Donnerstag, April 3, 2025
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5 Missverständnisse, die Purpose-Startups kennen sollten

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sproutworld Michael Stausholm, Gründer und CEO von SproutWorld

Michael Stausholm ist Gründer und CEO von SproutWorld, dem B-Corp-zertifizierten Unternehmen hinter dem weltweit einzigen pflanzbaren Bleistift. Mit über 80 Millionen verkauften Stiften in mehr als 80 Ländern hat sich SproutWorld einen Namen gemacht. Zuvor hat Michael Stausholm Unternehmen wie Nike und Walmart dabei beraten, nachhaltigere Produktionspraktiken einzuführen und war Mentor für grüne Startups in seinem Heimatland Dänemark.

Die Gründung eines erfolgreichen, nachhaltigen Unternehmens von Grund auf liefert unschätzbare Erkenntnisse. Was ich heute als „Lernprozesse“ bezeichne, sehen viele zielorientierte Startups oft als moderne Tabus. Doch die Wahrheit ist: Wenn Ihr Startup nicht zu den 20 % gehören soll, die ihr erstes Jahr nicht überstehen, oder zu den 60 %, die in den ersten drei Jahren scheitern, müssen Sie die folgenden fünf Missverständnisse überwinden, um erfolgreich zu sein.

1. Gewinn ist wichtig!

Das wohl hartnäckigste Missverständnis vieler zielorientierter, grüner und nachhaltigkeitsfokussierter Startups ist die Annahme, dass Gewinn keine Rolle spielt. Ich habe zahlreiche leidenschaftliche Menschen getroffen, die die Welt verändern wollen, aber das Thema Gewinn scheuen. Diese Denkweise kann jedoch fatal sein. Wie wollen Sie Ihr Produkt oder Ihre Dienstleistung entwickeln, produzieren und vermarkten, ohne Einnahmen zu generieren?

Ein Startup zu führen, ist teuer, und die Konzentration auf Ihre Einnahmen ist entscheidend, um das erste Jahr zu überleben. Es wird oft erwartet, dass grüne Unternehmer den Impact über den Gewinn stellen. Manche glauben sogar, dass man Gewinne verbergen sollte, falls sie erzielt werden. Doch um zu florieren, brauchen Sie einen klaren Finanzplan. Nachhaltige Produkte sind oft teurer als konventionelle Alternativen, also müssen Sie strategisch vorgehen. Überlegen Sie, wie Sie mit billigeren, konventionellen Alternativen konkurrieren können.

Ein Beispiel: Unser pflanzbarer Sprout-Bleistift. Für den Preis eines einzigen Sprout-Bleistifts könnten Sie dreimal so viele Plastik-Kugelschreiber kaufen. Trotzdem haben wir über 80 Millionen Sprout-Bleistifte in mehr als 80 Ländern verkauft. Wir konkurrieren nicht mit billigem Plastik-Merchandise– und wir wollen das auch nicht. Stattdessen haben wir eine neue Nachfrage bei bewussten Kunden geschaffen, die Marken unterstützen möchten, die ihre Werte teilen. Erkenntnis: Auch wenn der Gewinn zu Beginn nicht Ihre oberste Priorität ist, sollte er kein Tabu sein.

2. Es ist in Ordnung, auf Zahlen zu fokussieren, um Investoren anzuziehen

Um Ihr Unternehmen auszubauen, benötigen Sie oft externe Finanzierung durch Investoren, Kredite oder Crowdfunding. Wenn Ihr Hauptaugenmerk jedoch auf den ökologischen Vorteilen Ihres Produkts oder Ihrer Dienstleistung liegt, könnte dies Investoren abschrecken. Diese messen den Erfolg in der Regel am Gewinn.

Forschung der Warwick Business School zeigt, dass grüne Unternehmer „was mir wichtig ist“ mit „was ihnen wichtig ist“ in Einklang bringen müssen, um Kapital anzuziehen und erfolgreich zu sein. Eine vierjährige Studie über sechs grüne Startups kam zu dem Ergebnis, dass Unternehmer den Mehrwert für Investoren betonen müssen. Auch wenn es frustrierend ist, sich mehr auf Gewinn als auf Nachhaltigkeit zu konzentrieren, ist es entscheidend. Ein finanziell nachhaltiges Unternehmen ermöglicht es Ihnen letztendlich, langfristig ökologisch und wirkungsvoll zu handeln.

3. Erfolg erfordert keine revolutionäre Idee

Gute Ideen sind wertvoll, aber nicht alles. Viele Menschen nutzen das Fehlen einer bahnbrechenden Idee als Ausrede, um nicht mit ihrem Unternehmen zu starten. Die Wahrheit ist: Gute Ideen werden oft überbewertet.

Erfolg hängt nicht nur von der Idee ab, sondern von den Maßnahmen, die Sie ergreifen, um sie umzusetzen. Viele erfolgreiche Startups und etablierte Unternehmen gedeihen nicht, weil sie eine völlig neue Idee hatten, sondern weil sie bestehende Produkte oder Dienstleistungen verbessert haben. Warten Sie nicht auf die große Inspiration – Sie könnten ewig warten.

4. Sie müssen nicht von Anfang an 100 % nachhaltig sein

Ambitionierte Nachhaltigkeitsziele sind wichtig, können aber überwältigend wirken und von der Umsetzung abhalten. Stattdessen sollten Sie Ihre Ziele in kleinere Schritte unterteilen. Fragen Sie sich: Was können wir sofort tun, um ein bisschen umweltfreundlicher zu werden?

Ein Beispiel: Wir wollten ursprünglich organische Samen in unseren Sprout-Bleistiften verwenden. Doch organische Samen sind teuer und schwer zu beschaffen, was die Vielfalt der Pflanzen eingeschränkt hätte. Daher starteten wir mit nicht-GMO-Samen. Heute sind einige unserer Samen organisch, andere nicht. Aber das ist in Ordnung, solange wir kontinuierlich daran arbeiten, unseren ökologischen Fußabdruck zu reduzieren.

5. Einstellung und Cultural-fit sind wichtiger als der Lebenslauf

Ohne ein Team mit der richtigen Einstellung bleiben Ihre Ideen und Ziele bedeutungslos. Eine der wichtigsten Lektionen, die ich gelernt habe, ist die Bedeutung des Mind-sets der Menschen, mit denen man arbeitet. Suchen Sie nach Teamplayern, die bereit sind, überall mit anzupacken – besonders in den ersten Jahren eines Startups. Stellen Sie nur Menschen ein, mit denen Sie gerne acht Stunden im Flugzeug sitzen würden. Im englischen gibt es das Sprichwort „Culture eats strategy for breakfast“ – ich würde sogar noch weitergehen und sagen „Cultures consumes everything – breakfast, lunch and dinner included.“

Über SproutWorld: 

SproutWorld wurde 2013 gegründet. Das Unternehmen hat 35 Mitarbeiter und Standorte in Kopenhagen/Dänemark sowie Boston/USA. Das Unternehmen konzentriert sich auf die Produktion von grünen und patentierten Alltagsinnovationen wie den pflanzbaren Sprout-Stift. Unternehmen können die Sprout-Produkte mit eigenem Branding und individuell gestalteter Verpackung als grünes Give-away in die unterschiedlichsten Kampagnen integrieren. Bis dato konnte SproutWorld mehr als 75 Millionen Stifte in 80 Ländern verkaufen. Zu den SproutWorld-Kunden zählen Coca-Cola, IKEA, Porsche, Deutsche Bank, Toyota, Benetton, Marriott, Michelle Obama und Richard Branson. www.sproutworld.com

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Kooperativ erfolgreich

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mittelstand und startups bernhard schindler

Startups und Mittelstand brauchen ein gemeinsames Ökosystem

Sowohl Startups als auch der etablierte Mittelstand, beide haben eines gemeinsam: Sie klagen über die Rahmenbedingungen in Deutschland. Die einen, weil zunehmend Venture Capital und zielgenaue Förderprogramme fehlen, die anderen, weil Innovationen in Deutschland zu teuer geworden sind und sich aus mehreren Gründen kaum mehr lohnen. Hohe Steuern, viele Abgaben, immense Bürokratie sowie hohe Energie-, Entwicklungs- und Produktionskosten sind nur ein Teil der Probleme. Mittelstand und Startups gemein ist, dass die derzeitigen gesellschaftlichen Weichen nicht pro Unternehmertum, pro Selbständigkeit und pro technologische Veränderung gestellt sind. Das Stimmungsbarometer zeigt eher auf abwarten, zögern, sichern und an allem festhalten, was geht. Dabei braucht kein anderes Land so sehr und so schnell einen Mentalitätswandel wie Deutschland. Es fehlt an Innovationskraft und Mut.

Wenig Hoffnung für die Bundestagswahl

Ob sich dies nach der Bundestagswahl ändert, bleibt abzuwarten. Viel Neues lässt sich den Programmen der Parteien in dieser Hinsicht nicht entnehmen. Und wenn, dann erscheint der Erhalt bestehender industrieller Strukturen derzeit wichtiger als die Förderung des Neuen. Wenig ist zu hören über Startups und deren Innovationskraft sowie deren Bedeutung für den Standort Deutschland. Und wenn, dann vor allem in Bezug auf Subventionen. Die aber sind nur ein Teil des Themas. Weitaus wichtiger wäre, ein breitgefächertes Ökosystem für Startups zu schaffen, in dem sie und ihre Innovationen wachsen können – gemeinsam mit öffentlichen Stellen, Hochschulen, Mentoren und Investoren – und vor allem mit dem traditionellen Mittelstand.

Auch eigene Regeln können belasten

Viele etablierte Mittelständler schauen teils neidisch, teils mit Sorge auf vermeintlich hippe Startups. Deren disruptive Art, Neues anzugehen und auszuprobieren, ohne Hierarchien und Bedenkenträgerei, stattdessen mit der Experimentierfreude digitaler Eingeborener, stellt so manch altes Unternehmen vor die Frage, ob da nicht Konkurrenten heranwachsen, die alsbald zu einer Gefahr werden. Die vielen Regeln, die sich der deutsche Mittelstand über Jahrzehnte selbst aufgebaut hat, gelten für Startups zumeist nicht. Sie sind freier. Nicht nur staatliche Regulierung belastet, auch die vielen internen Vorgaben und tradierten Regeln, die sich über Jahre und Jahrzehnte entwickelt haben, können zur Belastung werden. Disruption und Tradition werden als Widerspruch empfunden. Diesen aufzulösen, könnte eine Lösung für die mangelnde Innovationskraft sein.

Es geht nur gemeinsam

Dabei spielen in der deutschen Wirtschaft sowohl Startups als auch der Mittelstand eine zentrale Rolle, wenn es um Innovationen geht. Während Startups oft als Pioniere der Innovation gelten und neue Technologien sowie Geschäftsmodelle vorantreiben, steht der Mittelstand für Stabilität, langfristige Kundenbeziehungen sowie tief verwurzelte Unternehmensstrukturen und -kulturen. Die Beziehung zwischen Startups und Mittelständlern kann sowohl herausfordernd als auch symbiotisch sein. Es kommt auf die Betrachtung und die Interaktion an. Neben den Risiken gibt es auch viele Chancen, von denen beide Seiten profitieren können.

Innovationsmotor trifft Erfahrung

Startups bringen oft disruptive Technologien und innovative Ansätze in den Markt, die bestehende Produkte und Dienstleistungen herausfordern. Diese Innovationskraft ist besonders wichtig in Branchen, die von schnellen technologischen Fortschritten geprägt sind; die IT- und die Kommunikationsbranche sticht hier am auffälligsten hervor.

Mittelständische Unternehmen können von dieser Innovationskraft profitieren, indem sie Kooperationen mit Startups eingehen, um ihre eigenen Produkte zu modernisieren und neue Märkte zu erschließen. Statt Gefahr zu laufen, verdrängt oder abgehängt zu werden, bieten sich hier Kooperationen an. Die Startups profitieren so von Kapital, Kunden und Best Practices, der Mittelstand von Technologie, die nicht aufwändig selbst entwickelt werden muss. Win-win also.

Kulturelle Unterschiede

Die Zusammenarbeit zwischen Startups und mittelständischen Unternehmen ist jedoch nicht frei von Herausforderungen. Unterschiede in der Unternehmenskultur, in Arbeits- und Denkweisen sowie in Entscheidungsfindungsprozessen können zu Reibungen führen. Während Startups oft agil und risikofreudig sind, zeichnen sich mittelständische Unternehmen durch strukturierte Prozesse und risikoaverse Entscheidungsmuster aus.

Diese Unterschiede können die Integration von innovativen Projekten erschweren und erfordern ein hohes Maß an Flexibilität und Verständnis auf beiden Seiten. Beide müssen lernen, die Vorteile des anderen zu erkennen. Die vermeintlich starren Strukturen mittelständischer Unternehmen hatten ihren Sinn und waren zu ihrer Zeit vielleicht durchaus innovativ. Die Tugenden Vorsicht und Fehlervermeidung haben die deutsche Wirtschaft zu dem gemacht, was sie lange Zeit war – Vorreiter, made in Germany. Arroganz von Gründern ist deswegen fehl am Platz. Aber: Der Mittelstand sollte sich hinterfragen. Nicht alles, was einmal gut war, verdient es, in eine digitale Zukunft übertragen zu werden.

Verständnis schafft Fortschritt

Trotz dieser Herausforderungen gibt es zahlreiche positive Beispiele für erfolgreiche symbiotische Beziehungen zwischen Startups und Mittelständlern. Ein Schlüssel zum Erfolg ist die Schaffung von Strukturen, die eine effektive Kommunikation und gemeinsame Zielsetzungen fördern. Beispielsweise können Innovations-Hubs oder gemeinsame Accelerator-Programme eine Plattform bieten, auf der Startups und mittelständische Unternehmen zusammenarbeiten und voneinander lernen können. Es gilt, das Verbindende und die gemeinsamen Ziele zu betonen. Und die Vorteile, die beide füreinander bieten: Erfahrung, Kapital, Kunden und Praxis die einen, Innovationskraft und Strukturen abseits des Etablierten die anderen. Der Wille, etwas zu bewegen, der meist vom Top-Management eines mittelständischen Unternehmens ausgeht, kann so auf Startups projiziert werden. Was in der eigenen mittelständisch-traditionellen Struktur nicht möglich oder durchsetzbar wäre, kann auf gemeinsamen Plattformen mit Startups ausprobiert werden. Derartige Plattformen und Kooperationen sind deswegen meist besonders erfolgreich, wenn sie als Chefsache verstanden werden.

Förder- und strukturpolitische Überarbeitung notwendig

Die Interaktion zwischen Startups und dem Mittelstand hat nicht nur für die beteiligten Unternehmen, sondern auch für die gesamte deutsche Wirtschaft Bedeutung. Sie fördert den Technologietransfer, die Schaffung von Arbeitsplätzen und trägt zur Wettbewerbsfähigkeit des Standortes Deutschland bei. In einer globalisierten Welt, in der technologische Führerschaft zunehmend wichtiger wird, kann diese dynamische Beziehung zwischen jungen und etablierten Unternehmen ein entscheidender Faktor sein. Sie sollte gefördert werden – im Denken, in den Verbänden und seitens der Politik. Das Gegeneinander, das Fördern von Silos, statt von Clustern, braucht eine grundsätzliche intellektuelle sowie förder- und strukturpolitische Überarbeitung. Hier sind alle Akteure gefragt, bürokratische Hürden abzubauen, die Kommunikation sowie das Verständnis füreinander zu fördern und die in der Gesellschaft weit verbreitete unterschiedliche Betrachtung von „Unternehmen“ auf der einen und „Startups“ auf der anderen Seite zu überwinden. Beide sind Akteure und Zukunftsgestalter, die es verdienen, entlastet zu werden und Anerkennung zu bekommen.

Autor

Bernhard Schindler ist Investor, Multipreneur, Autor, Dozent und Vortragsredner. Er ist Gründer des THE GROW Ökosystems, das unter anderem Startups und Mittelständler zusammenbringt. www.the-grow.de

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Zukunft gestalten mit Künstlicher Intelligenz

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Mike Grzanna: KI-Connector

Mike Grzanna unterstützt als erfahrener KI-Connector mittelständische Unternehmen dabei, die Potenziale der Künstlichen Intelligenz zu nutzen, um Prozesse zu optimieren und innovative Lösungen zu schaffen

Können Sie sich und Ihren beruflichen Hintergrund kurz vorstellen?

Mike Grzanna: Mit über 20 Jahren Erfahrung im B2B-Vertrieb habe ich ein tiefes Verständnis für die Herausforderungen und Chancen entwickelt, denen mittelständische Unternehmen gegenüberstehen. In den letzten Jahren habe ich festgestellt, dass das Interesse an Künstlicher Intelligenz (KI) auch im Mittelstand stetig wächst. Dennoch fehlt es vielen Unternehmen an klaren Strategien, wie sie diese Technologie gezielt einsetzen können, um ihre Ziele zu erreichen. Diese Beobachtung hat mich inspiriert, mich als KI-Connector selbstständig zu machen und mittelständische Unternehmen dabei zu unterstützen, die Potenziale von KI sinnvoll und nachhaltig zu nutzen.

Was hat Sie dazu gebracht, sich auf Künstliche Intelligenz zu spezialisieren?

Mike Grzanna: In meiner Tätigkeit im B2B-Vertrieb war ich regelmäßig mit Unternehmen konfrontiert, die zwar digitale Trends erkennen, jedoch oft nicht wissen, wie sie diese praktisch umsetzen können. Gerade bei KI-Technologien, die für Effizienzsteigerung und Innovation stehen, fehlte es häufig an Orientierung. Diese Erkenntnis und die Faszination für die Möglichkeiten von KI haben mich dazu motiviert, mich in diesem Bereich zu spezialisieren.

Was fasziniert Sie persönlich an der Verbindung von Unternehmen mit der Zukunft durch KI?

Mike Grzanna: Die Faszination liegt für mich in der Fähigkeit von KI, nicht nur Prozesse effizienter zu gestalten, sondern auch die menschliche Arbeit zu bereichern. Durch KI können Routinetätigkeiten automatisiert werden, sodass sich Mitarbeiter auf kreative und strategische Aufgaben konzentrieren können. Diese Kombination aus Effizienzsteigerung und Innovation schafft für Unternehmen eine einzigartige Möglichkeit, ihre Zukunft aktiv zu gestalten.

Wie erleben Sie aktuell die Entwicklung von Künstlicher Intelligenz, und welche Potenziale sehen Sie in ihrer Anwendung für Unternehmen?

Mike Grzanna: Die Entwicklung von KI schreitet rasant voran und beeinflusst nahezu jede Branche. Unternehmen, die KI gezielt einsetzen, profitieren von optimierten Prozessen, präziseren Entscheidungen und einer besseren Ressourcennutzung. Das Potenzial reicht von automatisierten Datenanalysen über personalisierte Kundenansprache bis hin zu innovativen Produkten und Dienstleistungen.

Wie stellen Sie sicher, dass die von Ihnen vermittelten KI-Experten genau zu den spezifischen Anforderungen eines Unternehmens passen?

Mike Grzanna: Jedes Unternehmen hat individuelle Herausforderungen und Zielsetzungen. Deshalb starte ich immer mit einer detaillierten Bedarfsanalyse, um die Prozesse, Strukturen und Ambitionen des jeweiligen Unternehmens zu verstehen. Mein breites Netzwerk umfasst spezialisierte KI-Experten, Berater für digitale Transformation sowie Rechtsexperten. Dadurch kann ich individuell zugeschnittene Lösungen finden, die exakt auf die spezifischen Anforderungen des Unternehmens abgestimmt sind.

Gibt es bestimmte Branchen, in denen es besonders herausfordernd ist, KI-Expertise zu integrieren? Wie gehen Sie damit um?

Mike Grzanna: Traditionelle Unternehmen mit lang etablierten Strukturen stehen häufig vor besonderen Herausforderungen, wenn es um die Integration von KI geht. Viele dieser Unternehmen sind nicht ausreichend digitalisiert, was die Implementierung moderner Technologien erschwert. Mein Ansatz ist es, zunächst die Grundlagen zu schaffen, etwa durch Prozessoptimierung und Automatisierung. Ein Beispiel aus meiner Praxis zeigt, wie ein Unternehmen durch die Strukturierung und Automatisierung großer Datenmengen nicht nur 20 % der Kosten senken konnte, sondern auch die Produktivität erheblich gesteigert hat.

Welche Rolle spielt der Mensch neben der Technologie in einer zunehmend KI-getriebenen Arbeitswelt? Wie wichtig ist der Faktor Mensch in Ihren Projekten?

Mike Grzanna: Der Mensch bleibt der zentrale Faktor in jedem Projekt. KI ist ein Werkzeug, das den Menschen unterstützt und entlastet, aber es ersetzt ihn nicht. Eine erfolgreiche Implementierung hängt maßgeblich davon ab, dass die Mitarbeiter die Technologie verstehen und akzeptieren. Deshalb lege ich großen Wert darauf, sie von Anfang an einzubinden und zu schulen.

Können Sie ein Beispiel teilen, bei dem Ihre Arbeit mit KI-Experten einen echten Mehrwert oder eine spürbare Veränderung für ein Unternehmen gebracht hat?

Mike Grzanna: Ein mittelständisches Unternehmen hatte Schwierigkeiten, große Mengen eingehender Rechnungsdaten effizient zu verarbeiten. Durch den Einsatz von KI-gestützter Prozessautomatisierung konnten diese Daten schneller analysiert und bearbeitet werden. Das Ergebnis: 20 % Kosteneinsparung und eine deutlich gesteigerte Produktivität.

Wie gehen Sie mit den ethischen und sozialen Herausforderungen um, die mit der Einführung von KI einhergehen können?

Mike Grzanna: Ethische Aspekte und gesetzliche Rahmenbedingungen sind ein wesentlicher Bestandteil meiner Arbeit. Mit der Einführung des AI Act wird es noch wichtiger, KI-Systeme transparent und rechtskonform zu gestalten. Hier arbeite ich eng mit Rechtsexperten zusammen, um sicherzustellen, dass alle eingesetzten Technologien den Anforderungen an Datenschutz, Wettbewerbsrecht und Fairness entsprechen.

Was bedeutet der Einsatz von KI langfristig für den Arbeitsmarkt und die Unternehmenskultur?

Mike Grzanna: Der Einsatz von KI wird die Arbeitswelt transformieren, aber nicht so, wie viele befürchten. KI übernimmt Routinetätigkeiten, was Raum für kreative, strategische und zwischenmenschliche Aufgaben schafft. Unternehmen, die ihre Mitarbeiter aktiv in den Wandel einbinden, werden eine positive Unternehmenskultur fördern, die Innovation und Wachstum begünstigt.

Welche Ziele verfolgen Sie persönlich und beruflich in den kommenden Jahren im Bereich KI?

Mike Grzanna: Mein Ziel ist es, mittelständische Unternehmen noch stärker für die Potenziale von KI zu sensibilisieren und sie bei ihrer digitalen Transformation zu unterstützen. Ich möchte ein Ökosystem schaffen, das Unternehmen, KI-Experten und Rechtsexperten verbindet, um nachhaltige und innovative Lösungen zu entwickeln.

Wie möchten Sie die Zukunft aktiv mitgestalten?

Die Zukunft gestalten bedeutet für mich, Unternehmen nicht nur Technologie bereitzustellen, sondern sie zu befähigen, diese sinnvoll und nachhaltig einzusetzen. Es geht darum, eine Brücke zwischen Mensch und Technologie zu schlagen, die langfristig Wert schafft – sowohl für das Unternehmen als auch für die Gesellschaft.

Bild: Mike Grzanna @ Gaby Ahnert

Wir bedanken uns bei Mike Grzanna für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.


Kontakt:

Mike Grzanna
KI-Connector für den Mittelstand

Mobil: +49 172 51 00 471
E-Mail: moin@mikegrzanna.de

Entlastung für Pflegende: Wie geht das?

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fabel gründerinnen alicia faridi und maximiliane kugler

fabel bietet eine digitale Plattform, die pflegende Angehörige mit Wissen, Tools und Community unterstützt, um ihren Alltag einfacher zu gestalten

Was hat Sie dazu inspiriert, fabel zu gründen, und welche persönlichen Erfahrungen haben Sie in das Unternehmen eingebracht?

Ich komme beruflich aus der wirtschaftlichen Gesundheitsbranche und habe global agierende Unternehmen, insbesondere in Digitalisierungsfragen, betreut. Meine Leidenschaft gilt der Gesundheit und Digitalisierung. Als meine Mitgründerin und ich in unseren Familien mit dem Thema Pflege konfrontiert wurden, wurde uns klar, wie wenig funktioniert: fehlende Organisation, fehlendes Wissen, keine digitalen Lösungen. Das wollten wir ändern – und so entstand fabel.

Welche besonderen Herausforderungen erleben pflegende Angehörige im Alltag, und wie hilft fabel konkret, diese zu bewältigen?

Pflegende Angehörige stehen oft vor enormen Herausforderungen: mangelnde Zeit, organisatorische Hürden, fehlendes Wissen über Ansprüche und Leistungen, sowie die psychische und körperliche Belastung durch die Pflege. Hinzu kommt die oft fehlende Unterstützung und Vernetzung mit anderen Betroffenen.

fabel hilft, diese Hürden zu überwinden, indem wir eine digitale Plattform bieten, die Pflegewissen, Tools und Vernetzung an einem Ort vereint. Wir erleichtern die Organisation durch Funktionen wie einen Pflegecoach, personalisierte Inhalte und eine digitale Pflegeakte. Gleichzeitig unterstützen wir mit praktischen Hilfsmitteln, Informationen zu Anträgen und finanziellen Leistungen sowie einer starken Community, die Rückhalt bietet. So wird der Alltag planbarer, einfacher und weniger belastend.

Wie unterscheidet sich fabel von anderen Plattformen oder Angeboten, die sich ebenfalls an pflegende Angehörige richten?


fabel unterscheidet sich durch einen ganzheitlichen, personalisierten Ansatz:

Individuelle Inhalte: Wir nutzen einen intelligenten Algorithmus, der die Inhalte und Empfehlungen genau auf die Pflegebedürfnisse und die persönliche Situation der Nutzer abstimmt.

Vernetzung von Akteuren: fabel integriert nicht nur pflegende Angehörige, sondern auch ambulante Anbieter, Gesundheitsdienstleister und Partner wie Online-Apotheken, um eine nahtlose Unterstützung zu gewährleisten.

Praktische Tools: Funktionen wie ein digitaler Pflegecoach, eine Pflegeakte und ein Medikamentenmanager erleichtern den Alltag und sparen Zeit.

Fokus auf Digitalisierung: Wir bringen Pflege endlich ins digitale Zeitalter – von E-Rezepten bis hin zu einer personalisierten Produkt- und Hilfsmittelberatung.

Community und Wissen: Wir bieten eine starke Community und Zugang zu fundiertem Pflegewissen, das einfach und verständlich aufbereitet ist.

fabel ist nicht nur eine Plattform – wir sind ein verlässlicher Begleiter, der den Alltag von pflegenden Angehörigen aktiv erleichtert und gleichzeitig die Brücke zu professionellen Akteuren schlägt.

Können Sie uns mehr über die Technologie hinter fabel erzählen und wie sie entwickelt wurde, um intuitive und effektive Unterstützung zu bieten?

Die Technologie hinter fabel wurde entwickelt, um pflegende Angehörige auf intuitive und effektive Weise zu unterstützen. Herzstück ist ein intelligenter Algorithmus, der die individuellen Bedürfnisse der Nutzer erfasst und darauf abgestimmte Inhalte und Empfehlungen liefert. Durch ein dynamisches System passt sich die Plattform kontinuierlich an die jeweilige Pflege- und Lebenssituation an. Von Anfang an wurde fabel gemeinsam mit pflegenden Angehörigen entwickelt, um sicherzustellen, dass die Lösungen wirklich praxisnah und leicht verständlich sind. Mit einem besonderen Fokus auf Datensicherheit und einer flexiblen Architektur ermöglicht fabel nicht nur personalisierte Unterstützung, sondern auch innovative Erweiterungen wie E-Rezepte und digitale Kommunikationstools – immer mit dem Ziel, den Alltag der Pflege einfacher und organisierter zu gestalten.

Welche Rolle spielen Feedback und Bedürfnisse Ihrer Nutzer bei der Weiterentwicklung von fabel?

Feedback und die Bedürfnisse unserer Nutzer stehen im Mittelpunkt der Weiterentwicklung von fabel. Durch regelmäßigen Austausch und direkte Rückmeldungen gestalten wir unsere Plattform so, dass sie optimal auf die Herausforderungen im Pflegealltag eingeht und echte Unterstützung bietet.

Wie sehen Sie die gesellschaftliche Rolle von fabel im Kontext einer alternden Bevölkerung und der steigenden Belastung für pflegende Angehörige?

fabel spielt eine zentrale Rolle, um die steigenden Herausforderungen einer alternden Gesellschaft zu bewältigen. Wir entlasten pflegende Angehörige, stärken ihre Selbstwirksamkeit und fördern digitale Lösungen, die Pflege zugänglicher und effizienter machen. Unser Ziel ist es, einen Beitrag zu leisten, der die Belastungen verringert, die gesellschaftliche Wertschätzung für Pflegearbeit erhöht und gleichzeitig die Qualität der Pflege verbessert. 

Mit welchen Schwierigkeiten haben Sie bei der Einführung Ihrer Plattform auf dem Markt gerechnet, und wie haben Sie diese gemeistert?

Wir haben damit gerechnet, dass die digitale Affinität in der Zielgruppe der pflegenden Angehörigen unterschiedlich ausgeprägt ist und dass Pflege oft ein emotionales, komplexes Thema ist, bei dem Vertrauen eine große Rolle spielt. Um diese Hürden zu meistern, haben wir früh auf einfache, intuitive Nutzerführung gesetzt und die Plattform gemeinsam mit Angehörigen entwickelt. Gleichzeitig haben wir durch gezielte Aufklärung und Partnerschaften das Vertrauen aufgebaut, das nötig ist, um digitale Lösungen erfolgreich in den Pflegealltag zu integrieren.

Welche Vision verfolgt fabel langfristig, und wie wollen Sie die Unterstützung pflegender Angehöriger in den nächsten Jahren weiterentwickeln?

Langfristig verfolgt fabel die Vision, Pflege umfassend zu digitalisieren und pflegende Angehörige weltweit nachhaltig zu entlasten. Wir wollen eine Plattform schaffen, die alle relevanten Akteure – von Angehörigen über Gesundheitsdienstleister bis hin zu Homecare-Anbietern – vernetzt und so die Pflege effizienter, planbarer und individueller gestaltet. In den kommenden Jahren werden wir personalisierte Inhalte, intelligente Tools und innovative Services weiter ausbauen, um pflegenden Angehörigen noch mehr Zeit, Sicherheit und Lebensqualität zu schenken.

Wie stellt fabel sicher, dass sowohl emotionale als auch praktische Unterstützung für die Nutzer gewährleistet ist?

fabel vereint emotionale und praktische Unterstützung, indem wir fundierte Informationen und hilfreiche Tools mit einer starken Community kombinieren. Unsere Plattform bietet persönliche Begleitung durch einen digitalen Pflegecoach, der auf die individuellen Bedürfnisse der Nutzer eingeht, sowie Zugang zu emotionalem Austausch und Rückhalt in einer engagierten Community. Gleichzeitig helfen praktische Funktionen wie die digitale Pflegeakte, Terminmanagement und personalisierte Empfehlungen, den Pflegealltag effizienter und stressfreier zu gestalten.

Welche Schritte unternehmen Sie, um die Bekanntheit von fabel zu steigern und mehr Menschen in Deutschland zu erreichen?

Um die Bekanntheit von fabel zu steigern, setzen wir auf zielgerichtetes Marketing, starke Partnerschaften und die Präsenz auf relevanten Kanälen wie Social Media, Newsletter und unserem WhatsApp-Broadcast. Durch Kooperationen mit Gesundheitsanbietern und Marken sowie praktische Tools auf unserer Plattform erreichen wir gezielt pflegende Angehörige und machen fabel sichtbar.

Gibt es Partnerschaften oder Kooperationen, die fabel aktuell nutzt oder für die Zukunft plant, um die Plattform weiter zu stärken?

Ja, fabel arbeitet bereits mit einer Vielzahl an Partnern zusammen – von großen Krankenkassen bis hin zu Hilfsmittelanbietern. Diese Kooperationen stärken unsere Plattform, erweitern unser Angebot und helfen uns, pflegende Angehörige noch besser zu unterstützen. Für die Zukunft planen wir, diese Partnerschaften weiter auszubauen und neue Akteure aus dem Gesundheits- und Pflegebereich einzubinden.

Welche drei Ratschläge würden Sie anderen Gründern geben, die eine ähnliche Mission verfolgen wie fabel?

Zielgruppe verstehen: Nehmt euch Zeit, eure Zielgruppe wirklich zu verstehen – ihre Bedürfnisse, Herausforderungen und Ängste. Nur so könnt ihr Lösungen entwickeln, die wirklich einen Unterschied machen.

Netzwerk nutzen: Baut früh starke Partnerschaften mit relevanten Akteuren in der Branche auf. Kooperationen können euer Wachstum beschleunigen und eure Reichweite erheblich erweitern.

Geduld und Fokus: Der Gesundheits- und Pflegebereich ist komplex und braucht Vertrauen. Seid geduldig, bleibt fokussiert auf eure Mission und schafft Mehrwerte, die nachhaltig wirken.

Bild: Alicia Faridi und Maximiliane Kugler @ fabel

Wir bedanken uns bei Alicia Faridi und Maximiliane Kugler für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Energie neu gedacht: Ist Erdwärme die Lösung für nachhaltiges Heizen?

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die erdwärmebohrer management team bild

Die Erdwärmebohrer spezialisieren sich auf nachhaltige, effiziente Geothermiebohrungen und bieten innovative Lösungen für umweltfreundliches Heizen.

Wie entstand die Idee zu Die Erdwärmebohrer, und wer sind die Menschen hinter diesem innovativen Konzept?

Die bb&v handwerkerverbund GmbH wurde 2017 von Lukas Vorländer, Ludwig Brandt und mir in Berlin gegründet. Unser ursprüngliches Ziel war es, Unternehmern im Handwerk dabei unter die Arme zu greifen, ihren Betrieb effizienter zu organisieren. Wir haben großen Respekt vor jedem Unternehmer im Handwerk, der es schafft, mehrere Gesellen beim Kunden zu haben und dabei alles rundherum zu koordinieren, häufig mit nur einer Bürokraft: von der Angebotslegung über Personalmanagement und Einkauf, Weiterbildungen, Buchhaltung,  Finanzen u.v.m.

Da wir die Firma bootstrappen wollten, mussten wir von Anfang an die relevanten „Geldströme” innerhalb der Firmen adressieren. Wir haben mit dem Einkauf begonnen und eine Einkaufsgemeinschaft für Materialbeschaffung für Brunnenbauer geschaffen – inspiriert durch Ludwigs familiären Hintergrund in diesem Bereich. Doch schon bald wurde klar, dass unser gemeinsames Potenzial besser in der Kundenansprache und Akquise eingesetzt werden könnte.

In einer Zeit, in der die Geothermie-Technologie wenig Absatz fand, erkannten wir den wachsenden Bedarf und beschlossen, uns konsequent darauf zu fokussieren. Gemeinsam mit unserem Partner Bosch spezialisierten wir uns auf oberflächennahe Geothermiebohrungen – ein strategischer Schritt, aus dem schließlich unser heutiges Bohrunternehmen ‚Die Erdwärmebohrer‘ hervorging.

Seit 2023 leite ich das Unternehmen alleine weiter, nachdem Lukas und Ludwig sich entschieden haben, neue berufliche Wege einzuschlagen. Mein Fokus liegt darauf, ‚Die Erdwärmebohrer‘ weiter als Marktführer im Bereich oberflächennahe Geothermiebohrung zu etablieren.

Welche Vision verfolgt Die Erdwärmebohrer, und wie setzen Sie diese in die Tat um?

Unsere Vision ‚Klimaschutz durch Erdwärme‘ verwirklichen wir mit jeder verlegten Sonde – ein Beitrag zu einer nachhaltigen und zukunftssicheren Energieversorgung. Der Wärmesektor steht vor einer notwendigen Transformation. Als Familienvater und Unternehmer sehe ich es als meine Verantwortung, aktiv an einer nachhaltigeren Welt mitzuarbeiten. In Kombination mit einer PV-Anlage ermöglichen wir unseren Kunden echte Energieautarkie und schützen sie vor den Unsicherheiten des Energiemarkts. Um dies zu erreichen, sind wir deutschlandweit im Einsatz.

Welche Zielgruppen sprechen Sie mit Ihren Dienstleistungen an, und wie stellen Sie sicher, dass deren spezifische Anforderungen erfüllt werden?

Wir bedienen sowohl Privatkunden, die nachhaltige Heizlösungen für Eigenheime suchen, als auch Geschäftskunden wie Bauträger und Stadtwerke. Dabei stehen wir ganz vielfältigen Anforderungen gegenüber: Die Geologie in Deutschland unterscheidet sich stark in ihrer Wärmeleitfähigkeit, was maßgeschneiderte Lösungen erfordert. Weitere Merkmale, die variieren, sind Alter und Härte des Bodens. Granitboden benötigt eine andere Vorgehensweise als weicher Sand- oder Tonboden. 

Um unsere Projekte effizient zu planen, greifen wir auf eine umfangreiche, eigens aufgebaute Geologiedatenbank zurück.

Die Genehmigungen der Bohrungen erfolgen auf Landkreisebene. Hier gibt es pro Landkreis unterschiedliche Auflagen und Formulare.

In Fällen belasteter Böden arbeiten wir eng mit spezialisierten Partnern zusammen, um den Schutz des Grundwassers jederzeit sicherzustellen. Behördliche Auflagen zur Bohrtiefe variieren von Bundesland zu Bundesland, aber da verfügen wir über fundierte Erfahrungswerte. 

Nicht zuletzt erfüllen wir auch ästhetische Ansprüche unserer Kunden: Bei einem Erdwärmeheizsystem sind die Sonden vollständig im Erdreich verborgen und die Wärmepumpe findet Platz im Keller. Das macht diese Lösung besonders attraktiv – gerade bei denkmalgeschützten Gebäuden, wo andere Heizsysteme oft an ihre Grenzen stoßen.

Was unterscheidet Die Erdwärmebohrer von anderen Anbietern im Bereich erneuerbarer Energien?

Unsere Spezialisierung auf Geothermie ist unser klares Alleinstellungsmerkmal. Im Gegensatz zu klassischen Brunnenbauern, die gelegentlich auch für Erdwärmeheizungen bohren, konzentrieren wir uns ausschließlich auf diese Technologie. Mit spezieller Software (Earth Energy Designer von Blocon AB) berechnen wir präzise die Entzugsleistung für einen Zeitraum von 50 Jahren – ein entscheidender Vorteil, um den langfristigen Planungshorizont unserer Kunden zu bedienen.

Ein weiteres Merkmal, das uns auszeichnet, ist unser strukturierter Vertrieb: Als einziges Bohrunternehmen verfügen wir über ein professionelles Vertriebs-Team. Sieben unserer insgesamt 26 Mitarbeiter sind im Außen- oder Innendienst tätig, um Kundenwünsche kompetent und zuverlässig zu betreuen.

Vor welchen Herausforderungen stand Ihr Unternehmen bislang, und wie haben Sie diese gemeistert?

Unsere Gründung stand unter großem finanziellen Druck und hohem Zeitdruck: Wir hatten 12 Monate Zeit, um die Plattform rentabel zu machen. Damals hatte ich noch keinerlei Erfahrung im Vertrieb und reine Online-Verkäufe brachten nicht den gewünschten Erfolg. Daher entschieden wir uns dazu, einen klassischen Außendienst aufzubauen – ein entscheidender Schritt, um unsere Zielgruppen gezielt und effektiv anzusprechen.

Nach dieser herausfordernden Startphase wuchs unser Unternehmen stetig. Dank der Entwicklungen im Heizungsmarkt und der verstärkten Nachfrage nach nachhaltigen Energielösungen – vor allem durch die geopolitischen Ereignisse im Jahr 2022 – konnten wir weiter an Dynamik gewinnen.

Welche Rolle spielen technologische Innovationen in Ihrer Arbeit, und wie wirken sie sich auf Ihre Projekte aus?

Technologische Neuerungen prägen unsere Arbeit auf vielfältige Weise. Wärmepumpen werden immer leistungsfähiger und haben sich von einer Nischentechnologie zu einer attraktiven Alternative entwickelt. Für die präzise Auslegung setzen wir eine spezialisierte Software ein, die die Entzugslast über einen Zeitraum von 50 Jahren simuliert. Großprojekte werden zunehmend mit BIM (Building Information Modeling) geplant, dem digitalen Zwilling des Gebäudes, um Heizungsanlagen optimal auslegen zu können. Das trifft auch auf geothermische Heizsysteme zu.

Auch auf der Baustelle profitieren wir von Innovationen: Kürzlich haben wir in unsere vierte Siebanlage investiert. Diese trennt das Bohrgut von der Spülung und macht die Entsorgung nicht nur einfacher, sondern auch kosteneffizienter – ein klarer Vorteil für unsere Kunden, da die Container-Entsorgungskosten erheblich reduziert werden.

Zudem könnten Hightech-Lösungen künftig unsere Branche weiter verändern. Smart-Home-Technologien, die über Sensoren Innen- und Außentemperaturen sowie Wettereinflüsse automatisch abstimmen, haben das Potenzial, das Heizen noch effizienter und präziser zu gestalten.

Welche zukünftigen Entwicklungen und Erweiterungen planen Sie für Die Erdwärmebohrer?

Zur Verbesserung der Kommunikation zwischen Stakeholdern hat unser Planungsingenieur CAD-Zeichnungen (Computer-Aided Design) eingeführt, womit wir uns als kompetenter Partner für komplexe Großprojekte etablieren können. Zusätzlich werden wir zwei weitere Ingenieure darin ausbilden, um unsere Kapazitäten zu erweitern.

Außerdem wird unser Planungsingenieur gerade in der Nutzung von FEFLOW geschult, einer führenden Software für die Simulation von Grundwasserströmung, Massen- und Wärmetransport. Dies ermöglicht uns, hochpräzise Analysen durchzuführen und maßgeschneiderte Lösungen anzubieten, ohne auf externe Anbieter zurückgreifen zu müssen.

Wie trägt Ihr Unternehmen zur Förderung erneuerbarer Energien und zur Nachhaltigkeit bei?

Rund 40 Prozent der Treibhausgasemissionen in Deutschland entfallen auf den Wärmesektor – höchste Zeit, unsere Gebäude, ob Wohnhäuser oder Bürotürme, zukunftsfähig zu machen.

Erdwärme ist dabei die stabilste und nachhaltigste Lösung. Sie ist unabhängig von Witterungseinflüssen, liefert durch die konstante Temperatur im Erdreich eine verlässliche Entzugsleistung und benötigt lediglich Strom für die Wärmepumpe. Damit ist Erdwärme die emissionsärmste aller Heizarten. Gleichzeitig überzeugt die Technologie durch minimalen Wartungsaufwand und eine Lebensdauer von 100 Jahren oder mehr.

Ein weiterer Vorteil: Mit einem Erdwärmesystem kann im Sommer kostenlos gekühlt werden. Dabei wird das Erdreich regeneriert, was die Effizienz erhöht und die Lebensdauer der Sonde verlängert

Unsere Aufgabe ist es dabei, Erdwärmebohrungen einfach verfügbar zu machen für unsere Kunden und mit hohem Qualitätsstandard kostensicher auszuführen.

Was würden Sie anderen Gründern raten, die in der Umwelt- und Energiewirtschaft Fuß fassen möchten?

Der Energiemarkt ist groß und als kleines Unternehmen stehen wir im Wettbewerb mit etablierten, oft deutlich größeren Akteuren. Das gelingt uns, weil uns die Idee einer klimafreundlichen Lebensweise antreibt und wir ein großartiges Team sind. Durchhaltevermögen und Optimismus sind dabei essenziell – gerade in Zeiten politischer Unvorhersehbarkeit. Mit dieser Haltung und einem klaren Fokus auf unsere Vision kann man es schaffen, sich erfolgreich im Markt zu behaupten.

Welche Maßnahmen ergreifen Sie, um sicherzustellen, dass Ihre Dienstleistungen langfristig wettbewerbsfähig bleiben?

Wir investieren in unsere Mitarbeiter und ermöglichen ihnen zusätzliche Qualifikationen, die sowohl sie beruflich als auch das Unternehmen voranbringen. Des Weiteren gehen wir strategische Partnerschaften ein mit Unternehmen aus der Bau-, SHK- und Immobilienwirtschaft. Seit diesem Jahr investieren wir auch in unser Marketing, das eng mit dem Vertrieb zusammenarbeitet.

Wie gehen Sie mit der steigenden Nachfrage nach nachhaltigen Energielösungen um?

Die steigende Nachfrage nach nachhaltigen Energielösungen nehmen wir als große Chance wahr. Der Geothermie-Markt zählt zu den Wachstumsbranchen in Deutschland, auch wenn die Nachfrage noch nicht so hoch wie bei Photovoltaikanlagen ist. Dennoch beobachten wir eine deutliche Zunahme der öffentlichen Diskussion und ein wachsendes Interesse an dieser Technologie.

Unser Unternehmen reagiert darauf, indem wir kontinuierlich unsere Prozesse und unser Team weiterentwickeln, um den Anforderungen einer wachsenden Kundenzahl gerecht zu werden. Viele Bauherren suchen zunehmend langlebige, ästhetische Alternativen zu herkömmlichen Heizsystemen. Geothermie bietet ihnen genau das: Unabhängigkeit und Umweltfreundlichkeit. Unsere Kunden sehen darin eine Win-win-Situation für sich und das Klima – und wir sind gut aufgestellt, um diesen Bedarf auch in Zukunft zu decken.

Was motiviert Sie und Ihr Team, sich für den Ausbau der Erdwärme als Energiequelle einzusetzen?

Erdwärme ist so einfach wie genial: immer verfügbar, stabil, umweltfreundlich. Als Unternehmer und Familienvater sehe ich die enormen Chancen dieser Technologie für eine nachhaltige Zukunft. Diese Überzeugung teilen viele meiner Teammitglieder, die genauso wie ich daran glauben, dass wir mit unserer Arbeit einen wichtigen Beitrag für eine bessere Welt leisten können.

Es ist eine langfristige Aufgabe, die nicht von heute auf morgen gelöst ist. Aber mit jeder Bohrung kommen wir unserem Ziel, die Welt nachhaltiger zu gestalten, einen Schritt näher.

Bild: Managementteam @ Die Erdwärmebohrer

Wir bedanken uns bei den Philipp Bauer für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Wie wird Solarstrom einfach und profitabel für Mehrfamilienhäuser?

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 Dach für Dach Gründerteam Leonard John und Jasper Klimas 

Dach für Dach macht Solarstrom für Mehrfamilienhäuser einfach, profitabel und zugänglich – von der Planung bis zur Abrechnung.

Wie entstand die Idee zu Dach für Dach, und was macht Ihr Unternehmen einzigartig?

Die Idee zu Dach für Dach entstand aus der Beobachtung, dass Mieterstrommodelle oft zu kompliziert und teuer sind, was den Zugang für viele Vermieter:innen erschwert. Auch Gespräche im familiären Umfeld zeigten schnell, dass ein großer Bedarf an einfacheren Lösungen besteht.

Passenderweise arbeitete Enpulse, die Innovations-Unit der EnBW, zeitgleich an neuen Ansätzen für Mieterstrom. Mit dem Ziel, nach vorigen Gründungen erneut im Bereich der Energiewende aktiv zu werden, stießen wir auf eine verblüffende Zahl: Nur 1 % der 3,3 Millionen Mehrfamilienhäuser in Deutschland nutzen PV-Anlagen. Dieses enorme Potenzial brachte uns schließlich über Enpulse zusammen und führte zur Gründung von Dach für Dach.

Unser Modell denkt Mieterstrom neu. Immobilienbesizer:innen werden in dem Mittelpunkt gesellt mit der Frage: Wie schaffen wir eine einfache Lösung, damit Solaranlagen auch für kleine Mehrfamilienhäuser rentabel werden? Dabei berücksichtigen wir die Bedürfnisse von allen Beteiligten im Mietbetrieb, um Gebäude schnell und unbürokratisch auszustatten. 

Welche Vision verfolgt Dach für Dach, und wie setzen Sie diese in der Praxis um?

Unsere Vision ist eine Solaranlage auf jedem Mehrfamilienhaus. Knapp die Hälfte der Deutschen wohnt in einem Mehrfamilienhaus und nimmt bisher kaum an der Energiewende teil. Wir möchten aber alle von günstigem Solarstrom profitieren lassen.

Wir begleiten Mehrfamilienhaus-Besitzer:innen also von der Planung bis zum Betrieb – von der Wirtschaftlichkeitsberechnung über das Zählerkonzept bis hin zur Vertragsgestaltung. Nach der Installation der PV-Anlage sorgt unsere innovative Software dafür, dass alle Verbrauchs- und Erzeugungsdaten erfasst und Abrechnungen automatisch erstellt werden.

Mehrfamilienhäuser hinken nicht nur beim Solarausbau hinterher, sondern auch bei Sanierungen. Wir wollen zukünftig helfen, Immobilien energieeffizient aufzuwerten, Kosten zu senken und Solarstrom langfristig profitabel zu machen. 

Wer sind die Köpfe dahinter, und welche Erfahrungen haben sie in das Unternehmen eingebracht?

Das Startup wird derzeit hauptverantwortlich von uns beiden, Jasper Klimas und Leonard John, aufgebaut. Leos letzte Station war die Mitgründung und Geschäftsführung der Impact-Jobplattform baito, mit Fokus auf nachhaltigen und sozialen Berufen, während Jasper als Mitgründer die Buchungsplattform DynAmaze aufgebaut hat und zuletzt bei dem Venture Builder PlayersTech als Head of Investments tätig war. Wir haben also bereits beide ein Software-Startup vom Start an aufgebaut. Zudem greifen wir nun auf das technische Know-how der EnBW und die umfassende Expertise des Venture Studios Enpulse zurück, das bereits andere CleanTech Startups erfolgreich aufgebaut hat. 

Was ist Ihre Zielgruppe, und wie stellen Sie sicher, dass Ihre Lösungen deren Bedürfnisse optimal erfüllen?

Unsere Zielgruppe sind aktuell Privateigentümer von Mehrfamilienhäusern mit bis zu 12 Wohneinheiten. Bisher schrecken viele vor dem klassischen Mieterstrom-Modell oder der Gemeinschaftlichen Gebäudeversorgung (GGV) zurück, da sie zu komplex und unrentabel sind. Zukünftig wollen wir auch Wohnungseigentümergemeinschaften (WEGs) bei der unkomplizierten Umsetzung von Solarprojekten unterstützen. Damit wir hier schnell die richtigen Probleme lösen ist es für uns wichtig, täglich mit unserer Zielgruppe in Kontakt zu sein und möglichst viele Erfahrungswerte zu sammeln.

Welche Herausforderungen haben Sie beim Aufbau von Dach für Dach bewältigt, und wie gehen Sie mit neuen Hürden um?

Das komplexe regulatorische Umfeld war eine der größten Herausforderungen. Mieterstrommodelle sind oft schwer verständlich und schrecken Vermietende ab. Mit Experten haben wir eine rechtssichere und zugleich anwenderfreundliche Lösung entwickelt. Neue Herausforderungen lösen wir flexibel, nutzen kontinuierliches Marktfeedback und optimieren unser Angebot gezielt. 

Als weitere zentrale Herausforderung galt es, das Vertrauen der Vermieter:innen zu gewinnen. Skepsis gegenüber Rentabilität und Verwaltungsaufwand sind wir mit klarer Kommunikation, Informationskampagnen und einer nutzerfreundlichen Software begegnet. Dank unserer Agilität und Kundennähe reagieren wir schnell auf Veränderungen du entwickeln unser Modell kontinuierlich weiter. 

Welche technologischen und innovativen Ansätze machen Dach für Dach zu einem Vorreiter in Ihrer Branche?

Dach für Dach bietet erstmals ein Modell, das es ermöglicht, Solarenergie für Mehrfamilienhäuser unkompliziert und profitabel zu produzieren. Besonders attraktiv ist dies als All-in-One-Paket für alle, die Vermietung nicht als Haupttätigkeit betreiben. Unser Vorteil ist der Mix aus Beratung für individuelle Projekte und Software für die spätere Verwaltung, sowie den reibungslosen Betrieb. Wichtig ist, dass wir mit verschiedenen technologischen Bedingungen bei Zählerschränken und Zählerhardware umgehen könnten. 

Wie sehen Ihre Pläne für die Weiterentwicklung von Dach für Dach aus, und auf welche neuen Projekte dürfen wir gespannt sein?

Aktuell konzentrieren wir uns auf kleine Mehrfamilienhäuser. Künftig wollen wir unser Modell auf WEGs und andere Strukturen ausweiten und deutschlandweit expandieren. Zudem planen wir Häuser mit Wärmepumpen, Speichern und Wallboxen weiter zu elektrifizieren. Das Ganze durch Kooperationen mit passenden Partnern für ganzheitliche Energielösungen. 

Wir sehen mehrere spannende Themen, die für uns relevant werden können: Förderungen und Regulatorik, Speicher, Wallboxen und Wärmepumpen sowie die Isolierung und Dämmung von Mehrfamilienhäusern. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Gesetzgebung mit der anstehenden Bundestagswahl verändern wird.

Welche drei Ratschläge würden Sie jungen Gründerinnen und Gründern geben, die mit einer ähnlichen Idee starten möchten?

Zuerst Dinge schnell umsetzen und Fehler machen. Sprecht früh mit Kunden und Partnern, um ihre Bedürfnisse genau zu verstehen. Fehler gehören dazu, die einem helfen Vorgänge schnell zu verbessern. In jedem Fall öffnet ein starkes Netzwerk Türen und beschleunigt eure Entwicklung. 

Dazu hilft es sehr regulatorische Rahmenbedingungen zu verstehen. Besonders im Energiebereich sind Gesetze komplex. Nehmt euch Zeit diese frühzeitig zu verstehen und holt euch Expertise ins Team. 

Als dritter Ratschlag hilft es kundennah zu bleiben Feedback früh einzuholen, um das Produkt an etwaige Bedürfnisse anzupassen. Seid agil, testet Ideen schnell am Markt und passt sie flexibel an. Geschwindigkeit und Anpassungsfähigkeit sind entscheidend. 

Wie trägt Dach für Dach dazu bei, nachhaltige Technologien voranzutreiben und langfristige Veränderungen zu bewirken?

Wir bringen die Energiewende in Form von Solaranlagen ins bzw. aufs Mehrfamilienhaus. Unser Angebot aus Beratung und Software ermöglicht erstmals den Solarausbau auf tausenden Mehrfamilienhäusern, für die dies vorher zu unprofitabel oder kompliziert war.

Unser Ziel ist es, Mehrfamilienhäuser zum aktiven Teil der Energiewende zu machen und zukünftig nicht nur den Ausbau von Solaranlagen, sondern auch Speichern, Wärmepumpen und Wallboxen zu ermöglichen. Damit sollen zukunftsfähige und umweltfreundliche Energielösungen auch im Mehrfamilienhaus ihren Platz finden.

Was unterscheidet Dach für Dach von anderen Wettbewerbern, und wie profitieren Ihre Kunden davon? 

Dach für Dach ist das erste Unternehmen, dass das sogenannte Einzählermodell gezielt für kleine und mittlere Mehrfamilienhäuser ermöglicht und sich dabei auf die Bedürfnisse von Vermietern und umsetzenden Fachbetrieben konzentriert, um Projekte schnell und unkompliziert realisieren zu können.

Im Gegensatz zur GGV und klassischem Mieterstrom setzt Dach für Dach auf das Einzählermodell im Mehrfamilienhaus. Unsere Modellrechnungen haben gezeigt, dass unser Modell die profitabelste Variante dieser drei Mieterstrom-Alternativen ist, während die GGV am wenigsten rentabel ist. 

Zudem wird durch unsere Modell Mieterstrom für viele kleinere Mehrfamilienhäuser erst profitabel, während auch Bestandsanlagen, die aus der Einspeisevergütung fallen, aber auch Neubauten mit PV-Pflicht von unserem einfachen Modell profitieren können. 

Fotograf: Alexis Papageorgio, Bildrechte: Dach für Dach GmbH

Wir bedanken uns bei Leonard John und Jasper Klimas für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Wie ein einfacher Ball unsere Füße revolutionieren könnte

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EasZotic gründerin Elisabeth Tillery mit dem EasZer

EasZotic hat mit dem EasZer ein innovatives Produkt entwickelt, das die Fußgesundheit effektiv und unkompliziert unterstützt

Wie sind Sie auf die Idee gekommen, den EasZer zu entwickeln, und was hat Sie dazu inspiriert, den Schritt von der Chiropraktik in die Produktentwicklung zu wagen?

Ich habe viele Patientn mit Fußproblemen behandelt und festgestellt, dass herkömmliche Einlagen oft nicht die gewünschte Wirkung erzielen. Es musste etwas Neues her, das besser funktioniert. Als ich nichts Passendes auf dem Markt finden konnte, habe ich beschlossen, selbst aktiv zu werden und den EasZer zu entwickeln.

Können Sie uns einen Einblick in die Gründungsgeschichte von EasZotic geben und was diese Reise für Sie persönlich bedeutet?

Ich habe EasZotic Ende 2023 gegründet und 2024 so richtig durchgestartet. Von der ersten Idee bis zur Marktreife vergingen jedoch fast vier Jahre voller Forschung, Tests und Anpassungen. Die Gründung war ein großer Schritt für mich, da ich neben meiner Haupttätigkeit als Chiropraktorin ein Unternehmen von Grund auf aufgebaut habe. Es war herausfordernd, aber auch unglaublich bereichernd, neue Dinge zu lernen und persönlich zu wachsen. Besonders dankbar bin ich meinem Mann, der immer hinter mir stand und mich in jeder Phase unterstützt hat – das hat mir die nötige Stärke gegeben, an meinem Traum festzuhalten.

Welche Vision verfolgen Sie mit EasZotic, und wie möchten Sie diese in den kommenden Jahren umsetzen?

Meine Vision ist es, weitere Produkte zu entwickeln, die den Alltag der Menschen erleichtern – ohne zusätzlichen Aufwand. Gleichzeitig möchte ich EasZotic als vertrauenswürdiges Unternehmen etablieren, das transparent und ehrlich mit seinen Kunden umgeht.

Wie genau funktioniert der EasZer, und was macht ihn im Vergleich zu bestehenden Lösungen auf dem Markt einzigartig?

Der EasZer ist ein innovativer Einlagen-Gummiball, den es in dieser Form noch nicht gibt. Dank seiner ellipsoiden Form passt er sich optimal dem Fuß an und wird in der Socke getragen. Anders als klassische Einlagen löst, dehnt und kräftigt der EasZer die Fußmuskulatur – und das alles, ohne dass zusätzliche Übungen nötig sind.

Wer gehört zur Zielgruppe von EasZotic, und wie stellen Sie sicher, dass Ihre Produkte den Bedürfnissen dieser Menschen gerecht werden? 

Der EasZer richtet sich an Erwachsene, die im Alltag nach einer einfachen Möglichkeit suchen, ihre Füße zu entlasten und zu entspannen – besonders bei viel Stehen oder Gehen. Er ist vielseitig einsetzbar: zur Unterstützung, Entspannung oder Aktivierung der Füße. Dank seiner Flexibilität kann er bei Bedarf verwendet und leicht wieder entfernt werden.

Welche Herausforderungen haben Sie auf Ihrem Weg von der Idee bis zur Marktreife des EasZer erlebt, und wie haben Sie diese gemeistert?

Die größte Herausforderung war, wie bei vielen Start-ups, die Finanzierung. Ich habe mein eigenes Erspartes investiert, um den Traum Wirklichkeit werden zu lassen. Hinzu kamen die regulatorischen Anforderungen und zahlreiche Prototypen, die wir entwickeln mussten, bevor wir die perfekte Form und Füllung gefunden hatten.

Inwiefern hat Ihre Erfahrung als Chiropraktorin Ihr Produktdesign und Ihre Unternehmensstrategie beeinflusst?

Als Expertin für den Bewegungsapparat hatte ich viele Gelegenheiten, Prototypen direkt an Patienten zu testen und basierend auf ihrem Feedback zu optimieren. Die Rückmeldungen und das Vertrauen meiner Patienten haben mich stets motiviert, weiterzumachen, auch wenn es manchmal schwierig war.

Wie wichtig ist für Sie die Verbindung von Gesundheit und Technologie, und wie spiegelt sich das in EasZotic wider?

Die Verbindung von Gesundheit und Technologie ist wichtig, aber nicht alles muss kompliziert sein. Manchmal sind die einfachsten Lösungen die effektivsten – wie der EasZer, ein simpler Einlagen-Gummiball mit großer Wirkung.

Welche Rolle spielen digitale Vertriebskanäle wie Social Media und E-Commerce für das Wachstum von EasZotic?

Digitale Kanäle sind aktuell unser wichtigster Vertriebsweg. Als noch relativ unbekanntes Start-up nutzen wir Social Media und E-Commerce, um Reichweite aufzubauen und unser Produkt bekannter zu machen.

Gibt es konkrete Pläne für die Weiterentwicklung des EasZer oder die Einführung neuer Produkte in der Zukunft?

Ja, wir haben bereits Pläne für den EasZer V2 und V3. Außerdem gibt es immer Möglichkeiten, bestehende Produkte weiter zu optimieren.

Welche drei Ratschläge würden Sie anderen Gründerinnen und Gründern geben, die ebenfalls mit limitierten Ressourcen eine innovative Idee umsetzen möchten?

Bleibt dran, auch wenn es manchmal aussichtslos erscheint. Bleibt euch selbst treu und hinterfragt jeden Ratschlag kritisch. Viele Leute raten einem von so einem Vorhaben ab – vielleicht, weil sie selbst Angst haben oder nicht daran glauben. Genau dann ist es wichtig, an sich und seine Idee zu glauben und nicht aufzugeben.

Was motiviert Sie jeden Tag, Ihr Unternehmen weiter voranzutreiben, und welche persönlichen Werte stehen hinter EasZotic?

Meine Motivation ist es, mit meinem Wissen Menschen zu helfen und ihnen das Leben einfacher zu machen – ohne hohe Kosten. Ehrlichkeit und Vertrauen stehen dabei für mich und EasZotic an erster Stelle.

Bild: Elisabeth Tillery @ EasZotic GmbH

Wir bedanken uns bei Elisabeth Tillery für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.


Premium Start-up: EasZotic

Kontakt:

EasZotic GmbH
Pulverteich 20
D-20099 Hamburg

www.easzotic.com
easzotic@gmail.com

Ansprechpartner: Elisabeth Tillery

Social Media:
Facebook
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TikTok
LinkedIn

Wie verändert diese Idee den Alltag von Frauen?

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NAILD Dilan Küçük von NAILD@ Kendra Storm Rae

NAILD bietet flexible, hochwertige Press-on Nails, die den Alltag von Frauen einfacher und stilvoller machen

Was war Ihre persönliche Motivation, NAILD zu gründen, und wie hat Ihre persönliche Geschichte als dreifache Mutter und Migrantin Ihre Gründungsreise beeinflusst?

Meine Migrationsgeschichte hat mich bereits in meiner Jugend geprägt: Ich hatte nicht die finanziellen Mittel, um mir Beauty-Dienstleistungen leisten zu können. Also brachte ich mir vieles selbst bei – aus der Notwendigkeit heraus, Lösungen zu schaffen. Diese DIY-Kultur, die ich aus meiner Familie kannte, wurde für mich zu einer wertvollen Ressource.

Vor acht Jahren, während meiner Elternzeit mit meinem ersten Kind, hatte ich kaum Zeit für regelmäßige Besuche im Nagelstudio. Gepflegte Nägel waren mir wichtig, doch mit einem Baby im Alltag war Flexibilität das A und O.

Während der Elternzeit verstärkte sich der Gedanke, dass ich mein Wissen und Können in eine praktikable Lösung umsetzen wollte – eine, die sich flexibel und einfach an den herausfordernden Alltag von Frauen anpasst. So entstand 2016 die Idee für NAILD: Eine Manikürelösung, die zugänglich, flexibel und hochwertig ist – genau das, was ich damals selbst gebraucht hätte.

Wie würden Sie NAILD in wenigen Sätzen beschreiben, und welche Menschen stehen hinter dem Unternehmen?

NAILD ist die erste Marke in Deutschland, die die Produktkategorie der wiederverwendbaren Press-on Nails besetzt hat. Wir bieten allen Interessierten eine hochwertige, flexible und einfach zugängliche Maniküre-Lösung, die sich ihrem Alltag anpasst. Hinter der Marke steht ein leidenschaftliches Team, das Trends liebt und sich für die Bedürfnisse unserer Kund*innen einsetzt – mit mir als Gründerin, die aus eigener Erfahrung genau weiß, worauf es bei der bestmöglichen Lösung ankommt.

Welche Vision verfolgen Sie mit NAILD, und wie wollen Sie diese langfristig erreichen?

Meine Vision ist es, unserer Zielgruppe unabhängig von Zeit oder Budget eine unkomplizierte Möglichkeit zu bieten, sich gepflegt zu fühlen. Langfristig wollen wir NAILD als DIE Marke für flexible Maniküre etablieren, mit innovativen Produkten und einem nachhaltigen Ansatz, der Trends und die Wünsche unserer Kund*innen vereint.

Für welche Zielgruppe haben Sie NAILD entwickelt, und wie stellen Sie sicher, dass die Bedürfnisse dieser Kundengruppe im Mittelpunkt stehen?

Unsere Zielgruppe sind all diejenigen, die wenig Zeit oder keinen Zugang zu einem Nagelstudio haben und sich Flexibilität wünschen. Auch jüngere Generationen, die früh Beauty Treatments ausprobieren wollen, aber noch keine langfristigen Entscheidungen für ihre Nägel treffen möchten, adressiert NAILD. Bei der Produktentwicklung ist uns außerdem das Feedback unserer Community enorm wichtig. Dadurch entwickeln wir Produkte, die einfach, schonend und anpassungsfähig sind.

Press-on Nails gibt es bereits seit einiger Zeit auf dem Markt – was macht NAILD Ihrer Meinung nach einzigartig und anders?

Wir waren die Ersten, die wiederverwendbare Press-on Nails in Deutschland angeboten haben. Unsere Produkte bestehen aus hochwertigem, ausgehärtetem Gel – dem gleichen Material, das in professionellen Nagelstudios verwendet wird. Außerdem haben wir die ersten echten Klebesticker speziell für Press-on Nails entwickelt, die Halt, Flexibilität und Schonung des Naturnagels perfekt kombinieren. Unsere Produkte bieten Qualität und Innovation, die andere inspiriert haben, aber unsere Lösungen bleiben einzigartig.

Sie haben NAILD komplett gebootstrapped aufgebaut und einen siebenstelligen Umsatz erreicht. Was waren die größten Herausforderungen dabei, und wie haben Sie diese gemeistert?

Von Anfang an verlief die Gründung parallel zu meiner Arbeit in verschiedenen Nebenjobs, ob Apotheke oder Restaurant — anders war es schlicht und ergreifend nicht möglich. Ich bin hier kein Ausreißer, gründen Frauen doch statistisch häufiger im Nebenerwerb. Es war daher essentiell für mich, klar zu priorisieren und pragmatisch viel in DIY-Arbeit zu übernehmen. Außerdem war es uns wichtig, nah an unseren Kund*innen zu bleiben, um mit schlanken Prozessen effizient zu arbeiten. Durch diesen Fokus konnten wir nachhaltig wachsen und profitabel bleiben.

Der Vorteil des Gründens in Eigenregie lag immer klar darin, dass wir die volle Kontrolle über unser Business hatten und niemandem Rechenschaft schuldig waren. Erst kürzlich habe ich das erste Mal einen Kredit bei einer Bank aufgenommen, die an mich und mein Geschäftsmodell geglaubt hat – ein Novum in der Geschichte von NAILD, aber auch ein wichtiger Schritt, um unser Unternehmen auf die nächste Stufe zu heben und weiter Pionier-Arbeit zu leisten. 

Welche Rolle spielt Ihre Erfahrung aus der Arbeit in  einer Bundesbehörde für Ihre Tätigkeit als Unternehmerin bei NAILD?

Es hat mir Disziplin, Struktur und die Fähigkeit gegeben, komplexe Herausforderungen effizient zu lösen. Das hilft mir bis heute, um als Unternehmerin den Überblick zu behalten und fundierte Entscheidungen zu treffen – besonders in einem kleinen, dynamischen Team.

Viele Gründer, besonders mit Migrationshintergrund, stoßen auf Widerstände. Welche Erfahrungen haben Sie in der deutschen Gründerszene gemacht, und wie gehen Sie mit Vorurteilen um?

Ich habe oft erlebt, unterschätzt zu werden, sei es wegen meines Nachnamens oder meines Auftretens. Aber ich habe gelernt, diese Vorurteile mit überzeugenden Ergebnissen zu widerlegen. Mein Erfolg zeigt, dass es möglich ist, sich auch ohne perfekte Startbedingungen durchzusetzen.

NAILD hat es geschafft, ohne Fremdkapital auszukommen. Welche Überlegungen stecken hinter dieser Entscheidung, und gibt es Pläne für weitere Investitionen?

Wir wollten von Anfang an die volle Kontrolle über unsere Marke behalten und organisch wachsen. Kürzlich haben wir unseren ersten Kredit aufgenommen, um neue Produktkategorien zu entwickeln. Das war ein bewusster Schritt, um weiter zu expandieren und unser Sortiment zu diversifizieren.

Wie sehen Sie die Zukunft von NAILD? Gibt es Pläne für neue Produkte, Märkte oder eine Expansion?

Wir arbeiten an neuen Produktkategorien, die noch mehr Flexibilität bieten, und wollen international wachsen. Unsere Vision ist es, weiterhin Trends zu setzen und NAILD als DIE Marke für flexible und nachhaltige Manikürelösungen zu etablieren.

Welchen Ratschlag würden Sie anderen Gründerinnen geben, die in Deutschland ihren Weg finden möchten – insbesondere denen, die ebenfalls ohne große Netzwerke und Ressourcen starten?

Fangt an, auch wenn nicht alles perfekt ist. Baut früh ein Netzwerk auf und bleibt nah an euren Kund*innen. Herausforderungen sind Teil des Wachstumsprozesses – lernt, daran zu wachsen und euch zu verbessern.

Wie denken Sie, könnte die Gründerszene in Deutschland diverser und inklusiver gestaltet werden, damit mehr Menschen mit unterschiedlichem Hintergrund gleiche Chancen erhalten?

Menschen mit Migrationsgeschichte gründen in Deutschland doppelt so häufig , wie Menschen ohne Einwanderungsgeschichte – die Gründer*innen sind also da. Das Problem ist die Sichtbarkeit. Wenn man sich anschaut, wie bspw. die  Start-up-Bühnen besetzt sind, merkt man, dass in Sachen Diversität noch deutlich Luft nach oben ist. Über 40 Prozent der Migrant Founders in Deutschland sehen sich im Kontakt mit Ämtern und Behörden im Nachteil. Bürokratie ist hier ein echtes Problem. Es braucht außerdem gezielte Programme, die Zugang zu Netzwerken und Kapital erleichtern. Vielfalt ist ein Mehrwert für unsere Wirtschaft und sollte stärker gefördert werden, um die deutsche Gründerszene innovativer und zugänglicher zu machen.

Bild: Dilan Küçük von NAILD@ Kendra Storm Rae

Wir bedanken uns bei Dilan Küçük für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Wie könnte KI unsere Gesundheits- und Beautybranche verändern?

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IQONIC.AI Maria Bruckert @ Fotocredits: Sara Czaja, IQONIC.AI

IQONIC.AI entwickelt KI-gestützte Lösungen, die die Gesundheits- und Beautybranche effizienter, personalisierter und zukunftsorientiert gestalten

Wie entstand die Idee zu IQONIC.AI, und welche persönlichen Hintergründe haben Sie, Maria-Liisa Bruckert und Martin Pentenrieder, in das Unternehmen eingebracht?

IQONIC.AI trifft genau den Nerv der Zeit. Die Gesundheitsindustrie steht seit Jahren vor erheblichen Herausforderungen – ein Thema, das immer wieder diskutiert wird. Als Experten für Transformation und DeepTech war uns schnell klar, dass hier enormes Potenzial schlummert. Gemeinsam mit Stakeholdern aus der Branche haben wir IQONIC.AI ins Leben gerufen, um die Versorgungsinfrastruktur grundlegend neu zu gestalten und gleichzeitig Synergien mit bestehenden Marktakteuren zu schaffen.

Welche Vision verfolgen Sie mit IQONIC.AI, und was treibt Sie täglich an, diese zu verwirklichen?

In erster Linie geht es darum Verantwortung zu übernehmen. Die Gesellschaft verändert sich, es geht aber darum auch für kommende Generationen stabile Umfelder zu schaffen. Mit IQONIC.AI verfolgen wir die Vision, die Gesundheitsversorgung durch den Einsatz von künstlicher Intelligenz und modernen Technologien grundlegend zu transformieren. Unser Ziel ist es, eine intelligentere, effizientere und personalisierte Gesundheitsinfrastruktur zu schaffen, die nicht nur die Patientenergebnisse verbessert, sondern auch die Arbeitsabläufe für medizinisches Personal optimiert und die Kosten im Gesundheitswesen nachhaltig senkt. 

Was uns täglich antreibt, ist die Möglichkeit, mit IQONIC.AI echte Veränderungen zu bewirken und die Lebensqualität der Menschen zu verbessern. Die Herausforderungen im Gesundheitssektor sind immens, doch die Chancen, die neue Technologien bieten, sind riesig. Ich bin überzeugt, dass wir mit unserer Expertise und der richtigen Technologie Brücken schlagen können zwischen den bestehenden Systemen und einer zukünftigen, smarteren Gesundheitsversorgung. Die Vorstellung, dass wir durch unsere Arbeit einen konkreten Unterschied im Leben von Patienten und Ärzten machen können, motiviert uns, jeden Tag weiter an dieser Vision zu arbeiten.

Wie hilft Ihre KI-Technologie Kosmetikmarken, Retailern und Friseuren dabei, die Bedürfnisse ihrer Kund:innen besser zu verstehen und zu bedienen?

Unsere Technologie ermöglicht ein viel tieferes Verständnis für die Bedürfnisse ihrer Kund:innen zu entwickeln, indem wir datengetriebene Einblicke und personalisierte Empfehlungen bieten. Unsere Lösung nutzt fortschrittliche Algorithmen, um das Verhalten und die Vorlieben der Kund:innen zu analysieren, Trends frühzeitig zu erkennen und maßgeschneiderte Empfehlungen in Echtzeit zu liefern.

Für Kosmetikmarken bedeutet das, dass sie ihre Produktentwicklung und Marketingstrategien gezielt auf die Wünsche und Bedürfnisse ihrer Zielgruppen abstimmen können. Einzelhändler und Friseure profitieren von personalisierten Beratungsmöglichkeiten, die auf den individuellen Hauttypen, Haarstrukturen oder sogar auf saisonalen Trends basieren, um ihre Kund:innen optimal zu beraten und zu bedienen.

Darüber hinaus hilft unsere KI dabei, Inventar und Sortiment effizienter zu managen, indem sie Kaufgewohnheiten und Nachfrageprognosen berücksichtigt, was die Verfügbarkeit der richtigen Produkte zur richtigen Zeit sicherstellt. Insgesamt fördert IQONIC.AI eine stärkere Kundenbindung und ermöglicht es den Marken, mit ihren Kund:innen auf einer viel persönlicheren Ebene zu interagieren.

Die entstehenden Daten und das daraus resultierende Wissen, können die Entwicklung der Unternehmen daher langfristig nach vorne bringen.

Mit welchen Herausforderungen haben Sie seit der Gründung von IQONIC.AI zu kämpfen gehabt, und wie haben Sie diese gemeistert?

Neben den klassischen Herausforderungen, die mit der Einführung neuer Technologien einhergehen, mussten wir in den letzten Jahren auch mit volatilen Marktbedingungen zurechtkommen. Besonders die Auswirkungen der COVID-19-Pandemie haben den Blick auf die Beauty- und Gesundheitsindustrie verändert und gleichzeitig neue Chancen eröffnet. Die schnelle Entwicklung des digitalen Marktes hat jedoch auch einige Nachteile mit sich gebracht – viele Investitionsentscheidungen wurden in kurzer Zeit getroffen, oft ohne die Qualität der Produkte ausreichend zu berücksichtigen. Jetzt sehen wir die langfristigen Effekte dieser Phase: In vielen Bereichen der Branche kommt es zu einer Verlangsamung der Innovationskraft, da nun vor allem „Nacharbeit“ statt zukunftsorientierter Investitionen im Vordergrund steht

Was unterscheidet IQONIC.AI von anderen Anbietern in der Beauty-Branche, und warum sollten Kunden Ihre Lösungen wählen?

Was IQONIC.AI von anderen Anbietern in der Beauty-Branche unterscheidet, ist unser einzigartiger Ansatz, der technologische Innovation mit einer tiefen Branchenkenntnis kombiniert. Unsere KI-Lösungen sind nicht nur darauf ausgelegt, die Bedürfnisse der Kund:innen in Echtzeit zu verstehen, sondern auch darauf, langfristige, datenbasierte Strategien zu entwickeln, die Marken helfen, sich kontinuierlich zu verbessern und zu wachsen. Während viele Anbieter standardisierte Lösungen bieten, die nur oberflächlich auf den Markt reagieren, geht IQONIC.AI einen Schritt weiter: Wir ermöglichen maßgeschneiderte, personalisierte Erlebnisse, die sich auf die individuellen Vorlieben und Bedürfnisse der Kund:innen konzentrieren.

Unsere Technologie bietet eine hohe Präzision bei der Analyse von Konsumverhalten, Haut- und Haartypen sowie persönlichen Vorlieben. Durch diese tiefe Personalisierung können Marken nicht nur ihre Produkte und Dienstleistungen gezielt anpassen, sondern auch ihre Marketing- und Verkaufsstrategien viel effizienter gestalten. Zudem legen wir großen Wert auf Nachhaltigkeit und Transparenz, was bei vielen unserer Partner und Kund:innen immer stärker nachgefragt wird. Als deutscher Anbieter müssen wir zudem alle hier geltenden Standards erfüllen.

Kunden sollten sich für IQONIC.AI entscheiden, weil wir ihnen nicht nur dabei helfen, ihre Kund:innen besser zu verstehen, sondern auch, langfristig und erfolgreich in einem zunehmend digitalisierten Markt zu agieren. Wir bieten eine Kombination aus innovativer KI-Technologie und fundiertem Branchenwissen, die es den Marken ermöglicht, nicht nur heute, sondern auch in Zukunft wettbewerbsfähig zu bleiben.

Sie haben begonnen, auch mit Apotheken zusammenzuarbeiten. Welche Chancen sehen Sie in dieser neuen Zielgruppe, und wie passt Ihre Technologie in diesen Kontext?

Der Apothekenmarkt steht vor großen Herausforderungen. Das Apothekensterben steht im Widerspruch mit den großen Chancen für die Apotheke im Wandel der Flächenversorgung. Die Entwicklunge der pharmazeutischen Dienstleistungen und die zunehmende digitale Vernetzung der Apotheke mit anderen Gesundheitsinfrastrukturen zeigt den Markttrend. Entsprechend müssen wir hier Wege definieren, die Apotheke neu zu denken und ihren Platz in der Gesundheitsinfrastutkur von Morgen nicht nur zu sichern, sondern auch neu zu definieren: Als Dreh- und Angelpunkt der flächendeckenden Versorgung.

Wie stellen Sie sicher, dass Ihre KI-Lösungen den hohen Erwartungen der Beauty- und Gesundheitsbranche gerecht werden?

Kontinuierliche Veränderung, kontinuierliches Feedback.

Das ist der Leitspruch. Der Markt verändert sich ständig, und das müssen wir auch. Wir dürfen niemals denken unser Produkt ist „fertig“, sondern für Ideen und Verbesserungen offen bleiben. Dafür bleiben wir nah am Markt und iterieren ständig. Auf diesen Prozess sollte in jeder Unternehmensphase immer viel Wert gelegt werden.

Welche Entwicklungen planen Sie in den nächsten Jahren, um IQONIC.AI noch stärker im Markt zu positionieren?

Da gibt es einige Ideen, die natürlich zur richtigen Zeit richtig kommuniziert werden müssen. Verraten wir so viel: Wir werden dem Portfolio unserer Partner immer gerechter. Viel wichtiger ist allerdings, die Erkentnnis der letzte Monate. Wir dürfen nicht die gleichen Fehler wie in anderen Innovationsfeldern machen:  wir müssen den Anwender mitnehmen. Dazu gehört viel Aufklärung, das entstehende Wissen zu vermitteln und auch zu erläutern, warum und wieso diese neuen Technologien ihren Weg finden. 

Wenn Sie auf Ihre Reise als Gründer:innen zurückblicken, welche drei wichtigsten Lektionen haben Sie gelernt? Welche würden Sie anderen Startups weitergeben?

Du musst an dich selber glauben, wer sonst sollte es tun. Das ist einer der wichtigsten Leitsätze für mich. Dazu gehören noch zwei weitere: „den anderen geht es genauso.“ und „Niemals den Mut verlieren“. Didaktisch erleben wir alle Hochs und Tiefs, das ist ganz normal. Aber die Gründungsreise erfordert vor allem, dran bleiben und durchhalten- daher ist Mentale Stärke extrem wichtig. Da hilft vor allem die amerikanische Denkweise: Vernetzen, Austauchen und Unterstützen.

Was bedeutet Innovation für Sie persönlich, und wie stellen Sie sicher, dass IQONIC.AI immer an der Spitze technologischer Entwicklungen bleibt?

Marktumfeld beobachten und nah an den Kunden und Anwendern bleiben. Trends erkennt man frühzeitig am Besten im Marktumfeld- daher sind für uns Netzwerk und Veranstaltungen u.a. Messen extrem wichtig. So stellen wir sicher das wir mit Gestalten und nicht nachträglich entwickeln.

Wie sieht Ihr Alltag als Gründer:innen aus? Wie gelingt es Ihnen, den Fokus zwischen operativen Aufgaben und strategischen Entscheidungen zu halten?

Struktur ist bei der Fülle an verschiedenen Aufgaben wichtig, und ein klarer Fokus des Gründer-/Managementteams. Dennoch bin ich überzeugt, dass es auch wichtig ist, in alle Unternehmensaufgaben einmal herein zu schnuppern. Um die Prozesse und Denkweisen der verschiedenen Aspekte wirklich zu greifen und umzusetzen. Letztlich sollten Stärken ausgespielt werden, egal ob sie im operativen oder strategischem Liegen.

Welche langfristige Vision haben Sie für IQONIC.AI? Wie möchten Sie das Unternehmen in den kommenden fünf bis zehn Jahren weiterentwickeln?

Wir wollen den Wandel der Gesundheitsindustrie, vor allem im Hinblick auf die Versorgungsstruktur gestalten. Und somit dafür sorgen das jeder, immer und überall, barrierefreien Zugang zur Versorgung hat. Wenn wir das effizient und bezahlbar umsetzen, ebnen wir auch den Weg für künfige Generationen.

Titelbild: Maria Bruckert @ Fotocredits: Sara Czaja, IQONIC.AI

Wir bedanken uns bei Maria Bruckert für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

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