Sonntag, August 31, 2025
Start Blog Seite 16

Wie du bei der Wohnungssuche schneller bist als alle anderen

0
HOMEBOY: Wohnungssuche schneller als auf Immobilienportalen HOMEBOY Gründer Benny Kuhns

HOMEBOY hilft Wohnungssuchenden in Deutschland schneller an passende Angebote zu kommen indem alle großen Immobilienportale in einem Service gebündelt und neue Anzeigen bis zu 30 Minuten früher gemeldet werden

Was genau ist HOMEBOY und wer steckt hinter dem Unternehmen?

HOMEBOY ist ein innovativer Service, der die Wohnungssuche in Deutschland drastisch beschleunigt und vereinfacht. Wir helfen Menschen dabei, schneller ihre Traumwohnung zu finden, indem wir sie bis zu 30 Minuten vor allen anderen über neue Wohnungsangebote informieren. Statt mühsam alle Immobilienportale einzeln zu durchsuchen, bündeln wir die acht größten deutschen Plattformen – von Immobilienscout24 über Immowelt, WG-Gesucht bis hin zu Kleinanzeigen und viele mehr – in einem intelligenten Service.

Unser Ziel ist es, allen Wohnungssuchenden die gleichen professionellen Suchtechnologien zur Verfügung zu stellen, die bisher nur großen Immobilienfirmen vorbehalten waren. Diese nutzen seit Jahren Immobilien-Suchmaschinen wie ImmoBINGOOO, um als Erste an neue Investitionsmöglichkeiten oder Immobilien von Privatanbietern zu kommen.

Wie entstand die Idee zu HOMEBOY – gab es ein persönliches Schlüsselerlebnis bei der Wohnungssuche?

Wie so viele haben auch wir die Frustration der modernen Wohnungssuche am eigenen Leib erfahren. Stundenlang verschiedene Portale zu durchforsten, ständig zu aktualisieren und trotzdem immer zu spät zu sein – das kennt jeder, der schon mal eine Wohnung gesucht hat. Das Schlüsselerlebnis war die Erkenntnis, dass es nicht an mangelnden Angeboten liegt, sondern an der Geschwindigkeit, mit der man auf neue Wohnungsangebote reagieren kann.

Wir stellten fest: Wer als Erster auf ein Angebot reagiert, hat die besten Chancen auf eine Besichtigung und letztendlich auf die Wohnung. Diese Erkenntnis war der Grundstein für HOMEBOY – ein System, das Wohnungssuchende systematisch schneller macht als alle anderen.

Was ist die übergeordnete Vision von HOMEBOY und wie sieht der Weg aus, diese zu verwirklichen?

Unsere Vision ist es, die Wohnungssuche fair und effizient zu gestalten. Aktuell haben Menschen mit mehr Zeit, besseren technischen Kenntnissen oder professionellen Tools einen unfairen Vorteil beim Wohnung finden. Wir wollen diese Ungleichheit beseitigen und jedem die Möglichkeit geben, schnell und erfolgreich eine passende Wohnung zu finden.

Der Weg dorthin führt über kontinuierliche technologische Innovation. Wir entwickeln unsere Algorithmen ständig weiter, um noch schneller und präziser zu werden. Gleichzeitig arbeiten wir daran, unseren Service noch benutzerfreundlicher zu machen – ohne Apps, ohne komplizierte Downloads, einfach direkt über unsere Webseite und WhatsApp oder Email.

Für welche Zielgruppen ist HOMEBOY besonders relevant und welche konkreten Probleme werden damit gelöst?

HOMEBOY richtet sich an alle, die aktiv eine Wohnung suchen – von Studenten über Berufstätige bis hin zu Familien. Besonders wertvoll ist unser Service in umkämpften Märkten wie Berlin, München oder Hamburg, wo gute Wohnungen innerhalb weniger Stunden vergeben sind. Wir sind preislich so aufgebaut, dass es sich jeder leisten kann und achten darauf, dass Gruppen wie Studenten weniger zahlen.

Wir lösen konkret das Problem der verpassten Gelegenheiten. Viele Menschen schauen nur ein- oder zweimal täglich auf Immobilienportale und verpassen dabei die besten Angebote. Mit HOMEBOY erhält man Wohnungsangebote in Echtzeit, kann sich sofort bewerben und ist damit oft unter den ersten Bewerbern. Das macht den entscheidenden Unterschied bei der Wohnungssuche.

Viele Menschen suchen über große Plattformen nach Wohnungen. Was macht HOMEBOY im Vergleich dazu besser?

Der entscheidende Unterschied liegt in unserer Geschwindigkeit und Vollständigkeit. Während die großen Plattformen ihre Nutzer nicht immer vollständig und oft zu langsam benachrichtigen, informieren wir sofort – und das bis zu 30 Minuten bevor andere Portale ihre Benachrichtigungen versenden.

Außerdem durchsucht HOMEBOY nicht nur eine, sondern alle relevanten Plattformen gleichzeitig. Nutzer müssen nicht mehr ständig zwischen verschiedenen Tabs wechseln oder sich bei acht verschiedenen Portalen anmelden. Es gibt durchaus andere Services, die ähnliche Ansätze versucht haben, aber keiner erreicht unsere Datenvollständigkeit und Geschwindigkeit der Wohnungsangebote. Mit uns haben bereits über 2000 Kunden sehr schnell eine Wohnung gefunden, weil sie wirklich immer die ersten Bewerber waren, selbst in Großstädten wie Berlin, Hamburg oder München.

Wie stellt HOMEBOY sicher, dass Nutzer wirklich schneller an passende Wohnungsangebote kommen?

Unsere Technologie überwacht die Immobilienportale 24/7 und erkennt neue Angebote immer sofort. Durch intelligente Filter und Algorithmen stellen wir sicher, dass Nutzer nur relevante Wohnungsangebote erhalten, die zu ihren Suchkriterien passen. Angebote wie WBS-Wohnungen, Premiumangebote oder zeitlich begrenzte Wohnungen kann man auf Wunsch automatisch rausfiltern lassen. Tauschwohnungen leiten wir per se nicht weiter.

Die Push-Benachrichtigungen über WhatsApp oder Email erreichen unsere Nutzer sofort, egal wo sie gerade sind. So können sie sich innerhalb von Minuten auf neue Angebote bewerben, während andere noch gar nicht wissen, dass die Wohnung verfügbar ist. Diese Geschwindigkeit ist messbar – unsere Kunden berichten regelmäßig, dass sie zu den ersten drei Bewerbern gehören.

Welche technologischen Herausforderungen begegnen euch bei der plattformübergreifenden Immobiliensuche?

Die größte Herausforderung liegt in der unterschiedlichen Datenstruktur der verschiedenen Portale. Jede Plattform organisiert ihre Daten anders, nutzt verschiedene Kategorien und hat eigene Update-Zyklen. Wir müssen diese Vielfalt in ein einheitliches, verständliches Format überführen.

Zusätzlich ändern die Portale regelmäßig ihre Seiten, was kontinuierliche Anpassungen unserer Systeme erfordert. Die Kunst liegt darin, trotz dieser Komplexität einen stabilen, schnellen Service zu bieten, der für den Endnutzer völlig unkompliziert funktioniert. Unsere Nutzer sollen von der Technologie profitieren, ohne sich damit beschäftigen zu müssen.

Was war bisher die größte Hürde in der Entwicklung von HOMEBOY und wie habt ihr sie überwunden?

Die größte Hürde war definitiv, die Balance zwischen Geschwindigkeit und Qualität zu finden. Anfangs haben wir sehr viele Benachrichtigungen gesendet, aber nicht alle waren wirklich relevant für die Nutzer. Das führte zu Frustration – niemand möchte mit irrelevanten Wohnungsangeboten überflutet werden.

Wir haben diese Herausforderung durch die Entwicklung intelligenterer Filter und maschinelles Lernen überwunden. Heute verstehen unsere Algorithmen viel besser, welche Angebote wirklich zu den Suchkriterien passen. Das Feedback unserer über 2000 zufriedenen Kunden zeigt uns, dass wir auf dem richtigen Weg sind.

Wie wird sich HOMEBOY in den nächsten zwölf Monaten weiterentwickeln?

In den kommenden Monaten konzentrieren wir uns darauf, unsere Technologie noch präziser zu machen und neue Features zu entwickeln, die den Bewerbungsprozess weiter beschleunigen. Wir arbeiten an intelligenten Bewerbungsassistenten, die bei der Zusammenstellung der Bewerbungsmappe und dem Bewerbungsschreiben helfen sollen.

Außerdem planen wir, unseren Service auf andere Länder auszuweiten und die Personalisierung der Wohnungsangebote zu verbessern. Unser Ziel ist es, dass jeder Nutzer nur noch Angebote erhält, die wirklich perfekt zu ihm passen – sowohl inhaltlich als auch zeitlich.

Welche Rolle spielt das Feedback eurer Nutzerinnen und Nutzer bei der Produktentwicklung?

Das Feedback unserer Nutzer ist das Herzstück unserer Produktentwicklung. Wir hören genau hin, wenn Kunden uns erzählen, welche Arten von Wohnungsangeboten sie vermissen oder welche sie nicht benötigen. Diese Insights fließen direkt in die Verbesserung unserer Algorithmen ein.

Besonders wertvoll sind die Erfolgsgeschichten: Wenn uns Kunden berichten, dass sie dank HOMEBOY ihre Traumwohnung gefunden haben, verstehen wir besser, was funktioniert. Gleichzeitig nehmen wir Kritik ernst und nutzen sie für kontinuierliche Verbesserungen. Ohne dieses direkte Feedback könnten wir nicht so treffsicher entwickeln.

Was würdet ihr anderen Gründerinnen und Gründern mitgeben, die eine digitale Lösung für ein Alltagsproblem entwickeln wollen?

Das Wichtigste ist, ein Problem zu lösen, das man selbst kennt und versteht. Bei der Wohnungssuche wussten wir genau, wo der Schuh drückt, weil wir alle schon mal stundenlang nach einer Wohnung gesucht haben. Diese persönliche Betroffenheit hilft bei der Produktentwicklung ungemein.

Außerdem sollte man früh mit echten Nutzern sprechen, auch wenn das Produkt noch nicht perfekt ist. Wir haben HOMEBOY sehr früh mit echten Wohnungssuchenden getestet und dadurch schnell gelernt, was wirklich wichtig ist. Perfektion kann man später hinzufügen – erst einmal muss die Grundidee stimmen und Menschen wirklich helfen. Progression vor Perfektion ist hier unser Leitspruch.

Gibt es ein persönliches Learning aus der bisherigen Reise, das ihr besonders hervorheben möchtet?

Unser wichtigstes Learning ist, dass Einfachheit siegt. Wir hätten am Anfang eine komplizierte App mit hunderten Features bauen können. Stattdessen haben wir uns für den einfachsten Weg entschieden: eine einfache Webseite, die von jedem Gerät zugänglich ist, und WhatsApp-Benachrichtigungen. Diese Entscheidung war goldrichtig.

Menschen wollen keine neue App lernen, wenn sie eine Wohnung suchen – sie haben schon genug Stress. Sie wollen einfach schnell und zuverlässig informiert werden. Diese Fokussierung auf das Wesentliche hat uns geholfen, ein Produkt zu schaffen, das Menschen wirklich nutzen und weiterempfehlen. Manchmal ist weniger wirklich mehr.

Foto CEO Benny Kuhns @ privat

Wir bedanken uns bei Benny Kuhns für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Wie sieht moderne Nahrungsergänzung heute wirklich aus?

0
FeelGoodBears: Nahrungsergänzungsmittel mit Fruchtbasis Kerstin Burgen die Gründerin mit Produkten @ Matthias Rüby für FeelGood Products GmbH

FeelGoodBears entwickelt fruchtbasierte Nahrungsergänzungsmittel, die Gesundheit und Genuss alltagstauglich verbinden

Wie kam es zur Gründung von FeelGoodBears und wer sind die Köpfe hinter dem Unternehmen?

Ich habe als IT-Beraterin gearbeitet und hatte einen Branchenwechsel in eine Privatklinik, in der ich später Klinikleitung wurde. Hier habe ich meine Leidenschaft für den Gesundheitsbereich entdeckt. In einer belastenden Lebensphase konnte mich eine Heilpraktikerin gezielt mit den richtigen Nährstoffen wieder auf die Beine bringen. Das war der Moment, in dem die Idee entstand. Ich bin alleinige Gründerin und entwickle die Marke gemeinsam mit einem Netzwerk aus Experten.

Was war eure persönliche Motivation, Nahrungsergänzungsmittel in Gummibärchenform zu entwickeln?

Meine Motivation war es, eine leckere und alltagstaugliche Alternative zu klassischen Tabletten oder Kapseln zu schaffen, da viele Menschen Probleme mit dem Schlucken haben. Hochwertige Nahrungsergänzung, die nicht nur wirkt, sondern auch Freude macht – und das auf natürlicher Basis. Neben klassischen Bärchen bieten wir auch funktionale Drops an. Unsere Bärchen sind nicht bunt, sondern orientieren sich an den natürlichen Farben ihrer Zutaten, optisch eher „50 shades of brown“ da die Basis Apfel ist. Bunt kann jeder.

Welche Zielgruppen sprecht ihr mit euren Produkten an und wie berücksichtigt ihr deren spezifische Bedürfnisse?

Wir sprechen gesundheitsbewusste Erwachsene, sportlich aktive Menschen und Menschen mit einem hektischen Alltag an, haben aber auch ein Produkt für Kinder. Ihre Bedürfnisse berücksichtigen wir durch gezielte Produktformulierungen, die dem Kunden einen hohen Mehrwert geben sollen.

Was unterscheidet FeelGoodBears von anderen Anbietern im Bereich Nahrungsergänzungsmittel?

Unsere Bears & Drops enthalten bis zu 96,5 % Frucht- und Gemüseanteil, sind vegan oder vegetarisch und kommen ohne künstliche Farb- und Aromastoffe aus, während andere Anbieter Industriezucker, Maltit und Stevia verwenden. Viele Menschen reagieren sensibel auf diese Ersatzstoffe. Verdauungsbeschwerden sind keine Seltenheit.

Wie stellt ihr sicher, dass eure Produkte sowohl geschmacklich überzeugen als auch gesundheitlich wirksam sind?

Wir arbeiten mit erfahrenen Herstellern und unabhängigen Laboren zusammen. Rezepturen werden sorgfältig entwickelt und geprüft, um sowohl geschmacklich als auch in ihrer Wirksamkeit zu überzeugen.

Welche Herausforderungen habt ihr beim Markteintritt erlebt und wie seid ihr damit umgegangen?

Eine große Herausforderung ist und bleibt die Sichtbarkeit im Markt. Wir investieren kontinuierlich in Kooperationen, Community-Building und den Aufbau starker Partnerschaften.

Wie integriert ihr Nachhaltigkeit und Transparenz in eure Produktentwicklung und Unternehmensphilosophie?

Nachhaltigkeit und Transparenz sind feste Bestandteile unserer Unternehmensphilosophie. Wir legen großen Wert auf die sorgfältige Auswahl unserer Inhaltsstoffe, die wir über zertifizierte Partner aus EU- und Nicht-EU-Ländern beziehen. Unsere Produkte werden in Deutschland hergestellt. Zusammensetzung und Nährstoffgehalte sind klar deklariert, sodass unsere Kunden genau wissen, was in unseren Produkten steckt. Im Bereich Verpackung setzen wir auf kontinuierliche Verbesserung und prüfen unter anderem den Einsatz von kompostierbaren Materialien, um unseren ökologischen Fußabdruck weiter zu senken.

Gibt es wissenschaftliche Studien oder Expertenmeinungen, die die Wirksamkeit eurer Produkte unterstützen?

Unsere Produkte basieren auf wissenschaftlich geprüften Inhaltsstoffen, deren Wirksamkeit durch unabhängige Studien gut dokumentiert ist. Wir wählen die Inhaltsstoffe gezielt nach ihrer belegten Wirkung und geprüften Qualität aus. Zusätzlich werden unsere Produkte durch unabhängige Labore analysiert und wir holen Expertenmeinungen aus dem Ernährungs- und Gesundheitsbereich ein, um die optimale Kombination und Dosierung sicherzustellen.

Wie plant ihr, euer Produktportfolio in Zukunft zu erweitern oder neue Märkte zu erschließen?

Aktuell entwickeln wir neue Produkte für den Sport- und Beautybereich. Wir planen, den Vertrieb im B2B-Bereich auszubauen und neue Märkte in Europa zu erschließen.

Wie geht ihr mit der Kritik um, dass Nahrungsergänzungsmittel in Gummibärchenform möglicherweise zu übermäßigem Konsum verleiten könnten?

Wir nehmen diese Kritik ernst und sind uns der Verantwortung bewusst. Daher kommunizieren wir die empfohlene Tagesdosis auf der Verpackung und in unseren Informationsmaterialien sehr klar und transparent. Zudem gestalten wir unsere Produkte so, dass sie als Nahrungsergänzungsmittel wahrgenommen und konsumiert werden, nicht als Süßigkeit.

Was sind eure langfristigen Ziele für FeelGoodBears und wie wollt ihr diese erreichen?

Unser Ziel ist es, FeelGoodBears & Friends als führende Marke für funktionelle Nahrungsergänzungsmittel auf Fruchtbasis zu etablieren. Mit kontinuierlicher Produktentwicklung und innovativen Konzepten möchten wir hochwertige Nahrungsergänzungsmittel schaffen, die sich einfach und genussvoll in den Alltag integrieren lassen.

Welche drei Ratschläge würdet ihr anderen Gründerinnen und Gründern mit auf den Weg geben?

Erarbeitet frühzeitig ein gut durchdachtes Marketing- und Vertriebskonzept. Gerade in der Startphase ist es wichtig zu wissen, wen man wie erreichen möchte und mit welchem Budget. Startet pragmatisch und testet eure Ideen im Markt. Nicht alles muss von Anfang an perfekt sein. Es ist besser, mit einer soliden Version zu starten und echtes Kundenfeedback einzuholen, statt sich in Details zu verlieren. Seid kritisch bei der Auswahl von Agenturen, insbesondere im Bereich Google Ads oder ähnlichen Dienstleistungen, hohe Kosten führen nicht automatisch zu guten Ergebnissen. Startet schlank und effizient. Für erste Kundenbewertungen bieten sich kostenlose Plattformen wie Trustpilot oder Google Reviews an – teure Siegel wie z.B. Trusted Shops sind anfangs oft nicht notwendig.

Bild: Kerstin Burgen @ Matthias Rüby für FeelGood Products GmbH

Wir bedanken uns bei Kerstin Burgen für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.


Premium Start-up: FeelGoodBears

FeelGoodBears und Friends feel good live better logo in schwarz weiss

Kontakt:

FeelGood Products GmbH
Kerstin Burgen
Kaiser-Ludwig-Straße 37
D-82031 Grünwald

https://www.feelgoodbears.de/

Ansprechpartnerin: Kerstin Burgen

Social Media:
Instagram
LinkedIn

Was hat Seetang mit Kindheit, Kultur und Unternehmertum zu tun?

0
arang koreanische küche Sung-Hee Kim präsentiert mit „Arang“ Koreanische Food Produkte. Sie erhofft sich ein Investment von 100.000 Euro für 20 Prozent der Firmenanteile. Foto: RTL / Stefan Gregorowius

Arang bringt authentische koreanische Küche auf deutsche Teller und wird am 16. Juni 2025 in der Höhle der Löwen pitchen

Wie ist Arang entstanden und welche Personen stehen dahinter?

Arang ist 2022 in vorerst nebenberuflicher Tätigkeit entstanden. Um mich herum habe ich Freelancer und Personen, die mich in einzelnen Bereichen unterstützen – aber de facto betreibe ich Arang noch komplett allein.

In welcher Branche ist Arang tätig und was zeichnet das Geschäftsmodell aus?

Ich bin in der Lebensmittelbranche tätig, mit einem klaren Fokus auf die koreanische Küche – also einer Nische, die hierzulande noch viel Potenzial hat. Unser Geschäftsmodell ist hauptsächlich B2C, wobei der eigene Online-Shop die zentrale Rolle spielt. Gerade bei erklärungsbedürftigen Produkten ist der Direktvertrieb ideal, weil man dort nicht nur verkauft, sondern auch Hintergründe vermitteln, Rezepte zeigen und visuelle Inspiration bieten kann.

Arang steht für leckere, authentische Gerichte aus der koreanischen Küche – und die brauchen Raum zur Erklärung. Im Online-Shop kann ich genau diesen Raum schaffen: mit Produktstorys, Zubereitungstipps und Rezepten, die Lust machen, Neues auszuprobieren. Als Gründerin stehe ich dabei persönlich für die Marke – mit Gesicht, Geschichte und einer großen Portion Leidenschaft.

Welche Idee oder welches Problem stand am Anfang der Gründung? Gab es eine Marktlücke oder eine besondere Inspiration?

Es war weniger ein konkretes Problem, sondern vielmehr die Frage, warum es im deutschen Suppenregal kaum gute asiatische – geschweige denn koreanische – Suppen gibt. Diese Gedanken hatte ich während meiner ersten Schwangerschaft, als ich regelmäßig Seetangsuppe für mich gekocht habe. In Korea werden Schwangere und frisch gebackene Mütter wochenlang mit dieser Suppe versorgt, da Algen besonders viel Jod enthalten – ein Mineralstoff, der in dieser Zeit für Mutter und Kind besonders wichtig ist.

Die Seetangsuppe gehört bis heute zu meinen Lieblingsgerichten. In Korea hat sie einen besonderen kulturellen Stellenwert – nicht nur im Wochenbett, sondern auch als klassische Geburtstagssuppe. Für mich war der Duft dieser Suppe zu Hause immer mit Vorfreude, Kindheitserinnerungen und einem tiefen Gefühl von Geborgenheit verbunden.

Obwohl viele skeptisch waren, ob sich eine Seetangsuppe in Deutschland verkaufen lässt, war ich überzeugt: Algen werden hier noch eine deutlich größere Rolle spielen – als nährstoffreicher Rohstoff und als Teil einer modernen, pflanzenbasierten Ernährung. Mit Arang verbinde ich diesen Ansatz mit authentischer koreanischer Küche. Gleichzeitig habe ich gesehen, dass ich Produkte entwickeln muss, die eine breitere Zielgruppe ansprechen. Unsere herzhaften Saucen für koreanisches Barbecue haben da den Nerv getroffen.

Was macht das Konzept oder die Technologie besonders? Welche innovativen Ansätze kommen zum Einsatz?

Arang steht für authentische Länderküche – speziell koreanisch. Technologisch ist das nicht „neu“ im klassischen Sinn, denn unsere Rezepte basieren auf traditionellen Zubereitungen. Aber die Produkte sind insofern innovativ, als dass ich sie konsequent an den deutschen Markt anpasse: Das betrifft die Verpackung (zum Beispiel Glas statt Plastik), hochwertige Zutaten (wie Bio-Algen, keine künstlichen Zusatzstoffe) sowie die komplette Herstellung in Deutschland.

Welche Vision verfolgt Arang? Welche Meilensteine sollen in den nächsten Jahren erreicht werden?

Meine Vision geht über das Kulinarische hinaus. Ich möchte mit Arang Menschen nicht nur für koreanisches Essen begeistern, sondern auch für die dahinterliegende Kultur. Als in Deutschland geborene Koreanerin sehe ich es als meine Aufgabe, Brücken zwischen den Kulturen zu bauen und ein tieferes Verständnis für Korea zu vermitteln. Korea wird oft auf K-Pop reduziert – und auch wenn ich K-Pop mag, steckt so viel mehr dahinter. Die Küche ist ein wunderbares Medium, um genau das sichtbar zu machen: Essen verbindet, Essen erzählt Geschichten, Essen schafft Gemeinschaft.

Darum geht es bei Arang: neue Geschmäcker entdecken, über den eigenen Tellerrand hinausblicken und offen für andere Kulturen sein. Ich möchte das Sortiment in den kommenden Jahren systematisch erweitern, sodass koreanisches Kochen zu Hause einfach und alltagstauglich wird. Langfristig soll Arang die führende Marke für koreanische Lebensmittel in Deutschland werden.

Warum fiel die Entscheidung, sich bei „Die Höhle der Löwen“ zu präsentieren? Welche Aspekte stehen dabei im Vordergrund?

„Die Höhle der Löwen“ ist für junge Food-Marken eine großartige Plattform, um sich einem breiten Publikum zu zeigen – und nicht nur Kapital, sondern idealerweise auch einen strategischen Partner zu gewinnen. Viele Gründer in diesem Bereich – mich eingeschlossen – kommen nicht aus der Lebensmittelbranche und müssen sich essenzielles Know-how selbst aneignen. Ein erfahrener Investor kann dabei echte Unterstützung leisten.

Und natürlich ist auch die Sichtbarkeit ein großer Pluspunkt. Die Show erreicht ein Millionenpublikum – eine seltene Chance, neue Kunden auf das eigene Produkt aufmerksam zu machen. Gerade bei Lebensmitteln, die man einfach mal probieren muss, ist das ein entscheidender Faktor.

Welche Form der Unterstützung wird durch die Teilnahme an der Show angestrebt? Wie soll eine mögliche Investition oder Zusammenarbeit genutzt werden?

Arang ist in den letzten Monaten stark gewachsen – mit steigender Nachfrage steigen aber auch die Anforderungen. Besonders in den Bereichen Produktion, Logistik und Markenaufbau wünsche ich mir Unterstützung durch jemanden, der Erfahrung, Netzwerk und unternehmerische Weitsicht mitbringt. Eine Investition würde ich gezielt einsetzen, um Prozesse zu professionalisieren, neue Produkte zu entwickeln und die Sichtbarkeit der Marke weiter zu stärken. Es geht nicht nur ums Geld, sondern um eine echte Partnerschaft auf Augenhöhe.

Welche nächsten Schritte sind geplant? Gibt es konkrete Pläne für Wachstum, Skalierung oder neue Entwicklungen?

In den kommenden Monaten möchte ich gezielt Kooperationen mit passenden Partnern aufbauen, die Sichtbarkeit der Marke weiter erhöhen und Arang als führende Anlaufstelle für koreanische Küche in Deutschland etablieren. Dazu gehört der kontinuierliche Ausbau des Sortiments – mit weiteren Saucen, Beilagen und Zutaten, die alltagstauglich und dennoch authentisch sind. Parallel soll auch meine Rolle als Gründerin und Expertin für koreanische Küche stärker sichtbar werden – etwa durch mediale Formate, Kochkurse oder öffentliche Auftritte. Arang soll sich langfristig nicht nur als Produktmarke, sondern als Plattform für koreanische Esskultur und Inspiration positionieren.

Welche Erfahrungen und Erkenntnisse haben sich auf dem bisherigen Weg als besonders wertvoll erwiesen?

Geld zu verbrennen tut weh – lässt sich aber kaum vermeiden. Wichtig ist, aus Fehlern zu lernen und sie nicht zweimal zu machen. Als Gründer muss man groß denken, gleichzeitig aber auch realistisch bleiben. Das ist ein schmaler Grat. Ich habe gelernt, dass vieles länger dauert als geplant – aber mit Ausdauer, Lernbereitschaft und einem klaren inneren Kompass kommt man weiter, als man manchmal denkt.

Welche Ratschläge lassen sich aus diesen Erfahrungen ableiten, die für andere Gründer hilfreich sein könnten?

Einfach machen! Eine Idee zu haben, ist leicht – sie umzusetzen und dranzubleiben, ist die eigentliche Kunst. Nicht alles muss von Anfang an perfekt sein. Wichtig ist, ins Handeln zu kommen, sich Feedback zu holen, daraus zu lernen und immer wieder den Mut zu finden, weiterzugehen.

Arang Gründerin Sung-Hee Kim pitcht am 16.Juni 2025 in der Höhle der Löwen

Bild V.l.: Sung-Hee Kim präsentiert mit „Arang“ Koreanische Food Produkte. Sie erhofft sich ein Investment von 100.000 Euro für 20 Prozent der Firmenanteile.
Foto: RTL / Stefan Gregorowius

Wir bedanken uns bei Sung-Hee Kim für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Wie gut kennst du eigentlich dein Zuhause im Ernstfall?

0
HomeResQ Feuerwehr „HomeResQ“ eine Software für schnellere Hilfe der Feuerwehr. Er erhofft sich ein Investment von 150.000 Euro für 20 Prozent der Firmenanteile. Foto: RTL / Bernd-Michael Maurer

HomeResQ ermöglicht es Eigentümern, wichtige Gebäudedaten digital zu hinterlegen und stellt diese im Notfall Einsatzkräften sicher zur Verfügung – das Startup wird am 16. Juni 2025 in der Höhle der Löwen pitchen

Wie ist das Startup entstanden und welche Personen stehen dahinter?

Die Idee zu HomeResQ ist nicht am Schreibtisch entstanden, sondern direkt im Einsatz. Ich bin seit vielen Jahren in der Freiwilligen Feuerwehr aktiv und habe immer wieder erlebt, wie entscheidend gute Informationen im Notfall sein können und wie oft genau diese fehlen.

Wo befinden sich die Kinder?
Gibt es Haustiere?
Gibt es eine PV-Anlage oder eine Gasflasche im Keller?
Bei Sonderobjekten wie Schulen oder Pflegeheimen gibt es Rettungskarten, aber für Wohnhäuser? Da herrscht oft völlige Informationslücke.
Ich habe mich gefragt, warum es in einer so digitalisierten Welt keine Lösung dafür gibt. Warum nutzen wir die technischen Möglichkeiten nicht, um auch im privaten Bereich besser vorbereitet zu sein? Aus dieser Frage wurde eine Idee, aus der Idee ein Projekt und aus dem Projekt HomeResQ. Inzwischen arbeiten wir seit über sieben Jahren mit einem kleinen, engagierten Team an der Umsetzung. Ich bin stolz, was wir auf die Beine gestellt haben, auch wenn der Weg lang war.

In welcher Branche ist HomeResQ tätig und was zeichnet das Geschäftsmodell aus?

HomeResQ liegt irgendwo zwischen digitaler Gebäudesicherheit, Brandschutz und Bevölkerungsschutz. Wir bieten ein System an, mit dem Eigentümer wichtige Informationen über ihr Gebäude digital hinterlegen können. Im Notfall können Feuerwehrkräfte über einen geschützten Zugang darauf zugreifen – schnell, übersichtlich und sicher.
Unsere Kunden zahlen einen kleinen jährlichen Beitrag, je nach Paket. Das Besondere ist: Wir denken das Ganze von der Einsatzstelle aus. Also nicht aus technischer oder bürokratischer Sicht, sondern mit dem Blick der Feuerwehr. Wir liefern genau die Informationen, die im Einsatz bisher immer gefehlt haben. Und das in einer Form, die im Stress auch funktioniert.

Welche Idee oder welches Problem stand am Anfang der Gründung? Gab es eine Marktlücke oder eine besondere Inspiration?

Die Inspiration war sehr konkret: der Alltag in der Feuerwehr. Immer wieder stand ich vor verschlossenen Türen und wusste nicht, was mich dahinter erwartet. Schlafen dort Kinder? Gibt es Gefahrenquellen? Wie viele Personen wohnen dort überhaupt? Diese Informationen fehlen viel zu oft, obwohl sie entscheidend sein können.
Die Marktlücke war klar. Für große Objekte gab es Lösungen, für Einfamilienhäuser nicht. Also habe ich beschlossen, das zu ändern. Ein System zu entwickeln, das einfach funktioniert, aber genau im richtigen Moment hilft. Heute weiß ich, dass wir mit HomeResQ genau diesen Nerv getroffen haben.

Was macht das Konzept oder die Technologie besonders? Welche innovativen Ansätze kommen zum Einsatz?

Bei uns geht es nicht um Spielerei, sondern um praktische, sichere Technik. Am Gebäude wird ein QR-Code angebracht, der im Einsatzfall gescannt werden kann. Aber dieser Code ist nur mit einem Feuerwehrzugang nutzbar, also nicht öffentlich. Erst nach erfolgreicher Anmeldung können die hinterlegten Daten eingesehen werden, und zwar nur das, was der Eigentümer freigegeben hat.
Die Daten liegen auf Hochsicherheitsservern in Deutschland. Jeder Zugriff wird automatisch dokumentiert, und der Bewohner bekommt sofort eine E-Mail mit Zeit und Zugriffsberechtigung. Wir haben außerdem viel Wert darauf gelegt, dass die Daten klar, übersichtlich und auch im Stress gut nutzbar sind. Kein langes Suchen, keine unnötigen Infos, sondern genau das, was im Einsatz zählt.

Welche Vision verfolgt HomeResQ? Welche Meilensteine sollen in den nächsten Jahren erreicht werden?

Ich wünsche mir, dass in Zukunft jedes Gebäude eine digitale Rettungskarte hat – so selbstverständlich wie einen Rauchmelder. HomeResQ soll zu einer festen Größe in Deutschland werden, im besten Fall sogar darüber hinaus. Dafür wollen wir neue Partner gewinnen, das System noch einfacher machen und weitere Einsatzbereiche erschließen.
Es gibt schon viele Ideen, zum Beispiel eine Verbindung mit vernetzten Rauchmeldern. So könnten im Brandfall sogar Hinweise zur Ausbreitung oder zur Brandquelle gegeben werden. Auch eine noch einfachere Anbindung für Städte, Gemeinden und Feuerwehren ist geplant. Schritt für Schritt bauen wir daran, dass HomeResQ zum Standard wird.

Warum fiel die Entscheidung, sich bei „Die Höhle der Löwen“ zu präsentieren? Welche Aspekte stehen dabei im Vordergrund?

Ich bin eigentlich kein Mensch für große Bühnen. Ich komme aus der Praxis und arbeite lieber im Hintergrund. Aber irgendwann wurde mir klar: Wenn wir wirklich viele Menschen erreichen wollen, dann ist „Die Höhle der Löwen“ eine Riesenchance.
Mir geht es dabei nicht um den schnellen Profit. Ich will, dass mehr Menschen von der Idee erfahren, dass wir Leben retten können, wenn wir vorbereitet sind. Ich hoffe, dass die Löwen das erkennen und bereit sind, diese Vision mitzutragen. Denn im Mittelpunkt steht für mich ganz klar das Helfen, nicht das Geldverdienen.

Welche Form der Unterstützung wird durch die Teilnahme an der Show angestrebt? Wie soll eine mögliche Investition oder Zusammenarbeit genutzt werden?

Ein möglicher Deal würde uns natürlich helfen, schneller zu wachsen. Zum Beispiel durch mehr Sichtbarkeit, durch neue Vertriebswege oder durch technische Weiterentwicklungen.
Aber was mir fast noch wichtiger ist: der Austausch mit den Löwen. Ihre Erfahrung, ihre Netzwerke und ihre Impulse können uns helfen, HomeResQ auf das nächste Level zu bringen. Ich wünsche mir keine Investoren im Hintergrund, sondern Partner, die wirklich mit anpacken wollen und an die Idee glauben.

Welche nächsten Schritte sind nach der Show geplant? Gibt es konkrete Pläne für Wachstum, Skalierung oder neue Entwicklungen?

Wir haben viele Pläne, unabhängig davon, wie es bei der Show ausgeht. Wir wollen die Zusammenarbeit mit Feuerwehren, Kommunen und Organisationen wie der Björn Steiger Stiftung weiter ausbauen. Außerdem arbeiten wir daran, das System für weitere Zielgruppen zu öffnen, etwa für Ferienwohnungen, Gewerbeeinheiten oder Einrichtungen mit besonderen Risiken.
Auch technisch wollen wir weiterentwickeln. Neue Features, bessere Nutzerführung und mehr Möglichkeiten für individuelle Anpassungen sind in Planung. Unser Ziel bleibt aber immer dasselbe: Wir wollen helfen, nicht verkaufen um jeden Preis.

Welche Erfahrungen und Erkenntnisse haben sich auf dem bisherigen Weg als besonders wertvoll erwiesen?

Ich habe gelernt, dass es Geduld braucht und den Mut, dranzubleiben, auch wenn es schwierig wird. Viele gute Ideen kamen nicht von uns, sondern aus Gesprächen mit Feuerwehrleuten, Gemeinden oder Nutzern. Wer zuhört, entwickelt besser.
Eine große Herausforderung war es, Hausbesitzer davon zu überzeugen, für etwas zu zahlen, das sie im besten Fall nie brauchen. Aber genau das ist unser Anspruch: eine Versicherung für den Einsatzfall. Und wer einmal verstanden hat, wie viel Zeit und Leben so gerettet werden können, sieht den Wert ganz klar.

Welche Ratschläge lassen sich aus diesen Erfahrungen ableiten, die für andere Gründer hilfreich sein könnten?

Mein wichtigster Rat: Bleib dir selbst treu. Mach nichts, nur weil es sich gut verkaufen lässt. Arbeite an einer Idee, die dich wirklich bewegt. Rede mit echten Menschen, nicht nur mit Zahlen. Und nimm Feedback ernst, auch wenn es unangenehm ist.
Jeder Rückschlag ist eine Chance, besser zu werden. Unser Weg war nie gerade, aber immer ehrlich. Und genau das, glaube ich, macht den Unterschied. Wer für das brennt, was er tut, wird auch andere dafür begeistern können.

Wenn du möchtest, kann ich den Text auch direkt als formatierte Datei oder in ein CMS-freundliches Format umwandeln. Sag einfach Bescheid!

Die HomeResQ Gründer Leonard Mergel pitcht am 16.Juni 2025 in der Höhle der Löwen

Bild V.l.:„HomeResQ“ eine Software für schnellere Hilfe der Feuerwehr. Er erhofft sich ein Investment von 150.000 Euro für 20 Prozent der Firmenanteile.
Foto: RTL / Bernd-Michael Maurer

Wir bedanken uns bei  Elisha Benner und Andreas Häring für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Kann ein Spiel das Herz für Zahlen öffnen?

0
Tuktoro lernspielzeug interaktiv Andreas Häring (Foto) und Elisha Benner präsentieren den Interaktiven Lernbegleiter „TukToro“. Sie erhoffen sich ein Investment von 400.000 Euro für 8 Prozent der Firmenanteile. Foto: RTL / Bernd-Michael Maurer

TukToro entwickelt interaktives Lernspielzeug für Kinder im Vorschulalter und wird am 16. Juni 2025 in der Höhle der Löwen pitchen

Wie entstand die Idee zu TukToro, und welche Personen stehen hinter der Gründung des Unternehmens?

Elisha Benner: Als ich noch klein war, spielte meine Mutter häufig mit uns Würfelspiele, sie ist Lernpsychologin und das war der effektivste Weg, Kindern mit Rechenschwäche (Dyskalkulie) das abstrakte Konzept der Mathematik verständlich zu machen. Lernspielzeug war dabei besonders hilfreich. Warum? Es war interaktiv, es war greifbar, aber vor allem hatte es sehr viel Spaß gemacht und das motivierte mich enorm.

Und dann vor ungefähr zwei Jahren verging meinem Neffen die Lust daran, langweilige Arbeitsblätter zu lösen und so kam mir die Idee für ein interaktives Würfelspiel, mit dem Kinder von vier bis acht Jahren Mathematik lernen.

Ganz spielerisch, haptisch und doch mit System. Wir nennen es: „TukToro“.

Welche Vision verfolgt TukToro, und welche Schritte unternehmen Sie, um diese zu verwirklichen?

Wir haben die Vision, dass Kinder mehr Spaß an der Welt der Zahlen entwickeln und sie sich später in der Schule weniger schwer tun, denn noch immer gehört Mathe zu den am wenigsten beliebten Fächern. Würden Kinder schon ganz am Anfang spielerischer und kindgerechter an das ganze Thema herangeführt, gäbe es weniger Frust und Unlust. Wir hoffen, dass wir mit TukToro einen Impact haben und es schaffen, mehr Freude bei Kindern für Mengen und Zahlen zu wecken.

Wer zählt zur Hauptzielgruppe von TukToro, und wie stellen Sie sicher, dass deren spezifische Bedürfnisse erfüllt werden?

Unser Lernspielzeug richtet sich aktuell an Kinder im Vorschulalter und perspektivisch an Schulkinder in der 1. und 2. Klasse, also an Kinder zwischen vier und acht Jahren. Genau dafür haben wir die Spiele entwickelt, gemeinsam mit erfahrenen Lernpädagogen. Zudem haben wir viele Tests mit Kindern dieser Altersgruppe durchgeführt, die uns immer wieder gezeigt haben, was gut funktioniert und was wir besser machen können. 

Warum fiel die Entscheidung, sich bei „Die Höhle der Löwen“ zu präsentieren? Welche Aspekte stehen dabei im Vordergrund?

Die Höhle der Löwen ist ein bekanntes und sehr aufmerksamkeitsstarkes Format. Gerade für Gründer ist es eine große Chance, sowohl öffentlich wahrgenommen zu werden, als auch erfahrene und tolle Investoren mit an Bord zu holen.

Welche Form der Unterstützung wird durch die Teilnahme an der Show angestrebt? Wie soll eine mögliche Investition oder Zusammenarbeit genutzt werden?

Generell wünscht sich jedes Start-up eine Beteiligung durch einen der Löwen. Dadurch kommt auf einen Schlag nicht nur Kapital, sondern auch ganz viel Expertise und Wissen in das Unternehmen. Wir konnten die tonies-Gründer Patric Faßbender und Marcus Stahl für uns gewinnen und mit ihnen unsere Serienproduktion auf ein anderes Level heben.

Welche nächsten Schritte sind nach der Show geplant? Gibt es konkrete Pläne für Wachstum, Skalierung oder neue Entwicklungen?

Wie auch schon während des ganzen letzten Jahres, setzen wir auf Skalierung und Perfektionierung. Wir wollen so schnell wie möglich wachsen und mit unserem Produkt Bildung spielerisch, haptisch und personalisiert machen.

Welche Erfahrungen und Erkenntnisse haben sich auf dem bisherigen Weg als besonders wertvoll erwiesen?

Für jedes Startup ist es wichtig, sich früh ein gutes Netzwerk aufzubauen. Besonders der Austausch mit ExpertenInnen hilft, schneller zu lernen und strategisch klüger zu handeln. Genauso wichtig ist es aber, dem eigenen Purpose treu zu bleiben, und trotzdem als Unternehmen flexibel auf Hürden und neue Erkenntnisse zu reagieren.

Welche Ratschläge lassen sich aus diesen Erfahrungen ableiten, die für andere Gründerinnen und Gründer hilfreich sein könnten?

Uns haben die tonies-Gründer als Mentoren sehr geholfen. Mit ihrem großen Erfahrungsschatz waren und sind sie für uns enorm wertvoll. Somit raten wir jedem Startup, Rat bei bereits erfolgreichen Gründern zu suchen.

Die TukToro Gründer Elisha Benner und Andreas Häring  pitchen am 16.Juni 2025 in der Höhle der Löwen

Bild V.l.:Andreas Häring (Foto) und Elisha Benner präsentieren den Interaktiven Lernbegleiter „TukToro“. Sie erhoffen sich ein Investment von 400.000 Euro für 8 Prozent der Firmenanteile. Foto: RTL / Bernd-Michael Maurer

Wir bedanken uns bei  Elisha Benner und Andreas Häring für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Was passiert, wenn Intimität endlich natürlich wird?

0
kokomoon gleitgel intimpflege Nathalie Sorondo-Gooden und Stefan Arens präsentieren mit „Kokomoon“ eine essbare Gleitcreme und Intimpflege zugleich. Sie erhoffen sich ein Investment von 100.000 Euro für 20 Prozent der Firmenanteile. Foto: RTL / Bernd-Michael Maurer

KOKOMOON entwickelt natürliche Intimpflegeprodukte und wird am 16. Juni 2025 in der Höhle der Löwen pitchen

Wie ist KOKOMOON entstanden und welche Personen stehen dahinter?

KOKOMOON wurde von Stefan Arens und Nathalie Sorondo entwickelt. Sie waren auf der Suche nach einem hochwertigen, natürlichen Gleitgel mit Pflegewirkung – ohne künstliche Zusatzstoffe, ohne Parabene oder irritierende Chemie. Sex tat oft weh – handelsübliche Gleitgele waren zu kalt. Die Produktauswahl im Handel wird ohne Nachfrage nach den Bedürfnissen der Zielgruppe angeboten. Was als persönliche Idee begann, wurde mit der Unterstützung von Dr. Birgit Steiner weiterentwickelt und zur Marke geformt.

In welcher Branche ist KOKOMOON tätig und was zeichnet das Geschäftsmodell aus?

KOKOMOON gehört zur Intimpflege- und Wellnessbranche mit Fokus auf natürliches Wohlbefinden und moderne, ästhetische Markenkommunikation. Das Geschäftsmodell basiert auf Direktvertrieb über einen eigenen Onlineshop, hoher Wiederkaufsrate durch Produktwirkung und einer klaren Markenpositionierung: Sinnlichkeit trifft auf Qualität – ohne Schamgefühl.

Welche Idee oder welches Problem stand am Anfang der Gründung?

Die Idee entstand aus dem Wunsch, ein Gleitgel zu entwickeln, das nicht nur „funktioniert“, sondern gleichzeitig pflegt und angenehm duftet. Viele herkömmliche Produkte riechen medizinisch oder enthalten Stoffe, die die Intimflora stören. „Diese kalten unpersönlichen Gleitgels wollten wir nicht mehr. KOKOMOON schließt diese Lücke – es fühlt sich gut an, riecht natürlich und ist absolut verträglich.“

Was macht das Konzept oder die Technologie besonders? Welche innovativen Ansätze kommen zum Einsatz?

Die Rezeptur basiert auf kaltgepresstem, nativem Kokosöl, veganes Vitamin E und Kamillenextrakt, das bei Körperkontakt schmilzt und eine seidige Textur auf der Haut hinterlässt. Keine Zusatzstoffe. Nur ein reines, natürliches Produkt, das wie ein sinnliches Pflegeöl funktioniert – und gleichzeitig als Gleitmittel wirkt. Die Verpackung ist elegant, hochwertig und bricht mit dem medizinischen Look klassischer Gleitgele. Man muss es nicht verstecken wie andere Gleitgele.

Welche Vision verfolgt KOKOMOON? Welche Meilensteine sollen in den nächsten Jahren erreicht werden?

Ziel ist es, das natürlichste und exklusivste Gleitgel Europas zu werden. Geplant ist der Markteintritt mit limitiertem Lagerbestand, gefolgt vom Aufbau eines Onlinevertriebs, Kooperationen mit Concept Stores und schließlich die Erweiterung der Produktlinie um Pflegeprodukte im Intimbereich.

Warum fiel die Entscheidung, sich bei „Die Höhle der Löwen“ zu präsentieren? Welche Aspekte stehen dabei im Vordergrund?

Die Höhle der Löwen bietet eine Plattform, um ein Thema in den Fokus zu rücken, das viele betrifft – aber selten offen angesprochen wird: Gleitgel als Lifestyle-Produkt. Kein Tabu, sondern Teil eines bewussten, gepflegten Lebensgefühls. Es geht um Sichtbarkeit, Glaubwürdigkeit und den Zugang zu einem starken Partnernetzwerk.

Welche Form der Unterstützung wird durch die Teilnahme an der Show angestrebt? Wie soll eine mögliche Investition oder Zusammenarbeit genutzt werden?

KOKOMOON wurde über die letzten Jahre hinweg getestet – und besonders bei Frauen in der Menopause zeigt sich: Es lindert spürbar Trockenheit, schenkt Wohlgefühl und unterstützt das intime Selbstwertgefühl. Die Nachfrage ist enorm, denn viele herkömmliche Produkte greifen die Intimflora an oder wirken klinisch und kalt.
Gesucht wird eine Investorin oder ein Investor, der erkennt, dass Frauen ab 45 eine starke Zielgruppe mit klaren Bedürfnissen sind – und dass Intimpflege kein Tabuthema mehr ist, sondern ein Markt mit Zukunft. Idealerweise bringt der Partner Erfahrung im Lifestyle-, Kosmetik- oder Drogeriebereich mit sowie Zugang zu Handelsketten und PR-Kanälen.
Die Investition fließt gezielt in:

  • Skalierung von Produktion & Lager
  • Optimierung des Online-Shops und Kauferlebnis
  • Strategisches Branding & Launch mit starken Stimmen aus der Zielgruppe

Welche nächsten Schritte sind nach der Show geplant?

Rollout im deutschsprachigen Raum
Erweiterung des Produktsortiments (z. B. Minigrößen, Reise-Edition)
Etablierung als natürliche Marke im Intimbereich
Ausbau der Community über Social Media und Events

Welche Erfahrungen und Erkenntnisse haben sich auf dem bisherigen Weg als besonders wertvoll erwiesen?

Ein hochwertiges Produkt setzt sich durch – aber es braucht emotionale Verpackung
Die Nachfrage nach ehrlichen, natürlichen Intimprodukten ist riesig – wenn man sie richtig anspricht
Der erste Eindruck entscheidet – Design, Story und Authentizität sind erfolgsentscheidend

Die Gründer Stefan Arens und Nathalie Sorondo-Gooden pitchen am 16.Juni 2025 in der Höhle der Löwen

Bild V.l.:Nathalie Sorondo-Gooden und Stefan Arens präsentieren mit „Kokomoon“ eine essbare Gleitcreme und Intimpflege zugleich. Sie erhoffen sich ein Investment von 100.000 Euro für 20 Prozent der Firmenanteile. Foto: RTL / Bernd-Michael Maurer

Wir bedanken uns bei Stefan Arens und Nathalie Sorondo-Gooden für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Gründen statt Bewerben: Wie die Generation Z Unternehmertum neu denkt

0
Generation Z Gründen Selbstständigkeit autorin mona wiezoreck vor ihrem macbook sitzend @markus openart photography

Die Generation Z tritt mit anderen Werten, anderen Erwartungen und einem anderen Mindset in die Arbeitswelt ein.

Anstatt sich durch frustrierende Bewerbungsprozesse zu kämpfen, wählt ein wachsender Teil den direkten Weg: gründen statt bewerben. Doch wie stark ist dieser Trend wirklich? Und was unterscheidet die Gen Z von früheren Gründer:innengenerationen?

Zwischen Medienhype und Realität

Social Media ist voll mit jungen Gründer:innen – aber spiegelt das auch die Realität wider? Nein. Das weltweite Durchschnittsalter von Gründer:innen liegt laut Studien bei rund 50 Jahren. Erfolgsgeschichten à la Zuckerberg und Jobs sind beeindruckend, aber statistische Ausreißer. Fakt ist: Die Mehrheit der Gründer:innen ist deutlich älter als die Generation Z.

Auch in Deutschland fehlen belastbare Zahlen zur Gründungsaktivität von unter 25-Jährigen. Viele Studien erfassen nur Millennials oder aggregieren Altersgruppen. Was bleibt, ist ein deutlich spürbarer Wertewandel – und ein wachsendes Interesse an Selbstständigkeit als Berufseinstieg.

Warum die Generation Z trotzdem gründet

Die Gen Z sucht nicht nach Hierarchien oder Firmenwagen – sondern nach Sinn, Selbstverwirklichung und Unabhängigkeit. Viele möchten mitgestalten statt funktionieren, sich selbst verwirklichen statt verwalten. Digitale Tools senken die Einstiegshürden, und Social Media bietet kostenlose Sichtbarkeit. Für viele ist Gründen daher eine logische – und machbare – Option.

Typisch Gen Z: Gegründet wird oft im Team, mit Impact-Fokus und hoher Technologieaffinität. Ob Onlineshop, Beratungsangebot oder Bildungsplattform – die Geschäftsmodelle sind schlank, agil und purpose-getrieben.

5 Gründe, warum junge Gründungen trotzdem scheitern

Trotz aller Energie scheitern viele Gen-Z-Gründungen an denselben Faktoren:

  1. Unklare Zielgruppe: Viele starten mit einer Idee – aber ohne Marktverständnis.
  2. Perfektionismus: Statt ins Tun zu kommen, wird monatelang an Logo und Website gefeilt.
  3. Unsicherheit beim Preis: Die Angst, Geld zu verlangen, lässt viele Projekte unrentabel starten.
  4. Keine Beratung: Statt sich Hilfe zu holen, wird alles „selbst gegoogelt“.
  5. Zu früh aufgegeben: Wenn der erste Launch floppt, fehlt oft der lange Atem.

Mein Tipp: Gerade für junge Gründer:innen ist ein strukturiertes Coaching Gold wert. Mit geförderten AVGS-Coachings oder Gründungszuschüssen lässt sich der Einstieg professionell gestalten – ohne finanzielles Risiko.

Wer heute schon vorangeht

Dass Unternehmertum für die Generation Z nicht nur Vision, sondern gelebte Realität ist, zeigen junge Menschen wie Yaël Meier aus der Schweiz. Sie gründete mit gerade einmal 20 Jahren die Beratungsagentur ZEAM, die Unternehmen dabei hilft, die Gen Z besser zu verstehen – in Kommunikation, Marketing und HR. Ihre Arbeit zeigt: Die Generation Z will mitgestalten, nicht nur konsumieren.

Ähnlich zielstrebig ist Dana Rosa aus Deutschland unterwegs. Als Social-Media-Entrepreneurin nutzt sie ihre Reichweite, um über mentale Gesundheit, Arbeitswelt und Selbstständigkeit zu sprechen. Ihre Message ist klar: Selbstbestimmung, finanzielle Unabhängigkeit und Sichtbarkeit sind kein Luxus – sondern notwendig für echte Teilhabe.

Auch männliche Vorbilder gibt es. Kai, Mitgründer von „gemeinsam jung“, entwickelte ein Geschäftsmodell, das Alltagshilfen für Senior:innen organisiert – von der Einkaufshilfe bis zur digitalen Unterstützung. Dabei bringt er Generationen zusammen – und beweist, dass soziale Innovation nicht vom Alter abhängt.

Ein weiteres Beispiel ist Christoffer aus Deutschland, der als Gen-Z-Unternehmer über seine Gründungserfahrungen spricht – ehrlich, reflektiert und nahbar. Er macht deutlich, mit welchen Herausforderungen junge Gründer konfrontiert sind – und warum eine klare Struktur genauso wichtig ist wie Mut.

Fazit: Die Gen Z gründet anders – aber nicht weniger ernsthaft

Die mediale Präsenz junger Gründer:innen täuscht: Sie sind in der Minderheit. Und doch: Wer gründet, tut es mit bemerkenswerter Ernsthaftigkeit. Die Generation Z bringt ein neues Verständnis von Arbeit, Verantwortung und Erfolg mit – und das verändert die Gründungskultur spürbar.

Was sie dafür braucht? Weniger Druck, mehr Struktur. Weniger Erwartungen, mehr Unterstützung. Und die Erlaubnis, auf ihre Weise erfolgreich zu sein.

Foto: Openart Photography – Markus Albrecht

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Diese KI sieht, was niemand erkennt – und verändert die Industrie

0
etalytics etaONE KI Etaytics Gründer_Björn König (CTO) Dr. Niklas Panten (CEO) Dr. Thomas Weber (CSO) (c) etalytics GmbH

etalytics nutzt künstliche Intelligenz, um komplexe Energiesysteme in der Industrie intelligent zu steuern und bislang ungenutzte Effizienzpotenziale sichtbar und nutzbar zu machen

Wie verändert etalytics mit KI die bisherige Denkweise in Industrieunternehmen?

Viele Unternehmen betreiben ihr Energiemanagement noch immer reaktiv – mit starren Regeln und hohem manuellem Aufwand für Analyse, Optimierung und Reporting. Gleichzeitig ist ihnen oft gar nicht bewusst, wie ineffizient ihre zunehmend komplexen Energiesysteme arbeiten. Denn hunderte Anlagen, tausende Datenpunkte und äußere Einflüsse wie Wetter, interne Lasten oder volatile Energiemärkte wirken aufeinander ein – das macht es selbst erfahrenen Ingenieur:innen nahezu unmöglich, dauerhaft ein Optimum zu identifizieren und zu halten.

Man kann sich das vorstellen wie ein Orchester ohne Dirigenten: Jedes Instrument – oder im Fall von Energiesystemen: jede Pumpe, jeder Ventilator, jede Kältemaschine u.s.w. – spielt für sich, aber nicht unbedingt im Takt. Ohne zentrale Koordination fehlt die Harmonie, die es braucht, um Effizienz und Leistung auf den Punkt zu bringen.

Unsere KI-basierte Lösung etaONE bringt hier einen Paradigmenwechsel: Wie ein digitaler Dirigent – oder ein Copilot für das Energiemanagement – analysiert und optimiert sie Energieverbundsysteme vorausschauend, datengestützt und ganzheitlich. Sie liest die „Stimmung im Raum“ in Echtzeit, stimmt die Komponenten dynamisch aufeinander ab und antizipiert die nächsten Betriebszustände, bevor überhaupt ein Problem entsteht.

Was war Ihre Motivation, sich ausgerechnet dem Thema intelligentes Energiemanagement zu widmen?

Wenn man auf den Endenergieverbrauch in Deutschland blickt, fällt auf: Industrie sowie Gewerbe, Handel und Dienstleistungen machen zusammen fast die Hälfte des gesamten Verbrauchs aus. Gerade in Querschnittstechnologien wie Kälte, Wärme, Lüftung oder Druckluft sowie in der Gebäude- und Prozessklimatisierung liegen enorme ungenutzte Effizienzpotenziale.

In unserer Forschung an der TU Darmstadt, insbesondere beim Aufbau der ETA-Fabrik als Realdemonstrator, haben wir das sehr konkret erlebt: Selbst moderne Energieverbundsysteme wurden noch erstaunlich ineffizient betrieben – schlicht, weil niemand das Gesamtsystem ganzheitlich im Blick hatte. Es wurde sichtbar, wie viel Energie tagtäglich verloren geht, obwohl die technischen Voraussetzungen zur Optimierung längst vorhanden wären.

Die zentrale Erkenntnis aus unserer Forschung: Wer Energieflüsse versteht und systemisch steuert, kann nicht nur CO₂ und Kosten sparen, sondern auch die Resilienz und Qualität industrieller Prozesse steigern. Doch genau hier liegt das Problem: Die Komplexität solcher Systeme überfordert oft selbst erfahrene Ingenieur:innen – erst recht angesichts knapper Zeitressourcen in den Unternehmen.

Deshalb haben wir früh begonnen, KI-basierte Systeme in reale Energiesysteme zu integrieren: Unsere KI erstellt digitale Zwillinge der Anlagen, überwacht den Betrieb rund um die Uhr, erkennt Anomalien frühzeitig und optimiert das System vorausschauend – je nach Zielgröße, sei es Kosten, Stabilität oder Nachhaltigkeit.

So wird aus Forschung mit Anspruch echte Wirkung in der Praxis: Ein intelligentes Energiemanagement, das nicht nur reagiert, sondern gestaltet.

Welche konkreten Vorteile bietet Ihre Lösung z. B. für Rechenzentren oder die chemische Industrie?

Ob Rechenzentren, Automobilindustrie oder die Chemie- und Pharmabranche – sie alle betreiben hochkomplexe und kritische Energiesysteme. Die zentrale Herausforderung besteht darin, diese Systeme unter wachsenden Anforderungen durch ESG-Richtlinien, steigende Energiepreise und neue regulatorische Vorgaben effizient und stabil zu betreiben. Genau hier setzt unsere Lösung etaONE an. Sie fungiert als KI-basierter Copilot, der operative Teams bei der Analyse, Überwachung und Optimierung ihrer Energiesysteme unterstützt – mit einem spürbaren Effekt auf Energieverbrauch, Betriebskosten, Prozessstabilität und Nachhaltigkeit.

Ein Blick auf reale Betriebsdaten zeigt, dass der Energieverbrauch unmittelbar nach Aktivierung der KI-Regelung messbar sinkt. Je nach Ausgangslage und Systemarchitektur liegen die Einsparungen im Schnitt bei 20 bis 40 Prozent, bei Lüftungsanlagen konnten wir in einigen Fällen sogar Reduktionen von bis zu 70 Prozent erzielen. Dieser Effekt entsteht, weil etaONE die bestehenden Anlagen effizienter auslastet – etwa durch die verbesserte Nutzung der Freikühlung, adaptive Temperatursollwerte oder die Reduktion von Laufzeiten energieintensiver Komponenten wie Kompressionskältemaschinen. Gleichzeitig sinkt dadurch der Anlagenverschleiß, was die Betriebssicherheit langfristig erhöht. Durch die Anbindung an dynamische Energiemärkte lassen sich darüber hinaus Speicherpotenziale aktiv nutzen und der Betrieb auf Phasen günstiger Energiepreise ausrichten, was zu weiteren Einsparungen bei den Energiekosten führt.

Neben der reinen Energieeinsparung sorgt etaONE für deutlich stabilere Prozesse und schafft Transparenz.

Das ist insbesondere für Betreiber von Rechenzentren von zentraler Bedeutung, da die Einhaltung enger Temperaturbänder ein entscheidender SLA-Faktor ist. In Kombination mit digitalen Zwillingen vergleicht etaONE kontinuierlich das erwartete mit dem tatsächlichen Verhalten einzelner Anlagenkomponenten. Abweichungen – beispielsweise durch verschmutzte Wärmetauscher oder ineffiziente Aggregate – werden frühzeitig erkannt, wodurch sich Probleme beheben lassen, bevor sie Auswirkungen auf den Betrieb haben. Das reduziert Fehlalarme, manuelle Eingriffe und ungeplante Stillstände deutlich.

Gleichzeitig liefert etaONE automatisch alle relevanten Betriebs- und Verbrauchsdaten für interne und externe Berichtspflichten – beispielsweise für die Umsetzung von EnEfG-Vorgaben oder Nachhaltigkeits-Reporting im Rahmen der CSRD. Und weil etaONE auf bestehenden Infrastrukturen aufsetzt, amortisiert sich die Einführung in der Regel innerhalb kurzer Zeit – ganz ohne Neuinvestitionen. So werden komplexe Energiesysteme nicht nur effizienter, sondern auch intelligenter, robuster und langfristig zukunftssicher.

Inwiefern trägt etalytics zur Energiewende in Deutschland bei?

Viele sprechen bei der Energiewende von neuen Technologien oder zusätzlichen Investitionen in Infrastruktur. Wir bei etalytics setzen stattdessen dort an, wo heute schon enorme Potenziale ungenutzt bleiben: bei bestehenden technischen Anlagen. Unser System nutzt vorhandene Energiedaten, um Effizienzpotenziale sichtbar zu machen, den Energieeinsatz zu optimieren und CO₂-Emissionen deutlich zu senken – und das ganz ohne neue Hardware. Wir steigern die Intelligenz des Systems, nicht die Komplexität.

Besonders aktiv sind wir in energieintensiven Branchen wie der Chemie- und Pharmaindustrie, im Automotive-Bereich und vor allem in Rechenzentren. Genau dort ist der Energiebedarf für Wärme, Kälte, Lüftung und Klimatisierung besonders hoch – und wächst rasant. Gerade der Rechenzentrumssektor erlebt weltweit ein exponentielles Wachstum, getrieben durch Digitalisierung, Cloud und KI. Ohne gezielte Effizienzmaßnahmen wird dieser Bereich in den kommenden Jahren zu einem der größten Treiber des globalen Strombedarfs – mit massiven Auswirkungen auf Emissionen und Infrastrukturbedarf.

Wenn man genau dort ansetzt – wie wir es tun – und die identifizierten Einsparpotenziale systematisch hebt, entsteht ein gewaltiger Hebel: Durch die intelligente Steuerung von Energiesystemen können Energieverbräuche um bis zu 50 Prozent reduziert werden. Wird dieses Modell global skaliert, lassen sich ganze Kraftwerkskapazitäten vermeiden und Milliarden Euro an Energiekosten einsparen. Diese Mittel können stattdessen in Innovation, Bildung oder soziale Projekte investiert werden – für echten gesellschaftlichen Impact.

Was unterscheidet etalytics von anderen Anbietern im Bereich Energiemanagement?

Während viele Anbieter im Bereich Energiemanagement auf klassische Energie-Monitoring-Tools oder rein regelbasierte Optimierung setzen, geht etalytics deutlich weiter: Wir kombinieren tiefgreifende Energieexpertise mit KI-basierter Systemoptimierung – und das in Echtzeit, prädiktiv und vollständig automatisiert. Unser Ansatz beginnt nicht bei der Visualisierung, sondern bei der intelligenten Steuerung komplexer Energieverbundsysteme – mit dem Ziel, konkrete betriebliche Einsparungen, CO₂-Reduktion und Prozessstabilität gleichzeitig zu realisieren.

Was uns besonders auszeichnet, ist der Einsatz digitaler Zwillinge: etaONE bildet das physikalische Verhalten von Anlagen realitätsnah ab und erkennt so selbst kleinste Abweichungen im Betrieb. Dadurch wird nicht nur effizient gesteuert, sondern auch frühzeitig auf Fehler oder Degradationen reagiert – bevor sie sich negativ auf Energieverbrauch oder Betriebssicherheit auswirken.

Hinzu kommt unser Fokus auf energieintensive Infrastrukturen mit besonders hoher Hebelwirkung – wie Rechenzentren, die Chemieindustrie oder der industrielle Maschinen- und Anlagenbau. In diesen Branchen sind Energieflüsse hochdynamisch, vernetzt und oft über viele Systeme verteilt. Genau hier spielt unsere Lösung ihre Stärke aus: Sie orchestriert Anlagenkomponenten intelligent, nutzt Flexibilitätspotenziale, integriert externe Einflüsse wie Wetter oder Strompreise – und liefert gleichzeitig die für regulatorische Anforderungen nötige Datenbasis auf Knopfdruck.

Im Unterschied zu vielen Softwarelösungen, die entweder generisch oder rein auf Monitoring ausgerichtet sind, verstehen wir uns als technologisch tief integrierter Optimierungspartner. Unsere KI ist nicht nur ein Analyse-Tool, sondern ein aktiver Teil der Betriebsführung – eingebettet in den Regelkreis und mit direkter Wirkung auf den Energieverbrauch. Und genau das macht den Unterschied: Wir erzeugen nicht nur Transparenz, wir setzen sie auch in nachhaltige, automatisierte Wirkung um.

Wie sehen Sie die aktuelle Energiesituation in Deutschland – und welchen Beitrag kann KI in diesem Kontext leisten?

Die Energiesituation in Deutschland steht unter enormem Druck. Auf der einen Seite befinden wir uns mitten im Umbau hin zu einem klimaneutralen Energiesystem, auf der anderen Seite steigen Anforderungen an Versorgungssicherheit, Wirtschaftlichkeit und regulatorische Transparenz. Volatile Energiemärkte, geopolitische Spannungen und der massive Ausstieg aus fossilen Energieträgern sorgen für Unsicherheit und hohe Kosten – gerade für Industrie und Mittelstand. Gleichzeitig wird immer deutlicher: Die Energiewende kann nicht allein durch neue Technologien, Netzausbau oder Erzeugungskapazitäten gelingen. Wir müssen auch die Effizienz und Intelligenz im Verbrauch drastisch steigern.

Genau hier kann künstliche Intelligenz eine Schlüsselrolle spielen. Denn KI hat die Fähigkeit, Komplexität nicht nur zu erfassen, sondern aktiv zu steuern – und zwar in Echtzeit, vorausschauend und systemübergreifend. Sie erkennt Muster in riesigen Datenmengen, reagiert schneller als menschliche Bediener:innen, optimiert den Energieeinsatz unter Berücksichtigung externer Einflussfaktoren wie Wetter oder Strompreise und unterstützt Unternehmen dabei, Einsparpotenziale zu heben, bevor überhaupt Investitionen nötig werden.

Das Besondere: Der Einsatz von KI ist kein langwieriges Infrastrukturprojekt, sondern ein schnell wirksamer Hebel – vor allem in energieintensiven Bereichen wie Rechenzentren, Industrieanlagen oder großen Gebäudekomplexen. Wenn wir hier ansetzen, wie wir es bei etalytics tun, dann schaffen wir sofort Entlastung: bei CO₂-Zielen, bei Energiekosten und bei der Auslastung bestehender Netze und Erzeugungskapazitäten.

Kurz gesagt: Die Energiewende braucht nicht nur neue Quellen, sondern auch neue Intelligenz. KI ist das Betriebssystem für das Energiesystem von morgen – effizient, resilient und skalierbar.

Wen möchten Sie mit Ihrer Lösung gezielt ansprechen – und wie holen Sie Ihre Kunden da ab, wo sie gerade stehen?

Wir richten uns gezielt an Unternehmen mit energieintensiven Infrastrukturen und hohen Ansprüchen an Effizienz, Nachhaltigkeit und Versorgungssicherheit – insbesondere in Branchen wie Rechenzentren, Chemie, Pharma, Automotive oder industrieller Gebäudebetrieb. Unsere typischen Ansprechpartner sind Energiemanager:innen, technische Leiter:innen, Nachhaltigkeitsverantwortliche oder auch Betriebsingenieur:innen, die vor der Herausforderung stehen, komplexe Energiesysteme wirtschaftlich und regelkonform zu betreiben – bei gleichzeitig steigendem Kostendruck und zunehmender Komplexität.

Wichtig ist uns dabei: Wir holen unsere Kunden genau dort ab, wo sie aktuell stehen. Manche verfügen bereits über umfangreiche Daten und ein gutes Monitoring, andere starten noch bei der manuellen Auswertung von Excel-Tabellen oder Energiereports. Wir setzen deshalb auf einen skalierbaren Ansatz: Zunächst schaffen wir Transparenz über bestehende Verbräuche und Anlagenverhalten. Darauf aufbauend folgen datenbasierte Analysen, digitale Zwillinge und schließlich die schrittweise Automatisierung und Optimierung des Energiesystems – immer angepasst an das technische Reifegradniveau des Kunden.

Besonderen Wert legen wir auf technologische Anschlussfähigkeit und schnelle Umsetzbarkeit. Unsere Lösung integriert sich nahtlos in bestehende Systeme – ohne aufwändige Umrüstungen oder Neuinvestitionen. Damit ermöglichen wir nicht nur einen schnellen Start, sondern vor allem schnelle Erfolge, die intern überzeugen und Vertrauen schaffen. Unser Anspruch ist es, nicht nur Technologie zu liefern, sondern ein strategischer Partner für intelligentes Energiemanagement zu sein – mit einem tiefen Verständnis für Prozesse, technische Rahmenbedingungen und regulatorische Anforderungen.

Welche Herausforderungen begegnen Ihnen aktuell im Markt – technologisch, politisch oder in der Zusammenarbeit mit Industriepartnern?

Ein zentrales Hemmnis besteht darin, dass die Effizienzpotenziale in bestehenden Energiesystemen oft gar nicht erkannt werden – obwohl bereits Daten erfasst werden. Der Grund: Diese Potenziale sind in der Regel nicht auf den ersten Blick sichtbar, sondern offenbaren sich erst durch eine dynamische, systemische Optimierung, die komplexe Wechselwirkungen im Energiesystem berücksichtigt. Ohne ein intelligentes Steuerungssystem bleibt dieser Effizienzhebel häufig ungenutzt – und damit auch die Chance auf erhebliche CO₂- und Kosteneinsparungen.

Ein weiteres großes Thema ist die Skepsis gegenüber KI in kritischen Infrastrukturen. Gerade in sicherheitsrelevanten Branchen wie Rechenzentren, der Chemie- oder Pharmaindustrie hat Betriebssicherheit höchste Priorität. Jede automatisierte Eingriffslogik wird deshalb verständlicherweise zunächst kritisch hinterfragt. Obwohl wir bei etalytics mit erprobten Sicherheitsarchitekturen arbeiten – darunter Rückfallmechanismen, Überwachungsebenen und klar definierte Schnittstellen – begegnen wir häufig Zurückhaltung, wenn es darum geht, Steuerungshoheit auch nur teilweise an ein KI-System zu übergeben. Hier braucht es Aufklärung, Vertrauen und einen gestuften Einstieg: Wir beginnen immer mit Transparenz und Analyse – und ermöglichen erst danach die Aktivierung aktiver Optimierungsfunktionen. So behalten unsere Kunden jederzeit die Kontrolle und wachsen schrittweise in die intelligente Betriebsführung hinein.

Auch organisatorisch treffen wir auf strukturelle Hürden.

Unsere Lösung greift typischerweise über mehrere Abteilungen hinweg – von Energiemanagement über Betriebstechnik bis zu IT und Compliance. Doch in vielen Unternehmen sind diese Bereiche noch stark voneinander getrennt organisiert. Genau das hemmt die Umsetzung einer systemübergreifenden Optimierung, obwohl gerade hier das größte Potenzial liegt. Es braucht klare Zuständigkeiten, interdisziplinäre Zusammenarbeit und eine strategische Verankerung des Themas auf Managementebene. Dort, wo das gelingt, entwickelt sich das Thema enorm – nicht zuletzt, weil Entscheider mit einem erfolgreich umgesetzten KI-Projekt im eigenen Unternehmen messbare Ergebnisse liefern und echte Innovationsführerschaft demonstrieren können.

Politisch sehen wir insgesamt positiven Rückenwind – etwa durch das EnEfG oder die Berichtspflichten im Rahmen der CSRD. Doch bei den Förderprogrammen überwiegt nach wie vor die Fokussierung auf physische Maßnahmen wie neue Anlagen oder Gebäudetechnik. Es fehlt an zielgerichteten, unbürokratischen Programmen zur Einführung digitaler, KI-gestützter Effizienzlösungen, insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen. Dabei könnten gerade diese Programme helfen, Awareness zu schaffen, wirtschaftliche Hürden zu senken und die Skalierung solcher Technologien entscheidend zu beschleunigen.

Trotz dieser Herausforderungen sehen wir eine klare Bewegung im Markt. Sobald erste Erfolge sichtbar werden – sei es durch messbare Einsparungen, stabilere Prozesse oder positive Auditergebnisse – entsteht Vertrauen, das sich nachhaltig verstärkt. Unser Ziel ist es daher, systematisch Barrieren abzubauen: durch transparente Kommunikation, nachvollziehbare Wirkungsnachweise und enge Zusammenarbeit mit unseren Kunden. Denn eines steht für uns fest: Wer heute in intelligente, KI-gestützte Energiesysteme investiert, gewinnt nicht nur Effizienz, sondern vor allem Resilienz, Zukunftssicherheit und einen echten Wettbewerbsvorteil.

Woran arbeiten Sie aktuell bei etalytics und worauf dürfen wir in naher Zukunft gespannt sein?

Aktuell arbeiten wir bei etalytics intensiv daran, unsere KI-basierte Optimierungslösung etaONE weiter zu skalieren und auf neue Anwendungsfelder auszuweiten. Im Fokus stehen insbesondere energieintensive Branchen mit hohem Bedarf an Kühlung, Wärme und Lüftung, in denen bereits kleine Effizienzgewinne erhebliche Auswirkungen auf den Energieverbrauch, die Betriebskosten und die CO₂-Emissionen haben.

Parallel treiben wir die Internationalisierung unserer Lösung voran – mit besonderem Blick auf den stark wachsenden Rechenzentrumsmarkt in Nordamerika. Dort entsteht derzeit ein enormer zusätzlicher Energiebedarf, der nur durch intelligente, vorausschauende Steuerung effizient und nachhaltig beherrschbar ist. Unsere Technologie kann hier einen entscheidenden Beitrag leisten, um Wachstum und Klimaschutz miteinander zu vereinbaren.

Gleichzeitig investieren wir stark in die Weiterentwicklung unserer Softwareplattform. Unser Ziel ist es, die Wirkung intelligenter Energiesysteme noch verständlicher und wirkungsvoller zu machen – sowohl für Energiemanager im operativen Alltag als auch für Entscheider auf strategischer Ebene. Dazu erweitern wir etaONE um Funktionen zur Simulation und Optimierung in der Planungsphase – etwa bei Neubauten oder der energetischen Sanierung komplexer Bestandsanlagen. So entsteht eine durchgängige Lösung, die alle Lebenszyklusphasen eines Energiesystems begleitet: von der Auslegung über den Betrieb bis hin zur kontinuierlichen Verbesserung.

Kurz gesagt: Wir entwickeln ein intelligentes, skalierbares Betriebssystem für Energiesysteme – mit dem Anspruch, Energieeffizienz, Wirtschaftlichkeit und Klimaschutz global und über den gesamten Systemlebenszyklus hinweg messbar und realisierbar zu machen.

Was würden Sie Gründern raten, die sich im Bereich Greentech oder Industrie-Software selbstständig machen möchten?

Wer im Bereich Greentech oder Industrie-Software gründen will, braucht vor allem eines: einen langen Atem – und ein tiefes Verständnis für den Markt, den man verändern möchte. Die technologische Lösung allein reicht nicht. Entscheidend ist, dass man die Sprache der Industriepartner spricht, ihre Prozesse versteht und einen klaren Mehrwert liefert, der sich wirtschaftlich rechnet. Besonders im industriellen Umfeld zählen Zuverlässigkeit, Skalierbarkeit und Vertrauen oft mehr als schnelle Innovationszyklen.

Mein wichtigster Rat: Früh raus aus der Theorie – rein in den echten Betrieb. Nur wer früh mit Pilotkunden arbeitet, lernt, worauf es in der Praxis wirklich ankommt. Gleichzeitig sollte man die Komplexität nicht unterschätzen: Greentech bedeutet oft, physische und digitale Welten zu verbinden – das ist anspruchsvoll, aber genau darin liegt auch die Wirkungskraft.

Außerdem: Geduld mit Entscheidungszyklen und Beharrlichkeit im Vertrieb gehören genauso zur Gründung wie technologische Exzellenz. Der Markt bewegt sich oft langsamer, als man es sich als Startup wünscht – aber wenn ein Projekt einmal erfolgreich läuft, entsteht Vertrauen und Tragfähigkeit für die Skalierung.

Wie begegnen Sie Vorbehalten gegenüber KI – etwa der Sorge um Kontrollverlust oder Arbeitsplatzabbau?

Wir begegnen Vorbehalten gegenüber KI mit Transparenz, technischer Nachvollziehbarkeit und einem klaren Architekturprinzip: Der Mensch bleibt jederzeit in der Kontrolle. Gerade im industriellen Umfeld, wo Sicherheit, Stabilität und Verantwortung essenziell sind, ist die Skepsis gegenüber einer vermeintlichen „Black Box“ verständlich – insbesondere wenn es um kritische Infrastruktur geht.

Unsere Lösung etaONE ist keine Black Box. Ganz im Gegenteil:

Wir kombinieren künstliche Intelligenz mit physikalischer Modellierung und mathematischer Optimierung. Dieser hybride Ansatz erlaubt uns nicht nur eine sehr robuste, belastbare Betriebsoptimierung, sondern auch eine vollständige Nachvollziehbarkeit der Entscheidungen: Wir können zu jedem Zeitpunkt erklären, wie die KI zur optimalen Lösung kommt – und warum. Das schafft Vertrauen und unterscheidet uns deutlich von rein datengetriebenen Systemen, die oft schwer interpretierbar sind.

Auch die Sorge vor Kontrollverlust begegnen wir mit einem gestuften Einstieg:

Unsere Kunden starten typischerweise mit Monitoring und Analysefunktionen, bevor aktive Optimierung freigeschaltet wird – immer mit Fallback-Mechanismen, schreibgeschützten Modi und klaren Eingriffsgrenzen. So behalten Betreiber jederzeit die Kontrolle und können den Wirkungsgrad der Lösung schrittweise selbst erleben.

Was den möglichen Arbeitsplatzabbau betrifft, zeigt unsere Erfahrung das Gegenteil: Unsere KI entlastet, sie ersetzt nicht. Viele technische Teams sind heute mit übervollen Aufgabenlisten, Personalmangel und wachsendem Druck durch Energiepreise und Regulierung konfrontiert. etaONE übernimmt repetitive Analysen, erkennt frühzeitig Auffälligkeiten und ermöglicht datenbasierte Entscheidungen. Das schafft Raum für strategische Aufgaben, Weiterqualifizierung und bessere Entscheidungen – also eine stärkere Rolle für den Menschen, nicht eine schwächere.

Am Ende geht es nicht darum, Verantwortung abzugeben, sondern sie mit besseren Werkzeugen auszuüben. Unsere KI ist erklärbar, transparent und zuverlässig – und genau das macht sie für den industriellen Einsatz so wertvoll.

Foto: Gründerteambild Björn König (CTO) Dr. Niklas Panten (CEO) Dr. Thomas Weber (CSO) @ etalytics GmbH

Wir bedanken uns bei Dr. Niklas Panten für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Nimm deine Therapie selbst in die Hand

0
INTELLI-Athletics App: Digitale Therapie für mehr Patientenerfolg

INTELLI-Athletics entwickelt eine digitale Plattform, die Physiotherapeutinnen unterstützt und Patientinnen eine aktivere Rolle in ihrer Genesung ermöglicht

Wie ist die Idee zu INTELLI-Athletics entstanden und wer steckt hinter dem Startup?

Alles begann mit einem Gespräch zwischen mir (Finn Schütt) und meinem damaligen Mitbewohner Leon Schmidt. Wir spielten zur Gründungszeit gemeinsam in der Jugendmannschaft des FC St. Pauli. An vielen Abenden am Küchentisch tauschten wir uns darüber aus, was wir neben dem Fußball aufbauen könnten. Durch gemeinsame Erfahrungen kamen wir schnell auf das Thema der digitalen Betreuung von Athleten und Patienten.

Aus der Idee wurde ein konkreter Plan, aus dem Plan eine Mission – und so gründeten wir 2019 die Progressix GmbH, mit dem Ziel, eine App zur digitalen Unterstützung von Physiotherapeuten und zur verbesserten Betreuung von Patienten zu entwickeln. Im Laufe der Zeit verfolgte Leon seinen Traum vom Profifußball intensiver, und so trat Emil Resch an seine Stelle im Unternehmen. Emil ist bis heute mein Partner bei INTELLI-Athletics.

Welche persönlichen Erfahrungen haben Sie motiviert, eine digitale Lösung für die Physiotherapie zu entwickeln?

Meine Motivation entstand aus eigener Erfahrung als Patient. Als aktiver Fußballspieler beim FC St. Pauli hatte ich immer wieder Verletzungen und kam dadurch mit verschiedenen physiotherapeutischen Einrichtungen in Kontakt. Dabei fielen mir mehrere Defizite auf: Zum einen hatte ich ein schlechtes Verständnis über meinen eigenen Therapieverlauf, zum anderen fehlte mir die gezielte Kommunikation mit den Therapeut*innen.

Darüber hinaus wollte ich auch außerhalb der regulären Therapieeinheiten etwas für meine Gesundheit tun – wusste aber oft nicht, wie viel Belastung nach den Verletzungen überhaupt möglich war. Diese Unsicherheiten habe ich auch bei vielen anderen Betroffenen festgestellt. Gespräche mit Therapeut*innen zeigten zwei große Hürden: fehlende Zeit und keine Vergütung für viele der Leistungen, die eigentlich notwendig wären. Das war der Auslöser, um eine digitale Lösung zu entwickeln, die beide Seiten unterstützt.

Was ist die zentrale Vision von INTELLI-Athletics und wie wollen Sie diese in den nächsten Jahren verwirklichen?

Unsere Vision ist es, die Vorteile digitaler Tools mit denen der Vor-Ort-Therapie zu verbinden – und so die Therapiemöglichkeiten ganzheitlich zu erweitern. Dafür setzen wir auf eine Kombination aus gezielten Marketingmaßnahmen und starken Kooperationen, wie etwa mit dem VPT – Verband für Physiotherapie.

Diese Partnerschaften helfen uns nicht nur bei der Markterschließung, sondern auch dabei, unser Produkt weiterzuentwickeln und noch besser an die Bedürfnisse der Praxis anzupassen.

Wie profitieren Therapeut*innen konkret von Ihrer App im Praxisalltag?

Wichtig ist: Unsere App soll nicht den persönlichen Kontakt ersetzen, sondern den Therapiealltag effizienter gestalten. Sie unterstützt Therapeutinnen dabei, die Zeit zwischen den Terminen sinnvoll zu nutzen, die Kommunikation zu verbessern und Patientinnen auch außerhalb der Praxis aktiv zu begleiten.

Zudem erleichtert INTELLI-Athletics evidenzbasiertes Arbeiten – z. B. durch automatisierte Auswertungen von Testergebnissen und deren Einordnung in den Therapieverlauf. Das spart Zeit, steigert die Behandlungsqualität und macht das Berufsbild für Nachwuchskräfte attraktiver.

Die App kann in jeder Phase der Therapie eingesetzt werden – vom ersten Kontakt bis über den letzten Termin hinaus. Die Vorteile reichen von erhöhter Patienten-Compliance über zeiteffizientere Behandlungseinheiten bis hin zu möglichen Zusatzverdiensten für die Praxis.

An welche Zielgruppen richtet sich Ihre Lösung – und wie stellen Sie sicher, dass diese optimal unterstützt werden?

Unsere Lösung richtet sich an alle Einrichtungen, in denen Physiotherapeutinnen mit Patientinnen arbeiten: Praxen, Reha-Zentren sowie freiberuflich tätige Therapeut*innen.

Um eine optimale Integration in den Arbeitsalltag zu ermöglichen, bieten wir umfassende Unterstützung – von Erklärvideos und Begleitmaterialien über Werbeunterlagen bis hin zu Strategieberatung und persönlichem Support bei der Einführung.

Worin liegt der größte Mehrwert für Patient*innen, die INTELLI-Athletics nutzen?

Der größte Mehrwert liegt für mich in der Aktivierung und Wissensvermittlung. Patient*innen erhalten ein besseres Verständnis über ihre Gesundheit und ihren Therapiefortschritt. Dieses Wissen motiviert sie, auch zu Hause aktiv an ihrer Genesung mitzuarbeiten – ohne Angst, etwas falsch zu machen.

Dadurch wird die Eigenverantwortung gestärkt, und das Vertrauen in den Therapieprozess wächst. Die App schafft Sicherheit, Orientierung und ermöglicht eine kontinuierliche Betreuung über die Praxis hinaus.

Was waren die bisher größten Herausforderungen beim Markteintritt und wie sind Sie damit umgegangen?

Die größte Herausforderung war – und ist bis heute – die gezielte Ansprache von Physiotherapeut*innen. Es gibt kaum digitale Plattformen, auf denen man diese Zielgruppe effizient erreichen kann. Die Branche ist stark fragmentiert, was den Markteintritt erschwert.

Unsere Lösung war: persönliche Ansprache und Fleiß. Wir kontaktieren jede Praxis individuell, führen direkte Gespräche mit Entscheidungsträgern und setzen stark auf Telefonakquise. Unterstützend veröffentlichen wir Artikel in Fachmagazinen und bauen gezielt Kooperationen auf, um unsere Sichtbarkeit zu erhöhen.

Was unterscheidet INTELLI-Athletics von anderen digitalen Therapieangeboten?

INTELLI-Athletics verfolgt einen ganzheitlichen Therapieansatz – von der Vorbereitung auf die Therapie über die aktive Behandlungszeit bis hin zur Nachsorge und Eigenverantwortung der Patient*innen. Unsere App ist flexibel in jeder Phase einsetzbar und richtet sich nicht nur an einen Teil des Therapieprozesses.

Wir kombinieren dabei digitale Unterstützung mit persönlicher Betreuung – und ermöglichen so eine deutlich nachhaltigere, effizientere und individualisierte Therapie als viele andere Angebote auf dem Markt.

Wie soll sich die App in Zukunft weiterentwickeln – sind neue Funktionen oder Zielgruppen geplant?

Aktuell planen wir keine Ausweitung auf neue Zielgruppen. Stattdessen liegt der Fokus auf der kontinuierlichen Weiterentwicklung der Plattform anhand des Feedbacks unserer aktiven Nutzer*innen.

Unser Grundsatz lautet: „Software hört nie auf.“ Die Anforderungen ändern sich ständig – und wir entwickeln unsere App entsprechend weiter. Das Feedback der Physiopraxen ist dabei unser wichtigster Kompass.

Welche Rolle spielt das Feedback von Physiopraxen in der Weiterentwicklung Ihrer Plattform?

Das Feedback der Physiopraxen ist essenziell. Wir beziehen es regelmäßig in die Weiterentwicklung unserer App ein. Nur durch den engen Austausch mit den Nutzer*innen können wir sicherstellen, dass unsere Lösung den echten Praxisalltag sinnvoll unterstützt und verbessert.

Was hat Sie im Austausch mit Therapeutinnen oder Patientinnen besonders berührt oder überrascht?

Besonders berührt hat mich mein eigener Therapeut, der mich trotz vieler Rückschläge nie aufgegeben hat. Seine Geduld, sein Engagement und sein unerschütterlicher Glaube daran, dass ich wieder gesund werde, waren ein großer Antrieb für die Gründung von INTELLI-Athletics.

Diese Art von Unterstützung möchten wir möglichst vielen Menschen zugänglich machen – ohne dass sich Therapeut*innen dabei überlasten müssen. Das ist und bleibt meine größte Motivation.

Welche drei Ratschläge würden Sie Gründerinnen und Gründern mitgeben, die im Bereich Digital Health starten möchten?

Habt Geduld. Die Gesundheitsbranche ist langsam und stark reguliert – Fortschritte brauchen Zeit.

Kennt die Branche. Wer die Herausforderungen und Regularien nicht versteht, wird schnell ausgebremst.

Behaltet den Spaß. Es wird anstrengend – aber wenn die Begeisterung bleibt, lohnt sich der Weg.

Bild: Gründerteambild @ Progressix GmbH

Wir bedanken uns bei Finn Schütt für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Was verrät der Zustand deiner Zellen wirklich über deine Gesundheit?

0
Rivercyte zellen verformbarkeit Geschäftsführer Martin Kräter

Rivercyte entwickelt eine neuartige Technologie zur zerstörungsfreien Analyse physikalischer Zellfunktionen für Forschung und klinische Diagnostik

Was macht Rivercyte besonders im Vergleich zu anderen Ansätzen zur Zell-Analyse – und wie haben sich die Gründer und das Team gefunden?

Rivercyte verwendet einen komplett neuen, weltweit einzigartigen Ansatz zur Erfassung der Zellfunktion – wir nennen das „Zellfunktion erfühlen“. Dabei erfassen wir beschädigungsfrei und ohne Färbetechniken (label-free) die physikalischen Eigenschaften einer jeden einzelnen Zelle einer Probe, bspw. Blut. Ähnlich wie jeder Mensch den Reifegrad von Gemüsen im Supermarkt erfühlt, durch drücken einer Tomate oder Avocado, so drücken wir die Zellen um bspw. die Verformbarkeit, eine von 15 physikalischen Eigenschaften die wir erfassen, festzustellen.

Die Verformbarkeit gibt darüber Aufschluss wie eine Zelle im inneren beschaffen ist was einen direkten Einfluss auf ihre Funktion hat. Ein simples Beispiel ist die Zirkulation der roten Blutzellen durch den Körper. Die Zellen müssen sich durch feinste Kapillaren quetschen um zum Beispiel Sauerstoff in der Lunge aufzunehmen und in andere Organe zu transportieren. Sind die Zellen aber in ihrer Verformbarkeit beeinflusst wie bei bestimmten Infektionskrankheiten wie Malaria oder genetischen Defekten wie Sphärozytose (eine Form der Anämie), dann können die Zellen sich nicht ausreichend verformen, die Zirkulation wird verlangsamt und der Sauerstofftransport wird geringer. Natürlich kann unsere Technologie nicht nur für die verschiedenen Zellen des Blutes eingesetzt werden, sondern kann breite Anwendung in der Diagnostik, der Zelltherapie oder Pharmakologie finden.

Das Gründerteam besteht aus 6 Wissenschaftlern des Max-Planck-Zentrums für Physik und Medizin in Erlangen und einem Unternehmer aus Frankfurt am Main. Aktuell beschäftigt Rivercyte noch einen Mitarbeiter aus dem Bereich Hardwareentwicklung. Kennengelernt hat sich das Team während der gemeinsamen Forschungsarbeit auf den Gebieten klinische Hämatologie, Biophysik, Softwareentwicklung, Mikrofluidik, IP-Strategie- und IVD-Entwicklung, was auch die Expertise des Gründerteams darstellt.

Welche Vision verfolgt Rivercyte mit deformability cytometry und wie möchten Sie diese Vision konkret umsetzen?

Die Erfassung physikalischer Parameter von einzelnen Zellen als Biomarker um ihren Gesundheitszustand und damit den des Patienten zu erfassen, ist eine 40 Jahre alte, viel diskutierte Forschungsidee. Bis heute gibt es aber kein klinisches Produkt. Der Grund ist der geringe Durchsatz von wenigen Zellen pro Stunde. Rivercytes Verformungszytometer tastet bis zu 3000 Zellen pro Sekunde ab und ist damit 100,000-mal schneller als vergleichbare Forschungsprodukte. Dabei benötigen wir nur 3 µl Blut um damit ein Blutbild zu erstellen und Infektionsdiagnostik zu betreiben. Gleichzeitig wird ein mikroskopisches Bild einer jeden Zelle erfasst und eine nachträgliche optische Bewertung ermöglicht. Hierzu benötigt man heutzutage Spezialdiagnostik und hochqualifiziertes Personal. Unser Ziel ist es daher die klinische Infektionsdiagnostik zu revolutionieren, indem wir sie schneller und kostengünstiger machen und gleichzeitig dringend benötigte neue Biomarker etablieren.

Aktuell verkaufen wir Forschungsgeräte und Verbrauchsmittel für den Markt der biomedizinischen Forschung. Hierbei bedienen wir die Nische der Hochdurchsatzmethoden zur Erfassung von physikalischen Zelleigenschaften. Dabei haben wir strategische Partnerschaften mit Key Opinion Leader in der klinischen Diagnostik, der Zelltherapieentwicklung und pharmakologischen Forschung etabliert. Diese werden uns erlauben einen klaren Anwendungsfall zu etablieren und ein Gerät für diesen Markt zuzulassen. Sobald das geschehen ist, werden wir uns Technologie in anderen Märkten etablieren.

Welche Zielgruppen sprechen Sie an – etwa Forschung, Klinik oder Industrie – und wie adressieren Sie deren unterschiedlichen Bedürfnisse?

Aktuell vertreiben wir ein Verformungszytometer „Naiad1“ für die Forschung, welches kostengünstig aber auch flexibel für unterschiedlichste Einsatzgebiete ist. Mit einigen Kunden haben wir feste Partnerschaften etabliert, mit denen wir die technische Entwicklung vorantreiben und an die unterschiedlichsten Bedürfnisse anpassen. So sind wir in der Lage von der Hardware über die Funktionsweise bis zur Software alle Erwartungen unserer Kunden zu adressieren. Bspw. lernen wir aus dem Einsatz in klinischen Einrichtungen, dass ein manuelles Handling bis auf ein Minimum reduziert werden muss und aus Industriepartnerschaften ein maximaler Zugang und Anpassungsfähigkeit erwartet wird. In der Entwicklung unserer Technologie können wir so frühzeitig spätere Bedürfnisse vorhersehen und reduzieren Fehlentwicklungen und doppelte Arbeit.

Wie stellen Sie sicher, dass Ihre Technologie erschwinglich und leicht zugänglich bleibt?

Obwohl es sich um hochspezialisierte Technologie handelt, die die modernsten Verfahren der Mikrostrukturierung, Mikrofluidik, Hochdurchsatzmikroskopie und künstlicher Algorithmen zur Auswertung verwendet, haben wir starke Partnerschaften mit weltweit agierenden Firmen aufgebaut, die die benötigten Komponenten aus ihren Entwicklungen und ihren Produkten produzieren können. Somit müssen für unsere Verformungszytometer keine neuen Produktionslinien aufgebaut werden, was die Herstellung und Weiterentwicklung auch langfristig günstig und leicht zugänglich macht.

An welchem Use-Case oder Erfolg lässt sich der Mehrwert Ihrer Technologie besonders anschaulich demonstrieren?

Aktuell sind wir sehr stolz darauf, dass wir unsere Produkte schon weltweit etablieren konnten und es geschafft haben die Idee der Zellbiophysik zu verbreiten und die Technologie zu demokratisieren. Es zeigt sich, dass Institute und Forschungseinrichtungen basierend auf unserer Technologie neue Verfahren und Ideen für ihre eigene Forschung ableiten. Besonders anschaulich zeigt sich das in unserer Partnerschaft mit dem Fraunhofer Institut in Leipzig (IZI). Das Institut hat seinen Schwerpunkt in der Entwicklung von Zelltherapien zur Behandlung von bspw. Tumoren. Die Entwicklung dieser hochkomplexen Zelltherapien hat sich bisher vor allem auf die Verbesserung der Wirkungsweise der Zellen fokussiert. Dabei wurde die Zellfunktionalität die für eine erfolgreiche Anwendung notwendig ist aufgrund der aktuell komplexen Methoden diese zu erfassen vernachlässigt. Durch den Einsatz der Verformungszytometrie werden diese Tests massiv erleichtert und wir erhoffen uns eine große Rolle bei der Qualitätskontrolle der zelltherapeutischen Produkte zu spielen.

Welche technischen oder regulatorischen Hürden begegnen Ihnen aktuell und wie gehen Sie damit um?

Aktuell ist die größte Hürde die Technologie so Anwenderorientiert wie möglich und dabei trotzdem flexibel zu machen. In der Zukunft sehen wir uns mit der Zulassung der Technologie als Medizinprodukt nach MDR konfrontiert. Dabei sehen wir die größte Schwierigkeit in der Verwendung und Zulassung von konsekutiven selbstlernenden künstlichen Algorithmen. Ich denke, da liegt viel Arbeit und Überzeugungsarbeit vor uns.

Wie unterscheidet sich Ihr Ansatz durch Kombination von Mikrofluidik, Hochgeschwindigkeitsmikroskopie und KI von bestehenden Verfahren?

Nach meinem Kenntnisstand ist eine solche Kombination schon etwas Neues, da es zumindest in Deutschland kein zugelassenes Produkt gibt, welches diese 3 Komponenten vereint. Grundsätzlich unterscheidet sich unser Produkt, von den klinischen Standards in der Blutdiagnostik dadurch, dass es mit geringsten Mengen an Blut misst (ca. 3 µl), die mikroskopisch-optische Zellanalyse mit der Blutzählung kombiniert und natürlich dadurch, dass wir mit den physikalischen Zelleigenschaften neue Biomarker erfassen und zur Diagnose verwenden.

Wie planen Sie, die Zukunft der Zell-Physiologie in der Klinik mit Ihrer Technologie zu beeinflussen?

Die Erfassung der Zell-Physiologie ist ein Standard in der klinischen Blutdiagnostik, der zeitaufwändig, durch bspw. anfärben von Blutausstrichen, ist, Fachpersonal benötigt und dadurch teuer ist. Durch die Kombination der mikroskopisch-optischen Zellanalyse, der Erfassung der physikalischen Zelleigenschaften (physiologische Parameter die aktuell nicht erfasst und genutzt werden) und der voll automatisierten, bild-basierten Auswertung der Daten durch künstliche Algorithmen, erweitern wir den Informationsgehalt und vergrößern die Genauigkeit bei der Diagnosefindung. Da dies alles innerhalb von ca. 15 min. geschieht und kein Personal für die Datenerfassung und Probenpräparation benötigt ist das Verfahren kostengünstig und vor allem zeitsparend.

Welche neuen Produkte oder Entwicklungen stehen bei Rivercyte für die nächsten 12 bis 24 Monate an?

In den nächsten 12 bis 24 Monaten fokussieren wir uns auf die Entwicklung eines Prototyps der für die klinische Zulassung verwendet werden soll.

Wie funktioniert die Zusammenarbeit mit Forschungspartnern wie dem Max-Planck-Institut oder dem Universitätsklinikum Erlangen?

Die Zusammenarbeit mit den universitären und institutionellen Partnern auf der ganzen Welt funktioniert sehr einfach und unkompliziert. Nur die Erstellung von Kooperationsverträgen und der administrative Aufwand im Allgemeinen ist manchmal hakelig und dauert lange.

Wie möchten Sie das Team weiterentwickeln – etwa mit Blick auf neue Disziplinen oder internationale Kooperationen?

In naher Zukunft wollen wir das Team grundsätzlich vergrößern um eine bessere Strukturierung hinzubekommen und die anstehenden Aufgaben effektiv zu bearbeiten. Wir streben danach einen R&D Bereich zu schaffen und diesen vom operativen Geschäft unabhängig zu machen um neue Märkte zu erschließen und strategische Partnerschaften zu etablieren.

Welchen drei Ratschläge möchten Sie anderen Gründer:innen geben, basierend auf Ihrer Erfahrung von der Forschung zur Gründung?

Ich weiß nicht ob ich schon in der Position bin Ratschläge zu geben aber wichtig ist, den Schritt zur Gründung zu wagen, dabei Neugierig auf alles Neue zu bleiben und sich durch rechtliche, administratorische und unerwartete Probleme nicht entmutigen zu lassen.

Bild: Martin Kräter @ Rivercyte

Wir bedanken uns bei Martin Kräter für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Neueste Beiträge

Onepage Webseiten: Schnell erstellen, individuell gestalten macel knopf vor onepage stand

Kann eine einzige Seite wirklich den Unterschied machen?

0
Onepage wurde gegründet, um die Erstellung von Webseiten einfacher, schneller und qualitativ hochwertiger zu machen. Mit KI und No-Code verbindet die Plattform Effizienz mit maximaler Kontrolle für ihre Nutzer:innen.