Sonntag, Februar 8, 2026
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Wie kann ein kleines Ritual unseren mentalen Alltag spürbar verändern?

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ÆR Produkt unterstützt Menschen im Alltag Fabian Hans

ÆR verbindet Aromatherapie, Design und bewusste Atmung zu modernen Ritualen, die Menschen im Alltag mentale Balance und spürbare Klarheit ermöglichen.

Wie ist die Idee zu ÆR entstanden und welche persönlichen Erfahrungen oder Überzeugungen haben zur Gründung geführt?

Vielen Dank! Die Idee zu ÆR wurde von einem Produkt aus Thailand inspiriert. Dort sind Gersuchstifte weit verbreitet – doch wir sahen in dem Produkt mehr Potenzial, als wie es das Produkt aus Thailand umsetzt.
Ich wusste aus meinem Studium in der Psychologie, wie stark Düfte unsere Emotionen berühren können. Sie sind wie kleine Schlüssel zu unserem Innersten – sie öffnen Türen zu Erinnerungen, Stimmungen und Bewusstheit. Dieses Wissen haben wir genutzt, um etwas Neues zu schaffen: ein Tool, das Körper, Geist und Emotion miteinander verbindet.
Seit meinem Psychologiestudium glaube ich fest daran: Wir haben die Wahl. Wir können entscheiden, wie wir uns fühlen, was wir denken, und wie wir auf die Welt reagieren. Doch die meisten lassen ihre Gedanken einfach treiben – ohne zu bemerken, dass sie die Richtung selbst bestimmen könnten.
Mit ÆR vereinen wir die Kraft der Aromapsychologie mit den tiefen, klärenden Praktiken des Breathworks.
So entsteht mehr als nur ein Produkt – es ist eine Einladung, wieder bei sich selbst anzukommen. Wir kombinieren dies mit unseren Partnern und bieten zusätzlich noch Breathwork an. Es ist mehr als ein Produkt. Es ist ein tägliches Ritual, fast wie eine Therapie, die man sich selbst verschreibt.

Was steckt hinter dem Konzept der tragbaren Aromatherapie und wie unterscheidet sich ÆR von klassischen Duft- oder Wellnessprodukten?

ÆR ist durch sein mobiles Design eine kleine Routine für unterwegs – ein Ritual, das man überall ausführen kann. Der Reset, den man manchmal zwischendurch braucht.
Die Schulleiterin meiner Kinder nutzt ihren ÆR zum Beispiel jeden Tag, nachdem alle Eltern ihre Kinder zur Schule gebracht haben. In dieser Zeit begrüßt sie unzählige Menschen – hört zu, tröstet, löst kleine Probleme und ist für alle da. Nach 30 Minuten, ca. 300 Kindern und ebenso vielen Eltern – ist ihre soziale Batterie leer.
Kerzen anzünden oder einen Raum mit Duft erfüllen? Dafür bleibt keine Zeit.
Doch mit ÆR kann sie kurz innehalten, tief durchatmen und sich selbst einen Moment schenken.
Unser Aroma-Pen hilft ihr, einen schnellen Reset zu machen – ein paar Atemzüge, ein vertrauter Duft – und sie ist wieder bei sich.

Welche Menschen möchte ÆR mit seinen Produkten erreichen und wie gelingt es, deren Bedürfnisse im Alltag zu unterstützen?

Wir sprechen Menschen an, die jeden Tag viel zu tun haben – und kaum Zeit finden, sich die Auszeit zu nehmen, die sie eigentlich bräuchten. Menschen, die gefordert sind, weil andere sich auf sie verlassen und Verantwortung für ihre Mitmenschen tragen.
Ein typisches Beispiel sind Entrepreneure, Gründer:innen oder Selbstständige, die gleichzeitig mehrere Projekte, ihre Familie und ihr Privatleben unter einen Hut bringen müssen.
Für Pausen bleibt oft kaum Zeit – dabei sollten gerade sie ein fester Bestandteil der Erfolgsstrategie sein.
In einer Zeit, die von Krisen und Unsicherheit geprägt ist, nehmen die mentalen Belastungen stetig zu. Wir alle müssen immer mehr leisten – und genau hier setzt ÆR an: ÆR ist der schnelle mentale Reset für unterwegs.

Wie wichtig ist wissenschaftliche Fundierung im Entwicklungsprozess der verschiedenen ÆR-Düfte und wie werden die Rezepturen ausgewählt?

Für uns ist dieser Aspekt sehr wichtig. Ich würde fast sagen, der wichtigste für unsere nächsten Schritte. Wir haben zum Beispiel alle relevanten Studien zur Wirkung der Aromatherapie zusammengetragen und uns bei der Entwicklung unserer Formulierungen so nah wie möglich daran orientiert.
Auch in Zukunft ist es uns ein großes Anliegen, weitere Forschungen durchzuführen und neue Erkenntnisse in die Entwicklung kommender Produkte einfließen zu lassen.
Dafür arbeiten wir eng mit verschiedenen Hochschulen zusammen und planen derzeit auch eine eigene Studie mit der Hochschule Rhein-Waal (Hochschule für Angewandte Wissenschaften). Hier werden wir die Produkte mit den Studenten in der stressigen Prüfungsphase durch eine EEG-Studie testen.

Welche Rolle spielen Farben und Design bei der Wirkung der Produkte und wie beeinflussen sie das emotionale Erlebnis?

Die Farben spiegeln den emotionalen Nutzen unserer Produkte wider. Jede Nuance wurde bewusst gewählt, um das Gefühl zu verstärken, das sie repräsentiert. PEAK steht zum Beispiel für mentale Aktivierung – dafür haben wir eine aktivierende Farbe wie Orange gewählt. Sie vermittelt Energie, Fokus und Wachheit. Blau hingegen steht für Ruhe und Ausgeglichenheit – genau deshalb haben wir diese Farbe für unsere beruhigenden Varianten ausgewählt.
So entsteht eine klare visuelle Sprache, die die emotionalen Wirkungen der Produkte schon vor der Anwendung fühlbar macht. Farbe wird damit zu einem Teil der Erfahrung – sie begleitet, steuert und verstärkt das, was das Produkt auf mentaler und sensorischer Ebene auslöst.

Mit welchen Herausforderungen war ÆR auf dem Weg von der Produktidee bis zur Markteinführung konfrontiert?

Auf dem Weg von der Produktidee bis zur Markteinführung stand ÆR vor mehreren Herausforderungen – insbesondere darin, ein neuartiges Produkt und seine Wirkung verständlich und glaubwürdig zu vermitteln.
Unsere Produkte basieren auf Aromatherapie in Kombination mit Farbe, Design und bewusster Atmung. Sie sollen mentale Zustände wie Fokus, Ruhe oder Klarheit aktiv unterstützen. Doch genau das macht die Kommunikation anspruchsvoll: Für viele Menschen klingt das zunächst nach „Hokuspokus“, nach etwas Esoterischem, schwer Greifbarem.
Einige waren anfangs wirklich skeptisch. Doch durch unsere ersten Erfahrungen und die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit den Wirkmechanismen konnten wir zeigen, dass die Effekte tatsächlich real sind.
Die größte Herausforderung lag also darin, Glaubwürdigkeit und Vertrauen aufzubauen.
Wir sprechen eine Zielgruppe an, für die Produkte wie ÆR neu sind – Menschen, die sich zwar für Achtsamkeit, Performance und Wohlbefinden interessieren, aber klare, faktenbasierte Argumente brauchen.
Deshalb investieren wir viel in Aufklärung: Wir erklären, wie Aromatherapie funktioniert, welche Rolle Farben und Design spielen und wie bewusste Atmung die Wirkung verstärkt.
Zudem ist es uns wichtig, diese Wirkung nicht nur zu behaupten, sondern wissenschaftlich zu untermauern. Darum arbeiten wir ja mit Hochschulen zusammen. So schaffen wir Schritt für Schritt das, was für uns am wichtigsten ist: Vertrauen durch Transparenz, Erfahrung und wissenschaftliche Evidenz.

Wie gelingt es euch, in einem wachsenden Markt für mentale Gesundheit und Achtsamkeit authentisch zu bleiben?

Was macht ÆR aus eurer Sicht einzigartig und warum glauben Sie, dass sich euer Ansatz langfristig durchsetzen kann?

Was ÆR einzigartig macht, ist unser ganzheitlicher Ansatz, der wissenschaftlich fundierte Aromatherapie mit Design, Farbe und bewusster Atmung verbindet – um mentale Balance im Alltag spürbar zu fördern.
Wir entwickeln keine Wellness-Produkte, sondern Werkzeuge für mentale Gesundheit, die Menschen helfen, in einer zunehmend reizüberfluteten und unsicheren Welt wieder zu sich selbst zu finden.
Die Relevanz dieses Ansatzes wächst rasant. Krisen, Unsicherheiten und Dauerstress prägen unseren Alltag – die Zahl der psychischen Erkrankungen steigt seit Jahren kontinuierlich.
Gleichzeitig wächst das Bewusstsein, dass wir mentale Prävention genauso ernst nehmen müssen wie körperliche Fitness.
Genau hier setzt ÆR an: Wir schaffen einfache, ästhetisch ansprechende Rituale, die spürbar wirken – jederzeit, überall, ohne digitale Ablenkung.
Zudem ist wissenschaftlich belegt, dass Gerüche unmittelbar das limbische System aktivieren, also den Teil des Gehirns, der Emotionen und Stressreaktionen steuert. Psychologen nutzen Düfte längst zur Burnout-Prävention und zur Regulation emotionaler Zustände.
Wir kennen alle die Wirkung eines vertrauten Geruchs – wie ein Duft Erinnerungen, Ruhe oder Energie auslösen kann. ÆR übersetzt dieses uralte, intuitive Prinzip in ein modernes, wissenschaftlich begleitetes Konzept für mentale Gesundheit.
Wir glauben, dass sich unser Ansatz langfristig durchsetzen wird, weil er genau die Brücke schlägt, die unsere Zeit braucht: zwischen Technologie und Natürlichkeit, Design und Wissenschaft, Funktion und Gefühl.
ÆR steht für eine neue Art von Selfcare – klar, reduziert, wirksam. Ein ehrliches Werkzeug für mehr mentale Stabilität in einer Welt, die immer schneller wird.

Welche nächsten Schritte oder neuen Produktentwicklungen sind bei ÆR geplant?

Zuallererst arbeiten wir an unseren ersten Studien, und parallel dazu möchten wir Jahreskollektionen herausbringen – damit Nutzer besondere Momente jedes Jahres im Duft verankern können.
Eines steht jedoch fest: Wir bleiben analog und konzentrieren uns weiterhin auf natürliche Öle und die Psychologie ihrer Wirkung.

Wie sieht die langfristige Vision des Unternehmens aus – wohin soll sich ÆR in den kommenden Jahren entwickeln?

Wir wollen definitiv wachsen. Wenn man dieses Ziel jedoch qualitativ beschreibt, dann ist es unser Anspruch, dass unsere Produkte – ähnlich wie beim iPhone – eines Tages allen bekannt sind und selbstverständlich genutzt werden.
Menschen gehen zur Entspannung ins Kino, hören Musik oder gehen essen. Doch für den olfaktorischen Sinn – also den Geruchssinn – wird bislang noch nichts bewusst getan. Unsere Vision ist es, dass der Geruchssinn dieselbe Bedeutung erlangt wie etwa der Geschmackssinn.
By the way: Rund 70 % des Geschmackssinns basiert tatsächlich auf dem Geruchssinn.

Welche Rolle spielt Nachhaltigkeit in eurer Produktstrategie und in der täglichen Arbeit?

Eine sehr große Rolle. Wir wurden durch ein Produkt aus Thailand inspiriert – doch dieses enthielt chemische Zusatzstoffe und bestand aus Plastik. Wir dagegen haben Plastik weitgehend vermieden, und unsere Inhaltsstoffe sind rein natürlich.
Das Aluminiumgehäuse kann durch nachkaufbare Glasampullen wiederverwendet werden. Nachhaltigkeit und Purpose stehen für uns an erster Stelle.
Rund um Weihnachten werden wir Organisationen im Bereich mentaler Gesundheit durch Spendenaktionen unterstützen. Außerdem suchen wir nach weiteren Partnern, mit denen wir eng zusammenarbeiten können.

Welche drei Ratschläge würdet ihr anderen Gründerinnen und Gründern mit auf den Weg geben, die ebenfalls ein bewusstes und werteorientiertes Unternehmen aufbauen möchten?

Tatsächlich nur die Klassiker, die man überall und immer wieder hört – aber selbst das setzt viel voraus und ist einfacher gesagt als getan.
Testen, testen, testen – und schnell lernen. Es ist wichtig, sich dabei wirklich auf das Wesentliche zu konzentrieren.
Wir Menschen denken häufig in der Vergangenheit oder in der Zukunft. Als Gründer denkt man sogar noch viel häufiger in der Zukunft. Die entscheidende Frage ist: Wie gut gelingt es mir, im Hier und Jetzt zu sein – und wirklich umzusetzen?
Daher mein Tipp: Klarer Fokus und Ruhe im Moment.

Wir bedanken uns bei Fabian Hans für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.


Premium Start-up: ÆR

Kontakt:

AER LABS SL
CALLE COLON, 10
46004
VALENCIA, SPANIEN

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Fabian Hans

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Dieses Gefährt bringt Action auf den Schnee

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Bobsla bringt Resorts ein neues Erlebnis auf Schnee Sergey Ignatyev (r.) und Werner Kirchner-Höffer präsentieren das Elektro-Schneemobil „Bobsla“. Sie erhoffen sich ein Investment von 500.000 Euro für 25 Prozent der Firmenanteile. Foto: RTL / Bernd-Michael Maurer

Bobsla wird am 08. Dezember 2025 um 20:15 in der Höhle der Löwen in der Folge Die Höhle der Löwen Endlich Weihnachten auftreten, wo die Gründer ihr elektrisches Winterfahrzeug vorstellen.

Wie ist das Startup entstanden und welche Personen stehen dahinter?

Bobsla entstand 2018 in Österreich, als wir – Sergey Ignatyev und Werner Kirchner-Höffer – nach einer sicheren, modernen und elektrischen Aktivität für den Schnee suchten. Wir bringen Erfahrung aus Technik, Produktentwicklung und der Zusammenarbeit mit alpinen Destinationen mit.

In welcher Branche ist das Unternehmen tätig und was zeichnet das Geschäftsmodell aus?

Wir sind in der Wintertourismus- und Light-Electric-Mobility-Branche tätig. Wintersportorte ziehen heute nicht nur Skifahrer an, sondern auch Gäste, die nach neuen Aktivitäten suchen.
Unser Geschäftsmodell basiert auf der Lieferung elektrischer Bobsla-Snowkarts und dem Aufbau kleiner Bobsla Fun Parks in Österreich, der Schweiz und Lappland. Die Resorts erhalten ein schlüsselfertiges Angebot, das zusätzliche Einnahmen ohne komplexe Infrastruktur ermöglicht.

Welche Idee oder welches Problem stand am Anfang der Gründung? Gab es eine Marktlücke oder eine besondere Inspiration?

Klassische Schneemobile sind laut, belasten die Luftqualität und müssen langfristig elektrifiziert werden. Eine reine Motorumrüstung funktioniert jedoch nicht – herkömmliche Schneemobile benötigen zu viel Energie.
Deshalb haben wir ein vollständig neues Konstruktionsprinzip entwickelt, das wesentlich weniger Energie verbraucht. Dieses technische Prinzip haben wir 2025 patentiert.

Was macht das Konzept oder die Technologie besonders? Welche innovativen Ansätze kommen zum Einsatz?

„Bobsla fährt nicht – er gleitet über den Schnee.“
Durch den niedrigen Schwerpunkt, den kurzen Radstand und den Kettenantrieb lässt sich das Fahrzeug intuitiv und sicher steuern. Die Konstruktion benötigt deutlich weniger Energie als ein herkömmliches Schneemobil und bietet gleichzeitig ein kartähnliches Fahrgefühl auf Schnee. Zwei 48-Volt-Motoren sorgen für unmittelbaren Antrieb, während das Fahrwerk stabile und kontrollierte Manöver ermöglicht.

Welche konkreten Vorteile bietet das Produkt den Nutzerinnen und Nutzern? Was hebt es im Alltag vom Wettbewerb ab?

Bobsla bietet ein intensives Geschwindigkeits- und Steuerungsgefühl, aber in einem vollständig kontrollierten und sicheren Umfeld.
Im Gegensatz zu Schneemobilen sind keine Vorkenntnisse oder großen Flächen nötig. Im Vergleich zum Karting entsteht ein besonderes Erlebnis durch den Kettenantrieb, das Gleiten und das charakteristische Driften. Für Resorts ist es eine ganzjährige Winterattraktion, die sowohl auf natürlichem als auch auf technischem Schnee funktioniert.

Wie wurde das Produkt entwickelt und getestet? Gab es besonderes Feedback aus ersten Anwendungen oder Testphasen?

Die Entwicklung erstreckte sich über mehrere Saisons mit umfassenden Tests in Österreich und der Schweiz.
Gäste berichten von einem überraschenden Mix aus Geschwindigkeit und Sicherheit, während Betreiber die einfache Wartung und hohe Rentabilität schätzen. Resorts merken, dass Bobsla besonders Gäste anspricht, die nicht Ski fahren, aber trotzdem ein Wintererlebnis suchen.

Welche Vision verfolgt das Unternehmen? Welche Meilensteine sollen in den nächsten Jahren erreicht werden?

Wir entwickeln wintertaugliche elektrische Freizeit- und Arbeitsfahrzeuge:
– wir liefern unsere aktuelle Maschine an immer mehr Resorts,
– wir bringen Bobsla 4 Kids auf den Markt,
– wir entwickeln neue Lösungen für die Resort-Betreiber selbst: die kleinen Schneescooter Alpsla und autonome Transportplattformen Snowsla.
Unser Ziel ist es, ein wichtiger Anbieter für leichte elektrische Winterfahrzeuge in Europa zu werden.

Warum fiel die Entscheidung, sich bei Höhle der Löwen zu präsentieren? Welche Aspekte stehen dabei im Vordergrund?

Wir wollten zeigen, dass ein neues, sicheres und elektrisches Wintererlebnis möglich ist – und Partner finden, die uns beim schnellen Wachstum unterstützen können. Die Sichtbarkeit der Sendung bietet dafür eine besondere Chance.

Welche Form der Unterstützung wird durch die Teilnahme an Höhle der Löwen angestrebt? Wie soll eine mögliche Investition oder Zusammenarbeit genutzt werden?

Wir suchen neben der finanziellen Unterstützung vor allem strategische Partnerschaften. Eine Investition soll in die Skalierung unserer Produktion und in die Weiterentwicklung unserer Produkte – Bobsla 4 Kids, Alpsla und Snowsla – fließen.

Welche nächsten Schritte sind nach Höhle der Löwen geplant? Gibt es konkrete Pläne für Wachstum, Skalierung oder neue Entwicklungen?

Wir erweitern unsere Produktion, bauen neue Bobsla Fun Parks auf und bringen zwei weitere Produktlinien voran:
– die Kinderversion Bobsla 4 Kids,
– die kompakten Schneescooter Alpsla.
Gleichzeitig arbeiten wir weiter an der autonomen Transportplattform Snowsla.

Welche Erfahrungen und Erkenntnisse haben sich auf dem bisherigen Weg als besonders wertvoll erwiesen?

Der wichtigste Faktor war das kontinuierliche Testen auf echtem Schnee. Erst durch das direkte Feedback von Gästen und Betreibern konnten wir das Fahrzeug Schritt für Schritt optimieren.

Welche Ratschläge lassen sich aus diesen Erfahrungen ableiten, die für andere Gründerinnen und Gründer hilfreich sein könnten?

So früh wie möglich echte Prototypen testen und offen für schnelle Änderungen bleiben. Entscheidungen sollten sich an realen Nutzern orientieren, nicht an Präsentationen. Und auch scheinbar kleine Nischen können den Beginn einer neuen Produktkategorie bilden.

Sehen Sie Bobsla am 8. Dezember 2025 in der Höhle der Löwen – Endlich Weihnachten

Bild: Sergey Ignatyev (r.) und Werner Kirchner-Höffer präsentieren das Elektro-Schneemobil „Bobsla“. Sie erhoffen sich ein Investment von 500.000 Euro für 25 Prozent der Firmenanteile. Foto: RTL / Bernd-Michael Maurer

Wir bedanken uns bei Sergey Ignatyev und Werner Kirchner-Höffer für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Das mitwachsende Spielzeug, das alles verändert

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LEuLI Spielbogen Eltern entdecken neues Spielzeug Maria Mittermüller präsentiert den mitwachsenden Spielbogen „LEuLi“. Sie erhofft sich ein Investment von 100.000 Euro für 20 Prozent der Firmenanteile. RTL / Bernd-Michael Maurer

LEuLI ist am 08. Dezember 2025 um 20:15 in der Höhle der Löwen in der Folge Die Höhle der Löwen Endlich Weihnachten zu sehen, wo Gründerin Maria Mittermüller ihr mitwachsendes Spielsystem pitcht.

Wie ist das Startup entstanden und welche Personen stehen dahinter?

Ich habe LEuLI im Herbst 2023 gegründet. Als zweifache Mama und Pädagogin habe ich in meinem eigenen Alltag erlebt, was viele Eltern frustriert: zu viel kurzlebiges Spielzeug, zu wenig Platz und kaum Lösungen, die wirklich mit dem Kind mitwachsen. Aus diesem Gedanken heraus entstand LEuLI. Aus einem echten Alltagsproblem wurde ein durchdachtes Spielsystem, das Babys und Kinder über Jahre begleitet und Eltern spürbar entlastet.

In welcher Branche ist das Unternehmen tätig und was zeichnet das Geschäftsmodell aus?

LEuLI entwickelt und vertreibt Baby- und Kinderspielzeug. Wir setzen konsequent auf pädagogisch wertvolle, nachhaltige und hochwertige Holzspielwaren „Made in Germany“. Das Geschäftsmodell basiert auf dem Direktvertrieb über den eigenen Onlineshop, ergänzt durch ausgewählte Babyfachmärkte sowie Kooperationen mit Kitas, therapeutischen Praxen und Familienhotels. Im Zentrum steht ein modulares, mitwachsendes Spielsystem, das sich durch verschiedene Erweiterungen über Jahre hinweg an die Entwicklung des Kindes anpasst, also ein langfristiges Spielprodukt statt eines klassischen „Einmal-Kaufs“.

Welche Idee oder welches Problem stand am Anfang der Gründung? Gab es eine Marktlücke oder eine besondere Inspiration?

Am Anfang stand die Frage, wie viel Babyausstattung man wirklich braucht und warum so viele Spielzeuge nur eine extrem kurze Nutzungsdauer haben. Das Problem lag auf der Hand: Viele Spielbögen – egal ob aus Holz oder Plastik – sind nur für eine kurze Phase wirklich interessant. Oft sind sie entweder instabil, überladen gestaltet oder nicht so verarbeitet, dass sie mehrere Entwicklungsstufen überstehen. Gleichzeitig wünschen sich Eltern sichere, wertige Produkte, die länger genutzt werden können. Die Marktlücke war ein stabiler, modularer Spielbogen aus Holz, der vom Babyalter bis ins Grundschulalter sinnvoll und platzsparend einsetzbar ist.

Was macht das Konzept oder die Technologie besonders? Welche innovativen Ansätze kommen zum Einsatz?

Der LEuLI Spielbogen unterscheidet sich deutlich von klassischen Babyspielbögen. Er ist ein modulares System, das mit dem Kind mitwächst – von den ersten Greifversuchen im Liegen über die Krabbelzeit bis hin zu Rollenspiel mit dem Kamishibai-Puppentheater im Kindergartenalter. Die Spielplatten können je nach Entwicklungsphase ausgetauscht werden, sodass immer neue Impulse entstehen. Das Grundgerüst besteht aus stabilem Birkenholz, ist beidseitig bespielbar und funktioniert damit auch für Geschwister oder Kita-Gruppen. Die Produktion erfolgt aktuell in Deutschland, was Qualität, Sicherheit und kurze Lieferwege garantiert.

Welche konkreten Vorteile bietet das Produkt den Nutzerinnen und Nutzern? Was hebt es im Alltag vom Wettbewerb ab?

Für Eltern bedeutet der Spielbogen weniger Spielzeug, das herumliegt und unnötig Platz weg nimmt. Und gleichzeitig mehr Klarheit, denn ein einziges Produkt deckt mehrere Entwicklungsphasen ab und ersetzt viele einzelne Anschaffungen. Die lange Nutzungsdauer, die hochwertige Verarbeitung und das sichere Material geben Eltern ein gutes Gefühl. Für Kinder bietet der Spielbogen gezielte Förderung ohne Reizüberflutung. Sie können beobachten, greifen, hören, stecken, malen und in Rollen schlüpfen – je nachdem, welche Spielplatte eingesetzt wird. Die freie Spielweise unterstützt die Selbstwirksamkeit, weil Kinder die Umgebung selbst gestalten und erkunden können.

Wie wurde das Produkt entwickelt und getestet? Gab es besonderes Feedback aus ersten Anwendungen oder Testphasen?

Die Entwicklung dauerte über ein Jahr. Gemeinsam mit einem erfahrenen Spielzeughersteller im Bayerischen Wald wurden mehrere Prototypen erstellt, optimiert und von einem unabhängigen Prüflabor mechanisch getestet. In der Praxis wurde der Spielbogen von Familien, Pädagog:innen und Therapeut:innen getestet. Besonders positiv wurden die Stabilität, der modulare Aufbau und der pädagogische Mehrwert hervorgehoben. Viele Eltern betonten die Besonderheit, dass er platzsparend ist und lange interessant bleibt.

Welche Vision verfolgt das Unternehmen? Welche Meilensteine sollen in den nächsten Jahren erreicht werden?

LEuLI verfolgt die Vision, die führende Marke für mitwachsende, nachhaltige Spielsysteme zu werden. Der Ansatz „weniger kaufen, länger nutzen“ soll sich in der Branche stärker verankern. In den nächsten Jahren soll die Marke im DACH-Raum weiter wachsen und neue Produktlinien werden entstehen. Auch der B2B-Bereich soll weiter ausgebaut werden, denn der hochwertig verarbeitete, mitwachsende Spielbogen eignet sich besonders für Kitas, Therapiepraxen und Familienhotels. Langfristig planen wir eine schrittweise Internationalisierung.

Warum fiel die Entscheidung, sich bei Höhle der Löwen zu präsentieren? Welche Aspekte stehen dabei im Vordergrund?

Der Spielbogen lebt von der Demonstration seiner Möglichkeiten. „Die Höhle der Löwen“ bietet eine Bühne, die genau das ermöglicht: das Problem, die Lösung und die emotionale Geschichte dahinter in wenigen Minuten sichtbar zu machen. Gleichzeitig eröffnet die Sendung die Chance auf einen Deal und damit auf einen starken Partner, der Erfahrung im Handel, Markenaufbau und in der Skalierung mitbringt.

Welche Form der Unterstützung wird durch die Teilnahme an Höhle der Löwen angestrebt? Wie soll eine mögliche Investition oder Zusammenarbeit genutzt werden?

Im Vordergrund steht nicht allein eine Investition, sondern ein strategischer Partner, der Erfahrung im Baby- und Familienmarkt mitbringt. Ideal ist jemand, der Zugang zu großen Handelspartnern hat, bei der Skalierung unterstützt und bei Markenaufbau, Sichtbarkeit und Internationalisierung begleiten kann. Eine potenzielle Investition würde vor allem in Warenfinanzierung, Produktion, Marketing und Sortimentserweiterungen fließen.

Welche nächsten Schritte sind nach Höhle der Löwen geplant? Gibt es konkrete Pläne für Wachstum, Skalierung oder neue Entwicklungen?

Nach der Ausstrahlung möchten wir die erhöhte Aufmerksamkeit und Reichweite nutzen, um die Marke zu stärken, sowohl über Social Media als auch über Presse oder Kooperationen. Gleichzeitig legen wir den Fokus auf die Stabilisierung der Lieferkette und die Erhöhung der Produktionsmengen. Die Entwicklung unseres Sortiments geht weiter, und der B2B-Bereich wird noch stärker in den Fokus rücken. LEuLI soll dadurch sowohl im Elternmarkt als auch im pädagogischen und therapeutischen Bereich weiter wachsen.

Welche Erfahrungen und Erkenntnisse haben sich auf dem bisherigen Weg als besonders wertvoll erwiesen?

Eine der wichtigsten Erkenntnisse war, dass hochwertige Produkte Zeit benötigen – in der Entwicklung, in der Testphase und im Aufbau des Vertrauens. Die Rückmeldung von Familien und Fachpersonen war entscheidend, um das Produkt so robust und vielseitig zu gestalten, wie es jetzt ist. Ebenso wertvoll war die Erkenntnis, dass „Made in Germany“ zwar herausfordernd ist, aber die Tatsache einen enormen Unterschied im Vertrauen der Kund:innen macht. Und ganz pragmatisch: Gründen mit kleinen Kindern ist hart, aber ehrlich. Ohne familiäre Unterstützung wäre es nicht möglich gewesen.

Welche Ratschläge lassen sich aus diesen Erfahrungen ableiten, die für andere Gründerinnen und Gründer hilfreich sein könnten?

Aus meiner Sicht als Gründerin würde ich jedem raten, ein Produkt zu entwickeln, das ein echtes Problem löst, und die Zielgruppe so gut zu verstehen, dass jede Entscheidung darauf aufbauen kann. Ein wirklich gutes Produkt entsteht durch ehrliches Testen mit echten Nutzerinnen und Nutzern, nicht nur durch Feedback aus dem eigenen Umfeld. Hol dir Unterstützung, denn Gründen ist kein Alleingang, vor allem nicht mit Familie. Vergleiche dich nicht nur mit anderen, sondern konzentriere dich auf die Schritte, die dich wirklich voranbringen. Und lass dich nicht entmutigen, wenn es zäh wird.

Sehen Sie LEuLI am 8. Dezember 2025 in der Höhle der Löwen – Endlich Weihnachten

Bild: Maria Mittermüller präsentiert den mitwachsenden Spielbogen „LEuLi“. Sie erhofft sich ein Investment von 100.000 Euro für 20 Prozent der Firmenanteile.
RTL / Bernd-Michael Maurer

Wir bedanken uns bei Maria Mittermüller für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Wie zwei Gründer eine einfache Idee neu gedacht haben

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Joy_ Gutschein Produkt für modernes Schenken Bild: Franz Koller (l.) und Titus Hüsken präsentieren „Joy_“ – Geschenkgutscheine für alle Onlineshops. Sie erhoffen sich ein Investment von 350.000 Euro für 10 Prozent der Firmenanteile. RTL / Bernd-Michael Maurer

Joy_ wird am 08. Dezember 2025 um 20:15 in der Höhle der Löwen in der Folge Die Höhle der Löwen Endlich Weihnachten pitchen und zeigt dabei, wie eine simple Idee das Schenken komplett neu denken kann.

Wie ist das Startup Joy_ entstanden und welche Personen stehen dahinter?

Franz Koller (30) und Titus Hüsken (32) haben zuvor gemeinsam beim Berliner LogistikStartup Drop gearbeitet. Zu Weihnachten bekamen beide von ihren Gründern einen Universalgutschein geschenkt – eine eigentlich gute Idee, die aber in der Praxis scheiterte: Die gewünschten Shops waren nicht dabei, der Einlöseprozess war lang und umständlich. So entstand die Frage: Warum gibt es keinen Gutschein, den man für jedes Produkt online einlösen kann – und der sich auch noch persönlich anfühlt? Aus dieser Erfahrung heraus gründeten Franz und Titus Joy_.

In welcher Branche ist Joy_ tätig und was zeichnet das Geschäftsmodell aus?

Joy_ ist im Markt für Geschenkgutscheine aktiv – einem Milliardenmarkt mit stetigem Wachstum. Joy_ ist der erste Gutschein, der beim Einlösen Geld verdient: Die gewünschten Produkte werden über Handelsmargen und AffiliateProvisionen monetarisiert. Möglich wird das durch eine eigene Technologie, die jedes physische Produkt online finden, kaufen und liefern kann.

Welche Idee oder welches Problem stand am Anfang der Gründung?

Neun von zehn Deutschen verschenken Gutscheine, doch kaum jemand liebt sie. Existierende Universalgutscheine erlauben nur den Tausch in andere Gutscheine – oft umständlich, langsam und wenig persönlich. Die Marktlücke: ein Gutschein, der wirklich jedes online verfügbare Produkt abdeckt und einfach funktioniert. Joy_ ist der Geschenkgutschein 2.0, der Wünsche direkt erfüllt, statt sie in weitere Gutscheincodes umzuwandeln.

Was macht das Konzept oder die Technologie besonders?

Joy_ funktioniert komplett anders als bestehende Gutscheinsysteme. Die eigens entwickelte AgenticAITechnologie agiert als „BuyforMe“Agent: Sie versteht Produktwünsche, sucht automatisch die beste Quelle, kauft dort ein und organisiert die Lieferung – ganz ohne PartnershopAnbindung. Damit verschiebt sich der Handel von „wo du kaufst“ zu „was du willst“.

Welche konkreten Vorteile bietet das Produkt im Alltag?

Einlösbar für jedes physische Produkt, das online verfügbar ist.
Keine ShopBindung, kein Gutscheintausch, kein Stress.
Persönlich gestaltbar mit Text, Design, Foto oder Video.
Der oder die Beschenkte kann den genauen Produktlink einfügen – Joy_ erledigt den Rest.
Fühlt sich nicht nach Gutschein an, sondern nach echtem Schenken.

Welche Vision verfolgt das Unternehmen?

Kurzfristig: Geschenkgutscheine so gut machen, wie sie sein sollten – flexibel, persönlich, grenzenlos.
Langfristig: eine Infrastruktur bauen, die jeden Wunsch in eine Bestellung übersetzt. Die Technologie von Joy_ wird bereits in Bereichen wie Benefits, Loyalty, Plattformen und ECommerce eingesetzt. Joy_ will die Schnittstelle werden, an der menschliche Wünsche direkt zur Erfüllung führen.

Warum fiel die Entscheidung, sich bei Höhle der Löwen zu präsentieren?

Wir wollten einen starken Partner gewinnen, der dabei hilft, Joy_ im Massenmarkt groß zu machen – und gleichzeitig die breite Aufmerksamkeit der Sendung nutzen.

Welche nächsten Schritte sind nach Höhle der Löwen geplant?

Mit der Ausstrahlung startet Joy_ in den Einzelhandel: MediaMarkt, Saturn, ausgewählte EdekaFilialen sowie Shell und Aral führen Joy_ ein. 2026 folgt die Expansion in Drogerien, Buchhandlungen und den Lebensmitteleinzelhandel.

Sehen Sie Joy_ am 8. Dezember 2025 in der Höhle der Löwen – Endlich Weihnachten

Bild: Franz Koller (l.) und Titus Hüsken präsentieren „Joy_“ – Geschenkgutscheine für alle Onlineshops. Sie erhoffen sich ein Investment von 350.000 Euro für 10 Prozent der Firmenanteile. RTL / Bernd-Michael Maurer

Wir bedanken uns bei Franz Koller und Titus Hüsken für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Wie verändert sich unser Arbeitsalltag, wenn digitale Systeme endlich wirklich für uns arbeiten?

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Ordio Schichtbetriebe Plattform für digitalen Arbeitsalltag ordio manamgent team bild

Ordio digitalisiert den gesamten Arbeitsalltag von Schichtbetrieben und verbindet Planung, Zeiterfassung und Lohnprozesse in einer einzigen intuitiven Plattform.

Wie würden Sie Ordio und das Team dahinter vorstellen, und was war der Auslöser, dieses Unternehmen zu gründen?

Ordio ist aus meinem eigenen Alltag in der Gastronomie entstanden. Über Jahre habe ich selbst erlebt, wie mühsam Schichtplanung, Zeiterfassung und Lohnabrechnung sein können, besonders wenn man, wie wir damals, über 100 Mitarbeiter:innen hat und ständig alles in Bewegung ist. Die meisten bestehenden Tools haben uns eher ausgebremst als unterstützt. Es waren isolierte Insellösungen, die nicht verstanden haben, wie ein Dienstleistungsbetrieb wirklich tickt: spontane Änderungen, Ausfälle, Peaks – all das, was hinter den Kulissen jeden Tag passiert.

Irgendwann war klar: Wenn wir ein Tool wollen, das wirklich hilft, müssen wir es selbst bauen. So ist Ordio entstanden, als modulares System, das Onboarding, Schichtplanung, digitale Zeiterfassung und mit Payroll Plus sogar eine KI-gestützte Nettoabrechnung verbindet.

Und das Team dahinter? Wir sind ein Mix aus Produkt- und Tech-Profis, die ganz nah am Use Case arbeiten. Unsere DNA: schneller Produktfokus, enge Zusammenarbeit mit unseren Kund:innen und der Anspruch, echte Lösungen für den Alltag zu liefern.

Welche Vision verfolgt Ordio für die digitale Zukunft von Schichtbetrieben, und welche konkreten Schritte gehen Sie derzeit auf dieses Ziel zu?

Unsere Vision bei Ordio ist klar: Schichtbetriebe so digitalisieren, dass Chaos, Papierkram und manuelles Nacharbeiten komplett verschwinden. Wir setzen auf einen employee-centric Ansatz: die Mitarbeiter:innen lieben die App, und die Arbeitgeber:innen profitieren von Automatisierung.

Statt fünf verschiedene Tools nebeneinander zu nutzen, bauen wir eine integrierte Plattform. Aktuell konzentrieren wir uns auf unser CORE-System: Performance, UX und Zuverlässigkeit. Gleichzeitig entwickeln wir Payroll AI, verbessern die App-Erfahrung für Nutzer:innen und setzen KI gezielt für Assistenz, Vorschläge und Automationen ein. So bringen wir die digitale Zukunft Schritt für Schritt in den Alltag unserer Kund:innen.

Für welche Zielgruppen ist Ihre Lösung besonders relevant, und wie stellen Sie sicher, dass die Bedürfnisse von Betrieben aus über 70 Branchen wirklich abgedeckt werden?

Ordio ist relevant für alle Schichtbetriebe mit vielen Mitarbeiter:innen: Gastronomie, Hotellerie, Fitness, Pflege, Events oder Logistik. Unser System ist extrem flexibel konfigurierbar: Skills, Rollen, Regeln oder Abfragen lassen sich branchenspezifisch anpassen.

Wir erkennen Muster über Branchen hinweg, ermöglichen aber gleichzeitig die Feinheiten jedes Sektors. Der Schlüssel: ein starkes Feedback-Loop mit tausenden Kund:innen und kontinuierlicher Kontakt mit Nutzer:innen. So stellen wir sicher, dass wir die Bedürfnisse von über 70 Branchen wirklich abdecken.

Was unterscheidet Ordio von klassischen Tools für Schichtplanung und Zeiterfassung, und wo sehen Sie Ihren stärksten Mehrwert für Unternehmen?

Ordio unterscheidet sich vor allem durch den ganzheitlichen Ansatz: Schichtplanung, Zeiterfassung, Aufgaben, Personalakten, Dokumente und Payroll – alles in einem Tool. Wir setzen auf eine mobile Experience, die Mitarbeiter:innen wirklich lieben, kombiniert mit Automationen, Workflows und KI statt starrer Prozesse. Das System ist extrem intuitiv, Schulungen sind kaum nötig, und die Plattform wächst flexibel mit jedem Unternehmen mit.

Welche Herausforderungen begegnen Ihnen im Alltag als Anbieter einer umfassenden Workforce-Management-Software, und wie gehen Sie mit diesen Hürden um?

Als Anbieter eines People Operating System begegnen uns täglich einige Herausforderungen: unterschiedliche gesetzliche Vorgaben in DACH, die Balance zwischen der Komplexität großer Organisationen und der Simplicity für kleinere Betriebe, sowie der hohe Support-Anspruch in 24/7-Schichtbetrieben.

Zudem müssen wir schnelle Releases mit Stabilität verbinden. Unsere Lösung: klare Priorisierung, Quality Gates, ein starkes Produktteam und ein iteratives Vorgehen. So bleiben wir agil, liefern zuverlässig und behalten den Überblick über die vielfältigen Anforderungen unserer Kund:innen.

Wie integrieren Sie neue gesetzliche Anforderungen oder Veränderungen im Arbeitsrecht in Ihre Plattform, ohne dass Unternehmen zusätzlichen Aufwand haben?

Wir beobachten Lohn- und Arbeitsrecht kontinuierlich und arbeiten eng mit Lohnbuchhalter:innen, Steuerberater:innen und eigenen Expert:innen zusammen. Neue gesetzliche Anforderungen integrieren wir automatisch als Updates in die Plattform und unsere Nutzer:innen müssen nichts tun. Das reicht von Dokumentationspflichten über die Arbeitszeiterfassungspflicht bis hin zu Mindestlohnanpassungen. So bleibt Ordio immer rechtssicher und up to date, ohne zusätzlichen Aufwand für die Betriebe.

Welche Rolle spielen Themen wie Benutzerfreundlichkeit und mobile Nutzung bei der Weiterentwicklung Ihrer App und Ihres Web-Tools?

Benutzerfreundlichkeit und mobile Nutzung sind für uns absolut kritisch. Rund 90 % der Mitarbeiter:innen nutzen Ordio auf dem Smartphone. Deshalb hat höchste Priorität: weniger Klicks, klare UI und schnelle Paths. Alles muss in Sekunden funktionieren, denn unsere Nutzer:innen haben eine extrem kurze Aufmerksamkeitsspanne im Arbeitsalltag.

Wie helfen Funktionen wie digitale Personalakten, automatisierte Dokumentenabfragen oder Payroll-Prozesse Ihren Kunden dabei, administrativen Aufwand zu reduzieren?

Digitale Personalakten, automatisierte Dokumentenabfragen und smarte Payroll-Prozesse nehmen unseren Kund:innen enorm viel Nachfassarbeit ab. Statt ständig hinter Unterlagen herzutelefonieren, werden fehlende Dokumente automatisch angefordert und erinnert – komplett papierlos und ohne manuelle Schleifen.

Bei Payroll minimieren wir Fehler, automatisieren Übergaben und sorgen für eine saubere, strukturierte Abrechnungsvorbereitung. Das Ergebnis: weniger Aufwand, mehr Transparenz und Compliance, die ganz nebenbei mitläuft.

Auf welche kommenden Funktionen oder Weiterentwicklungen dürfen Ihre Nutzer gespannt sein, und wohin entwickelt sich Ordio langfristig?

Unsere Nutzer:innen können sich auf eine ganze Reihe starker Weiterentwicklungen freuen. Mit Payroll AI zum Beispiel arbeiten wir an einer weitgehend automatisierten Lohnabrechnung, die direkt auf echten Schicht- und Zeitdaten basiert. Dazu kommen erweiterte Agent-Features, also KI-Assistenz direkt im Tool.

Und natürlich: noch mehr Automationen für Admins, damit der Alltag Schritt für Schritt leichter wird.

Wie stellen Sie sicher, dass Ihre Lösung auch für kleine Unternehmen intuitiv bleibt, gleichzeitig aber große Organisationen mit komplexen Strukturen unterstützt?

Ordio setzt auf dynamische Komplexität: Für kleine Unternehmen bleibt alles einfach und intuitiv, gleichzeitig können große Strukturen problemlos abgebildet werden.

Kleine Teams profitieren von Onboarding-Checklisten und klarer Navigation, während Enterprise-Funktionen wie Audit Logs oder Mehrstandort-Steuerung erst sichtbar werden, wenn sie tatsächlich gebraucht werden. So wächst die Plattform mit dem Unternehmen, ohne die Nutzer:innen zu überfordern.

Was möchten Sie anderen Gründerinnen und Gründern mit auf den Weg geben, die gerade am Anfang ihrer Reise stehen?

Mein Rat an Gründer:innen: Versteht zuerst die echten Probleme, bevor ihr etwas baut. Testet früh, bezieht Nutzer:innen ein und entwickelt nicht im stillen Kämmerchen. Fokus auf Produkt und Qualität ist entscheidend. Marketing kommt danach. Und ganz wichtig: Team und Kultur sind wertvoller als jede Präsentation oder Pitchfolie. Wer hier stark ist, hat schon die halbe Miete.

Welche drei persönlichen Ratschläge würden Sie jungen Unternehmerinnen und Unternehmern geben, um langfristig erfolgreich zu bleiben?

Drei persönliche Ratschläge für langfristigen Erfolg. Erstens, radikale Nähe zu Kund:innen: echte Gespräche, echte Use Cases, kein ‚Abstraktdenken‘. Zweitens, Speed und Fokus: 80/20, schnelle Iterationen, aber trotzdem hohe Qualität liefern. Drittens, persönliches Energie-Management: ausreichend Schlaf, Sport und Balance, damit man langfristig klar denken und handeln kann.

Bild Management Teambild @ Fotograf/ Bildcredits: Daniel Kallhof

Wir bedanken uns bei David Keuenhof für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Die Technologie, die das Moleküldesign für immer verändert

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Kvantify Quantenchemie für revolutionäres Moleküldesign Dr. Jörg Weiser Copyright Kvantify

Das dänische Unternehmen Kvantify revolunioniert mit seiner Technik die Life-Science-Branche, insbesondere die frühe Arzneimittelforschung, und trägt darüber hinaus zur digitalen Souveränität Europas im Bereich Quantencomputing bei. Im Interview mit Dr. Jörg Weiser  zeigt sich auch, welche Rolle die von Kvantify entwickelte Quantencomputer-Softeware „Qrunch“ dabei spielt. 

Wie würden Sie Kvantify und die Menschen dahinter Personen vorstellen, die erstmals von Ihrem Unternehmen erfahren?

Kvantify ist ein dänisches Softwareunternehmen, das 2022 mit dem Ziel gegründet wurde, die molekulare Forschung durch die Verbindung von Quanten- und klassischen Rechenmethoden zu revolutionieren. Kvantify konzentriert sich insbesondere auf die Life-Science-Branche, vor allem auf die frühe Arzneimittelforschung.
Die Gewährleistung von Gesundheit und Wohlstand durch Technologie ist wichtiger denn je, und ein Schlüsselbereich ist die Suche nach den Molekülen von morgen – für bessere Medikamente, bessere Materialien und Klimaschutz.
Die Quantentechnologie ist eine der besten Möglichkeiten, genau das zu erreichen, d. h. diese neuen Moleküle zu finden. Die Gründer von Kvantify wollten die frühzeitige Einführung dieser erstaunlichen Technologie vorantreiben und machten sich daher an die schwierige Aufgabe, die Software für eine Hardware zu liefern, die sich noch in der Entwicklung befindet – ein milde ausgedrückt ambitioniertes Vorhaben.

Was war der zentrale Impuls zur Gründung von Kvantify im Jahr 2022 und wie hat sich daraus die Idee für Qrunch entwickelt?

Siehe oben

Welche langfristige Vision verfolgt Kvantify mit Qrunch. Und welche Rolle spielt Quantenchemie dabei?

Qrunch wird die Plattform der Wahl für innovatives Moleküldesign mit Quantencomputern sein. Die Quantenchemie ist dabei die Schlüsselkomponente, da es für klassische Computer äußerst schwierig ist, groß angelegte chemische Berechnungen durchzuführen. Der Quantencomputer ist daher die Maschine der Wahl, um zu ermöglichen, was klassische Computer niemals leisten könnten. Qrunch ist die Plattform, die dies für Endnutzer in den Bereichen Biowissenschaften und Chemie zugänglich macht und nicht nur für Experten, die bereits über Kenntnisse im Bereich Quantencomputing verfügen.
Langfristig arbeitet Kvantify an der Entwicklung einer „Prompt-Type”-Plattform für die frühe Arzneimittelforschung, die Quanten- und klassisches Computing miteinander verbindet, die Benutzererfahrung interaktiv und extrem einfach gestaltet und auf der leistungsstärksten Software im Bereich Quanten- und klassisches Computing aufbaut.

Für welche Zielgruppen ist Qrunch besonders relevant und welche konkreten Bedürfnisse adressieren Sie in der Pharma und Materialforschung?

Qrunch ist relevant für Organisationen, die sich mit der Entwicklung neuartiger Moleküle, Materialien oder biologischer Systeme befassen und technologisch an der Spitze stehen möchten.
Kurzfristig können Nutzer auf einfache Weise mit einer potenziell disruptiven Technologie beginnen – auf zugängliche, skalierbare und kosteneffiziente Weise.
Langfristig (mit zunehmender Reife der Hardware) bieten wir präzisere molekulare Simulationen – etwas, das klassische Computer allein nicht leisten können.

Wie erleichtert Qrunch komplexe molekulare Simulationen für Nutzer ohne Quantenexpertise?

Mit Qrunch müssen Endnutzer chemische Probleme nicht mehr in Programmcode umwandeln, den ein Quantencomputer versteht. Dies ist die Aufgabe eines Quantenalgorithmus; Qrunch basiert auf Kvantifys eigenen Algorithmen, die nicht nur hinsichtlich ihrer Leistung auf der tatsächlichen Hardware branchenführend sind, sondern auch so programmiert sind, dass die Nutzer ihre Zeit damit verbringen können, die für sie interessante Chemie zu spezifizieren, anstatt sich mit den Details der Funktionsweise eines Quantencomputers zu beschäftigen. Endnutzer möchten Ergebnisse erzielen, und Qrunch liefert genaue Ergebnisse – und das schnell.

Novonesis ist Launch Partner. Welche Erkenntnisse gewinnen Sie aus dieser frühen Zusammenarbeit und wie fließen sie in die Weiterentwicklung ein?

Wir haben viel gelernt, sowohl darüber, was für einen auf Enzyme fokussierten Kunden interessant ist, als auch darüber, wie jemand, der in einem Unternehmen wie Novonesis arbeitet, die Ergebnisse einer Technologie wie Qrunch nutzt, um bessere Entscheidungen zu treffen und auf seiner Seite Mehrwert zu schaffen.
Tatsächlich arbeiten wir bereits an kommenden Releases, die Analysen und Visualisierungen hinzufügen, die im Kontext von Novonesis als wertvoll identifiziert wurden. Auf der technischen Seite fügen wir neue algorithmische Funktionen hinzu, um genaue Ergebnisse zu liefern, die als Leitfaden für das Enzymdesign dienen. All dies ist den hervorragenden Diskussionen aus der frühen Prototypenphase zu verdanken.

Welche besonderen Herausforderungen ergeben sich bei der Entwicklung von Software für Quantencomputer und wie begegnen Sie diesen im Alltag?

Die Fehlerquote von Quantencomputern ist ein gegebenes Problem, mit dem man sich auseinandersetzen muss. Wir müssen Geduld mit den Maschinen haben. Die Wartung der Hardware ist ein eigenes Thema – in den Anfängen der Technologie muss man mit Unterbrechungen rechnen. Auch der Zugang ist ein Problem, denn Quantencomputer sind nach wie vor eine knappe Ressource. Glücklicherweise verfügen wir bereits über starke Hardware-Partnerschaften, die uns helfen, im zunehmenden Wettbewerb die Nase vorn zu behalten. Dies ist ein weiterer Vorteil von Qrunch: Zugang zu Hardware-Partnern.

Was unterscheidet Qrunch von anderen Lösungen auf dem Markt. Und warum ist das Preis-Leistungs-Verhältnis ein entscheidender Faktor?

Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist bei jeder intensiven Rechenaufgabe entscheidend. Quantentechnologie ist relativ teuer – zumindest, wenn man die Hardware nicht optimiert nutzt. Qrunch verfügt über Algorithmen, die vergleichbare Ansätze übertreffen, aber deutlich weniger Ressourcen und Rechenzeit benötigen. Das führt zu einer erheblichen Kostenersparnis.
Zudem ist Qrunch derzeit die einzige Technologie, die auf molekulare Systemgrößen skalieren kann, die für industrielle Use Cases relevant sind. Wir sind die ersten, die diese Skalierbarkeit praktisch demonstrieren.

Wie wichtig ist die Partnerschaft mit IQM Quantum Computers für die technologische Entwicklung und für das europäische Quanten-Ökosystem?

Wie oben erwähnt, sind wir mit der Partnerschaft äußerst zufrieden, da Quantenhardware insgesamt rar ist. Es ist sinnvoll, unseren Kunden die beste Software anzubieten, wenn sie auch auf der besten Hardware läuft.
IQM ist ein weltweit führender Anbieter hochwertiger Quantencomputer. Dass das Unternehmen in Europa sitzt, ist entscheidend – gemeinsam entsteht ein europäischer Champion in Quantentechnologie.
Der regelmäßige Hardware-Zugriff ist für die Entwicklung essenziell. IQM bietet uns einzigartige Maschinen und Roadmaps, die sehr gut auf Qrunchs Fähigkeiten abgestimmt sind.

Inwiefern verändert Qrunch die Möglichkeiten, größere und kommerziell relevante Moleküle zu modellieren. Und welche neuen Forschungswege entstehen dadurch?

Wir haben dies bereits oben beantwortet.
Wir sind die Einzigen, die über 50 Qubits hinausgehen und effizient mit Laptop + Quantencomputer in der Cloud arbeiten können. Das hat die Erwartungen an frühe Quantenchemie-Nutzung komplett verändert.
Qrunch ermöglicht es heute, kommerziell relevante Moleküle auf über 100 Qubits zu simulieren – ein Meilenstein.
Ein spannender Bereich sind kovalent gebundene Medikamente, ein komplexes, aber ideales Anwendungsfeld für Quantencomputer. Hier entsteht ein vollkommen neuer Forschungsraum.

Welche nächsten Schritte planen Sie für Kvantify und welche Entwicklungen dürfen Nutzer von Qrunch in den kommenden Monaten erwarten?

Wir fügen neue Funktionen hinzu, die Nutzern mehr Einblick geben, wie sich Genauigkeit gegen Rechenzeit austauschen lässt – ein entscheidender Zukunftsfaktor.
Zudem entwickeln wir Methoden, um Berechnungen mit über 100 Qubits effizient abzubilden und kombinieren sie mit neuen Nachbearbeitungsalgorithmen auf klassischen Computern.

Welche drei Ratschläge würden Sie Gründerinnen und Gründern geben, die in einem hochkomplexen Technologiefeld starten möchten?

Bestimmen Sie Ihren Schwerpunktbereich sorgfältig – Quantentechnologie ist riesig und in unterschiedlichen Reifegraden. „Alles abdecken“ führt schnell zur Überforderung.
Erstellen Sie einen langfristigen Plan – diese Technologie braucht Geduld, und das gilt auch für Investoren.
Schließen Sie die Lücke zwischen Wirtschaft und Technologie. Suchen Sie reale Anwendungsfälle und starke Partner, um Ihre Technologie sinnvoll zu entwickeln. Finden Sie Mentoren – in einem so jungen Feld müssen Gründer selbst tief eintauchen und die richtigen Experten finden.

Bildcredit Kvantify

Wir bedanken uns bei Dr. Jörg Weiser für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Können große Unternehmen von Start-ups schneller lernen, als sie denken?

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REHAU New Ventures Start-ups und Pilotprojekte. Ronja Stoffregen ©Claudia Tot

REHAU New Ventures bringt Start-ups und Industrie zusammen, um innovative Lösungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette praxistauglich zu machen.

Sie haben bei DB Schenker die Venture-Clienting-Unit mit aufgebaut und über 160 Pilotprojekte mit Start-ups umgesetzt. Welche zentralen Erfahrungen aus dieser Zeit prägen heute Ihre Arbeit bei REHAU New Ventures?

Eine der prägendsten Erfahrungen war: Wenn ein Pilot nur ein „nice to have“ bleibt, wird er früher oder später versanden. Sobald Budgets oder Ressourcen neu allokiert werden müssen, priorisieren Fachbereiche verständlicherweise ihr Kerngeschäft – und der Pilot verliert an Relevanz.

Deshalb war für mich der entscheidende Hebel, den Wechsel von Push zu Pull zu schaffen – also von „Wir bringen spannende Lösungen ins Unternehmen“ hin zu „Die Fachbereiche fordern Innovation aktiv ein“. Nur wenn ein Pilot auf einen klaren Pain Point, ein strategisches Ziel und einen nachweisbaren Business Impact einzahlt, wird er automatisch zu einem „must have“.

Bei REHAU New Ventures setzen wir genau dort an: Jeder Pilot startet erst, wenn der Fachbereich den Need bestätigt, KPIs definiert sind und das Projekt nachweislich auf die Ziele der Business Unit einzahlt. Dadurch entsteht von Anfang an Ownership – und Skalierung ist die natürliche Konsequenz, nicht der Zufall.

Venture Clienting gilt als faire und zugleich pragmatische Alternative zu Corporate Venture Capital. Was unterscheidet die beiden Modelle im Kern – und warum ist der Venture-Client-Ansatz gerade in Zeiten knapper Finanzierungsrunden so relevant?

Aus meiner Sicht sollten Unternehmen Corporate Venture Capital, Venture Clienting und Venture Building als komplementäre Instrumente verstehen. Venture Clienting ist dabei der logisch erste Schritt, weil es aufzeigt, wo reale Wertschöpfung entsteht, wo Pain Points liegen und welche Technologien industriell tragfähig sind. Es liefert damit die belastbarste Form der technischen und ökonomischen Due Diligence.

Erst wenn dieser Fit bestätigt ist, kann ein CVC-Investment strategisch sinnvoll sein – vorausgesetzt, das Unternehmen kann dem Startup einen klaren industriellen Vorteil bieten. Für REHAU bedeutet das: Wir investieren nicht breit, sondern dort, wo Lösungen direkt in unsere Wertschöpfungsketten einzahlen.

Fehlt eine passende Marktoption, bildet Venture Building die dritte Option, um identifizierte Lücken gezielt zu adressieren.

Was nicht funktioniert, ist der umgekehrte Weg: zu investieren und anschließend vom Kerngeschäft Adoption zu erwarten. Wir sehen, dass eine sequenzielle Logik – Venture Clienting, CVC, Venture Building – die höchste Erfolgswahrscheinlichkeit für beide Seiten schafft.

Viele Start-ups kämpfen derzeit mit einer schwierigen Kapitalbeschaffung. Wie kann Venture Clienting hier zum entscheidenden Erfolgsfaktor werden – und welchen konkreten Mehrwert bietet dieses Modell für Corporates?

Venture Clienting verschiebt den Fokus zurück auf das, was für Start-ups langfristig entscheidend ist: einen belastbaren Product-Market-Fit. In den vergangenen Jahren war Fundraising häufig der dominante Treiber – mit teils verzerrten Preismodellen und wenig belastbaren Geschäftsannahmen. Durch Venture Clienting generieren Start-ups dagegen echte Umsätze, validieren ihre Technologie in industriellen Umgebungen und können Investoren operation basierte Evidenz liefern.

Für Corporates entsteht parallel ein klarer Mehrwert: Wir pilotieren Lösungen unter realen Bedingungen, messen ihren Beitrag zur operativen Wertschöpfung und reduzieren Innovationsrisiken signifikant. Venture Clienting wird damit zu einer Form der strukturierten Markt- und Technologie-Validierung, die beiden Seiten hilft: Start-ups durch Umsatz und Glaubwürdigkeit, und Corporates durch evidenzbasierte Entscheidungsgrundlagen, die beste Lösung vom Markt einzukaufen.

REHAU ist ein traditionsreiches Familienunternehmen mit langer Innovationsgeschichte. Wie gelingt es, in einem solchen Umfeld die Dynamik und Geschwindigkeit der Start-up-Welt zu integrieren, ohne die Unternehmensidentität zu verlieren?

Die Stärke und Stabilität eines Familienunternehmens bilden den Rahmen – und innerhalb dieses Rahmens integrieren wir agile Arbeitsweisen und schnelle Validierungszyklen aus der Start-up-Welt.

New Ventures agiert dabei bewusst als strategische Schnittstelle: Wir übersetzen zwischen Konzernlogik und Start-up-Logik, schaffen klare Entscheidungsprozesse und sichern gleichzeitig die kulturelle Anschlussfähigkeit. So entsteht Geschwindigkeit, ohne die Identität zu gefährden. Vielmehr wird Innovation in bestehende Strukturen eingebettet und bleibt dadurch nicht ein isoliertes Experiment, sondern ein integrativer Bestandteil der Unternehmensentwicklung.

Sie betonen, dass Venture Clienting eine echte Win-Win-Situation schafft. Wie stellen Sie sicher, dass Pilotprojekte bei REHAU New Ventures sowohl für das Start-up als auch für das Unternehmen wirtschaftlich und strategisch relevant sind?

Wir arbeiten mit einem klar strukturierten Validierungsprozess. Jeder Pilot startet erst, wenn der Fachbereich einen eindeutigen Pain Point benannt hat und wir gemeinsam mit dem Start-up Ziel-KPIs, Annahmen und ein Post-Pilot-Szenario festgelegt haben. Dadurch prüfen wir nicht nur die technische Lösung, sondern vor allem deren wirtschaftlichen und strategischen Beitrag zur Wertschöpfung.

Für das Start-up entsteht Transparenz über Anforderungen, Integrationspfade und mögliche Skalierung. Für uns bedeutet es, dass jeder Pilot auf ein konkretes Ziel einzahlt und kein isoliertes Experiment bleibt. Diese gemeinsame Klarheit ist die Grundlage für eine echte Win-Win-Situation.

Was sind typische Pain Points, die Sie bei REHAU mit Hilfe von Start-ups adressieren – und wie identifizieren Sie die passenden Partner für eine Zusammenarbeit?

Wir konzentrieren uns auf Pain Points, die einen unmittelbaren operativen Nutzen stiften. Dazu gehören beispielsweise die Automatisierung von Rechnungs- und Dokumentenprozessen, präzisere Absatz- und Produktionsprognosen, digitale Wissens- und Trainingslösungen oder KI-gestützte Optimierungen in Qualitätssicherung und Produktion. Diese Themen haben direkten Einfluss auf Effizienz, Durchlaufzeiten und Entscheidungsqualität.

Die passenden Start-ups identifizieren wir über ein strukturiertes Push-und-Pull-Verfahren. Beim Pull-Ansatz formulieren die Fachbereiche ihren Bedarf sehr klar, etwa wenn ein Werk Reporting-Zyklen verkürzen oder das Finance-Team manuelle Tätigkeiten automatisieren möchte. Dann scouten wir gezielt nach Lösungen, die exakt zu diesem Use Case passen. Beim Push-Ansatz entdecken wir vielversprechende Technologien im Markt, evaluieren ihr Potenzial und prüfen anschließend gemeinsam mit den Teilkonzernen, ob ein relevanter Business Case besteht. Dadurch stellen wir sicher, dass wir nur mit Start-ups arbeiten, deren Lösungen konkret in unsere Wertschöpfung einzahlen und intern auch tragfähig skaliert werden können.

Nach über 160 Industriepiloten haben Sie sicher ein feines Gespür dafür entwickelt, was erfolgreiche Kooperationen ausmacht. Welche Faktoren entscheiden Ihrer Erfahrung nach, ob aus einem Pilotprojekt eine langfristige Partnerschaft entsteht?

Aus meiner Erfahrung steht an erster Stelle ein echtes internes Commitment: Der Fachbereich muss den Bedarf klar spüren und die Lösung wirklich wollen. Ohne diese Ownership bleibt jedes Projekt ein isoliertes Technologieexperiment. Zweitens braucht es einen nachweisbaren Business Case, der über den Pilot hinaus Wirkung entfaltet und messbar zur Effizienz, Qualität oder Entscheidungsfähigkeit beiträgt. Und drittens müssen Start-ups verstehen, wie industrielle Umgebungen funktionieren – also Zuverlässigkeit, Skalierbarkeit und Integrationsfähigkeit genauso ernst nehmen wie Innovationsgeschwindigkeit. Wenn diese drei Elemente zusammenkommen, entsteht aus einem Pilot sehr schnell eine nachhaltige Partnerschaft.

Wie läuft der Auswahlprozess ab, wenn ein Start-up bei REHAU anklopft? Was überzeugt Sie in einem kurzen Fünf-Minuten-Pitch wirklich – und was führt dazu, dass Sie ein Projekt eher nicht weiterverfolgen?

„Mich überzeugt, wenn ich in den ersten Minuten verstehe, welches Problem das Startup löst, in welcher Industrie es bereits aktiv ist, welche KPIs es nutzt und wer seine Referenzkunden sind. Wenn jemand dagegen mit Buzzwords arbeitet oder die Wettbewerber nicht kennt, fehlt oft der Realitätsbezug. Dann ist es schwierig, Potenzial und Relevanz einzuschätzen.“

Viele Gründerinnen und Gründer investieren viel Zeit in ihre Pitch-Decks. Warum ist das für Corporates oft wenig aussagekräftig, und worauf sollten Start-ups stattdessen den Fokus legen, um zu überzeugen?

Ich war lange in der Beratung – daher schätze ich gute, klar strukturierte Pitch-Decks durchaus. Sie helfen, ein Thema präzise zu erfassen und zeigen, wie ein Team denkt. Aber für Corporates sind sie nur der Einstieg. Entscheidend ist, wie die Lösung im realen industriellen Umfeld wirkt: Welche konkreten Prozesse verbessert sie, welchen messbaren Beitrag leistet sie, wie belastbar sind die Annahmen und wie schnell lässt sich die Lösung integrieren? Start-ups überzeugen, wenn sie diesen operativen Fit klar belegen können – mit Zahlen, Evidenz und einem Verständnis dafür, wie Industrie wirklich funktioniert. Ein gutes Deck öffnet die Tür, aber die Substanz entscheidet.

Venture Clienting wird häufig mit dem Satz „Revenue statt Equity“ beschrieben. Wie verändert diese Perspektive das Verhältnis zwischen Start-up und Unternehmen – und auch die Erwartungen auf beiden Seiten?

Für uns steht im Zentrum, Kunde zu werden und eine Lösung so einzusetzen, dass sie entlang unserer Wertschöpfungskette skalieren kann. Damit verschiebt sich das Verhältnis zum Start-up: Wir agieren nicht als Investor, sondern als Anwender mit klaren operativen Anforderungen und Qualitätsstandards.

Gleichzeitig gibt es auch im Venture Clienting Risiken, die man aktiv managen muss. Ein Startup kann beispielsweise stark von einzelnen Kunden abhängen, seine Preisstrukturen fast random verändern bei der nächsten Investitionsrunde oder bei begrenzten Ressourcen zu langsam skalieren.

In klassischen Pilotprojekten besteht oft die Gefahr, dass sie nach der Testphase versanden. Wie gelingt es Ihnen, daraus echte Skalierungs- oder Implementierungsprojekte zu entwickeln?

Das Risiko des „Versandens“ entsteht vor allem dann, wenn Pilotprojekte als isolierte Tests angelegt werden. Deshalb definieren wir bereits vor dem Start eines Pilots sehr klar, was im Erfolgsfall passieren soll: relevante KPIs, Verantwortlichkeiten, technische Voraussetzungen und der konkrete Pfad in die Skalierung.

Genauso wichtig ist das interne Commitment. Neben dem Pain-Point-Owner bauen wir bewusst Communities, Ambassador-Formate und Stakeholder-Gruppen auf, die die Lösung im Unternehmen verankern. Jeder Pilot ist immer auch ein Change-Management-Prozess – er verändert Routinen, Rollen und Entscheidungslogiken.

Wenn Nutzen, Ownership und Transformationsbegleitung von Anfang an zusammenkommen, wird ein Pilot nicht zu einem einmaligen Experiment, sondern zu einem strukturierten Implementierungsprozess, der in der Organisation getragen und weitergeführt wird.

Welche Rolle spielt REHAU New Ventures als Schnittstelle zwischen Konzernstrukturen und der agilen Start-up-Welt – und wie sieht diese Brückenfunktion im Alltag konkret aus?

„Wir sind genau diese Schnittstelle: Wir sitzen eingebettet in die REHAU-Gruppe, verstehen die operativen Geschäftsbereiche und gleichzeitig die Start-up-Welt. Im Alltag heißt das: Wir scouten Start-ups, wir schaffen den Zugang zu Teilkonzernen, wir definieren gemeinsam mit Start-ups die Anwendung, wir begleiten Pilotierung und Skalierung. Und wir sorgen dafür, dass operative Geschäftsbereiche im Konzern nicht nur zuschauen, sondern aktiv mitnehmen. So wird Innovation wirklich Teil des Geschäfts, nicht nur ein Projekt am Rande.“

Welche Technologien oder Themenfelder stehen aktuell besonders im Fokus Ihrer Arbeit – und wo sehen Sie die größten Chancen für gemeinsame Innovationen in den nächsten Jahren?

„Aktuell liegt unser Schwerpunkt auf Automatisierung, KI und digitalen Services entlang der Wertschöpfungskette – etwa in der Produktionsplanung, im Marketing oder in der Weiterbildung. Gleichzeitig beschäftigen uns Themen wie Nachhaltigkeit und Circular Economy. Überall dort, wo Technologie operative Prozesse messbar verbessert, sehen wir Chancen für echte Kooperationen.“

Wenn Sie auf Ihre bisherigen Erfahrungen zurückblicken: Was wünschen Sie sich von Start-ups im Umgang mit Corporates – und umgekehrt, was sollten Corporates dringend von Start-ups lernen?

„Von Start-ups wünsche ich mir Klarheit über ihren Use Case, realistische Zeitpläne, Industrieverständnis und die Bereitschaft, den Change-Prozess mitzutragen. Zusammenarbeit in Konzernen braucht Geduld.

Von Corporates erwarte ich Offenheit, Struktur, Entscheidungsfreude und echtes Commitment. Start-ups brauchen klare Ansprechpartner mit Verantwortung, Budget und Vision. Wenn beide Seiten diese Haltung mitbringen, entsteht wirkliche gemeinsame Wirkung.“

Bild: Ronja Stoffregen ©Claudia Tot

Wir bedanken uns bei Ronja Stoffregen für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Die Wahrheit über die digitale Zukunft unserer Kliniken

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Avelios Medical treibt Klinikdigitalisierung mit KI voran Christian Albrecht

Avelios Medical zählt zu den Vorreitern der Klinikdigitalisierung und zeigt im Interview, wie moderne Technologien und KI das Gesundheitswesen effizienter, sicherer und zukunftsfähig machen.

Herr Albrecht, Avelios Medical gilt als eines der spannendsten HealthTech-Unternehmen Europas. Was war die ursprüngliche Vision, als Sie 2020 in einem der komplexesten Märkte überhaupt gestartet sind?

Die Idee entstand aus echter Frustration: Die IT in Krankenhäusern ist oft fragmentiert und veraltet. Sie belastet das Personal mehr, als dass sie es unterstützt. Unser Ziel war es, das grundlegend zu ändern. Wir wollten nicht nur bestehende Systeme reparieren, sondern das Betriebssystem des Gesundheitswesens neu denken. Unser Fokus liegt auf strukturierten Daten, durchgängigen Prozessen und einer Plattform, die den medizinischen Alltag wirklich verbessert und KI ermöglicht.

Der Klinikmarkt gilt als besonders verschlossen und reguliert. Wie ist es Avelios gelungen, hier nicht nur Zugang zu finden, sondern sich auch langfristig zu etablieren?

Wir haben gezielt mit innovativen Unikliniken wie der LMU oder der MHH begonnen. Dort haben wir mit ersten Implementierungen echten Mehrwert im Alltag geschaffen. Denn im Gegensatz zu den meisten herkömmlichen Systemen setzen wir nicht bei der Abrechnung, sondern bei den Behandlungsprozessen an. Hinzu kommt unser modularer Ansatz. Mit unseren Lösungen können Krankenhäuser ihre Systeme schrittweise modernisieren. Unsere Kunden müssen also nicht alles auf einmal verändern und behalten die Kontrolle über die Digitalisierung.

Welche Rolle spielte dabei die Verbindung von technologischem Innovationsgeist und medizinischem Verständnis innerhalb Ihres Gründerteams?

Eine zentrale und entscheidende Rolle. Viele im Team kommen aus dem medizinischen Bereich. Wir wissen, wie der Klinikalltag wirklich aussieht. Gleichzeitig haben wir ein starkes Tech-Team, das diesen Alltag in technische Lösungen übersetzt. Das hat es uns ermöglicht, hochmoderne Software zu entwickeln, die auf die echten Bedürfnisse in Kliniken ausgerichtet ist.

Mit Sequoia Capital hat eines der renommiertesten Venture-Capital-Unternehmen der Welt in Avelios investiert. Wie kam es zu dieser Zusammenarbeit und was bedeutet sie für Ihre Wachstumsstrategie?

Der Kontakt kam über den gemeinsamen Partner Revent zustande, dann folgten intensive Gespräche mit Sequoia. Sie waren beeindruckt von der Tiefe unseres Produkts und dem Feedback aus den Kliniken. Für uns ist diese Partnerschaft ein starkes Zeichen und sie ermöglicht es uns, schneller zu skalieren, neue Module zu entwickeln und unsere Expansion voranzutreiben.

Die jüngst angekündigte Partnerschaft mit SAP sorgt in der Branche für Aufsehen. Wie kam es zu dieser Kooperation und welche Ziele verfolgen Sie gemeinsam?

Viele Kliniken suchen aktuell nach einer sicheren Perspektive, wenn IS-H ausläuft. Genau das bieten wir zusammen mit SAP: eine moderne, zukunftsfähige Plattform für die gesamte Patient Journey – von der Aufnahme bis zur Abrechnung ohne Medienbrüche. Wir bringen die klinische Expertise mit, SAP die administrative Stärke. Zudem zeigt die Zusammenarbeit mit dem IT-Riesen SAP, dass wir uns als vertrauensvoller und innovativer Partner im Markt etablieren konnten.

Welche konkreten Vorteile entstehen durch die Zusammenarbeit mit SAP für Kliniken und medizinisches Personal im Alltag?

Die Partnerschaft schafft Klarheit und Perspektive, gerade für Kliniken, die in neue Technologiegenerationen wechseln möchten, ohne den laufenden Betrieb zu gefährden. Gemeinsam mit SAP bieten wir eine moderne, offene Architektur, die auf Flexibilität und Modularität setzt. Parallel schafft die Ende-zu-Ende-Integration von klinischen Prozessen in Avelios und administrativen Prozessen in SAP spürbar effiziente, nahtlose Abläufe im medizinischen Alltag. Unterm Strich entsteht so ein belastbarer, planbarer Weg in die digitale Zukunft mit deutlich weniger Reibungsverlusten im Alltag.

Digitalisierung in der stationären Versorgung gilt als Mammutaufgabe. Wo sehen Sie aktuell die größten Hürden in der Implementierung moderner IT-Systeme im Krankenhaus?

Die größte Herausforderung ist die stark fragmentierte IT-Landschaft. Viele Systeme sind mittlerweile in die Jahre gekommen, nicht interoperabel und nur schwer integrierbar. Aber auch Prozesse sind in Kliniken häufig historisch gewachsen. Wir verstehen Projekte daher nicht als System-Nachfolge, sondern als umfassende Transformation. Unser Ansatz: modulare Einführung, praxiserprobte Prozesse basierend auf Best-Practices und Umsetzung mit erfahrenen Partnern. Denn Digitalisierung muss im Alltag funktionieren.

Viele Unternehmen scheitern daran, Gesundheitssoftware wirklich produktfähig zu machen. Was macht Avelios hier anders?

Wir haben nicht auf Altlasten aufgebaut, sondern alles von Grund auf neu entwickelt. Dadurch sind wir in der Lage, die Prozesse im Krankenhaus von Grund auf neu zu denken und die Systeme so zu gestalten, dass sie echten Mehrwert bieten, ohne zu belasten.

Wie gelingt es Ihnen, bei allen regulatorischen Anforderungen gleichzeitig Agilität und Innovationskraft zu bewahren?

Wir kommen selbst aus der Medizin, daher sind strenge Vorgaben für uns nichts Neues. Deshalb betrachten wir Regulierung nicht als Bremse, sondern als sinnvollen Rahmen für Qualität und Sicherheit. Unsere Entwicklungs- und Betriebsprozesse sind BSI C5 testiert und nach ISO 13485, ISO 27001 und ISO 9001 zertifiziert, was Vertrauen schafft. Durch unseren modularen Aufbau können wir trotzdem schnell auf neue Anforderungen im klinischen Alltag reagieren.

Die Gesundheitsbranche steht vor einer Phase massiver technologischer Umbrüche – Stichwort künstliche Intelligenz. Welche Rolle spielt KI bei Avelios Medical schon heute?

Eine elementare. KI benötigt strukturierte Daten, die wir direkt am Point of Care erfassen – nicht im Nachhinein. Viele glauben, man könne Freitext später einfach strukturieren und hätte denselben Effekt. Das ist jedoch ein Trugschluss. Wer wirklich intelligente und sichere KI im Klinikalltag will, muss die Datenbasis von Anfang an richtig aufbauen. Genau das tun wir. Jede Behandlung in Avelios erzeugt bis zu 2.000 strukturierte und semantisch nutzbare Datenpunkte, die die Grundlage für Funktionen wie sprachbasierte Dokumentation oder automatisierte Workflows bilden. Diese sind bereits heute im Einsatz.

Wie schätzen Sie das Potenzial von KI im Klinikalltag ein – insbesondere im Hinblick auf Entlastung des Personals und Qualitätssteigerung in der Patientenversorgung?

Das Potenzial ist enorm, das steht außer Frage. KI kann dabei helfen, Routineaufgaben zu automatisieren, Entscheidungen zu unterstützen und Abläufe deutlich zu beschleunigen. Wir sind jedoch fest überzeugt: KI wird das Fachpersonal entlasten, aber nicht ersetzen. Und das sollte sie auch nicht. KI ist ein Assistenzsystem, ein Werkzeug für bessere Prozesse, mehr Übersicht und letztlich eine bessere Behandlung. Die Kompetenz, das Urteilsvermögen und die Empathie von Ärzt:innen oder Pflegekräften kann keine Maschine ersetzen.

Mit dem Krankenhauszukunftsgesetz (KHZG) gibt es politische Unterstützung für Digitalisierung. Welche Chancen und Fallstricke sehen Sie in der Umsetzung?

Das KHZG war ein wichtiger Impulsgeber. Aber Fördergelder allein reichen nicht – entscheidend ist die Umsetzung. Es braucht standardisierte, interoperable Lösungen und echte Nutzerzentrierung. Sonst bleiben teure Insellösungen zurück.

Avelios expandiert zunehmend über die deutschen Grenzen hinaus. Welche europäischen Märkte sind für Sie aktuell am spannendsten und warum?

Aktuell liegt unser Fokus klar auf der DACH-Region, wo aufgrund der IS-H-Abkündigung ca. ein Drittel der Kliniken in den nächsten Jahren ein neues System benötigt. Natürlich beobachten wir aber auch andere Märkte sehr aktiv.

Welche langfristige Vision verfolgen Sie für Avelios Medical – wohin soll die Reise in den nächsten fünf bis zehn Jahren gehen?

Unser Ziel ist es, das führende Betriebssystem für die intelligente Patientenversorgung in Europa zu entwickeln. Eine Plattform, die die Versorgung verbessert, Forschung ermöglicht und das Personal entlastet. Unser Ziel ist nicht nur Effizienz, sondern auch messbare Qualität in der Medizin.

Und zuletzt: Wenn Sie auf die bisherigen Jahre zurückblicken – was war der entscheidende Moment, an dem Sie wussten, dass Avelios Medical mehr als nur ein weiteres HealthTech-Start-up ist?

Es war der Moment, als wir uns gegen den einfachen Weg entschieden haben: keine Kompromisse, kein Flickwerk, sondern ein kompletter technologischer Neustart. Das war anspruchsvoll und riskant. Aber genau diese Entscheidung hat den Unterschied gemacht.

Bildcredits: Avelios Medical 

Wir bedanken uns bei Christian Albrecht für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Neue Klarheit für schwierige Personalentscheidungen

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TransFair Navigator für faire Personalentscheidungen

TransFair Navigator ist eine neue Plattform, die Unternehmen dabei unterstützt, schwierige Personalentscheidungen strukturiert, fair und rechtssicher zu treffen. Im Gespräch wird schnell deutlich, warum das Gründerteam jahrzehntelange Erfahrung aus HR, Leadership, Recht und Technologie in ein System überführt hat, das Entscheidungen in nur 15 Minuten klarer macht als viele monatelange interne Diskussionen.

Wie würden Sie den TransFair Navigator in wenigen Sätzen vorstellen und wer sind die Menschen, die das Unternehmen gegründet und geprägt haben?

Der TransFair Navigator ist ein System für schwierige Personalentscheidungen – genau in den Momenten, in denen Führungskräfte unsicher werden: wenn Leistung von Mitarbeitenden nicht mehr stimmt, Rollen sich verändern, Verhalten zur Belastung wird, oder Stellen gestrichen werden. Der Navigator führt durch die wesentlichen rechtlichen, wirtschaftlichen und menschlichen Faktoren und macht innerhalb von 15 Minuten sichtbar, welche Option realistisch, fair und verantwortbar ist und hilft HR und Leadern bei der Umsetzung von Entwicklung, Versetzung oder Trennung. Die Grundlage bilden über 50.000 dokumentierte Fälle und aus 20 Jahren Praxiserfahrung. Entwickelt wurde das System von einem Team, das diese Situationen aus eigener Verantwortung kennt.

Mit dabei sind Juristen, u.a. ehemalige Arbeitsrichter für die rechtliche Expertise, Leadership Coaches, Finanzexperten, Tech- und KI-Spezialisten und einige mehr. Ich selbst bringe über 20 Jahre HR- und Führungserfahrung mit – unter anderem als CHRO eines erfolgreichen Mittelständlers mit 250 Mitarbeitenden sowie als Arbeitsdirektor bei Roche Deutschland. Dort trug ich die Verantwortung für 17.000 Mitarbeitende. Davor war ich Global HR Business Partner bei SAP. Uns verbindet die Haltung, dass schwierige Entscheidungen früher, besser und fairer getroffen werden können, wenn man sie strukturiert angeht statt vertagt.

Welche Vision verfolgt TransFair Navigator und welche Schritte sind notwendig, um diese langfristig zu erreichen?

Unsere Vision ist, den Standard für schwierige Personalentscheidungen neu zu setzen. Wir wollen erreichen, dass diese Entscheidungen nicht länger über Monate aufgeschoben werden, sondern systematisch, transparent und verantwortungsvoll getroffen werden – und zwar so, dass sie Menschen wie Organisationen gerecht werden. Bis 2030 möchten wir die führende Plattform für Employee Decision Intelligence in der DACH-Region sein. Der Weg dorthin ist klar strukturiert: Im Dezember 2025 starten wir mit ausgewählten Pilotkunden, ab Q1 2026 erfolgt der vollständige Markteintritt in Deutschland mit erweiterter Funktionalität unter anderem für Restrukturierungen, Ab 2027 erschließen wir internationale Märkte. Das Produkt wächst dabei kontinuierlich weiter, immer entlang der tatsächlichen Bedarfe unserer Nutzerinnen und Nutzer.

Für welche Zielgruppe wurde TransFair Navigator entwickelt und welche konkreten Bedürfnisse möchten Sie erfüllen?

Der Navigator richtet sich an Unternehmen zwischen 200 und 5.000 Mitarbeitenden – unabhängig von Branche oder Tarifbindung. Diese Unternehmen stehen typischerweise vor 10 bis 50 kritischen Personalentscheidungen pro Jahr, haben aber zum Teil nicht die internen Ressourcen, die Erfahrungswerte oder brauchen eine einfache Lösung für eine systematische Bearbeitung. HR, Führungskräfte und Geschäftsführung brauchen in diesen Situationen eine belastbare Entscheidungsgrundlage und klare Strukturen zum weiteren Vorgehen. Mitarbeitende fordern dazu Transparenz und Fairness. Der Navigator adressiert diese Bedarfe, indem er Entscheidungen beschleunigt, Risiken sichtbar macht, Alternativen realistisch bewertet und klare Prozesse aufzeigt. Ein zentrales Ergebnis unserer Datenanalyse: Über 70% Prozent der als problematisch eingestuften Mitarbeitenden sind in anderen Rollen erfolgreich.

Welche Herausforderungen begegnen Ihnen aktuell im Marktalltag? Und wie gehen Sie innerhalb des Teams damit um?

Wir sehen in vielen Unternehmen die gleichen Muster: Führungskräfte zögern notwendige Personalentscheidungen zwischen 6 und 18 Monaten hinaus. Die Dokumentation ist oft nicht sauber oder nicht konsistent, was das rechtliche Risiko erhöht. Führungskräfte wissen nicht, wie sie schwierige Gespräche angehen sollen. HR ist stark ausgelastet und kann Einzelfälle nicht immer in der Tiefe begleiten. Und viele Organisationen scheuen Trennungsentscheidungen aus Angst vor Konflikten oder Kosten – ohne zu realisieren, dass die versteckten Kosten des Nichtstuns typischerweise zwei- bis dreimal höher sind als die jeder anderen Alternative.

Was unterscheidet TransFair Navigator von anderen Lösungsansätzen im Bereich Fairness, Transparenz oder Orientierung?

Wir digitalisieren nicht einfach Prozessabläufe, sondern helfen HR und Leader mit intelligenten und praxis-tauglichen Lösungen in den schwierigsten Themen im Unternehmensalltag wenn Kultur, Risiko und Wirtschaftlichkeit zusammenkommen. Das System bewertet parallel verschiedene Optionen: Entwicklung, Versetzung und Trennung – jeweils mit Kosten, Risiken und Erfolgswahrscheinlichkeiten und empfiehlt die passende Vorgehensweise für jede Option. Der Navigator verbindet arbeitsrechtliche Logik, Kostenmodelle, Erfolgswahrscheinlichkeiten, Wissens- und Teamfaktoren in einem System. Die Grundlage ist eine Datenbasis aus über 50.000 realen Fällen, angereichert mit IAB-Betriebspanel, Kienbaum-Vergütungsstudien und Fraunhofer-Produktivitätsforschung. Und im Gegensatz zu klassischen Tools begleitet der Navigator den gesamten Prozess end-to-end – von der Analyse über die Zielklärung bis zur Umsetzung mit Dokumenten, Gesprächsleitfäden, Betriebsratslogik und Abfindungsoptimierung.

Welche Rolle spielt Technologie bei TransFair Navigator? Und wo sehen Sie Potenziale zur Weiterentwicklung?

Technologie ist eine zentrale Grundlage, aber niemals Selbstzweck. Wir setzen KI nur punktuell dort ein, wo sie echten Mehrwert schafft – beim Verstehen von Dokumenten und dem Erkennen von Mustern. In der Risiko- und Kostenlogik oder bei Prognosen zu Erfolgswahrscheinlichkeiten setzen wir auf Algorithmen, die wir aus den Jahrzehnten unserer Erfahrung und über 50.000 dokumentierten Fällen abgeleitet haben. So bewerten wir Optionen, die selbst erfahrenen HR-Experten manchmal entgehen. Gleichzeitig bleibt der Navigator in der Bedienung bewusst einfach, damit Komplexität beim System bleibt und nicht bei den Nutzerinnen und Nutzern. In den kommenden Monaten bauen wir die technologische Basis weiter aus: Q1 2026 bringt die vollständige Steueroptimierung bei Trennungsfällen, ein Betriebsrats-Interface und Mobile App. Danach folgen API-Integrationen für gängige HR-Systeme, ein KI-Assistent für proaktive Empfehlungen. Der Grundgedanke bleibt: Technologie soll das ermöglichen, was heute im Alltag fehlt – klare und gut begründete Entscheidungen, die wirksam und fair umgesetzt werden.

Wie stellen Sie sicher, dass Ihre Lösung verständlich, zugänglich und wirklich hilfreich bleibt?

Wir folgen einem Prinzip: Komplexität abfangen, nicht weitergeben. Das bedeutet, dass der Navigator Schritt für Schritt durch die Analyse führt, in einer Sprache, die verständlich bleibt, aber den fachlichen Anspruch nicht verliert. Der Nutzer muss kein Arbeitsrechtsexperte sein. Der Navigator führt durch alle relevanten Fragen. Wir testen jede neue Funktion mit realen Fällen und integrieren Kundenfeedback systematisch in die Weiterentwicklung. Die bisherige Marktvalidierung bestätigt den Ansatz: Unsere Pilotunternehmen bewerten die Lösung als sehr gut und starten noch in diesem Jahr mit ersten Testfällen.

Welche Entwicklungen sind für die nächsten Monate geplant und in welche Richtung soll TransFair Navigator wachsen?

Wir arbeiten aktuell an mehreren Erweiterungen, die Unternehmen in besonders heiklen Situationen unterstützen: eine Coaching Engine für anspruchsvolle Gespräche, erweiterte Transfer- und Skill-Matching-Funktionen, eine Live-Nettoberechnung für Abfindungen und eine Lösung für Restrukturierungen. Besonders wichtig ist die Integration unserer Steueroptimierung. Sie ermöglicht bei Trennungen eine Netto-Ersparnis von 10.000 bis 30.000 Euro für Mitarbeitende – ohne Mehrkosten für das Unternehmen. Das schafft Spielraum für faire Einigungen, die sonst an Kosten scheitern würden. Langfristig entwickelt sich der Navigator vom Einzelfall-Experten zum strategischen Partner für alle Personalentscheidungen.

Wie gehen Sie mit Feedback von Nutzern oder Partnern um und wie fließt dieses in Ihre Produktentwicklung ein?

Feedback ist ein zentraler Bestandteil unserer Produktentwicklung. Jeder Kunde wird eng begleitet – vom Onboarding über 30- und 90-Tage-Reviews bis zu gemeinsamen Fall-Reflexionen. Ab Tag 1 haben alle Kunden einen dedizierten Success Manager, der nicht nur beim Start unterstützt, sondern durch regelmäßige Feedback-Sessions die Weiterentwicklung aktiv mitgestaltet. Viele Funktionen entstanden direkt aus Kundenbedarfen, weil wir das Produkt nicht für die Organisationen bauen, sondern gemeinsam mit ihnen. Jeder abgeschlossene Fall wird analysiert: Was hat funktioniert? Wo können wir besser werden? Diese Learnings fließen direkt in unsere Algorithmen und Prozesse ein. So wird das System mit jedem Anwendungsfall intelligenter.

Gab es seit der Gründung einen besonders prägenden Moment?

Ja, ein frühes Pilotprojekt hat uns sehr eindrücklich gezeigt, wie groß der Hebel ist. Wir haben gemeinsam mit einem Kunden einen vergangenen Fall rekonstruiert – mit allen Auswirkungen auf Team, Kosten, Kultur und Zeit. Es wurde sofort sichtbar, wie viel früher und klarer die Entscheidung hätte getroffen werden können, wenn Struktur vorhanden gewesen wäre. Aber der eigentlich prägende Moment war ein anderer: Die systematische Analyse hatte nicht nur dem Unternehmen geholfen, sondern auch dem betroffenen Mitarbeiter eine faire Perspektive eröffnet. Er ist heute in einer anderen Abteilung erfolgreich – eine Trennung wäre für alle Beteiligten die schlechtere Lösung gewesen. Das war der Moment, in dem allen Beteiligten klar wurde, dass der Navigator nicht nett zu haben ist, sondern ein strukturelles Problem löst, das Unternehmen jedes Jahr viel Geld und viel Kultur kostet.

Welche persönlichen Eigenschaften haben Ihnen auf dem Weg als Gründer besonders geholfen – und warum?

Ich glaube, dass mir vor allem meine langjährige HR-Erfahrung geholfen hat – über 20 Jahre, davon elf Jahre bei Roche, zuletzt als Arbeitsdirektor mit Verantwortung für 17.000 Mitarbeitende. Davor war ich acht Jahre bei SAP, unter anderem als Global HR Business Partner im Silicon Valley. Und nicht zuletzt meine Zeit als CHRO bei NanoTemper Technologies, einem dynamischen Unternehmen mit 250 Mitarbeitenden. Diese Erfahrungen haben mich gelehrt, in komplexen Situationen Ruhe zu bewahren, Muster schnell zu erkennen und Entscheidungen nicht zu scheuen. Dazu kommt ein großes, verlässliches Netzwerk. Als Co-Vorsitzender des Arbeitgeberverbands Chemie in BaWü und Mitinitiator der Allianz der Chancen – das sind 34 Unternehmen mit über zwei Millionen Beschäftigten – hatte ich Zugang zu Menschen, die an dieselbe Vision glauben. Und die Überzeugung, dass Systeme stärker wirken als individuelle Heldentaten. Wenn man gute Systeme baut, profitieren Organisationen dauerhaft – gerade in schwierigen Momenten.

Welche drei Ratschläge möchten Sie anderen Gründerinnen und Gründern mitgeben, die gerade am Anfang stehen?

Erstens: Nutzt Daten, aber entscheidet menschlich. Daten schaffen Klarheit, aber Entscheidungen brauchen Haltung. Algorithmen können Muster erkennen und Wahrscheinlichkeiten berechnen – aber am Ende geht es um Menschen. Die beste Technologie ersetzt kein Urteilsvermögen und keine Empathie. Zweitens: Baut Systeme, nicht Heldentum. Skalierung entsteht nur dort, wo Prozesse stabil sind. Wir hätten den Navigator auch für Großunternehmen oder für andere HR-Prozesse entwickeln können. Aber wir haben uns bewusst auf den Mittelstand und auf den kritischsten Moment konzentriert. Diese Fokussierung hat uns differenziert. Drittens: Führt ehrliche Gespräche über die echten Probleme eurer Kunden. Gute Produkte entstehen selten im stillen Kämmerlein, sondern im offenen Dialog mit der Realität. Wir haben nicht mit einer Technologie-Idee angefangen, sondern mit einem Problem, das ich über Jahrzehnte beobachtet habe.

Bildcredits TransFair Navigator

Wir bedanken uns bei Andreas Schmitz für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Wie verändert KI unseren Arbeitsalltag, ohne dass wir es überhaupt bemerken?

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Attention Engineering KI und KI Assistent im Fokus Julian Windeck

Attention Engineering entwickelt einen KI-Assistenten, der Nutzer bei ihrer digitalen Arbeit begleitet, aus ihrem Verhalten lernt und monotone Aufgaben eigenständig übernimmt

Wie entstand die Idee zu Attention Engineering und welcher Moment hat für dich den Ausschlag gegeben, den Schritt in die Gründung zu wagen?

Innerhalb meiner Freundesgruppe waren wir schon früh von personalisierten AI Tools begeistert, die eine personalisierte Erfahrung geboten haben. Wir wollten herausfinden, wie man so etwas aufs nächste Level bringen kann: nicht nur beobachten, sondern handeln. Wir wollten Nutzern bei ihrer Computerarbeit helfen. Unsere Idee ist AI, die den Nutzer bei jeglicher Arbeit begleitet und dabei konstant von dessen Domänenwissen lernt, um ihm dann repetitive, langweilige Aufgaben abzunehmen.

Der entscheidende Impuls zur Gründung kam während meines Forschungsaufenthalts am MIT. Neben meiner Arbeit im Bereich der Bildverarbeitung war ich Teil eines Startup-Inkubators, in dem viele meiner Mitstreiter sehr erfolgreich eigene Unternehmen aufgebaut haben. Teilnehmer des vorherigen Jahrgangs wurden erst kürzlich mit 22 Jahren zu den jüngsten Self-Made-Milliardären der Welt. (https://www.forbes.com/sites/richardnieva/2025/10/30/mercor-youngest-self-made-billionaires/). Durch die Teilnahme wurde mir klar: Warten bringt nichts. In Deutschland neigen wir dazu, zu lange zu planen. Unternehmertum lernt man nicht im Hörsaal, sondern indem man ins kalte Wasser springt.

Was genau macht euer KI-Assistent anders als herkömmliche Automatisierungstools, die es heute schon auf dem Markt gibt?

Der entscheidende Unterschied liegt im Kontext, den man der KI zur Verfügung stellt. Die Menge und Qualität der Informationen, die ein Modell als Grundlage für seine Entscheidungen erhält, bestimmen, wie intelligent es tatsächlich agieren kann. Wir glauben, dass ein AI-Assistent genau wie ein Mensch den Bildschirm sehen und sich an frühere Bildschirminhalte erinnern können muss. Nur so versteht er den Verlauf von Aufgaben und Interaktionen wirklich. Unsere zentrale These lautet: Gedächtnis ist die Schlüsselkomponente für einen universellen KI-Assistenten.

Wie würdest du die Mission von Attention Engineering in einem Satz beschreiben. Geht es eher um Effizienz oder um den Menschen hinter dem Bildschirm?

KI sollte als Verstärker für den Menschen wirken und ihm möglichst viel monotone Arbeit abnehmen, um mehr Raum für Kreativität und Experimentierfreude zu lassen. Ich glaube, dass Effizienz und der Mensch hinter dem Bildschirm nicht im Zielkonflikt stehen. Im Gegenteil: Indem KI uns entlastet, gibt sie uns die Freiheit, unseren echten Interessen nachzugehen.

Euer Ansatz, dass die KI den Nutzer beobachtet und daraus eigenständig lernt, ist technisch anspruchsvoll. Wie stellt ihr sicher, dass Datenschutz und Vertrauen dabei gewahrt bleiben?

Vertrauen und Sicherheit haben für uns oberste Priorität. Deshalb orientieren wir uns an den höchsten Standards: Um einen vollumfänglichen Datenschutz sicherzustellen, setzen wir auf möglichst viele Open-Source-Modelle, starke Verschlüsselung und, wo immer möglich, Verarbeitung direkt auf dem Gerät. Uns ist wichtig, dass Vertrauen nicht auf Blindheit beruht: Nutzer sollen nachvollziehen und überprüfen können, wie wir ihre Daten schützen. Dafür wollen wir uns von unabhängigen Drittparteien nach anerkannten Datenschutz- und Sicherheitsstandards zertifizieren lassen.

Welche Zielgruppe möchtet ihr mit Attention Engineering zuerst erreichen – eher Unternehmen oder Einzelpersonen, die ihren digitalen Alltag effizienter gestalten wollen?

Wir gehen ganz bewusst in den Consumer-Markt. Ich habe in der Vergangenheit als AI Consultant mit mehreren großen Unternehmen gearbeitet. Dort dauern Veränderungen oft ewig, und auf operativer Ebene stößt man nicht selten auf Widerstand. Konsumenten, vor allem jüngere, sind im Vergleich viel offener, experimentierfreudiger und begeisterungsfähiger. Für sie echten Mehrwert zu schaffen, macht einfach mehr Spaß.

Wie habt ihr es geschafft, schon wenige Monate nach Gründung über eine Million Dollar Kapital einzuwerben. Was hat Investoren besonders überzeugt?

Ein entscheidender Faktor war sicher das Team. Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben ihr Studium in Informatik und Machine Learning an Universitäten wie Stanford, Cambridge und der ETH Zürich mit Auszeichnung abgeschlossen. Ich selbst habe in Berkeley und am MIT zu Bildverarbeitung und agentic AI geforscht. Das passt perfekt zu dem Ziel, das wir verfolgen. Gleichzeitig spielt im Startup-Umfeld Momentum eine große Rolle. Wir konnten schnell Fortschritt aufweisen – und das hat überzeugt.

Ihr sitzt im Herzen des Silicon Valley. Inwiefern beeinflusst dieser Standort euer Denken, euer Tempo und euren Zugang zu Talenten?

Von Apple über Google und Instagram hin zu OpenAI: alle Größen der digitalen Welt befinden sich hier physisch auf engstem Raum. Dadurch entsteht ein extrem dichtes Netzwerk, in dem sich neue Ideen und Trends im AI-Bereich in rasantem Tempo verbreiten. Es fühlt sich manchmal ein bisschen so an, als würde man von einem Feuerwehrschlauch trinken. Gleichzeitig wird hier einfach größer gedacht: Moonshot Projekte sind nicht die Ausnahme, sondern der Standard. Durch die enge Konzentration an spannenden Unternehmen und Ideen macht das Valley seit jeher zum Mekka für Informatiktalent. An keinem anderen Ort gibt es in diesem Bereich mehr Möglichkeiten und von genau diesem Umfeld profitiert auch Attention Engineering.

Was waren bisher die größten Herausforderungen beim Aufbau von Attention Engineering – technisch, organisatorisch oder auch persönlich?

Hiring ist eine der meist unterschätzten Aufgaben im Aufbau eines Tech-Startups. Wir wollen die besten AI Talente, doch die sind hart umkämpft. Unter Mark Zuckerberg wurden jüngst Millionengehälter an unter 25-Jährige ausgezahlt. Da muss man sich ganz aktiv mit einer anderen Unternehmenskultur von den Tech Giganten abgrenzen. Mir hilft dabei mein Hintergrund: Durch mein Studium in Deutschland und an der University of Cambridge habe ich einen sehr guten Überblick über die europäische Tech-Szene und Zugang zu jungen Absolventen. In den USA vergisst man gerne einmal, dass wir auch in der EU und in Großbritannien Weltklasse Talent im AI Bereich haben. Das ist für uns ein großer Vorteil.

Euer Team vereint Absolventen von Universitäten wie Cambridge, Stanford und ETH Zürich. Welche Kultur prägt eure Zusammenarbeit?

Jede Person bei Attention ist Gründer im Kleinen. Das bedeutet: viel Eigenverantwortung, gegenseitiges Vertrauen und eine tiefe Neugier, Dinge wirklich zu verstehen und zu verbessern. Besonders an der Situation als Startup Gründer ist zudem auch, das man sich ein Team ganz bewusst von Hand zusammenstellt. So entsteht eine Gruppe, die nicht nur fachlich, sondern auch menschlich zusammenpasst. Dementsprechend ist es eher wie ein enger Freundeskreis, in dem man sich auf Augenhöhe begegnet und für das gleiche Ziel brennt.

Wie sieht für dich die Zukunft von Attention Engineering aus. Welche Entwicklung oder Funktion steht als Nächstes auf der Roadmap?

Weiterwachsen! Das Ziel für Attention Engineering ist, das Team weiter auszubauen und den Launch des Produkts vorzubereiten.

Viele junge Gründer träumen von einer Karriere im Silicon Valley. Welche Erfahrungen hast du gemacht, die du anderen mitgeben würdest?

Proaktiv sein und nicht aufgeben! Natürlich hat jede Person unterschiedliche Ausgangsbedingungen, aber am Spruch ‚Jeder ist seines Glückes Schmied‘ ist mehr dran, als man denkt. Gerade im Valley wird große Ambition, gepaart mit Ausdauer und Neugier, oft mit überraschender Großzügigkeit belohnt. Die Kultur und das rasante Wachstum in der Tech-Szene führen dazu, dass man sich gerne gegenseitig unterstützt.

Wenn du drei Ratschläge an andere Gründerinnen und Gründer richten könntest, die mit einer KI-Idee starten wollen – welche wären das?

Erstens: Lass dich nicht von der Geschwindigkeit der Entwicklung im AI-Bereich einschüchtern. Jeden Monat erscheinen momentan neue Modelle und Forschungsergebnisse. Es ist gut, auf dem aktuellen Stand zu sein, entscheidend ist aber auch weiterhin, eine solide technische Basis zu haben. Damit hebt man sich von der Masse jener ab, die nur an der Oberfläche bleiben und alles von ChatGPT machen lassen.
Zweitens: Such dir früh einen Mitgründer. In einem Startup verbringt man unzählige Stunden miteinander. Kompetenz allein reicht hier nicht aus, auch die Chemie muss stimmen, um auf Dauer erfolgreich zusammenzuarbeiten. Diese Kombination ist selten und es braucht Zeit, um sie zu finden.

Und drittens: Finde deine Edge. Überleg dir, in welchem Bereich deines Lebens du etwas besser verstehst als andere. Das kann ein Hobby sein, ein Berufsfeld oder einfach ein Thema, das dich schon lange beschäftigt. Wenn du daraus ein echtes Problem ableitest, das dich persönlich berührt, hast du die beste Grundlage für Ausdauer und Motivation auch in den schwierigen Phasen eines Startups.

Bild Julian Windeck @ privat

Wir bedanken uns bei Julian Windeck für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder


Premium Start-up: Attention Engineering

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Ansprechpartner: Julian Windeck

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