Montag, September 21, 2026
Start Blog Seite 15

Abmahnfalle Social Media: Wie Musik in Reels für Unternehmen teuer wird

0
Musik auf Social Media: Abmahnung vermeiden Tim Kniepkamp Bildcredits Suitcase

Social-Media-Videos sind schnell produziert. Ein kurzer Clip wird mit einem bekannten Song unterlegt. Das ist heute der Standard. Doch was privat unproblematisch ist, birgt für Selbstständige und Firmen enorme rechtliche Risiken. Ein kurzer Moment der Unachtsamkeit kann schnell teuer werden.

Die Plattform-Lizenz schützt Firmen nicht

Der Fehler passiert oft aus Unwissenheit. Viele Nutzer glauben, sie dürfen jedes Musikstück verwenden, das Plattformen wie Instagram oder TikTok anbieten. Technisch ist das Einbinden von Songs über die Musikbibliothek der Apps sehr leicht. Das Problem liegt jedoch in der Lizenzierung. Die Plattformen erwerben die notwendigen Rechte ausschließlich für die private Nutzung. Wenn ein Konto gewerblich ist, greifen diese Lizenzen nicht. Wer dann geschützte Musik ohne eigene Lizenz postet, verletzt das Urheberrecht.

Wann ein Account geschäftsmäßig ist

Die Grenze zwischen privater und gewerblicher Nutzung ist in der Praxis nicht trennscharf. Eindeutig kommerziell sind Accounts von Kapitalgesellschaften oder eingetragenen Kaufleuten. Aber auch Solo-Selbstständige oder Freiberufler handeln im rechtlichen Sinne geschäftsmäßig. Selbst ein scheinbar privater Account wird gewerblich, sobald dort ein Produkt gezeigt oder eine Dienstleistung beworben wird. Ein entscheidendes Indiz ist die Impressumspflicht. Sobald ein Kanal ein Impressum benötigt, ist bei der Nutzung von Musik auf Social Media Vorsicht geboten.

Warum Löschen allein keine Lösung ist

Die erste Reaktion vieler Unternehmen ist Panik. Der betroffene Post wird unverzüglich gelöscht. Das beendet zwar die andauernde Verletzung des Urheberrechts, löst aber nicht das eigentliche Problem. Die Rechtsverletzung ist bereits in der Vergangenheit geschehen. Die Rechteinhaber haben den Verstoß im Vorfeld der Abmahnung meist durch Screenshots oder digitale Archivdienste gerichtsfest dokumentiert. Das Löschen des Videos entbindet also nicht von der Pflicht, sich mit den gestellten Forderungen auseinanderzusetzen.

Was der Verstoß kostet

Rechteinhaber und Musiklabels verfolgen diese Verstöße zunehmend. Betroffene erhalten in der Regel eine formelle Abmahnung. Darin wird eine Unterlassungserklärung gefordert – gepaart mit einer Schadenersatzforderung. Die Berechnung dieses Schadens erfolgt meist nach der sogenannten Lizenzanalogie. Also: Was hätte eine reguläre Lizenz für diesen Beitrag gekostet? Da es für Social Media keine einheitlichen Preistabellen gibt und bislang ein klarer Maßstab in der Rechtsprechung fehlt, schwanken die Forderungen enorm. Sie reichen regelmäßig von niedrigen vierstelligen bis mittleren fünfstelligen Beträgen pro Post.

Außergerichtliche Schlichtung als Alternative

Eine klassische Abmahnung endet oft in einem teuren juristischen Streit. Neben dem Schadenersatz müssen meist die Anwaltskosten der Gegenseite getragen werden. Die strafbewehrte Unterlassungserklärung bindet langfristig und erhöht den Streitwert – in der Folge also auch die Anwaltskosten. Eine Alternative ist die außergerichtliche Konfliktlösung. In digitalen Schlichtungsverfahren einigen sich die Parteien schnell auf eine rein wirtschaftliche Kompensation. Solche Einigungen erfolgen vertraulich und ersparen den Betroffenen die Übernahme gegnerischer Anwaltskosten. Der Fokus liegt auf einer schnellen, gesichtswahrenden Lösung.

Tipps für rechtssicheren Content

Aufklärung ist immer der beste Schutz. Stellen Sie gewerbliche Social-Media-Kanäle konsequent auf lizenzfreie Musik um. Nutzen Sie ausschließlich Sound-Bibliotheken, die explizit für kommerzielle Zwecke freigegeben sind. Sensibilisieren Sie Ihre Mitarbeiter oder externe Agenturen für dieses Risiko. Im Zweifel gilt: Verzichten Sie auf Musik und setzen Sie stattdessen auf Voice Content. Das schützt vor unerwarteten Abmahnungen.

Hinweis

Wir machen darauf aufmerksam, dass die Inhalte dieses Beitrags lediglich dem unverbindlichen Informationszweck dienen. Sie stellen keine Rechtsberatung im eigentlichen Sinne dar. Der Inhalt kann und soll eine individuelle und verbindliche Rechtsberatung, die auf Ihre spezifische Situation eingeht, nicht ersetzen. Alle bereitgestellten Informationen verstehen sich ohne Gewähr auf Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität.

Bildcredits Suitcase

Autor:

Tim Kniepkamp ist Jurist und Geschäftsführer der digitalen Schlichtungsstelle „Suitcase“ in München. Seine Plattform vermittelt außergerichtliche Einigungen u.a. bei Konflikten im Medien- und Urheberrecht. Ziel ist die effiziente Konfliktlösung. 

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Was knapp drei Millionen Marken über Startup-Namen verraten

0
Name, Marken und Gründer: Warum Markenrecherche wichtig ist Ron van de Sand Fotograf Jennifer Wickert

Ein Unternehmen zu gründen bedeutet, früh sehr viele Entscheidungen gleichzeitig zu treffen. Produkt entwickeln, erste Kunden gewinnen, eine Landingpage bauen, Social-Media-Kanäle sichern und SEO-Sichtbarkeit aufbauen. Vieles davon lässt sich später noch verändern oder optimieren. Eine Entscheidung zieht sich dagegen von Anfang an durch fast alles: der Name.

Wie soll das Unternehmen oder das Produkt heißen? Die Frage klingt zunächst einfach, zumindest bis man sich intensiv damit beschäftigt. Denn euer Name soll nicht nur kurz sein, sondern gleichermaßen prägnant und modern wirken und am besten sofort vermitteln, was ihr macht. Die passende Domain wäre ebenfalls schön. Am Ende steht dann die alles entscheidende Frage: Sollte ich mir den Namen schützen lassen?

Diese Frage lässt sich nicht pauschal beantworten, denn daraus kann schnell ein eigener, mitunter monatelanger Prozess entstehen. Dazu gehören beispielsweise der Gang zum Markenanwalt, die Beschreibung der relevanten Nizza-Klassen und schließlich die Markenanmeldung selbst, etwa beim Deutschen Patent- und Markenamt oder beim EUIPO (Amt der Europäischen Union für geistiges Eigentum).

Ich selbst bin diesen Weg des Öfteren gegangen, und er kann durchaus frustrierend sein. Denn neben der Frage, ob eine Marke grundsätzlich eintragungsfähig ist, entscheidet nicht nur die eigentliche Anmeldung. Relevant ist auch, wie ähnlich eine neue Marke bereits bestehenden Marken klingt, wie sie wirkt und ob sich die dahinterliegenden Waren oder Dienstleistungen inhaltlich überschneiden.

Ganz unabhängig davon, ob ihr euch am Ende für oder gegen eine Markenanmeldung entscheidet: Eine gründliche Recherche zu bereits bestehenden Marken ist unerlässlich. Nicht nur, weil im schlimmsten Fall Abmahnungen, Unterlassungsansprüche oder ein späterer Namenswechsel drohen können. Sondern auch, weil ihr sehr wahrscheinlich schon früh Zeit, Geld und Arbeit in die Sichtbarkeit eurer Marke investiert habt. Domain, Website, SEO, Social Media und erste Marketingmaßnahmen bauen auf diesem Namen auf. Je später ihr feststellt, dass es problematische Überschneidungen gibt, desto teurer und aufwendiger wird es, diesen Fehler zu korrigieren.

Wenn gute Ideen plötzlich ziemlich ähnlich aussehen

Viele Gründer neigen bei der Namenswahl öfter zu ähnlichen Mustern. Ganz konkret habe ich knapp drei Millionen europäische Markennamen ausgewertet. Dabei zeigt sich, dass Namensbestandteile wie „Tech“ (ca. 21.000-mal) oder „eco“ und „smart“ (jeweils ca. 13.000-mal) sowie Endungen wie „io“, „ly“ oder „fy“ tausendfach auftauchen. Das ist kein Zufall. Bei der Namenssuche greifen viele Gründer zu Begriffen, die modern klingen, vertraut wirken und möglichst schnell erklären, was das Unternehmen macht.

Je stärker sich ein Name an bekannten Begriffen und aktuellen Trends orientiert, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass viele andere auf eine ähnliche Idee gekommen sind. Ein guter Name muss deshalb nicht möglichst viel erklären. Er sollte vor allem genug Eigenständigkeit besitzen, um nicht zwischen Hunderten ähnlich klingenden Marken unterzugehen.

Der KI-Boom bringt seinen eigenen Trend mit sich

Die Veröffentlichung von ChatGPT im November 2022 läutete nicht nur eine neue Ära der Effizienzsteigerung und eine bis dahin beispiellose Verbreitung generativer KI ein. Sie wurde zugleich zum Startschuss für eine neue KI-Gründungswelle, die innerhalb kurzer Zeit zahlreiche Branchen erfasste.

Das zeigt sich nicht nur an der zunehmenden Anzahl registrierter Firmen in Deutschland, sondern auch an der Anzahl der Anmeldungen beim EUIPO. Zum Vergleich: Im Jahr 2025 wurden knapp 200.000 Marken angemeldet, 2019 waren es noch rund 160.000, ein Zuwachs von nahezu 23 Prozent.

Der KI-Gründungshype zeigt sich aber nicht nur an den reinen Zahlen der Anmeldungen. Auch die Namen selbst zeigen ein deutliches Muster. Rund zwei Drittel aller datierten EU-Markennamen mit „AI“ oder „GPT“ wurden erst nach 2022 registriert, obwohl das Register Jahrzehnte zurückreicht. Bis Ende 2022 waren es nicht einmal 800, seit 2023 kamen bereits 1.470 hinzu, also fast doppelt so viele wie in der gesamten Zeit davor.

Und ganz nebenbei gewann auch das nahezu unbekannte britische Überseegebiet Anguilla augenscheinlich an Attraktivität bei vielen Gründern. Der Grund dürfte allerdings weniger an den Stränden liegen, sondern vielmehr an der Länder-Domain „.ai“, unter der viele der neuen KI-Unternehmen ihre Webseiten registrieren.

Euer Markenname wird nie „perfekt“ sein

Auch wenn es immer schwieriger wird, einen kurzen und selbsterklärenden Namen zu finden, solltet ihr euch davon nicht abschrecken lassen, auch wenn fast täglich neue Marken registriert und auch passende Domains knapper werden. Ein guter Markenname muss nicht alles sofort erklären und schon gar nicht „perfekt“ sein. Viel wichtiger ist, dass er zu euch passt, im Kopf bleibt, bei euren Kunden funktioniert und nicht durch andere bereits besetzt ist.

Fragt deshalb ruhig Kunden, Freunde oder Bekannte, was sie empfinden, wenn sie den Namen zum ersten Mal hören. Was kommt ihnen als Erstes in den Sinn? Woran erinnert sie der Name? Und können sie ihn sich nach kurzer Zeit noch merken?

Am Ende zählt immer das, was ihr daraus macht.

Bildcredits Jennifer Wickert

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Mietminderung bei Wasserschaden: Das steht Mietern zu

0
Mieter: Schaden und Minderung richtig handhaben Benjamin Kominek

Ein dunkler Fleck an der Decke, Wasser im Laminat oder ein Rohrbruch in der Wand: Wasserschäden zählen zu den häufigsten Problemen in Mietwohnungen. Für die Bewohner beginnt dann oft ein wochenlanger Ausnahmezustand. Feuchte Wände, aufgequollene Böden und dröhnende Trocknungsgeräte machen das Wohnen zur Belastung. Viele Mieter wissen nicht, dass sie in dieser Zeit weniger Miete zahlen müssen. Dabei ist die Rechtslage eindeutig.

Wann Mieter die Miete mindern dürfen

Die Grundlage steht in Paragraf 536 des Bürgerlichen Gesetzbuchs. Schränkt ein Mangel die Nutzung der Wohnung spürbar ein, ist die Miete automatisch gemindert. Ein Antrag ist nicht nötig. Auch auf die Zustimmung des Vermieters kommt es nicht an. Die Minderung gilt ab dem Tag, an dem der Schaden gemeldet wurde. Gerechnet wird tagesgenau bis zur vollständigen Beseitigung, die Trocknungsphase eingeschlossen. Eine Ausnahme gibt es: Wer den Schaden selbst verursacht hat, darf nicht mindern. Das gilt etwa, wenn der Schlauch der eigenen Waschmaschine platzt.

Ohne Meldung kein Recht

Der wichtigste Schritt ist die Mängelanzeige. Mieter müssen den Schaden unverzüglich melden. Wer das versäumt, verliert das Minderungsrecht für diesen Zeitraum und haftet im schlimmsten Fall sogar für Folgeschäden. Bei laufendem Wasser gilt: sofort anrufen, danach schriftlich nachziehen. Die Anzeige sollte den Schaden konkret beschreiben und eine Frist zur Beseitigung setzen. Fotos mit Datum, kurze Notizen zum Verlauf und Zeugen sichern die Beweislage. Auch die Ankündigung der Minderung gehört in das Schreiben. Das schafft klare Verhältnisse und beugt Streit vor.

Wie hoch darf die Minderung ausfallen?

Eine gesetzliche Tabelle gibt es nicht, die Quote richtet sich nach dem Einzelfall. Aus der Rechtsprechung lassen sich aber Orientierungswerte ableiten. Feuchte Wände ohne echten Nutzungsausfall rechtfertigen etwa fünf bis fünfzehn Prozent. Ist ein Raum nicht mehr nutzbar, sind fünfzehn bis dreißig Prozent üblich. Laufen Trocknungsgeräte in mehreren Räumen, steigen die Quoten wegen Lärm, Abwärme und blockierter Flächen auf dreißig bis sechzig Prozent. Bei einer unbewohnbaren Wohnung entfällt die Miete komplett. Berechnungsgrundlage ist die Bruttomiete, also Kaltmiete plus Nebenkostenvorauszahlung. Wer unsicher ist, zahlt zunächst unter Vorbehalt weiter und fordert den Differenzbetrag später zurück.

Trocknungsgeräte: Der Strom geht auf den Vermieter

Bautrockner laufen meist Tag und Nacht, oft über mehrere Wochen. Je Gerät kommen schnell 15 bis 25 Kilowattstunden am Tag zusammen. Das summiert sich auf über hundert Euro Stromkosten im Monat. Diese Kosten trägt der Vermieter beziehungsweise dessen Versicherung. Mieter sollten den Zählerstand beim Aufstellen und beim Abbau der Geräte fotografieren und die Differenz in Rechnung stellen. Die Minderung wegen Lärm und eingeschränkter Nutzung kommt zusätzlich dazu. Ein Punkt für später: In der Nebenkostenabrechnung haben Trocknungs- und Reparaturkosten nichts verloren.

Wer zahlt was?

Nach einem Wasserschaden sind oft mehrere Versicherungen im Spiel. Schäden am Gebäude, also Wände, Böden und die Trocknung, laufen über die Gebäudeversicherung des Eigentümers. Beschädigte Möbel und Geräte des Mieters ersetzt dessen Hausratversicherung oder der Verursacher. Wichtig zu wissen: Auch wenn der Nachbar den Schaden verursacht hat, bleibt der Vermieter der richtige Ansprechpartner für Minderung und Reparatur. Der Mietvertrag besteht mit ihm. Das Geld holt er sich anschließend beim Verursacher zurück.

Diese Fehler kosten Geld

Der häufigste Fehler ist eine überzogene Quote. Wer über Monate deutlich zu wenig zahlt, riskiert eine Kündigung wegen Zahlungsverzugs. Kritisch wird es ab einem Rückstand von zwei Monatsmieten. Die Zahlung unter Vorbehalt ist deshalb der sichere Weg. Fehler Nummer zwei sind mündliche Absprachen. Was nicht schriftlich festgehalten ist, lässt sich später kaum beweisen. Und schließlich verschenken viele Betroffene schlicht Geld, weil sie ihre Rechte gar nicht erst geltend machen.

Digitale Hilfe für Mieter

Wer sich Formulierungen und Fristen nicht zutraut, muss nicht gleich zum Anwalt. Mieterportale im Netz übernehmen inzwischen viele dieser Schritte. Sie erstellen Mängelanzeigen mit korrekter Fristsetzung, ordnen Fotos des Schadens einer realistischen Minderungsquote zu, erinnern an laufende Fristen und versenden Schreiben direkt an den Vermieter. Auch die spätere Nebenkostenabrechnung lässt sich digital auf unzulässige Posten prüfen. Eine Rechtsberatung im Streitfall ersetzt das nicht. Für die ersten Schritte reicht es aber meistens aus. Wer schnell meldet, sauber dokumentiert und mit Augenmaß mindert, kommt gut durch die nasse Zeit.

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Sechsstelliges Investment: Indoor-Garten-Startup Everleaf expandiert

0
Everleaf: Marketing und Produktentwicklung im Fokus Bild: Christophe Vermeersch vor Indoor Garten @ Everleaf

Everleaf holt mittleren sechsstelligen Betrag und bereitet den Schritt über DACH hinaus vor

Das Wiener Indoor-Garten-Startup Everleaf hat eine neue Finanzierungsrunde im mittleren sechsstelligen Bereich abgeschlossen. Zu den neuen Investoren zählt ein Gründer, der bereits im Silicon Valley ein Unternehmen erfolgreich aufgebaut und verkauft hat. Der größte Teil des Kapitals geht in die Vorfinanzierung der Ware, dazu kommen Marketing und Produktentwicklung. Ab dem kommenden Jahr will das Unternehmen erstmals neue Märkte erschließen.

Frisches Gemüse in der eigenen Wohnung ernten, ohne Garten und ohne grünen Daumen: Mit diesem Versprechen ist Everleaf mit der ersten Version seines vertikalen Indoor-Gartens auf den Markt gegangen. Zuletzt hatte sich im Mai 2025 Bestandsinvestor Michael Grabner, der über „2 Minuten 2 Millionen“ eingestiegen war, an einer sechsstelligen Runde beteiligt. Damals lautete das Ziel, den Umsatz im laufenden Jahr zu verzehnfachen. Dieses Ziel hat Everleaf nach eigenen Angaben beinahe erreicht. Im laufenden Jahr wächst das Unternehmen erneut deutlich.

Jetzt folgt die nächste Runde. Everleaf hat frisches Kapital im mittleren sechsstelligen Bereich aufgenommen und mehrere neue Investoren an Bord geholt.

Silicon Valley Erfahrung im Gesellschafterkreis

Die neuen Investoren beteiligen sich als Business Angels und bringen neben Kapital vor allem Netzwerk und operative Erfahrung mit. Einer von ihnen hat im Silicon Valley selbst ein Unternehmen aufgebaut und erfolgreich verkauft. Auf eigenen Wunsch werden die neuen Gesellschafter nicht namentlich genannt.

„Geld allein löst in unserer Phase wenig. Was uns wirklich weiterbringt, sind Leute, die den Weg vom Startup zum großen Unternehmen schon einmal gegangen sind und wissen, wo es dabei knirscht“, sagt Gründer Christophe Vermeersch.

Stärkung des Working Capital

Ein Großteil der neuen Mittel fließt nicht in Marketing, sondern in die Ware selbst. Für Everleaf ist das die zentrale Herausforderung im Consumer Hardware Geschäft: Produktion und Einkauf müssen Monate vorfinanziert werden, lange bevor ein einziger Garten verkauft ist. Je stärker das Unternehmen wächst, desto größer wird der Kapitalbedarf, der in Lager und Vorproduktion gebunden ist.

Klassische Einkaufsfinanzierungen von Banken greifen in dieser Größenordnung noch nicht. Genau hier setzt die neue Runde an: Sie stärkt das Working Capital und schafft damit die Basis für das geplante Wachstum. Everleaf hält sich außerdem die Option offen, künftig ein weiteres Double Equity zu beantragen, um diesen Bereich dauerhaft abzusichern.

„Bei Hardware entscheidet nicht nur, wie gut du verkaufst, sondern ob du die Ware überhaupt durchgehend vorfinanzieren kannst, ohne dabei Out of Stock zu sein. Diese Hürde wird mit jedem Wachstumsschritt größer“, so Vermeersch.

Creative Diversity: Everleaf sucht Verstärkung im Marketing

Als DTC Marke wächst Everleaf vor allem über Online Marketing. Umsatzwachstum entsteht dort allerdings nicht dadurch, dass man den Geldhahn bei Meta weiter aufdreht. Entscheidend sind Menge und Qualität der Werbemittel, im Fachjargon Creative Diversity. Bisher hat Vermeersch diesen Bereich selbst verantwortet. Für die nächste Skalierungsstufe reicht das nicht mehr.

Everleaf sucht daher ab sofort eine Growth & Marketing Manager mit Erfahrung im E-Commerce oder DTC Umfeld. Die Position ist in Wien angesiedelt.

Produktentwicklung mit 3D-Druckern statt langer Roadmaps

Seit Everleaf die Produktentwicklung vollständig In-house geholt und vor einem Jahr einen eigenen Produktentwickler eingestellt hat, kommen deutlich mehr Produkte auf den Markt, vor allem Zubehör für den Everleaf Garden. Noch in diesem Jahr folgen zwei weitere Produkte, die das Gartenerlebnis erweitern.

Der Ansatz dahinter ist bewusst schlank. In der hauseigenen Werkstatt stehen mehrere 3D-Drucker. Aus einer Idee kann innerhalb einer Woche ein Produkt im Shop werden, das im echten Markt getestet wird. Erst wenn Kundinnen und Kunden es kaufen und mit Qualität und Funktion zufrieden sind, investiert das Team in skalierbare Fertigungsverfahren wie Spritzguss, die immer mit hohen Werkzeugkosten verbunden sind.

Genauso ist Everleaf schon beim Garten selbst vorgegangen. Die erste Version war alles andere als perfekt, kam dafür aber früh auf den Markt und lieferte echtes Feedback. Heute ist das Produkt weitgehend ausentwickelt. Das Team soll auch künftig bewusst klein bleiben, Prozesse werden so weit wie möglich mit KI aufgesetzt.

Vier Jahre Everleaf und der Blick über DACH hinaus

Im August 2022 begann Christophe Vermeersch mit der Konzeptentwicklung von Everleaf, im März 2023 folgte die Gründung der GmbH. Vier Jahre nach der ersten Idee ist der Antrieb derselbe geblieben: die Lebensmittelproduktion wieder näher an die Endverbraucher bringen, mit kurzen Wegen, frischerem Gemüse und ohne Belastung durch Pestizide.

Mit dem neuen Kapital will Everleaf ab dem kommenden Jahr erstmals über den deutschsprachigen Raum hinausgehen.

„Uns war immer wichtig, erst zu zeigen, dass unser Produkt und unser Ansatz in DACH funktioniert, bevor wir in neue Märkte gehen“, sagt Vermeersch. „Inzwischen haben wir ein System gefunden, das funktioniert. Genau das wollen wir jetzt auf weitere Länder übertragen.“

Bild: Christophe Vermeersch vor Indoor Garten @ Everleaf

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

KI für Unternehmenswissen: amber erhält sieben Millionen Euro für weiteres Wachstum

0
amber entwickelt KI für Unternehmenswissen und erhält sieben Millionen Euro für Wachstum. Drei Millionen Euro investiert die NRW.BANK in das Start-up. NRW.BANK Gebäude in Düsseldorf mit Fahnen und blick nach oben entlang des Gebäudes!

NRW.BANK investiert drei Millionen Euro in Aachener Start-up. Im Fokus der Investition steht KI für Unternehmenswissen.

Mit seiner KI für Unternehmenswissen will das Aachener Start-up amber Informationen aus unterschiedlichen Systemen zentral zugänglich machen. Mehr als 400 Unternehmen setzen die Business-KI bereits ein. Nun erhält amber sieben Millionen Euro für Produktentwicklung, Teamaufbau und die weitere Expansion in Europa.

KI für Unternehmenswissen: NRW.BANK investiert drei Millionen Euro in amber

Mehr als 400 Unternehmen nutzen bereits die Business-KI von amber, um schneller auf das gesamte Unternehmenswissen zuzugreifen und Arbeitsabläufe zu vereinfachen. Jetzt erhält das Aachener Unternehmen sieben Millionen Euro für sein weiteres Wachstum. NRW.Venture, der Venture-Capital-Fonds der NRW.BANK, steuert drei Millionen Euro bei. amber will damit sein Produkt weiterentwickeln, das Team vergrößern und weitere Märkte in Europa erschließen. Die Bedeutung von KI bei der Organisation und dem Management von Unternehmenswissen wächst stetig.

„In vielen mittelständischen Unternehmen steckt enormes Wissen. Im Arbeitsalltag ist es aber oft nur schwer zugänglich, weil es über viele Systeme verteilt ist“, sagt Johanna Antonie Tjaden-Schulte, Mitglied des Vorstands der NRW.BANK. „amber löst diese konkrete Herausforderung und macht vorhandenes Wissen direkt nutzbar. Wir unterstützen mit unserem Investment ein Start-up aus Nordrhein-Westfalen, das sich an einen großen europäischen Markt richtet und ganz gezielt die Zukunftsfähigkeit des Mittelstands steigert.“ Für viele Mittelständler bieten sich damit neue Chancen durch den Einsatz von KI für Unternehmenswissen.

KI für Unternehmenswissen bündelt Daten aus verschiedenen Systemen

Das gesamte Unternehmenswissen immer parat Durch den gezielten Einsatz von KI lassen sich viele Herausforderungen rund ums Unternehmenswissen meistern.

amber wurde von Bastian Maiworm, Philipp Reißel und Igli Manaj gegründet, die über langjährige Erfahrung mit künstlicher Intelligenz verfügen. Das Start-up aus dem Umfeld der RWTH Aachen richtet sich vor allem an kleine und mittlere Unternehmen. Viele von ihnen wollen künstliche Intelligenz einsetzen, stehen aber vor der Herausforderung, dass die Daten oftmals über verschiedene Laufwerke und in verschiedenen Programmen, Dokumenten oder E-Mails verteilt sind. Bei der zentralen Sammlung von Unternehmenswissen kann die Integration von KI neue Maßstäbe setzen.

Die Plattform von amber führt dieses Wissen mithilfe eines proprietären AI Data Layers zusammen. Basis dafür ist eine Suchfunktion für interne Unternehmensdaten, ergänzt durch einen KI-Assistenten sowie KI-Agenten, die zunehmend einzelne Aufgaben übernehmen können. Mitarbeitende können Fragen in Alltagssprache stellen und erhalten Antworten auf Grundlage der Informationen ihres Unternehmens. Damit entfällt die langwierige Suche nach Dokumenten und Informationen – hier spielt sich die wahre Stärke von KI im Bereich Unternehmenswissen aus.

amber soll im europäischen Mittelstand wachsen

Wachstum im europäischen Mittelstand Mehr Unternehmen erkennen die Vorteile von KI für Unternehmenswissen.

Zu den Kunden von amber zählen unter anderem Unternehmen aus dem Maschinenbau, der industriellen Produktion und dem Ingenieurwesen. Sie nutzen die Plattform vor allem, um Wissen zu sichern, neue Mitarbeitende schneller einzuarbeiten und Informationen im Arbeitsalltag leichter verfügbar zu machen. Gerade im Mittelstand sorgt die Nutzung fortschrittlicher KI für Produktivitätszuwächse und bessere Nutzung des Unternehmenswissens.

Mit dem neuen Kapital will amber zunächst seine Präsenz in ganz Europa ausbauen. Außerdem plant das Unternehmen, weitere Beschäftigte einzustellen und seine KI-Lösungen weiterzuentwickeln. Die NRW.BANK stellt über ihren Venture-Capital-Fonds NRW.Venture drei Millionen Euro Eigenkapital bereit. In gleicher Höhe ist Ventech investiert, eine international aktive VC-Gesellschaft aus Frankreich. Die restliche Summe kommt von verschiedenen weiteren Investoren. So wird KI für das Unternehmenswissen bei amber künftig eine zunehmend zentrale Rolle bei der Expansion spielen.

Foto/Quelle: NRW.BANK

Robo-Guru: Neue Vergleichsplattform bringt Transparenz in die B2B-Robotik

0
Robo-Guru: Roboter für professionelle Robotik Sebastian Hosbach Robo-Guru

Robo-Guru schafft mehr Transparenz im Markt für professionelle Robotik und ermöglicht Unternehmen einen unabhängigen Vergleich verschiedener Hersteller.

Können Sie Robo-Guru kurz vorstellen und erzählen, wie die Idee für eine unabhängige Beratungs- und Vergleichsplattform für professionelle Robotik entstanden ist?

Robo-Guru ist eine herstellerunabhängige Beratungs- und Vergleichsplattform für professionelle Robotik im deutschsprachigen Raum. Unternehmen finden bei uns Orientierung in einem zunehmend unübersichtlichen Markt: Welcher Roboter passt zu meiner Fläche, meinem Budget und meinem Einsatzfall? Was kostet der Betrieb wirklich — und ab wann rechnet sich die Investition? Vom ersten Informieren über den Modellvergleich bis hin zu konkreten Angeboten mehrerer Anbieter begleiten wir den gesamten Entscheidungsprozess.

Die Idee entstand im Dezember 2025. Ich beschäftigte mich damals intensiv mit der Frage, warum es in der professionellen Robotik keinen zentralen Ort für Austausch und Wissen gibt — eine Community mit Erfahrungsberichten aus der Praxis, mit Videos, Bildern und ehrlichen Einschätzungen von Menschen, die diese Maschinen tatsächlich im Einsatz haben. Ich hatte mir sämtliche Marken angesehen, alle einschlägigen Foren durchforstet — und musste feststellen: So etwas existierte schlicht nicht. Dabei war es genau das, was ich mir als Branchenkenner selbst immer gewünscht hatte.

Also habe ich nicht lange überlegt, sondern angefangen. Ich habe die erste Version der Plattform eigenhändig mit WordPress aufgebaut — mit unzähligen Plugins, unzähligen Arbeitsstunden und, ganz ehrlich, auch mit einigen schlaflosen Nächten. Stück für Stück habe ich das Projekt weiterentwickelt und ausgebaut, bis ich irgendwann an einen Punkt kam, an dem klar wurde: Mit WordPress stoße ich an technische Grenzen. Die Plattform, die mir vorschwebte, ließ sich damit nicht mehr sauber und zukunftsfähig umsetzen.

An diesem Punkt habe ich meinen Freund und Entwickler Sebastian Angelone angerufen und ihm meine Idee vorgestellt: eine ganzheitliche, professionelle Plattform für gewerbliche Robotik — unabhängig, fundiert und mit echtem Mehrwert für die Betreiber. Er war sofort Feuer und Flamme. Seine Reaktion war unmissverständlich: Dieses Thema greifen wir gemeinsam an — und wir wollen im Bereich der B2B-Robotikplattformen Marktführer im deutschsprachigen Raum werden. Aus dieser gemeinsamen Überzeugung ist Robo-Guru entstanden.

Wer steht hinter Robo-Guru, und welche Erfahrungen bringen Sie ein?

Hinter Robo-Guru stehen Sebastian Angelone und ich, Sebastian Hosbach. Wir haben das Unternehmen 2026 als GbR mit Sitz in Dortmund gegründet. Ich bringe über 20 Jahre B2B-Vertriebserfahrung mit, davon einen erheblichen Teil in der professionellen Robotik — ich kenne also beide Seiten des Tisches: die Argumentation der Anbieter und die tatsächlichen Fragen der Betreiber. Genau dieses Insiderwissen macht die Plattform glaubwürdig: Wir wissen, wo Datenblätter schönen und wo die echten Kostentreiber liegen.

Welche Vision verfolgen Sie, und wie erleichtern Sie Unternehmen den Zugang?

Unsere Vision: Robo-Guru soll die zentrale Anlaufstelle für gewerbliche Robotik im deutschsprachigen Raum werden — vom ersten Informieren bis zum konkreten Angebot. Konkret erleichtern wir den Zugang dreifach: mit dem Robot-Finder, der aus dem Einsatzprofil passende Modelle filtert, mit Wirtschaftlichkeitsberechnungen, die aus dem Bauchgefühl eine belastbare Zahl machen, und mit der Anfrage, über die Interessenten bis zu fünf vergleichbare Angebote erhalten — oft bis zu 30 % günstiger als die Listenpreise auf den Websites.

An welche Zielgruppen richtet sich Robo-Guru, und welche Herausforderungen lösen Sie?

Unser Kern sind Gebäudedienstleister, Facility Manager und Betreiber größerer Flächen — Handel, Logistik, Hotellerie, Kliniken, Kommunen. Ihre Herausforderungen sind immer dieselben: Personalmangel, steigende Kosten und ein unübersichtlicher Anbietermarkt. Viele wissen, dass Robotik helfen kann, aber nicht, welches Gerät für ihren Fall taugt und ab wann es sich rechnet. Wir nehmen ihnen die Recherche ab, übersetzen Technik in Betriebswirtschaft und bringen sie mit den passenden Anbietern zusammen.

Warum fällt es Unternehmen trotz des vielfältigen Marktes schwer, die passende Lösung zu finden?

Gerade weil der Markt so vielfältig geworden ist. Es gibt Dutzende Hersteller, ständig neue Modelle, und die Datenblätter sind untereinander kaum vergleichbar — Flächenleistungen werden unter Idealbedingungen gemessen, Folgekosten für Verbrauchsmaterial, Service und Software tauchen oft gar nicht auf. Dazu kommt: Wer beim Hersteller anfragt, bekommt naturgemäß dessen Lösung empfohlen. Ohne neutrale Instanz vergleicht der Kunde Äpfel mit Birnen und entscheidet am Ende nach Sympathie statt nach Fakten.

Was macht Robo-Guru besonders im Vergleich zur direkten Beratung durch Hersteller oder Händler?

Der Hersteller berät im Rahmen seines Portfolios — das ist legitim, aber begrenzt. Wir starten beim Einsatzfall des Kunden und schauen dann über den gesamten Markt, welche Lösung passt. Dazu pflegen wir eine bewusst spezifikationskritische Redaktion: Wo Herstellerangaben unklar oder widersprüchlich sind, benennen wir das offen, statt Marketingtexte zu übernehmen. Und am Ende erhält der Interessent nicht ein Angebot, sondern mehrere im direkten Vergleich — das allein verändert die Verhandlungsposition erheblich.

Wie stellen Sie sicher, dass die Unabhängigkeit langfristig erhalten bleibt?

Durch das Geschäftsmodell selbst. Wir leben nicht von einem einzelnen Hersteller, sondern von der Vermittlung qualifizierter Anfragen — und jede Anfrage geht an bis zu fünf Anbieter gleichzeitig, die sich im Wettbewerb um den Kunden bemühen müssen. Kein Partner bekommt Exklusivität, kein Partner kann sich ein besseres Ranking kaufen. Redaktion und Vermittlung sind sauber getrennt: Was wir über einen Roboter schreiben, hängt nicht davon ab, ob der Hersteller Leads bei uns einkauft. Diese Struktur ist unsere Unabhängigkeitsgarantie — sie ist nicht von gutem Willen abhängig.

Wie wichtig ist der messbare ROI für Unternehmen bei der Entscheidung für Robotik?

Entscheidend. Kaum ein Unternehmen kauft einen Roboter, weil er beeindruckend fährt — gekauft wird, wenn die Rechnung aufgeht. Deshalb ist unser Wirtschaftlichkeitsrechner eines der meistgenutzten Werkzeuge auf der Plattform: Anschaffung oder Miete, Personalkosten, Flächenleistung, Laufzeit — daraus entsteht eine Amortisationsrechnung, mit der ein Facility Manager intern argumentieren kann. Unsere Erfahrung: Sobald der Business Case schwarz auf weiß vorliegt, wird aus „interessant“ sehr schnell „wann können wir starten“.

Welches Potenzial sehen Sie über Reinigungsroboter hinaus bei Service-, Transport- oder humanoiden Robotern?

Enormes. Reinigungsrobotik ist für uns der etablierte Einstieg, nicht die Obergrenze. Der Facility Manager, der heute einen Reinigungsroboter beschafft, ist morgen derselbe Ansprechpartner für Transport-, Service- und Inspektionsroboter — bis hin zu Laufrobotern und humanoiden Systemen. Wir folgen also der Kundenbeziehung, nicht einer einzelnen Technologie. Die Erweiterung unserer Kategoriestruktur läuft bereits, und gerade im humanoiden Bereich bauen wir aktuell aktiv Anbieterbeziehungen auf. Der Markt steht hier erst am Anfang — und genau dann ist neutrale Orientierung am wertvollsten.

Welche Herausforderungen begegnen Ihnen dabei, diesen Markt transparent abzubilden?

Die größte ist die Geschwindigkeit: Modellzyklen werden kürzer, ständig treten neue Anbieter — vor allem aus Asien — in den Markt ein, und die Datenqualität der Hersteller ist sehr unterschiedlich. Herstellerangaben lassen sich nicht immer unabhängig verifizieren; damit gehen wir transparent um und kennzeichnen offene Punkte, statt sie zu glätten. Und schließlich müssen wir Komplexität reduzieren, ohne unseriös zu vereinfachen — ein Vergleich, der alles auf eine Schulnote eindampft, würde dem Thema nicht gerecht.

Welche nächsten Entwicklungsschritte stehen an, und wie möchten Sie die Plattform langfristig ausbauen?

Kurzfristig erweitern wir die Roboter-Segmente deutlich über die Reinigung hinaus. Der größte Schritt ist aber der Ausbau von robo-guru.de zur Community: ein Fachnetzwerk für Betreiber und Anbieter mit Erfahrungsberichten aus der Praxis, Fragen und Antworten, Gruppen nach Branche und Segment sowie einer Academy mit Kursen, Zertifikaten und Live-Webinaren. Denn die ehrlichste Information über einen Roboter kommt von dem, der ihn täglich im Einsatz hat. Langfristig folgt eine native App, damit die Plattform auch mobil das tägliche Werkzeug der Branche wird.

Welche drei Ratschläge würden Sie anderen Gründerinnen und Gründern in einem jungen Technologiemarkt geben?

Erstens: Baut auf Branchenwissen, nicht nur auf eine Idee. In einem jungen Markt ist Glaubwürdigkeit die härteste Währung — die bekommt man nur, wenn man das Geschäft der Kunden wirklich versteht. Zweitens: Verkauft früh. Nicht monatelang im stillen Kämmerlein perfektionieren, sondern mit einem funktionierenden Kern an den Markt und aus echten Anfragen lernen. Drittens: Wachst aus eigener Kraft, wo es geht. Ein profitables, fokussiertes Geschäft gibt einem die Freiheit, langfristig zu denken — und die braucht man in einem Markt, der sich alle sechs Monate neu sortiert.

Bildcredits Privat

Wir bedanken uns bei Sebastian Hosbach für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.


Premium Start-up:Robo-Guru

Kontakt:

Robo-Guru GbR
Sebastian Angelone & Sebastian Hosbach
Seehang 28
44263 Dortmund
NRW, Germany

www.robo-guru.de
info@robo-guru.de

Ansprechpartner: Sebastian Angelone & Sebastian Hosbach

Social Media:
Facebook
YouTube
LinkedIn
Instagram

Die Rettungsinsel: Carolin Emmerling bringt den mobilen Kiosk direkt auf den Campground

0
Die Rettungsinsel: Festival trifft Community mit KI erstellt

Die Rettungsinsel bringt als mobiler Kiosk praktische Versorgung direkt aufs Festival und setzt dabei auf faire Preise, persönliche Nähe und Community.

Können Sie Die Rettungsinsel kurz vorstellen und erzählen, wie die Idee für einen mobilen Festival Kiosk entstanden ist?

„Die Rettungsinsel“ ist ein mobiler Festival-Kiosk, der direkt auf den Campgrounds dorthin rollt, wo die Versorgung auf den weitläufigen Campingflächen oft mühsam ist. Die Idee ist schlicht aus eigener Praxiserfahrung auf Festivals entstanden. Wenn nach einer langen Nacht oder mitten im Festivalgeschehen Kleinigkeiten fehlen oder die Wege zum offiziellen Supermarkt kilometerweit sind, braucht es einen unkomplizierten Anlaufpunkt direkt vor Ort.

Wer steht hinter Die Rettungsinsel, und welche Erfahrungen aus Ihrer Arbeit auf Festivals fließen in das Konzept ein?

Hinter dem Projekt steht Carolin Emmerling. Die direkte Praxiserfahrung aus der Arbeit an Festivalständen – zuletzt in einer Art Festival-Drogerie – fließt unmittelbar in das Konzept ein. Dort wurde hautnah miterlebt, dass es zwar Drogerieprodukte gab, aber vor Ort leider oft schlicht die richtigen Artikel fehlten, die man in dem Moment wirklich gebraucht hätte.

Welche Situationen auf Festival Campgrounds haben Ihnen gezeigt, dass es einen solchen mobilen Kiosk braucht?

Es sind die klassischen, wiederkehrenden Situationen. Die Wege zum zentralen Festival-Supermarkt sind bei Hitze oder Erschöpfung viel zu weit, wichtige Dinge gehen aus, oder man braucht einfach eine schnelle, unkomplizierte Versorgung direkt im Zeltbereich, ohne stundenlang unterwegs zu sein.

An welche Festivalbesucher richtet sich Ihr Angebot, und welche Produkte dürfen auf der Rettungsinsel auf keinen Fall fehlen?

Das Angebot richtet sich an alle Festivalbesucher, die das autarke Camping schätzen, aber den Alltag im Zelt durch kluge Helfer erleichtern möchten. Auf der Rettungsinsel geht es nicht um Lebensmittel oder Getränke, sondern um die unverzichtbaren Problemlöser. Von hochwertigen Ohrstöpseln für die nötige Nachtruhe über Ersatzbatterien bis hin zu essenziellen Hygieneartikeln und Camping-Gadgets – genau die Dinge, die den Unterschied zwischen einem mühsamen Aufenthalt und einem entspannten Festivalerlebnis ausmachen.

Faire Preise sind ein wichtiger Teil Ihres Konzepts. Wie möchten Sie diese trotz der besonderen Bedingungen auf Festivals gewährleisten?

Durch eine schlanke Logistik, effiziente Abläufe und den Verzicht auf unnötige Zwischenstrukturen gelingt es, die Preise bodenständig und fair zu halten, anstatt die besonderen Bedingungen für übertriebene Aufschläge zu nutzen.

Was unterscheidet Die Rettungsinsel von klassischen Festival Shops oder anderen Verkaufsständen auf Veranstaltunggeländen?

Klassische Shops stehen meist starr am Rand oder zentral im Event-Bereich. Die Rettungsinsel holt die Versorgung direkt dorthin, wo das echte Festivalleben stattfindet – nah an die Community, mobil und mit einem unkomplizierten Ansatz.

Sie möchten bewusst Herzlichkeit und persönlichen Kontakt mit einem praktischen Angebot verbinden. Welche Rolle spielt dieser Community Gedanke für das Projekt?

Der Community-Gedanke ist das Fundament. Ein Festival lebt vom Miteinander, vom direkten Austausch und von einer Atmosphäre der Offenheit. Genau dieses persönliche, herzliche Gefühl soll der Kiosk widerspiegeln, statt eine anonyme Verkaufsbude zu sein.

Für den Start setzen Sie auf Crowdfunding. Warum ist dieser Finanzierungsweg für Die Rettungsinsel besonders passend?

Crowdfunding ermöglicht es, die ersten logistischen Hürden direkt gemeinsam mit den Menschen zu nehmen, die das Konzept unterstützen wollen. Es ist der direkteste Weg, um unabhängig zu starten und die Community von Beginn an einzubinden.

Als Dankeschön erstellen Sie handgemachte Kunstwerke. Wie verbinden sich Ihre Arbeit als Künstlerin und Ihre Festival Erfahrung in diesem Projekt?

Die künstlerische Arbeit und die Festival-Praxis ergänzen sich perfekt. Beide Welten basieren auf Kreativität, Haltung und echtem Handwerk. Als Dankeschön fließen handgemachte Unikate ein, die dem Projekt eine ganz persönliche, unverwechselbare Note geben.

Welche Herausforderungen erwarten Sie beim Aufbau und Betrieb eines mobilen Kiosks, der auf unterschiedlichen Festivals eingesetzt werden soll?

Die größten Herausforderungen liegen in der Logistik, den wechselnden Bedingungen vor Ort auf den Geländeplätzen und der präzisen Touren- und Einsatzplanung während der Festivalsaison.

Wie soll sich Die Rettungsinsel nach dem erfolgreichen Start weiterentwickeln, und welche Perspektive sehen Sie langfristig für das Konzept?

Nach dem erfolgreichen Start soll das Konzept stabil etabliert und die Präsenz auf weiteren Festivals Schritt für Schritt ausgebaut werden, um die mobile Infrastruktur langfristig zu festigen.

Welche drei Ratschläge würden Sie anderen Gründerinnen und Gründern geben, die aus einer persönlichen Erfahrung eine Geschäftsidee entwickeln möchten?

  1. Dem eigenen Instinkt vertrauen und die Idee konsequent durchziehen, anstatt sich von äußeren Zweifeln bremsen zu lassen.
  2. Nah an der Realität bleiben und echte Probleme lösen, statt am Reißbrett vorbei zu planen.
  3. Pragmatisch bleiben und die Ressourcen auf das Wesentliche fokussieren.

Bild mit KI erstellt

Wir bedanken uns bei Carolin Emmerling für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Gegen müffelnde Sneaker: Jan und Udo Schulte über ihre Zimtsohlen-Marke spiceboys

0
spiceboys: Zimt-Einlegesohlen gegen Fußgeruch spiceboys gründer bild  Jan und Udo Schulte 

spiceboys entwickelt Zimt-Einlegesohlen gegen Fußgeruch und verbindet dabei die natürliche Wirkung von Zimt mit einem urbanen Design für Sneaker-Fans.

Können Sie spiceboys kurz vorstellen und erzählen, wie aus einem persönlichen Problem die Idee zur Gründung entstanden ist?

spiceboys sind Zimt-Einlegesohlen im urbanen Streetwear-Look gegen müffelnde Sneaker, entwickelt von uns, den Brüdern Jan und Udo Schulte. Angefangen hat alles ganz unspektakulär und wie so oft in einer Küche: Wir haben uns mal wieder darüber ausgetauscht, wie uns das Thema Schweißfüße in der Jugend und zum Teil auch noch heute begleitet, und was wir für verrückte Dinge dagegen ausprobiert hatten. Jan hat erzählt, dass er es zuletzt mit Zimtsohlen versucht hat, und dass es tatsächlich funktioniert hat. Als er sie mir zeigte, war der erste Gedanke: Das Prinzip ist super, aber die sehen wirklich fürchterlich aus. Das muss doch besser gehen. Aus genau diesem Moment ist die Idee zu spiceboys entstanden.

Wer steht hinter spiceboys, und wie haben Sie als Brüder gemeinsam den Weg von der ersten Idee bis zum fertigen Produkt gestaltet?

Hinter spiceboys stehen wir, die Brüder Jan und Udo Schulte, betrieben über unsere SchuSchu UG mit Sitz in Jesteburg bei Hamburg. Wir haben beide feste Jobs, Udo in der Medienbranche, Jan im sozialen Bereich, und spiceboys ist daneben entstanden, am Wochenende und in unserer Freizeit. Das Unternehmen haben wir schon im April 2024 gegründet, danach aber erst mal in Ruhe die Idee ausgearbeitet: welchen Produzenten wir wollen, wie das Material sein soll, wie wir als Marke überhaupt kommunizieren wollen. Anfang 2026 sind wir dann in eine intensivere Phase gegangen und haben in konzentrierten Wochenendsessions alles fertig gemacht. Finanziert haben wir das komplett selbst, aus eigenen Mitteln, im niedrigen fünfstelligen Bereich, ohne Investor, ohne Kredit.

Welche Vision verfolgen Sie mit spiceboys, und warum möchten Sie das Thema Fußgeruch aus der Tabuzone holen?

Unsere Vision ist, ein Alltagsproblem ohne Scham ansprechen zu können, locker, ehrlich und ohne erhobenen Zeigefinger. Besonders hart trifft das Thema oft in der Pubertät, gerade Jungs, in einer Phase, in der man sich ohnehin schon nicht in der eigenen Haut wohlfühlt und Orientierung sucht. Wir wollen genau dieser Zielgruppe zeigen, dass sie Teil einer viel größeren Schicksalsgemeinschaft ist, als man denkt, und dass man sich dafür nicht schämen muss. Das Thema bleibt dabei nicht auf die Jugend beschränkt: Auch im Erwachsenenalter kämpfen viele Menschen damit, und für die ist spiceboys genauso gemacht.

An welche Zielgruppen richten sich die Zimt-Einlegesohlen von spiceboys, und welche Probleme möchten Sie im Alltag Ihrer Kunden lösen?

Unsere Zielgruppe sind vor allem Sneaker-affine Menschen, die ihre Schuhe lieben, aber mit dem Thema Schweißfüße kämpfen, ganz besonders junge Leute in der Pubertät und Erwachsene, die das Problem bis heute begleitet. Das Problem, das wir lösen wollen, ist nicht nur der Geruch selbst, sondern das Gefühl, sich dafür schämen zu müssen und keine Lösung zu haben, die man auch gerne benutzt, weil sie gut aussieht.

Sie haben zahlreiche Hausmittel ausprobiert, bevor Sie Ihr eigenes Produkt entwickelt haben. Was hat Ihnen auf diesem Weg die wichtigsten Erkenntnisse geliefert?

Wir haben so ziemlich jeden Hack durchprobiert: Backpulver in den Socken und sonstige Natron-Tricks aus dem Netz oder auch ein Fußbad mit Essig. Hat alles irgendwie ein bisschen funktioniert, aber nie wirklich und nie langfristig. Die wichtigste Erkenntnis kam dann über die Zimtsohlen-Idee: Das Prinzip mit dem Zimt funktioniert, aber alles, was es auf dem Markt gab, sah aus wie aus dem Reformhaus. Genau da haben wir gemerkt, dass die Lösung nicht nur funktionieren, sondern auch gut aussehen muss, damit man sie wirklich gern benutzt.

Was macht spiceboys aus Ihrer Sicht besonders im Vergleich zu klassischen Einlegesohlen oder anderen Lösungen gegen Fußgeruch?

Bei der Suche nach dem richtigen Produzenten haben wir uns sehr viele Muster schicken lassen, wahrscheinlich um die zwanzig Sohlen von verschiedenen Herstellern. Dabei haben wir echte Überraschungen erlebt: Manche Produkte, die sich Zimtsohle nannten, hatten gar keinen echten Zimt drin, sondern nur einen aufgesprühten Duft. Unsere Sohlen sind mit reinem Saigon-Zimt gefüllt, einer der wirkstoffreichsten und effektivsten Zimtsorten, wenn es um die natürliche Wirkung gegen Bakterien geht. Dazu kommt ein einfarbiges, atmungsaktives Mesh im urbanen Look statt Reformhaus-Optik. Diese Kombination aus echtem Wirkstoff und Design, das man gerne trägt, unterscheidet uns von den meisten anderen Anbietern.

Die Inspiration stammt aus einer Tradition in Vietnam. Wie haben Sie dieses Wissen in ein modernes Produkt mit Streetwear-Charakter übertragen?

Die Idee stammt aus Vietnam, wo Zimt traditionell gegen Fußgeruch genutzt wird, dort unter anderem auch in Form von Zimtsandalen. Wir haben dieses Prinzip genommen und eine Einlegesohle kreiert, die in jeden Sneaker passt, mit einem einfarbigen, atmungsaktiven Mesh im urbanen Look statt der klassischen, eher unauffälligen braun/beigen Optik. So wird aus einer jahrhundertealten Idee ein Produkt, das sich in die heutige Sneaker- und Streetwear-Kultur einschmiegt.

Warum war es Ihnen wichtig, Funktionalität und Design gleichermaßen in den Mittelpunkt zu stellen?

Für uns war klar: Eine Sohle sieht zwar keiner direkt, aber wer jung ist oder Wert auf seinen Style legt, will trotzdem ansprechendes Design. Funktionalität allein reicht nicht, wenn das Produkt niemand benutzen will, weil es unattraktiv aussieht. Deswegen haben wir von Anfang an beides gleich stark priorisiert: die Wirkung über echten, hochwertigen Zimt, und die Optik über ein Design, das zu Sneakern passt statt dagegen zu arbeiten.

Welche Herausforderungen mussten Sie bei der Entwicklung der Materialien und der passenden Produktion meistern?

Die größte Herausforderung lag in der Materialsuche: Bei den Mesh-Stoffen für die Oberfläche gab es riesige Qualitätsunterschiede, viele Anbieter sind rausgeflogen, weil die Qualität einfach nicht gestimmt hat. Uns war wichtig, dass die Oberfläche weich und angenehm ist und gut atmet. Dazu kamen die klassischen Herausforderungen unerfahrener Gründer: Zoll, Einfuhrbestimmungen, Haltbarkeitsfragen. Da haben wir uns Schritt für Schritt reingearbeitet, auch mit Unterstützung von KI-Tools, die uns geholfen haben, mit unserem vietnamesischen Hersteller klar zu kommunizieren.

Seit dem Sommer sind die spiceboys Zimt-Einlegesohlen erhältlich. Welche Rückmeldungen Ihrer Kunden haben Sie bisher besonders überrascht?

Ehrlich gesagt sind wir noch ganz am Anfang, aber überrascht hat uns schon jetzt, wie offen Leute reagieren, wenn man das Thema einfach ohne Umschweife anspricht. Viele sagen uns direkt: Kenn ich, gut dass es das jetzt so gibt.

Welche neuen Produkte oder Entwicklungen stehen bei spiceboys als Nächstes auf Ihrer Roadmap?

Ein Abo-Modell haben wir uns bereits angeschaut, das bietet sich bei einer Haltbarkeit von rund vier Monaten geradezu an, kommt aber bewusst nicht sofort, weil wir erst Feedback aus unserer Community einholen wollten. Für das kommende Jahr sind außerdem weitere Kampagnen und Content geplant, mit denen wir unser Kernthema weiter nach vorn treiben. Den stationären Handel haben wir auf dem Schirm, dort ist aber aktuell noch wenig Energie reingeflossen, das steht für Mitte bis Ende nächsten Jahres auf der Agenda. Ein paar weitere Ideen haben wir schon, die wollen wir aber noch nicht spoilern.

Welche drei Ratschläge würden Sie anderen Gründerinnen und Gründern geben, die aus einem alltäglichen Problem eine eigenständige Marke aufbauen möchten?

Erstens: Lasst euch Zeit. Wir haben uns bewusst nicht unter Druck gesetzt, ohne Investoren im Nacken konnten wir Prototypen verwerfen und noch mal von vorn anfangen, das hätten wir mit Zeitdruck nicht so sauber hinbekommen.

Zweitens: Schaut genau hin, bevor ihr euch für einen Partner entscheidet. Wir haben um die zwanzig Muster verglichen und dabei auch Anbieter erlebt, die mit falschen Versprechen gearbeitet haben. Wer beim ersten Angebot stoppt, zahlt später drauf.

Drittens: Bleibt ehrlich, auch wenn es unbequem ist. Wir sagen lieber weniger, aber das, was wir sagen, können wir auch belegen. Das gilt für Wirkversprechen genauso wie für alles andere, was ihr über euer Produkt behauptet.

Bildcredits © spiceboys

Wir bedanken uns bei Jan und Udo Schulte für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Von der Botschaft zum Austausch: Wie Kommunikation zum Kreislauf wird

0
Kommunikation: Feedback verändert Marketing Sandra Hommel Foto: kollex © Annette Koroll

Schnell wachsen, sichtbar werden, Nutzer:innen gewinnen – gerade in der Startup-Welt ist Kommunikation oft vor allem eines: laut und nach außen gerichtet. Auch für das Software-Unternehmen kollex, das eine digitale Bestellplattform für Gastronomie und Getränkefachgroßhandel bietet, lag dieser Weg nahe. Doch schnell zeigte sich: Einseitige Botschaften reichen nicht aus. Für das B2B-Marketing mit einer kleinen Zielgruppe ist eine andere Strategie viel wirkungsvoller.

Feedback ist kein Nice-to-have, sondern Entscheidungsgrundlage

Wie viele Unternehmen sorgt kollex über Marketing-Mailings, Umfragen und andere Feedback-Kanäle dafür, dass Nutzer:innen nicht nur informiert werden, sondern auch zurück kommunizieren können. Entscheidend ist für uns, was wir aus den gewonnenen Informationen machen, statt sie verpuffen zu lassen. Früh hat kollex Kennzahlen wie den Net-Promoter-Score in Entscheidungen einbezogen, um die Zufriedenheit unser Kund:innen zu messen und deren Bedürfnisse auch langfristig besser zu verstehen. Diese Erkenntnisse helfen uns so, die Traditionsbranchen Gastronomie und Getränkefachgroßhandel digital zusammen zu bringen. Denn diese Rolle können wir nur erfüllen, wenn wir zuhören, lernen und vermitteln – und Kommunikation als echten Dialog verstehen. Das gilt sowohl im Austausch mit unseren Partnern und B2B-Kund:innen als auch intern im Zusammenspiel von Produkt, Entwicklung und Vertrieb.

Der Wendepunkt zum echten Partnerdialog

Das Verständnis von Kommunikation als Kreislauf hat sich über die Jahre stetig weiterentwickelt. Als ich 2023 in die Geschäftsleitung von kollex wechselte, war ich bereits seit über drei Jahren Teil des Startups und habe Kampagnen optimiert und Kennzahlen gesteigert. Erst in meiner neuen Rolle konnte ich das volle Potenzial des direkten Austauschs mit unseren Nutzer:innen ausschöpfen. Feedback aus dem Support, Erkenntnisse aus Sales-Gesprächen und Erfahrungen aus der tatsächlichen Produktnutzung flossen nicht nur ein, sondern entwickelten sich zur Grundlage unserer Prozesse. Das Verständnis von Kommunikation als Kreislauf hat uns als B2B-Unternehmen sehr viel weiter gebracht als Performance-Marketing es je hätte können – egal, ob wir 500 oder 10.000 Euro in die Hand genommen hätten.

Interne Kommunikation als Taktgeber

Mein Wechsel in die Head-of-Rolle und schließlich in die Geschäftsleitung bot mir die Chance, diesen Ansatz auch intern im Unternehmen zu verankern. Heute leite ich nicht nur das Marketing-, sondern auch das Customer Support, Success- und Sales-Team. Dabei betrachte ich Kommunikation längst nicht nur als Kampagne, sondern als System – eins, das alle Abteilungen, Kanäle und Zielgruppen verbindet. Es geht nicht darum, Informationen zu verbreiten, sondern sie gezielt zu steuern. Ich bereite zentrale Informationen aus dem Tech-Produkt gezielt für meine Teams auf, sodass sie einfach zurück kommunizieren können. Statt sich durch Release Notes oder einzelne Updates zu arbeiten, erhalten die Abteilungen genau die Inhalte, die für sie relevant sind – und werden so deutlich produktiver. Der Schlüssel ist dabei das Verständnis für Nutzer:innen, Branchenerfahrung und Kommunikation auf Augenhöhe.

Die verbindende Kraft im Unternehmen

Gerade in einem Tech-Unternehmen, in dem sich täglich etwas verändert – von kurzfristigen Releases über neue Produkt-Features bis hin zu Störungsfällen – zeigt sich, wie entscheidend strukturierte Kommunikation ist. Dazu kommen wechselnde Kundenanforderungen, die Abstimmung zwischen Sales, Support und Produktentwicklung und das schnelle Feedback aus der Community. Da reicht es nicht, wenn wichtige Informationen irgendwo im Chat stehen. Unser Ansatz ist daher, Informationen stets auf Basis des Feedbacks aus unserer bisherigen Kommunikation zu bewerten und dementsprechend anzupassen. So entsteht der Kreislauf, für den wir gemeinsam mit dem Management-Team die Prozesse geschaffen und Informationssilos aufgebrochen haben.

Was sich verändert hat

Der Kreislauf-Gedanke hat unsere Zusammenarbeit spürbar verändert. Heute prägt das ganzheitliche Verständnis von Marketing und Kommunikation meinen Arbeitsalltag: auf strategischer, operativer und menschlicher Ebene. Marketing, Product, Sales und Customer Success greifen auf dieselben Erkenntnisse zu und arbeiten enger zusammen. Entscheidungen werden fundierter, weil sie auf realem Nutzerfeedback basieren und nicht auf Annahmen.

Fazit: Zum echten Kreislauf

In einer digital vernetzten Organisation geht es darum, Wissen zu verknüpfen, Feedback in Entscheidungen zu übersetzen und eine Kommunikationskultur zu schaffen, die Offenheit und Orientierung ermöglicht. Nur wenn der Kunden-Service die Herausforderungen kennt und das Produkt-Team Feedback erhält, entsteht ein echter Kreislauf. Gleichzeitig steigt die Geschwindigkeit, weil ein gemeinsamer Wissensstand zum echten Wettbewerbsvorteil wird. Das macht für mich Kommunikation zum strategischen Führungsinstrument.


Foto: kollex © Annette Koroll

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Wie Lyght Living die Möblierung von Unternehmen revolutioniert

0
Lyght Living: flexible Möblierung & Corporate Housing Daniel Ishikawa GF Lyght Living_Porträt_Nahe_Sitzend

Lyght Living zeigt, wie flexible Möblierung und Corporate Housing Unternehmen dabei helfen, Einrichtung bedarfsgerecht zu nutzen und Ressourcen länger im Kreislauf zu halten.

Können Sie Lyght Living kurz vorstellen und erzählen, wie die Idee für das Mietmöbelmodell entstanden ist?

Lyght Living bietet flexible Möblierungslösungen für Unternehmen, Immobilienpartner und Relocation-Dienstleister. Unsere Kunden nutzen Einrichtungen genau so lange, wie sie benötigt werden. Anschließend werden die Möbel aufbereitet und erneut eingesetzt – Zirkularität ist damit ein zentraler Bestandteil unseres Geschäftsmodells.

Die Idee ist auch durch meinen deutsch-japanischen Hintergrund geprägt. In Japan steht „Mottainai“ für die Haltung, Ressourcen wertzuschätzen und möglichst lange zu nutzen. Genau diesen Gedanken verbinden wir bei Lyght Living mit einem konkreten Bedarf im B2B-Markt: Flexibilität für Unternehmen, ohne Ressourcen unnötig zu verbrauchen.

Wer steht hinter Lyght Living, und welche Erfahrungen haben Ihren Weg als Unternehmer besonders geprägt?

Als Deutschjapaner bin ich zwischen zwei Kulturen aufgewachsen und dies hat sicherlich meine Perspektive geprägt – auch auf Unternehmertum und den Umgang mit Ressourcen.

Unternehmerisch war für mich aber vor allem entscheidend zu erleben, wie sich ein zunächst erklärungsbedürftiges Geschäftsmodell über die Jahre etablieren kann. Als wir 2011 gestartet sind, war die Idee, komplette Einrichtungen für einen bestimmten Zeitraum zu mieten, im B2B-Bereich noch deutlich weniger bekannt.

Wir haben deshalb sehr früh gelernt, nah an unseren Kunden zu arbeiten und unser Angebot entlang realer Anforderungen weiterzuentwickeln. Heute betreuen wir mehr als 600 Unternehmenskunden. Diese Entwicklung zeigt mir, dass sich neue Geschäftsmodelle vor allem dann durchsetzen, wenn sie ein konkretes Problem besser lösen.

Welche Vision verfolgen Sie mit Lyght Living, und warum glauben Sie, dass Unternehmen Einrichtung zunehmend nutzen statt besitzen werden?

Unternehmen werden immer flexibler – und damit verändern sich auch ihre Anforderungen an Infrastruktur und Ausstattung.

Hier ein paar Anwendungsbeispiele aus vergangenen Lieferungen:

Eine Expat-Familie aus den USA wird im Rahmen einer Mitarbeiterentsendung für zwei Jahre nach Berlin versetzt und findet keine geeignete möblierte Wohnung.
Ein KI-Start-up eröffnet einen neuen Standort und möchte sein Büro schnell und flexibel einrichten.
Ein Automobilkonzern zieht um und benötigt eine temporäre Möblierungslösung, bis die bestellten Möbel im neuen Büro eintreffen.

Eine Einrichtung dauerhaft zu kaufen, obwohl sie möglicherweise nur für einen begrenzten Zeitraum benötigt wird, passt nicht immer zu dieser Realität.

Wir glauben deshalb, dass Unternehmen künftig stärker danach entscheiden werden, was sie für welchen Zeitraum benötigen, statt automatisch alles dauerhaft anzuschaffen. Unsere Vision ist es, flexible Möblierung als selbstverständliche Alternative zum klassischen Kauf zu etablieren.

Mehr als 600 Unternehmenskunden setzen bereits auf Ihre Lösungen. Was treibt die Nachfrage nach flexibler Möblierung aktuell besonders an?

Wir sehen mehrere Entwicklungen gleichzeitig. Internationale Mobilität und Relocation spielen eine große Rolle, ebenso Corporate Housing und der Bedarf an kurzfristig verfügbarem Wohnraum für Mitarbeitende.

Gleichzeitig möchten Unternehmen flexibel auf Veränderungen reagieren können und Kapital nicht unnötig langfristig binden. Hinzu kommt ein stärkeres Bewusstsein dafür, Ressourcen länger zu nutzen.

Flexible Möblierung verbindet diese Anforderungen: Unternehmen bekommen die Ausstattung, die sie benötigen, für den Zeitraum, in dem sie gebraucht wird – ohne sich langfristig festlegen zu müssen.

Welche Rolle spielen Corporate Housing, Relocation und internationale Mobilität für das Geschäftsmodell von Lyght Living?

Eine zentrale. Wenn Unternehmen internationale Mitarbeitende an einen neuen Standort holen, reicht es nicht, lediglich eine Wohnung bereitzustellen. Sie muss im Idealfall vom ersten Tag an tatsächlich bewohnbar sein.

Gerade bei Relocations muss das häufig kurzfristig und für einen klar definierten Zeitraum funktionieren. Unternehmen und Relocation-Dienstleister benötigen deshalb Lösungen, die schnell verfügbar und gleichzeitig flexibel skalierbar sind.

Corporate Housing und internationale Mobilität gehören entsprechend zu den Bereichen, in denen die Vorteile flexibler Möblierung besonders deutlich werden.

Sie zählen auch zahlreiche DAX-Unternehmen zu Ihren Kunden. Welche Anforderungen stellen große Unternehmen an flexible Möblierung?

Bei großen Unternehmen stehen vor allem Zuverlässigkeit, Skalierbarkeit und standardisierte Prozesse im Vordergrund.

Wenn mehrere Wohnungen an unterschiedlichen Standorten ausgestattet werden müssen, muss das genauso zuverlässig funktionieren wie bei einer einzelnen Einheit. Gleichzeitig können Anforderungen sehr kurzfristig entstehen.

Heute betreuen wir mehr als 600 Unternehmenskunden, darunter 18 der 40 DAX-Unternehmen. Für diese Kunden geht es deshalb nicht nur um die Möbel selbst. Entscheidend sind planbare Abläufe, definierte Qualitätsstandards, flexible Laufzeiten und die Möglichkeit, auch größere Projekte zuverlässig umzusetzen.

Was unterscheidet Lyght Living aus Ihrer Sicht von klassischen Möbelhändlern oder anderen Mietmodellen?

Der wesentliche Unterschied liegt darin, dass wir nicht vom Verkauf eines Möbelstücks ausgehen, sondern vom konkreten Bedarf des Kunden und der Dauer seiner Nutzung.

Dazu gehört der gesamte Prozess: von der Planung und Bereitstellung über die Nutzung bis zur Rücknahme und Wiederaufbereitung der Möbel.

Wir verfügen heute über einen Bestand von rund 17.000 Möbelstücken. Unser Geschäftsmodell funktioniert deshalb gerade nicht darüber, möglichst viele neue Möbel zu verkaufen, sondern vorhandene Möbel möglichst effizient über mehrere Projekte hinweg einzusetzen.

Möbel erreichen bei Ihnen durchschnittlich sieben Verwendungszyklen. Wie organisieren Sie die Aufbereitung und Wiederverwendung in der Praxis?

Nach jedem Einsatz kommen die Möbel zurück und werden geprüft, professionell gereinigt und bei Bedarf repariert oder aufgearbeitet. Dafür betreiben wir ein eigenes Möbel-Reparaturzentrum in Rodgau.

Erst wenn ein Möbelstück unseren Qualitätsstandards entspricht, geht es zurück in den Bestand und kann erneut eingesetzt werden. Im Durchschnitt erreichen unsere Möbel auf diese Weise sieben Verwendungszyklen.

Die Aufbereitung ist deshalb kein Zusatz unseres Geschäftsmodells, sondern ein wesentlicher Teil davon.

Eine Aufbereitungsquote von 94 Prozent zeigt einen starken Fokus auf Kreislaufwirtschaft. Wo liegen dennoch die größten Herausforderungen eines zirkulären Möbelmodells?

Die Herausforderung besteht darin, Kreislaufwirtschaft im großen Maßstab tatsächlich praktikabel zu machen.

Möbel müssen zurücktransportiert, geprüft, gereinigt, gegebenenfalls repariert, gelagert und anschließend wieder zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort eingesetzt werden. Gleichzeitig darf der nächste Kunde keinen Qualitätsunterschied wahrnehmen.

Aktuell können wir 94 Prozent der zurückkommenden Möbel wieder aufbereiten. Darin steckt letztlich auch der Gedanke, der mich schon durch meine japanische Herkunft geprägt hat: Bestehendes nicht vorschnell zu ersetzen, sondern seinen Wert möglichst lange zu erhalten. Entscheidend ist aber, daraus funktionierende Prozesse zu machen.

Sie statten jährlich mehr als 1.200 Wohneinheiten in mehreren europäischen Märkten aus. Welche Herausforderungen bringt diese Größenordnung für Logistik und Skalierung mit sich?

Wir realisieren B2B-Projekte in der gesamten DACH-Region sowie in den Benelux-Staaten und Dänemark. Bei mehr als 1.200 ausgestatteten Wohneinheiten pro Jahr besteht die Herausforderung darin, Flexibilität und Standardisierung miteinander zu verbinden.

Skalierung bedeutet für uns deshalb nicht einfach, mehr Möbel vorzuhalten. Bestand, Aufbereitung, Logistik und Projektplanung müssen ineinandergreifen.

Gleichzeitig müssen wir flexibel genug bleiben, um auf individuelle Anforderungen und teilweise sehr kurze Vorlaufzeiten reagieren zu können. Genau dieses Zusammenspiel ist aus meiner Sicht eine der entscheidenden Voraussetzungen für weiteres Wachstum.

Wie soll sich Lyght Living in den kommenden Jahren weiterentwickeln, und welches Potenzial sehen Sie für flexible Möblierungslösungen in Europa?

Wir sehen in Europa weiterhin erhebliches Potenzial. Internationale Mobilität, Corporate Housing und flexible Arbeitsmodelle nehmen zu, gleichzeitig hinterfragen Unternehmen stärker, welche Ressourcen sie tatsächlich selbst besitzen müssen.
Für Lyght Living geht es deshalb darum, unser bestehendes Modell weiterzuentwickeln, Prozesse noch effizienter zu gestalten und flexible Möblierung für Unternehmen und Immobilienpartner weiter zu etablieren.

Welche drei Ratschläge würden Sie anderen Gründerinnen und Gründern geben, die aus einem zunächst ungewöhnlichen Geschäftsmodell eine etablierte B2B-Lösung entwickeln möchten?

Erstens: Ein echtes Problem lösen. Ein ungewöhnliches Geschäftsmodell allein ist noch keine Innovation. Entscheidend ist, ob es dem Kunden einen konkreten Mehrwert bietet.

Zweitens: Den Kunden zuhören. Gerade im B2B entstehen viele der besten Weiterentwicklungen im direkten Austausch mit den Menschen, die eine Lösung tatsächlich einsetzen.

Drittens: Ausdauer haben, ohne starr zu werden. Neue Geschäftsmodelle brauchen Zeit, bis der Markt sie versteht. Man sollte deshalb nicht bei jedem Widerstand die Grundidee infrage stellen – gleichzeitig aber bereit sein, Angebot und Prozesse kontinuierlich weiterzuentwickeln.

Bildcredits @ Lyght Living

Wir bedanken uns bei Daniel Ishikawa für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Neueste Beiträge