Sonntag, August 31, 2025
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Was passiert, wenn KI plötzlich mitredet, aber nicht übernimmt?

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open mind ki tool journalisten Tor Kielland interview partner portraitbild

Open Mind entwickelt KI-Tools, die Journalistinnen und Journalisten im Redaktionsalltag verantwortungsvoll unterstützen

Was genau ist Open Mind und wer sind die Köpfe hinter dem Unternehmen?

Open Mind ist ein Startup mit Sitz in Oslo, das sich zum Ziel gesetzt hat, verantwortungsvolle KI-Tools für Journalisten zu entwickeln.

Wie kam es zur Gründung von Open Mind und welche persönlichen Erfahrungen haben dabei eine Rolle gespielt?

Die Idee zu Open Mind entstand, als ich die Auswirkungen von KI auf die Nachrichtenproduktion eines norwegischen Senders analysierte. In meiner langjährigen Tätigkeit als Berater für Medienstrategien hatte ich eine Branche kennengelernt, die unter Druck stand – nicht wegen der Technologie, sondern wegen einbrechender Einnahmen, die seit Anfang der 2000er Jahre rückläufig waren.
Die Journalisten wurden nicht wegen Produktivitätsproblemen entlassen. Die Einnahmen waren seit Jahrzehnten rückläufig und zwangen die Redaktionen, immer anspruchsvollere Produktionsziele auf immer kleinere Teams zu übertragen. Vieles von dem, was Journalisten heute tun, ist „Churnalismus“ – die schnelle Produktion von Inhalten, die nichts mit dem zu tun hat, wofür sie in der Journalistenschule ausgebildet wurden.

Aber KI kann eher befreiend als bedrohlich sein. Die Branche braucht dringend Produktivitätssteigerungen, damit sich die Journalisten wieder dem eigentlichen Journalismus widmen können. KI kann die Routinearbeit übernehmen und gleichzeitig etwas viel Mächtigeres ermöglichen. Wir können jetzt jede Aussage anhand von Metadaten zu ihrer ursprünglichen Quelle zurückverfolgen und politische Analysen durchführen, indem wir riesige Datensätze verarbeiten, ohne die üblichen menschlichen Verzerrungen, die sich bei jedem Schritt der traditionellen Analyse einschleichen.

Die Herausforderung war die Kehrseite der Medaille: KI-Systeme, die alle Nachrichten in Echtzeit lesen und innerhalb von Minuten konkurrierende Versionen veröffentlichen, was die Wirtschaftlichkeit der Originalberichterstattung völlig untergraben könnte. Open Mind wurde unter der Prämisse gegründet, dass KI die journalistischen Fähigkeiten erweitern und nicht ersetzen sollte. Sie sollte den Reportern helfen, tiefergehende, genauere Arbeit zu leisten, und gleichzeitig die Transparenzwerkzeuge bereitstellen, die das öffentliche Vertrauen in die Nachrichten wiederherstellen könnten.

Was ist die zentrale Vision von Open Mind und wie soll sie in den kommenden Jahren realisiert werden?

Open Mind hat sich zum Ziel gesetzt, einen vollständigen KI-gestützten Arbeitsablauf zu schaffen, der es Journalisten ermöglicht, ihre Bemühungen auf den Teil des Redaktionsprozesses zu konzentrieren, in dem sie den größten Einfluss haben können. Wo der Schwerpunkt liegt, entscheidet jeder Journalist selbst. Mit der Marktversion unseres Tools StoryGo haben wir bereits einen großen Schritt zur Verwirklichung dieses Ziels gemacht.

Welche konkreten Probleme adressiert ihr mit euren Lösungen im Bereich generativer KI?

Wir lösen die Produktivitätskrise im Journalismus ohne Qualitätseinbußen. Im Gegensatz zu vollautomatischen Nachrichtensystemen, die schlechte Inhalte produzieren, oder generischen KI-Tools, die halluzinieren und keine redaktionelle Kontrolle haben, bietet StoryGo Journalisten leistungsstarke Unterstützung, während sie die vollständige kreative und redaktionelle Kontrolle behalten.

Was macht euer Angebot für Unternehmen besonders attraktiv?

Wir bieten ein KI-Tool in Redaktionsqualität, das speziell für redaktionelle Workflows entwickelt wurde – etwas, das die meisten generischen Plattformen nicht bieten können. Unser Produkt steigert die Produktivität, ohne die Kontrolle, Transparenz oder redaktionelle Integrität zu beeinträchtigen. Unternehmen wissen es zu schätzen, dass wir die Dinge nicht nur beschleunigen, sondern auch verantwortungsvoll und mit Funktionen arbeiten, die auf die tatsächlichen Bedürfnisse von Journalisten und Redakteuren zugeschnitten sind.

Für welche Zielgruppen ist eure Plattform besonders relevant und wie geht ihr auf deren spezifische Bedürfnisse ein?

Wir müssen ein attraktives Instrument für die Journalisten in den Redaktionen sein und gleichzeitig die Produktivität für die Redaktionsleitung steigern. Dies wiederum soll sicherstellen, dass es eine finanzielle Grundlage für die Beschäftigung von Journalisten in der Zukunft gibt.

Gab es bisher besondere Herausforderungen auf eurem Weg? Wie seid ihr damit umgegangen?

Unsere größte Herausforderung bestand darin, die KI-Fähigkeiten mit journalistischer Integrität und redaktionellen Grundsätzen in Einklang zu bringen. Wo können wir den Prozess beschleunigen und wo müssen wir ein gewisses Maß an Trägheit bewahren? Wir mussten individuelle Schutzmechanismen gegen Halluzinationen entwickeln und gleichzeitig sicherstellen, dass unsere Tools das menschliche Urteilsvermögen nicht ersetzen, sondern verbessern. Die technische und ethische Komplexität bei der Entwicklung von KI für den Journalismus war immens.

Wie stellt ihr sicher, dass bei der Nutzung eurer Technologie ethische und datenschutzrechtliche Standards eingehalten werden?

Dies ist eine sich ständig verändernde Herausforderung, und wir müssen immer wachsam sein, um sicherzustellen, dass wir uns an die besten Praktiken und unsere eigenen Grundsätze halten. Wir schulen nicht anhand von Nutzerdaten, wir stellen der Redaktion keine Daten pro Nutzer zur Verfügung, wir bieten nur Redaktionen unsere Dienste an, und wir machen keine Werbung für Inhalte. Wir verlangen, dass alle Artikel, die mit unserem Tool erstellt werden, eine von Menschen unterzeichnete Byline haben.

Welche technologischen oder strategischen Entwicklungen plant ihr für die nächste Zeit?

Wir können zwar keine Einzelheiten nennen, aber wir arbeiten daran, dass unser Recherchetool im Hinblick auf die Quellen vielseitiger wird. Wir suchen nach Möglichkeiten zur Faktenüberprüfung und entwickeln Tools für investigative Recherchen, die Journalisten dabei helfen können, Punkte in großen Datensätzen zu verbinden und dabei die vollständige Transparenz der Quellen zu wahren.

Wie sieht eure langfristige Perspektive aus? Wo soll Open Mind in fünf Jahren stehen?

Wir hoffen, dass es uns gelungen ist, eine positive Kraft in der Medienbranche zu werden und ein Werkzeug bereitzustellen, das Journalisten nicht nur nutzen, sondern auch genießen werden.

Was waren eure wichtigsten Learnings als Gründerteam?

Dass Konsens überbewertet wird, wenn man schnell entwickeln will. Dass es mehr wert ist, seinen Nutzern zuzuhören, als jedes Pitchdeck. Und dass klein und fein zu bleiben besser ist als schnell zu wachsen und den Fokus zu verlieren.

Welche drei Tipps gebt ihr Menschen, die selbst ein Tech-Startup gründen möchten?

Habt keine Angst davor, etwas Beschissenes zu bauen. Am Anfang wird es immer beschissen sein, sonst wird man nie etwas auf die Beine stellen. Macht Fehler, aber lernt schnell, vermeidet es, die gleichen Fehler zweimal zu machen. Sucht euch Mitgründer, die euch herausfordern, aber eure Werte teilen.

Bild Tor Kielland @ Johanna Dorra

Wir bedanken uns bei Tor Kielland für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Wenn KI heute alles weiß – braucht ein Startup dann überhaupt noch eine eigene Website?

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website ki sichtbarkeit Autorin Ramona Wöpe weisses t-shirt lächelnd mit Brille @Claudia Masur

Warum künstliche Intelligenz keine Sichtbarkeit schafft – und was Gründer jetzt wissen müssen

Wir erleben gerade einen Wandel, dem kaum etwas Vergleichbares vorausgegangen ist: Die Einführung der KI für die Allgemeinheit. Nahezu alle Informationen lassen sich heute über ChatGPT, Gemini oder Sprachassistenten abrufen. Wie googlen – nur anders.

Die logische Folge: Viele Startups, aber auch etablierte Unternehmen, stellen sich die Frage: Warum brauchen wir überhaupt noch eine eigene Website? Die User holen sich ihre Infos ohnehin nur noch über die KI. Aktuelle Informationen können dann über Social Media gestreut werden – die Website wird redundant. Oder?

Die Antwort ist klar: Nein, eine Website wird keineswegs überflüssig. Denn wer Sichtbarkeit, Vertrauen und Kontrolle über das eigene Angebot will, braucht eine durchdachte Website – vor allem im KI-Zeitalter.

Warum ist das so?

KI kann nur verarbeiten, was sie findet

Künstliche Intelligenz arbeitet mit vorhandenen Informationen. Sie kann Inhalte kombinieren, gewichten und aufbereiten, sie kann auch neuartige Ideen liefern – aber immer auf der Grundlage vorhandener Informationen. Die KI kann nichts erschaffen, was nicht da ist! 

Wenn ein Unternehmen keine eigene Website mit klaren Inhalten betreibt, läuft es Gefahr, digital nicht gefunden zu werden. Denn Google, ChatGPT & Co. greifen auf indexierte Websites zurück. Fehlen die, gibt es für Suchmaschinen und KI-Modelle keine solide Datenbasis.

KI braucht Kontext – den liefern Sie über Ihre Website

Ob Chatbots, Sprachassistenten oder semantische Suche: Moderne KI-Systeme verarbeiten Inhalte kontextbasiert. Das heißt, je klarer und strukturierter die Website ist, desto besser werden die Inhalte von KI erfasst und weitergegeben. Strukturierte Daten, logische Angebotsseiten und konsistente Sprache helfen nicht nur menschlichen Besuchern, sondern auch Maschinen, Ihr Unternehmen zu verstehen und weiterzuempfehlen.

Eine eigene Website ist steuerbar – Plattformen nicht

Startups, die allein auf externe Plattformen setzen, geben einen großen Teil ihrer Sichtbarkeit und Kontrolle ab. LinkedIn, Instagram oder Event-Plattformen ändern laufend ihre Algorithmen. Sichtbarkeit wird zur Glücksache. Eine eigene Website dagegen ist stabil, suchmaschinenoptimierbar und bietet Platz für eine klare Angebotsstruktur. Nur hier können Startups selbst bestimmen, was Besucher sehen, lesen und verstehen sollen.

Klarheit schafft Vertrauen – nicht KI

Wer als junges Unternehmen sichtbar und buchbar sein will, braucht eine klare Positionierung. Was bieten wir an? Für wen? Warum gerade wir? Diese Fragen beantwortet keine KI von sich aus – sie müssen bewusst auf der eigenen Website beantwortet werden. Eine gute Angebotsseite schafft Orientierung, zeigt Kompetenz und löst Vorbehalte auf. Das funktioniert nicht durch zufällige oder KI-generierte Inhalte, sondern durch strategisch aufgebaute Seiten.

Die Website ist die Quelle für alles andere

Social-Media-Posts, Newsletter, PR-Artikel, selbst Podcast-Erwähnungen – sie alle müssen irgendwohin führen. Ohne eigene Website fehlt der zentrale Ankerpunkt. Stattdessen verzetteln sich viele Startups in punktuellen Aktivitäten ohne Verbindung. Die Website ist dagegen der Ort, an dem alles zusammenläuft: Angebot, Kontakt, Vertrauen, Buchung. Erst durch diesen Fixpunkt entsteht eine nachvollziehbare Customer Journey.

KI liefert Hinweise – gebucht wird anders

Nicht jede Anfrage an eine KI ist gleichwertig. Wir sollten zwischen zwei Arten der Informationssuche unterscheiden: Allgemeinwissen wie „Was bedeutet CMS?“ oder „Wie viele Eier braucht man für einen Rührteig?“ lässt sich problemlos durch KI beantworten. Anders sieht es bei lokalen Dienstleistungen oder konkreten Produkten aus – etwa „Fotografin für Businessfotos in Leipzig“, „Reparatur der Badewanne in Berlin“ oder „Welcher Friseur hat sonntags um 10 Uhr geöffnet?“.

In solchen Fällen liefert die KI zwar erste Hinweise – aber keine echten Lösungen. Hier zählt der Kontakt zum echten Anbieter – mit Gesicht, Erreichbarkeit und Verlässlichkeit. Sie möchten wissen, wer hinter dem Angebot steht, wie man die Person oder das Unternehmen erreicht und ob Sie ihm Vertrauen können. Genau dafür ist eine eigene Website unverzichtbar.

Fazit: KI ersetzt keine Strategie

KI ist ein Werkzeug – kein Vertriebskanal. Wer will, dass das eigene Angebot gefunden, verstanden und gebucht wird, braucht eine durchdachte Website. Nicht Reichweite zählt, sondern Relevanz. Sichtbarkeit entsteht dort, wo Inhalte klar, strukturiert und zugänglich sind – nicht dort, wo sie am lautesten gestreut werden. Eine Website ist kein Extra, sondern der Ort, an dem ein Business und die Menschen dahinter greifbar werden.

Foto-credits: Claudia Masur https://claudiamasur.com/

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

TikTok 2025: Die wichtigsten Strategien

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TikTok 2025 social media marketing Junge Frau nimmt macht ein Livestream auzf TikTok und zeigt Ihre Produkte

TikTok hat sich in den letzten Jahren vom Hype zur festen Größe im digitalen Marketing entwickelt. 2025 ist die Plattform nicht mehr nur ein Spielplatz für Teenager – sie ist Business-Tool, Marktplatz und Branding-Kanal in einem. Wer TikTok heute ignoriert, verschenkt Sichtbarkeit, Reichweite und potenzielle Kunden. Und: Was gestern noch funktionierte, reicht 2025 nicht mehr. Wer auf TikTok 2025 ernsthaft erfolgreich sein will, braucht eine klare Strategie, Know-how über neue Features – und ein Gespür für die Dynamik der Plattform.

Warum TikTok 2025 anders funktioniert als früher

TikTok 2025 ist erwachsen geworden. Die Nutzerzahlen sind weiter gestiegen, aber noch spannender ist: Die Zielgruppe ist breiter. Immer mehr 30- bis 50-Jährige scrollen sich durch den For You Feed – darunter Unternehmer, Entscheider, Konsumenten mit Kaufkraft. Gleichzeitig setzt die Plattform verstärkt auf Monetarisierung: Paid Features, Creator-Tools und E-Commerce-Funktionen sind deutlich ausgebaut.

Auch der Algorithmus hat sich verändert. Während früher fast alles viral gehen konnte, bevorzugt TikTok 2025 klar kuratierte, relevante Inhalte mit echtem Mehrwert – vor allem in Nischen. Der „Wundertüten-Effekt“, bei dem scheinbar willkürliche Clips plötzlich Millionenreichweite erreichten, ist passé. Wer Reichweite will, muss liefern: Substanz, Kreativität, Wiedererkennbarkeit.

2025 dreht sich vieles um Authentizität. Roh und echt funktioniert weiterhin – aber bitte mit Plan. Wer einfach nur planlos drauflos filmt, hat es schwer. Gefragt ist Authentizität mit Konzept.

1. Edutainment boomt. Inhalte, die Wissen unterhaltsam verpacken, sind gefragter denn je. Von Steuerberatung über Business-Tipps bis hin zu DIY-Projekten – wer sein Fachwissen kreativ aufbereitet, wird gesehen. Texteinblendungen, schnelle Schnitte und Reaktionsvideos helfen, auch komplexe Themen snackable zu machen.

2. Micro-Communities bringen Reichweite. Die Plattform fördert gezielt Inhalte, die in kleinen, spezialisierten Gruppen gut ankommen. Statt auf Massenwirkung zu zielen, lohnt es sich, Themen spitz zu positionieren – ob vegane Ernährung, Nischen-Finanzthemen oder lokale Startups. Je klarer der Fokus, desto stärker das Engagement.

3. Live-Content erlebt ein Revival. TikTok Live ist 2025 weit mehr als ein Gimmick. Neue Funktionen wie In-Stream-Shopping, direkte Lead-Erfassung und kollaborative Liveformate machen Livestreams zu einem starken Conversion-Tool – vor allem im E-Commerce und bei digitalen Produkten.

TikTok 2025 im Online Marketing: Was jetzt zählt

TikTok ist längst kein Add-on im Social Media Mix – sondern ein zentraler Kanal im Online Marketing. Wer auf TikTok 2025 aktiv ist, sollte die Plattform nicht isoliert betrachten, sondern als Teil einer durchdachten Funnel-Strategie.

Top-of-Funnel funktioniert auf TikTok hervorragend: Reichweite, Sichtbarkeit, Awareness. Aber auch Retargeting und Conversion sind möglich – etwa über TikTok Ads, Deep Links, TikTok Shops oder durch Verknüpfung mit CRM-Systemen.

Wichtig: Markenkommunikation auf TikTok funktioniert nicht über klassische Werbespots. Stattdessen: Creator-getriebene Inhalte, Testimonials, How-tos oder Challenges. Unternehmen, die hier authentische Markenbotschafter (auch intern!) aufbauen, performen besser als solche, die nur Hochglanz-Kampagnen fahren.

Wer ernst macht, baut sich auf TikTok 2025 eine eigenständige Contentstrategie auf – mit Redaktionsplan, Themenclustern und Performanceanalyse.

Die besten Tools für TikTok 2025

TikTok selbst hat 2025 viele neue Features im Creator Center und in den Business Tools ausgerollt: Echtzeit-Analytics, Performance-Prognosen, KI-gestützte Soundvorschläge. Dazu kommen externe Tools, die helfen, Inhalte effizienter zu produzieren und auszuwerten.

Ein paar Beispiele:

  • CapCut: TikToks hauseigenes Schnitt-Tool – stark für mobile Produktion, aber auch mit Desktop-Version für aufwändigere Edits.
  • Metricool oder Loomly: Planung, Veröffentlichung, Analyse – alles in einem Dashboard.
  • Trendpop oder Tokboard: Zeigen, welche Themen gerade heiß laufen und geben Einblicke in Trendverläufe.

Tipp: Eine eigene Swipe-Datei mit erfolgreichen TikToks aus der Branche (oder auch branchenfremd) ist Gold wert – Inspiration schlägt oft Aufwand.

Optional: Wer auf Automatisierung setzt, kann zusätzlich auf Tools mit KI-Text-zu-Video-Funktion wie Pictory oder Lumen5 schauen – vor allem für wiederkehrende Formate oder datengetriebene Inhalte.

Risiken und Stolperfallen auf TikTok

Auch wenn TikTok viele Chancen bietet: Wer unvorbereitet einsteigt, riskiert viel. Der größte Fehler bleibt 2025 derselbe wie früher: TikTok einfach wie Instagram zu behandeln. Crossposting funktioniert nur bedingt, da der Content-Stil völlig anders ist.

Weitere Stolpersteine:

  • Zu viel Sales-Content: TikTok-User wollen Mehrwert, keine Dauerwerbesendung.
  • Unklare Markenidentität: Wer keine klare Stimme hat, geht im Feed unter.
  • Zu wenig Community-Management: Kommentare, Reaktionen und DMs sind Teil des Spiels – wer hier nicht mitmacht, verschenkt Engagement.

Rechtlich bleibt TikTok ein komplexes Feld: Musikrechte, DSGVO, Kennzeichnungspflichten – all das ist auch 2025 nicht trivial. Wer auf Nummer sicher gehen will, holt sich juristischen Rat ins Boot.

Ausblick: Wer 2025 auf TikTok gewinnen will

TikTok 2025 ist mehr als nur ein Hype. Es ist ein dynamisches, lernendes System – mit ständig neuen Spielregeln. Aber: Wer bereit ist, sich wirklich auf die Plattform einzulassen, kann hier Marken aufbauen, Communitys binden und Verkäufe ankurbeln.

Der Schlüssel liegt in der Mischung aus Strategie, Kreativität und Tools. Unternehmen, Selbstständige und Content Creators, die TikTok nicht nur „bespielen“, sondern ernst nehmen, haben 2025 die besten Karten im Social Media Game.

Fazit: TikTok ist kein Selbstläufer, aber ein echtes Power-Tool im Online Marketing – wenn man weiß, wie’s geht.

Foto/Quelle: stock.adobe.com – ChayTee

Emotionale Intelligenz: Schlüsselkompetenz für Erfolg in Beruf und Alltag

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emotionale intelligenz erfolg beruf Junge Frau drückt verschiedene Emotionen aus

Was versteht man unter emotionaler Intelligenz?

Emotionale Intelligenz beschreibt die Fähigkeit, eigene Emotionen und die Gefühle anderer Menschen bewusst wahrzunehmen, zu verstehen, zu beeinflussen und in sozialen Situationen konstruktiv zu nutzen. Sie umfasst ein breites Spektrum an Kompetenzen, die für ein erfolgreiches und erfülltes Leben von zentraler Bedeutung sind – sowohl im privaten als auch im beruflichen Kontext.

Im Gegensatz zum klassischen Intelligenzquotienten, der kognitive Fähigkeiten misst, stehen hier soziale und emotionale Kompetenzen im Mittelpunkt. Dazu gehören unter anderem Selbstwahrnehmung, Selbstregulierung, Empathie, Motivation und soziale Kompetenz. Menschen mit hoher emotionaler Intelligenz kommunizieren klarer, lösen Konflikte souveräner und bauen tragfähigere Beziehungen auf.

Warum emotionale Intelligenz im Beruf immer wichtiger wird

In einer digitalisierten Welt mit hybriden Arbeitsmodellen, schnellen Veränderungsprozessen und international vernetzten Teams ist emotionale Intelligenz eine Schlüsselqualifikation geworden. Fachliche Kompetenzen allein reichen nicht mehr aus, um im Berufsleben erfolgreich zu sein. Wer mit Menschen arbeitet, muss ihre Bedürfnisse erkennen, Spannungen frühzeitig wahrnehmen und bewusst steuern können.

Die bewusste Auseinandersetzung mit Emotionen ermöglicht:

  • Effektiver zu führen: Führungskräfte mit emotionaler Intelligenz verstehen ihre Teams besser, motivieren gezielter und kommunizieren auf Augenhöhe.
  • Bessere Entscheidungen zu treffen: Durch emotionales Bewusstsein lassen sich Impulsentscheidungen vermeiden und verschiedene Perspektiven einbeziehen.
  • Konflikte zu lösen: Wer Gefühle erkennt und benennen kann, vermittelt in schwierigen Situationen sicherer und vermeidet Eskalationen.
  • Teams zu stärken: Emotionale Intelligenz fördert gegenseitiges Vertrauen, Respekt und ein positives Arbeitsklima.

Unternehmen, die den bewussten Umgang mit Emotionen und zwischenmenschlichen Fähigkeiten stärken, profitieren von loyaleren Mitarbeitenden, weniger Ausfällen und mehr Engagement.

Der bewusste Umgang mit Emotionen ist keine Frage des Talents – er lässt sich lernen

Eine der wertvollsten Eigenschaften der emotionalen Intelligenz ist ihre Lernbarkeit. Während der Intelligenzquotient weitgehend genetisch festgelegt ist, lässt sich emotionale Intelligenz durch bewusste Praxis und Reflexion kontinuierlich weiterentwickeln.

Folgende Ansätze helfen dabei:

  • Selbstreflexion: Regelmäßige Auseinandersetzung mit eigenen Gefühlen und Reaktionen ist der erste Schritt zu emotionaler Klarheit.
  • Aktives Zuhören: Wer anderen wirklich zuhört, entwickelt ein tieferes Verständnis für ihre Emotionen und Bedürfnisse.
  • Achtsamkeitstraining: Meditation und Achtsamkeitsübungen stärken die Selbstwahrnehmung und emotionale Balance.
  • Feedback-Kultur: Der offene Austausch über Erlebtes, Wahrnehmungen und Gefühle fördert das emotionale Wachstum im Team.
  • Coaching und Seminare: Professionelle Angebote unterstützen die gezielte Entwicklung emotionaler Kompetenzen.

Auch durch alltägliche Interaktionen lässt sich emotionale Intelligenz stärken – beispielsweise durch bewusstes Innehalten in schwierigen Situationen oder den achtsamen Umgang mit Konflikten im Alltag.

Führung

Führungskräfte mit ausgeprägter emotionaler Intelligenz sind in der Lage, Visionen zu vermitteln, Mitarbeiter individuell zu fördern und in unsicheren Zeiten Orientierung zu geben. Sie schaffen psychologische Sicherheit im Team – ein entscheidender Faktor für Innovationskraft und Engagement.

Im Gegensatz zu autoritären Führungsstilen, die auf Kontrolle und Leistung fixiert sind, basiert emotional intelligente Führung auf Vertrauen, Offenheit und gegenseitigem Respekt. Sie erkennt emotionale Signale und reagiert empathisch und lösungsorientiert.

Auch in der Personalentwicklung sind soziale Fähigkeiten und der reflektierte Umgang mit Emotionen von zentraler Bedeutung.Wer Talente erkennt, empathisch fördert und individuelle Bedürfnisse berücksichtigt, sichert sich langfristige Mitarbeiterbindung.

Wettbewerbsvorteil

In einer zunehmend automatisierten Welt zählt das Menschliche mehr denn je. Emotionale Intelligenz wird zur Schlüsselressource für Unternehmen, die langfristig erfolgreich sein wollen. Sie stärkt nicht nur die Unternehmenskultur, sondern ist auch ein wirksames Mittel zur Kundenbindung, Mitarbeiterzufriedenheit und Arbeitgeberattraktivität.

Besonders in Berufen mit intensiven zwischenmenschlichen Kontakten – wie im Vertrieb, Kundenservice, Coaching oder Gesundheitswesen – sind Einfühlungsvermögen und soziale Kompetenz oft entscheidend für den Erfolg. Sie verbessert die Qualität von Gesprächen, baut Vertrauen auf und erleichtert den Umgang mit Kritik und Widerständen.

Gleichzeitig ist emotionale Intelligenz auch für Gründerinnen und Gründer, Solopreneure oder Führungskräfte im Mittelstand ein unschätzbarer Faktor. Wer sein Gegenüber emotional versteht, schafft dauerhafte Geschäftsbeziehungen – ob im Team, im Vertrieb oder beim Aufbau einer Marke.

Fazit

Emotionale Intelligenz ist nicht optional, sondern entscheidend für persönliche Entwicklung, beruflichen Erfolg und ein funktionierendes Miteinander. Wer seine emotionale Intelligenz entwickelt, verbessert nicht nur seine Kommunikationsfähigkeit, sondern auch seine Führungsstärke, Konfliktlösungskompetenz und Lebenszufriedenheit.

In Zeiten ständiger Veränderung braucht es keine perfekten Menschen, sondern emotional intelligente Persönlichkeiten, die sich selbst und andere achtsam und empathisch begleiten. Emotionale Intelligenz ist eine Fähigkeit, die jeder lernen und gewinnbringend einsetzen kann.

Foto/Quelle: stock.adobe.com – pathdoc

Für alle, die beim Laufradfahren heimlich mitrennen

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mySTOPY laufrad kinder sicherheit Julius Müller (l.) und Sebastian Lyschick präsentieren mit „mySTOPY“ einen ferngesteuerten Bremsassistenten für Laufräder. Sie erhoffen sich ein Investment von 135.000 Euro für 15 Prozent der Firmenanteile. Foto: RTL / Bernd-Michael Maurer

mySTOPY entwickelt einen ferngesteuerten Bremsassistenten für Kinderlaufräder und wird am 23. Juni 2025 in der Höhle der Löwen pitchen

Wie ist mySTOPY entstanden und welche Personen stehen dahinter?

Wir sind Sebastian Lyschick und Julius Müller, Gründer und Geschäftsführer von mySTOPY und haben den ersten ferngesteuerten Bremsassistenten für Laufräder entwickelt. Dieser soll Eltern ermöglichen, Ihre Sprösslinge bei potentiellen Gefahrensituationen aus der Entfernung zu stoppen und somit helfen Unfälle zu vermeiden. Wir sind in der wunderschönen Rhön ansässig wo wir nicht nur arbeiten sondern auch leben.

In welcher Branche ist mySTOPY tätig und was zeichnet das Geschäftsmodell aus?

Wir sind im Segment Freizeit- und Sportartikel für Kinder tätig – mit einem klaren Fokus auf Sicherheit im Bereich kindlicher Mobilität. Unser Ziel ist es, pragmatische und praktische Lösungen zu entwickeln, die nicht nur Sicherheit, sondern auch einen pädagogischen Mehrwert bieten.

Welche Idee oder welches Problem stand am Anfang der Gründung? Gab es eine Marktlücke oder eine besondere Inspiration?

Als zweifacher aktiver Familienvater bin ich (Sebastian) öfter in die Situation gekommen, dass das Kind mit dem Laufrad auf Gefahrensituationen zugesteuert ist (Abschüssiger Weg beim Ausflug oder Querstraße in der Stadt). Die warnenden Rufe wurden nicht immer gehört oder ignoriert. Manche Stürze konnten auch trotz Sprints nicht verhindert werden. Diese Situationen warfen die Frage auf, wie man ein Kinderlaufrad aus der Ferne stoppen kann, da es ein vergleichbares Produkt noch nicht auf dem Markt gab. „Kinder im Laufradalter sind kognitiv noch nicht in der Lage, die neue und oft unübersichtliche Verkehrswelt richtig einzuschätzen und entsprechend zu reagieren“, erklärt Lyschick. „Sie fahren häufig 20 bis 30 Meter voraus – und plötzlich entsteht eine gefährliche Situation. Dann ist es zum Eingreifen oft zu spät.“ Es sei denn, man könnte das Laufrad aus der Distanz abbremsen.

Über zwei Jahre tüftelte ich an verschiedene Prototypen. Erste technische Ansätze mit Stellmotoren und Mikrochip erwiesen sich als zu teuer und störanfällig. Der Durchbruch kam – wie so oft bei guten Ideen – im Schlaf.
Ich bin nachts aufgewacht und habe sofort meine Frau geweckt. „Die Lösung liegt darin, die Bewegungsenergie des Laufrads zum Bremsen zu nutzen. Und das Bremselement selbst wird von der Aufsichtsperson arretiert.“

Kurz darauf testete ich gemeinsam mit meinen Töchtern verschiedene Bremsklotzvarianten. Mit Unterstützung von Julius Müller gründeten wir im März 2020 schließlich das Start-up mySTOPY. Gemeinsam entwickelten wir das Konzept bis zur finalen Version weiter und ließen es patentieren.
Seit 2022 ist die Funkbremse offiziell auf dem Markt. Aktuell ist der Bremsassistent mit den gängigen Laufrädern von PUKY kompatibel. Weitere Kooperationen mit bekannten Laufradherstellern sind bereits in Arbeit, sodass das System künftig mit einer noch größeren Modellvielfalt nutzbar sein wird.

Was macht das Konzept oder die Technologie besonders? Welche innovativen Ansätze kommen zum Einsatz?

Das Grundprinzip von mySTOPY beruht auf der Nutzung von vorhandenen kinetischen Energien, wodurch die Nutzung des Akkus sich auf das Auslösen der Bremse beschränkt und somit der Bremsvorgang selbst nur mit Hilfe der bestehenden Kräfte (Bewegungsenergie) umgesetzt wird. Zurückgesetzt wird die Bremse durch die Aufsichtsperson.
So kann man dem Kind gleich erklären, warum es gestoppt wurde – und daraus ergibt sich ein zusätzlicher Lerneffekt.“ Mit dem Ansatz kann die Technik so simpel wir möglich gehalten.

Welche Vision verfolgt mySTOPY? Welche Meilensteine sollen in den nächsten Jahren erreicht werden?

Im Fokus steht zunächst, den Bremsassistenten auch für weitere Laufradhersteller kompatibel zu machen. Zudem planen wir unsere Produktpalette zu erweitern. Natürlich – das können wir schonmal verraten – werden hier Mobilität und Sicherheit von Kindern im Fokus stehen. Dies haben wir bereits mit dem BikeZipper, einer Abschlepphilfe für Kinderfahrzeuge gestartet.

Warum fiel die Entscheidung, sich bei „Die Höhle der Löwen“ zu präsentieren? Welche Aspekte stehen dabei im Vordergrund?

Mit der Markteinführung mussten wir feststellen, wie enorm wichtig, aber auch zeit- und kostenintensiv die Bereiche Marketing und Social Media sind. Da unser Marketingbudget bereits durch Entwicklung, Zertifizierungen und Produktionskosten limitiert wurde, erhoffen wir uns, hier einen starken Partner an die Seite zu bekommen, der uns – sowohl mit Budget, vor allem aber auch mit seinem Know How an der Seite steht.

Welche Form der Unterstützung wird durch die Teilnahme an der Show angestrebt? Wie soll eine mögliche Investition oder Zusammenarbeit genutzt werden?

Wir erhoffen uns neben weiterem Kapital vor allem aber Unterstützung im Hinblick auf Marketing und Social Media. Das ist ein sehr komplexer, aber wichtiger Bereich, für den uns beiden jedoch das Know How fehlt.

Welche nächsten Schritte sind nach der Show geplant? Gibt es konkrete Pläne für Wachstum, Skalierung oder neue Entwicklungen?

Ja, die gibt es. Wir sind bereits in engem Kontakt mit weiteren Laufradherstellern, um den mySTOPY noch für weitere Laufräder kompatibel zu machen. Auch sind wir gerade dabei, einen neuen Online-Shop aufzubauen, in dem es weitere Produkte rund um das Thema Sicherheit und Mobilität für Kinder geben wird. Der Onlineshop wird in kürze über mobilitaetshelden.com erreichbar sein.

Welche Erfahrungen und Erkenntnisse haben sich auf dem bisherigen Weg als besonders wertvoll erwiesen?

Natürlich gab es Herausforderungen – insbesondere in den Anfangsjahren. Lieferengpässe, begrenzte Budgets und technische Hürden gehörten dazu. In solchen Phasen war es entscheidend, einen kühlen Kopf zu bewahren, pragmatisch zu handeln und lösungsorientiert zu bleiben.

Welche Ratschläge lassen sich aus diesen Erfahrungen ableiten, die für andere Gründerinnen und Gründer hilfreich sein könnten?

Jede Krise als Chance zu sehen und den Kopf nicht in den Sand zu stecken sondern aktiv und flexibel an Lösungen zu arbeiten.

Die mySTOPY Gründer Julius Müller und Sebastian Lyschick pitchen am 23.Juni 2025 in der Höhle der Löwen

Bild V.l.: Julius Müller (l.) und Sebastian Lyschick präsentieren mit „mySTOPY“ einen ferngesteuerten Bremsassistenten für Laufräder. Sie erhoffen sich ein Investment von 135.000 Euro für 15 Prozent der Firmenanteile. 
Foto: RTL / Bernd-Michael Maurer

Wir bedanken uns bei Julius Müller und Sebastian Lyschick für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Warum verschwenden wir so viel Zeit mit Recherche – obwohl es längst anders geht?

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Trueffles: KI für effiziente Recherche nutzen Tina Weise aka Tinush @ Annette Koroll

Trueffles ist eine Plattform, die komplexe Informationen mithilfe von KI und Mindmaps visuell vernetzt und so das Verstehen einfacher und effizienter macht.

Was war der Auslöser für die Gründung von Trueffles, und wie haben sich die Gründungspersönlichkeiten zusammengefunden?

Seit meinem Studium habe ich mir immer Arten von Mindmaps auf große DIN-A0-Blätter gemalt, um die einzelnen Fächer mit ihren inhaltlichen Zusammenhängen zu verstehen und mir damit besser merken zu können. Auch später in meinem Beruf als Markenstrategin und in meiner Ausbildung zur Detektivin war Recherche, Überblick gewinnen und Zusammenhänge verstehen von zentraler Bedeutung. Zusätzlich fiel mir auf, dass zu den gleichen Themen Freunde in anderen Beratungen das Gleiche recherchieren. Da ist mir bewusst geworden, wie viel unnütze Lebenszeit eigentlich in doppelte Recherche fließt. Und die Recherchetools, die es gibt – Google, ChatGPT, Perplexity etc. – sind keine besondere Freude fürs Auge.

Damit entstand die Idee und Motivation zu Trueffles.
Gegründet habe ich Trueffles als Einzelgründerin, und mein Team habe ich dann Stück für Stück nach Kompetenzen, Sympathie und Überzeugung aufgebaut.

Welche Vision verfolgt Trueffles, und wie spiegelt sich diese in der täglichen Arbeit wider?

Unsere Vision bei Trueffles ist: „To connect it all so everyone understands.“ Wir möchten, dass alle die Chance haben zu verstehen, wie Dinge, Geschehnisse, Menschen etc. zusammenhängen. Das bedeutet, dass wir jede Funktionalität von der Frage aus denken, wie sie Menschen beim Verstehen hilft.

Wie unterstützt Trueffles Nutzer dabei, komplexe Informationen visuell zu strukturieren und zu vernetzen?

Mit Trueffles kannst du Wissen – wie ich damals auf meinem großen Blattpapier – als Mindmap darstellen – aber viel intelligenter. Jedes Element hat ein Profil – wie du bei Social Media –: Detailinfos, Quellen und Verbindungen. Und das Beste: Du siehst immer den Überblick und die Details gleichzeitig. Du kannst alles selbst anlegen, oder du nutzt unsere KI T.A.I. (Trueffles AI), um relevante Infos schneller zu finden und hinzuzufügen.

Vernetzung passiert jedoch nicht nur in der Recherche. Wenn du fertig und zufrieden bist, kannst du dein Ergebnis veröffentlichen und anderen im Trueffles Universe zur Verfügung stellen. Und vielleicht findest du im Universe bereits die Recherche, die du eigentlich als Nächstes machen wolltest. Lebenszeit gerettet.

Für welche Zielgruppen ist Trueffles besonders geeignet, und wie adressieren Sie deren spezifische Bedürfnisse?

Trueffles ist für Personen, die gerne recherchieren und es grafisch strukturiert haben möchten. Ganz besonders ideal ist es für Studierende, Lehrkräfte, Journalistinnen, Beraterinnen und Wissensarbeiter.
Wir bieten daher Trueffles in der Basisversion kostenlos an. Für Poweruser, die mehr Kapazitäten benötigen, gibt es unsere Pro-Version.
Wer Hilfe braucht, kann in unserem Trueffles Guide nachlesen, dort sind alle Funktionen mit Videos, Bildern und Text beschrieben.
Außerdem finden sich im Trueffles Universe Use Cases für diverse Zielgruppen – vom Sonnensystem bis zur PayPal-Mafia.

Mit welchen Herausforderungen sehen Sie sich aktuell konfrontiert, und welche Strategien verfolgen Sie, um diese zu meistern?

Die größte Herausforderung ist aktuell die Sichtbarkeit bei geringem Budget. Wir sind gerade mit unserer Beta-Version live gegangen und wollen jetzt so viele User erreichen wie möglich. Not macht aber ja bekanntlich erfinderisch.
Zusätzlich bewerben wir uns für staatliche Förderungen, suchen nach wie vor noch weitere Business Angels, planen Kooperationen mit Unis, wenden uns an Content Creators und konzipieren virale Use Cases.

Was unterscheidet Trueffles von anderen Wissensmanagement-Tools auf dem Markt?

Trueffles ist kein klassisches Mindmapping-Tool. Es verbindet Visualisierung, KI und soziale Kollaboration – quasi das Baby von Miro, Google und ChatGPT.
Unsere User können außerdem ihre Maps teilen, erweitern und veröffentlichen – das macht uns zum weltweit ersten Social Knowledge Network. #everythingconnects

Wie nutzen Sie künstliche Intelligenz innerhalb von Trueffles, und welchen Mehrwert bietet dies den Nutzern?

Unsere KI T.A.I. ist im Grunde dein persönlicher Recherchepartner. Je nach Anfrage sucht dir T.A.I. Trueffles mit ihren Verbindungen oder mehr Infos zu einem Trueffle, wie z. B. Bilder, Videos, Links oder Text, heraus.
Du kannst dann selbst entscheiden, was du davon in deine Map übernehmen möchtest.
Nachdem T.A.I. damit für dich googelt und schon automatisch aussucht, was du brauchst, sparst du dir Zeit bei deiner Recherche – alles ganz intuitiv und effizient.

Welche Entwicklungen und Erweiterungen planen Sie für die Zukunft von Trueffles?

Wir bauen die Tool-, KI- und Community-Funktionen aus und entwickeln langfristig eine Software-Lösung für Unternehmen, bei der unternehmenseigene Daten eingebunden und von T.A.I. analysiert werden.
Unser Ziel ist es, noch smartere Verbindungen, noch besseren Überblick und noch einfachere Zusammenarbeit zu schaffen.

Wie fördern Sie die Zusammenarbeit und den Austausch innerhalb der Trueffles-Community?

Nachdem User ihre Trueffles Spaces (= die Maps) veröffentlichen können, können andere User sie für sich speichern, klonen und weiterentwickeln.
Geplant sind später Community-Recherche-Wettbewerbe, um sich gemeinsam gewissen aktuellen Themen zu widmen. So entstehen gemeinsam genutzte Wissensräume – kollaborativ, kreativ und transparent.

Welche Rolle spielt Datenschutz bei Trueffles, insbesondere im Hinblick auf die Speicherung von Daten in der EU?

Datenschutz ist für uns zentral. Alle Daten liegen aktuell auf Servern in Deutschland, sind DSGVO-konform und speichern so wenig personenbezogene Daten wie nötig.

Was waren bisher die größten Erfolge von Trueffles, und welche Meilensteine möchten Sie noch erreichen?

Als Einzelgründerin ist mein größter Erfolg, mein fantastisches Team ohne großes Budget gefunden und aufgebaut zu haben. Der größte Meilenstein in diesem Jahr war der Livegang unserer Beta-Version.
Die nächsten Meilensteine sind, 1.000 Nutzende zu erreichen, dann 10.000, und wenn die Plattform gut ausgereift ist, Trueffles als Softwarelösung für Unternehmen anzubieten.

Welche drei Ratschläge würden Sie anderen Gründern mit auf den Weg geben, basierend auf Ihren Erfahrungen mit Trueffles?

Lerne dich selbst – immer wieder – kennen und entscheide dich für eine Gründung, die dich in deinem Kern begeistert.
Bau dir ein Umfeld, das dir Energie gibt, und sei strikt mit Personen/Dingen, die dir Energie nehmen.
Und vergiss nie: Alles ist miteinander verbunden. #everythingconnects

Bild: Tina Weise aka Tinush @ Annette Koroll

Wir bedanken uns bei Tina Weise aka Tinush für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.


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D- 14059 Berlin

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Was muss sich ändern, damit Herkunft kein Nachteil beim Gründen ist?

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Bloomwell Group: Cannabis, Migration und neue Perspektiven CEO Niklas Kouparanis copyright Memo Filiz

Die Bloomwell Group ist Europas größte Plattform für medizinisches Cannabis und setzt sich dafür ein, Patient:innen einfachen und legalen Zugang zu moderner Cannabinoid-Therapie zu ermöglichen

Was hat Sie und Ihre Mitgründer:innen dazu motiviert, 2020 die Bloomwell Group ins Leben zu rufen?

Mein Großvater kam Anfang der 60er Jahre als Gastarbeiter nach Deutschland, zunächst alleine. Meine Großmutter ist wenige Jahre später mit meinem Vater und seinen beiden Brüdern nachgezogen, alle drei noch Kinder. Die Ankunft in Deutschland war für alle nicht einfach. Aber Griechenland stand damals wirtschaftlich schlecht dar, außerdem waren die Brüder auf eine gute medizinische Versorgung angewiesen. Schlussendlich bin ich daher nicht nur meinen Großeltern und Eltern dankbar dafür, dass sie sich durchgekämpft haben, sondern auch Deutschland dankbar, dass wir hier aufgenommen wurden – trotz anfänglicher Schwierigkeiten. Für mich stand schon während meiner Schulzeit fest: Ich möchte erfolgreich ein Unternehmen gründen, auch um danke an die beiden vorherigen Generationen zu sagen und zu zeigen: Das, was ihr auf euch genommen habt, hat sich gelohnt und zeigt, dass auch wir Bürger mit Migrationshintergrund erfolgreich Unternehmen aufbauen und skalieren können.

Wie sehr hat Ihre persönliche Familiengeschichte – als Enkel eines griechischen Gastarbeiters – Ihre unternehmerische Haltung geprägt?

Gastarbeiter sind alleine durch ihren persönlichen Werdegang risikoaffiner als Menschen ohne Migrationshintergrund. Sie verlassen ihre Heimat und stürzen sich ins Ungewisse, um für sich und insbesondere für ihre Kinder und Enkelkinder ein besseres Leben zu ermöglichen. Mein Großvater hat alles auf eine Karte gesetzt und 200% gegeben, um die Welt für nachfolgende Generationen zu verbessern. Viel mehr Risiko geht nicht. Ich selbst hatte immer die Vision, den Zugang zu medizinischem Cannabis so einfach wie möglich zu gestalten. 2020, als wir die Bloomwell Group gründeten, herrschte in Deutschland die Auffassung, dass sich Telemedizin für ein Betäubungsmittel nicht umsetzen lasse – bis wir gekommen sind und es gemacht haben. Ohne diese Mentalität, etwas komplett neues zu wagen, kann echte Innovation nicht entstehen.

Welche Rolle spielt Migration für unternehmerisches Denken in Deutschland aus Ihrer Sicht?

Ich bin überzeugt: Menschen mit Migrationshintergrund könnten in Deutschland eine wesentlich größere Rolle im Unternehmertum spielen. Auch heutzutage ist es für Menschen mit Migrationshintergrund schwieriger, VC-Gelder zu erhalten. Alleine der Nachname sorgt schon für eine gewisse Verzerrung. Dabei bringen Menschen mit Migrationshintergrund neben einer gewissenen Affinität zum Risiko auch Resilienz mit: Wenn man überlegt, was ihre Großeltern, Eltern alles auf sich genommen haben, wie viele Herausforderungen sie verkraftet und überwunden habe, um sich in Deutschland ein neues Leben aufzubauen, dann prägt das bis heutzutage die gegenwärtigen Generationen. Die Zeit ist daher überfällig, in Deutschland das unternehmerische Potenzial, das hier schlummert, stärker zu nutzen. Dass endlich mehr VC-Gelder an Gründer mit Migrationshintergrund fließen, ist ein ganz wichtiger Punkt, um Deutschland als Innovationsstandort zu stärken.

Mit der Bloomwell Group haben Sie Europas größte Plattform für medizinisches Cannabis aufgebaut. Was war entscheidend für diesen Erfolg?

Wir haben immer ein sehr konkretes Ziel vor Augen gehabt und sind trotzdem permanent agil geblieben. Das mag sich zunächst etwas widersprüchlich anhören, aber wir dürfen nicht vergessen, dass die gesamte Cannabis-Marktdynamik mit der regulatorischen Entwicklung steht und fällt – und die letzten Jahre waren aus regulatorischer Sicht extrem ereignisreich. Wir haben in dieser Zeit immer unser übergeordnetes Ziel vor Augen behalten: „Impact“. Wie können wir als Plattform den Zugang für so viele Patient:innen so einfach, sicher, effektiv und qualitativ hochwertig wie möglich gestalten? Was ist die beste “Patient Experience”? Diese Fragen vor Augen haben wir in Szenarien geplant, so dass wir, als das Cannabis-Gesetz am 1. April 2024 schließlich in Kraft trat, bestens vorbereitet waren.

Moderne Gesundheitspolitik heißt für mich im Falle von Cannabis, Patient:innen möglichst effektiv den Übergang vom illegalen Markt und aus der Kriminalisierung in die legale Therapie möglich zu machen und Menschen, die noch über kein Bewusstsein für die medizinische Therapie verfügen, eine Option ohne große Nebenwirkungen zu bieten.

Wie hat sich die Reklassifizierung von medizinischem Cannabis im April 2024 konkret auf Ihr Geschäft ausgewirkt?

Durch das Gesetz gilt medizinisches Cannabis nicht mehr als Betäubungsmittel, was den gesamten Zugang nochmal extrem vereinfacht und die Kosten für alle Beteiligten weiter gesenkt hat. Der Durchschnittspreis für ein Gramm medizinisches Cannabis aus der Apotheke ist inzwischen günstiger als auf dem illegalen Markt. Die Zahl der über Bloomwell bei den Partner-Apotheken eingegangenen Rezepte ist verglichen mit März 2024 um rund 1.000 Prozent in die Höhe geschossen. Inzwischen betreuen die mit uns kooperierenden Ärztinnen und Ärzte über Bloomwell einige zehntausend Patient:innen monatlich, unsere Umsätze haben sich vervielfacht. Wir sind heutzutage die größte Plattform für medizinisches Cannabis in ganz Europa.

Überhaupt ist unsere Branche eine der wenigen wirtschaftlichen Erfolgsgeschichten im letzten Jahr in Deutschland. Neue Arbeitsplätze sind entstanden, Unternehmen haben Innovation hervorgebracht, die hunderttausenden Menschen tatsächlich hilft und sie aus der Kriminalität herausholt, und der Staat profitiert von höheren Steuern. Wir dürften bereits heutzutage fast eine Millionen Cannabis-Patient:innen in Deutschland zählen und das Ende der Fahnenstange ist bei weitem noch nicht erreicht. Nur habe ich leider das Gefühl, dass viele deutsche VCs die sich bietenden Opportunitäten in der deutschen Cannabis-Industrie gerade verschlafen. Seit Gründung wurden über Bloomwell über eine Millionen Rezepte für medizinisches Cannabis von den kooperierenden Ärztinnen und Ärzte ausgestellt.

Welche Herausforderungen sehen Sie aktuell im deutschen Gesundheitssystem in Bezug auf innovative Behandlungen wie medizinisches Cannabis?

Im Falle von medizinischem Cannabis mangelt es weiter an medizinischer Expertise und der Bereitschaft, einen Therapieversuch zu wagen. Immerhin hat die Reklassifizierung auch vor dem Hintergrund wichtige Signalwirkung gehabt, da nun der abschreckend wirkende BtM-Status wegfällt. In Sachen Innovation kämpfen wir teilweise gegen analoge Windmühlen. Die Wartezimmer sind voll, die Versorgung in der ländlichen Region teils katastrophal, Ärztinnen und Ärzte überlastet und Patient:innen warten wochenlang auf einen Termin. Ich bin manchmal erschrocken, mit welcher Vehemenz einige zentrale Akteure im Gesundheitswesen trotzdem gegen jegliche digitale Innovation im Gesundheitswesen kämpfen. Dabei ist medizinisches Cannabis ein ausgezeichnetes Beispiel dafür, wie Innovation funktionieren kann: Die Therapie ist für Patient:innen inzwischen sehr günstig, für Ärztinnen und Ärzte sowie Apotheken sind die digitalen Prozesse effizient und einfach. Telemedizin für medizinisches Cannabis zeigt, auf welche Resonanz eine Digitalisierung des Gesundheitswesen stoßen kann, ohne das finanziell angeschlagene Gesundheitswesen mit weiteren Kosten zu belasten.

Sie leiten ein außergewöhnlich diverses Team. Welche Stärken ergeben sich daraus im unternehmerischen Alltag?

Das stimmt. Die 55 Mitarbeitenden haben insgesamt 13 unterschiedliche Staatsangehörigkeiten. Bei uns herrscht in der Tat eine echte Willkommenskultur. Persönlich kenne ich kein anderes Unternehmen in Deutschland, das so vielfältig aufgestellt ist wie wir bei Bloomwell. Das sorgt einerseits für eine tolle, offene Arbeitskultur, in der wir gegenseitig Interesse für die Erfahrungen und Werdegänge im Team zeigen. Andererseits bin ich überzeugt, dass wir dadurch wie gesagt unsere Zielgruppen und Kunden auch besser verstehen können. Bei uns denkt jeder mit und auch mal in ganz verschiedene Richtungen. Vielfalt ist Stärke! Das sollten wir uns gerade in der aktuellen politischen Situation wieder ins Bewusstsein rufen.

Wie erleben Sie als Gründer mit Migrationshintergrund den Zugang zu Kapital, Netzwerken und politischer Unterstützung in Deutschland?

Wie gesagt: Ich bin sicher, dass Gründer mit Migrationshintergrund immer noch benachteiligt werden. Historisch gewachsene Netzwerke reproduzieren sich oft, ohne dass sich Entscheider:innen dessen immer bewusst sind. Gleiches gilt auch dann, wenn VCs entscheiden, wen sie mit VC-Geldern unterstützen.

Was müsste sich politisch und gesellschaftlich verändern, damit mehr Migrant:innen den Weg in die Gründung wagen?

Deutschland hat angesichts der zunehmenden Unsicherheiten in den USA als größte Volkswirtschaft in der EU gegenwärtig die Chance, sich als Magnet für internationale Top-Talente aufzustellen. Es wäre schade, wenn wir diese Chance verpassen. Deutschland ist schließlich der ideale Startpunkt für Unternehmen, um europaweit zu expandieren. Und die Lebensqualität ist hierzulande im globalen Vergleich immer noch sehr gut, wir leben recht sicher und die sozialen Systeme funktionieren – trotz aller teilweise auch berechtigter Kritik. Das alles sind wertvolle Assets, wenn man sich als attraktiver Standort für die weltweit besten Unternehmer:innen positionieren will. Aber reicht dies? Die absoluten Top-Talente können weltweit wählen, wo sie schlussendlich gründen.

In Deutschland schreckt viele schon die Sprachbarriere zurück: Nur auf Englisch, ohne Deutschkenntnisse, die bürokratischen Prozesse zu durchlaufen, Netzwerke zu knüpfen, Unternehmen zu gründen und Finanzierungsrunde erfolgreich abzuschließen, Zuschüsse für Gründungen zu erhalten, gleicht hierzulande einem Hindernislauf. Das Ganze könnte deutlich einfacher gehen und vor allem auch auf Englisch, ohne dass Deutschkenntnisse erforderlich sind. Ich weiß nicht, wie lange das Zeitfenster offen bleibt, wir sollten schleunigst “English Only” in unseren Behörden einführen, die Bürokratie abbauen und die Top-Talente auch finanziell incentivieren hier zu gründen. Ein ganz wichtiges Instrument ist in diesem Zusammenhang übrigens, Mitarbeiterbeteiligungen besser auszugestalten.

Welche Rolle spielt Ihre Schwester Anna-Sophia Kouparanis in der Bloomwell Group – und wie erleben Sie das gemeinsame Arbeiten als Geschwister?

Anna ist Mitgründerin der Bloomwell Group. Operativ hat sie vor allem den Importeur und Großhändler Ilios Santé aufgebaut. Bei ihr kommt hinzu, dass sie die allererste Frau in Deutschland war, die diesen Schritt in die Cannabis-Industrie gewagt hat. Anna ist eine absolute Expertin für den Handel mit Arzneimitteln und vor allem achtet sie penibel auf jedes Detail. Das ist sehr wichtig in unserem streng regulierten Umfeld. Als Geschwisterpaar ergänzen wir uns perfekt.

Was geben Sie jungen Menschen mit Einwanderungsgeschichte mit, die heute von der Selbstständigkeit träumen?

Wenn euch jemand sagt, dass es nicht gehen wird, dann wagt es trotzdem. Aber agiert nicht unüberlegt: Sprecht im Vorfeld mit Menschen, die selbst bereits erfolgreich gegründet und erfolgreich digitale Geschäftsmodelle aufgebaut haben. Und bereitet euch auf Rückschläge vor. Stellt euch im Vorfeld die Frage: Wie geht ihr damit um, wenn die Dinge nicht so laufen, wie ihr es erhofft habt? Um es kurz zu machen: Traut euch und sucht den Austausch mit anderen, auch mit denjenigen, die bis dato noch nicht so viele Menschen mit Migrationshintergrund gefördert haben. Konstanter Druck bewirkt Veränderung.

Wo steht Bloomwell Group in fünf Jahren – und was ist Ihre persönliche Vision für die Zukunft des Gesundheitsmarktes?

Wir haben in Deutschland offiziell 4,5 Millionen Menschen, die Cannabis in den letzten zwölf Monaten genutzt haben. Ich spreche bewusst nicht von ‘Konsum’: Denn laut einer repräsentativen Umfrage von uns mithilfe von Cint verfolgen 94,4 Prozent der Befragten gesundheitliche oder medizinische Motive. Es handelt sich eigentlich um Patient:innen, die aber immer noch in den illegalen Markt gedrängt werden. Trotzdem werden wir dieses Jahr in Deutschland die Zahl von einer Millionen Cannabis-Patient:innen durchbrechen und zum größten medizinischen Cannabis-Markt der Welt aufsteigen. Dieses Wachstum wird in den nächsten Jahren anhalten.

Ich gehe davon aus, dass Deutschland als größte nationale Volkswirtschaft im Herzen der EU zudem einen Domino-Effekt auslösen wird und weitere Mitgliedsstaaten den niedrigschwelligen medizinischen Cannabis Zugang ermöglichen werden. Bloomwell wird diese grüne Revolution in der Cannabis-Medizin europaweit anführen und ich hoffe nur, dass nicht nur die auf Cannabis spezialisierten nordamerikanischen VCs, sondern endlich auch mehr europäische Investoren endlich ihre Berührungsängste ablegen.

Bild: Niklas Kouparanis, Co-Founder und CEO Bloomwell Group @ Memo Filiz

Wir bedanken uns bei Niklas Kouparanis für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Was passiert, wenn ein Produkt wirklich beim Nutzer beginnt?

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family.cards: Karten statt Menüs – Technik, die verbindet Teo Ortega (r.) und Simon Hafner präsentieren mit „family.cards“ intuitive Karten für den Fernseher. Sie erhoffen sich ein Investment von 250.000 Euro für 5 Prozent der Firmenanteile. Foto: RTL / Stefan Gregorowius

family.cards ermöglicht Senior:innen einfachen Zugang zur digitalen Welt über den Fernseher und wird am 23. Juni 2025 in der Höhle der Löwen pitchen

Wie ist family.cards entstanden und welche Personen stehen dahinter?

family.cards entstand aus einem sehr persönlichen Problem.
Der Vater von Gründer Teo Ortega lebte im Ausland und der Zugang zur digitalen Welt war ihm fremd – sei es für Videoanrufe, Fotos der Enkel. Schnell wurde ihm klar: Die bestehenden Technologien sind nicht für Menschen gemacht, die mit Smartphone-Menüs oder Touchscreens überfordert sind. Teo suchte nach einer Lösung, die nicht wie Technik wirkt – sondern einfach funktioniert.

Gemeinsam mit Co-Gründer Simon Hafner, einem erfahrenen Softwareentwickler mit Hintergrund an der ETH Zürich und Expertise in natürlicher Sprachverarbeitung, entwickelte er ein neuartiges System: Ein Gerät, das jeden Fernseher in einen digitalen Hub für Senioren verwandelt – bedient nicht über Menüs oder Knöpfe, sondern über physische Karten. Jede Karte steht für eine Funktion, zum Beispiel ein Videoanruf oder ein Fotoalbum. Einfach auflegen – fertig.

Heute bilden Teo (Business & Produkt, 15+ Jahre Erfahrung, Ex-Exit an Circ/Bird) und Simon (Tech & Plattform, Ex-Zalando) das Gründerteam von family.cards – unterstützt von einem interdisziplinären Team aus Industrie-Design, Markenentwicklung und AgeTech-Beratung. Ihr Ziel: die Digitalisierung für eine oft vergessene Generation endlich zugänglich zu machen – mit Würde, Einfachheit und echter Wirkung.

In welcher Branche ist family.cards tätig und was zeichnet das Geschäftsmodell aus?

family.cards ist in der AgeTech-Branche tätig – einem Markt, der riesig ist, aber bisher kaum funktioniert.
Bis 2050 wird fast ein Drittel der europäischen Bevölkerung über 65 Jahre alt sein. Das sind allein in Europa rund 200 Millionen Menschen, weltweit sogar über 1,3 Milliarden. Diese Generation verfügt über enorme Kaufkraft – über 3,4 Billionen Euro allein für digitale Dienstleistungen in Europa. Doch: aufgrund von kognitiven oder physischen Einschränkungen wie demenziellen Veränderungen oder Parkinson’s, etc können viele Menschen Technologie nicht einsetzen.

Der AgeTech-Markt ist riesig – aber strukturell unterversorgt. Zwar gibt es zahlreiche Geräte für Senioren, vom „einfachen Smartphone“ bis zum „intuitiven Tablet“. Doch fast alle verfolgen den gleichen Ansatz: Sie vereinfachen bestehende Technologie – machen Knöpfe größer, Menüs klarer, Touchscreens sensibler. Das Problem: Diese Logik ignoriert die eigentlichen Hürden – Angst vor Technik, mangelnde Vorerfahrung, kognitive oder motorische Einschränkungen.

Deshalb scheitern viele Unternehmen in diesem Segment. Sie starten mit der Technologie – und nicht mit dem Nutzer.
family.cards geht den umgekehrten Weg: Wir beginnen mit dem Leben unserer Nutzer – und bauen darum eine Technologie, die sich anfühlt wie keine. Kein Touchscreen, keine Menüs – nur Karten und der Fernseher. Jede Karte steht für eine Funktion: Videoanruf, Fotoalbum, Lieblingsserie. Einfach verständlich. Würdevoll gestaltet. Und entwickelt für eine Zielgruppe, die sonst meist übersehen wird.

Unser Geschäftsmodell ist plattformbasiert. Wir verkaufen ein eigenes Endgerät, verdienen aber vor allem über ein wachsendes Ökosystem aus digitalen Karten. Diese werden über unsere App individuell zusammengestellt – und können von Angehörigen personalisiert oder von Partnern bereitgestellt werden (z. B. Telemedizin, Gedächtnistraining oder kulturelle Inhalte). Das schafft wiederkehrende Umsätze und starke Netzwerkeffekte – ähnlich wie bei App-Stores.

Welche Idee oder welches Problem stand am Anfang der Gründung? Gab es eine Marktlücke oder eine besondere Inspiration?

Am Anfang stand ein sehr persönliches Problem – und eine einfache Frage: Warum gibt es kein Gerät, das meine Eltern wirklich bedienen können?
Gründer Teo Ortega lebte lange im Ausland – sein Vater blieb in Spanien. Doch obwohl es unzählige digitale Möglichkeiten gab, fühlte sich der Kontakt oft fern und bruchstückhaft. Videoanrufe funktionierten nur selten. Fotos der Enkel kamen nie an. Und technische Geräte machten mehr Frust als Freude.

Sein Vater war nicht dement oder schwer krank – er war einfach kein Smartphone-Mensch. Touchscreens überforderten ihn, Menüs verwirrten, und bei jedem Software-Update war alles anders. Was als technisches Problem begann, wurde zu einer emotionalen Lücke: eine wachsende Distanz, obwohl man sich eigentlich nahe sein will.

Teo suchte eine Lösung, die nicht wie Technik aussieht. Kein neues Gerät, das man „lernen“ muss – sondern ein Zugang zur digitalen Welt, der sich selbstverständlich anfühlt. Die Inspiration kam dabei auch aus der Kindheit: Wenn Kinder mit einer Toniebox spielerisch Hörspiele starten – warum sollte es nicht auch so etwas für Erwachsene geben?
So entstand family.cards. Ein System, das den Fernseher nutzt – das vertrauteste Gerät im Haus – und über einfache Karten funktioniert. Jede Karte steht für eine Funktion: Videoanruf, Fotoalbum, Lieblingsfilm. Einfach auflegen – fertig. Kein Menü, kein Touchscreen, keine Angst.

Was als Lösung für die eigene Familie begann, wurde zu einer Idee mit großer gesellschaftlicher Relevanz – denn Millionen Familien stehen vor demselben Problem.

Was macht das Konzept oder die Technologie besonders? Welche innovativen Ansätze kommen zum Einsatz?

Am Anfang stand eine einfache Frage: Warum gibt es kein Gerät, das meine Eltern wirklich bedienen können?
Gründer Teo Ortega lebte in Deutschland – sein Vater blieb in Spanien. Doch obwohl es unzählige digitale Möglichkeiten gab, fühlte sich der Kontakt oft fern und bruchstückhaft. Videoanrufe funktionierten nur selten. Fotos der Enkel kamen nie an. Und technische Geräte machten mehr Frust als Freude.

Sein Vater war nicht dement oder schwer krank – er war einfach kein Smartphone-Mensch. Touchscreens überforderten ihn, Menüs verwirrten, und bei jedem Software-Update war alles anders. Was als technisches Problem begann, wurde zu einer emotionalen Lücke: eine wachsende Distanz, obwohl man sich eigentlich nahe sein will.

Teo suchte eine Lösung, die nicht wie Technik aussieht. Kein neues Gerät, das man „lernen“ muss – sondern ein Zugang zur digitalen Welt, der sich selbstverständlich anfühlt. Die Inspiration kam dabei auch aus der Kindheit: Wenn Kinder mit einer Toniebox spielerisch Hörspiele starten – warum sollte es nicht auch so etwas für Erwachsene geben?
So entstand family.cards. Ein System, das den Fernseher nutzt – das vertrauteste Gerät im Haus – und über einfache Karten funktioniert. Jede Karte steht für eine Funktion: Videoanruf, Fotoalbum, Lieblingsfilm. Einfach auflegen – fertig. Kein Menü, kein Touchscreen, keine Angst.
Was als Lösung für die eigene Familie begann, wurde zu einer Idee mit großer gesellschaftlicher Relevanz – denn Millionen Familien stehen vor demselben Problem.

Welche Vision verfolgt family.cards? Welche Meilensteine sollen in den nächsten Jahren erreicht werden?

Unsere Vision ist es, das „Android für Senioren“ zu werden – ein Betriebssystem für digitale Teilhabe im Alter.
family.cards ist mehr als ein Gerät – wir bauen eine Plattform. Eine Plattform, die es ermöglicht, jede digitale Funktion über einfache physische Karten zugänglich zu machen. Was heute mit Videoanrufen, Fotos und Unterhaltung beginnt, wird in Zukunft jede digitale Anwendung einschließen – von Telemedizin über KI-Anwendungen bis hin zu Bildungs- und Bewegungsangeboten.
Unser Ziel: Jeder Anbieter, der einen digitalen Dienst für Senioren zugänglich machen will, kann in Zukunft eine Karte für family.cards entwickeln – genau wie Entwickler heute Apps für Android programmieren.
Wir glauben: Die Zukunft der Digitalisierung darf nicht an einer Generation vorbeigehen. Unser Ziel ist es, Technologie so zu gestalten, dass sie niemanden ausschließt.

Warum fiel die Entscheidung, sich bei „Die Höhle der Löwen“ zu präsentieren? Welche Aspekte stehen dabei im Vordergrund?

Die Entscheidung, bei „Die Höhle der Löwen“ aufzutreten, war bewusst strategisch – denn unser Produkt braucht Vertrauen und Sichtbarkeit.
family.cards ist eine völlig neue Produktkategorie. Es sieht nicht aus wie ein Tablet, funktioniert nicht wie ein Smartphone und richtet sich an eine Zielgruppe, die viele nicht auf dem Schirm haben: die Kinder und Angehörigen älterer Menschen, die ihren Eltern digitale Teilhabe ermöglichen wollen.
Für diese Zielgruppe ist „Die Höhle der Löwen“ ideal:
Hohe Reichweite in der relevanten Altersgruppe (45+),
ein Format, das Vertrauen schafft, weil das Produkt live vorgeführt wird,
und eine Plattform, um unsere Vision zu erklären, die sonst schwer in klassischen Werbespots zu vermitteln ist.
Darüber hinaus war es uns wichtig, nicht nur Kapital, sondern auch einen starken Partner an unserer Seite zu haben.

Welche Form der Unterstützung wird durch die Teilnahme an der Show angestrebt? Wie soll eine mögliche Investition oder Zusammenarbeit genutzt werden?

Unsere Teilnahme bei „Die Höhle der Löwen“ war nicht nur auf eine Investition ausgerichtet – sondern auf strategische Unterstützung in drei entscheidenden Bereichen: Vertrauen, Reichweite und Skalierung.

Vertrauen aufbauen

Als junges Unternehmen in einem sensiblen Bereich wie AgeTech ist Vertrauen alles. Viele unserer Kund:innen kaufen nicht für sich selbst, sondern für ihre Eltern oder Großeltern – da zählt Glaubwürdigkeit doppelt.

Reichweite schaffen

family.cards ist eine neue Produktkategorie. Sie braucht Erklärung – und Aufmerksamkeit. Die Show selbst und die begleitende Medienberichterstattung bringen uns in Millionen Haushalte, exakt in der Altersgruppe, in der unsere Käufer:innen sitzen. Diese Form von mediengestütztem Markenaufbau wäre auf klassischem Weg kaum finanzierbar.

Skalierung beschleunigen

Neben Kapital war uns wichtig, einen Partner zu gewinnen, der Erfahrung im Aufbau von Marken im deutschen Massenmarkt mitbringt. Durch das Netzwerk des Investors – insbesondere im Handel, in der Medienlandschaft und bei Vertriebspartnerschaften – können wir schneller skalieren: von Direktvertrieb hin zu Apotheken, Elektronikhändlern oder Pflegekatalogen.
Die Investition würden wir konkret nutzen für:
den Ausbau unserer Karten-Plattform (neue Inhalte & Partner),
Performance Marketing und PR rund um den Launch,
sowie den Aufbau erster Retail-Partnerschaften.
Unser Ziel: Aus einer erfolgreichen TV-Präsentation ein nachhaltiges Produkt für Millionen Familien zu machen.

Welche nächsten Schritte sind nach der Show geplant? Gibt es konkrete Pläne für Wachstum, Skalierung oder neue Entwicklungen?

Nach der Show ist vor dem nächsten Wachstumsschritt.
Die Ausstrahlung bei „Die Höhle der Löwen“ sehen wir als einen Katalysator – es geht darum, den Schwung gezielt zu nutzen und unser Geschäftsmodell zu skalieren.
Konkret planen wir folgende nächste Schritte:

Skalierung im Direktvertrieb (D2C)

Unsere Website und Online-Kampagnen sind so vorbereitet, dass wir das erhöhte Interesse direkt in Verkäufe und Leads umwandeln können. Der Fokus liegt nun auf Conversion-Optimierung, Retargeting und E-Mail-Marketing, um aus Erstkäufern aktive Nutzer:innen zu machen.

Aufbau von Retail-Partnerschaften

Parallel starten wir Gespräche mit Apotheken, Hörgeräteakustikern, Elektronikhändlern und Pflegemittelkatalogen. Ziel ist es, family.cards an relevanten physischen Touchpoints verfügbar zu machen – dort, wo unsere Zielgruppe sowieso schon einkauft.

Erweiterung des Karten-Ökosystems

Wir entwickeln derzeit neue Karten – etwa für Gedächtnistraining, religiöse Inhalte, Telemedizin oder Musikstreaming. Gleichzeitig binden wir neue Partner über eine Schnittstelle an, sodass Dritte künftig eigene Karten entwickeln können. Das ist ein zentraler Schritt, um unsere Vision als Plattform umzusetzen.

Langfristige Produktentwicklung

Ein nächster Entwicklungsschritt ist bereits in Arbeit: Eine KI-basierte Begleitfunktion, die auf Wunsch mit der Seniorin oder dem Senior interagiert, erinnert, begleitet und hilft – ganz ohne Bildschirm oder komplizierte Eingaben.

Internationalisierung vorbereiten

Aufgrund der großen Alterungstrends in Europa starten wir bereits Marktanalysen für Frankreich, Spanien und Großbritannien – mit Fokus auf lokal relevante Vertriebskanäle und kulturell angepasste Inhalte.
Unser Ziel: family.cards als Standardzugang zur digitalen Welt im Alter zu etablieren – in Deutschland und darüber hinaus.

Welche Erfahrungen und Erkenntnisse haben sich auf dem bisherigen Weg als besonders wertvoll erwiesen?

Der vielleicht wichtigste Lerneffekt: Wenn man eine Lösung für Senioren entwickelt, muss man radikal umdenken – technologische Logik funktioniert hier nicht.
Was wir unterwegs gelernt haben:

Technik ist nicht gleich Technik.

Was für junge Zielgruppen intuitiv wirkt, ist für viele Ältere eine Barriere. Wir mussten unsere eigene Vorstellung von „einfach“ hinterfragen. Nur weil ein Interface reduziert ist, heißt das nicht, dass es verständlich ist. Erst als wir komplett auf Touchscreens, Menüs und Symbole verzichtet haben – und alles über physische Karten auf dem Fernseher steuerbar gemacht haben – begann echte Nutzung.

Die Käufer:innen sind nicht die Nutzer:innen.

Unsere Kommunikation, unser Marketing und unser Produkt mussten wir doppelt denken. Ein Produkt, das von den Kindern gekauft, aber von den Eltern genutzt wird, stellt ganz eigene Anforderungen – emotional, funktional und in der Ansprache.

Vertrauen ist wichtiger als Features.

Gerade in einer sensiblen Zielgruppe wie der unseren kaufen Menschen keine Funktionen – sie kaufen Sicherheit, Verlässlichkeit und ein gutes Gefühl. Persönliche Empfehlungen, echte Geschichten, und vor allem: Ein Produkt, das sichtbar mit Liebe für diese Zielgruppe gemacht ist.

Nischen können groß sein.

AgeTech wirkt auf den ersten Blick wie eine Nische – dabei sprechen wir von über 200 Millionen Menschen in Europa, die kaum digitale Angebote nutzen können. Wer hier ein funktionierendes System schafft, adressiert einen Markt, der erst beginnt, sich zu öffnen.
Diese Erfahrungen haben unser Produkt besser gemacht – und unser Verständnis dafür geschärft, was es wirklich bedeutet, ein problemorientiertes Unternehmen zu bauen.

Welche Ratschläge lassen sich aus diesen Erfahrungen ableiten, die für andere Gründerinnen und Gründer hilfreich sein könnten?

Unsere wichtigste Erkenntnis: Baue kein Produkt – löse ein echtes Problem.
Und wenn dein Produkt erklärungsbedürftig ist, dann nimm dir die Zeit, es wirklich zu erklären – jeden Tag, auf jedem Kanal, in jeder Interaktion.
Was wir anderen Gründerinnen und Gründern mitgeben würden:

Starte mit einem echten Problem – nicht mit einer coolen Idee.

Nur weil etwas technologisch machbar ist, heißt das nicht, dass es gebraucht wird. Unsere stärkste Ressource war die persönliche Betroffenheit. Sie hat uns nicht nur zur Idee geführt, sondern hilft bis heute, mit echtem Verständnis für unsere Nutzer:innen zu entwickeln.

Sprich mit deinen Kund:innen – ständig.

Gerade wenn du für eine Zielgruppe baust, der du selbst nicht angehörst, brauchst du Nähe und Demut. Wir haben über 80 Nutzer:innen mit Familie getestet, unzählige Gespräche geführt – und jedes Feedback in die nächste Iteration aufgenommen.

Unterschätze nie die Bedeutung von Vertrauen.

Menschen kaufen nicht nur ein Produkt – sie kaufen Sicherheit, Verlässlichkeit und ein gutes Gefühl. Bau also von Anfang an in deine Marke, dein Auftreten und deinen Support das Vertrauen ein, das du selbst gerne hättest, wenn du für deine Eltern etwas kaufst.

Fokus schlägt Features.

Gerade in frühen Phasen ist es verlockend, immer noch eine Funktion „draufzupacken“. Aber besonders in erklärungsbedürftigen Produkten gilt: Was du nicht klar erklären kannst, wird niemand kaufen.

Wenn du etwas wirklich neu machst – rechne mit Erklärungsaufwand.

Innovation bedeutet oft, dass dein Publikum noch keinen Vergleichspunkt hat. Plane also Budget, Zeit und Geduld dafür ein, erst einmal ein Verständnisproblem zu lösen – bevor du dein Produkt verkaufst.

Die family.cards Gründer Teo Ortega und Simon Hafner pitchen am 23.Juni 2025 in der Höhle der Löwen

Bild V.l.:Teo Ortega (r.) und Simon Hafner präsentieren mit „family.cards“ intuitive Karten für den Fernseher. Sie erhoffen sich ein Investment von 250.000 Euro für 5 Prozent der Firmenanteile.
Foto: RTL / Stefan Gregorowius

Wir bedanken uns bei  Teo Ortega und Simon Hafner für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Wie eine Idee aus Kanada Berlin erobert

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The Poutine Kitchen: Street Food aus Kanada in der Löwenhöhle Geneviève Pilon und Holger Bröckner präsentieren "The Poutine Kitchen". Poutine, Kanadas Fast Food Nummer 1, für zuhause. Sie erhoffen sich ein Investment von 125.000 Euro für 15 Prozent der Firmenanteile. Foto: RTL / Stefan Gregorowius

The Poutine Kitchen bringt authentisches kanadisches Street Food nach Deutschland und wird am 23. Juni 2025 in der Höhle der Löwen pitchen

Wie ist das Startup entstanden und welche Personen stehen dahinter?

Die Idee entstand schon 2007 in Montréal, als ich in Kanada für ein Film-Festival tätig war. Die Marke The Poutine Kitchen wurde 2016 von mir in Berlin gegründet. Im Mittelpunkt steht das aus Québec stammende Street-Food-Gericht Poutine – klassisch zubereitet mit Pommes Frites, Cheese Curds (einem speziellen Käse) und einer dunklen, würzigen Gravy.

In welcher Branche ist The Poutine Kitchen tätig und was zeichnet das Geschäftsmodell aus?

Begonnen haben wir als Street-Food-Stand in der Berliner Markthalle Neun. Später kam ein festes Restaurant in der Arminiusmarkthalle hinzu. Ergänzend haben wir Catering angeboten und eigene Street-Food-Events mit bis zu 3.000 Gästen veranstaltet.

Während der Pandemie entstand ein neuer Schwerpunkt im eCommerce – mit Produkten wie Cheese Curds und Gravy für Endverbraucher und Gastronomiekunden. Erste Retail-Kooperationen, etwa mit dem KaDeWe, folgten. Das Endkundengeschäft haben wir aber erstmal zur Seite gelegt, es soll aber wieder aufgenommen werden.

Ende 2022 habe ich das Restaurant aufgrund der angespannten Personalsituation im Markt geschlossen. Seitdem liegt der Fokus auf dem Virtual-Kitchen-Modell: Derzeit sind wir in Berlin aktiv, mit Plänen zur Expansion in weitere Städte.

Zusätzlich gibt es einen Food Truck in Kiel in Kooperation mit dem Unternehmen Budenzauber und wir beliefern Food-Service-Kunden deutschlandweit. Im zweiten Halbjahr starten wir außerdem mit einem Partner in UK im Bereich eCommerce für Gastronomie.

Welche Idee oder welches Problem stand am Anfang der Gründung? Gab es eine Marktlücke oder eine besondere Inspiration?

In Deutschland gab es bis dahin keine authentische Poutine. Bestehende Anbieter verwendeten nicht den originalen Käse – damit fehlte dem Gericht der typische Geschmack und die Authentizität. Diese Marktlücke wollte ich schließen.

Was macht das Konzept oder die Technologie besonders? Welche innovativen Ansätze kommen zum Einsatz?

Unsere Besonderheit ist der Einsatz echter Cheese Curds – des traditionellen Poutine-Käses aus Kanada. Bis heute sind wir damit die einzigen Anbieter in Deutschland, die das Gericht in dieser Form authentisch zubereiten.

Welche Vision verfolgt The Poutine Kitchen? Welche Meilensteine sollen in den nächsten Jahren erreicht werden?

Unsere Vision ist es, The Poutine Kitchen als Virtual-Kitchen-Brand in deutschen Metropolen zu etablieren – schrittweise und mit organischem Wachstum. Aktuell konzentrieren wir uns voll auf Berlin, bevor weitere Städte folgen.

Warum fiel die Entscheidung, sich bei „Die Höhle der Löwen“ zu präsentieren? Welche Aspekte stehen dabei im Vordergrund?

Wir wurden auf dem Food Innovation Camp auf die Show aufmerksam gemacht und haben uns daraufhin beworben. Nach der Zusage wollten wir die Gelegenheit nutzen, das Produkt und die Marke einem breiten Publikum vorzustellen.

Welche nächsten Schritte sind nach der Show geplant? Gibt es konkrete Pläne für Wachstum, Skalierung oder neue Entwicklungen?

Bis Ende des Jahres planen wir zehn Standorte in Berlin im Rahmen unseres Virtual-Kitchen-Modells. Dabei arbeiten wir eng mit der Toorn GmbH zusammen. Mit Matthias Meyer und Sigfrid Bobrek haben wir zwei erfahrene Partner an Bord, die uns strategisch unterstützen.

Welche Erfahrungen und Erkenntnisse haben sich auf dem bisherigen Weg als besonders wertvoll erwiesen?

Anpassungsfähigkeit und Durchhaltevermögen waren entscheidend. Als Quereinsteiger in der Food-Branche musste ich viel lernen – und dann kam noch eine Pandemie. In dieser Zeit habe ich auch die Food Embassy gegründet, eine Agentur für Food Diplomacy, mit der ich heute internationale Unternehmen und Organisationen – u.a. auch aus Kanada – begleite. Die Erfahrungen aus The Poutine Kitchen waren dafür die Basis.

Welche Ratschläge lassen sich aus diesen Erfahrungen ableiten, die für andere Gründerinnen und Gründer hilfreich sein könnten?

Vertraut eurer Idee – aber denkt früh an Kooperationen. Mit den richtigen Partnern lassen sich Ziele schneller und nachhaltiger erreichen. Authentizität und Ausdauer sind gerade in bewegten Zeiten wichtiger denn je.

Die The Poutine Kitchen Gründer Holger Böckner und Geneviève Pilon pitchen am 23.Juni 2025 in der Höhle der Löwen

Bild V.l.:Geneviève Pilon und Holger Bröckner präsentieren „The Poutine Kitchen“. Poutine, Kanadas Fast Food Nummer 1, für zuhause. Sie erhoffen sich ein Investment von 125.000 Euro für 15 Prozent der Firmenanteile.
Foto: RTL / Stefan Gregorowius

Wir bedanken uns bei Holger Böckner und Geneviève Pilon für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Wie du mit wenigen Klicks eine große Wirkung erzielst

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Artenglück Naturschutz Biodiversität Gründer Lara Boye und Felix Schulze-Varnholt präsentieren mit „Artenglück“ regionale Naturschutzmaßnahmen. Sie erhoffen sich ein Investment von 250.000 Euro für 10 Prozent der Firmenanteile. Foto: RTL / Stefan Gregorowius
Artenglück Naturschutz Biodiversität

Artenglück setzt sich mit regionalen Naturschutzprojekten wie Blühfeldern und Aufforstung für mehr Biodiversität ein und wird am 23. Juni 2025 in der Höhle der Löwen pitchen

Wie ist Artenglück entstanden und welche Personen stehen dahinter?

Artenglück wurde 2020 von Lara Boye und Felix Schulze-Varnholt gegründet – aus der gemeinsamen Überzeugung heraus, sich für den regionalen Naturschutz einzusetzen.
Felix Schulze-Varnholt, damals noch Agrarstudent und angehender Junglandwirt, wollte zeigen, dass Landwirtschaft und Biodiversität Hand in Hand gehen können.
Lara brachte das nötige Gespür und Expertise in den Feldern Kommunikation und Marketing mit, um diese Vision nach außen zu tragen.
Gemeinsam entstand die Idee von Blühpatenschaften. Diese sollten Privatpersonen in der Region Hannover die Möglichkeit geben, sich aktiv am Naturschutz in ihrer Region zu beteiligen, indem sie Flächen für Blühfelder finanzierten, die gemeinsam mit Partnerlandwirten angelegt wurden.
Was mit den ersten Flächen in der Region Hannover begann, entwickelte sich – ganz ohne Fremdkapital – rasant weiter. Heute realisiert das Team von Artenglück Biodiversitätsprojekte in ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz und verbindet dabei Unternehmen, Natur und Menschen.

In welcher Branche ist Artenglück tätig und was zeichnet das Geschäftsmodell aus?

Artenglück ist ein Impact-Startup, welches Unternehmen „Naturschutz as a Service“ bietet. Das Team plant und realisiert maßgeschneiderte regionale Naturschutzprojekte – von Blühfeldern über Aufforstung und Moor-Renaturierung bis zu Feldvogelfenstern – immer maximal 30 km vom Wunschstandort der Kunden entfernt.
Dabei übernimmt Artenglück alles, von der Projektplanung über die Umsetzung bis zur Pflege.
Mit Kommunikationskonzepten und Teamevents in der Natur werden Unternehmen von uns dabei unterstützt, Naturschutz erlebbar und sichtbar zu machen. Durch Biodiversitätsmonitoring, das zum Beispiel die Anzahl und Vielfalt geförderter Insekten erfasst, wird dieses Engagement zudem messbar gemacht.

Welche Idee oder welches Problem stand am Anfang der Gründung? Gab es eine Marktlücke oder eine besondere Inspiration?

Die Biodiversitätskrise war unser zentraler Antrieb. Sie zählt zu den größten Herausforderungen unserer Zeit.
Der Verlust der Artenvielfalt bringt Ökosysteme aus dem Gleichgewicht, mit Folgen wie Naturkatastrophen, Ressourcenverlust und Ernährungskrisen. Wenn Bestäuberinsekten verschwinden, können Pflanzen zum Beispiel nicht mehr bestäubt und Menschen mit Lebensmitteln versorgt werden. Auch die Klimakrise ist eng mit dem Rückgang der Biodiversität verknüpft.
Uns war klar: Es braucht Lösungen, die genau hier ansetzen. Doch für viele Unternehmen und Privatpersonen ist es schwierig, selbst aktiv zu werden – sei es aus Zeitmangel, fehlendem Wissen oder Unsicherheit, was wirklich wirkt.
Genau da setzen wir an. Mit unserem Netzwerk und unserer Expertise machen wir den Zugang zu echten Naturschutzmaßnahmen einfach, transparent und wirkungsvoll.

Welche Vision verfolgt das Unternehmen? Welche Meilensteine sollen in den nächsten Jahren erreicht werden?

Artenglück will Biodiversität als festen Bestandteil unternehmerischer Verantwortung etablieren, sichtbar und erlebbar für Mitarbeitende und die Gesellschaft. In den kommenden Jahren möchten wir unseren ökologischen Impact weiter steigern und unser Monitoring ausbauen. Dabei halten wir stets die Augen offen, um unser Portfolio an Naturschutzmaßnahmen gezielt zu erweitern.

Warum fiel die Entscheidung, sich bei „Die Höhle der Löwen“ zu präsentieren? Welche Aspekte stehen dabei im Vordergrund?

Wir wurden von der DHDL-Redaktion angesprochen, ob wir Lust hätten teilzunehmen. Das war sehr spannend für uns. Nach dem darauf folgenden Bewerbungsprozess haben wir uns sehr gefreut, dass wir ausgewählt wurden.
Die Teilnahme an Die Höhle der Löwen sehen wir als eine tolle Chance, den nächsten großen Wachstumsschritt zu gehen. Im Zentrum steht dabei unsere Vision: Naturschutz unternehmerisch denken und wirksam umsetzen.
Das Format bietet die Möglichkeit, potenzielle Investoren zu überzeugen, die uns nicht nur finanziell unterstützen, sondern auch Erfahrung im nachhaltigen Unternehmensaufbau, ein starkes Netzwerk und echte Begeisterung für zukunftsfähige Lösungen mitbringen können.

Welche Ratschläge lassen sich aus euren Erfahrungen ableiten, die für andere Gründerinnen und Gründer hilfreich sein könnten?

Durchhaltevermögen ist extrem wichtig. Der Aufbau eines Unternehmens braucht Zeit und Entscheidungen bei B2B Kunden ebenfalls. Hier ist Geduld gefragt: dranbleiben und langfristig denken lohnt sich.
Nur wer offen für Veränderungen ist, kann sich weiterentwickeln. Neue Ideen, Feedback oder auch Umwege gehören zum Gründen dazu. Sie helfen, das eigene Angebot zu schärfen und nachhaltig zu wachsen.
Ein Start-Up zu gründen ist ein Sprung ins Ungewisse. Es braucht Mut, für die eigene Vision einzustehen und ungewöhnliche Wege zu gehen. Aber genau darin liegt das Potenzial, wirklich etwas zu bewegen.

Die Artenglück Gründer Lara Boye und Felix Schulze-Varnholt pitchen am 23.Juni 2025 in der Höhle der Löwen

Bild V.l.:Artenglück Naturschutz Biodiversität Gründer Lara Boye und Felix Schulze-Varnholt präsentieren mit „Artenglück“ regionale Naturschutzmaßnahmen. Sie erhoffen sich ein Investment von 250.000 Euro für 10 Prozent der Firmenanteile. Foto: RTL / Stefan Gregorowius

Wir bedanken uns bei  Lara Boye und Felix Schulze-Varnholt für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

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