Montag, Januar 19, 2026
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Was passiert, wenn aus Alltagstrott plötzlich Verantwortung wird?

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Doris Diebold Nachhaltigkeit Mehrwegversand

Wenn aus einem Spaziergang zur Papiertonne eine Geschäftsidee mit Impact wird: So begann die Geschichte von hey circle – einem Münchner Startup, das den Versandhandel nachhaltiger machen will. Gründerin Doris Diebold hatte lange Zeit gar nicht vor, Unternehmerin zu werden. Erst nach vierzehn Jahren im Management der Lufthansa und vielen beruflichen Erfahrungen zwischen Strategie und operativem Betrieb reifte in ihr der Wunsch, Verantwortung auf eine neue Weise zu übernehmen – nicht nur für Prozesse, sondern für die Zukunft unseres Planeten.

Mit hey circle entwickelt sie ein intelligentes Mehrwegsystem für den Onlinehandel, das bis zu 94 Prozent Verpackungsmüll und 76 Prozent CO₂ einspart. Ein Ansatz, der nicht nur technologische, sondern auch kulturelle Veränderung verlangt: Weg vom Einwegdenken, hin zu Kreisläufen. Im Gespräch erzählt sie, warum der Schritt aus dem Konzern in die Selbstständigkeit für sie ein Befreiungsschlag war, welche Rolle Mut und Pragmatismus beim Gründen spielen – und weshalb Standardisierung und Nachhaltigkeit keine Gegensätze sind.

Wenn du an deine Kindheit und Jugend zurückdenkst – welche Erfahrungen oder Werte haben dich besonders geprägt, vor allem in Bezug auf Verantwortung, Nachhaltigkeit und Unternehmertum?

Doris Diebold: Ich habe tatsächlich in meinem unmittelbaren Umfeld keine Unternehmer gehabt, sodass mir lange nicht klar war, dass ich gerne gründen möchte. Meine Eltern haben beide gearbeitet, sodass ich schon eine berufstätige Mutter (in einer eher männerdominierten Domäne – meine Mutter ist Elektroingenieurin) als Vorbild hatte. Wir waren immer gerne in der Natur unterwegs – ich bin am Stadtrand großgeworden und habe in Wald und Feld gespielt. Deshalb liegt mir die Natur von klein auf am Herzen.

Du hast Internationale Betriebswirtschaft studiert – inwiefern hat dich dieses Studium geprägt, und gab es schon damals Momente, in denen du gemerkt hast, dass du später unternehmerisch tätig sein willst?

Doris Diebold: Ich habe BWL gewählt, weil ich möglichst flexibel sein wollte. Und den Internationalen Teil, weil ich sehr gerne reise und mich die weite Welt reizt. Ich habe aber auch bewusst ein Fachhochschulstudium mit stark praktischem Fokus gewählt, weil ich schon als junger Mensch gerne hands-on arbeiten wollte.

Du warst vierzehn Jahre bei Lufthansa, zuletzt in einer Führungsrolle im Management des operativen Bodenbetriebs. Was hast du aus dieser Zeit mitgenommen – gerade im Umgang mit großen, komplexen Logistikprozessen und der Unternehmenskultur eines Konzerns?

Doris Diebold: Bei Lufthansa hat mich das hoch professionelle Arbeitsumfeld geprägt. Ich habe aber auch viel aus meiner ersten Tätigkeit in der Strategie mitgenommen. Ich habe immer noch sehr großen Spaß daran, in die Zukunft zu sehen und vorauszuplanen. Aus dem operativen Betrieb habe ich vor allem die Kundenorientierung mitgenommen. Der „Gast“ stand da immer im Zentrum und so handhaben wir das auch bei hey circle.

Wann kam dir die Idee zu hey circle – erinnerst du dich an den Moment, in dem aus einem Gedanken ein konkretes Geschäftsmodell wurde? War der Frust über Verpackungsmüll beim Online-Shopping der Auslöser, wie du es einmal beschrieben hast?

Die Idee hatte ich schon einige Jahre, bevor ich Lufthansa verlassen habe, und habe immer mit der Idee gespielt. Wie ein Planspiel im Kopf – es hat noch einige Zeit gedauert, bis mir klar wurde, dass ich es tatsächlich auch wagen könnte, aus der Anstellung rauszugehen und unternehmerisch tätig zu sein. Die Idee kam tatsächlich aus dem täglichen Leben und dem „Walk of Shame“ zur Papiertonne zu gehen. Vor allem, da mich Abfall im Klimawandel besonders umtreibt.

Was hat dich letztlich motiviert, den sicheren Konzernjob zu verlassen, um mit hey circle ein eigenes Unternehmen mit Impact-Fokus zu gründen?

Doris Diebold: Ich wollte unbedingt etwas gegen den Klimawandel tun, den ich als dringliches Problem wahrnehme. Und auch wenn es bei Lufthansa da Möglichkeiten gibt, reduziert man dort eher die eigenen Auswirkungen, als tatsächlich etwas gegen den Klimawandel zu tun. Ich bin immer noch großer Lufthansa-Fan, aber ich wollte persönlich in eine andere Richtung. Dazu kam der Wunsch, noch mehr ganzheitlich Verantwortung zu tragen.

Die Anfangszeit war sicher nicht einfach – wie bist du an Materialforschung, Design und Prototypenentwicklung herangegangen, und gab es dabei Rückschläge, aus denen du besonders viel gelernt hast?

Ich wollte am Anfang gerne Gewissheit haben, dass ich das richtige Material habe und die Konstruktion funktioniert. Ich habe versucht, Experten zu finden, die das beantworten können. Da das Geschäftsmodell ganz neu war, gab es aber niemanden. Also musste ich es einfach ausprobieren. Die ersten Muster sind in meinem Wohnzimmer entstanden und ich habe sie einfach versendet und geprüft, ob sie den Versand überstehen. Das taten sie zum Glück.

Wie hast du die Finanzierung in der frühen Phase organisiert? Was war entscheidend dafür, dass ihr eure Seed-Runde erfolgreich abschließen und später sogar auf zwei Millionen Euro erweitern konntet – und welche Rolle spielte die Entscheidung, den Deal bei Die Höhle der Löwen auszuschlagen?

Doris Diebold: Wir sind zunächst mit der Unterstützung von BayStartup an erste Investorenkontakte gekommen. Diese haben uns weitervernetzt. Zudem habe ich klassisch „Klinken geputzt“ auf verschiedenen Veranstaltungen wie dem BAND Day, Startup Demo Nights etc.
Als wir für Die Höhle der Löwen gecastet wurden, hatten wir bereits einige Investoren an Bord – deshalb waren wir auch nicht gezwungen, den für uns nicht vorteilhaften Deal, der uns angeboten wurde, anzunehmen. Wir haben dann kurze Zeit später unsere Seedrunde mit den gewünschten Konditionen schließen können.

Beim Aufbau deines Teams – was war dir wichtiger: Erfahrung oder Begeisterung für Nachhaltigkeit?

Doris Diebold: Wir suchen normalerweise Teammitglieder, die schon mindestens 3–5 Jahre Berufserfahrung haben. Da wir ein kleines Team sind, ist jede Position nur mit einer Person besetzt, die möglichst eigenverantwortlich handeln sollte. Nachhaltigkeit ist aber auch ein wichtiger Antreiber. Mir reicht es aber, wenn die Bewerber glaubwürdig darstellen, dass sie für unser Thema brennen – sie müssen keine langjährige Nachhaltigkeitserfahrung mitbringen, die hatte ich auch nicht, als ich gestartet bin.

Wie hast du die ersten Kundinnen und Partner überzeugt, ein völlig neues Mehrwegsystem zu testen – etwa die Österreichische Post, DRYKORN oder Trigema?

Durch eigene Begeisterung, ein smartes, kundenorientiertes Produkt. Aber natürlich braucht es vor allem am Anfang auch ein Gegenüber, der Lust auf Innovation hat und bereit ist, mit einem jungen Startup ein gewisses Risiko einzugehen. Was wir gelernt haben: Die Lösung darf nicht mehr kosten als der Karton und auch nicht komplexer im Handling sein – sonst entscheiden sich nur absolute Fans dafür. Beides können wir bieten.

Wo liegen für dich heute die größten Herausforderungen – eher in der Technologie oder in der operativen Umsetzung?

Doris Diebold: Wir sind mittlerweile fast gar nicht mehr im B2C tätig, sondern im B2B, wo wir nicht die digitale Pfandlösung, sondern eine spezielle B2B-App nutzen, die CO₂-Tracking und Bestandsführung vereint. Dafür nutzen wir die GTINs und GRAI Codes von GS1 Germany.
Die Verpackung steht aber immer zuerst – denn das ist, was die Kunden suchen. Die Software kann als SaaS dazu gebucht werden.
Da wir kein spezielles Rücknahmesystem brauchen oder IT-Integration und voll in den bestehenden Prozessen laufen, haben wir keine internationalen Skalierungshürden.

Wie gehst du mit dem Vorwurf um, nachhaltige Systeme seien zu teuer oder zu komplex?

Doris Diebold: Ob ein Mehrweg-Versandsystem teurer und komplexer ist, hängt sehr stark davon ab, wie es eingebettet wird. Wir beispielsweise operieren komplett in geschlossenen Kreisläufen, sodass wir weder Komplexität schaffen noch Zusatzkosten verursachen, sondern im Gegenteil im Schnitt 50 % Verpackungskosten einsparen.
Wir messen den ökologischen Effekt unserer Verpackungen durch unsere IT-Lösung, mit der Box genau der CO₂-Ausstoß und auch die Abfallvermeidung gemessen werden kann. Die Ökobilanz, auf der unsere Berechnung basiert, wurde extern von Ökopol erstellt.

Welche Chancen und Risiken siehst du durch neue gesetzliche Rahmenbedingungen?

Rechtliche Hürden, die uns bremsen, gibt es keine. Es gibt sowohl in Deutschland als auch international erste Gesetze, die dem Mehrwegversand die Bahn ebnen – wie die PPWR oder LUCID. Darauf wollen wir aber nicht warten oder uns verlassen. Wir freuen uns aber auf den zukünftigen Rückenwind und sind ready, wenn es richtig losgeht.

Wenn du fünf Jahre in die Zukunft blickst – wo steht hey circle dann?

Doris Diebold: Ich sehe eine Rückkehr zur Nachhaltigkeit, wenn der Klimawandel sich weiter verstärkt und die Regierungen sich wieder ändern. Deshalb gehe ich von einem positiven Wachstum aus und dass wir uns innerhalb Europas – vor allem in DACH, Frankreich und Benelux – etablieren. Aktuell gibt es noch keine konkreten Exitpläne – aber ich bin für alle Varianten offen, die der Entwicklung von hey circle zuträglich sind.

Was war bisher dein schwierigster Moment auf diesem Weg – und wie hast du ihn überwunden?

Es gab nicht die eine Situation. Aber Unternehmertum kann psychisch und physisch belastend sein. Ich habe zwei Kinder, um die ich mich auch kümmern möchte, und chronisch zu wenig Zeit und viel Stress. Mir hilft klassisch Sport, ausreichend Schlaf und Austausch mit anderen Gründern.

Welche Menschen oder Unternehmerinnen haben dich inspiriert?

Doris Diebold: Ich bin gleich zu Anfang meiner Gründung mit den Recup-Gründern in Kontakt gekommen und wurde von Fabian Eckert gementort. Das hat bei dem Wechsel aus dem Konzern sehr geholfen. Mich haben auch sehr stark Mütter in der Unternehmerrolle inspiriert – einige habe ich z. B. durch Future Women kennengelernt.

Wie wird das Investment von butterfly & elephant gemeinsam mit GS1 Germany eure strategische Ausrichtung beeinflussen?

Wir nutzen heute schon bei all unseren Produkten gleich zwei GS1-Standards: GTIN und GRAI. Zudem basiert unsere B2B-App auf den Daten, die diese Codes zugänglich machen. Wir möchten mit GS1 Germany die Standardisierung des Mehrwegs vorantreiben und sind natürlich sehr dankbar über das riesige Netzwerk, das uns durch butterfly & elephant eröffnet wird.

Benjamin Birker Lead-butterflyelephant-GS1Germany (1) und Doris Diebold hey circle Founder und CEO
Benjamin Birker und Doris Diebold

Wie möchtest du diese Partnerschaft über das Finanzielle hinaus nutzen?

Doris Diebold: Die Standardisierung ist eine große Chance, und wir möchten diese Herausforderung gemeinsam mit GS1 annehmen. Ich selbst verbinde durch meinen Hintergrund beide Welten und kann dazwischen gut wechseln. Ich sehe die Vorteile in beiden Modellen und halte es für sehr wichtig, sich auch in die großen Kunden hineinzuversetzen und ihre Strukturen zu kennen und zu schätzen.

Wie gelingt es dir, Familie und Führungsrolle zu vereinbaren?

Es wäre gelogen zu sagen, dass es zeitlich keine Herausforderung ist. Aber die Kinder sind die beste Ablenkung. Und sie zwingen einen zu Freizeit am Abend, Wochenende und regelmäßige Urlaube.

Wenn hey circle in zehn Jahren nicht mehr existieren würde – aus welchen Gründen könnte das geschehen sein?

Wenn hey circle nicht mehr existiert, dann weil es in einer Verbindung mit weiteren Playern aufgegangen ist – an die Relevanz und den Fortbestand des Themas glaube ich fest. Unser Ziel ist es, den Mehrwegversand als Standard und als gelebte Praxis zu etablieren – bekannt, aktiv genutzt und selbstverständlich.

Bilder @hey circle

Wir bedanken uns bei Doris Diebold CEO & Founder hey circle für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Wie viel Überblick braucht es, um finanziell wirklich frei zu sein?

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AssetCockpit – Vermögen einfach managen und Finanzen im Blick. Christoph Maximilian Dengler Gründerr AssetCockpit

AssetCockpit ist eine App, die Menschen hilft, ihr gesamtes Vermögen übersichtlich zu verwalten und finanzielle Entscheidungen selbstbestimmt zu treffen.

Was war die ursprüngliche Idee hinter AssetCockpit und wie hat sich daraus das heutige Konzept der Vermögensübersicht entwickelt?

Die Idee entstand, als ich meiner Frau vor einer großen Geschäftsreise erklären wollte, wie unser Vermögen aufgeteilt ist – und gemerkt habe, dass ich es selbst nicht auf einen Blick wusste.
Ich hatte zwar Excel-Listen und Unterlagen, aber kein Tool, das mir eine klare, ganzheitliche Übersicht über alle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten bot.
Aus dieser Erfahrung entstand AssetCockpit: eine App, mit der jeder Mensch sein Vermögen so einfach überblicken kann wie sein Girokonto.

Wer steht hinter AssetCockpit. Welche persönlichen oder beruflichen Erfahrungen haben Sie dazu motiviert, eine App zur Vermögensverwaltung zu gründen?

Ich heiße Christoph Dengler, bin Wirtschaftsinformatiker und seit vielen Jahren im IT-PreSales tätig – zuletzt bei der Simplifier AG in Würzburg, zuvor bei der DRACOON GmbH, welches sehr erfolgreich ins Silicon Valley verkauft worden ist. Aktuell bin ich auch Vice President PreSales bei der Firma idgard GmbH in München.
Ich habe gelernt, komplexe Themen einfach zu erklären und digitale Lösungen greifbar zu machen.
Privat beschäftige ich mich seit über zehn Jahren intensiv mit Vermögensaufbau.
Ich wollte ein Werkzeug schaffen, das Menschen befähigt, Verantwortung für ihre Finanzen zu übernehmen – unabhängig vom Einkommen oder Vorwissen.

Welche Vision verfolgt AssetCockpit langfristig. Wo möchten Sie das Unternehmen in den nächsten Jahren sehen?

Meine Vision ist, dass finanzielle Selbstbestimmung zur Normalität wird.
Mit AssetCockpit schaffen wir eine Kultur, in der Menschen ihr Vermögen verstehen, aktiv gestalten und langfristig aufbauen – statt sich von Banken oder Zufällen abhängig zu machen.
In fünf Jahren soll AssetCockpit das führende Werkzeug für privaten Vermögensaufbau im deutschsprachigen Raum sein, mit wachsender internationaler Reichweite.

Wie erleichtert AssetCockpit es seinen Nutzern, ihr gesamtes Vermögen übersichtlich zu verwalten und den Überblick über Finanzen zu behalten?

In AssetCockpit kann man alle Vermögenswerte und Schulden zentral erfassen – vom Bankkonto über die Immobilie bis hin zu Gold, Aktien, Versicherungen oder privaten Darlehen.
Jedes Asset hat einen aktuellen Wert und eine erwartete Rendite.
Die App berechnet automatisch das Gesamtvermögen, zeigt die Vermögensverteilung an und hilft zu erkennen, wie sich der Vermögensaufbau entwickelt.
Das alles in einer klaren, verständlichen Oberfläche – ohne Fachchinesisch.

Welche Zielgruppen sprechen Sie besonders an und wie unterscheiden sich deren Bedürfnisse bei der Verwaltung von Vermögenswerten?

Unsere Hauptzielgruppe sind angestellte Männer und Frauen zwischen 25 und 55 Jahren, die Vermögen aufbauen wollen, aber kein Finanzprofi sind.
Viele haben bereits Sparpläne, Immobilien oder Rücklagen – aber keinen Gesamtüberblick.
Zudem nutzen immer mehr Selbstständige die App, um ihr Privatvermögen strukturiert darzustellen.
Jede Zielgruppe hat unterschiedliche Schwerpunkte: die einen wollen Klarheit, die anderen Optimierung oder Wachstum.

Was war bisher die größte Herausforderung bei der Entwicklung oder Einführung der App und wie sind Sie damit umgegangen?

Die größte Herausforderung war, Komplexität einfach zu machen.
Finanzen sind ein sensibles und oft überforderndes Thema – also musste die App gleichzeitig sicher, intuitiv und verständlich sein.
Wir haben viel getestet, mit echten Nutzern gesprochen und die App so gebaut, dass sie sofort Sinn ergibt, auch ohne Handbuch.
Zudem war der Weg durch die App-Store-Zulassungen ein intensiver Lernprozess, den wir inzwischen erfolgreich gemeistert haben.

Viele Menschen sind beim Thema Finanzen skeptisch, vor allem bei sensiblen Daten. Wie stellt AssetCockpit Vertrauen und Datenschutz sicher?

Datenschutz steht bei uns an erster Stelle.
Die Daten liegen verschlüsselt auf deutschen Servern und werden nicht verkauft, geteilt oder für Werbung verwendet.
Ich komme selbst aus der IT-Security-Branche – Vertrauen ist für mich kein Marketingwort, sondern ein Prinzip.
Wir speichern nur, was für die Darstellung des Vermögens notwendig ist, und die Nutzer behalten jederzeit die volle Kontrolle.

Was unterscheidet AssetCockpit von anderen Finanz- oder Vermögens-Apps am Markt?

Die meisten Apps konzentrieren sich auf Konten oder einzelne Anlageklassen – AssetCockpit betrachtet das gesamte Bild.
Wir zeigen nicht nur den Kontostand, sondern das gesamte Vermögen mit allen Assets, Verbindlichkeiten und Renditeerwartungen. Es geht sozusagen mehr um das Thema Eigenkapital, als darum, tägliche Finanzflüsse oder kurzfristige Schwankungen in einzelnen Assets darzustellen.
Der Nutzer erkennt, wo er steht und wohin er sich entwickeln kann.
Außerdem ist AssetCockpit bewusst werbefrei, unabhängig und auf langfristigen Vermögensaufbau ausgelegt – nicht auf kurzfristige Anlageempfehlungen.

Wie reagieren Nutzer bisher auf das Konzept. Gibt es bestimmte Funktionen, die besonders gut ankommen?

Das Feedback ist durchweg positiv.
Viele Nutzer sagen, sie hätten zum ersten Mal wirklich verstanden, wie ihr Vermögen zusammengesetzt ist.
Besonders beliebt sind die Tortengrafik der Vermögensverteilung und die Funktion „Tage zum Ziel“, die zeigt, wie lange es dauert, ein selbst gewähltes Vermögensziel zu erreichen.
Diese Visualisierung macht Vermögensaufbau greifbar – fast spielerisch.

Welche neuen Funktionen oder Entwicklungen können Nutzer in Zukunft von AssetCockpit erwarten?

Wir arbeiten an einer Pro-Version mit erweiterten Analysen, Exportfunktionen und individuellen Reportings.
Langfristig soll AssetCockpit zu einem echten Begleiter für Finanzentscheidungen werden – mit Impulsen, Lerninhalten und Coaching-Ansätzen.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft des Unternehmens und der Branche der digitalen Vermögensverwaltung allgemein?

Ich wünsche mir, dass Finanzbildung und Vermögensverwaltung demokratisiert werden.
Nicht nur für Reiche oder Experten, sondern für jeden, der Verantwortung übernehmen möchte.
Ich sehe AssetCockpit als Teil einer Bewegung, die finanzielle Klarheit und Unabhängigkeit fördert – ohne Angst, Druck oder komplizierte Fachsprache.

Welche drei Ratschläge würden Sie anderen Gründern geben, die gerade am Anfang ihrer eigenen unternehmerischen Reise stehen?

Erstens: Fang an, bevor du bereit bist. Perfektion ist ein Feind von Fortschritt.
Zweitens: Sprich früh mit echten Nutzern – sie zeigen dir, was wirklich zählt.
Drittens: Bleib deinem Warum treu. Wenn du weißt, warum du etwas tust, überstehst du jede Herausforderung.

Bild @ AssetCockpit GmbH

Wir bedanken uns bei Christoph Dengler für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Erfolg ist planbar: Diese Kennzahlen entscheiden über das Wachstum deines Startups

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Startup KPIs verstehen: So steuerst du dein Wachstum gezielt Image by Gerd Altmann from Pixabay lll

Wer die richtigen Startup KPIs kennt und versteht, kann Wachstum gezielt steuern, Risiken minimieren und Investoren überzeugen.

Warum Startup KPIs mehr als nur Zahlen sind

Viele Gründerinnen und Gründer starten mit Leidenschaft, Vision und einem klaren Ziel – doch ohne belastbare Daten wird aus dieser Vision schnell ein Blindflug. Startup KPIs sind mehr als bloße Zahlenkolonnen: Sie erzählen die Geschichte eines Unternehmens in messbarer Form. Sie zeigen, ob Strategien funktionieren, Produkte ankommen und ob die finanzielle Basis tragfähig ist.

Während Emotion und Intuition in der frühen Phase wichtig sind, braucht nachhaltiges Wachstum im Startup vor allem eines: ein klares Verständnis der relevanten Kennzahlen. Nur wer seine Zahlen kennt, kann frühzeitig gegensteuern, Chancen erkennen und Investoren mit Fakten statt mit Hoffnung überzeugen.

Die wichtigsten Kennzahlen verstehen – dein Werkzeugkasten für fundierte Entscheidungen

Um den Überblick zu behalten, lohnt es sich, die grundlegenden Kennzahlen zu verstehen, die für fast jedes Startup entscheidend sind:

  • Burn Rate: Zeigt, wie viel Kapital monatlich verbraucht wird. Gründer sollten immer wissen, wie lange ihr finanzieller Atem – der sogenannte Runway – reicht.
  • Customer Acquisition Cost (CAC): Gibt an, was ein neuer Kunde im Schnitt kostet. Diese Zahl wird besonders wichtig, wenn Marketing- und Vertriebsausgaben steigen.
  • Customer Lifetime Value (CLV): Misst den durchschnittlichen Wert eines Kunden über die gesamte Beziehung hinweg. Ein CLV, der deutlich über dem CAC liegt, ist ein gutes Zeichen für Profitabilität.
  • Churn Rate: Zeigt, wie viele Kundinnen und Kunden abspringen. Sie ist der Puls der Kundenzufriedenheit – je niedriger, desto gesünder.
  • Monthly Recurring Revenue (MRR): Für SaaS-Modelle besonders relevant, da wiederkehrende Umsätze Stabilität zeigen.

Diese Kennzahlen liefern nicht nur Transparenz, sondern ermöglichen auch Priorisierung: Wo fließt Geld effektiv, wo wird es verschwendet, und welche Strategie bringt echten Mehrwert?

Wie du mit klaren Kennzahlen dein Wachstum im Startup steuerst

Daten sind nur so wertvoll wie ihre Interpretation. Gründerinnen und Gründer, die ihre Kennzahlen verstehen, können Entwicklungen frühzeitig erkennen und gezielt handeln. Wenn die CAC steigt, der CLV aber sinkt, deutet das auf Ineffizienz im Marketing hin. Umgekehrt kann eine sinkende Burn Rate zeigen, dass Prozesse schlanker werden oder Umsatzstrategien greifen.

Gerade in der Wachstumsphase ist das Zusammenspiel mehrerer Startup KPIs entscheidend. Eine steigende Nutzerzahl allein ist kein Garant für Erfolg, wenn gleichzeitig die Churn Rate wächst. Wer sein Wachstum im Startup langfristig sichern will, sollte Kennzahlen im Kontext betrachten – und nicht isoliert.

Ein bewährter Ansatz ist das regelmäßige KPI-Dashboard: Ein monatliches Reporting, das die wichtigsten Metriken übersichtlich darstellt. So wird sichtbar, ob sich das Unternehmen in die richtige Richtung bewegt.

Wachstum im Startup messen, verstehen und nachhaltig sichern

Viele Startups scheitern nicht an der Idee, sondern an der fehlenden Transparenz über ihr eigenes Wachstum. Wachstum im Startup bedeutet nicht, möglichst schnell zu skalieren, sondern in einem gesunden Verhältnis zwischen Umsatz, Kosten und Kundenzufriedenheit zu wachsen.

Ein klassisches Beispiel: Wenn ein Startup hohe Marketingausgaben hat, um viele Neukunden zu gewinnen, aber die Churn Rate gleichzeitig steigt, verbrennt es langfristig Kapital. Wer stattdessen Bestandskunden stärkt, Servicequalität verbessert und den CLV erhöht, schafft nachhaltiges Wachstum.

Langfristig erfolgreiche Gründerinnen und Gründer investieren daher Zeit in Analysen – nicht nur in Präsentationen für Investoren, sondern in das eigene Verständnis der Unternehmensmechanik.

Tools und Methoden, um Kennzahlen effizient zu nutzen

Heute ist es einfacher denn je, Startup KPIs zu erfassen und auszuwerten. Tools wie HubSpot, Pipedrive, Google Analytics oder ChartMogul bieten automatisierte Dashboards, die relevante Metriken in Echtzeit visualisieren. Wichtig ist aber weniger das Tool als die Routine dahinter.

Daten sollten nicht nur erhoben, sondern auch im Team besprochen werden. Wenn alle Mitarbeitenden die wichtigsten Kennzahlen verstehen, entsteht eine gemeinsame Sprache des Erfolgs. Entscheidungen basieren dann nicht mehr auf Bauchgefühl, sondern auf Fakten – und das stärkt Vertrauen, Effizienz und Verantwortung.

Auch externe Beratung kann helfen: Ein erfahrener Finanzcoach oder Data-Analyst kann in der Anfangsphase dabei unterstützen, die richtigen Metriken zu wählen und langfristige Reporting-Strukturen aufzubauen.

Fazit: Wissen schafft Wachstum – und Sicherheit

Zahlen sind kein notwendiges Übel, sondern ein Werkzeug, das Sicherheit schafft. Wer seine Startup KPIs regelmäßig analysiert und bewusst nutzt, legt das Fundament für planbares Wachstum.

Ein Startup, das seine Kennzahlen versteht, hat einen klaren Wettbewerbsvorteil: Es erkennt Chancen früher, kommuniziert glaubwürdiger mit Investorinnen und Investoren und kann Strategien datenbasiert anpassen.

Am Ende gilt: Erfolg ist kein Zufall, sondern das Ergebnis aus Leidenschaft, Vision – und dem Wissen, welche Zahlen wirklich zählen.

Bild: Image by Gerd Altmann from Pixabay

Warum die Zukunft des Trinkens pflanzlich und stylisch ist

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HAKUMA Founders Christian Koder, Max Mariel und Sebastian Podesser. HAKUMA – pflanzliche Getränke mit Fokus auf Nachhaltigkeit

HAKUMA steht für pflanzliche Ready-to-Drink-Getränke, die Matcha, Kaffee und natürliche Zutaten vereinen, um gesunden Genuss und modernen Lifestyle perfekt miteinander zu verbinden.

Können Sie HAKUMA kurz vorstellen und erzählen, wer die Gründer sind und wie die Idee entstanden ist?

HAKUMA wurde 2016 von Christian Koder, Max Mariel und Sebastian Podesser gegründet. Die Idee entstand, nachdem wir Matcha Tee entdeckt haben, lange bevor es zum internationalen Hype wurde. Wir wollten gesunde pflanzliche Getränkealternativen anbieten, die nicht nur gut schmecken, sondern auch funktionell sind. Matcha war die Hauptzutat, auf der wir unser Unternehmen aufgebaut haben. Wir kombinieren Matcha und Kaffee mit Pflanzen, Früchten und pflanzlichen Milchalternativen in einer praktischen, trinkfertigen Form. Uns fehlten am Markt Produkte, die Geschmack, Qualität und Nachhaltigkeit vereinen, also haben wir HAKUMA ins Leben gerufen.

Welche Vision verfolgt HAKUMA mit seinen pflanzlichen Getränken und wie möchten Sie diese Vision in den nächsten Jahren umsetzen?

Unsere Vision ist es, pflanzliche Getränke zur neuen Normalität zu machen, nicht als Kompromiss, sondern als bewusste, genussvolle Wahl. Wir wollen zeigen, dass gesunde Ernährung nicht kompliziert sein muss und gleichzeitig gut für den Planeten ist. In den nächsten Jahren konzentrieren wir uns auf die Expansion in neue Märkte, die Erweiterung unseres Sortiments und die kontinuierliche Verbesserung unserer Nachhaltigkeitsstandards. Wir möchten HAKUMA zur führenden Marke für pflanzliche Ready-to-Drink-Getränke in Europa etablieren.

Wie definieren Sie Ihre Hauptzielgruppe und welche Bedürfnisse decken Ihre Matcha- und Kaffee-Kreationen dabei ab?

Unsere Hauptzielgruppe sind gesundheitsbewusste, urbane Menschen zwischen 20 und 40 Jahren, die Wert auf Qualität, Nachhaltigkeit und Convenience legen. Das sind Menschen mit aktivem Lebensstil, die pflanzliche Ernährung bevorzugen oder reduziert tierische Produkte konsumieren. Mit unseren Produkten decken wir das Bedürfnis nach natürlicher Energie, schneller Verfügbarkeit und gutem Geschmack, ohne Kompromisse bei Inhaltsstoffen. Unsere Getränke sind der perfekte Begleiter für unterwegs, im Büro oder nach dem Sport.

Welche Rolle spielt Nachhaltigkeit bei HAKUMA, von der Produktion bis zur Verpackung?

Nachhaltigkeit ist ein zentraler Pfeiler unserer Unternehmensphilosophie. Wir verwenden ausschließlich pflanzliche Zutaten, die deutlich ressourcenschonender sind als tierische Alternativen. Wir arbeiten kontinuierlich daran, unseren CO2-Fußabdruck weiter zu reduzieren. Bei der Auswahl unserer Lieferanten achten wir auf möglichst kurze Transportwege und faire Produktionsbedingungen. Nachhaltigkeit endet für uns nicht beim Produkt, sie zieht sich durch die gesamte Wertschöpfungskette.

Was unterscheidet Ihre Produkte von anderen pflanzlichen Drinks auf dem Markt und worin sehen Sie den größten Mehrwert für Konsumenten?

Der größte Unterschied liegt in unserer Kombination aus Premium-Zutaten, authentischem Geschmack und praktischer Convenience. Wir verwenden echten japanischen Matcha und keine künstlichen Aromen oder Füllstoffe. Unsere Rezepturen sind sorgfältig ausbalanciert, nicht zu süß, aber trotzdem vollmundig. Der größte Mehrwert für Konsumenten ist, dass sie ein Produkt bekommen, das ohne schlechtes Gewissen genossen werden kann, funktional und einfach lecker ist.

Mit welchen Herausforderungen sind Sie aktuell konfrontiert und wie gehen Sie im Team damit um?

Zu den größten Herausforderungen gehören die Skalierung bei gleichbleibender Qualität, der intensive Wettbewerb im Getränkemarkt und die steigenden Produktions-, Rohstoff- und Logistikkosten. Als Team setzen wir auf offene Kommunikation, Agilität und eine lösungsorientierte Denkweise. Wir treffen Entscheidungen datenbasiert, bleiben aber gleichzeitig flexibel genug, um schnell auf Marktveränderungen zu reagieren. Wichtig ist uns auch, die Vision nicht aus den Augen zu verlieren und uns von kurzfristigen Hürden nicht entmutigen zu lassen.

HAKUMA ist bereits in tausenden Geschäften in Österreich vertreten. Wie wichtig ist die Expansion in weitere Märkte für Ihr Wachstum?

Die Expansion in weitere Märkte ist essenziell für unser langfristiges Wachstum. Österreich ist ein wichtiger Heimatmarkt und bietet eine starke Basis, aber das wirkliche Potenzial liegt in der DACH-Region und darüber hinaus. Deutschland, die Schweiz und weitere europäische Märkte stehen auf unserer Agenda. Internationale Expansion ermöglicht uns nicht nur Umsatzwachstum, sondern auch Skaleneffekte in der Produktion und größere Verhandlungsmacht mit Lieferanten. Gleichzeitig lernen wir aus verschiedenen Märkten und können unsere Produkte kontinuierlich verbessern.

HAKUMA Mood Bild Frau mit Getränk in der Hand sitzend vor Laptop

Wie reagieren Sie auf den Trend zu zuckerreduzierten oder zuckerfreien Getränken und wie beeinflusst das Ihre Produktentwicklung?

Wir beobachten diesen Trend sehr genau und nehmen ihn ernst. Unsere Produkte enthalten bereits deutlich weniger Zucker als viele konventionelle Getränke, und wir arbeiten kontinuierlich an weiteren Optimierungen. Zudem bieten wir bereits zwei Zero-Sugar-Produkte an. Bei der Produktentwicklung experimentieren wir mit natürlichen Süßungsalternativen und arbeiten daran, den Geschmack auch bei reduziertem Zuckergehalt vollmundig zu halten. Unser Ziel ist es, den perfekten Balance-Point zu finden, Produkte, die gesund sind, aber trotzdem schmecken.

Welche neuen Entwicklungen oder Produkte können Konsumenten in den nächsten Jahren von HAKUMA erwarten?

Ohne zu viel zu verraten, wir arbeiten an einer neuen Geschmacksrichtung, die noch mehr Vielfalt in unser Portfolio bringen wird. Außerdem planen wir funktionale Getränke mit zusätzlichen Benefits wie Pflanzenextrakten und speziellen Vitamin-Kombinationen. Auch im Bereich Verpackungsinnovationen sind wir aktiv, wir testen neue, noch nachhaltigere Lösungen. Konsumenten können sich auf mehr Auswahl, noch bessere Qualität und spannende Limited Editions freuen, mit denen wir saisonal experimentieren.

Welche Bedeutung haben Kooperationen oder Crowdinvesting für den weiteren Weg Ihres Unternehmens?

Kooperationen und Crowdinvesting sind für uns strategisch sehr wichtig. Crowdinvesting ermöglicht uns nicht nur Kapital für Wachstum, sondern schafft auch eine Community von Markenbotschaftern, die mit uns auf der Reise sind. Kooperationen, sei es mit Einzelhandelsketten, Gastronomie oder anderen nachhaltigen Brands, helfen uns, unsere Reichweite zu vergrößern und Synergien zu nutzen. Wir glauben an den Wert von starken Partnerschaften und daran, dass wir gemeinsam mehr erreichen können als alleine.

Wenn Sie an andere Gründer denken: Welche drei Ratschläge würden Sie ihnen aus Ihrer Erfahrung mitgeben?

Erstens, bleibt authentisch und treu eurer Vision, aber seid flexibel im Weg dorthin. Der Markt wird euch immer wieder überraschen, Anpassungsfähigkeit ist entscheidend. Zweitens, unterschätzt nicht die Bedeutung eines starken Teams. Die richtigen Menschen um euch herum machen den Unterschied zwischen Erfolg und Scheitern. Investiert Zeit in Teamkultur und Kommunikation. Drittens, Cashflow ist König. Auch die beste Idee scheitert ohne solide Finanzplanung. Seid konservativ in euren Prognosen und achtet darauf, immer genug Runway zu haben.

Wie möchten Sie mit HAKUMA langfristig den Getränkemarkt verändern?

Langfristig wollen wir zeigen, dass pflanzliche, funktionale Getränke keine Nische mehr sind, sondern Mainstream. Wir möchten Standards setzen in Sachen Transparenz, Qualität und Nachhaltigkeit. Unser Ziel ist es, dass Konsumenten bei ihrer Getränkewahl genauso selbstverständlich zu HAKUMA greifen wie heute zu etablierten Marken, aber mit dem guten Gefühl, eine bewusste Entscheidung getroffen zu haben. Wir wollen den Markt nicht nur mit Produkten, sondern auch mit Werten prägen und andere Unternehmen inspirieren, ähnliche Wege zu gehen.

Bild @ HAKUMA

Wir bedanken uns bei Christian Koder, Max Mariel und Sebastian Podesser  für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder


Premium Start-up: HAKUMA

Kontakt:

HAKUMA Handels GmbH
Testarellogasse 24/20
1130 Wien
Österreich

www.hakuma.com
office@hakuma.at

Ansprechpartner: Christian Koder

Social Media:
LinkedIn
Facebook
Instagram
TikTok

Was entscheidet über den Erfolg der nächsten Gründergeneration?

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AWS treibt Startups mit neuen Modellen und Entwicklung voran Marius Müller Minde Head of Enterprise New Business bei Amazon Web Services

In einer Zeit, in der Innovation und Effizienz über den Erfolg junger Unternehmen entscheiden, haben wir von StartupValley mit Marius Müller-Minde, Head of Enterprise New Business bei Amazon Web Services, über Chancen, Herausforderungen und Zukunftsperspektiven gesprochen.

Wie verändert KI aktuell die Startup-Landschaft? Welche neuen Möglichkeiten ergeben sich für junge Unternehmen?

Einen guten Einblick ergeben die Zahlen der German AI Startup Landscape 2024: Mit 687 KI-Startups in Deutschland und einem Wachstum von 35 Prozent gegenüber dem Vorjahr zeigt sich eine dynamischere Entwicklung im Vergleich zu klassischen Gründungen. Besonders bemerkenswert ist die Effizienzsteigerung durch KI, denn viele deutsche Startups, die KI einsetzen, verzeichnen eine direkte Wertsteigerung ihres Unternehmens.
Die neue Technologie ermöglicht es jungen Unternehmen, schneller zu wachsen und mit deutlich kleineren Teams wettbewerbsfähige Produkte zu entwickeln. Gleichzeitig eröffnet die Technologie völlig neue Geschäftsfelder in nahezu allen Branchen. Der zweite Teil des Reports „Unlocking Europe’s AI Potential“ von AWS belegt, dass bereits 68 Prozent der deutschen Startups aktiv KI-Lösungen nutzen und weitere 18 Prozent in der Experimentierphase sind – eine Adoptionsrate, die den Branchendurchschnitt deutlich übertrifft.

Ein wesentlicher Treiber dieser Entwicklung ist der demokratisierte Zugang zu KI-Technologien durch Cloud Computing. Auch kleinere Teams können heute ohne hohe Anfangsinvestitionen auf modernste KI-Tools zugreifen. Die Cloud reduziert die Einstiegshürden erheblich und bietet die nötige Flexibilität, um mit dem Unternehmenswachstum Schritt zu halten. Diese Flexibilität zahlt sich aus: Startups können heute mit kleineren Teams wettbewerbsfähige Produkte entwickeln und schneller skalieren.

Viele Startups setzen auf Generative AI. In welchen Bereichen siehst du das größte Potenzial – und wo liegen die Grenzen?

Besonders vielversprechend sind derzeit industriespezifische Lösungen für die Fertigung, die Logistik und das Gesundheitswesen. Das gilt auch für Anwendungen in den Bereichen Accounting und ERP (Enterprise Resource Planning). Startups profitieren stark von einer engen Vernetzung mit dem Mittelstand in diesen Branchen. Grundsätzlich gilt das aber für alle B2B-Bereiche. Anwendungen lassen sich überall durch die Integration von generativen KI-Modellen in bestehende Workflows optimieren. Hier geht es vor allem um den konkreten Mehrwert für Kunden.

Die Herausforderungen für Startups liegen derzeit in mehreren Bereichen: Die Integration von KI in bestehende Unternehmensstrukturen erfordert ein tiefes Verständnis für Governance und Compliance. Ein konkretes Beispiel sind Halluzinationen in KI-Modellen. Dabei erfindet die KI Informationen ohne faktische Grundlage, weswegen besonders zuverlässige Prüfmechanismen zur Verhinderung von Fehlern erforderlich sind. Viele Unternehmen stehen vor der Aufgabe, angemessene Schutzmaßnahmen zu implementieren, wenn sie KI-Technologien in kundennahen Bereichen einsetzen möchten. Startups müssen aber auch technisch überzeugende und ethisch verantwortungsvolle Lösungen entwickeln, um Kunden sowie Investoren langfristig zu überzeugen.

AWS bietet mit Programmen wie Activate, dem Generative AI Accelerator und der GenAI Loft Tour gezielte Unterstützung. Welche Herausforderungen haben Gründerinnen und Gründer bei der Integration von KI – und wie helft ihr konkret?

Die Integration von KI stellt Startups vor mehrere Herausforderungen – von der Auswahl der richtigen Modelle über die effiziente Implementierung bis hin zur Kostenoptimierung. Viele Startups verfügen nicht über das technische Know-how oder die finanziellen Ressourcen, um diese Hürden allein zu überwinden. Wir unterstützen junge Unternehmen bei technischen Fragen zur Implementierung, bieten kosteneffizienten Zugang zu modernsten KI-Modellen durch AWS Activate und stellen Expertise für die Optimierung von KI-Architekturen bereit. Darüber hinaus bringen wir Know-how beim Aufbau von Startups ein und teilen unsere Branchenexpertise – von der Entwicklung tragfähiger Geschäftsmodelle bis hin zu bewährten Go-To-Market-Strategien.

So veranstalteten wir etwa mit dem AWS GenAI Loft in Berlin ein Event für Startups, Entwickler und Investoren, das sich ganz um KI drehte. Das Event bot eine Mischung aus praxisnahen Workshops, technischen Deep Dives und Networking-Möglichkeiten mit Experten von AWS, NVIDIA und anderen Partnern. Zusätzlich haben wir zuletzt 230 Millionen US-Dollar für Startups zugesagt, die die Entwicklung generativer KI aktiv vorantreiben, etwa durch die Entwicklung von Grundlagenmodellen oder KI-Tools. Und der Generative AI Accelerator, ein zehnwöchiges Förderprogramm für 80 Startups weltweit, bietet maßgeschneiderte Go-to-Market-Strategien. Aus Europa nahmen beispielsweise die Münchner Daten-Experten von DQC, die Spezialisten für Networking ETHOS AI aus England und das französische Biotechnologie-Startup Phagos teil.

Rechenleistung und Skalierbarkeit sind entscheidende Faktoren für KI-Startups. Wie stellt AWS sicher, dass auch junge Unternehmen Zugang zu den nötigen Ressourcen haben?

Zunächst einmal ermöglicht die Cloud den KI-Einstieg ohne hohe Anfangsinvestitionen in Hardware oder tiefe IT-Kenntnisse. Startups zahlen nur für die tatsächlich genutzten Ressourcen und können diese mit ihrem Wachstum skalieren. Dabei können sie mit unterschiedlichen KI-Modellen experimentieren, um das optimale Setup für ihren Use Case zu finden.
Mit AWS Activate bieten wir zudem ein Programm für ausgewählte Startups, mit dem diese umfangreiche Gutschriften für die Nutzung von AWS Services erhalten, um ihre Idee umzusetzen. Ein Beispiel dafür ist das Startup CareMates, das eine KI-Lösung für den Pflegebereich entwickelt hat. Das Team schuf mit AWS Technologien eine innovative Lösung, die den administrativen Aufwand bei der Patientenaufnahme um bis zu 80 Prozent reduziert. So haben Pflegekräfte mehr Zeit für die direkte Versorgung der Patienten.

Darüber hinaus stellen wir Startups technisches Know-how zur Verfügung. Die AWS Solutions Architects helfen dabei, KI-Architekturen zu optimieren und die effizientesten Wege zur Nutzung von Cloud-Ressourcen zu finden. Für spezifische KI-Anwendungsfälle bieten wir außerdem vorgefertigte Lösungen wie Amazon Bedrock. Wir haben zudem erkannt, dass der Aufbau einer KI-Infrastruktur nicht nur eine technische, sondern auch eine strategische Herausforderung darstellt. Deshalb bieten wir im Rahmen unserer Programme wie dem GenAI Accelerator auch Unterstützung bei der Entwicklung tragfähiger Geschäftsmodelle und erfolgversprechender Go-to-Market-Strategien.

Cloud-Plattformen ermöglichen den schnellen Zugang zu KI-Tools, doch auch Kosten und Datensicherheit sind zentrale Themen. Welche Rolle spielt effiziente Ressourcennutzung für Startups?

Bei der Skalierung von Ressourcen ist eine effiziente Kostenstruktur wichtig, um die Wirtschaftlichkeit der KI-Anwendungen langfristig zu sichern. Es haben sich jedoch ein paar Methoden als besonders hilfreich erwiesen, um die richtige Balance zwischen Leistungsfähigkeit, Kosten und Nutzerfreundlichkeit zu finden. Beispielsweise lässt sich durch eine sorgfältige Auswahl eines KI-Modells viel erreichen. Kleinere Modelle sind oft günstiger und reagieren mit kürzerer Antwortzeit.

Auch Prompt-Caching kann helfen: Dabei werden feste Teile häufiger Prompts in der Inferenz-Hardware zwischengespeichert, sodass nur die variablen, nutzerspezifischen Daten bei jeder Anfrage übermittelt werden müssen.
Ebenso hat sich die sogenannte Model Distillation in Amazon Bedrock bewährt. Bei diesem AWS Service wird das Wissen eines großen, leistungsstarken KI-Modells auf ein kleineres, schnelleres übertragen. Das Ergebnis ist ein kompakteres Modell, das im jeweiligen Anwendungsfall ähnlich gute Ergebnisse wie das große Modell liefert, aber deutlich schneller und kostengünstiger arbeitet. Destillierte Modelle können bis zu fünfmal schneller arbeiten und die Kosten um bis zu 75 Prozent senken – bei einem Genauigkeitsverlust von weniger als zwei Prozent.

Startups stehen oft vor der Wahl zwischen Open-Source-KI-Modellen und proprietären Lösungen großer Anbieter. Welche Strategie ist aus deiner Sicht langfristig nachhaltiger?

Die Entscheidung zwischen Open-Source-KI-Modellen und proprietären Lösungen sollte nicht als Entweder-oder betrachtet werden. Eher sollten Startups immer wieder pragmatisch abwägen – je nach Entwicklungsphase und ihren Anforderungen. Mit der zunehmenden Verbreitung von generativer KI und Grundlagenmodellen verschiebt sich zudem der Fokus der Startups. Statt selbst leistungsstarke KI-Modelle von Grund auf zu entwickeln, können junge Unternehmen über die Cloud auf verschiedene leistungsstarke Modelle zugreifen und diese für ihre individuellen Anforderungen anpassen. Die rasante Entwicklung am Markt verlangt dabei nach Lösungen, mit denen sich stets die neuesten Modelle effizient nutzen lassen, ohne die Gesamtarchitektur grundlegend ändern zu müssen.

Ein pragmatischer Ansatz könnte wie folgt aussehen: In frühen Phasen nutzen Startups proprietäre Modelle über APIs, um schnell Prototypen zu entwickeln und ihre Marktfähigkeit zu testen. Dies reduziert den anfänglichen Entwicklungsaufwand erheblich. Mit zunehmender Reife können Startups dann in bestimmten Bereichen auf Open-Source-Modelle umsteigen, diese spezialisieren und an ihre Bedürfnisse anpassen.
Das größte Potenzial bietet jedoch die Konzentration auf den tatsächlichen Mehrwert für Kunden. Unabhängig von der technischen Basis ist entscheidend, wie nahtlos KI-Lösungen in bestehende Arbeitsprozesse integriert werden und welchen konkreten Nutzen sie bringen. Ein Beispiel dafür ist die Integration von KI in Business-Process-Management-Systeme wie Camunda. Damit lassen sich Geschäftsprozesse visualisieren, automatisieren und optimieren. Ähnlich wie bei SaaS-Modellen geht es darum, eine intuitive Benutzeroberfläche und ein klares Nutzenversprechen für eine definierte Zielgruppe zu schaffen.

Regulierungen und ethische Fragen rund um KI nehmen zu. Wie sollten Startups mit Themen wie Bias, Transparenz und Compliance umgehen?

Eine verantwortungsvolle Herangehensweise an KI kann zum Wettbewerbsvorteil werden und das Vertrauen von Kunden und Investoren stärken. Startups sollten entsprechende Überlegungen daher von Anfang an in ihre Produktentwicklung integrieren. Dazu gehört, Bias in Modellen zu erkennen und zu minimieren, Transparenz über die Funktionsweise von KI-Systemen zu schaffen und sicherzustellen, dass ihre Entscheidungen nachvollziehbar sind.

Praktisch bedeutet dies unter anderem, geeignete Sicherheitsvorkehrungen zu implementieren, die auf die jeweiligen generativen KI-Anwendungen zugeschnitten sind, damit Halluzinationen besser verhindert und schädliche Inhalte blockiert werden können. Tools wie Amazon Bedrock Guardrails können hierbei unterstützen. Startups sollten sich auch aktiv mit den Bedenken ihrer Zielgruppen auseinandersetzen, etwa der Sorge vor Jobverlust durch KI. Dabei empfiehlt es sich, transparent zu kommunizieren, wie ihre Technologie Menschen unterstützt und befähigt, statt sie zu ersetzen. Eine verantwortungsvolle Herangehensweise an KI kann zum Wettbewerbsvorteil werden und das Vertrauen von Kunden und Investoren nachhaltig stärken.

Der Wettbewerb im KI-Sektor ist enorm. Wie können Startups sich gegen Tech-Giganten behaupten und welche Rolle spielen Partnerschaften mit Unternehmen wie AWS?

Der Schlüssel liegt in der Spezialisierung auf spezifische Nischenmärkte und Branchenprobleme, die große Technologieunternehmen oft nicht im Fokus haben. Während große Anbieter die Grundlagenmodelle bereitstellen, liegt die eigentliche Wertschöpfung für Startups in der intelligenten Anwendung dieser Modelle für spezifische Branchen und Anwendungsfälle. Es geht weniger darum, mit den großen Unternehmen bei der Entwicklung von Grundlagenmodellen zu konkurrieren. Vielmehr sollten Startups einzigartige Lösungen schaffen, die spezifische Kundenprobleme lösen.

Partnerschaften mit Unternehmen wie AWS können gerade anfangs entscheidend sein. Sie ermöglichen Startups den Zugang zu Ressourcen, Technologien und Expertise, die sonst nur großen Unternehmen vorbehalten wären. Über Programme wie AWS Activate erhalten Startups nicht nur technische Ressourcen, sondern auch Unterstützung in Form von Fundraising-Hilfen, rechtlicher Beratung und Zugang zu einem globalen Partner-Netzwerk. Damit können Startups die oftmals großen Hürden zu Beginn überwinden.

Zunächst wird sich die Kommodifizierung der Grundlagenmodelle fortsetzen – sie werden zu einem weiteren Teil der technischen Infrastruktur, den jeder nutzen kann. Der Fokus von KI-Startups verschiebt sich dabei von der Modellentwicklung hin zur Integration und Anwendung in spezifischen Branchen und Workflows. Besonders stark wird der Einfluss von KI bei der Entwicklung bisher unbekannter Geschäftsmodelle sein, die wir heute noch nicht absehen können. Erste Anzeichen dafür sehen wir bereits in Bereichen wie der KI-gestützten Pflegeoptimierung wie bei CareMates oder der intelligenten Steuerung von erneuerbaren Energiesystemen beim Startup Enspired.

Allerdings ist eine präzise Vorhersage der KI-Entwicklung schwierig – niemand konnte etwa den rasanten Aufstieg von generativer KI vor drei Jahren vorhersagen. Daher müssen sich Startups flexibel aufstellen, um neue Technologiesprünge zeitnah nutzen zu können. Auf der technischen Seite werden multimodale KI-Systeme, die verschiedene Datentypen wie Text, Bild, Audio und Video integrieren können, zunehmend wichtiger. Gleichzeitig gewinnen spezialisierte Modelle für bestimmte Branchen und Anwendungen an Bedeutung, da sie oft genauer und effizienter sind als universelle Modelle.

Was würdest du Gründerinnen und Gründern mitgeben, die KI als zentralen Bestandteil ihres Geschäftsmodells nutzen wollen?

Sie sollten sich auf Probleme und Wünsche ihrer Kunden konzentrieren, nicht auf die Technologie selbst. KI ist ein mächtiges Werkzeug, aber kein Selbstzweck. Die erfolgreichsten KI-Startups werden nicht diejenigen sein, die die neuesten Modelle nutzen, sondern diejenigen, die konkrete Probleme besser lösen als bestehende Alternativen.
Ebenso empfiehlt es sich, realistisch bei der Wahl von KI-Modellen zu sein. Größer ist nicht immer besser. Kleinere, spezialisierte Modelle können oft schneller, effizienter und kostengünstiger sein. Außerdem können integrierte Sicherheitsvorkehrungen die eigenen Produkte absichern, sodass KI-Anwendungen transparent, fair und vertrauenswürdig sind. Dies minimiert nicht nur regulatorische Risiken, sondern stärkt auch das Vertrauen von Kunden.

Doch der wichtigste Tipp zum Schluss: Agilität und Experimentierfreudigkeit sind essenziell, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Die KI-Landschaft entwickelt sich rasant weiter und was heute funktioniert, könnte morgen bereits überholt sein. Startups müssen daher flexibel bleiben, den Markt genau beobachten und ihre Strategie bei Bedarf anpassen.

Wir bedanken uns bei Marius Müller-Minde für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Wie aus kaputten E-Bike-Motoren neue Stärke entsteht

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DINGES Reparatur Motoren E-Bike-Antrieben Dominic Grups Bildquelle DINGES GmbH

Reparieren statt Austauschen: Die Vision von DINGES Interview mit Dr.-Ing. Dominic Gruß, Geschäftsführer der DINGES GmbH

Können Sie uns zu Beginn erzählen, was die DINGES GmbH macht?

„Die DINGES GmbH wurde 2021 gegründet und hat sich auf Engineering-Dienstleistungen im Bereich der Fertigungstechnik, wie der fertigungsgerechten Produktgestaltung, und die Optimierung entsprechender Verfahren und Anlagen spezialisiert. Ein weiterer Fokus liegt auf der Instandsetzung von E-Bike-Antrieben, speziell Mittelmotoren etablierter Hersteller wie Bosch, Brose oder Yamaha. Sowohl Gewerbe- als auch Privatkunden können Antriebe zur Prüfung einsenden und erhalten ein kostenloses und individuelles Angebot. Durch eine hohe Verfügbarkeit von Ersatzteilen erfolgt die Instandsetzung innerhalb weniger Tage.“

Welche Vision treibt DINGES an und welche Schritte planen Sie, um diese Vision in der Praxis umzusetzen?

„Unsere Vision ist es, durch erstklassige Ingenieurarbeit und verlässliche Partnerschaft nachhaltige und wirtschaftliche Lösungen für unsere Kunden zu schaffen – sowohl in der industriellen Fertigungstechnik als auch im Bereich der Reparatur und Optimierung von E-Bike-Antrieben. Wir möchten, dass unsere Lösungen nicht nur funktionieren, sondern auch dauerhaft Mehrwert stiften: Dieses Streben nach höchster Effizienz und minimalem Ressourceneinsatz ist tief verankert in der ‚DINGES-DNA‘.“

Wie kam es zu der Unternehmenserweiterung und welche Rolle spielt sie im Gesamtbild?

„Wir haben festgestellt, dass die meisten Defekte an E-Bike-Antrieben reparabel sind – während Händler und Hersteller häufig zum Austausch raten. Diese Lücke haben wir geschlossen, weil wir darin eine große Hebelwirkung sehen: weniger Ressourcenverbrauch, geringere Kosten für Nutzer und Versicherungen sowie ein klares Bekenntnis zur Nachhaltigkeit. Um diesen Anspruch in die Praxis zu übersetzen, bauen wir unser Reparaturzentrum kontinuierlich aus, standardisieren Prozesse, setzen auf kurze Abwicklungszeiten von in den meisten Fällen drei bis fünf Arbeitstagen. Durch zusätzliche Detailoptimierungen machen wir Motoren häufig sogar haltbarer als im Neuzustand. Im Gesamtbild ist die Reparaturwerkstatt ein zweites Standbein neben unserem klassischen Engineering – mit derselben DNA: methodisch, präzise, praxisorientiert. Sie ermöglicht uns zudem, direkten Kundennutzen sichtbar zu machen, während unsere Engineering-Projekte oft im Hintergrund laufen.“

Für welche Zielgruppen entwickeln Sie im Bereich Reparatur, Instandsetzung & Optimierung von E-Bike-Motoren Lösungen und wie stellen Sie sicher, dass spezifische Anforderungen wirklich erfüllt werden?

„Wir richten uns an E-Bike-Fahrer, Fachhändler und -werkstätten sowie Versicherungen, Fahrradverleiher und Unternehmen, die E-Bikes gewerblich nutzen, wie Radkurierdienste oder Postzustellbetriebe. Diese Zielgruppen eint, dass sie planbare, schnelle und kostengünstige Lösungen benötigen.
Den unterschiedlichen Anforderungen dieser Kundengruppen und unterschiedlichen Motortypen werden wir passgenau gerecht durch angepasste Abläufe und technische Standards sowie enge Kommunikation. Für Händler und Versicherungen bedeutet das: transparente Kostenvoranschläge und kurze Durchlaufzeiten; für Gewerbekunden mit einer hohen Anzahl gleicher Motoren gegebenenfalls Pauschalpreise und für Endkunden eine Reparatur, die 20 bis 50 Prozent günstiger ist als ein Austauschmotor und gleichzeitig die Reichweite und Laufruhe verbessert. Zudem entwickeln wir unsere Strukturen Richtung Zertifizierung nach DIN EN ISO 9001, um Qualität und Verlässlichkeit messbar zu machen.“

Was macht DINGES einzigartig im Vergleich zu anderen Unternehmen in Ihrem Bereich?

„Wir sind keine Fahrradwerkstatt, sondern ein spezialisierter und industrialisierter Reparaturbetrieb. Das bedeutet: Wir arbeiten mit klar strukturierten Prozessen, Qualitätskontrollen und standardisierten Optimierungsschritten. Jeder Motor, der unsere Werkstatt verlässt, ist nicht nur instandgesetzt, sondern in vielen Fällen besser geschützt und haltbarer als zuvor. Ein weiterer Unterschied: Bei der Eröffnung unseres Reparaturzentrums gab es bundesweit keinen vergleichbaren Anbieter – wir schließen also eine echte Lücke und kombinieren Ingenieur-Know-how mit nachhaltiger Praxis.“

Wo sehen Sie das Unternehmen in den nächsten fünf Jahren? Gibt es konkrete Entwicklungen oder neue Märkte, die Sie anvisieren?

Wir arbeiten kontinuierlich an der Verbesserung unserer Reparaturprozesse und dem Aufbau neuer Partnerschaften. Parallel passen wir unser Reparaturzentrum stetig dem steigenden Bedarf an, sowohl hinsichtlich der Kapazität als auch hinsichtlich neuer Motortypen. Die Infrastruktur des Reparaturgeschäftes möchten wir zukünftig auch für weitere Produkte nutzen. Im Zuge der Forderungen von Verbrauchern und der Politik nach erhöhter Nachhaltigkeit und Reparaturfähigkeit sowie aufgrund immer komplexerer und hochwertigerer Produkte sehen wir für zentrale hochspezialisierte Reparaturbetriebe langfristig großes Marktpotenzial in den verschiedensten Branchen – sowohl bei Verbrauchern als auch bei Gewerbekunden.

Wenn Sie drei Ratschläge an Gründer weitergeben könnten, welche wären das aus Ihrer Erfahrung?

Standards hinterfragen: Hinterfragen Sie gängige Routinen. Unsere Geschäftsidee entstand, weil wir nicht akzeptiert haben, dass Motoren grundsätzlich komplett getauscht werden müssen.
Ressourcen im Blick behalten:
Gründen heißt, mit Geld, Zeit und Personal sparsam umzugehen. Zuerst den Kernprozess perfektionieren, dann erst weitere Leistungen ausbauen.
Werte klar leben: Verlässlichkeit, Transparenz und Nachhaltigkeit sind für uns keine Schlagworte, sondern tägliche Leitplanken. Kunden spüren sofort, ob Werte wirklich gelebt werden.

Was bedeutet für Sie persönlich Erfolg im Kontext von DINGES und Ihrem Wirken als Unternehmer?

Unternehmerisch bedeutet Erfolg für mich, dass wir Motoren zurücksenden, die nicht nur wieder funktionieren, sondern länger, ruhiger und effizienter laufen, und unsere Kunden überrascht sind, dass Reparatur so viel Sinn macht.
Es bedeutet auch, dass wir dazu beitragen, dass weniger Motoren im Schrott landen und Ressourcen geschont werden. Persönlich ist Erfolg für mich, wenn wir mit unserer Arbeit Vertrauen schaffen und Entscheidungen so treffen, dass sie verlässlich, nachvollziehbar und langfristig tragfähig sind – für Kunden, Partner und Mitarbeitende. Wenn ich sehe, dass wir mit dieser Haltung wachsen, Arbeitsplätze sichern und etwas Positives zur Kreislaufwirtschaft beitragen, dann empfinde ich das als meine größte Motivation und als meinen persönlichen Erfolg.

Bild Dominic Gruß @DINGES GmbH

Wir bedanken uns bei Dominic Gruß für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Projektmanagement als unterschätzter Erfolgsfaktor für Start-ups

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Projektmanagement – Erfolgsfaktor für Start-ups und Gründer Image by Knowledge Train from Pixabay

Erfolgreiches Projektmanagement ist einer der meist unterschätzten Erfolgsfaktoren für Start-ups, denn gerade in der dynamischen Phase einer Unternehmensgründung entscheidet eine klare Struktur darüber, ob aus einer guten Idee auch ein dauerhaft tragfähiges Geschäftsmodell wird. Viele Gründerinnen und Gründer starten mit einer Vision, einem innovativen Produkt oder einer bahnbrechenden Idee. Doch nicht selten scheitern junge Unternehmen weniger an ihrer Kreativität, sondern an der Umsetzung. Zwischen Pitches, Investorengesprächen und Produktentwicklung geht oft verloren, was eigentlich das Rückgrat jedes erfolgreichen Unternehmens ist: gutes Projektmanagement. Gerade in der frühen Phase einer Unternehmensgründung ist es entscheidend, Struktur in den Wachstumsprozess zu bringen, ohne dabei die Dynamik zu verlieren, die Start-ups auszeichnet.

Struktur und Agilität kein Widerspruch

In der Start-up-Welt herrscht häufig die Vorstellung, dass Planung und Projektmanagement die kreative Energie bremsen. Doch das Gegenteil ist der Fall. Wer seine Abläufe strukturiert, schafft Freiräume für Innovation. Ein funktionierendes Projektmanagement-System bedeutet keine starren Prozesse, sondern klare Prioritäten, transparente Kommunikation und nachvollziehbare Verantwortlichkeiten.

Besonders junge Teams profitieren davon, wenn sie wissen, wer wofür zuständig ist, welche Ziele wirklich zählen und welche Aufgaben warten können. Struktur ist also kein Hindernis, sondern die Grundlage, auf der Agilität erst richtig funktioniert. Ein gutes Projektmanagement ermöglicht es, schnell auf Veränderungen zu reagieren, ohne das große Ganze aus den Augen zu verlieren.

Typische Stolperfallen junger Gründerteams

Viele Start-ups wachsen schneller, als sie ihre internen Abläufe anpassen können. Das führt zu typischen Problemen wie fehlender Kommunikation, ineffizienten Abstimmungen und doppelter Arbeit. Oft existieren Aufgabenlisten in verschiedenen Tools, niemand hat den vollständigen Überblick, und Entscheidungen werden spontan getroffen, anstatt strategisch geplant.

Ein weiteres Risiko ist die sogenannte Feuerwehrmentalität. Wenn ständig auf das reagiert wird, was gerade brennt, bleibt keine Zeit für nachhaltige Planung. Die Folge sind überforderte Teammitglieder, verzögerte Projekte und ein schwindendes Vertrauen in die eigene Organisation. Spätestens dann wird klar, dass Projektmanagement kein lästiger Zusatz, sondern eine Überlebensstrategie ist.

Wie Start-ups Projektmanagement sinnvoll einsetzen können

Projektmanagement bedeutet nicht zwangsläufig, sofort komplexe Tools oder Methoden einzuführen. Gerade in kleinen Teams reicht oft schon eine einfache Struktur. Entscheidend ist, dass jede Aufgabe einen Verantwortlichen, ein Ziel und einen klaren Zeitrahmen hat. Transparente Kommunikationstools und kurze tägliche Abstimmungen helfen, alle auf demselben Stand zu halten.

Viele Start-ups setzen auf agile Methoden wie Scrum oder Kanban. Diese Ansätze sind besonders geeignet, um Projekte flexibel zu steuern und regelmäßig zu überprüfen, ob man noch auf Kurs ist. Statt monatelang an einem Produkt zu arbeiten, das am Ende nicht funktioniert, wird in kurzen Sprints getestet, angepasst und verbessert. So lässt sich mit wenig Risiko und viel Lerneffekt arbeiten – ein großer Vorteil gerade für Gründerteams mit begrenzten Ressourcen.

Tools, die wirklich helfen

Die Auswahl an Projektmanagement-Tools ist groß. Bekannte Namen sind Asana, Trello, Notion, Jira, ClickUp oder Monday. Alle versprechen Effizienz und Klarheit, doch nicht jedes Tool passt zu jedem Start-up. Entscheidend ist, dass das gewählte System zur Teamgröße und zur Arbeitsweise passt. Ein Zwei-Personen-Team braucht keine komplexen Workflows, während ein wachsendes Unternehmen von automatisierten Prozessen profitieren kann.

Ein häufiger Fehler ist es, zu früh zu viel zu wollen. Wenn Gründer mehrere Tools parallel nutzen, steigt die Komplexität und niemand blickt mehr durch. Weniger ist hier oft mehr. Ein einfaches Tool, das konsequent genutzt wird, bringt mehr Effizienz als ein ganzes Arsenal an Softwarelösungen, die keiner richtig bedient.

Erfolg durch Klarheit und Verantwortung

Ein gutes Beispiel für funktionierendes Projektmanagement sind Start-ups, die durch klare Abläufe aus dem Chaos herausgefunden haben. Viele Gründer berichten, dass sie durch die Einführung eines strukturierten Systems plötzlich doppelt so produktiv wurden. Deadlines wurden realistischer, Meetings kürzer und Entscheidungen transparenter.

Oft reicht schon ein gemeinsames Dashboard, das sichtbar macht, woran gerade gearbeitet wird. So kann jedes Teammitglied Verantwortung übernehmen und versteht, welchen Beitrag die eigene Arbeit zum Gesamterfolg leistet. Das steigert Motivation, fördert Eigeninitiative und sorgt für ein stärkeres Wir-Gefühl im Team.

Fazit Projektmanagement als Schlüssel zur nachhaltigen Unternehmensgründung

Gutes Projektmanagement ist kein bürokratischer Ballast, sondern ein strategisches Werkzeug, das Innovation und Wachstum fördert. Es schafft Klarheit, stärkt die Zusammenarbeit und sorgt dafür, dass die Energie eines Start-ups in die richtige Richtung fließt.

Wer sich frühzeitig mit Themen wie Zieldefinition, Verantwortlichkeit und Kommunikation auseinandersetzt, hat einen entscheidenden Vorsprung – nicht nur bei Investoren, sondern auch im täglichen Arbeiten.

Am Ende gilt: Erfolg in der Unternehmensgründung hängt nicht nur von der Idee ab, sondern davon, wie gut sie organisiert wird. Projektmanagement ist die unsichtbare Superkraft, die aus einer guten Idee ein nachhaltiges Unternehmen macht.

Image by Knowledge Train from Pixabay

Social Proof 2.0 – Verkaufen, wenn man (noch) keine Referenzen hat

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Social Proof für Startups: So entsteht echtes Vertrauen oliver Schumacher verkaufstrainer

Startups leben von Ideen, Energie und Tatkraft

Doch im Verkauf zeigt sich schnell ein Stolperstein: fehlende Referenzen. Viele Gründer erleben die gleiche Situation. Sie haben ein spannendes Produkt, doch der erste Kunde fragt: „Für wen haben Sie das schon umgesetzt?“ Wer darauf keine überzeugende Antwort hat, gerät ins Schwimmen. Vertrauen ohne Kundenliste aufzubauen, ist eine der größten Hürden im jungen Vertrieb. Genau hier setzt Social Proof 2.0 an.

Warum Social Proof so entscheidend ist

Käufer wollen Sicherheit. Sie möchten wissen, dass das, was sie erwerben, funktioniert – und dass andere bereits positive Erfahrungen gemacht haben. Große Unternehmen nutzen dafür bekannte Logos oder lange Referenzlisten. Für ein junges Startup ist dieser Weg noch verschlossen. Aber das bedeutet nicht, dass kein Vertrauen entstehen kann. Social Proof ist mehr als nur ein Logo an der Wand. Es geht darum, Belege für Glaubwürdigkeit zu liefern – und das kann auf vielen Wegen gelingen.

Vertrauen ohne große Namen aufbauen

Auch ohne prominente Referenzkunden können Gründer erste Beweise liefern:
Die eigene Story: Warum wurde das Produkt entwickelt? Persönliche Geschichten zeigen Leidenschaft und vermitteln Ernsthaftigkeit.
Fachliche Kompetenz: Wer sein Wissen in Artikeln, Vorträgen oder Podcasts teilt, zeigt, dass er sein Thema beherrscht.
Transparenz: Offene Kommunikation über den aktuellen Stand und nächste Schritte wirkt ehrlicher als übertriebene Versprechen.
Damit entsteht ein Bild von Verlässlichkeit, auch wenn die Kundenliste noch überschaubar ist.

Pre-Launch Communities als Vertrauensbooster

Ein moderner Ansatz ist der Aufbau einer Community noch vor dem offiziellen Marktstart. Interessierte können Teil der Entwicklung werden, Feedback geben und früh Zugang erhalten. Diese enge Bindung hat zwei Vorteile: Zum einen entsteht Loyalität, weil die Nutzer das Gefühl haben, am Erfolg beteiligt zu sein. Zum anderen liefert ihr Feedback erste glaubwürdige Stimmen, die als Social Proof genutzt werden können.

Beta-Tester als authentische Testimonials

Schon wenige Pilotkunden oder Beta-Tester sind wertvolle Stimmen. Ihre Rückmeldungen haben oft mehr Gewicht als große Namen, weil sie konkreter und authentischer sind. Ein Satz wie „Wir haben das Produkt drei Monate getestet und sparen dadurch jede Woche zwei Stunden Arbeitszeit“ wirkt stärker als jedes Werbeversprechen. Startups sollten diese Rückmeldungen dokumentieren und gezielt einsetzen – in Gesprächen, Präsentationen oder auf der Website.

Social Proof aus anderen Bereichen nutzen

Fehlende Referenzen im eigenen Markt sind nicht automatisch ein Nachteil. Auch Erfahrungen aus verwandten Branchen oder früheren Projekten können Vertrauen schaffen. Wer etwa zuvor in einem etablierten Unternehmen gearbeitet hat, kann dieses Wissen als Kompetenzbeweis einbringen. Ebenso stark wirken Kooperationen: Wenn ein bekanntes Unternehmen bereit ist, mit einem Startup zusammenzuarbeiten, ist das ein klares Signal, dass hier Substanz vorhanden ist.

Kleine Erfolge sichtbar machen

Social Proof muss nicht spektakulär sein. Auch kleine Zahlen können Eindruck machen:
„500 Abonnenten haben sich bereits für unseren Newsletter angemeldet.“
„In der Testphase haben 50 Nutzer unser Produkt täglich eingesetzt.“
„95 Prozent unserer Beta-Tester empfehlen uns weiter.“
Diese Ergebnisse zeigen: Es gibt Bewegung, Resonanz und erste Bestätigung.

Psychologische Kniffe verstehen

Aus der Verkaufspsychologie ist bekannt: Menschen orientieren sich an anderen. Wenn noch keine großen Referenzen vorhanden sind, reicht oft schon der Nachweis, dass eine Gruppe von Menschen Vertrauen gezeigt hat. Das Prinzip „Wenn andere es nutzen, kann es nicht schlecht sein“ wirkt auch im Kleinen. Deshalb sind Community-Feedback, kurze Zitate und sichtbare Zahlen so wertvoll.

Offenheit statt Übertreibung

Ein häufiger Fehler von Startups besteht darin, größer wirken zu wollen, als sie sind. Das mag kurzfristig beeindrucken, untergräbt aber langfristig das Vertrauen. Ehrlicher ist es, zu sagen: „Wir sind noch am Anfang, aber wir entwickeln uns Schritt für Schritt weiter.“ Kunden wissen diese Offenheit zu schätzen, weil sie Authentizität signalisiert.

Social Proof 2.0 im Alltag

Social Proof bedeutet heute weit mehr als eine Liste bekannter Kunden. Er entsteht durch echte Stimmen, sichtbare Ergebnisse, Kooperationen und Transparenz. Für Startups ist es wichtig, diese Elemente früh einzusetzen, um eine solide Vertrauensbasis zu schaffen.

Bauen Sie Vertrauen auf!

Startups brauchen nicht zwingend große Referenzlisten, um erfolgreich zu verkaufen. Wer Social Proof 2.0 versteht und klug nutzt, kann Vertrauen aufbauen, lange bevor nennenswerter Umsatz entsteht. Ob durch Communities, Beta-Tester, Erfahrungen aus anderen Bereichen oder ehrliche Kommunikation – entscheidend ist, dass Kunden spüren: Hier arbeitet jemand mit Kompetenz, Überzeugung und Verlässlichkeit. Und das ist oft mehr wert als jeder große Name.

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Gardia: Ein intelligentes Notrufarmband für Senioren

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Gardia: Ein intelligentes Notrufarmband für Senioren Bild Microsynetics-Gründer Marlon Besuch (r.) und Michael Hummels (l.) – Bildrechte: Microsynetics

Es ist ein Moment, der alles verändert. Als Marlon Besuch erfährt, dass seine Großmutter nach einem Sturz stundenlang hilflos am Boden lag, trifft ihn das tief. Er fragt sich: Wie viele ältere Menschen erleben Ähnliches – und wie ließe sich das verhindern? Gemeinsam mit seinem Freund und Mitgründer Michael Hummels beschließt er, etwas zu tun. Aus dieser persönlichen Erfahrung entsteht die Idee für Gardia, ein intelligentes Notrufarmband, das Leben retten kann.

Heute, sechs Jahre später, hat das Startup Microsynetics mit Sitz in Soest 30 Mitarbeitende, eine klare Mission – und nun auch einen starken Partner an seiner Seite: Die GS1 Germany Beteiligungsgesellschaft Butterfly & Elephant steigt als Investor ein. Das Ziel: Sicherheit, Selbstbestimmung und technologische Innovation in den Alltag älterer Menschen zu bringen.

Aus einem Schockmoment wird eine Vision

„Der Gedanke, dass meine Großmutter nach ihrem Sturz so lange allein war, hat mich tief bewegt“, erzählt Marlon Besuch. „Mir wurde klar: Es braucht eine Lösung, die ältere Menschen wirklich schützt – ohne, dass sie ständig daran denken müssen, sie zu benutzen.“

Gemeinsam mit Hummels gründete er 2019 Microsynetics, ein HealthTech-Unternehmen, das sich auf intelligente Sicherheitslösungen spezialisiert hat. Ihre Vision: Technologie soll Menschen unterstützen, nicht bevormunden. Und genau hier setzt Gardia an – ein smartes Notrufarmband, das unauffällig getragen wird, aber im Ernstfall blitzschnell reagiert.

Wenn Sekunden zählen

Das Armband erkennt mithilfe der speziell entwickelten FallGuard-Sturzerkennung automatisch, wenn jemand gestürzt ist. Diese Technologie wurde gezielt auf das Bewegungsprofil älterer Menschen abgestimmt – sensibel genug, um echte Notfälle zu erkennen, aber intelligent genug, um Fehlalarme zu vermeiden.

Wird ein Sturz registriert, löst Gardia selbstständig einen Notruf aus. Gleichzeitig kann das Armband auch manuell aktiviert werden. Die Verbindung zur 24/7 Bosch-Notrufzentrale und die Kooperation mit dem Gesundheitsprodukte-Hersteller Beurer unterstreichen, dass hier technische Funktionalität mit persönlicher Betreuung und Qualität verbunden wird.

Das Besondere: Nutzer:innen können individuell festlegen, wer im Ernstfall benachrichtigt wird – Angehörige, Freund:innen oder direkt die Notrufzentrale. Damit bleibt die Kontrolle immer beim Menschen, nicht bei der Maschine.

Design ohne Stigma

Ein Notrufarmband, das aussieht wie ein klassisches Hilfsmittel? Nicht bei Gardia. Besuch und Hummels wollten ein Produkt schaffen, das Sicherheit bietet, ohne stigmatisierend zu wirken. Das Ergebnis: ein elegantes, modernes Wearable, das kaum von einer Smartwatch zu unterscheiden ist.

„Wir wollen, dass Menschen möglichst lange selbstbestimmt leben können“, sagt Michael Hummels. „Technologie darf nicht bevormunden, sie muss befähigen.“

Und genau das spüren viele Nutzer:innen. Wer weiß, dass im Notfall sofort Hilfe kommt, traut sich wieder mehr zu – beim Spaziergang, bei der Gartenarbeit oder einfach im Alltag. Gardia steht so nicht nur für Schutz, sondern auch für ein neues Gefühl von Freiheit.

Wenn Innovation Verantwortung trägt

Mit dem Investment von Butterfly & Elephant, der Beteiligungsgesellschaft von GS1 Germany, erhält Microsynetics nicht nur finanzielle Unterstützung, sondern auch strategische Begleitung. Das Ziel ist klar: Das System weiterentwickeln, die Produktionsprozesse optimieren und das Wachstum beschleunigen.

„Gardia verbindet technologische Präzision mit echter Verantwortung“, sagt Benjamin Birker, Managing Director bei Butterfly & Elephant. „Mit unserem Investment fördern wir eine Lösung, die Sicherheit in den Alltag älterer Menschen bringt – verlässlich, respektvoll und mit dem Bewusstsein, dass Technologie dem Menschen dienen muss.“

Gerade dieser gesellschaftliche Anspruch macht Gardia zu mehr als nur einem Produkt. Es ist ein Beispiel dafür, wie Digitalisierung und Empathie zusammengehen können – in einem Markt, der angesichts des demografischen Wandels immer wichtiger wird.

Standards, die Vertrauen schaffen

Ein wichtiger Baustein für das Wachstum von Microsynetics sind die GS1 Standards – international etablierte Kennzeichnungssysteme, die unter anderem im Handel und in der Medizintechnik für Transparenz und Nachvollziehbarkeit sorgen.

Das Unternehmen nutzt bereits die GTIN (Global Trade Item Number, früher EAN) und EPCIS zur Rückverfolgbarkeit. Künftig sollen weitere Standards, wie der GS1 Digital Link, integriert werden. Damit können Kund:innen beispielsweise über einen QR-Code direkt auf Produktinformationen, Handbücher oder Sicherheitsdaten zugreifen.

„Im Rahmen des Butterfly-&-Elephant-Investments setzen wir gezielt auf die Vorteile der GS1 Standards“, erklärt Marlon Besuch. „Sie unterstützen uns dabei, unsere Prozesse verlässlich, sicher und zukunftsfähig zu gestalten.“

Technologie mit Herz

Bei Microsynetics geht es nicht um Gadgets, sondern um Menschen. Das zeigt sich in jedem Detail: vom intuitiven Design über die einfache Handhabung bis zur menschlichen Komponente der Notrufzentrale.

Gardia ist ein Beispiel für Technologie mit Herz – smart, aber empathisch. Es steht für eine Generation von Innovationen, die nicht nur auf Effizienz, sondern auch auf Würde und Selbstbestimmung setzen.

Wie es mit Gardia weitergeht

Mit dem Investment im Rücken will Microsynetics das System weiter ausbauen – etwa durch KI-gestützte Bewegungserkennung, präzisere Sensorik oder zusätzliche Gesundheitsfunktionen. Gleichzeitig arbeitet das Unternehmen daran, seine Reichweite zu vergrößern und neue Vertriebspartner zu gewinnen.

Doch trotz aller technologischen Ambitionen bleibt das Ziel einfach: Menschen ein sichereres, selbstbestimmteres Leben zu ermöglichen.

Wenn man Marlon Besuch und Michael Hummels sprechen hört, spürt man: Hier geht es nicht um Zahlen, sondern um Verantwortung. Und vielleicht ist genau das der Kern von echter Innovation – Technologie, die Leben rettet und zugleich Lebensqualität schenkt.

Bild Microsynetics-Gründer Marlon Besuch (r.) und Michael Hummels (l.) – Bildrechte: Microsynetics

Quelle GS1 Germany GmbH

Wem gehört eigentlich der Luftraum über unseren Häusern?

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SKYNOPOLY stärkt Eigentümer im Luftraum drohne Dr. Conrad Dreier präsentiert den "Löwen" mit „SKYNOPOLY“ eine Plattform für die Flugraumvermietung von Drohnen. Er erhofft sich ein Investment von 100.000 Euro für 5 Prozent der Firmenanteile. Bild@ RTL / Bernd-Michael Maurer

SKYNOPOLY wird am 20. Oktober 2025 um 20:15 Uhr in der Höhle der Löwen zu sehen sein und dort seinen innovativen Ansatz präsentieren, mit dem Grundstückseigentümer künftig vom Überflug ihres Luftraums durch Lieferdrohnen profitieren können.

Wie kam Ihnen die Idee zu SKYNOPOLY, und was war Ihre Motivation, in diesen bisher unerschlossenen Markt einzutreten?

Die Idee zu SKYNOPOLY entstand 2021, als ich in einem Zeitungsartikel über Lieferdrohnen in den USA las, die von Amazon unter der Marke Prime Air entwickelt wurden. Dabei stellte ich mir die Frage: Sollten große Unternehmen künftig einfach unseren Luftraum nutzen dürfen, wenn sie ihre Pakete per Drohne zustellen – oder sollten nicht auch die Eigentümer der Grundstücke, über deren Dächer sie fliegen, davon profitieren können?

Können Sie uns ein wenig über Ihren Hintergrund als Notar und Rechtsanwalt erzählen und wie Ihre Erfahrungen Ihre Vision für SKYNOPOLY geprägt haben?

Ich bin Jurist aus Leidenschaft und war zunächst in einer Großkanzlei tätig, bevor ich mich mit meiner eigenen Kanzlei selbstständig gemacht habe. Ein ausgeprägter Gerechtigkeitssinn begleitet mich dabei schon immer – ebenso der Wunsch, eines Tages ein eigenes Startup zu gründen. Als ich von Lieferdrohnen in den USA erfuhr, stellte ich mir sofort zwei Fragen: Wie ist die Rechtslage in Deutschland? Und müssen Menschen es einfach hinnehmen, dass Lieferdrohnen über ihre Köpfe fliegen? Das ist aktuell nicht der Fall – und genau hier setzt SKYNOPOLY an: Wir wollen Wohngrundstückseigentümern ermöglichen, den Luftraum über ihren Dächern rechtlich abzusichern und künftig davon zu profitieren.

Was ist die Vision von SKYNOPOLY, und wie soll sie Ihrer Meinung nach die Art und Weise, wie Grundstückseigentümer ihre Überflugrechte nutzen, verändern?

Mit SKYNOPOLY wollen wir die Nutzung des Luftraums durch Logistikdrohnen fair gestalten. Wohngrundstückseigentümer sollen ihre Überflugrechte rechtlich absichern und diese künftig vermarkten können, anstatt den Überflug einfach hinzunehmen. So entsteht ein gerechter Ausgleich zwischen Technologie und Eigentumsrecht.

An welche Zielgruppe richtet sich SKYNOPOLY hauptsächlich, und welche spezifischen Vorteile bietet Ihr Service für diese Eigentümer?

Unsere Plattform richtet sich in erster Linie an Eigentümer von Wohngrundstücken. Mehrere benachbarte Grundstücke können sich zu sogenannten Luftstraßen zusammenschließen, deren Überflugrechte dann rechtssicher an Betreiber von Logistikdrohnen vermarktet werden. Sobald diese Luftstraßen genutzt werden, erhalten die Eigentümer automatisch Zahlungen für die Nutzung ihres Luftraums. Bis dahin ist die Teilnahme kostenlos – SKYNOPOLY behält lediglich einen Anteil der Erlöse, wenn Einnahmen erzielt werden.

Mit welchen Herausforderungen sieht sich SKYNOPOLY derzeit konfrontiert, insbesondere in Bezug auf rechtliche und technische Aspekte?

Die größte Herausforderung besteht in möglichen Änderungen der Luftverkehrsordnung (LuftVO) durch den Gesetzgeber, die zulasten der Wohngrundstückseigentümer ausfallen könnten. Deshalb ist es entscheidend, die Eigentümer frühzeitig über ihre derzeit vorteilhafte Rechtslage zu informieren. So lässt sich politischer Druck aufbauen, um diese Position langfristig zu sichern.

Was unterscheidet SKYNOPOLY von anderen Lösungen oder Plattformen, die Drohnenüberflüge und Logistikdienste für Unternehmen wie Amazon nutzen?

Andere Plattformen konzentrieren sich vor allem auf die Überwachung des Luftraums, um Kollisionen zwischen Drohnen und bemannter Luftfahrt zu vermeiden. SKYNOPOLY verfolgt dagegen einen völlig anderen Ansatz: Wir sichern die Überflugrechte von Wohngrundstückseigentümern ab und sorgen dafür, dass sie finanziell an der Nutzung ihres Luftraums beteiligt werden.

Sie prognostizieren, dass Grundstückseigentümer durch SKYNOPOLY in den kommenden Jahren bis zu vierstellige Beträge jährlich verdienen könnten. Was sind die wichtigsten Faktoren, die diesen Erfolg ermöglichen?

Der entscheidende Erfolgsfaktor liegt in der Überzeugungskraft der Teilnehmer. Wenn Eigentümer auch ihre Nachbarn motivieren, mitzumachen, können rechtlich abgesicherte Luftstraßen entstehen. Diese gemeinschaftlichen Strukturen sind die Grundlage dafür, dass Drohnenbetreiber künftig bereit sind, für die Nutzung zu zahlen.

Wie haben Sie bereits mehrere Tausend Kunden überzeugt, darunter prominente Namen wie Oliver Kahn? Welche Strategien nutzen Sie, um Vertrauen in Ihr Produkt aufzubauen?

Vertrauen entsteht einerseits durch meinen beruflichen Hintergrund als Rechtsanwalt und Notar, der für rechtliche Sicherheit steht. Andererseits setzen wir auf transparente Kommunikation: Die Teilnahme ist kostenlos und ohne Risiko. Wer mitmacht, kann für Drohnenüberflüge bezahlt werden – eine Win-win-Situation für alle Beteiligten.

Wie sehen Sie die technologische und regulatorische Entwicklung in der Drohnenlogistik, und welche Anpassungen sind für die nächsten Jahre bei SKYNOPOLY geplant?

Wir beobachten die regulatorische Entwicklung in der Drohnenlogistik sehr genau und verstehen uns als Interessenvertretung der Wohngrundstückseigentümer. Sollte es politische Bestrebungen geben, die Rechtslage zu ihren Ungunsten zu ändern, werden wir alle Teilnehmer frühzeitig informieren und gemeinsam dagegen vorgehen. Unser Ziel ist es, die Rechte und Chancen der Eigentümer langfristig zu schützen.

Warum fiel die Entscheidung, sich bei Höhle der Löwen zu präsentieren? Welche Aspekte stehen dabei im Vordergrund?

Millionen von Grundstückseigentümern den innovativen Ansatz von SKYNOPOLY und die damit verbundenen Vorteile näherbringen zu können.

Bild: © SKYNOPOLY Oliver Kahn und Dr Conrad Dreier
Bild: © SKYNOPOLY Oliver Kahn und Dr Conrad Dreier

Welche nächsten Schritte sind nach Höhle der Löwen geplant? Gibt es konkrete Pläne für Wachstum, Skalierung oder neue Entwicklungen?

Vertiefung der Zusammenarbeit mit der Deutschen Telekom, auf deren Einladung SKYNOPOLY bereits auf der Digital X in Köln gemeinsam mit Oliver Kahn präsentiert wurde. Zudem fand im Vorfeld ein Webinar zum rechtssicheren Drohneneinsatz statt.

Welche Tipps würden Sie anderen Gründern geben, die innovative Konzepte in bisher unerschlossene Märkte bringen möchten?

Mein wichtigster Rat ist, den Mut zu haben, über den Tellerrand hinauszuschauen. Ideen sollten nicht vorschnell verworfen werden, nur weil sie zunächst ungewöhnlich erscheinen. Es lohnt sich, sie in Ruhe zu prüfen und ihr Potenzial wirklich zu verstehen.

Gab es in der bisherigen Entwicklung von SKYNOPOLY Rückschläge oder unerwartete Hürden, und was haben Sie daraus gelernt?

Ich habe häufig erlebt, dass viele große Konzerne – besonders in der Immobilienbranche – träge agieren und wenig strategische Weitsicht zeigen, wenn es um Innovation geht. Das hat mich gelehrt, mich davon nicht entmutigen zu lassen, sondern beharrlich zu bleiben. Ganz nach dem Motto von Oliver Kahn: „Weiter, immer weiter!“

Wenn Sie an die Zukunft denken, was ist Ihre langfristige Vision für SKYNOPOLY und den Markt für Überflugrechte?

Unser Ziel ist es, uns als führender Vermarkter für Überflugrechte von Logistikdrohnen zu etablieren. Wir möchten sicherstellen, dass nicht nur große Unternehmen wie Amazon von der Drone Economy profitieren, sondern auch private Hausbesitzer, deren Luftraum genutzt wird.

SKYNOPOLY am 20. Oktober 2025 in der Höhle der Löwen

Bild: Dr. Conrad Dreier präsentiert den „Löwen“ mit „SKYNOPOLY“ eine Plattform für die Flugraumvermietung von Drohnen. Er erhofft sich ein Investment von 100.000 Euro für 5 Prozent der Firmenanteile.
Bild@ RTL / Bernd-Michael Maurer

Wir bedanken uns bei Dr Conrad Dreier für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

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