Montag, Oktober 19, 2026
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Über 100 Bewerbungen: Diese Startups überzeugen beim MEXI 2026

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Mannheim: MEXI 2026 vergibt Gründungspreis

Mannheimer Existenzgründungspreis (MEXI) 2026 verliehen

15 Start-ups und Scale-ups stehen für die Innovationskraft und Vielfalt des Gründungsstandorts Mannheim.

Bühne frei für die mutigsten und kreativsten Gründer*innen: Im Hangar des City Airport Mannheim wurde gestern Abend der Mannheimer Existenzgründungspreis (MEXI) 2026 verliehen. Die Wirtschafts- und Strukturförderung der Stadt Mannheim vergab den renommierten Gründungspreis in Kooperation mit NEXT MANNHEIM. Vor mehr als 350 geladenen Gästen präsentierten sich 15 Start-ups und Scale-ups im Finale und zeigten eindrucksvoll, wie vielfältig, innovativ und zukunftsorientiert Unternehmertum aus Mannheim und der Region ist.

Aus mehr als 100 Bewerbungen wurden in den fünf Kategorien Technologie, Dienstleistung, Impact, Textile und Scale Up jeweils die drei besten Gründungsideen von einer unabhängigen Jury ausgewählt und prämiert. Damit macht der MEXI sichtbar, was den Standort Mannheim auszeichnet: Menschen, die Verantwortung übernehmen, neue Wege gehen und aus ihren Ideen konkrete Lösungen für die Zukunft entwickeln.

„Mannheim ist ein Ort des Erfindergeists. Hier wurden Innovationen entwickelt, die heute selbstverständlich zu unserem Alltag gehören. Die vielen Bewerbungen um den Gründerpreis geben uns einen spannenden Blick in die Zukunft: Sie zeigen, welche Technologien und Geschäftsmodelle das Potenzial haben, die Wirtschaftskraft unserer Stadt weiter zu stärken. Als einer der führenden Innovationsstandorte schafft Mannheim dafür attraktive Rahmenbedingungen“, erklärte Oberbürgermeister Christian Specht.

„Hinter jedem erfolgreichen Unternehmen steht der Mut, einen ersten Schritt zu gehen. Wir sind stolz darauf, ein Gründungsstandort zu sein, der Menschen auf diesem Weg umfassend unterstützt. Der heutige Gründerpreis ist eine verdiente Anerkennung für unternehmerischen Einsatz und zugleich ein starkes Signal: Gute Ideen finden bei uns die besten Bedingungen, um zu wachsen und erfolgreich zu werden“, so Thorsten Riehle, Bürgermeister für Wirtschaft, Arbeit, Soziales und Kultur.

Fünf Kategorien zeigen die Breite des Mannheimer Gründungsgeschehens

Der MEXI zählt zu den bedeutendsten regionalen Gründungspreisen in Deutschland und wurde 2026 in insgesamt fünf Kategorien vergeben. Neu hinzugekommen ist die Kategorie Scale Up. Sie zeichnet innovative Unternehmen ab dem dritten Geschäftsjahr aus, die überdurchschnittliches Wachstum und besondere Zukunftsfähigkeit zeigen.

Die Kategorie Textile löste die bisherige Kategorie Fashion ab. Sie wurde erstmals überregional ausgeschrieben und richtete sich an Gründer*innen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Damit trägt der MEXI der Entwicklung Mannheims als Standort für innovative textile Konzepte, nachhaltige Materialien und neue Geschäftsmodelle in der Mode- und Textilwirtschaft Rechnung.

Über 50.000 Euro Sponsoren-Preisgeld und besondere Zusatzpreise

Die Erstplatzierten in den Kategorien Technologie, Dienstleistung, Impact und Scale Up erhielten jeweils 10.000 Euro Preisgeld. Gestiftet wurde das Preisgeld von den Sponsoren Roche Diagnostics GmbH, Sparkasse Rhein Neckar Nord, Essity GmbH und Zodiac Vermögens-Verwaltungs GmbH.

In der Kategorie Textile wurde ein Medienpreis in Höhe von 10.000 Euro sowie ein zusätzliches Preisgeld in Höhe von 2.500 Euro durch das Fachmagazin „TextilWirtschaft“ der DFV-Mediengruppe vergeben. Für den ersten Platz gab es darüber hinaus ein kostenloses Atelier für drei Monate mit Zugang zu den hauseigenen Werkstätten im Mannheimer Gründungszentrum Textilerei sowie eine kostenfreie, teilmöblierte Wohnung in der Mannheimer Innenstadt.

Letztere wird von der Hildebrandt & Hees GmbH gesponsert. Alle drei Finalisten erhielten in dieser Kategorie außerdem eine Jahresmitgliedschaft im Fashion Council Germany e.V. sowie ein Jahres-Abonnement für das Fachmagazin TextilWirtschaft.

Experten-Jury wählte aus über 100 Bewerbungen

Mit mehr als 100 eingegangenen Bewerbungen wurde in diesem Jahr ein neuer Höchststand erreicht. Über die Vergabe der MEXI-Preise entschied eine hochkarätige Jury aus Vertreterinnen der IHK und HWK, erfahrenen Gründerinnen, ehemaligen MEXI-Gewinnerinnen, Business Angels, Investorinnen, Coaches sowie den Sponsor*innen der jeweiligen Kategorien.

Pro Kategorie wurden drei Finalist*innen ausgewählt. In 15-minütigen Pitch-Sessions traten sie um die Plätze eins bis drei gegeneinander an. Die Vorbereitung auf die Endrunde erfolgte durch einen Pitch-Workshop der Agentur dreivondrei, die den MEXI bereits zum dritten Mal begleitete.

Der MEXI ist damit weit mehr als eine Preisverleihung: Er bringt Gründerinnen, Investorinnen, Unternehmen, Fördernde und Partner*innen zusammen, schafft Sichtbarkeit für neue Geschäftsmodelle und stärkt die Verbindungen innerhalb des Mannheimer Start-up-Ökosystems. Der Abend im Hangar des City Airport Mannheim hat einmal mehr gezeigt, dass Innovation am Standort nicht nur in Ideen steckt, sondern in Menschen, die sie mit Mut, Ausdauer und viel Energie umsetzen.

Bild Foto-Credit: Sebastian Weindel

Quelle mg: mannheimer gründungszentren gmbh

24 Türchen, 24 Snacks: NEOH macht Advent anders

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NEOH Adventkalender: 24 Produkte ohne zugesetzten Zucker

NEOH Adventkalender 2026: 24 Tage, 24 Lieblingssnacks ohne zugesetzten Zucker

Wenn Vorfreude jeden Tag ein kleines bisschen anders schmeckt: Mit dem NEOH Adventkalender 2026 bringt die österreichische Food-Tech-Marke ihre beliebtesten Snacks in eine neue Form der Adventtradition. Hinter jedem Türchen wartet eine andere NEOH Überraschung – von bekannten Klassikern bis zu Produkten, die es neu zu entdecken gilt.

Für die Ausgabe 2026 hat NEOH das Konzept des Adventkalenders weiterentwickelt und dabei vor allem auf Rückmeldungen aus der Community gesetzt. Entstanden ist ein Kalender, der die Vielfalt des Sortiments stärker in den Mittelpunkt rückt und durch seine Zusammenstellung einen kleinen Querschnitt durch die NEOH Produktwelt bietet.

Ein Adventkalender, der das Sortiment entdecken lässt

24 Tage, 24 unterschiedliche Genussmomente: Der Kalender lädt dazu ein, sich im Dezember Stück für Stück durch das NEOH Sortiment zu probieren. Dabei geht es weniger um die klassische Frage, was hinter dem nächsten Türchen steckt, sondern vielmehr um die Möglichkeit, bekannte Favoriten wiederzuentdecken und neue Produkte kennenzulernen.

Gemeinsam ist allen enthaltenen Snacks ein zentraler Bestandteil der NEOH Produktphilosophie: Sie kommen ohne zugesetzten Zucker aus. Grundlage dafür ist die von NEOH entwickelte ZERO+ Technologie, mit der Zucker 1:1 ersetzt werden kann, ohne dabei auf Geschmack und typische Produkttexturen verzichten zu müssen.

Vom Adventskalender zum täglichen Entdeckungsmoment

Gerade in der Weihnachtszeit gehören süße Kleinigkeiten für viele Menschen zur täglichen Vorfreude. Der NEOH Adventkalender greift dieses Ritual auf, interpretiert es aber aus der Perspektive des modernen Snackens neu. Statt einer einzelnen Schokolade in 24 Variationen steht die Produktvielfalt im Vordergrund.

Damit eignet sich der Kalender gleichermaßen als Geschenk für NEOH Fans und als Möglichkeit, die Marke und ihre unterschiedlichen Produkte kennenzulernen. Und natürlich bleibt die wichtigste Adventsregel bestehen: Erst am richtigen Tag öffnen.

Der NEOH Adventkalender 2026 ist exklusiv im NEOH Webshop erhältlich und erscheint in limitierter Auflage.

Key Facts

  • NEOH Adventkalender 2026
  • 24 unterschiedliche NEOH Überraschungen
  • Zusammenstellung aus beliebten Klassikern und weiteren Produkten des Sortiments
  • Alle enthaltenen Produkte ohne zugesetzten Zucker
  • Weiterentwickelte Ausgabe auf Basis von Kundenfeedback
  • Exklusiv im NEOH Webshop erhältlich
  • Limitierte Auflage
  • Erhältlich ab Herbst 2026
  • UVP: 39,90 €

Zum NEOH-Adventkalender im Webshop

Quelle Bild und Text: NEOH by Alpha Republic GmbH

Mit Bäumen zum Business: Wenn Umweltschutz zum Erfolgsmodell wird

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Unternehmen: Click A Tree unterstützt Weltrekord Chris Kaiser Gründer

Click A Tree-Gründer Chris Kaiser verbindet Nachhaltigkeit und Unternehmertum

Vom Aufforstungsprojekt zum Impact-Unternehmen: Am 24. Oktober unterstützt der Heidelberger Gründer einen Weltrekordversuch mit 67 Nationen.

Heidelberg, September 2026 – Bäume pflanzen und damit ein Unternehmen aufbauen? Für Chris Kaiser ist das kein Widerspruch. Mit Click A Tree verfolgt der Gründer einen Ansatz, der Nachhaltigkeit und Unternehmertum bewusst miteinander verbindet: Firmen integrieren ökologische Projekte in ihre Geschäftsprozesse und finanzieren damit unter anderem Aufforstung.

Am 24. Oktober 2026 bekommt diese Idee eine ungewöhnliche Bühne. Initiiert von der Waldfreunde gGmbH unterstützt Click A Tree einen Weltrekordversuch im hessischen Dietzenbach: Menschen aus mindestens 67 Nationen sollen gleichzeitig im Eulerwald Bäume pflanzen.

Der bestehende Weltrekord liegt bei 66 Nationalitäten und wurde 2021 in Katar aufgestellt.

Umweltschutz als Geschäftsmodell

Die Idee hinter Click A Tree entstand nicht am Schreibtisch. Kaiser verbrachte einen Teil seiner Kindheit in Kamerun und Tansania und entwickelte früh eine enge Verbindung zu Natur und Umwelt. Später lebte und arbeitete er mehrere Jahre in Thailand, wo ihn die Folgen der Abholzung und der damit verbundene Verlust von Lebensraum für Elefanten zur Gründung von Click A Tree inspirierten.

Aus ersten Aufforstungsaktivitäten entwickelte sich schließlich Click A Tree.

Der entscheidende Gedanke: Ökologisches Engagement muss sich wirtschaftlich für Unternehmen rechnen. Bis heute hat das Unternehmen rund 300.000 Bäume gemeinsam mit renommierten Partnern wie der Best Western-Hotelgruppe oder den Marriot-Hotels gepflanzt.

„Damit wir ökologische Wirkung langfristig skalieren können, finden wir Wege, bei denen Nachhaltigkeit und wirtschaftlicher Erfolg Hand in Hand arbeiten“, sagt Kaiser. „Unternehmen haben eine enorme Hebelwirkung. Genau diese wollen wir nutzen.“

Heute realisiert Click A Tree Projekte unter anderem in Ghana, Thailand, auf den Philippinen und in Deutschland. Das Unternehmen ist als B Corp zertifiziert und arbeitet mit Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen zusammen.

Von der Geschäftsidee zum Weltrekordversuch

Als Kaiser vom geplanten Rekordversuch der Waldfreunde erfuhr, sagte er spontan seine Unterstützung zu. Die gemeinnützige Organisation forstet geschädigte Wälder in Hessen auf, darunter den 2019 durch einen Sturm stark beschädigten Eulerwald.

Am 24. Oktober pflanzen dort Menschen unterschiedlichster Herkunft gemeinsam Setzlinge. Rund 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus etwa 20 Nationen haben sich bereits angemeldet. Benötigt werden mindestens 67 Nationalitäten.

„Im Wald spielt es keine Rolle, woher ein Mensch kommt, welcher Religion er angehört, welchem Kulturkreis er sich verbunden fühlt oder welche Sprache er spricht. Jeder Mensch besitzt die gleiche Würde. Wir stehen auf demselben Boden, pflanzen gemeinsam und übernehmen Verantwortung für dieselbe Zukunft“, erklärt Jürgen Graf, Geschäftsführer der Waldfreunde gGmbH.

„Keine Nation wird den Klimawandel alleine stoppen“, ergänzt Kaiser. „Dafür braucht es uns alle. Der Weltrekord macht genau diesen Gedanken auf eine sehr einfache und emotionale Weise sichtbar.“

Der Versuch wird nach den Kriterien des Rekord-Instituts für Deutschland durchgeführt und anschließend offiziell geprüft. Die Teilnahme ist kostenlos. Um eine Vorab-Anmeldung unter https://clickatree.com/weltrekordversuch-2026-gemeinsam-baeume-pflanzen/ wird von Seiten der Veranstalter zwecks genauerer Planbarkeit gebeten.

 Fotocredit: Veranstalter

Quelle SEE PR

Gegen den Zettelkram: PrüfCheck vereinfacht die Betriebsmittel-Prüfung

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PrüfCheck: Software vereinfacht Prüfungen Tomislav Miulic prüfcheck

PrüfCheck ist eine Software, mit der kleine und mittelständische Betriebe Geräte, Prüfungen und Prüffristen zentral verwalten und dokumentieren können.

Können Sie PrüfCheck kurz vorstellen und erzählen, welches konkrete Problem Sie zur Entwicklung der Software gebracht hat?

PrüfCheck ist eine Software zur Verwaltung von Geräten, wiederkehrenden Prüfungen und Prüffristen. Die Idee war, eine einfache Lösung für kleine und mittelständische Betriebe zu entwickeln, die diese Themen heute noch mit Excel, Papier oder eigenen Erinnerungen organisieren. Je mehr Geräte und Standorte dazukommen, desto schwieriger wird es, den Überblick darüber zu behalten, was bereits geprüft wurde, was demnächst fällig ist und wo sich die entsprechende Dokumentation befindet. Ich wollte all das an einem Ort zusammenführen, ohne daraus ein kompliziertes System zu machen, das ein kleiner Betrieb erst wochenlang lernen muss.

Hinter PrüfCheck steht aktuell eine One-Man-Show. Was hat Sie dazu bewegt, Entwicklung, Website und Vertrieb zunächst komplett selbst zu übernehmen?

Am Anfang war es für mich am sinnvollsten, so viel wie möglich selbst zu machen. Dadurch habe ich die volle Kontrolle über das Produkt und kann Dinge schnell verändern, ohne lange Abstimmungen und hohe Kosten. Natürlich bedeutet das auch, dass ich an einem Tag an der Software arbeite, am nächsten an der Website und danach mit potenziellen Kunden spreche. Das ist nicht immer einfach, aber in dieser Phase hilft es mir sehr schnell zu lernen, was wirklich sinnvoll ist und was nicht.

Viele kleine und mittelständische Betriebe arbeiten bei Prüffristen noch mit Excel, Papier oder manuellen Erinnerungen. Warum hält sich diese Arbeitsweise so hartnäckig?

Weil sie bei einer kleinen Anzahl von Geräten oft tatsächlich gut funktioniert. Wenn ein Betrieb zehn oder zwanzig Geräte hat und eine Person genau weiß, wo sich was befindet, kann Excel völlig ausreichen. Das Problem entsteht meistens schrittweise, wenn die Zahl der Geräte wächst, verschiedene Standorte dazukommen, mehrere Prüfarten verwaltet werden müssen oder mehrere Personen mit den Daten arbeiten. Dann beginnt das, was vorher einfach war, immer mehr Zeit zu kosten und es wird leichter, etwas zu übersehen.

PrüfCheck soll Geräte, Prüfungen und anstehende Termine zentral zusammenführen. Welcher Teil des bisherigen Prozesses verursacht bei Ihren potenziellen Kunden den größten Aufwand?

Aus meiner Sicht ist häufig nicht die eigentliche Prüfung das größte Problem, sondern alles, was organisatorisch darum herum passiert. Man muss wissen, welches Gerät wann zuletzt geprüft wurde, wann der nächste Termin ansteht, wo sich das Gerät befindet und wo der passende Nachweis oder die Prüfhistorie zu finden ist. Bei einer größeren Anzahl von Geräten geht viel Zeit genau für das Suchen und Pflegen dieser Informationen verloren. PrüfCheck soll diesen administrativen Aufwand so weit wie möglich reduzieren.

Gerade kleinere Betriebe haben häufig wenig Zeit für die Einführung neuer Software. Wie einfach muss eine Lösung sein, damit sie im Arbeitsalltag tatsächlich genutzt wird?

Für mich muss eine Lösung so einfach sein, dass der Nutzer keine lange Einführung oder besondere Schulung benötigt. Wenn jemand zuerst ein 50-seitiges Handbuch lesen muss, um ein Gerät anzulegen und eine Prüfung zu dokumentieren, ist das Ziel verfehlt. Deshalb ist mir wichtig, dass Nutzer schnell starten können. Wenn bereits eine Excel-Liste vorhanden ist, soll diese möglichst einfach in PrüfCheck übernommen werden können. Software sollte Zeit sparen und nicht zusätzliche Arbeit verursachen.

Der Markt bietet bereits unterschiedliche Möglichkeiten zur digitalen Verwaltung von Betriebsmitteln. Was soll PrüfCheck für kleine und mittelständische Unternehmen besonders machen?

Ich versuche nicht, das größte oder komplizierteste System am Markt zu bauen. Der Fokus von PrüfCheck liegt darauf, die wichtigsten Dinge möglichst einfach zu machen: Geräte, Prüfungen, Fristen, Erinnerungen und Dokumentation. Gerade bei kleineren Betrieben halte ich es für wichtig, dass eine Software nicht mit Funktionen überladen ist, die im Alltag gar nicht benötigt werden. Mein Ziel ist, dass ein Nutzer PrüfCheck öffnet und direkt versteht, was zu tun ist.

Sie befinden sich aktuell in der Phase, erste Unternehmen auf PrüfCheck aufmerksam zu machen. Was ist beim Gewinnen der ersten Kunden die größte Herausforderung?

Die größte Herausforderung ist, die richtige Person zu erreichen und sie überhaupt dazu zu bringen, sich ein paar Minuten Zeit für ein neues Produkt zu nehmen. Viele Betriebe haben bereits ihre eigene Arbeitsweise, die vielleicht nicht ideal ist, aber funktioniert und an die sie sich gewöhnt haben. Deshalb reicht es nicht zu sagen, dass es eine neue Software gibt. Ich muss zeigen, dass der Umstieg nicht kompliziert sein muss und PrüfCheck im Alltag tatsächlich Zeit sparen kann. Deshalb biete ich interessierten Unternehmen auch Unterstützung beim Onboarding und bei der Übernahme bestehender Daten an.

Als alleiniger Gründer müssen Sie gleichzeitig das Produkt entwickeln und verkaufen. Wie entscheiden Sie, welche Aufgabe gerade Vorrang hat?

Das ist etwas, das ich ständig dazulerne. Es ist leicht, in die Falle zu geraten und immer neue Funktionen entwickeln zu wollen, weil es natürlich immer noch etwas gibt, das man verbessern könnte. Momentan versuche ich Aufgaben den Vorrang zu geben, die den praktischen Nutzen von PrüfCheck erhöhen oder den Vertrieb und die Weiterentwicklung des Unternehmens voranbringen. Wenn eine Funktion interessant klingt, aber aktuell keinen klaren Mehrwert bringt, kann sie auch warten.

Feedback der ersten Nutzer kann für ein junges Softwareprodukt entscheidend sein. Wie stark soll dieses Feedback die weitere Entwicklung von PrüfCheck beeinflussen?

Sehr stark. Ich kann natürlich meine eigene Vorstellung davon haben, wie ein bestimmter Prozess funktionieren sollte. Aber jemand, der täglich mit Geräten und Prüfungen arbeitet, kann sehr schnell zeigen, wo etwas unnötig kompliziert ist oder noch etwas fehlt. Ich möchte nicht jeden einzelnen Wunsch sofort umsetzen. Wenn aber mehrere Nutzer auf dasselbe Problem stoßen, ist das für mich ein sehr klares Signal, dass ich mir diesen Bereich genauer ansehen sollte.

Ein One-Man-Startup stößt mit zunehmendem Wachstum irgendwann an Grenzen. Wann wäre für Sie der Zeitpunkt gekommen, ein Team aufzubauen?

Wenn die Zahl der Nutzer und der Arbeitsaufwand einen Punkt erreichen, an dem ich Produktentwicklung, Kundensupport und Vertrieb nicht mehr gleichzeitig in der gewünschten Qualität abdecken kann. Ich möchte kein Team aufbauen, nur um sagen zu können, dass das Unternehmen Mitarbeiter hat. Solange ich die Dinge sinnvoll und zuverlässig selbst steuern kann, ist das für mich in Ordnung. Wenn das Wachstum aber darunter leidet, dass eine Person nicht mehr alles abdecken kann, wäre der richtige Zeitpunkt für den nächsten Schritt gekommen.

Welche Vision verfolgen Sie mit PrüfCheck, und wo soll das Unternehmen in den kommenden Jahren stehen?

Ich möchte, dass PrüfCheck zu einer bekannten und einfachen Lösung für kleine und mittelständische Betriebe wird, die ihre Prüfverwaltung nicht mehr mit Excel und Papier organisieren möchten. Mein erstes Ziel ist nicht, möglichst schnell ein riesiges Unternehmen aufzubauen, sondern ein Produkt zu schaffen, das Betriebe wirklich nutzen und für das sie bereit sind zu bezahlen, weil es ein konkretes Problem löst. Wenn das in Deutschland funktioniert, möchte ich PrüfCheck langfristig auch im gesamten DACH-Raum weiter aufbauen.

Welche drei Ratschläge würden Sie anderen Gründerinnen und Gründern geben, die allein mit einer B2B-Softwareidee in den Markt starten möchten?

Erstens sollte man von Anfang an klar definieren, welches konkrete Problem das Produkt löst und für wen es gedacht ist. Zweitens sollte man im engen Austausch mit den Nutzern bleiben, denn erst in der tatsächlichen Anwendung zeigt sich, was ihnen wirklich wichtig ist. Und drittens sollte man Vertrieb und Marketing nicht unterschätzen. Man kann ein gutes Produkt haben, aber man muss auch einen Weg finden, die richtigen Menschen zu erreichen und ihnen zu zeigen, warum die eigene Lösung für sie hilfreich sein kann.

Bildrechte: privat / Tomislav Mikulić

Wir bedanken uns bei Tomislav Mikulić für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Wartefrust beim Hausbau: Wie aus 18 Monaten Geduldsspiel ein Energie-Startup wurde

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Energie Süddeutschland: Photovoltaik und Wärmepumpe Johannes Ostwald

Energie Süddeutschland verbindet Photovoltaik und Wärmepumpe zu ganzheitlichen Energielösungen für Eigenheime und setzt dabei auf moderne Technik und kurze Wege.

Können Sie Energie Süddeutschland kurz vorstellen und erzählen, wie aus Ihrem eigenen Hausbau schließlich die Geschäftsidee entstanden ist?

Energie Süddeutschland ist tatsächlich aus einer ganz persönlichen Erfahrung entstanden. 2021 wollte ich für mein eigenes Haus eine Photovoltaikanlage installieren lassen – genau zu einer Zeit, in der die Strompreise massiv gestiegen sind. Ich habe ungefähr sechs Monate auf ein Angebot gewartet. Anschließend wurde mir gesagt, dass die Anlage frühestens weitere zwölf Monate später installiert werden könne.

Damit waren wir bei einer realistischen Wartezeit von rund 18 Monaten. Für ein Thema, das zu diesem Zeitpunkt wirtschaftlich und gesellschaftlich enorm relevant war, war das für mich kaum nachvollziehbar.

Ich komme ursprünglich selbst aus dem Handwerk und beschäftige mich schon seit meinem 20. Lebensjahr intensiv mit Immobilien. Bei meiner ersten Neubauwohnung habe ich beispielsweise einen großen Teil des Innenausbaus selbst gemacht. Das technische und handwerkliche Thema lag mir deshalb ohnehin.

Ich habe mich daraufhin sehr intensiv in die Photovoltaik eingearbeitet. Das war keine Entscheidung von heute auf morgen, sondern das Ergebnis einer längeren Recherche und Vorbereitung. Irgendwann war für mich klar: Der Bedarf ist enorm, aber die Umsetzung muss schneller, einfacher und kundenorientierter funktionieren. Daraus entstand Solar Süddeutschland und letztlich das heutige Unternehmen Energie Süddeutschland.

Vom Industriemechaniker über die Allianz bis zum Gründer im Energiesektor. Welche Erfahrungen aus diesen unterschiedlichen Stationen helfen Ihnen heute besonders?

Die unterschiedlichen Stationen helfen mir heute gerade deshalb, weil sie sehr verschieden waren. Bei Schaeffler habe ich gelernt, strukturiert zu arbeiten und Dinge aus technischer Sicht pragmatisch zu lösen. Bei der Allianz kam dazu, komplexe Themen verständlich zu vermitteln und nah am Kunden zu arbeiten. Heute verbinde ich beides als Unternehmer: technisches Verständnis, Beratung auf Augenhöhe und den Aufbau von Strukturen, die Wachstum möglich machen.

Acht Monate Wartezeit auf die Umsetzung Ihrer eigenen Energietechnik waren der entscheidende Impuls. Wann wurde Ihnen klar, dass dahinter eine echte Marktlücke steckt?

Eigentlich in dem Moment, in dem ich verstanden habe, dass meine Erfahrung kein Einzelfall war. Gleichzeitig waren steigende Strompreise und der Wunsch nach mehr Energieunabhängigkeit überall präsent. Es gab also eine enorme Nachfrage, aber nicht genügend Kapazitäten und teilweise sehr langwierige Prozesse.

Je intensiver ich mich mit dem Markt beschäftigt habe, desto klarer wurde mir: Hier gibt es nicht nur kurzfristig einen Engpass, sondern einen langfristigen Bedarf. Das war letztlich der ausschlaggebende Punkt für die Gründung.

Sie haben sich zum Energieeffizienzberater weitergebildet und 2023 zunächst im Solargeschäft gegründet. Wie herausfordernd war der komplette Branchenwechsel?

Ich würde es weniger als kompletten Neuanfang betrachten, weil mich Handwerk, Technik und Immobilien schon sehr lange begleiten. Trotzdem musste ich mir natürlich sehr viel neues Wissen aneignen.

Gerade Energietechnik ist ein Bereich, in dem Technik, Gesetzgebung, Netzbetreiber, Förderungen und Wirtschaftlichkeit zusammenkommen. Deshalb habe ich mich intensiv weitergebildet und sehr viel Zeit in das Verständnis der einzelnen Prozesse investiert.

Entscheidend war für mich, nicht nur verkaufen zu können, sondern die Technik und die Zusammenhänge tatsächlich zu verstehen.

Aus dem ursprünglichen Solargeschäft ist ein Anbieter für die gesamte Energieversorgung von Eigenheimen geworden. Was hat diese Entwicklung angetrieben?

Vor allem der Kunde selbst. Wir haben sehr schnell gemerkt, dass Photovoltaik allein nur ein Teil der Lösung ist.

Der Kunde produziert Strom, möchte diesen aber möglichst sinnvoll selbst nutzen. Dann kommen Batteriespeicher, Wärmepumpe, Wallbox, Klimaanlage und das Energiemanagement dazu. Diese Komponenten funktionieren besonders gut, wenn sie nicht einzeln betrachtet, sondern miteinander verbunden werden. Unser Anspruch ist deshalb inzwischen, nicht einfach einzelne Produkte zu installieren, sondern eine komplette Energiezentrale für das Gebäude zu schaffen.

Dazu gehört für uns auch, technologisch frühzeitig neue Entwicklungen abzubilden. Wir verbauen beispielsweise bereits intelligente Messsysteme und arbeiten dafür mit einem Messstellenbetreiber zusammen. Dadurch können wir diese teilweise direkt im Zuge unserer Elektroinstallation mit umsetzen und reduzieren zusätzliche Wartezeiten.

Auch die Direktvermarktung von PV-Strom können wir unseren Kunden bereits heute technisch und softwareseitig anbieten. Unser Anspruch ist, Systeme so aufzubauen, dass sie auch auf zukünftige Änderungen vorbereitet sind.

Wärmepumpen machen inzwischen rund 60 bis 65 Prozent Ihres Geschäfts aus. Warum hat sich dieser Bereich so stark entwickelt?

Der Bedarf beim Heizungstausch ist enorm. Viele bestehende Heizungen kommen in ein Alter, in dem sich Eigentümer ohnehin mit einer Erneuerung beschäftigen müssen. Gleichzeitig hat sich die Wärmepumpentechnik in den vergangenen Jahren deutlich weiterentwickelt.

Wir haben früh entschieden, diesen Bereich nicht nur zusätzlich anzubieten, sondern eigene Kompetenzen und entsprechende Mitarbeiterstrukturen aufzubauen.

Dadurch können wir eine sehr hohe Nachfrage heute auch tatsächlich umsetzen. Gleichzeitig ergänzt sich die Wärmepumpe ideal mit Photovoltaik und Energiemanagement. Genau diese Kombination wird für viele Eigenheimbesitzer immer interessanter.

Welche Bedürfnisse haben Eigenheimbesitzer heute, wenn sie sich mit Wärmepumpe, Photovoltaik und moderner Energieversorgung beschäftigen?

Die Kunden wollen vor allem drei Dinge: Planbarkeit, Verständlichkeit und einen fairen Preis.

Photovoltaik, Wärmepumpe, Speicher und Energiemanagement wirken zunächst sehr komplex. Unser Job ist es, diese Komplexität herauszunehmen und dem Kunden verständlich zu zeigen, welche Lösung für sein Gebäude sinnvoll ist.

Gleichzeitig wünschen sich viele Kunden mehr Unabhängigkeit von zukünftigen Strom- und Energiekosten. Sie wollen aber kein System kaufen, das nach wenigen Jahren technisch überholt ist.

Deshalb achten wir darauf, Lösungen möglichst flexibel, erweiterbar und zukunftsfähig aufzubauen.

Energie Süddeutschland ist aus einem regionalen Installationsbetrieb heraus gewachsen. Was unterscheidet Ihren Ansatz von anderen Anbietern im Markt?

Wir versuchen nicht, uns ausschließlich über den niedrigsten Preis zu definieren. Entscheidend ist für uns der gesamte Prozess.

Wir beraten ausführlich, erklären komplexe Technik verständlich und haben unsere Montage- und Projektabläufe stark standardisiert. Dadurch können wir trotz hoher Qualitätsanforderungen vergleichsweise schnell umsetzen.

Ein sehr wichtiger Indikator dafür ist für mich die Weiterempfehlungsquote. Ein großer Teil unseres Erfolgs entsteht dadurch, dass zufriedene Kunden uns weiterempfehlen.

Gleichzeitig versuchen wir, technisch immer einen Schritt weiterzudenken, beispielsweise bei Energiemanagement, intelligenten Messsystemen oder Direktvermarktung.

Der Fachkräftemangel und begrenzte Installationskapazitäten waren Teil Ihrer eigenen Gründungsgeschichte. Wie begegnen Sie dieser Herausforderung heute als Unternehmer?

Das ist tatsächlich eine unserer größten Herausforderungen. Deshalb konzentrieren wir uns sehr stark auf den Aufbau eigener Mitarbeiter und Teams.

Dabei geht es für mich nicht nur darum, Menschen einzustellen. Wir möchten Mitarbeiter entwickeln und ihnen langfristige Perspektiven geben.

Ein gutes Beispiel ist einer unserer Mitarbeiter, der 2022 aus der Ukraine nach Deutschland gekommen ist. Er ist studierter Elektroingenieur, musste hier zunächst aber in einem völlig anderen Bereich am Band arbeiten. Über einen Zufall haben wir uns kennengelernt.

Wir haben ihn dabei unterstützt, seine Qualifikation in Deutschland anerkennen zu lassen. Heute darf er hier seinen Ingenieurstitel führen, bildet sich weiter und hat sich bei uns vom Mitarbeiter zum Teamleiter entwickelt.

Genau solche Entwicklungen machen für mich einen wesentlichen Teil von Unternehmertum aus.

Was war beim Wachstum von Energie Süddeutschland schwieriger als ursprünglich erwartet?

Die größte Herausforderung besteht darin, dass Wachstum nicht einfach nur bedeutet, mehr Aufträge anzunehmen. Vertrieb, Projektleitung, Backoffice, Elektro und SHK müssen gleichzeitig mitwachsen.

Gerade qualifizierte Handwerker und Projektverantwortliche lassen sich nicht beliebig schnell aufbauen.

Deshalb investieren wir stark in Prozesse und Automatisierung. Auch KI spielt dabei intern inzwischen eine wichtige Rolle. Unser Ziel ist ausdrücklich nicht, für 100 Prozent mehr Umsatz auch 100 Prozent mehr Mitarbeiter zu benötigen.

Nach unserer heutigen Planung können wir ungefähr eine Verdopplung der Leistung mit rund 50 Prozent zusätzlichem Personal abbilden. Das funktioniert aber nur, wenn Prozesse konsequent standardisiert und digitalisiert werden.

Welche Vision verfolgen Sie für Energie Süddeutschland, und wie möchten Sie das Unternehmen in den kommenden Jahren weiterentwickeln?

Wir wollen regional verwurzelt bleiben und gleichzeitig deutlich wachsen.

Für das kommende Jahr haben wir uns vorgenommen, unseren Umsatz ungefähr zu verdoppeln. Dazu bauen wir unter anderem unseren Vertrieb und unsere Installationskapazitäten weiter aus.

Dabei wollen wir aber nicht einfach nur größer werden. Entscheidend ist, produktiver und strukturierter zu werden. Umsatz und Mitarbeiterzahl sollen deshalb bewusst nicht im gleichen Verhältnis wachsen.

In den kommenden Jahren sehe ich Energie Süddeutschland mit einer deutlich größeren Mannschaft und einem noch umfassenderen Angebot rund um die Energieversorgung von Gebäuden.

Technologisch wird sich dieser Bereich enorm verändern. Energiemanagement, intelligente Messsysteme, Direktvermarktung, Wärmepumpen, Speicher, Ladeinfrastruktur und wahrscheinlich weitere neue Geschäftsmodelle werden immer stärker miteinander verschmelzen.

Unser Anspruch ist, diese Entwicklung nicht nur mitzumachen, sondern möglichst früh umzusetzen.

Welche drei Ratschläge würden Sie anderen Gründerinnen und Gründern geben, die aus einem selbst erlebten Problem ein Unternehmen aufbauen möchten?

Erstens: Prüft, ob euer eigenes Problem tatsächlich auch das Problem vieler anderer Menschen ist. Ein persönliches Ärgernis allein ist noch kein Geschäftsmodell.

Zweitens: Beschäftigt euch intensiver mit dem Thema als alle anderen. Ich habe nicht einfach entschieden, eine Solarfirma zu gründen, sondern mich lange vorbereitet, recherchiert und weitergebildet.

Drittens: Fangt an und akzeptiert, dass nicht von Beginn an alles perfekt sein wird. Ein Unternehmen verändert sich permanent. Unser Unternehmen sieht heute völlig anders aus als bei der Gründung, weil wir immer wieder auf Kunden, Markt und Technik reagiert haben.

Bildcredits: Energie Süddeutschland

Wir bedanken uns bei Johannes Ostwald für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Nachhaltiger Mobilfunk: Welche Prepaid-Tarife sind günstig und ressourcenschonend?

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Nachhaltiger Mobilfunk: Günstige Prepaid-Tarife im Vergleich Bild von Alejandro Escamilla alejandroescamilla auf Wikimedia Commons · CC0

Nachhaltig telefonieren heißt vor allem: weniger Hardware, längere Nutzungsdauer, kein unnötiger Gerätewechsel. Genau da liegt der Vorteil von Prepaid-Tarifen – sie koppeln keinen Neukauf an den Tarif, kommen als eSIM ohne Plastikkarte aus und lassen sich flexibel anpassen. Die EDEKA smart Tarife zeigen, wie das im Netz der Telekom mit eSIM und ohne Vertragsbindung funktioniert.

Bild von Andrea Piacquadio auf Pexels

Was macht einen Mobilfunktarif nachhaltig?

Ein Mobilfunktarif ist dann ressourcenschonend, wenn er keinen Gerätewechsel erzwingt, ohne unnötiges Verpackungsmaterial auskommt und sich an den tatsächlichen Bedarf anpassen lässt. Der Tarif selbst verbraucht kaum Ressourcen – entscheidend ist, welches Nutzungsverhalten er ermöglicht oder erzwingt.

Tarife ohne Gerätekopplung lassen das vorhandene Smartphone im Einsatz, solange es funktioniert. Modelle mit eSIM verzichten auf Plastikkarte, Kartenträger und Postversand. Und flexible Laufzeiten verhindern, dass Nutzer über Monate für Volumen zahlen, das sie gar nicht brauchen. Ein Beispiel für diese Kombination sind die Prepaid Tarife von EDEKA smart: Sie laufen im 5G-Netz der Telekom, kommen ohne Vertragsbindung aus und sind als eSIM erhältlich. Nach Angaben des Anbieters kommen außerdem eine recycelbare Verpackung aus Graspapier und ein halbierter SIM-Kartenträger zum Einsatz.

Warum ist das Gerät der größte Hebel – nicht der Tarif?

Der größte ökologische Hebel im Mobilfunk liegt beim Endgerät und seiner Nutzungsdauer – nicht beim Tarif. Wer nachhaltiger telefonieren will, beginnt deshalb bei der Hardware, nicht bei der Tarifsuche.

Nutzungsdauer schlägt Neukauf

Der überwiegende Teil der Umweltbelastung eines Smartphones entsteht vor dem ersten Einschalten: bei der Rohstoffgewinnung, in der Fertigung und auf dem Transportweg. Das Umweltbundesamt empfiehlt deshalb, Geräte so lange wie möglich zu nutzen, statt sie frühzeitig zu ersetzen. Jedes zusätzliche Nutzungsjahr verteilt die Herstellungsbelastung auf einen längeren Zeitraum. Wie lange ein Gerät alltagstauglich bleibt, hängt dabei weniger vom Modell ab als von Software-Updates, Akkuzustand und der Verfügbarkeit von Ersatzteilen.

Warum Gerätesubventionen im Vertrag den Austauschzyklus verkürzen

Klassische Laufzeitverträge koppeln Tarif und Gerät: Das vermeintlich günstige Smartphone ist im laufenden Entgelt mitfinanziert. Läuft der Vertrag aus, ist der Reflex da – ein neuer Vertrag, ein neues Gerät. So entsteht ein Austauschzyklus, der deutlich kürzer ist als die technische Lebensdauer der Hardware. Funktionierende Geräte landen in der Schublade oder im Elektroschrott, obwohl sie noch Jahre Dienst leisten würden. Wer diesen Mechanismus durchbrechen will, trennt Gerätekauf und Tarif voneinander.

Refurbished-Geräte und Reparierbarkeit als Alternative

Generalüberholte Geräte, sogenannte Refurbished-Modelle, verlängern den Lebenszyklus vorhandener Hardware und sind inzwischen eine etablierte Beschaffungsoption – auch für Unternehmen. Ergänzend lohnt der Blick auf die Reparierbarkeit: Lassen sich Akku und Display tauschen, gibt der Hersteller Ersatzteile und Update-Zusagen? Der Runde Tisch Reparatur und ähnliche Initiativen geben Orientierung, und einige Hersteller bauen inzwischen gezielt kreislauffähige Smartphones. Ein reparierbares oder generalüberholtes Gerät plus Tarif ohne Gerätezwang ist die derzeit konsequenteste Kombination.

Bild von SHVETS production auf Pexels

Warum ist die eSIM die ressourcenschonendere SIM?

Weil bei der eSIM Kartenkörper, Kartenträger, Verpackung und Versand komplett entfallen. Die eSIM ist fest im Gerät verbaut, das Tarifprofil wird digital aktiviert – per QR-Code oder direkt in der App des Anbieters. Der Standard wird von der GSMA, dem weltweiten Verband der Mobilfunkbranche, gepflegt und ist in den meisten aktuellen Smartphones verfügbar.

Kein Kartenkörper, keine Verpackung, kein Versand

Die klassische SIM-Karte steckt in einem Plastikträger im Kreditkartenformat – genutzt wird davon nur der winzige Chip, der Rest ist Abfall. Dazu kommen Umverpackung und Briefversand. Die eSIM ersetzt all das durch einen digitalen Vorgang und ist damit sofort startklar. Alle EDEKA smart Tarife sind als eSIM erhältlich; wer weiterhin eine physische Karte bevorzugt, bekommt sie nach Anbieterangaben mit halbiertem Kartenträger und in recycelbarer Verpackung aus Graspapier geliefert.

Was beim Gerätewechsel zu beachten ist

Beim Wechsel auf ein neues Smartphone wird das eSIM-Profil übertragen oder neu aktiviert – der genaue Ablauf hängt vom Anbieter ab und läuft meist über App oder Kundenservice. Vor dem Wechsel sollten Nutzer prüfen, ob das neue Gerät eSIM unterstützt, und das alte Profil nach erfolgreicher Übertragung löschen. Wer das Gerät verkauft oder weitergibt, entfernt das Profil vollständig, damit keine persönlichen Daten zurückbleiben.

Welche günstigen Prepaid-Tarife gibt es – und worin unterscheiden sie sich?

Günstige Prepaid-Tarife beginnen je nach Datenvolumen bei rund 10 € pro 4 Wochen. Im Kern stehen vier Tarifmodelle zur Wahl, die sich in Bindung, Gerätekopplung und Ressourcenbedarf deutlich unterscheiden:

  • Prepaid-Paket mit Allnet-Flat: kein Gerät enthalten, als SIM oder eSIM, keine Bindung, jederzeit anpassbar. Geringster Ressourcenbedarf, weil das vorhandene Gerät weitergenutzt wird.
  • Prepaid-Jahrespaket: Vorauszahlung für ein Jahr, umgerechnet meist günstiger, dafür weniger flexibel. Ebenfalls ohne Gerät – passend für Nutzer mit stabilem, geringem Bedarf.
  • SIM-only-Laufzeitvertrag: ohne Gerät, aber mit Mindestlaufzeit. Eine Anpassung ist meist erst zum Vertragsende möglich.
  • Laufzeitvertrag mit subventioniertem Gerät: Gerät inklusive, was den vorzeitigen Neukauf fördert. Höchster Ressourcenbedarf der vier Modelle.

Welcher Tariftyp passt, hängt vom Nutzungsprofil ab: Wenignutzer fahren mit einem kleinen Paket oder Jahrespaket am günstigsten, für eine Zweitnummer reicht ein schlankes Prepaid-Angebot, und Vielnutzer wählen ein größeres Datenpaket mit Allnet-Flat. Wichtigstes Auswahlkriterium bleibt dabei die Netzqualität am eigenen Standort – erst dann lohnt der Blick auf konkrete Angebote wie die Prepaid Tarife im Vergleich. Technische Standards wie VoLTE und WLAN-Call sollten bei allen Varianten enthalten sein.

Was bedeutet Ökostrom im Mobilfunknetz?

Damit ist gemeint, dass der Betreiber den Strom für den Netzbetrieb aus erneuerbaren Energien bezieht. Das senkt die Belastung, macht den Mobilfunk aber nicht emissionsfrei – und die Angaben dazu stammen von den Anbietern selbst.

Wo der Energieverbrauch im Mobilfunk tatsächlich anfällt

Der Stromverbrauch entsteht vor allem an den Basisstationen, in Rechenzentren und in der Übertragungstechnik – also dort, wo Daten rund um die Uhr bewegt werden. Hinzu kommt das Laden der Endgeräte auf Nutzerseite. Der Datenverkehr wächst kontinuierlich, gleichzeitig arbeiten moderne Netzgenerationen wie 5G effizienter pro übertragenem Datenvolumen. Die Bundesnetzagentur veröffentlicht regelmäßig Daten zum Stand des Netzausbaus in Deutschland.

Wie Anbieterangaben einzuordnen sind

Ökostrom kann direkter Bezug aus erneuerbaren Anlagen bedeuten oder den Erwerb von Herkunftsnachweisen – beides ist nicht gleichwertig und von außen kaum zu prüfen. Deshalb gilt: Solche Angaben sind Anbieterangaben, keine unabhängig geprüfte Bilanz. EDEKA smart gibt beispielsweise an, dass das genutzte Netz mit Strom aus erneuerbaren Energien betrieben wird. Seriös ist, wer solche Angaben transparent macht, statt von klimaneutralem Mobilfunk zu sprechen – den gibt es nicht.

Warum sind Tarife ohne Vertragsbindung die flexiblere und sparsamere Wahl?

Weil sie sich jederzeit anpassen oder auslaufen lassen, ohne Kündigungsfristen und ohne Restlaufzeiten. Keine Vertragsbindung heißt dabei nicht, dass der Tarif automatisch ausläuft – er verlängert sich je Zeitraum, bis er gekündigt wird oder die Aufladung ausbleibt.

Kein Gerätezwang, kein Mindestlaufzeit-Reflex

Ohne Mindestlaufzeit entfällt der automatische Wechselimpuls zum Vertragsende. Es gibt kein subventioniertes Gerät, das „rausgeholt“ werden will, und keinen Anreiz, funktionierende Hardware zu ersetzen. Der Tarif bleibt so lange im Einsatz, wie er zum Bedarf passt – nicht so lange, wie es der Vertrag vorschreibt.

Bedarfsgerecht statt überdimensioniert

Prepaid-Nutzer zahlen nur für das, was sie tatsächlich brauchen, und wechseln bei geändertem Bedarf zwischen den Paketgrößen. Ist das Datenvolumen vorzeitig aufgebraucht, wird die Geschwindigkeit gedrosselt oder Volumen nachgebucht – automatische Zusatzkosten entstehen nicht. EU-Roaming ist in der Regel inklusive; ob einzelne Länder wie die Schweiz einbezogen sind, steht in den jeweiligen Tarifdetails.

Kostenkontrolle im 4-Wochen-Takt

Prepaid-Tarife werden in 4-Wochen-Zeiträumen abgerechnet, das ergibt 13 Abrechnungszeiträume pro Jahr. Pro Zeitraum wird das Paket entweder per Guthaben oder Abbuchung bezahlt – die Ausgaben bleiben damit jederzeit planbar und deckelbar. Die Tarife von EDEKA smart starten bei rund 10 € pro 4 Wochen; vom kombi M 5G über den kombi L 5G bis zum kombi XL 5G skaliert das Datenvolumen mit dem Bedarf, daneben gibt es Jahrespakete für Nutzer mit konstant geringem Verbrauch. Die aktuellen Konditionen stehen auf der Tarifseite des Anbieters.

Wie richten Gründerteams ihren Mobilfunk sinnvoll ein?

Am besten mit klaren Trennungen und flexiblen Karten: Mobilfunk ist für junge Unternehmen eine Beschaffungsentscheidung, die sich am tatsächlichen Bedarf und an der Liquidität orientiert – nicht an Vertragslogiken, die für Konzernstrukturen gedacht sind.

Zweitnummer statt Zweitgerät – privat und geschäftlich trennen

Die meisten aktuellen Smartphones beherrschen Dual-SIM, häufig als Kombination aus physischer Karte und eSIM. Damit laufen private und geschäftliche Nummer auf demselben Gerät: keine zweite Hardware, kein zweites Ladegerät, keine doppelte Anschaffung. Die berufliche Erreichbarkeit lässt sich über die SIM-Einstellungen steuern, Feierabend inklusive.

SIM-Karten für Werkstudenten, Praktika und saisonale Rollen

Für befristete Rollen sind Prepaid-Karten die sauberste Lösung: aktivieren, nutzen, bei Bedarf auslaufen lassen. Es entstehen keine Restlaufzeiten, wenn ein Praktikum endet oder eine Saisonkraft geht. Das Unternehmen beschafft exakt so viele Anschlüsse, wie es gerade braucht – und gibt sie genauso unkompliziert wieder ab.

Warum bei Prepaid keine Bonitätsprüfung nötig ist

Weil im Voraus gezahlt wird, entsteht für den Anbieter kein Kreditrisiko – eine Bonitätsprüfung entfällt. Das ist für junge Unternehmen ohne Geschäftshistorie ein praktischer Vorteil, denn frisch gegründete Gesellschaften scheitern bei Vertragsabschlüssen mitunter an genau dieser Prüfung. Unabhängig davon gilt die gesetzliche Identifikationspflicht: Die Freischaltung erfolgt per VideoIdent oder Postident, anonym ist Prepaid also nicht.

Planbare Fixkosten bei knapper Liquidität

In der Frühphase zählt jede planbare Ausgabe. Prepaid-Tarife liefern feste, niedrige Beträge pro 4 Wochen ohne Nachbelastungen und ohne Verhandlungsaufwand. Wächst das Team, kommen Karten hinzu; schrumpft es, laufen sie aus. Die Mobilfunkkosten skalieren damit eins zu eins mit der Unternehmensgröße – ein Luxus, den Laufzeitverträge nicht bieten.

Was zählt beim Thema Nachhaltigkeit in der Beschaffung?

Statt auf Siegel und Versprechen lohnt der Blick auf konkrete, prüfbare Kriterien. Fünf Fragen genügen für eine erste Einordnung:

  • Nutzungsdauer: Wie lange bleiben Geräte im Unternehmen im Einsatz – und was spricht gegen einen früheren Wechsel?
  • Reparierbarkeit: Gibt es Ersatzteile, Update-Zusagen und bezahlbare Reparaturwege?
  • Verpackung: Wie viel Material kommt mit Tarif und Hardware ins Haus – und aus was besteht es?
  • Rücknahme: Gibt es Wege, alte Geräte fachgerecht zurückzugeben oder recyceln zu lassen?
  • Transparenz: Kennzeichnet der Anbieter seine Nachhaltigkeitsangaben nachvollziehbar, statt pauschale Klimaversprechen zu machen?

Wer diese Punkte konsequent abfragt, trifft bessere Entscheidungen als mit jeder Siegel-Sammlung – und trennt belastbare Angaben von Marketing.

Nachhaltigkeitskriterien im Tarifvergleich

Ein sachlicher Blick auf vier verbreitete Prepaid-Angebote zeigt, wie unterschiedlich die Kombination aus Netz, SIM-Form und Transparenz ausfällt. Die Nachhaltigkeitsangaben stammen jeweils von den Anbietern und sind als solche zu lesen:

AnbieterGenutztes NetzeSIM verfügbarVertragsbindungNachhaltigkeitsangaben des Anbieters
EDEKA smartTelekom-Netz (5G)Ja, für alle TarifeKeineNach Anbieterangaben: Graspapier-Verpackung, halbierter SIM-Kartenträger, Netzbetrieb mit Ökostrom, 1 € je verkauftem Startset für das WWF-Projekt „Urwald von morgen“ in der Uckermark
ALDI TALKO2-NetzJa, nach AnbieterangabenKeineKeine vergleichbar konkreten tarifbezogenen Angaben
Lidl ConnectVodafone-NetzJa, nach AnbieterangabenKeineKeine vergleichbar konkreten tarifbezogenen Angaben
congstar PrepaidTelekom-NetzJa, nach AnbieterangabenKeineKeine vergleichbar konkreten tarifbezogenen Angaben

Die Übersicht erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und bildet den Stand der jeweils öffentlich gemachten Angaben ab. Alle vier Angebote funktionieren ohne Vertragsbindung; die Unterschiede liegen im genutzten Netz und in der Transparenz der Nachhaltigkeitskommunikation. Wer Netzqualität, eSIM und Flexibilität zusammen sucht, findet bei EDEKA smart die passende Kombination – während andere Anbieter mit eigener Preisstruktur oder regionaler Netzabdeckung punkten können. Entscheidend bleibt der Empfang am eigenen Standort.

Checkliste: In sechs Schritten zum ressourcenschonenden Mobilfunk-Setup

Mit der folgenden Reihenfolge stellen Sie Ihren Mobilfunk – privat wie im Unternehmen – auf eine ressourcenschonende Basis:

  1. Gerät prüfen, statt zu wechseln: Funktioniert das vorhandene Smartphone noch zuverlässig? Dann weiter nutzen.
  2. Tarif ohne Gerätekopplung wählen: Trennen Sie Tarif und Hardware, damit kein Austauschzwang entsteht.
  3. eSIM nutzen, wenn möglich: Unterstützt Ihr Gerät den Standard, entfallen Karte, Verpackung und Versand.
  4. Tarifgröße am realen Verbrauch ausrichten: Prüfen Sie Ihren tatsächlichen Datenverbrauch, statt Volumen auf Vorrat zu kaufen.
  5. Anbieterangaben einordnen: Lesen Sie Angaben zu Strom, Verpackung und Projekten als das, was sie sind – Selbstauskünfte des Anbieters.
  6. Altgeräte fachgerecht abgeben: Geben Sie ausgediente Hardware zurück in den Handel, in die Reparatur oder ins Recycling – nicht in die Schublade.

Keiner dieser Schritte erfordert Aufwand im Alltag – zusammengenommen verändern sie die Bilanz spürbar.

Häufige Fragen zu nachhaltigem Mobilfunk und Prepaid-Tarifen

Was macht einen Mobilfunktarif nachhaltig?

Vor allem, dass er keinen Gerätewechsel erzwingt, ohne Plastikkarte auskommt und sich an den tatsächlichen Bedarf anpassen lässt. Der Tarif ist dabei der Hebel, das Gerät der größte Faktor.

Welche günstigen Prepaid-Tarife gibt es?

Üblich sind Allnet-Flat-Pakete im 4-Wochen-Takt und Jahrespakete mit Vorauszahlung. Bei EDEKA smart starten die kombi-Tarife bei rund 10 € pro 4 Wochen.

Welche Prepaid-Tarife gibt es als eSIM?

Alle EDEKA smart Tarife sind als eSIM erhältlich. Auch andere Anbieter wie ALDI TALK, Lidl Connect oder congstar führen eSIM-Optionen nach eigenen Angaben im Angebot.

Ist eine eSIM wirklich nachhaltiger als eine SIM-Karte?

Ja, denn es entfallen Kartenkörper, Verpackung und Versand. Die Aktivierung läuft digital per QR-Code oder App – die eSIM ist damit sofort startklar.

Ist Prepaid günstiger als ein Laufzeitvertrag?

Häufig ja, weil kein Gerätepreis mitfinanziert wird und nur der tatsächliche Bedarf bezahlt wird. Wer ohnehin ein vorhandenes Gerät nutzt, fährt mit Prepaid in der Regel günstiger.

Welches Netz nutzt EDEKA smart?

Das 5G-Netz der Telekom. EDEKA smart ist dabei kein eigener Netzbetreiber, sondern nutzt die Infrastruktur des D-Netzes.

Brauche ich für einen Prepaid-Tarif eine Bonitätsprüfung?

Nein. Da im Voraus gezahlt wird, entfällt die Prüfung. Die gesetzlich vorgeschriebene Identifikation per VideoIdent oder Postident ist davon unabhängig und bleibt Pflicht.

Lohnt sich eine Zweitnummer für Selbstständige?

Ja. Sie trennt Geschäftliches von Privatem auf demselben Gerät – per Dual-SIM oder eSIM, ohne dass ein zweites Smartphone nötig wird.

Wie funktioniert die Abrechnung bei Prepaid?

In 4-Wochen-Zeiträumen, was 13 Abrechnungszeiträume pro Jahr ergibt. Bezahlt wird pro Zeitraum per Guthaben oder Abbuchung – die Kosten bleiben jederzeit planbar.

Was passiert mit dem Tarif, wenn das Team wächst oder schrumpft?

Prepaid lässt sich jederzeit anpassen oder auslaufen lassen, ohne Kündigungsfristen. Neue Mitarbeitende bekommen einfach eine weitere Karte, frei werdende Anschlüsse laufen aus.

Fazit

Nachhaltiger Mobilfunk ist keine einzelne Entscheidung, sondern eine Reihenfolge: Erst das Gerät lange nutzen, dann Tarif und Hardware entkoppeln, dann auf die SIM-Form achten, zuletzt auf den Netzbetrieb. Prepaid-Tarife ohne Vertragsbindung passen in diese Logik, weil sie flexibel bleiben, Kosten deckeln und keinen Gerätewechsel erzwingen. Wer Netzqualität, eSIM und Flexibilität zusammen sucht, findet bei EDEKA smart die passende Kombination – mit Tarifen ab rund 10 € pro 4 Wochen im 5G-Netz der Telekom. Der Rest ist konsequente Nutzung: reparieren statt ersetzen, bedarfsgerecht statt überdimensioniert buchen.

Titelbild Bild von Alejandro Escamilla alejandroescamilla auf Wikimedia Commons · CC0

Autor Simon Peters

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Buzz Hive: Der Marktplatz für Stuhlmiete in der Beauty-Branche

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Buzz Hive: Stuhlmiete für die Beauty-Branche Jennifer und Viktor Straile Bildcredits: privat (Buzz Core Holding GmbH)

Buzz Hive will die Stuhlmiete digitalisieren und damit in der Beauty-Branche freie Salonplätze einfacher mit selbstständigen Profis zusammenbringen.

Können Sie Buzz Hive kurz vorstellen und erzählen, wie die Idee für die Plattform entstanden ist?

Buzz Hive ist der Marktplatz für Stuhlmiete in der Beauty-Branche: Salons vermieten freie Stühle und Arbeitsplätze tageweise oder fest an selbstständige Beauty-Profis — mit Vertrag, Bezahlung und Beleg in einem. Die Idee entstand aus einer einfachen Beobachtung: In fast jedem Salon steht ein Stuhl leer und kostet Monat für Monat Geld, während gleichzeitig viele Friseurinnen, Kosmetikerinnen und Nageldesignerinnen händeringend einen bezahlbaren Platz suchen. Beide finden sich heute nur über Kleinanzeigen, Zuruf oder Zufall.

Der Anstoß kam beim Friseur bei uns auf dem Dorf — schon wieder einer, der aufgeben musste, und wie fast immer standen dort mehrere Stühle leer. Personal einstellen war für den Salon keine Lösung, das steht an ruhigen Tagen nur herum. Vermieten aber schon. Dazu kam eine eigene Erfahrung: Meine Hochzeitsfriseurin hat mir die Frisur in unserer Waschküche gemacht — schlechter Stuhl, schlechtes Licht, kein vernünftiger Spiegel. Sie hätte für den Tag einfach einen Platz im Salon mieten können, und der Salon hätte daran verdient. Als wir daraufhin recherchiert haben, war klar: Stuhlmiete gibt es längst, nur organisiert sie niemand.

Wer steht hinter Buzz Hive, und welche Erfahrungen bringen Sie in den Aufbau des Unternehmens ein?

Hinter Buzz Hive stehen wir als Familienunternehmen: mein Mitgründer Viktor Straile und ich.

Viktor hat Informatik studiert und arbeitet seit knapp sieben Jahren als Softwareentwickler. Plattform, Buchung und Zahlungsabwicklung hat er selbst gebaut — deshalb konnten wir überhaupt ohne fremdes Kapital anfangen.

Ich komme aus dem Einzelhandel: Ausbildung zur Einzelhandelskauffrau, danach bei Triumph bis zur Filialleitung hochgearbeitet, zuletzt Storemanagerin bei einem internationalen Modeunternehmen. Fläche, Team, Umsatz, Kundschaft — ich weiß aus zehn Jahren Praxis, wie schnell aus einer ungenutzten Fläche ein Problem wird und wie viel Arbeit hinter einem Laden steckt, der läuft. Daneben stehe ich seit meiner Jugend als Musikerin auf der Bühne; bei Buzz Hive verantworte ich das Kreative, die Marke und die Kommunikation.

Wir bauen Buzz Hive bewusst ohne fremdes Kapital auf — das zwingt uns, vom ersten Tag an nah an den echten Problemen der Branche zu arbeiten statt an Pitchdecks.

Welche Vision verfolgen Sie mit Buzz Hive für die Beauty-Branche?

Wir wollen, dass Selbstständigkeit in der Beauty-Branche so einfach wird wie das Buchen eines Termins. Heute scheitern viele talentierte Profis nicht am Können, sondern an Startkapital, Jahresverträgen und rechtlicher Unsicherheit. Unsere Vision ist eine Branche, in der ein leerer Stuhl und ein motivierter Profi in Minuten zueinanderfinden — transparent, rechtssicher und ohne dass jemand dafür einen Kredit aufnehmen muss.

Sie bringen freie Salonplätze mit selbstständigen Beauty-Profis zusammen. Welches Problem möchten Sie damit auf beiden Seiten lösen?

Auf der Salonseite: Ein unbesetzter Stuhl verursacht laufende Kosten für Miete, Strom und Fläche, bringt aber nichts ein — und die Suche nach einem passenden Mieter ist mühsam, von der Kleinanzeige bis zur Vertragsfrage. Auf der Profiseite: Wer sich selbstständig machen will, steht vor hohen Hürden — Startkapital, lange Vertragsbindungen und die reale Gefahr, bei falsch aufgesetzter Stuhlmiete in die Scheinselbstständigkeit zu rutschen. Buzz Hive löst beides mit einem Standard: einheitliche Vertragsbasis, transparente Preise, abgesicherte Zahlung.

An welche Beauty-Profis richtet sich Ihr Angebot besonders, und welche Vorteile bietet ihnen die flexible Buchung gegenüber einem eigenen Salon?

An selbstständige Friseurinnen und Friseure — mit Meistertitel oder über Wege wie die Altgesellenregelung — sowie an Kosmetik, Nageldesign und Make-up, die zulassungsfrei arbeiten. Der Kernvorteil: Fixkosten, die mit der Auslastung wachsen statt vor ihr. Wer bei uns startet, mietet ein bis zwei Tage pro Woche statt eines ganzen Ladens, testet Standort und Zusammenarbeit und stockt auf, wenn der Kundenstamm wächst. Ein eigener Salon bedeutet Investitionen von oft 15.000 bis 80.000 Euro vor dem ersten Kunden — ein Stuhl bei uns bedeutet einen Tagessatz.

Salonbetreiber können ungenutzte Stühle oder Räume vermieten. Wie möchten Sie diese davon überzeugen, ihre freien Kapazitäten über Buzz Hive anzubieten?

Die Rechnung überzeugt schneller als jedes Verkaufsargument: Jede Woche Leerstand ist verschenktes Geld. Was Salonbetreiber bisher abhält, ist der Aufwand — Anzeigen schalten, Anfragen sortieren, Verträge aufsetzen, Zahlungen hinterherlaufen. Genau diese Arbeit nimmt Buzz Hive ab. Zusätzlich setzen wir zum Start ein klares Zeichen: Die ersten 50 Salons bilden unser Hive Squad und zahlen im ersten Jahr nur die halbe Provision — Frühzugang und direkter Draht zum Gründerteam inklusive.

Ein Marktplatz funktioniert nur, wenn Angebot und Nachfrage gleichzeitig wachsen. Wie wollen Sie diese Herausforderung beim Start lösen?

Wir starten Stadt für Stadt statt überall gleichzeitig — Dichte schlägt Reichweite. Und wir haben bewusst mit Wissen statt mit Software begonnen: Unsere Ratgeber zu Stuhlmiete, Verträgen und Steuern und unser kostenloser Mustervertrag werden bereits täglich über Google gefunden und bauen auf beiden Marktseiten Vertrauen auf, bevor die erste Buchung stattfindet. Die Warteliste führen wir nach Rollen getrennt, sodass wir pro Stadt genau sehen, wann Angebot und Nachfrage zusammenpassen — erst dann schalten wir frei.

Was unterscheidet Buzz Hive von klassischen Stuhlmietmodellen oder der direkten Vermietung zwischen Salon und Selbstständigen?

Die klassische Stuhlmiete läuft per Handschlag oder Kleinanzeige — und genau da entstehen die Probleme: mündliche Absprachen, unklare Kosten, Verträge aus dem Internet, die im Ernstfall nicht halten, und das Dauerthema Scheinselbstständigkeit. Bei Buzz Hive sind Vertrag, Preis und Stornobedingungen fester Bestandteil jeder Buchung. Ein Beispiel, auf das wir stolz sind: Einmal vereinbarte Stornobedingungen kann der Salon nachträglich nicht mehr zulasten des Mieters verschlechtern — was gebucht ist, gilt.

Buchung und Bezahlung sollen über die Plattform abgewickelt werden. Welche Rolle spielen Einfachheit und Vertrauen für Ihr Geschäftsmodell?

Sie sind das Geschäftsmodell. Zwischen zwei Selbstständigen, die sich noch nicht kennen, ist die größte Hürde nicht der Preis, sondern das Risiko: Kommt das Geld? Gilt die Absprache? Wer haftet? Deshalb läuft die Zahlung abgesichert über die Plattform, der Beleg entsteht automatisch, und die Konditionen stehen vor der Buchung fest. Einfachheit heißt für uns: Ein Profi bucht einen Stuhl so unkompliziert, wie Kundinnen bei ihm einen Termin buchen.

Buzz Hive möchte Stadt für Stadt wachsen. Nach welchen Kriterien entscheiden Sie, wo die Plattform als Nächstes startet?

Nach Daten statt Bauchgefühl: Wir messen pro Stadt die Nachfrage über Suchvolumen und unsere Warteliste und das Angebot über aktive Inserate und Salondichte. Berlin führt in unserer Auswertung deutlich und ist deshalb die erste Zelle, Leipzig die zweite. Danach geht es dort weiter, wo beide Seiten der Warteliste zuerst die kritische Masse erreichen — lieber wenige Städte, in denen es wirklich funktioniert, als viele, in denen niemand jemanden findet.

Welche langfristige Entwicklung sehen Sie für Buzz Hive, und könnte das Modell die Selbstständigkeit in der Beauty-Branche verändern?

Davon sind wir überzeugt. Die Branche erlebt gerade denselben Wandel wie viele andere: weg von der Festanstellung als einzigem Weg, hin zu flexibler, selbstbestimmter Arbeit. Was fehlt, ist die Infrastruktur dafür — und genau die bauen wir. Langfristig soll Buzz Hive der Ort sein, an dem jede Form von Beauty-Arbeitsplatz gehandelt wird: vom einzelnen Stuhl über den Behandlungsraum bis zur Salonübernahme, wenn eine Inhaberin in den Ruhestand geht und keine Nachfolge findet.

Welche drei Ratschläge würden Sie anderen Gründerinnen und Gründern geben, die einen digitalen Marktplatz von Grund auf aufbauen möchten?

Erstens: Baut Vertrauen vor dem Produkt. Ein Marktplatz ohne Nutzer ist wertlos, aber Wissen, das die Zielgruppe wirklich braucht, wird vom ersten Tag an gefunden — und macht euch zur Anlaufstelle, bevor es etwas zu buchen gibt. Zweitens: Behandelt beide Marktseiten als eigene Produkte mit eigener Ansprache und eigenen Anreizen — was Salons überzeugt, ist nicht das, was Profis überzeugt. Drittens: Macht rechtliche Klarheit zum Feature statt zum Kleingedruckten. In Branchen mit echten Rechtsrisiken ist „bei uns bist du auf der sicheren Seite“ das stärkste Verkaufsargument überhaupt.

Foto Jennifer und Viktor Straile Bildcredits: privat (Buzz Core Holding GmbH)

Wir bedanken uns bei Jennifer und Viktor Straile für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.


Premium Start-up: Buzz Hive

Kontakt:

Buzz Core Holding GmbH
Hallstedter Straße 8
27211 Bassum
Deutschland

buzz-hive.de
social@buzz-hive.de

Ansprechpartnerin: Jennifer Straile

Social Media:
Instagram
Facebook

syte sichert sich 9 Millionen Euro in Series-A-Runde für europäische Expansion

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syte sichert sich 9 Mio. Euro Series-A-Finanzierung Die beiden Gründer David Nellessen (Gründer, CTO und Co-Geschäftsführer; links) und Matthias Zühlke (Gründer und Co-Geschäftsführer).

Das 2021 in Münster gegründete PropTech-Unternehmen syte hat eine Series-A-Finanzierungsrunde über 9 Millionen Euro abgeschlossen. Angeführt wird die Runde von amberra, dem Venturing Studio der genossenschaftlichen FinanzGruppe Volksbanken Raiffeisenbanken, neu mit an Bord ist die NRW.BANK. Mit dem Kapital will syte seine KI-gestützte Plattform für Grundstücks- und Immobilienanalysen über Deutschland hinaus in weitere europäische Märkte bringen.

amberra führt die Runde an, NRW.BANK steigt neu ein

  • Finanzierungssumme: 9 Millionen Euro
  • Runde: Series A
  • Lead-Investor: amberra, Venturing Studio der genossenschaftlichen FinanzGruppe Volksbanken Raiffeisenbanken
  • Neuinvestor: NRW.BANK
  • Bestandsinvestoren: Schwarz Gruppe, High-Tech Gründerfonds (HTGF), vent.io, Vantage Value
  • Gegründet: 2021, in Münster
  • Bisherige Finanzierung: Pre-Seed-Runde 2022 (2,6 Mio. Euro), Seed-Runde 2024 (5 Mio. Euro)

Grundstücksprüfung in Minuten statt Wochen

syte bringt Grundstücks- und Immobiliendaten mit einer selbst entwickelten KI zusammen und macht sie für Projektentwickler, Banken und Makler nutzbar. Die Plattform prüft, was auf einem Grundstück gebaut werden darf, welche rechtlichen Vorgaben greifen und ob ein Bau- oder Sanierungsvorhaben wirtschaftlich tragfähig ist – Prüfschritte, die in der Praxis bislang Wochen dauern können, verkürzt syte nach eigenen Angaben auf Minuten.

Der Differenzierungsfaktor liegt in der Automatisierung der frühen Planungsphase: von der Einschätzung des Bebauungspotenzials über die Baurechtsprüfung bis zur Wirtschaftlichkeitsanalyse. syte ist deutschlandweit verfügbar und bildet nach eigenen Angaben mehr als 62 Millionen Grundstücke ab. Über 200 Kundinnen und Kunden nutzen die Plattform für Standortbewertungen, Investitionsentscheidungen und die Analyse von Bestandsimmobilien, etwa im Hinblick auf Sanierungsbedarf oder verfügbare Fördermittel. Der wiederkehrende Umsatz (ARR) hat sich laut Unternehmensangaben im Jahresvergleich verdoppelt.

„Wie Grundstücke und Bestandsobjekte bislang geprüft und bewertet werden, kostet die Immobilien- und Finanzbranche viel Zeit und Geld. Wer seine Prozesse hier digitalisiert, bestimmt mit darüber, was in Deutschland und Europa künftig noch gebaut wird“, sagt Matthias Zühlke, CEO von syte.

Genossenschaftliche FinanzGruppe setzt auf die Datenplattform

Für amberra ist die Beteiligung an syte das sechste Investment seit Auflegung des Fonds 2024 – und zugleich ein Einstieg in ein Netzwerk, das für die genossenschaftliche FinanzGruppe strategisch relevant ist: Mehrere Genossenschaftsbanken setzen syte bereits im Immobilienvertrieb ein. „Das Immobiliengeschäft hat eine hohe strategische Bedeutung für die genossenschaftliche FinanzGruppe. syte macht Potenziale von Grundstücken und Gebäuden auch mit Hilfe von KI frühzeitig sichtbar und ermöglicht es Banken, schneller und datenbasiert zu beraten“, sagt Björn Schmuck, Geschäftsführer von amberra.

Dass neben dem neuen Lead-Investor auch alle Bestandsinvestoren – von der Schwarz Gruppe bis zum HTGF – erneut investieren, deutet auf ein hohes Vertrauen in die bisherige Entwicklung des Unternehmens hin, das binnen weniger Jahre von einer Pre-Seed-Finanzierung über eine Seed-Runde zur Series A vorangeschritten ist.

Von Münster nach Europa: die nächsten Schritte

Mit dem frischen Kapital treibt syte zwei Dinge parallel voran: die technologische Weiterentwicklung der Plattform – insbesondere die konsequente Automatisierung der Planungsphasen – und den Schritt über den deutschen Markt hinaus nach Europa. Langfristig will das Unternehmen den gesamten Prozess vor dem eigentlichen Bau eines Objekts digital abbilden. „Mit amberra haben wir einen starken Investor an unserer Seite, der versteht, wie zentral verlässliche Daten im Immobiliengeschäft sind, und uns zugleich Zugang zu einem Netzwerk aus Hunderten Genossenschaftsbanken verschafft“, so Zühlke.

FAQ

Wie viel Kapital hat syte eingesammelt?

syte hat in seiner Series-A-Runde 9 Millionen Euro eingesammelt. Zuvor hatte das Unternehmen bereits eine Pre-Seed- (2,6 Mio. Euro) und eine Seed-Runde (5 Mio. Euro) abgeschlossen.

Wer sind die Investoren von syte?

Die Runde wird angeführt von amberra, dem Venturing Studio der genossenschaftlichen FinanzGruppe Volksbanken Raiffeisenbanken. Neu beteiligt ist die NRW.BANK, zudem investieren die Bestandsinvestoren Schwarz Gruppe, High-Tech Gründerfonds (HTGF), vent.io und Vantage Value erneut.

Was macht syte?

syte ist eine KI-gestützte Plattform für Grundstücks- und Immobilienanalysen. Sie hilft Projektentwicklern, Banken und Maklern, frühzeitig zu prüfen, was auf einem Grundstück gebaut werden kann und ob ein Vorhaben wirtschaftlich tragfähig ist.

Wann wurde syte gegründet?

syte wurde 2021 in Münster gegründet.

Wofür wird das neue Kapital eingesetzt?

syte nutzt die Series-A-Finanzierung für die europäische Expansion sowie für den weiteren Ausbau der Automatisierung in der frühen Planungsphase von Bauprojekten.

Bild Die beiden Gründer David Nellessen (Gründer, CTO und Co-Geschäftsführer; links) und Matthias Zühlke (Gründer und Co-Geschäftsführer).

Quelle amberra GmbH Erstellt mit KI-Unterstützung, redaktionell recherchiert und geprüft von der StartupValley-Redaktion.

Höhle der Löwen: monobag kombiniert Handtasche und Kindertrage

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monobag: Handtasche trifft Die Höhle der Löwen Bild Gesa Vieting, Gründerin von monobag mit ihrem Sohn Max. Foto: RTL

monobag kombiniert eine Handtasche mit integrierter Tragehilfe und wird am 21. September 2026 in der Höhle der Löwen pitchen.

Wie ist die Idee zu monobag entstanden, wer steht hinter dem Startup und welcher Moment hat euch zur Gründung inspiriert?

Die Idee zur monobag ist direkt aus meinem eigenen Alltag als Mutter entstanden. Mein jüngerer Sohn Max war in genau diesem typischen Alter: Eigentlich konnte er längst selbst laufen – und im nächsten Moment wollte er plötzlich getragen werden. Dann hatte ich ein Kind auf dem Arm, eine Tasche dabei und keine Hand mehr frei.

Eine klassische Kindertrage hat man in dieser Phase meistens gar nicht mehr ständig dabei – und wenn doch, muss man zusätzlich zur Handtasche noch eine Trage mitnehmen und sich im Zweifel beides umhängen. Genau das wollte ich einfacher lösen.

Irgendwann kam der Gedanke: Warum gibt es eigentlich keine Handtasche, die beides kann? Aus dieser Frage entstand die monobag. Heute stehen hinter dem Unternehmen meine Mitgründerin Anja Dürrwang und ich. Aus einer sehr persönlichen Alltagsidee ist Schritt für Schritt ein echtes Produkt und schließlich unser eigenes Unternehmen entstanden.

In welcher Branche seid ihr mit monobag tätig und was zeichnet das Geschäftsmodell aus?

Wir bewegen uns an der Schnittstelle von Family, Fashion und funktionalen Alltagsprodukten. Unser Kernprodukt ist die monobag – eine hochwertige Handtasche mit integrierter Tragehilfe für Kinder bis maximal 20 Kilogramm.

Das Besondere daran ist für uns die Kombination: Im normalen Alltag ist die monobag eine Handtasche, die sich optisch bewusst nicht wie ein klassisches Babyprodukt anfühlt. Wenn das Kind unterwegs plötzlich nicht mehr laufen möchte, ist die Tragehilfe bereits integriert.

Wir verkaufen aktuell vor allem über unseren eigenen Onlineshop und bauen parallel den stationären Handel mit ausgewählten Partnern weiter aus. Langfristig möchten wir monobag zu einer Marke für smarte und designorientierte Produkte entwickeln, die den Familienalltag einfacher machen.

Welches konkrete Problem löst monobag und welche Marktlücke habt ihr damit geschlossen?

Wir lösen einen dieser typischen Elternmomente: Das Kind kann längst laufen – möchte aber ausgerechnet dann getragen werden, wenn man selbst Einkaufstaschen, Koffer oder den Kaffeebecher in der Hand hat.

Eine klassische Kindertrage ist in dieser Phase häufig gar nicht mehr dabei. Das Kind einfach auf der Hüfte oder auf dem Arm zu tragen, ist auf Dauer aber ebenfalls unpraktisch und man hat mindestens eine Hand weniger frei.

Genau zwischen „Das Kind läuft selbst“ und „Ich nehme extra eine Kindertrage mit“ setzen wir an. Die monobag verbindet zwei Dinge, die bisher getrennt gedacht wurden: Handtasche und Tragehilfe. Man muss nicht mehr entscheiden, ob man eine zusätzliche Trage mitnimmt – die Unterstützung ist einfach dabei.

Warum habt ihr euch mit monobag für die Teilnahme an Die Höhle der Löwen entschieden und welche Aspekte standen dabei im Vordergrund?

Die Höhle der Löwen ist für ein junges Startup natürlich eine außergewöhnliche Chance, sehr viele Menschen auf einmal zu erreichen. Für uns war aber genauso spannend, unser Produkt Unternehmerinnen und Unternehmern zu präsentieren, die Erfahrung darin haben, aus einer guten Idee eine große Marke zu entwickeln.

Die monobag ist außerdem ein Produkt, dessen Nutzen man besonders schnell versteht, wenn man es in Aktion sieht. Deshalb passt das Format sehr gut zu uns.

Und natürlich war da auch dieser persönliche Gedanke: Aus einer Idee, die mit einem müden Kind auf dem Arm entstanden ist, wird plötzlich ein Pitch in der Höhle. Allein dieser Weg war für uns schon etwas ganz Besonderes.

Wer war von Anfang an euer absoluter Wunschlöwe in der Höhle der Löwen und warum passt dieser Investor perfekt zu eurer Vision?

Unser Wunschlöwe war von Anfang an Johannes Kliesch. Seine Erfahrung im E-Commerce und Markenaufbau und gleichzeitig sein enger Bezug zur Family-Branche passen für uns perfekt zu monobag.

Gerade für unsere nächsten Schritte sind der Zugang zum Handel, ein gutes Verständnis unserer Zielgruppe und Erfahrung bei der Skalierung einer jungen Marke enorm wertvoll. Gleichzeitig war uns wichtig, einen Löwen zu finden, der nicht nur die einzelne monobag sieht, sondern auch das Potenzial der Marke dahinter. Deshalb war Johannes für uns von Beginn an ein besonders spannender Partner.

Welche Form der Unterstützung durch die Investoren in der Höhle der Löwen erhofft ihr euch neben dem Kapital am meisten?

Ganz klar: Erfahrung, Netzwerk und einen starken Sparringspartner.

Als kleines Startup macht man unglaublich viel selbst. An einem Tag geht es um Produktion und Logistik, am nächsten um Onlineshop, Marketing, Handel oder Produktentwicklung. Man lernt wahnsinnig schnell, macht dabei aber natürlich auch Fehler.

Ein erfahrener Investor kann an genau diesen Stellen Abkürzungen schaffen, Türen öffnen und auch einmal sagen: „Das funktioniert – und davon lasst lieber die Finger.“ Besonders beim Ausbau des Handels, bei der Skalierung unseres Onlinegeschäfts und beim langfristigen Markenaufbau wäre diese Erfahrung für uns extrem wertvoll.

Welche nächsten Schritte sind für monobag nach dem Auftritt in der Höhle der Löwen geplant und gibt es konkrete Pläne für Wachstum, Skalierung oder neue Entwicklungen?

Unser nächstes großes Ziel ist, monobag als Marke weiter aufzubauen. Wir möchten im eigenen Onlineshop wachsen und gleichzeitig unsere Präsenz im stationären Handel mit ausgewählten Partnern ausbauen.

Auch beim Produkt selbst entwickeln wir uns weiter. Wir haben unser Sortiment bereits um neue Farben und zusätzliches Zubehör erweitert und arbeiten an weiteren Produktideen.

Für uns ist die monobag deshalb nicht als einzelnes Produkt gedacht, sondern als Ausgangspunkt für eine Marke rund um einen modernen und flexiblen Familienalltag. Dabei wollen wir gesund und Schritt für Schritt wachsen – und vor allem nie den Anspruch an Qualität, Funktion und Design verlieren.

Welche Erfahrungen und Erkenntnisse haben sich auf eurem bisherigen Gründerweg als besonders wertvoll erwiesen?

Eine der größten Erkenntnisse ist wahrscheinlich, wie viel man als Gründerin in kürzester Zeit lernen kann – und lernen muss.

Wir kommen beide ursprünglich aus ganz anderen beruflichen Bereichen. Ich bin Juristin, Anja ist Heilpraktikerin. Gerade diese unterschiedlichen Perspektiven haben sich bei der Entwicklung aber als wertvoll erwiesen. Anja konnte beispielsweise wichtigen Input rund um Ergonomie und die praktische Anwendung geben, während ich mich intensiv in die vielen rechtlichen und unternehmerischen Themen rund um den Aufbau eines eigenen Produkts eingearbeitet habe.

Und wir haben gelernt, wie wichtig echtes Kundenfeedback ist. Man kann ein Produkt am Schreibtisch hundertmal durchdenken – ob es wirklich funktioniert, zeigt sich erst im Familienalltag. Genau dieses Feedback hat uns geholfen, die monobag kontinuierlich weiterzuentwickeln.

Welche Ratschläge lassen sich aus diesen Erfahrungen ableiten, die für andere Gründerinnen und Gründer hilfreich sein könnten?

Nicht darauf warten, dass alles perfekt ist – sondern anfangen. Gleichzeitig sollte man sehr genau unterscheiden, wo man ausprobieren darf und wo nicht.

Eine Website kann man verändern, ein Foto austauschen und eine Marketingkampagne darf auch einmal nicht funktionieren. Bei Produktqualität und Sicherheit gibt es für uns dagegen keine Abkürzungen.

Und man sollte so früh wie möglich mit echten Kundinnen und Kunden sprechen. Als Gründerin ist man zwangsläufig von der eigenen Idee überzeugt. Der Markt ist aber der ehrlichste Sparringspartner.

Und vielleicht am wichtigsten: Nicht jedes Problem als Zeichen sehen, dass die Idee nicht funktioniert. Gründen bedeutet ziemlich oft, ein Problem zu lösen – und direkt danach das nächste.

Wie bereitet ihr eure Lieferkette und euren Online-Shop auf den enormen Nachfrage-Ansturm am Abend der Ausstrahlung von Die Höhle der Löwen vor?

Wir haben uns in den vergangenen Wochen sehr intensiv auf die Ausstrahlung vorbereitet. Wir haben unsere Warenbestände geplant, unser Sortiment erweitert und unseren gesamten Onlineshop noch einmal überarbeitet und optimiert.

Besonders wichtig war uns dabei, dass jemand, der monobag an diesem Abend zum ersten Mal sieht, innerhalb weniger Sekunden versteht, was das Produkt kann und welches Problem sie löst. Gleichzeitig bereiten wir unsere Abläufe in Logistik, Kundenservice und Kommunikation auf deutlich mehr Bestellungen und Anfragen vor.

Wie groß der TV-Effekt tatsächlich wird, kann natürlich niemand genau vorhersagen. Aber wenn an diesem Abend sehr viele Menschen gleichzeitig zum ersten Mal monobag entdecken, möchten wir bestmöglich vorbereitet sein.

Sehen Sie monobag  am 21. September 2026 in der Höhle der Löwen

Bild Gesa Vieting, Gründerin von monobag mit ihrem Sohn Max. Foto: RTL

Wir bedanken uns bei Gesa Vieting für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Höhle der Löwen: „Prinz Penis“ bricht Tabu mit Männer-Intimpflege

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Penice: Männer Imtimpflege in der Höhle der Löwen Bild: Markus Flagner, Gründer von Penice Foto: RTL

Penice entwickelt Intimpflege für Männer und wird am 21. September 2026 in der Höhle der Löwen pitchen.

Wie ist die Idee zu Penice entstanden, wer steht hinter dem Startup und welcher Moment hat dich zur Gründung inspiriert?

Es war einmal ein Mann unter der Dusche. Dort sprießen bekanntlich die besten Ideen, und genau dort ist Penice entstanden.

Vor mir stand die Intimwaschlotion meiner damaligen Freundin. Und ich habe mich gefragt: Warum gibt es so etwas eigentlich nicht für uns Männer? Und was müsste anders sein, damit es beim Mann funktioniert und ankommt?

Zuerst war der Name da. Ein Name, der hängen bleibt. Als ich ihre Lotion selbst benutzt habe, habe ich sie kurzerhand „Penice“ getauft. Penis plus nice, denn genau darum geht es: Untenrum soll es sich einfach nice anfühlen.

Als ich mich im engsten Freundeskreis mit der Idee geoutet habe, wurde Penice sofort zum Running Gag. Aber zu einem von der guten Sorte, und er riss einfach nicht ab. Aus dem Gag wurde ein Dauerbrenner, und irgendwann habe ich gespürt: Da steckt mehr dahinter.

Wie ernst das Thema wirklich ist, hat mir später die Männerarbeit gezeigt. In Männerkreisen reden Männer offen über Dinge, über die sie sonst schweigen: Scham, Leistungsdruck, Unsicherheit im Bett. Da wurde mir klar, wie viele Männer mit solchen Themen allein sind.

Hinter Penice stehe ich, Markus Flagner, Solo-Gründer aus Würzburg und Herrscher über ein Ein-Mann-Königreich. In der Würzburger Startupszene kennt man mich inzwischen als den Penis-Mann. Bei meinem Pitch in der Höhle der Löwen wurde ich dann zum Prinz Penis gekrönt.

Ursprünglich komme ich aus der Informatik. Ich war rund zehn Jahre als Webentwickler selbstständig und danach drei Jahre Teamleiter in der Gründungsberatung der TH Aschaffenburg. Jetzt stehe ich selbst auf der anderen Seite.

Böse Nasen könnten behaupten, dass wir Nerds uns schlecht riechen können. Aber das Klischee ist passé, genauso wie das vom Mann, dem egal ist, wie er auf andere wirkt.

In welcher Branche bist du mit Penice tätig und was zeichnet das Geschäftsmodell aus?

Mit Penice bin ich in der Kosmetikbranche gelandet, genauer in der Intimpflege für Männer.

In das Thema habe ich mich reingefuchst: erst im Heimlabor im Treppenhaus und mit Internetrecherche nach Hausmitteln, später mit KI-Recherche und Inhaltsstoffanalysen. Ein Kosmetikexperte bin ich bis heute nicht. Deshalb gebe ich das fehlende Wissen und die Produktion in kompetente Hände.

Die Rezeptur habe ich mit einer spezialisierten Kosmetikchemikerin zur Marktreife gebracht. Produziert wird in Deutschland, bei einem Lohnhersteller in Hamburg. Die Wirkstoffkombination ist zum Patent angemeldet.

Mein Geschäftsmodell ist bewusst einfach gehalten. Nach all den Jahren in Softwareentwicklung und Beratung wollte ich ein physisches Produkt vertreiben, das die KI nicht so einfach ersetzen kann. Etwas zum Anfassen eben. Die KI darf mir dafür bei allem anderen helfen: Ich arbeite ohne Angestellte und setze auf Automatisierung statt Overhead.

Welches konkrete Problem löst Penice und welche Marktlücke hast du damit geschlossen?

Ich nehme mir eines der letzten großen Tabus vor: die Intimpflege beim Mann.

Anfang 2026 habe ich dazu rund 200 Männer und Frauen befragt. Weit über die Hälfte der Männer war sich im letzten Jahr mindestens einmal unsicher, ob sie im Schritt frisch genug sind. Und über 70 Prozent der Frauen haben erlebt, dass fehlende Frische beim Mann sie davon abgehalten hat, intim zu werden oder sich dabei zu entspannen.

Beide Seiten wissen es. Keiner sagt es. Und über 80 Prozent der Männer nutzen untenrum einfach ihr normales Duschgel.

Genau da setzt Penice an. Und zwar nicht mit dem erhobenen Zeigefinger. Ein Mann, der für sich sorgt, ist nicht eitel, sondern souverän. Wer sich in seiner Haut wohlfühlt, kann sich fallen lassen, sex-positiv denken und seine männliche Energie frei leben. Immer mit Respekt vor dem Menschen, mit dem er intim wird.

Ich nenne das Shared Intimacy. Die Botschaft lautet nicht „Du musst dich waschen“, sondern „Ich möchte, dass wir uns beide wohlfühlen“.

Und ja, das ist ein Männerthema. Es braucht einen Mann, der sich hinstellt und sagt: Leute, lasst uns darüber reden. Von Mann zu Mann, ohne Scham und mit einem Augenzwinkern. Wenn ich dafür der Penis-Mann sein muss, dann bin ich das eben gerne.

Und genau das ist die Marktlücke: Das Problem ist weit verbreitet, aber es gibt kaum ein Produkt, das Männern untenrum wirklich hilft und das sie sich auch zu kaufen trauen. Penice Daily Gel wurde gegen Penisgeruch entwickelt. Ohne Bullshit und ohne Scham.

Warum hast du dich für die Teilnahme an Die Höhle der Löwen entschieden und welche Aspekte standen dabei im Vordergrund?

Ehrlich gesagt war das eher Zufall als Plan.

Ich war eines Abends feiern, und gefühlt die hundertste Person sagte zu meiner Idee: „Das wäre doch was für die Höhle der Löwen!“ Um drei Uhr nachts lag ich dann etwas genervt im Bett und habe nachgeschaut, ob man sich da überhaupt bewerben kann.

Für diese Uhrzeit wollte das Formular zu viele Infos. Also habe ich nur Name, Telefonnummer und grob die Produktidee eingetragen, auf Speichern geklickt und das Ganze ad acta gelegt.

Ein paar Monate später klingelte mein Telefon. Die Produktionsfirma bat mich, die vollständige Bewerbung doch bitte abzuschicken, weil sie die Idee so cool fanden. Das habe ich als Wink vom Universum genommen.

Im Vordergrund stand für mich, ein Tabuthema dorthin zu bringen, wo es hingehört: zur besten Sendezeit ins Wohnzimmer. Wenn Millionen Menschen gemeinsam über Intimpflege für Männer schmunzeln, ist das Tabu schon halb gebrochen. Denn ein Thema, das sich versteckt, bleibt ein Tabu.

Wer war von Anfang an dein absoluter Wunschlöwe in der Höhle der Löwen und warum passt dieser Investor perfekt zu deiner Vision?

Von Anfang an war Judith Williams meine Wunschlöwin.

Sie hat enorm viel Erfahrung im Bereich Kosmetik und weiß genau, wie man so ein Produkt auf vielen Vertriebskanälen platziert und an den Mann bringt. Wortwörtlich.

Ich glaube, sie hätte Spaß daran, den Mann als Zielgruppe für die Intimpflege zu erobern.

Welche Form der Unterstützung durch die Investoren in der Höhle der Löwen erhoffst du dir für Penice neben dem Kapital am meisten?

Kapital ist wichtig, aber nicht das Wichtigste.

Ich erhoffe mir vor allem die Bereitschaft und den Willen, mein Penice ganz groß zu machen.

Dazu gehören das Netzwerk und die Expertise, die mir für den nächsten Wachstumsschritt noch fehlen, allen voran Kontakte zu Drogerien und in den Handel.

Welche nächsten Schritte sind für Penice nach deinem Auftritt in der Höhle der Löwen geplant und gibt es konkrete Pläne für Wachstum, Skalierung oder neue Entwicklungen?

Ganz klar: Penice erfolgreich auf den Markt bringen und so vielen Männern wie möglich zugänglich machen.

Als Nächstes ist ein Feuchttuch in Planung, das man schnell zur Hand hat, wenn es darauf ankommt. Es hat die Größe einer Kondomverpackung und passt in jeden Geldbeutel.

Danach soll ein Geschenkset folgen, natürlich mit einem Augenzwinkern. Mit witzigen Geschenkkarten und einer versteckten Botschaft passt es zum Junggesellenabschied genauso wie unter Freunden. Denn auch Männer dürfen sich gegenseitig ein bisschen Liebe schenken. Bromance eben. Und fast die Hälfte der befragten Männer würde sich über so ein Geschenk von der Partnerin freuen, weil es zeigt, dass sie sich um ihn kümmert.

Langfristig will ich mit Penice in Drogerien, Apotheken und ins Ausland. Denn ich bin überzeugt: Männliche Intimpflege wird in den nächsten Jahren so selbstverständlich wie die Bartpflege im letzten Jahrzehnt.

Das Thema hat aber auch einen ernsten Hintergrund. In der Pflege ist Not am Mann. Viele Pflegekräfte und Ärzte haben mir erzählt, unter welchen Umständen sie in Pflegeheimen und Geriatrien arbeiten. Dort möchte ich mit Penice gerne unterstützen: älteren Männern mehr Würde schenken und dem Personal die Arbeit ein Stück angenehmer machen. Aber das ist noch Zukunftsmusik.

Die Rezeptur hat übrigens noch mehr Potenzial. Ob daraus irgendwann ein weiteres Produkt unter anderem Namen entsteht, entscheidet der Erfolg von Penice.

Welche Erfahrungen und Erkenntnisse haben sich auf deinem bisherigen Gründerweg als besonders wertvoll erwiesen?

Ich dachte, blauäugig wie ich war, ich könnte im Homeoffice etwas zusammenmischen und online verkaufen.

Pustekuchen. Kosmetik ist streng reglementiert. Jedes Wirkversprechen muss belegt sein, und die Rezeptur muss in der Anwendung sicher sein. Das dauert und kostet Geld.

Dabei habe ich gelernt: Du bist für dein Produkt allein verantwortlich, auch für die Dinge, die du aus der Hand gibst. Deshalb musst du dir das Wissen aneignen oder Tools nutzen, die dir helfen, die bestmögliche Entscheidung zu treffen.

Genauso wichtig sind die richtigen Freunde und Enabler im Netzwerk. Menschen, die nicht abwinken, wenn es ernst wird, sondern wirklich unterstützen wollen. Auch ohne Geld, wenn es mal knapp ist.

Und die wichtigste Erkenntnis: nicht aufgeben. Ich hatte so viele Momente, in denen ich kurz davor war, schlappzumachen und das Handtuch zu werfen. Aber genau in diesen Momenten entscheidet sich, ob aus einer Idee etwas wird.

Welche Ratschläge lassen sich aus diesen Erfahrungen ableiten, die für andere Gründerinnen und Gründer hilfreich sein könnten?

Informiere dich früh über die Regeln deiner Branche. Bevor du Geld und Zeit investierst, nicht danach.

Nutze KI. Mit KI ist heute vieles auch alleine möglich. Du brauchst nur den Willen, es umzusetzen.

Steh deinen Mann und halte an deiner Vision fest, auch wenn sie anfangs belächelt wird. Teste sie trotzdem früh, zum Beispiel mit einer Umfrage. Am Ende entscheidet der Markt. Er ist die einzige ehrliche Messgröße.

Such dir Menschen, mit denen du auch über die unbequemen Dinge reden kannst, die dich inspirieren und deren Meinung du auch mal auf dich wirken lässt. Für mich sind das Startup-Netzwerke und Männerkreise. Dort habe ich gelernt, dass Stärke nicht heißt, alles allein zu tragen.

Und hab keine Angst vor Tabus, davor, anders zu sein als alle anderen, oder davor, nicht ins System zu passen. Vielleicht liegt das System falsch und du richtig. Genau in diesem Zwiespalt entstehen großartige Innovationen. Und wo alle schweigen, liegt oft die größte Marktlücke.

Was unterscheidet Penice im Supermarktregal oder im Online-Shop optisch und inhaltlich von der Konkurrenz?

Optisch setzt Penice auf etwas, das man in der Männerpflege nicht erwartet: Märchen.

Statt expliziter Bilder erzählt die Marke ihre Geschichte wie ein altes Märchenbuch, mit Scherenschnitt-Optik, Krone und den Brüdern Grimm als Vorbild. Denn in jedem Mann steckt ein kleiner Prinz, und der möchte küssbar sein.

Märchen haben einen großen Vorteil: Sie gelten als unschuldig. Einem Zauberspiegel nimmt man es nicht übel, wenn er einem verrät, dass untenrum nicht alles nach Rosen duftet. Und ganz nebenbei umgehe ich so die Shadowbans der doch recht prüden Social-Media-Welt, sobald es um Sex geht.

Inhaltlich unterscheidet sich Penice schon beim Einsatzgebiet. Die Konkurrenz geht bisher vor allem auf den Sack: Viele Produkte für Männer sind für die Hoden gemacht. Penice kümmert sich um das, was bisher zu kurz kam.

Penice Daily Gel setzt auf geruchsbindendes Zink und Pflanzenwirkstoffe aus Rhabarber und Rettich, ganz ohne Parfüm und Öl. Denn gerade untenrum wünschen sich die meisten Menschen Natürlichkeit und einfach einen neutralen Geruch. Außerdem ist es ein Leave-on-Gel: Es wird dünn auf Eichel und Leiste verteilt, zieht kurz ein und bleibt drauf. Gerade für Männer ist das praktisch.

Wichtig ist mir dabei: Penice ersetzt nicht das Beste fürs beste Stück, nämlich Wasser. Es ergänzt es. Wasser reinigt, Penice pflegt.

Auch bei der Herstellung war mir Respekt vor Ressourcen und Umwelt wichtig. Penice wird in Deutschland hergestellt und abgefüllt. Auf überflüssige Umverpackungen und lange Lieferwege verzichte ich. Die Tube wird ebenfalls in Deutschland produziert, und zwar aus Zuckerrohr statt aus Erdöl.

Wie bereitest du die Lieferkette und den Online-Shop von Penice auf den enormen Nachfrage-Ansturm am Abend der Ausstrahlung von Die Höhle der Löwen vor?

Da ich aus der Informatik komme, habe ich die Website penice.men auf Standfestigkeit programmiert. Server und Code halten auch dann lange durch, wenn es zur Primetime heiß hergeht.

Ob das reicht, zeigt der Abend der Ausstrahlung. Ich bin gespannt und habe das Popcorn neben dem Server-Monitor schon bereitgestellt.

Wer nach der Sendung mehr über den kleinen Prinzen wissen will, findet dort ein interaktives Märchen mit Erzählstimme. Da wird Intimpflege plötzlich zur Gute-Nacht-Geschichte.

Sehen Sie Penice am 21. September 2026 in der Höhle der Löwen

Bild: Markus Flagner, Gründer von Penice Foto: RTL

Wir bedanken uns bei Markus Flagner für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

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