Dienstag, März 17, 2026
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20 Millionen Euro für den nächsten Skalierungsschritt

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R3 Robotics automatisierte Demontage von Elektrofahrzeugsystemen R3 Gründer

R3 Robotics erhält 20 Mio. € zur Skalierung der automatisierten Demontage von Elektrofahrzeugsystemen

Das deutsch-luxemburgische Robotikunternehmen schließt eine Series-A-Finanzierung über 14 Mio. € ab und erhält weitere 6 Mio. € an öffentlichen Fördermitteln, um die KI-gestützte Demontage von elektrischen Fahrzeugen angesichts steigender End-of-Life-Volumina zu industrialisieren.

R3 Robotics (ehemals Circu Li-ion) gibt eine neue Finanzierung von insgesamt 20 Mio. € bekannt, um die automatisierte Demontage von Elektrofahrzeugsystemen im industriellen Maßstab voranzutreiben. Das Unternehmen hat im Rahmen der Finanzierung 14 Mio. € mittels eines Series-A-Investments eingeworben, das gemeinsam von HG Ventures und Suma Capital angeführt wird. Zu den weiteren Investoren zählen Oetker Collection KG, der European Innovation Council Fund (EIC Fund) sowie die bestehenden Gesellschafter BONVENTURE, FlixFounders und EIT Urban Mobility. Ergänzt wird die Investmentrunde durch 6 Mio. € an europäischen Fördermitteln.

Die Finanzierung fällt mit der Umbenennung des Unternehmens von Circu Li-ion zu R3 Robotics zusammen und markiert eine klare Erweiterung des bisherigen Geschäftsbereichs: von der Demontage und dem Recycling von Batterien hin zur automatisierten Zerlegung kompletter Elektrofahrzeugsysteme, einschließlich E-Antriebe, Leistungselektronik und weiterer hochwertiger Komponenten. Das langfristige Ziel ist die vollautomatisierte Demontage ganzer Fahrzeugsysteme. Der neue Name spiegelt dabei den industriellen Fokus des Unternehmens wider – Repair, Reuse, Recycle – angetrieben durch Robotik.

Skalierbare Demontage für den industriellen Einsatz

Mit der zunehmenden Elektrifizierung von Mobilitäts- und Energiesystemen wird im Recyclingmarkt ein deutlicher Anstieg der End-of-Life-Volumina komplexer elektrifizierter Komponenten erwartet. Die manuelle Zerlegung solcher Systeme bleibt arbeitsintensiv, kostspielig und lässt sich nur schwer mit einem hohen Maß an Sicherheit für das eingesetzte Personal skalieren. R3 Robotics begegnet dieser Herausforderung mit einer KI-gestützten Demontageplattform, die für den Einsatz in industriellen Umgebungen mit einem hohen Durchsatz konzipiert ist.

Die europäische Politik verstärkt diesen Wandel zusätzlich. Der 2024 in Kraft getretene Critical Raw Materials Act unterstreicht die Notwendigkeit, sichere und widerstandsfähige inländische Lieferketten für kritische Rohstoffe aufzubauen. Parallel dazu führt die EU-Batterieverordnung schrittweise strengere Effizienzziele für das Recycling ein, darunter ein 70%-Ziel für Lithium-Batterien bis 2030, sowie Anforderungen an die Materialrückgewinnung und den Anteil von recycelten Komponenten. Zusammen mit der Altfahrzeug-Richtlinie gestalten diese politischen Rahmen die industrielle Recyclinginfrastruktur neu.

„Der Engpass im aktuellen Wirtschaftskreislauf liegt nicht in der Recyclingtechnologie, sondern in der Beschaffung sortenreiner Rohstoffe, und somit in der sicheren und kostengünstigen Demontage komplexer elektrifizierter Systeme im industriellen Maßstab“, so Antoine Welter, CEO und Mitbegründer von R3 Robotics. „Wir bauen eine Demontageplattform, die End-of-Life-Systeme in eine strategische Quelle für kritische Materialien und wiederverwendbare Komponenten für fortschrittliche Industriegesellschaften verwandelt.“

Die Technologie von R3 Robotics

Die Demontageplattform von R3 Robotics kombiniert Computer Vision, künstliche Intelligenz (KI) und spezialisierte Roboterwerkzeuge zur automatisierten Zerlegung von Lithium-Ionen-Batteriepacks, E-Motoren, Leistungselektronik und weiteren hochwertigen elektrifizierten Komponenten. Das System minimiert die Gefährdung von Personal durch Hochspannung und bietet die Kosteneffizienz und Zuverlässigkeit für den industriellen Einsatz.

R3 Robotics arbeitet mit Fortum Battery Recycling zusammen, einem führenden integrierten Recyclingunternehmen, das in verschiedenen Bereichen der europäischen Wertschöpfungskette für Batterierecycling – von der Sammlung und Vorbehandlung bis zur Materialveredelung – aktiv ist, um seine automatisierte Demontagetechnologie im industriellen Maßstab einzusetzen. Über die Zusammenarbeit mit Recyclingpartnern hinaus arbeitet R3 Robotics direkt mit Automobil-OEM-Kunden zusammen und verarbeitet End-of-Life-Batteriesysteme über seine zentrale Demontageinfrastruktur, um kritische Rohstoffe zurückzugewinnen und deren sichere Beschaffung zu unterstützen.

„R3 Robotics adressiert einen kritischen industriellen Engpass in der Versorgung mit strategischen Rohstoffen“, betont John Glushik von HG Ventures. „Skalierbare Demontage-Infrastruktur ist unerlässlich, um die Widerstandsfähigkeit von Lieferketten zu stärken und den Zugang zu kritischen Input-Materialien zu sichern.“

“Lighthouse Facility” & strategische Märkte

Die Ankündigung der neuen Finanzierungsrunde markiert zudem die Erweiterung der Recyclinganlage von R3 Robotics in Karlsruhe, Deutschland, die konzipiert wurde, um industrielle Leistungsfähigkeit zu demonstrieren und als Referenzstandort (“Lighthouse Facility”) zu dienen. Für das weitere Wachstum betrachtet R3 Robotics Deutschland und Frankreich als zentrale europäische Märkte angesichts ihrer starken Automobil- und Industrieökosysteme, der zunehmenden Elektrifizierung der Wirtschaft und der lokalen Konzentration von Recycling- und Remanufacturing-Partnern.

„R3 Robotics verbindet starke industrielle Umsetzungskompetenz mit einem skalierbaren Ansatz zur Demontage komplexer elektrifizierter Systeme“, sagt Natalia Ruiz, Partnerin bei Suma Capital. „Diese Fähigkeit ist entscheidend, um Materialien und Komponenten im großen Maßstab zu erschließen.“

Mittelverwendung und Wachstumsstrategie

R3 Robotics plant, die Series-A-Finanzierung und neuen europäischen Fördermittel für die folgenden Ziele einzusetzen:

Ausbau der Technologie und des Teams: Recruiting in den Bereichen Engineering, KI, Software und Operations
Skalierung im europäischen Markt: Einsatz der eigenen Demontageplattform bei industriellen Recyclern und Partnern der Automobilindustrie
Erweiterung der eigenen Recyclinganlagen: Erhöhung der Kapazitäten an den Standorten des Unternehmens in Karlsruhe und Luxemburg
US-Markteintritt: Kommerzielle Vorbereitungen und Aufbau strategischer Partnerschaften für einen Rollout in den USA in 2026

Zur weiteren Stärkung seiner strategischen Entwicklung hat R3 Robotics zudem Peter Mohnen, ehemaliger CEO von KUKA, in den Beirat berufen.

„Die automatisierte Demontage auf hohem Komplexitätsniveau stellt eine der schwierigsten Herausforderungen in der Industrie-Robotik dar“, sagt Peter Mohnen, ehemaliger CEO von KUKA und Beiratsmitglied von R3 Robotics. „Der Ansatz von R3 demonstriert die Tiefe der Automatisierungsexpertise, die erforderlich ist, um Variabilität, Sicherheit und Durchsatz im großen Maßstab gleichzeitig zu managen.“

Bildcredits R3 Robotics

Quelle noted

Warum wird Mentoring gerade zum entscheidenden Wettbewerbsfaktor?

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Mentessa Mentoring Lernkultur im Unternehmen Tina Ruseva

Mentessa zeigt, wie Mentoring und Lernkultur Unternehmen dabei helfen, Wissen zu vernetzen und Leistung nachhaltig zu steigern.

Wie würden Sie Mentessa und das Team dahinter vorstellen?

Wir sind die „Mentoringprofis“! Wir helfen Unternehmen dabei, Mentoring als festen Bestandteil einer modernen Lernkultur zu etablieren – als wirksamen Hebel für Leistung und Performance, unterstützt durch unsere Plattform und ein praxiserprobtes Framework.

Welche Motivation stand hinter der Gründung von Mentessa und wie prägt sie Ihre heutige Ausrichtung?

Die Motivation zur Gründung von Mentessa entstand aus einer persönlichen Erfahrung. Nach mehreren Jahren als erfolgreiche Gründerin habe ich bewusst eine Pause eingelegt und fünf Jahre in einem Konzern gearbeitet. Dort hat mich überrascht, wie wenig sich Mitarbeitende untereinander austauschen und voneinander lernen.
Als Gründerin wusste ich jedoch: Genau dieser Austausch ist die Grundlage für Innovation. Und Innovation ist heute eine zentrale Voraussetzung für Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit. Daraus wurde für mich klar, dass Unternehmen eine funktionierende Mentoring- und Lernkultur brauchen.
Die bestehenden Lösungen waren damals stark auf klassische Mentoringprogramme begrenzt. Mentoring wurde als HR-Maßnahme gedacht – nicht als strategische Infrastruktur für Leistung, Lernen und Innovation. Mentessa ist genau aus dieser Lücke heraus entstanden und prägt bis heute unsere Ausrichtung.

Für welche Unternehmen ist Ihre Plattform besonders geeignet und wie unterstützen Sie diese bei Mentoring und Skill-Entwicklung?

Unsere Plattform richtet sich an Unternehmen, die auf Wissensarbeit und Innovation setzen – nicht nur auf Effizienz. Das sind Organisationen mit einer starken HR-Funktion, in denen Mitarbeiterentwicklung, Kompetenzaufbau und Bindung eine zentrale Rolle spielen.
Typischerweise arbeiten dort mehrere Hundert bis mehrere Tausend Mitarbeitende, oft verteilt auf verschiedene Standorte oder räumlich getrennt durch Homeoffice-Modelle. Für diese Unternehmen ist es entscheidend, vorhandenes Wissen besser zu vernetzen, um die Zusammenarbeit zu fördern.

Ihre Lösung steuert Matching, Onboarding und Administration. Wo sehen Sie darin den größten Mehrwert für Ihre Kundinnen und Kunden?

Der größte Mehrwert liegt darin, dass unsere Lösung Lernkultur im Arbeitsalltag verankert – nicht als abstrakter Anspruch, sondern als gelebte Praxis. In einer Zeit permanenter Veränderung ist Lernen zu einem zentralen Faktor für Leistung geworden. Unsere Kundinnen und Kunden erwarten sich davon mehr Performance und Wettbewerbsfähigkeit – und genau das wird möglich, wenn Wissen im Unternehmen gezielt vernetzt wird.
Gleichzeitig profitieren die Mitarbeitenden: Der Wissensaustausch wird einfacher, Zusammenarbeit selbstverständlicher und Expertise sichtbarer. Menschen erleben, dass ihr Wissen gebraucht wird und Wirkung entfaltet. Das steigert Produktivität ebenso wie Engagement und Bindung. Gerade angesichts der Geschwindigkeit heutiger Veränderungen ist soziales Lernen wirksamer als klassische Weiterbildungsformate – Mentoring wird so zu einem zentralen Hebel für Skill-Entwicklung und Performance.

Welche Herausforderungen begegnen Ihnen bei der Einführung von Mentoring- und Learning-Programmen in Organisationen und wie gehen Sie damit um?

Die größte Herausforderung ist nicht die Technologie, sondern die Unternehmenskultur. Gerade beim Teilen von Wissen und in der teamübergreifenden Zusammenarbeit gibt es noch Vorbehalte aus der alten Arbeitswelt.
Deshalb reicht es nicht, einfach ein Tool einzuführen. Mentoring braucht klare Modelle und Begleitung. Genau hier setzt unser Framework an: Es verbindet Technologie mit Change-Expertise und verankert Mentoring als Hebel für eine Lernkultur.

Was macht Mentessa einzigartig im Vergleich zu anderen Tools für Mentoring und Peer-Learning?

Unsere Plattform ist mehrfach wegen ihrer Nutzerfreundlichkeit ausgezeichnet, weil sie für Mitarbeitende intuitiv nutzbar ist und Zusammenarbeit im Alltag effizient unterstützt.
Dafür basiert unsere Lösung auf vier Prinzipien: Synergien, Offenheit, Fairness und Technologie. Dadurch kann Mentoring mehr sein als ein Programm. Neben klassischen Mentoringformaten lassen sich auch moderne, niedrigschwellige Ansätze organisieren – von Hospitationen bis zu Peer-Formaten. So wird Mentoring breiter zugänglich und im Alltag wirksam.

Viele Unternehmen wollen Wissen sichtbarer machen. Wie hilft Mentessa konkret dabei, versteckte Kompetenzen im Unternehmen zu erkennen und zu nutzen?

Drei Dinge sind für uns zentral. Erstens geben wir Menschen einen echten Anreiz, ihre Kompetenzen zu teilen – etwa, indem sie hierfür gezielt konsultiert werden können.
Zweitens verstehen wir Kompetenzen nicht als etwas, das man einmal gelernt hat, sondern als etwas, das man tut. Wer regelmäßig Kolleginnen und Kollegen zu einem Thema berät, baut diese Kompetenz real auf – mehr, als wenn sie nur im Profil steht.
Drittens unterstützen wir das mit einem KI-Agenten, der über kurze Challenges kontinuierlich nach Skills fragt. So entsteht ein lebendiges, aktuelles Bild von Fähigkeiten – denn diese ändern sich auch stetig.

Wie entwickeln Sie Ihr Produkt weiter und welche neuen Funktionen oder Schwerpunkte stehen in Zukunft auf Ihrer Roadmap?

Mentessa entwickeln wir kontinuierlich weiter. Künftig geht es dabei nicht nur um das Matching von Menschen, sondern auch um das Matching von Jobs und Inhalten, sodass Lernen, Zusammenarbeit und Entwicklung enger miteinander verbunden werden.
Dafür haben wir einen „Mentor bei der Arbeit“ in Produktion, der personalisierte Impulse zur Weiterentwicklung gibt. So wird es erstmals möglich, Mitarbeitende individuell zu fördern – kontinuierlich und eingebettet in den Arbeitsalltag.

Wie verändert sich die Arbeitswelt aus Ihrer Sicht und welche Rolle wird Mentessa in diesen Entwicklungen spielen?

Lernen ist heute schon das neue Arbeiten (Artikel anbei). Mentessa deswegen zentrale Infrastruktur der modernen Orgganisation.

Was bedeutet es für euch, dass Mentessa Teil des de:hub Netzwerks ist und welche Vorteile ergeben sich daraus für eure Weiterentwicklung?

Wir haben vielfach profitiert: von Vernetzung, Sichtbarkeit, von den Messeangeboten. Ob auf dem Web Summit zu sprechen, politische Entscheider zu treffen oder sich ganz unkompliziert mit anderen Gründerinnen und Gründern auszutauschen – das de:hub Netzwerk eröffnet viele wertvolle Begegnungen.

Würden Sie anderen Gründerinnen und Gründern empfehlen, ihr Startup ebenfalls im Umfeld des de:hub anzusiedeln und welche Erfahrungen haben Sie selbst gemacht?

Das versteht sich von selbst! Denn auch für Startups ist Vernetzung und Wissensaustausch der Schlüssel für Innovationen.

Welche drei Ratschläge würden Sie Gründerinnen und Gründern mitgeben, die heute im Bereich People Development oder Future of Work starten möchten?

Ich gebe einen, aber den wichtigsten: Auch wenn unsere Herzen als Informatikerinnen, Ingenieure oder Forscher für Technologie schlagen und wir neuen Entwicklungen mit Neugier nacheifern – Projekte im Bereich People sind nie nur Tech-Projekte, sondern eben People-Projekte.
Beispiel: Wir setzen bei Mentessa bereits seit 2019 auf KI. Trotzdem hören wir nie, dass die Matches besonders schnell oder besonders smart waren. Wofür wir als Lob ernten, sind die Begegnungen: Menschen, die sich sonst nie getroffen hätten. Perspektiven, die sich verändert haben. Haltungen, die gewachsen sind.
Je stärker Arbeit und Personalarbeit von Technologie geprägt werden, desto wichtiger werden genau diese weichen Faktoren – Vertrauen, Offenheit und echte Verbindung. Das gilt im Inneren von Organisationen genauso wie in der Zusammenarbeit mit Kundinnen und Kunden.

Bild@ Mentessa GmbH

Wir bedanken uns bei Dr. Tina Ruseva für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Investment unterstreicht das Potenzial dieses HealthTech-Startups

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Gardia Series-A-Finanzierung für mobiles Notrufsystem Michael Hummels und Marlon Besuch

8,5 Millionen Euro Series-A-Finanzierung: HealthTech-Startup Gardia skaliert mobiles Notrufsystem für Senioren

Gardia schließt eine Series-A-Finanzierungsrunde ab, angeführt von Peak, mit Beteiligung von amberra und butterfly & elephant sowie bestehenden Investoren und Business Angels.
Das mobile Notrufsystem von Gardia erkennt Stürze automatisch und funktioniert ohne Smartphone. Damit begegnet es einem der größten Gesundheitsrisiken für Senioren.
Das Kapital fließt in Wachstum und Skalierung im DACH-Raum sowie in den Ausbau des B2B-Geschäfts.

Das HealthTech-Startup Gardia hat erfolgreich eine Series-A-Finanzierungsrunde in Höhe von 8,5 Millionen Euro für sein mobiles Notrufsystem abgeschlossen. Die Runde wird vom europäischen Venture-Capital-Investor Peak angeführt, mit Beteiligung von amberra, dem Corporate Venturing Studio der genossenschaftlichen FinanzGruppe sowie butterfly & elephant, der Accelerator von GS1 Germany. Auch die bestehenden Investoren BONVENTURE, Dieter von Holtzbrinck Ventures (DvH Ventures) und Beurer sowie Business Angels beteiligen sich erneut.

Notruf neu gedacht: mobil, alltagstauglich und ohne Stigmatisierung

Gardia hat ein mobiles Notrufsystem entwickelt, das speziell auf die Bedürfnisse von Senioren zugeschnitten ist. Kern der Lösung ist ein Notrufarmband mit automatischer Sturzerkennung, das sowohl zu Hause als auch unterwegs funktioniert, unabhängig von einem Smartphone. Hardware, Software, App und KI-Algorithmus stammen vollständig aus eigener Entwicklung.
„Zuverlässige Sturzerkennung erfordert eine technologisch hochkomplexe und präzise Entwicklung“, sagt Marlon Besuch, Mitgründer und CEO von Gardia. „Gleichzeitig sehen wir, dass viele bestehende Notrufsysteme im Alltag nicht genutzt werden, weil sie stigmatisierend wirken oder zu kompliziert sind. Unser Anspruch war es daher, eine technisch exzellente Lösung zu entwickeln, die Menschen gerne tragen und die im Ernstfall verlässlich hilft.“

Gardia hat im DACH-Raum eine fünfstellige Zahl aktiver Nutzer erreicht und eine führende Position im Markt für mobile Notrufsysteme aufgebaut. Treiber des Wachstums sind die hohe Nutzerbindung sowie die vollständige Erstattungsfähigkeit durch deutsche Krankenkassen.

„Gardia adressiert ein wachsendes gesellschaftliches Problem mit einem Produkt, das zuverlässig funktioniert und im Alltag akzeptiert wird“, sagt David Zwagemaker, Partner bei Peak. „Überzeugt hat uns, dass Gardia Technologie, Design und Nutzerakzeptanz von Beginn an zusammendenkt und damit eine skalierbare Lösung schafft, die Senioren ein sicheres und selbstbestimmtes Leben ermöglicht.“

Demografischer Wandel verschärft Versorgungslücke im Alter

Der demografische Wandel führt zu einem steigenden Bedarf an entsprechenden Lösungen. In der EU wird die Zahl der Menschen über 65 Jahren in den nächsten zehn Jahren von heute 97 Millionen auf über 110 Millionen steigen. In Deutschland, wo 96 Prozent der Senioren in privaten Haushalten leben, spitzt sich der Fachkräftemangel in der Pflege weiter zu.

Jährlich ereignen sich etwa 5,7 Millionen Stürze bei Senioren über 65 Jahren, wobei viele nicht selbstständig aufstehen oder Hilfe rufen können. Verzögerte Hilfe erhöht das Risiko für schwere Folgeschäden und Pflegebedürftigkeit. Ein verlässliches Sicherheitsnetz für selbstständig lebende Menschen wird entscheidend sein, um das Gesundheitssystem zu entlasten.

Starke Partnerschaften und klare Ausbaupläne

Mit dem Kapital aus der Series-A plant Gardia im DACH-Raum weiter zu wachsen, international zu expandieren und sein B2B-Geschäft im Pflege- und Gesundheitssektor auszubauen. Das Wachstum wird durch eine Partnerschaft mit Bosch gestützt, die eine maßgeschneiderte 24/7-Notrufbetreuung durch geschulte Fachkräfte sicherstellt. Diese bearbeiten Notfälle nach individuell definierten Prozessen, einschließlich klarer Eskalations- und Kontaktketten.

Durch die Zusammenarbeit mit Beurer, einem international führenden Unternehmen für Produkte rund um einen gesunden Lebensstil mit einem Distributionsnetz in mehr als 100 Ländern, ist Gardia zudem über etablierte Online- und stationäre Vertriebskanäle verfügbar und damit in vertrauten Einkaufsumfeldern für Familien präsent. Parallel arbeitet das Unternehmen an der nächsten Generation seines Notrufsystems.

Bild Michael Hummels und Marlon Besuch

Quelle STUDIO GHOST

Pitch perfect? Wirkung entscheidet, nicht PowerPoint

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Gründerinnen und Gründer überzeugen Investoren mit Präsenz Laura Wällnitz Fotografin Kerstin Bergmann

Warum bei Investoren nicht die Folien, sondern Gründerinnen und Gründer selbst überzeugen – mit Stimme, Haltung und Präsenz

Pitches sind Prüfungen auf offener Bühne. Ob vor Investorinnen und Investoren, auf Kongressen, bei Förderinstitutionen oder Bankgesprächen: In diesen Momenten entscheidet sich, ob aus einer Idee ein Geschäftsmodell mit Zukunft wird. Und auch wenn Businesspläne, Marktanalysen und überzeugende Decks unverzichtbar sind: der alles entscheidende Faktor bleibt der persönliche Auftritt.

Denn die zentrale Frage, die sich jedes Gegenüber stellt, lautet selten: Ist das Produkt vollständig durchdacht? Sondern: Traue ich dieser Gründerin, diesem Gründer zu, das durchzuziehen?

Diese Einschätzung erfolgt meist nicht über Zahlen oder Folien, sondern über Wirkung. Und die zeigt sich in Stimme, Körpersprache, innerer Klarheit. Kurz: in Präsenz.

Der Moment vor dem Mikro

Viele Gründerinnen und Gründer investieren Wochen in ihre Unterlagen, feilen an Formulierungen, polieren Zahlen und Abläufe. Was jedoch häufig zu kurz kommt: die Vorbereitung auf die eigene Wirkung. Wie jemand den Raum betritt, sich auf die Bühne stellt, spricht, atmet – all das sendet Botschaften, noch bevor der erste Satz gefallen ist.

Gerade in Panels oder One-on-One-Gesprächen entsteht der erste Eindruck nicht durch Inhalt, sondern durch Haltung. Wer gehetzt auftritt, unruhig wirkt oder den Blick senkt, wird unbewusst als unsicher wahrgenommen, unabhängig von der Qualität der Idee.

Stimme schlägt Skript

Die Stimme verrät in Sekundenbruchteilen, ob jemand innerlich gefestigt oder angespannt ist. In Stresssituationen rutscht sie oft nach oben, wird schneller, gepresster. Das klingt nervös, selbst wenn der Inhalt sitzt.

Gründerinnen und Gründer, die ihre Atmung bewusst einsetzen, in ihrem natürlichen Sprechtempo bleiben und sich Pausen erlauben, strahlen dagegen Ruhe und Souveränität aus. Nicht Lautstärke zählt, sondern Klarheit. Eine ruhige Stimme mit klarer Botschaft wirkt überzeugender als jede PowerPoint.

Wer wirkt, bleibt im Gedächtnis

Bei Kongressen oder Pitch-Wettbewerben zählt nicht nur das Geschäftsmodell. Wenn zehn Startups nacheinander präsentieren, verschwimmen oft die Inhalte. Was bleibt, ist der Eindruck der Person: War sie klar? Überzeugt? Führungsstark?

Gründerinnen und Gründer, die präsent auftreten, wirken nachhaltiger. Sie sprechen nicht lauter, aber deutlicher. Sie präsentieren nicht nur Daten, sondern stehen für eine Haltung. Präsenz bedeutet, sich nicht hinter den Slides zu verstecken, sondern sichtbar zu werden. Mit Blickkontakt, Stimme, Ruhe.

Der Pitch ist immer auch ein Persönlichkeitstest

Kapitalgeberinnen, Banken oder Förderinstitutionen bewerten nicht nur Ideen, sondern Persönlichkeiten. Die Frage lautet oft: Wie reagiert diese Person auf Druck? Bleibt sie ruhig bei Rückfragen? Strahlt sie Führung aus?

Wer in Pitchsituationen hektisch wird, schnell ins Rechtfertigen gerät oder auf Fragen unsicher reagiert, signalisiert unbewusst: Ich bin nicht stabil. Wer hingegen Rückfragen annimmt, ruhig antwortet und auch in kritischen Momenten seine Stimme behält, wirkt belastbar. Das schafft Vertrauen. Micht weil alles perfekt ist, sondern weil innere Standfestigkeit spürbar wird.

Fazit: Die beste Idee braucht Präsenz

Wirkung in Pitches ist kein Zufallsprodukt, sondern ein strategischer Faktor. Gründerinnen und Gründer, die lernen, sich selbst genauso gut vorzubereiten wie ihre Unterlagen, sind im Vorteil. Denn was am Ende überzeugt, ist nicht nur der Plan, sondern der Mensch, der ihn trägt.

Wer sichtbar wirkt, wird gehört. Wer gehört wird, bekommt Kapital. Und wer Kapital will, sollte nicht nur an seinem Geschäftsmodell arbeiten, sondern an der eigenen Präsenz.

Bild Laura Wällnitz Fotografin/Bildcredits Kerstin Bergmann

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Ehemalige Stripe-Manager skalieren Identitätsplattform

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Duna skaliert KI-gestützte Identitätsplattform Duna Founders Duco van Lanschot und David Schreiber

Duna sichert sich €30 Mio zur Skalierung seiner KI-gestützten B2B-Identitätsplattform

Das deutsch-niederländische Fintech Duna gibt heute den erfolgreichen Abschluss seiner Series-A-Finanzierungsrunde in Höhe von 30 Millionen Euro bekannt. Die Runde wird von CapitalG, dem unabhängigen Wachstumskapitalfonds von Alphabet, angeführt. Auch Bestandsinvestoren wie Index Ventures, Puzzle Ventures sowie Frank Slootman, Chairman von Snowflake, beteiligten sich erneut.

Duna wurde 2023 von Duco van Lanschot und David Schreiber gegründet, zwei ehemaligen Führungskräften von Stripe. Van Lanschot verantwortete drei Jahre lang das Geschäft in Benelux und der DACH-Region. Schreiber leitete unter anderem die größte Geschäftseinheit des Unternehmens mit Fokus auf die Zahlungsinfrastruktur. Im Mai 2025 hatte Duna bereits eine Seed-Runde in Höhe von €10,7 Mio. unter der Leitung von Index Ventures abgeschlossen. Mit dem neuen Kapital erhöht sich das gesamte Finanzierungsvolumen auf über €40 Mio.

Digitale Identitäten für Unternehmen – schneller, sicherer, global

Dunas Ziel ist es, eine digitale Vertrauensinfrastruktur für die Identifizierung, Prüfung und Freigabe von Unternehmen zu etablieren – in Form eines „digitalen Reisepasses“. Daraus entsteht langfristig ein Netzwerk, über das geprüfte Identitätsdaten zwischen Unternehmen geteilt und für One-Click-Onboarding genutzt werden können. Die KI-native Plattform wird bereits von großen Banken, Fintechs und Finanzinstitutionen eingesetzt. Zu den Kunden zählen unter anderem Plaid, CCV (Fiserv), Moss, Bol und die SVEA Bank. Diese berichten von einer durchschnittlich 10,6-fach schnelleren Kunden-Onboarding-Zeit und einem gesamtheitlichen 4,8-fachen Produktivitätsgewinn.

Automatisierung statt Kostenfalle: Compliance als Wachstumstreiber

Laut Mitgründer Duco van Lanschot verursachen Identitätsprüfung und Compliance heute bis zu 20 % der Gesamtkosten bei Banken – ein immenser Posten, der durch manuelle und veraltete Systeme nicht nur teuer, sondern auch riskant ist. Milliardenverluste durch Betrug, hohe regulatorische Strafen und Friktion beim Kundenzugang sind die Folge. „Das macht Identität zu einem idealen Anwendungsfall für KI-gesteuerte Automatisierung“, so Van Lanschot.

Das frische Kapital soll in den Ausbau der Plattform für Unternehmenskunden fließen. Duna plant, seine KI-Lösungen weiterzuentwickeln, dabei höchste Auditierbarkeit zu gewährleisten und die regulatorischen Anforderungen großer Finanzinstitutionen einzuhalten. Die Vision: Eine universelle, sichere Identitätslösung für die digitale Wirtschaft – mit einem Klick.

„One-Click“-Identität: Die Zukunft der B2B-Onboarding-Prozesse

Alex Nichols, General Partner bei CapitalG und früherer Investor bei Stripe, kommentiert: „Duna baut die fehlende Identitätsschicht des Internets. Heute beginnt jede neue Geschäftsbeziehung mit einem umständlichen und fehleranfälligen Dokumentenprozess – ein versteckter Kostenfaktor für die gesamte B2B-Wirtschaft. Duco und David sind die idealen Gründer, um dieses Problem zu lösen. Sie bringen tiefes Marktverständnis und die Führungsstärke mit, um eine kulturstarke, technikgetriebene Organisation aufzubauen.“

Bild Duna Gründer @ Duna

Quelle COHORT GmbH

Millioneninvestment für Münchner Energie-Startup

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TWAICE erhält Millionenfinanzierung für Batterieanalytik TWAICE CEO Dr Stephan Rohr

Vorausschauende Batterieanalytik für schnellere Energiewende

Europäische Investitionsbank investiert 24 Millionen Euro in TWAICE

TWAICE, ein führender Anbieter von Batteriespeicheranalytik, hat sich eine Finanzierung in Höhe von 24 Millionen Euro von der Europäischen Investitionsbank (EIB) in Form eines langfristigen Darlehens und unterstützt durch das InvestEU-Programm gesichert. Die Finanzierung soll das Wachstum von TWAICE beschleunigen.

Wachsende Nachfrage nach prädiktiver Batterieanalytik

Die fortschreitende Elektrifizierung treibt die Märkte für Batteriespeichersysteme (BESS) und Elektrofahrzeuge (EV) stark voran und damit auch die Nachfrage nach prädiktiver Analytik und fundierter Batterie-Expertise. Mithilfe prädiktiver Analytik können Batterieentwickler Degradation frühzeitig erkennen, die Leistung optimieren und die Lebensdauer verlängern, was für zuverlässige, sichere und kosteneffiziente elektrische Speicherlösungen entscheidend ist. Durch die Auswertung umfangreicher Echtzeit- und historischer Daten werden Innovationen in den Bereichen Zelldesign, Steuerungssoftware und Ressourcennutzung beschleunigt, sodass bessere Batterien schneller und zu niedrigeren Gesamtbetriebskosten auf den Markt gebracht werden können.

EIB-Finanzierung als Wachstumstreiber für TWAICE

Ein Bild, das Kleidung, Person, Im Haus, Wand enthält.
KI-generierte Inhalte können fehlerhaft sein.

„Die langfristige Finanzierung durch die EIB hilft uns, unser Wachstum, das wir bereits sehen, weiter zu beschleunigen“, sagt Dr. Stephan Rohr, Co-CEO von TWAICE, und führt fort: „Wenn Speicherbetreiber ihre Flotten vergrößern, benötigen sie einen Betrieb, der genauso mitwächst. Auf Basis tiefer Batterie-Expertise unterstützen wir Teams dabei, Performance und Profitabilität zu steigern, bei deutlich weniger manuellem Aufwand.“

Batterien als Schlüssel für Europas Energiezukunft

„Batterien sind das Herzstück von Europas umweltfreundlicher Energiezukunft. Sie treiben die Elektromobilität an, stabilisieren die Netze mit erneuerbarer Energie und machen unsere Versorgungsnetze widerstandsfähiger. Mit der Unterstützung von TWAICE stärken wir nicht nur die technologische Führungsrolle Europas in der modernen Batterieanalytik, sondern fördern auch Innovationen, die eine intelligentere und effizientere Nutzung umweltfreundlicher Energie in der gesamten Wirtschaft ermöglichen. Diese Investition ist Teil des umfassenderen Engagements der EIB, bahnbrechende Technologien zu beschleunigen, die die Dekarbonisierung vorantreiben, die Energieunabhängigkeit stärken und dazu beitragen, hochleistungsfähige Batterielösungen in Europa und weltweit zu verbreiten“, so Nicola Beer, Vizepräsidentin der Europäischen Investitionsbank.

Operative Herausforderungen im BESS-Betrieb

Mit dem steigenden Anteil von Solar- und Windenergie wächst der Bedarf an Batteriespeichern. Doch mit dieser Entwicklung entstehen neue operative Herausforderungen: Teams müssen mehr Anlagen mit gleichbleibenden Ressourcen betreiben und dabei Sicherheit, Verfügbarkeit und Erträge absichern. Laut den Ergebnissen der neuen TWAICE-Umfrage unter BESS-Profis erleben 45 % der Betreiber mindestens einmal im Monat unerwartete Probleme vor Ort. TWAICE unterstützt Betreiber daher mit betriebstauglicher Analytik für Echtzeitentscheidungen, vorausschauender Wartung und die Automatisierung von Arbeitsabläufen.

Zusammenarbeit mit Batterieherstellern und EV-OEMs

Neben dem BESS-Geschäft arbeitet der Geschäftsbereich TWAICE Battery Experts eng mit führenden Batterieunternehmen und EV-OEMs zusammen. Unternehmen binden Batterieinformationen in ihre Produkte ein, von der Analyse auf Zellebene bis zu Leistungskennzahlen während des Betriebs.

Skalierung des internationalen Geschäfts

Die EIB-Finanzierung unterstützt TWAICE dabei, die Produktentwicklung zu beschleunigen und den internationalen Kundenstamm auszubauen. Betreiber wollen zunehmend weg von reaktiver Fehlerbehebung hin zu einem proaktiven, datengetriebenen Betrieb. Das BESS-Geschäft von TWAICE hat sich im Jahr 2025 fast verdreifacht, ein deutliches Zeichen für die wachsende Nachfrage nach operativen Lösungen, mit denen Betreiber ihre Flotten sicher und effizient skalieren können. Für BESS-Betreiber zeigt sich der Nutzen in der verfügbaren Speicherleistung und der Arbeitsbelastung. Durchschnittlich konnten Kunden mithilfe von TWAICE ihre verfügbare Speicherleistung um 5 % verbessern. Gleichzeitig sorgen automatisierte Reports und Arbeitsabläufe für 80–90 % weniger Analysezeit pro Anlage.

Bild TWAICE Co-CEO Dr. Stephan Rohr @TWAICE

Quelle PR13

Wie kann unser Umgang mit Lebensmitteln im Alltag bewusster werden?

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Seal it! Lebensmittel Nachhaltigkeit im Alltag Teambild

Seal it! entwickelt nachhaltige Küchengeräte, mit denen Lebensmittel länger frisch bleiben und bewusster genutzt werden können

Was ist Seal it! und wer sind die Menschen hinter dem Startup?

Seal it! ist ein Online-Shop für innovative, nachhaltige Küchengeräte, den ich im Herbst 2024 gemeinsam mit zwei guten Freunden gegründet habe. Wir entwickeln Geräte, die praktisch, klein und hochqualitativ sind und als durchdachtes Ökosystem zusammenpassen, statt ein zufälliges Sammelsurium an Küchengeräten zu sein.

Wie ist die Idee entstanden, mit Seal it! eine Lösung gegen Lebensmittelverschwendung zu entwickeln?

Die Idee ist während einer gemeinsamen Höhlenexpedition in Vietnam entstanden, wo wir fünf Tage ohne Tageslicht und Internet viel Zeit zum Nachdenken hatten. Dort wurde der Wunsch konkret, zusammen ein Unternehmen zu gründen, und kurz danach haben wir erkannt, wie viel Spielraum es bei Küchengeräten für echte Verbesserungen gibt. Das war der Grundstein für Seal it! und unseren Fokus auf weniger Lebensmittelverschwendung.

Welche persönliche Motivation treibt euch an, Frische und Nachhaltigkeit im Haushalt neu zu denken?

Uns treibt vor allem Nachhaltigkeit an, weil wir Lebensmittel länger genießbar machen möchten, statt sie wegzuwerfen. Unsere Produkte sollen Frische alltagstauglich verlängern und damit bewusstes Konsumverhalten erleichtern, und zusätzlich spenden wir pro Bestellung für die Säuberung der Weltmeere und konnten so bereits über 500.000 m² Meeresfläche mitreinigen.

An wen richtet sich Seal it! konkret und welche Probleme im Küchenalltag wollt ihr damit lösen?

sealit.shop richtet sich im Grunde an sehr viele Haushalte, weil die Einsatzgebiete breit sind und sich an unterschiedliche Lebenssituationen anpassen. Wir lösen typische Küchenprobleme wie zu kurze Haltbarkeit, unpraktische Aufbewahrung, Platzmangel und unnötigen Verpackungsmüll. Vom Aufbewahren geöffneter Babynahrung über Pflanzenmilch im Kühlschrank bis hin zur trockenen Lagerung von Ernte aus dem Garten.

Wie sorgt euer Vakuumierkonzept dafür, dass Lebensmittel länger haltbar bleiben und einfacher aufbewahrt werden?

Unser Konzept funktioniert, indem der Sauerstoff aus dem Glas entfernt wird, wodurch Oxidation deutlich reduziert wird und Lebensmittel länger frisch bleiben. Gleichzeitig entsteht eine sehr trockene Umgebung im Glas, was besonders bei Trockenlagerung hilft, und durch die Aufbewahrung im Glas wird das Handling im Alltag einfacher und ordentlicher.

Was unterscheidet Seal it! von klassischen Aufbewahrungslösungen oder anderen Vakuumierprodukten am Markt?

Der größte Unterschied ist, dass wir im Glas vakuumieren statt in Plastikbeuteln, was mehrere praktische Vorteile bringt. Es geht schneller, weil keine Beutel vorbereitet werden müssen, es ist wiederverwendbar, flüssige Lebensmittel wie Suppen lassen sich problemlos vakuumieren, und das System ist insgesamt platzsparender und nachhaltiger als viele klassische Vakuumierlösungen.

Welche Rolle spielen Nachhaltigkeit und bewusster Konsum in eurer Produktentwicklung?

Nachhaltigkeit ist bei uns kein Zusatz, sondern das zentrale Kriterium bei jeder Produktentscheidung. Wir entwickeln Produkte so, dass sie wiederverwendbar sind, Abfall reduzieren und in ein stimmiges Ökosystem passen. Aktuell arbeiten wir an Adaptern und Deckeln, damit möglichst viele Gläser – auch die, die Kundinnen und Kunden bereits zuhause haben – mit dem EcoSeal Pro kompatibel werden.

seal it! produktbild gruppe Seal it! Lebensmittel Nachhaltigkeit im Alltag

Mit welchen Herausforderungen seid ihr als Startup bisher konfrontiert gewesen und wie geht Seal it! damit um?

Am Anfang hatten wir typische Startup-Hürden wie wenig Startkapital, wenig Branchenerfahrung und viele rechtliche Anforderungen. Weil wir von Buchhaltung über Produktentwicklung und IT bis Marketing vieles selbst gemacht haben, sind Fehler passiert, die auch Geld gekostet haben, aber genau dadurch war die Lernkurve extrem steil und wir konnten Prozesse schnell verbessern und professionalisieren.

Wie wollt ihr eure Vision in den kommenden Jahren weiter vorantreiben und welche Entwicklungen sind geplant?

Wir wollen unser Ökosystem konsequent ausbauen und weitere Geräte entwickeln, die zu den bestehenden Produkten passen und echte Probleme im Alltag lösen. Als nächster großer Schritt kommt der Yog it! ab Ende März. Ein moderner Inkubator, der mit unseren Gläsern kompatibel ist und mit Starterkulturen mit nur rund zwei Minuten Vorbereitung eigen erzeugtes Joghurt ermöglicht.

Welche Rückmeldungen aus eurer Community haben euch bislang besonders geprägt?

Besonders geprägt hat uns, wie stark Kundinnen und Kunden unseren Support hervorheben und wie sehr das die gesamte Kauf-Experience verbessert. Dieses Feedback bestätigt uns darin, bewusst Zeit und Budget in Kundensupport zu investieren, weil Vertrauen, Hilfe bei Fragen und ein gutes Gefühl nach dem Kauf langfristig den größten Unterschied machen.

Welche drei Ratschläge würdet ihr Gründerinnen und Gründern geben, die ein nachhaltiges Produkt auf den Markt bringen möchten?

Erstens sollte man Kundinnen und Kunden nicht als Einmalkäufer betrachten, denn die Zeit nach dem Kauf entscheidet, ob Menschen weiterempfehlen und eine Marke wachsen kann. Zweitens muss man Steuern und Cashflow sehr genau steuern, weil gerade die Umsatzsteuer bei starkem Wachstum schnell zu gefährlichen Zahlungslücken führen kann. Drittens lohnt es sich, am Anfang möglichst viel selbst zu machen, weil man so in jedem Bereich Grundverständnis aufbaut, das später bei Hiring, Outsourcing und strategischen Entscheidungen enorm hilft.

Bildcredits: @privat

Wir bedanken uns bei Philip Jeschek für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder


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Warum bleibt effiziente Dämmung die Ausnahme?

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V21 Dämmung Edelstahl für energieeffiziente Gebäude Teambild

Wie ist V21 entstanden und welche Rollen übernehmen Roland Wiedenroth und Dr. Jens Struckmeier heute im Unternehmen?

V21 wurde 2019 in Hamburg gegründet – aus der Vision, die Dämmstoffindustrie grundlegend zu verändern. Roland Wiedenroth ist Co-Founder und CEO und verantwortet Strategie, Finanzierung und Markteintritt. Dr. Jens Struckmeier ist Co-Founder und CIO und treibt Technologie-Strategie, Innovation und IP voran.

Was war der konkrete Auslöser, sich bei V21 mit dem Thema Dämmung neu auseinanderzusetzen?

Die initiale Idee vor der Gründung von V21 war es, eine Wärmedämmung mit Hilfe sehr dünnwandiger evakuierter Glasröhrchen herzustellen. Grundlage dafür war ein Patent, in dessen Kern der Verbund vieler kleiner Thermoskannen stand. Die große Herausforderung war zu diesem Zeitpunkt jedoch die Skalierung der Produktion. Doch diese Vorarbeit hat den Grundstein für die Technologie der „flachen Thermoskanne“ von heute gelegt.
Diese Lösung adressiert ein klares Marktversagen: Es gibt bis heute kein Material, das hohe Dämmleistung, Robustheit, lange Lebensdauer und Kreislauffähigkeit vereint – obwohl Europa jährlich über 110 Milliarden Euro durch unzureichend gedämmte Gebäude verliert.

Welche Vision verfolgt V21 mit der Edelstahl-Vakuumdämmung und welches Problem soll damit langfristig gelöst werden?

Wir haben die Thermoskanne flach gemacht und bringen sie an die Wand: V21 entwickelt die weltweit erste dauerhaft stabile, kreislauffähige Hochleistungsdämmung aus Edelstahl. Langfristig wollen wir Energieverluste und CO₂-Emissionen dort reduzieren, wo sie besonders relevant sind: in Gebäuden, Logistik und Speicherinfrastruktur – als Baustein zur Erreichung globaler Klimaziele.

Für welche Zielgruppen ist die Lösung von V21 besonders relevant, etwa in der Sanierung, Logistik oder E-Mobilität?

Im Fokus stehen B2B-Anwender, für die Platz, Energieeffizienz und CO₂-Kosten entscheidend sind:
Modularer Gebäudebau (Wohn-, Büro-, Schulmodule)
Sanierung von Bestandsgebäuden, insbesondere Vorhangfassaden
Im nächsten Schritt folgen Kühlcontainer-Logistik, saisonale Wärmespeicher und Batterietechnik für E-Fahrzeuge – langfristig auch der traditionelle Neubau.
Ein weiteres sehr spannendes Feld sind Brandschutzanwendungen, hier haben wir durch unser Basismaterial bereits einen entscheidenden Vorteil.

Wie stellen Sie sicher, dass die Bedürfnisse dieser Anwender in sehr unterschiedlichen Einsatzfeldern erfüllt werden?

Wir starten bewusst in Märkten mit hohem Standardisierungsgrad und festgelegten Modulgrößen – das erleichtert Skalierung und Produkt-Fit. Gleichzeitig arbeiten wir eng mit Partnern und Pilotkunden zusammen und entwickeln Produktlinien, die auf derselben Kerntechnologie basieren.

Was unterscheidet die Dämmtechnik von V21 fundamental von bestehenden Lösungen am Markt?

ZeroCoreVac kombiniert Eigenschaften, die sonst nicht zusammengehen:
Ultradünn: ca. 3 cm statt 30 cm bei gleicher Dämmwirkung
Hocheffizient: bis zu 60 % Energieeinsparung
Langlebig: 50+ Jahre, extrem robust, nicht brennbar
Zirkulär: wiederverwendbar und vollständig recycelbar
Dazu kommt: Edelstahl macht die Paneele sehr mechanisch belastbar und wetterbeständig – eine Kombination, die bisher kein anderer Dämmstoff erreicht.

Welche Herausforderungen gab es bei der Entwicklung der flachen Vakuumdämmung ohne Stützstruktur?

Die Herausforderung lag darin, ein dauerhaft stabiles Hochvakuum in einer flachen Bauform industriell herstellbar zu machen – mit dauerhaft dichter Hülle, hoher Präzision und Serienfähigkeit, ohne die typischen Schwächen klassischer VIPs (Empfindlichkeit, geringe Formate, Alterung).

Welche Rolle spielen Brandschutz, Recyclingfähigkeit und Regulierung für die strategische Ausrichtung von V21?

Eine absolut zentrale Rolle. Regulatorik und steigende Anforderungen (u. a. aus Dekarbonisierung und Gebäudestandards) erhöhen den Druck auf Materialien, die brennbar, fossilbasiert oder schwer recycelbar sind. Edelstahl ist nicht brennbar und voll wiederverwendbar – das ist für uns kein „Nice-to-have“, sondern Kern des Produktdesigns.

Warum hat sich V21 bewusst für Pilotanwendungen wie Fassaden, Container oder Batteriespeicher entschieden?

Weil man dort den Mehrwert sofort sieht: Platzgewinn, Energieeinsparung und Performance. Gerade im modularen Bau und in Vorhangfassaden sind die Anforderungen an Raumausnutzung und Standardisierung hoch – ideal, um Technologie schnell in die Anwendung zu bringen und skalierbar zu machen.

Welche nächsten technologischen oder marktnahen Entwicklungsschritte plant V21 in den kommenden Jahren?

Mit der aktuellen Finanzierungsrunde treiben wir den Sprung von TRL 5 auf TRL 7: Wir realisieren Pilotprojekte, bauen Pilotproduktion und Anwendungspartnerschaften aus – und starten die ersten Lizenzumsätze. Parallel arbeiten wir an weiteren Produktlinien (Reefer, Storage, Flex).

Welche drei Ratschläge würden Sie anderen Gründerinnen und Gründern geben, die an tiefgreifenden Industrieinnovationen arbeiten?

Ein wichtiger Faktor ist es, an die Innovation zu glauben. Es gibt immer mehr Zweifler als Macher. Ohne Resilienz wird es daher nicht funktionieren. Als Gründer sollte eine gut ausgeprägte Leidensfähigkeit mitgebracht werden.
Das Team ist der entscheidende Faktor. Die Idee kann noch so gut sein, ohne die richtigen Leute ist es fast unmöglich, diese erfolgreich umzusetzen.
Rechtzeitig Feedback vom Markt einholen, ohne die IP des Produktes zu verletzen. Anpassungsfähigkeit geht hier über Stolz.

Bild: Teambild @ V21

Wir bedanken uns bei Roland Wiedenroth und Dr. Jens Struckmeier für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Wie starke Brands Trends und Popkultur für Kampagnen nutzen

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Kampagnen Trends Geschwindigkeit als Erfolgsfaktor Heiko Guksch credits Maria schulz

Und warum Geschwindigkeit dabei entscheidend ist

Viele der erfolgreichsten Kampagnen stehen nicht Anfang Januar im Kampagnenkalender.
Sie entstehen nicht aus einem Jahresplan, sondern aus dem Moment heraus.

Plötzlich ist das Internet voll mit einer neuen Serien-Staffel.
Ein virales Video sorgt für Gesprächsstoff.
Ein unerwartetes Ereignis wird zum Meme.

Innerhalb kürzester Zeit greifen Marken diese Themen auf. Kreativ, humorvoll und sichtbar. Sie werden Teil eines Moments, über den ohnehin alle sprechen.

Diese Kampagnen haben eines gemeinsam:
Sie waren vorher nicht geplant.

Sie entstehen aus echten Marktdynamiken. Aus Trends, Hypes und kulturellen Momenten, die spontan Aufmerksamkeit bündeln. Marken, die schnell reagieren, profitieren davon. Marken, die zögern, verpassen den Moment.

Warum Trend- und Kulturmomente so gut funktionieren

Trend- und Kulturmomente funktionieren, weil sie Aufmerksamkeit bereits mitbringen. Menschen beschäftigen sich ohnehin damit. Marken müssen diese Aufmerksamkeit nicht neu erzeugen, sondern klug nutzen.

Popkultur ist dabei ein besonders starker Trigger. Serien, Filme oder virale Bilder schaffen sofort Kontext. Kampagnen müssen weniger erklären. Sie fühlen sich vertraut an und wirken relevanter als klassische Werbebotschaften.

Hinzu kommt ein emotionaler Effekt. Trendthemen sind oft aufgeladen. Sie lösen Freude, Überraschung oder Diskussionen aus. Inhalte werden schneller geteilt. Gespräche entstehen. Reichweite entsteht nicht nur durch Budget, sondern durch Beteiligung.

Erfolgreiche Kampagnen verkaufen in solchen Momenten nicht aggressiv. Sie zahlen auf Wahrnehmung ein. Sie wirken nahbar, humorvoll und kulturell anschlussfähig. Genau das macht sie so wirksam.

Warum viele Teams trotzdem zu langsam reagieren

Trotz dieser Effekte reagieren viele Unternehmen zu spät oder gar nicht. Der Grund ist selten fehlende Kreativität. Meist fehlt Struktur.

Kampagnenplanung ist in vielen Organisationen stark nach innen ausgerichtet. Budgets, Timings und Inhalte werden lange im Voraus festgelegt. Wenn ein Trend sichtbar wird, ist der Plan oft schon voll.

Hinzu kommt Unsicherheit. Trendthemen wirken flüchtig. Viele Teams fragen sich, ob ein Thema relevant genug ist oder zur Marke passt. Diese Diskussionen kosten Zeit. Und Zeit ist bei Trends der entscheidende Faktor.

Ein weiteres Problem ist fehlender Überblick. Trend- und Kulturmomente entstehen nicht an einem Ort. Sie kommen aus Popkultur, Medien, gesellschaftlichen Ereignissen oder saisonalen Effekten. Ohne systematische Beobachtung bleiben sie Zufallsfunde.

Das Ergebnis ist bekannt:
Im Nachhinein heißt es oft: „Hätten wir auch machen können.“

Was erfolgreiche Marken anders machen

Starke Marken akzeptieren, dass nicht jede Kampagne perfekt vorbereitet sein kann. Sie priorisieren Reaktionsfähigkeit. Geschwindigkeit wird zum strategischen Faktor.

Sie beobachten externe Signale kontinuierlich. Sie erkennen, wenn ein Thema Fahrt aufnimmt. Und sie entscheiden schnell, ob und wie sie einsteigen.

Dabei geht es nicht darum, jeden Hype mitzunehmen. Nicht jedes Thema passt zu jeder Marke. Erfolgreiche Teams wählen bewusst aus. Sie prüfen Kontext, Tonalität und Anschlussfähigkeit.

Wichtig ist auch die Art der Umsetzung. Die besten Kampagnen wirken nicht aufgesetzt. Sie greifen Stil, Sprache oder Humor eines Moments auf, ohne sich zu verbiegen. So entstehen Inhalte, die sich organisch anfühlen und nicht wie klassische Werbung.

Wie externe Signale strukturiert nutzbar werden

Damit Trend- und Kulturmomente nicht dem Zufall überlassen bleiben, brauchen Teams klare Prozesse. Aufmerksamkeit allein reicht nicht.

Externe Signale müssen systematisch beobachtet werden. Dazu gehören Trendthemen ebenso wie Events, Feiertage, Ferientage oder saisonale Muster. All diese Faktoren beeinflussen, wann Menschen offen für bestimmte Botschaften sind.

Der nächste Schritt ist die Übersetzung in umsetzbare Kampagnenideen. Ein Trend allein ist noch keine Kampagne. Erst durch die Kombination aus Timing, Incentives und einem passenden thematischen Aufhänger entsteht Relevanz.

Erfolgreiche Teams verankern diesen Prozess in ihrer Planung. Kampagnen werden nicht nur vorbereitet, sondern laufend hinterfragt und angepasst. So entsteht ein Gleichgewicht zwischen Planungssicherheit und Reaktionsfähigkeit.

Warum Geschwindigkeit zum Wettbewerbsvorteil wird

In einer Welt permanenter Reize ist Aufmerksamkeit begrenzt. Wer schnell reagiert, ist sichtbar. Wer zu lange wartet, wird irrelevant.

Geschwindigkeit bedeutet dabei nicht Aktionismus. Sie bedeutet Entscheidungsfähigkeit. Die Fähigkeit, externe Signale einzuordnen und rechtzeitig zu nutzen.

Trends und Popkultur sind kein Ersatz für langfristige Markenarbeit. Aber sie sind ein Verstärker. Sie machen Kampagnen relevanter, menschlicher und anschlussfähiger.

Für Gründer und Marketingverantwortliche ergibt sich daraus eine klare Erkenntnis:
Kampagnenerfolg entsteht nicht nur im Kampagnenplan. Er entsteht im Zusammenspiel mit dem Markt. Wer dieses Zusammenspiel versteht und strukturiert nutzt, verschafft sich einen echten Vorteil.

Bildcredits/Fotografin: Maria Schulz

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Kann Bezahlen wirklich so einfach werden wie eine App?

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Payline macht mobiles Bezahlen mit oneNow einfach Jackie und Tobi

Payline ist ein vollständig mobiles Bezahlsystem, das bargeldlose Zahlungen direkt über das Smartphone ermöglicht und den Zahlungsprozess für Händler:innen einfach, fair und transparent gestaltet. Als Teil des Pioneers Club entwickelt das Team Payline in engem Austausch mit Mentor:innen und Partnern weiter und treibt so den Aufbau einer modernen europäischen Payment-Infrastruktur voran

Wie ist Payline entstanden und wer sind die Menschen hinter der Idee eines vollständig mobilen Bezahlsystems?

Payline ist aus einer einfachen Frage entstanden. Tobi und ich haben uns gefragt, warum Bezahlen in Europa noch immer stark an Bargeld gebunden ist. Während meiner Zeit in China und später in der Schweiz habe ich erlebt, wie selbstverständlich mobiles Bezahlen dort bereits ist.

Daraus entstand unser Anspruch, bargeldlose Zahlungen für jeden einfach, fair und wirklich zugänglich zu machen.

Hinter Payline steht ein junges Team mit Erfahrung in FinTech sowie im Retail und in der Gastronomie. Durch meine Zeit bei luca und die enge Arbeit an POS Prozessen entwickeln wir Payline praxisnah und konsequent aus dem Alltag von Händler:innen und Nutzer:innen heraus.

Welche Vision verfolgen Sie mit Payline und wie möchten Sie den stationären Handel langfristig verändern?

Wir bauen die Grundlage für eine eigene, moderne europäische Payment-Infrastruktur. Ein System, das sich für Nutzer:innen so selbstverständlich anfühlt wie Kartenzahlung, aber wirklich europäisch gedacht ist, also souverän, sicher und fair.

Gleichzeitig ist unsere Vision sehr konkret. Wir möchten, dass die kleine Bäckerei, das Café oder der Marktstand genauso einfach Zahlungen annehmen können wie ein großer Konzern. Heute verlieren viele Händler:innen Zeit und Energie durch komplexe Verträge, intransparente Gebühren und veraltete Systeme.

Für welche Händler:innen ist Payline besonders geeignet und wie erfüllen Sie deren Wunsch nach einfachen und kostengünstigen Zahlungsprozessen?

Payline richtet sich besonders an Händler:innen, die heute oft zu kurz kommen, etwa mit kleinen Warenkörben, geringem Volumen oder schlechten Erfahrungen mit bestehenden Zahlungsanbietern gemacht haben. Viele von ihnen möchten bargeldlose Zahlungen anbieten, scheitern aber an hohen Kosten oder komplizierten Vertragsmodellen.

Genau hier setzen wir an. Payline läuft nativ auf dem Smartphone. Es braucht keine zusätzliche Hardware, keine Gerätmiete und keine Einstiegshürde. Mit unserer mobilen Zahlungsmethode oneNow machen wir den gesamten Zahlungsprozess so einfach und kosteneffizient wie möglich, ohne die Händler:innen in neue Abhängigkeiten zu bringen.

Wie gelingt es Ihnen, eine Lösung ohne Hardware, Grundgebühr und Vertragslaufzeit anzubieten, die trotzdem verlässlich funktioniert?

Wir haben Payline von heute aus gedacht und nutzen mit oneNow direkt die PSD2- und SEPA-Schnittstellen der EU. Dadurch umgehen wir viele Schritte klassischer Kartenzahlungen und können Transaktionen je nach Anwendungsfall bis zu zwanzigmal günstiger abwickeln.

Da Payline vollständig auf dem Smartphone läuft, ist keine zusätzliche Hardware notwendig. Gleichzeitig basiert unsere Infrastruktur auf etablierten europäischen Standards und ist dadurch sicher, stabil und verlässlich.

Was macht Payline einzigartig im Vergleich zu bestehenden bargeldlosen Zahlungssystemen?

Payline ist innovativ, ohne bestehende Gewohnheiten zu brechen. Unsere App kombiniert klassische Kartenzahlungen mit unserer Account-to-Account-Lösung oneNow. Händler:innen können beides anbieten und Kund:innen zahlen so, wie es sich für sie natürlich anfühlt.

Der Übergang passiert dabei ganz bewusst schrittweise. Über unsere Kunden-App mit Funktionen wie Cashback oder einfachen Peer-to-Peer-Zahlungen erleben Nutzer:innen, dass oneNow nicht nur günstiger, sondern auch praktischer ist. Viele wechseln dadurch ganz von selbst.

Diese Verbindung aus Vertrautem und Neuem macht Payline einzigartig. Wir respektieren bestehende Zahlungsgewohnheiten und öffnen gleichzeitig die Tür zur nächsten Generation von Payments.

Mit welchen Herausforderungen waren Sie beim Aufbau von Payline bisher konfrontiert und wie haben Sie diese gemeistert?

Der Payment-Markt ist groß, stark reguliert und komplex. Als junges Startup kann man hier schnell den Überblick verlieren. Uns war deshalb früh klar, dass wir diesen Weg nicht allein gehen. Wir haben uns von Anfang an einen großen deutschen Acquirer sowie mehrere Startups aus der Branche als strategische Partner gesucht.

Wie stellen Sie sicher, dass Zahlungen wirklich sicher bleiben, wenn alles über das Smartphone läuft?

Sicherheit ist für uns kein Feature, sondern die Grundlage von Payline. Entscheidend ist, dass das Geld zu jeder Zeit entweder auf dem Bankkonto der Kund:innen oder der Händler:innen liegt. Wir selbst halten niemals Kundengelder.

Unsere Lösung basiert auf etablierten europäischen Standards wie PSD2 und SEPA, wodurch wir mit über 5.000 EU Banken zusammenarbeiten können. Zusätzlich setzen wir bewusst auf ein europäisches Setup. Unsere Partner, Daten und Server befinden sich in Deutschland. Für uns bedeutet modernes Payment vor allem Transparenz, Sicherheit und Vertrauen.

Welche technologischen Weiterentwicklungen planen Sie für Payline?

Unser Ziel ist es, Payline schrittweise zu einer echten All-in-one-Plattform zu entwickeln, nicht nur fürs Bezahlen, sondern für den gesamten Zahlungs- und Verkaufsprozess.

Künftig wird sich Payline auch nahtlos in bestehende Terminal- und POS-Infrastrukturen integrieren lassen. So können wir perspektivisch auch größere Retail- und Gastro-Betriebe bedienen, ohne dass sie ihre Hardware austauschen müssen.

Darüber hinaus arbeiten wir an Funktionen rund um Loyalty, Cashback, Kundenkommunikation sowie After Sales Themen wie Belege oder Auswertungen. Wichtig ist uns dabei immer, dass jede neue Funktion Arbeit abnimmt und keine neue Komplexität schafft.

Wie möchten Sie das Bezahlen für kleine Läden langfristig attraktiver machen?

Langfristig soll Payline kleinen Läden nicht nur helfen, Zahlungen anzunehmen, sondern sie aktiv dabei unterstützen, mehr Umsatz und Stammkundschaft aufzubauen. Der Schlüssel dafür ist, mehr Kund:innen zu oneNow hinzubewegen, nicht durch Zwang, sondern durch echten Mehrwert.

Welche drei Ratschläge geben Sie anderen Gründerinnen im Zahlungsbereich?

Erstens, holt euch früh starke Partner an Bord. Der Payment-Markt ist hochreguliert und niemand gewinnt ihn allein.

Zweitens, validiert Idee und technisches Konzept, bevor ihr baut. Compliance-Fragen früh zu klären spart enorm viel Zeit.

Drittens, baut extrem nah an echten Nutzerproblemen. Wer Payments wirklich vereinfacht, hat langfristig die größte Chance, relevant zu bleiben.

Welche Rolle spielt der Pioneers Club für Payline?

Der Pioneers Club ist für uns aktuell ein wichtiger Incubator/Accelerator. Besonders wertvoll sind die Mentor:innen aus der Branche und der Zugang zu einem starken Netzwerk aus Expert:innen und Investor:innen, das uns hilft, schneller und fokussierter voranzukommen.

Welche Angebote nutzen Sie dort besonders intensiv?

Vor allem die Mentor:innen und die Events. Der direkte Austausch hilft uns, bessere Entscheidungen zu treffen und unser Netzwerk gezielt auszubauen.

Wie unterstützt Sie das Umfeld im Pioneers Club bei der Weiterentwicklung von Payline?

Die Atmosphäre ist offen, unternehmerisch und sehr praxisnah. Man trifft Menschen, die selbst bauen, skalieren oder investieren. Dadurch werden Gespräche schnell konkret und oft entstehen daraus direkt neue Partnerschaften.

Teambild Bildcredits Payline

Wir bedanken uns bei Jackie Weijie und Cheng Tobias Kuffert für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.


Premium Start-up: Payline

payline logo blue

Kontakt:

Payline GmbH
August-Bebel-Str. 89
D-14482 Potsdam

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https://pos.payline.one/
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Ansprechpartner: Jackie W. Cheng

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