Donnerstag, April 3, 2025
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Wer treibt die Energiewende in Mehrparteienhäusern wirklich voran?

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Solar Estate C-Level team Can Skenderov Noah Nardini Maxim Nardini

Solar Estate ist ein innovativer Anbieter für Mieterstromlösungen, der Photovoltaik-Projekte für Mehrparteienhäuser und Gewerbeimmobilien als Rundum-Service aus einer Hand realisiert

Was steckt hinter Solar Estate, und welche Geschichten können Sie über die Menschen erzählen, die das Unternehmen gegründet haben?

Solar Estate entstand aus einer einfachen Frage: Wie kann es sein, dass auf so vielen Dächern von Mehrparteienhäusern und Gewerbeimmobilien keine PV-Anlagen installiert sind – obwohl der Bedarf hoch ist und die Umsetzung staatlich gefördert wird? 

Ende 2022, mit der Änderung der Regelungen rund um Mieterstrom, wusste ich: Ich muss etwas tun. Meine erste Idee war es, Dächer zu pachten und mit Solaranlagen auszustatten. Doch während der intensiven Cold-Calling-Phase mit Maklern, Hausverwaltungen und Energieberatern wurde schnell klar: Kaum jemand wollte sein Dach verpachten. Vielmehr bestand eine enorme Nachfrage nach einer professionellen Dienstleistung. Das war der Moment, in dem wir unser Modell umdachten und anpassten.

Was mich antreibt, ist meine Begeisterung für Technik – die begleitet mich schon seit meiner Kindheit. Die Werkstatt meines Großvaters war mein zweites Zuhause, und eine Werkbank stand in meinem Kinderzimmer. Später habe ich Maschinenbau an der HTW Berlin studiert und erste Erfahrungen mit PV-Technologie gesammelt.

Welche Vision verfolgt Solar Estate langfristig, und wie planen Sie, diese ambitionierten Ziele zu erreichen?

Wir wollen die Energiewende vorantreiben und setzten und für den PV-Ausbau ein. Unsere Vision ist es, Photovoltaik für Mehrparteienhäuser und Gewerbeimmobilien zu einer Selbstverständlichkeit zu machen – in Deutschland und darüber hinaus. Dafür treiben wir den Ausbau von Mieterstromprojekten voran und erweitern parallel unser Dienstleistungsportfolio.

Was unterscheidet Solar Estate von anderen Anbietern auf dem Markt für nachhaltige Immobilienlösungen?

Solar Estate ist der einzige Anbieter, der Mieterstrom für Mehrparteienhäuser als vollständige Dienstleistung aus einer Hand anbietet – ohne Lieferketten- oder Contracting-Modelle. Wir übernehmen alles: von der Planung und Installation bis hin zur Netzkommunikation und gesetzeskonformen Abrechnung.

Damit das gelingt, gibt es bei uns die sogenannte Mieterstrom-Vorprüfung. Dabei prüfen wir vorab die technische Machbarkeit, steuerliche Optimierung und die Akzeptanz durch die Mieter. 

Welche Bedürfnisse hat Ihre Zielgruppe, und wie stellen Sie sicher, dass Ihre Lösungen diese optimal erfüllen?

Unsere Kunden – private Vermieter, Institutionen und WEGs – wollen Photovoltaik einsetzen, um Immobilienwerte zu steigern, Mietern günstigen Strom anzubieten und ihre Gebäude energetisch zu modernisieren. Was sie eint, ist der Wunsch nach einer einfachen Lösung ohne großen eigenen Aufwand.

Solar Estate liefert genau das: einen Full-Service-Ansatz. Unsere standardisierten Prozesse, wie die Mieterstrom-Vorprüfung, machen komplexe Projekte planbar. So schaffen wir es, eine Realisierungszeit von durchschnittlich drei Monaten einzuhalten

Wir sagen immer: Ein Projekt kann auf den ersten Blick komplex erscheinen. Doch sobald die Abläufe standardisiert und regelmäßig angewendet werden, reduziert sich diese wahrgenommene Komplexität erheblich.

Gab es auf Ihrem Weg spezifische Herausforderungen, die das Unternehmen vor große Hürden gestellt haben? Wie sind Sie damit umgegangen?

Die größte Herausforderung war bis jetzt die Umsetzung der virtuellen Summenzähler in Projekten in Abstimmung mit dem Netzbetreiber. Das Problem haben wir gelöst, indem wir in der Kommunikation mit Netzbetreibern nicht nachgelassen haben. Heute sind wir stolz darauf, sagen zu können, dass wir mehr als 90 Prozent unserer Projekte mit dieser Art der Zähltechnik umsetzen.

Wie sehen Sie die Rolle von Solar Estate in der Energiewende und der Transformation des Immobilienmarktes?

Wir übernehmen eine Vorreiterrolle bei der Integration neuer Technologien, etwa beim Smart-Meter-Rollout. Seit Beginn unseres Bestehens setzen wir auf moderne Zählerinfrastrukturen mit Gateways, die nicht nur für Mieterstromprojekte, sondern auch für zukünftige Konzepte, etwa über das PPA (Power Purchase Agreement), essenziell sind. Mit diesem Ansatz legen wir einen Grundstein für die Energiekonzepte der Zukunft.

Welche Entwicklungen oder Innovationen können wir in den nächsten Jahren von Solar Estate erwarten?

Wir konnten das Jahr 2024 sehr gut abschließen und bauen unsere Aufträge kontinuierlich aus. Auch wir werden schneller, effizienter und lernen dazu. Und wir merken immer wieder, dass wir mit unserem Konzept auf dem richtigen Weg sind. Diese Expertise gilt es auszubauen und an die Marktteilnehmer zu kommunizieren. Unsere Kunden dürfen sich also auf neue Services und eine noch breitere Unterstützung bei der Umsetzung von PV-Projekten freuen. Genauere Details werden wir im neuen Jahr kommunizieren.

Wie stellen Sie sicher, dass nachhaltige Immobilienlösungen auch für den durchschnittlichen Verbraucher zugänglich bleiben?

Wir haben klare Voraussetzungen definiert – mindestens 8.000 kWp Jahresverbrauch, 12kWp Mindestgröße und minimal 50qm freie Dachfläche – die eine Anlage erfüllen muss, um Projekte effizient und kostengünstig umzusetzen. Diese Rahmenbedingungen ermöglichen es uns, den Service wirtschaftlich für Vermieter und Mieter gleichermaßen, bereitzustellen.

Woran erkennen Kunden, dass ein Projekt wirklich „Solar Estate“ ist, und was macht diese Projekte einzigartig?

Kunden erkennen ein Solar Estate-Projekt an unserem Rundum-Service, der sämtliche Aufgaben aus einer Hand regelt. Das bedeutet, dass unsere Kunden nur einen Ansprechpartner haben – uns. Sie müssen sich nicht mit Monteuren, Netzbetreibern oder Mietern auseinandersetzen, da wir alle organisatorischen, technischen und administrativen Prozesse übernehmen.

Ein weiterer Vorteil: Die gesamte Verantwortung und Haftung liegen bei uns. Das sorgt für maximale Transparenz und Sicherheit während der gesamten Projektlaufzeit – von der Planung bis zur Abrechnung. 

Gibt es besondere Meilensteine, auf die Sie bisher besonders stolz sind, und wie haben diese Ihr Unternehmen geprägt?

Wir sind besonders stolz auf das Wachstum in diesem Jahr. Wir können von Monat zu Monat mehr Aufträge sichern. Der hohe Bedarf bestätigt uns, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Auch unser Team hat sich verdoppelt, was uns ermöglicht, noch mehr Projekte effizient umzusetzen.

Welche drei Ratschläge würden Sie anderen Gründern geben, die ein innovatives Unternehmen starten möchten?

Holt euch Unterstützung und arbeitet nicht allein, speziell in der Anfangsphase. Wir selbst haben einen Beirat, mit dem wir regelmäßig im Austausch stehen. Das hilft uns, die strategische Ausrichtung unseres Unternehmens im Blick zu behalten und gleichzeitig das Tagesgeschäft effizient zu managen.

Nutzt Kundenfeedback als wertvolle Ressource. Hört auf die Rückmeldungen des Marktes und entwickelt euer Angebot kontinuierlich weiter. In unserer Anfangszeit – und auch heute noch – haben wir unser Modell immer wieder angepasst, um den tatsächlichen Bedürfnissen unserer Kunden gerecht zu werden. Der Bedarf an erneuerbaren Energien, insbesondere an Photovoltaik, war von Anfang an klar. Aber die Details der Umsetzung in der Praxis erforderten Feintuning und Flexibilität.

Fokussiert euch auf eure Kernkompetenz und verfolgt sie mit Leidenschaft. Macht eine Sache – wie wir Mieterstrom-PV für Mehrparteienhäuser – und macht sie gut.

Wie balancieren Sie bei Solar Estate den Anspruch auf Innovation mit der Notwendigkeit, wirtschaftlich zu handeln?

Unser Geschäftsmodell ist so gestaltet, dass es maximal effizient ist. Indem wir alle Prozesse intern steuern und keine Drittparteien an lukrativen Schnittstellen einbinden, können wir Innovation und Wirtschaftlichkeit vereinen. 

Bild: Solar Estate C-Level Team Can Skenderov Noah Nardini Maxim Nardini@privat

Wir bedanken uns bei Can Skenderov Noah Nardini Maxim Nardini für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Den Code für Vertrauen dechiffrieren

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vertrauen c_iStock-Alex Potemkin

iStock, eine führende E-Commerce-Plattform, die Premium-Inhalte für KMUs, Unternehmen, Kreative und Studenten weltweit zur Verfügung stellt, hat seinen Marketing Trends Report 2025 veröffentlicht. Der Report umfasst praxisnahe Strategien, die Unternehmen dabei helfen, auf dem heutigen vertrauenbasierten Markt erfolgreich zu sein.

Der Bericht kommt zu einem kritischen Zeitpunkt, da das Vertrauen der Verbraucher in soziale Medien – ein wichtiges Instrument für kleine Unternehmen – schwindet. Laut der proprietären Forschungsplattform VisualGPS von iStock haben 81 % der deutschen Verbraucher kein Vertrauen in Social-Media-Inhalte und äußern Bedenken hinsichtlich falscher Informationen. Das Vertrauen in Unternehmen ist jedoch nach wie vor hoch: 56 % der Deutschen bevorzugen Unternehmen gegenüber Prominenten, Influencern oder sogar Politikern, und rund 59 % bevorzugen Marken, deren Werte mit ihren eigenen übereinstimmen. Für kleine Unternehmen bietet sich hier eine große Chance, ihren lokalen Bezug und ihr authentisches Engagement zu nutzen, um stärkere Bindungen aufzubauen und größere Wettbewerber zu übertreffen.

Dr. Rebecca Swift, Senior Vice President of Creative bei iStock, betont die Notwendigkeit eines mutigen Wandels: ,,Im Jahr 2025 wird Vertrauen den Erfolg bestimmen und visuelle Inhalte werden ein entscheidendes Instrument sein, um echte Verbindungen zum Publikum aufzubauen. Für kleine Unternehmen liegt der Vorteil nicht im Streben nach polierter Perfektion, sondern in der Schaffung von Bildern, die menschlich, ehrlich und zutiefst relevant sind. Durch das Erzählen echter Geschichten und das Reflektieren unterschiedlicher Erfahrungen können kleine Unternehmen ein tiefes und dauerhaftes Vertrauen zu ihrem Publikum aufbauen – ein Beweis dafür, dass es nicht darauf ankommt, perfekt auszusehen, sondern sich echt und authentisch zu fühlen“.

Hier sind die wichtigsten Marketingtrends von iStock, die kleinen und mittleren Unternehmen im Jahr 2025 helfen sollen, Vertrauen aufzubauen:

Real Talk: Weniger Influencer, mehr Real-User-Content

Das echte Gefühl, das Influencer-Inhalte vermitteln, geht verloren. Wie die VisualGPS Studie zeigt, glauben 64 % der Deutschen, dass traditionelle Werbung authentischer ist als gesponserte Influencer-Posts. Selbst wenn Sie keine Influencer einsetzen, ist diese Veränderung wichtig. Nutzer haben genug von zu perfekt aussehenden Inhalten und wünschen sich visuelle Inhalte, die echt und ehrlich wirken. Vor einigen Jahren galten nutzergenerierte Inhalte (UGC) wie Selfies und vertikale Videos als besonders real und authentisch. Im Jahr 2025 wird jedoch mehr erwartet. Hier kommt Real-User Content (RUC) ins Spiel, ein neues Konzept, das von den Experten von iStock entwickelt wurde, um Unternehmen zu ermutigen, von „generierten“ Inhalten zu Bildern und Videos zu wechseln, die „echt“ sind.

Dieser Wandel wirkt sich auf die Art und Weise aus, wie Konsumenten mit visuellen Inhalten interagieren, insbesondere in den sozialen Medien. Trotz des mangelnden Vertrauens halten Verbraucher Social-Media-Plattformen nach wie vor für wertvoll. 64 % der Deutschen sind auf TikTok unterwegs und Video-Content wie Instagram Reels und YouTube Shorts werden genutzt, um etwas Neues zu lernen oder sich inspirieren zu lassen. Mit anderen Worten: Die Menschen wollen die Vorteile der sozialen Medien, ohne die negativen Auswirkungen. Dieser Wandel hat auch dazu geführt, dass die videobasierte Suche in sozialen Netzwerken immer beliebter wird. Plattformen, die sich auf Videos konzentrieren, dienen nicht mehr nur zum Scrollen. Sie sind zu Orten geworden, an denen gesucht und entdeckt wird. Wer im Jahr 2025 erfolgreich sein will, muss sein Publikum direkt ansprechen. Das ist effektiver als eine Flut generischer Posts.

Ehrlichkeit: Das neue Gesicht der Authentizität

Wenn Sie sich mit Marketingtrends beschäftigen, sind Sie überall auf das fast inflationär verwendeten Begriff „Authentizität“ gestoßen. Aber was bedeutet es im eigentlichen Sinne? Laut der Studie von VisualGPS bedeutet es für die Nutzer, echt, wahrhaftig und originell zu sein. Auch 2025 wird dies der Schlüssel zum Aufbau von Vertrauen sein – 98% der deutschen Befragten sagen, dass authentische Bilder und Videos wichtig sind, um Vertrauen zu gewinnen. Doch Authentizität verändert sich. Im Jahr 2025 geht es um radikale Ehrlichkeit. Verbraucher wollen keine perfekten Bilder – sie wollen sehen, was Unternehmen menschlich macht, in all ihren Facetten. 

Das Teilen von unverfälschten Momenten, echten Geschichten und den vielleicht teils chaotischen Teilen im Unternehmen und hinter den Kulissen kann starke emotionale Verbindungen schaffen. Ehrlichkeit ist wichtig. Sei es, um zu informieren oder um zu zeigen, wie Prozesse funktionieren oder nicht funktionieren, wenn etwas nicht nach Plan läuft. Sogar Humor kann, wenn er richtig eingesetzt wird, einfache Interaktionen in einprägsame Momente verwandeln. In einer Welt voller glänzender Inhalte hilft Ehrlichkeit Marken dabei, sich von der Masse abzuheben.

Die nächste Stufe: Vertrauenszentrierte KI für zukunftsorientierte Unternehmen

Generative Text-zu-Bild-KI ist ein leistungsfähiges Werkzeug für Unternehmen jeder Größe. Im Jahr 2025 wird der Erfolg ihres Einsatzes jedoch davon abhängen, ob sie transparent ist oder nicht. Verbraucher sind zwar offen für KI-generierte Werbung, aber 86 % sind der Meinung, dass diese klar gekennzeichnet sein sollte. Außerdem haben 67 % der Deutschen kein Problem damit, wenn KI-generierte Inhalte ethisch korrekt verwendet werden. Mit anderen Worten: KI sollte zur Unterstützung der Verbraucher und nicht zu deren Irreführung eingesetzt werden. In dem Maße, in dem ethische KI zur Norm wird, bietet der Einsatz von Tools, die kommerziell sichere KI-Bilder anbieten, die – wie jedes andere lizenzfreie Bild – rechtlich geschützt sind, nicht nur Sicherheit, sondern positioniert Unternehmen auch als Vorreiter bei der verantwortungsvollen Nutzung von KI und entspricht damit den Werten, die die Öffentlichkeit erwartet.

Darüber hinaus ist KI nicht nur ein Mittel, um Bilder von Grund auf neu zu erstellen, sondern auch ein virtuelles Studio, das Teams bei der flexiblen und kostengünstigen Content-Erstellung unterstützt.

Mit KI-Tools wie dem KI-Generator von iStock können Unternehmen nicht nur benutzerdefinierte Bilder nach Designvorgaben erstellen, sondern auch Bilder bearbeiten, Elemente entfernen oder ändern oder Hintergründe erweitern, um sie an bestimmte Formate anzupassen – und das ohne teure Software oder Designkenntnisse. Das Tool ermöglicht es sogar, Referenzbilder und Produktfotos hochzuladen, um eine benutzerdefinierte Bibliothek von Assets zu erstellen, mit der das Bildmaterial schneller und einfacher an Bedürfnisse, Tempo und Unternehmensbudgets angepasst werden kann.

2025 liegt der Schlüssel zum Erfolg für kleine und mittlere Unternehmen in der Umsetzung von Strategien, die auf Vertrauen basieren. Durch die Konzentration auf Real-User Content, radikaler Ehrlichkeit und dem transparenten Einsatz von KI können Unternehmen nicht nur die Nase vorn haben, sondern auch eine Vorreiterrolle einnehmen, indem sie Vertrauen zur Grundlage des modernen Marketings machen.

Für mehr Inspiration und visuelle Marketingstrategien 2025 mit den richtigen Bildern und Videos besuchen Sie www.istockphoto.com

Quelle iStock

Vom Kaufmannsladen zur digitalen Marke: Wie schafft man den Spagat zwischen Tradition und Moderne?

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carl henkel gründer jürgen henkel copyright carl henkel

Carl Henkel steht für durchdachte, langlebige Kaffee- und Teeprodukte, die Tradition mit modernem Design und nachhaltiger Funktionalität verbinden

Können Sie uns einen kurzen Überblick über die Entstehungsgeschichte von Carl Henkel geben und wie Jürgen Henkel auf die Idee kam, das Familienunternehmen in die digitale Ära zu führen?

Carl Henkel haben wir 2010 in Luzern, Schweiz, gegründet, inspiriert von meinem Urgroßvater, der diesen Namen trug. In unserer Familie wird „Carl“ oder „Karl“ traditionell an die Söhne weitergegeben – bei mir als Karl Jürgen Henkel. Unsere Familie ist eine Kaufmannsfamilie durch: Mein Bruder führt den traditionsreichen Kaufmannsladen in Deutschland weiter, ich habe mich auf den E-Commerce fokussiert – mit dem Ziel, ein internationales Unternehmen zu gründen, das unsere Werte widerspiegelt. So legten wir den Grundstein für eine Marke, die Tradition und Zukunft miteinander verbindet.

Carl Henkel basiert auf einem traditionellen Kaufmannsladen, der über 100 Jahre alt ist. Wie vereint das Unternehmen die Tradition mit den Anforderungen eines modernen, digitalen Geschäfts?

Auch wenn wir operativ nichts mit dem Einzelhandel meiner Familie zu tun haben, ist diese Herkunft prägend. In einer Handelsfamilie dreht sich immer alles um Produkte, Lieferanten und Kund:innen – das prägt die eigene Haltung. Seit 2023 sind wir komplett auf die digitale Welt umgestiegen. Die Pandemie und die Energiekrise haben uns fast alle Geschäftspartner gekostet. Das zwang uns, radikal umzudenken. Mithilfe junger Talente, die uns im Aufbau einer digitalen Marke unterstützen, haben wir den Schritt geschafft – und sehen, wie viel Freude die Arbeit in diesem neuen Umfeld macht.

Welche Vision verfolgt Carl Henkel mit seinen Produkten und dem Shop, und wie setzen Sie diese Vision in der täglichen Arbeit um?

Unsere Vision lässt sich mit einem Satz zusammenfassen: Nicht mehr, sondern besser tut uns gut. Wir möchten Produkte anbieten, die so durchdacht, ästhetisch und hochwertig sind, dass unsere Kund:innen sie ein Leben lang behalten möchten. Weniger Komplexität und Wegwerfmentalität, dafür mehr Genuss, Qualität und Zeit für das Wesentliche. Diese Vision prägt jeden Schritt – von der Produktentwicklung, die auf langlebige Materialien setzt, bis hin zum persönlichen Kontakt mit unseren Kund:innen.

Wer zählt zu Ihrer Hauptzielgruppe, und welche besonderen Bedürfnisse und Wünsche haben Sie bei Carl Henkel identifiziert?

Unsere Zielgruppe? Eigentlich jede:r, der Kaffee oder Tee trinkt – und dabei Wert auf Geschmack, Ruhe und Gemeinschaft legt. Was wir oft erleben: Viele Menschen haben sich an Vollautomaten und Kapselmaschinen gewöhnt, ohne zu merken, dass die Qualität ihres Kaffees dabei auf der Strecke bleibt. Wenn wir erklären, dass guter Kaffee nur Wasser und hochwertige Bohnen braucht – und kein teures Gerät – sehen wir oft, wie sich der Blick verändert. Das Kaffeeritual wird wieder ein Moment der Freude. Unsere Zielgruppe lässt sich nicht in Altersgruppen oder soziale Cluster einteilen – sie verbindet die Sehnsucht nach Genuss und Einfachheit. 

Wie gelingt es Carl Henkel, Design, intelligente Lösungen und Nachhaltigkeit in Einklang zu bringen und gleichzeitig attraktive Produkte zu schaffen?

Wir haben den Produktentwicklungsprozess einfach umgedreht: Statt Trends hinterherzulaufen oder dem Druck nachzugeben, etwas Neues für die Vertriebsmannschaft zu produzieren, fragen wir uns, was unsere Kund:innen wirklich brauchen – und entwickeln genau dafür durchdachte Lösungen. Unsere Designer:innen und Produzent:innen lieben diesen Ansatz, weil er Raum für echte Kreativität lässt. Das Ziel ist immer, Produkte zu schaffen, die treue Begleiter für viele Jahre werden – mit einer Funktionalität, die begeistert, und einem zeitlosen Design, das die Kund:innen spüren und schätzen. Und genau dieses Vertrauen und diese Begeisterung treiben uns an, den Kreislauf immer wieder neu zu starten.

Gab es auf Ihrem Weg bisher größere Herausforderungen, die Sie überwinden mussten, und wie haben Sie diese gemeistert?

Wir haben gravierende Rückschläge erlebt, die uns an unsere Grenzen gebracht haben und von denen wir uns nur langsam erholen konnten. Unser Geschäft war von Anfang an international, mit Kund:innen auf der ganzen Welt und einer Beschaffung sowie Logistik, die selbst für große Unternehmen eine Herausforderung gewesen wäre. Die Risiken bleiben hoch, aber es liegt in meiner Natur, das sprichwörtliche Wasserglas immer eher voll zu sehen. In schwierigen Zeiten hilft mir vor allem eines: Ich fokussiere mich auf Lösungen statt auf Probleme. Rückschläge gehören dazu – das habe ich akzeptiert. Doch unser heutiger Erfolg und die Begeisterung unserer Kund:innen beweisen, dass wir trotz aller Widrigkeiten auf dem richtigen Weg sind. Und genau das motiviert uns, jetzt erst richtig loszulegen.

Was unterscheidet Carl Henkel von anderen Anbietern im Bereich Design und nachhaltiger Produkte? Was macht Sie einzigartig?

Als kleines Unternehmen haben wir die Freiheit, anders zu arbeiten – ohne den Druck von Konzernstrukturen oder kurzfristigen Hypes. Unsere Stärke liegt darin, beim Designprozess die Wünsche unserer Kund:innen in den Mittelpunkt zu stellen. Dank des direkten Kontakts können wir fragen, interviewen, testen und schnell entscheiden. Was uns dabei besonders auszeichnet, ist die langjährige Zusammenarbeit mit unseren Designer:innen und Produzent:innen – wir kennen uns seit über 30 Jahren und sie sind weit mehr als Geschäftspartner:innen: Sie sind Freunde:innen und unsere Familien sind eng miteinander verbunden. Gemeinsam teilen wir eine tiefe Leidenschaft für Qualität, Langlebigkeit und außergewöhnliches Design.

Wir folgen nicht aktiv Trends – wir leben unsere Überzeugungen. Langlebigkeit, ressourcenschonende Materialien und Kreislaufwirtschaft sind für uns keine Schlagworte, sondern Grundprinzipien. Wir möchten zeigen, dass nachhaltiger Konsum Genuss und Ästhetik nicht ausschließt. Nur nachhaltig reicht nicht – die Menschen kaufen unsere Kaffeekanne Arca X-tract, weil sie damit den Kaffee besser genießen können und nebenbei ist es auch umweltfreundlich. Sie merken erst später, dass sie weniger Müll haben, keine Reinigungsmittel und Filterpapier kaufen müssen – aber der wahre Mehrwert liegt in der Erfahrung, die sie mit jedem Kaffee genießen. 

Wo sehen Sie Carl Henkel in den nächsten fünf bis zehn Jahren? Welche neuen Produkte oder Geschäftsfelder sind geplant?

Wir arbeiten gerade an einer Edelstahl-Version und neuen Größen der Arca X-tract – auf vielfachen Wunsch unserer Kund:innen. Auch unser hochwertiger Tee wird ein großes Thema für uns, denn die Arca bereitet nicht nur Kaffee, sondern auch Tee optimal zu. Darüber hinaus haben wir Ideen für Geschirr, Matcha-Utensilien und weitere Accessoires, die das Kaffee- und Teeerlebnis komplettieren. Die Ideen gehen uns nicht aus, und wir freuen uns darauf, auch in diesem Bereich weiterhin innovative Lösungen zu bieten.

Welche Rolle spielt Nachhaltigkeit in der zukünftigen Entwicklung von Carl Henkel, und welche konkreten Maßnahmen haben Sie hierfür vorgesehen?

Nachhaltigkeit ist keine Marketingstrategie für uns, sondern ein Prinzip. Wir möchten Produkte schaffen, die sowohl im Design als auch in der Funktion so langlebig sind, dass sie über Generationen geschätzt werden. Ein Ersatzdeckel nach zehn Jahren? Ein neuer Tee- oder Kaffeefilter? Kein Problem. So sieht nachhaltiges Produktdesign für uns aus. 

Was wären drei essenzielle Ratschläge, die Sie anderen Gründern und Unternehmern mit auf den Weg geben würden, insbesondere in Bezug auf nachhaltiges Wirtschaften?

Zunächst: Höre auf deinen Bauch, deinen Verstand – und vor allem auf dein Herz. Als weiteres: Hinterfrage jede Entscheidung. Nachhaltigkeit muss sinnvoll sein, nicht nur gut klingen. Sehr essenziell: Arbeite mit Menschen zusammen, die deine Werte teilen – nur so entsteht echte Qualität.

Wenn Sie auf Ihre bisherigen Erfahrungen mit Carl Henkel zurückblicken: Gibt es etwas, das Sie anders gemacht hätten, und warum?

Ja, wir hätten früher auf E-Commerce setzen sollen. Es ist schade, wie viel Zeit und Energie wir mit klassischen Handelswegen verschwendet haben. Heute wissen wir, dass wir durch den direkten Kontakt mit unseren Kund:innen viel besser arbeiten können – und irgendwann wird auch der Handel davon profitieren.

Bild Jürgen Henkel @Carl Henkel

Wir bedanken uns bei Jürgen Henkel für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.


Premium Start-up: Carl Henkel

Kontakt:

Carl Henkel GmbH
Löwengraben 15 ​
CH-6004 Luzern

https://carlhenkel.com/
carlhenkel@cleopr.com

Ansprechpartner: Natalia Fritz, Cléo Public Relations, https://www.cleopr.com/

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Warum Vertrieb ohne Community heute nicht mehr funktioniert

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Insights für Gründer und Führungskräfte

Der Vertrieb ist das Herzstück jedes erfolgreichen Unternehmens. Doch in einer immer komplexer werdenden Welt stoßen selbst die besten Vertriebsteams an ihre Grenzen. Neue Technologien, anspruchsvolle Kunden und der Wettbewerb um die besten Talente machen den Vertrieb zu einer der herausforderndsten Disziplinen im Business.

Für Gründer und Führungskräfte ist es daher essenziell, die richtigen Werkzeuge und Netzwerke zu nutzen, um diese Herausforderungen zu meistern. Eine der vielversprechendsten Antworten: Communities.

Die neuen Herausforderungen im Vertrieb

1. Komplexere Kaufentscheidungen

Während früher oft ein Entscheider ausreichte, um einen Deal abzuschließen, treffen heute in großen Unternehmen mehrere Stakeholder gemeinsam Entscheidungen. Im Durchschnitt sind sechs bis zehn Personen an einem B2B-Kaufprozess beteiligt. Diese Dynamik verlängert nicht nur den Verkaufsprozess, sondern erhöht auch die Wahrscheinlichkeit von Interessenkonflikten und Verzögerungen.

2. Technologieflut und schnelle Entwicklungen

Von KI-gestützter Lead-Generierung bis hin zu CRM-Systemen mit prädiktiver Analyse: Die Technologien im Vertrieb entwickeln sich rasant weiter. Doch welche Tools sind wirklich nützlich, und wie setzt man sie effizient ein? Vertriebsteams müssen ständig lernen und sich anpassen, um nicht ins Hintertreffen zu geraten.

3. Talente gewinnen und binden

Der War for Talent betrifft nicht nur technische Berufe – auch im Vertrieb wird es immer schwieriger, die besten Mitarbeiter zu finden und zu halten. Unternehmen müssen attraktive Perspektiven bieten, die weit über das Gehalt hinausgehen, wie Weiterentwicklungsmöglichkeiten und ein inspirierendes Netzwerk.

4. Motivation aufrechterhalten

Vertrieb kann einsam sein. Der ständige Druck, Ergebnisse zu liefern, gepaart mit der emotionalen Belastung durch Ablehnungen, macht es schwierig, langfristig motiviert zu bleiben. Hier braucht es mehr als ein paar Incentives – es braucht eine Gemeinschaft, die inspiriert und unterstützt.

Warum sind Communities die Antwort?

1. Netzwerke erweitern Perspektiven
 In einer Community treffen Sie Menschen, die ähnliche Herausforderungen bewältigen – und vielleicht schon Lösungen gefunden haben, die Ihnen fehlen. Diese Verbindungen ermöglichen es, Best Practices zu teilen und voneinander zu lernen.

2. Wissen wird demokratisiert
 Die besten Communities bieten eine Plattform, auf der Wissen kuratiert und praxisnah vermittelt wird. Das spart Zeit und liefert konkrete Ansätze, die direkt umsetzbar sind – von Vertriebstechniken über Tools bis hin zu Marktstrategien.

3. Employer Branding und Recruiting
 Communities ziehen Top-Talente an. Wer Teil einer starken Community ist, zeigt Engagement und Innovationskraft – das spricht potenzielle Mitarbeiter an und macht es leichter, die besten Köpfe zu gewinnen.

4. Motivation und Inspiration
 Der Austausch mit Gleichgesinnten gibt Energie. Events, Challenges und gemeinsame Erfolge schaffen ein Gefühl von Zugehörigkeit, das weit über den beruflichen Alltag hinausgeht.

Wie unterstützen Communities Vertriebsteams konkret?

Für Vertriebler:

  • Praxisnahe Weiterbildung: Lernen Sie die neuesten Verkaufstechniken und Tools kennen, die in der Praxis funktionieren.
  • Austausch auf Augenhöhe: Finden Sie Antworten auf Ihre drängendsten Fragen, sei es zur Neukundenakquise oder zur Optimierung der Pipeline.
  • Neue Energie: Networking und inspirierende Events motivieren und fördern die persönliche Entwicklung.

Für Führungskräfte:

  • Strategischer Input: Communities bieten Zugang zu erprobten Wachstumsmodellen und helfen bei der Skalierung von Teams.
  • Top-Talente finden: Der Austausch innerhalb einer Community macht es leichter, herausragende Talente zu identifizieren.
  • Positionierung: Sich als aktiver Teil einer Community zu zeigen, stärkt das eigene und das Unternehmensimage – sowohl bei Kunden als auch bei Mitarbeitern.

Welche Community passt zu mir?

Women in Sales Network

Diese Community ist die erste Anlaufstelle für Frauen im Vertrieb, die ihre Karrieren vorantreiben wollen. Mit regelmäßigen Events, Mentoring-Programmen und einer starken Online-Plattform bietet das Women in Sales Network Frauen nicht nur Unterstützung, sondern auch eine Plattform, um sich auszutauschen, voneinander zu lernen und gemeinsam zu wachsen. Diese Community ist ein Katalysator für Frauen, die sich in einer männerdominierten Branche behaupten und gleichzeitig ein starkes Netzwerk aufbauen möchten.

Hyrise

Bekannt aus der „Höhle der Löwen“, hat sich Hyrise als die Plattform für aufstrebende Sales-Talente etabliert. Hyrise bietet nicht nur Weiterbildungsangebote, sondern auch Karriere-Coachings, die speziell auf die Bedürfnisse junger Vertriebler zugeschnitten sind. Das Unternehmen hilft sowohl Talenten als auch Unternehmen, die richtigen Vertriebler zu finden. Mit diesem zweigleisigen Ansatz ist Hyrise nicht nur ein wertvoller Partner für Sales-Rekrutierung, sondern auch eine einzigartige Plattform für kontinuierliche persönliche Weiterentwicklung.

Pavilion

Pavilion ist eine globale Community, die sich auf Go-to-Market-Führungskräfte konzentriert und eine Plattform bietet, auf der die Mitglieder ihre Herausforderungen teilen und Lösungen finden können. Mit über 250 Mitgliedern in Deutschland, einer aktiven Slack-Community und einem „Give to receive“-Ansatz ermöglicht Pavilion Führungskräften, ihre Netzwerke zu erweitern und neue Perspektiven zu gewinnen. Diese Community ist für Führungskräfte, die ihre Karrieren und Teams auf das nächste Level bringen wollen, und bietet tiefgehende Einblicke in Themen wie Vertriebsstrategie, Skalierung und Organisation.

ARRtist Circus

Der ARRtist Circus ist nicht nur eine Veranstaltung, sondern eine Plattform für echte Transformation im Vertrieb. Als Europas größtes Learning- und Networking-Festival für Revenue-Teams bietet der Circus mehr als 1.500 Teilnehmern die Möglichkeit, in verschiedenen Bereichen wie Sales, Customer Success, RevOps, PreSales und Partnerships zu lernen und sich auszutauschen. Mit über 100 Experten und einer einzigartigen Atmosphäre von Team-Challenges und Leadership-Dinners sorgt der ARRtist Circus dafür, dass Vertriebsteams nicht nur Wissen mitnehmen, sondern auch inspiriert und motiviert werden. Hier geht es nicht nur um Wissen – es geht darum, diese Erkenntnisse in konkretes Handeln umzusetzen und als Team zu wachsen. Wer hier Teil der Community wird, kann sich sicher sein, dass er vom ersten Tag an ein wertvolles Netzwerk aufbaut.

Fazit: Vertrieb braucht Gemeinschaft

Die Herausforderungen im Vertrieb sind groß, aber sie bieten auch eine riesige Chance. Communities bieten den Rahmen, diese Herausforderungen zu nutzen – durch Wissen, Netzwerke und Inspiration. Ob beim ARRtist Circus, Pavilion oder Hyrise: Der erste Schritt in eine Community ist der erste Schritt in eine erfolgreichere Zukunft für Unternehmen, Teams und Individuen.

Warum warten? Machen Sie den Schritt und erleben Sie selbst, wie Communities Ihr Unternehmen transformieren können.

Foto: v.l.n.r. Robert Anders (Pavilion Chapter Lead Berlin), Olimpia Hordynski (Founderin – Women in Sales Network), Dominic Klingberg (Co-Founder – ARRtist Circus), Dominic Blank (Co-Founder – Hyrise) © Bettertrust GmbH

Autor Seyit Binbir

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Wie könnte CO₂-Mineralisierung die Bauindustrie für immer verändern?

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Paebbel Miki Yokoyama von Aurum Impact @Aurum Impact und Paebbl

Paebbl wandelt eingefangenes CO₂ in Baumaterialien um und macht die Bauindustrie zum Treiber im Kampf gegen den Klimawandel

Können Sie uns Paebbl und die zugrunde liegende Technologie zur CO₂-Mineralisierung näher vorstellen?

Paebbl ist ein nordisch-niederländisches Unternehmen, das eingefangenes CO₂ in Baumaterialien umwandelt, die dauerhaft Kohlenstoff speichern. So schaffen wir eine zukunftsfähige Wertschöpfungskette für die Speicherung von CO₂ und machen die Bauindustrie zu einem zentralen Akteur bei der Bekämpfung des Klimawandels.

Bei Paebbl haben wir ein chemisches Verfahren zur Kohlenstoffspeicherung entwickelt, das die natürliche CO₂-Mineralisierung um den Faktor 10 Millionen beschleunigt. Das Verfahren basiert auf der Reaktion von eingefangenem CO₂ mit Silikatgestein in einem energieeffizienten industriellen Prozess.

Welche Vision verfolgt Paebbl, und wie hat die Zusammenarbeit mit Aurum Impact zur Verwirklichung dieser Vision beigetragen?

Marta: Unsere Vision ist es, ein Portfolio an praktischen Anwendungen für unser Produkt „Re-stored Carbon“ zu schaffen – beginnend mit der Bauindustrie. Die Beteiligung von Aurum Impact an der Series A Finanzierungsrunde ist für uns besonders wertvoll, da die Goldbeck Familie tief in der Bauindustrie verwurzelt ist. Gemeinsam wollen wir grundlegende und dringend notwendige Veränderungen in diesem Sektor vorantreiben.

Miki: Aurum Impact ist Teil des Goldbeck Family Office, das zu einem der größten inhabergeführten Bauunternehmen in Deutschland gehört. Die direkte Verbindung zwischen Paebbl und Goldbeck, einem der führenden deutschen Bauunternehmen, sowie Capnamic als Lead Investor und Partnern wie Amazon und dem Schweizer Baustoffkonzern Holcim, schafft optimale Voraussetzungen, um Paebbls Vision zügig auf den Markt zu bringen und von gemeinsamen Interessen zu profitieren.

Frau Sjögren, wie ist die Idee für Paebbl entstanden, und welche Meilensteine haben Sie seit der Gründung erreicht?

Marta: Paebbl wurde 2021 als paneuropäisches Kollaborationsprojekt gegründet. Meine Mitgründenden sind die Unternehmerin und Investorin Jane Walerud, der niederländische Wissenschaftler Pol Knops sowie der Ingenieur und Unternehmer Andreas Saari.

Unsere Technologie basiert auf 20 Jahren Forschung, wobei mein Mitgründer Pol die CO₂-Mineralisierung in der Industrie und Wissenschaft maßgeblich vorangetrieben hat – und dies in einer Vielzahl renommierter Institutionen.

Seit der Gründung ist Paebbl schnell gewachsen. In den ersten 18 Monaten haben wir den Weg von Tests im Labor über Bench-Scale-Experimente hin zu einer voll funktionsfähigen Pilotanlage geschafft, die täglich 250 kg CO2-speicherndes Material produziert. Die schnelle Skalierung zeigt sich auch beim Bau des Demonstrationswerks, das in unter zwei Jahren von der Konzeptphase zur fast vollständigen Fertigstellung gelangt ist – deutlich schneller als der branchenübliche Zeitrahmen.

Im Mai dieses Jahres hat Paebbl seine erste Tonne CO2-Speicherung erreicht. Im Oktober konnten wir mit einer Series A Finanzierung in Höhe von 25 Millionen US-Dollar einen weiteren Meilenstein setzen, wobei wir Capnamic, Holcim, Aurum Impact und den Climate Pledge Fund von Amazon als neue Investoren begrüßen durften.

Wie funktioniert der Prozess der CO₂-Mineralisierung genau, und was macht die Technologie von Paebbl so einzigartig?

Marta: Paebbl hat eine Technologie entwickelt, die eingefangenes CO₂ in ein ergänzendes zementäres Material (auf Englisch: supplementary cementitious material (SCM)) umwandelt. Dies bietet einen doppelten Klimavorteil: Das mineralische Produkt speichert das CO₂ dauerhaft und dient gleichzeitig als Ersatz für emissionsintensive Materialien, die heute in der Betonproduktion verwendet werden.

Andere Methoden zur Nutzung von CO₂ in der Betonherstellung basieren darauf, CO₂ in gasförmiger Form während des Aushärtens in den Beton einzuspritzen. Dies beschleunigt zwar die Härtungszeit, hat jedoch nur eine sehr begrenzte CO₂-Aufnahmekapazität von wenigen Prozent pro Tonne Beton.

Unser Material besteht zu 20-30 % aus CO₂ und ist ein trockenes Mineralpulver. Es kann wie herkömmlicher Zement und andere SCMs transportiert und eingesetzt werden und ermöglicht eine deutlich höhere Menge an gespeichertem CO₂ pro Tonne Beton.

Welche Herausforderungen mussten Sie bei der Entwicklung und Skalierung dieser Technologie bewältigen?

Marta: Technologien zur CO₂-Abscheidung, -Nutzung und -Speicherung (CCUS) erfordern erhebliche Investitionen – sowohl in die Infrastruktur zur CO₂-Abscheidung als auch in die Anpassung industrieller Prozesse, um CO₂ in Materialien wie Beton zu nutzen. Doch wie Paebbl zeigt, sinken die Kosten, sobald die Technologie breiter angewendet wird. Eine weitere Herausforderung besteht darin, dass viele Branchen und Verbraucher das Potenzial von CCUS-Technologien noch nicht vollständig erkennen, insbesondere wenn es um die Nutzung von CO₂ in Produkten wie Beton geht. Zudem gibt es Vorbehalte gegenüber Materialien mit eingebettetem CO₂, da Bedenken hinsichtlich Haltbarkeit oder Qualität bestehen.

Wir begegnen diesen Herausforderungen durch gezielte Zusammenarbeit mit Industriepartnern, Medienkampagnen und Auftritten auf Fachkonferenzen. Wenn ich von Veranstaltung zu Veranstaltung reise und so viele Menschen wie möglich treffe, habe ich immer eine kleine Figur dabei, die über unseren Prozess hergestellt wurde – als Proof of Concept. Ein gutes Beispiel hierfür war die Konferenz Slush in 2024: Der diesjährige Willkommensschriftzug „SLUSH“ wurde mit Paebbls Technologie gefertigt.

Wie gewährleistet Paebbl, dass die Materialien sowohl ökologisch als auch wirtschaftlich wettbewerbsfähig sind?

Marta: Wir setzen auf energieeffiziente Produktion, um die Kosten niedrig zu halten und gleichzeitig die ökologische Wirkung zu maximieren. Unsere Materialien ersetzen traditionelle Zementkomponenten nahtlos und lassen sich problemlos in bestehende Bauprozesse integrieren. Durch Partnerschaften mit führenden Bauunternehmen treiben wir die Akzeptanz unserer Materialien voran, erhöhen unsere Produktionskapazitäten und tragen dazu bei, den CO₂-Fußabdruck von Beton deutlich zu verringern. Diese Kombination aus Effizienz, Anpassungsfähigkeit und Nachhaltigkeit macht unsere Produkte sowohl wirtschaftlich als auch umweltfreundlich.

Angesichts der Klimaziele: Welche Rolle kann Paebbl konkret in der Transformation der Zement- und Bauindustrie spielen?

Marta: Unsere Technologie bietet eine kohlenstoffnegative Alternative zu herkömmlichen Zementkomponenten und adressiert damit eine der größten Quellen globaler CO₂-Emissionen. Durch den Einsatz von Paebbls CO₂-speichernden Materialien kann die Bauindustrie ihren CO₂-Fußabdruck erheblich reduzieren, ohne dabei Kompromisse bei der Festigkeit und Langlebigkeit moderner Infrastruktur einzugehen.

Unsere Materialien senken nicht nur Emissionen, sondern entfernen aktiv CO₂ aus der Atmosphäre. Dies eröffnet die Möglichkeit, das Bauwesen in eine Kohlenstoffsenke zu verwandeln, in der Gebäude und Infrastruktur nicht nur ihren funktionalen Zweck erfüllen, sondern auch langfristig CO₂ speichern und so zum Klimaschutz beitragen.

Darüber hinaus unterstützt Paebbl mit seinem Ansatz eine Kreislaufwirtschaft im Bausektor, indem nachhaltige Materialien bereitgestellt werden, die die Abhängigkeit von emissionsintensiven Produktionsprozessen verringern. Durch enge Zusammenarbeit mit führenden Bauunternehmen und die Skalierung unserer Technologie wollen wir die Dekarbonisierung einer traditionell CO₂-intensiven Industrie praktisch und zugänglich machen.

Welche Partnerschaften oder Kooperationen sind entscheidend, um die Technologie von Paebbl global zu etablieren?

Marta: Unsere Investorengruppe leistet einen großen Beitrag zu unserer Entwicklung, während wir gleichzeitig von Partnerschaften und Unterstützung aus verschiedenen Bereichen profitieren.

Im vierten Quartal dieses Jahres haben wir eine Förderung vom niederländischen Klimaministerium bekommen. Neben staatlicher Förderung haben wir akademische Kooperationen mit führenden Institutionen wie der University of Guelph (Kanada), dem KTH Royal Institute of Technology (Schweden), der University of Oxford (UK), der RWTH Aachen University (Deutschland) und der University of Twente (Niederlande) aufgebaut.

Darüber hinaus haben wir eine Vorausvereinbarung zur Kohlenstoffspeicherung mit Stripe und Shopify über Frontier abgeschlossen. Aktuell führen wir Verhandlungen über große kommerzielle Verträge für Material aus unserem ersten Produktionsstandort (geplant für 2027) sowie für unser Demonstrationswerk in Rotterdam (Fertigstellung Q1 2025).

Marta: In der Bauindustrie zeichnen sich derzeit spannende Innovationen ab, die das Potenzial haben, CO2-Emissionen deutlich zu reduzieren. Ein zentraler Fokus liegt auf der Wiederverwendung und dem Recycling von Materialien wie Beton und Stahl, um die Nachfrage nach neuen Rohstoffen zu senken. Durch die Aufbereitung von Materialien aus abgerissenen Gebäuden kann ihre Lebensdauer verlängert und der CO2-Fußabdruck neuer Bauprojekte erheblich verringert werden.

Ein weiterer vielversprechender Ansatz ist das modulare Bauen und die Vorfertigung von Bauelementen. Diese Methoden optimieren den Materialeinsatz, minimieren Abfälle und reduzieren Transportemissionen, indem Bauteile in kontrollierten Umgebungen außerhalb der Baustelle zusammengesetzt werden.

Zudem eröffnet der Einsatz von intelligenten Technologien, wie KI-gestütztem Energiemodelling und fortschrittlichen Kohlenstoffbilanz-Tools, neue Möglichkeiten zur Planung und Umsetzung von energieeffizienten Gebäuden. Zusammen mit innovativen Ansätzen wie Paebbls CO2-Speicherlösungen, schaffen diese Technologien eine solide Grundlage für eine nachhaltige Zukunft im Bauwesen.

Miki, warum hat sich Aurum Impact entschieden, in ein hardware-intensives Startup wie Paebbl zu investieren?

Miki: Paebbl passt hervorragend in unseren thematischen Fokus für direkte Startup-Investments. Das Unternehmen überzeugt mit einer bahnbrechenden Materialinnovation, die nicht nur eine vielversprechende Lösung für die Dekarbonisierung von Zement darstellt, sondern auch ein idealer Partner für Goldbeck ist, die dieses Ziel strategisch vorantreiben.

Paebbl hat unser strenges Screening erfolgreich durchlaufen, das eine umfassende Due-Diligence-Prüfung zu Impact-Kriterien, ESG-Aspekten und regelmäßigen Reportings umfasst. Noch entscheidender war jedoch, dass Paebbl’s Innovation in den Produktionsstätten von Goldbeck intensiv getestet wurde, was uns die Möglichkeit gab, uns aus erster Hand von der Machbarkeit des Projekts zu überzeugen.

Nicht zuletzt hat uns das Team rund um Marta und Andreas von Anfang an begeistert. Sie haben in kürzester Zeit gezeigt, dass sie nicht nur eine große Vision verfolgen, sondern diese auch entschlossen und wirkungsvoll umsetzen. Dabei sind sie unglaublich smart und sympathisch.

Wir scheuen uns nicht, in hardware-intensive Startups zu investieren – im Gegenteil, genau hier sehen wir eine Schlüsselrolle für Family Offices wie unseres.

Die Skalierung von Hardware ist eine große Herausforderung, da technologische Reife, Kundennachfrage und Finanzierung eng miteinander verzahnt sein müssen. Mit unserer langfristigen Perspektive und einem starken Netzwerk sind wir in der Lage, Paebbl beim Markteintritt und bei der Kundengewinnung gezielt zu unterstützen. Über das Aurum Impact-Netzwerk bieten wir außerdem eine solide Basis für weiteres Wachstum.

In Europa steht die CapEx-Finanzierung von hardware-intensiven Startups derzeit vor der sogenannten „First-of-a-Kind“-Herausforderung (FOAK), die weder durch traditionelle Venture-Capital- noch Projektfinanzierungsmodelle abgedeckt wird. Genau hier sehen wir unsere Stärke: Wir füllen diese Lücke und schaffen die Voraussetzungen für nachhaltigen Erfolg.

Was sind aus Ihrer Sicht die zentralen Erfolgsfaktoren, um ein Startup wie Paebbl großflächig zu skalieren?

Miki: An erster Stelle stehen technologische Exzellenz und die Fähigkeit zur kontinuierlichen Innovation. Nur durch ständige Weiterentwicklung und Verbesserung der Technologie kann man langfristig wettbewerbsfähig bleiben und sich etablieren.

Ebenso wichtig sind strategische Partnerschaften mit Akteuren aus der Industrie. Kooperationen mit etablierten Bauunternehmen und anderen relevanten Partnern ermöglichen nicht nur eine breite Marktdurchdringung, sondern schaffen auch Vertrauen und Akzeptanz.

Effizientes Marketing und eine klare und überzeugende Kommunikation der Vorteile sind ebenfalls wichtig. Dies hilft, potenzielle Kunden und Investoren für die Vision des Unternehmens zu gewinnen und den Mehrwert sichtbar zu machen.

Und nicht zuletzt: Ein agiler, kundenorientierter Ansatz, der es ermöglicht, auf neue Chancen schnell zu reagieren und Hindernisse frühzeitig zu überwinden. Genau das ist für eine erfolgreiche Skalierung entscheidend.

Welche Hindernisse müssen überwunden werden, um CO₂-negative Materialien zum neuen Standard in der Bauwirtschaft zu machen?

Miki: Ein großes Problem sind regulatorische Hürden und fehlende Anreize für den Einsatz neuer Technologien. Oft sind die Vorschriften noch auf traditionelle Materialien und Prozesse ausgerichtet, was die Einführung innovativer und nachhaltiger Alternativen erschwert.

Ein weiteres Hindernis ist die konservative Haltung innerhalb der Bauwirtschaft. Viele Unternehmen stehen Veränderungen skeptisch gegenüber, insbesondere wenn diese mit Unsicherheiten oder der Umstellung etablierter Prozesse verbunden sind. Um diese Haltung zu überwinden, bedarf es nicht nur der Aufklärung, sondern auch des konkreten Nachweises der Zuverlässigkeit und Wirtschaftlichkeit neuer Materialien und Technologien.

Hinzu kommen die hohen Anfangskosten, die oft mit der Umstellung verbunden sind. Diese können insbesondere für kleinere Unternehmen eine Herausforderung darstellen. Um diese Hindernisse zu überwinden, sind Investitionen in die Forschung, Subventionen und finanzielle Anreize erforderlich, um den Übergang zu erleichtern und die breite Verwendung von kohlenstoffarmen Materialien zu fördern.

Bild: Miki Yokoyama von Aurum Impact @Aurum Impact und Paebbl

Wir bedanken uns bei Miki Yokoyama und Marta Sjögren für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Wie entsteht Hörspaß, der Kinder begeistert und Eltern entspannt?

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GALAKTO Bild TinyMonster Timo und Frank @ Nadine Stenzel Photography

GALAKTO bietet kinderfreundliche Audioplayer und Hörspiele, die offline, sicher und einfach nutzbar sind – für entspannten Hörspaß ohne digitale Ablenkung

Was steckt hinter GALAKTO, und wer sind die Menschen, die dieses innovative Audiosystem für Kinder entwickelt haben?

Frank Ließner und ich, Timo Dries, haben die Tiny Monster GmbH zusammen gegründet und teilen uns die Geschäftsführung. Wir kennen uns seit unserer gemeinsamen Tätigkeit bei Wooga. 2019 haben wir den App-Anbieter Fox & Sheep übernommen und dort über 35 Apps für Kinder auf der ganzen Welt entwickelt.

2013 hatte Frank die Idee zur Entwicklung von GALAKTO. Durch unsere Tätigkeit im Entertainment-Segment für Kinder, und dadurch, dass wir selbst Kinder haben, haben wir festgestellt, dass Datensicherheit nicht immer Priorität hat. Das hat uns Sorgen gemacht, deswegen wollten wir ein Produkt schaffen, das bei den Kindern für Spaß sorgt, und bei dem es keine Kompromisse bei der Datensicherheit gibt. GALAKTO benötigt keine Anmeldung, keine Internetverbindung und keine Eingaben von Daten – im Gegensatz zu den meisten herkömmlichen Geräten.

Welche Vision verfolgt GALAKTO langfristig, und welche konkreten Schritte unternehmen Sie, um diese zu erreichen?

Die Bedürfnisse von Kindern sind unser Fokus, GALAKTO setzt auf unendlichen Spaß, große Abenteuer mit tollen Inhalten und einem fantastischen Sound – ohne Kompromisse bei der Datensicherheit. Auch der Preis ist uns wichtig. Wir wollten den Player und die Hörspiele zu einem Preispunkt anbieten, so dass sich viele Familien das Gerät leisten können. Die Preise für Hörspielprodukte sind in den letzten Jahren stetig gestiegen. Dabei ist es doch wichtig, dass sich so viele Familien für ihre Kinder hochwertige Inhalte nach Hause holen können.  

Was macht den GALAKTO Player einzigartig im Vergleich zu anderen Produkten im Markt der Kinder-Hörspiel- und Musikboxen?

Unser GALAKTO Player bietet, was viele Familien suchen: einen kinderfreundlichen Audioplayer, der komplett offline funktioniert. Kinder können ihn direkt auspacken, einen Audiotoken einklicken – und schon geht’s los. Kein WLAN, keine App, keine Ablenkung.

40 % aller Kinder in Deutschland geben an, von der digitalen Welt gestresst zu sein. Viele Familien haben, vor allem nach der Pandemie, genug von der digitalen Überlastung. Deshalb haben wir GALAKTO so entwickelt, dass Hörspiele hören das wird, was es sein sollte: einfach, entspannt und bildschirmfrei. Das macht uns nicht nur anders, sondern passt genau zu dem Alltag von Familien.

Zusätzlich ist bei uns alles ein bisschen mehr 2024: GALAKTO kann wireless oder über USB-C geladen werden. Der Akku hält bis zu 20 Stunden und der Klang – das ist im Grunde ja das Wichtigste beim Hören – ist sehr gut. Wenn der Dino im Hörspiel brüllt, klingt es so imposant wie es muss und wenn die Kinder laut DIKKA hören, dann ist auch spürbar Bass mit dabei. Denn ohne Bass macht Rap einfach weniger Spaß!

Die Partnerschaft mit den Youtuberinnen Viktoria&Sarina ist ein spannender Schritt. Was war die Motivation dahinter, und wie hat die Zusammenarbeit das Produkt bereichert?

Dass wir Sondereditionen bzw. saisonale Editionen von GALAKTO herausbringen wollen, war schnell klar. Die Marke soll Spaß machen, mit der Zeit gehen und für Kinder und Familien spannend bleiben. Diese Strategie ist bei unseren Content-Partner:innen von Anfang an auf offene Ohren gestoßen. Da Viktoria & Sarina eine eigene Hörspielreihe haben und eine sehr treue Fanbase, war es für uns die perfekte Kombination. So erreichen wir auch etwas ältere Kinder, für die wir im Hörbuchbereich tolle Angebote haben. Die Zusammenarbeit mit den beiden macht großen Spaß. Das Endergebnis – die Marshmallow-Rainbow-Edition – ist super schick geworden und kommt auch bei den Eltern sehr gut an. 

GALAKTO hat seinen Player in einer exklusiven ‚Toylino Edition‘ bei ALDI Nord platziert. Wie kam es zu dieser Zusammenarbeit, und wie wichtig sind solche Partnerschaften für Ihre Vertriebsstrategie?

Über einen unserer Produzenten kamen wir schon frühzeitig ins Gespräch mit ALDI Nord. Letzten Sommer saßen wir zum ersten Mal in Essen zusammen und haben GALAKTO vorgestellt. Wir hatten den ersten (vorzeigbaren) Prototypen dabei. Ich erinnere mich noch, dass ich ihn selbst zum ersten Mal an diesem Morgen im Essener Bahnhof in den Händen hielt. Interesse war da, weiteres jedoch noch nicht abzusehen. Nachdem wir dann kurz vor Weihnachten das finale Produkt zum Testen zu ALDI schickten, ging alles sehr schnell. Ich denke, die Kombination aus familienfreundlicher Preisgestaltung, Qualität sowie Geschwindigkeit und Flexibilität auf unserer Seite sind ein guter Fit.

Für uns ist diese Zusammenarbeit ein unglaublicher Kickstarter. Eine Kassenplatzierung – nach der Tiefkühlung wahrscheinlich der umkämpfteste Platz – ist für uns noch immer ein wenig surreal, zahlt aber direkt in unsere Strategie ein: GALAKTO muss dort stattfinden, wo Familien sind. Und dies ist oft beim gemeinsamen Einkauf. Selbst wenn die ganze Familie beim Shopping ihr eigenes Ding macht – an der Kasse kommen alle wieder zusammen. 

Die Erweiterung auf über 2.200 ALDI Nord Filialen ist beeindruckend. Welche Herausforderungen bringt diese Skalierung mit sich, und wie gehen Sie damit um?

Ich schätze die wenigsten Start-ups sind darauf vorbereitet, eine Woche nach Testlaunch, eine Kooperation in dieser Größenordnung auf den Tisch zu bekommen. Wir haben die Produktionskapazitäten nach oben geschraubt und weitere Produktionslinien aufgebaut. Deswegen waren wir auch zwischenzeitlich ausverkauft. Eine Produktion hat ausschließlich für ALDI produziert, während wir gleichzeitig weitere Produktionen aufbauen mussten, die für unseren Online Shop, Hugendubel, Thalia, Rossmann, Kitas und Bibliotheken weitere GALAKTO Player und vor allem Hörspiel-Token herstellen.

Hier hat sich ausgezahlt, dass jedes Teammitglied sehr erfahren ist – alle mit Background in Start-ups und Corporates. Das Team ist in den letzten Monaten über sich hinausgewachsen und ohne sie wäre das alles nicht möglich gewesen. Wir sind nach wie vor nur zu siebt.

Nachdem der Player im Sommer kurzzeitig ausverkauft war: Wie haben Sie das Produktions- und Logistikmanagement angepasst, um solche Engpässe in Zukunft zu vermeiden?

Wir haben weitere Produktionspartner aufgebaut und den Fulfillment-Dienstleister gewechselt, um der Nachfrage gerecht werden zu können. Zudem unterstützt uns Edel Distribution in der Zusammenarbeit mit den Handelspartner:innen. Sie sind absolute Fachleute was den Tonträger Markt angeht und wir profitieren stark von ihrer jahrzehntelangen Erfahrung.

Mit über 100 verfügbaren Token bietet GALAKTO eine breite Auswahl. Wie stellen Sie sicher, dass das Angebot für alle Altersstufen und Geschmäcker attraktiv bleibt?

Wichtig ist, sich so nah wie möglich an der Zielgruppe zu bewegen, wie möglich. Trends bei Kindern kommen schnell und verschwinden oft noch schneller. Durch unsere sehr kurzen Produktionszeiten können wir flexibel auf Trends reagieren. So begleiten wir im nächsten Jahr fast alle relevanten Kinostarts mit passenden Hörspielen. Auch eine Zusammenarbeit mit Viktoria & Sarina ist nur möglich, weil wir uns schnell und agil bewegen können. 

Das Wichtigste ist jedoch, im ständigen Austausch mit Kindern zu stehen und ganz viel zu testen.

Was können Ihre Kunden in den kommenden Jahren von GALAKTO erwarten? Gibt es bereits neue Features oder Produkte in Planung?

Für nächstes Jahr haben wir weitere Special-Editions geplant. Verraten können wir schon, dass in Q1 ein GALAKTO Player in Zusammenarbeit mit der Kinder-Rap-Band DEINE FREUNDE auf den Markt kommt. Ende des Jahres wird es auch eine Bibi Blocksberg Edition zu ihrem 50sten Geburtstag geben.

Content-seitig kommen weitere GALAKTO Originals, wie etwa unsere Crime-Fighting Hiphop Crew “Die Phantom Fünf”. 

Ein selbst bespielbarer Token befindet sich gerade in der Entwicklung.

Welchen Einfluss hat die Zusammenarbeit mit großen Handelspartnern wie Thalia, Müller und Hugendubel auf Ihre Marktpräsenz?

Die Zusammenarbeit ist für uns ein zentraler Baustein, um GALAKTO dort sichtbar zu machen, wo Familien einkaufen. Diese Geschäfte sind für viele Eltern ein fester Anlaufpunkt, wenn es um Geschenke, Bücher oder hochwertige Produkte für Kinder geht – genau dort möchten wir mit GALAKTO präsent sein.

Ein Vorteil ist auch, dass wir Hörspiele wieder zu einem Preis anbieten können, der perfekt in den sogenannten ‚Geburtstagsgeschenk-Sweet-Spot‘ fällt. Mit 10 Euro für einen Hörspiel-Token haben wir eine Preisklasse, die für viele Familienbudgets machbar ist – zusammen mit einer Tafel Schokolade oder einer kleinen Karte ergibt das ein tolles Geschenk, das Freude macht und gleichzeitig erschwinglich bleibt.

Darüber hinaus stärken diese Partnerschaften unsere Marke. Die Platzierung in solch renommierten Geschäften signalisiert den Kunden, dass GALAKTO ein hochwertiges und vertrauenswürdiges Produkt ist. Es gibt uns die Möglichkeit, in einem Umfeld wahrgenommen zu werden, das bereits für Qualität und Familienorientierung steht.

Für uns bedeutet das: mehr Sichtbarkeit, mehr Vertrauen und die Chance, noch mehr Familien zu erreichen und zu begeistern.

Bild TinyMonster Timo und Frank @ Nadine Stenzel Photography

Wir bedanken uns bei Frank Ließner und Timo Dries für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Was steckt hinter dem Erfolg – und wie geht es weiter?

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bergbiber team bild

BergBiber steht für hochwertige, nachhaltige und mitwachsende Babybekleidung mit einem klaren Fokus auf soziale Verantwortung

Was bedeutet die Umfirmierung zur GmbH für BergBiber, und warum habt ihr euch für diesen Schritt entschieden?

Die Umfirmierung zur GmbH ist für BergBiber ein bedeutender Schritt, um unser Wachstum zu sichern und unsere Professionalität zu unterstreichen. Mit der Gründung der GmbH schaffen wir Vertrauen bei Partnern und Kunden. Dies ist auch die erste Vorbereitung um zukünftig mit Investoren ins Gespräch zu kommen.

Unsere Website bergbiber.de bleibt dabei ein zentraler Anlaufpunkt für unsere Kunden.

Wie hat sich BergBiber seit der Gründung entwickelt, und worauf seid ihr besonders stolz?

Seit unserer Gründung hat sich BergBiber von einer kleinen Idee zu einer etablierten Marke entwickelt, die für hochwertige, mitwachsende Babybekleidung steht.  Wir konnten unser Ziel dieses Jahr um das Vierfache übertreffen. Unser Engagement, pro Bestellung €1 an schwerkranke Kinder zu spenden, wurde von unseren Kunden sehr geschätzt.

Das Gesamtfeedback unserer Kunden ist sehr positiv und das treibt uns weiter an.

Welche neuen Produkte plant ihr für 2025, und wie passt das zu eurer Vision?

Für 2025 planen wir eine Erweiterung unseres Sortiments um eine weitere Farbe und Kurzarm-Bodys. Dabei möchten wir unser Jahresergebnis verdoppeln. Bei weiterhin bestehendem Erfolg könnten wir uns auch vorstellen, Decken und Accessoires selbst zu produzieren, damit wir einen höheren Warenkorb erreichen. Auch hier ist das Ziel, die Produkte müssen 100 Tage passen und halten.

Dieses Jahr haben wir unser Sortiment bereits um eine weitere Farbe sowie um mitwachsende Mützen erweitert. Im personellen Bereich planen wir für 2025 mit Praktikanten und Werkstudenten, damit unser Wachstum auch bei der Content Produktion weiterhin abgedeckt ist.

Wie nehmt ihr das Feedback eurer Kunden auf, und wie beeinflusst es eure Produktentwicklung?

Wir hören aktiv auf das Feedback unserer Kundinnen – sei es durch direkte Rückmeldungen oder über Bewertungen auf bergbiber.de. Dieses Feedback ist ein wesentlicher Bestandteil unserer Produktentwicklung. So haben wir dieses Jahr den Schnitt unserer Bodys bereits angepasst. Die Farbauswahl und das Design werden ebenfalls von der Community mitbestimmt.

Wie wichtig ist euch Nachhaltigkeit in der Produktion, und wie setzt ihr sie konkret um?

Nachhaltigkeit steht bei BergBiber im Mittelpunkt. Wir verwenden ausschließlich Bio-Baumwolle und arbeiten mit Produzenten zusammen, die faire Arbeitsbedingungen garantieren. Deshalb legen wir sehr viel Wert auf das GOTS-Zertifikat. Auf bergbiber.de informieren wir unsere Kunden transparent über unsere nachhaltigen Prozesse und Materialien.

Was sind eure Pläne, um eure Zielgruppe in Zukunft noch besser zu erreichen?

Wir möchten 2025 verstärkt auf Community-Building setzen. Dazu gehören sowohl lokale Events wie die jährliche Wendener Kirmes als auch unser Blog mit wöchentlich erscheinenden Kurzgeschichten zum Vorlesen auf bergbiber.de. Ziel ist es, den Austausch mit unserer Community zu intensivieren, hierbei legen wir den Fokus auf unser Newsletter Management.

Welche Herausforderungen seht ihr auf dem Weg, BergBiber als Marke weiter zu etablieren?

Eine Herausforderung bleibt die Differenzierung im stark umkämpften Markt der Babybekleidung. Durch unser klares Profil – 100 Tage Garantie, hochwertige, nachhaltige Produkte und unser soziales Engagement – sowie durch unsere starke Präsenz auf bergbiber.de heben wir uns jedoch erfolgreich ab.

Wie unterstützt ihr weiterhin Kinder und Familien über eure Kooperation mit KEKS e.V.?

Unsere Kooperation mit KEKS e.V. bleibt ein zentraler Bestandteil unserer Arbeit. Pro Bestellung spenden wir €1 an schwerkranke Kinder und kommunizieren diese Initiative aktiv über unsere Plattform. Dadurch können wir nicht nur finanzielle Hilfe leisten, sondern auch das Bewusstsein für diese wichtige Arbeit stärken. Ein dickes Dankeschön an unsere Community, durch die wir in 2024 schon über 1.000€ Spenden konnten.

Wie reagiert der Markt auf eure 100-Tage-Passgarantie, und plant ihr, dieses Konzept weiter auszubauen?

Die 100-Tage-Passgarantie wird von unseren Kunden begeistert angenommen. Im Regelfall passen die Bodys sogar deutlich länger, in der Spitze bis zu 7 Monate.

Wir planen, dieses Konzept weiter auszubauen, indem wir es auf neue Produktkategorien erweitern. Unsere Mütze wurde schon erfolgreich eingeführt und ist auf bergbiber.de bereits gelistet.

Was macht euch als Team aus, und wie prägt eure familiäre Zusammenarbeit den Erfolg von BergBiber?

Als Familie zeichnet uns aus, dass wir kurze Wege haben und Entscheidungen durch unser gegenseitiges Vertrauen schnell treffen können. Jeder von uns bringt seine individuellen Stärken ein, wodurch wir flexibel und effizient arbeiten. Diese familiäre Zusammenarbeit ist der Schlüssel zu unserem Erfolg und spiegelt sich in der Authentizität unserer Marke und unserer Plattform bergbiber.de wider.

Bild Teambild@BergBiber

Wir bedanken uns bei Dennis Schumacher für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.


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D-57482 Wenden

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Wie ein Festival den Weg zur grünen Zukunft ebnet – und was noch kommen könnte?

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Maximilian Wasler

Im Interview mit Maximilian Wasler erfahren wir, wie das GREENTECH FESTIVAL sich seit seiner Gründung entwickelt hat, welche Meilensteine es erreicht hat und welche Pläne für die Zukunft auf dem Weg zur globalen Nachhaltigkeit eine Rolle spielen

Wie hat sich das GREENTECH FESTIVAL seit seiner Gründung entwickelt und was sind die größten Meilensteine, die es bisher erreicht hat?

Maximilian Wasler: Seit der Gründung im Jahr 2019 hat sich das GREENTECH FESTIVAL kontinuierlich weiterentwickelt und trotz der Herausforderungen durch die Corona-Pandemie ein stetiges Wachstum verzeichnet. Ein bedeutender Meilenstein war 2024 der Umzug auf das Gelände der Messe Berlin, der es uns ermöglichte, größer denn je aufzutreten und unser Netzwerk zu erweitern. 

Besonders stolz sind wir auch auf unsere internationale Expansion: Seit 2021 haben wir mit der GTF Connect-Reihe globale Veranstaltungen in Metropolen wie London, Los Angeles und Singapur etabliert und dadurch eine weltweite Gemeinschaft aufgebaut.

Mit Blick auf 2025 setzen wir verstärkt auf den B2B-Bereich, um unsere Position als führende Plattform für unternehmerische Transformation und Dekarbonisierung weiter zu festigen. Diese strategische Ausrichtung unterstreicht unser Ziel, Unternehmen mit nachhaltigen Technologien untereinander zu vernetzen und konkrete Lösungen für die globale grüne Transformation anzubieten.

Welche Rolle spielt das Festival im globalen Kontext der Nachhaltigkeit und wie hilft es Unternehmen dabei, nachhaltige Lösungen zu präsentieren und zu fördern?

Das GREENTECH FESTIVAL ist eine führende globale Plattform für unternehmerische Transformation und Nachhaltigkeit. Mit Veranstaltungen in Berlin sowie in internationalen Städten wie London, Los Angeles und Singapur bringen wir Innovator:innen, Changemaker und Vordenker:innen aus aller Welt zusammen. Unsere Konferenzen, Ausstellungen und Networking-Formate schaffen einen Raum für den Austausch von Best Practices und branchenspezifischem Know-how. Unternehmen nutzen das Festival, um ihre nachhaltigen Technologien vorzustellen, Partnerschaften aufzubauen und ihre Geschäftsmodelle strategisch auf Dekarbonisierung und langfristige Nachhaltigkeit auszurichten. So trägt das GREENTECH FESTIVAL aktiv dazu bei, die globale Nachhaltigkeitsagenda voranzutreiben.

Wie ist die Balance zwischen den kommerziellen und den ideellen Zielen des Festivals, und wie schwer ist es, diese in Einklang zu bringen?

Maximilian Wasler: Einerseits streben wir wirtschaftlichen Erfolg an, um langfristig als Plattform für unternehmerische Transformation bestehen zu können. Andererseits liegt unser Fokus darauf, eine positive gesellschaftliche Wirkung zu erzielen und den globalen grünen Wandel voranzutreiben. Dieser Einklang ist herausfordernd, aber essenziell. Wir achten darauf, Partner und Projekte auszuwählen, die nicht nur ökonomisch, sondern auch ökologisch nachhaltig sind. So gelingt es uns, Werte zu schaffen, die über den wirtschaftlichen Nutzen hinausgehen und unsere Vision einer dekarbonisierten Zukunft greifbar machen.

Welche Herausforderungen begegnen Sie bei der Auswahl der Unternehmen und Projekte, die auf dem Festival vertreten sind, um ein ausgewogenes Spektrum an Innovationen zu präsentieren?

Die größte Herausforderung bei der Auswahl der Unternehmen und Projekte besteht darin, ein ausgewogenes Spektrum an Innovationen abzubilden, das sowohl Branchenvielfalt als auch unterschiedliche Nachhaltigkeitsansätze umfasst. Wir achten darauf, Pionier:innen mit etablierten Marktführern zu kombinieren, um sowohl visionäre Ideen als auch skalierbare Lösungen zu präsentieren. Unser Ziel ist es, ein inspirierendes und zugleich praxisnahes Umfeld zu schaffen, das die Vielfalt der grünen Transformation widerspiegelt und alle Teilnehmer:innen motiviert, aktiv zur Dekarbonisierung beizutragen.

Wie hat Ihre persönliche Erfahrung im Sport- und Eventmanagement Ihre Herangehensweise beim Aufbau und der Führung des Festivals beeinflusst?

Maximilian Wasler: Jeder Sportler braucht ein funktionierendes Team. Selbst individuelle Athleten haben ein starkes Team hinter sich, das sie optimal auf ihren Wettkampf vorbereitet. Genauso ist es in der Eventbranche: Wir arbeiten als Team bis zum Tag X daran, alles bestmöglich vorzubereiten, um das beste Ergebnis zu erzielen. Die Erfahrung aus dem Sport – der Zusammenhalt im Team und das gemeinsame Hinarbeiten auf ein Ziel – ist auch in der Eventbranche essenziell. Besonders wichtig wird dieser Ansatz, wenn wir alle, intern wie extern, an einem übergeordneten Ziel arbeiten: die Dekarbonisierung voranzutreiben und langfristig unseren Planeten zu erhalten.

Inwiefern glauben Sie, dass große Events wie das GREENTECH FESTIVAL die Öffentlichkeit stärker für grüne Technologien und nachhaltiges Handeln sensibilisieren können?

Große Events wie das GREENTECH FESTIVAL haben eine enorme Kraft, Aufmerksamkeit für grüne Technologien und nachhaltiges Handeln zu schaffen. Sie bieten eine Bühne, um Innovationen sichtbar zu machen und komplexe Themen greifbar zu erklären. Durch die Verbindung von Expertenwissen, einer vielfältigen Ausstellung und innovativen Ideen erreichen wir gezielt ein B2B-Fachpublikum, aber auch die breite Öffentlichkeit. Veranstaltungen, wie das GTF sind Katalysatoren für Wandel, da sie Wissen, Vernetzung und konkrete Handlungsimpulse vereinen.

Welche Synergien ergeben sich aus Ihrer parallelen Arbeit bei Rosberg X Racing und dem Festival, und wie tragen diese zur Botschaft der Nachhaltigkeit bei?

Maximilian Wasler: Sowohl beim GREENTECH FESTIVAL als auch bei Rosberg X Racing steht die Sensibilisierung für den Klimawandel und die Förderung von Lösungen im Mittelpunkt. Diese gemeinsame Mission ermöglicht wertvolle Synergien, etwa durch die Präsenz von Rosberg X Racing als Partner und Aussteller beim Festival 2024. So konnten wir den nachhaltigen Rennsport als inspirierendes Beispiel präsentieren und gleichzeitig die Reichweite unserer Botschaft verstärken.

Wie sehen Sie die Rolle von Investitionen in grüne Technologien und Start-ups im Kontext des Festivals, und wie können diese Investitionen konkret gefördert werden?

Investitionen in grüne Technologien und Start-ups spielen beim GTF eine zentrale Rolle, da sie Innovationen vorantreiben und die Transformation hin zu einer nachhaltigeren Wirtschaft beschleunigen. Konkret fördern wir dies durch Formate wie das START-UP LAND, einen kostenlos zur Verfügung gestellten Ausstellungsbereich, die GREEN START-UP SLAMS, bei denen junge Unternehmen ihre Ideen auf der GTF-Bühne präsentieren können, sowie zahlreiche Networking-Möglichkeiten zwischen Investor:innen und Gründer:innen.

Wie sieht Ihre Strategie aus, um neue Zielgruppen, insbesondere jüngere Generationen, für das Thema Nachhaltigkeit und technologische Innovationen zu begeistern?

Maximilian Wasler: Das GREENTECH FESTIVAL richtet sich an Expert:innen und Visionär:innen aller Generationen und legt besonderen Wert darauf, junge Talente anzusprechen, da sie die treibende Kraft für die Zukunft sind. Durch Initiativen wie die Zusammenarbeit mit der Tomorrow University und die Vernetzung von Jobsuchenden und Unternehmen schaffen wir gezielte Formate, die junge Menschen ansprechen. Das Festival fördert den Dialog zwischen Erfahrung und frischen Perspektiven und bietet eine Plattform, um sich mit inspirierenden Persönlichkeiten und Innovator:innen zu vernetzen. Auch Bewegungen wie Fridays for Future und die Letzte Generation waren bereits Teil des Programms.

Welche Bedeutung messen Sie Partnerschaften mit etablierten Konzernen und jungen Start-ups für die Weiterentwicklung des Festivals bei?

Partnerschaften mit etablierten Konzernen und jungen Start-ups sind gleichermaßen von entscheidender Bedeutung für die Weiterentwicklung des GREENTECH FESTIVALS. Die Zusammenarbeit mit großen Unternehmen bringt nicht nur wertvolle Expertise und Ressourcen, sondern ermöglicht auch den Zugang zu globalen Netzwerken und Märkten. Auf der anderen Seite bieten Start-ups frische Ideen, innovative Technologien und eine dynamische Herangehensweise, die den Innovationsgeist des Festivals stärken.

Gab es in Ihrer bisherigen Laufbahn beim GREENTECH FESTIVAL besondere Momente oder Projekte, die Sie persönlich nachhaltig geprägt haben?

Maximilian Wasler: In den fünf Jahren, seitdem ich bei dem GREENTECH FESTIVAL mitarbeiten darf, sind unglaublich viele positive Projekte entstanden, und zahlreiche inspirierende Unternehmen Teil unserer Geschichte geworden. Da fällt es mir schwer ein einzelnes Projekt hervorzuheben. Ein besonders prägendes Beispiel ist jedoch die Erfolgsgeschichte von Notpla und seinem Gründer Pierre-Yves Paslier, der als Youngster bei uns den Nachwuchs GREEN AWARD erhalten hat und seitdem eine beeindruckende Entwicklung durchlaufen hat: vom Gewinner unseres Awards bis hin zum Träger des Earthshot-Preises von Prinz William. Heute sitzt er in Panels, hält Konferenzen ab und inspiriert weltweit. Das zeigt, wie wir als GTF gezielt Nachwuchstalente fördern und ihnen eine Plattform bieten.

Bildrechte: GREENTECH FESTIVAL

Wir bedanken uns bei Maximilian Wasler für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Doppelte Nutzung: Die Zukunft der Landwirtschaft?

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feld.energy Gründer und Geschäftsführer Adrian Renner@ feld.energy GmbH

feld.energy entwickelt innovative Agri-PV-Systeme, die Landwirtschaft und Energieerzeugung auf derselben Fläche vereinen

Wie ist die Idee zu feld.energy entstanden, und welche Personen stehen hinter dem Unternehmen?

Die Idee entstand aus der Überzeugung, dass Landwirtschaft und Energieerzeugung sich nicht ausschließen müssen, sondern perfekt kombiniert werden können. Die Führungskräfte von feld.energy bringen umfassende Erfahrung aus der Energiebranche, Agri PV und der Digitalwirtschaft mit und teilen die Vision, eine nachhaltigere Zukunft zu gestalten. Hinter dem Unternehmen stehen Experten aus den Bereichen Photovoltaik, Agrarwissenschaft und Projektentwicklung.

Welche Vision verfolgt feld.energy, und welche Schritte unternehmen Sie, um diese Vision zu verwirklichen?

Unsere Vision ist eine Welt, in der landwirtschaftliche Flächen doppelt genutzt werden – für Ernährungssicherung und saubere Energie. Um das zu erreichen, entwickeln wir Agri-PV-Systeme, die optimal auf die Bedürfnisse von Landwirten und die Anforderungen der Energiewirtschaft zugeschnitten sind. Durch Innovationen, partnerschaftliche Zusammenarbeit und nachhaltige Technologien setzen wir Schritt für Schritt neue Standards im Energiesektor.

Was ist Ihrer Meinung nach das Besondere an feld.energy, das das Unternehmen im Markt für Energielösungen hervorhebt?

feld.energy hebt sich durch seine konsequente Fokussierung auf Agri-PV ab – eine Technologie, die Landwirtschaft und erneuerbare Energien miteinander vereint. Unser Ansatz ist modular, individuell anpassbar und legt großen Wert auf die Bedürfnisse der Landwirte. Zudem fördern unsere Lösungen nicht nur die Energieerzeugung, sondern auch die agronomische Produktivität der Flächen.

An welche Zielgruppe richtet sich feld.energy, und wie stellen Sie sicher, dass deren spezifische Bedürfnisse optimal erfüllt werden?

Unsere Hauptzielgruppe sind Landwirte, die ihre Flächen effizienter nutzen und ihre Einnahmen breiter aufstellen möchten. Um ihre Bedürfnisse optimal zu erfüllen, setzen wir auf individuelle Beratung, modulare Systeme und partnerschaftliche Modelle, die ihnen Mitgestaltung und wirtschaftliche Sicherheit bieten.

Welche Herausforderungen sehen Sie aktuell im Energiesektor, und wie geht feld.energy mit diesen Herausforderungen um?

Die größten Herausforderungen sind Flächenverfügbarkeit, Bürokratie und Netzstabilität. feld.energy begegnet diesen Hürden mit innovativen Lösungen wie eigenen KI Lösungen im Bereich der Netztopologie um Regionen mit verfügbaren Einspeisekapazitäten zu identifizieren, Energiespeichern und optimierten Genehmigungsprozessen um die Zeit von Bauantrag bis zur Baugenehmigung auf 3 Monate zu reduzieren.

Wie wichtig ist Ihnen das Thema Nachhaltigkeit, und wie setzt feld.energy nachhaltige Lösungen in der Energiewirtschaft um?

Nachhaltigkeit ist das Fundament von feld.energy. Unsere Agri-PV-Anlagen ermöglichen die doppelte Nutzung von Flächen, fördern lokale Landwirtschaft und reduzieren die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen und autokratischen System. Wir achten darauf, die Biodiversität zu unterstützen und den Energieverbrauch in der gesamten Wertschöpfungskette zu minimieren.

Gibt es ein spezielles Projekt oder eine Erfolgsgeschichte, die für Sie den Weg von feld.energy besonders gut repräsentiert?

Ein wegweisendes Projekt, das den Innovationsgeist von feld.energy eindrucksvoll widerspiegelt, ist unsere Kooperation mit der TU München an ihrem Standort in Freising. Hier entwickeln wir auf über einem Hektar eine hochmoderne Agri-PV-Anlage, die fünf unterschiedliche Systeme integriert: vier vertikale Systeme sowie ein dynamisches Trackingsystem. Diese Anlage wird genug Strom erzeugen, um fast 200 Haushalte zu versorgen.

Besonders bemerkenswert war der reibungslose Genehmigungsprozess: Innerhalb von nur drei Monaten konnten wir die Baugenehmigung abschließen – ein Beweis für die starke Zusammenarbeit mit der Stadt Freising. Der Baubeginn ist für Februar 2025 geplant, mit der Inbetriebnahme bereits im März desselben Jahres.

Darüber hinaus setzen wir auf modernste Technologien, um unsere Vision von datengetriebenen landwirtschaftlichen Flächen umzusetzen. Unterschiedlichste Sensoren und bildgebende Verfahren werden genutzt, um in Echtzeit Informationen über den Zustand des Feldes zu erfassen. Bodenfeuchtigkeit, Schädlingsbefall, Bodenzusammensetzung – all diese Daten stehen Landwirten, Behörden und Versicherungen zur Verfügung und schaffen eine neue Dimension der Effizienz und Transparenz. Mittelfristig planen wir, all unsere Projekte mit diesen Technologien auszustatten, um die Zukunft der Landwirtschaft aktiv mitzugestalten.

Welche Entwicklungen oder Innovationen plant feld.energy, um seine Position in der Energiebranche langfristig zu stärken?

Wir arbeiten an der Integration von Speicherlösungen, die die Netzstabilität fördern, und entwickeln intelligentes Monitoring, das die Effizienz unserer Anlagen maximiert. Zudem investieren wir in Forschung, um Agri-PV noch besser an verschiedene Kulturen und klimatische Bedingungen anzupassen.

Was war eine wichtige Lektion, die Sie bei feld.energy gelernt haben, und wie beeinflusst diese heute Ihre Arbeit?

Eine zentrale Lektion ist die Bedeutung von Zusammenarbeit. Jede erfolgreiche Installation zeigt uns, dass Partnerschaft – mit Landwirten, Behörden und Investoren – entscheidend für den langfristigen Erfolg ist. Diese Einsicht motiviert uns, noch intensiver auf Transparenz und Kommunikation zu setzen.

Wichtige Trends sind die Dezentralisierung der Energieerzeugung, innovative Speicherlösungen und die zunehmende Integration von Energie- und Landwirtschaftssystemen. feld.energy reagiert darauf, indem wir auf modularisierte Technologien und flächendeckende Kooperationen setzen, die genau diese Entwicklungen fördern.

Wenn Sie anderen Gründern drei wertvolle Ratschläge geben könnten, welche wären das?

  1. Fokussiere dich auf das Problem: Ein klares Verständnis der Herausforderung ist wichtiger als eine perfekte Lösung.
  2. Setze auf ein starkes Team: Deine Idee wird nur so gut, wie die Menschen, die sie umsetzen.
  3. Sei bereit, dich anzupassen: Erfolg kommt oft durch Flexibilität und nicht durch stures Festhalten an einem Plan.

Wo sehen Sie feld.energy in den nächsten fünf Jahren, und welche größeren Meilensteine möchten Sie bis dahin erreichen?

In fünf Jahren wollen wir Marktführer im Bereich Agri-PV in Europa sein. Geplante Meilensteine sind die Realisierung von 500 MW installierter Leistung, die Etablierung langfristiger Partnerschaften mit landwirtschaftlichen Betrieben und die kontinuierliche Weiterentwicklung unserer Technologien. Wir streben an, einen messbaren Beitrag zur Energiewende und zur Resilienz der Landwirtschaft zu leisten.

Bild Adrian Renner@ feld.energy GmbH

Wir bedanken uns bei Adrian Renner für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Welche Idee treibt dieses Startup an?

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hermaid Founders Susanne Rajesh Anne @hermaid

hermaid bietet KI-gestützte Gesundheitslösungen, die Frauen in den Wechseljahren individuell und effektiv unterstützen über Arbeitgeber

Könnten Sie uns einen Einblick in die Gründungsgeschichte von hermaid geben und welche Personen hinter dem Unternehmen stehen?

Wir haben hermaid 2023 als Schwestern (Anne und Susanne Feldt) gegründet. Unser Hintergrund liegt in der Unternehmensberatung und der digitalen Produktentwicklung von Gesundheitsanwendungen. Für uns war von Anfang an klar, dass wir im Bereich der Frauengesundheit gründen wollten, da hier ein enormer Bedarf und ein riesiger Markt für die Entwicklung neuer Dienstleistungen besteht. McKinsey und das Weltwirtschaftsforum sprechen in diesem Zusammenhang von einer „Trillion Dollar Opportunity“. Im Laufe des Jahres ist Rajesh Sharma als Co-Founder zu uns gestoßen, der bereits von Beginn an als CTO maßgeblich beteiligt war. Damit haben wir ein komplementäres Gründungsteam, das sich durch die langjährige Zusammenarbeit in verschiedenen Projekten bestens kennt.

Was war die Motivation zur Gründung von hermaid, und welche Lücke im Gesundheitssystem möchten Sie damit schließen?

Vom Gender-Health-Data-Gap haben sicher schon viele gehört. Wichtig ist jedoch zu verstehen, dass viele dieser „Lücken“, die es im Zusammenhang mit dem Thema „Gender“ gibt, auch irgendwie zusammenhängen. Am Beispiel der Wechseljahre lässt sich das recht eindeutig erklären:

Über 80 % der Frauen in den Wechseljahren sind erwerbstätig. In einigen Branchen machen sie bis zu 80 % der Gesamtbelegschaft aus. Sie verfügen über viel Erfahrung und sind teilweise in leitenden Positionen tätig. Bis zu zwei Drittel von ihnen leiden jedoch unter Wechseljahresbeschwerden, die ihre Arbeit beeinträchtigen.

Unter den Symptomen, die am häufigsten genannt werden und die den größten Einfluss auf die Erwerbstätigkeit haben, sind dies die Top 5: Körperliche und geistige Erschöpfung, Schlafstörungen, Reizbarkeit, depressive Verstimmung sowie Hitzewallungen und Schweißausbrüche.

Die zahlreichen Symptome führen zu verminderter Produktivität, Fehlzeiten (bis zu acht Tage pro Jahr), einer Verringerung der Arbeitszeit und einem deutlichen Anstieg der Frühverrentung. Die jüngsten deutschen Daten gehen von 40 Millionen Krankheitstagen als Folge aus. Keine gute Nachricht angesichts des viel zitierten Fachkräftemangels und der Gleichstellungsziele in Unternehmen. Aus Studien wissen wir, dass knapp 25 % der Frauen in den Wechseljahren in Teilzeit gehen. Je nach Beruf bedeutet das: weniger Lebenseinkommen und weniger Rente.

Obwohl 95 % der Unternehmen auf Nachfrage einräumen, dass sich die Wechseljahre negativ auf die Arbeit auswirken, geben nur 4 % der Frauen an, dass es am Arbeitsplatz Unterstützung gibt. Viele haben das Gefühl, stigmatisiert und diskriminiert zu werden.

Gerade in Deutschland gab es bisher kaum Lösungen, die diese Probleme adressierten.

Wie sieht die Vision von hermaid aus, und welche Schritte unternehmen Sie, um diese zu verwirklichen?

Interventionen zur Unterstützung von Frauen in den Wechseljahren am Arbeitsplatz zeigen messbare positive Auswirkungen in vielfältigen Bereichen: Wohlbefinden, Zufriedenheit, Produktivität, Mitarbeiterbindung, Inklusion, Geschlechtergerechtigkeit, Arbeitgeberimage und Rekrutierung.

Unsere Vision ist die Entwicklung innovativer Interventionen, die neueste Technologien nutzen, schnell implementierbar, messbar effektiv und kosteneffizient für Arbeitgeber sind und einen hohen ROI erzielen.

Auf welche Weise unterstützt hermaid Frauen in den Wechseljahren, und welche spezifischen Angebote bieten Sie an?

hermaid bietet KI-gestützte Gesundheitsunterstützung für Frauen in den Wechseljahren. Über die hermaid Plattform erhalten sie Echtzeit-Chat-Support und direkten Zugang zu zertifizierten Wechseljahres-Experten – ob im Büro, im Homeoffice oder unterwegs. Durch die Kombination von digitaler, individueller Begleitung und dem Zugang zu Experten lösen wir gleich zwei Probleme, mit denen Frauen in den Wechseljahren konfrontiert sind. Unsere niedrigschwellige und skalierbare Lösung unterstützt sowohl die individuellen Bedürfnisse der Frauen als auch die Anforderungen von Arbeitgebern.

Welche Zielgruppe sprechen Sie mit hermaid an, und wie stellen Sie sicher, dass deren Bedürfnisse erfüllt werden?

hermaid fokussiert sich auf die Bedürfnisse von Frauen in der Arbeitswelt und berücksichtigt dabei gleichzeitig die Anforderungen der Arbeitgeber. Wir bieten eine effektive Lösung durch individuelle Beratung, die jeder Kundin hilft, ihre aktuelle Situation und die Auswirkungen der Wechseljahre besser zu verstehen. Die KI-gestützte Begleitung ermöglicht es uns, auf den individuellen Zustand der betroffenen Frau einzugehen und konkrete Hilfestellungen zu bieten. Bei Bedarf besteht die Möglichkeit zum direkten Austausch mit einer Expertin oder einem Experten. Unser Angebot für Arbeitgeber wird individuell mit ihnen abgestimmt und bietet eine kosteneffektive Lösung mit hohem Nutzen.

Was unterscheidet hermaid von anderen digitalen Gesundheitsplattformen, und was ist Ihr Alleinstellungsmerkmal?

Als erstes Unternehmen im deutschsprachigen Raum setzen wir auf KI und konzentrieren menschliche Beratung auf die wesentlichen Faktoren. Das macht unser Angebot hoch skalierbar. Unser „Unfair Advantage“: Als First Mover in diesem Bereich verfügen wir über ein starkes Netzwerk und strategische Allianzen. Kombiniert mit unseren eigenen Kompetenzen ergibt das einen unschlagbaren Mix.

Mit welchen Herausforderungen sind Sie seit der Gründung von hermaid konfrontiert worden, und wie gehen Sie damit um?

Das Bewusstsein für die Wechseljahre am Arbeitsplatz war vor knapp 1,5 Jahren noch erschreckend gering. Das hat sich mittlerweile grundlegend geändert! In den Medien, in der Politik und auch in Unternehmen erhalten die Wechseljahre endlich die Aufmerksamkeit, die sie verdienen. Das kommt uns aktuell sehr zugute und erleichtert den Zugang zu Organisationen. Ein weiterer positiver Effekt: Femtech boomt und Gründerinnen erhalten immer mehr Aufmerksamkeit und Unterstützung, beispielsweise durch Förderprogramme. Trotz der guten Startvoraussetzungen liegt noch ein langer Weg vor uns.

Wie planen Sie, das Thema Frauengesundheit am Arbeitsplatz weiter zu entstigmatisieren und in Unternehmen zu integrieren?

Die zunehmende Berichterstattung über die Wechseljahre in den Medien trägt dazu bei, das Thema zu enttabuisieren. Wir und andere Befürworter am Arbeitsplatz können diesen positiven Trend nutzen, um die Geschäftsleitung und Führungskräfte für die vielfältigen Vorteile von gezielten Interventionen zu sensibilisieren. So fördern wir einen Kulturwandel hin zu einer offenen und unterstützenden Arbeitswelt, in der die Wechseljahre als natürlicher Teil des Lebens akzeptiert werden.

Welche zukünftigen Entwicklungen und Erweiterungen sind für hermaid geplant?

Wir planen, unser Angebot zeitnah um weitere frauengesundheitliche Themen zu erweitern, basierend auf einem lebensphasenorientierten Ansatz. Die Wechseljahre am Arbeitsplatz bilden den Auftakt für unser umfassendes Angebot im Bereich Frauengesundheit. Unser Ansatz dient als Blaupause und lässt sich auch auf die Gesundheit nach den Wechseljahren, die Gesundheit von Frauen am Arbeitsplatz im Allgemeinen und die Gesundheit von Männern übertragen. In Deutschland sind etwa 77% der 15- bis 64-Jährigen erwerbstätig. Daher sind Interventionen zum Schutz und zur Verbesserung der Gesundheit am Arbeitsplatz essenziell. Dabei sind genderspezifische und insbesondere individuelle Ansätze entscheidend.

Welche Rolle spielt die technologische Innovation in Ihrem Unternehmen, und wie nutzen Sie KI, um Ihre Dienstleistungen zu verbessern?

Technologie ist der Kern der Vision von hermaid. Nur durch technologische Innovation entstehen leicht implementierbare, effektive und kosteneffiziente Lösungen. Technologie ermöglicht Skalierung und durch KI können wir maßgeschneiderte Angebote für Betroffene entwickeln.

Welche drei Ratschläge würden Sie anderen Gründerinnen und Gründern mit auf den Weg geben?

  1. Start building your network early: Das hört man immer wieder, doch es dauert tatsächlich eine recht lange Zeit und kontinuierliche Touchpoints, bis sich die Effekte einstellen.
  2. Visibility is key: Wenn niemand dich kennt und dein Angebot nicht sichtbar ist, kannst du das beste Produkt der Welt haben. Es kauft nur niemand.
  3. Build habits that provide you strength:Gründungen sind nicht immer einfach – da ist es mega wichtig auf sich selbst zu achten: Schlaf, gesunde Ernährung, Mindset-Arbeit und Sport sind da wichtig. Ähnlich wie im Leistungssport.

Wie sehen Sie die Entwicklung des Marktes für digitale Gesundheitslösungen, insbesondere im Bereich der Frauengesundheit, in den nächsten fünf Jahren?

Wir befinden uns inmitten eines zentralen Trends mit enormem Potenzial. Digitale Angebote sind dabei unerlässlich, da sie skalierbar sind und dort Hilfe bieten, wo personelle Kapazitäten knapp sind (z. B. im Gesundheitswesen). Durch Datenanalyse und die Vernetzung von Parametern werden faktenbasierte Zusammenhänge sichtbar, die die Grundlage für neue Lösungsansätze bilden. Auch der Arbeitsmarkt wird profitieren: Eine verbesserte gesundheitliche Versorgung ermöglicht Frauen eine stärkere berufliche Partizipation. Da diverse Unternehmen nachweislich erfolgreicher und nachhaltiger sind, erwarten wir auch auf dieser Ebene positive Effekte.

Referenz:
  1. The specific data point indicating that 95% of businesses recognize menopause negatively affects work originates from Benenden Health’s UK research. People Management includes the original reference to this statistic: “…nearly all businesses polled (95 per cent) recognised that symptoms negatively impact work.” https://www.peoplemanagement.co.uk/article/1747278/quarter-women-with-serious-menopause-symptoms-have-left-jobs#gref
  2. MenoSupport: – “Welche der folgenden Maßnahmen zur Unterstützung in den Wechseljahren sind an Ihrem Arbeitsplatz verfügbar? …Sensibilisierung für das Thema Wechseljahre bei den Führungskräften (4,4%); Etablierung einer wechseljahresfreundlichen Arbeitskultur (4,2%)…”

Bild hermaid Founders Susanne Rajesh Anne @hermaid

Wir bedanken uns bei Susanne Feldt, Rajesh und Anne Feldt für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

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