Dienstag, März 31, 2026
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Technologie für starke Muskeln

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Noxon Muskelaktivität Medizintechnik Finanzierung. Team Noxon (Foto Location: Deutsches Museum, Fotograf: Sergen Demiroglu)

Medizintechnik Startup Noxon schließt mit Hilfe von BayStartUP Finanzierung in Millionenhöhe ab

Lead Investor der Seed Runde ist der High Tech Gründerfonds.
Das Kapital ermöglicht den Übergang von Forschung zu klinischer Anwendung und Markteintritt.

Starke und gesunde Muskeln gelten heute als zentraler Faktor für Mobilität, Lebensqualität und gesundes Altern. Doch während sich viele Prozesse im menschlichen Körper inzwischen präzise messen lassen, arbeiten Muskeln bislang weitgehend im Dunkeln. Das Münchner Medizintechnik Startup Noxon will das mit einem innovativen Ansatz ändern. Das Unternehmen hat ein nicht invasives Muscle Computer Interface entwickelt, das es erstmals ermöglicht, Muskeln gezielt zu steuern und therapeutisch zu behandeln: personalisiert und auch außerhalb von Rehazentren oder Krankenhäusern. Für die Weiterentwicklung der Technologie und den Markteintritt hat Noxon nun eine mehrere Millionen Euro schwere Seed Finanzierungsrunde abgeschlossen. Angeführt wird die Runde vom High Tech Gründerfonds HTGF. Zudem beteiligen sich Bayern Kapital, Auxxo sowie ein weiterer institutioneller Investor. Zustande kommt die Finanzierung mit Unterstützung des BayStartUP Investorennetzwerks.

Mehr als eine Milliarde Menschen weltweit leben mit Muskelerkrankungen.

Dennoch wird Muskelaktivität bislang meist nur punktuell und unter klinischen Bedingungen erfasst. Ob bei Parkinson, Skoliose oder in der Rehabilitation nach Unfall oder Schlaganfall: Es fehlen kontinuierliche Daten aus dem Alltag. Dadurch bleibt oft unklar, ob Muskeln zum richtigen Zeitpunkt, mit angemessener Intensität und im Zusammenspiel mit anderen Muskeln arbeiten.

Genau hier setzt Noxon an. Das Unternehmen macht Muskelaktivität kontinuierlich und im Alltag erfassbar. Mit seinem nicht invasiven Muscle Computer Interface, unauffällig in Kleidung integrierten Sensoren, werden Muskelsignale direkt gemessen und in verwertbare Daten übersetzt. So wird Muskelarbeit erstmals systematisch außerhalb der Klinik zugänglich und zur Grundlage für Therapie, Training und Prävention. Behandlungen lassen sich dadurch individualisieren und über den gesamten Verlauf hinweg anpassen, nicht nur während einzelner Termine.

„Datenbasiert, personalisiert und alltagstauglich: Unsere Vision ist es, Muskeltherapie so transparent und steuerbar zu machen wie andere medizinische Prozesse“, erklärt Maria Neugschwender, Geschäftsführerin bei Noxon. „Erst wenn wir sehen, was Muskeln wirklich tun, können wir Therapie wirksam personalisieren und langfristig verbessern.“

BayStartUP als wichtiger Türöffner

BayStartUP begleitete Noxon während des gesamten Fundraising Prozesses, von der Vorbereitung der Pitches über strategisches Sparring bis hin zur gezielten Vernetzung mit relevanten Investorinnen und Investoren. Maria Neugschwender, Geschäftsführerin bei Noxon, sagt: „Die Unterstützung durch BayStartUP war für uns ein entscheidender Türöffner. Das Netzwerk hat nicht nur Kontakte hergestellt, sondern uns strukturiert durch den gesamten Finanzierungsprozess begleitet und maßgeblich dazu beigetragen, die richtigen Investoren für die nächste Wachstumsphase zu gewinnen.“

Noxon wurde 2022 als Spin off dreier renommierter Universitäten, darunter das Karlsruher Institut für Technologie, TUM und die Hochschule München, gegründet. Das Gründerteam bestehend aus Maria Neugschwender, Jan Merker, Marius Neugschwender und Ka Hou Leong vereint Expertise in Neurowissenschaften, Medizintechnik, Hardware und Softwareentwicklung, KI basierter Signalverarbeitung und klinischer Translation.

Investoren sehen Paradigmenwechsel in der Muskeltherapie

Aus Investorensicht adressiert Noxon einen strukturellen Wandel im Reha und Neurotechnologie Markt.

Dr. Lena Sophie Schütter, Investment Managerin beim High Tech Gründerfonds HTGF, betont das disruptive Potenzial der Lösung: „Mich überzeugt an Noxon, dass wirksame Therapie so einfach wird wie das Anlegen einer Bandage. Die Plattform eröffnet Patientinnen und Patienten die Chance, Mobilität zurückzugewinnen und ihren Alltag selbstbestimmt zu gestalten: von der Prävention von Muskelatrophie bis zur Reduktion von Tremor bei Parkinson. Das ist ein echter Fortschritt für die Lebensqualität.“

BayStartUP Geschäftsführer Dr. Carsten Rudolph sagt: „Noxon vereint in seinem jungen Gründerteam außergewöhnliche interdisziplinäre Expertise von Neurowissenschaften und Medizintechnik bis hin zu Hardware, Software und KI basierter Signalverarbeitung. Wir begleiten das Unternehmen seit den frühen Tagen und sind beeindruckt, wie konsequent diese Kompetenz in ein marktfähiges Produkt überführt wurde und dabei in kurzer Zeit ein starkes Team aus erfahrenen Branchenexperten entstanden ist.“

Die Seed Finanzierung schafft nun die Basis für den Markteintritt. Im Fokus stehen die klinische Validierung und regulatorische Zulassung der Plattform sowie der Ausbau standardisierter Therapie Module als Voraussetzung für eine breite Anwendung.

Großer Markt, skalierbare Plattform

Der Markt für Rehabilitation und Neurotechnologie entwickelt sich zunehmend hin zu digitalen, ambulanten und personalisierten Lösungen. Getrieben durch demografischen Wandel und steigende chronische Erkrankungen wächst der Bedarf an Therapien, die unabhängig von stationären Strukturen funktionieren.

Noxon positioniert sich in diesem Umfeld mit seiner Wearable Plattform, die kontinuierliche Messung und Stimulation von Muskeln verbindet und damit eine skalierbare, alltagstaugliche Therapie ermöglicht. Adressiert werden große Patientengruppen, etwa Menschen mit neurologischen oder muskuloskelettalen Erkrankungen. Perspektivisch eröffnet die Plattform zusätzliches Wachstumspotenzial in angrenzenden Bereichen wie Prävention und Leistungsoptimierung.

Bild Team Noxon (Foto Location: Deutsches Museum, Fotograf: Sergen Demiroglu)

Quelle BayStartUp GmbH

Warum bleibt so viel wertvoller Raum ungenutzt, obwohl der Bedarf ständig wächst?

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storabble Lagerräume Lagerraum Vergleichsplattform Europa Founder Team Bild stehend

storabble ist eine europäische Vergleichsplattform für Lagerräume und Lagerraum, die verfügbare Flächen transparent bündelt und exklusiv zugängliche Angebote digital sichtbar macht

Bitte stellen Sie storabble kurz vor und erzählen Sie, wer hinter dem Unternehmen steht.

storabble ist die größte Vergleichsplattform für Lagerräume in ganz Europa. Auf der storabble Vergleichsplattform können alle verfügbaren Lagerräume gefunden und miteinander verglichen werden können. Auf der storabble-Plattform werden professionell betriebene Self-Storage Lagerräume sowie exklusive Lagerräume, die direkt über storabble vermietet werden, angeboten.

storabble DIRECT gibt ungenutzten Räumen in der bestehenden Immobilien Infrastruktur ein zweites Leben als Lagerraum und vertreibt diese exklusiv über die storabble-Vergleichsplattform. So können grosse Immobilienbesitzer (Pensionskassen, Immobilienfonds, Versicherungen, Immobilienaktien, Länder und Städte) chronisch leerstehende Flächen monetarisieren. Nutzer und Nutzerinnen von storabble exklusiven Zugang zu diesen Lagerräumen, die auf keiner anderen Plattform gefunden werden können.

Wie ist die Idee entstanden, eine Vergleichsplattform für Lagerraum zu gründen?

Ich habe mich im Rahmen eines Projektes an der Universität St. Gallen intensiv mit dem Markt für Lagerräume auseinandergesetzt und dabei festgestellt, dass es mühsam und aufwändig war, die unterschiedlichen Anbieter von Lagerräumen zu finden und miteinander zu vergleichen. So entstand die Idee, eine zentrale Vergleichsplattform zu schaffen, auf der sämtliche Lagerräume eingezeichnet sind und miteinander verglichen werden können. Bei der Suche nach einem Hotelzimmer suchen wir schließlich auch nicht stundenlang nach den verfügbaren Hotels und vergleichen deren Webseiten dann manuell. Die Suche nach Lagerraum muss nicht mühsam sein, mit der storabble Vergleichsplattform findet man die verfügbaren Lagerräume mit wenigen Klicks.

Während des Aufbaus der storabble Vergleichsplattform haben wir festgestellt, dass in der bestehenden Immobilien Infrastruktur über ganz Europa verteilt hunderttausende kleine Lagerräume leerstehen. Diese vergessenen Lagerräume machen wir für unsere Nutzer und Nutzerinnen wieder zugänglich. Durch die exklusive Verfügbarkeit dieser Lagerräume wird der Besuch der storabble Vergleichsplattform unerlässlich für Personen, die auf der Suche nach Lagerraum sind.

Welche Vision verfolgt storabble im Markt für Self Storage und Lagerflächen in der Schweiz?

Mit storabble DIRECT werden sämtliche vergessenen Lagerräume Europas wieder zurück an den Markt gebracht. Die storabble Vergleichsplattform wird für ganz Europa zur ersten und besten Anlaufstelle bei der Suche nach Lagerraum.

An wen richtet sich Ihr Angebot konkret, und welche Bedürfnisse von Privatpersonen und Unternehmen möchten Sie besonders adressieren?

Privatpersonen und Unternehmen auf der Suche nach Lagerraum finden auf storabble die verfügbaren Lagerräume in ihrer Umgebung. Grosse Immobilieneigentümer können stranded assets über storabble ohne Aufwand wieder aktivieren und monetarisieren.

Was unterscheidet storabble von klassischen Inserateportalen oder direkten Anbietern von Lagerraum?

Klassische Inserateportale fokussieren sich auf besonders lukrative Produkte (z.B. Wohnungen) oder versuchen möglichst breit aufgestellt zu sein. Entsprechend werden Nischenprodukte wie Lagerräume vernachlässigt. Das sieht man auf den ersten Blick, wenn man auf den großen Immobilienportalen nach Lagerräumen sucht. Direkte Anbieter von Lagerräumen mieten Flächen, bauen Lagerboxen und vertreiben diese dann. Diese Lagerboxen können dann auf storabble gefunden werden, aber die Firma storabble baut keine Lagerboxen. Die storabble Vergleichsplattform tritt als Data Layer zwischen Anbietern und Endkunden auf und steht nicht in direktem Wettbewerb mit Self Storage Anbietern.

Wie stellen Sie sicher, dass Nutzerinnen und Nutzer schnell und transparent den passenden Lagerraum finden?

Personen und Unternehmen auf der Suche nach Lagerraum finden auf storabble sämtliche verfügbaren Lagerräume. Sämtliche professionellen Lagerräume werden von Anfang an auf der Vergleichsplattform eingezeichnet, um den Suchenden ein ideales Nutzererlebnis zu bieten. Anbieter können ihre Inserate gegen eine Gebühr mit Bildern, Beschreibungen, Details etc. ausstatten aber die Reihenfolge der angezeigten Inserate wird ausschließlich durch ihre geographische Nähe zum eingegebenen Ort bestimmt. So stellen wir sicher, dass das Suchergebnis neutral und relevant ist.

Welche Herausforderungen ergeben sich beim Aufbau eines Marktplatzes, der Angebot und Nachfrage digital zusammenbringt?

Im ersten Schritt muss sichergestellt werden, dass die Nutzer und Nutzerinnen zufrieden sind mit dem angezeigten Suchergebnis. Gleichzeitig müssen die Erwartungen von Anbietern an die Plattform jederzeit erfüllt sein. Das heißt, entweder müssen die Erwartungen am Anfang tief gehalten werden (z.B. durch gleichermaßen tiefe Preise) oder der Service muss von Anfang an top sein. Letzteres ist kapitalintensiver.

Wie gewinnen Sie Lagerraum Anbieter für Ihre Plattform, und welchen Mehrwert bieten Sie ihnen?

Im Idealfall lernen uns Lagerraum Anbieter durch ihr Google Analytics kennen, da wir dort bereits als Traffic Quelle auftauchen. Self Storage Anbieter können auf der storabble Plattform genau die Leute und Unternehmen erreichen, die gerade auf der Suche nach einem externen Lagerraum sind. Mit bezahlten Inseraten auf storabble können Self Storage Anbieter ihre Zielgruppe günstig und ohne Marketingaufwand über die verfügbaren Lagerboxen informieren.

Zusätzlich können professionelle Anbieter von Lagerräumen über storabble ein kostenloses Gütesiegel beziehen, falls ihre Lagerboxen gewisse Qualitätsanforderungen erfüllen. Mit dem storabble Zertifikat werden qualitativ hochwertige Lagerboxen auf den ersten Blick erkennbar.

Der Markt für Lagerflächen ist regional geprägt. Wie gehen Sie mit unterschiedlichen lokalen Gegebenheiten um?

Der größte Teil der Lagerflächen, die auf der storabble Plattform inseriert werden, sind Räume zwischen einem Quadratmeter und fünfhundert Quadratmeter. Diese Räume unterscheiden sich regional kaum und sind europaweit alle sehr ähnlich. Die Lagerräume, die auf storabble vermietet werden, müssen trocken, zugänglich und von einem professionellen Unternehmen angeboten werden. Diese Art von Lagerraum in Hamburg unterscheidet sich nicht von einem Lagerraum der gleichen Art in München.

Wo sehen Sie storabble in den nächsten Jahren, und welche Weiterentwicklungen sind geplant?

Die storabble Vergleichsplattform wird in den nächsten Jahren Land für Land ganz Europa erschließen. Wir die Suche nach Lagerraum für unsere Nutzern und Nutzerinnen in jedem europäischen Land zu einer Sache von wenigen Minuten machen. Ebenfalls werden wir den storabble Nutzern und Nutzerinnen in jedem Europäischen Land Zugang zu exklusiven Lagerraum Angeboten geben. Das heißt, in ganz Europa werden wir Zehntausende vergessene, leerstehende Lagerräume wieder an den Markt zurückbringen.

Gab es einen Moment in Ihrer bisherigen Entwicklung, der für storabble besonders richtungsweisend war?

Die Erkenntnis, dass wir den fragmentierten Markt für Self Storage praktisch ohne Grenzkosten mit unserer Technologie Land für Land aggregieren können und Realisierung, dass wir mit der Wiederbelebung von toten Flächen (vergessenen Lagerräumen) einen Mehrwert für alle Beteiligten schaffen können: unsere Plattform Nutzerinnen und Nutzer durch exklusiven Zugang zu top Räumen, die Immobilieneigentümer, deren Leerstandsquoten wir senken, die Verwaltungen, denen bei der Vermietung von Kleinstflächen viel zu viel Aufwand entstehen.

Welche drei Ratschläge würden Sie anderen Gründerinnen und Gründern geben, die eine digitale Plattform aufbauen möchten?

Gründerinnen und Gründer, die beim Aufbau einer digitalen Plattform, dem typischen modernen Startup-Playbook folgen wollen (über Jahre Verluste zu schreiben bis die dominante Marktposition dank Netzwerkeffekten gesichert ist) brauchen drei Dinge: Zugang zu viel Kapital, einen Markt, der groß genug ist, um die Verluste in den Anfangsjahren wieder auszugleichen und der Mehrwert für die Anbieter muss messbar und offensichtlich sein.

Wir haben uns explizit gegen dieses Vorgehen entschieden, da wir den Markt als zu klein und die jeweiligen Anbieter als zu unabhängig einschätzen, um eine dominante Marktposition voll ausschöpfen zu können. Deshalb liegt unser strategischer Fokus auf der Maximierung des Mehrwerts der storabble Vergleichsplattform, den Mehrwert für die Self Storage Anbieter, Immobilieneigentümer und unsere Nutzerinnen und Nutzer. Wir können eine Win-Win-Win Situation für alle Beteiligten schaffen. Die dominante Marktposition der storabble Vergleichsplattform ist abhängig davon, dass sämtliche beteiligten Parteien weiterhin von der Existenz unseres Marktplatzes profitieren.

Bildcredits storabble Group AG

Wir bedanken uns bei Oliver Meyer für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Weniger Alkohol, voller Geschmack – funktioniert das?

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KOYI MICRO SPIRITS Alkohol Spirituosen Genuss Yuka Suzuki und Dr. Hauke Günther präsentieren mit „KOYI MICRO SPIRITS“ Spirituosen zur Herstellung von stark alkoholreduzierten Longdrinks. Sie erhoffen sich ein Investment von 120.000 Euro für 10 Prozent der Firmenanteile. Bildcredits/Fotograf: RTL / Stefan Gregorowius

KOYI MICRO SPIRITS entwickelt hochkonzentrierte Spirituosen für reduzierten Alkoholgenuss und wird am 02. März 2026 in Höhle der Löwen pitchen

Wie ist das KOYI entstanden und welche Personen stehen dahinter?

Hinter KOYI MICRO SPIRITS stehen Yuka und Hauke, ein Gründerpaar aus Hamburg. Gemeinsam betreiben wir die kleinste Destille der Stadt und produzieren seit 2020 Gin und andere Spirituosen. 2021 und 2023 wurden wir international mit dem World Gin Award ausgezeichnet – als „World’s Best Flavoured Gin“ und „World’s Best Classic Gin“. KOYI entstand aus einem persönlichen Bedürfnis heraus: Genuss neu zu denken – mit deutlich weniger Alkohol, aber vollem Geschmack.

In welcher Branche ist KOYI tätig und was zeichnet das Geschäftsmodell aus?

KOYI ist im Bereich Spirituosen und alkoholarme Genussprodukte tätig. Unser Geschäftsmodell basiert auf hochkonzentrierten, echten destillierten Micro-Spirits, die in minimaler Dosierung eingesetzt werden. Dadurch entsteht ein authentisches Geschmackserlebnis bei stark reduziertem Alkoholgehalt im fertigen Drink. Wir verbinden klassisches Destillationshandwerk mit einem neuen Dosierungsansatz.

Welche Idee oder welches Problem stand am Anfang der Gründung? Gab es eine Marktlücke oder eine besondere Inspiration?

Am Anfang stand die Frage: Wie kann man weniger Alkohol trinken, ohne auf Geschmack und Ritual zu verzichten? Viele alkoholfreie Alternativen ersetzen Alkohol durch Aromamischungen. Wir wollten stattdessen mit echter Destillation arbeiten – nur konzentrierter. Daraus entstand die Idee, eine Spirituose so hoch zu konzentrieren, dass wenige Milliliter ausreichen, um einem Drink Charakter zu geben.

Was macht das Konzept oder die Technologie besonders? Welche innovativen Ansätze kommen zum Einsatz?

KOYI ist keine Aromalösung, sondern eine echte destillierte Spirituose. Wir nutzen ausschließlich natürliche Zutaten und arbeiten mit klassischen, jedoch von uns weiterentwickelten Destillationsmethoden zur Aufkonzentrierung. Das Ergebnis ist effizient, geschmacklich authentisch und frei von Zusatzstoffen oder Konservierungsmitteln.

Welche konkreten Vorteile bietet das Produkt den Nutzerinnen und Nutzern? Was hebt es im Alltag vom Wettbewerb ab?

Nutzerinnen und Nutzer können ihren Alkoholkonsum deutlich reduzieren, ohne geschmackliche Kompromisse eingehen zu müssen. Ein Drink mit KOYI enthält nur einen Bruchteil des Alkohols eines klassischen Cocktails, behält jedoch die Aromatik einer echten Spirituose. Das macht KOYI besonders für Menschen interessant, die bewusster konsumieren möchten.

Wie wurde das Produkt entwickelt und getestet? Gab es besonderes Feedback aus ersten Anwendungen oder Testphasen?

Die Entwicklung begann bereits 2018 mit ersten Experimenten. Wir haben unterschiedliche Konzentrationsstufen, Botanicals und Destillationsverfahren getestet. In ersten Anwendungen zeigte sich, dass das Dosierungsprinzip erklärungsbedürftig ist, aber sehr gut funktioniert, sobald es verstanden wird. Besonders positiv war das Feedback aus der Barszene, die das Prinzip schnell adaptieren konnte.

Welche Vision verfolgt KOYI? Welche Meilensteine sollen in den nächsten Jahren erreicht werden?

Unsere Vision ist es, Genuss neu zu definieren – nicht durch Verzicht, sondern durch intelligente Dosierung. Wir möchten KOYI als eigenständige Kategorie im Bereich alkoholarmer Spirituosen etablieren und langfristig eine Produktwelt rund um bewusst reduzierten Alkoholkonsum aufbauen.

Warum fiel die Entscheidung, sich bei Höhle der Löwen zu präsentieren? Welche Aspekte stehen dabei im Vordergrund?

KOYI ist ein erklärungsbedürftiges Produkt. Die Teilnahme an „Die Höhle der Löwen“ bietet die Möglichkeit, ein großes Publikum zu erreichen und das Konzept verständlich zu vermitteln. Im Vordergrund steht für uns die Sichtbarkeit und die Chance, strategische Unterstützung für den nächsten Wachstumsschritt zu erhalten.

Welche Form der Unterstützung wird durch die Teilnahme angestrebt? Wie soll eine mögliche Investition oder Zusammenarbeit genutzt werden?

Neben Kapital ist uns insbesondere strategische Expertise wichtig – vor allem im Bereich Markenaufbau, Skalierung und Distribution. Eine mögliche Zusammenarbeit soll dazu beitragen, das Produkt strukturiert weiterzuentwickeln und neue Marktsegmente zu erschließen.

Welche nächsten Schritte sind nach Höhle der Löwen geplant? Gibt es konkrete Pläne für Wachstum, Skalierung oder neue Entwicklungen?

Unabhängig vom Ausgang der Sendung arbeiten wir an der Weiterentwicklung unserer Produktlinie und prüfen zusätzliche Anwendungsformen unserer Micro-Spirit-Technologie. Der Fokus liegt auf nachhaltigem Wachstum und einer klaren Positionierung im Markt für reduzizierten Alkoholkonsum.

Welche Erfahrungen und Erkenntnisse haben sich auf dem bisherigen Weg als besonders wertvoll erwiesen?

Durchhaltevermögen und die Bereitschaft, ein Konzept immer wieder zu hinterfragen, waren entscheidend. Innovation bedeutet oft, gegen etablierte Denkweisen zu arbeiten.

Welche Ratschläge lassen sich daraus für andere Gründerinnen und Gründer ableiten?

Ein Produkt sollte ein echtes Problem lösen und nicht nur eine Idee sein. Gleichzeitig braucht Innovation Zeit, Geduld und die Bereitschaft, komplexe Dinge verständlich zu erklären. Qualität setzt sich langfristig durch.

Sehen Sie Hansegrün am 02. März 2026 um 20:15 Uhr auf VOX in der Höhle der Löwen

Bild: Yuka Suzuki und Dr. Hauke Günther präsentieren mit „KOYI MICRO SPIRITS“ Spirituosen zur Herstellung von stark alkoholreduzierten Longdrinks. Sie erhoffen sich ein Investment von 120.000 Euro für 10 Prozent der Firmenanteile.
Bildcredits/Fotograf: RTL / Stefan Gregorowius

Wir bedanken uns bei Yuka Suzuki und Dr. Hauke Günther für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Zeit ist Geld: 7 versteckte Zeitdiebe, die Finanzteams viel Geld kosten

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Zeitdiebe im Finance: Finanzteams entlasten Michael Rap

Sie tragen keine Masken und knacken keine Schlösser, richten aber erheblichen Schaden an. In Gesprächen mit CFOs und Finanzteams zeigt sich: Die größten Zeitdiebe sitzen in der eigenen Finanzabteilung. Gemeint sind kleine, scheinbar harmlose manuelle Aufgaben, ineffiziente Prozesse und unübersichtliche Workflows. Einzeln banal, entziehen sie Finanzteams wertvolle Zeit.

Studien zeigen: Finance Teams verbringen rund 26 Stunden pro Woche mit manuellen Routinetätigkeiten. Zeit, die für Analysen und strategische Entscheidungen fehlt. Dabei hat sich die Rolle von Finance längst gewandelt. Heute erwarten Geschäftsführung und Fachbereiche, dass Finance als strategischer Sparringspartner agiert und Wachstum mitgestaltet. Bleibt der Großteil der Arbeitszeit operativen Pflichtaufgaben vorbehalten, bleibt dieser Anspruch Theorie. Genau hier liegen die sieben größten Zeitdiebe:

Die Suche nach den Belegen

Fehlende oder unklare Belege gehören zu den Klassikern im Finanzalltag. Quittungen werden zu spät eingereicht, sind unleserlich oder gehen ganz verloren. Finanzteams müssen nachfragen, erinnern und recherchieren. Auch Mitarbeitende investieren Zeit, um Belege erneut zu suchen oder einzureichen.

Das Genehmigungslabyrinth

Freigabeprozesse sind in vielen Unternehmen unnötig kompliziert. Anträge wandern durch mehrere Instanzen, oft per E Mail. Es fehlt Transparenz, denn weder Antragstellende noch Finance wissen, wo ein Vorgang hängt. Entscheidungen verzögern sich, Rückfragen nehmen zu, Frust entsteht auf allen Seiten.

Die Daten verdoppeln sich konstant

Rechnungen, Belege und Kontoauszüge werden in verschiedene Systeme übertragen. Häufig noch per Hand. Diese doppelte oder dreifache Datenerfassung kostet Zeit und erhöht das Fehlerrisiko. Schon kleine Ungenauigkeiten können spätere Auswertungen verfälschen und zusätzlichen Korrekturaufwand verursachen.

Der monatliche Abstimmungsstress

Zum Monatsende verdichtet sich die Arbeit. Transaktionen müssen abgeglichen, Abweichungen erklärt und fehlende Informationen eingeholt werden. Dieser Prozess ist notwendig, aber oft aufwendig. Kaum ist alles erledigt, beginnt der nächste Monat und damit derselbe Ablauf erneut.

Planung mit veralteten Daten

Wenn Ausgabeninformationen in unterschiedlichen Systemen liegen oder zeitlich verzögert vorliegen, leidet die Qualität der Planung. Forecasts basieren dann auf Annahmen statt auf aktuellen Zahlen. Entscheidungen werden im Nachhinein bewertet, statt aktiv gesteuert. Das ist besonders in dynamischen Wachstumsphasen ein Risiko.

Der Budgetengpass

In vielen Unternehmen wird erst spät sichtbar, ob Budgets überschritten wurden. Wenn Finance reagiert, ist das Geld meist bereits ausgegeben. Proaktive Steuerung ist kaum möglich. Das erschwert nicht nur die Finanzplanung, sondern auch die Zusammenarbeit mit anderen Abteilungen.

Die Endlosschleife der Rückfragen

Fragen zu Ausgabenregeln, Genehmigungen oder dem Status von Erstattungen landen regelmäßig beim Finance Team. Die Informationen sind oft vorhanden, aber nicht zentral oder verständlich zugänglich. Jede Anfrage wirkt harmlos. In der Summe binden sie jedoch viel Zeit und unterbrechen konzentriertes Arbeiten.

Diese Situationen sind in vielen Finanzabteilungen Alltag. Problematisch wird es, wenn sie als unvermeidbar gelten, denn Zeitverluste entstehen weniger durch einzelne Aufgaben als durch fehlende Struktur im Umgang mit ihnen. Um effizienter zu werden und die Rolle von Finance strategisch weiterzuentwickeln, braucht es daher einen klaren, ganzheitlichen Ansatz.

Vier Schritte mit denen Finanzteams Zeit zurückgewinnen können

Am Anfang steht eine ehrliche Bestandsaufnahme des Arbeitsalltags. Finanzteams sollten systematisch erfassen, welche Aufgaben täglich, wöchentlich und monatlich anfallen und wer sie verantwortet. Wichtig ist eine realistische Einschätzung des Zeitaufwands. Oft zeigt erst diese Analyse, wie viele Stunden in kleinteilige Routinen fließen. Transparenz ist die Voraussetzung, um gezielt gegensteuern zu können.

Im nächsten Schritt gilt es, besonders zeitintensive manuelle Aufgaben in den Fokus zu rücken. Nicht jede Tätigkeit lässt sich sofort optimieren, doch häufig konzentrieren sich Zeitverluste auf wenige wiederkehrende Routinen. Diese Prozesse sollten kritisch hinterfragt werden: Warum werden sie so ausgeführt, welche Abhängigkeiten bestehen und welchen Mehrwert liefern sie? Ziel ist es, Prioritäten zu setzen und dort anzusetzen, wo der größte Effekt liegt.

Zudem entstehen viele Ineffizienzen nicht durch fehlende Tools, sondern durch unklare Strukturen und Medienbrüche. Wiederkehrende Abläufe sollten so gestaltet sein, dass sie möglichst wenig manuelle Eingriffe erfordern und Informationen dort verfügbar sind, wo sie gebraucht werden. Es geht nicht um Technologie, sondern um eine Arbeitsweise, die Finance entlastet und Fehlerquellen reduziert. Je klarer Prozesse abgebildet sind, desto weniger Zeit geht für Nachfragen und Korrekturen verloren.

Effizienz ist kein einmaliges Projekt, sondern ein fortlaufender Prozess. Unternehmen verändern sich, Teams wachsen und Anforderungen entwickeln sich weiter. Deshalb sollten Finanzteams ihre Abläufe regelmäßig überprüfen und an den aktuellen Bedarf anpassen. Nur so lässt sich verhindern, dass sich neue Zeitdiebe einschleichen.

Zeit für strategische Arbeit schaffen

Wenn Finanzteams weniger Zeit mit Suchen, Nachfragen und Korrigieren verbringen, entsteht Raum für wertschöpfende Aufgaben. 26 zusätzliche Stunden pro Woche können genutzt werden, um Forecasts zu schärfen, Budgets enger zu steuern und finanzielle Auswirkungen von Entscheidungen früher zu bewerten.

Dadurch agiert Finance weniger reaktiv und entwickelt sich stärker zum strategischen Sparringspartner für Management und Fachbereiche. Zugleich steigt die Analysequalität, operative Ad hoc Aufgaben treten in den Hintergrund und es entsteht mehr Spielraum für strategische Weiterentwicklung.

Alles in allem lässt sich sagen, dass Zeitdiebe sich nicht ignorieren lassen, sondern systematisch beseitigt werden müssen. Unternehmen, die ihre Prozesse gezielt verschlanken, gewinnen nicht nur Effizienz, sondern stärken Finance als aktiven Treiber unternehmerischer Entscheidungen.

Bild Michael Rap

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Warum Besitz plötzlich keinen festen Ort mehr braucht

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SaveSpace im Self Storage Markt als Plattform

SaveSpace ist eine digitale Plattform im Self Storage Markt, die Lagerung europaweit neu organisiert und Prozesse vollständig digital abwickelt

Bitte stellen Sie SaveSpace kurz vor und erzählen Sie, wer die Köpfe hinter dem Unternehmen sind.

SaveSpace ist die All-in-One Plattform für den europäischen Lagermarkt. Das Gründerteam besteht aus Max Bieri (CEO), Tamara Krauss (CMO) und Kelvin Kassis (CTO).

Wie ist die Idee zu SaveSpace entstanden und welches Problem im Bereich Lagerung wollten Sie konkret lösen?

Wir lösen die drei größten Probleme im Markt: hohe Preise, komplizierte Prozesse und ungenutzte Kapazitäten. Unser CTO Kelvin entwickelte das Konzept aus der Notwendigkeit eines Pivots heraus: Als COVID sein erstes Unternehmen hart traf, erkannte er das Potenzial im Self Storage Bereich. Diese Krisenerfahrung führte indirekt zu unserer heutigen Architektur.

Welche Vision verfolgt SaveSpace im stark umkämpften Self Storage Markt, und wie soll diese langfristig umgesetzt werden?

Unsere Vision ist es bis 2030 Nr. 1 Plattform im europäischen Lagermarkt zu sein Dank unserer aktuellen Kapitalbasis und dem bewährten Skalierungskonzept setzen wir diesen Plan konsequent um.

An welche Zielgruppen richtet sich Ihr Service insbesondere, und welche Bedürfnisse dieser Kundinnen und Kunden stehen für Sie im Mittelpunkt?

Wir adressieren Expats, Familien, digitale Nomaden und KMUs. Im Mittelpunkt stehen das Bedürfnis nach einer schnellen digitalen Abwicklung und dem logistische Aufwand.

Was unterscheidet SaveSpace grundlegend von klassischen Self Storage Anbietern, bei denen Kundinnen und Kunden ihre Sachen selbst einlagern müssen?

Im Gegensatz zu klassischen Anbietern findet der Kunde genau das was er sucht. Zudem ermöglichen wir eine vollständig digitale Einlagerung in wenigen Minuten. Somit bieten bis zu 40 Prozent Preisvorteil und der Kunde zahlt effektiv, was er braucht.

Ihr Modell basiert auf Abholung, digitaler Verwaltung und Rücklieferung. Welche Rolle spielt Technologie für Ihr Geschäftsmodell?

Technologie ist unser unfairer Wettbewerbsvorteil. Unser Betriebssystem monetarisiert jeden Lead und integriert externe Partner nahtlos in unser Netzwerk.

Mit welchen operativen oder logistischen Herausforderungen sind Sie im Alltag konfrontiert, und wie begegnen Sie diesen?

Die größte Herausforderungen im Self Storage Markt sind die Geschwindigkeit der digitalen Skalierung, wie die Kundenakquise. Wir begegnen dieser mit automatisierten Prozessen und einem asset lighten Modell.

Wie stellen Sie sicher, dass Sicherheit, Transparenz und Vertrauen bei der Einlagerung sensibler oder persönlicher Gegenstände gewährleistet sind?

Sicherheit und Transparenz sind in unsere Plattform fest eingebaut. Durch ein lückenloses digitales Inventar behalten unsere Kunden via App jederzeit die volle Kontrolle über ihren Besitz. Wir arbeiten ausschließlich mit zertifizierten Partnern zusammen, deren Standorte videoüberwacht, trocken und brandschutzfest sind.

Inwiefern verändert ein Service wie SaveSpace das Konsum und Platzverständnis in urbanen Räumen?

Wir adressieren die strukturelle Angebotsknappheit in Städten und machen ungenutzte Flächen wieder wirtschaftlich nutzbar. Auf der anderen Seite ermöglichen wir ein modernes Leben auf begrenzter Fläche ohne Verzicht auf persönlichen Besitz.

Welche nächsten Entwicklungsschritte planen Sie für SaveSpace, etwa in Bezug auf Expansion, neue Services oder zusätzliche Angebote?

Nach der jetzigen erfolgreichen Finanzierungsrunde expandieren wir in die Schweiz. Später im Jahr werden wir eine weitere Phase des Wachstums einläuten, auf dem Weg zur Nr. 1 in Europa.

Welche strategischen Entscheidungen waren rückblickend besonders wichtig für den Aufbau Ihres Unternehmens?

Die Entscheidung für ein radikales Asset light Modell war fundamental. Unsere Unit Economics lassen uns skalieren und sehr schnell Stadt zu Stadt wachsen.

Welche drei konkreten Ratschläge würden Sie anderen Gründerinnen und Gründern mit auf den Weg geben?

Fokussiert euch frühzeitig auf belastbare Economics statt auf reines Volumenwachstum. Nutzt Technologie um bestehende Markteffizienzen radikal aufzubrechen. Baut ein komplementäres Team auf das tiefes Fachwissen mit operativer Exzellenz verbindet.

Bildcredits SaveSpace

Wir bedanken uns bei Max Bieri für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Wo entstehen die Technologien, die morgen den Markt prägen?

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de:hub Berlin – DeepTech Startups Deep Tech René Giese de:hub Berlin Bildrechte Janosch Weiss

de:hub Berlin – DeepTech unterstützt Startups im Bereich Deep Tech mit Infrastruktur, Industrieanbindung und Programmen zur Skalierung technologischer Innovationen

Wie positioniert sich der de:hub Berlin – DeepTech innerhalb des deutschen Digital Hub Netzwerks? Welche Rolle spielt der Hub für DeepTech und Hardtech Innovationen in Deutschland?

Als Teil der de:hub-Initiative ist der Deep Tech Hub bei MotionLab.Berlin angesiedelt und baut auf unserem Fokus auf Hardware, Prototyping und industrielle Innovation auf. Innerhalb der de:hub-Initiative sind wir der zentrale Ansprechpartner für technologiegetriebene Startups, die physische Produkte und skalierbare industrielle Lösungen entwickeln.
Unsere Rolle ist es, die praktische Anwendung von Deep Tech-Innovationen zu beschleunigen, indem wir Zugang zu Infrastruktur, Industriepartnern, dem Mittelstand und Kapital bieten. So stärken wir die Wettbewerbsfähigkeit und technologische Souveränität Deutschlands ganz konkret aus Berlin heraus.

Der de:hub Berlin – DeepTech richtet sich gezielt an Hardtech Startups. Welche besonderen infrastrukturellen Angebote machen den Hub für diese Zielgruppe attraktiv?

Wir unterstützen Unternehmen in allen Bereichen von Deep Tech, aber unsere Wurzeln im Hardware-Bereich geben uns besondere Expertise in der Zusammenarbeit mit Hardtech-Startups.
Hardtech-Startups brauchen mehr als nur Büroflächen – sie brauchen Werkstätten, Maschinen, Testumgebungen und direkten Zugang zu Industrie-Know-how. Genau das bieten wir bei MotionLab.Berlin: professionelle Prototyping-Infrastruktur, Maschinenwerkstätten mit über 30 verschienden 3D-Drucker, Laser Cuttern, voll ausgestatterter Holz- und Metallwerkstääten und, eine Elektronikwerkstatt – 24 Stunden 7 Tage die Woche zugänglich. Im Zentrum davon – eine Community aus Makers, Ingenieur:innen, Industrieexpert:innen und Fertigungspartnern.
Ergänzt wird das durch gezieltes Matchmaking mit Mittelstand, Corporates und Investor:innen. So schaffen wir ein Umfeld, in dem Hardware- und Deep-Tech-Startups ihre Technologien nicht nur entwickeln, sondern auch schneller validieren und skalieren können.

Wie unterstützt der Hub Hardtech Startups bei der Entwicklung, dem Prototyping und der Industrialisierung ihrer Technologien?

Wir unterstützen Hardtech-Startups entlang der gesamten Wertschöpfungskette – von der ersten Idee bis zur Industrialisierung. Bei MotionLab.Berlin stellen wir Prototyping-Infrastruktur, Werkstätten, technisches Fachwissen und Zugang zu Industriepartnern bereit, um Technologien effizienter zu entwickeln und zu testen. Zudem ermöglichen wir Pilotprojekte mit Mittelstand und Corporates, gezieltes Matchmaking sowie Kontakte zu Investor:innen, Fertigungspartner, Materiallieferanten und Maschinenhersteller, sodass Startups ihre Entwicklungszyklen verkürzen und schneller marktreif werden können.
Unsere Programme richten sich an Deep Tech- und hardwarefokussierte Unternehmen in unterschiedlichen Phasen – von frühen Berliner Startups bis zu fortgeschrittenen Scale-ups und Mittelstandsunternehmen.

So konzentriert sich zum Beispiel der Hardtech Innovation Accelerator auf die Erreichung des Product-Market-Fit, ein entscheidender Schritt für Startups mit transformativen Technologien. Aus den letzten Kohorten konnten sich zahlreiche Startups – bspw. NeoCarbon, ENGEL Systems und CIYANO – EXIST-Gründerstipendien sichern oder erfolgreich Seed Investments aufnehmen, die ihnen zusätzliche Unterstützung für die nächste Wachstumsphase bieten.Weiterhin haben Startups aus.

Wir unterstützen unsere Scale-ups auch in unserem Tech Talent Program. So werde bspw. Ucaneo oder alcemy im Rahmen des Programms dabei unterstützt, junge Talente aus der Berliner Hochschullandschaft zu gewinnen, um bei der weiteren Produktentwicklung zu unterstützen.
Für fortgeschrittene Deep Tech-Unternehmen unterstützt das Deep Tech Global Program die internationale Expansion, indem es Kontakte und Investitionsmöglichkeiten im Ausland vermittelt. Im vergangenen Jahr organisierten wir Delegationsreisen nach New York und Japan, und in diesem Jahr bereiten wir einen Call für Berliner Deep Tech-Unternehmen vor, um sie zur Teilnahme an einer neuen Runde von Reisen nach Amsterdam und New York einzuladen.

Welche Rolle spielen Testlabore, Werkstätten, Pilotprojekte oder Produktionspartner für den Erfolg von DeepTech Gründungen?

Testlabore, Werkstätten, Pilotprojekte und Produktionspartner sind für Deep Tech-Startups entscheidend, weil sie die Lücke zwischen der Idee und einem marktfähigen Produkt schließen. Sie ermöglichen frühes Prototyping, iterative Tests und die Validierung unter realen Bedingungen.
Nur mit dieser Infrastruktur können Deep Tech-Startups ihre Technologien zuverlässig skalieren, Produktionsprozesse optimieren und Marktreife erreichen – ohne sie würde die Entwicklung deutlich länger dauern und risikoreicher sein.

Wie fördert der de:hub Berlin – DeepTech die Zusammenarbeit zwischen Startups, Industrieunternehmen, Forschungseinrichtungen und Investoren?

Als Deutschlands Deep Tech Hub im Rahmen der de:hub-Initiative bringen wir Menschen durch Formate wie Workshops, Pilotprojekte, Matchmaking- und Networking-Events sowie gemeinsame Innovationsprogramme zusammen. Unser Ziel ist es, die Zusammenarbeit zwischen Startups, Industrie, Forschung und Investor:innen einfacher und wirkungsvoller zu gestalten – damit Ideen schneller aus der Entwicklung in die Anwendung kommen. So geben wir unseren Startups die Gelegenheit, an zahlreichen nationalen und internationalen Veranstaltungen teilzunehmen und sich vor Ort zu präsentieren.

Eine Initiative, die wir im vergangenen Jahr gestartet haben, ist das Meetup-Format Berlin Deep Tech Nexus. Die Idee dahinter ist bewusst einfach: Gründer:innen, Forschende, Investor:innen, Studierende und Deep-Tech-Interessierte auf Augenhöhe zusammenzubringen und einen offenen Austausch zu ermöglichen. Jede Ausgabe umfasst sechs Speaker auf der Bühne, während das Publikum aktiv in die Diskussion eingebunden ist. Das erste Meetup fand im MotionLab.Berlin statt, seitdem ist das Format organisch gewachsen – mit wechselnden Gastgebern und Partnern, die ihre Perspektiven, Räume und Unterstützung einbringen.

Innerhalb eines Jahres hat Deep Tech Nexus bereits über 1.000 Teilnehmende zusammengebracht. Die Ausgabe im Dezember etwa wurde von zwei besonderen Gästen geprägt: Katrin Robeck, CEO von IBB Ventures, und Philipp Buddemeier, General Partner beim Marvelous DeepTech Fund. Beide gaben praxisnahe Einblicke in den Zugang zu Kapital und zeigten auf, wie dieser für Deep-Tech-Gründer:innen konkret aussehen kann.

Welche Herausforderungen begegnen Hardtech Startups besonders häufig und wie hilft der Hub dabei, lange Entwicklungszyklen und hohe Kapitalbedarfe zu bewältigen?

Hardtech-Startups stehen oft vor langen Entwicklungszyklen, hohen Produktions- und Materialkosten sowie dem Zugang zu spezialisierter Infrastruktur und Industriepartnern.
Wir bieten gezielte Unterstützung durch Prototyping-Infrastruktur, Werkstätten, technisches Know-how sowie Netzwerke zu Industrie und Investor:innen. So können Startups schneller testen, iterieren und Pilotprojekte realisieren—und sowohl den Kapitalbedarf als auch die Entwicklungszeiten deutlich reduzieren. Auf der anderen Seite unterstzützen wir ebenfalls bei der Suche nach den richtigen Investoren und Förderprogrammen.

Welche Bedeutung haben Themen wie Skalierung, Serienfertigung und Markteintritt für DeepTech Unternehmen und wie werden diese im Hub adressiert?

Für Deep-Tech-Unternehmen sind Skalierung, Serienfertigung und Markteintritt entscheidende Erfolgsfaktoren. Ohne die Fähigkeit, Technologien zuverlässig in Serie zu produzieren und auf den Markt zu bringen, entfalten selbst die vielversprechendsten Innovationen keine Wirkung.
Als Deep Tech Hub ermöglichen wir Startups den Zugang zu Produktionspartnern, Pilotprojekten und Industrieexpertise bei MotionLab.Berlin. Wir unterstützen sie bei Prozessoptimierung, Validierung und Markteintritt – so können Startups ihre Prototypen schneller zu marktfähigen Produkten entwickeln.
Wir messen den Erfolg auf mehreren Ebenen. Für Startups zählen Fortschritte in der Technologieentwicklung, abgeschlossene Pilotprojekte, Finanzierungserfolge und Markteintritte als zentrale Indikatoren.
Für den Standort Berlin erfassen wir die Anzahl neu gegründeter Hardtech-Startups, geschaffene Arbeitsplätze, Industriekooperationen sowie die Sichtbarkeit Berlins als führender Deep Tech Hub in Deutschland und Europa. Anhand dieser Kennzahlen entwickeln wir kontinuierlich unsere Infrastruktur, Programme und Netzwerke weiter.

Welche Ziele verfolgt der de:hub Berlin – DeepTech in den kommenden Jahren, um Deutschland als führenden Standort für DeepTech Innovationen weiter zu stärken?

Wir wollen dies erreichen, indem wir den Technologietransfer weiter beschleunigen, Startups bei Skalierung und Industrialisierung unterstützen und internationale Kooperationen ausbauen.
Bei MotionLab.Berlin liegt der Fokus darauf, Infrastruktur, Expertise und Netzwerke weiterzuentwickeln, Pilotprojekte mit Industriepartnern zu fördern und Talente sowie Investor:innen eng mit Startups zu vernetzen – so entsteht gemeinsam ein nachhaltiges, innovationsstarkes Ökosystem.

Bild René Giese de:hub Berlin Bildrechte Janosch Weiss

Wir bedanken uns bei René Giese für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Geht gesunde Routine wirklich ohne Aufwand und Müll?

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Hansegrün Shots Nahrungsergänzungsmittel Lukas Jordan (l.) und Till Soll präsentieren mit „Hansegrün“ nachhaltige Bio-Shots zum Selbermachen. Sie erhoffen sich ein Investment von 350.000 Euro für 10 Prozent der Firmenanteile. Bildcredits/ Fotograf: RTL / Stefan Gregorowius

Hansegrün vertreibt Shots als biozertifizierte Nahrungsergänzungsmittel und wird am 02 März 2026 in der Höhle der Löwen pitchen

Wie ist Hansegrün entstanden und welche Personen stehen dahinter?

Wir sind Till und Lukas, die Gründer von Hansegrün. Till kommt aus Hamburg, Lukas aus Lübeck. Uns verbindet nicht nur eine enge Freundschaft, sondern auch die Affinität zum gesunden Lebensstil. Wir kennen uns aus der gemeinsamen Studienzeit im Fitness- und Gesundheitsbereich und haben dort auch lange gemeinsam in einem Gesundheitsstudio gearbeitet. Entstanden ist die Idee für Hansegrün in Till’s Hamburger Altbauküche. Sie wollten eine Alternative für die Supermarkt-Einweg-Ingwer Shots entwickeln, die nicht nur teuer sind, sondern vor allem auch eine Menge Müll produzieren. Über die Ingwer Shots kamen über die Zeit weitere Gedankengänge, dass Menschen gesünder leben möchten, aber Routinen oftmals kompliziert und zeitaufwendig sind oder schlichtweg nicht gut schmecken. Unser Ansatz war es, bewährte Zutaten in einer einfachen, alltagstauglichen Form zu bündeln – hochwertig, durchdacht, transparent. Mit dem Ziel, gesunde Routinen einfacher, angenehmer und nachhaltiger zu machen.

In welcher Branche ist Hansegrün tätig und was zeichnet das Geschäftsmodell aus?

Hansegrün vertreibt in erster Linie Nahrungsergänzungsmittel. Der Fokus liegt auf biozertifizierten Superfoodpulvern im praktischen Shotformat. Der Hauptvertrieb läuft über den eigenen Onlineshop.

Welche Idee oder welches Problem stand am Anfang der Gründung? Gab es eine Marktlücke oder eine besondere Inspiration?

Am Anfang stand das Problem, dass die Supermarkt Shots nicht nur sehr teuer sind, sondern vor allem auch viel Müll produzieren. Zusätzlich sind viele Nahrungsergänzungsmittel entweder kompliziert einzunehmen sind, wenig transparent in der Qualität oder nicht alltagstauglich. Hansegrün wollte eine Lösung schaffen, die gesund, bio-zertifiziert, transparent und gleichzeitig einfach in der Anwendung ist – z. B. als schnell zubereiteter Shot. Die Marktlücke lag in hochwertigen Bio-Superfood-Shots in Pulverform, die Funktionalität und Genuss verbinden.

Welche konkreten Vorteile bietet das Produkt den Nutzerinnen und Nutzern? Was hebt es im Alltag vom Wettbewerb ab?

Die Hansegrün Produkte sind einfach in den Alltag integrierbar, biozertifiziert und qualitativ hochwertig, schnell zubereitet und lecker. Im Alltag bedeutet das: Gesunde Routinen ohne großen Aufwand. Die Shots sind in unter 30 Sekunden zubereitet.

Welche Vision verfolgt Hansegrün? Welche Meilensteine sollen in den nächsten Jahren erreicht werden?

Die Vision ist, dass Hansegrün eine führende Marke für funktionale Bio-Nahrungsergänzung wird. Geplante Meilensteine sind ein weiteres starkes Umsatzwachstum, der Ausbau der Sortiments, eine starke Präsenz im Handel, die Internationalisierung sowie den Aufbau einer langfristig starken Marke.

Warum fiel die Entscheidung, sich bei Höhle der Löwen zu präsentieren? Welche Aspekte stehen dabei im Vordergrund?

Die Höhle der Löwen bietet die Chance, Reichweite, Markenvertrauen und vor allem strategische Partner:innen zu gewinnen. Für Hansegrün steht weniger das Kapital als vielmehr der strategische Mehrwert und das Netzwerk im Vordergrund.

Welche Form der Unterstützung wird durch die Teilnahme an Höhle der Löwen angestrebt? Wie soll eine mögliche Investition oder Zusammenarbeit genutzt werden?

Angestrebt wird vor allem die strategische Unterstützung beim weiteren Markenaufbau, der Retail-Expansion und die Skalierung der Prozesse.

Welche nächsten Schritte sind nach Höhle der Löwen geplant? Gibt es konkrete Pläne für Wachstum, Skalierung oder neue Entwicklungen?

Nach der Ausstrahlung liegt der Fokus auf der Skalierung von Marketing und Fulfillment, der Sicherstellung der Lieferfähigkeit, der Ausbau des Teams sowie die Weiterentwicklung des Produktportfolios und die Vorbereitung auf ein weiteres starkes Wachstum.

Welche Erfahrungen und Erkenntnisse haben sich auf dem bisherigen Weg als besonders wertvoll erwiesen?

Besonders wertvoll waren bisher die Kundennähe und das direkte Feedback, der Fokus auf die Produktqualität sowie die Geduld und das langfristige Denken beim Markenaufbau.

Welche Ratschläge lassen sich aus diesen Erfahrungen ableiten, die für andere Gründerinnen und Gründer hilfreich sein könnten?

Hört früh auf echtes Kundenfeedback, die Qualität geht vor Geschwindigkeit und legt einen Fokus anstelle von Verzettelung auf zu viele Themen. Denkt eure Marke langfristig, versteht die Zahlen und entscheidet datenbasiert und nicht aus Gefühlen heraus.

Sehen Sie Hansegrün am 02. März 2026 um 20:15 Uhr auf VOX in der Höhle der Löwen

Bild:Lukas Jordan (l.) und Till Soll präsentieren mit „Hansegrün“ nachhaltige Bio-Shots zum Selbermachen. Sie erhoffen sich ein Investment von 350.000 Euro für 10 Prozent der Firmenanteile. Bildcredits/ Fotograf: RTL / Stefan Gregorowius

Wir bedanken uns bei Lukas Jordan und Till Soll für das Interview

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Kann Lernen plötzlich so viel spannender sein?

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AR-Physics Lern App für Naturwissenschaften Felix Lachtrup, Philipp Siedhoff und Jost Reelsen präsentieren den "Löwen" mit „AR-Physics“ eine Lernapp für Physikexperimente. Sie erhoffen sich ein Investment von 225.000 Euro für 15 Prozent der Firmenanteile. Bildcredits/ Fotograf: RTL / Bernd-Michael Maurer

AR-Physics entwickelt eine Lern App für Naturwissenschaften mit Augmented Reality und wird am 02 März 2026 in der Höhle der Löwen pitchen

Wie ist AR-Physics entstanden und welche Personen stehen dahinter?

Die Idee entstand bei uns im Physikunterricht in der Oberstufe. Viele Experimente waren kaputt oder konnten nicht durchgeführt werden, obwohl sie eigentlich das Spannendste am Unterricht sind. Da wir gut programmieren konnten, kamen wir auf die Idee, Experimente mit Augmented Reality digital nachzubauen und sie im Unterricht einzusetzen. Das Projekt hat sich dann weiterentwickelt und ist mit Startup Teens etc. immer weitergewachsen.
Gegründet wurde das Startup von Felix Lachtrup, Philipp Siedhoff und Jost Reelsen (nicht mehr Teil des Unternehmens).

In welcher Branche ist AR-Physics tätig und was zeichnet das Geschäftsmodell aus?

Wir sind im EdTech-Bereich tätig und entwickeln eine Lern-App für Naturwissenschaften mit interaktiven Inhalten und AR-Experimenten.

Welche Idee oder welches Problem stand am Anfang der Gründung?

Ein großes Problem war unser junges Alter. Wir wurden oft nicht ernst genommen und mussten viele bürokratische Hürden überwinden. Erst mit 18 konnten wir offiziell gründen.

Gab es eine Marktlücke oder eine besondere Inspiration?

Wir haben erkannt, dass es in Deutschland kaum Lern-Apps mit AR-Funktionen oder spannenden Gamification-Elementen für Naturwissenschaften gibt. Hier sehen wir eine große Marktlücke.

Was macht das Konzept oder die Technologie besonders?

Unsere App verbindet AR- und 3D-Experimente mit KI, die automatisch Lernmaterialien wie Karteikarten und Quizze erstellt. In Zukunft wollen wir auch Mixed und Virtual Reality nutzen.

Welche Vorteile bietet AR-Physics?

Durch Augmented Reality wird Lernen anschaulich und spielerisch. Inhalte lassen sich leicht verstehen und bleiben besser im Kopf.
Mit unserer Plattform kann Wissen einfach hochgeladen und auf verschiedene Arten gelernt werden. Unser Ziel ist es, das Duolingo der Naturwissenschaften zu werden.

Wie wurde das Produkt entwickelt und getestet?

Am Anfang haben wir alles selbst entwickelt, später mit Unterstützung weiterer Mitarbeiter.
Getestet wurde die App an mehreren Schulen und durch App-Tester. Das Feedback hilft uns bis heute, die App ständig zu verbessern.

Gab es besonderes Feedback aus ersten Anwendungen oder Testphasen?

Es gab viel positives Feedback über ein besseres Lernerlebnis und mehr Spaß an der Physik. Aber natürlich auch Feedback über design, Leistung und anderen Problemen, an denen wir arbeiten oder schon gearbeitet haben.

Welche Vision verfolgt AR-Physics?

Wir wollen eine Lern-App für alle werden nicht nur für Physik. Kurzfristig richten wir uns an Schüler:innen und Eltern, langfristig an Lernende weltweit.
Unser Ziel ist es, mehr Begeisterung für Naturwissenschaften zu schaffen und das neue Duolingo zu sein.

Warum fiel die Entscheidung für Höhle der Löwen?

Naturwissenschaften sind bei vielen Jugendlichen nicht besonders beliebt, was sich auch in unseren Nutzerzahlen gezeigt hat. Mit „Die Höhle der Löwen“ wollen wir mehr Reichweite bekommen und zeigen, wie spannend die Welt der Naturwissenschaften und des Wissens sein kann.

Welche Form der Unterstützung wird angestrebt?

Wir wünschen uns neben Kapital vor allem Erfahrung, Kontakte und Unterstützung beim Wachstum.

Welche nächsten Schritte sind geplant?

Wir wollen unsere App als allgemeine Lernplattform positionieren und weiter in MR- und VR-Technologien, sowie KI investieren. Außerdem bauen wir Inhalte und Nutzerzahlen weiter aus.

Welche Erfahrungen waren besonders wertvoll?

Vor allem der Kontakt mit vielen anderen Unternehmern die einen immer Tipps geben und dich motivieren nie aufzugeben.

Welche Ratschläge geben Sie anderen Gründerinnen und Gründern?

Glaubt an eure Idee und gebt nicht auf, auch wenn andere am Anfang nicht daran glauben. Mit Ausdauer und Leidenschaft kann viel erreicht werden. Außerdem Networking ist dein größter Freund

Sehen Sie AR-Physics am 02. März 2026 um 20:15 Uhr auf VOX in der Höhle der Löwen

V.l.: Felix Lachtrup, Philipp Siedhoff und Jost Reelsen präsentieren den „Löwen“ mit „AR-Physics“ eine Lernapp für Physikexperimente. Sie erhoffen sich ein Investment von 225.000 Euro für 15 Prozent der Firmenanteile.
Bildcredits/ Fotograf: RTL / Bernd-Michael Maurer

Wir bedanken uns bei Felix Lachtrup, Philipp Siedhoff und Jost Reelsen für das Interview

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Warum genau hier die Zukunft der Industrie entschieden wird?

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de:hub Mannheim – Ludwigshafen Startups Innovation Gruppenbild

de:hub Mannheim – Ludwigshafen vernetzt Startups und Industriepartner, um Innovation in Chemie, Health und Prozessautomation gezielt in marktfähige Lösungen zu überführen

Können Sie unseren Leserinnen und Lesern den de:hub Mannheim – Ludwigshafen kurz vorstellen und erklären, welche Rolle dieser Hub innerhalb des deutschen Digital Hub Netzwerks einnimmt?

Der de:hub Mannheim – Ludwigshafen (5-HT Chemistry & Health) ist einer der spezialisierten Standorte im bundesweiten Digital Hub Netzwerk, initiiert durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz.
Sein Profil ist klar: Chemie, Health und industrielle Digitalisierung.
Er fungiert als Brücke zwischen Deep-Tech-Startups, Konzernen, Mittelstand und Forschung. Gerade für technologiegetriebene Geschäftsmodelle ist diese strukturierte Vernetzung ein echter Beschleuniger.

Was macht die Region Mannheim – Ludwigshafen als Standort für einen Digital Hub besonders attraktiv?

Die Region Rhein-Neckar gehört zu den stärksten Industrie- und Wissenschaftsstandorten Europas. Hier treffen Chemieindustrie, Gesundheit, Life-Sciences, Biotechnologie, IT, Anlagen- und Maschinenbau, Automotive, sowie exzellente Forschungseinrichtungen und Hochschulen aufeinander.
Für Startups bedeutet das: kurze Entscheidungswege, reale Anwendungsszenarien und direkten Zugang zu Pilotkunden. Diese Nähe von Forschung, Mittelstand und Konzernen schafft ideale Bedingungen für skalierbare Innovation.

Auf welche technologischen Schwerpunkte fokussiert sich der Hub – und warum sind diese relevant?

Der Fokus liegt auf der Digitalisierung einschließlich KI für die Bereiche Chemie, Health, Prozessautomation.
Die Digitale Transformation definiert auch in diesen Bereichen die Wertschöpfung neu. Ziel ist es dabei, effizienter, nachhaltiger und datengetriebener zu werden. Für uns ist insbesondere die Kombination aus naturwissenschaftlicher Expertise und digitaler Infrastruktur entscheidend.

Wie unterstützt der Hub Startups konkret bei Entwicklung, Validierung und Skalierung?

Der Hub schafft reale Marktbedingungen statt theoretischer Programme.
Startups erhalten Zugang zu Industriepartnern für Pilotprojekte, strukturiertes Mentoring und direkten Austausch mit Entscheiderinnen und Entscheidern. Dadurch werden Geschäftsmodelle früh validiert und schneller marktfähig.
Gerade in regulierten Branchen wie Health oder Chemie ist dieser Praxisbezug in allen Phasen essenziell.

Welche Angebote und Matchmaking-Formate helfen Gründerinnen und Gründern konkret beim Wachstum?

Besonders wertvoll sind kuratierte Matchmaking-Formate, Pitch-Events und Workshops zwischen Corporates und Startups mit dem Ziel, konkrete Innovations- und Pilotprojekte umzusetzen.
Der entscheidende Faktor ist jedoch die Qualität der Kontakte. Es geht nicht um Eventdichte, sondern um belastbare Partnerschaften mit Umsetzungspotenzial.

Wie arbeiten Sie mit etablierten Unternehmen und Forschungseinrichtungen zusammen?

Der Hub fördert gezielte Co-Innovation.
Wir sind der festen Überzeugung, dass Co-Innovation der richtige Weg ist, um die Innovation an der Schnittstelle zwischen Industrie, Mittelstand, Startups und Forschung schnell und erfolgreich zu gestalten.
Etablierte Unternehmen bringen Markt- und Prozesswissen ein, Forschung liefert wissenschaftliche Tiefe und Startups sorgen für Geschwindigkeit und Technologie. Diese Konstellation reduziert Entwicklungsrisiken und verkürzt Innovationszyklen erheblich.

Wir sehen eine starke Dynamik bei KI in Forschung und Entwicklung, datengetriebener Prozessoptimierung, nachhaltiger Chemie, aber auch Quantentechnologie und Bioökonomie.
Zudem gewinnen Plattform- und Ökosystem-Ansätze an Bedeutung. Unternehmen denken zunehmend in kollaborativen Wertschöpfungsnetzwerken statt in isolierten Geschäftsmodellen. Eine schnelle Umsetzung von Innovation mit direkter Wirkung in die Wertschöpfungskette ist für die deutsche Industrie essenziell.
Wir sehen aber auch einen zunehmenden Rückzug von Unternehmen aus der Zusammenarbeit mit Startups, was insbesondere für DeepTech Startups aufgrund langer Entwicklungszyklen und hohem Kapitalbedarf schwierig ist.

Woran messen Sie den Erfolg Ihrer Aktivitäten?

Erfolg zeigt sich in umgesetzten Projekten und strategischen Partnerschaften.
Wirkung zählt mehr als reine Aktivität. Entscheidend ist, dass Innovationen tatsächlich in marktfähige Lösungen überführt werden.

Welchen Mehrwert bietet die Vernetzung mit anderen de:hub-Standorten?

Das Netzwerk erweitert den regionalen Fokus um nationale und internationale Perspektiven.
Startups profitieren vom Zugang zu neuen Märkten, Investoren und branchenspezifischem Know-how. Dieser überregionale Austausch erhöht die Skalierungsgeschwindigkeit deutlich.
Industriepartner profitieren von flächendeckendem Zugang zu dem vielfältigen und branchenspezifischen Know-How innerhalb des Netzwerks.

Welche strategischen Ziele verfolgt der Hub in den kommenden Jahren?

Der de:hub Mannheim – Ludwigshafen wird seine Position als führender Standort für digitale Chemie- und Health-Innovationen weiter ausbauen.
Dazu gehört die aktive Gestaltung einer Open Innovation Plattform, die eine intensivere Kooperationen zwischen Industrie, Mittelstand und Startups fördert.
Ziel ist es, aus wissenschaftlicher Exzellenz schneller unternehmerische Wertschöpfung entstehen zu lassen – und damit das Innovationspotenzial der Region und der Fokusbranchen nachhaltig zu heben.

Bildcredits de:hub Mannheim

Wir bedanken uns bei Corinna Herrmann für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Schluss mit Zettelwirtschaft im Außendienst?

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VoiceLine für Außendienst und Frontline Teams copyright Voiceline

VoiceLine ist eine Enterprise Voice AI Plattform für Außendienst und Frontline Teams, die Sprachberichte automatisch in strukturierte CRM Einträge und Aufgaben überführt.

Was genau macht VoiceLine als Enterprise Voice AI Plattform für Außendienst und Serviceteams und welches Kernproblem im Arbeitsalltag wollten Sie damit lösen?

Wir adressieren drei Kernprobleme im Arbeitsalltag von Außendienst-Teams: Frontline-Teams verlieren wertvolle Zeit für Kunden und Verkauf durch manuelle Dokumentation und Administration, Führungskräften fehlen relevante Insights aus Felddaten, und Prozesse werden im Alltag oft nicht konsequent eingehalten. VoiceLine löst das, indem Außendienst-Mitarbeitende nach dem Kundentermin einfach per Sprachnotiz oder Anruf berichten und VoiceLine daraus automatisch strukturierte CRM-Einträge, Besuchsberichte und Aufgaben erstellt und an CRM/ERP synchronisiert. Kunden berichten dadurch von bis zu 82% weniger Administrationsaufwand, 400% mehr strukturierten Felddaten und dass bis zu 96 % der Folgeaufgaben innerhalb weniger Minuten weitergeleitet werden, sodass Teams definierte Prozesse und Zeitpläne einhalten können.

Wer steht hinter VoiceLine und welche Erfahrungen aus Vertrieb, Technologie oder Enterprise Software sind in die Entwicklung eingeflossen?

VoiceLine wurde von Dr. Nicolas Höflinger (CEO & Co-Founder) und Sebastian Pinkas (CTO & Co-Founder) gegründet. Nicolas hat die Herausforderungen von Frontline-Teams fünf Jahre bei McKinsey & Company aus erster Hand erlebt und war 4–5 Tage pro Woche bei Enterprise Kunden vor Ort. Sebastian war Personios erster Mitarbeiter und Head of BI und hat zuvor Phyr7 mitgegründet, das später erfolgreich von Liva übernommen wurde. Heute sind wir ein stark internationales Team mit rund 30 Mitarbeitenden aus über 10 Nationen – mit Rollen in Tech ebenso wie in kommerziellen bzw. Business-Funktionen.

VoiceLine hat kürzlich 10 Millionen Euro in einer Series A Runde eingesammelt. Welche strategischen Prioritäten verfolgen Sie mit diesem Kapital?

Wir skalieren unsere End-to-End KI-Plattform für Frontline-Teams, treiben die internationale Expansion voran und erweitern die Plattform auf zusätzliche Frontline-Use-Cases. Gleichzeitig bauen wir das Team gezielt aus, mit Fokus auf Produkt, Vertrieb, Customer Success, und Partnerschaften.

Wie funktioniert der Voice KI Assistent konkret nach einem Kundentermin und wie werden aus gesprochenen Notizen strukturierte CRM Einträge und Aufgaben?

Nach dem Termin erfassen Mitarbeitende Inhalte per Sprachnotiz oder Anruf – z.B. aus dem Auto. VoiceLine wandelt das Gesagte automatisch in strukturierte Besuchsberichte, CRM-Einträge, Folgeaufgaben und Besuchsvorbereitungen um und synchronisiert diese nahtlos mit CRM/ERP und weiteren Enterprise-Systemen.

Welche Zielgruppen und Branchen adressieren Sie aktuell besonders stark, etwa in Pharma, Medtech oder Finanzdienstleistungen?

Wir fokussieren aktuell besonders Branchen mit hohem Außendienst- und Service-Anteil wie beispielsweise Chemicals, Construction & Building Materials, Consumer Goods & Electronics, Healthcare & Medtech, Manufacturing & Industrial Goods sowie Wholesale, Distribution & Logistics. Perspektivisch weiten wir den Fokus weiter aus, u.a. auf Pharma und Finanzdienstleistungen.

Was unterscheidet VoiceLine von klassischen CRM Projekten oder internen KI Initiativen großer Unternehmen?

VoiceLine ist typischerweise in wenigen Tagen implementiert und häufig in unter einer Woche live. Unsere proprietäre Implementierungs-Engine ermöglicht maßgeschneiderte Assistenten mit minimalem IT-Aufwand und ohne Kosten, Komplexität und Risiken einer Eigenentwicklung.

Viele Unternehmen kämpfen mit unvollständigen oder verspäteten Berichten aus dem Außendienst. Wie schafft VoiceLine hier Transparenz in Echtzeit?

Wir überführen Sprache unmittelbar in strukturierte Berichte, CRM-Daten und Aufgaben und synchronisieren diese direkt in die bestehenden Systeme. So stehen qualitativ hochwertige Felddaten, Aktivitäten, Kundenbedürfnisse und Marktsignale in Echtzeit zur Verfügung.

Wohin entwickelt sich VoiceLine in den kommenden Jahren, insbesondere im Hinblick auf internationale Expansion und neue Frontline Anwendungsfälle?

Wir werden international weiter skalieren und die Plattform konsequent auf zusätzliche Frontline-Anwendungsfälle ausbauen.

Bildcopyright VoiceLine

Wir bedanken uns bei Nicolas Höflinger für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

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