Donnerstag, April 3, 2025
Start Blog Seite 16

Wie können Gebäude ohne teure Umbauten klimafreundlich werden?

0
KUGU Geschäftsführer Christopher von Gumppenberg und Niko Mikac Bildcredits@ Kateryna Myronenko landscape

KUGU entwickelt smarte Lösungen, um den Energieverbrauch und die CO₂-Emissionen von Gebäuden ohne bauliche Veränderungen nachhaltig zu reduzieren.

Wie entstand die Idee zu KUGU und wer sind die Gründer und zentralen Personen hinter dem Unternehmen?

Die Idee zu KUGU entstand aus dem Ziel, das Potenzial von Energiedaten in Gebäuden zu nutzen, um CO₂-Emissionen ohne aufwendige Sanierungen deutlich zu reduzieren. Mein Mitgründer Leopold Kuttner und ich erkannten die große Chance, die Immobilienbranche klimafreundlicher zu gestalten. Seit dieser Idee hat sich KUGU stetig weiterentwickelt und am Markt bewiesen. Leopold widmet sich mittlerweile anderen spannenden Projekten, weshalb Niko Mikac seit vergangenem Jahr als neuer Geschäftsführer und COO Teil des KUGU-Teams ist! Alle Kolleginnen und Kollegen treiben mit viel Engagement und Leidenschaft unsere gemeinsame Vision voran, die Immobilienbranche zu dekarbonisieren.

Was ist die Vision von KUGU, und welche Schritte unternimmst du, um diese Vision in den nächsten Jahren zu erreichen?

Unser langfristiges Ziel ist es, einen entscheidenden Beitrag zur Klimaneutralität der Immobilienbranche zu leisten. Mit unserer smarten Dekarbonisierungsplattform bieten wir bereits heute eine umfassende Lösung an, die als intelligente Erweiterung des digitalen Heizungskellers den Betrieb von Energiesystemen durch Optimierung und Echtzeitüberwachung der Anlagenparameter steuert. Die kürzlich erfolgreich abgeschlossene Series-A-Finanzierungsrunde ermöglicht uns nun die gezielte Weiterentwicklung unseres Produktportfolios sowie den weiteren Ausbau unseres Teams. In naher Zukunft wollen wir 50.000 Gebäude auf unserer Plattform optimieren und dadurch jährlich mehr als 100.000 Tonnen CO₂ einsparen.

Inwiefern unterscheidet sich KUGU von anderen Unternehmen im Bereich der digitalen Gebäudetechnik und Energiemanagement?

KUGU bietet eine selbst entwickelte Technologieplattform, die in Echtzeit alle Schritte von der Energieerfassung über die Analyse bis hin zur Steuerung zusammenführt. Diese umfassende Lösung ermöglicht eine hohe Flexibilität, um die spezifischen Anforderungen jedes Gebäudes zu erfüllen. Wir garantieren unseren Kunden Energieeinsparungen von mindestens 15 % – oft erreichen wir durch die Kombination aus Technologie und Expertise sogar bis zu 30 %. Unsere Lösungen erfordern zudem keine aufwendigen oder teuren baulichen Maßnahmen, was einen entscheidenden Vorteil darstellt. So konnten wir auch das „Mieter-Vermieter-Dilemma“ lösen, indem wir unser Produkt so gestaltet haben, dass die Kosten von denjenigen getragen werden, die auch von den hohen Einsparungen profitieren: den Mieterinnen und Mietern. So schaffen wir einen ökologischen und sozialverträglichen Ansatz zur Dekarbonisierung von Gebäuden und damit zum Klimaschutz. 

Welche speziellen Bedürfnisse und Herausforderungen siehst du bei eurer Zielgruppe und wie hilft KUGU dabei, diese zu meistern?

Die Immobilienbranche steht unter wachsendem Druck, die CO₂-Emissionen ihrer Gebäude zu senken. Viele Unternehmen verfügen jedoch weder über die Ressourcen noch über das technische Wissen, um dies eigenständig zu bewältigen. Die gesetzlichen Vorgaben sind inzwischen sehr umfassend und beinhalten nicht nur klare technische Anforderungen, wie sie etwa im Gebäudeenergiegesetz (GEG) festgelegt sind, sondern greifen mit dem EU Green Deal auch in die Vergabe von Krediten ein – einem zentralen Pfeiler der Immobilienbranche. Mit unserer Technologie unterstützen wir Unternehmen dabei, diese Klimazielvorgaben mit überschaubarem Aufwand zu erfüllen.

Was sind deiner Meinung nach die größten Herausforderungen in der Gebäudetechnologie heute, und wie geht KUGU damit um?

Die größte Herausforderung liegt in der großen Vielfalt der Energiesysteme: Diese reicht von einfachen, sehr alten Gas- oder Fernwärmeanlagen bis hin zu modernen, multivalenten Systemen mit Wärmepumpen, PV-Anlagen und Spitzenlastkesseln. Die Bandbreite ist enorm und die Komplexität wird in Zukunft noch weiter zunehmen. Neben unserer eigenen technischen Expertise setzen wir daher auf starke Partnerschaften mit Experten für Gebäudeautomatisierung und Heizungsbau. Mittlerweile gibt es kaum mehr Systeme, die wir nicht aufschalten können.

Wie wichtig ist dir die Nachhaltigkeit in der Entwicklung eurer Produkte, und wie setzt ihr dies konkret um?

„Nachhaltigkeit“ ist durch die inflationäre Verwendung in der heutigen Zeit leider kein einfaches Wort mehr – und dennoch ist es das Herzstück unserer Arbeit. Wir wollen die Immobilienbranche klimaneutral machen und damit einen Teil zum Umweltschutz und der Sicherung unserer Zukunft leisten. Wir glauben daran, dass Technologie ein enormer Hebel für Klimaschutz ist und entwickeln unsere Lösungen genau mit diesem Ziel vor Augen. Nachhaltigkeit ist für uns aber auch der Aspekt der sozialen Verträglichkeit: Mieterinnen und Mieter werden mit unserem Ansatz entlastet und nicht durch Modernisierungsumlagen belastet

Welche langfristigen Entwicklungen oder Innovationen plant KUGU, um seine Position am Markt weiter zu stärken?

Innovation ist für uns eine zentrale Säule. Deshalb haben wir vor zwei Jahren ein eigenes Forschungsteam aufgebaut, das sich intensiv mit der technologischen Energieeffizienzsteigerung in Gebäuden beschäftigt. Der Optimierungsservice für Heizanlagen ist das erste Ergebnis dieser Arbeit – weitere Lösungen sind bereits in der Pipeline. Aktuell entwickeln wir neue Module, die Klimaanlagen, Lüftungssysteme und weitere energetische Systeme in die digitale Steuerung integrieren. So bieten wir ein noch größeres Optimierungspotenzial und passen unsere Plattform an neue Marktbedürfnisse an. Der Fokus liegt immer auf der Steigerung des Dekarbonisierungspotenzials, um unsere Produkte kontinuierlich zu verbessern und unsere Position als führendes PropTech-Unternehmen zu festigen.

Wie stellst du sicher, dass KUGU auch in einem wachsenden Wettbewerbsumfeld erfolgreich bleibt und seine Alleinstellungsmerkmale behält?

Unser Erfolgsrezept liegt in der einzigartigen Kombination aus technologischem Know-how, langjähriger Erfahrung in der Immobilienbranche und einem tiefen Verständnis für die Bedürfnisse unserer Kunden. Durch die enge Zusammenarbeit erkennen wir Marktbedürfnisse frühzeitig und können flexibel auf Veränderungen reagieren. Eines ist dabei sicher: Erfolg entsteht nur im Team! Wir haben aktuell diverse Positionen ausgeschrieben und freuen uns über Bewerberinnen und Bewerber, die mit KUGU wachsen möchten.

Gibt es ein bestimmtes Projekt oder eine Erfolgsgeschichte, auf die du besonders stolz bist?

Besonders stolz sind wir auf die Einsparung von über 25 Millionen kWh Energie, die wir im vergangenen Jahr mit unserer Plattform erreichen konnten – das entspricht dem durchschnittlichen Jahresverbrauch von rund 7.000 Haushalten in Deutschland. Die positive Resonanz unserer Kunden, zu denen inzwischen über 50 Wohnungsunternehmen und Energiedienstleister zählen, bestätigt unseren Ansatz. Mit KUGU haben wir gezeigt, dass digitale Lösungen einen erheblichen Beitrag zur Reduktion von Emissionen leisten können.

Der Trend geht klar in Richtung Echtzeit-Energieeffizienz und CO₂-Reduktion. Verschärfte Klimaschutzauflagen treiben die Nachfrage nach digitalen Lösungen voran – und KUGU ist bestens aufgestellt, diese Entwicklung zu nutzen. Mit unserer skalierbaren Plattform und dem Blick auf internationale Märkte sind wir bereit, das Potenzial digitaler Gebäudetechnologie weiter zu erschließen und auch international Fuß zu fassen.

Wenn du anderen Gründern drei wichtige Ratschläge mit auf den Weg geben könnten, welche wären das?

Der Aufbau eines Unternehmens ist ein langer und oft steiniger Weg, der mich immer wieder vor große Herausforderungen gestellt hat – und auch heute noch stellt. Das konnte ich nur meistern, weil ich mit großer Motivation und Freude zu 100 % hinter der Vision von KUGU stehe. Mit dieser Überzeugung gelang es mir, Investoren, Kunden sowie Mitarbeitende für den gemeinsamen Weg zu gewinnen. Achtet genau darauf, wer wirklich zu euch und eurer Vision passt: Ohne den passenden Fit, ist es nicht euer Deal!

Wo siehst du KUGU in fünf Jahren, und welche größeren Meilensteine möchtest du bis dahin erreichen?

In fünf Jahren wird sich KUGU als zentrale Plattform für die Dekarbonisierung der europäischen Immobilienbranche etabliert haben. Unser Ziel ist es, einen Standard für digitales Energiemanagement und CO₂-Reduktion zu setzen, der die Emissionen von Millionen Quadratmetern Wohn- und Gewerbefläche deutlich verringert. Durch Partnerschaften mit führenden Energie- und Immobilienunternehmen sowie städtischen Verwaltungen wollen wir diese Vision im großen Maßstab verwirklichen und einen echten Wandel in der Immobilienwirtschaft bewirken. Dafür werden wir in den kommenden Jahren mit voller Leidenschaft und Hingabe arbeiten!

KUGU Home GmbH (www.kugu-home.com) KUGU wurde in Berlin gegründet und ist seit 2018 im Markt aktiv. Die angebotenen IoT / Software-as-a-Service Lösungen unterstützen Immobilien- und Energieunternehmen beim Erreichen ihrer Emissionsziele. Mit der innovativen Dekarbonisierungsplattform von KUGU wird der Energieverbrauch von Gebäuden gesammelt, verarbeitet und optimiert. Dieses zielgerichtete Verstehen und Nutzen der Energiedaten in ihrer Gesamtheit spart nachweislich bis zu 30 % Energie und CO2-Emissionen. Das macht Bestandsimmobilien klimafreundlicher und zukunftssicher, ohne dass bauliche Veränderungen an der Gebäudesubstanz notwendig sind. Für diesen innovativen Ansatz wurde KUGU bereits mehrfach ausgezeichnet und gilt heute als eines der führenden PropTech-Unternehmen Deutschlands.

Bild: KUGU Geschäftsführer Christopher von Gumppenberg und Niko Mikac Bildcredits@ Kateryna Myronenko landscape

Wir bedanken uns bei den Christopher von Gumppenberg und Niko Mikac für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Mut zur Gründerin

0
Viola Bartels(c) Digity GmbH

Die Gründung eines Start-ups ist in jeder Branche ein Wagnis und verläuft selten geradlinig – so auch in der Medizintechnik, die von stetigem Fortschritt geprägt ist. Der Sektor erwirtschaftet jährlich rund 30 Milliarden Euro Umsatz, wovon ein signifikanter Teil in Forschung und Entwicklung fließt [1]. Dieses Innovationsstreben öffnet kreativen Köpfen Türen, erfordert aber auch, technologisch immer am Puls der Zeit zu bleiben. Vor allem, da die EU-Medizinprodukteverordnung (MDR) strenge Dokumentations- und Testanforderungen stellt [2], die den Aufwand und die Kosten für die Markteinführung erhöhen.

Der Weg von der Idee zur Marktreife erfordert also Ausdauer und die Bereitschaft, immer wieder neue Lösungswege zu finden. Für Gründerinnen ist der Einstieg oft zusätzlich anspruchsvoll – vor allem in puncto Finanzierung und der Sichtbarkeit bestehen noch erhebliche Unterschiede zu ihren männlichen Kollegen. So verdienen Frauen im Median rund 23,4 Prozent weniger [3], die Branche ist überwiegend männerdominiert. Wie schaffen es junge Gründerinnen dennoch, ihre Visionen zu verwirklichen und sich durchzusetzen? Von Chancen und Hürden, mit denen Frauen in der Branche konfrontiert sind, und von Mut und Gründergeist, der sie ans Ziel bringt.

Kapital, Vorbilder und Vorurteile

Viele Gründende stehen zu Beginn vor ähnlichen Herausforderungen: Kapitalbeschaffung, regulatorische Anforderungen und der Aufbau eines schlagkräftigen Teams. Gründerinnen sind jedoch häufig mit zusätzlichen Hürden konfrontiert. Laut Studien [4] [5] erhalten von Frauen geführte Start-ups zwar genauso häufig externe Finanzierung wie Männer-Teams, doch mit deutlich niedrigeren Beträgen: Im Durchschnitt sichern sich Frauen-Teams 1,1 Millionen Euro, während Männer-Teams mit 9,7 Millionen Euro fast neunmal mehr Kapital erhalten.

Auch die geringe Sichtbarkeit weiblicher Vorbilder in Investorenkreisen und geschlechtsspezifische Vorurteile, wie die Vereinbarkeit von Familie und Unternehmertum, erschweren den Start. Zahlen des Female Founders Monitor [4] führen dies auch auf den Anteil aktiver weiblicher Business Angels unter den Gründerinnen zurück. Dieser liegt bei nur sechs Prozent und damit rund zehn Prozent unter dem Anteil ihrer männlichen Kollegen. Hinzu kommen branchenspezifische Herausforderungen wie technologische Expertise oder Marktzugangsbarrieren, die in stark regulierten Branchen wie der Medizintechnik noch ausgeprägter sind [6].

Gleichzeitig zeigt sich, dass der Erfolg von Start-ups stark von Netzwerken abhängt. Förderprogramme, Inkubatoren und Mentoring-Angebote spielen eine zentrale Rolle bei der Überwindung von Anfangsschwierigkeiten und strukturellen Barrieren [4]. 

Von der Idee zur Umsetzung

Ein konkretes Beispiel ist der Göttinger Life-Science-Inkubator, der innovative Bio- und Medizintechnologien fördert. Hier finden Start-ups neben einer Forschungs- und Entwicklungsstruktur nicht nur Zugang zu Fonds und Kontakten, sondern auch eine Plattform für Austausch und Weiterbildung. Gründende – unabhängig vom Geschlecht – profitieren von der Möglichkeit, sich in einem interdisziplinären Umfeld zu entwickeln, Meinungen und Rat von Expert*innen einzuholen und erste Marktkontakte zu knüpfen.

Für die 29-jährige Viola Bartels, Mitgründerin eines MedTech-Start-ups, war der Göttinger Inkubator in der Gründungsphase entscheidend: Sie und ihre vier Mitgründer profitierten vom Zugang zu modernster Technologie und einem Netzwerk, das sie in jeder Phase der Entwicklung unterstützt. Mit ihrem Team entwickelte sie verschiedene Prototypen von Exoskeletten. Diese dienen der Prävention von Verletzungen am Arbeitsplatz und kombinieren moderne Sensorik, Mechanik und Elektronik, um Arbeitskräfte vor Überbelastung zu schützen.

Der Austausch und Zugang zu einem Expert*innen-Netzwerk hat Bartels und ihr Team jedoch nicht nur fachlich weitergebracht, sondern alle Beteiligten immer wieder ermutigt, trotz aller Herausforderungen in der hart umkämpften Medizintechnikbranche an ihre Vision zu glauben. Mit Erfolg: Im August 2024 erhielt das junge Unternehmen eine Seed-Finanzierung in Höhe von 1,4 Millionen Euro.

Ende gut, Ausgründung gut

Viola Bartels weiß: Erfolg in der MedTech-Branche erfordert mehr als nur technisches Know-how. Die Exoskelette des Start-ups sind ein Beispiel dafür, wie sich technologische Innovation mit einem klaren gesellschaftlichen Nutzen verbinden lässt. Gleichzeitig ist Bartels‘ Erfolgsgeschichte universell – sie zeigt, wie wichtig der Zugang zu Netzwerken, Ressourcen und gezielter Förderung ist, um die Hürden des Gründens zu überwinden.

Und auch wenn Frauen als Gründerinnen gerade in der MedTech-Branche noch unterrepräsentiert sind, steigt ihre Zahl – unterstützt durch Inkubatoren und Förderprogramme wie in Göttingen. Der Weg zur Gleichstellung bleibt herausfordernd, aber er ist machbar und notwendig, um das Potenzial von Gründerinnen voll auszuschöpfen. Erfolgsbeispiele wie die Ausgründung des Göttinger Start-ups rund um Viola Bartels zeigen, dass Innovation und Unternehmergeist keine geschlechtsspezifischen Grenzen kennen – sie erfordern nur den Mut, den ersten Schritt zu wagen.

Bild: Viola Bartels(c) Digity GmbH

Autorin

Viola Bartels, Co-CEO und CPO von Digity, ist gelernte Orthopädietechnikerin. Ihre persönliche Mission: Menschen davor zu bewahren, sich zu verletzen oder langfristige chronische Probleme am wertvollsten Werkzeug zu entwickeln – ihren Händen. Gefördert wurde Digity von der Göttinger Life Science Factory.

+++

Quellenangaben
[1] Bundesministerium für Gesundheit. Marktzugangsvoraussetzungen.
[2] Bundesministerium für Forschung und Bildung. „KMU-innovativ: Medizintechnik“.[3] about_work: Das Stepstone Magazin. Gender-Pay-Gap: In diesen Branchen ist die Lohnlücke am größten.
[4] Female Founders Monitor 2022, by startupverband.de.
[5] EY-Startup-Barometer: „Gender Investment Gap: Startup-Gründerinnen erhalten viel weniger Geld als Männer“.
[6] Elektronik Praxis: “Die wichtigsten Trends in der Medizintechnik für das Jahr 2024”.

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Wie nachhaltig kann ein Wasserkessel sein?

0
Kezzel Sabine Schröder, Thomas Ifland (M.) und Alexandros Zachos präsentieren den Wasserkocher ohne Elektronik „Kezzel“. Sie erhoffen sich ein Investment von 250.000 Euro für 10 Prozent der Firmenanteile. Foto: RTL / Bernd-Michael Maurer

Kezzel stellt am 10. Dezember in der „Höhle der Löwen“ ihr Startup vor, das innovative und nachhaltige Lösungen für die Küche bietet

Kannst du uns eine kurze Einführung in dein Startup geben? Wer seid ihr als Gründer?

Alexandros und Thomas waren Nachbarn und daraus ist eine langjährige Freundschaft entstanden. Thomas und Sabine wiederum arbeiten schon lange zusammen und sind auch privat ein Team.

Alexandros, ist promovierter Ingenieur, unser „Engineering Brain“ und verantwortlich für die Entwicklung, Produktion und alle technischen Themen. Er hat jahrelang bei der Firma Vorwerk Produktentwicklungen und Fertigungsprozesse für Thermomix und Kobold verantwortet. 

Thomas, war lange Geschäftsführer einer Marketingagentur und bringt umfangreiche Expertise in Marketing und Vertrieb ein. Außerdem hat er Erfahrung bei der Gründung und Führung von Unternehmen. 

Sabine als erfahrene Marketing Managerin ist der Kommunikationsprofi in unserem Team.

In welcher Branche ist euer Startup tätig und was ist euer Kernproduktoder eure Kern-Dienstleistung?

Unser Startup ist im Segment der  Haushaltswaren, Küchengeräte, Kochgeschirr und Wasserkocher tätig.

Kezzel ist ein Wasserkessel für den Induktionsherd, der das Kochfeld automatisch abschaltet, wenn das Wasser kocht. Wir nutzen dabei zwei Voraussetzungen, die Induktionskochfelder mitbringen. 1. Induktion braucht ein magnetisches Kochgeschirr und 2. nimmt man den Topf vom Induktionskochfeld, schaltet dieses ab. Unser Kezzel ist aus Glas und wird von der Induktion nur dadurch erkannt, dass wir eine magnetische Edelstahlscheibe an den Boden drücken. Wenn das Wasser kocht, wird diese hochgefahren und der Herd schaltet ab.

Wie und wann ist die Idee für euer Startup entstanden? Gab es ein spezifisches Problem oder eine Marktlücke, die ihr adressieren wolltet?

Wir haben gemeinsam gekocht und Alexandros führte uns seine neue Küche vor, als Ingenieur völlig begeistert von dem neuen Induktionskochfeld. Thomas, leidenschaftlicher Koch, war auch begeistert, aber eher aus ganz praktischen Gründen. Eben der Überlegung, ob man da was „Sinnvolles“ mit machen kann. An dem Abend war die Idee für einen innovativen Wasserkessel geboren und Kezzel nahm seinen Lauf.
Wir sind mit Kezzel auch angetreten, um Elektroschrott zu vermeiden. Elektrische Wasserkocher sind die am meisten gekauften Elektrokleingeräte für die Küche und werden kaum recycelt. Kezzel bietet den gleichen Komfort, ist aber ressourcenschonend und nachhaltig.

Was macht euer Produkt im Vergleich zu bestehenden Lösungen einzigartig? Welche innovativen Technologien oder Ansätze verwendet ihr? 

Unser Produkt Kezzel ist der einzige Kessel für Induktion, der automatisch abschaltet, wenn das Wasser kocht und das ohne eigene Elektronik. Ein kabelloser Wasserkocher, der weder Docking Station noch Steckdose benötigt und dadurch keinen festen Platz in der Küche einnimmt. Eine echte Weltneuheit – die den Komfort eines elektrischen Wasserkochers mit den Vorteilen des klassischen Flötenkessels verbindet. Nachhaltig, komfortabel und effizient. Und … Kezzel sieht dabei auch noch stylisch aus.

1. Nachhaltig, denn unsere Produktion schont Ressourcen (keine seltenen Erden, langlebig, reparierbar, …) und vermeidet Elektroschrott.
2. Komfortabel, denn er schaltet automatisch ab und steht nicht auf einer Docking Station mit Kabel auf der Arbeitsplatte rum.
3. Effizient, denn Kezzel nutzt effiziente Induktionstechnologie, kocht also Wasser an der Stelle, die zum Kochen vorgesehen ist.

Irgendwie sind alle Geräte zur Wassererwärmung Konkurrenz: Kochgeschirr generell, Kessel, Wasserkocher, Kochend-Wasserhähne, Tauchsieder,etc.Aber Kezzel verbindet die Nachhaltigkeit und Langlebigkeit eines Wasserkessels mit dem Komfort eines elektrischen Wasserkochers. Das ist wirklich einzigartig.

Um ohne Elektronik den Kochvorgang zu unterbrechen, verwenden wir eine spezielle Formgedächtnislegierung. Das ist materialwissenschaftlich High-Tech.

Was ist die langfristige Vision eures Startups? Welche spezifischen Ziele wollt ihr in den nächsten 1-5 Jahren erreichen?

Entwickelt haben wir ein Verfahren, das Kochgeschirr auf Induktion automatisch abschaltet. Kezzel ist das erste Produkt, mit dem wir gestartet sind. Wir sind angetreten, um nachhaltige Produkte zu entwickeln, die nach und nach Elektrokleingeräte substituieren und so Elektroschrott vermeiden. Da ist also noch einiges im Funnel für die nächsten Jahre.

Warum habt ihr euch entschieden, bei „Die Höhle der Löwen“ zu pitchen? Welche Aspekte eures Startups möchtet ihr besonders hervorheben, um die Investoren zu überzeugen? 

Wir haben eine echte Innovation, eine Weltneuheit. Wir sind ein Startup mit überschaubarer Kapazität und begrenzten Mitteln. Sind aber fest davon überzeugt, ein Produkt zu haben, von dem die Welt erfahren sollte. Von dieser starken Medienpräsenz hoffen wir auf Bekanntheit und möchten Nachfrage generieren. Mit dem Ziel, unser Startup zu etablieren und weitere Produkte auf Basis unserer Technologie zu entwickeln. Wir haben ja nicht nur einen Wasserkessel entwickelt, sondern ein Verfahren, das Kochvorgänge auf Induktion automatisch beendet.
Dafür wünschen wir uns unbedingt einen Deal. Die Beteiligung eines erfahrenen Löwen und damit einen starken Partner an unserer Seite zu wissen, kann der Turbo für unser Unternehmen sein.

Welche Art von Unterstützung oder Investition erhofft ihr euch durch die Show? Wie plant ihr, die Investition oder die Expertise der Löwen zu nutzen? 

So wie unser Produkt auf Nachhaltigkeit und Langlebigkeit ausgelegt ist, hoffen wir auch in der Zusammenarbeit auf eine langfristige Partnerschaft, die uns mit Know-How und Netzwerk weiter voranbringt. Wir versprechen uns vor allem Unterstützung für Marketing und Vertrieb. Dann können wir uns auf die Entwicklung weiterer Produkte konzentrieren.

Wie sieht euer Fahrplan für die Entwicklung des Startups nach „Die Höhle der Löwen“ aus? Gibt es bereits konkrete Pläne für Expansion, Skalierung oder neue Produkte?

Zum einen haben wir ja nicht nur ein Produkt entwickelt, sondern ein Verfahren, das Kochgeschirr auf Induktion automatisch abschaltet. Kezzel ist das erste Produkt, das wir als Startup auf den Markt gebracht haben. Mit der Unterstützung eines Löwen können wir weitere Produkte, die auf diesem Verfahren basieren, entwickeln. Ideen und erste Skizzen dafür haben wir! 

Zum anderen funktioniert Kezzel weltweit. Kezzel hat keine eigene Elektronik und funktioniert somit auf jedem Induktionsherd. D.h. er hat kein Kabel, keine eigene Elektronik, die je nach Land angepasst werden müsste, sondern nutzt eine vorhandene Heizquelle, ist selbst völlig analog.

Was sind die wichtigsten Lektionen, die ihr auf eurem Weg als Gründergelernt habt? 

Es dauert länger als man denkt und es kommt immer wieder auf Details an. Man kann noch so viel überlegen, vorbereiten, durchspielen – aber der Alltag und die Praxis fordern immer wieder Kreativität und Entscheidungsfreudigkeit. 

Welche Tipps würdet ihr anderen Gründern geben, die in der Startup-Welt Fuß fassen möchten? 

Auf jeden Fall machen, aber auch gut vorbereitet und flexibel sein.

Bild Sabine Schröder, Thomas Ifland (M.) und Alexandros Zachos präsentieren den Wasserkocher ohne Elektronik „Kezzel“. Sie erhoffen sich ein Investment von 250.000 Euro für 10 Prozent der Firmenanteile.
Foto: RTL / Bernd-Michael Maurer

Sehen Sie Kezzel am 10.Dezember 2024 in #DHDL

Wir bedanken uns bei den Gründern für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

So einfach nähen Kinder ihr eigenes Kuscheltier!

0
cucicuci Tina Califano präsentiert das Näh-Baukastenset für Kinder „cucicuci. Sie erhofft sich ein Investment von 60.000 Euro für 20 Prozent der Firmenanteile. Sarah unterstützt sie bei dem Pitch. Foto: RTL / Bernd-Michael Maurer

cucicuci: Gründerin Tina Califano präsentiert am 10. Dezember in der „Höhle der Löwen“ ihr Startup, das kreative Näh-Baukastensets für Kinder anbietet

Kannst du uns eine kurze Einführung in dein Startup geben? Wer seid ihr als Gründer?

Ich heiße Tina Califano, bin 53 Jahre alt und bin in Italien groß geworden. Meine erste Ausbildung hatte nichts mit „Nähen“ zu tun – ich habe eine Ausbildung zur Bankkauffrau absolviert und war noch 18 Jahre lang in diesem Beruf tätig. Später habe ich mein Hobby zum Hauptberuf gemacht.  Um meinen Kindheitstraum, eines Tages Handarbeitslehrerin zu werden,  näher zu kommen, habe ich eine pädagogische Montessori-Weiterbildung gemacht.

In welcher Branche ist euer Startup tätig und was ist euer Kernprodukt ?

Mein Kernprodukt sind die cucicuci Kuscheltier Näh-Baukastensets, die Kindern spielerisch das Nähen beibringen. Die Sets enthalten alles, was man braucht – von Stoffen bis hin zu einer einfachen Anleitung – und fördern die Kreativität sowie die Feinmotorik des Kindes. Die Nähsets sind so konzipiert, dass Kinder schnelle Erfolge feiern und ihr Kuscheltier wirklich komplett eigenständig nähen können.

Wie und wann ist die Idee für euer Startup entstanden? Gab es ein spezifisches Problem oder eine Marktlücke, die ihr adressieren wolltet?

Die zündende Idee ist 2012 entstanden, als meine damals 7 jährige Tochter einen Dalmatiner Kuschelhund nähen wollte. An diesem Nachmittag habe ich mit einfachen Mitteln, wie z.B. Stift, Papier, Stecknadeln und Stoff eine Art Nähvorlage gebastelt, weil es nichts Kindgerechtes auf dem Markt gab.

Was macht euer Produkt oder eure Dienstleistung im Vergleich zu bestehenden Lösungen einzigartig? Welche innovativen Technologien oder Ansätze verwendet ihr? 

Bislang gibt es nur herkömmliche Schnittmuster von Kuscheltieren. Diese werden in Materialpaketen angeboten.  Doch diese sind für Kinder zu kompliziert und erfordern viel Geduld und Fingerspitzengefühl.

Ich habe bei meinen DIY-Produkten den Fokus darauf ausgerichtet, Kindern eine spielerische Möglichkeit zum Nähen Lernen anzubieten. Meine cucicuci Kuscheltier Näh-Baukastensets sind nach dem Montessori-Prinzipien gestaltet. Die Sets bestehen aus vorbereiteten Nähvorlagen mit Linien, die die Kinder direkt zum Nähen nutzen können.  Die genähten Teile werden dann zu Körperbauteilen, und am Ende können die Kinder das Kuscheltier durch ein einfaches Stecksystem zusammensetzen. Es ist so einfach, dass die Kinder schnell erste Ergebnisse sehen und Erfolgserlebnisse feiern können. Das macht sie stolz und motiviert sie, weiter kreativ zu sein.

Was ist die langfristige Vision eures Startups? Welche spezifischen Ziele wollt ihr in den nächsten 1-5 Jahren erreichen?

Meine langfristige Vision ist es, Kindern weltweit kreative Möglichkeiten zu bieten, Nähen zu lernen und Erfolgserlebnisse zu feiern. In den nächsten 1-5 Jahren möchte ich meine Produktlinie erweitern, mehr Schulen und Kindergärten erreichen und meine Online-Reichweite ausbauen, um noch mehr Kinder für das Nähen zu begeistern und ihre Kreativität zu fördern.

Warum habt ihr euch entschieden, bei „Die Höhle der Löwen“ zu pitchen? Welche Aspekte eures Startups möchtet ihr besonders hervorheben, um die Investoren zu überzeugen? 

Hier sitzen die Experten, die mit ihrem Know-how dabei helfen können, mein Startup in ein erfolgreiches Unternehmen zu verwandeln. Außerdem brauche ich finanzielle Mittel und einen starken strategischen Partner, der langfristig an meiner Seite ist und mich mit seinem Team in allen Bereichen unterstützen kann.

Mein Produkt ist sinnvoll und einzigartig, es gab so etwas vorher noch nicht auf dem Markt. Die Nachfrage zeigt, dass die Idee richtig war, und die Zahlen belegen das Potenzial meines Unternehmens, was mir auch die Zuversicht gibt, dass es langfristig ist.

Welche Art von Unterstützung oder Investition erhofft ihr euch durch die Show? Wie plant ihr, die Investition oder die Expertise der Löwen zu nutzen?

Durch die Show erhoffe ich mir zum Einen finanzielle Unterstützung, um mein Startup weiter aufzubauen und meine Ziele schneller zu erreichen. Aber auch die Expertise der Löwen ist für mich besonders wertvoll. Sie können mir helfen, mein Geschäftsmodell zu optimieren, neue Märkte zu erschließen und mein Netzwerk zu erweitern. Mit ihrer Erfahrung und ihrem Know-how kann ich mein Produkt weiterentwickeln und die Marke langfristig erforschen.

Wie sieht euer Fahrplan für die Entwicklung des Startups nach „Die Höhle der Löwen“ aus? Gibt es bereits konkrete Pläne für Expansion, Skalierung oder neue Produkte?

Nach „Die Höhle der Löwen“ könnte der Fahrplan für mein Startup folgende Schritte umfassen:

Markenbekanntheit steigern

Produktweiterentwicklung

Skalierung der Produktion 

Kundenerlebnis verbessern 

Das Ziel ist, das Wachstum zu fördern, die Marke stärker bekannt zu machen und langfristig mehr Marktanteile zu gewinnen. Das Unternehmen soll in neuen und bestehenden Märkten erfolgreich sein. Durch neue Ideen, bessere Kundenerfahrung und mehr Produkte soll das Geschäft weiterwachsen und Kunden langfristig binden.

Was sind die wichtigsten Lektionen, die ihr auf eurem Weg als Gründer gelernt habt? 

Durchhaltevermögen ist entscheidend: Es wird immer Herausforderungen geben, aber dranzubleiben und nicht aufzugeben, ist der Schlüssel zum Erfolg. 

Welche Tipps würdet ihr anderen Gründern geben, die in der Startup-Welt Fuß fassen möchten? 

Wenn du ein „Warum“ für dich identifiziert hast, du von deiner Idee überzeugt bist und es gibt wirklich einen (Nischen-)Markt dafür, dann einfach dranbleiben. Disziplin ist das A und O. Ablehnungen und Hinfallen sind Chancen, sich zu verbessern. 

Ich persönlich lebe nach dem Prinzip: Es gibt nichts zu verlieren, nur zu gewinnen und wenn es nur eine Erfahrung ist.

Bild Tina Califano präsentiert das Näh-Baukastenset für Kinder „cucicuci. Sie erhofft sich ein Investment von 60.000 Euro für 20 Prozent der Firmenanteile. Sarah unterstützt sie bei dem Pitch. Foto: RTL / Bernd-Michael Maurer

Sehen Sie cucicuci am 10.Dezember 2024 in #DHDL

Wir bedanken uns bei Tina Califano für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Der Weg zur nachhaltigen Babykleidung

0
EVE + OLIVEGründerinnen Johanna Dicks und Julie Meyer

EVE + OLIVE entwickelt nachhaltige Babykleidung aus innovativen Materialien, die Umwelt und Gesundheit gleichermaßen schützen

Könnten Sie uns einen Einblick in die Gründungsgeschichte von EVE + OLIVE geben und welche persönlichen Erfahrungen Sie dazu inspiriert haben?

Wir, Johanna und Julie, haben uns 2020 in einem Mainzer Startup kennengelernt. Dabei haben wir schnell gemerkt, dass uns der Wunsch nach einem eigenen Unternehmen, das unsere Werte teilt, verbindet. Auf der Suche nach einer Idee stießen wir auf die Probleme der Textilindustrie: nicht recyclingfähige Materialien, den hohen Ressourcenverbrauch und die starke Umweltverschmutzung. Wir haben uns gefragt: Geht das nicht besser? Ja, geht es: Bei unserer Recherche haben wir festgestellt, dass es seit Jahren nachhaltige Materialien gibt, die in innovativen Prozessen umweltschonender hergestellt werden als herkömmliche Fasern. Unsere Gründungsidee war damit geboren.

Was ist die zentrale Vision von EVE + OLIVE und welche Schritte unternehmen Sie, um diese zu verwirklichen?

Unsere Vision ist es innovative, umweltschonende Materialien bei Babykleidung zum neuen Standard zu machen. Um das zu erreichen, arbeiten wir mit 100+ Hebammen in Deutschland und Österreich zusammen, sind in den ersten Einzelhandelsgeschäften in Hamburg, Lüneburg, Mainz, Freiburg und Koblenz vertreten und auf Instagram aktiv.

Wie identifizieren Sie die spezifischen Bedürfnisse Ihrer Zielgruppe und wie stellen Sie sicher, dass Ihre Produkte diesen gerecht werden?

Seit Beginn arbeiten wir eng mit Hebammen und Eltern zusammen. Unsere Produkte werden von diesen getestet und wir erhalten direktes Feedback. Damit stellen wir sicher, dass Design und Produkteigenschaften perfekt auf Babys und Kleinkinder zugeschnitten sind.

Welche besonderen Herausforderungen begegnen Ihnen im Bereich nachhaltiger Babykleidung und wie gehen Sie bei EVE + OLIVE damit um?

Unsere größte Herausforderung war zunächst, einen passenden Produzenten zu finden. Da unsere Materialien noch nicht so verbreitet sind, gab es wenige Produzenten, die bereits mit diesen arbeiten. Wir haben um die 400 Produzenten angefragt, bis wir einen passenden gefunden haben.

Eine weitere Herausforderung ist, dass innovative, umweltschonende Materialien relativ unbekannt sind. Da sie bisher kaum verwendet werden, machen wir viel Aufklärungsarbeit. Deshalb arbeiten wir beispielsweise seit Beginn mit Hebammen zusammen.

Was unterscheidet Ihre Produkte von anderen auf dem Markt und was macht sie einzigartig?

Unser Produkt macht einzigartig, dass es aus 100 % Lyocell besteht. Lyocell ist eine nachhaltige Faser, die in einem geschlossenen Produktionskreislauf hergestellt wird, Ressourcen spart und biologisch abbaubar ist. Das Material wird umweltfreundlicher hergestellt als herkömmliche Fasern, ist atmungsaktiv, temperaturregulierend und hautfreundlich. Lyocell ist vegan und eine nachhaltige Alternative zu Wolle-Seide – ein Material, das oft für Erstlingskleidung verwendet wird.

Können Sie uns einen Ausblick auf zukünftige Entwicklungen und geplante Erweiterungen Ihres Sortiments geben?

Für 2025 sind bereits mehrere neue Farben in Planung. Wir werden unser Sortiment um weitere Produkte erweitern und deutschland- und österreichweit im Einzelhandel vertreten sein.

Welche Rolle spielt Nachhaltigkeit in Ihrer gesamten Wertschöpfungskette und wie setzen Sie diese konkret um?

Nachhaltigkeit spielt eine große Rolle in unserer Wertschöpfungskette. Wir haben uns bewusst für innovative, nachhaltige Materialien und die Produktion in Portugal entschieden. Unsere Materialien und Rohstoffe sind zertifiziert, wir haben kurze Transportwege und zahlen faire Löhne. Alle Produkte werden plastikfrei in Graspapierkartons versendet.

Wie gewährleisten Sie die Qualität und Sicherheit Ihrer Produkte für Babys?

Wir arbeiten mit einem Produzenten zusammen, der seit vielen Jahren Spezialist auf dem Gebiet der nachhaltigen Babykleidung ist. So stellen wir sicher, dass unsere Produkte einen hohen qualitativen Standard haben. Alle Materialien und die Produktionsstätten sind zertifiziert.

Welche Rückmeldungen erhalten Sie von Eltern, die Ihre Produkte nutzen, und wie beeinflusst dies Ihre Produktentwicklung?

Die Rückmeldungen, die wir erhalten, sind sehr positiv und unsere Retourenquote liegt bei unter 2 %. Sie beziehen sich vor allem auf die Weichheit des Materials und seine hervorragende Atmungsaktivität. Wir kommunizieren zwar, dass das Material sehr weich ist, viele sind dann doch überrascht, wenn sie es selbst zum ersten Mal in den Händen halten. Unsere Bodys haben Babys, die nachts schnell schwitzen oder frieren, und Kindern mit Neurodermitis geholfen. Von begeisterten Kund:innen erhalten wir regelmäßig Produktvorschläge, die wir im nächsten Jahre umsetzen möchten.

Welche drei Ratschläge würden Sie anderen Gründerinnen und Gründern mit auf den Weg geben, die ein nachhaltiges Unternehmen aufbauen möchten?

Für uns war es sehr hilfreich, sich zu Beginn mit den eigenen Werten, Zielen und Erwartungen auseinander zu setzen. So wussten wir genau, welche Aspekte uns bei einem eigenen Unternehmen und unserem Produkt wichtig sind. Wir haben uns in diesem Jahr monatlich einen klaren Fokus und Ziele gesetzt und diese messbar gemacht. Das hat uns enorm geholfen den eigenen Weg zu finden. Und zu guter Letzt: keep going!

Bild EVE + OLIVE Gründerinnen Johanna Dicks und Julie Meyer Bildrechte: © EVE + OLIVE

Wir bedanken uns bei Johanna Dicks und Julie Meyer für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Wie KI die Zukunft der Lieferketten verändert

0
Christian Jabs @ pacemaker

pacemaker entwickelt KI-basierte Lösungen, um Lieferketten effizienter, transparenter und nachhaltiger zu gestalten.

Könnten Sie uns pacemaker und das Gründerteam etwas näher vorstellen?

pacemaker bietet KI-Lösungen, die entwickelt wurden, um globale Lieferketten zu optimieren und nachhaltiger zu gestalten. Das Unternehmen entstand aus dem thyssenkrupp-Umfeld, später wurde dann das Westphalia Data Lab dazugekauft, um die Branchenexpertise mit Machine-Learning-Expertise zu kombinieren. Zusammenführung von zwei starken Partnern: thyssenkrupp, einem globalen Industriekonzern, der das Projekt initiiert hat, und dem Westphalia DataLab, einem Spezialisten für KI-gestützte Softwarelösungen. Wir vereinen technologische Expertise mit tiefem Verständnis für industrielle Lieferketten – von der Industrie für die Industrie. Prof. Reiner Kurzhals bringt seine umfassende Erfahrung aus der Welt der Datenanalyse und Künstlichen Intelligenz ein, während ich die Brücke zur industriellen Expertise schlage. 

Was war die ursprüngliche Inspiration hinter pacemaker und welche Vision verfolgen Sie damit?

Die Inspiration hinter pacemaker entstand aus der wachsenden Komplexität und den Herausforderungen, die Unternehmen in ihren Lieferketten weltweit erlebten. 2021 erkannte thyssenkrupp die Notwendigkeit, ein KI-gestütztes System zu entwickeln, das Lieferketten wie ein Herzschrittmacher in den optimalen Takt bringt. Die Vision, die wir verfolgen, ist es, Lieferketten effizienter, transparenter und nachhaltiger zu gestalten. Unser Ziel ist es, Unternehmen auf ihrem Weg zu datengestützten Entscheidungen zu unterstützen und ihre globalen Lieferketten zukunftssicher zu machen. Wir identifizieren die tatsächlichen Bedarfe an Produktionsmaterial über unsere Prognosen und bewahren Unternehmen dadurch vor zu hoher Kapitalbindung im Lager und unnötigen Emissionen. Um dies zu verwirklichen, setzen wir vor allem auf den Einsatz Künstlicher Intelligenz, da sie Muster erkennt, die mit klassischen Methoden nicht mehr möglich sind, selbst nach 45 Jahren Berufserfahrung.

An welche Zielgruppe richtet sich pacemaker hauptsächlich und wie adressieren Sie deren spezifische Bedürfnisse?

pacemaker richtet sich vor allem an Unternehmen aus dem gehobenen Mittelstand. Diese Unternehmen stehen oft vor der Herausforderung, komplexe und global vernetzte Lieferketten zu managen, während sie gleichzeitig den Anforderungen an Nachhaltigkeit und Effizienz gerecht werden müssen. Darüber hinaus verfügen sie meistens nicht über ausreichend eigene Data-Science- und KI-Kompetenzen. Daher brauchen sie ein externes Team, das Daten und Branchenwissen kombiniert. Das bietet pacemaker. Neben fertigen Lösungen, sind wir auch Sparringspartner und Wegbegleiter, der sich die Datenstrategie oder Qualität anschaut. Dadurch bieten wir dem Kunden maßgeschneiderte Lösungen, die sowohl Demand Forecasting als auch Carbon Intelligence umfassen. Dabei arbeiten wir eng mit den Fachabteilungen unserer Kunden zusammen, um sicherzustellen, dass unsere Technologie passgenau in ihre bestehenden Prozesse integriert wird und wirkliche Mehrwerte liefert.

Was würden Sie sagen, macht pacemaker einzigartig im Vergleich zu anderen Unternehmen in Ihrer Branche?

pacemaker unterscheidet sich durch die Tiefe unserer Lösungen und die enge Zusammenarbeit mit unseren Kunden. Im Bereich Demand Forecasting bieten wir nicht nur Prognosetools an, sondern begleiten unsere Kunden aktiv durch Workshops und Onboarding-Projekte, um sicherzustellen, dass unsere Technologie optimal genutzt wird. Im Gegensatz zu herkömmlichen Prognosetools erweitern wir unsere Berechnungen um relevante externe Einflussfaktoren, die wir in unserem DataHub speichern und unseren Kunden zur Verfügung stellen. Um auch aktuelle Events und unvorhersehbare Ereignisse mitzuberücksichtigen, setzen wir die sogenannte Event Extraction ein.

Damit sind wir unter anderem in der Lage, aktuelle Nachrichtenentwicklungen in den Prognosen zu berücksichtigen, um weltweite Krisen und Veränderungen mit einzuberechnen. Im Bereich Carbon Intelligence liegt unser Fokus auf der KI-gestützten Berechnung von CO₂-Fußabdrücken, die auf einem intelligenten Matching von Kundendaten, wie beispielsweise Bill-of-Material-Daten, mit Emissionsdatenbanken basiert. Wichtig dabei zu beachten ist: Wir passen die Lösung und die Auswahl der eingesetzten Algorithmen mit unseren Kunden an, aber es ist kein ressourcengebundenes, langwieriges Software-Integrationsprojekt wie eine SAP-Einführung. Uns reichen oft schon wenige Daten, um erste Prognosen und Ergebnisse zu präsentieren. Diese werden dann mit dem Kunden fortlaufend optimiert, sodass wir hier innerhalb weniger Wochen Mehrwert und Erkenntnisse bieten können.

Könnten Sie einige der größten Herausforderungen beschreiben, denen pacemaker gegenübersteht, und wie Sie diese angehen?

Eine der größten Herausforderungen für pacemaker ist die Veränderung traditioneller Prozesse in Unternehmen. Der Übergang von manuellen oder Excel-basierten Systemen hin zu KI-gestützten Lösungen erfordert ein erhebliches Umdenken und die enge Zusammenarbeit mit den verschiedenen Stakeholdern, insbesondere den Endnutzern und Fachabteilungen. Durch maßgeschneiderte Workshops und eine schrittweise Implementierung unserer Softwarelösungen helfen wir unseren Kunden, den Wandel erfolgreich zu vollziehen. 

Insgesamt betrachtet fehlt uns in Deutschland jedoch noch der richtige Investitionsgeist beim Thema Künstliche Intelligenz. Wir müssen im Mittelstand dringend in Innovation investieren und uns mit Daten und KI-Projekten auseinandersetzen. Seitens der Regierung flossen diesbezüglich dieses Jahr 836 Millionen Euro in die Forschung und praktische Anwendung von KI-Projekten. Zum Vergleich: In Amerika wird aktuell über einen 30-Milliarden-Dollar schweren Fonds gesprochen.

Eine weitere Herausforderung liegt in der ständigen Weiterentwicklung unserer Technologien. Um an der Spitze der Innovation zu bleiben, investieren wir kontinuierlich in Forschung und Entwicklung und arbeiten eng mit führenden Institutionen wie der Stanford University zusammen.

Wie stellt pacemaker sicher, dass Ihre Vision im Alltag und in der Zukunft verwirklicht wird?

Wir legen großen Wert darauf, dass unsere Vision sowohl im Alltag als auch langfristig umgesetzt wird, indem wir uns aktiv mit unserem Netzwerk austauschen und dadurch unser Produkt stetig verbessern können. Und wir führen viele Gespräche mit Unternehmen, um unsere Lösungen entlang der tatsächlichen Bedürfnisse weiterzuentwickeln. Wir tauschen uns auf Events mit den Marktteilnehmern aus und beteiligen uns an Panel-Diskussionen. Wir führen kostenlose Beratungen durch, um das Potenzial beim Kunden zu identifizieren. Ein hochpräzises KI-Tool hilft nicht, wenn es nicht genutzt wird, weil es nicht dem Komfort der bekannten Excel-Lösung entspricht oder nicht die Insights liefert, die der Nutzer erwartet. Um die hohen Erwartungen und die kritischen Anforderungen des Endnutzers auch in Zukunft zu erfüllen, investieren wir viel in Forschung, wie unsere jüngste Partnerschaft mit der Stanford University zeigt.

Welche langfristigen Ziele haben Sie für pacemaker und welche Entwicklungen können wir in den nächsten Jahren erwarten?

In den nächsten Jahren planen wir, unsere Marktanteile im deutschsprachigen Raum zu erweitern und unser internationales Geschäft weiter auszubauen. Besonders der US-Markt ist für uns interessant, weil die Amerikaner deutlich investitionsfreudiger und weniger skeptisch sind. Hier wird investiert, um zu schauen, ob es eine bessere Lösung gibt. Auch wenn der Ausgang nicht zu 100 Prozent klar ist. Sie finden es heraus und lernen. Eine Kultur, die wir auch im deutschsprachigen Raum fördern wollen.

Darüber hinaus werden wir unser Produktportfolio weiter diversifizieren, um unseren Kunden noch umfassendere Lösungen anbieten zu können. Im Fokus stehen dabei die Weiterentwicklung unserer Carbon-Intelligence-Software und der Ausbau von Partnerschaften, um unsere Technologien schneller in den Markt zu bringen. Wir bauen weitere und größere Lösungen, um unseren Kunden ganzheitlich auch in der Erfüllung der gesetzlichen Auflagen zu unterstützen. Da hier viele neue Regularien vor der Tür stehen, wie die CSRD oder BAM-Verordnung, bauen wir weitere Features und Tools, die das leisten können.

Welche strategischen Ansätze verfolgen Sie, um pacemaker auf dem Markt weiter zu etablieren?

Unser strategischer Ansatz basiert vor allem auf der kontinuierlichen Weiterentwicklung unserer Technologien. Durch maßgeschneiderte Lösungen, die auf die spezifischen Bedürfnisse unserer Kunden zugeschnitten sind, stellen wir sicher, dass unsere Software einen klaren Mehrwert liefert. Zudem setzen wir auf strategische Partnerschaften mit führenden Forschungsinstitutionen und Technologieunternehmen, um an der Spitze der Innovation zu bleiben. Das operativ Entscheidende sind letztlich jedoch die Schnittstellen in bestehende Systeme. Stellen Sie sich vor, Sie können Ihre bestehende Systemlandschaft um hochpräzise KI erweitern. Unsere Prognosedaten in Ihrem ERP-System oder vielleicht sogar direkt in Excel. Wir möchten das liefern, was der Kunde benötigt. Abschließend ist ein weiterer wichtiger Aspekt die Internationalisierung unseres Geschäfts, um unser Wachstum auch außerhalb des DACH-Raums voranzutreiben.

Einer der wichtigsten Trends, den wir als zukunftsweisend für pacemaker ansehen, ist der zunehmende Trend an volatilen Nachfragen, geopolitischen Krisen und steigenden Nachhaltigkeitsanforderungen, mit denen sich Unternehmen konfrontiert sehen. Die Lösung dafür liegt im Potenzial von KI-gestützten Nachfrageprognosen. Sie sind besonders wertvoll, da sie Unternehmen dabei unterstützen, den CO₂-Fußabdruck durch präzise Planung und Vermeidung von Überproduktion zu reduzieren. Mit der Fähigkeit, Nachfrage und Angebot datenbasiert vorherzusagen, helfen unsere Technologien Unternehmen, sowohl ihre Effizienz zu steigern als auch ihre Umweltauswirkungen zu minimieren.

Vor allem aber gehen die Trends zur transparenten Lieferkette. Wir brauchen die Control Tower, die alle Prozesse überblicken und Informationen von vor- und nachgelagerten Stationen übermitteln, damit alle Teilnehmer der Lieferkette bessere Entscheidungen treffen können. Da wollen wir hinkommen. Stichwort „Bullwhip-Effekt“ – ein Phänomen in der Lieferkette, bei dem kleine Schwankungen in der Endkundennachfrage entlang der Lieferkette zu immer größeren Schwankungen führen.

Die Technologie dafür haben wir – was fehlt, ist die Infrastruktur oder Bereitschaft in vielen Firmen. Wenn die Daten meines Lieferanten verlässlich sind, kann ich besser planen. Es geht also nicht nur um meine Daten und Prozesse als Firma, sondern um die Infrastruktur aller angeschlossenen Player. Es geht um das Verzahnen von Informationen. Das Verbinden von menschlichem Know-how mit Spitzentechnologie. Hier müssen wir über Data Governance, Data Sovereignity und Federated Learning sprechen. Aber auch über die synthetischen Daten zum Trainieren der Modelle und natürlich immer über Datenschutz und De-Identifizierung. 

Technologien wie maschinelles Lernen und Natural Language Processing (NLP) werden zudem vermehrt zur Automatisierung komplexer Prognoseprozesse eingesetzt, die bisher nur schwer oder manuell umsetzbar waren. Dies erlaubt es Unternehmen, informierte Entscheidungen schneller und präziser zu treffen, was im heutigen dynamischen Marktumfeld einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil bedeutet.

Was sind Ihrer Meinung nach die wichtigsten Erfolgsfaktoren, die pacemaker im Markt so erfolgreich machen?

Unser größter Erfolgsfaktor liegt in unserem industrienahen Ansatz, der auf spezialisierte Lösungen und eine enge Kooperation mit unseren Kunden setzt. Dieser Fokus auf „aus der Industrie für die Industrie“ ermöglicht es uns, besonders präzise Prognosen zu erstellen. Wir bieten nicht nur standardisierte Lösungen an, sondern passen unser Tool an die Bedürfnisse des jeweiligen Kunden im Rahmen des Onboarding an.

Ein weiterer Schlüsselfaktor unseres Erfolgs ist unsere agile und forschungsnahe Arbeitsweise. So stellen wir sicher, dass neueste wissenschaftliche Erkenntnisse und Technologien kontinuierlich in unsere Lösungen einfließen. In Kombination mit unserem starken Team und Kooperation weltweit führender Universitäten wie der Stanford University, das fundierte Kenntnisse in Technologie und Supply-Chain-Management vereint, entwickeln wir Lösungen, die sich stets am aktuellen Forschungsstand orientieren.

Welchen Rat würden Sie anderen Gründern geben, die ebenfalls ein Startup aufbauen möchten?

Mein Rat an andere Gründer wäre, sich auf eine klare Vision zu fokussieren und dabei die Bedürfnisse ihrer Zielgruppe genau zu verstehen. Es ist essenziell, flexibel zu bleiben und sich kontinuierlich an den Markt anzupassen, da sich Technologien und Kundenbedürfnisse rasant weiterentwickeln. Als Start-up ist es wichtig, schnell erkennbaren Mehrwert zu liefern, der das Problem des Kunden löst. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Bedeutung von Partnerschaften und einem starken Netzwerk. Der Aufbau eines erfolgreichen Start-ups erfordert die Zusammenarbeit mit den richtigen Partnern und die kontinuierliche Weiterentwicklung der eigenen Fähigkeiten und Technologien.

Zum Abschluss: Was hätten Sie sich zu Beginn der Reise mit pacemaker gerne selbst als Ratschlag gegeben?

Für mich ist Zuhören einer der wichtigsten Schlüssel zum Erfolg – gerade in einem Umfeld, in dem es ständig unterschiedliche Meinungen und unzählige Wege gibt, die man einschlagen könnte. Als Geschäftsführer muss ich oft Entscheidungen treffen, die die Richtung des Unternehmens bestimmen, und dabei verlasse ich mich auf die Perspektiven und Informationen, die mir mein Team liefert. Deshalb investiere ich gezielt in die Menschen, die uns prägen, denn eine gute Mannschaft ist unser wertvollstes Gut.

Langjährige Begleiter, die verstehen, wie wir ticken und gemeinsam an einer Vision arbeiten, sind heute ein unschätzbarer Vorteil, besonders in einem so komplexen Markt wie unserem. Das erfordert auch Ausdauer und eine starke Bindung, weshalb wir viel in unsere Unternehmenskultur und Mitarbeiterbindung investieren. Wir leben das jeden Tag. Die richtige Kultur ist der Grundstein, auf dem unsere Strategie und unser Erfolg aufbauen.

Am Ende investieren nicht nur wir als Firma, sondern auch unsere Kunden in Menschen. Deshalb kann ich jedem Gründer nur raten: Stell den Menschen in den Mittelpunkt – und er wird Großartiges leisten.

Bild Christian Jabs @ pacemaker

Wir bedanken uns bei Christian Jabs für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Kreative Geschenkideen & Tipps für Kundengeschenke

0
geschenke

Für Unternehmen ist es wichtig, ihrer Kundschaft Wertschätzung entgegenzubringen. Die Kunden sind es schließlich, die den Erfolg des Unternehmens sichern. Eine aufrichtige Beziehung und persönliche Kommunikation spielen eine wichtige Rolle. Da dürfen auch wertschätzende Kundengeschenke nicht fehlen. Hier finden Sie die besten Ideen und hilfreiche Tipps.

Mit welchen Kundengeschenken punkten Sie wirklich?

Egal ob praktisches, lustiges oder kreatives Kundengeschenk, eines sollten alle gemeinsam haben: Sie sollten besonders sein und Eindruck bei den Kunden hinterlassen. Am besten funktioniert das, wenn das Geschenk einen persönlichen Touch hat. Durch die direkte Ansprache der Kunden bereiten Sie ihnen garantiert eine Freude.

Achten Sie darauf, Ihr Kundengeschenk auf die individuellen Bedürfnisse und Interessen Ihrer Zielgruppe anzustimmen. Personalisierte Geschenke, persönlich adressierte Gutscheine oder praktische Gegenstände für den alltäglichen Gebrauch punkten immer. Wichtig ist, dass die Verbindung zwischen Unternehmen und Kundschaft hergestellt wird.

Das kann durch die Verpackung, eine handgeschriebene Karte oder einen besonderen Stempel mit dem Firmenlogo erfolgen. Hier können Sie kreativ sein und ein originelles Merkmal für Ihr Unternehmen kreieren. Es geht vorrangig darum, dass das Kundengeschenk Wertschätzung und Anerkennung ausdrückt.

Welche Geschenke sollten besser vermieden werden?

Während Kundengeschenke eine tolle Möglichkeit sind, um Dankbarkeit auszudrücken, ist nicht jedes Geschenk angebracht. Obwohl beispielsweise ein Geldgeschenk nach Belieben verwendet werden kann, wirkt es schnell wie ein Versuch zur “Bestechung”. Das kann sich negativ auf das Image Ihres Unternehmens auswirken.

Auch Geschenke, die einen sehr großen Geldwert haben, sind unangebracht als Kundengeschenk. Sie setzen den oder die Beschenkte womöglich unter Druck, was sich schlecht auf die geschäftliche Beziehung auswirken kann. Bleiben Sie also am besten in einem mittleren Rahmen, was den finanziellen Wert Ihrer Geschenke betrifft.

Ebenso wie zu teure Geschenke, sind auch billige oder qualitativ schlechte Kundengeschenke ein Tabu. Sie symbolisieren nicht die Wertschätzung, die Sie als Unternehmen vermitteln möchten. Sie können im schlechtesten Fall sogar der Beziehung zu den Kunden schaden.

Kreative Geschenkideen für Kundengeschenke

Die Auswahl und die Möglichkeiten für Kundengeschenke sind vielfältig. Die Geschenke können abhängig von der Zielgruppe, Preisklasse oder dem Anlass variieren. Es sollte sich um Artikel handeln, die auch tatsächlich verwendet werden und nicht sofort im Müll landen. Grundsätzlich gibt es nichts, was nicht als Kundengeschenk verschenkt werden kann.

Besondere bzw. außergewöhnliche Kundengeschenke

Je nachdem, wen Sie als Unternehmen beschenken möchten, können auch mal ganz andere, außergewöhnliche Kundengeschenke in Frage kommen. Für langjährige und sehr wichtige Geschäftspartner oder besondere Kundschaft können es durchaus auch mal Ideen sein, die andere Unternehmen nicht am Schirm haben. Sie könnten im Namen des Kunden beispielsweise:

  • Einen kleinen Betrag für eine lokale Wohltätigkeitsorganisation leisten
  • Einen Baum pflanzen lassen
  • Ein lokales Event sponsern
  • Eine exklusive Tour durch eine lokale Brauerei oder Attraktion planen
  • Eine private Verkostung von Wein, Bier, Käse oder lokalen Spezialitäten buchen

Vergessen Sie nicht, eine persönliche Notiz zu hinterlassen, in der Sie Ihre Achtung oder Dankbarkeit zum Ausdruck bringen. Neben dem Kundengeschenk selbst ist außerdem eine kreative Geschenkverpackung ein Zeichen Ihrer Wertschätzung. Es zeugt von Persönlichkeit und echtem Bemühen um das Geschenk.

Praktische Kundengeschenke

Achten Sie bei praktischen Kundengeschenken auf eine entsprechende Qualität. Ihre Kunden sollten möglichst lange Freude mit Ihren Artikeln haben. Auch hier ist es wichtig, die richtige Zielgruppe anzusprechen und die Geschenke der Jahreszeit oder einem bestimmten Anlass anzupassen.

  • Eine Parkscheibe mit besonderem Design
  • Ein Maßband oder Zollstock in praktischer Größe
  • Einen Taschenrechner mit Solar-Funktion
  • Kopfhörer in bunten Farben und praktischer Aufbewahrungshülle
  • Einen Eiskratzer mit passendem Putztuch
  • Einen Flaschenöffner mit Schlüsselanhänger oder lustigem Design
  • Eine personalisierte Trinkflasche mit praktischen Angaben zum Flüssigkeitsstand
  • Ein gemütliches Reise-Set mit Kissen, Augenmaske oder Ohrstöpseln
  • Ein Set mit hochwertigen Pflegeprodukten für Körper und Haare
  • Ein tragbares Ladegerät mit passender Hülle

Kreative Kundengeschenke

Kreative Kundengeschenke haben oft die Überraschung auf ihrer Seite. Wenn statt eines langweiligen Geschenkes plötzlich etwas Kreatives angeboten wird, greifen die Kunden gerne zu. Am besten handelt es sich gleichzeitig um praktische Dinge, die Ihre Kunden tatsächlich benötigen können.

  • Ein kompaktes Erste-Hilfe-Set zum Mitnehmen für unterwegs
  • Ein Set mit Fahrradlichter für hinten und vorne
  • Eine lustige Eiswürfelform mit besonderen Motiven
  • Eine Auswahl an Donuts oder Gebäck mit geschmackvoller Füllung
  • Eine (Duft-)Kerze in einem schönen Glas mit personalisiertem Etikett
  • Ein personalisiertes Poster, Bilder oder Fotografie
  • Eine individuelle Figur als Halterung für ein Schreibgerät für den Schreibtisch

Geschenke für Familien mit Kindern

Abhängig von Ihrem Unternehmen oder Ihren Geschäftsideen gehören womöglich auch Familien mit Kindern zu Ihrer Zielgruppe. Kinder lieben Geschenke und werden sie bestimmt auch verwenden. Wenn es zum Kontext Ihres Unternehmens passt können Kundengeschenke also durchaus auch für die Kinder Ihrer Kunden gedacht sein:

  • Eine personalisierte Jausenbox mit passendem Besteck
  • Eine hochwertige Trinkflasche mit isolierter Hülle
  • Ein kreatives Malbuch mit vielen verschiedenen Motiven
  • Einen bunten Drachen zum Selberbasteln
  • Hochwertige Stifte zum Malen
  • Ein kuscheliges Stofftier in passender Form für das jeweilige Kind
  • Ein kindergerechtes Puzzle mit einem spannenden Motiv
  • Eine kleine Lupe mit Karabiner zum einhaken
  • Ein stabiles Springseil mit passendem Beutel zur Aufbewahrung


Titelfoto: Bild von freestocks auf unsplash

Autor:
Gerald Bacher berichtet bei Juweloro über die besten Geschenkideen samt passenden, kreativen Glückwünschen und will damit seinen Besucher:innen helfen, das bestmögliche Geschenk für ausgewählte Anlässe zu finden.

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Was verändert unser Einkaufsverhalten?

0
Ackerherz CEO Julia Moeckel Copyright Ackerherz

Ackerherz bietet eine breite Auswahl an hochwertigen Bio-Produkten über einen Online-Shop mit Mitgliedschaftsmodell an und macht sie so für alle leicht zugänglich und erschwinglich

Seit unserem letzten Interview hat sich Ackerherz stark weiterentwickelt. Was waren die größten Erfolge und Herausforderungen im vergangenen Jahr?

Zunächst einmal danke für die Interviewmöglichkeit! Ich nutze die Gelegenheit, mich kurz vorzustellen: Ich bin Julia Möckel und seit Juni 2024 als neue CEO mit Ackerherz auf gemeinsamer Mission – und habe es bis heute zu keinem Zeitpunkt bereut.

Wir von Ackerherz sind 2022 angetreten, um den Handel mit Bio-Produkten zu revolutionieren und sie für jede*n erschwinglich zu machen. Bio galt und gilt auch heute noch in gewisser Weise als elitär, was in unseren Augen wenig zielführend ist. Bio muss sich gesamtgesellschaftlich etablieren, wenn die Ökologisierung der Landwirtschaft und damit der gesamte ökologische Wandel gelingen soll. Unser Anspruch ist es deshalb, Bio diesen Stempel zu nehmen, indem wir eine große Auswahl an Bio-Produkten bis zu 50 % günstiger über einen Onlineshop mit Mitgliedschaftsmodell vertreiben. Vor allem vor dem Hintergrund der Inflation ist dieser Anspruch wichtiger denn je.

Was sich seitdem verändert hat, ist die Kaufbereitschaft von Kund*innen, wenn es um Bio-Produkte geht.

Kurz gesagt: Die Deutschen greifen wieder vermehrt zu Bio. Nicht zuletzt, da auch Discounter mehr und mehr Bio-Produkte in ihr Sortiment aufnehmen. Grundsätzlich finden wir es natürlich großartig, wenn Bio-Produkte einem größeren Markt zugänglich werden – genau dafür sind wir ja ursprünglich angetreten. Wir von Ackerherz wollen diese Bewegung noch weiter befeuern, indem wir den klassischen, stationären Bio-Fachhandel, der sich durch hohe Qualität und großes Engagement seitens der Erzeuger*innen auszeichnet, auf das Onlinegeschäft erweitern – natürlich zu den für uns typischen fairen Preisen. 

Wir profitieren natürlich von der verstärkten Kaufbereitschaft von Bio-Lebensmitteln und ich wage gleichzeitig zu behaupten, dass wir von Ackerherz daran nicht ganz unbeteiligt sind. Als wir vor zwei Jahren mit unserem Modell gestartet sind, wussten wir nicht, ob Kund*innen überhaupt bereit dazu sind, Bio-Produkte online zu shoppen. Heute wissen wir: Wir haben genau den richtigen Schritt gewagt, denn unsere Mitgliederzahlen haben sich in 2024 gegenüber dem Vorjahr verdoppelt und unser Umsatz ist sogar um das 2,5-fache gestiegen. Nicht zuletzt auch, da wir unser Sortiment kontinuierlich erweitert und dabei unsere Community immer mit einbezogen haben.

Wie haben Sie Ihre Lieferkette weiter optimiert, um den steigenden Anforderungen an Nachhaltigkeit und Regionalität gerecht zu werden?

Wie bereits erwähnt, wurde Ackerherz gegründet, um Bio-Produkte für alle zugänglich zu machen. Auf Regionalität setzen wir überall dort, wo es möglich ist, und haben stets den Anspruch, mit jenen Lieferant*innen zusammenzuarbeiten, die die qualitativ hochwertigsten Produkte anbieten. Unter bestimmten Umständen kommen wir in puncto Regionalität allerdings an unsere Grenzen. So können Landwirt*innen bspw. Linsen und Nudeln nur auf dem bundesweiten Markt profitabel vertreiben. Unsere Mitglieder beziehen dann zwar haltbare Lebensmittel von einem bundesweiten Lieferanten, können aber gleichzeitig dank der Preisersparnis durch Ackerherz aber den/die lokal*en Bio-Gemüsebäuer*in von nebenan unterstützen. 

Um außerdem einen anderen Aspekt der Regionalität aufzugreifen: Die Versorgung des ländlichen Raumes ist uns ein großes Anliegen. Große Bio-Ketten finden sich in Deutschland meist in Städten, auf dem Land ist die Versorgung unterdurchschnittlich. Das zeigen auch unsere Nutzungsstatistiken: Zwei Drittel unserer Kundschaft bestellen aus dem ländlichen Raum. 

Die Nachfrage nach regionalen und umweltfreundlichen Produkten wächst stetig. Wie reagiert Ackerherz auf diesen Trend in Bezug auf das Sortiment?

Wir reagieren darauf, indem wir unser Sortiment kontinuierlich weiter ausbauen. So ist es unser Ziel, zeitnah auch frische Lebensmittel anzubieten. Hierfür braucht es allerdings ein engmaschiges Lieferantennetzwerk, das schnell, mit einem konkreten Zeitfenster und mit ökologischen Verpackungen zustellt – Regionalität wird auch hier zusehends wichtig. Ich möchte außerdem nicht unerwähnt lassen, dass die Zusammenarbeit mit unserer Community unglaublich wertvoll ist, wenn es um die Erweiterung des Sortiments geht. Schließlich wissen unsere Kund*innen am besten, welches Produkt ihnen noch in der Vorratskammer fehlt. 

Welche neuen digitalen Features oder Optimierungen haben Sie eingeführt, um den Einkauf für Ihre Kundschaft noch einfacher zu gestalten?

Wir versuchen, das Einkaufserlebnis so personalisiert wie möglich zu gestalten, so dass jede*r Kund*in auf seine/ihre Bedürfnisse zugeschnittene Produktempfehlungen angezeigt bekommt. Eine App haben wir noch gar nicht, werden diese aber im nächsten Jahr implementieren.

Welche Maßnahmen haben Sie unternommen, um die Umweltbilanz von Ackerherz zu verbessern? Gibt es konkrete Projekte zur Reduzierung des CO₂-Fußabdrucks?

Wir benutzen recyceltes Versandmaterial und versenden CO2-kompensiert. Wir reisen nur mit der Bahn zu unserem Mutterkonzern La Fourche nach Paris und freuen uns auf die Direktverbindung zwischen Berlin und Paris, die im Dezember implementiert werden soll.

Der Löwenanteil unseres CO2-Fußabdrucks entfällt aber natürlich auf die Produkte, die wir verkaufen. Online anzubieten, war daher für uns von Anfang an Mittel zum Zweck: Nur die wenigsten wissen, dass Onlineeinkäufe einen deutlich kleineren CO2-Abdruck haben als Käufe im Ladengeschäft, z.B. aufgrund von Betriebskosten des Geschäfts, Mitarbeitenden oder der Fahrt jedes und jeder Einkaufenden zum Supermarkt. 

Um den CO2-Fußabdruck unserer Produkte noch weiter zu senken, bieten wir außerdem Inhalte zu Themen wie veganer Ernährung oder Verzicht auf Kaffee an und spielen zugehörige Produktempfehlungen aus. 

Die Konkurrenz im Bereich der Online-Lebensmittelhändler wächst. Wie differenziert sich Ackerherz, um weiterhin aufzufallen und Kund*innen zu binden?

Wir von Ackerherz haben uns auf die Fahne geschrieben, auch den ländlichen Raum zuverlässig mit hochqualitativen Bio-Lebensmitteln zu versorgen. Unsere unbedingten USPs sind darüber hinaus zum einen unsere Angebotsvielfalt und zum anderen, dass Kund*innen bei uns bis zu 50 % günstiger einkaufen können. 

Haben Sie Pläne, Ihre geografische Reichweite auszubauen, oder stehen neue Services für Ihre Kundschaft in Aussicht?

Ackerherz ist auf dem deutschen Markt aktiv und wir verfolgen dieselbe Mission wie unser Mutterkonzern La Fourche in Frankreich. Unser nächstes Ziel ist es nun, das oben erwähnte deutschlandweite Lieferantennetzwerk aufzubauen, um unsere Kund*innen nachhaltiger und noch schneller mit einer noch größeren Produktauswahl versorgen zu können. Und als langfristiges Ziel gilt natürlich nach wie vor: Der größte Online-Supermarkt für Bio-Produkte zu werden.

Wie haben sich die Erwartungen und das Feedback Ihrer Kundschaft entwickelt, und wie passt sich Ackerherz an diese neuen Erwartungen an?

Unser Sortiment hat sich seit unseren Anfängen stark erweitert und darauf reagieren die Mitglieder sehr positiv. Aktuell ist der dringendste Wunsch unserer Mitglieder, bei Ackerherz auch aus weiteren Kategorien auswählen und bspw. frische Lebensmittel bestellen zu können.

Welchen Einfluss haben technologische Entwicklungen, wie Künstliche Intelligenz oder Datenanalyse, auf die Betriebsabläufe und das Kundenerlebnis bei Ackerherz?

Als E-Commerce-Unternehmen haben wir natürlich Zugriff auf einen großen Datenschatz und verfügen dadurch, dass wir Inhalte personalisiert ausspielen und schneller auf Trends reagieren können, am Ende auch über einen Wettbewerbsvorteil gegenüber den stationären Läden. 

Wie sehen Sie die Zukunft des nachhaltigen Online-Lebensmittelhandels in Deutschland, und welche Rolle wird Ackerherz dabei spielen?

Dass der Onlinehandel, egal mit welchen Produkten, boomt, ist ja mittlerweile hinlänglich bekannt. Gerade im Bio-Fachhandel-Segment sehen wir hier deutliches Potenzial, das stationäre Angebot, das es vor allem in den Städten gibt, zu erweitern – auf den Onlinehandel und damit vor allem auf den ländlichen Raum. Ackerherz wird dabei eine maßgebliche Rolle spielen, davon bin ich überzeugt.

Was möchten Sie anderen Gründern mit auf den Weg geben, die sich im Bereich Nachhaltigkeit und E-Commerce etablieren wollen?

Nachhaltigkeit geht uns alle an, auch wenn die Berichterstattung rund um Fridays for Future und Co. deutlich zurückgegangen ist. In diesem Sinne ist jede Maßnahme wertvoll, die dazu beiträgt, den Klimawandel etwas zu verlangsamen. An die Gründer*innen da draußen: Sucht euch ein Problem und entwickelt eine Lösung, die Welt braucht euch!

Bild Ackerherz CEO Julia Moeckel Copyright Ackerherz

Wir bedanken uns bei Julia Moeckel für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Ein Weihnachtszauber der Gründerideen

0
Löwen (v.l.) Dagmar Wöhrl, Nils Glagau, Tillman Schulz, Ralf Dümmel und Judith Williams. Foto: RTL / Bernd-Michael Maurer

Höhle der Löwen: Diese festliche Folge bringt Gründerideen, Innovation und Weihnachtszauber zusammen und sorgt für Spannung bis zum letzten Deal

Wenn sich die „Höhle der Löwen“ in festlicher Stimmung präsentiert, ist klar: Weihnachten steht vor der Tür. Am 10. Dezember um 20:15 Uhr auf VOX wird es nicht nur besinnlich, sondern auch innovativ. Von DIY-Nähsets für Kinder über revolutionäre Snowboards bis hin zu veganen Festtagslikören – die Sendung verspricht ein wahres Feuerwerk an Gründergeist. Diese Mischung aus Kreativität, Innovation und dem Zauber der Weihnachtszeit verspricht eine Sendung, die in Erinnerung bleibt.

Alpaka Finn erobert die Herzen: cuci cuci

Mit großen Kulleraugen und glühender Leidenschaft betritt Tina Califano (53) die Bühne. Ihr Startup cuci cuci („Nähe los!“) bringt DIY-Nähmaschinen-Sets für Kinder, die Kreativität und Erfolgserlebnisse vereinen. Das Maskottchen Alpaka Finn steht Pate für die Kuscheltiere, die Kinder innerhalb von nur zwei Stunden selbst nähen können. Mit einfachem Schnittmuster, Kuschelstoff und klarer Anleitung liefert cuci cuci alles, was junge Kreative brauchen. Für ihre Vision möchte Tina 60.000 Euro und bietet dafür 20 Prozent Firmenanteile. Ob ihr Weihnachtswunder in Form eines Deals wahr wird?

Sicher auf der Piste: DOUBLEDECK

Winterzeit ist Snowboardzeit. Andreas Kramer (49) will mit DOUBLEDECK den Wintersport revolutionieren. Sein Snowboard aus zwei Elementen minimiert das Verkanten und sorgt durch patentierte Technologien für mehr Stabilität. Ein konvex gewölbter Steg und die CPS-Bogenkonstruktion ermöglichen bessere Kraftübertragung und erleichtern Anfängern den Einstieg. Andreas sucht 500.000 Euro für fünf Prozent seines Unternehmens. Doch die hohe Bewertung lässt Investor Nils Glagau zögern. Wird DOUBLEDECK dennoch Fahrt aufnehmen?

Erinnerungen für die Ewigkeit: memperience

Die Brüder Cedric, Manuel und Julian Mandel bringen mit memperience ein innovatives Produkt in die Höhle: das VideoBook. Dieses Fotobuch integriert Videos, die per Display direkt auf den Seiten abgespielt werden. Eine technische Lösung, die Erinnerungen lebendig macht und eine persönliche Note ins Regal bringt. Besonders zur Weihnachtszeit sind solche Geschenke ein Highlight. Das Trio bietet sieben Prozent Firmenanteile für 150.000 Euro. Werden die Löwen von dieser Verbindung aus Technik und Nostalgie begeistert sein?

Nachhaltige Eleganz: Kezzel

Praktisch, elegant und innovativ: Alexandros Zachos, Thomas Ifland und Sabine Schröder stellen mit Kezzel einen Wasserkocher für Induktionsherde vor, der ohne Elektronik auskommt. Durch eine clevere Kombination aus magnetischer Platte und Temperaturerkennung schaltet er automatisch ab, wenn das Wasser kocht. Vorteile wie einfache Reinigung, Langlebigkeit und Kabelfreiheit machen Kezzel zur perfekten Küchenhilfe. Das Gründertrio erhofft sich 250.000 Euro für zehn Prozent der Firmenanteile. Ob dieses nachhaltige Konzept die Löwen überzeugt?

Veganer Genuss: Planty Fuel

Anna Lessing (27) bringt mit Planty Fuel weihnachtliche Stimmung auf die Zunge. Ihre veganen Creme-Liköre in Sorten wie Pistazie-Orange, Kaffee-Karamell und Lebkuchen-Zimt sind eine genussvolle Alternative zu herkömmlichen Produkten. Neben Likören arbeitet Anna an weiteren veganen Innovationen, wie etwa käsefreien Käsealternativen. Mit 80.000 Euro möchte sie ihre Dachmarke für vegane Lebensmittel weiter ausbauen und bietet dafür 15 Prozent ihrer Firma. Finden die Löwen Geschmack an Planty Fuel?

Die „Löwen“ Dagmar Wöhrl und Ralf Dümmel.
Foto: RTL / Bernd-Michael Maurer

Einblicke in die Ideenwelt der Löwen

Die Weihnachtsausgabe der „Höhle der Löwen“ ist nicht nur ein Fest der Innovation, sondern auch eine Reise in die Träume und Visionen der Gründer. Die vorgestellten Ideen verdeutlichen, wie unterschiedlich der Weg zum Erfolg sein kann – sei es durch Kreativität, technologische Raffinesse oder nachhaltige Ansätze. Inmitten des festlichen Rahmens bietet die Sendung Inspiration und unterstreicht die Bedeutung von Leidenschaft und Durchhaltevermögen. Welche Pitches am Ende das Rennen machen und welche Deals die Löwen unter dem Weihnachtsbaum feiern, bleibt spannend bis zur letzten Minute.

Bild: Die „Löwen“ (v.l.) Dagmar Wöhrl, Nils Glagau, Tillman Schulz, Ralf Dümmel und Judith Williams. Foto: RTL / Bernd-Michael Maurer

Wie verändert KI die Arbeit von Radiolog:innen?

0
contextflow von links nach rechts: Prof. Georg Langs, Prof. Allan Hanbury, Markus Holzer, René Donner Bildquelle: contextflow GmbH

contextflow entwickelt KI-gestützte Softwarelösungen, die Radiolog:innen bei der Analyse von medizinischen Bilddaten unterstützen und die Patientenversorgung effizienter machen

Was ist die Kernidee hinter contextflow, und wie kamen Sie auf die Gründungsidee?

Im Rahmen des Forschungsprojekts KHRESMOI an der Medizinischen Universität Wien (MUW) haben wir einen ersten Forschungsprototyp entwickelt, der maschinelles Lernen und große Datenmengen nutzt, um Radiolog:Innen bei der Befundung zu unterstützen. Dieser Prototyp sollte zeigen, wie moderne Technologien Radiolog:Innen helfen können, Diagnosen schneller und präziser zu erstellen.

Am Ende des Projekts erhielten wir viel positives Feedback von Radiolog:Innen aus ganz Europa, was uns in unserer Vision bestärkte. Wir wollten eine der großartigen Technologien und Algorithmen, die wir am Computational Imaging Research Lab der MUW entwickelt und publiziert haben, in die praktische Anwendung bringen. contextflow entstand aus dem Wunsch, nicht nur Radiolog:Innen, sondern auch Patient:innen einen echten Mehrwert zu bieten – durch eine schnellere und genauere Befundung. So haben wir uns entschieden, mit contextflow einen Weg zu schaffen, wie diese innovativen Ansätze direkt in die klinische Praxis integriert werden können, um den Alltag der Radiolog:innen zu erleichtern und die Patientenversorgung nachhaltig zu verbessern.

Können Sie uns ein wenig über die Gründer und das Team hinter contextflow erzählen? Welche Erfahrungen und Fähigkeiten haben Sie in das Unternehmen eingebracht?

Das Gründerteam von contextflow vereint eine starke Mischung aus Expertise in Künstlicher Intelligenz, medizinischem Bildmanagement und der praktischen Anwendung von Technologie im Gesundheitswesen.

Ich, Markus Holzer, bin CEO von contextflow und habe Informatik sowie Innovationsmanagement an der Technischen Universität Wien studiert. Meine Erfahrung im Bereich medizinische Bildverarbeitung und meine Arbeit an Projekten wie KHRESMOI haben mir ein tiefes Verständnis für die Herausforderungen und Bedürfnisse von Radiolog:Innen vermittelt.

Unser Chief Scientist, Georg Langs, ist Professor an der Medizinischen Universität Wien und assoziierter Professor am renommierten CSAIL am MIT. Er bringt umfangreiche Forschungserfahrung und technisches Know-how in den Bereichen maschinelles Lernen und medizinische Bildanalyse in das Unternehmen ein.

Allan Hanbury, einer unserer Mitgründer, ist Professor für Data Intelligence an der Technischen Universität Wien und hat mehrere große EU-geförderte Forschungsprojekte geleitet. Sein Wissen über Datenverarbeitung und KI ist ein wertvoller Beitrag zu unserer Entwicklung innovativer Lösungen.

René Donner, unser ursprünglicher CTO, spielte vor allem in der Anfangsphase eine entscheidende Rolle und hatte großen Einfluss auf die Entwicklung unserer Technologien. Seine Expertise in der Entwicklung von Algorithmen für die klinische Bildverarbeitung half uns, eine solide technische Basis zu schaffen und sicherzustellen, dass unsere Lösungen leistungsstark und anwenderfreundlich sind.

Marcel Wassink, unser Chief Commercial Officer, bringt umfassende Erfahrung im Aufbau und der Skalierung von Unternehmen im Gesundheitsbereich mit. Er baute erfolgreich das Spracherkennungs-Geschäft bei Philips auf, das später von Nuance und letztlich von Microsoft übernommen wurde. Seine Erfahrung in der Geschäftsentwicklung ist entscheidend für unsere Wachstumsstrategie und Partnerschaften.

Julie Sufana, unsere Chief Marketing Officer, hat einen Bachelor of Science in Business Administration von der University of Southern California und einen Master of Science in Marketing von der Wirtschaftsuniversität Wien. Ihre vielfältige Erfahrung in verschiedenen Branchen und ihre Leidenschaft für Marketing und Pitching sind entscheidend für den Aufbau unserer Marke und die Kommunikation unserer Vision.

Zusammen vereinen wir wissenschaftliche und unternehmerische Erfahrung, um cutting-edge KI-Technologien wie ADVANCE Chest CT in die klinische Praxis zu bringen, Radiolog:Innen gezielt zu unterstützen und die Patientenversorgung nachhaltig zu verbessern.

Was ist die langfristige Vision von contextflow, und welche Schritte planen Sie, um diese Vision zu erreichen?

Die langfristige Vision von contextflow ist es, Radiolog:Innen durch Künstliche Intelligenz dabei zu unterstützen, Diagnosen präziser und effizienter zu stellen, damit sie sich auf das Wesentliche konzentrieren können: die bestmögliche Versorgung der Patient:Innen. Unser Fokus liegt dabei derzeit auf der Analyse von Thorax-CT-Bildern, insbesondere bei Erkrankungen wie Lungenkrebs, interstitiellen Lungenerkrankungen (ILD) und COPD. Langfristig möchten wir unser Angebot jedoch auf andere Bildgebungsmodalitäten und Anwendungsbereiche ausweiten.

Ein zentraler Schritt zur Erreichung unserer Vision ist die Sicherstellung der Kostenerstattung für unsere Technologie in Europa, beginnend mit Lungenkrebs. Dies ist entscheidend, um unsere Lösungen einer breiteren Anzahl von Gesundheitseinrichtungen zugänglich zu machen und einen spürbaren Mehrwert zu schaffen. Wir arbeiten intensiv daran, den klinischen und wirtschaftlichen Nutzen unserer Produkte nachzuweisen, um die notwendigen Zulassungen und Kostenerstattungen zu erhalten.

Ein weiterer Schritt ist die enge Zusammenarbeit mit PACS-Anbietern, um eine nahtlose Integration in bestehende Systeme zu gewährleisten. Diese Partnerschaften ermöglichen es uns, sicherzustellen, dass unsere Lösungen direkt in den Arbeitsalltag von Radiolog:Innen passen und ihnen echten Mehrwert bieten.

Schließlich setzen wir auf kontinuierliche Forschung und Entwicklung sowie auf den Ausbau unserer Partnerschaften mit führenden medizinischen Einrichtungen und Expert:Innen weltweit. Durch den ständigen Austausch mit unseren Nutzer:Innen und Partner:Innen entwickeln wir unsere Produkte stetig weiter und passen sie an die realen Bedürfnisse in der Radiologie an. So wollen wir contextflow zu einem unverzichtbaren KI-Partner in der Radiologie machen, der die Arbeitsweise im Gesundheitswesen nachhaltig verbessert und Patient:Innen weltweit zugutekommt.

Für welche Zielgruppe wurde contextflow entwickelt, und wie passen Ihre Lösungen genau zu deren Bedürfnissen?

contextflow wurde speziell für Radiolog:Innen und Radiologieabteilungen entwickelt, die täglich mit einer Vielzahl an Bilddaten konfrontiert sind und nach Möglichkeiten suchen, ihre Arbeitsabläufe zu optimieren und die Diagnosestellung zu verbessern. Unsere Lösungen richten sich zudem an Gesundheitseinrichtungen und Entscheidungsträger, die an effizienteren Prozessen und einer besseren Patientenversorgung interessiert sind.

Unsere KI-gestützte Software ADVANCE Chest CT unterstützt Radiolog:Innen bei der Befundung von Thorax-CT-Aufnahmen und hilft dabei, Muster für komplexe Erkrankungen wie Lungenkrebs, interstitielle Lungenerkrankungen (ILD) und COPD schneller und präziser zu erkennen. Radiolog:Innen haben so die Möglichkeit, ihre Diagnosen schneller zu stellen und die Wahrscheinlichkeit zu minimieren, dass wichtige Details übersehen werden. Durch die Integration direkt in bestehende PACS-Systeme stellen wir sicher, dass unsere Lösung in den gewohnten Arbeitsablauf passt und keine zusätzlichen Tools oder Arbeitsunterbrechungen erfordert.

Für Gesundheitseinrichtungen und Kostenträger betonen wir den wirtschaftlichen Nutzen unserer Technologie: contextflow trägt durch schnellere und präzisere Diagnosen dazu bei, kostspielige Folgeuntersuchungen zu reduzieren und die Effizienz zu steigern. Unsere enge Zusammenarbeit mit Radiolog:Innen, IT-Abteilungen und administrativen Entscheidungsträgern sorgt dafür, dass unsere Lösungen nicht nur technologisch, sondern auch organisatorisch und wirtschaftlich wertvoll sind.

Wie unterscheidet sich contextflow von anderen Anbietern im Bereich der medizinischen Bildanalyse? Was macht Ihre Technologie einzigartig?

contextflow unterscheidet sich im Bereich der medizinischen Bildanalyse durch mehrere wesentliche Merkmale:

Umfassende Unterstützung für Thorax-CTs: Unsere Lösung, ADVANCE Chest CT, bietet Radiolog:Innen eine ganzheitliche Unterstützung bei der Analyse von Thorax-CT-Aufnahmen und deckt Erkrankungen wie Lungenkrebs, ILD und COPD ab. Diese breite Abdeckung ermöglicht eine präzisere und effizientere Diagnosestellung.

Nahtlose Integration in bestehende Workflows: Unsere Software lässt sich direkt in vorhandene PACS-Systeme integrieren, sodass Radiolog:Innen ohne Unterbrechung ihrer Arbeitsabläufe auf unsere KI-Analysen zugreifen können. Dies erleichtert die Implementierung und fördert die Akzeptanz in klinischen Umgebungen.

Evidenzbasierte Entwicklung und klinische Validierung: contextflow arbeitet eng mit führenden medizinischen Einrichtungen zusammen, um unsere Algorithmen wissenschaftlich fundiert und klinisch validiert zu entwickeln. Zudem investieren wir in die Entwicklung gesundheitsökonomischer Modelle und die Sicherstellung der Kostenerstattung, um den wirtschaftlichen Mehrwert für das Gesundheitswesen zu unterstreichen.

Benutzerfreundlichkeit und intuitive Bedienung: Wir legen großen Wert auf ein anwenderfreundliches Design, das Radiolog:Innen eine intuitive Nutzung ermöglicht. Durch klare Visualisierungen unterstützen wir die schnelle Interpretation und Entscheidungsfindung.

Diese Kombination aus umfassender Funktionalität, nahtloser Integration, wissenschaftlicher Fundierung und Benutzerfreundlichkeit macht contextflow einzigartig im Bereich der medizinischen Bildanalyse.

Mit welchen Herausforderungen ist contextflow bisher konfrontiert gewesen, und wie haben Sie diese gemeistert?

contextflow stand vor mehreren Herausforderungen, die typisch für die Gesundheits- und MedTech-Branche sind, und hat diese durch gezielte Strategien gemeistert:

Integration in komplexe Workflows: Die nahtlose Integration unserer KI-Lösungen in bestehende PACS-Systeme war eine große Herausforderung, da jede Klinik andere Systeme und Anforderungen hat. Durch enge Zusammenarbeit mit PACS-Anbietern und IT-Abteilungen haben wir eine Lösung entwickelt, die sich unkompliziert in den Arbeitsalltag von Radiolog einfügt.

Nachweis des klinischen und wirtschaftlichen Nutzens: Gesundheitseinrichtungen sind oft vorsichtig, neue Technologien einzuführen, wenn der Mehrwert nicht klar belegt ist. Um diese Hürde zu überwinden, haben wir klinische Studien durchgeführt und unseren Nutzen anhand echter Daten belegt. Außerdem arbeiten wir intensiv an der Entwicklung gesundheitsökonomischer Modelle und daran, Kostenerstattungen in Europa zu sichern, um unsere Technologie einer breiteren Basis zugänglich zu machen.

Regulatorische Anforderungen: Die Einhaltung strenger regulatorischer Vorgaben im Gesundheitswesen ist essenziell, aber aufwändig. Die CE-Zertifizierung für unser Produkt ADVANCE Chest CT war ein wichtiger Schritt, der erhebliche Investitionen in Qualitätsmanagement und Compliance erforderte. Diese Zertifizierung hat unsere Technologie jedoch als sicher und effektiv bestätigt, was das Vertrauen unserer Anwender stärkt.

Welche zukünftigen Entwicklungen und Innovationen planen Sie für contextflow? Gibt es neue Funktionen oder Märkte, die Sie erschließen wollen?

In den kommenden Jahren planen wir bei contextflow spannende Weiterentwicklungen, um Radiolog:Innen noch umfassender zu unterstützen und unsere Technologie breiter verfügbar zu machen.

Ein Schwerpunkt liegt auf der Erweiterung unserer Lösung ADVANCE Chest CT mit neuen Funktionen wie der Erkennung von inzidentellen Lungenembolien (iPE) sowie der inzidentellen Koronararterienverkalkung (iCAC). Diese neuen Funktionen helfen Radiolog:Innen  kritische Befunde schneller zu identifizieren und Prioritäten in der Behandlung zu setzen, was die Diagnosesicherheit und Patientensicherheit weiter erhöht.

Ein weiteres wichtiges Ziel ist die Sicherstellung der Kostenerstattung in Europa, beginnend mit Lungenkrebs, um unsere Technologie für eine größere Anzahl an Gesundheitseinrichtungen zugänglich zu machen und langfristig wirtschaftlich zu etablieren.

Darüber hinaus prüfen wir den Ausbau auf weitere Bildgebungsmodalitäten und zusätzliche Krankheitsbilder, um Radiolog:Innen noch umfassendere Unterstützung zu bieten. Durch kontinuierliche Forschung und die enge Zusammenarbeit mit unseren Anwender:Innen und Partnern stellen wir sicher, dass unsere Innovationen den realen Anforderungen der Radiologie gerecht werden.

Wie stellen Sie sicher, dass die Lösungen von contextflow die Anforderungen von Radiologen und medizinischen Fachkräften bestmöglich erfüllen?

Um sicherzustellen, dass unsere Lösungen genau auf die Bedürfnisse von Radiolog:Innen und medizinischen Fachkräften zugeschnitten sind, setzen wir bei contextflow auf einen nutzerzentrierten Entwicklungsansatz und enge Zusammenarbeit mit Expert:innen:

Direkte Zusammenarbeit mit Radiolog:innen und Key Opinion Leaders: Wir binden Radiolog:innen
sowie führende Meinungsbildner:Innen aus der Radiologie von Beginn an in den Entwicklungsprozess ein. Durch regelmäßige Feedback-Runden, Workshops und Pilotprojekte sammeln wir wertvolle Einblicke und passen unsere Lösungen kontinuierlich an die tatsächlichen Anforderungen in der Praxis an.

Product Advisory Group: Wir haben eine Product Advisory Group ins Leben gerufen, bestehend aus erfahrenen Radiolog:Innen und Fachleuten, die uns bei der Entwicklung und kontinuierlichen Optimierung unserer Lösungen beraten. Diese Gruppe spielt eine entscheidende Rolle, um sicherzustellen, dass unsere Produkte den aktuellen und zukünftigen Anforderungen der Radiologie gerecht werden.

Fortlaufende klinische Validierung: Unsere Lösungen werden in Zusammenarbeit mit führenden medizinischen Einrichtungen getestet und validiert. So stellen wir sicher, dass sie technologisch innovativ und gleichzeitig klinisch zuverlässig und präzise sind.

Integration in bestehende Arbeitsabläufe: Unsere Lösungen lassen sich nahtlos in bestehende PACS-Systeme integrieren, ohne den gewohnten Workflow zu unterbrechen. Dadurch erleichtern wir Radiolog:Innen den Zugang zu KI-gestützten Analysen und minimieren den Schulungsaufwand.

Regelmäßige Anpassungen basierend auf Anwender-Feedback: Wir sammeln kontinuierlich Rückmeldungen von unseren Anwender:Innen und nutzen dieses Feedback, um Verbesserungen und neue Funktionen zu entwickeln. So bleibt unsere Software stets an den aktuellen Bedürfnissen der Nutzer:Innen orientiert.

Durch diese enge Zusammenarbeit mit unserer Zielgruppe und Expert:Innen sowie die laufende Optimierung unserer Produkte stellen wir sicher, dass contextflow echte Mehrwerte für Radiolog:Innen und medizinische Fachkräfte bietet.

Was war bisher der größte Meilenstein für contextflow, und wie hat dieser das Unternehmen weitergebracht?

Der bisher größte Meilenstein für contextflow war die CE-Zertifizierung für unser Produkt ADVANCE Chest CT unter dem neuen MDR-Rahmenwerk der EU. Diese Zertifizierung bestätigt die Sicherheit und Wirksamkeit unserer Lösung und hat uns den Zugang zum europäischen Markt eröffnet.

Dieser Erfolg hat das Vertrauen unserer Partner und Anwender:Innen gestärkt und ermöglicht es uns, contextflow einer breiteren Anzahl von Gesundheitseinrichtungen zugänglich zu machen. Ein weiterer bedeutender Meilenstein könnte demnächst die Kostenerstattung für unser Produkt in Europa sein, was uns erlauben würde, unsere Technologie noch breiter verfügbar zu machen und einen nachhaltigen Mehrwert für Radiolog:Innen und Patient:Innen zu schaffen.

Die CE-Zertifizierung und die Aussicht auf Kostenerstattung sind fundamentale Schritte, um unsere Vision weiter voranzutreiben und contextflow als unverzichtbaren KI-Partner in der Radiologie zu etablieren.

Ein wichtiger Trend in der KI-basierten medizinischen Bildanalyse ist die nahtlose Integration von KI-Lösungen in den klinischen Workflow. Technologien müssen so gestaltet sein, dass sie sich einfach in Systeme wie PACS einfügen, ohne den Arbeitsfluss zu stören. ADVANCE Chest CT ist genau darauf ausgelegt und bietet Radiolog:Innen KI-gestützte Analysen direkt in ihrer gewohnten Umgebung.

Ein weiterer relevanter Trend ist die Personalisierung der Diagnostik. KI wird immer präziser in der Erkennung spezifischer Krankheitsmuster und individualisierter Empfehlungen. Deshalb erweitern wir kontinuierlich unsere Funktionen, etwa um die Erkennung von inzidentellen Lungenembolien und Koronararterienverkalkungen.

Ein weiterer spannender Trend sind multimodale Large Language Models, die Text- und Bilddaten kombinieren können, um tiefere Einblicke in medizinische Diagnosen zu ermöglichen. Diese Technologie könnte die Effizienz in der Befundung und den Wissenstransfer erheblich verbessern. Bei contextflow arbeiten wir daran, unsere spezifische medizinische Datenbank zu erweitern, um diese Modelle nicht nur zu nutzen, sondern auch gezielt weiterzuentwickeln und auf die Anforderungen der Radiologie anzupassen..

Schließlich spielt die Gesundheitsökonomie eine große Rolle, insbesondere in Europa. contextflow setzt auf evidenzbasierte Studien und entwickelt gesundheitsökonomische Modelle, um den Mehrwert unserer Lösungen für Kliniken und Kostenträger zu belegen und die Kostenerstattung zu sichern.

Welche drei Ratschläge würden Sie anderen Gründern im Bereich Medizintechnologie geben, die gerade erst anfangen?

Hier sind drei Ratschläge, die ich anderen Gründern im MedTech-Bereich geben würde:

Verstehen Sie Ihre Zielgruppe genau: Der Gesundheitssektor ist komplex, und es ist entscheidend, die Bedürfnisse von Ärzt:innen, Patient:Innen und Verwaltung zu kennen. Sprechen Sie von Anfang an mit Fachkräften, um sicherzustellen, dass Ihre Lösung nicht nur technologisch, sondern auch praktisch wertvoll ist. Bei contextflow haben wir von Beginn an eng mit Radiolog:Innen zusammengearbeitet, um eine Lösung zu entwickeln, die wirklich in den klinischen Alltag passt.

Navigieren Sie frühzeitig die regulatorischen Anforderungen: Die MedTech-Branche ist stark reguliert, und Compliance ist unerlässlich. Informieren Sie sich frühzeitig über die geltenden Standards und bauen Sie Qualitätsmanagementprozesse ein, um später Zeit und Ressourcen zu sparen. Die CE-Zertifizierung für ADVANCE Chest CT war ein wichtiger Meilenstein für uns, und wir konnten diesen Schritt erfolgreich meistern, weil wir von Anfang an auf Compliance geachtet haben.

Stellen Sie ein starkes, mission-getriebenes Team zusammen: Die Entwicklung im MedTech-Bereich kann herausfordernd und langwierig sein. Ein motiviertes Team, das die Vision teilt, ist essenziell, um durchzuhalten und Rückschläge zu überwinden. Ein gemeinsames Ziel und eine klare Mission geben den nötigen Antrieb, um auch schwierige Phasen erfolgreich zu meistern.

Abschließend: Wenn Sie auf die Gründung von contextflow zurückblicken, gibt es etwas, das Sie heute anders machen würden?

In der Anfangsphase von contextflow haben wir unsere KI-Lösung auch in anderen, nicht-medizinischen Anwendungsbereichen getestet, um das Potenzial der Technologie auszuschöpfen. Nach einiger Zeit haben wir jedoch erkannt, dass die Technologie zwar viel Potenzial hat, wir uns aber auf ein spezifisches Produkt konzentrieren wollten, das wir ohne Kompromisse umsetzen können. Deshalb haben wir uns entschieden, den Fokus vollständig auf den Kern-Use-Case in der Radiologie zu legen. Rückblickend hätten wir diesen klaren Fokus von Anfang an wählen sollen, da uns das schneller auf den richtigen Weg gebracht hätte und die Entwicklung unseres Hauptprodukts beschleunigt hätte.. 

Auch im Bereich der frühzeitigen Entwicklung gesundheitsökonomischer Modelle und der Sicherstellung von Kostenerstattungen hätte ich früher den Fokus gesetzt. Heute wissen wir, wie wichtig es ist, den wirtschaftlichen Mehrwert unserer Technologie zu belegen, um den Zugang zu unseren Lösungen zu erweitern.

Bild: von links nach rechts: Prof. Georg Langs, Prof. Allan Hanbury, Markus Holzer, René Donner Bildquelle: contextflow GmbH

Wir bedanken uns bei Markus Holzer für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Neueste Beiträge

hate Blocker Thaddäus Leutzendorff Gründer hateBlocker faires Leben

Wer schützt uns, wenn Worte zur Waffe werden?

0
hateBlocker bietet eine digitale Lösung, um sich wirksam gegen Hass im Netz zu wehren – einfach, rechtssicher und mit echten Konsequenzen für Täter*innen.