Mittwoch, September 9, 2026
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Health Routine: Wie Ein Gründerteam Tabuthemen Im Gesundheitsmarkt entstigmatisiert

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Health Routine

Die rasant wachsende Marke Health Routine zeigt, wie aus vermeintlichen Tabuthemen rund um die persönliche Gesundheit alltagstaugliche Pflegegewohnheiten und durchdachte Produkte werden.

Können Sie Health Routine kurz vorstellen und erzählen, wie die Idee zur Gründung der Marke entstanden ist?

Health Routine entwickelt Gesundheits- und Pflegeprodukte für die kleinen Alltagsthemen, über die man nicht so gerne spricht – angefangen bei der Nagel- und Fußpflege, inzwischen in weitere Gesundheitskategorien hinein. Entstanden ist die Marke aus einem doppelten Fehlschlag: Wir sind zuerst mit einer Fitnessmarke und danach mit einer Kosmetikmarke gestartet, beide brachten nicht den gewünschten Erfolg. Erst als wir uns gefragt haben, was Menschen wirklich immer wieder brauchen, und Mitgründer Dominik seine eigene Geschichte mit dem Thema Nagelpilz aus der Fußballzeit eingebracht hat, ist die Idee entstanden. 2021 kam das erste Produkt auf den Markt.

Welche Vision verfolgen Sie mit Health Routine, und wie möchten Sie Menschen dabei unterstützen, Gesundheit fest in ihren Alltag zu integrieren?

Gesundheit scheitert selten am Wissen, sondern an der Umsetzung im Alltag. Unsere Vision ist es, für genau diese unaufgeregten Alltagsthemen einfache, verständliche Produkte und Routinen zu schaffen – Dinge, die man versteht, die in den Tagesablauf passen und die man gerne wiederholt. Der Name ist Programm: aus einer einmaligen Anwendung eine feste Routine machen.

An welche Zielgruppen richtet sich Health Routine hauptsächlich, und welche Bedürfnisse stehen bei der Entwicklung Ihrer Produkte im Mittelpunkt?

Wir richten uns an gesundheitsbewusste Erwachsene, häufig in der Lebensmitte und darüber hinaus – bei Themen wie Fuß- und Nagelpflege oft an eine etwas ältere Zielgruppe. Im Mittelpunkt steht immer das konkrete Alltagsproblem und die Tabu- oder Schamkomponente, die viele dieser Themen begleitet. Genau da wollen wir die Hürde nehmen: verständlich erklären, statt zu belehren.

Der Markt für Gesundheitsprodukte wächst kontinuierlich. Wie positioniert sich Health Routine in diesem dynamischen Umfeld?

Wir sind bewusst kein Anbieter, der möglichst breit „alles Gesundheit“ macht. Wir gehen kategorieweise in die Tiefe: ein klar umrissenes Problem, ein durchdachtes Produkt, eine verständliche Erklärung dazu. Das kombinieren wir mit eigener Produktion und konsequentem, messbarem Marketing. Und mit dem Schritt in den stationären Handel zeigen wir, dass die Marke auch über den eigenen Shop hinaus funktioniert.

Nach welchen Kriterien entscheiden Sie, welche Gesundheitsprodukte oder Produktkategorien Ihr Sortiment ergänzen?

Wir stellen uns drei Fragen: Gibt es ein echtes, wiederkehrendes Alltagsproblem? Können wir dafür ein besseres, verständlicheres Produkt machen als das, was es schon gibt? Und passt es zu unserem Modell mit Verbrauchsgütern – also etwas, das zufriedene Kunden wieder kaufen? Wenn eine dieser drei Fragen nicht klar mit Ja beantwortet ist, lassen wir es.

Was macht Health Routine aus Ihrer Sicht besonders, und wodurch unterscheidet sich die Marke von anderen Anbietern im Bereich Gesundheit und Wohlbefinden?

Die Kombination aus Fokus und Tiefe: eigene Manufaktur, eigene Logistik – und eine Art zu kommunizieren, die das Thema entstigmatisiert, statt es medizinisch-distanziert zu behandeln. Wir sprechen über Dinge, über die sonst kaum jemand spricht, und zwar auf Augenhöhe. Das schafft eine Nähe zu unseren Kunden, die man nicht einfach nachbauen kann.

Wie wichtig ist die Verbindung aus natürlichen Inhaltsstoffen und wissenschaftlichen Erkenntnissen für die Entwicklung Ihrer Produkte?

Sehr wichtig – aber nicht als Marketing-Etikett. Wir setzen auf gut verträgliche, sinnvoll zusammengesetzte Rezepturen, und die eigene Produktion gibt uns die Kontrolle über Qualität und Zusammensetzung. Natürlichkeit und ein nachvollziehbarer Nutzen sind für uns kein Widerspruch, sondern die Grundvoraussetzung dafür, dass Kunden wiederkommen.

Welche Herausforderungen begegnen Ihnen bei der Entwicklung und Vermarktung von Gesundheitsprodukten, und wie gehen Sie damit um?

Der Gesundheitsmarkt ist stark reguliert – was man wie sagen darf, ist eng gesteckt, und das zu Recht. Wir gehen damit um, indem wir sauber und ehrlich kommunizieren und lieber verständlich erklären als überversprechen. Die zweite Herausforderung ist Vertrauen: Gesundheit ist ein sensibles Feld, Vertrauen gewinnt man nur über Qualität und Konsistenz über die Zeit.

Wie stellen Sie sicher, dass die Bedürfnisse Ihrer Kundinnen und Kunden kontinuierlich in die Weiterentwicklung von Health Routine einfließen?

Als Direct-to-Consumer-Unternehmen haben wir einen direkten Draht zu unseren Kunden – über den Support, Bewertungen, Rückmeldungen und das Kaufverhalten selbst. Diese Signale fließen unmittelbar in Rezeptur, Anwendung und Kommunikation zurück. Weil unsere Kunden wiederkaufen, merken wir sehr schnell, was funktioniert und was nicht.

Welche neuen Produkte oder Entwicklungen stehen bei Health Routine derzeit im Fokus?

Zwei Richtungen: die Ausweitung über die Nagel- und Fußpflege hinaus in weitere Gesundheitskategorien und der weitere Ausbau des stationären Handels. Beides zahlt auf dasselbe Ziel ein – mehr Menschen mit den Alltagsthemen zu erreichen, für die es bisher zu wenig gute Produkte gibt.

Wo soll Health Routine in den kommenden Jahren stehen, und welche Ziele möchten Sie mit der Marke noch erreichen?

Wir wollen den Weg vom reinen Online-Geschäft in den Handel konsequent weitergehen, das Sortiment über mehrere Gesundheitskategorien verbreitern und international wachsen. Das übergeordnete Ziel: Health Routine als vertrauenswürdige Marke für die unaufgeregten Gesundheitsthemen des Alltags zu etablieren.

Welche drei Ratschläge würden Sie anderen Gründerinnen und Gründern geben, die im Gesundheitsbereich ein Unternehmen aufbauen möchten?

Erstens: Bau ein Modell mit Wiederkäufern. Im Gesundheitsbereich verdient man Vertrauen langsam, und Verbrauchsgüter belohnen genau das.

Zweitens: Bleib sauber in der Kommunikation – kurzfristig zu überversprechen kostet dich langfristig genau das Vertrauen, von dem du lebst.

Drittens: Bau ein Team mit gemeinsamen Werten. Fähigkeiten kann man dazuholen, Werte nicht.

Bildcredits  Health Routine

Wir bedanken uns bei Dominik Popp für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

PartnerCockpit: Wie Eine KI-Plattform Network Marketing revolutioniert

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PartnerCockpit: Die KI-Plattform für moderne Networker Bildrechte: Aaron Stropnik / Partner Cockpit

Mit der innovativen All-in-one-Plattform PartnerCockpit erhalten selbstständige Networker und Direktvertriebler eine maßgeschneiderte Lösung, die Kontaktverwaltung, Content-Erstellung und KI-Coaching an einem zentralen Ort bündelt.

Können Sie PartnerCockpit kurz vorstellen und erzählen, wie die Idee zur Gründung entstanden ist?

Partner Cockpit ist eine digitale Plattform, die speziell für selbstständige Networker und Menschen im Direktvertrieb entwickelt wurde. Sie verbindet die Verwaltung von Interessenten und bestehenden Partnern mit einem KI-gestützten Content Creator und einem kostenlosen Networker Coach. Die Idee entstand aus meinem eigenen Arbeitsalltag. Ich merkte immer wieder, wie schnell Informationen über verschiedene Notizen, Nachrichten und Programme verstreut sind. Gleichzeitig kostet es viel Zeit, regelmäßig Inhalte zu erstellen und in schwierigen Gesprächssituationen die richtigen Worte zu finden. Deshalb wollte ich eine einfache Lösung schaffen, die diese Aufgaben an einem Ort zusammenführt.

Wer hat PartnerCockpit gegründet, und welche persönlichen Erfahrungen aus dem Network Marketing sind in die Entwicklung der Plattform eingeflossen?

Hinter Partner Cockpit stehe ich, Aaron Stropnik. Ich bin seit rund fünf Jahren selbstständig im Network Marketing tätig. In dieser Zeit habe ich erlebt, dass oft nicht die Motivation das Problem ist, sondern fehlende Übersicht und klare Abläufe. Man führt viele Gespräche, möchte zum richtigen Zeitpunkt nachfassen, regelmäßig Inhalte veröffentlichen und gleichzeitig bestehende Partner unterstützen. Im Alltag geht dabei schnell etwas unter. Mein technischer Hintergrund als Mechatroniker und meine Weiterbildung im Online-Marketing haben mir geholfen, diese Erfahrungen in eine digitale Lösung zu übertragen.

Welche Vision verfolgen Sie mit PartnerCockpit, und wie möchten Sie selbstständige Networker und Menschen im Direktvertrieb langfristig unterstützen?

Meine Vision ist, dass Networker für ihren Arbeitsalltag nicht mehr zahlreiche einzelne Programme, Tabellen und Notizen benötigen. Partner Cockpit soll zu einem zentralen und leicht verständlichen Werkzeug werden. Dabei geht es nicht darum, persönliche Beziehungen durch Technik oder KI zu ersetzen. Die Plattform soll wiederkehrende Aufgaben vereinfachen und den Nutzern mehr Zeit für echte Gespräche und die Betreuung ihrer Kontakte geben. Langfristig möchte ich besonders Menschen unterstützen, die ohne großes technisches Wissen strukturierter und professioneller arbeiten möchten.

An welche Zielgruppe richtet sich PartnerCockpit, und welche Herausforderungen löst die Plattform im täglichen Arbeitsalltag?

Partner Cockpit richtet sich direkt an selbstständige Networker und Menschen im Direktvertrieb – sowohl an Einsteiger als auch an erfahrene Vertriebspartner. Die Plattform hilft ihnen dabei, Interessenten zu verwalten, Gesprächsverläufe festzuhalten, Nachfassaktionen im Blick zu behalten und bestehende Partner übersichtlich zu betreuen. Gleichzeitig unterstützt der Content Creator dabei, regelmäßig eigene Beiträge, Story-Ketten, Reel-Ideen, Fragen und Zitate zu erstellen. Dadurch müssen Nutzer nicht ständig zwischen verschiedenen Programmen wechseln und können ihren Arbeitsalltag übersichtlicher gestalten.

Viele Networker verlieren im Alltag den Überblick über Gespräche, Interessenten und bestehende Partner. Welche Probleme erleben Sie hier besonders häufig?

Viele Gespräche finden über unterschiedliche Kanäle statt. Ein Teil läuft über WhatsApp, ein anderer über Facebook oder E-Mail. Zusätzliche Informationen werden dann in Notizen, Tabellen oder direkt im Kopf gespeichert. Dadurch wird vergessen, wann bei jemandem nachgefasst werden sollte oder worüber zuletzt gesprochen wurde. Gleichzeitig benötigen bestehende Partner ebenfalls Unterstützung und Aufmerksamkeit. Besonders schwierig wird es, wenn die Zahl der Kontakte wächst. Partner Cockpit soll deshalb sichtbar machen, wer gerade Aufmerksamkeit benötigt und welche nächsten Schritte anstehen.

Was macht PartnerCockpit aus Ihrer Sicht besonders im Vergleich zu anderen CRM- oder Vertriebstools?

Viele klassische CRM-Systeme wurden für größere Unternehmen und allgemeine Vertriebsprozesse entwickelt. Für einzelne Networker sind sie häufig zu umfangreich oder passen nicht zu ihrem tatsächlichen Alltag. Partner Cockpit konzentriert sich bewusst auf diese spezielle Zielgruppe. Die Plattform verbindet eine einfache Kontaktverwaltung mit KI-gestützter Content-Erstellung und konkreter Unterstützung bei Gesprächssituationen. Nutzer erhalten damit keine komplizierte Unternehmenssoftware, sondern ein Werkzeug, das auf die wiederkehrenden Aufgaben im Network Marketing zugeschnitten ist.

Künstliche Intelligenz spielt bei PartnerCockpit eine wichtige Rolle. Wie unterstützt sie Nutzerinnen und Nutzer konkret bei der Kommunikation, der Content-Erstellung und der Betreuung ihrer Kontakte?

Der Content Creator erstellt aus einem Thema und einigen persönlichen Angaben unterschiedliche Inhalte, beispielsweise einen Facebook-Beitrag, eine Story-Kette, eine Reel-Idee, eine Frage oder ein Zitat. Auf Wunsch kann zusätzlich ein passendes Bild erstellt werden. Wenn das Ergebnis noch nicht passt, können Änderungswünsche direkt an die KI geschrieben werden. Bei Gesprächssituationen hilft der Networker Coach dabei, natürliche Antworten zu formulieren, mit Einwänden umzugehen oder sinnvoll nachzufassen. Die KI soll dabei immer als Assistent dienen. Die persönliche Entscheidung und der echte Kontakt zu anderen Menschen bleiben beim Nutzer.

Mit dem kostenlosen Networker Coach bieten Sie zusätzlich Unterstützung für Gesprächssituationen an. Wie ist diese Idee entstanden und welchen Mehrwert bietet sie?

Die Idee entstand aus einer Frage, die im Network Marketing sehr häufig vorkommt: „Was soll ich darauf jetzt antworten?“ Gerade beim Nachfassen oder bei Einwänden fällt es vielen schwer, eine natürliche Antwort zu formulieren, die nicht aufdringlich klingt. Der Networker Coach bietet dafür eine schnelle und konkrete Unterstützung. Er kann ohne Anmeldung kostenlos genutzt werden und liefert keine starren Verkaufssprüche, sondern soll dabei helfen, eine passende und menschliche Antwort zu finden. Zusätzlich kann der Coach kostenlos auf anderen Websites eingebunden werden.

Wie wichtig ist das Feedback Ihrer Nutzerinnen und Nutzer für die Weiterentwicklung von PartnerCockpit?

Das Feedback der Nutzer ist für die Weiterentwicklung besonders wichtig. Da Partner Cockpit eine sehr konkrete Zielgruppe anspricht, müssen die Funktionen auch wirklich zu deren Arbeitsalltag passen. Hinweise zur mobilen Nutzung, zu Formulierungen, gewünschten Content-Formaten oder einzelnen Arbeitsschritten fließen direkt in die Weiterentwicklung ein. Gerade bei einem jungen digitalen Produkt zeigt sich erst in der täglichen Verwendung, welche Abläufe bereits gut funktionieren und wo noch etwas einfacher oder verständlicher werden sollte.

Welche neuen Funktionen oder Weiterentwicklungen stehen bei PartnerCockpit aktuell im Fokus?

Aktuell steht vor allem die Weiterentwicklung des Content Creators im Fokus. Nutzer sollen aus wenigen Angaben noch leichter unterschiedliche Inhalte und passende Bilder erstellen können. Gleichzeitig wird die mobile Nutzung des kostenlosen Networker Coach weiter verbessert, damit längere Gespräche auch auf dem Smartphone übersichtlich bleiben. Ein weiterer Schwerpunkt ist die noch bessere Verbindung zwischen Kontaktverwaltung, Erinnerungen und KI-Unterstützung. Ziel ist, dass die einzelnen Bereiche nicht nebeneinanderstehen, sondern den Nutzer sinnvoll durch seinen Arbeitsalltag begleiten.

Wo soll PartnerCockpit in den kommenden Jahren stehen, und welche Ziele verfolgen Sie mit der Plattform?

Partner Cockpit soll sich als eine der bekanntesten deutschsprachigen Lösungen speziell für Networker und Menschen im Direktvertrieb etablieren. Mein Ziel ist nicht, das größte oder komplizierteste CRM-System zu entwickeln. Ich möchte eine Plattform schaffen, die für ihre Zielgruppe besonders einfach, praktisch und relevant ist. Sie soll kontinuierlich gemeinsam mit ihren Nutzern wachsen und ihnen dabei helfen, strukturierter zu arbeiten, regelmäßig sichtbar zu bleiben und trotzdem den persönlichen Charakter ihres Geschäfts zu bewahren.

Welche drei Ratschläge würden Sie anderen Gründerinnen und Gründern geben, die aus einem eigenen Problem heraus eine digitale Lösung entwickeln möchten?

Mein erster Rat ist, ein Problem auszuwählen, das man selbst wirklich kennt und regelmäßig erlebt. Dadurch versteht man nicht nur die technische Aufgabe, sondern auch die Menschen dahinter.

Zweitens sollte man so früh wie möglich echtes Feedback einholen. Die eigenen Vorstellungen unterscheiden sich manchmal deutlich davon, wie Nutzer ein Produkt tatsächlich verwenden.

Drittens sollte man nicht versuchen, von Anfang an alles anzubieten. Eine einfache Lösung für ein konkretes Problem ist häufig wertvoller als eine umfangreiche Plattform, bei der niemand sofort versteht, wofür sie gedacht ist.

Bildrechte: Aaron Stropnik / Partner Cockpit

Wir bedanken uns bei Aaron Stropnik für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

StartupValley Podcast mit SevenVentures: So entstehen erfolgreiche Consumer-Startups

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StartupValley Podcast TV Kamera im Studio dunckle Lila töne mit SevenVentures: Alexander Krauße und Christian Meidl sprechen über Startups, Media for Equity und KI.

Wie entstehen erfolgreiche Startups in Deutschland? Welche Kriterien entscheiden heute über ein Investment und welche Rolle spielen Markenaufbau, Künstliche Intelligenz und Reichweite? Genau diesen Fragen widmet sich der StartupValley Podcast mit den Gästen Alexander Krauße und Christian Meidl von SevenVentures. Im Gespräch geben die beiden Investmentexperten exklusive Einblicke in ihre tägliche Arbeit und erklären, warum sich die deutsche Startup-Landschaft in den vergangenen Jahren grundlegend verändert hat. Im SevenVentures Podcast werden diese Entwicklungen besonders anschaulich erläutert.

Während früher vor allem schnelles Wachstum und hohe Bewertungen im Mittelpunkt standen, zählen heute nachhaltige Geschäftsmodelle, gesunde Unit Economics und starke Gründerteams. Investoren achten deutlich stärker auf Profitabilität, Skalierbarkeit und operative Exzellenz. Genau diese Entwicklung prägt auch die Investmentstrategie von SevenVentures, wie man etwa im StartupValley Podcast erfährt.

Media for Equity statt klassischer Finanzierung

SevenVentures ist die Investmenttochter von ProSiebenSat.1 und verfolgt einen besonderen Ansatz. Statt ausschließlich Kapital bereitzustellen, investiert das Unternehmen über das bewährte Media-for-Equity-Modell. Startups erhalten TV-Werbung und mediale Reichweite, während SevenVentures im Gegenzug Unternehmensanteile erhält. Wer im Startup-Umfeld erfolgreich sein möchte, kann im StartupValley Podcast mehr über dieses Modell erfahren.

Gerade für Consumer-Startups kann dieser Ansatz ein entscheidender Wachstumstreiber sein. Digitale Werbung wird zunehmend teurer und die Kosten für die Neukundengewinnung steigen kontinuierlich. Gleichzeitig gewinnt Vertrauen beim Konsumenten immer mehr an Bedeutung. Reichweite über reichweitenstarke TV-Kampagnen kann deshalb den entscheidenden Unterschied machen und Marken dabei helfen, den Sprung aus der digitalen Nische in den Massenmarkt zu schaffen. Besonders der SevenVentures Podcast beleuchtet anhand von Fallstudien diese Rolle von Media for Equity sehr genau; auch der StartupValley Podcast beschäftigt sich mit diesem Thema.

Worauf Investoren heute wirklich achten im StartupValley Podcast

Im StartupValley Podcast erklären Alexander Krauße und Christian Meidl, dass heute weit mehr als nur eine gute Geschäftsidee zählt. Neben Umsatzentwicklung und Marktpotenzial spielen Kennzahlen wie Customer Acquisition Cost (CAC), Customer Lifetime Value (CLV), Profitabilität und Skalierbarkeit eine zentrale Rolle.

Ebenso wichtig ist jedoch der sogenannte Media-Fit. Nicht jedes Startup eignet sich für Fernsehwerbung. Das Produkt muss eine breite Zielgruppe ansprechen und das Unternehmen muss organisatorisch in der Lage sein, das zusätzliche Wachstum nach einer erfolgreichen TV-Kampagne auch zu bewältigen. Im aktuellen StartupValley Podcast-Format wird genau darauf eingegangen.

Ein bekanntes Beispiel ist KoRo. Das Berliner Unternehmen hat früh eine starke Marke aufgebaut und konnte durch zusätzliche Reichweite seine Bekanntheit erheblich steigern. Solche Erfolgsgeschichten zeigen, wie wichtig die Kombination aus einem überzeugenden Produkt, einer klaren Markenstrategie und der passenden Vermarktung geworden ist. Im SevenVentures Podcast kommen regelmäßig Gründer zu Wort, die ihre Erfahrungen teilen – das ist ähnlich beim StartupValley Podcast.

Warum Gründer oft wichtiger sind als die Idee

Ein weiterer Schwerpunkt des Podcasts ist die Bedeutung der Gründerpersönlichkeiten. Beide Gesprächspartner sind sich einig, dass erfolgreiche Unternehmen häufig nicht an der Idee, sondern an der Qualität des Teams entstehen. Genau dieser Aspekt wird im StartupValley Podcast beleuchtet und diskutiert.

Leidenschaft, Disziplin, Durchhaltevermögen und die Fähigkeit, auch unter Druck die richtigen Entscheidungen zu treffen, gehören zu den wichtigsten Eigenschaften erfolgreicher Gründer. Besonders Teams, die bereits gemeinsam gearbeitet oder Unternehmen aufgebaut haben, bringen häufig wertvolle Erfahrungen mit. Gleichzeitig warnen die Experten davor, sich zu früh zu verzetteln und zu viele Vertriebskanäle oder Märkte gleichzeitig erschließen zu wollen. Tipp: Wer im Bereich Startups auf dem Laufenden bleiben will, lauscht am besten auch mal in den StartupValley Podcast hinein.

Künstliche Intelligenz verändert die Startup-Welt

Natürlich spielt auch Künstliche Intelligenz eine wichtige Rolle. Kaum ein Pitch Deck kommt heute noch ohne KI aus. Doch Alexander Krauße macht deutlich, dass Investoren sehr genau unterscheiden, ob künstliche Intelligenz tatsächlich einen nachhaltigen Wettbewerbsvorteil schafft oder lediglich als Schlagwort verwendet wird. Auch über solche Fragen wird im SevenVentures Podcast ausführlich gesprochen und im StartupValley Podcast findet dieses Thema ebenfalls Beachtung.

Gleichzeitig eröffnet KI jungen Unternehmen enorme Chancen. Prozesse lassen sich automatisieren, Produkte schneller entwickeln und kleinere Teams können heute deutlich effizienter arbeiten als noch vor wenigen Jahren. Der Wettbewerb wird dadurch allerdings intensiver. Entscheidend bleibt deshalb die Fähigkeit, Ideen konsequent umzusetzen und ein funktionierendes Geschäftsmodell aufzubauen.

Im StartupValley Podcast spannende Einblicke für Gründer und Investoren

Der StartupValley Podcast mit Alexander Krauße und Christian Meidl bietet spannende Einblicke hinter die Kulissen eines der bekanntesten Startup-Investoren Deutschlands. Die beiden sprechen offen über aktuelle Entwicklungen im Startup-Ökosystem, häufige Fehler in Pitch Decks, den Einfluss von KI und darüber, warum Markenaufbau und Vertrauen heute wichtiger sind denn je.

Wer sich für Venture Capital, Startup-Investments oder den Aufbau erfolgreicher Consumer-Startups interessiert, erhält in dieser Episode zahlreiche praxisnahe Einblicke und wertvolle Impulse. Die Macher vom StartupValley Podcast geben dazu viele spannende Tipps für Gründer.

🎧 Jetzt den StartupValley Podcast anhören und erfahren, wie SevenVentures die nächste Generation erfolgreicher Startups bewertet und begleitet. Der SevenVentures Podcast liefert weitere wichtige Insights rund um Investments und Gründerpersönlichkeiten.

Foto/Quelle: stock.adobe.com – Aliaksei

Schluss mit ERP-Ausnahmen: Wie BLP Digital KI-Agenten in über 40 Länder bringt

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BLP Digital: KI für ERP-Prozesse in Unternehmen. von links nach rechts: Tim Beck, Thore Harmut, Sabrina Schenardi und Sven Beck Bildcredits BLP Digital

BLP Digital entwickelt KI-Lösungen für ERP-Prozesse und unterstützt Unternehmen dabei, komplexe Geschäftsabläufe effizienter, transparenter und automatisierter zu steuern

Wie ist BLP Digital entstanden und welchen Hintergrund bringen Sie als Gründer mit?

Mein Bruder Sven und ich sind bereits mit Entrepreneurship und Software aufgewachsen. Unsere Eltern haben mit BLP Software ein ERP-Unternehmen aufgebaut. Dadurch waren operative Abläufe, Systemlandschaften und die Frage, wie Firmen im Alltag wirklich funktionieren, bei uns zu Hause sehr präsent.

Trotzdem war es nie unser Plan, einfach das Familienunternehmen zu übernehmen. Ich habe Engineering studiert und später in der Strategieberatung gearbeitet. Sven wiederum kam über seine Forschung an der ETH Zürich tief mit Machine Learning in Kontakt. Erst durch diese technologische Perspektive sind wir wieder in Richtung ERP gegangen, weil wir dort ein Problem gesehen haben, das wir aus der Praxis schon sehr gut kannten. Diese Kombination hat auch BLP Digital geprägt: technologische Tiefe, ein sehr konkretes Prozessverständnis und früher Zugang zu Unternehmen, die mit genau diesen Herausforderungen arbeiten. Unser Ziel ist, nicht nur ein interessantes KI-Produkt zu bauen, sondern ein reales operatives Problem zu lösen.

Was hat Sie dazu motiviert, sich mit KI-Lösungen für Finanz und ERP Prozesse zu beschäftigen?

Der Bedarf für unsere Lösung entsteht aus mehreren Richtungen. Unternehmen müssen mit weniger verfügbaren Fachkräften immer mehr operative Arbeit bewältigen. Gleichzeitig sind Lieferketten, Einkaufsprozesse und Finanzprozesse in den letzten Jahren komplexer und volatiler geworden. Genau das sieht man in ERP-nahen Prozessen sehr deutlich. Viele Unternehmen haben in ERP-Systeme, Workflows, RPA oder Dokumentenerkennung investiert. Trotzdem bleiben täglich einzelne Aufgaben im System hängen, weil Informationen fehlen, Daten nicht zusammenpassen oder Geschäftsregeln nicht eindeutig greifen. Das ist dann nicht einfach manuelle Arbeit. Es ist operative Ausnahmebehandlung in großem Umfang.

Unsere Motivation war deshalb: Wenn KI in Unternehmen wirklich Wirkung entfalten soll, dann muss sie genau dort ansetzen. Nicht nur als Assistent am Rand des Prozesses, sondern dort, wo Arbeit tatsächlich stecken bleibt und wirtschaftlicher Impact entsteht.

Welche Vision verfolgt BLP Digital im Hinblick auf den Einsatz von Agentic AI in Unternehmen?

Unsere Vision ist, dass Unternehmen ihre Kernprozesse deutlich autonomer, zuverlässiger und messbarer ausführen können. Agentic AI bedeutet für uns nicht, einfach einen großen KI-Assistenten auf ein komplexes Problem anzusetzen. Es geht darum, spezialisierte KI-Agenten in klar definierte operative Aufgaben einzubetten. Jeder Agent übernimmt einen kontrollierten Teil eines Prozesses: Kontext prüfen, Regeln anwenden, Informationen abgleichen, Entscheidungen vorbereiten oder nächste Schritte auslösen.

Der Mensch bleibt dabei an den richtigen Kontrollpunkten eingebunden. Gerade in sensiblen ERP- und Finanzprozessen ist das entscheidend. KI soll nicht unkontrolliert handeln, sondern operative Arbeit übernehmen, Transparenz schaffen und Unternehmen helfen, Prozesse schneller und verlässlicher auszuführen.

Wie genau funktioniert die Agentic AI-basierte Lösung von BLP Digital in der Praxis?

BLP Digital arbeitet als ERP-nahe Ausführungsschicht für dokumentengetriebene und ausnahmeintensive Unternehmensprozesse. Der erste Schritt ist, dass unsere Plattform Dokumente und ERP-Daten versteht. Ein Dokument nur auszulesen reicht jedoch nicht, wenn der nächste Mensch anschließend wieder prüfen muss, ob die Daten zur Bestellung, zur Lieferung, zum Vertrag oder zu den Regeln im ERP-System passen. Deshalb verbindet BLP Digital Dokumentenverständnis, ERP-Kontext, Prozesslogik, Unternehmensregeln und spezialisierte KI-Agenten. Wenn ein Vorgang dem Standardfall entspricht, kann er automatisch weiterlaufen. Wenn jedoch eine Ausnahme entsteht, erkennt die Plattform den Kontext, prüft relevante Informationen und stößt den nächsten sinnvollen Schritt an.

Ein Beispiel aus der Rechnungsverarbeitung: Eine Rechnung kommt rein, aber der Preis stimmt nicht exakt mit der Bestellung überein oder eine Information fehlt. Klassische Automatisierung stoppt hier oft oder leitet den Fall zur manuellen Klärung weiter. BLP Digital kann die Abweichung einordnen, relevante ERP-Daten prüfen, Regeln anwenden und den Fall entweder automatisch weiterführen oder gezielt an die richtige Person eskalieren.

Welche Unternehmen sprechen Sie mit Ihrem Angebot an und welche konkreten Probleme lösen Sie dort?

Wir sprechen vor allem mittelständische und große Unternehmen an, die mit ERP-Systemen arbeiten und ein hohes operatives Prozessvolumen haben. Besonders relevant ist BLP Digital zudem für Branchen wie Manufacturing, Retail und andere Unternehmen mit komplexen Lieferketten, vielen Belegen und gewachsenen Systemlandschaften. Unsere typischen Anwender haben mehrere ERP-Systeme, internationale Einheiten und viele operative Ausnahmen. Genau dort entstehen täglich tausende Fälle, die klassische Automatisierung oft nicht sauber abbilden kann: Preise stimmen nicht überein, Bestellbestätigungen weichen von Bestellungen ab, Liefermengen passen nicht, Rechnungen lassen sich nicht automatisch zuordnen oder Informationen fehlen.

BLP Digital hilft diesen Unternehmen, solche Ausnahmen in Finance, Procurement, Logistics und Sales schneller, kontrollierter und skalierbarer zu bearbeiten. Unsere Plattform verbindet dabei Dokumente, ERP-Daten, Prozesslogik und spezialisierte KI-Agenten, damit operative Prozesse nicht bei jedem Sonderfall ins Stocken geraten.

Wie gelingt es BLP Digital, mit KI-Agenten messbare Effekte in Bilanzkennzahlen zu erzielen?

Der Effekt entsteht, weil wir sehr nah an den Prozessen arbeiten, die finanzielle Kennzahlen direkt beeinflussen. Wenn Rechnungen schneller und korrekter verarbeitet werden, verbessert das beispielsweise Skonto-Nutzung, Transparenz über Verbindlichkeiten und Working Capital Management. Wenn Abweichungen in Procurement oder Logistics schneller gelöst werden, sinken Prozesskosten und operative Reibung. Zudem entsteht ein direkter Produktivitätsgewinn, wenn Teams weniger manuell nachfassen müssen.

Wir sehen bei Kunden typischerweise Produktivitätssteigerungen im Bereich des fünf- bis zehnfachen in relevanten Workflows. Gleichzeitig geht es nicht nur um Kosten. Es geht auch um Kontrolle, Nachvollziehbarkeit und Prozessqualität.

Viele Anbieter sprechen noch über Pilotprojekte. Warum ist BLP Digital bereits einen Schritt weiter?

Wir haben sehr früh entschieden, nicht für Demo-Szenarien zu bauen, sondern für produktive Unternehmensprozesse. Schon in den ersten Projekten haben wir mit realen Kundendaten gearbeitet und sehr eng mit den Fachabteilungen validiert, ob die Lösung im Alltag funktioniert. Ein wichtiger Teil davon ist unser Proof of Value. Unternehmen müssen nicht monatelang theoretisch evaluieren, welchen Effekt BLP Digital haben könnte. Wir zeigen anhand echter Prozessdaten innerhalb von rund einer Woche, welcher konkrete Wert realistisch erreichbar ist, wo Automatisierung greift und welche Ausnahmen im Prozess den größten Hebel bieten.

Damit schaffen wir einen sehr risikoarmen Einstieg in eine KI-Initiative in einem kritischen Geschäftsbereich. Unternehmen sehen schnell, wo der Business Case Resultate erzielt. Gleichzeitig ist die Umsetzung bewusst pragmatisch aufgebaut: BLP Digital lässt sich typischerweise innerhalb weniger Monate produktiv einführen und benötigt nur sehr begrenzte IT-Ressourcen auf Kundenseite. Heute ist BLP Digital bei mehr als 500 Unternehmen in über 40 Ländern im Einsatz. Unsere Plattform verarbeitet täglich mehr als 21 Millionen Ausnahmen und bietet mehr als 30 ERP-Integrationen. Das ist ein anderer Reifegrad als ein isolierter KI-Pilot, der auf einem begrenzten Datensatz gut funktioniert.

Was unterscheidet BLP Digital im Markt für KI-Lösungen im Finanz- und ERP-Umfeld besonders?

Ich glaube, der wichtigste Unterschied ist unser Ausgangspunkt. Wir kommen nicht aus der Problemstellung heraus „Wie bringen wir KI in einen bestehenden Prozess?“ Uns bewegt die Frage: „Was muss passieren, damit ein Unternehmensprozess wirklich weiterläuft?“ Das klingt ähnlich, ist aber ein großer Unterschied. Viele Lösungen optimieren einzelne Schritte. BLP Digital ist breiter angelegt: Wir betrachten den gesamten operativen Vorgang und bauen die Technologie so, dass sie in der Realität großer Unternehmen funktioniert.

Dazu gehört auch, dass wir sehr tief in die Systemlandschaft gehen. Denn ERP-Prozesse sind nicht isoliert. Sie hängen an Stammdaten, Regeln, Verantwortlichkeiten, Historie und vielen kleinen Entscheidungen, die ein Unternehmen über Jahre aufgebaut hat. Genau diese Tiefe ist schwer nachzubauen.

Welche Herausforderungen begegnen Ihnen bei der Einführung von KI in sensiblen Kernprozessen?

Die erste Herausforderung ist Vertrauen. In Finanz- und ERP-nahen Prozessen reicht es nicht, wenn eine KI „meistens richtig“ liegt. Unternehmen müssen verstehen können, welche Daten genutzt werden, wie Ergebnisse zustande kommen und wann ein Mensch eingebunden wird. Die zweite Herausforderung ist Integration. Eine KI-Initiative darf nicht zu einem großen IT-Projekt werden, das erst nach vielen Monaten greifbare Ergebnisse liefert. Gerade deshalb investieren wir stark in standardisierte Integrationen und eine Umsetzung, die mit sehr begrenzten IT-Ressourcen auf Kundenseite auskommt.

Die dritte Herausforderung ist Veränderung im Arbeitsalltag. Wenn KI operative Arbeit übernimmt oder vorbereitet, verändert sich auch die Rolle der Teams. Das muss sauber eingeführt werden. Die besten Ergebnisse entstehen dort, wo Fachbereiche früh eingebunden sind und schnell sehen, dass die Lösung ihnen Arbeit abnimmt, statt zusätzliche Komplexität zu schaffen.

Wie reagieren große Unternehmen wie Migros oder Edeka auf den Einsatz Ihrer Technologie?

Diese Unternehmen reagieren sehr pragmatisch. Sie wollen keine abstrakte KI-Diskussion führen, sondern sehen, ob eine Lösung in ihrer Realität funktioniert. Deshalb ist es für sie wichtig, mit echten Daten zu arbeiten und den potenziellen Effekt früh messbar zu machen. Was gut ankommt, ist die Kombination aus schneller Validierung und produktionsnaher Umsetzung. Unternehmen sehen dann innerhalb kurzer Zeit, wo der Wert liegt, und können danach sehr konkret entscheiden, welche Prozesse sie priorisieren.

Bei großen Kunden entsteht Vertrauen vor allem durch Nachvollziehbarkeit und Verlässlichkeit. Wenn eine Lösung in einem kritischen Bereich funktioniert, steigt schnell das Interesse, weitere Use Cases anzuschließen. Der Einstieg ist oft bewusst fokussiert, aber die Perspektive wird danach breiter.

Welche nächsten Entwicklungsschritte plant BLP Digital in den kommenden Jahren?

Wir planen in den kommenden Jahren sehr ambitioniertes Wachstum. Das betrifft Umsatz, Kundenbasis, internationale Präsenz und die Breite unserer Plattform. Ein großer Fokus liegt dabei auf Customer Expansion. Parallel dazu bauen wir unsere internationale Präsenz deutlich aus. BLP Digital kommt aus der Schweiz, ist heute aber bereits bei mehr als 500 Kunden in über 40 Ländern im Einsatz. In den nächsten Jahren wollen wir vor allem in Europa weiter skalieren und den US-Markt deutlich stärker aufbauen.

Produktseitig werden wir die Plattform weiter ausbauen: Mehr Prozesse, mehr Integrationen, stärkere Agenten und noch mehr Fähigkeit, komplexe Unternehmensabläufe kontrolliert auszuführen. Unser Ziel ist, BLP Digital als führende Plattform für Agentic AI in ERP-nahen Geschäftsprozessen zu etablieren.

Welche drei Ratschläge geben Sie Gründerinnen und Gründern im Bereich KI und B2B-Software?

Erstens: Versteht das Problem besser als alle anderen. Gerade im B2B reicht es nicht, eine gute Technologie zu haben. Man muss die Prozesse, Nutzer, Systeme und wirtschaftlichen Prioritäten der Kunden wirklich verstehen.

Zweitens: Baut für den Alltag, nicht für den Pitch. Eine KI-Demo kann schnell gut aussehen. Der Unterschied entsteht, wenn eine Lösung jeden Tag in echten Prozessen funktioniert und Kunden ihr vertrauen.

Drittens: Macht den Kundennutzen früh messbar. Unternehmen investieren dann in KI, wenn sie den Wert nachvollziehen können. Wer mit echten Daten schnell zeigen kann, was möglich ist, schafft Vertrauen und beschleunigt den Weg von der Idee in die produktive Nutzung.

Bild von links nach rechts: Tim Beck, Thore Harmut, Sabrina Schenardi und Sven Beck Bildcredits BLP Digital

Wir bedanken uns bei Tim Beck für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.


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Sonica: KI-Betriebssystem skaliert rechtssicheren Markensound

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Sonica: KI-Plattform für skalierbaren Markensound Hans Landwehr Sonica

Die innovative Audio-Plattform Sonica ermöglicht es Unternehmen, ihren Markensound mithilfe intelligenter KI-Technologien zentral zu steuern, rechtssicher zu skalieren und international effizient auszurollen

Können Sie Sonica kurz vorstellen und erzählen, wie die Idee zur Gründung des Unternehmens entstanden ist?

Sonica ist eine Plattform für die Anwendung und Steuerung von Markensound in allen Inhalten. Unternehmen können ihre akustische Markenidentität damit zentral verwalten und für unterschiedliche Kanäle, Formate, Sprachen und Märkte effizient einsetzen – von Brand Music und Soundlogos über Voice-Anwendungen bis hin zu Produktsounds oder In-Store-Audio.

Die technologische Entwicklung dahinter begann lange vor dem aktuellen KI-Hype. Wir beschäftigen uns seit vielen Jahren mit der Frage, wie sich die Wirkung und der Markenfit von Musik, Sound und Stimmen systematisch erfassen lassen. Daraus entstanden zunächst unsere Sonic-DNA-Technologie und unterschiedliche Researchansätze, mit denen wir akustische Markenidentitäten analysiert und weiterentwickelt haben.

Mit den Fortschritten der generativen KI wurde deutlich, dass wir auf dieser Grundlage einen wesentlich größeren Teil des Produktionsprozesses abbilden können. Gleichzeitig haben wir gesehen, dass zwischen beeindruckenden KI-Demos und einem belastbaren Workflow für Marken eine große Lücke besteht. Unternehmen brauchen konsistente Qualität, klare Rechteketten, sichere Freigabeprozesse und eine Infrastruktur, die ihre Markenidentität versteht.

Gemeinsam mit unserem ersten Kunden Yello und weiteren Pilotkunden haben wir deshalb untersucht, wie eine Produktionsumgebung aussehen muss, mit der komplexe Marken ihren Sound im Alltag effizient, kontrolliert und rechtssicher einsetzen können. Aus dieser Entwicklung ist Sonica entstanden.

Wer steht hinter Sonica, und wie haben Ihre langjährige Erfahrung im Sound-Business und Ihre Zusammenarbeit die Entwicklung der Plattform geprägt?

Hinter Sonica stehen Nicolas Montavon, Michael Wittland, Vincent Raciti und ich als Gründerteam. Wir bringen sehr unterschiedliche Kompetenzen zusammen: jahrzehntelange Erfahrung in Sound Branding und Markenführung, Produkt- und Technologieentwicklung, Strategie, Design und den Aufbau komplexer Markenprozesse.

Ich selbst beschäftige mich seit mehr als 35 Jahren mit der Frage, wie Marken über Sound erkennbar und erlebbar werden. Über TRO haben wir in dieser Zeit viele akustische Markenidentitäten entwickelt und weltweit ausgerollt. Dabei haben wir sehr genau gesehen, wo Unternehmen im Alltag an Grenzen stoßen: Assets liegen dezentral, Nutzungsrechte sind schwer nachvollziehbar, Produktionen benötigen viele Abstimmungsschleifen und für jede neue Anwendung werden erneut externe Spezialisten benötigt.

Sonica übersetzt diese Erfahrung in ein Softwareprodukt. Wir entwickeln die Plattform also nicht aus einer rein technologischen Perspektive, sondern aus realen Anforderungen internationaler Marken heraus. Technologie spielt bei uns schon seit vielen Jahren eine zentrale Rolle im Beratungs- und Produktionsprozess. Die Ausgründung war deshalb der nächste logische Schritt: Wir wollten ein eigenständiges Softwareunternehmen schaffen, das dieses Wissen skalierbar macht und unabhängig vom klassischen Agenturgeschäft wachsen kann.

Welche Vision verfolgen Sie mit Sonica, und warum braucht die Kreativbranche aus Ihrer Sicht ein Betriebssystem für skalierbaren Markensound?

Sound Branding endet heute häufig mit der Übergabe eines Soundlogos, eines Brand Tracks und einiger Guidelines. Die eigentliche Herausforderung beginnt jedoch danach: Wie wird diese Identität in hunderten Anwendungen, unterschiedlichen Märkten und durch verschiedene interne und externe Partner konsequent eingesetzt?

Genau dafür braucht es eine gemeinsame Infrastruktur. Sonica verbindet Assets, kreative Werkzeuge, Brand Intelligence, Rechte, Freigaben und Governance in einem System. Teams erhalten damit einen zentralen Ort, an dem sie mit ihrer akustischen Markenidentität arbeiten können, ohne bei jeder Anwendung von vorne zu beginnen.

Unsere Vision ist, dass Sound künftig genauso selbstverständlich und systematisch geführt wird wie visuelle Markenidentität. Unternehmen sollen ihre akustische Marke weltweit konsistent einsetzen können und zugleich schneller auf neue Anforderungen reagieren. Sonica bringt dafür Audioexpertise direkt in die Organisation und macht sie im Arbeitsalltag nutzbar.

An welche Zielgruppen richtet sich Sonica, und welche Herausforderungen lösen Sie für Unternehmen und Marken?

Sonica richtet sich aktuell vor allem an größere Unternehmen, die bereits über eine akustische Markenidentität verfügen oder regelmäßig Audio-Content produzieren. Dazu gehören Marken mit vielen Märkten, Kontaktpunkten, Agenturen und internen Stakeholdern.

In solchen Organisationen entstehen häufig ähnliche Probleme: Audio-Assets werden dezentral verwaltet, Rechte und Versionen sind schwer nachvollziehbar, Produktionen dauern zu lange und jede Adaption erfordert neue Abstimmungen. Gleichzeitig fehlt vielen Marketing- und Kreativteams das spezialisierte Audiowissen, um Anwendungen selbst sicher umzusetzen.

Mit Sonica können sie ihre Sound-Assets zentral verwalten, Musik und Stimmen markenkonform adaptieren, Produktionen lokalisieren und Freigaben innerhalb eines kontrollierten Workflows organisieren. Dadurch werden Teams produktiver und unabhängiger, ohne bei Qualität, Markenfit oder rechtlicher Sicherheit Abstriche machen zu müssen.

Perspektivisch möchten wir die Einstiegshürden weiter senken. Viele mittelständische Unternehmen und Creator Brands haben starke akustische Anknüpfungspunkte, empfinden ein professionelles Sound Branding bisher jedoch als zu aufwendig oder zu teuer. Auch diesen Unternehmen möchten wir künftig einen strukturierten Zugang ermöglichen.

Viele Unternehmen beschäftigen sich mit KI-generierten Stimmen. Warum setzt Sonica auf einen Ansatz, der Voice-Artists Kontrolle und Vergütungsrechte sichert?

Brand Safety steht für uns an erster Stelle. Unternehmen können KI-generierte Stimmen nur dann verantwortungsvoll einsetzen, wenn Herkunft, Nutzungsrechte und Freigaben jederzeit eindeutig nachvollziehbar sind. Genau diese Sicherheit möchten wir unseren Kunden bieten.

Deshalb arbeiten wir ausschließlich mit transparenten Vereinbarungen und klar definierten Nutzungsrechten. Voice-Artists wissen, für welche Marke und welche Anwendungen ihre Stimme eingesetzt wird und behalten die Kontrolle über deren Nutzung. Gleichzeitig erhalten Unternehmen die Sicherheit, dass sämtliche Anwendungen rechtlich sauber und mit den beteiligten Kreativen abgestimmt sind.

Für uns ist das aber auch eine Frage der Haltung. Eine Stimme ist eng mit der Persönlichkeit und der kreativen Leistung eines Menschen verbunden. Wenn daraus ein digitales Modell entsteht, müssen Zustimmung, Kontrolle und eine faire Vergütung selbstverständlich sein.

Unser Anspruch ist, dass alles, was innerhalb von Sonica entsteht, in einem transparenten, regelkonformen und markensicheren Rahmen produziert wird. So schützen wir Marken vor rechtlichen und reputativen Risiken und stellen gleichzeitig sicher, dass kreative Leistungen auch im KI-Zeitalter ihren Wert behalten.

Was macht Sonica aus Ihrer Sicht besonders im Vergleich zu klassischen Audioagenturen oder anderen KI-Lösungen?

Klassische Audioagenturen leisten hervorragende kreative Arbeit. Die Herausforderung liegt häufig in den nachgelagerten Prozessen: Viele Produktionen laufen weiterhin manuell, benötigen zahlreiche Abstimmungen und müssen für jede neue Anwendung erneut beauftragt werden.

Sonica bildet diese wiederkehrenden Prozesse in einer gemeinsamen Produktionsumgebung ab. Unternehmen können innerhalb definierter Markenregeln selbst Varianten ausprobieren, Formate anpassen, Inhalte lokalisieren und Freigaben organisieren. Das reduziert manuelle Arbeit und bringt mehr kreative Handlungsfähigkeit in die Teams.

Gegenüber allgemeinen KI-Lösungen liegt der Unterschied vor allem im Markenkontext. Ein generatives Modell kann Musik oder Sprache erzeugen. Es kennt jedoch nicht automatisch die Sound-Identität, Rechtearchitektur, Freigaberegeln und Qualitätsanforderungen eines Unternehmens.

Unsere Wertschöpfung liegt daher in der Orchestrierung. Wir kombinieren unterschiedliche KI-Modelle mit eigenen Technologien – beispielsweise für Emotionserkennung, markenspezifische Kuratierung und unsere Audio Engine – und verbinden sie mit Brand-Guidelines, Rechte- und Freigabemanagement, Lokalisierung und globalen Rollout-Prozessen.

Hinzu kommen Governance und Service. Wir lassen die Unternehmen mit der Technologie nicht allein, sondern begleiten sie beim Aufbau ihrer Strukturen und Workflows.

Rechtssicherheit wird beim Einsatz von KI immer wichtiger. Welche Rolle spielt dieses Thema bei der Entwicklung Ihrer Plattform?

Rechtssicherheit spielt eine elementare Rolle. Unternehmen können generative Technologien nur dann dauerhaft einsetzen, wenn Rechte, Verantwortlichkeiten und Nutzungsbedingungen nachvollziehbar geregelt sind.

Deshalb berücksichtigen wir rechtliche und regulatorische Anforderungen von Beginn an in der Produktentwicklung. Dazu gehören klare Rechteketten, dokumentierte Freigaben, definierte Nutzungsszenarien und eine transparente Zuordnung der eingesetzten Assets und Technologien.

Für unsere Kunden ist entscheidend, dass sie sich nicht bei jeder Produktion erneut mit komplexen Einzelregelungen beschäftigen müssen. Sonica übersetzt diese Anforderungen in standardisierte und kontrollierbare Workflows. Damit übernehmen wir einen Teil der Komplexität, die Unternehmen beim Einsatz von KI aktuell stark beschäftigt.

Natürlich entwickelt sich die Regulierung weiter. Deshalb verstehen wir Compliance nicht als einmalige Aufgabe, sondern als kontinuierlichen Bestandteil der Plattform.

Sonica ist erst seit wenigen Wochen am Markt und wurde bereits zu internationalen Pitches eingeladen. Was waren aus Ihrer Sicht die wichtigsten Erfolgsfaktoren?

Wir kennen diesen sehr spezialisierten Markt und seine Entwicklung äußerst gut. Dadurch konnten wir uns auf die Fragen konzentrieren, die Unternehmen aktuell tatsächlich beschäftigen: Wie lässt sich Brand Sound international skalieren? Wie bleiben Qualität und Markenfit erhalten? Wie werden Rechte und Verantwortlichkeiten geregelt? Und wie kann KI eingesetzt werden, ohne neue Risiken und Abhängigkeiten zu schaffen?

Unsere Antworten darauf stammen aus konkreter Praxiserfahrung. Wir haben über Jahrzehnte erlebt, wie Sound-Identitäten entwickelt, implementiert und in komplexen Organisationen angewendet werden. Dieses Wissen ist direkt in die Architektur von Sonica eingeflossen.

Ein weiterer Faktor ist, dass wir Technologie nicht isoliert betrachten. Unternehmen suchen keine weitere einzelne KI-Anwendung. Sie benötigen eine belastbare Infrastruktur, die sich in ihre Marken- und Produktionsprozesse integrieren lässt.

Wie gelingt es Sonica, Audio-Produktionen effizienter zu gestalten und gleichzeitig Kosten sowie Zeitaufwand für Unternehmen zu reduzieren?

In einem klassischen internationalen Produktionsprozess sind häufig mehrere externe Parteien beteiligt: Agenturen, Studios, Komponistinnen und Komponisten, Sprecherinnen und Sprecher, lokale Märkte und unterschiedliche Freigabestellen. Für jede Variante entstehen Briefings, Terminabstimmungen, Produktionsschritte, Feedbackrunden und neue Exporte.

Mit Sonica werden viele dieser Schritte in einer kontrollierten Umgebung zusammengeführt. Freigegebene Assets, Markenregeln und Nutzungsrechte sind bereits hinterlegt. Teams können Varianten erstellen, Stimmen oder Musik anpassen, Inhalte lokalisieren und die Ergebnisse direkt freigeben.

Bei einem Kunden, den wir aktuell onboarden, wird ein täglich wiederkehrender Produktionsprozess für 14 Märkte auf diese Weise auf rund eine Stunde inklusive Freigabe reduziert. Zuvor waren dafür mehrere externe Produktionsschritte und Abstimmungen notwendig.

Der wirtschaftliche Effekt entsteht daher nicht allein durch günstigere Einzelproduktionen. Der größere Hebel liegt in kürzeren Durchlaufzeiten, weniger Abstimmungsaufwand, einer höheren Wiederverwendbarkeit bestehender Assets und der Möglichkeit, deutlich mehr Varianten mit den vorhandenen Teams umzusetzen.

Welche Funktionen oder Weiterentwicklungen stehen bei Sonica aktuell im Fokus?

Unser zentraler Fokus liegt darauf, die Einstiegshürden für professionelles Sound Branding insgesamt zu senken. Heute profitieren vor allem große Unternehmen von einer akustischen Markenidentität, weil der Aufbau und die langfristige Anwendung oft mit hohen Investitionen und komplexen Prozessen verbunden sind. Wir möchten dieses Potenzial künftig auch mittelständischen Unternehmen und Marken zugänglich machen.

Dafür entwickeln wir Sonica kontinuierlich weiter – sowohl technologisch als auch hinsichtlich neuer Bereitstellungs- und Ausstattungsmodelle. Gleichzeitig integrieren wir Brand Intelligence noch tiefer in die Workflows, damit auch Teams ohne spezialisierte Audioexpertise sicher innerhalb ihrer Markenidentität arbeiten können.

Parallel bauen wir Funktionen für internationale Rollouts, Lokalisierung, Kollaboration und Rechteverwaltung weiter aus. Unser Anspruch bleibt dabei unverändert: Auch wenn der Einstieg einfacher wird, dürfen Qualität, Brand Safety und Governance keine Kompromisse eingehen.

Wo soll Sonica in den kommenden Jahren stehen, und welche Rolle möchten Sie bei der Zukunft von KI-gestütztem Sonic Branding einnehmen?

Wir möchten gemeinsam mit Kunden wachsen, die unsere Vorstellung eines modernen Sound-Branding-Setups und unsere Werte teilen. Entscheidend ist für uns, dass Unternehmen tatsächlich von den neuen Workflows profitieren und Sound dauerhaft in ihrer Organisation verankern können.

Unser Ziel ist kein Wachstum um jeden Preis. Wir wollen eine belastbare Plattform aufbauen, die reale Probleme löst und langfristig zu einem festen Bestandteil moderner Markenführung wird.

Gleichzeitig möchten wir Unternehmen erreichen, für die die Hürde zu einem professionellen Sound Branding bisher zu hoch war. Viele Marken verfügen über starke Geschichten, Produkte, Communities oder emotionale Anknüpfungspunkte, die sich akustisch hervorragend übersetzen lassen. Mit der richtigen Infrastruktur kann Sound Branding für deutlich mehr Unternehmen zugänglich werden.

In der Entwicklung von KI sehen wir dabei eine große Chance. Die grundlegenden Modelle werden künftig immer leistungsfähiger. Der nachhaltige Wert für Marken entsteht jedoch durch Brand Intelligence, Markenfit, Governance und eine skalierbare Produktionsumgebung. Genau in diesem Bereich möchten wir einen internationalen Standard setzen.

Welche drei Ratschläge würden Sie anderen Gründerinnen und Gründern geben, die ihre langjährige Branchenerfahrung nutzen möchten, um mit einer innovativen Idee ein Startup aufzubauen?

Erstens: Der eigenen Überzeugung vertrauen. Wer eine Branche lange kennt, erkennt häufig Probleme und Chancen, bevor sie für den breiten Markt offensichtlich werden. Diese Erfahrung sollte man ernst nehmen und konsequent in ein klares Produkt übersetzen.

Zweitens: Das Team schützen und mitnehmen. Der Aufbau eines neuen Unternehmens verlangt viel Energie und bringt immer wieder Unsicherheit mit sich. Gerade in solchen Phasen sind Vertrauen, Transparenz und gegenseitige Verantwortung entscheidend.

Drittens: Die eigene Strategie regelmäßig überprüfen. Erfahrung ist ein großer Vorteil, darf aber nicht dazu führen, dass man an alten Annahmen festhält. Märkte, Technologien und Kundenbedürfnisse verändern sich. Gründer müssen an ihrer Vision festhalten und zugleich bereit sein, den Weg dorthin immer wieder anzupassen.

Bildcredits Sonica

Wir bedanken uns bei Hans Landwehr für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Incubator Village Beeskow: Warum Startups auf Brandenburgs Landstriche setzen

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Incubator Village Beeskow: Startups in Brandenburg fördern

Das Incubator Village Beeskow etabliert sich als wegweisendes Gründungszentrum in Brandenburg, indem es innovativen Startups praxisnahes Mentoring, starke Förderstrukturen und exzellente Vernetzung fernab der Metropolenhektik bietet. Wir haben dazu mit der strategischen Projektleiterin Sonja Schwarzkopf gesprochen.

Warum haben Sie sich bewusst für den Standort Beeskow entschieden, obwohl viele Gründungszentren in Großstädten angesiedelt sind?

Wir haben uns ganz bewusst für Beeskow entschieden, weil der Standort viele Vorteile bietet, die junge Unternehmen in dieser Form oft nicht in Großstädten finden. Hier gibt es die nötige Ruhe, um konzentriert zu arbeiten, fernab der Hektik und Ablenkungen großer Metropolen. Zudem profitieren Gründerinnen und Gründer in Brandenburg von attraktiven Fördermöglichkeiten, mit weniger Konkurrenz als in den Hotspots wie Berlin. Dadurch steigen die Chancen auf Gründungszuschüsse und oft auch höhere Fördersummen. In Beeskow kommt noch etwas Entscheidendes hinzu: ein starkes regionales Netzwerk, ein fast familiäres Miteinander und kurze Wege. All das macht den Standort zu einem attraktiven Umfeld für Startups.

Sie legen einen Schwerpunkt auf Digitalisierung und Nachhaltigkeit. Warum sind diese Themen für die Auswahl und Förderung von Startups so wichtig?

Kurz gesagt: Weil es die Zukunftsthemen sind. Digitale Lösungen und nachhaltige Geschäftsmodelle spielen heute in nahezu allen Branchen eine entscheidende Rolle. Deshalb unterstützen wir Gründerinnen und Gründer gezielt dabei, genau aus diesen Ideen tragfähige Unternehmen zu machen.

Welche Herausforderungen erleben Gründerinnen und Gründer heute am häufigsten, und wie unterstützt das Incubator Village Beeskow dabei, diese zu meistern?

Viele Gründerinnen und Gründer stehen vor der Herausforderung, ihre Ideen weiterzuentwickeln und am Markt sichtbar zu machen. Gleichzeitig ist die Finanzierung häufig ein zentrales Thema. Und auch der Aufbau eines starken Netzwerks ist wichtig, um ein Unternehmen erfolgreich voranzubringen.

Das Incubator Village Beeskow begleitet die Teams dabei sehr praxisnah und individuell. In einer Eins-zu-eins-Betreuung bringen wir sie mit erfahrenen Unternehmern und Mentoren zusammen. Wir vermitteln Kontakte zu Business Angels und weiteren Investoren und beraten bei der passenden Finanzierungsstrategie.

Dazu kommen Workshops rund um Unternehmensführung, überzeugendes Präsentieren und Persönlichkeitsentwicklung. Diese finden sowohl online als auch vor Ort statt. Außerdem vernetzen wir die Startups direkt mit anderen Gründenden, Fachleuten und passenden Kooperationspartnern. Über Formate wie Pop-up-Stores, Showrooms und erste Produkttests ermöglichen wir direkten Kontakt zu Nutzerinnen und Nutzern sowie potenziellen Kunden. Die Unterstützung ist für die Teams übrigens komplett kostenfrei.

Mit Ihrem Netzwerk aus Investorinnen und Investoren, Hochschulen und internationalen Partnern begleiten Sie Startups auf ihrem Wachstumskurs. Welche Rolle spielen starke Partnerschaften für den Erfolg junger Unternehmen?

Starke Partnerschaften sind ein wichtiger Beschleuniger für junge Unternehmen. Sie helfen Startups dabei, den regionalen Markt schnell zu verlassen, wertvolle Kontakte zu knüpfen und erfolgreich überregional oder sogar global zu wachsen.

Das Accelerator-Programm bietet Zugang zu Mentoring, Marktvalidierung und Finanzierung. Welche Entwicklungsschritte beobachten Sie bei den Startups während der sechsmonatigen Programmlaufzeit?

Jedes Startup bringt unterschiedliche Voraussetzungen, Erfahrungen und Herausforderungen mit. Deshalb beginnt unser Programm mit einem individuellen Kick-off-Workshop. Gemeinsam mit erfahrenen Expertinnen und Experten analysieren wir die Ausgangssituation, definieren konkrete Ziele und entwickeln einen maßgeschneiderten Fahrplan für die kommenden Monate.

Die Entwicklungsschritte reichen von der ersten Geschäftsidee über die Marktvalidierung und den Aufbau erster Kundenkontakte bis hin zur Vorbereitung von Finanzierungsrunden oder der Erschließung neuer Märkte. Uns ist wichtig, jedes Startup genau dort abzuholen, wo es aktuell steht, und es bei der nächsten Entwicklungsphase zu begleiten.

Welche Ziele verfolgen Sie mit dem Incubator Village Beeskow in den kommenden Jahren, und wie soll sich das Gründungszentrum weiterentwickeln?

Unser aktuelles Förderprogramm läuft bis Ende 2028. Wir möchten, dass das Incubator Village Beeskow zu einem bekannten und bei Startups stark nachgefragten Gründerzentrum in Brandenburg wird. Unser Ziel ist es, für die Wirtschaftsförderung Brandenburg, die IHK sowie Hochschulen wie die TH Wildau ein verlässlicher Partner auf Augenhöhe zu sein, wenn es darum geht, Unternehmertum und Innovationskraft im Land Brandenburg zu fördern. Darüber hinaus planen wir neue Veranstaltungsformate wie Tage der offenen Tür, Workshops mit Studierenden, Hackathons mit Netzwerkpartnern und Keynote-Abende.

Wir schaffen schon jetzt die Grundlagen für einen Nachfolge-Accelerator, um auch über die aktuelle Förderperiode hinaus eine langfristige Unterstützung für innovative Startups in Brandenburg sicherzustellen.

Wie sehen Sie die Zukunft des Gründungsstandorts Brandenburg, und welche Chancen bieten ländliche Regionen für innovative Startups?

Brandenburg entwickelt sich zunehmend zu einem dynamischen Gründungsstandort. Das Land bietet ein starkes Unterstützungsnetzwerk, attraktive Fördermöglichkeiten und zahlreiche Wettbewerbe für Gründerinnen und Gründer. Ein besonderer Vorteil ist die unmittelbare Nähe zur Metropolregion Berlin, verbunden mit einer hohen Lebensqualität und deutlich geringeren Kosten für Wohnen und Arbeiten. Gleichzeitig bietet die Region viel Platz und Freiraum für innovative Projekte, insbesondere in den Bereichen Nachhaltigkeit, Energie, Landwirtschaft und Digitalisierung.

Welche drei Ratschläge würden Sie Gründerinnen und Gründern geben, die ihre Geschäftsidee erfolgreich aufbauen und nachhaltig skalieren möchten?

Mein erster Rat ist, sich frühzeitig mit der eigenen Geschäftsidee strukturiert auseinanderzusetzen. Ein fundierter Businessplan hilft dabei, Chancen und Risiken realistisch zu bewerten und klare Ziele zu definieren.

Zweitens sollten Gründerinnen und Gründer aktiv in den Aufbau ihres Netzwerks investieren. Kontakte zu anderen Unternehmern, potenziellen Kunden, Investoren oder Mentorinnen und Mentoren sind oft genauso wertvoll wie finanzielle Ressourcen.

Und drittens: Haben Sie Mut. Unternehmertum bedeutet, Entscheidungen zu treffen und auch Fehler zu machen. Wer aus Rückschlägen lernt, flexibel bleibt und konsequent an seiner Vision arbeitet, schafft die besten Voraussetzungen für langfristigen Erfolg.

Bildcredits ValuedFriends

Wir bedanken uns bei Sonja Schwarzkopf für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

QOODA gewinnt Münchener Businessplan Wettbewerb 2026

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QOODA gewinnt Münchener Businessplan Wettbewerb von BayStartUP Bildcredits © BayStartUP / Bert Willer

Sicher navigieren ohne Satelliten: Tech-Startup QOODA gewinnt den Münchener Businessplan Wettbewerb 2026 von BayStartUP

München, 30. Juli 2026 – QOODA gewinnt den Münchener Businessplan Wettbewerb 2026. Das DeepTech-Startup entwickelt quantenbasierte Technologien für eine präzise Navigation ohne Satellitensignal. Quantensensoren erfassen kleinste Unterschiede im Magnetfeld der Erde, die gemeinsam mit weiteren Sensordaten und Künstlicher Intelligenz ausgewertet werden. Den zweiten Platz belegt Linq Photonics mit photonischen Steuerungssystemen für skalierbare Quantencomputer. Auf Platz drei folgt micro factory 3DSolutions, die den harzbasierten 3D-Druck für medizinische Anwendungen vollständig automatisiert. BayStartUP zeichnete die drei Sieger gemeinsam mit der LfA Förderbank Bayern in München aus.

Mit ihren Geschäftsmodellen adressieren die ausgezeichneten Startups zentrale Herausforderungen in den Bereichen sicherheitskritische Navigation, Quanteninformatik und medizinische Produktion. Die Lösungen haben das Potenzial, die europäische Wettbewerbsfähigkeit nachhaltig zu stärken und bestehende Industrien technologisch weiterzuentwickeln.

Rekordbeteiligung zum 30-jährigen Jubiläum

Noch nie haben so viele Teams am Münchener Businessplan Wettbewerb teilgenommen. Insgesamt gingen 382 Startups an den Start – so viele wie in der 30-jährigen Geschichte des Wettbewerbs noch nie. Viele der teilnehmenden Unternehmen entwickeln Technologien, die auf aktuelle Herausforderungen der europäischen Wirtschaft und Gesellschaft ausgerichtet sind.

Barbara Dombay, Geschäftsführerin von BayStartUP, sagt:

„Der Münchener Businessplan Wettbewerb bringt Gründerteams an einen entscheidenden Punkt: Sie müssen zeigen, dass aus einer technologisch überzeugenden Lösung ein wirtschaftlich tragfähiges Unternehmen entstehen kann. Zugleich gewinnen die Nominierten Sichtbarkeit bei Investoren. Fundiertes Feedback und der Zugang zu relevanten Kontakten sind starke Argumente für eine Teilnahme.“

Bayerns Wirtschaftsstaatssekretär Tobias Gotthardt ergänzt:

„Die drei Gewinner zeigen eindrucksvoll, wie viel Erfindergeist und unternehmerischer Mut in Bayerns Gründerszene stecken. Aus klugen Ideen werden konkrete Lösungen für die Herausforderungen unserer Zeit und im besten Fall die Weltmarktführer von morgen. Mit dem Münchener Businessplan Wettbewerb geben wir innovativen Köpfen die Bühne und Unterstützung, die sie brauchen, um aus Ideen erfolgreiche Unternehmen zu machen.“

Oliver Menner, Generalbevollmächtigter bei der LfA Förderbank Bayern, sagt:

„Bayern ist, was Zukunftstechnologien angeht, ganz vorne dabei. Als LfA ist uns sehr daran gelegen, für ein Umfeld zu sorgen, in dem Unternehmergeist, Hightech und Innovationen nicht an der Finanzierung scheitern. Deshalb unterstützen wir Gründerinnen und Gründer mit einem breiten und passgenauen Angebot an Förderkrediten, Risikoübernahmen und Venture Capital über unsere VC-Tochter Bayern Kapital.“

Platz 1: QOODA entwickelt Navigation ohne Satellitensignal

QOODA aus München entwickelt quantenbasierte Lösungen für Navigation und Positionierung, die unabhängig von globalen Satellitennavigationssystemen funktionieren. Damit richtet sich das Startup an Anwendungen, bei denen Signale wie GPS gestört, manipuliert oder nicht verfügbar sind.

Grundlage der Technologie ist die hochauflösende Kartierung sogenannter magnetischer Feldanomalien. Dafür kombiniert QOODA Quantensensorik mit Sensorfusion und KI-gestützter Datenauswertung. Die daraus entstehenden Magnetfeldkarten dienen als alternative Referenz für eine präzise Lokalisierung. Einsatzmöglichkeiten sieht das Unternehmen unter anderem in der Luftfahrt, Robotik, autonomen Systemen sowie weiteren sicherheitskritischen Bereichen.

Dr. Björn Pötter, Geschäftsführer von QOODA, erklärt:

„Mit unserer quantensensorbasierten Technologie gestalten wir GPS-freie Navigation neu. Der Münchener Businessplan Wettbewerb bietet uns die passende Plattform, um Technologie und Marktpotenzial sichtbar zu machen. Das fundierte Feedback und der Austausch mit Branchenexperten unterstützen uns dabei, Wachstum strukturiert vorzubereiten und strategische Partnerschaften gezielt auszubauen.“

Platz 2: Linq Photonics macht Quantencomputer kompakter

Linq Photonics entwickelt kompakte Steuerungssysteme für Quantencomputer. Während bisher große und aufwendig ausgerichtete optische Komponenten benötigt werden, setzt das Unternehmen auf photonische Chips, die Licht gezielt leiten und steuern.

Dadurch kann der Platzbedarf der Systeme um bis zu 90 Prozent reduziert werden. Gleichzeitig lassen sich deutlich mehr Recheneinheiten eines Quantencomputers – sogenannte Qubits – parallel steuern. Die Technologie soll damit den Weg für leistungsfähigere Quantencomputer im industriellen Einsatz ebnen.

Das Team um die in München lebende Gründerin Jade Robinson arbeitet derzeit im Rahmen des EXIST-Forschungstransfers an der Universität Heidelberg an der Vorbereitung der Unternehmensgründung.

Platz 3: micro factory automatisiert medizinischen 3D-Druck

micro factory automatisiert den gesamten 3D-Druckprozess für Dental- und weitere medizinische Anwendungen – vom Druck über die Reinigung und Aushärtung bis zur Ausgabe des fertigen Bauteils.

Das Startup entwickelt Systeme, die Bauteile aus flüssigem Kunststoffharz herstellen und anschließend automatisch weiterverarbeiten. Dadurch werden manuelle Arbeitsschritte reduziert, Anwender geschützt und Fertigungsprozesse standardisiert. Dentallabore, Zahnarztpraxen und weitere medizinische Einrichtungen sollen medizinische Produkte dadurch reproduzierbar, dokumentiert und skalierbar herstellen können.

Acht Startups erreichten das Wettbewerbsfinale

Neben den drei Siegerteams waren fünf weitere Startups für das Finale nominiert:

  • dehaze entwickelt KI-basierte digitale Zwillinge, um individuelle Risiken für chronische Erkrankungen frühzeitig zu erkennen.
  • IsoSphere Technologies arbeitet an einer CO₂-basierten Technologie für die nachhaltigere Herstellung isotopenmarkierter Verbindungen, die unter anderem in der Arzneimittelentwicklung und Krebsdiagnostik eingesetzt werden.
  • Meda AI analysiert ärztliche Dokumentationen mithilfe von KI und identifiziert bisher nicht abgerechnete Leistungen.
  • Soul of Concrete entwickelt eine vollautomatisiert herstellbare dreidimensionale Carbon-Bewehrung als Alternative zu Stahl.
  • Venedy entwickelt eine autonome KI-Plattform, die Sicherheitslücken in Programmierschnittstellen erkennt, erklärt und Lösungsvorschläge erstellt.

Wettbewerb begleitet Startups auf dem Weg zum Geschäftsmodell

Der Münchener Businessplan Wettbewerb unterstützt Gründerteams seit 30 Jahren dabei, aus technologischen Innovationen tragfähige Geschäftsmodelle zu entwickeln. Im Mittelpunkt stehen Themen wie Kundennutzen, Marktpotenzial, Vertrieb, Umsetzung, Kapitalbedarf und Finanzplanung.

Die eingereichten Businesspläne werden von erfahrenen Unternehmern, Branchenexperten und Kapitalgebern bewertet. Alle teilnehmenden Teams erhalten ein ausführliches schriftliches Feedback – unabhängig davon, ob sie das Finale erreichen. Die besten Startups präsentieren ihre Geschäftsmodelle zusätzlich vor einer Expertenjury und haben die Chance auf Preisgelder und weitere Unterstützung.

Bild: BayStartUP Prämierung Phase 3 im Businessplan Wettbewerb Südbayern Bildcredits © BayStartUP / Bert Willer

Quelle BayStartUp GmbH

2,3 Millionen Euro für die 0°-Sohle

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EVERSION erhält 2,3 Millionen Euro in Seed-II-Runde Gründerteam v.l.n.r. Maximilian Starkmann, Wolfgang Triebstein, Julia Zimmermann, Timon Sutter, Lucas Heitele Bildcredits Eversion

MedTech-Startup EVERSION Technologies schließt Seed-II-Runde ab

Das Medtech-Startup EVERSION Technologies hat in der Seed II-Finanzierungsrunde 2,3 Millionen Euro eingeworben. Auf Basis individueller Bewegungsdaten entwickelt das Konstanzer Unternehmen innovative Einlegesohlen, die Fehlbelastungen durch den Schuh ausgleichen – eine häufig übersehene Ursache für Knie-, Hüft- und Rückenbeschwerden. Mehr als 1.500 Kunden nutzen die Lösung bereits. Angeführt wird die Runde vom Family Office Kammerer Holding sowie vom Chancenkapitalfonds der Kreissparkasse Biberach. 

EVERSION setzt an der Ursache an

Muskel-Skelett-Beschwerden sind der häufigste Grund für Krankschreibungen; etwa jeder vierte Krankheitstag in Deutschland geht auf sie zurück. Eine oft übersehene Ursache steckt im Schuh: Er bringt den Fuß in eine Fehlbelastung, die sich bis in Knie, Hüfte und Rücken auswirken kann. Klassische Einlagen stützen den Fuß zusätzlich ab, während die 0°-Sohle von EVERSION ihn mobilisiert und zurück in Bewegung bringt.

„Ich weiß aus eigener Erfahrung, wie Hüftschmerzen den Alltag bestimmen können. Umso mehr freut es mich, dass wir mit unserer Lösung so vielen Menschen helfen können”, sagt Julia Zimmermann, CEO und Co-Gründerin von EVERSION.

Dafür wird zunächst mithilfe von Sensorsohlen und einer App im Alltag über zwei Wochen das Bewegungsverhalten und die Fehlstellung im Schuh gemessen. Ein biomechanisches 3D-Anatomiemodell übersetzt diese Daten in ein individuelles Belastungsprofil. Daraus entsteht eine Einlegesohle mit zwei Funktionen: Ihre Unterseite gleicht die Fehlbelastung datenbasiert aus und bringt den Fuß beim Stehen und Gehen in eine natürliche 0°-Stellung, während ihre Oberseite ihm ermöglicht, sich frei zu bewegen.

Von 0 auf 1.500: Skalierung und Wachstum im Fokus

Seit der Seed-I-Runde im Januar 2025 hat EVERSION zentrale Meilensteine erreicht. Auf die CE-Zertifizierung als Medizinprodukt folgten Ende 2025 der Markteintritt sowie die Erstattungsfähigkeit: Alle gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten im Rahmen eines Präventionskurses nach Richtlinien der Zentralen Prüfstelle Prävention (ZPP); Privatversicherte erhalten mit Rezept für Ganganalyse und Einlagen eine Erstattung über ihre Krankenversicherung. Seither ist die Kundenzahl auf mehr als 1.500 gewachsen – mit steigender Tendenz. Über die Webseite können Endkunden die Einlegesohle direkt beziehen.

Mit der neuen Finanzierung verfolgt EVERSION klare Wachstumsziele, allen voran die Skalierung von Vertrieb und Marketing. Dafür erweitert das Konstanzer Startup sein Partnernetzwerk aus Ärzten, Therapeuten und Sanitätshäusern. Das übergeordnete Ziel bleibt jedoch gleich: Betroffenen den Zusammenhang zwischen Schuhen, Fehlbelastung und Beschwerden aufzeigen und nachhaltig helfen.

Starkes Investorennetzwerk – Bewährte Partner weiter an Bord

Die Seed-II-Runde wird angeführt vom neu hinzugekommenen Family Office Kammerer Holding und vom Chancenkapitalfonds der Kreissparkasse Biberach, der bereits in der Seed-I-Runde (Januar 2025) als Lead-Investor fungierte und weiter an Bord bleibt. Weitere renommierte VCs, Fonds und Family Offices unterstützen die Runde: der von der Mittelständischen Beteiligungsgesellschaft gemanagte Start-up BW Seed Fonds, die S-Kap Unternehmensbeteiligungsgesellschaft, Meerkat, die Kapitalbeteiligungsgesellschaft der Kreissparkasse Esslingen-Nürtingen, Turtle sowie Business Angels aus den Netzwerken Heimatboost, BACB und hivn.

„Zertifizierung, Markteintritt, Erstattungsfähigkeit: Es ist beeindruckend, welche Meilensteine das Team in den vergangenen Monaten in kurzer Zeit erreicht hat”, sagt Jürgen Maucher, Geschäftsführer des Chancenkapitalfonds der Kreissparkasse Biberach.

Christopher Kammerer vom Family Office Kammerer ergänzt: „Als Family Office investieren wir langfristig und mit Überzeugung. EVERSION vereint das, worauf es uns ankommt: eine echte Lösung für ein weit verbreitetes Problem, ein starkes Team und ein tragfähiges, innovatives Geschäftsmodell. Wir freuen uns, diesen Weg mitzugestalten.”

Bild Gründerteam v.l.n.r. Maximilian Starkmann, Wolfgang Triebstein, Julia Zimmermann, Timon Sutter, Lucas Heitele Bildcredits Eversion

Quelle contegy. GmbH

EdTech-Startup Infinite Horizon: Neues Lernspiel nutzt KI und AR gegen passive Bildschirmzeit

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Infinite Horizon: KI für Kinder im Lernspiel Infinite Horizon Team Bild: Julia Drejer, Marvin Grosser und Steven Koch

Infinite Horizon entwickelt ein Lernspiel, das Kinder mithilfe von KI dabei unterstützt, ihre Umwelt spielerisch zu entdecken und digitale Medien bewusster zu nutzen

Können Sie Infinite Horizon kurz vorstellen und erzählen, wer das Unternehmen gegründet hat?

Infinite Horizon entwickelt ein immersives Lernspiel für Kinder, die zunehmend selbstständig mit digitalen Medien umgehen. Mithilfe von Augmented Reality, Künstlicher Intelligenz und Storytelling verwandeln wir das Smartphone von einem passiven Konsumgerät in ein Werkzeug zum Entdecken und Verstehen der realen Welt – direkt vor der Haustür der Kinder. Infinite Horizon besteht aus Marvin Grosser, Julia Drejer und Steven Koch.

Wie entstand die Idee, mit Infinite Horizon ein Lernspiel zu entwickeln, das digitale und reale Welt miteinander verbindet?

Die ursprüngliche Idee war, ein Lernspiel zu entwickeln, das Kindern Medienkompetenz im Umgang mit Zukunftstechnologien wie KI und AR vermittelt. Im Laufe der Konzeptphase haben wir den Ansatz weitergedacht: Wir wollten Kindern nicht nur zeigen, wie Technologien funktionieren, sondern ihnen helfen, die Welt zu verstehen. Am besten gelingt das, wenn sie sie direkt vor ihrer eigenen Haustür entdecken und erforschen. Und wie passend: Genau darin liegt der Kern von Augmented Reality – die Verbindung der digitalen mit der realen Welt.

Welche Vision verfolgen Sie mit Infinite Horizon, und wie möchten Sie die Art und Weise verändern, wie Kinder digitale Medien nutzen?

Wir glauben: Die nächste Generation braucht mehr als digitale Routine. Sie braucht digitale Souveränität. Die Fähigkeit, nicht nur zu reagieren, sondern zu verstehen. Nicht nur zu konsumieren, sondern selbst zu entdecken. Nicht nur mitzuschwimmen, sondern die eigene Welt aktiv zu lesen und mitzugestalten. Mit Infinite Horizon möchten wir deshalb digitale Medien vom reinen Konsumraum zu einem Werkzeug für Neugier, Entdeckung und eigenständiges Denken machen.

An welche Zielgruppen richtet sich Infinite Horizon hauptsächlich, und welche Bedürfnisse möchten Sie bei Kindern und Eltern erfüllen?

Infinite Horizon richtet sich vor allem an Familien mit Kindern in einer Phase, in der digitale Medien zunehmend selbstständig genutzt werden. Kindern möchten wir ein Erlebnis bieten, das ihre Neugier weckt und sie motiviert, ihre eigene Umwelt zu entdecken, Zusammenhänge zu verstehen und selbst Lösungen zu entwickeln. Eltern möchten wir gleichzeitig eine Alternative zu passiver Bildschirmzeit bieten: ein digitales Angebot, das Spaß macht, pädagogischen Mehrwert schafft und ihnen ermöglicht, die Mediennutzung ihrer Kinder sinnvoll zu begleiten.

Viele Kinder nutzen Smartphones vor allem zur Unterhaltung. Warum haben Sie sich bewusst für einen Ansatz entschieden, der Bewegung, Entdecken und Lernen miteinander verbindet?

Smartphones sind längst elementarer Teil des Alltags von Kindern. Deshalb glauben wir nicht, dass die Lösung darin liegt, digitale Medien grundsätzlich zu vermeiden, sondern ihre Nutzung sinnvoller zu gestalten. Kinder sind von Natur aus neugierig und lernen besonders nachhaltig, wenn sie selbst entdecken und ausprobieren. Genau das möchten wir mit Infinite Horizon fördern: Das Smartphone soll nicht der Ort sein, an dem die Aufmerksamkeit endet, sondern der Ausgangspunkt, um die reale Welt zu erkunden.

Was macht Infinite Horizon aus Ihrer Sicht besonders im Vergleich zu klassischen Lern-Apps oder digitalen Spielen?

Während klassische Lern-Apps Wissen meist innerhalb des Bildschirms vermitteln, macht Infinite Horizon die reale Welt über den Bildschirm hinaus zum Teil des Spiels. Kinder entdecken Phänomene in ihrer eigenen Umgebung, übertragen ihre Beobachtungen in eine digitale Spielwelt und verstehen dort die Zusammenhänge dahinter. Statt fertige Antworten vorzugeben, motivieren wir sie, selbst Fragen zu stellen und eigene Lösungen zu entwickeln.

Welche Rolle spielt Künstliche Intelligenz als Lernbegleiter, und wie unterstützt sie Kinder dabei, eigenständig Lösungen zu entwickeln?

Die KI übernimmt bei Infinite Horizon als 3D-Avatar die Rolle eines Begleiters. Sie gibt keine fertigen Antworten vor, sondern hilft Kindern durch gezielte Fragen, ihre eigenen Beobachtungen einzuordnen, Zusammenhänge zu erkennen und eigene Lösungswege zu entwickeln. Dabei reagiert sie auf den jeweiligen Kontext und begleitet jedes Kind Schritt für Schritt durch den Entdeckungsprozess. Unser Ziel ist, KI nicht als Abkürzung zum Ergebnis einzusetzen, sondern als Werkzeug, das Neugier, Reflexion und eigenständiges Denken fördert.

Wie gelingt es Ihnen, Kinder für Themen wie Natur, Umwelt und Problemlösung zu begeistern, ohne dass der spielerische Charakter verloren geht?

Der Schlüssel ist für uns Storytelling. Kinder lernen bei Infinite Horizon nicht einfach etwas über Natur, Umwelt oder gesellschaftliche Herausforderungen, sondern werden Teil einer Geschichte, in der ihre Entdeckungen und Entscheidungen die Spielwelt beeinflussen. Die Themen werden so nicht als Lernstoff vermittelt, sondern als Herausforderungen, die es zu verstehen und zu lösen gilt. Unser Ziel ist, dass Kinder weiterspielen wollen, weil sie wissen möchten, wie die Geschichte weitergeht – und dabei ganz selbstverständlich Zusammenhänge verstehen und eigene Lösungen entwickeln.

Welche Herausforderungen begegnen Ihnen bei der Entwicklung eines Lernspiels, das sowohl pädagogisch wertvoll als auch unterhaltsam sein soll?

Die größte Herausforderung liegt darin, Unterhaltung und pädagogische Qualität wirklich gleichberechtigt zu entwickeln. Unsere eigene Stärke liegt vor allem in Gaming, Technologie und Produktentwicklung – wir sind keine Didaktiker. Deshalb holen wir uns gezielt externe Expertise ins Team, aktuell unter anderem durch einen erfahrenen Oberstudienrat, und suchen weitere institutionelle Partner für die didaktische und inhaltliche Konzeption. Gleichzeitig entwickeln wir eng mit Familien, denn am Ende muss Infinite Horizon nicht nur pädagogisch sinnvoll sein, sondern im Alltag funktionieren und Kindern wirklich Spaß machen.

Welche Bedeutung haben Eltern bei Ihrem Konzept, und wie unterstützt Infinite Horizon sie dabei, den Medienkonsum ihrer Kinder bewusster zu begleiten?

Wir glauben, dass bewusste Mediennutzung vor allem durch Begleitung entsteht. Deshalb erhalten Eltern Einblicke in die Themen, Entdeckungen und Lernfortschritte ihrer Kinder und können Bildschirmzeiten sowie Inhalte altersgerecht steuern. Unser Ziel ist nicht Überwachung, sondern Eltern Anknüpfungspunkte für Gespräche zu geben und sie dabei zu unterstützen, digitale Mediennutzung aktiv zu begleiten.

Welche nächsten Entwicklungsschritte und Wachstumsziele stehen bei Infinite Horizon aktuell im Fokus?

Aktuell entwickeln wir unseren ersten MVP, mit dem wir die zentralen Spielmechaniken und unsere Vision erstmals greifbar und erlebbar machen. Dabei geht es noch nicht um ein didaktisch vollständig ausgereiftes Lernspiel, sondern darum, den Kern des Spielerlebnisses zu testen und weiterzuentwickeln. Dafür suchen wir aktuell 50 Familien, die den MVP ausprobieren, uns ehrliches Feedback geben und Interesse haben, Infinite Horizon gemeinsam mit uns weiterzuentwickeln.

Welche drei Ratschläge würden Sie anderen Gründerinnen und Gründern geben, die mit innovativen Technologien einen gesellschaftlichen Mehrwert schaffen möchten?

Ganz ehrlich: Wir sehen uns noch nicht in der Position, anderen Gründerinnen und Gründern große Ratschläge zu geben. Wir stehen selbst noch am Anfang unserer Reise und haben noch viel zu tun, bis wir den gesellschaftlichen Mehrwert erreichen, den wir uns vorgenommen haben. Was wir aber schon jetzt wissen: Wir werden das nicht allein schaffen. Deshalb versuchen wir, früh Menschen einzubeziehen, die andere Perspektiven und Kompetenzen mitbringen – von Familien über Bildungsexperten bis hin zu institutionellen Partnern. Vielleicht ist genau das unser bisher wichtigstes Learning: Man muss nicht auf alles selbst eine Antwort haben, aber bereit sein, gemeinsam nach der besten zu suchen.

Bild: Julia DrejerMarvin Grosser und Steven Koch

Wir bedanken uns bei Marvin Grosser für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.


Premium Start-up: Infinite Horizon

Kontakt:

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Burgstraße 72A
51103 Köln

https://infinite-horizon.eu/
marvin.grosser@infinite-horizon.app

Ansprechpartner: Marvin Grosser

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Nomado24: KI-Plattform trennt echte Remote-Jobs von Hybrid-Mogeleien

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Nomado24: KI-Plattform filtert echte Remote-Jobs heraus GründerFoto Bild: Anton Petuchow und Lars Schreiner Bildcredits Nomado24 UG (haftungsbeschränkt)

Die innovative Stellenbörse Nomado24 prüft mithilfe künstlicher Intelligenz jedes Stellenangebot und schafft damit volle Transparenz für verlässliches Remote-Arbeiten auf einer zentralen Plattform

Können Sie Nomado24 kurz vorstellen und erzählen, wie die Idee zur Gründung des Unternehmens entstanden ist?

Nomado24 ist eine Jobbörse für Remote-Arbeit. Die Idee kam aus mitbekommenem Frust von Freunden und Bekannten: Auf den meisten Portalen sind die Remote-Treffer voll mit Stellen, die gar nicht remote sind, weil dort nur nach dem Stichwort gefiltert wird. Man klickt sich durch Dutzende Anzeigen und findet im Kleingedruckten drei Präsenztage pro Woche. Wir wollten eine Börse, bei der man sich auf das Label verlassen kann. Bei uns liest deshalb ein KI-Modell jede einzelne Anzeige und stuft ein, wie ortsunabhängig die Stelle wirklich ist.

Wer steht hinter Nomado24, und welche eigenen Erfahrungen haben die Entwicklung der Plattform geprägt?

Hinter Nomado24 stehen wir zwei, Anton Petuchow und Lars Schreiner, beide aus Frankenthal. Lars studiert Sustainable Management an der HWG Ludwigshafen und hat die Idee aus seiner Erfahrung als Surflehrer mit vielen Kollegen, die außerhalb der Saison trotz Ausbildung unterqualifizierte Stellen auf Campingplätzen angenommen haben. Lars hat bereits durch Werkstudentenstellen Erfahrung im HR gesammelt. Ich habe an der WHU studiert und komme über Stationen bei BASF, Allianz und Kipu Quantum an Managementerfahrung und ein Netzwerk in der Startup-Welt. Wir haben selbst nach ortsunabhängiger Arbeit gesucht, weil wir Studium, Arbeit und Reisen verbinden wollten. Neben den Erfahrungen der oben genannten Freunde war diese Suche der Auslöser: Die Portale versprachen Remote und lieferten Hybrid. Dass wir beide aus der eigenen Nutzerperspektive kommen, prägt bis heute jede Produktentscheidung. Wir bauen zuerst das, was uns selbst gefehlt hat.

Welche Vision verfolgen Sie mit Nomado24, und wie möchten Sie ortsunabhängiges Arbeiten langfristig weiterentwickeln?

Unsere Vision ist, dass niemand seinen Beruf nach dem Pendelweg aussuchen muss. Ortsunabhängige Arbeit ist heute vor allem ein Privileg gut vernetzter Menschen in wenigen Branchen. Wir wollen sie sichtbar und auffindbar machen, auch für Menschen im ländlichen Raum, für Eltern und für Quereinsteiger. Dazu gehört auch, ehrlich zu benennen, wo Remote nur behauptet wird. Langfristig soll Nomado24 der Ort sein, an dem man nicht nur den Job findet, sondern auch durch die einfache Buchung von Coworking-Spaces und den Zugang zu Gleichgesinnten sein Leben nach den eigenen Wünschen gestalten kann.

An welche Zielgruppen richtet sich Nomado24 hauptsächlich, und welche Bedürfnisse möchten Sie mit Ihrer Plattform erfüllen?

Auf der einen Seite Menschen, die ortsunabhängig arbeiten wollen oder müssen: digitale Nomaden, Eltern, Pendler, Menschen im ländlichen Raum, Quereinsteiger und Leute, die einen Neben- oder Minijob von zu Hause suchen. Sie brauchen vor allem Verlässlichkeit, also die Sicherheit, dass eine als remote gekennzeichnete Stelle auch remote ist. Auf der anderen Seite Arbeitgeber, die ernsthaft Remote-Arbeit anbieten und im allgemeinen Rauschen untergehen. Für sie ist unsere Prüfung ein Vorteil, weil ehrliche Anzeigen sichtbarer werden.

Viele Remote-Jobbörsen bieten nur begrenzte Informationen zu Stellenangeboten. Wie schafft Nomado24 mehr Transparenz für Bewerber?

Wir lesen jede Anzeige maschinell und ziehen genau die Angaben heraus, die für ortsunabhängiges Arbeiten entscheidend sind: Wie viel Präsenz wird verlangt, aus welchen Ländern darf man arbeiten, welche Sprache wird erwartet und wird ein Gehalt genannt. Das führt zu unbequemen Ergebnissen, die wir trotzdem zeigen. In unserem eigenen Bestand waren 14,5 Prozent der als Remote gelisteten Stellen nach dem Urteil unseres Klassifikators nicht wirklich remote, das sind 356 von 2.459 geprüften Anzeigen. Nur jede vierzigste Anzeige nennt überhaupt ein Gehalt, und das sechs Wochen nach Ablauf der EU-Frist zur Entgelttransparenz. Solche Zahlen veröffentlichen wir, auch wenn sie unserem eigenen Bestand kein gutes Zeugnis ausstellen.

Was macht Nomado24 aus Ihrer Sicht besonders im Vergleich zu anderen Plattformen für Remote Jobs?

Der Unterschied liegt in der Prüfung. Andere filtern nach dem Wort Remote, wir lassen jede Anzeige KI-gestützt lesen und einstufen. Das ist aufwendiger und langsamer, aber es ist der einzige Weg, bei dem am Ende wirklich drin ist, was draufsteht. Der Nebeneffekt ist, dass wir dadurch eigene Daten über den Markt haben und nicht nur Stellen weiterreichen.

Mit Ihrem KI-gestützten Karriereberater und der Kombination aus Jobbörse und Coworking-Suche verfolgen Sie einen ganzheitlichen Ansatz. Welche Vorteile bietet das Ihren Nutzern?

Weil bei ortsunabhängiger Arbeit der Job nur die halbe Frage ist. Die andere Hälfte ist: Wo arbeite ich, was kostet das Leben dort, was bleibt netto übrig und passt die Stelle überhaupt zu meinem Profil? Der KI-Karriereberater beantwortet Fragen zum eigenen Werdegang und hilft bei der Einordnung von Stellen, die Coworking-Suche und unsere Rechner für Gehalt und Lebenshaltungskosten decken den Rest ab. Für Nutzer heißt das, dass sie nicht zwischen fünf Diensten hin- und herspringen müssen.

Welche Herausforderungen begegnen Ihnen in einem Markt, in dem sich die Anforderungen an Remote Work und flexible Arbeitsmodelle ständig verändern?

Die größte Herausforderung ist die Knappheit auf der Angebotsseite. Viele Unternehmen holen ihre Mitarbeitenden wieder ins Büro, und echte Remote-Stellen werden dadurch nicht mehr, sondern weniger. Die zweite Herausforderung ist Qualität: Wo Remote-Jobs gesucht werden, tauchen auch unseriöse Anzeigen auf, deshalb prüfen wir neue Arbeitgeber vor der Veröffentlichung. Und die dritte ist, dass sich die Sprache des Marktes ständig ändert. Was heute hybrid heißt, hieß vor zwei Jahren remote friendly. Ein Klassifikator, der Bedeutung liest statt Stichworte zu zählen, ist dagegen deutlich robuster als eine feste Filterliste.

Wie wichtig sind Informationen zu Sprache, Zeitzonen, Visa und Gehalt für die Nutzer Ihrer Plattform?

Sie sind der eigentliche Kern der Suche. Eine Stelle, die formal remote ist, aber Deutsch auf Muttersprachenniveau verlangt, ist für einen Teil unserer Nutzer nicht relevant. Eine Stelle, die Arbeit nur aus Deutschland erlaubt, ist für jemanden in Lissabon wertlos. Und wer mit einem Team in einer anderen Zeitzone zusammenarbeitet, muss vorher wissen, ob feste Kernzeiten verlangt werden. Genau solche Angaben ziehen wir aus den Anzeigen heraus und machen sie filterbar, damit niemand sie im Kleingedruckten suchen muss. Gehaltsangaben zeigen wir an, wo sie vorhanden sind, da ist der Markt insgesamt aber noch sehr zurückhaltend.

Welche neuen Funktionen oder Weiterentwicklungen stehen bei Nomado24 aktuell im Fokus?

Zwei Dinge. Erstens entwickeln wir unseren KI-Karriereberater weiter: Er soll nicht nur Fragen beantworten, sondern das eigene Profil laufend mit den geprüften Stellen abgleichen und konkrete nächste Schritte vorschlagen – vom passenden Job bis zum Feinschliff der Bewerbung. Zweitens bereiten wir eine Coworking-Partnerschaft mit einem der größten Anbieter weltweit vor. Wenn sie live ist, findet man über Nomado24 nicht nur den Remote-Job, sondern bucht auch gleich den Arbeitsplatz dazu.

Wo soll Nomado24 in den kommenden Jahren stehen, und welche Rolle möchten Sie im Bereich Remote Work und digitale Arbeitswelten einnehmen?

Wir wollen im deutschsprachigen Raum die Adresse sein, bei der man sich auf die Angabe Remote verlassen kann. Und darüber hinaus die Plattform, die ortsunabhängiges Arbeiten komplett abdeckt: der geprüfte Job, der buchbare Arbeitsplatz und die KI-gestützte Beratung, die beides zusammenbringt. Wenn jemand in ein paar Jahren ortsunabhängig arbeiten will, soll der erste Schritt ganz selbstverständlich über Nomado24 führen.

Welche drei Ratschläge würden Sie anderen Gründerinnen und Gründern geben, die eine digitale Plattform für die Arbeitswelt von morgen entwickeln möchten?

Erstens: Löst ein Problem, das ihr selbst habt. Wir hätten den Unterschied zwischen echtem und behauptetem Remote nie so genau verstanden, wenn wir nicht selbst wochenlang danach gesucht hätten. Zweitens: Messt euren eigenen Bestand ehrlich, auch wenn das Ergebnis unangenehm ist. Unsere unbequemste Zahl ist inzwischen unser stärkstes Argument. Drittens: Redet früh mit Leuten, die euch widersprechen. Das ehrlichste Feedback kam bei uns nicht von Fans, sondern von Menschen, die uns erklärt haben, warum unser Plan noch nicht trägt.

Bild: Anton Petuchow und Lars Schreiner Bildcredits Nomado24 UG (haftungsbeschränkt)

Wir bedanken uns bei Anton Petuchow und Lars Schreiner für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

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