tink wiederum brachte uns tiefe Einblicke in die Fragmentierung europäischer Finanzdaten und den dazugehörigen Integrationen. Alle diese Erfahrungen haben Bits zu einer API-orientierten, stark automatisierten Plattform geformt, die Compliance als Kerninfrastruktur behandelt und nicht als nachgelagerte Verwaltungsaufgabe.

Welche Vision verfolgt Bits beim Aufbau einer paneuropäischen Compliance-Plattform für Banken und Fintechs?

Bits will zur zentralen Compliance-Schicht für regulierte Finanzunternehmen werden, die in Europa tätig sind. Die Vision ist eine einheitliche Plattform, die Onboarding, KYC, KYB, Geldwäscheprävention (AML), Risikobewertung, laufende Überwachung und Fallbearbeitung in einem System abdeckt. Compliance soll kein Wachstumshemmnis sein, sondern ein Wegbereiter, der es Unternehmen ermöglicht, mit einheitlichen Prozessen und Kontrollen in neue Märkte zu expandieren.

Warum ist die Fragmentierung von Compliance-Systemen aus Ihrer Sicht eines der größten Wachstumshemmnisse für regulierte Unternehmen in Europa?

Europa verfügt über gemeinsame regulatorische Rahmenbedingungen, aber die zugrunde liegenden Datensysteme, Register und Prozesse unterscheiden sich von Land zu Land erheblich. Dies führt dazu, dass Unternehmen marktspezifische Compliance-Setups mit unterschiedlichen Anbietern und Workflows aufbauen. Die Folge sind höhere Kosten, langsamere Onboarding-Prozesse, mehr manuelle Arbeit und inkonsistente Risikobewertungen. Diese Fragmentierung macht die Expansion zu einem Compliance-Projekt statt zu einer Produktentscheidung. Bits setzt genau hier an und reduziert die Fragmentierung, indem Prozesse und Daten in einer Plattform gebündelt werden.

Bits hat kürzlich 12 Millionen Euro in einer Series-A-Runde eingesammelt. Welche strategische Bedeutung hat diese Finanzierung für die nächste Phase des Unternehmens?

Die 12-Millionen-Euro-Series-A, angeführt von Alstin Capital, unterstützt den Schritt von der frühen Produktphase hin zu größerer europäischer Skalierung. Das Kapital fließt in eine stärkere Automatisierung der Geldwäsche- und Betrugsprozesse, den Ausbau von Anbindungen an europäische Datenquellen, den Teamaufbau und den Eintritt in weitere Märkte wie DACH und das Vereinigte Königreich. Außerdem hilft die Finanzierung, die Weiterentwicklung im Einklang mit sich wandelnden europäischen AML-Anforderungen voranzutreiben.

Unsere Series-A-Finanzierung in Höhe von 12 Millionen Euro, die von Alstin Capital angeführt wurde, unterstützt den Schritt von der frühen Produktphase zur größeren europäischen Skalierung. Das Kapital wird verwendet, um die Automatisierung in den Bereichen AML und Betrugsbekämpfung zu vertiefen, die Integration mit europäischen Datenquellen auszuweiten, das Team zu vergrößern und zusätzliche Märkte wie DACH und Großbritannien zu erschließen. Außerdem hilft uns die Finanzierung dabei, mit den sich weiterentwickelnden europäischen AML-Vorschriften Schritt zu halten.

Wie hilft Bits regulierten Fintech-Unternehmen und Banken konkret dabei, schneller in neue europäische Märkte einzutreten?

Unternehmen integrieren Bits einmalig, statt für jedes Land neue Compliance-Tools zusammenzustellen. Beim Eintritt in einen neuen Markt werden zusätzliche Datenquellen und die jeweilige regulatorische Logik im selben System konfiguriert. Das reduziert Entwicklungsaufwand, Anbieterkomplexität und den Trainingsaufwand im operativen Team. Compliance wird zu einem skalierbaren Rahmenwerk und muss nicht immer wieder neu gestaltet werden.

Ihre Kunden berichten von deutlich reduzierter manueller Fallbearbeitung und stark verkürzten Onboarding-Zeiten. Welche Prozesse werden dabei besonders stark automatisiert?

Die Automatisierung konzentriert sich auf Identitäts- und Unternehmensprüfung, Risikobewertung, Abgleich gegen Sanktions- und PEP-Listen, Analyse von Betrugssignalen, laufende Überwachung sowie die Fallzuweisung und -steuerung. Die Plattform sammelt und bewertet Daten automatisch und eskaliert nur komplexere oder risikoreichere Fälle an menschliche Prüfer. Hier sind die meisten Einsparungen beim manuellen Arbeitsaufwand zu finden.

Was unterscheidet Bits von marktspezifischen Compliance-Anbietern oder Einzellösungen im Kampf gegen Finanzkriminalität?

Viele Anbieter decken nur eine Funktion ab, etwa Identitätsprüfung oder Screening. Bits hingegen liefert einen durchgängigen Compliance-Prozess, der vom Onboarding über die laufende Überwachung bis zur Fallbearbeitung reicht. Dazu kommen einheitliche Risikologik, konsistente Entscheidungen und ein zentraler, nachvollziehbarer Prüfpfad. Dieser Lebenszyklus-Ansatz reduziert die Tool-Vielfalt und schafft ein kohärenteres Kontrollmodell.

Wie gelingt es Ihnen, hohe regulatorische Sicherheit mit skalierbaren, vollständig digitalen Onboarding-Prozessen zu verbinden?

Bits nutzt strukturierte Daten, regelbasierte Entscheidungslogik und detaillierte Prüfpfade. Automatisierte Prüfungen sind an klare Datenquellen und Risikoregeln gebunden, was den regulatorischen Anforderungen entspricht. Gleichzeitig halten Automatisierung und einheitliche Abläufe das Onboarding digital und schnell, ohne Nachvollziehbarkeit oder Kontrolle zu verlieren.

Welche Rolle spielen integrierte Datenquellen wie Unternehmensregister, PEP- und Sanktionslisten oder Betrugssignale für Ihr Modell?

Integrierte Daten sind von zentraler Bedeutung. Unternehmensregister, Daten zu wirtschaftlichen Eigentümern, Sanktions- und PEP-Listen, Identitätsinformationen und Betrugsindikatoren werden in einer standardisierten Risikobetrachtung zusammengeführt. Dies reduziert den manuellen Datenerfassungsaufwand und verbessert die Qualität und Konsistenz automatisierter Risikobewertungen.

In welche Richtung möchten Sie Bits mit Blick auf Produktentwicklung, Automatisierung und europäische Expansion weiterentwickeln?

Der Fokus liegt auf einer stärkeren Automatisierung der AML- und Betrugsbekämpfung, einer breiteren europäischen Datenabdeckung und der Expansion in weitere Märkte. Ziel ist es, das Bits eine zentrale Compliance-Infrastruktur für Fintechs und Banken in Europa wird, die mit den zukünftigen AML-Rahmenbedingungen der EU im Einklang steht.

Welche drei Ratschläge würden Sie Gründerinnen und Gründern geben, die ein Startup in einem stark regulierten und europäischen Markt aufbauen möchten?

Erstens: Regulierung von Anfang an als Teil der Produkt- und Prozessinfrastruktur behandeln.
Zweitens: Früh in Automatisierung investieren, weil manuelle Abläufe die Skalierung begrenzen.

Bits Technology Founder Team vltr Robin Lantz, Fredik Eriksson und Jonatan Klintberg Bildcredits: Bits Technology

Wir bedanken uns bei Jonatan Klintberg für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Was passiert, wenn KI konsequent aus Kundensicht gedacht wird?

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LoyJoy KI Conversational AI für Unternehmen ulf lötschert loyjoy

LoyJoy entwickelt eine Plattform für KI und Conversational AI, mit der Unternehmen ihre Kundeninteraktion proaktiv, sicher und langfristig automatisieren können.

Wie würden Sie LoyJoy und das Gründerteam vorstellen?

Wir sind ein eigenfinanziertes Technologieunternehmen aus Münster und verstehen uns als Gegenentwurf zu anonymen Tech-Konzernen. Mein Mitgründer CTO Dr. Ulrich Wolffgang und ich haben LoyJoy 2018 gegründet, um die einfachste Plattform für Conversational AI zu bauen. Unser Claim lautet „Agents People Love“. Das bedeutet: Wir wollen Technologie an der Kundenschnittstelle schaffen, die nicht nur funktioniert, sondern Freude bereitet. Da wir keine externen Investoren mit kurzfristigen Exit-Zielen im Nacken haben, können wir uns voll auf den langfristigen Erfolg unserer Kunden konzentrieren. Wir sind gekommen, um zu bleiben.

Welche Motivation stand am Anfang von LoyJoy und wie hat sie die Entwicklung der Plattform geprägt?

Am Anfang stand die Überzeugung, dass Freude – Joy – das ultimative Ziel jedes Kundenerlebnisses sein sollte. Wir sahen damals oft Chatbot-Lösungen, bei denen spürbar Kostensenkung statt Kundenerlebnis im Vordergrund standen. Das wollten wir ändern. Unsere Mission ist es, Technologie und menschliche Beziehungen nahtlos zu vereinen. Und diese Erlebnisse sorgen für loyale Kunden, daher das „Loy“ im Namen. Diese Motivation prägt die Plattform bis heute: Wir bauen Software, die Fachabteilungen empowert, selbstständig herausragende Erlebnisse zu schaffen.

Welche Vision verfolgen Sie für KI-gestützte Kundeninteraktion und welche Rolle soll LoyJoy dabei einnehmen?

Wir sehen „Agentic AI“ als den absoluten Gamechanger. Die Vision ist der Wechsel vom reaktiven Support zur proaktiven Unterstützung. KI-Agenten sollen nicht mehr nur antworten, sondern Probleme im Namen des Kunden aktiv und fallabschließend lösen. LoyJoy nimmt dabei die Rolle des Ermöglichers ein: Wir machen diese komplexe KI-Fähigkeit für Unternehmen einfach und sicher nutzbar, damit sie ihre Kundenschnittstelle automatisieren können. Und gleichzeitig die Kunden damit begeistern.

Für welche Unternehmen ist Ihre Conversational-AI-Plattform besonders relevant und wie erfüllen Sie deren Anforderungen?

Wir passen perfekt zu Unternehmen, die einen echten langfristigen Partner suchen und keinen bloßen Software-Lieferanten. Das sind oft Mittelständler und Konzerne, die Wert auf Innovation bei gleichzeitiger Stabilität, Datenschutz und direkten Draht zur Entwicklung legen. Dazu gehören Branchen wie Versicherer, Banken, Energieversorger und Konsumgüterhersteller. Aber auch das Rückgrat der deutschen Wirtschaft: der B2B-Mittelstand und das produzierende Gewerbe mit erklärungsbedürftigen Produkten. So gehören TRUMPF, SCHOTT, Vaillant, R+V Versicherung und Paul Hartmann AG zu unseren Kunden. Hier hilft KI, einen leichtgewichtigen Kanal zum Kunden aufzubauen und Produkte verständlich zu machen. Wir bieten die Agilität eines Startups gepaart mit der regulatorischen Sicherheit, die diese Branchen brauchen. Da wir unabhängig sind, fließen Kundenwünsche bei uns direkt in die Roadmap ein.

Ihr Ansatz kombiniert generative KI mit Prozessautomatisierung. Wo sehen Sie darin den größten Nutzen für Ihre Kundinnen und Kunden?

Der Nutzen liegt in der Geschwindigkeit und Sicherheit: Schon Mitte 2023 waren unsere Kunden im großen Stil live mit generativer KI an der Kundenfront. Da haben die meisten Unternehmen gerade angefangen, sich überhaupt mit dem Thema auseinanderzusetzen. Heute planen und handeln unsere KI-Agenten autonom. Strukturierte Prozesse geben der KI dabei die Leitplanken und sorgen für 100 % Sicherheit, dass jede Interaktion korrekt durchgeführt wird. Das Ergebnis sind nicht nur beantwortete Fragen, sondern gelöste Anliegen der Kunden.

Viele Unternehmen kämpfen mit komplexen oder zeitaufwendigen Service-Prozessen. Wie unterstützt LoyJoy speziell in solchen Situationen?

Wir geben den Fachabteilungen das Werkzeug an die Hand, diese Prozesse selbst zu automatisieren. Mit LoyJoy bauen sie Agenten, die weit über einfache Chatbots hinausgehen. Sie fragen Daten ab, validieren sie und lösen den Fall im Backend. Das entlastet die Teams von Routineaufgaben und schafft Raum für echte Wertschöpfung. Wir verwandeln komplexe Prozesse in einfache Dialoge.

Was macht LoyJoy einzigartig im Vergleich zu anderen Chatbot- oder KI-Agenten-Plattformen?

Ganz klar unsere Unabhängigkeit und Kundennähe. Bei uns arbeiten Kunden nicht mit einem anonymen Ticketsystem, sondern mit einem Team, das ihre Ziele versteht. Ich sage oft: „Schreib mir gerne eine persönliche Nachricht.“ Wir hören zu und liefern. Zudem sind wir keine „Feature-Fabrik“ für Investoren, sondern bauen das, was unseren Kunden echten Mehrwert bringt. Technisch ist es die Kombination aus extrem einfacher Bedienbarkeit (No-Code) und der Intelligenz agentischer KI mit gleichzeitg tiefer Prozessintegration.

Wie stellen Sie sicher, dass Ihre Lösung gleichzeitig leistungsfähig und datenschutzkonform bleibt?

Datenschutz ist für uns elementar und tief in der Plattform verwurzelt. Wir entwickeln ausschließlich in Deutschland und hosten verschlüsselt in der EU. Die Datensouveränität ist unser strategischer Anker und das zahlt sich gerade jetzt aus. Seit Ende 2025 verstärken wir auch den Fokus auf selbstgehostete KI-Modelle, um unabhängig von großen Plattformen zu sein. Unsere Kunden erhalten die Power der großen LLMs, aber in einem sicheren Rahmen, der auch in regulierten Branchen wie bei Versicherern und Healthcare funktioniert.

Welche Weiterentwicklungen oder neuen Funktionen stehen bei LoyJoy als Nächstes auf der Roadmap?

Noch im ersten Quartal 2026 wird unser Phonebot veröffentlicht. Dann bearbeiten unsere KI-Assistenten auch telefonische Anfragen möglichst fallabschließend. Die Ergebnisse unserer Beta-Phase sind sehr stark. Und wir sehen gerade eine strategische Lücke, in die wir vorstoßen: Parloa ist vielen Kunden zu teuer und fokussiert sich auf Wachstum außerhalb der EU. Cognigy wurde kürzlich an einen US-Konzern verkauft. Wir bieten KI auf Top-Niveau aus Deutschland, unabhängig von großen Plattformen. Da sehen wir gerade ein riesiges Potenzial.

Wie verändert sich der Markt für Conversational AI aus Ihrer Sicht und wie positioniert sich LoyJoy langfristig?

Der Markt konsolidiert sich, und viele reine „Wrapper“-Lösungen werden verschwinden. Übrig bleiben Plattformen, die tief in die Wertschöpfung integriert sind. LoyJoy positioniert sich hier als die stabile, unabhängige Alternative zu den US-Tech-Giganten und mit Venture Capital aufgeladenen Wettbewerbern. Wir sind der agile Partner, der Unternehmen hilft, ihre eigene KI-Souveränität zu behalten. Langfristige Kundenbeziehungen sind unser Ziel und unsere ersten Kunden aus 2018 sind bis heute enge Partner.

Welche Bedeutung hat es für euch, dass LoyJoy Teil des de:hub Netzwerks ist und welche Vorteile ergeben sich daraus?

Wir sind Mitglied im Insurlab Germany und das ist für uns von entscheidender Bedeutung, dass wir in der Versicherungsbranche Fuß fassen konnten. Begonnen hat unser Engagement in der Branche 2023 beim InsurTech Hub Munich. Dort haben wir die ersten Versicherer als Kunden gewonnen. Ohne das starke Netzwerk und das Engagement der Menschen in den Hubs wären wir heute nicht da, wo wir sind. Versicherer sind die wachstumsstärkste Branche für uns. Wir konnten in Rekordzeit Branchen-Knowhow aufbauen, die Herausforderungen verstehen und so echte Mehrwerte schaffen. Wir sprechen heute die Sprache der Branche, das verdanken wir de:hub.

Würden Sie anderen Gründerinnen und Gründern empfehlen, ihre Startups ebenfalls im Umfeld des de:hub aufzubauen, und welche Erfahrungen haben Sie damit gemacht?

Ja, denn es unterstreicht die Ernsthaftigkeit des Unterfangens und hilft dabei, Fehler zu vermeiden. Der Austausch mit Experten und der niedrigschwellige Zugang zu einem großen Netzwerk ist Gold wert. Man lernt nicht nur von den Erfolgen anderer, sondern auch, wie man Klippen umschifft.

Welche drei Ratschläge möchten Sie anderen Gründerinnen und Gründern mitgeben, die im Bereich KI oder Customer Experience starten möchten?

Erstens: KI muss Kundennutzen bringen, sonst verliert es schnell den Reiz. Welche KPIs werden konkret verbessert und was ist das für die Kunden wert? Wer das nicht beantworten kann, wird aus der PoC-Phase nicht herauskommen. Zweitens: Bewahrt euch eure Unabhängigkeit, wenn möglich. Das erlaubt euch, langfristig und nachhaltig zu denken. Drittens: Sprecht mit eurer Zielgrupppe. Baut Produkte für echte Menschen und echte Probleme, nicht für Pitch-Decks.

Bildcredits: LoyJoy GmbH

Wir bedanken uns bei Ulf Lötschert für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Wie ein deutsches Deep-Tech-Startup 50 Millionen Euro einsammelt

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AMERIA AG sammelt 50 Millionen Euro über Companisto Albrecht Metter, CEO AMERIA AG

AMERIA AG sammelt mehr als 50 Millionen Euro über Companisto Business Angel Netzwerk von privaten Investoren ein

Mehr als 50 Millionen Euro Kapital, hunderte Business Angels und ein globaler Produktlaunch mit dem strategischen Partner SONY. Die AMERIA AG (AMERIA) aus Heidelberg zeigt, wie Deep-Tech und die dazugehörige Finanzierung in Deutschland auch jenseits klassischer Venture Capitals (VC) funktionieren kann.

Mehr als 50 Millionen Euro Finanzierung durch Business Angels

Die AMERIA AG hat über mehrere Finanzierungsrunden durch das Companisto Business Angel Netzwerk insgesamt mehr als 50 Millionen Euro eingeworben, davon mehr als elf Millionen Euro in einer kürzlich abgeschlossenen Runde. Dieser Erfolg beweist, dass Deep-Tech-Unternehmen auch in Deutschland jenseits klassischer VC-Strukturen und mit Hilfe von Business Angels skalierbar aufgebaut werden können.

Globaler Produktlaunch mit SONY

Ein wichtiger Erfolgsfaktor ist der internationale Launch des ersten gemeinsamen Produkts von AMERIA und SONY am 3. Februar 2026. Das innovative „interactive Spatial Reality Displays“ (iSRD) ermöglicht die berührungslose Steuerung dreidimensionaler Inhalte ohne den Einsatz einer VR-Brille und setzt damit neue Maßstäbe für immersive Anwendungen.

Einsatzmöglichkeiten für das Gerät sieht das Heidelberger Unternehmen vor allem in der Medizin, Industrie, Architektur und Immobilien sowie im Konsum- und Luxusgüterhandel. Die Vorstellung erfolgt im Rahmen der Integrated Systems Europe (ISE) in Barcelona, die als zentrale internationale Plattform für digitale und immersive Technologien gilt.

Partnerschaft und Geschäftsmodell

SONY übernimmt im Rahmen der Partnerschaft den weltweiten Vertrieb des Produkts und bringt seine Displaytechnologie sowie sein internationales Vertriebsnetz ein. AMERIA verantwortet die Software für gestengesteuerte Interaktion, Content-Verarbeitung und das Cloud-Betriebssystem. Das Geschäftsmodell basiert auf Software- und Produktlizenzen. Erste kommerzielle Anwendungen befinden sich bereits in der Vorbereitung.

Stimmen aus dem Unternehmen

„Gemeinsam mit SONY bringen wir am 3. Februar unser erstes gemeinsames Produkt auf den Markt. Das ist ein Meilenstein, aber längst nicht das Ende unserer Entwicklung. Mit MAVERICKAI dem KI-Laptop geht es weiter. Damit nehmen wir gezielt den Wettbewerb mit den Big-Tech-Unternehmen auf. Unser Weg zeigt, dass sich auch aus Europa und Deutschland heraus skalierbare, international erfolgreiche Deep-Tech-Unternehmen jenseits klassischer VC-Strukturen aufbauen lassen. Das Vertrauen unserer Investoren, die schon früh an unsere Vision geglaubt haben, ist entscheidend für den Erfolg. Ohne die Unterstützung unseres Investitionspartners Companisto wäre diese Entwicklung nicht möglich gewesen“, sagt Albrecht Metter, Gründer und Vorstand der AMERIA AG.

Perspektive von Companisto

Aus Sicht von Companisto unterstreicht die Investitionsrunde die langfristige Entwicklung des Unternehmens und die Rolle des digitalen Business Angel Netzwerks bei der Begleitung technologieorientierter Wachstumsunternehmen.

„Die AMERIA AG ist ein herausragendes Beispiel dafür, wie langfristig angelegte Partnerschaften im Companisto Business Angel Netzwerk echten strategischen Mehrwert schaffen. Seit vielen Jahren begleiten wir AMERIA als Investmentpartner und haben die technologische Entwicklung sowie den konsequenten DeepTech-Fokus eng mitverfolgt. Unser Business Angel Netzwerk bringt nicht nur Kapital, sondern unternehmerische Expertise, strategische Perspektiven und ein belastbares Investorenfundament ein. Gerade im Kontext der aktuellen Finanzierungsrunde und der Produktpartnerschaft mit Sony zeigt sich, wie wirkungsvoll diese Form der Zusammenarbeit für nachhaltiges Wachstum und internationale Skalierung ist“, so Sarah Buge, COO von Companisto.

Für Companisto ist die erneute erfolgreiche Finanzierungsrunde der AMERIA AG ein Beispiel, wie sich Unternehmen über mehrere Investmentphasen hinweg entwickeln können. Wiederholte Beteiligungen ermöglichen es privaten Business Angels, die Skalierung komplexer Technologien langfristig zu begleiten und an entscheidenden Entwicklungsschritten teilzuhaben.

Bild Albrecht Metter, CEO AMERIA AG

Quelle Companisto GmbH

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