Sonntag, Juni 14, 2026
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Die dunkle Seite der Investorensuche – warum du aufhören musst, an Geschichten zu glauben

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Investorensuche bei Start-ups braucht Verantwortung Bildcredits/Fotograf: Fotostudio Wetzikon Yannik Scrugli

Clemens Ressel spricht im Interview über Investorensuche, Verantwortung und Risiken für Start-ups

Warum sprichst du dieses Thema gerade jetzt so deutlich an?

Clemens Ressel: Weil gerade extrem viele Start-ups Zeit, Geld und Fokus verlieren, wenn sie sich bei der Investorensuche auf die falschen Partner verlassen. Wir selbst haben gerade erlebt, wie schnell aus Hoffnung ein echter finanzieller Schaden werden kann.

Was genau ist das Problem an diesen „Investor-Connectoren“?

Clemens Ressel: Es gibt einen wachsenden Markt von Dienstleistern, die dir versprechen, dich mit den richtigen Investoren zu verbinden – ihr Geschäftsmodell basiert aber oft auf Vertrauen und starken Storys, nicht auf messbarer Leistung. Ein Kontakt ist nichts wert, wenn er am Ende nicht konvertiert und kein echtes Investment daraus entsteht.

Du kommst aus dem Spitzensport. Welche Parallelen siehst du zur Investorensuche?

Clemens Ressel: Im Spitzensport zählt am Ende nur Leistung, nicht die Erzählung drum herum. Im Unternehmertum ist das genauso: Performance schlägt Narrative, immer.

Wo liegt aus deiner Sicht das Kernproblem?

Clemens Ressel: Der Markt für Investor-Connectoren ist weitgehend unreguliert. Jeder kann behaupten, er habe ein großes Netzwerk und Top-Zugänge, ohne einen belastbaren Track Record vorlegen zu müssen. Genau diese Intransparenz macht es für Start-ups gefährlich.

Woran erkennt ein Start-up, dass etwas nicht stimmt?

Clemens Ressel: Der wichtigste Warnhinweis ist ein fehlender oder nicht sauber nachweisbarer Track Record. Wenn jemand viele Versprechen macht, aber keine klar benennbaren und überprüfbaren Deals zeigen kann, sollte sofort Vorsicht einsetzen.

Welche Rolle spielen Retainer-Gebühren dabei?

Clemens Ressel: Retainer sind nicht automatisch falsch, aber sie werden oft genutzt, um das Risiko vollständig auf das Start-up zu verschieben. Kritisch wird es immer dann, wenn hohe Vorabzahlungen verlangt werden, ohne dass Leistung, Meilensteine und Ergebnisse klar definiert sind.

Was rätst du Gründerinnen und Gründern ganz konkret, bevor sie etwas unterschreiben?

Clemens Ressel: Keine Retainer ohne klar definierte Leistung, messbare Meilensteine und eine nachvollziehbare Exit-Klausel. Referenzen müssen aktiv geprüft werden, und es muss klar sein, ob wirklich ein direkter Zugang zu Investoren besteht.

Welche typischen Fehler siehst du bei Start-ups in dieser Situation?

Clemens Ressel: Viele Start-ups handeln aus Druck, Hoffnung und Zeitnot. Genau in diesem Moment wird oft zu wenig geprüft und zu viel geglaubt. Profis prüfen, Amateure hoffen – und dieser Unterschied kostet im Zweifel sehr viel Geld.

Wenn du das Ganze auf eine Kernaussage verdichtest – wie lautet sie?

Clemens Ressel: Wenn Leistung nicht messbar ist, ist sie meistens nicht vorhanden. Wer das bei der Investorensuche ignoriert, bezahlt oft mit Geld, Zeit und Vertrauen.

Was ist dein Appell an die Start-up-Szene?

Clemens Ressel: Lies solche Warnungen nicht nur nebenbei und geh dann wieder zum Alltag über. Nimm deine Verträge heute in die Hand, prüfe sie professionell und stoppe jeden Deal, bei dem du keine echten Nachweise bekommst. Sonst wirfst du am Ende genau wie wir schnell mal 10.000 CHF oder mehr an die Wand.

Clemens, wenn eine Gründerin oder ein Gründer dieses Interview liest und sich denkt „Das könnte mir auch passieren“ – was ist der einfachste nächste Schritt, um sich konkret zu schützen, statt nur betroffen zu nicken?

Wenn du bis hierher gelesen hast, dann ahnst du wahrscheinlich, wie dünn die Linie ist zwischen „smarter Investorensuche“ und „teurem Lehrgeld“. Genau deshalb musst du aus diesem Interview mehr mitnehmen als ein kurzes „stimmt schon“ im Kopf.

Wenn du in Zukunft weiser handeln willst, mach es dir einfach:

Geh auf mein LinkedIn-Profil: Clemens Ressel – Ehemaliger Profisportler | Co-Founder eines grossartigen Schweizer Start-ups

Vernetze dich mit mir oder schreibe mir eine kurze Nachricht mit dem Stichwort „Investor-Checkliste“.

Ich schicke dir das PDF mit der Checkliste – ohne Sales Pitch, ohne „letzte Chance“-Angebote, einfach als Werkzeug, damit du bessere Entscheidungen triffst.

Kein Betrug, kein Last Minute Deal, kein Upsell. Nur eine klare Checkliste, die dir hilft, beim nächsten Investor-Connector nicht blind zu vertrauen, sondern professionell zu prüfen. Was du danach daraus machst, ist deine Entscheidung – aber du wirst sie auf einer deutlich besseren Grundlage treffen.

Bildcredits/Fotograf: Fotostudio Wetzikon Yannik Scrugli

Wir bedanken uns bei Clemens Ressel für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

QuantWare Quantenprozessoren erhalten 178 Millionen Dollar

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QuantWare baut Quantenprozessoren im Großmaßstab Bild Leadership - CEO and CTO/ Founders (Matthijs (Matt) Rijlaarsdam & Alessandro Bruno)@ QuantWare

Mit der Rekordfinanzierung für QuantWare Quantenprozessoren will das Unternehmen die industrielle Skalierung von Quantencomputing entscheidend vorantreiben. Im Fokus stehen die VIO™ Technologie sowie der Ausbau der offenen Fertigungsplattform KiloFab.

QuantWare Quantenprozessoren erreichen neue Skalierung

QuantWare sammelt 178 Millionen Dollar ein, um die leistungsstärksten Quantenprozessoren der Welt im industriellen Maßstab zu bauen

Größte private Finanzierungsrunde eines spezialisierten Unternehmens für industrielle Quantenprozessoren unter Beteiligung von Intel Capital und In-Q-Tel (IQT)

Die Finanzierung unterstützt die VIO™ Technologie zur Entwicklung der weltweit leistungsstärksten Prozessoren für hyperskalierbares Quantencomputing sowie KiloFab, die weltweit größte spezialisierte offene Fertigungsplattform für Quantenarchitekturen

DELFT, Niederlande — 5. Mai 2026 — QuantWare, das führende Unternehmen für industrielle Quantenprozessoren, hat heute den Abschluss einer Series-B-Finanzierungsrunde über 178 Millionen US-Dollar (152 Millionen Euro) bekannt gegeben. Dies folgt auf die Vorstellung von VIO-40K™, einer Quantenprozessor-Architektur für 10.000 Qubits, die hundertmal größer ist als der heutige Stand der Technik. Das Unternehmen baut derzeit KiloFab, die weltweit größte spezialisierte offene Fertigungsplattform für Quantenarchitekturen, und erhöht damit seine Produktionskapazität um das Zwanzigfache, um der starken globalen Kundennachfrage gerecht zu werden.

QuantWare Quantenprozessoren basieren auf VIO Technologie

QuantWare ist das einzige Unternehmen, das modulare Quantenprozessoren mit offener Architektur im industriellen Maßstab entwickelt, fertigt und integriert. Die firmeneigene VIO™ Technologie – eine modulare Quantenprozessor-Architektur – ermöglicht die Entwicklung der leistungsstärksten Quantenprozessoren der Welt mit der höchsten Rechenleistung pro Watt.

VIO™ wurde als offene Plattform konzipiert, die Qubit-Chiplets und Designs von Drittanbietern skalieren kann. Damit ermöglicht die Technologie die leistungsfähigsten Quantum Processing Units (QPUs) für die gesamte Branche. QuantWare bedient die globale Lieferkette der Quantenindustrie mit selbst entwickelten QPUs, Foundry-Services und Chiplet-Packaging und ermöglicht es allen Quantencomputing-Unternehmen, auf der VIO™ Architektur von QuantWare zu skalieren.

Bis heute hat QuantWare an mehr als 50 Kunden in 20 Ländern geliefert und ist damit gemessen am Volumen der weltweit größte kommerzielle Anbieter von QPUs. Zu den Kunden zählen Quantencomputing-Unternehmen, nationale Technologieinstitute und große internationale Technologiekonzerne.

QuantWare Quantenprozessoren treiben globale Nachfrage

Zu den neuen Investoren der Runde zählen Intel Capital, IQT und ETF Partners. Bestehende Investoren wie FORWARD.one, Invest-NL Deep Tech Fund, InnovationQuarter Capital, Ground State Ventures und Graduate Ventures beteiligten sich ebenfalls erneut. Die Runde war deutlich überzeichnet und ist die bislang größte private Finanzierungsrunde eines spezialisierten Unternehmens für Quantenprozessoren.

„Im Bereich des supraleitenden Quantencomputings wird Skalierung zunehmend durch Routing, Packaging und Herstellbarkeit begrenzt – und nicht nur durch das Design der Qubits“, sagte Kike Miralles von Intel Capital. „QuantWare hat das früh erkannt und VIO entwickelt, um genau diese Herausforderungen zu lösen. Diese Kombination aus technischer Ambition und Umsetzungsstärke positioniert das Unternehmen als zentrale Grundlage zukünftiger supraleitender Quantensysteme.“

„Der Aufbau eines globalen Unternehmens für Computerhardware erfordert enorme Ambitionen. Das Team von QuantWare bringt genau diesen Antrieb mit, und mit der VIO Technologie hält es den Schlüssel zur Führung in der wachstumsstarken Quantenindustrie in der Hand. Als einer der ersten Investoren freuen wir uns, unsere Unterstützung fortzusetzen – nun im Rahmen der weltweit größten Finanzierungsrunde eines spezialisierten Unternehmens für Quantenprozessoren“, sagte Robin van Boxsel, General Partner bei FORWARD.one.

„Quantencomputing steht kurz vor einem Wendepunkt und ist weltweit zu einer strategischen Priorität geworden“, sagte J.D. Englehart, Senior Director bei IQT. „QuantWare verfügt mit VIO über eine bahnbrechende Skalierungstechnologie und mit KiloFab zugleich über die notwendige industrielle Infrastruktur. Das Unternehmen ist bestens positioniert, um eine zentrale Rolle in der globalen Lieferkette für Quantencomputing einzunehmen.“

„Das Versprechen des Quantencomputings – die Lösung bislang unlösbarer Herausforderungen der Menschheit – kann nur eingelöst werden, wenn die Technologie im großen Maßstab produziert und eingesetzt werden kann. Genau daran arbeiten wir“, sagte Matt Rijlaarsdam, CEO und Mitgründer von QuantWare. „VIO-40K wird Quantenprozessoren mit 10.000 Qubits auf einer offenen Architektur ermöglichen, auf der das gesamte Ökosystem aufbauen kann. KiloFab verschafft uns die industrielle Produktionskapazität, um die schnell wachsende globale Nachfrage zu bedienen. Diese Finanzierung beschleunigt QuantWare und bringt damit das gesamte Ökosystem einen entscheidenden Schritt näher an hyperskalierbares Quantencomputing.“

Bild Leadership – CEO and CTO/ Founders (Matthijs (Matt) Rijlaarsdam & Alessandro Bruno)@ QuantWare

Quelle thoughtldr

TECH 2026: Heilbronn wird zum Zentrum der europäischen Technologieszene

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TECH 2026 bringt Europa und Technologie nach Heilbronn Bild von This_is_Engineering auf Pixabay

TECH 2026: Heilbronn wird vom 31. Mai bis 2. Juni erneut zum Zentrum der europäischen Technologieszene

In genau vier Wochen öffnet die Technology Experience Convention Heilbronn (TECH) zum zweiten Mal ihre Türen. Vom 31. Mai bis 2. Juni 2026 wird die Theresienwiese in Heilbronn wieder zum Treffpunkt der europäischen Technologie Community. Unter dem Leitmotiv „We believe in Europe – Do you?“ diskutieren an drei Tagen 1.800 Teilnehmende. Mit über 220 führenden Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Technologie, Politik und Wissenschaft über die digitale Zukunft Europas.

Als Plattform für technologische Souveränität, Innovation und strategische Zusammenarbeit bringt die TECH Vordenker:innen und Entscheidungsträger:innen zusammen, die Europas Rolle im globalen Technologiewettbewerb aktiv gestalten wollen. Zu den zentralen Themen der TECH 2026 zählen unter anderem Künstliche Intelligenz, europäische Souveränität, SpaceTech und DeepTech. Ein besonderer inhaltlicher Schwerpunkt liegt zudem auf Sicherheit und Verteidigung – ein Themenfeld, das die aktuelle geopolitische Lage des Kontinents unmittelbar widerspiegelt.

Andrea Wasmuth, CEO der Handelsblatt Media Group: „Wir haben die TECH weiterentwickelt: Damit noch mehr konkrete Fragen zur technologischen Stärke Europas verhandelt und gemeinsame Vorhaben und Allianzen angestoßen werden können. Ich freue mich auf die besondere Energie, die bei der TECH entsteht – wenn es nicht nur darum geht, über die Zukunft Europas zu diskutieren, sondern sie tatsächlich gemeinsam zu gestalten.“

Hochkarätiges Programm auf sechs Bühnen

Mit sechs Bühnen und einem vielfältigen Programm aus Keynotes, Panels, Workshops, Side Events und kuratierten Networking Formaten positioniert sich die TECH 2026 erneut als führende europäische Plattform für Technologiedialog. Zum Speaker Line up gehören unter anderem:

Donya Florence Amer – CIO und CHRO, Hapag Lloyd
Anna Maria Braun – CEO, B. Braun
Gerd Chrzanowski – CEO, Schwarz Gruppe
Eléonore Crespo – Co Gründerin und Co CEO, Pigment
Gernot Döllner – CEO, Audi
Aidan Gomez – Co Gründer und CEO, Cohere
Timotheus Höttges – CEO, Deutsche Telekom
Max Junestrand – CEO, Legora
Stefan Paul – CEO, Kuehne + Nagel International
David Reger – Gründer und CEO, Neura Robotics
Hauke Stars – Mitglied des Vorstands für IT & Digitalisierung, Volkswagen Group
Karsten Wildberger – Bundesminister für Digitales und Staatsmodernisierung

„Die TECH entsteht aus der Überzeugung, dass Europa sein technologisches Schicksal selbst gestalten muss – auf Basis gemeinsamer Werte, strategischer Zusammenarbeit und technologischer Souveränität. Dieses Programm ist mit viel Haltung, Neugier und Verantwortung kuratiert: Für Menschen, die nicht nur über Zukunft sprechen, sondern sie in Europa aktiv gestalten wollen,“ sagt Dale Rickert, Managing Director der TECH.

Mehr als eine Konferenz

Die TECH versteht sich nicht nur als Konferenz, sondern als ganzheitliches Technologie Ökosystem. 2026 wird dieses Konzept weiter ausgebaut:

Im House of Defense widmet sich eine eigene Bühne samt Ausstellungsbereich dem Thema Sicherheit und Verteidigung. Entscheidungsträger:innen aus Politik, Industrie und Forschung diskutieren. Wie technologische Innovationen zur Resilienz, Verteidigungsfähigkeit und sicherheitsrelevanten Souveränität Europas beitragen können – von Dual Use Technologien bis zur strategischen Zusammenarbeit zwischen Staat und Wirtschaft.

Mit dem House of Startups, organisiert von den Campus Founders, rückt die TECH gezielt europäische Start ups in den Mittelpunkt. Gründer:innen treffen auf Investor:innen, Unternehmensvertreter:innen und politische Entscheider:innen. Im Fokus stehen Startups, die strategische Zukunftsfelder wie KI, Quantencomputing, Raumfahrt oder Robotik vorantreiben. Sowie der Übergang von der Innovation zur industriellen Skalierung – eingebettet in eines der dynamischsten KI und Forschungsökosysteme des Kontinents.

Das House of Schwarz Digits bietet exklusive Einblicke in die Technologie und Digitalstrategie einer der größten Handelsgruppen weltweit. Im Fokus stehen maßgeschneiderte souveräne Lösungen aus den Bereichen Cloud, Cyber Security, Data & AI, Communication und Workspace.

Rolf Schumann, Co CEO Schwarz Digits, betont: „Globale Herausforderungen lassen sich nicht isoliert lösen – wir brauchen mutige, europäische Antworten, die technologische Exzellenz mit digitaler Souveränität vereinen. Auf der TECH kommen die entscheidenden Akteure zusammen, um nicht nur über souveräne Schlüsseltechnologien zu diskutieren, sondern sie gemeinsam in Wirtschaft, Gesellschaft und im öffentlichen Sektor zu skalieren.“

Ergänzt wird das Erlebnis durch ein Riesenrad, das als außergewöhnliche Networking und Meeting Location dient. Im TECH Forum präsentieren sich zudem zahlreiche Aussteller, darunter die Partnerunternehmen BCG, SAP und UniCredit.

TECH 2026 als Plattform für Europas Zukunft

In vier Wochen bringt die TECH ein weiteres Mal jene Akteur:innen zusammen, die Verantwortung für Europas technologische Zukunft tragen. Branchenübergreifend, international und mit klarem Gestaltungsanspruch. Heilbronn wird damit für drei Tage zum europäischen Denk und Erlebnisraum für Technologie, Innovation und Souveränität.

Weitere Informationen zur TECH Plattform und zur Veranstaltung 2026 finden Sie hier

Bild von This_is_Engineering auf Pixabay

Quelle TECH by Handelsblatt

Reel Deutschland Markteintritt mit 15 Millionen Euro

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Reel startet in Deutschland mit 15 Mio Finanzierung team reel

Mit dem Reel Deutschland Markteintritt bringt das dänische Energieunternehmen ein neues Modell für stabile Strompreise und erneuerbare Energien in einen der wichtigsten Energiemärkte Europas. Die Finanzierung über 15 Millionen Euro bildet die Grundlage für den Ausbau in Deutschland.

Reel Deutschland Markteintritt reagiert auf Energiemarkt

Reel, der dänische Stromlieferant und -händler, hat in einer von Future Energy Ventures angeführten Series-A-Finanzierungsrunde 15 Millionen Euro eingesammelt. An der sich die Bestandsinvestoren UVC Partners, Transition und The Footprint Firm beteiligt haben. Mit dem frischen Kapital bringt das Unternehmen sein Geschäftsmodell nach Deutschland – in einem Marktumfeld, in dem Sorgen um Versorgungssicherheit, Preisvolatilität und deren Folgen für die Wirtschaft spürbar zunehmen.

Die Energiewende steht am Wendepunkt. Sie ist das Herzstück der europäischen Bemühungen um energiepolitische Unabhängigkeit – doch hohe Preisvolatilität, sich wandelnde Förderkulissen und sinkende Projektrenditen sorgen für wachsende Verunsicherung bei Unternehmen wie bei Erzeugern erneuerbarer Energien. Daher braucht es ein Modell, das beiden Seiten den Weg durch diesen Markt ebnet.

Reel Deutschland Markteintritt mit neuem Strommodell

Genau hier setzt Reel an: Unternehmen sichern sich über langfristige Stromabnahmeverträge (PPAs) stabile Strompreise, während Projektentwickler im Bereich der erneuerbaren Energien planbare Erlöse erzielen und neue Vorhaben finanzieren können. Möglich wird das durch das Zusammenspiel von Handel über mehrere Strommärkte hinweg, langfristigen Lieferverträgen und der Optimierung von Batteriespeichern. Das Ziel: die Energiewende für alle Akteure im System finanzierbar zu machen.

„Deutschland ist der prägende Energiemarkt dieses Jahrzehnts – das Ausmaß der notwendigen Transformation ist enorm, und das Zeitfenster, sie richtig zu gestalten, ist schmal. Reel hat etwas Seltenes geschaffen: ein Modell, das erneuerbare Energie für Erzeuger profitabel, für Unternehmen kalkulierbar und für das Netz beherrschbar macht. Das ist es, was Deutschland jetzt braucht – und der Grund, warum wir bei Reel investiert haben.” Ohad Mamann, Investment Partner, Future Energy Ventures

Reel Deutschland Markteintritt treibt Energiewende

In Dänemark erprobt, in Deutschland im Aufbau

Seit 2023 hat sich Reel zu einem der am schnellsten wachsenden Energieunternehmen Europas entwickelt. Für Unternehmenskunden senkt Reel die Abhängigkeit von Preisschwankungen, indem es Strom aus Solar- und Windkraft sowie aus Batteriespeichern in einem optimierten Mix bündelt und über langfristige Lieferverträge bereitstellt. So beziehen Unternehmen erneuerbare Energie zu wettbewerbsfähigen Preisen und gewinnen Planungssicherheit bei den Stromkosten. Auf der Erzeugerseite handeln Reels Algorithmen Strom in Echtzeit über mehrere Märkte hinweg – mit dem Ziel, Erlöse zu maximieren und jene Einnahmen langfristig zu sichern, die für die Finanzierung neuer Projekte nötig sind.

Zu den Kunden zählen Unternehmen aus Branchen wie Industrie, Immobilien, Medien und Hotellerie.

Sowie Energieerzeuger wie Eurowind Energy, Momentum Energy Group und Green Wind. In Deutschland ist Reel bereits aktiv und übernimmt die Vermarktung für Projekte von Erzeugern wie Blue Elephant Energy und greenwind. Mit der Series A im Volumen von 15 Millionen Euro baut Reel nun ein eigenes Vertriebsteam vor Ort auf, das bis Ende 2026 vollständig stehen soll.

„Reel verschafft Unternehmen kalkulierbare Strompreise und Energieerzeugern bessere Renditen auf ihre Erneuerbaren-Anlagen. Wenn beide Seiten des Marktes funktionieren, entstehen neue Projekte – und genau das treibt die Energiewende voran.“ Anders Engtoft Meldgaard, Chief Commercial Officer, Reel

„Erneuerbare Energien sind Europas Weg zur energiepolitischen Unabhängigkeit – aber nur, wenn die Wirtschaftlichkeit für alle Beteiligten stimmt. Hohe Preisvolatilität und sinkende Projektrenditen drohen den Ausbau ausgerechnet zum falschen Zeitpunkt zu bremsen. In Dänemark haben wir Unternehmen und Energieerzeugern geholfen, erneuerbare Energie profitabel und planbar zu halten. Dieses Modell skalieren wir nun gemeinsam mit der Expertise von Future Energy Ventures in Deutschland.“ Jon Sigvert, Chief Executive Officer, Reel

„Zum Zeitpunkt unseres initialen Investments in Reel im Jahr 2022 haben wir eine seltene Kombination gesehen:

Ein tiefgreifendes Verständnis dafür, wie Strommärkte tatsächlich funktionieren, gepaart mit der Überzeugung, ein Modell zu entwickeln, das Erzeuger erneuerbarer Energien, Unternehmen und das Stromnetz aufeinander abstimmt. Zu sehen, wie sie dieses Modell in Dänemark unter Beweis stellen und es nun nach Deutschland. Europas bedeutendstem Energiemarkt – bringen, entspricht genau der Entwicklung, die wir uns erhofft hatten. Reel löst das wirtschaftliche Problem, das im Zentrum der Energiewende steht, und in Deutschland ist dies von größter Bedeutung.“ Alexander Kiltz, Principal, UVC Partners

Bild @ Reel

Quelle Future Energy Ventures GmbH

NRW.BANK eleQtron Investment stärkt Quantencomputer

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NRW.BANK investiert in eleQtron Quantencomputer Bild von Gerd Altmann auf Pixabay

NRW.BANK eleQtron Investment treibt Innovation voran

NRW.BANK investiert in eleQtron GmbH
Fünf Millionen Euro für Quantencomputer-Scale-up aus Siegen

Über ihren Venture-Capital-Fonds NRW.Venture hat sich die NRW.BANK mit fünf Millionen Euro an der eleQtron GmbH mit Sitz in Siegen beteiligt. Das Investment der Förderbank war Teil einer Series-A-Finanzierungsrunde, in der das Scale-up insgesamt 57 Millionen Euro in Form von Eigenkapital und Fördermitteln einsammelte. eleQtron entwickelt und betreibt Quantencomputer auf Basis von Ionenfallen und treibt die industrielle Nutzung von Quantencomputern voran.

„Quantencomputer können Aufgaben lösen, an denen aktuell selbst leistungsstarke Supercomputer scheitern. Genau darin liegt ihr enormes Zukunftspotenzial“, sagt Gabriela Pantring, Vorsitzende des Vorstands der NRW.BANK. „Das Ziel von eleQtron ist es, dieses Potenzial für reale, kommerzielle Anwendungen zugänglich zu machen. Um dieses Ziel zu erreichen und seine Technologie im industriellen Maßstab zu skalieren, unterstützen wir das Scale-up mit unserer Beteiligung.“

NRW.BANK eleQtron Investment erklärt Quantencomputer Technologie

Deutlich mehr Rechenleistung durch Qubits

Anders als konventionelle Computer arbeiten Quantencomputer nicht mit Bits, sondern mit Qubits. Statt nur die Zustände 0 oder 1 anzunehmen, können Qubits – vereinfacht gesagt – mehrere Zustände überlagernd darstellen. Dadurch lassen sich bestimmte komplexe Berechnungen potenziell um ein Vielfaches schneller lösen als mit heutigen Hochleistungsrechnern.

Allerdings reagieren Qubits äußerst empfindlich auf Störungen aus ihrer Umgebung. Selbst minimale Vibrationen oder Temperaturveränderungen können ihren Quantenzustand beeinträchtigen. Mit steigender Anzahl an Qubits nehmen daher Fehleranfälligkeit und technische Komplexität des Systems überproportional zu. Genau hier setzt die Technologie von eleQtron an. Sie basiert auf Ionenfallen. Dabei werden einzelne geladene Atome (Ionen) in elektromagnetischen Feldern gefangen. Die Ionen dienen als Qubits und werden mit Mikrowellen gesteuert. Im Vergleich zur üblichen Lasersteuerung reduziert dieser Ansatz die Hardware-Komplexität erheblich und ermöglicht so eine kostengünstigere Skalierbarkeit des Systems.

NRW.BANK eleQtron Investment unterstützt Skalierung

Auf dem Weg zur industriellen Skalierung

Die eleQtron GmbH wurde im Mai 2020 als Spin-off der Universität Siegen gegründet. Heute beschäftigt das Unternehmen mehr als 100 Mitarbeitende. Das Kapital aus der aktuellen Finanzierungsrunde fließt in den Aufbau skalierbarer Produktionskapazitäten, den Ausbau eines Cloud-basierten Zugangs zu den Systemen sowie in die Weiterentwicklung der Hardwareplattform und Technologie. Die Finanzierungsrunde markiert damit einen wichtigen Schritt auf dem Weg zur industriellen Skalierung.

Zu den neuen Investoren der Finanzierungsrunde zählen neben der NRW.BANK die VC-Firma Ankaa Ventures aus Frankreich, der Laser-Ausrüstungs-Spezialist Precitec sowie die IFB Hamburg. Lead-Investor ist Schwarz Digits, die IT- und Digitalsparte der Schwarz Gruppe. Zu den zentralen Investoren und Geldgebern zählt zudem der EIC Fund des European Innovation Council. Neben neuen Investoren beteiligte sich Earlybird als Bestandsinvestor an der Finanzierungsrunde.

Bild von Gerd Altmann auf Pixabay

Quelle NRW.BANK Unternehmenskommunikation

Earlybird VIII Südwestfalen bringt 15 Millionen für Start-ups

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Earlybird VIII Südwestfalen 15 Mio für Start-ups Bild von Gerd Altmann auf Pixabay

Earlybird VIII Südwestfalen stärkt regionale Innovation

15 Millionen Euro für Start-ups in Südwestfalen
NRW.BANK und regionale Family Offices investieren in Frühphasenfonds Earlybird VIII

Erstmals investiert die NRW.BANK gemeinsam mit Earlybird aus Berlin und mehreren Family Offices gezielt in Südwestfalen. Beim aktuellen Closing des Frühphasenfonds Earlybird VIII wurden 15 Millionen Euro für Start-ups aus der Region mobilisiert. Ziel ist, die Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit des Standorts zu stärken.

„Innovationen, mit denen wir Zukunft gestalten, entstehen überall im Land – auch abseits der großen Metropolen. Deshalb fördern wir Gründerinnen und Gründer in allen Regionen unseres Landes und treiben so Wandel und Fortschritt aktiv voran“, sagt Johanna Antonie Tjaden-Schulte, Mitglied des Vorstands der NRW.BANK. „Dass wir gemeinsam mit Earlybird und wichtigen Family Offices in Südwestfalen investieren, ist ein starkes Signal für die Innovationskraft und Attraktivität des Standorts Südwestfalen und für Nordrhein-Westfalen insgesamt.“

Earlybird VIII Südwestfalen bündelt Kapital und Know-how

Erstes regionales Closing im Fonds Earlybird VIII

Neben den fünf Millionen Euro der NRW.BANK beteiligten sich private Investoren am aktuellen Closing. Darunter zum Beispiel die Family Offices großer Familienunternehmen wie Krombacher. Insgesamt stehen so 15 Millionen Euro bereit, um junge und vielversprechende Geschäftsideen aus Südwestfalen insbesondere aus Bereichen wie Künstliche Intelligenz, Robotik, neue Materialien, industrielle Digitalisierung oder nachhaltige Technologien in tragfähige Unternehmen zu überführen. Das stärkt zugleich die Innovationskraft und die wirtschaftliche Entwicklung der Region insgesamt.

Earlybird VIII Südwestfalen als Impuls für Start-ups

Für Earlybird, einen der renommiertesten Frühphasen-Finanzierer in Deutschland, ist das aktuelle Closing das erste gezielte Engagement in einer Region Nordrhein-Westfalens. Das Fondsmanagement hatte dafür die NRW.BANK gezielt als Partnerin gewonnen, um das Engagement mit zusätzlicher Kompetenz und Erfahrung für die Start-up-Szene in NRW und in Südwestfalen zu stärken. Die Partnerschaft von Earlybird und der NRW.BANK hatte sich bereits in zwei früheren Fonds bewährt. Insgesamt hat der Fonds Earlybird VIII ein Volumen von 360 Millionen Euro, die in Start-ups in ganz Europa fließen. In Südwestfalen bündelt das Earlybird Team InnoVentures Kapital und Know-how aus der regionalen Wirtschaft, um technologiegetriebene Start-ups aus der Region zu fördern und zu finanzieren

Bild von Gerd Altmann auf Pixabay

Quelle NRW.BANK Unternehmenskommunikation

Stehen wir vor einem Wendepunkt der Technologieentwicklung

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CCRAFT photonische Chips mit TFLN CCRAFT SA

CCRAFT entwickelt photonische Chips auf Basis von TFLN für ultraschnelle und energieeffiziente Datenübertragung

Wie ist CCRAFT entstanden und wer steht hinter dem Unternehmen?

CCRAFT wurde 2025 als Spin-off des Schweizer Forschungs- und Technologiezentrums CSEM gegründet. Die Entstehung basiert auf sieben Jahren intensiver Forschung und Prozessentwicklung im Bereich Dünnschicht-Lithiumniobat (TFLN), einer der weltweit vielversprechendsten Technologien für photonische Chips. Heute wird CCRAFT vom Gründerteam um Hamed Sattari, Hernan Furci und mir geprägt, während das CSEM weiterhin ein zentraler und wertvoller F&E-Partner bleibt.

Was hat euch dazu bewegt, euch auf photonische Chips und diese spezielle Technologie zu fokussieren?

Uns hat vor allem eine zentrale Beobachtung motiviert: Die heutigen photonischen Chips basieren überwiegend auf Silizium, dem Grundmaterial der Halbleiterindustrie. Für elektronische Schaltungen eignet sich Silizium hervorragend – aber sobald es um Licht geht, stößt das Material an grundlegende Grenzen, insbesondere bei Bandbreite und Energieeffizienz. Diese Limitierungen werden durch den explosionsartigen Anstieg des weltweiten Datenvolumens, getrieben durch Anwendungen wie generative KI, noch deutlich verschärft. Unserem Team war klar, dass TFLN das besser Material für diese Herausforderung ist.

Welche Vision verfolgt CCRAFT im Bereich Datenübertragung und Computing?

Unsere Vision ist es, die nächste Generation der globalen Daten- und Recheninfrastruktur mit ultraschneller, energieeffizienter Photonik zu ermöglichen. CCRAFT möchte eine zentrale Rolle darin spielen, wie Daten künftig übertragen, verarbeitet und vernetzt werden. Schon heute übernimmt Photonik in modernen Rechenzentren einen immer größeren Anteil der Arbeit – weil elektronische Ansätze bei Bandbreite und Energieeffizienz an ihre Grenzen stoßen. Damit große KIRechenzentren effizient skalieren können, braucht es genau jene spezialisierten photonischen Chips, die wir produzieren. Unsere Technologie liefert die Geschwindigkeit und Energieeffizienz, die nötig ist, damit KIInfrastruktur ihr volles Potenzial entfalten kann.

Wie funktioniert euer Ansatz, Chips mit Licht statt mit elektrischen Signalen zu betreiben?

Daten werden schon seit vielen Jahren über optische Signale in Glasfasern übertragen. Damit das funktioniert, müssen elektrische Signale zunächst von so genannten Transceivern, die spezielle optoelektronische Modulatoren verwenden in Licht übersetzt werden. Bislang basierten diese Modulatoren meist auf Siliziumchips – schlicht weil das Material aus der Halbleiterindustrie verfügbar war. Doch für heutige Anforderungen ist diese opto-elektrische Umwandlung zu langsam und verbraucht unverhältnismässig viel Energie. Deshalb setzt sich nun TFLN durch: ein Material, mit dem sich Licht deutlich schneller und wesentlich energieeffizienter modulieren lässt.

Wer gehört zu eurer Zielgruppe und welche Anforderungen haben diese Kunden an eure Technologie?

Unsere Kunden sind Unternehmen, die extreme Datenraten und maximale Energieeffizienz brauchen – allen voran Hersteller von HochgeschwindigkeitsTransceivern sowie Betreiber großer KI und CloudRechenzentren. Diese Firmen stehen heute unter massivem Druck: Die Datenmengen wachsen immer schneller, der klassische SiliziumPhotonik sind aber feste Grenzen gesetzt. Sie benötigen also Komponenten, die schneller, effizienter und skalierbarer sind als alles, was bisher verfügbar war.

Was sind aktuell die größten Herausforderungen bei der Entwicklung und Produktion photonischer Chips?

TFLN ist technologisch führend – aber nicht kompatibel mit der klassischen Halbleiterfertigung. TFLNChips lassen sich nicht einfach in bestehenden Siliziumfabriken produzieren. Zum einen, weil die Anlage dann für Siliziumchips-Produktion unbrauchbar wäre und zum anderen, weil völlig eigenes ProzessKnowhow erforderlich ist. Gleichzeitig sind die heutigen Stückzahlen zu gering für die asiatische Volumenfertigung, die nur bei enormen Produktionsmengen wirtschaftlich arbeitet.
Genau deshalb hat die Branche so lange an der SiliziumPhotonik festgehalten: Man konnte die vorhandene Infrastruktur nutzen und der Umstieg auf andere Materialien wie TFLN erschien nicht attraktiv.

Mit der rasanten KIEntwicklung bricht dieses Paradigma auf. Die Industrie braucht dringend eine neue Generation von photonischen Chips, und hier haben wir in Europa einen echten Vorteil: Photonik benötigt heute noch nicht die gigantischen Volumen, welche die klassische Halbleiterproduktion praktisch nur noch in Asien möglich machen.
Wir schreiben hier ein neues Kapitel: In der Photonik jenseits von Silizium zählt heute vor allem Prozessbeherrschung, Know-How und der Aufbau neuer, spezialisierter Produktionsanlagen inklusive der entsprechenden Lieferketten. Hier hat sich Europa bereits eine starke Position erarbeitet. Das verschafft uns eine reale Chance, eine Schlüsseltechnologie der nächsten Computergeneration aus Europa heraus zu prägen.

Was unterscheidet CCRAFT von anderen Chip-Herstellern oder Foundries im Markt?

Es gibt heute weltweit keine Foundry, die TFLNChips mit hoher Ausbeute und in ausreichenden Volumen produzieren kann – die meisten wurden bisher in Forschungsinstituten gefertigt. Der Übergang in die industrielle Fertigung läuft jetzt unter Hochdruck, weil der Markt durch KI plötzlich massiv Bedarf hat.
Hier liegt der einzigartige Vorsprung von CCRAFT: Wir haben vor Jahren am CSEM damit begonnen, die kompletten TFLNProzesse auf industriellen Anlagen zu entwickeln und zu stabilisieren – lange bevor andere überhaupt mit dem Technologiewechsel begonnen haben. Das macht uns heute zur weltweit ersten produktionsreifen TFLNFoundry – und zu dem Anbieter, der liefern kann, während andere noch aufholen.

Welche Rolle spielt eure Technologie für Bereiche wie KI, Rechenzentren oder Telekommunikation?

Heute sind unsere Chips vor allem für die effiziente und extrem schnelle Datenübertragung innerhalb und zwischen Rechenzentren unverzichtbar. Das ist genau dort entscheidend, wo KIModelle und CloudServices enorme Datenmengen bewegen müssen. In Zukunft werden unsere TFLNChips aber nicht nur Daten transportieren, sondern auch zunehmend Rechenprozesse übernehmen:
insbesondere bei KIAlgorithmen, sowie in der Quanteninformatik, wo TFLN aufgrund seiner nichtlinearen Eigenschaften ideal geeignet ist.

Wie gelingt es euch, von der Entwicklung bis zur Serienproduktion skalierbar zu arbeiten?

Wir haben in den vergangenen Jahren ganz bewusst die Industrialisierung unserer Fertigungsprozesse priorisiert. Der nächste Schritt – und darauf liegt heute unser Fokus – ist die Skalierung: Wir übertragen unsere qualifizierten Prozesse systematisch auf immer mehr Anlagen, bauen die Kapazitäten aus und stellen sicher, dass Qualität und Ausbeute auf hohem Niveau noch weiter steigen. Das ist die Grundlage für den Übergang von der Entwicklung zur echten Serienproduktion – wiederholbar, stabil und in industriell relevanten Volumina.

Woran arbeitet CCRAFT derzeit konkret und welche nächsten Schritte stehen an?

Aktuell bauen wir vor allem das Team aus, glücklicherweise finden wir genügend hochqualifizierte Leute, auch weil der Standort Schweiz mit der hohen Lebensqualität und politischen Stabilität für viele attraktiv ist.

Wie schätzt ihr die zukünftige Entwicklung von photonischen Chips im Vergleich zu klassischen Halbleitern ein?

Photonische Chips werden immer mehr Aufgaben übernehmen und gleichzeitig werden neu Aufgabenfelder entstehen. Es wird aber sicherlich noch weiterhin Halbleiter- und andere photonische Chips brauchen. Auch weil es nicht nur eine Klasse von photonischen Chips gibt, sondern verschieden. Wir werden wohl verschiedenste, hybride Vermischungen der Technoligen sehen.

Welche drei Ratschläge würdet ihr anderen Gründerinnen und Gründern im Deep-Tech-Bereich geben?

Im Deep-Tech Bereich muss man sich möglichst schnell sich von der staatlichen Förderung unabhängig machen und private Geldgeber suchen. Denn ohne viel Geld, geht es Im Deep-Tech Bereich in der Regel nicht. Das ist zwar in Europa noch immer schwieriger als in den USA, aber schon deutlich einfacher als noch vor einigen Jahren. Ich bin überzeugt, dass gute technologische Innovation auch in Europa finanzierbar ist.
Wenn sich Investoren nicht von einer Technologie überzeugen lassen, dann ist diese wahrscheinlich auch nicht reif für den Markt.
Genau zuhören, insbesondere dem eigenen Team und vor allem den Kunden.

Bildrechte: © CCRAFT SA

Wir bedanken uns bei Andreas Voelker für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder


Premium Start-up: CCRAFT

CCRAFT Logo

Kontakt:

CCRAFT SA
Rue Jaquet Droz 1
2000 Neuchatel
Schweiz

www.ccraft.com
office@ccraft.com

Ansprechpartner: Andreas Voelker

Social Media:
LinkedIn

Wird urbane Infrastruktur bisher nicht effizient genug genutzt?

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ENVIOTECH Infrastruktur Straßenbeleuchtung Städte Gründerfoto_Enviotech_ⓒIvgeniaMöbus.jpg

ENVIOTECH ist Finalist für Frankfurt Forward Startup of the Year 2026!

Stellt euch und euer Startup unseren Leserinnen und Lesern kurz vor. Wer und was steckt hinter ENVIOTECH?

Wir sind ENVIOTECH und entwickeln intelligente Lösungen für eine nachhaltigere und smartere urbane Infrastruktur. Konkret heißt das: Wir machen aus bestehender Straßenbeleuchtung eine vernetzte, steuerbare und datenfähige Infrastruktur, ohne dass Städte dafür ihre gesamte Beleuchtung austauschen müssen.
Gegründet wurde ENVIOTECH aus dem Wunsch heraus, ein reales Problem mit einer praktikablen Lösung zu adressieren. Hinter dem Unternehmen steht ein junges Team mit technischem, unternehmerischem und strategischem Hintergrund, das die Überzeugung teilt, dass Städte nicht nur digitaler, sondern auch effizienter und lebenswerter werden müssen.

Was hat euch dazu motiviert, ein eigenes Unternehmen zu gründen? Gab es einen besonderen Moment oder Auslöser?

Uns hat vor allem motiviert, dass wir ein Problem gesehen haben, das riesig ist, aber oft unterschätzt wird. Straßenbeleuchtung ist in jeder Stadt vorhanden, verbraucht enorme Mengen an Energie und wird vielerorts immer noch sehr starr gesteuert. Gleichzeitig sprechen alle über Smart City, Nachhaltigkeit und Digitalisierung. Für uns war die Frage: Warum wird eine so zentrale Infrastruktur nicht längst intelligenter genutzt?
Genau aus dieser Diskrepanz ist ENVIOTECH entstanden. Der Auslöser war weniger ein einzelner Moment als vielmehr die Erkenntnis, dass man für echten Fortschritt nicht immer alles neu bauen muss. Manchmal liegt die bessere Lösung darin, bestehende Systeme intelligent weiterzudenken.

Welche Vision verfolgt ihr mit ENVIOTECH? Was wollt ihr langfristig verändern oder möglich machen?

Unsere Vision ist es, urbane Infrastruktur neu zu denken und zwar so, dass sie nachhaltiger, intelligenter und wirtschaftlich sinnvoller wird. Wir glauben, dass Straßenbeleuchtung viel mehr sein kann als reine Lichtquelle. Sie kann zum Ausgangspunkt für eine vernetzte Stadt werden.
Langfristig wollen wir dazu beitragen, dass Städte bestehende Infrastruktur als Plattform begreifen: für Energieeinsparung, bessere Steuerung, datenbasierte Entscheidungen und weitere Smart-City-Anwendungen. Unser Ziel ist es, Modernisierung einfacher, schneller und realistischer zu machen.

Von der Idee bis heute: Was waren bisher eure größten Herausforderungen – und wie habt ihr eure Finanzierung aufgestellt?

Die größte Herausforderung war ganz klar, ein Thema anzugehen, das technologisch anspruchsvoll ist und gleichzeitig in einem eher traditionellen Markt stattfindet. Im kommunalen Umfeld reicht es nicht, nur innovativ zu sein. Man muss zeigen, dass die Lösung zuverlässig funktioniert, wirtschaftlich Sinn ergibt und sich in bestehende Strukturen integrieren lässt.
Hinzu kommt, dass der Aufbau eines Infrastrukturunternehmens kapitalintensiv ist. Produktentwicklung, Pilotierung, Hardware, Software und Marktaufbau müssen parallel gedacht werden. Deshalb war es für uns wichtig, nicht nur Kapital aufzunehmen, sondern die richtigen Partner zu finden, die unsere Vision verstehen und langfristig mittragen. Unsere Finanzierung haben wir entsprechend so aufgestellt, dass wir Wachstum und Substanz miteinander verbinden können.

Für wen entwickelt ihr eure Lösungen? Wer zählt zu eurer wichtigsten Zielgruppe?

Unsere wichtigste Zielgruppe sind Kommunen, Stadtwerke und Betreiber öffentlicher Infrastruktur. Genau dort ist der Bedarf besonders hoch, Kosten zu senken, Energie effizienter einzusetzen und bestehende Systeme fit für die Zukunft zu machen.
Darüber hinaus sind unsere Lösungen auch für andere Betreiber großer Außenbeleuchtungsnetze relevant, zum Beispiel in Industriearealen, auf Campusflächen oder in größeren gewerblichen Infrastrukturen. Besonders spannend ist unser Ansatz überall dort, wo Modernisierung nötig ist, ein vollständiger Austausch aber wirtschaftlich oder operativ nicht sinnvoll wäre.

Wie funktioniert ENVIOTECH ganz konkret? Und welche Vorteile bietet euer Ansatz im Vergleich zu bestehenden Lösungen?

Unser Ansatz basiert auf intelligenter Nachrüstung statt Komplettaustausch.
Bestehende Leuchten werden mit unserer Technologie erweitert und so zu einer vernetzten, steuerbaren und datenfähigen Infrastruktur. Das sorgt für mehr Sicherheit genau dort, wo Licht wirklich gebraucht wird, senkt die Energiekosten um bis zu 80 Prozent und lässt sich dank Plug-and-Play-Retrofit in rund 30 Minuten in bestehende, kompatible Straßenbeleuchtung integrieren. So können Städte ihre Beleuchtung bedarfsgerecht steuern, zentral verwalten und ihre Infrastruktur schneller, wirtschaftlicher und ressourcenschonender modernisieren.
Der große Vorteil liegt darin, dass Städte ihre bestehende Infrastruktur weiter nutzen können. Das macht die Umsetzung deutlich schneller, wirtschaftlicher und ressourcenschonender als klassische Austauschprojekte. Gleichzeitig schaffen wir die Grundlage für deutlich mehr als nur Energieeinsparung: Wir ermöglichen eine Infrastruktur, die sich weiterentwickeln lässt und neue Anwendungen integrieren kann.

Ihr seid Finalist für das „Frankfurt Forward Startup of the Year 2026“. Was bedeutet das für euch – und wie geht es jetzt weiter?

Für uns ist das vor allem eine starke Bestätigung, dass das Thema, an dem wir arbeiten, relevant ist und Aufmerksamkeit bekommt. Gerade im Startup-Alltag ist man oft sehr stark im Operativen, deshalb ist es schön zu sehen, wenn die eigene Arbeit auch von außen wahrgenommen wird.
Natürlich freuen wir uns über die Sichtbarkeit und die Anerkennung. Gleichzeitig sehen wir das als Motivation, den nächsten Schritt zu gehen. Für uns zählt jetzt vor allem, daraus konkrete Chancen zu machen: neue Partnerschaften, weitere Pilotprojekte und noch weitere Wachstumschancen.

Wo soll die Reise hingehen? Wo seht ihr euch und ENVIOTECH in fünf Jahren?

In fünf Jahren möchten wir ENVIOTECH als festen Partner für intelligente urbane Infrastruktur etabliert haben, zunächst in Deutschland und dann darüber hinaus. Unser Ziel ist es, dass unsere Technologie in vielen Städten sichtbar im Einsatz ist, dort echten Mehrwert schafft und Kommunen dabei unterstützt, Energie effizienter zu nutzen, Kosten zu senken und ihre Infrastruktur zukunftsfähig weiterzuentwickeln.
Darüber hinaus sehen wir uns nicht nur als Anbieter für smarte Beleuchtung, sondern als Enabler für eine neue Art, urbane Infrastruktur zu nutzen. Wenn Städte in Zukunft bestehende Systeme intelligenter einsetzen, Ressourcen sparen und datenbasiert planen können, dann ist das genau die Richtung, in die wir wollen.

Zum Abschluss: Welche drei Tipps würdet ihr anderen Gründerinnen und Gründern mit auf den Weg geben?

Der erste Tipp: Arbeitet an einem Problem, das wirklich relevant ist. Es hilft enorm, wenn hinter der Idee nicht nur Begeisterung, sondern auch echte Dringlichkeit steckt.
Der zweite Tipp: Sprecht früh mit dem Markt. Viele Annahmen wirken im Kopf logisch, halten aber der Realität nicht stand. Je früher man Feedback bekommt, desto besser.
Der dritte Tipp: Habt Ausdauer. Gründen verläuft fast nie so linear, wie es von außen oft wirkt. Hinter jedem Schritt stehen Unsicherheiten, Lernprozesse und viele Anpassungen auf dem Weg. Entscheidend ist, trotzdem weiterzumachen und den eigenen Fokus nicht zu verlieren.

Bild Gründer Linh Pham und Adrian Rhaese ENVIOTECH ⓒIvgenia Möbus

Wir bedanken uns bei den Gründern für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Wird Europa bei Cyberrisiken noch unterschätzt?

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QuoIntelligence Threat Intelligence Intelligence Europa Marco Riccardi QuoIntelligence

QuoIntelligence liefert Threat Intelligence und Intelligence als Service für präventive Cybersecurity in Europa

Wer sind Sie, Marco Riccardi, und wie ist QuoIntelligence entstanden?

Ich bin Italiener und habe den Großteil meines Berufslebens außerhalb Italiens verbracht – insgesamt dreizehn Jahre in Spanien und Deutschland. Ich bin Informatiker – sowohl von meiner Ausbildung als auch von meiner inneren Neigung her. Mit sieben Jahren habe ich angefangen, mit Computern zu arbeiten, mit zwölf – sobald ich ein Modem hatte – mich intensiv mit Hacking beschäftigt.
Nach meinem Bachelor in Informations- und Netzwerksicherheit an der Universität Mailand habe ich einen Master in Cyber Intelligence in den USA absolviert. Mit neunzehn bin ich freiwillig zur italienischen Armee gegangen und im 28. Regiment „Pavia“ gelandet – einer Spezialeinheit für psychologische Operationen. Ein ungewöhnlicher Ausgangspunkt für ein Cybersecurity-Unternehmen, aber genau dort habe ich gelernt, wie aus Informationen konkrete Handlungen entstehen – und genau dieses Problem lösen wir heute.

Die Idee zu QuoIntelligence entstand aus zwei zentralen Beobachtungen. Zum einen aus meiner Zeit bei europäischen Institutionen und Banken wie der Europäischen Zentralbank und der Deutschen Bank. Dort habe ich gesehen, dass selbst die am besten ausgestatteten Organisationen Europas auf amerikanische Anbieter angewiesen waren, weil es keine ausreichend tiefgehende europäische Alternative gab.
Zum anderen aus der Überzeugung, dass der Markt für Threat Intelligence falsch strukturiert war: Die verfügbaren Lösungen waren so konzipiert, dass sie große interne Teams voraussetzen – und damit für viele Unternehmen schlicht nicht zugänglich sind.
Ich habe QuoIntelligence Anfang 2020 in Frankfurt gegründet – nur wenige Wochen vor dem ersten COVID-Lockdown. Unser Ansatz war von Beginn an klar: Wir wollten „Finished Intelligence“ liefern – also bereits analysierte, kontextualisierte und unmittelbar nutzbare Erkenntnisse – und das auch für mittelständische Unternehmen, ohne dass diese eigene Teams aufbauen müssen.
Sechs Jahre später haben wir genau dieses Modell erfolgreich etabliert.

Was hat Sie persönlich dazu motiviert, QuoIntelligence aufzubauen?

Die Motivation war sowohl beruflicher als auch persönlicher Natur.
Beruflich habe ich aus nächster Nähe erlebt, wie europäische Institutionen Cyberrisiken zunehmend als strategisches Thema erkannt haben. Die führenden Organisationen konnten darauf reagieren – mit großen Teams und entsprechenden Budgets. Der Großteil des Marktes hingegen blieb zurück, weil die verfügbaren Lösungen nicht für ihre Realität konzipiert waren. Diese strukturelle Ungleichheit hat mich nachhaltig beschäftigt.
Persönlich kam ein weiterer Aspekt hinzu: Ich habe viele Jahre im Ausland gearbeitet und Unternehmen mit aufgebaut – aber irgendwann stellt sich die Frage, ob man weiterhin dazu beitragen möchte, dass ausländische Anbieter den europäischen Markt dominieren, oder ob man selbst etwas schafft, das hier verankert ist.

Für mich war klar: Threat Intelligence ist eine kritische Infrastruktur für die europäische Wirtschaft. Sie sollte nicht ausschließlich von außerhalb Europas kommen. Das ist keine Marketingbotschaft, sondern eine Grundhaltung.
Deshalb habe ich QuoIntelligence bewusst in Frankfurt gegründet und von Anfang an alle Strukturen unter europäischem Recht aufgebaut.
Es geht dabei nicht um Souveränität als Selbstzweck, sondern darum, dass europäische Unternehmen – insbesondere im Mittelstand – die gleiche Qualität an Intelligence erhalten wie große Konzerne. Und zwar von einem Anbieter, der ihr regulatorisches Umfeld versteht, weil er selbst darin arbeitet.

Welche Vision verfolgen Sie mit QuoIntelligence?

Lange Zeit galt hochwertige Threat Intelligence als etwas, das nur mit großen Teams möglich ist. Wir haben QuoIntelligence gegründet, um genau diese Annahme zu hinterfragen.
Unsere Vision ist „Unified Risk Intelligence“: eine integrierte Betrachtung von Cyberbedrohungen, physischen Risiken und geopolitischen Entwicklungen – nicht als isolierte Warnmeldungen, sondern als Grundlage für konkrete Entscheidungen.
Dabei verfolgen wir ein prädiktives und präventives Modell: Risiken sollen erkannt werden, bevor sie entstehen, und minimiert werden, bevor sie Auswirkungen haben. Und das für jede europäische Organisation – unabhängig von Größe oder Ressourcen.
Der technologische Stack, den wir aufbauen, basiert auf drei zentralen Prinzipien: vollständige Verankerung im europäischen Rechtsraum, die Lieferung von fertiger, handlungsfähiger Intelligence ohne Aufbau interner Teams und die Kombination aus KI-gestützter Plattform (Mercury), agentischer Lösung (Karla) und menschlicher Analyse.
Das ist kein klassischer Datenfeed – sondern Intelligence-as-a-Service. Genau das benötigt der europäische Mittelstand, um regulatorische Anforderungen wie NIS2 und DORA effizient zu erfüllen.

Warum wird digitale Souveränität zunehmend zu einem Investmentthema?

Digitale Souveränität ist längst kein abstraktes Konzept mehr – sie ist zu einer konkreten Anforderung in Beschaffungsprozessen geworden.
Immer häufiger schreiben europäische Regularien vor, dass sensible Daten innerhalb der EU verarbeitet und gespeichert werden müssen. Das verändert den Markt grundlegend und stellt viele etablierte Anbieter außerhalb Europas vor Herausforderungen.
Gleichzeitig erweitern Regulierungen wie NIS2 und DORA den Markt erheblich: Über 160.000 Organisationen in Europa fallen neu in den Geltungsbereich. Dadurch entsteht eine seltene Situation, in der regulatorische Anforderungen, Nachfrage und Marktangebot gleichzeitig wachsen.
Aus Investorensicht ist das eine klare Konstellation: strukturelle Nachfrage, regulatorischer Rückenwind und ein wachsendes Bedürfnis nach europäischen Lösungen.
Für uns ist digitale Souveränität dabei kein Marketinginstrument, sondern ein grundlegendes Prinzip: europäisches Recht, europäische Datenhaltung, europäische Teams. Das lässt sich nicht nachträglich implementieren – es muss von Anfang an Teil der Architektur sein.

Welche Zielgruppen sprechen Sie an und welche Probleme lösen Sie konkret?

Wir richten uns primär an mittelständische Unternehmen in Europa, insbesondere in regulierten Branchen wie Finanzdienstleistungen, öffentlicher Sektor, Industrie, Handel oder Transport.
Obwohl unser Fokus auf Organisationen mit schlanken Security-Teams liegt, konnten wir auch große Institutionen wie ENISA – die EU-Agentur für Cybersicherheit – als Kunden gewinnen. Im Februar 2025 wurden wir dort im Rahmen eines vierjährigen Vertrags ausgewählt – im Wettbewerb mit internationalen Anbietern.
Das zugrunde liegende Problem ist bei allen Kunden ähnlich: Regulierungen wie NIS2 und DORA verlangen ein proaktives Sicherheitsmanagement. Unternehmen müssen Bedrohungen frühzeitig erkennen und präventiv handeln – nicht erst reagieren, wenn bereits Schaden entstanden ist.

Die meisten Organisationen verfügen jedoch nicht über die notwendigen internen Ressourcen. Der Aufbau entsprechender Teams ist kostenintensiv und zeitaufwendig. Klassische Marktangebote setzen jedoch genau solche Strukturen voraus.
Unser Ansatz ist ein anderer: Wir liefern fertige Intelligence – analysiert, kontextualisiert und auf die jeweilige Branche und Sprache des Kunden zugeschnitten. Und das innerhalb weniger Stunden nach dem Onboarding, ohne dass ein internes Team erforderlich ist.
Der Unterschied liegt damit klar auf der Hand: weg von Rohdaten, hin zu konkreten, umsetzbaren Erkenntnissen.

Wie gelingt es Ihnen, komplexe Bedrohungsdaten in klare, entscheidungsrelevante Insights zu übersetzen?

Unser Grundprinzip ist einfach: Wir liefern nichts aus, das keinen klaren nächsten Handlungsschritt enthält.
Unsere Plattform Mercury verarbeitet kontinuierlich Informationen aus über 1.000 Quellen, strukturiert diese, validiert relevante Indikatoren und hat bislang mehr als 17.000 qualitätsgesicherte Intelligence-Fälle erzeugt. Diese Skalierung ist nur durch den Einsatz von KI möglich.
Der entscheidende Schritt liegt jedoch in der Kontextualisierung: Unsere Analysten übersetzen diese Daten in konkrete, verständliche und handlungsrelevante Erkenntnisse – zugeschnitten auf die jeweilige Branche und Rolle im Unternehmen.
Darauf aufbauend ermöglicht KARLA, unser KI-gestützter Analyst, einen dialogbasierten Zugang zu dieser Intelligence über alle Organisationsebenen hinweg – vom operativen Security-Team bis zur Geschäftsführung.

Ein praktisches Beispiel: Wenn ein gefälschtes Social-Media-Profil erstellt wird, das sich als Führungskraft eines Kunden ausgibt, erkennen wir dies bereits im Moment der Erstellung. Noch bevor das Profil aktiv Schaden anrichten kann, wird es identifiziert, gemeldet und – wenn möglich – entfernt.
Das ist präventive Intelligence in der Praxis: nicht Reaktion nach dem Schaden, sondern Vermeidung vor dem Impact.
Die Grundlage dafür ist ein klarer Qualitätsanspruch: Jede Erkenntnis muss Kontext liefern, eine Eintrittswahrscheinlichkeit bewerten und einen konkreten nächsten Schritt enthalten. Wenn das nicht gegeben ist, wird sie nicht ausgeliefert.

Was unterscheidet QuoIntelligence von anderen Anbietern im Bereich Threat Intelligence?

Es gibt drei grundlegende Unterschiede – und keiner davon ist bloß ein Marketingversprechen.
Erstens liefern wir keine reinen Datenfeeds, sondern fertige, umsetzbare Intelligence. Viele etablierte Anbieter richten sich an Unternehmen mit eigenen Analystenteams. Unser Modell ist hingegen für Organisationen gedacht, die genau diese Ressourcen nicht haben – und das erfordert ein komplett anderes Betriebsmodell.

Zweitens sind wir durchgehend europäisch aufgestellt. Das Unternehmen ist nach deutschem Recht gegründet, mit Standorten in Spanien und Italien, und sämtliche Daten werden innerhalb der EU verarbeitet und gespeichert – unabhängig vom Standort unserer Kunden. Damit erfüllen wir nicht nur die regulatorischen Anforderungen, sondern bieten gleichzeitig eine Tiefe an Intelligence, die bislang vor allem von US-, russischen oder israelischen Anbietern kam. Dass ENISA sich für uns entschieden hat, bestätigt diesen Anspruch.

Drittens denken wir über klassische Threat Intelligence hinaus. Während viele Anbieter in einer zunehmend engen Kategorie bleiben, bauen wir gezielt eine umfassendere Lösung auf: „Unified Risk Intelligence“. Das bedeutet eine integrierte Sicht auf Cyber-, physische und geopolitische Risiken – immer mit Kontext, Eintrittswahrscheinlichkeit und konkreten Handlungsempfehlungen.
Am Ende kaufen Kunden keine Kategorien, sondern Ergebnisse. Aber die Kategorie, die wir aufbauen, zeigt klar, wohin sich der Markt entwickelt.

Welche Rolle spielt die Kombination aus KI und menschlicher Analyse in Ihrer täglichen Arbeit?

Reine KI erzeugt vor allem Volumen. Reine Analystenarbeit erzeugt Engpässe. Wir haben uns bewusst gegen beide Extreme entschieden.
Unsere Plattform Mercury übernimmt die skalierbaren Aufgaben: Sie analysiert kontinuierlich über 1.000 Quellen, extrahiert relevante Informationen, kategorisiert Inhalte und validiert Indikatoren – rund um die Uhr. Parallel dazu arbeiten unsere Analysten daran, die zugrunde liegenden Modelle kontinuierlich zu verbessern und die Ergebnisse in einen klaren, handlungsrelevanten Kontext zu bringen.
Mit KARLA, unserem konversationellen KI-Analysten, machen wir diese Intelligence für alle Ebenen im Unternehmen zugänglich – vom operativen Security-Team bis hin zur Geschäftsführung.
Das Prinzip dahinter ist einfach: KI sorgt für Skalierbarkeit, Menschen für Qualität und Urteilsvermögen. Unsere Kunden sehen keine Rohdaten, sondern fertige, umsetzbare Erkenntnisse.
Und daran wird sich auch in Zukunft nichts ändern. Für uns ist menschliches Urteilsvermögen kein Kostenfaktor – sondern ein zentraler Bestandteil des Produkts.

Mit welchen Herausforderungen waren Sie beim Aufbau von QuoIntelligence konfrontiert?

Wie bei vielen Startups ging es vor allem um zwei Dinge: Skalierung und Fokus.
Eine zentrale Herausforderung war der Übergang von einem stark gründergetriebenen Wachstum hin zu einem skalierbaren Vertriebsmodell. Anfangs basierte vieles auf persönlichen Netzwerken – das funktioniert gut, ist aber nicht nachhaltig skalierbar. Deshalb haben wir unseren Go-to-Market-Ansatz neu aufgesetzt, erfahrene Führungskräfte eingebunden und eine strukturierte, datengetriebene Vertriebsorganisation aufgebaut.
Parallel dazu haben wir bewusst in die Substanz unseres Produkts investiert. Statt auf bestehende Datenlösungen zurückzugreifen, haben wir eine eigene Infrastruktur entwickelt, um verlässlichere und direkt nutzbare Intelligence liefern zu können. Das war aufwendiger, hat uns aber langfristig klar differenziert.

Ein weiterer wichtiger Schritt war die klare Fokussierung auf den Mittelstand. Anfangs haben wir bewusst breiter gearbeitet, um Vertrauen aufzubauen. Heute sind Produkt, Kommunikation und Vertrieb klar auf ein Segment ausgerichtet, in dem wir das größte Potenzial sehen.
Diese Entscheidungen haben uns geholfen, sowohl unser Produkt als auch unsere Marktstrategie deutlich zu schärfen.

Welche Auswirkungen haben regulatorische Entwicklungen auf Ihr Geschäftsmodell?

Regulierungen wie NIS2 und DORA haben den Markt grundlegend verändert. Was früher ein Wettbewerbsvorteil war, ist heute eine Pflichtanforderung.
Allein NIS2 bringt in Deutschland über 30.000 Unternehmen in den Geltungsbereich und führt zudem eine persönliche Haftung für das Management ein. DORA setzt ähnliche Standards für den Finanzsektor in der EU, insbesondere im Umgang mit Drittanbietern und Lieferketten.
Das hat direkte Auswirkungen auf unser Geschäftsmodell: Unternehmen, die Threat Intelligence früher als optional betrachtet haben, müssen jetzt investieren – und zwar nachweisbar und auditierbar. Gleichzeitig fehlt vielen die Zeit und das Budget, entsprechende Kompetenzen intern aufzubauen.
Genau hier setzt unser Modell an: prädiktive und präventive Intelligence als Service.
Unsere Wachstumsstrategie orientiert sich konsequent an dieser Nachfrage. Wir setzen auf Partnerschaften mit Systemintegratoren und Serviceanbietern und expandieren von Deutschland aus in weitere europäische Märkte. Die Series-A-Finanzierung unterstützt genau diesen Ausbau.

Welche Chancen ergeben sich durch neue Regulierungen für Startups?

Die Regulierung hat den Markt gleich in mehreren Dimensionen verändert.
Erstens ist Cybersecurity für viele Unternehmen keine Option mehr, sondern eine Verpflichtung. Das erweitert den adressierbaren Markt erheblich.
Zweitens gewinnt der Standort Europa an Bedeutung. Anforderungen an Datenhoheit führen dazu, dass europäische Anbieter strukturelle Vorteile haben – vorausgesetzt, sie erfüllen diese Anforderungen tatsächlich und nicht nur kommunikativ.
Drittens entsteht durch den Fachkräftemangel eine große Chance. Viele Unternehmen können die geforderten Kompetenzen nicht intern aufbauen. Lösungen, die Fähigkeiten als Service bereitstellen – etwa fertige Intelligence oder virtuelle Analysten – werden daher zunehmend wichtiger.
Gleichzeitig steigt aber auch die Messlatte: Kunden prüfen sehr genau, ob Anbieter ihre Versprechen tatsächlich erfüllen. Modelle ohne echte operative Substanz werden sich schwer tun.

Wie möchten Sie QuoIntelligence strategisch weiterentwickeln?

Unsere Series-A-Finanzierung konzentriert sich auf drei zentrale Themen.
Erstens wollen wir unsere Position in unseren Kernmärkten – DACH, Italien und Spanien – weiter ausbauen. Dazu gehören stärkere Partnerschaften, branchenspezifische Lösungen und eine klare Fokussierung auf den regulierten Mittelstand.
Zweitens entwickeln wir unsere Plattform gezielt weiter. Mit Mercury und Karla bauen wir in Richtung „Unified Risk Intelligence“ – also einer integrierten Betrachtung von Cyber-, physischen und geopolitischen Risiken. Genau diese ganzheitliche Perspektive fehlt vielen Unternehmen heute.
Drittens geht es darum, diese neue Kategorie aktiv mitzugestalten. Analysten wie Gartner beschäftigen sich zunehmend mit diesem Ansatz, und wir sehen uns in einer starken Position, hier eine führende Rolle in Europa einzunehmen.
Unser Ziel ist klar: In den kommenden Jahren wollen wir zur ersten Adresse für Unified Risk Intelligence im europäischen Mittelstand werden.

Welche drei Ratschläge geben Sie anderen Gründerinnen und Gründern?

Wenn ich es auf drei Punkte reduzieren müsste:
Erstens: Skaliert nicht zu früh. Frühphase-Erfolge können trügerisch sein – vor allem, wenn sie auf persönlichen Kontakten basieren. Entscheidend ist ein wirklich wiederholbares Vertriebsmodell.
Zweitens: Trefft bewusste Produktentscheidungen. Wir haben uns für eine tiefgehende technologische Infrastruktur entschieden statt für schnelle, oberflächliche Lösungen. Das braucht Geduld, zahlt sich aber langfristig aus.
Drittens: Fokussiert euch klar auf eure Zielgruppe. Gerade am Anfang ist es verlockend, jede Chance mitzunehmen. Nachhaltiges Wachstum entsteht aber durch ein tiefes Verständnis eines klar definierten Segments.
Viele dieser Erkenntnisse wirken im Nachhinein selbstverständlich – in der Praxis entstehen sie aber meist erst durch eigene Erfahrung.

Bild Bildcredits @ Quointelligence

Wir bedanken uns bei Marco Riccardi für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Gehen zu viele Patientinnen und Patienten unvorbereitet in große Operationen?

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Prep4Surg Prähabilitation Operationen Patienten Bild: Gründerfoto ©Capreolos GmbH

Prep4Surg ist Finalist für Frankfurt Forward Startup of the Year 2026! Interview – Capreolos GmbH / Prep4Surg

Stellt euch und euer Startup unseren Leserinnen und Lesern kurz vor. Wer und was steckt hinter Prep4Surg?

Hinter Prep4Surg steht die Capreolos GmbH aus Frankfurt am Main – ein Digital-Health-Startup, das 2021 als Spin-off der Goethe-Universität von drei aktiven Klinikärztinnen und -ärzten gegründet wurde. Unser Gründerteam besteht aus Prof. Andreas Schnitzbauer, Dr. Charlotte Detemble, Dr. Dora Zmuc und Mark Siller. Wir sind Mediziner mit chirurgischem Hintergrund und haben das Problem, das wir lösen wollen, tagtäglich am OP-Tisch erlebt.
Heute arbeiten bei Capreolos neben den Gründern unter anderem Qualitätsmanager, Softwareentwickler und ein klinisches Studienteam von 16 Ärztinnen und Ärzten zusammen.
Prep4Surg ist unsere App-basierte Plattform, die Patientinnen und Patienten mit einem individuellen, datenbasierten Trainingsprogramm optimal auf große Operationen vorbereitet – digitale Prähabilitation.

Was hat euch dazu motiviert, ein eigenes Unternehmen zu gründen? Gab es einen besonderen Moment oder Auslöser?

Als Chirurginnen und Chirurgen haben wir immer wieder gesehen, wie unterschiedlich Patienten auf große Eingriffe vorbereitet sind – und wie stark das den Heilungsverlauf beeinflusst. Weltweit werden jährlich über 310 Millionen große Operationen durchgeführt, rund 25 % der Patienten entwickeln Komplikationen, und bei Hochrisikopatienten liegt die Rate schwerer Komplikationen bei über 25 %. Gleichzeitig wussten wir aus der Forschung, dass gezielte Prähabilitation die Morbidität um bis zu 50 % senken und Kosten um bis zu 30 % reduzieren kann.
Das Problem war: Es gab keine skalierbare, evidenzbasierte digitale Lösung dafür. Die Idee, dieses Wissen in eine App zu übersetzen, die Patienten zu Hause nutzen können und die trotzdem ärztlich überwacht wird – das war der Auslöser. Bereits im September 2021 wurden wir dafür mit dem E-Health-Award des Landes Hessen ausgezeichnet.

Welche Vision verfolgt ihr mit Prep4Surg? Was wollt ihr langfristig verändern oder möglich machen?

Unsere Vision ist es, Prep4Surg zum Standard der chirurgischen Vorbereitung zu machen. Wir wollen, dass kein Patient mehr unvorbereitet in eine große Operation geht.
Langfristig entwickeln wir Prep4Surg zu einem KI-gesteuerten Gesundheitsprodukt weiter, das auf einer stetig wachsenden Patientendatenbasis personalisierte Prävention und Risikoanpassung ermöglicht. Dazu gehören erweiterte Anwendungsbereiche über die Chirurgie hinaus – etwa in der Onkologie oder bei chronischen Erkrankungen wie Diabetes. Auch die Entwicklung von Algorithmen für den Einsatz in Consumer-Produkten großer Technologieunternehmen ist ein Ziel.
Letztlich wollen wir die Patientenautonomie stärken: Menschen sollen aktiv an ihrem Genesungsprozess teilhaben können.

Von der Idee bis heute: Was waren bisher eure größten Herausforderungen – und wie habt ihr eure Finanzierung aufgestellt?

Als Medizinprodukt unterliegen wir strengen regulatorischen Anforderungen. Wir haben in den letzten vier Jahren die App komplett entwickelt, ein DIN-ISO-13485-konformes Qualitätsmanagement aufgebaut, die C5-Zertifizierung für sicheres Cloud-Arbeiten erlangt und die Kompatibilität zu allen gängigen FHIR-Schnittstellen hergestellt – das alles als kleines, kosteneffizientes Team.
Die größte Herausforderung war, diese regulatorische Komplexität mit den begrenzten Ressourcen eines Startups in Einklang zu bringen.
Finanziert haben wir uns bisher über Fördermittel, Kooperationsprojekte mit akademischen Partnern und Gesellschafterbeiträge. Mit der neuen Finanzierungsrunde wollen wir den Weg bis zum Cash-Break-even absichern.

Für wen entwickelt ihr eure Lösungen? Wer zählt zu eurer wichtigsten Zielgruppe?

Unsere Lösung richtet sich an drei Zielgruppen gleichzeitig: Patientinnen und Patienten, die sich auf große Operationen vorbereiten; Ärztinnen und Ärzte, die bessere OP-Ergebnisse und weniger Komplikationen erreichen wollen; und Krankenhäuser, die Kosten senken, Liegedauern verkürzen und ihre Versorgungsqualität verbessern möchten.
Unser Vertriebsmodell ist B2B: Krankenhäuser erwerben Lizenzen – eine Lizenz pro Patient. Im erweiterten Ökosystem sind auch Versicherungen und Klinikketten wichtige Partner.

Wie funktioniert Prep4Surg ganz konkret? Und welche Vorteile bietet euer Ansatz im Vergleich zu bestehenden Lösungen?

Prep4Surg besteht aus zwei Komponenten: einer Arzt-App und einer Patienten-App. Beim Erstbesuch erfasst der Arzt über die Arzt-App die individuellen Risikodaten des Patienten mit wissenschaftlich fundierten Instrumenten. Daraus wird automatisch ein personalisiertes aerobes Intervalltraining berechnet.
Die Patienten-App setzt dann über drei bis sechs Wochen ein Trainingsprogramm um – mit einer bereitgestellten Smartwatch, Ernährungsunterstützung und Erfassung des mentalen Befindens. Die Patienten trainieren zu Hause, bleiben aber über die Plattform mit ihrem Behandlungsteam verbunden und erhalten Echtzeit-Feedback zur Einhaltung ihrer Therapieziele.
Im Vergleich zu bestehenden Lösungen ist Prep4Surg die erste digitale All-in-One-Lösung für individualisierte, datenbasierte Prähabilitation, die als Medizinprodukt nach MDR zugelassen wird. Anders als analoge Physiotherapie ist unser Ansatz skalierbar; anders als Fitness-Apps ist er evidenzbasiert und individualisiert; und anders als klinikeigene Insellösungen ist er standardisiert und übertragbar.
Wir bieten Echtzeit-Datentracking, präinterventionelle Risikobewertung und decken diverse Krankheitsbilder und OP-Typen ab – das kann keiner unserer Wettbewerber in dieser Kombination.

Ihr seid Finalist für das „Frankfurt Forward Startup of the Year 2026“. Was bedeutet das für euch – und wie geht es jetzt weiter?

Die Nominierung ist eine große Bestätigung für unser Team und unsere Arbeit. Als Spin-Off der Goethe-Universität sind wir tief mit dem Standort Frankfurt verwurzelt, und die Anerkennung durch Frankfurt Forward zeigt, dass unser Ansatz auch über die Medizin hinaus wahrgenommen wird.
Jetzt stehen entscheidende Meilensteine an: Wir schließen gerade unsere LUMOS-Zulassungsstudie ab, die an sieben deutschen Zentren rekrutiert. Die CE-Zertifizierung nach MDR planen wir für Q4 2026. Parallel bauen wir mit unser erstes klinisches Ökosystem auf und beginnen die Markterschließung.
Ab 2027 wollen wir mit einem wachsenden Team von bis zu 19 Mitarbeitern den Vertrieb an Krankenhäuser skalieren.

Wo soll die Reise hingehen? Wo seht ihr euch und Prep4Surg in fünf Jahren?

In fünf Jahren soll Prep4Surg als digitaler Standard in der chirurgischen Vorbereitung etabliert sein – zunächst in Deutschland, dann europaweit.
Wir planen, von aktuell 16 Zentren auf ein breites Kundennetzwerk zu wachsen und dabei von unseren Studienzentren und dem Knappschaft-Piloten aus zu skalieren. Bis 2029 wollen wir 30.000 Lizenzen pro Jahr verkaufen.
Inhaltlich werden wir die Plattform um weitere chirurgische Fachrichtungen und chronische Erkrankungen erweitern und KI-basierte Funktionen wie prädiktive Risikoanpassung und automatisierte Trainingsoptimierung einsetzen. Auch eine internationale Expansion mit Anpassung an unterschiedliche Gesundheitssysteme steht auf der Agenda.
Langfristig streben wir einen strategischen Partnering- oder Exit-Prozess an.

Zum Abschluss: Welche drei Tipps würdet ihr anderen Gründerinnen und Gründern mit auf den Weg geben?

Erstens: Gründet aus echtem Domänenwissen heraus. Wir haben Prep4Surg nicht am Schreibtisch erfunden, sondern aus jahrelanger klinischer Erfahrung entwickelt. Wer sein Problem wirklich versteht, baut die bessere Lösung.
Zweitens: Unterschätzt die Regulatorik nicht – aber lasst euch auch nicht von ihr lähmen. Gerade im Digital-Health-Bereich sind Zertifizierungen wie ISO 13485, C5 oder die MDR-Zulassung kein Hindernis, sondern ein echter Wettbewerbsvorteil, wenn man sie früh und konsequent angeht.
Drittens: Baut euer Netzwerk auf, bevor ihr es braucht. Unser hoher Vernetzungsgrad im komplexen Gesundheitsmarkt – von Universitätskliniken über Versicherungen bis zur Deutschen Gesellschaft für Chirurgie – ist ein Standalone-Vorteil, der sich nicht über Nacht aufbauen lässt.

Bild: Gründerfoto ©Capreolos GmbH

Wir bedanken uns bei den Gründern für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

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