Digitale Souveränität für Behörden und öffentliche Einrichtungen
Digitale Souveränität für den Staat
Im Rahmen einer EU-weiten Ausschreibung von GovTech Deutschland wurde STACKIT, der Cloud-Provider von Schwarz Digits, als Teil des Multi-Cloud-Portfolios der beauftragten Bechtle AG ausgewählt. Die Lösung kommt bei der „Deutschlandplattform“ sowie bei der Gesundheitsplattform MEDI zum Einsatz. Der Rahmenvertrag hat ein Volumen von bis zu 250 Millionen Euro. Dadurch erhalten Behörden auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene einen standardisierten und zugleich souveränen Zugang zu Infrastruktur- und KI-Leistungen.
Auch bei der KI-Plattform des Bundesministeriums für Digitales und Staatsmodernisierung ist Schwarz Digits Teil eines Konsortiums mit Zuschlag. Das BMDS hat das von der SVA System Vertrieb Alexander GmbH geführte Konsortium ausgewählt. Gemeinsam mit Codesphere und Schwarz Digits entsteht eine souveräne Umgebung für Fachverfahren und KI-Anwendungen. Dadurch sollen Dokumentenverarbeitung sowie Planungs- und Genehmigungsverfahren schneller und effizienter werden.
Das Konsortium bietet eine KI-Plattform, die vollständig in deutscher Hand liegt. Gleichzeitig stärkt sie Deutschlands Rolle als Wertschöpfer im KI-Ökosystem. Die Einführung auf Bundes- und Landesebene erfolgt unter anderem über GovDigital. Dabei handelt es sich um die bundesweite Genossenschaft für die Integration souveräner IT-Lösungen im öffentlichen Sektor.
Digitale Souveränität durch Förderung von Start-ups
Schwarz Digits fördert die Gestalter der digitalen Zukunft Europas
Um den Wirtschaftsstandort Deutschland und Europa weiter zu stärken, investiert Schwarz Digits bereits gezielt in vielversprechende Unternehmen. Jetzt startet das Unternehmen zusätzlich ein Programm für ambitionierte Start-ups. Damit unterstützt Schwarz Digits junge Unternehmen bei der Skalierung ihrer Innovationen. Gleichzeitig baut das Unternehmen sein Ökosystem weiter aus.
Die Förderung stärkt digitale Souveränität durch mehr Wahlfreiheit, Wettbewerb und Innovationskraft. Bewerben können sich Software-Unternehmen mit Hauptsitz in Europa. Zudem müssen sie jünger als fünf Jahre sein und ein digitales Geschäftsmodell verfolgen. Die Bewerbungen prüft eine interne Jury.
„Ein starkes digitales Ökosystem lebt von Zusammenarbeit auf Augenhöhe und innovativen Impulsen. Mit unseren strategischen Partnerschaften und dem neuen Start-up-Programm schlagen wir genau diese Brücke. Wir bieten ambitionierten Gründern eine souveräne und sichere Basis, um ihre Innovationen zu skalieren“, betont Rolf Schumann, Co-CEO von Schwarz Digits auf der TECH. „Indem wir junge Tech-Unternehmen gezielt fördern und zugleich in unser Netzwerk aufnehmen, beschleunigen wir den Weg von der Idee bis zur Marktreife. Außerdem stärken wir nachhaltig die digitale Zukunft Europas.“
Start-up-Programm stärkt digitale Souveränität in Europa
Das Start-up-Programm bietet abhängig vom Entwicklungsstand und der technischen Komplexität Cloud-Credits für das gesamte STACKIT-Service-Portfolio. Zusätzlich profitieren die Start-ups von individueller Beratung. Dabei erhalten sie Unterstützung in den Bereichen Business Development, KI, Cybersecurity und Cloud.
Die ausgewählten Unternehmen können zudem das Ökosystem der Unternehmen der Schwarz Gruppe kennenlernen. Außerdem erhalten sie Zugang zu wertvollen Kontakten innerhalb der Start-up-Szene.
Ziel des Programms ist es, zukunftsweisende Lösungen „Made in Europe“ auf dem Weg in den Realbetrieb zu begleiten. Gleichzeitig hilft die souveräne Infrastruktur dabei, versteckte IT-Kosten zu reduzieren. Zudem lassen sich langwierige Vertriebsprozesse und Vendor-Lock-in-Effekte frühzeitig vermeiden.
Die Factorial Finanzierung markiert einen wichtigen Schritt für eines der am schnellsten wachsenden KI-Scale-ups Europas. Mit 150 Millionen US-Dollar frischem Kapital und einer Bewertung von 2,5 Milliarden US-Dollar baut das Unternehmen seine KI-Plattform weiter aus. Gleichzeitig verstärkt Factorial seine Investitionen in Deutschland sowie in weiteren europäischen Märkten.
Factorial Finanzierung stärkt Europas KI Wachstum
Factorial erhält 150 Mio. US-Dollar in Series-D-Finanzierung und erreicht Bewertung von 2,5 Mrd. US-Dollar – eines der wertvollsten KI-Scale-ups Europas
General Catalyst führt das 150-Mio.-US-Dollar-Eigenkapitalinvestment an, übernimmt im Rahmen der Series-D-Runde erstmals einen direkten Anteil an Factorial und bewertet das Unternehmen mit über 2,5 Mrd. US-Dollar. Factorial wird damit zu einem der wertvollsten KI-Scale-ups Europas.
General Catalyst stellt gleichzeitig weitere 540 Mio. US-Dollar über seinen Customer Value Fund bereit, um Factorials Vertriebs- und Marketinginvestitionen ohne zusätzliche Verwässerung zu finanzieren. So kann das Unternehmen nachhaltig wachsen und zugleich Cash Burn vermeiden.
Die Finanzierung beschleunigt Factorials Wandel vom SaaS-Unternehmen zur KI-basierten Workforce-Operations-Plattform. Zudem wird der Ausbau in europäischen Märkten vertieft, wobei Deutschland besonders im Fokus steht.
Factorial, Europas führende KI-basierte Workforce-Operations-Plattform, gibt heute den Abschluss einer Series-D-Finanzierungsrunde über 150 Mio. US-Dollar bei einer Bewertung von 2,5 Mrd. US-Dollar bekannt. Damit zählt Factorial zu den wertvollsten spanischen und europäischen Scale-ups. Angeführt wird die Runde von General Catalyst, das erstmals direkt in Factorial investiert. Weitere Investoren sind unter anderem Atomico und Four Rivers. Parallel zur Eigenkapitalrunde baut General Catalyst sein bisheriges Engagement aus und stellt über den Customer Value Fund bis zu weitere 540 Mio. US-Dollar bereit. Damit steigt das insgesamt zugesagte Kapital auf über 700 Mio. US-Dollar und sichert Factorials Wachstum in den kommenden Jahren.
Factorial Finanzierung macht das Unternehmen zu einem Top Scale-up
Eines der wertvollsten Scale-ups Europas
Mit dieser Runde überschreitet Factorial die Bewertungsmarke von 2,5 Mrd. US-Dollar, überholt viele spanische Scale-ups und zählt nun zu den Top 20 innerhalb der Europäischen Union. Der Meilenstein spiegelt zehn Jahre starkes Wachstum, einen loyalen und zugleich wachsenden Kundenstamm von über 16.000 Unternehmen in mehr als 90 Ländern sowie eine Produktstrategie wider, die in wettbewerbsintensiven europäischen Märkten überzeugt. Factorial ist außerdem das einzige Unternehmen seiner Kategorie, dem eine erfolgreiche Internationalisierung über diese Märkte hinweg gelungen ist.
Jordi Romero, CEO und Co-Gründer von Factorial, sagt: „Vor zehn Jahren haben wir Factorial als SaaS-Unternehmen aufgebaut. Heute sind wir ein AI-first-Unternehmen, das Agenten für seine Kunden entwickelt – und das für über 16.000 Unternehmen. Wir haben das Produkt, die Architektur und die Art und Weise, wie unsere Kunden ihre Arbeit rund um KI-Agenten organisieren, neu ausgerichtet. Die Partnerschaft mit General Catalyst gibt uns die Überzeugung und das Kapital, diesen Neustart in ein kategoriedefinierendes Unternehmen zu übersetzen. Diese Runde schließt kein Kapitel. Sie eröffnet das Kapitel, auf das es ankommt.“
General Catalyst baut Beteiligung an Factorial aus
General Catalyst erwirbt erstmals direkten Anteil an Factorial
Das Eigenkapitalinvestment von General Catalyst markiert den ersten direkten Eigentumsanteil des Investors an Factorial, nachdem die Firma zuvor bereits über ihren Customer Value Fund mit Factorial verbunden war. Die starke Entwicklung der Unit Economics hat General Catalyst in seiner langfristigen Überzeugung von Factorial bestärkt. Dabei spielen Produktinnovation, finanzielle Disziplin sowie die europäische Marktführerschaft eine wichtige Rolle. Zudem fällt das Investment in eine Phase, in der Factorial sein Geschäftsmodell vom SaaS-Unternehmen zu einer menschenzentrierten KI-basierten Workforce-Operations-Plattform transformiert hat.
Pranav Singhvi, Partner bei General Catalyst, sagt: „Das nächste Jahrzehnt der Unternehmenssoftware wird den Unternehmen gehören, die sich rund um KI neu aufstellen – nicht denen, die KI nur ergänzend anbauen. Genau das tut Factorial. Und zwar mit einer Produktbreite sowie einem ambitionierten Wachstum auf Skalierungsebene, die weltweit selten sind. Deshalb vertiefen wir unsere Partnerschaft sowohl über Eigenkapital als auch über unseren Customer Value Fund.“
„Bei General Catalyst ist es unser Ziel, für die ambitioniertesten Unternehmen der Welt die erste und letzte Kapitalquelle zu sein. Factorial ist dafür das perfekte Beispiel“, ergänzt Hemant Taneja, CEO von General Catalyst.
Factorial Finanzierung unterstützt neue Wachstumsstrategie
Ein neues Wachstumsmodell: 700 Mio. US-Dollar über General Catalysts Customer Value Fund
Zusätzlich zur Eigenkapitalrunde stellt General Catalyst bis zu weitere 540 Mio. US-Dollar über seinen Customer Value Fund bereit. Damit steigt das insgesamt zugesagte Kapital auf über 700 Mio. US-Dollar und sichert Factorials Wachstum in den kommenden Jahren. In dieser Struktur sind die Renditen von General Catalyst ausschließlich an den durch diesen Mitteleinsatz geschaffenen Kundenwert gebunden. Gleichzeitig sind sie auf einen festen Betrag begrenzt. Dadurch erhält Factorial die finanzielle Schlagkraft für weiteres Wachstum in Europa und schont zugleich die Eigenkapitalbasis.
Factorial Finanzierung treibt die KI Plattform voran
Vom SaaS-Unternehmen zur KI-basierten Workforce-Operations-Plattform
Die Investition kommt in einem entscheidenden Moment der Produktentwicklung von Factorial. Nach zehn Jahren hat das Unternehmen sein Produkt rund um KI neu ausgerichtet. Statt einer festen Abfolge von Screens und Workflows entsteht eine agentengesteuerte Plattform, die die Richtlinien jedes Kunden lernt, ausführt und sich zugleich an Veränderungen anpasst.
Factorial One steht im Zentrum der Plattform
Im Zentrum dieser Architektur steht Factorial One, der einheitliche Workspace der Plattform. Ein Agent repräsentiert die Organisation und wendet die Richtlinien an, die ein Unternehmen über HR, Finance und IT hinweg definiert. Der andere Agent repräsentiert die Mitarbeitenden. Er erweitert deren Handlungsspielraum, macht relevante Informationen sichtbar und führt Aufgaben im Auftrag der jeweiligen Person aus.
Während viele Anbieter auf Hunderte oder Tausende spezialisierte Agenten setzen, verfolgt Factorial einen anderen Ansatz. Das Unternehmen geht davon aus, dass Firmen weniger Agenten, klarere Verantwortlichkeit und eine zentrale Grundlage für ihre Prozesse benötigen. Dadurch positioniert sich Factorial für einen deutlich größeren Anteil am Markt für Business-Operations-Software.
Factorial Finanzierung stärkt den Ausbau in Deutschland
Deutschland im Fokus – neues Münchner Büro und ambitionierter Marktausbau
Ein signifikanter Teil des neuen Kapitals wird in Deutschland eingesetzt, das Factorial als wichtigsten internationalen Wachstumsmarkt bezeichnet. Das Unternehmen eröffnet ein neues Büro in München, um seine Präsenz in Deutschland zu verankern sowie näher an Kunden, Partner und Talente heranzurücken.
In den nächsten zwölf Monaten wird Factorial in Deutschland stark einstellen, darunter in Sales, Customer Success, Product, Marketing und Engineering. Gleichzeitig will das Unternehmen weitere Marktanteile gewinnen. Deutschland zählt bereits heute zu Factorials am schnellsten wachsenden Kundenbasen. Zudem soll das neue Kapital die lokale Produktkompetenz stärken und den Ausbau des Teams beschleunigen.
„Deutschland ist unser wichtigster Markt in Europa – und er wurde zu lange nicht ausreichend bedient. Wir stellen unser Team, unser Kapital und unsere Produkt-Roadmap dahinter. München ist erst der Anfang“, sagt Jordi Romero, CEO und Co-Gründer von Factorial.
Über Deutschland hinaus wird Factorial sein Wachstum in Frankreich, Italien und Portugal weiter beschleunigen. Gleichzeitig baut das Unternehmen sein Team weltweit mit bis zu 50 Neueinstellungen pro Woche aus.
Die Mönchsfrucht Innovation von Oatsome markiert den nächsten Schritt auf dem Wachstumskurs des Unternehmens. Gleichzeitig hat die Crowd-Kampagne das Finanzierungsziel bereits vorzeitig erreicht. Damit verbindet Oatsome Produktentwicklung und Wachstum auf besondere Weise. Zudem zeigt die Entwicklung, dass das Interesse an neuen Ernährungslösungen weiter steigt.
Mönchsfrucht Innovation stößt auf großes Interesse
Oatsome bringt Mönchsfrucht-Innovation in den Handel – Crowd-Kampagne bereits überzeichnet
Mit einer Produktinnovation auf Basis von Mönchsfrucht und einer bereits überzeichneten Crowd-Kampagne setzt Oatsome seinen Wachstumskurs fort. Das Frankfurter Unternehmen hat das ursprüngliche Finanzierungsziel von 500.000 Euro vorzeitig erreicht.
Dresden, 03. Juni 2026. Das Better-for-You-Food-Unternehmen Oatsome hat im Rahmen seiner Crowdinvesting-Kampagne auf OneCrowd das ursprünglich angestrebte Finanzierungsziel von 500.000 Euro bereits vorzeitig erreicht. Damit ist die Finanzierungsrunde offiziell überzeichnet. Investitionen sind noch bis zum 12. Juni 2026 möglich, und insgesamt kann bis zu einem maximalen Emissionsvolumen von 800.000 Euro investiert werden.
Die erfolgreiche Finanzierungsrunde unterstreicht das Interesse der Crowd an Unternehmen, die von langfristigen Ernährungstrends wie natürlicher Ernährung, Zuckerreduktion und funktionalen Lebensmitteln profitieren möchten. Gleichzeitig arbeitet Oatsome bereits an der nächsten Produktinnovation und treibt die Entwicklung weiterer Produkte voran.
Mönchsfrucht Innovation bringt neue Produktgeneration
Mit der neuen „Lovely Caramel Creme“ bringt Oatsome einen pflanzlichen Bio-Aufstrich auf den Markt, der nach Unternehmensangaben 84 Prozent weniger Zucker als vergleichbare Produkte enthält und dabei vollständig auf künstliche Süßungsmittel verzichtet. Möglich wird dies durch den Einsatz von Mönchsfrucht, einer in Europa bislang wenig verbreiteten natürlichen Zutat, deren Süßkraft deutlich über der von Zucker liegt. Die Markteinführung bei einer großen Drogeriekette in Deutschland und Österreich ist für Juli geplant.
„Mit Mönchsfrucht erschließen wir einen völlig neuen Weg der natürlichen Zuckerreduktion. Solche Innovationen benötigen Zeit, Entwicklungsaufwand und Investitionen. Die Unterstützung der Crowd ermöglicht es uns, genau diese Produkte in den Markt zu bringen“, so Tim Horn, Gründer von Oatsome.
Oatsome wächst und baut den Handel weiter aus
Wachstum während der laufenden Finanzierungsrunde
Auch während der Crowdinvesting-Kampagne konnte Oatsome wichtige Fortschritte erzielen. Dazu zählen unter anderem zusätzliche Handelslistungen, die erfolgreiche Einführung einer neuen Produktkategorie sowie die Ausweitung bestehender Produkte auf weitere Filialen großer Handelspartner. Zudem entwickelte sich Oatsome nach Unternehmensangaben im ersten Quartal 2026 profitabel und zweistellig wachsend.
Beteiligung an Oatsome noch bis Juni möglich
Beteiligung noch bis 12. Juni möglich
Privatanlegerinnen und Privatanleger können sich noch bis zum 12. Juni 2026 an Oatsome beteiligen. Angeboten wird eine nicht nachrangige digitale Anleihe in Form eines elektronischen Wertpapiers. Die Anleihe läuft bis zum 31.12.2028 und bietet einen festen Zinssatz von 8 Prozent p. a. mit jährlicher Ausschüttung.
Zusätzlich besteht die Möglichkeit eines einmaligen erfolgsabhängigen Bonus von bis zu 30 Prozent der Investmentsumme. Die Höhe des Bonus orientiert sich an der Anzahl der von Oatsome erreichten Listungspunkte zum Stichtag 31. Dezember 2028. Ein Listungspunkt entsteht, wenn ein Produkt in einer Verkaufsstelle dauerhaft gelistet und verkauft wird. Vier Produkte in 2.000 Filialen entsprechen beispielsweise 8.000 Listungspunkten.
Die Inno KI GmbH aus Vechta hat innerhalb von zwei Jahren die Marke von einer Million Euro ARR erreicht. Gleichzeitig investiert das Unternehmen konsequent in den Ausbau seiner Plattform innoGPT und setzt auf nachhaltiges Wachstum. Zudem zeigt die Entwicklung, dass profitables Wachstum auch ohne Risikokapital möglich ist.
KI Startup Inno KI erreicht wichtigen Meilenstein
KI Startup Inno KI erreicht 1 Million Euro Annual Recurring Revenue – ohne einen einzigen Investor
Zwei Jahre nach der Gründung erreicht die Inno KI GmbH aus Vechta im Mai 2026 die Marke von einer Million Euro Annual Recurring Revenue (ARR). Dieser Meilenstein wurde aus eigenem Startkapital und ohne externe Investoren oder weiteres Wachstumskapital aufgebaut. Einnahmen aus KI-Consulting und Schulungen fließen in die Weiterentwicklung der KI-Plattform innoGPT, die derzeit mit rund 30 Prozent pro Monat wächst. Gleichzeitig zeigt das Unternehmen, dass profitables Wachstum im deutschen KI-Markt auch ohne Risikokapital möglich ist.
Maurice Brumund, Geschäftsführer der Inno KI GmbH sagt dazu: „Wir hätten Geld aufnehmen können, haben aber jedes Mal abgelehnt. Der Großteil der wachstumsstarken KI-Startups sind venture-finanziert und auf externe Kapitalgeber angewiesen. Allerdings haben diese Unternehmen fast immer einen Exit im Hinterkopf. Wir nicht. Deshalb sind wir der stabilere Partner für Kunden, die sich langfristig auf ihr KI-Tool verlassen wollen.“
KI Startup Inno KI setzt auf Unabhängigkeit
Bewusste Entscheidung gegen Wachstumskapital
Der Verzicht auf externe Kapitalgeber sichert die unternehmerische Unabhängigkeit von Quartalsvorgaben externer Geldgeber und schafft zugleich den Spielraum, Entscheidungen im Sinne der Kunden zu treffen. Als Beispiel nennt Brumund das „Change-Management“, das inzwischen Teil des operativen Angebots ist. „Das haben wir anfangs unterschätzt: KI einzuführen heißt, Arbeitsweisen zu verändern. Deshalb ist diese Begleitung heute ein fester Bestandteil unserer Leistung.“
innoGPT treibt das Wachstum voran
innoGPT bündelt alle führenden KI-Modelle, darunter OpenAI, Anthropic, Google, Meta und Mistral, auf einer DSGVO-konformen Plattform mit Serverstandort in Deutschland. Über 1.000 Unternehmen und mehr als 600 Professionals nutzen die Plattform täglich. Dazu zählen Kunden wie Böckmann Fahrzeugwerke, GC Gruppe, Hansa-Flex, PwC und paneuropa.
Bild Maurice Brumund, Co-Founder und CEO (Copyright: moin media)
Die TECH 2026 hat Heilbronn erneut zum Treffpunkt für Wirtschaft, Politik und Technologie gemacht. Mehr als 2.000 Teilnehmende diskutierten über digitale Souveränität, Innovation und Europas Zukunft. Gleichzeitig entstanden neue Partnerschaften, und zudem wurden wichtige Projekte für die digitale Entwicklung Europas angestoßen. Damit setzte die Veranstaltung ein starkes Zeichen für Zusammenarbeit, Innovation und Europas Zukunft.
TECH 2026 bringt Europa zusammen und fördert Austausch
TECH 2026 setzt Zeichen für Europas digitale Souveränität – Deutschland und Estland schließen Innovationspartnerschaft
Mehr als 2.000 Teilnehmer und über 300 Redner diskutierten Europas digitale Zukunft in Heilbronn
Deutschland und Estland schließen Innovationspartnerschaft für schnellere digitale Verwaltung
Neue Formate und Themenbereiche fördern gezielt Austausch, Innovation und Vernetzung innerhalb der TECH Community
Die TECH 2026 ist nach drei Tagen intensiven Austauschs, eines umfangreichen Bühnenprogramms und zahlreicher hochkarätiger Begegnungen erfolgreich zu Ende gegangen. Vom 31. Mai bis zum 2. Juni brachte die Veranstaltung unter dem Motto „We believe in Europe, Do you?“ mehr als 2.000 Besucher zusammen. Auf vier Bühnen sprachen über 300 Redner – darunter 75 CEOs, knapp 100 C Level Manager und 40 Gründer.
TECH 2026 stärkt Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Estland
Politische Impulse und internationale Zusammenarbeit
In diesem Jahr setzte die TECH einen besonderen Schwerpunkt auf den Schulterschluss zwischen Technologie, Wirtschaft und Politik. Hochrangige Vertreter aus Deutschland und Europa nutzten die Plattform, um konkrete Initiativen zur digitalen Transformation voranzutreiben und neue Partnerschaften anzustoßen.
Im Rahmen der Veranstaltung unterzeichneten Karsten Wildberger, Minister für Digitales und Staatsmodernisierung, und seine estnische Amtskollegin Liisa-Ly Pakosta eine Innovationspartnerschaft. Ziel ist es, die digitale Zusammenarbeit beider Länder zu vertiefen sowie Verwaltungsleistungen effizienter, sicherer und bürgerfreundlicher zu gestalten. Dadurch soll der digitale Wandel in Deutschland und Estland schneller vorankommen.
Ein weiterer politischer Höhepunkt war der Besuch des Ministerpräsidenten von Baden-Württemberg, Cem Özdemir. In seiner Ansprache skizzierte er, wie Deutschland seine wirtschaftliche Leistungsfähigkeit stärken kann und zugleich seine Innovationskraft in den kommenden Jahren weiter ausbauen sollte.
Andrea Wasmuth, CEO der Handelsblatt Media Group resümiert: „Wir wollten mit der TECH einen Ort schaffen, an dem Ideen nicht nur entstehen, sondern sich auch entfalten können. Dass wir bereits zum zweiten Mal erleben, wie aus ersten Gesprächen konkrete Umsetzungen werden, zeigt, welches Potenzial in diesem Format liegt. Für mich ist genau das der Kern: offen sein, Neues zulassen, Verbindungen schaffen und die Zukunft aktiv gestalten. Mein besonderer Dank gilt allen, die diese besondere Atmosphäre auf, vor und hinter den Bühnen möglich gemacht haben.“
TECH 2026 rückt Zukunftstechnologien in den Fokus
Fokus auf zentrale Zukunftstechnologien
Das Konferenzprogramm der TECH 2026 bündelte zentrale Zukunftsthemen. Dazu gehörten Künstliche Intelligenz, europäische Souveränität, Sicherheit und Verteidigung, Robotics, SpaceTech sowie DeepTech. Zu den Redner zählten CEOs führender deutscher und europäischer Unternehmen, Akademiker und Politiker sowie Gründer von Start-ups und Unicorns, darunter:
Donya Florence Amer – CIO und CHRO, Hapag Lloyd
Anna Maria Braun – CEO, B. Braun
Gerd Chrzanowski – General Partner, Schwarz Gruppe
Robin Rombach – Gründer und CEO, Black Forest Labs
Hauke Stars – Mitglied des Vorstands für IT und Digitalisierung, Volkswagen Gruppe
Weitere Höhepunkte auf der Bühne waren das Roboter-Dance-Battle zwischen Mensch und Maschine, die SWR Big Band sowie der Cyborg-Künstler Neil Harbisson.
„Auf der TECH verbinden wir die Menschen miteinander, die Europa voranbringen wollen. Auf der Bühne stellen wir die Fragen, die jetzt zählen. Was die TECH für mich besonders macht: Es bleibt nicht bei der Diskussion über Antworten, sondern aus den Gesprächen entstehen im Anschluss schon die ersten Projekte“, sagt Larissa Holzki, Editorial Head der TECH.
TECH 2026 schafft Raum für Vernetzung und neue Ideen
Rahmenprogramm und Themenhäuser
Neben dem Bühnenprogramm bot die TECH 2026 zahlreiche Möglichkeiten zum Networking und zugleich zum Austausch innerhalb der TECH Community. Ein besonderes Highlight war das „THE LÄND“-Riesenrad, das als exklusiver und zugleich intimer Meetingbereich genutzt wurde. Bereits beim Betreten des Geländes begrüßte die Teilnehmenden die HyImpulse SR75 Rakete, die vor dem Eingang ausgestellt war.
Erstmals wurden in diesem Jahr zwei neue thematische Bereiche geschaffen: das House of Defense und das House of Startups. Neben einer eigenen Bühne bot das House of Defense auch Präsentationsflächen für Aussteller aus den Bereichen Sicherheit und Verteidigung. Im House of Startups – organisiert von den Campus Founders – kamen Gründer und Investor zusammen, um sich zu vernetzen sowie neue Kooperationen anzustoßen.
Im TECH Forum präsentierten unter anderem die Initiatoren der TECH – die Boston Consulting Group, SAP und UniCredit – ihre Innovationen und Lösungen hautnah. Als strategischer Partner begleitet Christ & Company die TECH und trägt mit seiner Expertise aktiv zum Netzwerk sowie zur Weiterentwicklung zentraler Themen bei.
TECH Conference 2026, May 31 – June 2, 2026, Theresienwiese, Heilbronn, Germany
TECH 2026 zeigt Lösungen für digitale Souveränität
Einblicke in digitale Souveränität
Das House of Schwarz Digits gewährte exklusive Einblicke in die Technologie- und Digitalstrategie eines der größten Handelsunternehmen weltweit. Im Fokus standen maßgeschneiderte Lösungen aus den Bereichen Cloud, Cybersecurity, Data & AI, Communication und Workspace.
„Die diesjährige TECH hat eindrucksvoll bewiesen, dass Europa im globalen Technologierennen längst die Defensive verlassen hat. Das enorme Interesse an souveränen IT- und KI-Lösungen zeigt: Digitale Unabhängigkeit ist der zentrale Treiber für die Zukunft unserer Wirtschaft. Wer hier auf der TECH dabei war, hat gespürt, dass wir die digitale Zukunft selbstbestimmt gestalten werden“, betont Rolf Schumann, Co-CEO von Schwarz Digits auf der TECH.
Christian Müller, Co-CEO von Schwarz Digits hebt auf der TECH hervor: „Echte Innovation entsteht nicht im Silo, sondern durch mutige Zusammenarbeit. Die TECH hat erneut die wichtigsten Entscheider zusammengebracht, um digitale Souveränität von der Theorie in die Praxis zu bringen. Dieser Austausch bildet die Basis für starke Partnerschaften und zugleich für eine wettbewerbsfähige Wirtschaft. Nur gemeinsam können wir die technologische Spitzenleistung entwickeln, die Europa braucht, um dauerhaft wettbewerbsfähig zu bleiben.“
TECH Community trifft sich 2027 erneut in Heilbronn
Im kommenden Jahr wird sich die TECH Community erneut in Heilbronn versammeln. Die dritte Ausgabe der Technology Experience Convention Heilbronn findet vom 6. bis 8. Juni 2027 auf der Theresienwiese statt.
Titelbild: Presserundgang mit Brigl, Häussermann, Bayer-Schiller, Andrea Wasmuth, Dale Rickert, Strobl, Harry Mergel, Gerd Chrzanowski, Petra Olschowski, Christian Müller und Cem Özdemir Bildcredits TECH by HANDELSBLATT MEDIA GROUP GmbH
Frauen gründen in Deutschland immer häufiger, und der KfW-Gründungsmonitor 2026 bestätigt diese Entwicklung. Gleichzeitig zeigt das Programm CoCo – Frauen gründen, wie gezielte Unterstützung Frauen auf dem Weg in die Selbständigkeit begleitet. Zudem machen die aktuellen Zahlen deutlich, dass das Interesse an einer eigenen Gründung weiter wächst.
Immer mehr Frauen gründen in Deutschland
KfW-Gründungsmonitor 2026: Immer mehr Frauen gründen in Deutschland
BerufsWege für Frauen & Social Business Women e.V. begleitet mit CoCo bereits 708 Frauen erfolgreich in die Selbständigkeit
Die aktuellen Ergebnisse des KfW-Gründungsmonitors 2026 bestätigen einen Trend, den das bundesweite Gründungsprogramm CoCo – Frauen gründen seit Jahren beobachtet: Immer mehr Frauen interessieren sich für den Weg in die Selbständigkeit. Seit Programmstart haben sich 1.745 Frauen für CoCo beworben, 1.193 Teilnehmerinnen wurden begleitet und bereits 708 Gründungen erfolgreich umgesetzt. Das von BerufsWege für Frauen & Social Business Women e.V. gemeinsam mit Unterstützung der KfW Stiftung durchgeführte Programm zeigt, wie gezielte Gründungsförderung weibliches Unternehmertum nachhaltig stärkt.
Frauen wollen gründen wenn die Rahmenbedingungen stimmen
Mit rund 690.000 Existenzgründungen im Jahr 2025 verzeichnet Deutschland laut KfW-Gründungsmonitor einen deutlichen Anstieg des Gründungsgeschehens. Besonders Frauen entdecken die Selbständigkeit zunehmend als attraktive berufliche Perspektive. Flexible Arbeitsmodelle, digitale Geschäftsmodelle und der Wunsch nach mehr Selbstbestimmung schaffen neue Chancen für unternehmerisches Handeln.
Diese Entwicklung spiegelt sich auch bei CoCo wider. Die Nachfrage wächst kontinuierlich:
Insgesamt wurden bereits 708 Gründungen erfolgreich begleitet.
Warum spezielle Gründungsförderung für Frauen wichtig bleibt
Trotz positiver Entwicklungen sind Frauen in der deutschen Gründungslandschaft weiterhin unterrepräsentiert. Viele Gründerinnen stoßen auf Hürden wie fehlenden Zugang zu Kapital, eingeschränkte Netzwerke oder die Herausforderung, Selbständigkeit mit Care-Arbeit und familiären Verpflichtungen zu vereinbaren.
CoCo setzt genau hier an. Das digitale Programm begleitet Frauen über zwölf Monate hinweg von der ersten Geschäftsidee bis zur tragfähigen Gründung und ermöglicht eine Teilnahme unabhängig von Wohnort, Lebenssituation oder beruflichem Hintergrund.
Bundesweit digital und praxisnah
Ein besonderer Erfolgsfaktor von CoCo ist die bundesweite und digitale Ausrichtung. Insbesondere Frauen aus strukturschwachen Regionen erhalten dadurch Zugang zu Wissen, Coaching und unternehmerischen Netzwerken.
„Die steigenden Bewerbungszahlen zeigen deutlich, dass Frauen gründen wollen. Was häufig fehlt, sind Zugang zu Wissen, Netzwerken und die passende Begleitung. Genau hier setzt CoCo an. Wir schaffen Rahmenbedingungen, die es Frauen ermöglichen, ihre Ideen erfolgreich in die Umsetzung zu bringen“, erklärt Hannah Radloff, Projektleiterin von CoCo – Frauen gründen.
Die Geschäftsideen der Teilnehmerinnen spiegeln aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen wider. Besonders häufig gründen Frauen in den Bereichen Bildung, E-Commerce, Gesundheit und Pflege, soziale Unternehmen, Konsumgüter, Gastronomie sowie digitale und KI-gestützte Dienstleistungen.
Unternehmerinnen als Zukunftsfaktor
Die Ergebnisse des KfW-Gründungsmonitors und die Entwicklung von CoCo verdeutlichen das große wirtschaftliche Potenzial weiblichen Unternehmertums. Werden bestehende Hürden abgebaut und passende Unterstützungsangebote geschaffen, entstehen neue Unternehmen, innovative Geschäftsmodelle und nachhaltige Impulse für den Wirtschaftsstandort Deutschland.
Über CoCo Frauen gründen
CoCo – Frauen gründen ist ein bundesweites digitales Gründungsprogramm von BerufsWege für Frauen & Social Business Women e.V. Das durch die KfW Stiftung geförderte Programm begleitet Frauen zwölf Monate lang auf ihrem Weg in die Selbständigkeit. Die Trägerorganisation engagiert sich seit 1989 in der beruflichen Frauenförderung. Das Projektteam, bestehend aus 12 Mitarbeiterinnen wird unterstützt von mehr als 40 Referentinnen sowie über 35 Gründungscoaches. Schirmherr des Programms ist Friedensnobelpreisträger Prof. Muhammad Yunus.
Bild Foto (v.l.n.r.) Kerstin Rücker, Gabriele Möhlke Vorstandsvorsitzende Berufswege für Frauen & Social Business Woman e.V., Prof. Mohamed Yunus, Friedensnobelpreisträger.
Quelle BerufsWege für Frauen & Social Business Women e.V.
Lemonaid produziert Bio-Getränke und verbindet Social Business mit einer AG-Struktur, um gesellschaftliche Wirkung und wirtschaftlichen Erfolg zusammenzuführen
Wie ist die Idee zu Lemonaid entstanden und wer steckt hinter der Marke?
Das ist eine längere Geschichte. Für mich war klar, dass ich meine Privilegien für etwas Sinnvolles einsetzen möchte. Am Ende wollte ich nicht „nur“ mein Eigenheim abbezahlen, sondern Menschen unterstützen, die sich in einer weniger komfortablen Situation befinden. So bin ich zunächst in die Entwicklungszusammenarbeit für die Bundesregierung hinein geraten. Hier fehlte mir jedoch das effizienzgetriebene Denken, dass in meinen Augen jedem Projekt, das Impact erzeugen will gut tut. Dies führte dann zur Gründung eines Social Business. Obwohl es diesen Begriff damals noch nicht einmal gab. Wir sind ein Dinosaurier der Szene.
Warum war euch von Anfang an wichtig, wirtschaftlichen Erfolg mit sozialer Wirkung zu verbinden?
Die Wirtschaft ist der stärkste und wichtigste Motor dieses Planeten. Es ist ein System, welches sich schlicht bewiesen hat. Das Effizientere und Nützlichste macht das Rennen – was dieser subjektive Nutzen auch immer sein mag. Da sich hieran historisch viele unverhältnismäßig bereichert haben, hat die Wirtschaft einen sehr negativen Ruf bekommen. Für viele ist sie sogar „böse“.
In meinen Augen wird hier allerdings fälschlicherweise ein System beschuldigt, das an sich nicht das Problem ist. Das mögliche „Böse“ ist, wenn überhaupt, der Nutzer.
Ich wollte mit unserem Projekt dafür inspirieren, dass die Gründung eines Unternehmens sehr wohl auch soziale Zwecke verfolgen und erfüllen kann. Und positive Effekte der gesamten Wertschöpfung möglich sind.
Was bedeutet fair gestaltete Wertschöpfung konkret für Lemonaid?
Es bedeutet, dass jede wertschaffende Gruppe entlang der Erschaffung des Produktes ein würdevolles Leben führen kann. Das bedeutet sowohl wirtschaftlich als auch gesundheitlich. Insofern war es für mich immer klar, im Bereich der Lebensmittel ausschließlich biologisch zertifizierte Landwirtschaft zu fördern. Und ein System zu fördern, oder sogar selbst zu erschaffen, das neue positive wirtschaftliche Perspektiven ermöglicht.
Wie schafft ihr es, soziale Verantwortung und Wachstum miteinander zu verbinden?
Das ist nicht so schwer, wie es klingt. Wir haben von Beginn an ein einfaches System erschaffen. Mit jedem von uns verkauftem Produkt wird ein Fixbetrag des Umsatzes an gemeinnützige Projekte weitergegeben. Das können wir kommunizieren und ist ein Baustein der unabhängig aller anderen Themenfelder einzukalkulieren ist. Die Kunden erfreuen sich ihres Beitrages und wir haben ein klares, transparentes System. Zusätzlich schauen wir natürlich sehr darauf, dass auch alle anderen Partner an der Wertschöpfung gut verdienen. Auch die Mitarbeitenden und Partner, die hier in Europa unsere Produkte verkaufen.
Lemonaid spricht davon, eine AG „anders zu denken“. Was genau meint ihr damit?
Wir gehen den nächsten Schritt. Für viele ist eine AG per se erstmal „gross und negativ“. Das ist aber wieder nur der Nutzung des Systems zuzuschreiben. Nicht dem System selbst. Das Aktienrecht an sich ist eigentlich sehr demokratisch und sozial. Und setzt Teilhaberschaft sehr hoch an. Was an sich gut ist. Negativ wurde der Ruf dadurch, dass Großinvestoren, diese demokratische Macht „bündeln“ und somit eben nicht der Eindruck eines ausgewogenen Unternehmes entsteht. Wenn wir uns den DAX angucken ist es eben Tatsache, dass ein Blackrock einer der größten Aktionäre ist. Und das ist sicher in den meisten Ländern so. Hier gehen wir bewusst einen anderen Weg. Wir wollen unsere SupporterInnen und Gleichgesinnten Teilhaberschaft ermöglichen. Direkt. Ohne „Broker. Wie genau das aussehen wird, werden wir zeitnah veröffentlichen. Fest steht, dass es ein sehr ungewöhnlicher Weg sein wird.
Warum ist die neue Unternehmensstruktur für euch mehr als nur ein wirtschaftlicher Schritt?
Weil wir erneut aufzeigen wollen, dass nicht das System das Problem ist, sondern die Nutzerschaft. Eine AG kann ein Social Business sein. Eine AG kann demokratisch strukturiert sein. Und eine AG kann allen entlang der Wertschöpgunskette Nutzen bringen. Eine Hauptversammlung kann Freude bringen – und es darf getanzt werden. Es muss kein grauer Börsensumpf sein. Hier wollen wir erneut Pionierarbeit leisten. Zeigen, dass es geht.
Welche Rolle spielt gesellschaftliche Wirkung heute für eure strategischen Entscheidungen?
Es ist der wichtigste Punkt bei allem, was wir tun: Was bedeutet mein Handeln für die Gemeinschaft? Von Südafrika und Indien bis in den Berliner Club. Überall.
Was unterscheidet Lemonaid von klassischen Getränkeunternehmen?
Es war nie unser Ansinnen, andere aus dem Getränkemarkt zu verdrängen und uns über Marketing an die Spitze zu arbeiten. Wir wollen die Getränke als Mittel zum Zweck nutzen. Gute Bioprodukte über die gesprochen wird, weil sie gesellschaftliche Relevanz haben. Weil sie Dinge thematisieren, die für die Gemeinschaft wichtig sind.
Warum war euch ein divers besetzter Aufsichtsrat mit Persönlichkeiten aus Kultur, Sport und Gesellschaft wichtig?
Mit dem, was ich gerade beschrieben habe, ist ein divers besetzter AR selbstredend. Er ergibt sich automatisch. Wenn verschiedene Sichtweisen inkludiert werden sollen, macht ein Gremium aus Ex-Vorständen etablierter Unternehmen keinen Sinn. Es braucht den Blick aus allen Ecken der Gesellschaft. Es braucht ein Gremium von Menschen, die aus Ihrer Box herausgucken wollen.
Welche Herausforderungen begegnen euch aktuell auf dem Weg in die nächste Wachstumsphase?
Wir sind zu 100% in Gründerhand. Das ist sehr selten. Wir wollten nie Großinvestoren beteiligen. Auch hier wieder um aufzuzeigen, dass dieser Weg denkbar ist. Und das erfolgreich. Nach 17 Jahren wollen wir uns aber auch für die Unterstützerinnen öffnen. Und gemeinsam noch mehr Wirkung erzeugen. Das geht zusammen viel besser als allein. Es gab jedoch länger nicht die passenden Strukturen. Denn eine AG ohne Börse war lange Zeit schwer denkbar.
Gründer Paul Bethke
Gab es Momente, in denen ihr bewusst gegen klassische Marktlogiken entschieden habt?
Die Logik des Marktes war nie unser Gegner. Die Spielregeln gelten für alle gleich. Auch für uns. Wir müssen das, was wir ausgeben, erwirtschaften. Langfristig. Wir müssen den Kunden etwas bieten, das attraktiver ist als die Alternativen. Diese Regeln haben wir stets im Blick gehabt und respektiert. In meinen Augen sind die Regeln sehr wichtig. Es ist nun nur die Frage, wie du auf dem Weg deiner Reise an die Konsequenzen für deine Mitmenschen denkst. Hier haben wir andere Maßstäbe gesetzt. Das kann aber theoretisch jede. Ohne damit die Wirtschaft zu verfluchen.
Wie blickt ihr auf die Zukunft von Social Businesses in Deutschland?
Wir sind stolz und froh, dass es mittlerweile über 500 Social Businesses gibt. Tendenz stark steigend. Natürlich sind wir hierfür nicht verantwortlich. Wir haben allerdings sicher ein wenig dazu beigetragen, dass andere auch mehr Mut haben konnten, den Schritt zu wagen. Gleichzeitig weht global gerade ein sehr harter und egozentrischer Wind. Politisch und wirtschaftlich. Ich hoffe, dass hier nach Regen wieder Sonne kommt. Schnell.
Welche nächsten Entwicklungen plant ihr aktuell für Lemonaid?
Wir sind weiterhin erst am Anfang unserer Reise. Wir verkaufen bereits in über 35.000 Läden und über 25 Ländern. Von Singapur bis Norwegen. Von Wholefoods über das Mandarin Oriental bis hin zum Berliner Kellerklub. Gleichzeitig ist das Potential noch nicht einmal ansatzweise ausgeschöpft. Wir planen dieses Jahr mit über 40 Millionen verkauften Produkten. Eine Verzehnfachung haben wir schon hinter uns – die kann aber genauso gut weiterhin in die Zukunft projiziert werden. Im Kosmos der Getränkewelt haben wir eine Marke erschaffen, die im nächsten Schritt ihre Kraft erst entfalten wird. Davon bin ich recht überzeugt.
Wir werden somit alles in den Ausbau der internationalen Märkte stecken. Unser Büro in London und Paris werden weiter wachsen. Es sind die für uns stärksten Wachstumstreiber. Und die Welt da draussen ist gross. Da stehen wir weiterhin ganz am Anfang.
Welche drei Ratschläge würdet ihr anderen Gründerinnen und Gründern mit auf den Weg geben?
Ich bin nicht der Typ für Ratschläge. Ich habe selbst erfahren, dass Naivität nicht unbedingt schlecht ist. Als Gründer Wenn ich alles bis ins letzte Detail durchplane fängt meist niemand an. Wer nichts macht, macht zwar auch nichts falsch – aber es ist die falsche Denke. Es sollte dem Neuen eine Chance gegeben werden. Und wenn das dann noch das Wohl der Allgemeinheit befeuert, perfekt!
Bild: v.l.n.r. Die Aufsichtsratsmitglieder von Lemonaid. Nachhaltigkeitsforscher Prof. Dr. Markus Beckmann, Unternehmer und Strategieexperte Christoph Korittke, Aktivistin und Vereinsvorständin Aileen Puhlmann, Profifußballer Jackson Irvine und Gründer Paul Bethke. Fotocredits: Lemonaid
Wir bedanken uns bei Paul Bethke für das Interview
Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder
backlessory entwickelt Backlets für BHs und macht den klassischen BH Verschluss zu einem sichtbaren Fashion Accessoire für rückenfreie Outfits. Das Startup ist Teil des Stoff im Kopf Accelerators und arbeitet aktuell am Marktstart seiner ersten Kollektion
Wie entstand die Idee zu backlessory und wer steckt hinter dem Startup?
Ich hatte ein Kleid mit Rückenausschnitt und wusste nie, was ich darunter anziehen soll. Es gibt einfach keine Lösung, die Komfort und Styling bietet. Da hatte ich die Idee und ich habe angefangen einen ersten Prototypen zu nähen. Meine Mutter unterstützt mich im Hintergrund, wir sind also ein Mutter-Tochter-Team.
Warum war der klassische BH Verschluss für euch der Ausgangspunkt für ein neues Fashion Konzept?
Bei Rückenausschnitten ist immer ein Teil des BH-Verschlusses sichtbar. Ich habe mir gedacht: Was ist so schlimm daran, dass man den BH-Verschluss sieht? Die einzige Antwort, die mir dazu eingefallen ist: Nichts, er ist nur hässlich. So ist die Idee entstanden, aus dem BH-Verschluss ein It-Piece zu machen.
Wie kamt ihr auf die Idee, den BH Verschluss bewusst sichtbar und zum Statement-Piece zu machen?
Zuerst dachte ich daran, die Rückseite des BHs ganz dünn und zierlich zu gestalten. Aber je länger ich darüber nachgedacht und ausprobiert habe, desto besser fand ich die auffälligeren Designs. Wenn das Band gut zum Outfit passt, ist das ein echter Hingucker. Ich glaube ich kann sagen: wir haben ein neues Accessoire erfunden – das Backlet!
Welche Zielgruppe möchtet ihr mit backlessory besonders ansprechen?
Unsere Zielgruppe sind primär junge Frauen, die sich durch Mode ausdrücken wollen.
Welche Rolle spielen Individualität und Styling bei euren Produkten?
Das Styling ist natürlich der primäre Faktor – es geht ja um ein Accessoire oder sogar Statement-Piece. Langfristig möchten wir unsere Backlets auch gerne individualisierbar machen.
Wie wichtig ist euch neben dem modischen Aspekt auch der Komfort im Alltag?
Enorm wichtig! Denn genau darum geht es ja: Die bisherigen Lösungen für rückenfreie Outfits sind immer ein Kompromiss zwischen Styling und Komfort. Wir bieten die Möglichkeit einen ganz normalen BH unter einem rückenfreien Outfit anzuziehen. Also Styling ohne Einbuße in Komfort und Halt.
Welche Herausforderungen begegnen euch beim Aufbau einer jungen Fashion Marke?
Ganz klar: die Zuliefererkette. Es ist enorm schwierig Business Partner zu finden, die auch kleinere Abnahmemengen liefern. Dazu kommt, dass wir branchenfremd sind und uns erst einmal in die Fachtermini und die branchenüblichen Abläufe einfinden mussten.
Wie reagiert eure Community bislang auf die Idee hinter backlessory?
Wir bekommen sehr gutes Feedback! Die häufigste Antwort auf unsere Idee ist: Warum gibt es das noch nicht? Das gibt uns natürlich enormen Rückenwind und hilft uns auch bei Rückschlägen weiterzumachen.
Welche Bedeutung hat die Teilnahme am Stoff im Kopf Accelerator für eure Entwicklung?
Ich bin ein großer Fan des Programms! Man hat von der ersten Minute an gemerkt, wie viel Engagement und Detailarbeit dort einfließt. Alle, egal ob Organisatorinnen, Teilnehmerinnen oder Mentor*innen, sind unglaublich unterstützend und immer offen für Fragen. Auch aus den Workshops habe ich enorm viel mitgenommen, was mich sicherlich nicht nur im Startup weiterbringt.
Was unterscheidet backlessory aus eurer Sicht von klassischen Accessoire oder Fashion Labels?
Backlessory schlägt die Brücke von einem BH, den man eigentlich versteckt, und einem Accessoire, das man bewusst zeigt. Wir haben den BH uminterpretiert und mit den Backlets ein neues Accessoire erfunden. Ich ziehe immer den Vergleich zu Socken. Socken waren früher unauffällig, meist schwarz oder weiß. Heute sind sie knallbunt und funktionieren als Teil des Outfits. Genau da möchte ich die Backlets auch hinbringen.
Welche nächsten Schritte plant ihr für backlessory in den kommenden Monaten?
Wir arbeiten an unserer ersten Kleinserie und werden in den nächsten 1-2 Monaten launchen.
Welche drei Ratschläge würdet ihr anderen Gründerinnen und Gründern mit auf den Weg geben?
Erstens: Einfach mal machen! Man muss loslegen und darf nicht zu verkopft an die Sache herangehen.
Zweitens: Sich selbst erlauben nicht perfekt zu sein. Das erste Produkt wird nicht perfekt und das ist okay, das muss man akzeptieren. Man ist eben kein etablierter Großkonzern, sondern ein Startup.
Drittens: Niemals aufgeben. Es wird Rückschläge geben, und zwar viel mehr als man denkt. Wichtig ist wieder aufzustehen und die Kraft zu finden weiterzumachen.
MOOT verwandelt ausrangierte Textilien durch Upcycling in neue Produkte und zeigt nach dem Auftritt in der The Green Deal Show, wie nachhaltige Mode wirtschaftlich funktionieren kann
Wie entstand die Idee zu MOOT und wann war euch klar, dass daraus ein Unternehmen werden kann?
Die Idee entstand aus einer einfachen Beobachtung: Tonnenweise brauchbare Textilien landen täglich im Müll, während die Modeindustrie gleichzeitig immer neue Ressourcen verbraucht. Nils, ausgebildeter Modedesigner mit Fokus auf zirkuläres Design, und ich, studierter BWLer mit Startup-Erfahrung, kannten uns als langjährige Freunde und merkten schnell, dass wir die perfekte Kombination für dieses Vorhaben mitbringen. 2020 gründeten wir MOOT – mitten in der Pandemie. Was mit einem T-Shirt aus Bettwäsche anfing, entwickelte sich schnell in eine breite Produktpalette aus verschiedensten Materialien. Dass aus der Idee ein echtes Unternehmen werden kann, wurde uns spätestens klar, als die erste Crowdfunding-Kampagne erfolgreich war.
Was hat euch dazu motiviert, ausrangierten Materialien ein zweites Leben zu geben?
Der Kern war immer die Überzeugung, dass Upcycling nicht Nischenkunst, sondern massentauglich sein kann. Wir wollten zeigen, dass aus entsorgten Textilien hochwertige, designstarke Produkte entstehen können und das alles lokal, fair und mit echter Geschichte.
MOOT war am 29. Mai 2026 in der zweiten Folge von The Green Deal Show zu sehen. Wie habt ihr die Zeit rund um die Sendung erlebt?
Die Wochen vor der Ausstrahlung waren spannend, The Green Deal Show ist ein ganz neues Konzept und entsprechend gab es keine Erfahrungswerte auf die wir zurückgreifen konnten. Die Aufzeichnung fand Mitte April 2026 vor Live-Publikum in Berlin statt, das war ein besonderes Erlebnis denn fast unser gesamtes Team (inzwischen sind wird 14 Personen) konnte im Publikum sitzen. Auf der Bühne zu stehen und unsere Mission vor der Creator Jury zu pitchen, war sowohl aufregend als auch extrem motivierend. Das am Ende alle drei Creator mit uns kooperieren wollten, zeigt dass wir wohl alles richtig gemacht haben!
Welche Eindrücke habt ihr aus The Green Deal Show mitgenommen?
Was uns am meisten beeindruckt hat, war das Konzept der Show selbst: Hier geht es nicht um Kapital, sondern um Reichweite. Die Jury steht für echte Haltung und bringt Communities mit, die sich für Nachhaltigkeit interessieren. Das fühlt sich sehr authentisch an. Und das Live-Publikum, das per Online-Tool über „Coins“ abstimmt, hat uns gezeigt, dass die breite Gesellschaft das Thema Upcycling verstehen und fördern möchte.
Gab es nach der Ausstrahlung spürbare Veränderungen für MOOT, etwa bei Reichweite, Anfragen oder Partnerschaften?
Direkt nach der Ausstrahlung konnten wir definitiv mehr Traffic auf unseren Seiten verbuchen, doch besonders spannend wird es dann, wenn unser Deal mit den Creator umgesetzt wird.
Kam es durch The Green Deal Show zu einem Deal oder weiteren Gesprächen mit möglichen Partnern?
Das Format lebt davon, dass Creator ihre Reichweite einsetzen und genau das ist passiert. Es gab konkrete Gespräche mit Creator, die wir nun weiterführen. Details dazu werden sich in den kommenden Wochen zeigen. Wir haben auf jeden Fall richtig Lust auf die Kooperation!
Wie ging es für euch nach der Sendung konkret weiter?
Ganz ehrlich, nach der Show ging es direkt weiter mit unserem operativen Geschäft – also der Betreuung des Online Shops aber vor allem der Umsetzung von B2B Kooperationen. Da stecken wir gerade in einer sehr intensiven Phase. Außerdem arbeiten wir gerade auch an einem Förderprojekt mit der DBU zusammen, die ja auch Sponsoren der Green Deal Show sind. Also nach der Show ging’s erstmal zurück zu Business as usual.
Welche Herausforderungen begegnen euch beim Thema nachhaltige Produktion und Upcycling im Alltag am häufigsten?
Die größte Herausforderung, die wir im D2C Bereich haben ist tatsächlich die Kommunikation. Unsere Produkte haben Erklärungsbedarf und viele Produkte sind Unikate. Das macht die Vermarktung kompliziert und genau deshalb ist die Green Deal Show für uns auch so eine spannende Möglichkeit.
Was macht MOOT aus eurer Sicht besonders im Vergleich zu anderen nachhaltigen Fashion Startups?
Wir verwenden zu 100 % aussortierte Materialien – kein Greenwashing, kein „ein bisschen recycelt“. Jedes Produkt rettet Textilien. Gleichzeitig haben wir mit MOOTstudio ein industriell skalierbares B2B-Modell entwickelt: Wir upcyceln ausgedienten Uniformen, Werbematerialien oder Arbeitskleidung für Unternehmen wie DHL oder den DFB. Das verbindet Impact mit echter Wirtschaftlichkeit.
Wie schafft ihr es, Nachhaltigkeit und wirtschaftliches Wachstum miteinander zu verbinden?
Indem wir beides nicht als Widerspruch begreifen. Unsere Kreislaufwirtschaft spart Rohstoffkosten, schafft einzigartige Produkte mit Mehrwert und spricht eine Zielgruppe an, die bewusst konsumieren will. Das B2B-Segment über MOOTstudio bringt Skalierbarkeit, die im reinen B2C schwieriger zu erreichen ist.
Welche Ziele verfolgt MOOT in den kommenden Jahren?
Wir wollen Upcycling als Standard etablieren – nicht als Ausnahme. Konkret bedeutet das: Wachstum im B2B-Bereich, neue Partnerschaften für den Textilnachschub, und weitere Auszeichnungen wie der Circular Fashion Fund als Signal an die Branche. Langfristig wollen wir die Upcycling-Quote in der deutschen Textilindustrie spürbar erhöhen und MOOT als europäische Referenz für zirkuläre Mode positionieren.
Würdet ihr anderen Startups empfehlen, bei The Green Deal Show teilzunehmen und warum?
Absolut. Das Format ist einzigartig, weil es nicht um Bewertungen und Term Sheets geht, sondern um echte Community-Verbindungen. Wenn ihr ein nachhaltiges Startup seid, das eine Geschichte zu erzählen hat und eine junge, bewusste Zielgruppe ansprechen wollt, ist das eine super Bühne. Die Jury bringt nicht nur Reichweite, sondern auch Glaubwürdigkeit.
Welche drei Tipps würdet ihr Gründer geben, die heute ein nachhaltiges Startup aufbauen möchten?
Mission first – aber Zahlen kennen. Ohne eine echte Überzeugung kommt man nicht durch die harten Phasen. Aber wirtschaftliches und rechtliches Know-How ist unerlässlich. Beides zusammen ist der Schlüssel.
B2B früh mitdenken. Ein direkter Kanal zu Unternehmenskund gibt Planungssicherheit und skaliert besser als reiner D2C-Vertrieb.
Community vor Kapital. Baut zuerst echte Beziehungen auf – zu Kund, Partner, Gleichgesinnten. Wer das hat, findet auch Investor.
Bild Das MOOT Team in Berlin,Neukölln Credit: MOOT Upcycling GmbH
NEOH entwickelt zuckerreduzierte Süßigkeiten und setzt mit Innovation auf vollen Geschmack ohne Kompromisse
Wie entstand die Idee zu NEOH und welche Entwicklungsschritte waren seit dem Start besonders prägend?
Ich liebe Naschen – und ich glaube, damit bin ich nicht allein. Gleichzeitig war mir immer bewusst, dass herkömmliche Süßigkeiten gesundheitlich Schrott sind. Genau daraus entstand vor über 15 Jahren die Idee zu NEOH: Genuss und Gesundheit miteinander zu verbinden, ohne Kompromisse beim Geschmack einzugehen.
Der Weg dorthin verlief alles andere als geradlinig. Es gab tausende Schritte nach vorne, aber auch viele Rückschläge. Pionierarbeit bedeutet, ständig Neues auszuprobieren, ohne zu wissen, ob es funktionieren wird. Gerade in einem Markt, in dem vieles seit Jahrzehnten unverändert ist, braucht echte Innovation Ausdauer, Mut und Geduld.
Auch wenn wir als Team bereits enorm viel Zeit, Energie und Know-how investiert haben, sehe ich diese Transformation noch immer erst am Anfang. Genau das macht die Reise so spannend.
Mit welchem Anspruch ist NEOH angetreten, den Markt für Süßigkeiten und Snacks zu verändern?
Die Industrie ist seit Jahrzehnten ohne echte Veränderung und Innovation. Nach Tabak wird Zucker in hohen Mengen einfach der nächste große Gegner der Menschheit. Das schreit nach einer Transformation. Klar ist auch: Das ist eine Milliardenindustrie – d. h. es wird dauern, hier Veränderungen herbeizuführen und es wird einem alles abverlangen.
Wie schafft es NEOH, Geschmack und zuckerreduzierte Rezepturen miteinander zu verbinden?
Am Ende waren es tausende Versuche in einer speziellen sensorischen Matrix, gepaart mit neuartigen Testmethoden rund um die gesundheitlichen Auswirkungen. Diese Tests wurden sorgfältig in eine gut geschützte Datenbank eingetragen und täglich weiter ausgeführt. Diese Daten bilden die Basis der Formel. Am Ende sind es mehr als 20 verschiedene pflanzliche Ballaststoffe aus unterschiedlichsten Quellen und Herstellungsverfahren, die genau in dieser Zusammensetzung geschmacklich 100 % funktionieren und die Basis der Innovation bilden.
Welche Zielgruppen stehen für euch aktuell besonders im Fokus?
65 % der Österreicher und Deutschen sagen, sie würden sofort auf Zucker verzichten – aber sie sind nicht bereit, geschmacklich einen Kompromiss zu akzeptieren. Das ist das Ziel: diese Menschen so schnell wie möglich über NEOH und unsere ZERO+-Technologie zu informieren und sie als potenzielle Kunden zu erreichen. Unsere ersten Fans stammen aus der Fitnessszene, gefolgt von jungen Familien, die für uns eine sehr wichtige Zielgruppe darstellen.
CRISP N CREAM Couch (c) Dominic Berchtold
Wie reagieren Konsumenten auf Produkte von NEOH im Vergleich zu klassischen Süßigkeiten?
Bei Verkostungen gewinnen wir sehr schnell neue Fans. Der Geschmack überzeugt! Wenn wir noch dazu die Aufklärungsarbeit direkt leisten können, gibt es kaum Leute, die nicht begeisterte NEOH-Kunden werden. Diese „Aufklärung“ zu skalieren ist nun die große Herausforderung.
Welche Herausforderungen bringt die Entwicklung innovativer Snackprodukte mit sich?
Innovation hat immer ihren Preis – in der Lebensmittelindustrie zeigt sich das besonders stark entlang der gesamten Supply Chain. Bei uns kommt nichts von der Stange. Viele Rohstoffe müssen wir selbst entwickeln, produzieren oder speziell produzieren lassen, weil bestehende Lösungen unsere Anforderungen schlicht nicht erfüllen.
Unser neuestes Produkt, der Milky Choc, besteht beispielsweise zu rund 90 % aus Rohstoffen, die wir zuvor selbst entwickelt haben. Das bedeutet: Wir kontrollieren nicht nur das Endprodukt, sondern bereits die Rohstoffe und deren Herstellungsprozesse. Genau das macht solche Innovationen überhaupt erst möglich.
Auch in der Produktion beginnt mit jedem neuen Produkt wieder ein Lernprozess: neue Tests, neue Herausforderungen, neue Lösungen. Das ist oft aufwendig, aber gleichzeitig auch ein großer Vorteil. Denn jede gelöste Herausforderung zeigt, wie komplex diese Technologie tatsächlich ist. Und genau diese Komplexität verschafft uns am Ende einen Vorsprung, den man nicht einfach kopieren kann.
Wie wichtig sind Forschung und Produktentwicklung für die langfristige Strategie von NEOH?
Das ist die Basis der Idee. Auch wenn nun zunehmend Vertrieb und Marketing wichtiger werden – die Basis bildet das Ziel, das innovativste Schokoladenprodukt der Welt zu sein. Innovation macht das Marketing günstiger, den Vertrieb einfacher und somit die Skalierung effizienter. Deshalb war auch klar: Das Produkt muss 100 % sitzen – und da sind wir nun nach 15 Jahren tatsächlich angekommen. Jetzt geht es darum, den Innovationsvorsprung auszubauen und gleichzeitig zu skalieren. Am Ende bringt die Innovation nichts, wenn sie nicht erreichbar, skaliert oder generell nicht verfügbar ist.
NEOH hat in den vergangenen Jahren mehrere Finanzierungsrunden abgeschlossen. Wie wichtig war externes Kapital für euer Wachstum?
Wir bewegen uns in einem extrem kompetitiven Markt neben internationalen Konzernen, die um ein Vielfaches größer sind als wir. Gleichzeitig haben wir Forschung und Produktentwicklung völlig neu gedacht. Doch echte Innovation in dieser Tiefe ist ohne entsprechendes Budget nicht möglich.
Externes Kapital war deshalb ein entscheidender Faktor für unser Wachstum. Es ermöglicht uns, langfristig zu forschen, neue Technologien zu entwickeln und die gesamte Wertschöpfungskette selbst aufzubauen – von den Rohstoffen bis zum fertigen Produkt.
Genauso wichtig wie das Kapital selbst sind aber die richtigen strategischen Partner. Sie bringen Erfahrung und Netzwerke mit ein und öffnen Türen, die einem als junges Unternehmen sonst verschlossen bleiben würden. Diese Kombination aus Finanzierung, Know-how und Partnerschaften war und ist für unseren Weg essenziell.
Warum war es euch wichtig, Investoren an Bord zu holen, und worauf achtet ihr bei solchen Partnerschaften besonders?
Bei der Auswahl von Investoren war uns immer wichtig, dass die Partnerschaften auch menschlich und philosophisch zu uns passen. Es gibt gewisse Konstellationen, die wir bewusst ausgeschlossen haben – einfach weil Werte, Ethik oder die langfristige Vision nicht kompatibel gewesen wären.
Gleichzeitig muss man als wachsendes Unternehmen auch realistisch sein: Es gibt Phasen, in denen enormer Druck entsteht. Manche Herausforderungen sind selbst verschuldet, andere kommen von außen – wie Corona, massive Rohstoffpreissteigerungen oder zuletzt die Kakaopreiskrise. In solchen Situationen kämpft man teilweise schlicht ums Überleben und hat nicht unbegrenzt viele Optionen zur Auswahl.
Umso stolzer sind wir heute auf unser Investoren-Setup. Wir haben ein außergewöhnlich breites und starkes Netzwerk aufgebaut – mit Partnern aus unterschiedlichsten Branchen und Kompetenzfeldern. Von Supply Chain über Produktion bis hin zu Vertrieb und Handel bringen unsere Investoren wertvolles Know-how und echte operative Stärke mit.
Genau dieses Netzwerk gibt uns Rückenwind in Wachstumsphasen und Stabilität in schwierigen Zeiten. Und das ist oft genauso wertvoll wie das Kapital selbst.
Was erwarten Investoren heute von einem Food-Tech-Unternehmen wie NEOH?
Investoren erwarten heute vor allem eines: Skalierung. Die zentrale Frage lautet nicht mehr, ob die Lösung funktioniert, sondern wie schnell und international sie wachsen kann.
Viele Investoren verstehen mittlerweile das enorme Potenzial hinter Food-Tech-Innovationen wie NEOH. Es geht nicht nur um ein einzelnes Produkt, sondern um die Möglichkeit, ein jahrzehntealtes Paradigma in der Lebensmittelindustrie nachhaltig zu verändern und eine Lösung zu erschaffen, die die Ernährungsgewohnheiten der Menschen verändern kann.
Über das Timing kann man diskutieren – darüber, wie schnell sich Märkte verändern oder Konsumenten umdenken. Aber am grundlegenden Resultat zweifeln die wenigsten: Der Bedarf an gesünderen Alternativen mit vollem Geschmack wird langfristig massiv wachsen.
Was macht NEOH aus eurer Sicht einzigartig im Bereich Functional Food und Snacks?
Der größte Unterschied ist ganz klar der Geschmack. Genau daran scheitern viele Produkte im Bereich Zuckerersatz oder Functional Food. Sensorisch können wir uns hier deutlich von klassischen Zuckerersatzstoffen abheben.
Das Besondere dabei: Wir erreichen das nicht durch künstliche Kompromisse, sondern vorwiegend mit pflanzlichen Ballaststoffen. Diese sind nicht nur deutlich besser als Zucker, sondern können sogar positive gesundheitliche Effekte haben.
Genau diese Kombination aus vollem Geschmack, innovativer Technologie und funktionalen Inhaltsstoffen macht NEOH aus unserer Sicht einzigartig.
Lifestyle Berry Riegel Berg (c) Dominic Berchtold
Welche nächsten Schritte plant NEOH in den kommenden Jahren?
In den kommenden Jahren wollen wir NEOH sowohl auf Produkt- als auch auf Marktebene konsequent weiterentwickeln – insbesondere in Österreich und Deutschland. Gleichzeitig liegt ein großer Fokus auf unserem B2B-Bereich: Wir möchten unsere Technologie und Rohstofflösungen in möglichst viele unterschiedliche Lebensmittelanwendungen bringen – weit über die Schokoladenindustrie hinaus.
Das Spannende dabei ist: Schokolade gilt als eine der schwierigsten Produktmatrizen überhaupt, wenn es um Zuckerreduktion geht. Genau dort haben wir unsere Technologie entwickelt und perfektioniert. Dadurch zeigt sich auch in anderen Anwendungen ein besonders starker Vorteil gegenüber bestehenden Lösungen.
Ob Joghurt, Saucen, Cerealien, Backwaren oder mittlerweile sogar Getränke – unsere Technologie ermöglicht auch dort eine deutliche Zuckerreduktion, ohne beim Geschmack Kompromisse einzugehen. Genau darin sehen wir enormes internationales Potenzial.
Welche drei Tipps würdet ihr anderen Gründerinnen und Gründern aus euren bisherigen Erfahrungen mitgeben?
Geh einen eigenen Weg. Es gibt keine Patentformel für Erfolg. Jedes Unternehmen hat seine eigene Story, seine eigenen Herausforderungen.
Try and Error: Am Ende geht es um viel probieren, Dinge neu denken, testen, fallen, aufstehen.
Durchhaltevermögen ist keine Tugend, sondern die Eintrittsbedingung. Alle Erfolgsstories sind einzigartig, aber eines vereint sie: unglaubliches Durchhalten und das Überstehen von dutzenden Krisen. Wer glaubt, es geht leicht, sollte sich eine andere Beschäftigung suchen.
Bildcredits NEOH
Wir bedanken uns bei Manuel Zeller für das Interview
Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder
Premium Start-up: NEOH
Kontakt:
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