Donnerstag, Januar 29, 2026
Start Blog Seite 15

Können Daten am Point of Sale den Unterschied zwischen Erfolg und Stillstand machen?

0
anybill Händler Daten am Point of Sale neu gedacht anybill ceo lea frank

anybill entwickelt digitale Lösungen für den Handel und zeigt mit Purchase Intelligence, wie Händler ihre Kassendaten erstmals einfach und unmittelbar für bessere Entscheidungen nutzen können

Wie kam es zur Entwicklung von Purchase Intelligence, und was war der Auslöser, diese KI-basierte Erweiterung für die anybill Plattform zu schaffen?

Viele Händler verfügen über detaillierte Kassendaten, nutzen sie aber kaum für Entscheidungen im Tagesgeschäft. Anders als im E-Commerce fehlt im stationären Handel oft der direkte Zugang zu strukturierten Kunden- und Warenkorbdaten und Datenanalyse ist entweder zu komplex oder organisatorisch nicht abbildbar. Purchase Intelligence entstand deshalb aus der Frage: Wie können wir datenbasierte Entscheidungen so einfach machen wie im Onlinehandel – und das direkt am Point of Sale? Ausgehend von dieser Herausforderung haben wir eine Lösung entwickelt, die die vorhandenen Belegdaten nutzbar macht, automatisiert auswertet und Handlungsempfehlungen in Echtzeit bereitstellt.

Welche konkreten Herausforderungen im stationären Handel wollten Sie mit Purchase Intelligence lösen?

Im stationären Handel sehen wir immer wieder drei strukturelle Herausforderungen. Erstens: Händler sitzen auf vielen Kassendaten, die aber unstrukturiert vorliegen. Es fehlt zum Teil an einheitlichen Formaten, klaren Kategorien und oft sogar am Zugang – die Daten sind zwar da, aber praktisch kaum nutzbar. Zweitens und viel wichtiger: Die Auswertung ist komplex. Viele Entscheidungen entstehen aus Erfahrung, weil Zeit, Ressourcen oder Data-Science-Know-how fehlen. Selbst größere Händler arbeiten häufig mit Insellösungen oder manuellen Excel-Auswertungen. Drittens: Geschwindigkeit. Handel ist ein Tagesgeschäft, in dem sich Absatzentwicklungen schnell ändern. Klassische Analyseprozesse können diese Dynamik nicht abbilden.

Wie funktioniert die Verbindung zwischen digitalen Kassenbelegen und datengetriebenen Handlungsempfehlungen in der Praxis?

Digitale Belege werden von der Plattform automatisiert eingelesen und in strukturierte Warenkorbdaten umgewandelt. Machine-Learning-Modelle erkennen Muster – etwa Veränderungen im Kaufverhalten oder auffällige Absatzentwicklungen. Auf dieser Basis generiert Purchase Intelligence konkrete Empfehlungen, zum Beispiel Preis- oder Sortimentsanpassungen, passende Promoformate oder Potenziale für Bundles. Über den digitalen Beleg können Aktionen bei Bedarf sogar direkt an Kund:innen ausgespielt werden.

Inwiefern unterscheidet sich Ihre Lösung von klassischen Data-Analytics-Tools, die bereits im Handel eingesetzt werden?

Die gängigen Analyse-Tools setzen voraus, dass Händler eigene Datenexperten haben. Das ist im Alltag selten der Fall. Purchase Intelligence verfolgt deshalb einen anderen Ansatz: Die Daten werden automatisch bereinigt und statt komplexer Dashboards erhalten Händler konkrete, umsetzbare Empfehlungen in Echtzeit. Was uns ebenfalls unterscheidet, ist die direkte Aktivierung am Point of Sale: Erkenntnisse können sofort über den digitalen Beleg ausgespielt werden. Und mit der Chatfunktion können Händler ihre Daten in natürlicher Sprache abfragen, ohne Reports oder Analysewissen zu benötigen. So wird Datenanalyse für Händler jeder Größe nutzbar – auch für diejenigen, die bisher ohne eigene Analytics gearbeitet haben.

Wie stellt anybill sicher, dass die erhobenen und analysierten Daten DSGVO-konform und sicher verarbeitet werden?

Alle Daten werden auf Servern mit deutschem Standort verarbeitet und sind vollständig DSGVO-konform. Standardmäßig nutzen wir anonymisierte Warenkorbdaten. Personenbezug entsteht nur, wenn Händler das explizit wünschen und entsprechende Einwilligungen vorliegen.

Welche Rolle spielt Agentic AI in Ihrem System und wie trägt sie zur Verbesserung der Datenqualität bei?

Agentic AI sorgt bei Purchase Intelligence dafür, dass mehrere spezialisierte KI-Agents parallel an den Daten arbeiten, sich gegenseitig prüfen und dadurch die Qualität der Empfehlungen erhöhen. Sie erkennen automatisch, welche Maßnahmen für Händler sinnvoll sind, und können deren Wirkung bewerten oder bei Bedarf eigenständig anstoßen – immer mit einem Human-in-the-Loop für sensible Entscheidungen. So entsteht ein System, das kontinuierlich dazulernt und bessere Entscheidungen ermöglicht.

Wie nutzen Händler die Chatfunktion von Purchase Intelligence – und welche Vorteile bietet die Interaktion in natürlicher Sprache?

Händler gehen mit sehr konkreten Fragen in Analysen, zum Beispiel: ‚Wie wirkt sich diese Aktion aus?‘ oder ‚Welche Warengruppe entwickelt sich gerade ungewöhnlich?‘ Genau das können sie jetzt bei Chat with your Data eintippen und bekommen die Antwort sofort ohne Reports, Excel oder sonstigen Analyseaufwand. Die Ergebnisse werden direkt auf Basis bereits aufbereiteter Daten verständlich zurückgegeben, ähnlich wie bei ChatGPT, aber mit direktem Zugriff auf die eigenen Retail-Daten.

Was bedeutet die Einführung von Purchase Intelligence für Ihre Kunden, insbesondere für kleinere Händler, die bisher kaum Zugang zu datengetriebenen Entscheidungen hatten?

Gerade kleinere Händler erhalten durch Purchase Intelligence erstmals Zugang zu datenbasierten Insights, die bisher großen Handelsketten vorbehalten waren ohne dafür eigenes Personal einstellen zu müssen. Sie können schneller reagieren, Sortimente laufend optimieren und Marketingaktionen datenbasiert planen. Das kann im Wettbewerb einen echten Unterschied machen.

Welche Ergebnisse konnten erste Partner wie HOYER bereits durch den Einsatz Ihrer Lösung erzielen?

HOYER berichtet, dass mit Purchase Intelligence erstmals klar sichtbar wurde, wo und wie sich Kundenverhalten verändert und wie sich Produktabsätze entwickeln. Das spart Zeit und führt zu klareren Entscheidungen. Die Rückmeldungen zu Purchase Intelligence sind sehr positiv, weil die Handlungsempfehlungen konkret, verständlich und sofort umsetzbar sind.

Wie sehen Sie die Zukunft des stationären Handels im Zusammenspiel von KI, Datenanalyse und Kundenerlebnis am Point of Sale?

Der stationäre Handel wird in den nächsten Jahren datengetrieben arbeiten – genau wie der E-Commerce es heute schon tut. KI wird helfen, Sortimente dynamischer zu steuern, Preise gezielter anzupassen, Warenkörbe besser zu verstehen und Kund:innen relevanter anzusprechen. Der Point of Sale wird zu einem digitalen Touchpoint, an dem Analyse und Aktivierung zusammenfließen.

Welche neuen Geschäftsfelder oder Funktionen planen Sie künftig, um das anybill Ökosystem weiter auszubauen?

Wir arbeiten daran, die Verzahnung zwischen Datenanalyse, Retail Media und Loyalty weiter zu vertiefen. Zukünftige Funktionen werden darauf abzielen, Kampagnen stärker zu automatisieren, KI-basierte Vorhersagen auszubauen und Händler-Apps, Wallets sowie Loyalty-Systeme noch nahtloser einzubinden. Der digitale Beleg entwickelt sich damit zunehmend zu einer vollwertigen Kommunikations- und Datenbasis im Handel.

Was würden Sie anderen Gründerinnen und Gründern raten, die ein technologisches Produkt entwickeln, das tief in bestehende Geschäftsprozesse integriert werden soll?

Man sollte sich immer am tatsächlichen Problem orientieren statt an der Technologie. Die technologische Tiefe darf da sein, gleichzeitig ist es wichtig, für Anwender die Komplexität zu reduzieren – besonders wenn man in bestehende Systeme integriert. Dieser Punkt ist wichtig, denn je leichter sich eine Lösung in bestehende Systeme einfügt, desto höher ist die Akzeptanz im Markt. Und: Früh mit echten Nutzer:innen arbeiten. Bedürfnisse und Prozesse sehen im Alltag oft anders aus als in der Produktidee und das beste Produkt entsteht selten im Konferenzraum, sondern im Austausch mit denjenigen, die es später verwenden.

Bild Fotocredit © anybill GmbH

Wir bedanken uns bei Lea Frank für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Corporate Innovation – warum Konzerne Startups brauchen (und umgekehrt)

0
Corporate Innovation: Startup Kooperation und Innovationskultur

Innovation entsteht dort, wo Unterschiedliches aufeinandertrifft. Während Startups Geschwindigkeit, Mut und frische Ideen mitbringen, verfügen Konzerne über Kapital, Strukturen und Marktkenntnis. Corporate Innovation, strategische Startup Kooperation und gelebte Innovationskultur zeigen, dass Zukunft heute gemeinsam gestaltet wird – nicht im Alleingang.

Corporate Innovation – das neue Zusammenspiel von Agilität und Struktur

In der klassischen Wirtschaft waren Konzerne die Innovationsmotoren. Heute hat sich das Bild gewandelt: Große Unternehmen tun sich schwer, mit der Dynamik junger Märkte Schritt zu halten. Genau hier setzt Corporate Innovation an – sie verbindet die Innovationskraft von Startups mit der Stabilität etablierter Unternehmen.

Viele Konzerne haben erkannt, dass bahnbrechende Ideen selten in Vorstandsetagen entstehen. Stattdessen entstehen sie dort, wo Gründergeist auf Ressourcen trifft. Innovationsprogramme, Corporate Accelerators oder Venture Studios schaffen dafür die Plattform.

Ein Beispiel: BMW und Lufthansa arbeiten mit Startups zusammen, um nachhaltige Materialien und neue Mobilitätslösungen zu entwickeln. Diese Form der Corporate Innovation sorgt für gegenseitiges Lernen – und für Lösungen, die ohne Partnerschaft undenkbar wären.

Startup Kooperation – der Brückenschlag zwischen Welten

Startup Kooperation bedeutet, zwei völlig unterschiedliche Kulturen zusammenzubringen: die agile, experimentierfreudige Welt der Gründer:innen und die strukturierte, prozessorientierte Welt der Corporates.

Das gelingt nur, wenn beide Seiten verstehen, was sie voneinander lernen können. Startups profitieren von Reichweite, Kapital und Produktionskapazitäten, während Konzerne durch Kooperationen Zugang zu neuen Technologien und Denkweisen erhalten.

Diese Zusammenarbeit kann unterschiedlich aussehen – von gemeinsamen Pilotprojekten über Joint Ventures bis hin zu Corporate Investments. Wichtig ist: Beide Seiten müssen auf Augenhöhe agieren. Nur dann wird aus einer Partnerschaft eine echte Allianz.

Ein Beispiel: Das Chemieunternehmen BASF arbeitet mit Startups im Bereich nachhaltiger Materialien zusammen. Das ermöglicht es, Innovationen schneller in den Markt zu bringen und gleichzeitig das eigene Portfolio zu modernisieren.

Innovationskultur – der entscheidende Erfolgsfaktor

Innovationskultur ist der Schlüssel, um Kooperationen zwischen Startups und Konzernen erfolgreich zu gestalten. Sie beschreibt, wie offen ein Unternehmen für neue Ideen, Experimente und Fehler ist.

In Startups ist diese Kultur meist Teil der DNA – man testet, scheitert und lernt schnell. Konzerne hingegen müssen diese Haltung oft erst erlernen. Hier helfen Programme, die bereichsübergreifende Zusammenarbeit fördern und Experimente zulassen.

Führung spielt dabei eine zentrale Rolle. Manager:innen, die Vertrauen schaffen und Fehler als Lernchance sehen, ermöglichen echte Innovation. Corporate Innovation funktioniert nur, wenn Kultur und Struktur zusammenpassen.

Unternehmen, die Offenheit fördern, ziehen kreative Köpfe an – und bleiben langfristig wettbewerbsfähig.

Warum Startups Konzerne brauchen

Auch wenn Startups oft als David gegen Goliath auftreten, profitieren sie enorm von Kooperationen mit großen Partnern. Kapital, Erfahrung und Netzwerke sind entscheidende Hebel, um Ideen zu skalieren.

Gerade in regulierten Branchen wie Energie, Gesundheit oder Mobilität kann eine Startup Kooperation der Türöffner sein, um schnell Marktzugang zu erhalten. Außerdem können Startups durch Kooperationen ihre Geschäftsmodelle testen und professionalisieren.

Die Kunst liegt darin, flexibel zu bleiben, ohne die eigene Vision aufzugeben. Erfolgreiche Gründer:innen sehen Partnerschaften nicht als Abhängigkeit, sondern als strategische Erweiterung.

Warum Konzerne Startups brauchen

Auf der anderen Seite brauchen Konzerne den Spirit junger Gründer:innen. In einer Welt, die sich täglich verändert, ist Anpassungsfähigkeit wichtiger als Größe. Startups bringen genau das mit: Geschwindigkeit, Neugier und Mut zur Lücke.

Corporate Innovation ist deshalb kein Marketingbegriff, sondern Überlebensstrategie. Unternehmen, die sich nicht permanent erneuern, verlieren Anschluss. Startups sind für sie Ideengeber, Katalysatoren und manchmal auch Stachel im System.

Ein gutes Beispiel ist Siemens mit seiner Plattform „Next47“, die gezielt in Startups investiert, um disruptive Technologien frühzeitig zu fördern. So entsteht ein Kreislauf aus Wissen, Kapital und Kreativität.

Innovationskultur als gemeinsame Sprache

Damit die Zusammenarbeit funktioniert, braucht es eine gemeinsame Sprache: Vertrauen, Transparenz und klare Ziele. Innovationskultur bedeutet, Hierarchien aufzubrechen und Raum für Experimente zu schaffen – unabhängig von Unternehmensgröße.

Erfolgreiche Kooperationen entstehen dort, wo beide Seiten lernen wollen. Startups profitieren von Strukturen, Corporates von Flexibilität. Das Ergebnis: Innovation, die skaliert.

Fazit

Die Zukunft der Wirtschaft entsteht im Zusammenspiel von Agilität und Erfahrung. Corporate Innovation, strategische Startup Kooperation und eine offene Innovationskultur sind die Grundlage dafür.

Wer gemeinsam denkt, wächst nachhaltiger. Denn echte Innovation entsteht nicht durch Konkurrenz, sondern durch Kooperation – und durch den Mut, gemeinsam Neues zu wagen.

Bild @pixabay.com

How to EnergyTech: Wie man erfolgreiches Wachstum auf dem deutschen Energiemarkt erzielt

0
Energiemarkt verstehen für nachhaltigen Startup Erfolg Jan Lozek Autor Fotograf Moritz Leisen

Wer heute ein Start-up im Energiesektor gründet

Wer heute ein Start-up im Energiesektor gründet, verfolgt meist eine große Vision. Es geht nicht nur um wirtschaftlichen Erfolg, sondern um Wirkung, um Klimaschutz und um die Zukunft unseres Energiesystems. Kaum ein anderer Markt vereint technologische Innovation, gesellschaftliche Verantwortung und politische Dynamik so stark wie der Energiesektor. Doch wer hier bestehen will, merkt schnell, dass andere Regeln gelten.

Der deutsche Energiemarkt ist stabil und verlässlich, zugleich aber streng reguliert. Entscheidungen dauern länger, Prozesse sind komplex und Vertrauen wiegt mehr als Geschwindigkeit. Für Gründer*innen bedeutet das: Erfolg entsteht nicht durch Disruption, sondern durch ein tiefes Verständnis des Systems.

Ich habe in den letzten Jahren viele Gründer*innen auf ihrem Weg begleitet. Manche konnten innerhalb weniger Jahre wachsen, andere sind früh ins Straucheln geraten. Der Unterschied lag selten in der Technologie. Es waren meist die, die das System verstanden, die langfristig Erfolg hatten.

„Im Energiemarkt gewinnt, wer das System wirklich versteht und es mit Geduld verändert.“

Der lange Atem

Einer der größten Stolpersteine im Energiemarkt ist das Thema Zeit. Stadtwerke, Netzbetreiberinnen und kommunale Auftraggeberinnen arbeiten in Zyklen, die auf Jahre ausgelegt sind. Wer glaubt, in wenigen Monaten ein Produkt großflächig verkaufen zu können, unterschätzt die Realität.

Doch genau darin liegt auch eine Chance. Wer früh mit den relevanten Akteurinnen spricht, regulatorische Prozesse versteht und erste Pilotprojekte realisiert, baut Vertrauen auf, das Bestand hat. Erfolgreiche Gründerinnen betrachten ihren Markteintritt nicht als Sprint, sondern als Langstrecke mit Etappen, Partner*innen und klaren Meilensteinen.

Gerade weil der Markt träge wirkt, entstehen Vorteile für Start-ups, die strategisch denken. Wer weiß, wie Genehmigungen, Ausschreibungen und Netzanschlüsse ablaufen, kann Risiken früh erkennen und umgehen. Erfolg bedeutet hier nicht, gegen das System anzukämpfen, sondern sich im richtigen Moment einzufügen und es von innen heraus zu verbessern.

„Vertrauen entsteht im Energiemarkt nicht durch Tempo, sondern durch Verlässlichkeit und Beständigkeit.“

Warum interdisziplinäre Teams entscheidend sind

Technologie ist das Rückgrat vieler Energy Tech Start-ups, aber nicht ihre Seele. Zu oft bestehen Teams fast ausschließlich aus Ingenieurinnen und Entwicklerinnen, die sich intensiv mit der technischen Lösung befassen, jedoch die Dynamik des Marktes unterschätzen. Erfolgreiche Start-ups setzen deshalb auf interdisziplinäre Teams, in denen technisches, wirtschaftliches und politisches Know-how vereint ist.

Gründer*innen, die sich früh Expertise in Regulierungsfragen, Vertrieb und Finanzierung sichern, verschaffen sich einen echten Wettbewerbsvorteil. Sie verstehen, wie Förderprogramme funktionieren, wie politische Entscheidungen entstehen und wie Innovationen in bestehende Strukturen integriert werden können.

Diese Vielfalt ist kein Luxus, sondern eine Notwendigkeit. Wenn ein Team die Sprache von Investorinnen ebenso spricht wie die von Behörden oder Energieversorger:innen, entsteht eine Brücke zwischen Technologie, Markt und Gesellschaft. Und genau diese Brücken sind im Energiesektor der Schlüssel zum Wachstum.

„Die besten Teams verbinden Technik, Marktverständnis und Politik zu einer gemeinsamen Sprache des Fortschritts.“

Die Cap Table als strategisches Werkzeug

In kaum einem Bereich ist die Wahl der Investorinnen so entscheidend wie im Energiemarkt. Kapital ist wichtig, aber nicht ausreichend. Entscheidend sind die Netzwerke, die Erfahrung und der Zugang zum Markt, den Investorinnen mitbringen.

Start-ups, die ihre Cap Table bewusst gestalten, holen sich Partner:innen an Bord, die mehr als Geld bieten. Energieversorger:innen, Industrieunternehmen oder spezialisierte Fonds bringen Marktkenntnis, strategische Kontakte und operative Unterstützung in Pilotprojekten ein. Sie öffnen Türen, die allein oft verschlossen blieben.

Dabei ist nicht jede Finanzierung ein Fortschritt. Die besten Gründer:innen achten darauf, dass ihre Investor:innen dieselbe Vision teilen: nachhaltiges Wachstum statt kurzfristiger Profit. Eine klar strukturierte Cap Table mit transparenten Rollen und Verantwortlichkeiten schafft Vertrauen und legt die Basis für langfristige Stabilität.

„Kapital ist wichtig, doch der wahre Wert eines Investors liegt in Erfahrung, Zugang und gemeinsamen Zielen.“

System Impact belegen

Im Energiemarkt reicht es nicht, ein gutes Produkt zu haben. Entscheidend ist, welchen Beitrag es tatsächlich leistet. Start-ups müssen nachweisen können, wie ihre Technologie das Energiesystem dekarbonisiert, effizienter macht oder stabilisiert. Dafür braucht es klare Kennzahlen, Pilotprojekte mit Ergebnissen und belastbare Daten.

Unternehmen, die ihren Einfluss präzise belegen können, gewinnen schneller Vertrauen, bei Kund:innen ebenso wie bei Partner:innen und Investor:innen. Im Energiesystem zählt Glaubwürdigkeit, nicht Lautstärke. Greenwashing wird hier sofort erkannt. Wer seinen Carbon ROI belegen kann, überzeugt mit Fakten statt mit Versprechen.

„Im Energiesektor überzeugt nicht, wer am lautesten wirbt, sondern wer Wirkung sichtbar macht und Vertrauen verdient.“

Zukunft gestalten

Trotz aller Herausforderungen lohnt sich der Weg. Der weltweite Ausbau erneuerbarer Energien hat ein Rekordtempo erreicht. Laut der Internationalen Energieagentur wird sich die installierte Leistung aus erneuerbaren Quellen bis 2030 voraussichtlich mehr als verdoppeln. Diese Entwicklung wird vor allem durch Solarenergie getragen, findet jedoch in einem Umfeld statt, das von Lieferkettenproblemen, finanziellen Engpässen und regulatorischen Hürden geprägt ist.

Auch die Internationale Agentur für erneuerbare Energien zeigt, dass das Tempo noch nicht ausreicht, um die globalen Ziele zu erreichen. 2024 wurden weltweit rund 582 Gigawatt an erneuerbarer Leistung installiert. Um die auf der Uno-Klimakonferenz von Dubai vereinbarte Verdreifachung bis 2030 zu schaffen, wären jährlich über 1100 Gigawatt nötig. Trotzdem wächst das Vertrauen in die Zukunft des Sektors. Immer mehr Investitionen fließen in nachhaltige Technologien, und jedes Jahr entstehen neue Geschäftsmodelle, die Effizienz, Digitalisierung und Klimaschutz verbinden.

Für Gründer:innen bedeutet das: Der Weg mag lang und anspruchsvoll sein, aber er führt in eine Zukunft mit enormem Potenzial. Der Energiemarkt ist kein Ort für schnelle Gewinne, sondern für nachhaltige Wirkung. Wer Geduld und strategische Klarheit mitbringt, gestaltet aktiv die Energiezukunft und baut zugleich ein stabiles, wachsendes Unternehmen auf.

„Geduld ist im Energiemarkt keine Schwäche, sondern die Kraft, mit der echter Wandel möglich wird.“

Bild Fotograf Moritz Leisen

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Online durchstarten in 24 Stunden

0
Website und Domain für mehr Sichtbarkeit online Renata Jaffe @ STRATO

So wird deine Idee zur Website

Gewerbeanmeldung, Domain, Website – was früher Wochen in Anspruch nahm, lässt sich heute an einem Nachmittag erledigen. Die technischen Hürden sind gefallen, die Infrastruktur ist bereit, und der Anspruch an digitale Sichtbarkeit hat sich in nahezu allen Branchen zu einem Standard entwickelt. Wer heute mit einer Idee startet, kann noch am selben Tag online gehen – vorausgesetzt, man weiß, welche Schritte dafür die richtigen sind.

Keine Gründung ohne Onlineauftritt

Technische Einstiegshürden, die früher spezialisierte Agenturen oder IT-Kenntnisse erforderlich machten, wurden durch benutzerfreundliche, browserbasierte Tools weitgehend eliminiert. Heute lassen sich Domain, Website und E-Mail in einem einzigen Workflow einrichten, ohne externe Hilfe und ohne Vorkenntnisse.

Gleichzeitig hat sich auch die Erwartungshaltung des Markts verschoben: Eine eigene Website mit professioneller E-Mail-Adresse wird nicht mehr als Option wahrgenommen, sondern als Voraussetzung für Glaubwürdigkeit. Wer keine professionell wirkende digitale Präsenz vorweist, vermittelt schnell einen unvorbereiteten oder wenig vertrauenswürdigen Eindruck, unabhängig von Branche oder Geschäftsmodell. Je früher ein Projekt digital find- und greifbar ist, desto schneller entsteht Vertrauen, Resonanz und im besten Fall der erste Auftrag.

Der erste Schritt: Die digitale Identität sichern

Alles beginnt mit der Wahl einer passenden Domain. Sie ist oft der erste Kontaktpunkt mit potenziellen Kundinnen und Kunden. Eine prägnante, gut lesbare Webadresse signalisiert Professionalität, schafft Wiedererkennbarkeit und stärkt das Vertrauen in die Marke. Domains, die dem Unternehmensnamen oder der zentralen Leistung klar entsprechen, sind leichter auffindbar, werden seltener falsch geschrieben und erhöhen die Chancen auf organischen Website-Traffic.

Auch die Wahl der Domain-Endung sollte bewusst getroffen werden: Länderspezifische Top-Level-Domains können Seriosität und lokale Verbundenheit ausdrücken, während international ausgerichtete Endungen mehr Reichweite versprechen. Entscheidend ist, dass die Domain sowohl technisch als auch strategisch zur Positionierung passt, denn sie wird zur Basis jeder weiteren digitalen Maßnahme.

Die Verfügbarkeit einer Wunschdomain lässt sich innerhalb weniger Sekunden über gängige Domainanbieter online prüfen. Ist sie frei, kann sie direkt reserviert und gebucht werden, meist mit wenigen Klicks und ohne technisches Vorwissen.

Schneller live dank Baukastenprinzip

Wenn die Domain steht, geht es an die Website: Sie zeigt, wofür dein Unternehmen steht und ist nach wie vor der erste Anlaufpunkt, wenn Interessierte sich über ein Unternehmen informieren – noch vor Bewertungsportalen und Social Media-Profilen. Für den ersten Eindruck zählen nicht primär Design oder Umfang, sondern Struktur, Verständlichkeit und Glaubwürdigkeit.

Nutzerinnen und Nutzer erwarten heute eine schnelle Orientierung: Wer bist du? Was bietest du an? Wie kann man dich kontaktieren? Wer hier präzise antwortet, reduziert Absprungraten und schafft Vertrauen. Eine schlüssige Navigation, mobiloptimierte Darstellung und an möglichen Kundenfragen orientierte Informationen sind heutzutage die Grundvoraussetzung. Ebenso unerlässlich ist ein rechtlich abgesicherter Auftritt mit Impressum und Datenschutzinformationen.

Besonders in frühen Gründungsphasen zählt nicht Perfektion, sondern Seriosität und Konsistenz. Eine einfache, aber durchdachte Website kann so zum wirkungsvollen Kern jeder initialen unternehmerischen Kommunikation werden, gerade dann, wenn andere Kanäle noch nicht etabliert sind.

Was manchen wie die größte Hürde erscheint, ist heutzutage schnell umgesetzt: Mithilfe sogenannter Website-Builder oder Homepage-Baukästen lässt sich eine eigene Website ohne Programmierkenntnisse direkt im Browser erstellen. Man wählt aus vorgefertigten Layouts, ergänzt Texte und Bilder, passt Farben oder Schriften an und kann die fertige Seite anschließend per Klick veröffentlichen.

Einige Anbieter haben ihre Baukästen inzwischen um hilfreiche KI-Funktionalitäten erweitert, die das Vorhaben sogar noch einfacher machen: Anhand ein paar eingegebener Stichworte entsteht etwa der durchdesignte Grundentwurf einer Unternehmens-Website, den man mit wenigen Handgriffen verfeinern und online stellen kann. Der gesamte Prozess ist intuitiv und dauert, je nach Inhalt, nicht viel mehr als eine Stunde.

Sichtbar ab Tag 1: So wirst du gefunden

Die technische Infrastruktur ist schon einmal die halbe Miete. Sichtbarkeit entsteht aber erst durch Auffindbarkeit. Das bedeutet: Die neue Website sollte so schnell wie möglich bei Suchmaschinen registriert und mit einem Google Business-Profil verknüpft werden. Bei lokal arbeitenden Unternehmen ist dies der Schlüssel zur regionalen Auffindbarkeit. Auch klassische Online-Verzeichnisse und Branchenportale helfen beim digitalen Fußabdruck.

Ideal ist es, wenn der gewählte Website-Hoster Online-Marketing-Tools für die einfache Portalverwaltung, Wettbewerbsbeobachtung oder Bewertungsmanagement gleich mitbringt.

Zur Sichtbarkeit gehört zudem auch ein professioneller E-Mail-Account, der mit der eigenen Domain verknüpft ist. Wer als Kundin oder Kunde eine Anfrage an info@max-malerbetrieb.de schreibt, erwartet etwas anderes als bei maxmaler123@gmail.com. In vielen Branchen ist dieser Unterschied ein echter Vertrauensfilter, gerade im B2B-Umfeld oder bei höherpreisigen Dienstleistungen.

Auch in Ausschreibungen oder bei Netzwerkveranstaltungen ist die professionelle Mail-Adresse ein nicht zu unterschätzender Türöffner. Die meisten Hosting-Anbieter ermöglichen ganz unkompliziert parallel zum Website-Setup auch direkt die Einrichtung eines dazugehörigen E-Mail-Postfachs.

Weniger Tools, mehr Wirkung: Der MVP-Ansatz

Dass Gründung heute an einem Nachmittag möglich ist, liegt nicht nur an technischen Fortschritten, sondern auch an einem veränderten Mindset. Der sogenannte MVP-Ansatz, also der Start mit einem „Minimum Viable Product“, hat sich längst auf digitale Gründungsprozesse übertragen. Eine einfache Website mit klarer Positionierung und Kontaktoption genügt oft, um erste Gespräche, Testverkäufe oder Kooperationen zu initiieren.

Die Kunst liegt also nicht im Ausprobieren möglichst vieler digitaler Helfer für Sonderthemen, sondern in der Auswahl weniger, funktionaler Lösungen, die nahtlos zusammenspielen, wenn es um den Online-Auftritt geht. Im Idealfall stammen Domain, Website, E-Mail und eventuell erste Marketingmaßnahmen aus einem Ökosystem. Das spart Zeit, verringert den Supportbedarf und sorgt dafür, dass auch ohne IT-Abteilung im Hintergrund alles technisch reibungslos funktioniert.

Fazit: Schnell starten war nie einfacher

Der Einstieg ins Unternehmertum ist heute so zugänglich wie nie. Binnen eines Nachmittags lässt sich eine Geschäftsidee digital sichtbar machen. Dafür braucht es kein großes Budget oder technisches Know-how, sondern einen klaren Plan, realistische Erwartungen und einen halben Tag Zeit.

Bild @ STRATO

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Bioökonomie Startups – grüne Innovation aus dem Labor

0
Bioökonomie Startups: Grüne Innovation und nachhaltige Biotechnologie Image by andreas_baetz from Pixabay

Die Zukunft der Wirtschaft wächst nicht nur digital, sondern biologisch. Während Technologieunternehmen Algorithmen optimieren, erschaffen junge Biotech-Firmen Materialien, Energie und Produkte aus nachwachsenden Ressourcen. Bioökonomie Startups, grüne Innovation und nachhaltige Biotechnologie sind die neuen Treiber einer Wirtschaft, die Natur und Fortschritt intelligent verbindet.

Bioökonomie Startups – wenn Natur zur Ressource der Zukunft wird

Die Bioökonomie beschreibt ein Wirtschaftssystem, das biologische Ressourcen – also Pflanzen, Mikroorganismen oder Abfälle – nutzt, um neue, nachhaltige Produkte zu entwickeln. Bioökonomie Startups spielen dabei eine Schlüsselrolle: Sie verwandeln wissenschaftliche Forschung in marktfähige Innovationen.

Ob Bioplastik aus Algen, Leder aus Pilzen oder Energie aus Abfällen – die Ideen sind so vielfältig wie revolutionär. Startups wie das Berliner Unternehmen Made of Air stellen biobasierte Materialien her, die CO₂ speichern statt freisetzen. Das österreichische Startup Lignovations nutzt Holzbestandteile, um natürliche UV-Filter für Kosmetikprodukte zu entwickeln.

Diese Beispiele zeigen: Biologische Prozesse werden zum Werkzeug, um Klimaschutz und Wirtschaftswachstum zu vereinen.

Grüne Innovation – Nachhaltigkeit trifft Hightech

Grüne Innovation bedeutet, ökologische Verantwortung und wirtschaftliche Effizienz zusammenzudenken. Für viele junge Gründer:innen ist sie längst kein Trend, sondern Leitbild.

Bioökonomische Innovationen entstehen an der Schnittstelle von Naturwissenschaft, Technologie und Unternehmertum. Startups arbeiten an Enzymen, die Textilien reinigen, ohne Wasser zu verschwenden, oder an Mikroorganismen, die CO₂ in wertvolle Rohstoffe umwandeln.

Diese grünen Innovationen zeigen, dass Hightech nicht im Gegensatz zur Natur steht – sondern durch sie inspiriert wird. Die neue Gründergeneration beweist, dass nachhaltige Lösungen kein Kompromiss, sondern der nächste logische Schritt der industriellen Evolution sind.

Nachhaltige Biotechnologie – Fortschritt aus der Petrischale

Nachhaltige Biotechnologie ist das Fundament der Bioökonomie. Sie ermöglicht, natürliche Prozesse gezielt zu nutzen oder nachzubilden. Statt fossiler Rohstoffe nutzt sie das, was wächst – und schafft daraus Produkte, die Umwelt und Klima schonen.

In der Landwirtschaft entwickeln Biotech-Startups Mikroorganismen, die Pflanzen stärken, anstatt Chemikalien einzusetzen. In der Modeindustrie entstehen biobasierte Textilfasern, die sich vollständig recyceln lassen. Und in der Chemie ersetzt nachhaltige Biotechnologie synthetische Verfahren durch biologische Alternativen.

Ein Beispiel: Das finnische Startup Solar Foods produziert ein Proteinpulver aus CO₂ und erneuerbarer Energie – ein Lebensmittel, das buchstäblich aus Luft entsteht. Solche Innovationen zeigen das Potenzial einer neuen industriellen Revolution.

Bioökonomie als Wirtschaftsfaktor

Die Bioökonomie Startups sind längst mehr als eine ökologische Nische. Laut der Europäischen Kommission arbeiten in der Bioökonomie bereits über 17 Millionen Menschen. Sie erwirtschaftet rund 2,4 Billionen Euro jährlich – Tendenz steigend.

Für viele Länder wird sie zu einem strategischen Wirtschaftszweig. Deutschland, Österreich und Skandinavien fördern gezielt biobasierte Innovationen, um sich unabhängiger von fossilen Ressourcen zu machen.

Das Spannende: Bioökonomie bedeutet nicht nur Umweltschutz, sondern auch ökonomische Stabilität. Biobasierte Rohstoffe sind erneuerbar, regional verfügbar und schaffen neue Wertschöpfungsketten – von der Forschung bis zur Produktion.

Grüne Innovation braucht Mut und Kapital

So viel Potenzial, so viele Herausforderungen: Bioökonomie Startups haben oft lange Entwicklungszyklen und benötigen spezielle Laborausstattung – das erfordert Kapital und Geduld.

Impact-Investoren und öffentliche Förderprogramme spielen hier eine entscheidende Rolle. Sie unterstützen Projekte, die ökologischen Nutzen mit wirtschaftlicher Tragfähigkeit verbinden. Immer mehr Fonds erkennen das Potenzial dieser Branche und investieren gezielt in nachhaltige Biotechnologie.

Doch nicht nur Geld ist wichtig – auch Kommunikation. Gründer:innen müssen komplexe wissenschaftliche Konzepte so erklären, dass Investor:innen, Medien und Konsument:innen sie verstehen.

Die neue Generation nachhaltiger Pioniere

Die Gründer:innen hinter den Bioökonomie Startups sind Biolog:innen, Chemiker:innen und Ingenieur:innen – aber auch Visionäre, die Wirtschaft neu denken. Sie wollen keine Produkte verkaufen, sondern Prozesse verändern.

Ihr Ziel: Eine regenerative Wirtschaft, in der Ressourcen wiederkehren, statt zu verschwinden. In dieser Denkschule zählt nicht nur, was produziert wird, sondern auch, was zurückgegeben wird.

Diese Startups zeigen, dass die Zukunft nicht digital oder biologisch ist – sie ist beides.

Fazit

Bioökonomie Startups, grüne Innovation und nachhaltige Biotechnologie bilden das Fundament einer neuen, regenerativen Wirtschaft. Sie beweisen, dass Umweltschutz, Forschung und Profit sich nicht ausschließen, sondern gegenseitig verstärken.

Die Wirtschaft der Zukunft wächst im Labor – und sie wächst nachhaltig. Wer heute in Bioökonomie investiert, gestaltet nicht nur Märkte, sondern Lebensgrundlagen.

Bild Image by andreas_baetz from Pixabay

Warum verändert der Zugang zu neuen Investments gerade so viel für Privatanleger?

0
NAO Investments Private Equity für Privatanleger Robin Bilder NAO @ Izzy Dempsey Photo

NAO ermöglicht Privatanlegern einfachen Zugang zu alternativen Anlageklassen und öffnet damit Investmentchancen, die bisher fast ausschließlich institutionellen Investoren vorbehalten waren

Wie würden Sie NAO einem privaten Anleger erklären, der bisher nur in klassische Anlageformen wie ETFs investiert hat?

NAO ist der erste mobile Broker für Private und Alternative Investments – also Anlageklassen abseits der Börse. Stell Dir vor, Du könntest genauso einfach in Private Equity, Venture Capital oder Infrastrukturprojekte investieren wie in einen ETF, mit drei Klicks und ab 1 Euro. Genau das ermöglichen wir. Unser Co-Investment-Ansatz bringt Anlageklassen, die institutionellen Investoren über Jahrzehnte Überrenditen beschert und die Portfolios besser diversifiziert haben, auf das Smartphone von Privatanlegern.

Was war der entscheidende Impuls zur Gründung von NAO – und wie haben Sie drei Gründer zusammengefunden?

Der Impuls entstand aus einem krassen Kontrast, den ich über Jahre erlebt habe. Ich habe dual bei der Hypovereinsbank studiert und bin dann in ein Midcap-Team eingestiegen, wo ich Mittelständler mit bis zu einer Milliarde Umsatz in Süddeutschland betreut habe. Mein Fokus lag auf komplexen Finanzierungen, wie Firmenkäufe. Einer meiner Kunden verkaufte seine Firma an einen Private-Equity-Fonds und suchte jemanden, der mit ihm in Berlin ein Family Office aufbaut. So kam ich 2020 zur ZEITGEIST GROUP, mit der ich auch später Zeitgeist X Ventures, einen Frühphasen-VC, aufgebaut habe.

Dort habe ich beide Seiten gesehen: Im Family Office hatte ich Zugang zu den besten Private-Market-Deals – Infrastruktur, Private Equity, Venture Capital. Im VC habe ich in Fintechs wie Bling oder UnitPlus investiert, die versuchen, die Geldanlage von Grund auf zu verändern. Dabei wurde mir klar: 99 Prozent der Menschen werden von Vermögensverwaltern und Privatbanken ignoriert, weil ihr Vermögen nicht ausreicht und weil es noch so viel Optimierungspotenziale bei der Geldanlage gibt. Das schien mir nicht fair, da institutionelle Anleger einfachen Zugang zu extrem spannenden Anlagen haben und stark auf Private Market Investments setzen.

Diese strukturelle Ungerechtigkeit wollte ich aufbrechen. Mit Amel Hasanovic habe ich jemanden gefunden, der diese Mission genauso brennend verfolgt. Ich habe NAO 2022 gegründet und er komplettierte das Team Anfang 2023 und löst damit Philipp Novakowski als Interims CTO ab, um genau das möglich zu machen: institutionellen Zugang für alle – ab 1 Euro, komplett digital per App.

Ihr Ziel ist es, den Zugang zu alternativen Anlageklassen zu demokratisieren. Wie setzen Sie diese Vision konkret um?

Demokratisierung bedeutet für uns drei Dinge: Erstens haben wir die Kapitalhürde radikal von bisher typischerweise 200.000 Euro auf 1 Euro gesenkt. Zweitens eliminieren wir die Komplexitätsbarriere durch unsere mobile App. Drittens, und das ist entscheidend, arbeiten wir nur mit Top-Tier-Managern wie Goldman Sachs Asset Management oder Partners Group zusammen. Dadurch bekommen wir Investmentqualität und Konditionen, die normalerweise nur Family Offices bekommen.

Viele Privatanleger scheuen sich vor Investments in Private Equity oder Infrastruktur. Wie nehmen Sie diesen Anlegern die Hemmschwelle?

Die Hemmschwelle ist berechtigt, denn diese Assetklassen sind komplex. Unser Ansatz ist Bildung durch Handeln: Anleger:innen können mit 1 Euro einsteigen und lernen, wie Private Debt, Private Equity und Infrastruktur funktionieren, ohne Angst vor Verlusten zu haben, die wehtun oder existenzbedrohend sind. Darüber hinaus setzen wir auch stark auf Bildungsinhalte und Edukation über diverse Kanäle: nicht nur mit einem Blog, sondern mit persönlichen Gesprächen, einem Podcast oder physischen Events. Außerdem kuratieren wir streng. Nicht jeder Fonds kommt auf die Plattform, sondern nur solche, hinter denen wir auch selbst stehen. Diese Qualitätssicherung schafft Vertrauen. Ich bin beispielsweise in jeden Fonds, den wir auf NAO anbieten, investiert.

Welche Rolle spielt Technologie bei NAO, um komplexe Anlagemöglichkeiten einfach und transparent zu gestalten?

Technologie ist unser Hebel, um etwas zu skalieren, was früher nur mit viel manuellem Aufwand zugänglich war. Wir automatisieren Due-Diligence-Prozesse, Risikobewertungen, Reporting und Tradingprozesse. Im Hintergrund laufen komplexe Schnittstellen zu Depotbanken, Fondsadministratoren und KYC-Systemen. Vorne sieht der/die Nutzer:in nur eine klare Oberfläche: Chance, Risiko, Laufzeit – investieren. Diese Abstraktion ist unsere technologische Kernleistung.

Was unterscheidet NAO von anderen digitalen Investmentplattformen, die ebenfalls in alternative Assets investieren lassen?

NAO steht für kompromisslose Qualität. Nur einer von sieben geprüften Fonds schafft es auf unsere Plattform. Wir arbeiten ausschließlich mit herausragenden Asset-Managern zusammen und bieten nur Fonds an, von denen wir selbst vollkommen überzeugt sind. Dazu kommt der Zugang zu vielfältigen Strategien von Private Equity und Venture Capital über Infrastruktur bis hin zu Private Debt oder Hedgefonds. Bei NAO gibt es all das vorkuratiert ab 1 Euro. Ein weiterer Punkt ist unser persönlicher Service. Wenn unsere Nutzer:innen Fragen haben, bekommen sie werktags innerhalb von 15 Minuten eine Antwort per Chat oder Telefon. Diese Kombination aus institutioneller Qualität, Investmentchancen über alle alternativen Anlageklassen hinweg und echtem Service macht uns einzigartig am Markt.

Welche regulatorischen oder finanziellen Hürden mussten Sie bisher überwinden, um Ihr Angebot auf den Markt zu bringen?

Die größte Herausforderung war das Spannungsfeld zwischen Anlegerschutz und Zugänglichkeit. Alternative Investments sind per Definition weniger liquide und komplexer. Die BaFin stellt hohe Anforderungen an Aufklärung und Prozesse. Und das zu Recht. Wir mussten Strukturen entwickeln, die regulatorisch sauber sind, aber trotzdem Kleinstbeträge ermöglichen. Die Zusammenarbeit mit der Baader Bank als Depotbank und eine sorgfältige Produktstrukturierung waren entscheidend. Da durch Co-Investments die Mindestinvestitionen bei den Fonds selbst nicht wegfallen, sondern nur auf viele Schultern verteilt werden, mussten wir finanziell in den ersten Stunden unserer Aktivität erst mal ausreichend Kapital einsammeln und selbst recht viel investieren. In der Zwischenzeit stellt das aufgrund unseres Wachstums trotz vieler verschiedener Investment-Strategien bei NAO keine Herausforderung mehr dar.

Wie reagieren Banken und traditionelle Finanzinstitute auf Ihr Modell, das den Markt für Privatanleger öffnet?

Positiv! Viele Asset Manager saßen auf hervorragenden Private-Market-Produkten, hatten aber keine Vertriebswege zu Kleinanleger:innen. Privatbanken bedienen in ihren Wealth Management Einheiten meist ab 5.000.000 Euro aufwärts, darunter war ein weißer Fleck beim Private Market Vertrieb. Wir erschließen diesen Markt. Für Banken wie UBS sind wir der Distributionspartner, der eine neue Zielgruppe mit bestehenden Produkten erreicht. Das ist eine Win-win-Situation. Natürlich gibt es auch Skepsis bei manchen traditionellen Playern, aber die Innovation setzt sich durch.

Welche Zielgruppe spricht NAO besonders an – und wie haben sich die Erwartungen dieser Kundengruppe seit dem Start verändert?

Anfangs waren es vor allem Finanz-Nerds, Profis und Early Adopters, die Private Equity schon kannten und Zugang gesucht haben. Heute sehen wir eine Verschiebung: Viele Nutzer:innen kommen neu zu Alternative Investments, weil sie nach Diversifikation jenseits des klassischen 60/40-Portfolios suchen. Sie wollen verstehen, wie professionelle Investoren investieren. Das verändert auch unsere Kommunikation – von „hier ist Dein Access“ zu „hier lernst Du, wie institutionelle Allokation funktioniert“.

Wohin soll sich NAO in den nächsten Jahren entwickeln. Gibt es Pläne, das Angebot oder die Märkte zu erweitern?

Unser Ziel ist klar: NAO soll in Europa zum Synonym für Private-Market-Investments werden. Geografisch expandieren wir schrittweise. Nach unserem Launch in Deutschland in 2023 sind wir mittlerweile auch in Österreich und den Niederlanden aktiv. Weitere Märkte werden folgen.

Wie definieren Sie Erfolg – in einem Umfeld, das stark von Vertrauen und Transparenz geprägt ist?

Erfolg messen wir letztlich an der Zufriedenheit unserer Kund:innen. Metriken wie Nutzerzahlen sind schön – wir haben mittlerweile einen fünfstelligen Kundenstamm – aber entscheidend ist: Bauen Menschen durch NAO wirklich nachhaltig Vermögen auf? Die zweifache Auszeichnung mit dem FinTech Germany Award zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Aber ich messe Erfolg daran, ob jemand in zehn Jahren sagt: „NAO hat mir Zugang zu spannenden Renditechancen gegeben und mein Portfolio stabiler gemacht.“

Welche drei Ratschläge würden Sie anderen Gründerinnen und Gründern mit auf den Weg geben, die ein FinTech im Investmentbereich aufbauen möchten?

Erstens: Unterschätze nie die Regulierung. Sie ist nicht Dein Feind, sondern schafft einen sicheren Rahmen, aber sie wird Dich verlangsamen. Plane sie von Tag eins ein und such Dir früh echte Experten. Zweitens: Im Finanzbereich gewinnt man nicht unbedingt durch die beste Technologie, sondern durch Vertrauen. Transparenz, keine Abkürzungen, kein Marketing-Bullshit. Drittens: Partnerschaften sind alles. Du kannst nicht alleine gegen etablierte Player antreten. Such Dir Verbündete, die Deine Vision teilen, die Glaubwürdigkeit haben, die Dir als Startup fehlt. Und ja: Das dauert. Viel auch länger als erwartet, aber es lohnt sich.

Bild Robin Binder © Izzy Dempsey Photo

Wir bedanken uns bei den Robin Binder für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Wie gelingt ein Technologiesprung, den viele für unmöglich hielten?

0
eleQtron MAGIC-Technologie und Quantencomputing eleQtron CEO Jan Leisse (c) sichtplan

eleQtron entwickelt Quantencomputer auf Basis der MAGIC-Technologie und macht damit leistungsfähiges, skalierbares Quantencomputing bereits heute für Forschung und Industrie nutzbar

Was war der erste Moment, in dem Ihnen klar wurde: Wir haben mit eleQtron eine echte Chance, Quantencomputing marktfähig zu machen?

Der Moment kam ziemlich schnell nach meinem ersten Gespräch mit Christof und Michael. Was sie mir damals erzählten – dass sie an der Uni Siegen an der weltweit einzigartigen MAGIC-Technologie forschen – klang zuerst total verrückt. Aber gleichzeitig war da dieses klare Gefühl: Wenn das funktioniert, dann kann es richtig groß werden. Als wir dann den ersten Industrieauftrag gewonnen haben, war klar – wir haben hier nicht nur gute Forschung, sondern eine echte Chance, Quantencomputing aus dem Labor in die Industrie zu bringen.

Viele sprechen über Quantencomputer als Zukunftstechnologie. Was macht Ihre Lösung mit der MAGIC-Technologie im Hier und Jetzt bereits real nutzbar?

Wir haben das große Glück – und das große Ziel – mit unserer MAGIC-Technologie etwas anbieten zu können, das heute schon funktioniert. Unsere Qubits werden mit Mikrowellen gesteuert, nicht mit Lasern. Das macht unsere Systeme deutlich besser skalierbar. Unserer Maschinen stehen schon heute beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt und im Forschungszentrum Jülich. Quanten Computing made in Germany ist als schon längst Realität.

Warum setzen Sie bei eleQtron auf Mikrowellen statt Laser – und welchen Unterschied macht das konkret in Leistung und Skalierbarkeit?

Systeme, die auf Lasersteuerung von Qubits basieren, sind sehr präzise. Die benötigten Laser allerdings sind extrem teuer, komplex und fehleranfällig. Mikrowellen hingegen sind eine vergleichsweise günstige Technologie, lassen sich besser kontrollieren, sie sind robuster und technisch ausgereift. Genau das nutzen wir bei unserer MAGIC-Technologie. Unsere Qubits lassen sich so genau steuern und die Systeme sind besser skalierbarer. Und genau darum geht es: Wer mit Quantencomputern die großen Probleme der Menschheit lösen will, muss groß denken – und skalierbar bauen.

eleQtron ist eines der ersten deutschen Unternehmen, das funktionierende Quantencomputer verkauft hat. Was war nötig, um diesen Meilenstein zu erreichen?

In erster Linie: Vertrauen in die eigene Vision und ein extrem starkes Team. Wir haben unsere Wurzeln in der Spitzenforschung, der erste Quantencomputer Deutschlands wurde bereits 2012 bei uns an der Uni in Siegen gebaut. Die wissenschaftliche Grundlage ist also hervorragend. Um ein funktionierendes Unternehmen aufzubauen, war es aber entscheidend, Partner zu finden, die bereit sind, mit uns diesen Weg zu gehen. Und natürlich braucht es Förderer und Investoren, die verstehen, dass DeepTech nicht in Quartalszahlen tickt, sondern in Durchbrüchen.

Wie erklären Sie jemandem außerhalb der Tech-Welt, was in einem Quantencomputer wirklich passiert?

Ein klassischer Computer rechnet Schritt für Schritt – wie ein sehr schneller Buchhalter. Ein Quantencomputer ist eher ein Orchester: Er spielt alle Möglichkeiten gleichzeitig durch und findet die beste Lösung. Dadurch kann er Probleme lösen, an denen klassische Rechner scheitern – etwa in der Materialentwicklung oder Medikamentenforschung. Das klingt abstrakt, aber es wird in den nächsten Jahren ganz konkrete Auswirkungen auf unser Leben haben.

In nur fünf Jahren sind Sie vom Laborgerät zum 24/7-System gekommen – was war der Schlüssel zu dieser Geschwindigkeit?

Ehrlich gesagt: unser Team. Wir haben früh auf Vielfalt gesetzt – fachlich und menschlich. Unser Team besteht aus internationalen Expertinnen und Experten aus Physik, Engineering, Software und Business. Diese Kombination macht uns schnell und kreativ in der Lösung von Herausforderungen. Dazu kommt unsere klare Vision: Wir wollen nicht irgendwann marktreif sein – wir wollen jetzt echte Lösungen liefern. Und daran arbeiten wir jeden Tag.

Welche Rolle spielen Ihre Partner wie das DLR oder das Forschungszentrum Jülich bei der Weiterentwicklung von eleQtron?

Unsere Kunden wie das DLR und das Forschungszentrum Jülich spielen natürlich eine bedeutende Rolle. Jülich etwa bringt die Verbindung zu Höchstleistungsrechnern und industriellen Anwendungen. Mit dem Projekt EPIQ zeigen wir, wie ein hybrides Quanten-/Supercomputer-System aus Deutschland Realität wird. Das DLR als öffentlicher Auftraggeber hat auch echte Signalwirkung. Das schafft Vertrauen und öffnet Türen zu neuen Märkten.

Wie bewerten Sie die europäische Position im globalen Wettlauf um Quantencomputing? Braucht Europa eine eigene strategische Tech-Souveränität?

Unbedingt. Wir haben alles, was es braucht: weltweit führende Universitäten, exzellente Forschung, starke Industrie, und eine Politik, die an Fortschritt glaubt – aber wir investieren oft zu zögerlich. Wenn die USA oder China vorlegen, sollten wir nicht nur applaudieren, sondern mit eigener Stärke dagegenhalten. Wir brauchen in Europa mehr Mut, mehr Kapital und mehr strategischen Fokus. Sonst riskieren wir, dass Quantencomputing – trotz bester Voraussetzungen – an uns vorbeizieht.

IBM, Google, Microsoft – die Giganten investieren Milliarden. Was braucht es, um als deutsches DeepTech-Startup in diesem Umfeld zu bestehen?

Wir haben nicht dieselben Budgets – aber wir haben die bessere Technologie. Und die Geschwindigkeit, die ein Startup mit klarem Fokus entwickeln kann, ist nicht zu unterschätzen. Was uns hilft? Mutige Investoren, starke Partner – und ein politisches Umfeld, das DeepTech versteht. In der Quantentechnologie geht es nicht um inkrementelle Verbesserung. Es geht um echte Durchbrüche – und dafür braucht es Rahmenbedingungen, die das zulassen.

Worauf kommt es Ihrer Meinung nach an, damit DeepTech aus Deutschland auch über fünf oder zehn Jahre hinaus erfolgreich bleibt?

Wir brauchen mehr Menschen, die an Zukunft glauben – in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. DeepTech funktioniert nicht nach dem Prinzip „Copy-Paste aus den USA“. Wir müssen unsere eigene Stärke ausspielen – in Engineering, in Systemdenken, in Technologie made in Germany. Aber dafür braucht es auch Kapital, Geduld und eine politische Agenda, die Zukunftstechnologie nicht nur fördert, sondern ermöglicht.

Wie wichtig war die jüngste Förderung durch den European Innovation Council für Ihre weitere Skalierung?

Das EIC-Programm war extrem kompetitiv – umso größer war die Bestätigung, dass unsere integrierte On-Chip-Ionenfalle überzeugt hat. Diese Förderung, bestehend aus einem 2,5 Mio. € Grant und einem Equity-Anteil von 10 Mio. €, wird uns ein neues Level ermöglichen – sowohl technologisch als auch international. Generell können wir mit solchen Förderungen unsere Roadmap beschleunigen und gleichzeitig das Vertrauen privater Investoren stärken.

Was sind die nächsten großen Schritte für eleQtron – technologisch, wirtschaftlich und vielleicht auch politisch?

Technologisch geht es um den Ausbau der MAGIC Plattform, also mehr Qubits, bessere Performance, mehr Anwendungen. Wirtschaftlich wollen wir weitere Systeme in die Industrie bringen – mit starken Partnern an unserer Seite. Und politisch? Da wünsche ich mir, dass wir in Deutschland und Europa schneller dabei werden, unsere technologische Souveränität aktiv voranzutreiben – Startups wie eleQtron kämpfen dafür an vorderster Front.

Welchen Rat geben Sie Gründern, die in hochkomplexen, forschungsnahen Feldern wie Quantencomputing unternehmerisch durchstarten wollen?

Sucht euch ein Team, das euch ergänzt – nicht spiegelt. Geht raus mit euren Ideen, testet sie. Und bleibt beharrlich. Forschung ist der Anfang – Unternehmertum macht daraus Wirkung. Und wenn euch Leute sagen: „Das klingt zu verrückt“ – dann seid ihr wahrscheinlich auf dem richtigen Weg.

Bild: eleQtron CEO Jan Leisse (c) sichtplan

Wir bedanken uns bei den Jan Leisse für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Wie verändert KI den Zugang zu neuen Medikamenten?

0
Cellbyte Wie KI HTA Prozesse im Market Access Bild Felix Steinbrenner, Co-CEO und Mitgründer (links) Daniel Moreira, Co-CEO und Mitgründer (mittig) Samuel Moreira: CTO und Mitgründer (rechts) Fotocredit Cellbyte

Cellbyte entwickelt eine KI Plattform, die Pricing und Market Access Teams in der Pharmaindustrie dabei unterstützt, komplexe Analysen in Sekunden durchzuführen und fundierte Entscheidungen deutlich schneller zu treffen

Wie ist die Idee zu Cellbyte entstanden und welche Erfahrungen aus Ihrem bisherigen Werdegang haben Sie in die Gründung einfließen lassen?

Die Idee zu Cellbyte ist unmittelbar aus Daniels Arbeit bei der Life-Science-Beratung Simon-Kucher entstanden. Dort hat er erlebt, wie mühsam und zeitaufwendig die Vorbereitung zur Markteinführung neuer Medikamente ist: Daten aus klinischen Studien, HTA-Verfahren, Preisverhandlungen und regulatorischen Quellen müssen manuell recherchiert, aufbereitet und auf Fehler geprüft werden. Aus unserer langjährigen Erfahrung im Pharma- und Datenbereich wissen wir daher sehr genau, wo in diesen Prozessen die größten Effizienzverluste entstehen. Gleichzeitig haben wir beobachtet, wie generative KI grundlegend verändert, wie Expertinnen und Experten Informationen suchen und verarbeiten. Cellbyte bringt diese beiden Welten zusammen: tiefes Branchenwissen und modernste KI-Technologie, um P&MA-Teams deutlich schneller, präziser und strategischer arbeiten zu lassen.

Was war der entscheidende Moment, an dem Ihnen klar wurde, dass künstliche Intelligenz den Marktzugang in der Pharmaindustrie revolutionieren kann?

Der entscheidende Moment kam 2023, als wir erstmals erlebt haben, wie leistungsfähig selbst frühe generative KI-Modelle wie GPT-3.5 im Arbeitsalltag von Pricing- & Market-Access-Teams sein können. Plötzlich war es möglich, umfangreiche PDF-Dokumente – etwa HTA-Berichte oder klinische Dossiers – innerhalb von Sekunden zu strukturieren, zu vergleichen und zu analysieren. Arbeitsschritte, die zuvor Stunden oder sogar Tage manueller Recherche erfordert hatten, ließen sich auf Minuten reduzieren. In diesem Moment wurde uns klar: Wenn bereits eine frühe Modellgeneration solche Effizienzsprünge ermöglicht, dann wird jeder weitere technologische Fortschritt den Marktzugang grundlegend verändern. Genau daraus entstand die Idee für Cellbyte – eine Plattform, die generative KI gezielt für die komplexen Anforderungen im P&MA einsetzt und hochqualifizierte Expertinnen und Experten massiv entlastet.

Cellbyte möchte komplexe Analysen im Bereich Pricing & Market Access in Sekunden ermöglichen. Wie funktioniert das konkret und welche Technologie steckt dahinter?

Cellbyte ist eine KI-Plattform, die Fachleuten ermöglicht, komplexe Fragen zu regulatorischen Daten, HTA-Bewertungen, Preisstrategien oder Erstattungsbedingungen in Sekunden zu beantworten. Dafür kombinieren wir vier technologische Ebenen:
Ein Netzwerk proprietärer Datenbanken, das Informationen aus über 100 vertrauenswürdigen Quellen – darunter regulatorische Behörden, öffentliche Preislisten und HTA-Gremien – strukturiert zusammenführt.
Ein hochpräzises Retrieval-System, das diese Daten kontextbezogen filtert, zusammenfasst und optimal für KI-Modelle aufbereitet.
Eigene KI-Modelle, die speziell für die Anforderungen und Fragestellungen im P&MA entwickelt und feinabgestimmt wurden.
Eine natürliche, steuerbare Application Layer, die es erlaubt, über einfache Spracheingaben komplexe Analysen auszulösen – von der Evidenzrecherche bis hin zur Ableitung strategischer Szenarien.
So entsteht eine End-to-End-Plattform, die nicht nur Informationen liefert, sondern faktenbasierte, belastbare und direkt umsetzbare Handlungsempfehlungen.

Welche Art von Daten nutzt Ihre Plattform, um Pharmaunternehmen bei Preisgestaltung und Marktzugang zu unterstützen?

Wir vereinen alle wichtigen Datenquellen, die für Pricing- und Market-Access-Teams relevant sind. Dazu gehören klinische Studiendaten, HTA-Berichte und Bewertungsdossiers, Gerichtsurteile, regulatorische Zulassungsinformationen, öffentliche Preisreferenzen und Erstattungsregeln, Evidenz zur Wettbewerbslandschaft und vieles mehr. Cellbyte verknüpft diese Quellen in einer gemeinsamen Struktur, erkennt Beziehungen zwischen Evidenz, Preisentscheidungen und regulatorischen Anforderungen und liefert daraus direkt verwertbare Insights für Preisstrategien und Launch-Planung.

Wie stellen Sie sicher, dass die Datenqualität und Aktualität Ihrer Informationen in einem so regulierten Umfeld wie der Pharmaindustrie gewährleistet sind?

In einem hoch regulierten Umfeld wie der Pharmaindustrie ist Datenqualität nicht verhandelbar. Deshalb setzen wir auf einen mehrschichtigen Ansatz zur Sicherstellung von Genauigkeit und Aktualität:
Regelmäßige, automatisierte Aktualisierungen aller relevanten öffentlichen Datenquellen
Mehrstufige Qualitätssicherung, die sowohl KI-basierte Prüfmechanismen als auch Reviews durch erfahrene Pharmaexpert:innen kombiniert
Validierte Datenpipelines mit strukturierten Qualitätschecks an jeder kritischen Stelle
Transparente Quellenangaben, sodass Nutzer jederzeit nachvollziehen können, auf welchen Dokumenten oder Evidenzen eine Antwort basiert
Strenge KI-Evaluierungsverfahren, speziell für regulatorische, medizinische und HTA-relevante Inhalte.
Darüber hinaus arbeiten wir eng mit Kundenteams zusammen und integrieren kontinuierlich Feedback aus realen Workflows – so stellen wir sicher, dass unsere Daten nicht nur korrekt, sondern auch praxisrelevant und sofort einsatzbereit sind.

Für welche Zielgruppe ist Cellbyte besonders relevant und wie gelingt es Ihnen, deren Bedürfnisse im Alltag wirklich zu treffen?

Unsere primäre Zielgruppe sind globale und lokale Pricing- und Market-Access-Teams in mittelgroßen und großen Pharmaunternehmen. Für sie lösen wir zentrale Herausforderungen des Arbeitsalltags: Informationsüberflutung, zeitintensive Recherchen, heterogene Datenquellen und der permanente Druck, unter anspruchsvollen Deadlines fundierte Entscheidungen zu treffen. Daneben arbeiten wir auch mit Beratungsdienstleistern verschiedener Größen zusammen, die Cellbyte zur Vorbereitung von Strategieprojekten oder Due-Diligence-Prozessen einsetzen. Um sicherzustellen, dass wir die tatsächlichen Bedürfnisse dieser Gruppen treffen, sprechen wir täglich mit Nutzerinnen und Nutzern, testen neue Funktionen in echten Workflows und entwickeln das Produkt gemeinsam mit ihnen kontinuierlich weiter. So stellen wir sicher, dass Cellbyte nicht nur technologisch führend ist, sondern reale Probleme im P&MA-Alltag löst.

Was unterscheidet Cellbyte von anderen datengetriebenen Tools im Pharma- oder Health-Tech-Bereich?

Drei Dinge:
Geschwindigkeit und Tiefe: Cellbyte beantwortet komplexe Fragen nicht nur in Sekunden, sondern liefert gleichzeitig ein außergewöhnlich tiefes, evidenzbasiertes Verständnis – von regulatorischen Details bis zu HTA-Argumentationen und Preisentscheidungen.
Spezialisierung: Wir sind kein generisches KI-Tool. Cellbyte wurde von P&MA-Expert:innen für P&MA-Expert:innen entwickelt und ist vollständig auf die spezifischen Anforderungen von Launch-Planung, Pricing und Erstattung ausgerichtet.
KI-native Plattform: Unsere Daten- und Produktarchitektur ist von Grund auf KI-zentriert aufgebaut. Das bedeutet: Mit jedem Fortschritt in der Modelltechnologie steigt automatisch auch die Leistungsfähigkeit unserer Plattform – in Qualität, Geschwindigkeit und analytischer Tiefe.

Welche Hürden mussten Sie als junges Unternehmen in einem stark regulierten Markt bisher überwinden?

Regulatorik, Datenschutz und Datenqualität sind im Gesundheitswesen nicht nur wichtig, sondern geschäftskritisch. Deshalb haben wir von Anfang an konsequent in robuste Compliance-Prozesse investiert, klare und nachvollziehbare Datenflüsse definiert und unsere KI-Modelle so trainiert, dass sie regulatorische Sensitivitäten und fachliche Nuancen verstehen. Eine weitere große Hürde war der Aufbau von Vertrauen. In dieser Branche trifft niemand Entscheidungen leichtfertig – zu Recht. Wir mussten zunächst zeigen, dass unsere Technologie zuverlässig, sicher und fachlich präzise arbeitet. Heute profitieren wir davon, dass wir dieses Vertrauen Schritt für Schritt durch Transparenz, Validierung und enge Zusammenarbeit mit unseren Kunden aufgebaut haben.

Wie sehen Sie die Rolle von KI im künftigen Marktzugang von Arzneimitteln – wird der Mensch irgendwann nur noch kontrollieren statt entscheiden?

KI wird Entscheidungen im Marktzugang künftig deutlich unterstützen, aber nicht ersetzen. Wir sehen die Rollenverteilung klar: Expert:innen definieren den strategischen Rahmen, und KI liefert in Sekunden die bestmögliche Analyse – umfassend, evidenzbasiert und konsistent. Die finale Entscheidung bleibt beim Menschen. Market Access wird damit eine strategische Disziplin bleiben, aber eine, die durch KI massiv beschleunigt und präziser gemacht wird. Statt weniger Verantwortung entsteht mehr Wirkung: Teams können sich auf Strategie, Argumentation und Verhandlung konzentrieren, während KI die datenintensiven Aufgaben übernimmt.

Wohin soll sich Cellbyte in den nächsten Jahren entwickeln. Arbeiten Sie bereits an weiteren KI-Lösungen oder internationalen Märkten?

Unser Ziel ist es, Cellbyte als führende KI-Plattform im Bereich Pricing & Market Access zu etablieren. Dafür entwickeln wir das Produkt in mehreren Dimensionen konsequent weiter:
Kontinuierliche Erweiterung der Datenbasis sowie der von Kundenteams gewünschten Funktionen
Noch stärker integrierte Workflows, die sich nahtlos in den Arbeitsalltag von P&MA-Teams einfügen
Leistungsfähige, globale Pricing-Simulationen, die angesichts der zunehmenden Relevanz von „Most-Favored-Nation“-Mechanismen – insbesondere in den USA – strategisch immer wichtiger werden
Auch geografisch denken wir weiter: Ab 2026 werden wir unsere Expansion in die USA deutlich intensivieren. Der Markt ist nicht nur extrem dynamisch, sondern bringt auch eine enorme Datenkomplexität mit sich – genau das Umfeld, in dem die Cellbyte KI-Plattform ihren größten Mehrwert entfaltet.

Welche persönlichen Lehren haben Sie aus der Gründung gezogen, die Sie anderen Gründerinnen und Gründern mit auf den Weg geben möchten?

Sprich früh und ständig mit Kunden. Ehrliches Feedback der Nutzer ist durch nichts zu ersetzen.
Fokussiere dich kompromisslos. Es ist unglaublich leicht, sich von Fundraising, Events oder Nebenprojekten ablenken zu lassen. Die besten Gründerinnen und Gründer konzentrieren sich darauf, etwas zu bauen, das Menschen wirklich wollen – und messen Fortschritt anhand weniger, klarer KPIs.
Bau ein Team auf, dem du vertrauen kannst. Die besten Produkte entstehen nicht aus PowerPoint-Folien, sondern aus echten Problemen und einer Mannschaft, die gemeinsam dafür brennt, sie zu lösen.

Was treibt Sie als Team am meisten an, wenn Sie auf die Zukunft des Gesundheitswesens und die Arbeit von Cellbyte blicken?

Unser Team vereint die Vision, die menschliche Gesundheit und das Wohlbefinden zu fördern, indem wir einen gerechten und zeitnahen Zugang zu Medikamenten für alle Patientinnen und Patienten ermöglichen. Wenn Pricing & Market Access-Teams effizienter arbeiten können, profitieren am Ende Millionen Menschen weltweit. Dieser Impact ist für uns der stärkste Antrieb.

Bild Felix Steinbrenner, Co-CEO und Mitgründer (links) Daniel Moreira, Co-CEO und Mitgründer (mittig) Samuel Moreira: CTO und Mitgründer (rechts) Fotocredit Cellbyte

Wir bedanken uns bei den Gründern für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Wie kann smarte Logistik den E-Commerce verändern?

0
Quivo: Logistik trifft E-Commerce für smarte Fulfillment Lösungen Quivo Founders Christoph Glatzl und Georg Weiß Fotocredit Quivo

Quivo ist ein technologiegetriebenes Fulfillment-Unternehmen, das E-Commerce-Marken durch automatisierte Logistiklösungen, smarte Software und internationale Lagerstandorte beim effizienten Wachstum unterstützt.

Was war die ursprüngliche Idee hinter Quivo und wie hat sich daraus das heutige Fulfillment-Unternehmen entwickelt?

Am Anfang wollten wir E-Commerce-Logistik einfacher und skalierbarer machen. Viele Start-ups und kleinere Unternehmen kämpften mit zu viel Handarbeit und wenig Struktur. Mit unserem Tech-Hintergrund haben wir den Quivo Connector entwickelt, der Online-Shops verbindet, Bestellungen synchronisiert und den Versand steuert. So können sich unsere KundInnen auf ihr Geschäft konzentrieren, während im Hintergrund alles läuft.

Wer steht hinter Quivo – können Sie uns etwas über das Gründerteam und die Motivation erzählen, in die Logistikbranche einzusteigen?

Wir kommen aus der digitalen Welt, haben aber auch in klassischen Logistikunternehmen gearbeitet. Dort haben wir gesehen, dass es kaum skalierbare und flexible Technologielösungen gibt, um moderne E-Commerce-Prozesse abzubilden. Vor allem kleinere Marken hatten oft keine Chance, weil Abläufe nicht auf ihre Bedürfnisse ausgelegt waren. Diese Lücke wollten wir schließen. Unsere Motivation war von Anfang an, Unternehmen jeder Größe nahtlose Logistik zu ermöglichen. Das treibt uns bis heute an.

Welche Vision verfolgt Quivo im E-Commerce-Fulfillment und wie soll diese in den nächsten Jahren umgesetzt werden?

Unsere Vision ist es, der führende tech-enabled Logistikpartner im E-Commerce zu sein. Wir wollen Abläufe schaffen, die sich nahtlos in jedes Shopsystem und jede Unternehmensgröße einfügen und das Wachstum unserer KundInnen nicht nur ermöglichen, sondern aktiv vorantreiben! Dafür investieren wir in Automatisierung, Datenintegration und klare Prozesse, damit sich Fulfillment wie ein Teil des eigenen Shops anfühlt.

Wie hilft Quivo Onlinehändlern dabei, ihre Logistikprozesse effizienter und skalierbarer zu gestalten?

In unserem Logistik-Cockpit, dem Connector, läuft alles zentral zusammen. Bestellungen werden automatisch verarbeitet, Bestände aktualisieren sich live und Versandregeln greifen im Hintergrund. Durch standardisierte Prozesse können wir fast alles abbilden und Systeme trotzdem individuell anpassen. Unsere Analysen zeigen, wo Bestände optimiert werden können, und die Multi-Carrier-Option sorgt für einen effizienten Versand. So schaffen wir maximale Effizienz im Tagesgeschäft.

Welche Zielgruppen sprechen Sie mit Ihrem Angebot besonders an und worauf legen diese Kunden bei der Zusammenarbeit mit einem Fulfillment-Partner am meisten Wert?

Unsere KundInnen sind vor allem D2C-Brands und Unternehmen mit Omnichannel-Ansatz, die wachsen und international expandieren wollen – unabhängig von ihrer Branche. Sie legen Wert auf skalierbare Lösungen, starke Technologie, globale Reichweite und faire Preise, die durch effiziente Prozesse möglich werden. Genau das bieten wir bei Quivo.

Was unterscheidet Quivo von anderen Anbietern im Bereich E-Commerce-Fulfillment und wo sehen Sie Ihr Alleinstellungsmerkmal?

Bei Quivo treffen Technologie und operative Umsetzung direkt aufeinander. Unsere Lagerstandorte weltweit laufen mit unserer eigenen Software, sodass KundInnen jederzeit wissen, was mit ihren Beständen, Aufträgen und Sendungen passiert. Durch die Zusammenarbeit mit GWC, dem größten Logistikunternehmen Katars, können wir unseren Unternehmen außerdem den einfachen Einstieg in die Golfregion ermöglichen. Diese Mischung aus digitaler Stärke, globaler Struktur und regionaler Nähe ist einzigartig im Fulfillment-Markt.

Welche technologischen Innovationen spielen bei Quivo eine zentrale Rolle, um Abläufe für Ihre Kunden zu automatisieren?

Unsere Plattform basiert auf offenen Schnittstellen und verbindet Shops, Lager und Versanddienstleister automatisch miteinander. So laufen Versandregeln, Etikettenerstellung und Tracking komplett ohne manuelle Eingriffe. Über den Quivo Connector können sich Händler außerdem per Knopfdruck mit Marktplätzen wie Amazon oder Zalando verbinden und neue Vertriebskanäle sofort nutzen. Das macht den Einstieg in neue Märkte so einfach wie nie!

QUIVO v.l.n.r. Christoph Glatzl, Matthew Kearns und GeorgWeiss
QUIVO v.l.n.r. Christoph Glatzl, Matthew Kearns und GeorgWeiss

Wie begegnen Sie den aktuellen Herausforderungen in der Logistikbranche, etwa steigenden Versandkosten oder Nachhaltigkeitsanforderungen?

Wir bieten Multi-Carrier-Versand an, um für unsere KundInnen immer die beste Versandoption zu finden. Durch regionale Standorte und effiziente Abläufe halten wir Wege kurz, senken Kosten und schonen die Umwelt. Einige unserer Standorte sind biozertifiziert, und wir verpacken, wo immer möglich, plastikfrei. Zudem profitieren unsere KundInnen von unseren starken Carrier-Verträgen, deren Vorteile wir bestmöglich weitergeben. Unser Fokus liegt auf Effizienz und Nachhaltigkeit in jedem Schritt.

Welche Rolle spielt Kundenzufriedenheit für Quivo und wie stellt ihr sicher, dass eure Servicequalität konstant hoch bleibt?

Kundenzufriedenheit ist für uns das wichtigste Feedback. Über den Connector können unsere KundInnen jederzeit den Status ihrer Aufträge verfolgen, direkt Support anfragen oder Feedback geben. Natürlich läuft nicht immer alles perfekt, das wäre utopisch. Aber wir arbeiten kontinuierlich daran, Prozesse zu verbessern und Lösungen schnell umzusetzen. So entsteht Vertrauen und eine echte, langfristige Zusammenarbeit.

Wie sieht die Wachstumsstrategie von Quivo aus – sind neue Standorte, Märkte oder Partnerschaften geplant?

Wir sind mit eigenen Fulfillment-Centern in Österreich, Deutschland, Frankreich, dem Vereinigten Königreich und den USA aktiv. Gemeinsam mit unserem strategischen Investor GWC aus Katar bauen wir außerdem eine starke Fulfillment-Infrastruktur in der Golfregion auf. So verbinden wir unser internationales Netzwerk mit regionaler Expertise und ermöglichen Unternehmen den Einstieg in Märkte wie Katar, Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate sowie die Expansion von dort in die ganze Welt.

Was waren bisher die größten Learnings auf eurem Weg als Gründer im Logistiksektor?

Wir haben gelernt, dass echte Skalierung nur funktioniert, wenn man zentrale Prozesse und Systeme selbst in der Hand hat. In der Logistik heißt das: eigene Standorte, eigene MitarbeiterInnen und eigene Technologie. Nur so lassen sich Qualität und Wachstum langfristig sichern. Genauso wichtig ist klare Kommunikation – wenn alle wissen, was wann passiert, bleibt das Geschäft stabil, auch in stressigen Phasen.

Welche drei Ratschläge würdet ihr anderen Gründern mitgeben, die gerade ein technologiegetriebenes Startup aufbauen möchten?

  1. Es gibt keinen zu gesättigten Markt – du musst einfach besser sein als andere.
  2. Hab hundert Prozent Fokus. Ein Startup funktioniert nur, wenn du alles gibst, ohne Sicherheitsnetz oder Plan B.
  3. Bau das richtige Team auf. Achte nicht nur auf Skills, sondern vor allem auf den Culture Fit. Nur wenn das Team wirklich zusammenpasst, kann es erfolgreich wachsen.

Bild Christoph Glatzl und Georg Weiß Fotocredit Quivo

Wir bedanken uns bei Georg Weiß für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder


Premium Start-up: Quvio

Quivo logo schwarz/weiss

Kontakt:

LOGSTA GmbH
Wiedner Gürtel 13 / T24 / 2.OG
1100 Wien
Österreich

https://quivo.co/
marketing@quivo.co

Ansprechpartner: Alexander Schroeder

Social Media:
LinkedIn
Instagram
Facebook

Tech meets Impact – wie DeepTech-Startups echte Weltprobleme lösen

0
DeepTech Startups: Tech for Impact und nachhaltige Technologie Image by Gerd Altmann from Pixabay

Technologie verändert die Welt – doch immer mehr Gründer:innen wollen mehr, als nur das nächste digitale Produkt erschaffen. Sie wollen echten gesellschaftlichen Fortschritt. DeepTech Startups, die sich auf Tech for Impact und nachhaltige Technologie konzentrieren, stehen für eine neue Gründer:innen-Generation, die Wissenschaft und Unternehmertum miteinander verbindet, um die großen Herausforderungen unserer Zeit anzugehen.

DeepTech Startups – wenn Forschung zu Wirtschaft wird

Unter dem Begriff „DeepTech“ versteht man Startups, deren Innovationen auf wissenschaftlicher Forschung oder technologischen Durchbrüchen beruhen – etwa in Bereichen wie Künstliche Intelligenz, Robotik, Biotechnologie, Quantentechnologie oder Materialwissenschaft.

DeepTech Startups sind keine klassischen Softwareunternehmen. Sie denken langfristig, investieren viel in Entwicklung und bewegen sich oft an der Schnittstelle zwischen Wissenschaft, Technologie und Gesellschaft. Ihr Ziel ist es, Lösungen zu schaffen, die unsere Lebensweise nachhaltig verändern – nicht nur optimieren.

Beispiele gibt es viele: Das Münchner Startup Marvel Fusion arbeitet an sauberer Kernfusion, um nahezu unbegrenzte, emissionsfreie Energie zu erzeugen. Ein anderes, das Berliner Startup PlanBlue, entwickelt Unterwasser-Scanner, die mithilfe von KI den Zustand der Meeresböden überwachen – ein wichtiger Beitrag zum Schutz der Ozeane.

DeepTech zeigt, wie Wissenschaft zur Triebfeder für sinnstiftendes Unternehmertum werden kann.

Tech for Impact – wenn Technologie Haltung zeigt

Tech for Impact beschreibt den bewussten Einsatz von Technologie, um soziale oder ökologische Wirkung zu erzielen. Startups dieser Art konzentrieren sich nicht auf Wachstum um jeden Preis, sondern auf messbare Wirkung.

Während klassische Tech-Unternehmen oft disruptiv agieren, verstehen sich Tech for Impact-Gründer:innen als konstruktiv: Sie nutzen Technologie, um bestehende Systeme zu verbessern, Ressourcen effizienter zu nutzen und globale Ungleichheiten zu reduzieren.

Ein Beispiel dafür ist Too Good To Go, das mit einer einfachen App Millionen Mahlzeiten vor der Tonne rettet. Oder das Zürcher Startup Climeworks, das CO₂ direkt aus der Luft filtert – eine Innovation, die Klimaschutz greifbar macht.

Tech for Impact steht für Haltung: Technologie als Werkzeug, nicht als Selbstzweck.

Nachhaltige Technologie – Fortschritt mit Verantwortung

Nachhaltigkeit und Technologie schließen sich längst nicht mehr aus. Nachhaltige Technologie bildet das Rückgrat vieler neuer Geschäftsmodelle. Sie verbindet ökonomischen Erfolg mit ökologischer Wirkung – und schafft so langfristigen Mehrwert.

Startups, die nachhaltige Lösungen entwickeln, arbeiten etwa an Energieeffizienz, Kreislaufwirtschaft, grüner Mobilität oder Biotechnologie. Dabei geht es nicht nur darum, bestehende Systeme sauberer zu machen, sondern sie grundsätzlich neu zu denken.

Ein Beispiel: Das Wiener Startup Refurbed bietet aufbereitete Elektronikgeräte an und hat damit eine Branche neu definiert – nachhaltiger Konsum durch smarte Technologie.

Diese Unternehmen beweisen, dass Fortschritt und Verantwortung keine Gegensätze sind. Im Gegenteil: Nachhaltige Technologie ist längst ein wirtschaftlicher Erfolgsfaktor.

DeepTech und Nachhaltigkeit – eine neue Allianz

Die Verbindung von DeepTech Startups und nachhaltiger Technologie ist besonders spannend, weil sie die Brücke zwischen Hightech und gesellschaftlicher Wirkung schlägt.

Während viele Consumer-Startups auf schnelle Skalierung setzen, entwickeln DeepTech-Gründer:innen Lösungen mit tiefem, oft jahrzehntelangem Einfluss. Sie schaffen Grundlagen für die Energieversorgung, Ernährung, Gesundheit und Infrastruktur der Zukunft.

Diese Startups benötigen oft mehr Kapital und Geduld – doch ihr Potenzial ist enorm. Eine Studie von BCG zeigt, dass DeepTech-Unternehmen überdurchschnittlich häufig nachhaltige Geschäftsmodelle verfolgen und gleichzeitig langfristig stabilere Renditen erzielen.

Tech for Impact als globaler Megatrend

Weltweit entstehen neue Fonds, Programme und Hubs, die sich gezielt auf Tech for Impact spezialisieren. Europa positioniert sich dabei als führender Standort: Zwischen Berlin, Zürich, Wien und Stockholm wächst ein Ökosystem, das Wissenschaft, Unternehmertum und Nachhaltigkeit verbindet.

Besonders wichtig: Die Zusammenarbeit zwischen Forschungseinrichtungen, Universitäten und Startups. Hier entsteht ein Nährboden für Ideen, die aus Laboren in die Praxis kommen.

Auch Investor:innen denken um. Immer mehr Venture-Capital-Fonds legen Impact-Kriterien an und fördern Startups, die nicht nur wirtschaftlich, sondern auch gesellschaftlich überzeugen.

Herausforderungen für DeepTech Startups

So viel Potenzial, so viele Hürden: DeepTech Startups brauchen oft Jahre, um marktreif zu werden. Lange Entwicklungszeiten, regulatorische Vorgaben und hohe Finanzierungskosten erschweren das Wachstum.

Dennoch lohnt sich der Weg. DeepTech ist kein Sprint, sondern ein Marathon – und wer ihn läuft, verändert die Welt. Erfolgreiche Gründer:innen kombinieren wissenschaftliche Exzellenz mit wirtschaftlichem Denken und schaffen dadurch Innovationen mit Substanz.

Der Schlüssel liegt in Partnerschaften. Kooperationen zwischen Industrie, Wissenschaft und Kapitalgebern sind essenziell, um aus Forschungsergebnissen tragfähige Geschäftsmodelle zu entwickeln.

Fazit

DeepTech Startups sind die Architekten einer neuen Wirtschaft, die Technologie mit Verantwortung verbindet. Tech for Impact und nachhaltige Technologie zeigen, dass Fortschritt nicht in Geschwindigkeit, sondern in Tiefe gemessen wird.

Diese Startups beweisen, dass Zukunftsfähigkeit entsteht, wenn Innovation nicht nur intelligent, sondern auch sinnvoll ist. Die Energie, die Ernährung, die Gesundheit und die Umwelt von morgen werden von Gründer:innen gestaltet, die Technologie als Werkzeug für echten Wandel verstehen.

Bild Image by Gerd Altmann from Pixabay

Neueste Beiträge