Das JUGEND GRÜNDET Bundesfinale 2026 bringt die besten Nachwuchsgründerinnen und Nachwuchsgründer Deutschlands nach Stuttgart. Nach einem Rekordjahr mit 6.519 Teilnehmenden präsentieren zehn Schülerteams ihre Geschäftsideen auf der Zukunftsideenmesse und kämpfen um den Bundessieg.
Die zehn besten Teams des Wettbewerbsjahres treten am 24. und 25. Juni 2026 beim JUGEND GRÜNDET Bundesfinale 2026 in Stuttgart an. Die Finalteams kommen aus Baden-Württemberg, Bayern, Bremen, Hessen, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen.
Im Schuljahr 2025/26 erreichte JUGEND GRÜNDET einen neuen Höchststand. Insgesamt nahmen 6.519 Schülerinnen und Schüler teil und reichten 1.461 Businesspläne ein.
JUGEND GRÜNDET Bundesfinale 2026 erreicht Rekordniveau
Die Jugendlichen wollen Öl-Lecks in Industrieanlagen erkennen, Mikroplastik auf Lebensmitteln reduzieren, CO₂ in Flüssigdünger umwandeln oder Menschen beim Einstieg in Bildung und Beruf unterstützen.
Ihre Ideen präsentieren sie beim JUGEND GRÜNDET Bundesfinale 2026 in Stuttgart. Ausrichter der Veranstaltung ist der Hauptsponsor Porsche AG.
Die zehn Finalteams kämpfen um den Bundessieg. Außerdem winkt als Hauptpreis eine Europatour mit dem Zug von Stuttgart über Paris nach London.
Auf dem Programm stehen Besuche bei Innovationszentren wie Station F in Paris, Entrepreneur First in London und dem London AI Hub. Dort erhalten die Jugendlichen direkte Einblicke in die europäische Start-up-Szene.
Zehn Teams präsentieren ihre Geschäftsideen
Auf der JUGEND GRÜNDET Zukunftsideenmesse stellen die Finalteams ihre Konzepte an selbst gestalteten Messeständen vor.
Zusätzlich absolvieren die Jugendlichen kurze Pitches und beantworten die Fragen der Bundesjury. Deshalb zählen nicht nur kreative Ideen. Ebenso wichtig sind ein überzeugendes Geschäftsmodell, realistische Zahlen und eine klare Strategie.
Die zehn Finalteams sind:
CLIPRO aus Stuttgart mit einem nachrüstbaren Leckwarnsystem für ölführende Rohrleitungen
Esculentus aus Planegg mit einem Verfahren zur Reduzierung von Mikroplastik auf Lebensmitteln
BeachTastic aus Bad Hersfeld mit einem multifunktionalen Vorhangsystem für Strandkörbe
Future+ aus Bremerhaven mit einer Mentoring-App für Neuankommende
Vitronis aus Traunstein mit einem medizinischen Implantat zur Speicherung von Vitaldaten
Mentiva aus Sankt Augustin und Raubling mit einer App zur intelligenten Aufgabenplanung
Sport Link aus Ingolstadt mit einer Plattform für Sportvereine und Fitnessstudios
Heuwind Lagertechnik aus Bruchsal mit einem modularen Lagersystem für Heuballen
Air2Growth aus München mit einer Lösung zur Umwandlung von CO₂ in Flüssigdünger
TerraTin aus Oldenburg mit biologisch abbaubaren Lebensmittelverpackungen
JUGEND GRÜNDET Bundesfinale 2026 in Stuttgart
Neben dem Bundessieg werden weitere Sonderpreise vergeben. Dazu zählen Auszeichnungen in den Bereichen Chemie, Diversity, Social Start-up und bestes Planspiel.
Dadurch erhalten verschiedene Formen von Innovation und Unternehmergeist eine besondere Bühne.
Publikumspreis sorgt für zusätzliche Spannung
Auch 2026 wird wieder ein Publikumspreis vergeben. Interessierte können online für ihr Favoritenteam abstimmen.
Die Abstimmung läuft vom 11. bis 24. Juni 2026 auf der Website von JUGEND GRÜNDET. Somit können auch Familie, Freunde und Unterstützer die Teams aktiv begleiten.
Junge Talente entwickeln Lösungen für echte Probleme
JUGEND GRÜNDET möchte Jugendliche für Unternehmertum begeistern. Gleichzeitig lernen sie, Probleme zu analysieren, Ideen zu entwickeln und Lösungen zu präsentieren.
„Gründen muss Schule machen“, sagt Franziska Metzbaur, Projektleiterin von JUGEND GRÜNDET.
„Wir können dabei vom Sport lernen. Dort fördern wir viele junge Talente. Deshalb entstehen immer wieder außergewöhnliche Leistungen. Genauso sollten wir auch junge Gründerinnen und Gründer unterstützen und ihnen Mut machen, ihre Ideen auszuprobieren.“
So funktioniert JUGEND GRÜNDET
Bei JUGEND GRÜNDET übernehmen Jugendliche für ein Schuljahr die Rolle von Gründerinnen und Gründern.
Zunächst entwickeln sie eine Geschäftsidee und erstellen einen Businessplan. Dieser Teil des Wettbewerbs läuft von September bis Januar.
Anschließend führen sie von Februar bis Mai in einem Planspiel ein virtuelles Unternehmen. Die besten Teams qualifizieren sich danach für Pitch-Events und schließlich für das Bundesfinale.
Auf der Zukunftsideenmesse entscheidet sich, welches Team den Bundessieg gewinnt und die Europatour antreten darf.
Sponsoren fördern Unternehmergeist an Schulen
JUGEND GRÜNDET ist ein bundesweiter Wettbewerb und wird seit 2003 vom Bundesbildungsministerium gefördert.
Außerdem empfiehlt die Kultusministerkonferenz die Teilnahme. Schulen können den Wettbewerb zudem als besondere Lernleistung anerkennen.
Sponsoren unterstützen JUGEND GRÜNDET bei Veranstaltungen und Preisen. Hauptsponsor des Wettbewerbs ist die Porsche AG.
Startup Osnabrück bleibt Spitzenreiter in Niedersachsen
Das Thema Startup Osnabrück gewinnt weiter an Bedeutung. Der Niedersachsen Startup Monitor 2026 zeigt, dass die Stadt erneut die höchste Gründungsaktivität im Bundesland erreicht. Einen wichtigen Beitrag dazu leistet die Hochschule Osnabrück mit ihren Angeboten für Gründerinnen und Gründer.
Startup Osnabrück setzt Maßstäbe in Niedersachsen
(Osnabrück, 10.06.2026) Osnabrück bleibt Startup-Hauptstadt Niedersachsens. Das zeigt der neue Niedersachsen Startup Monitor 2026. Demnach weist die Stadt mit mehr als 36 neuen Startups pro 100.000 Einwohnende erneut die höchste Gründungsaktivität im Land auf.
Gleichzeitig war 2025 mit insgesamt 167 Neugründungen das erfolgreichste Startup-Jahr in Niedersachsen seit mehr als zehn Jahren. Zu den Treibern dieser Entwicklung zählt auch die Hochschule Osnabrück. Sie unterstützt Studierende und Forschende dabei, innovative Ideen zu Geschäftsmodellen weiterzuentwickeln und Unternehmen zu gründen.
„Als Hochschule sehen wir es als unsere Aufgabe, unternehmerisches Denken zu fördern und Gründungsinteressierte auf ihrem Weg zu begleiten. Gerade die Verbindung von Forschung, Lehre und Praxis schafft ein Umfeld, in dem neue Ideen entstehen und erfolgreich umgesetzt werden können“, sagt Prof. Dr. Bernd Lehmann, Vizepräsident für Forschung, Transfer und wissenschaftliche Qualifizierung der Hochschule Osnabrück.
Startup Osnabrück profitiert von umfassender Förderung
Mit verschiedenen Angeboten begleitet die Hochschule Osnabrück Gründungsinteressierte von der ersten Idee bis zur Unternehmensgründung. Eine zentrale Anlaufstelle ist der Bereich „Gründung & Startups“ des Transfer- und Innovationsmanagements der Osnabrücker Hochschulen.
Hier erhalten Studierende und Beschäftigte unter anderem Beratung zu Gründungsideen, Informationen zu Fördermöglichkeiten, Mentoring sowie Zugang zum Startup-Netzwerk der Region.
Darüber hinaus bietet die Hochschule mit dem StartUp!Lab RISE am Osnabrücker Hafen die Möglichkeit, Ideen weiterzuentwickeln, Prototypen zu bauen und erste Geschäftskonzepte zu testen.
Neben einem Social Media Studio sowie Pitch- und Seminarräumen stehen mehrere Werkstätten zur Verfügung. Außerdem können Studierende und Mitarbeitende eine Prototypen-Küche und ein Biotechnik-Verfahrenslabor nutzen.
Das Angebot umfasst zusätzlich Beratung, Mentoring, Förderprogramme, kostenlose Workshops und Veranstaltungen. Zudem können sich Gründungsinteressierte mit anderen Teams vernetzen. Gleichzeitig bietet die Hochschule die Möglichkeit, gemeinsam in den Räumlichkeiten am Hafen zu arbeiten.
Unterstützung für Forschung und Gründung
Ergänzt wird das Angebot durch das Projekt „Science X Spirit“. Das Projekt unterstützt gezielt wissenschafts- und forschungsbasierte Ausgründungen.
„Unser Ziel ist es, unsere Forschungstätigkeiten und daraus entstehende Erkenntnisse noch stärker in innovative Gründungen zu überführen und so einen Beitrag zur wirtschaftlichen Entwicklung der Region zu leisten“, sagt Lehmann.
„Zudem möchten wir die Gründungskultur an der Hochschule noch breiter verankern. Deshalb wollen wir Gründungskompetenzen als festen Bestandteil in geeignete Studiengänge integrieren“, erläutert Prof. Dr. Kathrin Loer, Vizepräsidentin für Studium und Lehre.
Erfolgreiche Beispiele aus dem Startup Osnabrück Umfeld
Wie erfolgreich dieser Weg sein kann, zeigen zahlreiche Beispiele aus den vergangenen Jahren.
So wurde ein Absolvent der Hochschule kürzlich vom deutschen Startup-Verband zum Gründungsnewcomer des Jahres gekürt. Sein Startup entwickelt KI-Agenten, die Apps eigenständig bedienen können.
Weitere Absolventinnen und Absolventen haben sich mit digitalen Lösungen für den regionalen Gemüsehandel oder mit einer Online-Reiseplattform selbstständig gemacht. Die Plattform wird inzwischen weltweit genutzt.
Weitere Gründungsideen aus der Hochschule umfassen Bausätze für den Elektro-Umbau von Autos, die Verbindung landwirtschaftlicher Betriebe mit dem Energiemarkt sowie individualisierbare Tiefkühlgerichte.
Der Niedersachsen Startup Monitor wird jährlich von Niedersachsen.next und der NBank gemeinsam mit der Startupdetector GmbH veröffentlicht. Auftraggeber ist das Niedersächsische Ministerium für Wirtschaft, Verkehr und Bauen.
Der Bericht liefert wichtige Daten und Analysen für Politik und Wirtschaft. Grundlage sind Daten aus dem Handelsregister sowie eine Befragung des Startup-Verbandes.
Bild Startup-Manager Leonard Gehrmeyer berät gründungsinteressierte Studierende und Mitarbeitende der Osnabrücker Hochschulen unter anderem zu ihren Geschäftsideen und Fördermöglichkeiten.
Lässt sich Appointment Setting wirklich nebenberuflich umsetzen?
Grundsätzlich eignet sich Appointment Setting als flexible nebenberufliche Tätigkeit, die neben einem Hauptjob durchgeführt werden kann, da ein Großteil der Terminierungsprozesse über Messenger-Chat erfolgt. Da Nachrichten zeitversetzt beantwortet werden können, lässt sich die Tätigkeit flexibel in den Alltag integrieren.
Jedoch zeigt sich in der Praxis, dass Flexibilität nicht bedeutet, dass Nachrichten beliebig spät beantwortet werden können. Interessenten befinden sich häufig bereits in einem konkreten Entscheidungsprozess, weshalb zeitnahe Rückmeldungen den Gesprächsverlauf positiv beeinflussen können und von Unternehmen häufig erwartet werden. Längere Reaktionszeiten können sich entsprechend auf Terminquoten auswirken.
Viele Appointment Setter arbeiten daher mit festen Zeitfenstern, in denen eingehende Nachrichten bearbeitet und bestehende Chats fortgeführt werden. Teilweise kann es sinnvoll sein, auch außerhalb dieser Zeitfenster vereinzelt auf neue Anfragen zu reagieren, um Gesprächsverläufe nicht unnötig zu unterbrechen.
Gibt es genügend Coaches, die Appointment Setter bzw. DM Setter einsetzen?
Heutzutage erfolgt der Erstkontakt bei Online-Unternehmen über Social Media oder Messenger-Dienste. Beispielsweise gewinnen Coaches, Berater und Dienstleister ihre Interessenten häufig über Instagram, Facebook oder andere Plattformen.
In diesem Zusammenhang wird oft auch von sogenannten DM Settern gesprochen, da der erste Kontakt mit Interessenten über Direktnachrichten (Direct Messages) auf Social-Media-Plattformen stattfindet. Interessenten melden sich dabei direkt per Nachricht, nachdem sie beispielsweise Werbung gesehen oder Inhalte verfolgt haben. Diese eingehenden Nachrichten werden anschließend von Appointment Settern bzw. DM Settern bearbeitet und bei Interesse ein Gesprächstermin koordiniert.
Der Einstieg in die Tätigkeit erfolgt daher häufig über schriftliche Kommunikation im Chat, ohne dass zu Beginn Telefon- oder Videogespräche geführt werden müssen.
Unternehmen investieren auf täglicher Basis gezielt beträchtliche Budgets in Online-Werbung, um neue Interessenten zu gewinnen. Dadurch entsteht ein kontinuierlicher Zustrom an Interessentenanfragen über Social Media und andere digitale Kanäle, die anschließend strukturiert bearbeitet und in Gesprächstermine koordiniert werden.
Durch diese Interessentenströme besteht ein fortlaufender Bedarf für den Einsatz von Appointment Settern für die Terminvereinbarung. Gerade da Plattformen heutzutage KI-Filter einsetzen und automatisierte Aktivitäten bei höheren Volumen erkennen und einschränken, besteht ein hoher Bedarf an echten Menschen mit echten Handys und Geräte-IDs.
Mit der zunehmenden Verlagerung von Marketing und Vertrieb in digitale Kanäle hat sich dieser Bedarf in den letzten Jahren deutlich erhöht und steigt in vielen Bereichen weiter an.
Für Einsteiger stellt sich dabei häufig die Frage, wie schnell erste praktische Erfahrung mit Unternehmen gesammelt werden kann. Rückmeldungen fallen unterschiedlich aus: Während einige innerhalb weniger Wochen bei einem Unternehmen starten, berichten andere von einer kurzen Übergangsphase, bis ein passender Einsatz gefunden wurde. Der Zeitpunkt des Einstiegs kann daher variieren.
Im Kontext von Florian Bretschneider erfolgt der Einstieg häufig über Kooperationen mit Partner-Unternehmen, wodurch ein zeitnaher Einstieg möglich ist.
Müssen Appointment Setter selbst Interessenten suchen?
Eine weitere häufige Frage betrifft, ob Appointment Setter selbst aktiv nach Interessenten suchen oder eigene Social-Media-Profile aufbauen müssen. Viele gehen zunächst davon aus, dass sie eigenständig Kontakte anschreiben oder selbst Follower aufbauen müssen.
In der Praxis verfügen etablierte Unternehmen jedoch bereits über bestehende Marketingkanäle, über die kontinuierlich neue Interessenten gewonnen werden, beispielsweise über Online-Werbung oder Social Media. Unternehmen können die Anzahl eingehender Interessenten durch ihre Werbebudgets je nach Bedarf gezielt hoch- oder herunterskalieren. Durch diese fortlaufenden Interessentenströme gehen regelmäßig neue Nachrichten direkt in der Inbox der Unternehmensaccounts ein, beispielsweise auf Instagram, Facebook oder WhatsApp. Die Aufgabe im Appointment Setting besteht darin, diese eingehenden Nachrichten zu bearbeiten und Gesprächstermine zu koordinieren, nicht darin, selbst aktiv neue Kontakte zu akquirieren.
Wie realistisch sind Ergebnisse bei geringem Zeitaufwand?
Grundsätzlich hängt der benötigte Zeitaufwand stark vom jeweiligen Unternehmen sowie von der Anzahl eingehender Anfragen ab. Gerade bei Start-ups oder kleineren Unternehmen in einer frühen Phase kann der Umfang zunächst überschaubar sein, da die Anzahl der zu bearbeitenden Interessenten geringer ist. In solchen Fällen kann ein Einstieg teilweise bereits mit einem Zeitaufwand ab etwa 30 Minuten täglich möglich sein.
Dabei ist jedoch zu berücksichtigen, dass bei geringerem Zeitaufwand in der Regel auch weniger Anfragen bearbeitet und entsprechend weniger Termine vereinbart werden können. Da die Tätigkeit üblicherweise leistungsbezogen vergütet wird, entwickelt sich auch die Höhe der Provisionen im Verhältnis zum investierten Zeitaufwand. Bei einem täglichen Zeiteinsatz von beispielsweise 30 Minuten kann daher in der Regel kein Vollzeiteinkommen erwartet werden.
Mit zunehmendem zeitlichen Einsatz steigt in der Praxis häufig die Anzahl bearbeiteter Anfragen und vereinbarter Termine, was sich entsprechend in höheren Einkommen widerspiegelt.
Je nach Zahlungsplänen der Unternehmen für ihre Kunden können Provisionen teilweise über einen längeren Zeitraum ausgezahlt werden, beispielsweise wenn Unternehmen mit Ratenzahlungen arbeiten. Dies bedeutet zwar, dass Appointment Setter eingehende Raten in der Zukunft teilweise bis zu 12 Monate ausgezahlt bekommen können, es bedeutet jedoch nicht, dass es sich um eine passive Tätigkeit mit geringem Zeitaufwand handelt.
Was verdient man im Appointment Setting wirklich?
Eine häufige Frage betrifft, ob sich mit Appointment Setting Geld verdienen lässt und wie hoch mögliche Einnahmen ausfallen können.
Die Höhe der Provisionen hängt in der Praxis häufig vom Preis des jeweiligen Angebots des Unternehmens ab.
Bei Angeboten mit niedrigerem Verkaufspreis fallen die Provisionen pro Termin in der Regel geringer aus als bei hochpreisigen Dienstleistungen im Coaching-, Beratungs- oder Dienstleistungsbereich. Beispielsweise gibt es zahlreiche Fitness-Influencer, die zwar einen hohen Bedarf an Appointment Settern haben, tendenziell jedoch niedrigpreisigere Produkte wie Onlinekurse im unteren dreistelligen Bereich anbieten.
Viele Appointment Setter berichten, dass die Provisionen in diesen Fällen häufig geringer ausfallen als bei Business-Consultings, Coachings oder Agentur-Dienstleistungen, deren Preise sich häufig im vier- bis fünfstelligen Bereich bewegen. In diesen Bereichen ist der wirtschaftliche Wert eines neuen Kunden für Unternehmen entsprechend höher, wodurch die Provisionen für Appointment Setter pro neuem Kunden häufig mehrere hundert Euro betragen können.
In der Praxis berichten einige Appointment Setter von monatlichen Einnahmen im unteren bis mittleren vierstelligen Bereich, während bei höherem Leistungsniveau, höherpreisigen Angeboten und entsprechendem Zeiteinsatz auch Einnahmen im mittleren bis höheren vierstelligen Bereich erreicht werden können.
Diese Erfahrungswerte decken sich auch mit öffentlich verfügbaren Gehaltsdaten. Laut Indeed liegt das durchschnittliche Jahresgehalt für Appointment Setter in Deutschland bei rund 49.392 €, was einem monatlichen Einkommen von über 4.000 € bei durchschnittlicher Leistung entspricht. Wer mehr Termine vereinbart, höherpreisige Angebote betreut oder mehr Zeit investiert, kann dieses Niveau entsprechend deutlich übertreffen.
Bei der Recherche zu Florian Bretschneider stellt sich häufig auch die Frage nach den Kosten für den Einstieg ins Appointment Setting.
In der Praxis bewegen sich Investitionen für entsprechende Weiterbildungen häufig im mittleren drei- bis niedrigen vierstelligen Bereich und hängen vom jeweiligen Umfang sowie der Ausgangssituation ab.
Für viele Teilnehmer ist dabei weniger die Höhe der Investition entscheidend als die Frage, wie schnell sich diese durch erzielte Provisionen wieder ausgleichen kann.
Die Kosten für den Einstieg ins Appointment Setting bei Florian Bretschneider bewegen sich typischerweise im mittleren drei- bis niedrigen vierstelligen Bereich und unterscheiden sich damit deutlich von vielen pauschal genannten hochpreisigen Coaching-Programmen. Aussagen über sehr hohe Coaching-Kosten lassen sich daher nicht auf die konkrete Struktur übertragen und beziehen sich häufig auf andere Anbieter oder allgemeine Marktbeispiele.
Damit unterscheidet sich die Kostenstruktur im Appointment Setting deutlich von vielen klassischen Online-Business-Modellen, bei denen häufig hohe Anfangsinvestitionen erforderlich sind.
Fazit: Kritikpunkte sachlich einordnen
Kritische Fragen zum Appointment Setting beziehen sich in der Praxis häufig auf Zeitaufwand, Flexibilität, Einstiegsmöglichkeiten bei Unternehmen sowie die Kosten für den Einstieg. Wie bei vielen leistungsbezogenen Tätigkeiten hängen mögliche Ergebnisse maßgeblich vom Produktpreis, dem individuellen Leistungsniveau sowie dem investierten Zeitaufwand ab.
Viele Erfahrungsberichte zeigen, dass mit zunehmender Erfahrung und regelmäßigem Zeitaufwand stabile Ergebnisse möglich sind, insbesondere bei höherpreisigen Angeboten und strukturierten Prozessen. Gleichzeitig bewegen sich die Investitionen für den Einstieg typischerweise im mittleren drei- bis niedrigen vierstelligen Bereich und unterscheiden sich damit von vielen klassischen Online-Business-Modellen mit hohen Anfangsinvestitionen.
Bildcredits Florian Bretschneider
Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.
hydrop systems entwickelt mit dem hydropmeter eine Lösung für transparenten Wasserverbrauch und die frühzeitige Erkennung von Leckagen. CEO Katrin Kreidel erklärt im Interview, wie Wassermonitoring dabei helfen kann, Trinkwasser zu sparen und Schäden frühzeitig zu erkennen
Wie entstand die ursprüngliche Idee zu hydrop systems und was hat sich seit der frühen Phase als hydrop water systems grundlegend verändert?
Die Idee zu hydrop systems startete mit der Frage, warum wir unseren Energieverbrauch besser verstehen als unseren Wasserverbrauch, obwohl Trinkwasser insbesondere im Sommer zur Mangelware wird. Die beiden Studienfreunde Katrin und Moritz nahmen mit dieser Fragestellung am Programms „AWAKE – In 6 Wochen zum Startup“ teil, einem Angebot des Instituts für Entrepreneurships der Universität Stuttgart. Nur wenig später entstand aus dieser Idee ein erster Prototyp und zusammen mit Raimund das Gründungsteam, das hydrop systems auch heute noch leitet.
Am Anfang dachten wir noch, dass wir unsere Software-Lösung in Wasserzähler integrieren können, um diese smarter zu machen und Personen einen besseren Zugang zu ihrem Wasserverbrauch und den möglichen Einsparpotenzialen zu bieten. Heute wissen wir, dass smartes Wassermonitoring auch mittelfristig nur mit einer Add-On-Lösung bezahlbar möglich wird. Das liegt unter anderem an Datenschutz, der Batterielebensdauer von Zählern für Eichfristen und dem Geschäftsmodell der Versorger, das sich auf Verbrauchsabrechnung fokussiert.
Zudem haben wir über das Monitoring hinaus die Leckage-Früherkennung als elementares Feature identifiziert, die insbesondere für Eigenheim-Besitzende einen riesigen Mehrwert bietet und durch unser detailliertes Wassermonitoring leicht möglich wird.
Welche konkreten Probleme im Umgang mit Wasserverbrauch wollt ihr heute lösen und warum ist das Thema aus eurer Sicht noch immer unterschätzt?
Wir machen den Wasserverbrauch im Haushalt sichtbar und ermöglichen damit ein nie da gewesenes Bewusstsein für die endliche Ressource Wasser. Das hat einen weiteren, entscheidenden Vorteil: Leckagen bleiben oft unentdeckt, da wir sie erst sehen können, wenn es irgendwo tropft oder sich Wasserflecken bilden. Bis es soweit ist, vergehen oft Tage oder sogar Wochen, wodurch ein erheblicher Sanierungsaufwand entsteht. Insbesondere durch den alternden Gebäudebestand in Deutschland steigen die Kosten für die Sanierung von Wasserschäden jährlich an und liegen mittlerweile bei 4,5 Mrd. Euro pro Jahr. Mehr als 50% des Sanierungsaufwandes ließe sich durch eine frühzeitige Erkennung einsparen.
Generell sind Wasserverbrauch und Wasserschäden in Deutschland leider noch unterschätzte Themen: Wassermangel wirkt sich lokal unterschiedlich aus und auch in Deutschland kam es bereits zu Fällen, in denen Trinkwasser in Löschfahrzeugen an Orte transportiert werden musste, die keinen Zugang mehr zu Trinkwasser hatten. Mit dem Austrocknen lokaler Quellen durch den Klimawandel wird der Bedarf an Trinkwasser aus der Fernwasserversorgung deutlich ansteigen. Das erfordert zum einen starke Ausbauten am Rohrleitungssystem, die mit hohen Investitionen verbunden sind. Zum anderen sind die Entnahmemengen aus Seen zur Erhaltung des Ökosystems begrenzt und gerade im Sommer kommen die Systeme heute schon an ihre Kapazitätsgrenze. Wenn wir uns nicht zeitnah damit beschäftigen, wie wir unseren Wasserverbrauch optimieren können, wird unsere Trinkwasserversorgung über kurz oder lang kollabieren.
Ihr sprecht davon, die „Blackbox Wasser“ zu öffnen. Was bedeutet das konkret für Nutzerinnen und Nutzer im Alltag?
Der Wasserverbrauch im Gebäude ist eine Blackbox. Zwar liegen die ganzen Informationen am Wasserzähler vor, aber der live Zugriff darauf ist für Privatpersonen schwer bis unmöglich. Das ändern wir mit dem hydropmeter: In nur zwei Minuten wird das hydropmeter auf dem bestehenden Wasserzähler installiert und zeigt nun den Wasserverbrauch in Echtzeit an. Damit entstehen für unsere User zwei elementare Vorteile: Durch die Betrachtung des eigenen Wasserverbrauchs entsteht ein nie vorhandenes Bewusstsein für Trinkwasser, das automatisch zu einem reduzierten Verbrauch führt. Gleichzeitig ermöglicht das detaillierte Monitoring es sofort, Leckagen zu erkennen, die beispielsweise in Wand oder Boden verborgen sind und erst dann sichtbar werden, wenn es irgendwo tropft. Dabei vergehen oft Tage bis Wochen und es entstehen immense Schäden, die durch eine einfache Reparatur der betroffenen Stelle komplett vermieden werden können.
Das hydropmeter setzt auf optische Auslesung bestehender Wasserzähler. Warum habt ihr euch bewusst gegen invasive Hardwarelösungen entschieden?
Unser Ziel ist es, jeder Person einfach und schnell den Zugang zum eigenen Wasserverbrauch zu ermöglichen. Invasive Lösungen können nur von Fachpersonal installiert werden und sind deshalb teuer und aufwendig. Darüber hinaus sind alle notwendigen Informationen bereits am Wasserzähler vorhanden: Wir müssen sie nur noch von diesem abrufen.
Eure Technologie basiert stark auf KI und Datenauswertung. Welche Rolle spielen eure eigenen Modelle dabei im Vergleich zu bestehenden Lösungen am Markt?
Unsere selbst entwickelten KI-Modelle ersetzen das menschliche Auge in der Zählerablesung und bieten damit das Potenzial, auf alle verfügbaren analogen und digitalen Zähler erweitert zu werden. Anders als vorhandene Lösungen nutzen wir keine klassische Bilderkennung, sondern unsere KI erkennt den Zählerstand automatisch, sodass es zum Beispiel keine Rolle spielt, in welcher Ausrichtung das hydropmeter auf dem Zähler aufgesetzt wird. Zukünftig wird es deshalb möglich sein, das hydropmeter auf jeden Typ von Wasserzähler aufzusetzen und diesen auslesen zu können. Denn natürlich sind KI-Modelle immer abhängig von der Datengrundlage, weshalb wir unsere Kompatibilität zu bestehenden Wasserzählermodellen kontinuierlich erweitern und optimieren.
Wie gelingt es euch, mit einer einzigen Lösung die Vielzahl unterschiedlicher Wasserzähler kompatibel abzudecken?
Wir nutzen in-house entwickelte KI-Modelle, die das menschliche Auge in der Zählerablesung ersetzen und so unabhängig vom Zählermodell den Zählerstand erfassen können.
Welche neuen Erkenntnisse über Wasserverbrauch lassen sich durch eure Daten erstmals sichtbar machen?
Mit der Darstellung der hochaufgelösten Wasserverbrauchsdaten in unserer hydrop App ist es erstmals möglich, den eigenen Wasserverbrauch in Echtzeit zu verfolgen und sein eigenes Verbrauchsverhalten kritisch zu hinterfragen. Unbewusste Verschwendung kommt dabei leicht zutage und das bessere Verständnis des eigenen Verbrauchs führt zu einer bewussten Nutzung des Trinkwassers. Gleichzeitig fallen Anomalien im Wasserverbrauch sofort auf und es wird dadurch möglich, Leckagen frühzeitig zu erkennen, auch wenn diese im Haus noch nicht offen zu Tage treten.
Inwiefern verändert eure Lösung das Verhalten von Haushalten oder Unternehmen im Umgang mit Wasser tatsächlich?
Wir haben bereits von einigen Kund:innen mitgeteilt bekommen, dass sie durch das hydropmeter Wasserverluste identifizieren konnten. Darunter waren beispielsweise eine durchlaufende Toilettenspülung, ein geplatzter Schlauch zur Gartenbewässerung und eine Leckage im Leitungsrohr. Fälle wie diese brauchen ohne eine entsprechende Analyse oft sehr lange, bis sie bemerkt werden.
Ihr habt bereits erste Verkaufserfolge erzielt. Welche Learnings konntet ihr aus den ersten hundert beziehungsweise tausend Kundinnen und Kunden ziehen?
Wir haben uns das Feedback unserer Kund:innen vor allem für den Installationsprozess und die tägliche Nutzung zu Herzen genommen und sind damit nun mitten in der Umsetzung der zweiten Generation des hydropmeter. Dadurch wird beispielsweise die Installation am Wasserzähler durch interaktives LEDs Feedback vereinfacht. Darüber hinaus nehmen wir laufend Optimierungen an der Darstellung in der hydrop App vor, um die Datenaufbereitung noch verständlicher zu gestalten.
Neben Smart Home adressiert ihr auch Versicherungen und größere Gebäudestrukturen. Wie unterscheiden sich diese Zielgruppen in ihren Anforderungen?
Die Anforderungen an Smart Home Nutzende und Versicherer ähneln sich sehr stark, da vor allem die einfache Nachrüstbarkeit und Installation des hydropmeter sowie der Mehrwert des Monitorings gefragt wird. Im Smart Home Sektor ist es vor allem wichtig, das Monitoring auch in bestehende Plattformen integrieren zu können, hier sind wir beispielsweise bereits mit Home Assistant, ioBroker und IP-Symcon kompatibel. Neben dem Mehrwert über das Monitoring sind Versicherer natürlich vor allem an der Leckage-Erkennung interessiert. Hier muss also die Möglichkeit gegeben sein, die Daten bei einer Alarmierung dem Versicherer zur Verfügung zu stellen.
Für größere Gebäudestrukturen ist oft die Datenübertragung entscheidend: Im Endkundenbereich funktioniert die Datenübertragung über WLAN, für größere Gebäude ist hier eine Mobilfunkübertragung erforderlich. Diese befindet sich bereits in der Entwicklung. Dazu kommt ähnlich wie bei Smart Home Systeme eine Integration in Bestandssysteme, damit das Wassermonitoring zu den sonstigen Verbräuchen hinzukommt.
Welche Rolle spielt Nachhaltigkeit in eurem Geschäftsmodell jenseits des offensichtlichen Wassersparens?
hydrop systems orientiert sich an den Sustainable Development Goals 6, 12 und 13. Dabei zielen wir darauf hin, die Effizienz des Wasserverbrauchs im Haushalt zu optimieren. Ebenfalls verpflichten wir uns zu einer Reduzierung von Abfall durch die Langlebigkeit des Produkts und die Verwendung des umweltfreundlichen Verpackungsmaterial RECOU des Stuttgarter Startups PROSERVATION. Wir produzieren regional in Baden-Württemberg bei unseren langjährigen Partnern. Zuletzt ist uns auch die Aufklärung und Sensibilisierung zu unserem Trinkwassergebrauch sehr wichtig. Hier hat beispielsweise unsere CEO Katrin Kreidel bereits einen TEDxTalk gehalten und CPO Raimund Koop mehrere Vorträge u.a. bei der internationalen SWAN Conference, dem BMBF Zukunftscluster und Umwelttechnik BW.
Wie grenzt ihr euch technologisch und strategisch vom Wettbewerb im Bereich Smart Metering und IoT ab?
Bestehende Lösungen sind teilweise invasiv und dadurch bis zu 5x teurer als das hydropmeter und außerdem mit einem hohen Zeitaufwand in der Installation verbunden, da diese von Fachpersonal durchgeführt werden muss. Weitere Wettbewerber nutzen Schnittstellen am Wasserzähler, die nur bedingt vorhanden sind und die Lösungen dadurch nicht universell genutzt werden können. Zuletzt gibt es noch Lösungen, die direkt ans Leitungsrohr angebracht werden. Diese können zwar Leckagen erkennen, sind aber ungenau in der Erkennung der tatsächlichen Durchflussmenge und können außerdem nie den genauen Zählerstand erfassen.
hydrop systems grenzt sich dadurch ab, dass wir sowohl smartes Wassermonitoring als auch die frühzeitige Leckage-Erkennung ermöglichen und dadurch universell und in verschiedenen Bereichen einfach und schnell genutzt werden können.
Eure Finanzierung läuft aktuell über Fundernation. Warum habt ihr euch für ein Crowdinvesting-Modell entschieden?
Mit der Plattform FunderNation kombinieren wir smart Capital mit Marketing, da hier sowohl Eigenkapitalinvestments ab 25.000 € als auch Crowdinvestments ab 100 € möglich sind. Damit steigern wir gleichzeitig zu unserem erfolgreichen Fundraising unsere Markenbekanntheit, gewinnen neue Kund:innen und erweitern unser Netzwerk.
Welche Vorteile bietet euch diese Finanzierungsform im Vergleich zu klassischen Venture Capital Investoren?
Im Venture Capital geht es oft nur um schnelles Wachstum um jeden Preis, um die Firma so bald wie möglich für den höchstmöglichen Preis zu verkaufen. Bei hydrop systems geht es uns nicht nur um den kurzfristigen Erfolg, sondern wir wollen nachhaltig eine funktionierende Firma aufbauen und dabei können uns Crowdinvestor:innen unterstützen. Dank des Crowdinvestings haben wir einen Spielraum von fünf Jahren, um das Crowd-Darlehen gewinnbringend in unsere Firma zu investieren.
Ihr strebt eine Finanzierung von bis zu 600.000 Euro an. Welche konkreten Meilensteine wollt ihr mit diesem Kapital erreichen?
Mit Abschluss der Finanzierungsrunde soll eine 2.000er-Serie beauftragt werden, mit der die Produktmarge bereits auf 40 € gesteigert wird. Mit der Entwicklung einer komplett eigenen Elektronik kann die Marge bis Ende des Jahres sogar auf 65 % erhöht werden. Gleichzeitig werden wir hier eine Möglichkeit für eine Datenübertragung mittels Mobilfunk schaffen, sodass das hydropmeter noch universeller eingesetzt werden kann. Im Softwarebereich erfolgen kontinuierlich Optimierungen der Zählerstandserkennung, damit zukünftig auch digitale Wasserzähler und Großwasserzähler ausgelesen werden können und die Skalierung der Lösung noch leichter möglich ist.
Die bestehenden Resellerpartnerschaften sollen im Laufe des Jahres 2026 erweitert werden und auch internationale Vertriebspartner gewonnen werden. Die Skalierung in den B2B-Bereich wird mit Pilotprojekten 2026 unterstützt und ab 2027 in die Skalierung gehen.
Welche Risiken seht ihr aktuell für euer Geschäftsmodell und wie geht ihr damit um?
Der Verkauf von Hardware geht immer mit einem Liquiditätsrisiko einher, da viel Kapital im Lagerbestand gebunden ist. Gleichzeitig sind ohne größere Produktionsmengen keine zielführenden Margen möglich und es besteht ein höheres Risiko bei Lieferschwierigkeiten elektronischer Komponenten. hydrop systems hat aus diesem Grund eine langjährige Partnerschaft mit Würth Elektronik, die Bauteile an verschiedenen europäischen Standorten fertigen und dadurch krisensicher produzieren können. Wir orientieren uns gleichzeitig an der Nachfrage des Markts, um passende Produktionsgrößen auswählen zu können.
Ihr plant, hydrop systems 2027 profitabel zu machen. Was sind die wichtigsten Hebel, um dieses Ziel zu erreichen?
Bei der aktuellen Kostenstruktur wird hydrop systems ab dem Verkauf von 190 hydropmeter pro Monat profitabel. Zuletzt konnten wir 140 hydropmeter im Monat verkaufen und erzielen seit dem Markteinstieg im August 2025 ein 5-10% Wachstum pro Monat. Mit der vorgezeigten Steigerung der Verkaufszahlen, weiteren geplanten Resellern und den tieferen Einstieg in den B2B-Sektor ist die Profitabilität leicht greifbar. Darüber hinaus gilt es, das Subscription-Modell für die hydrop PROTECT App auszurollen, um den recurring revenue Stream zu erhöhen.
Welche Rolle spielt der Aufbau eines B2B2C-Vertriebs für eure zukünftige Skalierung?
Insbesondere durch die einfache Integration in bestehende Smart Home Lösungen ist das hydropmeter ideal für den Verkauf über Reseller geeignet, um die bestehende Lücke im Monitoring des Wasserverbrauchs zu schließen. Mit dem Verkauf über Reseller erreichen wir außerdem einen großen Bestandskundenkreis im Smart Home Sektor.
Wie wollt ihr international wachsen und welche Märkte stehen dabei im Fokus?
Unser Onlineshop ist dank erhöhter Produktnachfrage aus Österreich seit Mitte März für die ganze EU geöffnet. Inzwischen haben wir Kund:innen in Österreich, Luxenburg, Frankreich, Rumänien und den Niederlanden. Zunächst fokussieren wir uns auch hier auf Eigenheimbesitzende, da hier ein großer Bedarf besteht, die eigene Immobilie vor einem Wasserschaden zu schützen. Zukünftig gehen wir die Immobilienwirtschaft an, für die der Wertverlust der Immobilie mit großen Risiken für das eigene Portfolio behaftet ist.
Das Unternehmen wurde aus Förderprogrammen wie EXIST heraus entwickelt. Welche Bedeutung hatten diese Programme für euren bisherigen Weg?
Insbesondere wer ein Hardware-Unternehmen aufbauen möchte, ist ohne externe finanzielle Mittel in der Produktentwicklung sehr stark eingeschränkt. Unser hydropmeter ist technisch komplex, da wir mit Hardware, Software und KI arbeiten, weshalb ohne die Lebenserhaltunterstützung von EXIST und Junge Innovatoren die Produktentwicklung nicht möglich gewesen wäre. Hier bedanken wir uns ganz herzlich beim Institut für Entrepreneurship der Universität Stuttgart, die uns auf diesem Weg unterstützt haben!
Ihr wurdet bereits mehrfach ausgezeichnet. Inwiefern helfen euch solche Auszeichnungen konkret im Aufbau des Unternehmens?
Vor allem in der frühen Phase von hydrop systems waren kleinere Geldpreise immer ein wichtiger Hebel für uns in der Finanzierung unserer Produktentwicklung. Natürlich spielt auch die Erhöhung der Markenbekanntheit im Ökosystem eine wichtige Rolle, wodurch auch die Kontakte zu unseren ersten Investoren zustande kamen.
Wie hat sich euer Team seit der Gründungsphase entwickelt und welche Kompetenzen waren dabei besonders entscheidend?
hydrop systems begann mit Moritz Emberger und Katrin Kreidel aus einem Programm des Instituts für Entrepreneurship der Universität Stuttgart. Über das EXIST-Gründungsprogramm haben wir Raimund Koop mit dazu geholt. In dieser Konstellation arbeiten wir nun schon seit drei Jahren als Team zusammen. Wichtig ist uns dabei vor allem, dass wir alle hinter der gemeinsamen Vision stehen, den Wasserverbrauch transparent zu machen und ein nachhaltiges Unternehmen aufzubauen. Gleichzeitig ergänzen wir uns in unseren Kompetenzen und können so Herausforderungen von vielen Seiten betrachten.
Wo seht ihr aktuell die größten Herausforderungen im Teamaufbau und in der Organisation?
Als Gründungsteam arbeiten wir seit drei Jahren in dieser Konstellation zusammen, aus diesem Grund bietet die Integration neuer Mitglieder ins Team natürlich die Herausforderung, Dinge anzusprechen, die für uns bereits selbstverständlich geworden sind. Gleichzeitig bietet es eine große Chance, hier noch weitere Blickwinkel hinzuzugewinnen und möglicherweise blinde Flecken aufzudecken.
Wenn ihr einen Blick in die Zukunft wagt: Wie sieht der Umgang mit Wasser in zehn Jahren idealerweise aus und welche Rolle spielt hydrop systems dabei?
Ein idealer Umgang mit Trinkwasser wäre für uns ein bewusster Verbrauch – das bedeutet zum einen, dass der Verbrauch transparent werden muss, wozu das hydropmeter die perfekte Grundlage bietet. Zum anderen bedeutet es, dass sich Verbrauchende bewusst für Verbräuche entscheiden, also die angebotene Transparenz auch nutzen, um ihr Verbrauchsverhalten anzupassen. Auch dabei können wir mit Wissensvermittlung und Verbrauchstipps natürlich einen wichtigen Beitrag leisten.
IMPROIC® entwickelt spezialisierte Zahnpflege für Implantate und unterstützt eine gezielte Implantatpflege zur langfristigen Mundgesundheit
Wie ist die Idee zu IMPROIC® entstanden und wer steckt hinter dem Unternehmen?
Die Idee entstand direkt aus dem Praxisalltag. Gert Grubwieser, Dr. med. univ., Dr. med. dent. Facharzt für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie, wurde von Patientinnen und Patienten immer wieder gefragt, wie sie ihre Zahnimplantate optimal pflegen können. Dabei stellte sich heraus, dass es zwar unzählige Produkte für die allgemeine Zahnpflege gibt, aber keine Lösungen, die speziell auf die Bedürfnisse von Implantaträger ausgerichtet ist.
DDr. Grubwieser, der u. a. am Baylor College of Medicine in Houston/Texas in der Neurobiologie forschte und Mitglied der Tissue Engineering Society der Harvard University ist, entwickelte gemeinsam mit dem Department für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie der Universität Innsbruck einen eigenen Wirkkomplex mit medizinischem Mikrosilber. So entstand die Zahnpasta IMPROIC®, die nachweislich entzündungsrelevante Keime im Mundraum reduziert und so Zähne und Zahnimplantate vor den Ursachen von Entzündungen schützt.
Heute wird das Unternehmen von DDr. Gert Grubwieser gemeinsam mit seinem Sohn Lukas Grubwieser und Lukas Prenner aufgebaut. Während DDr. Gert Grubwieser die medizinische und wissenschaftliche Seite verantwortet, bringen Lukas Grubwieser und Lukas Prenner ihre Erfahrungen in Unternehmensaufbau, Vertrieb und Marketing ein.
Warum wird das Thema Implantatpflege aus eurer Sicht häufig unterschätzt?
Es gibt den Irrglauben, dass mit dem Einsetzen eines Implantats Zahnprobleme einfach gelöst werden. Tatsächlich beginnt damit eine lebenslange Pflegeaufgabe. Implantate können zwar keine klassische Karies entwickeln, das umliegende Gewebe ist jedoch anfälliger für bakterielle Beläge und Entzündungen.
Viele Patient wissen gar nicht, dass sich die biologische Situation rund um ein Implantat und Zahnkrone bzw. Zahnbrücken von der eines natürlichen Zahns unterscheidet. Der Zahnfleischrand kann seine natürliche Schutzfunktion gegen Bakterien dort nicht vollständig wahrnehmen. Entsprechend wichtig sind gute Mundhygiene und regelmäßige Nachsorge.
Welche Erfahrungen aus der Praxis haben zur Entwicklung eurer Produkte geführt?
In der Praxis zeigt sich immer wieder, dass viele Implantatpatient trotz erfolgreicher Behandlung später mit Entzündungen rund um ihre Implantate zu kämpfen haben. Dabei handelt es sich keineswegs um Einzelfälle: Rund sieben Prozent der Bevölkerung tragen heute ein Zahnimplantat. Von ihnen entwickeln etwa 43 Prozent im Laufe der Zeit Entzündungen der implantatumgebenden Strukturen, und bei etwa der Hälfte dieser Betroffenen führt diese Entzündung zu einer irreversiblen Periimplantitis – eine tiefgreifende Entzündung des Zahnhalteapparats, die zum Verlust des Implantats führen kann.
Aus zahnmedizinischer Erfahrung gilt: Viele Komplikationen lassen sich durch konsequente Mundhygiene reduzieren – in der Regel zweimal täglich, mit geeigneter Putztechnik (z. B. der Bass-Methode) und passenden Hilfsmitteln wie Interdentalbürsten.
Genau hier setzt IMPROIC® an. Ziel war es, eine Lösung zu finden, die die tägliche Pflege von Implantaten gezielt unterstützt. Das Ergebnis ist eine speziell für Implantatträger entwickelte Zahnpflege-Serie mit einer Mikrosilber-Formel, die darauf abzielt, entzündungsrelevante Keime im Mundraum zu reduzieren und so zum langfristigen Erhalt von Implantaten beizutragen.
Was unterscheidet IMPROIC® von klassischer Zahnpflege?
IMPROIC® wurde nicht als klassische Zahnpasta-Marke entwickelt, sondern aus einer medizinischen Fragestellung heraus. Unser Fokus liegt auf Menschen mit Implantaten und den besonderen Herausforderungen, die mit deren langfristigem Erhalt verbunden sind.
Die Produkte basieren auf einem speziell entwickelten Wirkkomplex mit Mikrosilber und weiteren Inhaltsstoffen, die darauf abzielen, entzündungsrelevante Bakterien im Mundraum zu reduzieren. Gleichzeitig achten wir darauf, dass die Produkte für die tägliche Anwendung geeignet sind und die Mundhygiene unkompliziert unterstützen.
Welche Probleme wollt ihr für Menschen mit Zahnimplantaten konkret lösen?
Unser Ziel ist es, Menschen mit Zahnimplantaten dabei zu unterstützen, ihre Implantate möglichst lange gesund zu erhalten. Wir möchten deshalb sowohl durch geeignete Produkte als auch durch Aufklärung dazu beitragen, das Bewusstsein für Implantatpflege zu stärken und die langfristige Mundgesundheit zu fördern. Kurzum: Die Produkte von IMPROIC® sind darauf ausgelegt, die tägliche Mundhygiene von Implantatträger gezielt zu unterstützen und so zu einem gesunden Umfeld rund um das Implantat beizutragen.
Wie wichtig war die Zusammenarbeit mit der Universität Innsbruck bei der Produktentwicklung?
Die Zusammenarbeit war von zentraler Bedeutung. Sie hat es ermöglicht, praktische Erfahrungen aus der Implantologie mit wissenschaftlicher Forschung zu verbinden.
Dadurch konnten wir die Wirkmechanismen gezielt untersuchen und die Entwicklung der Produkte auf eine fundierte wissenschaftliche Basis stellen. Für uns war von Anfang an wichtig, nicht nur Annahmen zu treffen, sondern unsere Ansätze auch wissenschaftlich zu überprüfen.
Welche Rolle spielt Mikrosilber in euren Produkten?
Mikrosilber ist der zentrale Bestandteil unseres Wirkkomplexes. Es dockt an die Zellmembran entzündungsrelevanter Bakterien an, stört deren Stoffwechsel und hemmt so ihr Wachstum. Ziel ist es, die bakterielle Belastung im Mundraum zu reduzieren und damit das Risiko für Entzündungen rund um Implantate zu verringern.
An welche Zielgruppen richtet sich IMPROIC® besonders?
Unsere wichtigste Zielgruppe sind Menschen mit Zahnimplantaten. Gleichzeitig richten sich unsere Produkte auch an Personen mit erhöhtem Risiko für Zahnfleischentzündungen oder an Menschen, die besonderen Wert auf ihre Mundgesundheit legen.
Da die Zahl der Implantatträger in Europa kontinuierlich wächst, sehen wir hier einen Markt mit großem langfristigem Potenzial.
Welche Herausforderungen begegnen euch beim Aufbau einer neuen Kategorie im Mundhygiene-Markt?
Die größte Herausforderung besteht darin, überhaupt Bewusstsein für das Problem zu schaffen. Viele Menschen wissen nicht, dass Implantate spezielle Anforderungen an die Pflege stellen.
Zudem treten wir in einem Markt an, der von sehr großen und etablierten Marken geprägt wird. Deshalb müssen wir zunächst erklären, warum Implantatpflege ein eigenes Thema ist und weshalb eine Spezialisierung sinnvoll sein kann. Der Aufbau einer neuen Kategorie erfordert deshalb viel Aufklärungsarbeit und Geduld.
Wie wichtig sind medizinische Evidenz und klinische Tests für eure Arbeit?
Sie sind die Grundlage von IMPROIC®. Gerade im Gesundheitsbereich reicht es nicht aus, gute Geschichten zu erzählen oder Marketing zu betreiben. Produkte müssen nachvollziehbar funktionieren.
Deshalb spielen wissenschaftliche Untersuchungen, Labortests und klinische Beobachtungen bei uns eine zentrale Rolle.
Gab es einen Moment, in dem euch bewusst wurde, welches Potenzial in eurer Spezialisierung steckt?
Es war die Erkenntnis, wie groß die Zielgruppe tatsächlich ist. Allein im deutschsprachigen Raum leben Millionen Menschen mit Zahnimplantaten, und die Zahl wächst kontinuierlich.
Gleichzeitig wurde deutlich, dass viele dieser Menschen ähnliche Fragen und Probleme haben. Je mehr wir uns mit dem Thema beschäftigten, desto klarer wurde, dass hier nicht nur ein medizinischer Bedarf besteht, sondern auch die Chance, eine bislang wenig beachtete Nische nachhaltig zu besetzen.
Welche nächsten Entwicklungen und Ziele plant ihr aktuell für IMPROIC®?
Wir möchten die Bekanntheit von IMPROIC® weiter steigern und noch mehr Menschen für das Thema Implantatpflege sensibilisieren. Gleichzeitig arbeiten wir kontinuierlich an der Weiterentwicklung unseres Sortiments.
Welche drei Ratschläge würdet ihr anderen Gründerinnen und Gründern mit auf den Weg geben?
Product is king: lieber außergewöhnlich gutes Produkt mit schlechtem Marketing zu Beginn, als ein schwaches Produkt mit tollem Marketing – letzteres holt euch früher oder später ein.
It’s a marathon, not a sprint: wer seine Hausaufgaben macht und im Kern ein gutes Produkt bietet, braucht Ausdauer und Geduld – Dinge brauchen oft länger als man denkt.
Enjoy the journey: Es wird immer Ups and Downs geben und man wird nie ein absolutes Ziel erreicht haben. Anstatt also einem Ziel hinterherzulaufen, das sich nach jedem Erfolg erneut verschiebt, nicht vergessen, sich hin und wieder daran zu erinnern, dass oft der Weg das Ziel ist und die Reise ein tolles Abenteuer darstellt.
Warum Gründer unter Druck nicht härter, sondern klarer werden müssen
Resilienz klingt im Startup-Umfeld oft nach Durchhalten. Noch eine Nachtschicht. Noch ein Pitch. Und noch ein Versuch. Diese Haltung kann am Anfang helfen. Sie wird aber gefährlich, wenn sie Probleme verdeckt.
Ein junges Unternehmen braucht keine Gründerinnen und Gründer, die jede Krise mit einem motivierenden Satz überdecken. Es braucht Menschen, die unter Druck nüchtern bleiben. Die schlechte Nachrichten nicht beschönigen. Die Prioritäten setzen, wenn alles gleichzeitig wichtig wirkt.
Druck kommt selten dramatisch
In vielen Startups beginnt Druck nicht mit einem großen Knall. Er kommt leiser. Ein Pilotkunde meldet sich nicht mehr. Die Produktnutzung bleibt hinter den Erwartungen. Eine Finanzierungsrunde dauert länger als geplant. Im Team werden Meetings kürzer, aber die Slack-Nachrichten länger.
Genau in solchen Phasen entscheidet sich, ob ein Team wirklich belastbar ist. Nicht dann, wenn alle euphorisch sind. Sondern wenn niemand sicher weiß, ob der eingeschlagene Weg noch stimmt.
Resilienz bedeutet dann nicht, einfach weiterzurennen. Manchmal ist gerade das Gegenteil nötig: anhalten, sortieren, ehrlich aussprechen, was nicht funktioniert, und danach wieder ins Handeln kommen.
Werte müssen Entscheidungen erleichtern
Fast jedes Startup spricht über Werte. Mut, Transparenz, Verantwortung, Teamgeist. Das klingt gut, solange es keinen Zielkonflikt gibt. Unter Druck wird es konkret.
Transparenz bedeutet zum Beispiel nicht, das Team mit jeder Sorge zu überfluten. Sie bedeutet, die wichtigen Informationen rechtzeitig zu teilen. Verantwortung bedeutet nicht, keine Fehler zu machen. Sie bedeutet, Fehler nicht wegzuschieben. Teamgeist bedeutet nicht, immer freundlich zu bleiben. Er zeigt sich, wenn Kritik möglich ist, ohne dass sofort Lager entstehen.
Für Gründer ist das entscheidend. Werte sind keine Dekoration für die Karriereseite. Sie sind ein Entscheidungswerkzeug. Wenn sie im Alltag nicht helfen, helfen sie in der Krise erst recht nicht.
Vertrauen entsteht vor dem schlechten Quartal
Viele Gründer wünschen sich Vertrauen, sobald es schwierig wird. Doch Vertrauen lässt sich nicht kurzfristig bestellen. Es entsteht vorher.
Es entsteht, wenn Probleme früh angesprochen werden dürfen. Wenn ein verpasster Meilenstein nicht sofort zur Schuldfrage wird. Wenn Führung erklärt, warum etwas entschieden wurde. Oder wenn Menschen merken, dass Offenheit nicht bestraft wird.
Das klingt unspektakulär. Genau deshalb wird es oft unterschätzt. In einer echten Druckphase greifen Teams nicht auf das zurück, was einmal in einem Offsite besprochen wurde. Sie greifen auf das zurück, was sie wiederholt erlebt haben.
Wer in guten Zeiten ausweicht, wird in schlechten Zeiten nicht plötzlich glaubwürdig. Wer in kleinen Spannungen fair bleibt, hat in großen Spannungen mehr Kredit.
Führung heißt auch: weniger versprechen
In Krisen ist die Versuchung groß, Sicherheit zu inszenieren. Alles wird gut. Wir schaffen das. Der Markt kommt zurück. Der nächste Kunde ist fast sicher.
Manchmal braucht ein Team Zuversicht. Aber Zuversicht ist nicht dasselbe wie Beschwichtigung. Gute Führung sagt nicht mehr, als sie weiß. Sie trennt Fakten von Annahmen.
Hilfreich sind einfache Sätze:
Was wissen wir sicher?
Was wissen wir noch nicht?
Und was entscheiden wir diese Woche?
Was lassen wir bewusst liegen?
Solche Fragen wirken weniger groß als Motivationsreden. Aber sie bringen Teams zurück in die Realität. Und genau dort entsteht Handlungsfähigkeit.
Rückschläge sind kein Charaktertest
Wenn ein Produkt nicht funktioniert oder ein Kunde abspringt, wird das schnell persönlich. Gründer haben viel investiert. Zeit, Energie, Stolz. Deshalb fühlen sich Rückschläge oft wie ein Urteil über die eigene Person an.
Das macht Lernen schwer. Wer sich angegriffen fühlt, verteidigt sich. Wer Angst vor Schuld hat, verschweigt Probleme. Beides kostet Tempo.
Ein belastbares Team trennt Rückschläge von Identität. Es fragt nicht zuerst: Wer war schuld? Es fragt: Welche Annahme war falsch? Was haben wir zu spät gesehen? Was ändern wir jetzt konkret?
Das ist nicht weich. Es ist anspruchsvoll. Denn es verlangt Klarheit ohne Demütigung. Konsequenz ohne Theater. Und die Fähigkeit, unangenehme Erkenntnisse auszuhalten.
Resilienz ist keine Heldengeschichte
Founder Resilience wird oft als persönliche Stärke erzählt. Morgenroutine, Disziplin, mentale Härte. Das kann helfen. Aber ein Startup wird nicht dadurch stabil, dass eine Person alles trägt.
Im Gegenteil: Wenn alles an einer Gründerperson hängt, entsteht ein Risiko. Entscheidungen stauen sich. Unsicherheit wird versteckt. Das Team wartet auf Signale von oben.
Resilienz ist deshalb Teamarbeit. Klare Rollen, ehrliche Kommunikation, realistische Prioritäten und frühe Konfliktklärung machen ein Unternehmen robuster als jeder Durchhaltepost auf LinkedIn.
Was bleibt, wenn es eng wird
Gründer brauchen keine Motivationsfloskeln, wenn es schwierig wird. Sie brauchen ein Team, das der Realität standhält. Sie brauchen Werte, die Entscheidungen erleichtern. Und sie brauchen den Mut, weniger zu versprechen und klarer zu führen.
Resilienz zeigt sich nicht darin, dass ein Startup nie wackelt. Sie zeigt sich darin, wie schnell es wieder ehrlich auf die Lage schaut und handlungsfähig wird.
Das beginnt nicht in der Krise. Es beginnt im Alltag: in Meetings, bei Fehlern, in Kundengesprächen und in der Art, wie Prioritäten gesetzt werden.
Autor Kevin Kwasniok
Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.
SHIFT entwickelt nachhaltige Smartphones mit Fokus auf Reparierbarkeit und Nachhaltigkeit. Im Interview spricht das Unternehmen über neue Entwicklungen und Erfahrungen nach der Teilnahme an der The Green Deal Show
Wie entstand die Idee zu SHIFT und was hat euch damals an der Elektronikbranche besonders gestört?
Die Idee zu SHIFT entstand aus der Überzeugung, dass Technik den Menschen dienen sollte – und nicht umgekehrt. Gleichzeitig haben wir beobachtet, wie Smartphones immer geschlossener wurden. Akkus ließen sich nicht mehr so einfach wechseln, Displays waren verklebt und selbst kleine Reparaturen wurden teuer oder unmöglich.
Dabei waren Smartphones längst zu einem unverzichtbaren Alltagsbegleiter geworden. Gerade deshalb haben wir uns gefragt: Warum gibt es eigentlich keine nachhaltige Alternative? Warum sollten Geräte, die uns täglich begleiten, nicht langlebig, reparierbar und fair produziert sein?
Auch aus dieser Frage heraus entstand SHIFT.
Wann wurde euch klar, dass nachhaltige Smartphones für viele Menschen ein wichtiges Thema werden könnten?
Relativ früh. Smartphones sind heute eines der wichtigsten Alltagsprodukte überhaupt. Fast jede Person besitzt eines und nutzt es täglich. Gleichzeitig wächst bei vielen Menschen das Bewusstsein dafür, welche Auswirkungen unser Konsum auf Umwelt und Gesellschaft hat.
Uns war deshalb schnell klar: Wenn Nachhaltigkeit in unserem Alltag eine Rolle spielen soll, dann muss sie auch bei Smartphones ankommen. Die Herausforderung bestand nicht darin, Menschen von der Bedeutung des Themas zu überzeugen, sondern eine echte Alternative anzubieten.
SHIFT setzt auf reparierbare und langlebige Geräte. Warum ist dieser Ansatz aus eurer Sicht so entscheidend?
Der größte Teil der Umweltbelastung eines Smartphones entsteht nicht bei der Nutzung, sondern bereits bei seiner Herstellung. Rohstoffe müssen gewonnen, Komponenten produziert und Geräte um die halbe Welt transportiert werden.
Deshalb ist die nachhaltigste Technik oft die, die man bereits besitzt. Je länger ein Gerät genutzt wird, desto besser verteilt sich dieser ökologische Rucksack über die Jahre. Reparierbarkeit ist dafür der Schlüssel. Ein gesprungenes Display oder ein schwächer werdender Akku sollten nicht dazu führen, dass ein komplettes Smartphone ersetzt werden muss. Stattdessen sollten einzelne Komponenten einfach austauschbar sein.
Genau deshalb entwickeln wir unsere Geräte modular und reparierbar.
Welche Herausforderungen begegnen euch bei fairer und nachhaltiger Elektronikproduktion am häufigsten?
Viele Prozesse in der Elektronikindustrie sind auf riesige Stückzahlen und maximale Kosteneffizienz ausgelegt. Wer Nachhaltigkeit, Reparierbarkeit und faire Arbeitsbedingungen konsequent mitdenkt, schwimmt häufig gegen den Strom.
Ein gutes Beispiel ist der Wasserschutz. Lange galt in der Branche die Annahme, dass sich hohe Reparierbarkeit und guter Schutz gegen Wasser kaum miteinander vereinbaren lassen. Mit dem SHIFTphone 8 konnten wir zeigen, dass beides möglich ist. Das Gerät verfügt über die Schutzklasse IP66 und bleibt dennoch modular aufgebaut. Für diesen Ansatz wurden wir unter anderem mit dem Deutschen Nachhaltigkeitspreis und dem Bundespreis Ecodesign ausgezeichnet.
Wie schafft es SHIFT, Nachhaltigkeit, Technik und Alltagstauglichkeit miteinander zu verbinden?
Unser Ziel war nie, Menschen zu erklären, dass sie auf etwas verzichten müssen. Nachhaltige Technik muss im Alltag überzeugen. Deshalb entwickeln wir Produkte, die die Funktionen bieten, die Menschen wirklich brauchen, und gleichzeitig fairer, langlebiger und reparierbarer sind.
Wir glauben, dass Nachhaltigkeit dann erfolgreich ist, wenn sie nicht komplizierter, sondern besser wird. Genau daran arbeiten wir jeden Tag.
Ihr wart am 29. Mai 2026 in der zweiten Folge von The Green Deal Show zu sehen. Wie habt ihr die Teilnahme erlebt?
Die Teilnahme hat uns viel Spaß gemacht. Besonders beeindruckt hat uns die Energie vor Ort und die gemeinsame Überzeugung, dass nachhaltige Ideen mehr Sichtbarkeit verdienen.
Oft scheitern gute Lösungen nicht daran, dass sie nicht funktionieren, sondern daran, dass zu wenige Menschen von ihnen erfahren. Genau hier setzt das Format an. Die Green Deal Show bringt nachhaltige Innovationen auf eine große Bühne und zeigt, was heute bereits alles möglich ist. Teil davon zu sein, war für uns eine tolle Erfahrung.
Mit welchen Erwartungen seid ihr damals in The Green Deal Show gegangen?
Unser wichtigstes Ziel war Reichweite und Sichtbarkeit für unsere Mission. Wir wollten zeigen, dass nachhaltige Elektronik nicht nur eine Nische sein muss und dass auch aus Deutschland heraus innovative Hardware entwickelt werden kann.
Gleichzeitig waren wir gespannt auf die Gespräche mit den Creator und den anderen Unternehmen. Die Kombination aus Unternehmertum, Nachhaltigkeit und Reichweite fanden wir von Anfang an sehr spannend.
Gab es nach der Ausstrahlung neue Chancen, Partnerschaften oder Reaktionen aus der Community?
Absolut. Wir haben viele positive Rückmeldungen aus der Community erhalten und gemerkt, dass das Thema nachhaltige Elektronik bei vielen Menschen einen Nerv trifft.
Darüber hinaus haben sich zahlreiche spannende Gespräche ergeben – sowohl mit Creator als auch mit anderen Unternehmen aus dem Nachhaltigkeitsbereich.
Konnte SHIFT durch The Green Deal Show einen Deal abschließen oder wichtige Gespräche führen?
Ja, wir konnten einen Deal abschließen und auch sehr gute und vielversprechende Gespräche führen. Dem möchten wir aktuell aber noch nicht vorweggreifen. Ihr dürft also weiterhin gespannt sein.
Besonders schön daran ist, dass daraus nicht nur einzelne Posts oder kurzfristige Werbemaßnahmen entstanden sind, sondern eine langfristig angelegte Zusammenarbeit. Genau solche Partnerschaften wünschen wir uns: Kooperationen, die auf gemeinsamen Werten basieren und nachhaltige Themen über einen längeren Zeitraum sichtbar machen.
Wie ging es für euch nach der Sendung weiter und welche Entwicklungen haben sich seitdem ergeben?
Während der GreenDealShow wurde erstmalig offiziell und vor laufender Kamera das SHIFTed-Projekt bekanntgegeben. Carsten erwähnte in einem Nebensatz, dass wir ab jetzt nicht mehr nur noch SHIFTphones auf den Markt bringen und somit die Android-Welt mit nachhaltigen Geräten bedienen, sondern darüber hinaus auch iPhones SHIFTen werden, also nachhaltige Lösungen für die iOS-Welt ermöglichen. Das ist ein wichtiger Meilenstein in der SHIFT-Geschichte, der eng mit der Veröffentlichung der GreenDealShow verknüpft war. Jetzt sind wir sehr gespannt darauf, wie gut das Produkt angenommen wird und welche Schritte wir in naher Zukfunt im SHIFTed-Kosmos gehen können.
Was unterscheidet SHIFT aus eurer Sicht von klassischen Smartphone-Herstellern?
Der größte Unterschied beginnt bei der Frage, wofür ein Unternehmen eigentlich existiert.
Viele Hersteller sind darauf ausgerichtet, möglichst viele neue Geräte zu verkaufen. Unser Ziel ist es dagegen, Geräte zu entwickeln, die möglichst lange genutzt werden können. Deshalb setzen wir auf Reparierbarkeit, modulare Bauweisen und eine konsequente Kreislaufwirtschaft.
Mit dem SHIFTphone 8 konnten wir außerdem zeigen, dass sich Reparierbarkeit und Wasserschutz nicht ausschließen müssen.
Darüber hinaus verstehen wir uns als sinnorientiertes Unternehmen. Wirtschaftlicher Erfolg ist wichtig, aber nicht unser Selbstzweck. Unser Ziel ist es, positiven Wandel in der Elektronikbranche voranzutreiben und zu zeigen, dass Technologie auch fairer, nachhaltiger und transparenter gestaltet werden kann.
Würdet ihr anderen nachhaltigen Startups empfehlen, bei The Green Deal Show mitzumachen?
Definitiv.
Nachhaltige Startups stehen oft vor der Herausforderung, dass ihre Lösungen zwar relevant sind, aber zu wenig Aufmerksamkeit bekommen. Die Green Deal Show bietet die Möglichkeit, genau das zu ändern.
Das Format bringt Reichweite, spannende Persönlichkeiten und nachhaltige Innovationen zusammen. Gleichzeitig entstehen wertvolle Kontakte und neue Perspektiven. Für uns war die Teilnahme deshalb eine rundum positive Erfahrung.
Welche drei Tipps würdet ihr Gründer geben, die heute ein nachhaltiges Tech-Startup aufbauen möchten?
Testet eure Idee früh mit echten Menschen.
Crowdfunding kann dafür ein hervorragendes Werkzeug sein. Man erhält ehrliches Feedback, baut eine Community auf und reduziert gleichzeitig das Risiko, an den Bedürfnissen der Nutzer vorbeizuentwickeln.
Denkt in Kooperationen statt in Konkurrenz.
Gerade im Nachhaltigkeitsbereich sitzen viele Unternehmen letztlich im selben Boot. Wer Verbündete sucht statt Wettbewerber zu bekämpfen, kann oft deutlich mehr Wirkung erzielen.
Denkt früh über die langfristige Ausrichtung eures Unternehmens nach.
Fragt euch, wem das Unternehmen gehören soll und wie ihr sicherstellt, dass die ursprüngliche Mission auch in zehn oder zwanzig Jahren noch Bestand hat. Nachhaltigkeit sollte nicht nur im Produkt stecken, sondern auch in der Struktur des Unternehmens selbst.
Die Mendo KI Adoption steht im Mittelpunkt einer neuen Finanzierungsrunde. Das französische Startup hat 12 Millionen Euro eingesammelt, um Unternehmen bei der Einführung generativer und agentischer KI zu unterstützen. Gleichzeitig will Mendo seine Position als führende Plattform für KI Adoption in Europa ausbauen.
Mendo, das auf die unternehmensweite Einführung generativer und agentischer KI spezialisierte Startup, hat eine Series-A-Finanzierung abgeschlossen. Die Runde umfasst 12 Millionen Euro und folgt auf eine Seed-Finanzierung über 3,5 Millionen Euro im Oktober 2024.
Ventech und Educapital führten die Runde an. Außerdem beteiligten sich Tomcat und OVNI. Mit dem frischen Kapital will Mendo den Roll-out seiner Plattform in großen europäischen Unternehmen beschleunigen.
Mendo KI Adoption gewinnt an Bedeutung
Seit seiner Gründung im Jahr 2021 verfolgt Mendo ein klares Ziel. Das Unternehmen will die Lücke zwischen leistungsfähigen KI-Lösungen und deren tatsächlicher Nutzung im Arbeitsalltag schließen.
Die Plattform integriert sich direkt in Anwendungen wie Microsoft 365 Copilot, ChatGPT, Gemini und Mistral AI. Dadurch unterstützt sie Mitarbeitende dabei, relevante Anwendungsfälle zu entdecken und KI sinnvoll einzusetzen.
Unternehmen können somit den Nutzen ihrer Investitionen besser ausschöpfen. Gleichzeitig bleibt der Mensch im Mittelpunkt der Einführung.
Warum viele KI Projekte scheitern
Laut Gartner erreichen rund 70 Prozent aller KI- und Agentik-Projekte nie den produktiven Einsatz. Allerdings liegt das Problem selten bei der Technologie selbst.
Viel häufiger fehlt die Akzeptanz innerhalb der Teams. Deshalb konzentriert sich Mendo gezielt auf die Einführung und Nutzung von KI im Arbeitsalltag.
Die Plattform hilft Unternehmen dabei, Mitarbeitende zu qualifizieren und die Nutzung langfristig zu verankern.
Agentische KI verändert Unternehmen
Mit agentischer KI beginnt eine neue Entwicklungsstufe für Unternehmen. Es geht nicht mehr nur darum, einzelne Aufgaben zu automatisieren.
Vielmehr entstehen robuste und sichere Dienste, die verschiedene KI-Modelle miteinander verbinden. Dadurch wird KI zunehmend zum operativen Rückgrat moderner Organisationen.
Sie unterstützt Prozesse, verknüpft Abteilungen und beeinflusst die Leistungsfähigkeit des gesamten Unternehmens. Dennoch bleibt die größte Herausforderung der Mensch. Unternehmen müssen neue Arbeitsweisen etablieren und ihre Teams aktiv mitnehmen.
Mendo begleitet den Wandel im Arbeitsalltag
Genau hier setzt Mendo an. Die Plattform hilft Unternehmen dabei, den tatsächlichen Mehrwert von KI zu erkennen.
Sie beantwortet zentrale Fragen: Wo entsteht echter Nutzen? Welche Prozesse sollten neu gedacht werden? Und an welchen Stellen lohnt sich der Einsatz von KI-Agenten?
„Mit der Agentik wechselt die KI ihren Status: Sie ist nicht länger ein Werkzeug, das ein paar Stunden pro Woche spart, sondern die Schicht, die sämtliche Abläufe eines Unternehmens orchestriert und steuert“, sagt Quentin Amaudry, CEO und Mitgründer von Mendo.
Er betont außerdem, dass kein Unternehmen diesen Wandel erfolgreich bewältigen wird, ohne seine Mitarbeitenden einzubeziehen und die Organisation weiterzuentwickeln.
Neue Finanzierung beschleunigt Wachstum
Die Finanzierungsrunde markiert den nächsten wichtigen Schritt für Mendo. Bereits heute nutzen mehr als 100 große Organisationen die Plattform. Dazu gehören unter anderem PwC, Novo Nordisk und Crédit Agricole.
Seit dem Start hat Mendo europaweit rund 100.000 Beschäftigte begleitet. Nun plant das Unternehmen die nächste Wachstumsphase.
Die neuen Mittel fließen in drei zentrale Bereiche:
Ausbau der Analysefunktionen zur Bewertung von KI-Nutzung und ROI
Verdopplung der Belegschaft von 50 auf 100 Mitarbeitende
Beschleunigung der Expansion in den wichtigsten europäischen Märkten
Darüber hinaus will Mendo die Einführung von KI-Agenten noch besser begleiten und deren Wirkung messbar machen.
Nach Angaben des Unternehmens erzielen Kunden bereits heute eine bis zu sechsmal höhere Adoption als bei herkömmlichen Methoden.
Investoren sehen großes Potenzial für KI Adoption
Die Investoren sehen in Mendo einen wichtigen Baustein für die Zukunft der Arbeitswelt.
Audrey Soussan, General Partner bei Ventech, betont, dass viele Unternehmen zwar in KI investieren, jedoch häufig Schwierigkeiten bei der praktischen Einführung haben.
Mendo löse genau dieses Problem. Die Plattform begleite Unternehmen von der Analyse bestehender Anwendungsfälle über die Weiterbildung der Teams bis hin zum Einsatz eigener KI-Agenten.
Auch Educapital sieht großes Potenzial. Litzie Maarek erklärt, dass agentische KI zunehmend die Zukunft der Arbeit prägt. Unternehmen müssten ihre Mitarbeitenden deshalb kontinuierlich befähigen, mit KI-Agenten zu arbeiten.
Mendo will europäische Referenz werden
Für Tomcat ist die Entwicklung vergleichbar mit dem Aufstieg des Internets vor 25 Jahren. KI werde zu einer unverzichtbaren Infrastruktur für die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen.
Patrice Thiry, Präsident von Tomcat, sieht den entscheidenden Wettbewerbsvorteil nicht in der Technologie selbst, sondern in ihrer erfolgreichen Nutzung durch Mitarbeitende.
Mendo habe früh erkannt, dass nachhaltige Wertschöpfung aus dem Zusammenspiel von künstlicher und menschlicher Intelligenz entsteht. Deshalb trauen die Investoren dem Unternehmen zu, zur europäischen Referenz für KI Adoption in Unternehmen zu werden.
Baby, Business und Skalierung, Schluss mit dem Strand-Mythos: Die ungeschönte Wahrheit über Familie und Business-Skalierung
Du kennst das Bild. Eine strahlende Gründerin sitzt am weißen Sandstrand. Der Laptop balanciert locker auf den Knien. Daneben schlummert das Baby selig im Schatten… Klingt zu gut, um wahr zu sein?
Die Realität sieht meistens anders aus. Du zerreißt dich täglich zwischen vollen Windeln, Teenager-Problemen, dem Alltag und dem Aufbau deines Unternehmens. Und genau in dem Moment, in dem der wichtigste Kunden-Call des Monats ansteht, geht in der Familie garantiert irgendetwas schief. Das ist kein persönliches Versagen. Das ist der ganz normale Wahnsinn. Wir müssen endlich mehr ungeschönte Realität wagen. Egal wie erfolgreich du bist oder wie lange du im Business stehst. Es gibt immer wieder Situationen, die dich an den Rand des Wahnsinns treiben. Es gibt Tage, da zweifelst du an deiner gesamten Existenz. Manchmal willst du den ganzen Scheiß einfach hinwerfen. Lass uns das bitte normalisieren. Erfolg bedeutet nicht, dass permanent goldene Millionen vom Himmel regnen, während du im Dauer-Zen-Modus bist. Dieses verzerrende Bild erzeugt einen brutalen Druck, besonders bei Anfängerinnen.
Die unsexy Basis-Arbeit statt Glitzerstaub
Viele Gründerinnen glauben, sie müssten nur fest genug meditieren oder das nächste glitzernde Marketing-Tool kaufen, um erfolgreich zu sein. Doch ein hochprofitables Unternehmen entsteht durch strategische, unsexy Basis-Arbeit. Natürlich spielt das Mindset eine große Rolle, aber ohne harte, strukturelle Arbeit bleibt dein Traum von einer erfolgreichen Selbständigkeit nur ein teures Hobby.
Das Spannende ist, die Zutaten für Erfolg bleiben oft gleich. Du musst sie nur je nach Wachstumsphase völlig neu zusammensetzen. Was dich auf fünfstellige Monatsumsätze bringt, bringt dich nicht automatisch auf dreißigtausend oder fünfzigtausend Euro im Monat. Hier setzt cleveres Skalieren an. Skalierung bedeutet nicht, dass du noch mehr schuftest und nachts am Schreibtisch kollabierst. Es bedeutet, dass deine Prozesse klüger werden. Du willst ein hochprofitables Unternehmen aufbauen, ohne dich permanent wie eine Rabenmutter zu fühlen. Das klappt nur mit Fokus und knallharten Regeln.
Harte Regeln für den Familienfrieden
Der größte Hebel für echte Vereinbarkeit sind klare Absprachen. Wenn du am Laptop sitzt, arbeitest du. Völlig egal, ob du im Homeoffice oder am Küchentisch sitzt. Arbeit ist echte Arbeit. In dieser Fokuszeit wirst du nicht gestört. Genau wie dein Partner feste Arbeitszeiten hat, brauchst du diese unumstößlichen Grenzen auch. Sobald du ein Reel drehst oder einen Text schreibst, bist du im Business-Modus.
Kommuniziere von Anfang an glasklar mit deinem Partner. Welche Unterstützung erwartest du und worauf legst du Wert. Das verhindert schwelende Konflikte im Alltag. Und um eins ganz offen zu sagen, am Anfang wirst du eventuell mehr Zeit investieren und weniger verdienen, aber das Ziel ist weniger arbeiten und mehr verdienen.
Als ich 2017 von offline zu online geswitcht bin, musste ich diese Grenzen sogar der erweiterten Familie beibringen. Da hieß es oft am Telefon: „Du bist doch eh zu Hause, du hast doch frei“. Meine Lösung war einfach und effektiv: Handy aus, Benachrichtigungen stummgeschaltet und Fokuszeit. Gleiches gilt heute übrigens für mein gesamtes Team.
Smarte Prozesse für wahre Vereinbarkeit
Viele Gründerinnen machen den Fehler, sofort ein riesiges Equipment und ein großes Team aufzubauen. Das ist ein klassischer Denkfehler. Am Anfang musst du die Dinge selbst im Kern verstehen. Du musst wissen, wie Marketing funktioniert. Du musst verkaufen lernen. Erst wenn die Umsätze stabil stehen, macht ein Team Sinn. Dank moderner Tools und KI muss dieses Team heute auch nicht mehr riesig sein. Künstliche Intelligenz kann dir zeitfressende Entwürfe oder administrative Aufgaben abnehmen. Das spart dir Stunden, die du für deine Kinder oder für dich nutzen kannst.
Für echte Vereinbarkeit brauchst du funktionierende Strukturen. Setze auf asynchrone Kommunikation. Du musst für deine Kunden nicht rund um die Uhr auf Abruf bereitstehen. Richte feste Zeitfenster für Nachrichten ein und nutze strikte Fokus-Blöcke. Zwei Stunden konzentriertes Arbeiten bringen dich weiter als sechs Stunden Ablenkung zwischen Kindergeschrei und Social-Media-Scrollen.
Wenn du Menschen einstellst, suche Experten, die in ihrem Bereich besser sind als du. Trotzdem darfst du unliebsame Aufgaben nicht einfach blind abgeben, sondern musst sie verstehen. Ich zum Beispiel hasse Buchhaltung. Sie ist jeden Monat meine persönliche Nemesis. Trotzdem verstehe ich die Grundlagen. Nur so kann ich Investitionen strategisch und intelligent steuern. Wer die Basics ignoriert, verliert die Kontrolle über sein Unternehmen.
Skalierung ist kein Zufall. Sie ist das Ergebnis von klugen Systemen und unsexy Strukturen, die dir am Ende die wahre Freiheit schenken.
ShopAgentic Finanzierung bringt 1,9 Millionen Euro für Agentic Commerce
Die ShopAgentic Finanzierung markiert einen wichtigen Schritt für die Zukunft des digitalen Handels. Das Startup aus Hannover hat 1,9 Millionen Euro in einer Pre-Seed-Runde eingesammelt und entwickelt eine Plattform, mit der Händler ihre Systeme auf autonome KI-Agenten vorbereiten können.
Hannover, 11. Juni 2026 – Das Hannoveraner Startup ShopAgentic hat eine Pre-Seed-Finanzierungsrunde über 1,9 Millionen Euro abgeschlossen. Die Runde führten May Ventures und Greenfield Capital an. Außerdem beteiligen sich mehrere internationale Business Angels sowie Experten aus der E-Commerce- und Softwarebranche.
ShopAgentic entwickelt eine Technologieplattform, mit der Händler und Marken ihre Systeme auf den Einsatz autonomer KI-Agenten vorbereiten können.
ShopAgentic Finanzierung treibt Wachstum voran
Laut einer Analyse von Deloitte werden bis 2030 rund 25 Prozent aller weltweiten E-Commerce-Umsätze durch KI-Agenten initiiert oder unterstützt. Deshalb verändern sich nicht nur die Einkaufserlebnisse der Verbraucher. Auch die technischen Anforderungen an Händler und Marken steigen deutlich.
„Der digitale Handel steht vor einem grundlegenden Wandel“, sagt Alexander Ringsdorff, CEO und Mitgründer von ShopAgentic.
„Wenn KI-Agenten künftig selbstständig Produkte auswählen und kaufen, müssen Händler ihre Systeme darauf ausrichten. Genau dafür bauen wir die technologische Infrastruktur.“
Agentic Commerce verändert den digitalen Handel
Im Gegensatz zu vielen allgemeinen KI-Lösungen verfolgt ShopAgentic einen arbeitsteiligen Ansatz. Jeder KI-Agent übernimmt eine klar definierte Aufgabe im Handelsprozess. Dazu zählen Produktdatenmanagement, Preisgestaltung, Kundenservice und Fulfillment.
Dadurch laufen viele operative Prozesse automatisch ab. Gleichzeitig behalten Händler die Kontrolle über Strategie, Prioritäten und Geschäftsergebnisse.
KI Agenten sollen Handelsprozesse automatisieren
Der Einsatz autonomer KI-Agenten eröffnet neue Möglichkeiten für Unternehmen. Händler können Prozesse effizienter gestalten und schneller auf Marktveränderungen reagieren.
Zugleich unterstützt die Plattform Unternehmen dabei, ihre bestehende Infrastruktur zukunftssicher auszurichten. Dadurch wird der Einstieg in Agentic Commerce deutlich einfacher.
Niedrige Einstiegshürden für Händler
Ein zentraler Vorteil der Lösung liegt in den geringen Einstiegshürden. ShopAgentic ergänzt bestehende Handelsplattformen oder wird als eigenständige Lösung eingesetzt.
Unternehmen müssen weder ihre Infrastruktur austauschen noch langjährige Transformationsprojekte starten. Besonders Händler mit eigenen E-Commerce-Systemen profitieren davon. Sie können sich auf autonome KI-Agenten vorbereiten, ohne ihre Technologielandschaft grundlegend zu verändern.
Mit dem frischen Kapital will das Unternehmen die Produktentwicklung beschleunigen. Außerdem plant ShopAgentic weitere Integrationen mit relevanten Systemen im Handelsökosystem. Ebenso soll das Team wachsen und der breitere Marktstart vorbereitet werden.
Investoren setzen auf Agentic Commerce
Für die Investoren adressiert ShopAgentic einen Markt mit erheblichem Wachstumspotenzial.
„Die nächste Generation von Commerce-Software wird nicht nur für Menschen, sondern auch für KI-Agenten entwickelt werden müssen“, sagt Dominik Lohle, Managing Partner von May Ventures.
„ShopAgentic adressiert diese Entwicklung von Beginn an und schafft die dafür notwendige Infrastruktur.“
Neue Zahlungsmodelle für autonome Agenten
Auch Greenfield Capital investierte mit Blick auf die langfristige Entwicklung autonomer Agentensysteme und neuer Zahlungsinfrastrukturen.
Der Investor sieht insbesondere Agent-to-Agent-Payments als wichtigen Baustein der künftigen Handelsarchitektur. Dabei führen KI-Agenten Transaktionen direkt untereinander aus, ohne klassische Zahlungsnetzwerke zu nutzen.
„KI-Agenten kaufen nicht so ein wie Menschen, und schon bald werden sie auch nicht mehr so bezahlen wie Menschen“, sagt Claude Donzé, Principal bei Greenfield Capital.
„Stablecoins eignen sich ideal für Transaktionen zwischen Agenten. Sie ermöglichen eine sofortige Abwicklung, programmierbare Bedingungen und sind nicht auf für Menschen entwickelte Zahlungsnetzwerke angewiesen. ShopAgentic entwickelt die Händlerseite genau dieser zukünftigen Infrastruktur.“
Erfahrenes Gründerteam hinter ShopAgentic
Hinter ShopAgentic stehen Alexander Ringsdorff und Kai-Thomas Krause. Beide Gründer haben bereits mehrere technologische Veränderungen im Handel begleitet.
Im Jahr 2011 gründeten sie CouchCommerce, einen frühen Anbieter von Mobile-Commerce-Lösungen für Smartphones und Tablets. Später gehörten sie außerdem zum Gründerteam von NewStore. Die Softwareplattform wird heute von internationalen Marken für den Omnichannel-Handel genutzt.
Mit ShopAgentic konzentrieren sich die Gründer nun auf die nächste Entwicklungsstufe des digitalen Handels. Im Mittelpunkt steht der Einsatz autonomer KI-Agenten entlang der gesamten Customer Journey.
Das Unternehmen wurde im Dezember 2025 gegründet und hat seinen Sitz in Hannover.
MYNE entwickelt maßgefertigte BHs auf Basis eines KI-gestützten Smartphone-Scans und setzt damit neue Maßstäbe für individuelle Passform. Im Interview spricht das Gründerteam über die Vision, Standardgrößen durch personalisierte Fertigung zu ersetzen.