Freitag, November 6, 2026
Start Blog Seite 15

Mehr als nur Werbung: Wie AdAutomation die digitale Kundengewinnung für Unternehmen vereinfacht

0
AdAutomation: Unternehmen vereinfachen Kundengewinnung Emre Cosmus Ad Automation

AdAutomation unterstützt Unternehmen dabei, ihre digitale Kundengewinnung mit Werbekampagnen, Landingpages und einer zentralen Verwaltung von Kundenanfragen zu vereinfachen.

Können Sie sich und AdAutomation kurz vorstellen und erzählen, wie die Idee zur Gründung entstanden ist?

Mein Name ist Emre Cosmus, ich bin Gründer von AdAutomation und komme aus dem Performance Marketing. Ich beschäftige mich seit mehreren Jahren damit, wie Unternehmen über digitale Werbung neue Kunden gewinnen können. AdAutomation verbindet KI-gestützte Werbekampagnen, Landingpages und die Verwaltung von Kundenanfragen in einer Plattform.

Die Idee ist aus meiner praktischen Arbeit entstanden. Viele kleinere Unternehmen brauchen Unterstützung bei der Kundengewinnung, haben aber weder ein eigenes Marketingteam noch die Zeit, verschiedene Systeme selbst zu betreuen. Ich wollte die Abläufe, die dafür notwendig sind, einfacher zugänglich machen und in einer Software zusammenführen.

Sie kommen aus dem Performance Marketing. Welche Erfahrungen aus dieser Zeit haben Ihnen gezeigt, dass es eine Plattform wie AdAutomation braucht?

Eine zentrale Erfahrung war, dass eine gute Werbeanzeige allein noch keine erfolgreiche Kundengewinnung ausmacht. Nach dem Klick muss vieles zusammenpassen: die Landingpage, das Formular, die Erfassung der Anfrage und die anschließende Bearbeitung durch das Unternehmen.

Gerade an diesen Übergängen entstehen häufig Probleme. Kontakte werden in unterschiedlichen Systemen gespeichert, Rückmeldungen erfolgen zu spät oder es fehlt die Übersicht darüber, welche Anfragen bereits bearbeitet wurden. Für mich wurde dadurch deutlich, dass wir den gesamten Ablauf betrachten müssen. Nur die Anzeigen zu optimieren, greift zu kurz.

Welches konkrete Problem lösen Sie mit AdAutomation für kleine und mittlere Unternehmen?

Wir reduzieren den technischen und organisatorischen Aufwand, der mit digitaler Kundengewinnung verbunden ist. Viele Unternehmen müssen dafür mehrere Werkzeuge kombinieren und sich Wissen über Werbung, Landingpages und Kontaktverwaltung aneignen. Das kostet Zeit, die im Tagesgeschäft oft fehlt.

AdAutomation bündelt diese Aufgaben. Unternehmen können Kampagnen erstellen, Interessenten auf passende Landingpages führen und eingehende Anfragen zentral bearbeiten. Unser Ziel ist, dass sie schneller einen strukturierten Prozess aufbauen und sich stärker auf Beratung, Angebote und Kundenbeziehungen konzentrieren können.

AdAutomation verbindet Werbekampagnen, Landingpages und die Verwaltung eingehender Kundenanfragen. Wie funktioniert dieser Prozess in der Praxis?

Am Anfang stehen das Angebot des Unternehmens und die Zielgruppe. Darauf aufbauend werden Werbeanzeigen und eine passende Landingpage erstellt. Ein Interessent sieht beispielsweise eine Anzeige auf Facebook oder Instagram, gelangt auf die Landingpage und kann dort eine Anfrage stellen.

Die übermittelten Kontaktdaten werden im integrierten CRM erfasst. Das Unternehmen kann anschließend nachvollziehen, welche Anfragen neu sind, wer bereits kontaktiert wurde und welche nächsten Schritte anstehen. So entsteht ein zusammenhängender Ablauf von der Anzeige bis zur Bearbeitung des Kontakts. Das persönliche Gespräch und der Verkaufsabschluss bleiben dabei Aufgaben des Unternehmens.

Welche Rolle spielt künstliche Intelligenz innerhalb der Plattform und an welchen Stellen übernimmt sie Aufgaben, die bisher manuell erledigt werden mussten?

KI unterstützt vor allem bei der Erstellung von Anzeigentexten und statischen Werbemitteln. Sie hilft dabei, verschiedene Ansprachevarianten für ein Angebot zu entwickeln. Dadurch lassen sich Ideen schneller umsetzen und testen, als wenn jede Variante vollständig manuell erstellt werden müsste.

Dabei unterscheiden wir zwischen KI und klassischer Automatisierung. Die Übertragung einer Anfrage ins CRM ist beispielsweise ein automatisierter Prozess, benötigt aber nicht zwangsläufig KI. Uns geht es darum, die jeweils passende Technik einzusetzen. Angebot, inhaltliche Richtigkeit und die Bewertung der Ergebnisse brauchen weiterhin menschliche Aufmerksamkeit.

Viele Unternehmen werben derzeit mit KI. Wo schafft KI in der Kundengewinnung tatsächlich einen messbaren Mehrwert und wo stößt sie aus Ihrer Sicht an Grenzen?

Ein gut messbarer Mehrwert liegt zunächst im Zeitaufwand: Wie lange dauert es, eine Kampagne vorzubereiten oder neue Anzeigenvarianten zu erstellen? KI kann diese Arbeit beschleunigen und damit mehr Tests ermöglichen.

Ob daraus wirtschaftlich bessere Ergebnisse entstehen, muss anhand echter Zahlen beurteilt werden. Dazu gehören die Kosten pro qualifizierter Anfrage, die Terminquote und letztlich die gewonnenen Kunden. Mehr Klicks oder günstige Kontakte allein reichen nicht aus.

Grenzen sehe ich dort, wo Marktverständnis, Vertrauen und persönliche Beratung entscheidend sind. KI kann weder ein unattraktives Angebot ausgleichen noch einen guten Verkaufsprozess ersetzen. Außerdem können ihre Vorschläge ungenau oder austauschbar sein. Deshalb bleiben klare Vorgaben und die Prüfung der Inhalte wichtig.

An welche Unternehmen richtet sich AdAutomation besonders und welche Voraussetzungen sollten diese mitbringen, um die Plattform sinnvoll einsetzen zu können?

AdAutomation richtet sich grundsätzlich an alle Unternehmen und Selbstständigen, die online mehr Kundenanfragen generieren möchten – unabhängig von ihrer Branche oder Unternehmensgröße. Die Plattform eignet sich sowohl für Betriebe, die erstmals digitale Werbung einsetzen, als auch für Unternehmen, die ihre bestehende Kundengewinnung vereinfachen und automatisieren möchten.

Wichtige Voraussetzungen sind ein klares Angebot, ein Werbebudget und die Möglichkeit, eingehende Anfragen zeitnah zu bearbeiten. Umfangreiche Marketingkenntnisse oder ein eigenes Marketingteam sind dafür nicht erforderlich.

Der Markt für Marketing-Automatisierung und KI-basierte Werbelösungen wächst. Wodurch unterscheidet sich AdAutomation von bestehenden Plattformen und klassischen Marketing-Agenturen?

Unser Schwerpunkt liegt auf dem zusammenhängenden Ablauf aus Werbung, Landingpage und Anfrageverwaltung. Wir richten diesen Prozess besonders auf kleinere Unternehmen aus, die Kundenanfragen gewinnen möchten und keine eigene Marketingabteilung haben.

Gegenüber einer individuell betreuenden Agentur ist unser Ansatz stärker standardisiert und softwarebasiert. Dadurch lässt sich wiederkehrende Arbeit automatisieren. Eine Agentur kann bei komplexen Strategien oder besonderen Anforderungen weiterhin sinnvoll sein. Wir wollen vor allem Unternehmen erreichen, die einen überschaubaren Einstieg und einen zentralen Ort für ihre digitale Kundengewinnung suchen.

Welche Herausforderungen waren beim Aufbau von AdAutomation bislang am größten und was haben Sie daraus als Gründer gelernt?

Eine der größten Herausforderungen ist, komplexe Abläufe so zu vereinfachen, dass sie für den Anwender verständlich bleiben. Hinter einer scheinbar einfachen Kampagne stehen viele Details: Kontoverknüpfungen, Tracking, Formulare, Datenübertragung und unterschiedliche Anforderungen der Unternehmen.

Meine wichtigste Erkenntnis daraus ist, dass mehr Funktionen nicht automatisch ein besseres Produkt ergeben. Entscheidend ist, ob ein Kunde den Ablauf versteht und damit im Alltag arbeiten kann. Deshalb sind klare Prioritäten, zuverlässige Grundlagen und Rückmeldungen aus der Praxis für mich besonders wichtig.

Wie soll sich AdAutomation in den kommenden Jahren weiterentwickeln und welche Funktionen oder Märkte stehen dabei besonders im Mittelpunkt?

Ich möchte AdAutomation entlang des gesamten Weges von der ersten Anfrage bis zum Kunden weiterentwickeln. Im Mittelpunkt stehen eine noch einfachere Bedienung, bessere Auswertungen zur Qualität der Anfragen und weitere Unterstützung bei deren Bearbeitung. Auch branchenspezifische Vorlagen und Abläufe spielen dabei eine wichtige Rolle.

Geografisch sehe ich den Schwerpunkt zunächst im deutschsprachigen Raum. Mir ist wichtig, die Bedürfnisse unserer Zielgruppen gut zu verstehen und die bestehenden Prozesse zuverlässig weiterzuentwickeln. Welche Funktionen als Nächstes entstehen, soll sich vor allem danach richten, wo Kunden im Alltag den größten Bedarf haben.

Welche drei Tipps würden Sie anderen Gründern mit auf den Weg geben?

Erstens: Sprechen Sie früh mit potenziellen Kunden. Finden Sie heraus, welches Problem regelmäßig auftritt, wie es bisher gelöst wird und ob jemand für eine bessere Lösung bezahlen würde.

Zweitens: Konzentrieren Sie sich auf einen klaren Anwendungsfall. Gerade am Anfang ist die Versuchung groß, für jede Zielgruppe eine weitere Funktion zu bauen. Ein verlässlich gelöstes Problem ist wertvoller als eine lange Funktionsliste.

Drittens: Lernen Sie den Vertrieb genauso ernsthaft wie die Produktentwicklung. Ein gutes Produkt braucht verständliche Kommunikation, persönliche Gespräche und konsequentes Nachfassen. Die Rückmeldungen aus diesen Gesprächen helfen gleichzeitig dabei, das Produkt besser zu machen.

Bildcredits privat

Wir bedanken uns bei Emre Cosmus für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.


Premium Start-up: AdAutomation

adautomation 
Logo transparent

Kontakt:

Emre Cosmus
Josefstraße 113/4
3100 St. Pölten
Österreich

adautomation.io

Ansprechpartner: Emre Cosmus

Social Media:
Instagram
Facebook

Von der Ausbildung zur Top-Digitalagentur: Wie Esat Beluli mit Hypex Media SEO, GEO und KI verbindet

0
Hypex Media: GEO und SEO für digitale Sichtbarkeit Bildrechte / Quelle: Christian Beier / Solinger Tageblatt

Hypex Media verbindet SEO und GEO mit Webentwicklung, KI-Automatisierung und digitalem Marketing, um Unternehmen bei ihrer digitalen Sichtbarkeit zu unterstützen.

Wer steckt hinter Hypex Media und wie ist die Idee entstanden, bereits parallel zur Ausbildung eine eigene Digitalagentur aufzubauen?

Hinter Hypex Media stehen ich, Esat Beluli, als Inhaber und Gründer sowie mein Geschäftspartner Endrin Imeri als Mitgründer.

Die Idee ist eigentlich aus unseren eigenen Erfahrungen im Internet entstanden. Wir waren schon früh in verschiedenen digitalen Bereichen aktiv, unter anderem mit Dropshipping, Reselling und Online-Marketing. Für diese Projekte brauchten wir immer wieder eigene Websites, Landingpages und digitale Verkaufsprozesse, um unsere Produkte und Ideen professionell zu vermarkten.

Mit der Zeit haben wir uns immer tiefer in Webentwicklung und digitales Marketing eingearbeitet und irgendwann gemerkt, dass wir diese Leistungen inzwischen auf einem Niveau umsetzen konnten, mit dem wir auch anderen Unternehmen einen echten Mehrwert bieten können. Genau daraus entstand der Gedanke, warum wir das nur für unsere eigenen Projekte machen sollten.

Gleichzeitig war uns von Anfang an klar, dass wir keine klassische Agentur sein wollten, die nur Websites erstellt. Deshalb haben wir uns intensiv mit Themen wie SEO, GEO für generative Suchsysteme und KI-Automatisierung beschäftigt und uns diese Bereiche mit viel Sorgfalt und Praxis selbst aufgebaut. Aus dieser Kombination entstand schließlich Hypex Media als Digitalagentur.

Dass ich Hypex Media parallel zu meiner Ausbildung aufgebaut habe, war eine bewusste Entscheidung. Meine Ausbildung befindet sich inzwischen auf der Zielgeraden und mein Ziel ist es, mich danach vollständig auf die Selbstständigkeit und den weiteren Aufbau von Hypex Media zu konzentrieren. Die Zeit während der Ausbildung wollte ich deshalb nutzen, um nicht erst nach dem Abschluss bei null anzufangen, sondern bereits ein funktionierendes Unternehmen, Erfahrung und echte Kundenprojekte aufgebaut zu haben.

Esat, du hast Hypex Media sehr jung gemeinsam mit deinem Geschäftspartner aufgebaut. Wie habt ihr die Aufgaben untereinander verteilt und welche Kompetenzen bringt ihr jeweils ins Unternehmen ein?

Die Aufgaben haben sich bei uns relativ natürlich verteilt. Ich übernehme als Inhaber und Gründer vor allem die strategische Ausrichtung von Hypex Media, den Vertrieb, Kundenkontakt, SEO, GEO, Marketing und die Entwicklung neuer Leistungen und Geschäftsbereiche. Mir ist besonders wichtig, früh zu erkennen, welche digitalen Themen für Unternehmen künftig relevant werden und wie wir daraus konkrete Lösungen entwickeln können.

Endrin übernimmt als Mitgründer stärker den technischen Part. Dazu gehören vor allem die Umsetzung von Websites, technische Lösungen und generell der IT-Bereich. Zusätzlich ist er stark in die Projektsteuerung und Organisation eingebunden und sorgt dafür, dass Projekte sauber umgesetzt und Deadlines eingehalten werden.

Wir ergänzen uns dadurch sehr gut. Ich bin stärker auf Vertrieb, Wachstum, Sichtbarkeit und neue digitale Themen fokussiert, während Endrin einen stärkeren Schwerpunkt auf Technik, Umsetzung und Struktur legt. Genau diese Kombination hilft uns dabei, Projekte nicht nur gut zu verkaufen, sondern auch technisch sauber und zuverlässig umzusetzen.

Welche Vision verfolgt ihr mit Hypex Media und wo soll die Agentur in den kommenden Jahren stehen?

Unsere Vision ist klar. Wir wollen Hypex Media langfristig zu einer der führenden Digitalagenturen in Deutschland entwickeln, mit dem Anspruch, irgendwann die Nummer 1 zu sein.

Dafür möchten wir Unternehmen nicht nur bei einzelnen Maßnahmen unterstützen, sondern sie langfristig als strategischer Partner begleiten. Unser Fokus liegt darauf, Webentwicklung, SEO, GEO, KI-Automatisierung und digitales Marketing so miteinander zu verbinden, dass daraus messbare Ergebnisse entstehen.

In den kommenden Jahren wollen wir Hypex Media weiter professionalisieren, unser Leistungsportfolio gezielt ausbauen und zunehmend auch mit größeren Unternehmen zusammenarbeiten. Besonders GEO, KI-Automatisierung und digitale Sichtbarkeit werden dabei eine zentrale Rolle spielen.

Gleichzeitig wollen wir kontrolliert wachsen. Unser Anspruch ist nicht, möglichst schnell möglichst groß zu werden, sondern Qualität, Innovation und saubere Umsetzung beizubehalten. Wenn wir diesen Weg konsequent weitergehen, ist unser langfristiges Ziel, Hypex Media als eine der bekanntesten und stärksten Digitalagenturen Deutschlands zu etablieren.

Welche Unternehmen gehören zu eurer Zielgruppe und bei welchen konkreten Problemen kommen Kunden heute auf Hypex Media zu?

Unsere Zielgruppe sind vor allem kleine und mittelständische Unternehmen, die digital professioneller auftreten, besser gefunden werden und interne Prozesse effizienter gestalten möchten. Dabei arbeiten wir branchenübergreifend, unter anderem mit Unternehmen aus dem Gesundheitsbereich, lokalen Dienstleistungsunternehmen und anderen wachstumsorientierten Betrieben.

Viele Kunden kommen zu uns, weil ihre Website veraltet ist, sie bei Google nicht ausreichend sichtbar sind oder weil sie merken, dass klassische SEO allein künftig nicht mehr ausreicht. Genau dort setzen wir mit Themen wie GEO und KI-Sichtbarkeit an.

Ein weiterer großer Bereich ist Automatisierung. Viele Unternehmen verlieren heute noch sehr viel Zeit durch manuelle Abläufe, etwa bei Kundenanfragen, Terminprozessen, Support oder internen Workflows. Wir schauen uns diese Prozesse an und entwickeln Lösungen, mit denen sich Teile davon sinnvoll automatisieren lassen.

Unser Anspruch ist dabei nicht, einfach einzelne Leistungen zu verkaufen, sondern zuerst zu verstehen, wo beim Unternehmen konkret Potenzial verloren geht und welche digitale Lösung dort wirklich sinnvoll ist.

Ihr verbindet klassische Suchmaschinenoptimierung mit GEO für generative Suchsysteme. Was verändert sich durch ChatGPT, Google AI Overviews und andere KI-Systeme aus eurer Sicht gerade grundlegend bei der digitalen Sichtbarkeit von Unternehmen?

Aus unserer Sicht verändert sich vor allem, wo und wie Menschen heute nach Informationen suchen. Früher war der klassische Weg oft klar. Suchanfrage bei Google, mehrere Ergebnisse vergleichen und anschließend eine Website besuchen. Heute bekommen Nutzer Antworten zunehmend direkt über ChatGPT, Google AI Overviews oder andere KI-Systeme.

Für Unternehmen bedeutet das, dass es nicht mehr ausreicht, nur bei klassischen Google-Suchergebnissen gut zu ranken. Sie müssen auch so aufgestellt sein, dass generative Systeme ihre Inhalte verstehen, einordnen und im besten Fall als relevante Quelle berücksichtigen können.

Genau hier kommt GEO ins Spiel. Es geht darum, Inhalte, Strukturen und externe Signale so aufzubauen, dass eine Marke nicht nur für Suchmaschinen, sondern auch für KI-Systeme eindeutig und vertrauenswürdig wird. Dazu gehören unter anderem saubere Unternehmensinformationen, strukturierte Daten, klare Themenautorität und konsistente externe Erwähnungen.

Wir glauben deshalb, dass sich SEO und GEO künftig nicht gegenseitig ersetzen, sondern immer stärker ergänzen. Unternehmen, die heute schon anfangen, beide Bereiche zusammenzudenken, schaffen sich einen deutlichen Vorsprung bei ihrer digitalen Sichtbarkeit.

GEO wird derzeit von vielen Agenturen als neues Geschäftsfeld entdeckt. Was macht Hypex Media in diesem Bereich konkret und wie messt ihr, ob eure Maßnahmen tatsächlich erfolgreich sind?

Für uns ist GEO kein einzelner Trendbegriff, sondern eine Erweiterung klassischer SEO-Arbeit. Wir schauen uns zunächst an, für welche Themen, Leistungen und Suchintentionen ein Unternehmen in generativen Systemen sichtbar sein sollte und welche Quellen dort aktuell bevorzugt berücksichtigt werden.

Darauf aufbauend optimieren wir unter anderem Inhalte, Seitenstrukturen, Entity-Signale, strukturierte Daten und externe Erwähnungen. Wichtig ist uns dabei, dass Unternehmen nicht nur irgendwo genannt werden, sondern von KI-Systemen möglichst eindeutig verstanden und dem richtigen Themenfeld zugeordnet werden.

Den Erfolg messen wir deshalb nicht nur über klassische Kennzahlen wie Rankings, Klicks und Impressionen, sondern zunehmend auch darüber, ob ein Unternehmen in relevanten KI-Antworten genannt, korrekt beschrieben und als Quelle berücksichtigt wird. Zusätzlich vergleichen wir, wie sich klassische Google-Sichtbarkeit und Sichtbarkeit in generativen Systemen entwickeln.

Gerade weil GEO noch ein relativ junges Feld ist, legen wir großen Wert auf Tests, saubere Dokumentation und darauf, Maßnahmen nicht einfach als Erfolg zu verkaufen, nur weil sie neu klingen. Entscheidend ist für uns immer, ob sich die digitale Sichtbarkeit eines Kunden tatsächlich verbessert.

Neben SEO und GEO bietet Hypex Media auch KI-Automatisierung an. Welche Prozesse lassen sich aus eurer Erfahrung bereits sinnvoll automatisieren und wo stößt KI im Unternehmensalltag noch an Grenzen?

Besonders gut lassen sich heute wiederkehrende und klar strukturierte Prozesse automatisieren. Dazu gehören zum Beispiel erste Kundenanfragen, Terminprozesse, Support, Lead-Erfassung, interne Weiterleitungen oder bestimmte Abläufe im CRM. Gerade bei Unternehmen mit vielen wiederkehrenden Anfragen kann KI sehr viel Zeit sparen und Prozesse deutlich effizienter machen.

Wichtig ist uns aber, Automatisierung nicht um jeden Preis einzusetzen. Nicht jeder Prozess sollte vollständig von KI übernommen werden. Sobald es um komplexe Entscheidungen, sensible Situationen oder individuelle Beratung geht, ist der Mensch weiterhin entscheidend.

Deshalb setzen wir bei Hypex Media eher auf eine sinnvolle Kombination. KI übernimmt Aufgaben, die sich zuverlässig automatisieren lassen, und gibt an einen Menschen weiter, sobald persönliche Einschätzung oder Verantwortung gefragt ist.

Aus unserer Sicht liegt der größte Fehler aktuell darin, KI entweder komplett zu überschätzen oder komplett abzulehnen. Der eigentliche Mehrwert entsteht dort, wo man sehr genau versteht, welche Prozesse automatisierbar sind und wo menschliche Kontrolle unverzichtbar bleibt.

Der Agenturmarkt ist stark umkämpft. Wodurch unterscheidet sich Hypex Media von etablierten Digital- und SEO-Agenturen und warum entscheiden sich Kunden für euch?

Wir versuchen gar nicht, eine klassische Agentur einfach nur etwas moderner aussehen zu lassen. Unser Anspruch ist, Themen miteinander zu verbinden, die bei vielen Anbietern noch getrennt betrachtet werden, also Webentwicklung, SEO, GEO, KI-Automatisierung und digitales Marketing.

Dadurch können wir Unternehmen ganzheitlicher begleiten. Wenn wir zum Beispiel eine Website umsetzen, denken wir nicht nur an Design und Technik, sondern gleichzeitig an Sichtbarkeit, Nutzerführung, Suchmaschinen, generative Systeme und mögliche Automatisierungen.

Ein weiterer Punkt ist unsere Arbeitsweise. Wir sind sehr nah an unseren Kunden, reagieren schnell und schauen uns Projekte individuell an, anstatt nur feste Standardpakete abzuarbeiten. Gerade als junge Agentur müssen wir uns jeden Auftrag durch Qualität und Verlässlichkeit verdienen und genau das prägt unsere Arbeit.

Ich glaube, viele Kunden entscheiden sich für uns, weil sie merken, dass wir uns intensiv mit ihrem Unternehmen beschäftigen und nicht einfach irgendeine Lösung verkaufen wollen. Wir möchten verstehen, was wirklich gebraucht wird und daraus eine Lösung entwickeln, die langfristig funktioniert.

Wie sieht euer aktuelles Geschäftsmodell aus und welche Leistungen tragen derzeit den größten Teil zum Umsatz von Hypex Media bei?

Unser Geschäftsmodell basiert auf einer Mischung aus einmaligen Projektleistungen und wiederkehrenden monatlichen Leistungen. Einmalige Projekte sind vor allem individuelle Websites, Landingpages, technische Umsetzungen und größere digitale Projekte.

Gleichzeitig bauen wir bewusst wiederkehrende Leistungen aus, weil wir unsere Kunden nicht nur einmalig betreuen, sondern langfristig begleiten möchten. Dazu gehören vor allem SEO, GEO, laufende Optimierungen, Automatisierungen und digitales Marketing.

Aktuell machen insbesondere Webprojekte sowie SEO- und GEO-Leistungen einen großen Teil unseres Umsatzes aus. Gleichzeitig sehen wir sehr viel Wachstumspotenzial bei KI-Automatisierung, weil immer mehr Unternehmen erkennen, wie viel Zeit sich durch gut aufgebaute Prozesse sparen lässt.

Langfristig möchten wir den Anteil wiederkehrender Umsätze weiter erhöhen und Hypex Media dadurch noch stabiler und skalierbarer aufstellen.

Ihr sprecht von einem Team hinter Hypex Media. Wie groß ist dieses aktuell, arbeitet ihr mit Festangestellten, Freelancern oder Partnern und wie möchtet ihr das Unternehmen personell weiterentwickeln?

Aktuell ist Hypex Media bewusst noch schlank aufgebaut. Im Kern bestehen wir aus mir als Inhaber und Gründer sowie Endrin als Mitgründer. Zusätzlich arbeiten wir projektbezogen mit externen Partnern und Freelancern zusammen, wenn bestimmte Kompetenzen oder zusätzliche Kapazitäten benötigt werden.

Uns ist wichtig, nicht zu früh eine große feste Struktur aufzubauen, sondern zunächst mit einem flexiblen Modell zu wachsen. So können wir je nach Projekt gezielt die passenden Kompetenzen einbinden und gleichzeitig die Qualität kontrollieren.

Langfristig möchten wir Hypex Media natürlich personell weiter ausbauen. Besonders in den Bereichen Entwicklung, SEO und GEO, Automatisierung und Projektmanagement sehen wir perspektivisch Bedarf. Unser Ziel ist aber, das Team kontrolliert aufzubauen und nur dann zu vergrößern, wenn die Strukturen und das Auftragsvolumen dauerhaft dazu passen.

Was war bislang die schwierigste Phase beim Aufbau von Hypex Media und welche unternehmerische Entscheidung würdet ihr heute anders treffen?

Die schwierigste Phase war für uns wahrscheinlich der Übergang von einzelnen Projekten hin zu einem wirklich strukturierten Agenturgeschäft. Am Anfang macht man vieles gleichzeitig selbst, probiert unterschiedliche Leistungen aus und merkt erst mit der Zeit, welche Prozesse, Angebote und Kundentypen wirklich zu einem passen.

Eine der größten Herausforderungen war deshalb, nicht jedem Projekt und jeder Möglichkeit hinterherzulaufen, sondern klarer zu entscheiden, welche Leistungen wir langfristig anbieten wollen und wo wir wirklich stark sein können.

Rückblickend würden wir früher noch stärker auf klare Prozesse, wiederkehrende Abläufe und eine fokussierte Positionierung setzen. Gerade am Anfang denkt man oft, man müsse möglichst viel anbieten, um keine Chance zu verpassen. Heute wissen wir, dass es langfristig wichtiger ist, in den eigenen Kernbereichen wirklich sehr gut zu sein und dort einen klaren Mehrwert zu schaffen.

Gleichzeitig waren genau diese Erfahrungen wichtig, weil sie uns geholfen haben, Hypex Media strukturierter aufzubauen und Entscheidungen heute deutlich bewusster zu treffen.

Welche konkreten Ziele habt ihr für Hypex Media in den nächsten zwei bis drei Jahren und welchen Rat würdet ihr jungen Gründerinnen und Gründern geben, die bereits während ihrer Ausbildung oder ihres Studiums ein Unternehmen aufbauen möchten?

In den nächsten zwei bis drei Jahren möchten wir Hypex Media deutlich weiterentwickeln, unser Kundenportfolio ausbauen und uns vor allem in den Bereichen SEO, GEO, KI-Automatisierung und Webentwicklung weiter spezialisieren. Unser langfristiges Ziel ist es, Hypex Media zu einer der führenden Digitalagenturen in Deutschland aufzubauen.

Dabei wollen wir aber nicht einfach nur schnell wachsen. Uns ist wichtig, die Strukturen im Unternehmen Schritt für Schritt professioneller aufzubauen, weitere Kompetenzen ins Team zu holen und gleichzeitig die Qualität unserer Arbeit beizubehalten. Wir möchten künftig auch verstärkt mit größeren Unternehmen zusammenarbeiten, ohne dabei die persönliche Betreuung zu verlieren.

Jungen Gründerinnen und Gründern würde ich raten, nicht auf den perfekten Zeitpunkt zu warten. Gerade während einer Ausbildung oder eines Studiums kann man schon sehr viel ausprobieren, lernen und erste Erfahrungen sammeln. Ich finde, man sollte so früh wie möglich anfangen, Verantwortung zu übernehmen und echte Projekte umzusetzen.

Natürlich läuft dabei nicht alles direkt perfekt. Man macht Fehler, ändert seine Meinung und merkt mit der Zeit, welche Entscheidungen gut waren und welche nicht. Genau das gehört aber dazu. Wichtig ist aus meiner Sicht, konsequent weiterzumachen, sich ständig weiterzuentwickeln und nicht bei jeder Schwierigkeit direkt alles infrage zu stellen.

Wenn man früh anfängt und über mehrere Jahre wirklich dranbleibt, kann man sich einen sehr großen Vorsprung aufbauen.

Bildrechte / Quelle:Christian Beier / Solinger Tageblatt

Wir bedanken uns bei Esat Beluli für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Kaffee trifft Künstliche Intelligenz: Wie UNICUP-Chef Kyunghan Bae sein Café in Südkorea digitalisiert

0
UNICUP COMPANY: KI im Café sinnvoll einsetzen Kyunghan Bae Gründer

UNICUP COMPANY zeigt, wie KI im Café bei Menüideen, Postern und kreativen Aufgaben unterstützen kann, während die endgültigen Entscheidungen beim Betreiber bleiben.

Kyunghan, stell dich und UNICUP COMPANY bitte kurz vor. Wie bist du dazu gekommen, 2024 ein eigenes Café in Südkorea zu eröffnen?

Ich bin Kyunghan Bae, Geschäftsführer von UNICUP COMPANY. Seit 2024 betreibe ich ein Café in Südkorea; UNICUP Coffee betreiben wir im Busan International Finance Center. Die Idee hinter der Marke ist ein hochwertiges Kaffeeerlebnis zu einem vernünftigen Preis. Mich interessiert dabei auch die Gestaltung: wie ein Getränk präsentiert wird, welche Menüideen zur Marke passen und was ein Poster auf den ersten Blick erzählt. Diese Arbeit gehört für mich zum Unternehmertum genauso wie der Betrieb vor Ort.

Welche Herausforderungen im täglichen Cafébetrieb haben dich dazu gebracht, Künstliche Intelligenz einzusetzen?

Bei mir geht es vor allem um die kreative Arbeit: Poster gestalten und Menüs weiterentwickeln. Ein neues Angebot braucht eine visuelle Idee, die man schnell versteht. Dafür nutze ich KI, um verschiedene Richtungen auszuprobieren, bevor ich mich auf eine Gestaltung festlege. Ein Poster soll das Getränk und den Anlass der Aktion gut zeigen. Dafür möchte ich mehrere Entwürfe vergleichen können.

Du nutzt KI unter anderem für Menütexte, Aktionen und Antworten auf Kundenbewertungen. Wie sieht dieser Prozess im Alltag konkret aus?

Bei einem Poster ist für mich zuerst die Frage wichtig, was sofort ins Auge fallen soll: das Getränk, ein neues Menü oder eine Aktion. Mit KI kann ich unterschiedliche Bildideen und Anordnungen durchspielen. Text und Bild müssen anschließend zusammenpassen, damit Angebot und Preis schnell zu erkennen sind. Für den Menütext zählt, was das Getränk ausmacht. Bei einer Bewertung gehe ich vom Anliegen des Gastes aus und formuliere die Antwort dazu.

Welche Aufgaben kann KI in einem kleinen Geschäft bereits sinnvoll unterstützen und welche eignen sich aus deiner Erfahrung weniger dafür?

Bei der Menüentwicklung kann KI Vorschläge für neue Kombinationen liefern und helfen, eine Idee verständlich zu beschreiben. Auch für ein Poster lassen sich mehrere visuelle Richtungen vergleichen. Ob ein Getränk schmeckt, wie es sich zubereiten lässt und welche Zutatenkosten entstehen, entscheidet sich bei der Zubereitung und Kalkulation. Dort muss aus der Idee ein Produkt werden, das wir tatsächlich anbieten können.

Warum ist es dir wichtig, dass die endgültigen Entscheidungen trotz KI-Unterstützung beim Inhaber bleiben?

Ein überzeugendes Bild prägt die Vorstellung vom Produkt. Wenn das Getränk auf dem Poster üppiger aussieht als das, was wir anbieten, weckt es die falsche Erwartung. Ich entscheide deshalb, welches Motiv unser Angebot gut trifft. Dasselbe gilt für eine neue Menüidee: Ich kenne die Zutaten, die Zubereitung und den Preis, zu dem sie im Café funktionieren muss.

Gerade bei Antworten auf Kundenbewertungen spielt die persönliche Kommunikation eine wichtige Rolle. Wie stellst du sicher, dass diese trotz KI erhalten bleibt?

Ich möchte in einer Antwort den konkreten Punkt aufgreifen, den der Gast angesprochen hat. Wer etwa nach einem Getränk fragt, braucht eine Antwort zu diesem Getränk. Bei einer Beschwerde muss die Antwort auch zeigen, was wir zur Klärung beitragen können. Die Sprache soll so klingen, wie ich selbst mit dem Gast sprechen würde.

Welche Fehler oder unerwarteten Ergebnisse hast du beim Einsatz von KI bereits erlebt und was hast du daraus gelernt?

Früher fand ich die KI-Bilder für Menü- und Posterideen noch unnatürlich. Einige heutige Motive wirken auf mich inzwischen so realistisch, dass ich sie kaum von einem Foto unterscheiden kann. Für mich ist dadurch die Frage wichtiger geworden, ob das Bild das richtige Produkt zeigt und als Poster funktioniert. Bei der Auswahl achte ich darauf, dass das Motiv zu dem passt, was wir im Café anbieten.

Was unterscheidet den Einsatz von KI in einem kleinen Café von der Nutzung in größeren Unternehmen?

Im Café liegen Gestaltung und Umsetzung eng zusammen. Eine Idee für ein Poster muss zu einem Angebot passen, das vor Ort verkauft und zubereitet werden kann. Der Betreiber hat diese Fragen direkt vor sich. In größeren Unternehmen können Gestaltung, Produktentwicklung und Verkauf auf verschiedene Abteilungen verteilt sein. Im Café muss ich den Weg von der Bildidee zum angebotenen Getränk selbst überblicken können.

Welche Rückmeldungen bekommst du von deinen Kunden und Mitarbeitern zum Einsatz von KI im Caféalltag?

Mein eigener Eindruck ist vor allem, wie viel überzeugender die Bildqualität geworden ist. Manche Motive für Menü und Poster wirken heute auf mich nahezu wie fotografiert. Für die Gäste zählt anschließend, ob sie das Angebot sofort verstehen und das gezeigte Produkt wiedererkennen. Für die Arbeit im Café sollte aus dem Poster klar hervorgehen, welches Angebot gilt. Auf diese Punkte würde ich bei Rückmeldungen von Gästen und Mitarbeitern achten.

Wo siehst du die größten Grenzen von Künstlicher Intelligenz im direkten Kontakt mit Kunden?

Geschmack und persönliche Wünsche gehören für mich ins Gespräch. Wenn jemand ein Getränk weniger süß möchte, müssen wir wissen, ob und wie wir es anpassen können. Das entscheidet sich bei der Bestellung und der Zubereitung. Der Gast braucht eine konkrete Antwort und das entsprechend zubereitete Getränk.

Wie möchtest du den Einsatz von KI bei UNICUP COMPANY in Zukunft weiterentwickeln?

Ich möchte KI stärker nutzen, um neue Menüideen und ihre Präsentation gemeinsam zu entwickeln. Zu einer Idee für ein Getränk könnte ich verschiedene Posteransätze ausprobieren und sehen, welcher den Charakter am besten zeigt. Zubereitung und Kalkulation müssen zu dem Angebot passen. Die Poster sollen dabei erkennbar zu UNICUP Coffee gehören.

Welche drei Ratschläge würdest du anderen kleinen Unternehmern geben, die KI erstmals in ihren Geschäftsalltag integrieren möchten?

Erstens: An einer echten Aufgabe anfangen. Wer ein Poster für ein bestimmtes Getränk braucht, hat einen besseren Maßstab als bei einem beliebigen schönen Bild.

Zweitens: Varianten mit einer konkreten Frage vergleichen: Ist das Produkt erkennbar, und lässt sich das Angebot schnell erfassen?

Drittens: Die Idee bis zum fertigen Angebot denken. Ein Menüvorschlag muss sich mit verfügbaren Zutaten zubereiten und zu einem passenden Preis verkaufen lassen.

Bildcredits UNICUP COMPANY

Wir bedanken uns bei Kyunghan Bae für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Unter und über Wasser: Wie HydroMapper mit digitaler 3D-Vermessung Infrastruktur rettet

0
HydroMapper: Daten für kritische Infrastruktur Karsten Holste CEO und Gründer

HydroMapper erfasst präzise Daten über und unter Wasser, um den Zustand kritischer Infrastruktur besser zu beurteilen und Sanierungen gezielter planen zu können.

Können Sie HydroMapper kurz vorstellen und erzählen, welches konkrete Problem Sie mit Ihrer Technologie lösen möchten?

Wir erfassen Infrastrukturbauwerke dreidimensional – über und unter Wasser – und machen die Daten für deren Betrieb und Instandhaltung nutzbar. Das Problem ist häufig nicht, dass es überhaupt keine Unterlagen gibt. Vielmehr liegen Pläne, Prüfberichte und Messungen verstreut vor, sind veraltet oder lassen gerade die schwer zugänglichen Bereiche unter Wasser offen. Wir verbinden deshalb präzise Vermessung mit InfraCloud: In der Plattform werden neue Messdaten und vorhandene Informationen zu einem digitalen Bauwerksmodell zusammengeführt. Betreiber können so fundierter entscheiden, wo sie prüfen, instand setzen oder weiter beobachten müssen. Das spart Zeit und Kosten, weil präzise Daten bessere Entscheidungen ermöglichen und dazu beitragen können, die Nutzungsdauer bestehender Bauwerke gezielt zu verlängern. Gerade angesichts der hohen Investitionen in die Sanierung der deutschen Infrastruktur liegt darin ein großer Hebel: Mittel können dort eingesetzt werden, wo der tatsächliche Zustand des Bauwerks sie begründet.

Wer steht hinter HydroMapper, und welche Erfahrungen haben zur Gründung des Unternehmens geführt?

HydroMapper ist aus der Ingenieurpraxis heraus entstanden. Mitgründer und CEO Karsten Holste kommt aus dem Wasser- und Ingenieurbau; heute arbeitet bei HydroMapper ein interdisziplinäres Team aus Bauingenieurwesen, Vermessung, Hydrographie, Geodäsie und Softwareentwicklung zusammen. Ausgangspunkt war immer wieder dieselbe Lücke: Wer den Zustand einer Kaimauer oder eines Brückenfundaments beurteilen soll, braucht aktuelle Daten zum gesamten Bauwerk – auch unter Wasser. Aus diesem Bedarf entwickelten wir zunächst die Erfassungstechnologie und anschließend InfraCloud. In die InfraCloud können alle Daten einfließen, die zu einem Bauwerk vorhanden sind, also nicht nur unsere aktuellen Messdaten. So machen wir aus Messdaten tatsächlich nutzbare Grundlagen für Ingenieurentscheidungen.

Bei Brücken, Häfen und anderen Bauwerken fehlen häufig belastbare Zustandsdaten. Warum ist diese Datenlücke trotz jahrelanger Infrastrukturplanung noch immer so groß?

Ein Bauwerk wird über Jahrzehnte geplant, gebaut, geprüft und verändert. Die dabei entstehenden Informationen landen oft in unterschiedlichen Plänen, Berichten, Fotos und Dateiformaten. Hinzu kommt, dass insbesondere Unterwasserbereiche aufwendig zu untersuchen sind: Ein älterer Bestandsplan zeigt nicht, wie eine Spundwand heute tatsächlich aussieht. So können viele Einzelinformationen vorhanden sein, ohne dass daraus ein aktuelles Gesamtbild entsteht. Wir schließen diese Lücke, indem wir neue Messungen mit Bestands- und Zustandsdaten in einem gemeinsamen, fortschreibbaren Modell verbinden.

HydroMapper vermisst Infrastruktur über und unter Wasser, selbst bei Nullsicht. Was ermöglicht Ihre Technologie, das mit bisherigen Verfahren nur schwer möglich war?

Mit unserer patentierten HydroScan-Technologie können wir Unterwasserstrukturen per Sonar erfassen, ohne auf Sicht im Wasser angewiesen zu sein. Für die Bereiche über Wasser kommen je nach Bauwerk etwa Laserscanning, Mobile Mapping oder Bilddaten hinzu. Die Ergebnisse werden georeferenziert und in einem gemeinsamen Koordinatensystem zusammengeführt. Dadurch lassen sich beispielsweise Kaimauern oder Brückenbereiche räumlich zusammenhängend betrachten, statt Informationen ober- und unterhalb der Wasserlinie getrennt auszuwerten. Auch schwer zugängliche Flächen können so dokumentiert werden, ohne überall auf Gerüste oder Taucheinsätze angewiesen zu sein.

Aus den erfassten Daten entstehen digitale Zwillinge. Wie helfen diese konkret bei der Entscheidung, ob und wie ein Bauwerk saniert werden muss?

Im digitalen Bauwerksmodell lässt sich ein Schaden an der betroffenen Stelle verorten und mit Messungen, früheren Aufnahmen und vorhandenen Unterlagen abgleichen. In Verbindung mit der technischen Auswertung wird so sichtbar, wo rechnerische Annahmen vom tatsächlich erfassten Zustand abweichen. Bei einer rund 815 Meter langen Hafenkaje zeigten unsere Messdaten und die anschließende ingenieurtechnische Auswertung beispielsweise eine Auslastung von etwa 70 Prozent statt der zuvor rechnerisch angenommenen rund 157 Prozent. Auf dieser Grundlage konnte eine drohende Sperrung vermieden werden. Der digitale Zwilling trifft die Sanierungsentscheidung nicht selbst; er liefert die Daten, mit denen Fachleute Notwendigkeit, Umfang und Zeitpunkt einer Maßnahme besser beurteilen können.

Welche Rolle spielt KI innerhalb Ihrer Plattform und welche Entscheidungen müssen weiterhin von Fachleuten getroffen werden?

KI unterstützt uns dabei, große Mengen an Bauwerksdaten auszuwerten und – je nach Datentyp und Anwendung – Schäden automatisiert vorzuklassifizieren. In konkreten Anwendungen setzen wir sie beispielsweise bei der Erkennung von Rissen und Oberflächenschäden ein. Die Ergebnisse werden anschließend durch Fachleute validiert und in InfraCloud am Bauwerksmodell dokumentiert. Ob ein Befund für die Sicherheit oder Nutzung eines Bauwerks relevant ist, welche Untersuchung zusätzlich nötig wird und ob eine Instandsetzung erfolgen muss, entscheiden jedoch qualifizierte Fachleute. KI kann ihnen Hinweise liefern und Routinearbeit beschleunigen; sie ersetzt weder die ingenieurtechnische Bewertung noch die Verantwortung des Betreibers.

Kommunen und Behörden arbeiten häufig mit langen Planungs- und Beschaffungsprozessen. Wie schwierig ist es für ein junges Technologieunternehmen, in diesem Markt Fuß zu fassen?

Bei kritischer Infrastruktur genügt es nicht, eine neue Technologie vorzuführen. Auftraggeber müssen nachvollziehen können, wie die Daten erhoben wurden, wie sie sich in bestehende Prüf- und Planungsabläufe einfügen und welchen konkreten Nutzen sie bringen. Entsprechend wichtig sind für uns belastbare Referenzen und die Zusammenarbeit mit den Fachleuten auf Betreiberseite. Projekte an Uferanlagen, Hafenkajen und einem Stahlviadukt der Hamburger Hochbahn zeigen unterschiedliche Einsatzmöglichkeiten. Zugleich gibt es keinen einheitlichen Beschaffungsweg: Anforderungen und Zeiträume unterscheiden sich je nach Auftraggeber und Projekt.

Sie versprechen erhebliche Zeit- und Kosteneinsparungen. An welchen Stellen eines Infrastrukturprojekts entsteht dieser Vorteil konkret?

Zeit lässt sich bereits bei der Erfassung sparen, wenn größere oder schwer zugängliche Bereiche ohne aufwendige Zugangslösungen dokumentiert werden können. Danach profitieren Fachleute davon, dass Messungen, Schäden, Pläne und Anmerkungen an einem Ort vorliegen, statt Unterlagen aus verschiedenen Systemen zusammentragen zu müssen. Der größte Hebel liegt häufig in früheren, präziseren Entscheidungen: Maßnahmen können gezielter geplant und unnötige Eingriffe oder Sperrungen vermieden werden. Beim Stahlviadukt der Hamburger Hochbahn wurden Schäden während planmäßiger kurzer Sperrpausen aufgenommen und anschließend digital bearbeitet; eine zusätzliche Betriebsunterbrechung für die Erfassung war nicht erforderlich.

Insgesamt wurden auf diese Weise mehr als 6.000 Schäden an den 18 Überbauten strukturiert dokumentiert. Wie groß eine Einsparung ausfällt, hängt immer vom Bauwerk und vom bisherigen Vorgehen ab. Der größte wirtschaftliche Hebel entsteht häufig dann, wenn belastbare Zustandsdaten zeigen, dass bestehende Infrastruktur sicher länger genutzt werden kann. Instandsetzungen und Ersatzneubauten lassen sich dann gezielter priorisieren und zeitlich planen, statt vorsorglich zu früh zu handeln. Gerade bei langlebigen und kapitalintensiven Infrastrukturbauwerken können bereits einige zusätzliche Nutzungsjahre Millionen einsparen.

Bei Zustandsdaten kritischer Infrastruktur können Fehler weitreichende Folgen haben. Wie stellen Sie sicher, dass Ihre Messungen und digitalen Modelle zuverlässig genug für Planungsentscheidungen sind?

Die Grundlage ist eine präzise und nachvollziehbare Datenerhebung. Wir führen Messungen aus unterschiedlichen Verfahren georeferenziert in einem gemeinsamen Koordinatensystem zusammen und verknüpfen sie mit vorhandenen Plänen, Bildern und Prüfunterlagen. So lassen sich Befunde am konkreten Bauteil überprüfen und bei späteren Aufnahmen vergleichen. InfraCloud dokumentiert Schäden, Messpunkte und Bewertungen für die beteiligten Fachleute. Entscheidend ist aber auch, die Grenzen der Daten ernst zu nehmen: Wo Informationen fehlen oder ein Befund weiter untersucht werden muss, darf das Modell keine Gewissheit vortäuschen. Die abschließende ingenieurtechnische Bewertung bleibt bei den dafür Verantwortlichen.

Ihre Technologie ist nicht auf Deutschland beschränkt. Welche internationalen Märkte und Anwendungsbereiche sind für HydroMapper besonders interessant?

Der Bedarf an verlässlichen Zustandsdaten für Häfen, Wasserstraßen und andere Bauwerke besteht weltweit. Besonders naheliegende Anwendungen sind Kaimauern, Spundwände, Schleusen, Wehre und Brückenfundamente – überall dort, wo wesentliche Teile eines Bauwerks unter Wasser liegen. Unsere Vermessungsmethodik für Unterwasserstrukturen ist in der EU und den USA patentiert, dazu bauen wir unsere internationale Präsenz aus. Entscheidend sind für uns Märkte und Projekte, in denen Betreiber ihre Infrastruktur nicht nur einmalig vermessen, sondern auf Basis der Daten langfristig prüfen, erhalten und planen wollen.

Welche Vision verfolgen Sie mit HydroMapper, und welche Rolle sollen digitale Zwillinge künftig bei der Planung und Sanierung von Infrastruktur spielen?

Wir möchten weg von Einzelentscheidungen auf Basis verstreuter oder veralteter Unterlagen – hin zu einem aktuellen, gemeinsamen Bild des Bauwerks. Ein digitaler Zwilling sollte deshalb kein Modell sein, das nach der ersten Vermessung liegen bleibt. Neue Messungen, Prüfungen, Schäden und Monitoringdaten müssen ihn über die Zeit ergänzen. Dann wird sichtbar, was sich verändert und wo Handlungsbedarf entsteht. Betreiber können Maßnahmen vorausschauender priorisieren und Mittel dort einsetzen, wo die Daten sie tatsächlich begründen. Der Nutzen liegt für uns nicht im 3D-Modell an sich, sondern in besseren Entscheidungen über den gesamten Lebenszyklus.

Welche drei Ratschläge würden Sie Gründerinnen und Gründern geben, die mit einer DeepTech-Lösung in einen etablierten und stark regulierten Markt eintreten möchten?

Erstens: Beginnen Sie mit einem konkreten Problem aus der Praxis, nicht mit der Technologie. Bei uns waren es fehlende oder veraltete Zustandsdaten, besonders unter Wasser.

Zweitens: Machen Sie Ihre Ergebnisse für die Fachleute nachvollziehbar, die später damit arbeiten und Verantwortung tragen. Reale Projekte sind dafür wichtiger als abstrakte Versprechen.

Drittens: Denken Sie den gesamten Arbeitsablauf mit. Eine präzise Messung allein reicht nicht, wenn ihre Ergebnisse nicht in die Prüf-, Planungs- und Instandhaltungsprozesse einfließen. Erst die Verbindung von Erfassung, Bewertung und nutzbarer Dokumentation schafft einen dauerhaften Mehrwert.

Bildcredits Hydromapper

Wir bedanken uns bei Karsten Holste für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Aus CERPRO wird Drevise: KI-Plattform beschleunigt Bauteilfreigaben für die Serienfertigung

0
Drevise: Anforderungen aus Zeichnungen mit KI analysieren Bild von links nach rechts Henrik Pitz, Frederik Frei und Sascha Müller Fotograf: (c)Peter Mate

Das Berliner KI-Unternehmen CERPRO firmiert künftig unter dem Namen Drevise. Mit dem neuen Markenauftritt schärft das 2023 gegründete Start-up seine Positionierung: Drevise unterstützt Industrieunternehmen dabei, technische Produktdefinitionen aus Zeichnungen, 3D-Modellen, Spezifikationen und Revisionen früh in klare Entscheidungen für Machbarkeit, Qualitätsplanung, Lieferantenabstimmung und Produktionsfreigabe zu übersetzen. Ziel ist es, neue oder angepasste Produkte schneller und sicherer in die Serienfertigung zu bringen.

Vom Prüfplan zur Serienfreigabe

Gestartet ist CERPRO mit QualiSpec in der Qualitätssicherung. Unternehmen konnten Prüfpläne automatisiert aus technischen Zeichnungen ableiten und Bauteile effizienter prüfen. Drevise erweitert diesen Ansatz nun deutlich: Die Plattform versteht technische Anforderungen aus Zeichnungen, 3D-Modellen, Spezifikationen und Revisionen, erkennt Unklarheiten und Risiken frühzeitig und übersetzt sie in konkrete Entscheidungen für Konstruktion, Lieferantenabstimmung, Arbeitsvorbereitung, Qualitätsplanung und Freigabe.

Der neue Name setzt sich aus Drawing und Revision zusammen. Er soll ausdrücken, dass technische Zeichnungen und Änderungen nicht nur dokumentiert, sondern als Grundlage für schnellere und belastbarere Fertigungsentscheidungen nutzbar werden. Auch die neue Website spiegelt diese klarere Positionierung wider.

Wo Serienfreigaben ins Stocken geraten

Viele Verzögerungen entstehen, weil technische Anforderungen in jedem Schritt neu übersetzt werden. In der Konstruktion wird definiert, was gefertigt werden soll. Die Lieferantenqualität muss daraus ableiten, wie Anforderungen nachgewiesen werden. Die Arbeitsvorbereitung übersetzt sie in Prozesse, Maschinen und Arbeitspläne. Die Qualitätssicherung prüft am Ende, ob das Ergebnis den Vorgaben entspricht. Wenn diese Schritte nicht auf einer gemeinsamen technischen Grundlage verbunden sind, entstehen Rückfragen, Nacharbeit und Verzögerungen genau dort, wo Bauteile eigentlich serienreif werden sollen.

Branchenstudien zeigen, wie groß der Effizienzverlust ist: Ingenieurinnen und Ingenieure verbringen nur rund 54 Prozent ihrer Zeit tatsächlich mit Designarbeit; in der Arbeitsvorbereitung und Fertigungsplanung geht rund ein Viertel der Zeit für Suchen, Neueingeben und Wiederaufbereiten technischer Informationen verloren. Drevise setzt deshalb bei der technischen Produktdefinition an. Die Plattform prüft Zeichnungen und 3D-Modelle, erkennt fehlende oder widersprüchliche Informationen, bewertet Machbarkeit, Messbarkeit und Risiken und leitet daraus Handlungsempfehlungen für die nächsten Prozessschritte ab. So entsteht eine gemeinsame Grundlage für interne Fachbereiche und Lieferanten – mit dem Ziel, Bauteile schneller, nachvollziehbarer und sicherer für die Serienfertigung freizugeben. Bereits namhafte Industrieunternehmen wie Bosch Rexroth, Lixil, Innomotics und Hörmann setzen auf die Lösung.

Kernpunkte

Drevise positioniert sich als KI-Plattform für den Weg von der technischen Produktdefinition bis zur Bauteilfreigabe für die Serienfertigung.

Die Plattform analysiert Zeichnungen, 3D-Modelle, Spezifikationen und Revisionen und übersetzt technische Anforderungen in Entscheidungen zu Machbarkeit, Risiken, Prüfplanung, Eignung von Lieferanten und Freigabe.

Hersteller, Lieferanten und interne Fachbereiche arbeiten damit auf einer gemeinsamen technischen Grundlage, statt Anforderungen in jedem Prozessschritt neu zu interpretieren.

Seit der 2 Mio. Euro Pre-Seed-Runde im November 2025 ist das Unternehmen von drei Gründern auf 15 Mitarbeitende gewachsen; mehr als 200 Unternehmen in neun Ländern nutzen die Technologie produktiv.

Kundenstimme

Günther Casper, Vice President Qualität bei d&b Audiotechnik:

„Drevise verbindet unsere Qualitätssicherung und unsere Lieferanten in einem durchgängigen digitalen Prozess. So wollen wir manuelle Aufwände und Abstimmungsschleifen reduzieren und Erstbemusterungen schneller abschließen.“

Henrik Pitz, Mitgründer von Drevise:

„CERPRO war der richtige Name für unseren Start in der automatisierten Prüfplanung. Heute lösen wir ein größeres Problem: Technische Anforderungen müssen nicht nur dokumentiert, sondern über verschiedene Abteilungen und Unternehmen hinweg in belastbare Entscheidungen übersetzt werden. Drevise steht für unseren Anspruch, Unternehmen schneller und sicherer zur Bauteilfreigabe für die Serienfertigung zu bringen.“

Was ist Drevise?

Drevise ist der neue Name des Berliner KI-Unternehmens CERPRO. Die Plattform unterstützt Industrieunternehmen dabei, technische Produktdefinitionen aus Zeichnungen, 3D-Modellen, Spezifikationen und Revisionen zu analysieren und daraus konkrete Entscheidungen für die Serienfertigung abzuleiten.

Wie unterstützt Drevise Industrieunternehmen?

Drevise analysiert technische Anforderungen, erkennt Unklarheiten und Risiken und bewertet unter anderem Machbarkeit und Messbarkeit. Dadurch sollen Konstruktion, Lieferantenabstimmung, Qualitätsplanung und Freigabe auf einer gemeinsamen technischen Grundlage zusammenarbeiten können.

Warum wurde CERPRO in Drevise umbenannt?

Mit dem neuen Namen will das Unternehmen seine erweiterte Positionierung verdeutlichen. Während CERPRO zunächst auf automatisierte Prüfplanung fokussiert war, soll Drevise den gesamten Weg von der technischen Produktdefinition bis zur Bauteilfreigabe für die Serienfertigung unterstützen.

Bild von links nach rechts Henrik Pitz, Frederik Frei und Sascha Müller Fotograf: (c)Peter Mate

Quelle Maschmeyer Group/ MM Support GmbH

30 Millionen Euro für Vates: Wie Open-Source-Virtualisierung den VMware-Umbruch nutzt

0
Vates: 30 Mio. Euro Finanzierung für Virtualisierung Bild Teambild Copyright: Vates

Open-Source-Virtualisierung: Vates erhält 30 Millionen Euro von IRIS und Bpifrance

Der europäische Open-Source-Infrastruktur-Spezialist Vates hat eine Finanzierungsrunde über 30 Millionen Euro abgeschlossen. Das Kapital kommt vom Growth-Fonds des europäischen Tech-Investors IRIS sowie von Bpifrance über dessen Large-Venture-Fonds.

Vates ist seit 2016 profitabel und hat sich bislang aus eigenen Mitteln finanziert. Mehr als 1.000 Kunden in rund 100 Ländern nutzen bereits seine Lösungen. Mit dem frischen Kapital will das Unternehmen seine Technologieinvestitionen ausbauen und die internationale Expansion beschleunigen. Die Finanzierung fällt in eine Phase tiefgreifender Veränderungen im weltweiten Virtualisierungsmarkt.

Virtualisierungsmarkt im Umbruch

Die Übernahme von VMware durch Broadcom hat den Umbruch im Virtualisierungsmarkt weiter beschleunigt. Veränderte Lizenzmodelle, steigende Infrastrukturkosten und zunehmend komplexe Architekturen veranlassen viele Unternehmen und Organisationen dazu, ihre bisherigen Technologieentscheidungen zu überprüfen. Gefragt sind Plattformen, die hohe Leistung und Kostenkontrolle mit Interoperabilität und technologischer Souveränität verbinden. Ebenso wichtig ist die Möglichkeit, sich bei Bedarf für eine andere Lösung zu entscheiden und bestehende Systeme zu migrieren.

In diesem Umfeld setzt Vates auf eine Open-Source-Plattform, mit der Unternehmen die Kontrolle über ihre Infrastruktur behalten, technologische Abhängigkeiten reduzieren und ihre IT-Architektur frei gestalten können. Damit will sich Vates als einer der maßgeblichen Anbieter im neu geordneten Markt etablieren.

Vates wächst international und steigert Umsatz deutlich

2025 verzeichnete das Unternehmen ein Wachstum von mehr als 65 Prozent – bereits vor der aktuellen Finanzierungsrunde. Heute erwirtschaftet Vates 90 Prozent seines Umsatzes außerhalb Frankreichs. Auf Nordamerika entfällt knapp die Hälfte des Geschäfts.

2026 wurde das Unternehmen zudem erstmals in den Gartner Magic Quadrant für Virtualisierung aufgenommen. Dort ist Vates einer der wenigen europäischen Anbieter neben den großen internationalen Unternehmen der Branche.

„Mit dieser Finanzierung wollen wir unsere Strategie nicht ändern, sondern schneller umsetzen. Wir verfügen heute über die Technologie, die Teams, eine internationale Präsenz und die Anerkennung im Markt. Das neue Kapital ermöglicht uns, unsere Vorhaben deutlich schneller zu verwirklichen und in einer ganz anderen Größenordnung zu wachsen. Dabei halten wir an unserer Unabhängigkeit und den Open-Source-Prinzipien fest, auf denen unser Erfolg beruht“, sagt Olivier Lambert, CEO und Mitgründer von Vates.

Drei Schwerpunkte für die Investitionen

Vates wird das neue Kapital auf drei strategische Bereiche konzentrieren:

  • Technologieentwicklung: Ein Schwerpunkt liegt auf der nächsten Generation der Vates-Plattform. Die Investitionen fließen insbesondere in Performance, Storage, Sicherheit, Automatisierung und die Verwaltung großer Virtualisierungsinfrastrukturen. Dabei sollen auch veränderte Workloads und neue Anforderungen berücksichtigt werden, die durch den Einsatz von KI entstehen.
  • Internationale Expansion: Vates will vor allem in Nordamerika und seinen europäischen Kernmärkten wachsen. Dazu erweitert das Unternehmen seine Vertriebs- und Marketingkapazitäten, um seine Präsenz bei Großunternehmen, Einrichtungen des öffentlichen Sektors und Service Providern auszubauen.
  • Partnernetzwerk: Die Zusammenarbeit mit Distributoren, Integratoren, Service Providern und Technologiepartnern soll erweitert und gestärkt werden. Ziel ist es, die Verbreitung der Plattform zu beschleunigen und international auch zunehmend umfangreiche Transformations- und Migrationsprojekte zu unterstützen.

Mitgründer behalten die Mehrheit

Auch nach Abschluss der Transaktion bleiben die Mitgründer Mehrheitsgesellschafter von Vates. IRIS und Bpifrance unterstützen das Unternehmen dabei, seine Organisation auf weiteres Wachstum auszurichten. Die strategische Unabhängigkeit und die technologischen Grundprinzipien bleiben dabei erhalten.

Open Source bildet weiterhin den Kern des Geschäftsmodells. Vates wird auch künftig in offene Technologien investieren und an den Prinzipien festhalten, die seine Plattform seit Beginn prägen: Interoperabilität, die Möglichkeit zum Wechsel auf andere Lösungen und die freie Technologiewahl für Kunden.

Europäisches Kapital für globale Ambitionen

Mit IRIS und Bpifrance gewinnt Vates zwei Investoren mit internationaler Expertise und Erfahrung in der Begleitung schnell wachsender Unternehmen. Diese Partnerschaft entspricht den europäischen Wurzeln des Unternehmens und seinem Anspruch, strategisch unabhängig zu bleiben.

Die Ambitionen reichen über die aktuellen Marktveränderungen infolge der VMware-Übernahme hinaus: Vates will sich als einer der weltweit führenden Virtualisierungsanbieter etablieren und die Entwicklung des Marktes mitgestalten. Offenheit, die Freiheit zum Technologiewechsel und die Kontrolle über die eigene Infrastruktur sollen dabei entscheidende Wettbewerbsvorteile schaffen.

IRIS sieht großes Potenzial in Open Source und Virtualisierung

„Vates zeigt, dass Open Source auch höchste Marktanforderungen erfüllen kann. Die Virtualisierungsplattform wird weltweit von Organisationen jeder Größe eingesetzt. Dazu gehören auch Großunternehmen mit kritischen IT-Umgebungen und besonders hohen Sicherheitsanforderungen. Wir freuen uns, Olivier und sein Team in dieser neuen Entwicklungsphase zu begleiten und dazu beizutragen, Vates als bedeutenden Anbieter für Virtualisierung zu etablieren“, so Nicolas Herschtel, Partner bei IRIS.

Bpifrance setzt auf europäische Technologie mit globalem Potenzial

„Wir sind stolz darauf, Vates in dieser neuen Entwicklungsphase zu begleiten und seine internationale Expansion zu unterstützen. Überzeugt haben uns die Qualität der Teams, das tragfähige Open-Source-Modell und die strategische Bedeutung der Technologie für einen zentralen Bereich der digitalen Infrastruktur. Der Virtualisierungsmarkt verändert sich grundlegend. Vates bringt die Stärken mit, um sich dort zu etablieren. Mit dieser Investition unterstreichen wir unser Engagement für französische und europäische Technologieunternehmen mit globalem Potenzial. Sie stärken die digitale Souveränität Europas, sichern kritische Infrastrukturen ab und tragen zum Aufbau eines europäischen Industrieökosystems rund um strategisch wichtige Technologien bei“, sagt Cindy Ung, Investment Director, Large Venture, Bpifrance.

Was macht Vates?

Vates entwickelt eine Open-Source-Plattform für Virtualisierung. Unternehmen können damit ihre IT-Infrastruktur verwalten, technologische Abhängigkeiten reduzieren und ihre Virtualisierungsumgebungen flexibel gestalten.

Wer steckt hinter Vates?

Olivier Lambert ist CEO und Mitgründer von Vates. Auch nach der aktuellen Finanzierungsrunde bleiben die Mitgründer Mehrheitsgesellschafter und behalten damit die strategische Kontrolle über das Unternehmen.

Wie viele Kunden hat Vates?

Mehr als 1.000 Kunden in rund 100 Ländern nutzen die Lösungen von Vates. Das Unternehmen erwirtschaftet 90 Prozent seines Umsatzes außerhalb Frankreichs, wobei Nordamerika knapp die Hälfte des Geschäfts ausmacht.

Wie hoch ist die Finanzierung von Vates?

Vates hat eine Finanzierungsrunde über 30 Millionen Euro abgeschlossen. Das Kapital kommt vom europäischen Tech-Investor IRIS und von Bpifrance über dessen Large-Venture-Fonds.

Wofür verwendet Vates die 30 Millionen Euro?

Vates will die Finanzierung für die Weiterentwicklung seiner Technologie, die internationale Expansion und den Ausbau seines Partnernetzwerks einsetzen. Ein besonderer Fokus liegt auf dem Wachstum in Nordamerika und den europäischen Kernmärkten.

Bild Teambild Copyright: Vates

Quelle Element C GmbH

Göttlich cremig, irdisch pflanzlich

0
Greek Style: vly Joghurtalternative mit Ackerbohnenprotein Das Berliner Foodtech-Unternehmen vly bringt eine Greek Style Joghurtalternative heraus. Copyright: vly

Berliner Food-Tech-Unternehmen vly bringt pflanzliche Greek Style Joghurtalternative auf den Markt

Das Berliner Food Scale-up vly erweitert sein Joghurtalternativen Sortiment um eine innovative neue Sorte. Ab Oktober 2026 ist der vly Greek Style national bei REWE erhältlich. Es ist die erste pflanzliche Greek Style Joghurtalternative auf Ackerbohnenproteinbasis in Deutschland. Sie enthält 18 Gramm Protein pro Becher, nur 0,6 Gramm Zucker pro 100 Gramm und ist besonders cremig. Damit bringt vly Griechenland pur ins Kühlregal.

Pflanzliche Joghurtalternative mit 18 Gramm Protein

Griechischer Joghurt ist seit Jahrhunderten ein Klassiker, der cremig, sättigend und vielseitig ist. vly hat es geschafft, dieses cremige Mundgefühl ins Pflanzliche zu übersetzen. Der vly Greek Style verbindet fermentierte vegane Joghurtkulturen mit Ackerbohnenprotein. Mit 0,6 Gramm Zucker pro 100 Gramm enthält er 45 Prozent weniger Zucker als vergleichbare pflanzliche Alternativen. Er ist frei von Soja, Laktose, Gluten und Nüssen.

vly feiert den Marktstart mit „Crazy vly Greek Wedding“

vly feiert den Start des Greek Style mit einer Kampagne rund um griechisch-göttlichen Geschmack und eine „Crazy vly Greek Wedding“. Am 11.10.2026 von 11–16 Uhr findet in Berlins veganem Griechen „The Crazy Little Greek“ (Koppenpl. 1, 10115 Berlin) ein Launch-Event für die Community statt.

vly will Geschmack, Cremigkeit und Nährwerte verbinden

„Griechischer Joghurt ist einer der meistgekauften Joghurt-Typen weltweit und trotzdem gab es bisher keine pflanzliche Version, die wirklich überzeugt – weder bei der Konsistenz, noch bei den Nährwerten, geschweige denn dem Geschmack. Wir haben dieses vollmundige Gefühl und die Textur, die griechischen Joghurt ausmacht, vermisst und wollten das mit vly ändern. Der Fermentationsprozess und die Kombination der Zutaten sind dabei der Schlüssel, mit dem wir eine Cremigkeit kreieren, die sich wie das Original anfühlt. Von Griechenland inspiriert haben wir eine Konsistenz kreiert, die es pflanzlich bisher so noch nicht gab. Mit dem Greek Style kommen wir auf 18 Gramm Protein und haben dabei 45 Prozent weniger Zucker als vergleichbare Alternativen. Das macht ihn für uns zu einem der stärksten Produkte, die wir bisher entwickelt haben“, sagt Nicolas Hartmann, Co-Gründer und CEO von vly.

Greek Style für Frühstück, Tzatziki und puren Genuss

Die vly Greek Style Joghurtalternative richtet sich an Menschen, die bewusst essen, aber auch genießen wollen. Cremiger Genuss und gute Nährwerte treffen hier aufeinander. Der vly Greek Style eignet sich als Frühstücksbowl, als Basis für Tzatziki oder einfach pur. Die Konsistenz ist dick genug zum Löffeln, cremig genug für Saucen und geschmacklich neutral. vly ist davon überzeugt, dass gesunde, pflanzliche Ernährung nicht kompliziert sein muss. Deshalb entwickelt das Unternehmen pflanzliche Produkte mit guten Nährwerten und kurzen Zutatenlisten.

Verfügbarkeit

Die vly Greek Style Joghurtalternative ist ab Oktober 2026 national bei REWE erhältlich. Weitere Supermärkte folgen.

Bild Das Berliner Foodtech-Unternehmen vly bringt eine Greek Style Joghurtalternative heraus. Copyright: vly

Quelle Cléo Public Relations

Longevity ohne Hype: Was uns wirklich gesund altern lässt

0
Longevity: epigenics bringt Zell Reset auf den Markt

Weniger Anti-Aging-Versprechen, mehr Verständnis dafür, was unser Körper tatsächlich braucht: Das Berliner Longevity-Unternehmen epigenics setzt auf wissenschaftlich fundierte Nahrungsergänzung statt auf ewige Jugend. Mit dem neuen Zell Reset rückt die Marke jetzt das antioxidative System in den Fokus und die Frage, wie wir unseren Körper gerade dann gezielt unterstützen können, wenn wenig Schlaf, Reisen, Stress oder Umweltbelastungen ihn besonders fordern.

Longevity ist im Lifestyle angekommen: Supplements, Biohacking, Kältebäder und Beauty-Routinen versprechen, den Körper möglichst lange jung und gesund zu halten. Doch Altern lässt sich nicht einfach aufhalten. Entscheidend ist vielmehr, welche Faktoren wir beeinflussen können, um möglichst lange gesund und leistungsfähig zu bleiben.

Genau damit beschäftigt sich epigenics. Das 2022 in Berlin gegründete Unternehmen übersetzt Erkenntnisse aus Longevity-, Präventions- und Ernährungsforschung in wissenschaftlich fundierte Nahrungsergänzung für Healthy Aging. Mit Zell Reset rückt epigenics jetzt das körpereigene antioxidative System in den Fokus. Die trinkfertige Formulierung kombiniert liposomales Glutathion und NAC mit Vitamin C und Vitamin B2, die dazu beitragen, die Zellen vor oxidativem Stress zu schützen. Entwickelt wurde Zell Reset für Phasen, in denen der Körper besonders gefordert sein kann, etwa bei wenig Schlaf, auf Reisen, in stressigen Zeiten oder bei Umweltbelastungen.

„Longevity bedeutet für mich nicht, das Altern aufzuhalten. Es geht darum zu verstehen, was sich tatsächlich beeinflussen lässt und an welchen Stellen wir unseren Körper sinnvoll unterstützen können“, sagt Dr. Maria von der Wettern, Mitgründerin von epigenics.

Anti-Aging, Lifespan, Healthspan: Was ist eigentlich was?

Anti-Aging kennen wir vor allem aus der Beauty-Welt: Im Mittelpunkt stehen meist sichtbare Zeichen des Alterns. Lifespan beschreibt dagegen die gesamte Lebensdauer, Healthspan die Jahre, die wir möglichst gesund, aktiv und selbstständig verbringen. Genau hier setzt Longevity an.

Die wichtigsten Stellschrauben dafür sind wenig glamourös: Bewegung, ausgewogene Ernährung und ausreichend Schlaf gehören zu den Grundlagen gesunden Alterns. Nahrungsergänzung kann diese Basis ergänzen, aber nicht ersetzen.

„Schlaf, Ernährung und Bewegung bleiben die Basis. Spannend wird Nahrungsergänzung dort, wo wir gezielt unterstützen können und gleichzeitig transparent sagen, was wissenschaftlich belegt ist und was nicht“, erklärt Dr. Maria von der Wettern.

Antioxidantien: Warum mehr nicht automatisch besser ist

Ein wichtiger Aspekt, mit dem sich die Longevity-Forschung beschäftigt, ist oxidativer Stress. Dabei geraten reaktive Sauerstoffverbindungen und die antioxidativen Schutzmechanismen des Körpers aus dem Gleichgewicht. Die oft als „freie Radikale“ bezeichneten Moleküle sind jedoch nicht grundsätzlich schlecht: Sie dienen der Zelle als Signal. Beim Sport etwa lösen sie Anpassungsprozesse aus, die den Körper langfristig widerstandsfähiger machen. Studien deuten darauf hin, dass hoch dosierte Antioxidantien rund um das Training diesen Effekt abschwächen können. Mehr Antioxidantien bedeuten deshalb nicht automatisch mehr Zellschutz.

Anders sieht es aus, wenn der Körper mehr oxidativen Stress erlebt, als sein eigenes System ausgleichen kann: nach kurzen Nächten, auf Reisen, bei Jetlag, in belastenden Phasen oder bei hoher Umweltbelastung. Für solche Tage ist Zell Reset gedacht, bevorzugt an trainingsfreien Tagen und bewusst nicht als tägliches Anti-Aging-Must-have. Eine Portion enthält 250 mg reduziertes liposomales Glutathion und 150 mg NAC sowie Vitamin C und Vitamin B2. Glutathion ist Bestandteil des körpereigenen antioxidativen Systems, NAC dient dem Körper als Baustein für dessen Bildung.

„Bei Antioxidantien herrscht schnell die Vorstellung: viel hilft viel. So einfach funktioniert unser Körper nicht“, erklärt Dr. von der Wettern. „Mit Zell Reset wollten wir deshalb kein weiteres tägliches Longevity-Ritual schaffen, sondern eine Formulierung für Phasen, in denen man gezielt unterstützen möchte. Wer trainiert, sollte den Körper diesen Reiz auch spüren lassen. Zell Reset ist für die Tage gedacht, an denen der Stress nicht der gute ist.“

Wissenschaft statt Longevity-Versprechen

„Longevity ist gerade überall. Das ist gut, weil gesundes Altern endlich mehr Aufmerksamkeit bekommt. Gleichzeitig sollten wir kritisch werden, sobald einfache Produkte mit großen Versprechen verbunden werden. Gesundes Altern ist kein Hack, sondern das Zusammenspiel vieler Faktoren“, sagt Dr. von der Wettern.

Bei der Produktentwicklung legt epigenics deswegen bewusst Wert auf wissenschaftliche Evidenz der einzelnen Inhaltsstoffe. Alle Produkte werden in der EU hergestellt und jede Charge unabhängig in Deutschland getestet.

Zell Reset ist ab 49 Euro für zehn Portionen im Abonnement auf epigenics.eu erhältlich. Weitere Informationen zur wissenschaftlichen Grundlage des Produkts finden sich hier.

Bildcredits epigenics

Quelle Christine Veauthier, PR & Kommunikation

Tarifgut: Wie zwei Gründer mit mehrsprachigen Vergleichen auf TikTok durchstarten

0
Tarifgut: Mobilfunk für eine starke Community Teambild

Tarifgut verbindet Mobilfunk mit einem persönlichen Community-Ansatz und will insbesondere mehrsprachigen Nutzern die Suche nach passenden Tarifen erleichtern.

Können Sie Tarifgut kurz vorstellen und erzählen, wie die Idee für eine eigene Vergleichsplattform für Mobilfunktarife entstanden ist?

tarifgut.de ist eine Vergleichsplattform für Mobilfunktarife. Wir erklären Mobilfunk verständlich und zeigen die günstigsten Verträge in Deutschland. Vorher sollte das eigentlich ein Blog für Finanzen sein und seperat ein TikTok Kanal für Schnäppchen. Was dann kam, hatten wir nicht geplant: Von allen Deals kamen die Tarife am besten an — und damit kannten wir uns ohnehin am besten aus. Im Freundes- und Familienkreis waren wir schon immer die, bei denen man nachfragt, ob ein Handyvertrag was taugt.

Also haben wir nachgeschärft: erst mehr Tarif-Deals, dann nur noch Tarife. Irgendwann war klar, dass wir das halbherzig machen oder richtig — und wir haben ein komplettes Rebranding gemacht.

Wer steht hinter Tarifgut, und wie teilen Sie als Zwei Personen Team die unterschiedlichen Aufgaben untereinander auf?

Auch wenn man es kaum glaubt: Wir sind zu zweit. Keine Investoren, keine Angestellten.

Die Aufgabenteilung ist simpel — jeder macht das, was er kann, wenn er kann. Was dem einen unangenehm ist, ist manchmal dem anderen angenehm. Das klingt unstrukturiert, funktioniert bei zwei Leuten aber ausgezeichnet.

Welche Vision verfolgen Sie mit Tarifgut, und wo möchten Sie sich langfristig im Vergleichsmarkt positionieren?

Unser Ziel ist, die Anlaufstelle für Menschen zu sein, die von den großen Portalen gar nicht erreicht werden. Russisch-, ukrainisch und persisch sprechende Menschen, die hier leben. Das sind Millionen — und sie werden schlicht nicht abgeholt. Und wer weis, ob in Zukunft nicht andere Sprachen folgen.

In den sprachlichen Feldern sind wir schon jetzt die Nummer eins. Da wollen wir es auch bleiben. Und in den nächsten zwei Jahren eines der größten Tarifportale werden.

Mit Check24 und Verivox treten Sie gegen Unternehmen mit erheblich größeren Ressourcen an. Wie können Sie sich in diesem Umfeld behaupten?

Eigentlich behaupten wir uns gar nicht — es gibt keinen Grund dazu. Wir spielen ein ganz anderes Spiel.

Wo wir spielen können sie gar nicht mitmachen. Wenn große Portale Videos drehen, sind das Werbevideos. Wir machen Inhalte für „Freunde“. Das ist ein anderes Publikum und eine andere Nähe.

Sie sind vor allem über TikTok statt über Google gewachsen. Warum hat dieser Weg für Tarifgut so gut funktioniert?

Weil ein Handyvertrag eine Vertrauensfrage ist. Nicht umsonst gehen Leute immer noch gern in den Laden und lassen sich beraten.

Nur ist dort das Problem: Ein Shop gehört zu einer Marke. Man muss dem Verkäufer gar nichts unterstellen — er will verkaufen, was er hat, egal ob es gerade das günstigste oder passendste ist. Wir haben Zugang zu allen Anbietern und können wirklich auswählen.

Und man sollte TikTok als Suchmaschine nicht unterschätzen. Das sind nicht nur Videos, die heute laufen und morgen weg sind. Vieles wird noch Monate später gefunden — und wir verwerten es auf den anderen Plattformen weiter.

Welche Rolle spielt Social Media für Ihr Geschäftsmodell, und was haben Sie über die Verbindung von Reichweite und Umsatz gelernt?

Wir haben drei Kanäle in drei Sprachen, und von dort kommt der größte Teil unserer Reichweite und unseres Umsatzes.

Was wir dabei gelernt haben: Reichweite und Umsatz haben weniger miteinander zu tun, als die meisten denken. Wenn man beim Publikum angekommen ist, reicht ein Video mit drei- bis fünfhundert Aufrufen für Verkäufe — weil TikTok es genau denen zeigt, die es interessiert.

Man kann natürlich auch viral gehen, und viele kennen inzwischen die Formel dafür. Aber darum geht es nicht. Es geht darum, die Leute zu erreichen, die es wirklich brauchen, und ihnen den Weg zum Abschluss so leicht wie möglich zu machen.

Sie richten sich auch an Menschen, die Dari, Farsi, Russisch oder Ukrainisch sprechen. Wie sind Sie auf diese bislang wenig adressierte Zielgruppe aufmerksam geworden?

Ganz simpel – weil wir die Sprachen sprechen.

Erstaunlicherweise war es gar nicht so leicht, darauf zu kommen. Irgendwann haben wir uns gefragt, warum wir unsere Sprachkenntnisse eigentlich nie genutzt haben. Ahmad hat ein Video auf Farsi gemacht und es kam hervorragend an. Also haben wir es auch direkt in meiner Muttersprache versucht, und auch das hat funktioniert.

Der Bedarf war sofort da — was im Rückblick logisch ist, denn in der Familie gab es diesen Bedarf schon immer.

Welche besonderen Bedürfnisse haben mehrsprachige Nutzer bei der Suche nach Mobilfunktarifen in Deutschland?

Teilweise dieselben wie bei allen anderen, nur muss man sie ausführlicher erklären. Und teilweise ganz andere.

Ein Beispiel: SIM-Karten als Router-Ersatz. Wer gerade erst hier ist, wohnt manchmal in einer Gemeinschaftsunterkunft, zieht häufig um oder hat schlicht nicht das Geld für einen festen Internetanschluss. Dann ist eine SIM-Karte mit viel Datenvolumen die praktische Lösung. Entsprechend wichtig sind hohes Volumen und schnelles Internet.

Dazu kommen Hürden beim Zugang: schlechte Bonität, kein Schufa-Score, Fragen rund um den Aufenthaltstitel. Was macht man, wenn man keinen Handyvertrag bekommt? Wie lädt man eine Prepaid-Karte auf? Mit welchen Tarifen telefoniert man günstig ins Ausland oder hat dort Internet, wenn man die Familie besucht?

Und ein Punkt, den man leicht unterschätzt: Viele Begriffe lassen sich kaum übersetzen. „Anschlusspreis“ klingt in anderen Sprachen nach etwas, das man am Ende zahlt. Dabei fällt er ganz am Anfang an.

Was unterscheidet Tarifgut aus Ihrer Sicht von den großen etablierten Vergleichsportalen?

Drei Sachen.

Die Rechnung. Wir rechnen aus, was ein Vertrag tatsächlich kostet — Im Vergleich dazu, das Gerät einzeln zu kaufen.

Die Auswahl. Wir haben nicht tausend Deals, sondern wenige ausgesuchte. Die schauen wir uns selbst an, vergleichen sie und suchen nach Wegen, noch mehr herauszuholen. Wenn ein Angebot mit Trade-in kommt, sagen wir auch mal: Verkauf dein altes Handy lieber woanders, das bringt dir mehr. Wir gehen deutlich tiefer in die Materie.

Wir sagen auch ab. Bei uns landet nicht alles als Banner auf der Seite, nur weil dafür Geld kommt. Wir schauen, ob es für unsere Community wirklich günstig ist — oder ob jemand etwas abschließt, das ihm wehtut. Wir fühlen da eine Verantwortung.

Und wir sind erreichbar. Wir sind nur zu zweit, aber wenn uns jemand auf TikTok eine Sprachnachricht schickt, kommt eine Sprachnachricht zurück. Wir schauen uns an, was schiefgelaufen ist. Bei großen Portalen sitzen da Systeme, die mit dem Menschen nichts zu tun haben — bei der Größe ist das natürlich aber auch nachvollziehbar.

Sie erzielen inzwischen einen fünfstelligen Monatsumsatz mit einem sehr kleinen Team. Welche Entscheidungen waren für dieses Wachstum besonders wichtig?

Enger werden statt breiter. Erst nur Deals, dann nur Sparen, dann nur Mobilfunk. Jede Verengung hat uns weitergebracht. Dann die Sprache.

Täglich Videos. Seit 2025 mindestens zwei pro Tag — weit über tausend im Jahr.

Dranbleiben an der Community und nur gute Angebote zeigen. Das hat sich ausgezahlt, auch bei den Partnern.

Das gemeinsame Büro. Mehr Nähe zu einander führte zu mehr Austausch. Der Wechsel vom Homeoffice in ein Büro war ein stärkerer Hebel, als wir dachten.

Und Systeme. Wir haben unsere Arbeitsprozesse so schlank wie möglich gebaut, mit Vorlagen und Automatismen. Das hat uns Zeit zurückgegeben — und ist der Grund, warum wir keine dreißig Mitarbeiter brauchen.

Was ist beim Aufbau von Tarifgut bisher nicht wie geplant gelaufen, und welche nächsten Entwicklungsschritte stehen für Sie an?

Einige Nebenprojekte sind nicht so gelaufen wie geplant. Unser Prämiensystem zum Beispiel, bei dem wir unsere Provision mit der Community teilen wollten — da haben nicht alle Partner mitgezogen.

Und man kann es als Umweg sehen, dass wir zuerst eine Finanzseite aufbauen wollten und heute eine Tarifseite sind. Wir sehen es eher als den Weg, auf dem wir gefunden haben, was wir wirklich können.

Als Nächstes steht an: eine bessere Nutzererfahrung, unsere Community noch besser durch den deutschen Markt zu führen, und die organische Suche zu erschließen — für deutschsprachige Nutzer genauso wie für unsere anderssprachige Community.

Und das größere Ziel: so groß und einflussreich zu werden, dass sich in der Mobilfunkwelt etwas verändert und die Anbieter anfangen, sich unserer Community anzupassen. Das passiert seit diesem Jahr langsam schon — unser Input wird gehört.

Welche drei Ratschläge würden Sie anderen Gründerinnen und Gründern geben, die mit begrenzten Ressourcen gegen deutlich größere Wettbewerber antreten?

Erstens: Beschäftigt euch mit KI. Richtig eingesetzt ersetzt sie komplette Teams. Ich meine damit nicht, eine E-Mail zu diktieren oder ein Bild zu generieren. Fast alles, was ein „nomaler“ Mitarbeiter kann, lässt sich abbilden, wenn man kreativ ist und sich reinnerdet.

Zweitens: Spielt nicht auf demselben Feld wie die Konkurrenz. Und wenn ihr eine Nische habt — geht es noch spitzer? Sucht das Kleinste vom Kleinsten und arbeitet euch von dort aus vor. Fangt an der Spitze der Pyramide an, nicht an der Basis.

Drittens: Macht nicht auf große Marke, wenn ihr klein seid. Klein sein ist euer Vorteil. Ihr seid persönlich, ihr seid echte Menschen, ihr dürft Fehler machen. Manchen seid ihr sympathisch, anderen nicht — und genau das kommt besser an als eine gesichtslose Riesenmarke.

Bildcredits Privat

Wir bedanken uns bei Eduard Sanne & Farhad Ahmad Zahir für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.


Premium Start-up:

Tarifgut: Mobilfunk für eine starke Community Logo schwarz grün

Kontakt:

Eduard Sanne & Farhad Ahmad Zahir GbR
Klosterstraße 1a
77656 Offenburg
Deutschland

tarifgut.de
info@tarifgut.de

Ansprechpartner: Eduard Sanne & Farhad Ahmad Zahir

Social Media:
TikTok
Instagram
YouTube

Aus der Forschung ins Krankenhaus: Wie die KI-Plattform calliora Kliniken vor der Prüfwelle 2027 rettet

0
calliora: Krankenhäuser mit KI-Plattform wirtschaftlicher machen Gründerteam Bild  Dr. Frederik Träuble und Dr. Jonas Wildberger

calliora entwickelt eine KI-Plattform für Krankenhäuser, die administrative Prozesse vereinfachen, Abrechnungsfehler frühzeitig erkennen und den wirtschaftlichen Klinikbetrieb unterstützen soll.

Wer steckt hinter der KI-Plattform und wie ist die Idee entstanden, Technologie aus der Forschung für Krankenhäuser einzusetzen?

Frederik Träuble und Jonas Wildberger. Beide haben in Cambridge und Oxford studiert, am Max-Planck-Institut für Intelligente Systeme in KI promoviert und in den KI-Teams von AWS und GSK gearbeitet. Was sie antreibt, ist ein Missstand, der nicht sein müsste: Zwei Drittel der Krankenhäuser in Deutschland haben 2024 Verluste gemacht. Das schadet dem ganzen Gesundheitssystem, und es ist kein Naturgesetz. Die Methoden, die das ändern können, gab es in der Forschung längst. Man musste sie nur ins Krankenhaus bringen.

Ihr kommt aus der KI-Forschung am Max-Planck-Institut. Was hat euch dazu bewegt, aus diesem Umfeld heraus ein Unternehmen zu gründen?

Wir hatten schon früh die Ambition, die KI-Algorithmen, an welchen wir während unserer Promotion gearbeitet haben, dort einzusetzen, wo sie am meisten helfen: Im Healthcare Bereich. . Viele unserer Kollegen bei Max-Planck sind entweder in die USA zu den bekannten Technologie-Konzernen gegangen oder haben selbst erfolgreiche KI-Unternehmen gegründet. Für uns war das also keine komplett neue Welt.

Eure Plattform erkennt mögliche Fehler, bevor Krankenhausrechnungen das Haus verlassen. Wie funktioniert dieser Prozess in der Praxis?

Wir ersetzen kein System im Haus. calliora setzt auf das auf, was da ist: Krankenhausinformationssystem, Archive, Dokumentation, Kodierung, Prüfverfahren. Und führt zusammen, was zu einem Fall gehört. Während der Fall läuft, schaut die Plattform: Ist eine Diagnose dokumentiert, aber nicht kodiert? Fehlt ein Nachweis, den der Medizinische Dienst verlangen würde? Dann sagt sie dem Team Bescheid, solange sich die Lücke in Minuten schließen lässt und nicht erst Wochen später in der Prüfung.

Die Entscheidung bleibt beim Fachpersonal. Sie prüfen, sie geben frei. Abgerechnet wird nur, was in der Akte steht. Das ist wie eine gute OP-Assistenz: Sie kennt den Eingriff, weiß, was als Nächstes kommt, und reicht das Instrument, bevor jemand fragt. Den Schnitt macht sie nicht.

Ab 2027 können bei Kliniken mit vielen beanstandeten Rechnungen deutlich mehr Abrechnungen geprüft werden. Welche Herausforderungen entstehen dadurch für Krankenhäuser?

Das im Juli beschlossene GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz koppelt die Prüfquote an die Qualität der Rechnungen. Beanstandet der Medizinische Dienst mehr als 35 Prozent der geprüften Rechnungen eines Hauses, dürfen die Kassen bis zu 40 Prozent prüfen lassen. Bei mehr als der Hälfte fällt die Grenze ganz: bis zu 100 Prozent. Bisher waren es höchstens 15.

Für ein Haus mit vielen Fehlern wird das zur Spirale. Jede Prüfung bindet Leute und kostet Rückzahlung und Aufschlag. Wer viele Fehler hat, hat ab 2027 weniger Geld und weniger Zeit, die Ursachen abzustellen. Das eigentliche Problem ist nicht die Prüfung. Es ist die Rechnung, bevor sie rausgeht. Und die entsteht im Betrieb, nicht im Controlling.

Euer Ansatz geht über die reine Rechnungsprüfung hinaus. Welche Probleme im Krankenhausbetrieb kann die Plattform zusätzlich sichtbar machen?

Die Rechnung ist nur der Ort, an dem ein Fehler auffällt. Entstanden ist er vorher, irgendwo im Betrieb. Weil wir den Fall von der Aufnahme bis zur Rechnung verfolgen, sehen wir, wo etwas aus dem Takt gerät, quer durch Abteilungen und Berufsgruppen. Uns geht es nicht um eine bessere Abrechnung. Uns geht es um Krankenhäuser, die wirtschaftlich auf stabilen Beinen stehen. Wie ein Monitor auf der Intensivstation: Der zeigt Abweichungen, bevor sie kritisch werden. Heute deckt calliora Kodierung, Fallprüfung, MD-Management und Controlling ab. Die Abrechnung ist der erste Hebel, nicht das Ziel.

Wie unterscheidet sich eure Lösung von bestehenden Software- und Abrechnungssystemen im Klinikbereich?

Die meisten Systeme im Krankenhaus sind für einen Schritt gebaut. Eines dokumentiert, eines kodiert, eines prüft, eines rechnet ab. Jedes für sich gut. Aber die Information läuft nicht mit dem Fall. In der Logistik reist der Lieferschein mit der Palette. Im Krankenhaus wird zusammengesucht, was die Rechnung braucht, oft erst, wenn der Patient längst zu Hause ist.

Wir ersetzen nichts, wir setzen obendrauf und führen zusammen. Wir arbeiten vor der Rechnung, und unterstützen auch danach. Und bei uns entscheidet der Mensch: Die Plattform legt vor, die Fachkraft gibt frei.

Die Plattform wird bereits in kommunalen, kirchlichen und privaten Krankenhäusern eingesetzt. Welche Erfahrungen habt ihr aus dem laufenden Betrieb bisher gesammelt?

Private, kirchliche und öffentliche Häuser in fünf Bundesländern arbeiten im Alltag mit calliora. Der Aufwand je Fall hat sich dort teilweise mehr als halbiert. Und die Teams schließen Lücken, die wir finden, bevor die Rechnung rausgeht.

Gerade im Gesundheitswesen sind Daten besonders sensibel. Wie stellt ihr Datenschutz, Datensicherheit und einen verantwortungsvollen KI-Einsatz sicher?

Alle Daten bleiben in zertifizierten Rechenzentren in der EU, nichts geht in Drittstaaten. Wir erfüllen alle relevanten Sicherheitsanforderungen und Zertifikationen. . Jeder Zugriff ist auf das Nötige beschränkt und wird protokolliert. Unabhängige Sicherheitsfirmen testen uns regelmäßig von außen.

Beim KI-Einsatz gilt: Die Plattform entscheidet nicht, sie schlägt vor. Menschen geben frei. Abgerechnet wird nur, was in der Akte steht, richtige Rechnungen, nicht höhere. Und alles ist nachvollziehbar: Wer wann was geprüft und freigegeben hat, steht im Protokoll.

Krankenhäuser stehen unter erheblichem wirtschaftlichem Druck. Welchen konkreten Beitrag kann eure Technologie leisten, ohne unrealistische Einsparversprechen zu machen?

Wir versprechen keine Einsparquote. Der Druck ist auch so groß genug. Ab 2027 kann ein Haus mit vielen beanstandeten Rechnungen von 15 auf 100 Prozent Prüfquote hochgestuft werden. Da rollt ein bürokratisches Monster auf die Krankenhäuser zu. Die Kassen müssen prüfen, die Häuser müssen liefern. Ein Verfahren, das heute schon kompliziert ist, wird noch komplizierter.

Mit unserer Technologie reduzieren wir die Aufwände und Fehler je Fall deutlich. Was das in Euro heißt, hängt vom Haus ab. Der Mechanismus ist überall gleich. Kliniken bekommen bezahlt, was sie geleistet haben. Sie werden seltener geprüft, weil ihre Rechnungen weniger Angriffsfläche bieten. Und Leute, die heute Daten von einem System ins nächste tippen, haben wieder Zeit für ihren eigentlichen Job.

Kein einzelnes Werkzeug holt zwei Drittel der Kliniken aus den roten Zahlen. Aber ein Haus, das seine Fälle versteht, kann rechtzeitig gegensteuern.

Ihr gebt jetzt eine neue Finanzierungsrunde bekannt. Wofür soll das zusätzliche Kapital eingesetzt werden und welche nächsten Wachstumsschritte sind geplant?

Mit den 6 Millionen US-Dollar bauen wir die Teams für KI, Engineering und Produkt in München aus und bringen die Plattform auf weitere Stationen des Fallverlaufs. Deutschland allein ist ein riesiger Markt. Aber wir denken europäisch: eine Plattform für Krankenhäuser, die sie wirtschaftlich besser macht. Dass BHI und redalpine die Runde anführen und Experten wie Ulrich Wandschneider, Sara Siegel, Peter Sarlin und Frank Hutter investieren, hilft dabei. Sieie kennen Klinikmanagement und KI von innen.

Welche langfristige Vision verfolgt ihr mit der Plattform und welche Rolle soll KI künftig im wirtschaftlichen und organisatorischen Klinikbetrieb spielen?

Krankenhausökonomie ist für uns kein Backoffice-Thema. Sie ist Teil der Infrastruktur, die Versorgung sichert. Ein Haus, das dauerhaft wirtschaftlich arbeitet, kann in Menschen, Technik und Betten investieren, in das, worauf Patienten angewiesen sind.

Unsere Vision: eine KI-Plattform, die den ganzen Fall kennt, von der Behandlung bis zur abgeschlossenen Akte. Sie übernimmt die Routine, zeigt Risiken und Potenziale und holt den Menschen dort dazu, wo sein Urteil den Unterschied macht. KI ersetzt im Krankenhaus niemanden. Sie sorgt dafür, dass nichts mehr übersehen wird, nur weil es in einem anderen System steckt.

Welche drei Ratschläge würdet ihr anderen Forschern geben, die aus wissenschaftlicher Arbeit ein Unternehmen aufbauen möchten?

  1. Versteht das Kernproblem, bevor ihr die Lösung baut.
  2. Das Feedback von Euren Kunden ist wertvoller als jeder abstrakte Benchmark, nutzt es.
  3. Holt euch Experten, die das Feld und Fallstricke kennen, die ihr nicht kennt.

Bildrechte: calliora

Wir bedanken uns bei Dr. Frederik Träuble und Dr. Jonas Wildberger für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Neueste Beiträge

HopHop: Railway Mobility und Autonomous Mobility

HopHop: Wie die Plattform Railway Mobility und Autonomous Mobility verbindet

0
HopHop entwickelt sich vom Premium-Chauffeurdienst zu einer multimodalen Mobilitätsplattform. Mit Railway Mobility, der HopHop Intelligence Engine und perspektivisch Autonomous Mobility sollen unterschiedliche Teile einer Reise intelligent miteinander verbunden werden.