Montag, September 7, 2026
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Unternehmen investieren Millionen in KI – und vergessen ihren wichtigsten Erfolgsfaktor: ihre Mitarbeiter

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Human-AI-Teams: Warum Fachkompetenz zum Erfolgsfaktor wird Astrid Nelke Bildcredits HTW

Die Schlagzeilen der vergangenen Monate ähneln sich

Unternehmen investieren Millionenbeträge in Künstliche Intelligenz, implementieren neue Systeme, automatisieren Prozesse und versprechen sich enorme Produktivitätssprünge. Wer den öffentlichen Diskussionen folgt, könnte leicht den Eindruck gewinnen, dass künftig vor allem die Technologie über Wettbewerbsfähigkeit entscheidet.

Doch genau darin liegt ein gefährlicher Irrtum.

Nicht die Qualität der eingesetzten KI wird darüber entscheiden, welche Unternehmen langfristig erfolgreich sind. Entscheidend ist vielmehr, ob Menschen in der Lage sind, diese Technologie sinnvoll einzusetzen, ihre Ergebnisse kritisch zu bewerten und verantwortungsvoll mit ihr zusammenzuarbeiten.

Der größte Erfolgsfaktor der KI-Transformation sitzt deshalb nicht im Serverraum, sondern an den Schreibtischen.

KI ersetzt Routinen, nicht Verantwortung

Künstliche Intelligenz kann heute in Sekunden riesige Datenmengen analysieren, Texte erstellen, Prognosen berechnen oder komplexe Informationen strukturieren. Diese Entwicklung wird viele Arbeitsprozesse nachhaltig verändern. Gerade Tätigkeiten mit einem hohen Anteil an wiederkehrenden Routinen werden zunehmend von intelligenten Systemen übernommen.

Was dabei häufig übersehen wird: Mit jeder Aufgabe, die eine KI übernimmt, steigt gleichzeitig die Bedeutung des Menschen.

Denn jede Antwort einer KI muss fachlich eingeordnet werden. Ergebnisse müssen bewertet, Risiken erkannt und Entscheidungen verantwortet werden. Keine KI übernimmt am Ende die Verantwortung für wirtschaftliche Folgen, juristische Konsequenzen oder ethische Entscheidungen. Diese Verantwortung bleibt bei den Menschen.

Die eigentliche Herausforderung besteht daher nicht darin, möglichst viele KI-Anwendungen einzuführen. Sie besteht darin, genügend qualifizierte Beschäftigte zu haben, die mit diesen Systemen professionell arbeiten können.

KI ist kein Ersatz für Erfahrungswissen

In vielen Unternehmen entsteht derzeit die Vorstellung, dass Fachwissen künftig an Bedeutung verliert, weil KI Informationen jederzeit bereitstellen kann.

Nur wer sein eigenes Fachgebiet wirklich beherrscht, kann erkennen, ob eine von der KI erzeugte Antwort plausibel ist oder Fehler enthält.

Gerade die sogenannten Halluzinationen zeigen, wie gefährlich blindes Vertrauen in KI sein kann. Sprachmodelle formulieren überzeugend, selbst wenn ihre Aussagen sachlich falsch sind. Wer die Ergebnisse nicht kritisch überprüft, riskiert Fehlentscheidungen mit erheblichen wirtschaftlichen Folgen. Diese Erfahrungen haben bereits verschiedene Unternehmen gemacht, die zuvor abgebautes Personal später wieder einstellen mussten.

KI macht Fachkompetenz deshalb nicht überflüssig. Sie macht sie wertvoller als je zuvor.

KI als leistungsstarker Assistent

Eine hilfreiche Perspektive besteht darin, KI nicht als Konkurrenz zu verstehen, sondern als außergewöhnlich leistungsfähigen Praktikanten.

Dieser arbeitet rund um die Uhr, verarbeitet enorme Informationsmengen innerhalb kürzester Zeit und erledigt Aufgaben mit beeindruckender Geschwindigkeit. Gleichzeitig benötigt er klare Arbeitsaufträge, verständliche Ziele und eine kontinuierliche Kontrolle seiner Ergebnisse.

Niemand würde einen Praktikanten allein Entscheidungen mit weitreichenden Konsequenzen treffen lassen. Genau dieselbe Logik sollte auch für Künstliche Intelligenz gelten.

Nicht die Technologie führt Projekte zum Erfolg. Es sind die Menschen, die sie anleiten, ihre Ergebnisse bewerten und letztlich Verantwortung übernehmen.

Millioneninvestitionen scheitern selten an der Technik

In Beratungsprojekten zeigt sich immer wieder das gleiche Muster. Unternehmen investieren erhebliche Summen in moderne KI-Lösungen und erwarten unmittelbar steigende Produktivität.

Gleichzeitig bleibt eine entscheidende Investition aus. Die Beschäftigten werden weder ausreichend qualifiziert noch systematisch auf die neue Zusammenarbeit vorbereitet. Es fehlen klare Prozesse, gemeinsame Standards und häufig auch das Verständnis dafür, welche Kompetenzen künftig tatsächlich benötigt werden.

So entsteht die paradoxe Situation, dass hochmoderne Technologien eingeführt werden, während die Organisation unverändert bleibt. Technologie allein verändert jedoch keine Unternehmenskultur und verbessert weder Zusammenarbeit noch Leistungsfähigkeit.

Erst wenn Menschen lernen, KI sinnvoll in ihre tägliche Arbeit zu integrieren, entfaltet die Technologie ihren eigentlichen Nutzen.

Human-AI-Teams werden zum Wettbewerbsfaktor

Mit zunehmender Automatisierung verändert sich auch die Rolle von Führungskräften grundlegend. Wer glaubt, dass Führung künftig an Bedeutung verliert, weil KI Entscheidungen vorbereitet, unterschätzt die eigentliche Transformation.

Empathie, Kommunikation, Orientierung und die Entwicklung von Talenten werden zu den entscheidenden Führungsaufgaben der kommenden Jahre. Gerade weil Maschinen immer mehr Routinearbeit übernehmen, gewinnen menschliche Fähigkeiten an Bedeutung.

Führung bedeutet künftig weniger Kontrolle von Prozessen und deutlich mehr Begleitung von Menschen in einer Arbeitswelt, die sich permanent verändert.

Die erfolgreichsten Unternehmen der Zukunft werden weder diejenigen mit der modernsten Software noch diejenigen mit den größten IT-Budgets sein.

Sie werden diejenigen sein, denen es gelingt, leistungsfähige Human-AI-Teams aufzubauen.

In solchen Teams übernimmt jeder das, was er am besten kann. Die KI verarbeitet Informationen in hoher Geschwindigkeit, erkennt Muster und unterstützt bei Analysen. Der Mensch bringt Fachwissen, Erfahrung, Kreativität, ethisches Urteilsvermögen und Verantwortungsbewusstsein ein. Erst diese Kombination schafft nachhaltigen Mehrwert.

Die zentrale Managementaufgabe besteht deshalb nicht darin, möglichst viele KI-Anwendungen einzuführen. Sie besteht darin, Menschen zu befähigen, gemeinsam mit KI erfolgreich zu arbeiten.

Die eigentliche Investition beginnt jetzt

Unternehmen stehen heute vor einer strategischen Entscheidung.

Sie können weiterhin den größten Teil ihrer Budgets in neue Technologien investieren und hoffen, dass Produktivität von selbst entsteht. Oder sie investieren gleichzeitig in den entscheidenden Erfolgsfaktor: die Menschen, die diese Technologien verantwortungsvoll einsetzen.

Künstliche Intelligenz verändert die Arbeitswelt tiefgreifend. Doch ihr größtes Potenzial entfaltet sie erst dann, wenn Organisationen verstehen, dass nicht Mensch oder Maschine über die Zukunft entscheiden.

Den Unterschied machen Teams, in denen beide ihre jeweiligen Stärken optimal miteinander verbinden.

Bildrechte: HTW Berlin

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Maxlevel: Wie smarte Hydration die Regeneration revolutioniert

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Maxlevel: Regeneration verbessern durch Hydration Max Wasser Gründer und Interviewpartner

Von der Eisfläche in die Produktentwicklung: Das Koblenzer Startup Maxlevel verbindet sportwissenschaftliche Erkenntnisse mit Profisport-Erfahrung, um durch gezielte Hydration die Regeneration im Alltag und Leistungssport zu optimieren.

Können Sie Maxlevel kurz vorstellen und erzählen, wie die Idee zur Gründung des Unternehmens entstanden ist?

Maxlevel entwickelt smarte Nahrungsergänzungsmittel für sportliche und alltägliche Belastungssituationen. Gegründet haben wir 2023 in Koblenz – zunächst als „Katerheld“. Die Idee zu unserem ersten Produkt GuMo.fit entstand nach einem Eishockeytraining: Wir suchten eine geschmacksneutrale Lösung in Kapselform, die uns nach langen Partynächten bei der Regeneration unterstützt. Daraus entwickelte sich Maxlevel zu einer Performance- und Recovery-Marke, die Menschen dabei begleitet, körperlich und mental leistungsfähig zu bleiben.

Welche Vision verfolgen Sie mit Maxlevel und wie möchten Sie Sportlerinnen und Sportler langfristig bei Leistung und Regeneration unterstützen?

Unsere Vision ist, eine vertrauenswürdige Marke für Hydration, Performance und Regeneration aufzubauen. Dabei verstehen wir Supplements als Ergänzung und Werkzeug, nicht als schnelle Lösung oder Ersatz für Training, Schlaf und eine ausgewogene Ernährung. Leistung bedeutet für uns nicht „immer mehr“, sondern die eigenen Ziele bewusst und nachhaltig zu verfolgen.

An welche Zielgruppen richtet sich Maxlevel hauptsächlich, und welche Bedürfnisse möchten Sie mit Ihren Produkten erfüllen?

Wir richten uns an sportlich aktive Menschen – vom ambitionierten Freizeitsportler bis zum Profi. Unsere Kundinnen und Kunden suchen hochwertige, sinnvoll zusammengesetzte Produkte, die sie bei Leistungsfähigkeit und Regeneration unterstützen. Gleichzeitig legen sie Wert auf qualitätsstarke Inhaltsstoffe und eine möglichst nachhaltige Herstellung.

Hydration wird häufig unterschätzt. Warum ist sie aus Ihrer Sicht eine der wichtigsten Grundlagen für körperliche und mentale Leistungsfähigkeit?

Hydration ist die Grundlage dafür, dass Körper und Kopf unter Belastung leistungsfähig bleiben. Bereits ein Flüssigkeitsverlust von rund zwei Prozent des Körpergewichts kann Ausdauer, Koordination, Aufmerksamkeit und Entscheidungsfähigkeit beeinträchtigen. Gerade bei intensiven Belastungen muss Leistung nicht nur vorhanden, sondern im entscheidenden Moment abrufbar sein.

Mit Electrolyte+ haben Sie ein Produkt entwickelt, das über klassische Elektrolytmischungen hinausgehen soll. Was macht diese Rezeptur besonders?

Wir denken Hydration ganzheitlicher. Electrolyte+ enthält nicht nur klassische Elektrolyte wie Natrium, Kalium, Magnesium und Calcium, sondern kombiniert diese mit Kreatin, Glycin, D-Galactose und natürlichen Mineralstoffen aus Kokoswasser-Extrakt. Damit richtet sich die Rezeptur nicht allein auf den Flüssigkeits- und Elektrolythaushalt, sondern auf unterschiedliche Anforderungen intensiver Belastungsphasen. Gleichzeitig verzichten wir auf zusätzliche Süß- und Füllstoffe. Das Produkt wird in Deutschland hergestellt, für den Leistungssport auf verbotene Substanzen getestet und ist auf der renommierten Kölner Liste® geführt.

Sie kombinieren in Electrolyte+ unter anderem Elektrolyte, Kreatin, Glycin und D-Galactose. Warum war Ihnen genau diese Zusammensetzung wichtig?

Jeder Bestandteil hat in der Rezeptur eine konkrete Funktion. Elektrolyte sind für den Flüssigkeitshaushalt sowie die normale Muskel- und Nervenfunktion relevant. Kreatin gehört zu den am besten untersuchten Supplements und beeinflusst bei einer täglichen Aufnahme von drei Gramm die körperliche Leistung bei kurzzeitiger, intensiver Belastung. Glycin ist eine natürliche Aminosäure und wirkt sich positiv auf Regeneration aus. D-Galactose ist ein natürlich vorkommender Einfachzucker, der der Mischung eine milde Süße gibt. Entscheidend war für uns das Zusammenspiel, um körperliche Leistung, mentale Fokussierung und Regeneration zu unterstützen.

Maxlevel: Regeneration verbessern durch Hydration Produkt mit Glas und Shaker

Bei der Entwicklung haben sportwissenschaftliche Erkenntnisse und Erfahrungen aus dem Profisport zusammengefunden. Wie ist dieser Entwicklungsprozess abgelaufen?

Wir haben die praktische Erfahrung unseres Partners Leon Lilik als Ex-Eishockey-Profi und aktuellem Athletiktrainer der Kölner Haie mit wissenschaftlichen Erkenntnissen und physiologischen Grundlagen verbunden. Ausgangspunkt war die Frage: Was benötigen Sportlerinnen und Sportler in intensiven Trainings- und Wettkampfsituationen tatsächlich? Erfahrungswerte aus dem Profisport wurden anschließend mit Erkenntnissen aus der Forschung abgeglichen. So entstand Schritt für Schritt eine Rezeptur, die wir auch selbst im Trainingsalltag einsetzen würden: funktional und ohne Zutaten, die nur auf dem Etikett gut aussehen.

Viele Nahrungsergänzungsmittel setzen auf möglichst viele Inhaltsstoffe. Warum verfolgt Maxlevel bewusst den Ansatz „so viel wie nötig, so wenig wie möglich“?

Eine lange Zutatenliste ist für uns kein Qualitätsmerkmal. Wir setzen auf ausgewählte, sinnvoll dosierte Inhaltsstoffe mit einer klaren Funktion – ohne unnötige Zusätze oder übertriebene Versprechen. Das schafft Vertrauen und entspricht unserer Verantwortung gegenüber den Kundinnen und Kunden.

Welche Herausforderungen begegnen Ihnen in einem Markt, der von einer Vielzahl an Nahrungsergänzungsmitteln und Gesundheitsversprechen geprägt ist?

Wir stehen vor der Aufgabe, Glaubwürdigkeit und Sichtbarkeit gleichzeitig aufzubauen. Der Markt ist sehr voll und viele Produkte werden mit starken Versprechen oder Trends vermarktet. Als junges Unternehmen müssen wir deshalb besonders klar vermitteln, wofür wir stehen: hochwertige Inhaltsstoffe, nachvollziehbare Rezepturen und die richtigen Produkte für konkrete Lebenssituationen. Gleichzeitig haben wir gelernt, dass ein gutes Produkt allein nicht genügt. Marken- und Communityaufbau, Community und professionelles Marketing sind ebenso entscheidend.

Welche nächsten Produkte und Entwicklungsschritte stehen bei Maxlevel aktuell im Fokus?

Nach dem Launch von Electrolyte+ steht bereits das dritte Produkt in den Startlöchern. Zudem bauen wir Marke, Community, Partnerschaften und Vertrieb weiter aus.

Wie sehen Sie die Zukunft funktioneller Sporternährung, und welche Rolle soll Maxlevel dabei langfristig einnehmen?

Funktionelle Sporternährung wird aus unserer Sicht individueller, transparenter und anwendungsbezogener. Menschen möchten verstehen, welche Inhaltsstoffe sie zu welchem Zeitpunkt und für welchen Zweck einsetzen. One-fits-all-Lösungen werden langfristig an Bedeutung verlieren. Maxlevel soll in diesem Markt für wirkungsvolle und hochwertige Produkte stehen, die wissenschaftliche Erkenntnisse mit praktischer Erfahrung verbinden.

Welche drei Ratschläge würden Sie anderen Gründerinnen und Gründern geben, die ein Unternehmen im Bereich Health, FoodTech oder Sporternährung aufbauen möchten?

Erstens: Das Problem muss vor dem Produkt kommen. Entwickelt nicht einfach einen weiteren Inhaltsstoff-Mix, sondern löst eine konkrete Herausforderung für eine klar definierte Zielgruppe.

Zweitens: Nehmt Qualität und regulatorische Anforderungen von Anfang an ernst. Vertrauen ist in diesem Markt das wichtigste Kapital und lässt sich nur schwer zurückgewinnen.

Drittens: Erkennt früh, wo eure eigenen Stärken liegen und wo ihr Unterstützung benötigt. Ich würde heute beispielsweise früher Expertise im Marketing ins Team holen. Ein gutes Produkt braucht auch eine überzeugende Geschichte und professionelle Distribution, um seine Zielgruppe zu erreichen.

Bildcredits René Weiss/Maxlevel

Wir bedanken uns bei Max Wasser für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.


Premium Start-up: Maxlevel

Kontakt:

Maxlevel.fit GmbH
Kometenweg 19
68305 Mannheim

www.maxlevel.fit
max@maxlvl.fit

Ansprechpartner: Max Wasser

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3 Millionen Euro Pre-Seed-Runde: PropTech-Startup reltix digitalisiert die Immobilienverwaltung

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reltix: 3 Millionen Euro für KI-gestützte Verwaltung Bild Léon Bamesreiter und Jan Horstmann Bildcredits reltix

Nur ein Jahr nach dem Start meldet das Düsseldorfer PropTechUnternehmen einen furiosen Erfolg: Mit einer 3-Millionen-Euro-Finanzierung im Rücken treibt reltix die KI-gestützte Verwaltung von Immobilien auf das nächste Level voran.

PropTech-Unternehmen reltix sichert sich 3 Millionen Euro Pre-Seed-Finanzierung

Düsseldorf, Juli 2026 – reltix hat eine Pre-Seed-Finanzierungsrunde in Höhe von 3 Millionen Euro abgeschlossen. Nur ein Jahr nach seiner Gründung verwaltet das Düsseldorfer PropTech-Unternehmen bereits mehr als 4.000 Wohn- und Gewerbeeinheiten, erzielt einen Annual Recurring Revenue (ARR) von über 1 Million Euro und beschäftigt mehr als 30 Mitarbeitende an den Standorten Düsseldorf und Essen. Im Sommer 2026 erfolgte die Expansion nach Frankfurt am Main, wo bereits erste Mandate gewonnen werden konnten.

KI-native Hausverwaltung als technologischer Kern

Der technologische Ansatz geht dabei weit über klassische Software hinaus. Die KI-native Hausverwaltung reltix verwaltet selbst und sammelt das dadurch gewonnene Daten- und Prozesswissen in ihrer technologischen Infrastruktur centrix. Damit schafft reltix ein Betriebssystem, das selbst komplexeste Logiken, wie etwa eine Jahresabrechnung, in simple Systemabfragen verwandelt. Anfragen werden somit nicht weitergereicht, sondern direkt gelöst – ob durch den Verwalter in der Software oder den KI-Assistenten am Telefon und im Kundenportal.

centrix soll zum Betriebssystem der Immobilienbranche werden

Langfristig denkt reltix über die Verwaltung hinaus – man ist in der einzigartigen Position, die Schnittstelle zwischen Eigentümer und jeder einzelnen Dienstleistung rund um die Immobilie zu sein; von Banking über Strom und Wärme bis hin zu großen Sanierungsarbeiten. Aus dieser Position heraus wird centrix zur Kontextmaschine und zum Betriebssystem der gesamten Immobilienbranche: Jeder Prozess läuft darüber, jeder Dienstleister dockt mit an.

Finanzierung soll Wachstum und Expansion beschleunigen

Co-Founder Léon Alex Bamesreiter: „Wir sehen Immobilienverwaltung nicht als klassischen Verwaltungsservice, sondern als grundlegende Infrastruktur einer ganzen Branche. Die Finanzierung ermöglicht uns, centrix schneller weiterzuentwickeln, unser Team auszubauen und unsere Plattform in weitere Märkte zu bringen. Langfristig wollen wir die technologische Grundlage schaffen, die aus einer fragmentierten Branche ein funktionierendes Ökosystem macht.“

Kundenportfolio wächst über klassische Hausverwaltung hinaus

Zu den Kunden zählen neben klassischen Wohnungseigentümergemeinschaften und privaten Eigentümern zunehmend auch Family Offices, Asset Manager, Entwickler und größere Bestandshalter. Nach Unternehmensangaben ermöglicht die technologische Infrastruktur erheblich schnellere Abwicklungen von Kundenanfragen sowie deutlich effizientere Abläufe im operativen Management.

Bild Léon Bamesreiter und Jan Horstmann Bildcredits reltix

Quelle PR + Presseagentur textschwester GmbH & Co.KG

Weltpremiere in Paris: Der neue vollelektrische smart #2 steht in den Startlöchern

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smart #2: E-Auto absolviert finale Tests für den Stadtverkehr

Der Countdown für den Pariser Autosalon läuft: Die Neuauflage des legendären Zweisitzers biegt auf die Zielgerade ein, während der vollelektrische smart bei finalen Tests beweist, dass er die perfekte Antwort auf den modernen Stadtverkehr ist.

Auf dem Weg zum Autosalon: Die E-Plattform der nächsten Generation

Die legendäre Automarke meldet sich mit einem Paukenschlag im Segment der Kleinstwagen zurück. Bei den finalen Härtetests unter realen Bedingungen beweist der neue Zweisitzer eindrucksvoll, dass er die bewährte Marken-DNA perfekt in die Ära der Elektromobilität überträgt. Die eigens entwickelte ECA-Plattform ermöglicht maximale Agilität, intelligente Raumnutzung, höchste Sicherheit und elektrische Alltagstauglichkeit im kompakten Format. Dabei bringen die Forschungs- und Entwicklungsteams sowie das Mercedes-Benz Design Team ihre gebündelte Expertise ein.

Innovation auf der ECA-Plattform

Der smart #2 durchläuft derzeit ein strenges weltweites Testprogramm im Vorfeld der Weltpremiere auf dem Pariser Autosalon im Oktober dieses Jahres. Da die Neuauflage des Zweisitzers weltweit an Dynamik gewinnt, ist der smart #2 nun in einer maßgeschneiderten schwarz-weißen Tarnlackierung auf den Straßen unterwegs, die vom Mercedes-Benz Global Design Team entworfen wurde.

Auf speziellen Testgeländen wurde die Agilität des Fahrzeugs unter einer Vielzahl realer städtischer Herausforderungen getestet, darunter unerwartete Hindernisse, Not-Spurwechsel und nasse Straßen mit geringer Haftung. Die kontinuierliche Optimierung der Fahrwerksbefestigungspunkte, des Lenkverhältnisses und des Lenkgetriebewegs sowie der Federungssteuerung sorgt dafür, dass das Fahrzeug im alltäglichen Stadtverkehr stabil, reaktionsschnell und agil bleibt.

Maximaler Komfort im kompakten Innenraum

Über die Agilität hinaus zielt das strenge Programm an physikalischen Tests darauf ab, sicherzustellen, dass dieses äußerst kompakte Fahrzeug ein gehobenes, ruhiges Fahrerlebnis im Innenraum bietet. Um den Komfort im Innenraum der Ästhetik des Fahrzeugs anzupassen, wurden umfangreiche NVH-Validierungen (Noise, Vibration, Harshness; zu Deutsch: Geräusch, Vibration, Rauheit/Härte) in verschiedenen Umgebungen durchgeführt – darunter im Windkanal, in der Akustikkammer, auf einem temperaturgeregelten Vier-Säulen-Prüfstand, auf Testgeländen und auf öffentlichen Straßen.

Die Testaktivitäten umfassten die Prüfung von Windgeräuschen, Fahrgeräuschen, NVH des Antriebsstrangs, thermischen NVH, Quietschen und Klappern sowie die Optimierung der Klangqualität. Durch das Testen verschiedener Reifenmischungen auf unebenem Asphalt, gerilltem Beton und Hochgeschwindigkeitsgeraden suchten die Ingenieure nach einem optimalen Gleichgewicht zwischen geringem Rollwiderstand für maximale Reichweite und hoher Geräuschdämpfung.

Fokus auf Robustheit und die Tridion-Sicherheitszelle

Um langfristige Zuverlässigkeit zu gewährleisten, wurde das Fahrzeug Haltbarkeitstests auf holprigen Straßen, kontinuierlichen Unebenheiten und mit Schlaglöchern übersäten Stadtstraßen unterzogen. Gezielte Aufpralltests simulierten typische Fahrsituationen im Stadtverkehr, wie das Überfahren von Bordsteinkanten oder das Einfahren in tiefe Schlaglöcher.

Florian Nemitz, CEO smart Deutschland, betont die Bedeutung des Modells:

„Der smart #2 steht, wie kaum ein anderes Fahrzeug, für das, was unsere Marke seit jeher ausmacht: intelligente Mobilität für die Stadt mit unverwechselbarer Identität. Mit die eigens entwickelten ECA-Plattform als technologischem Herzstück schaffen wir die Grundlage für einen vollelektrischen Zweisitzer, der ikonisches Design und kompakte Abmessungen mit Agilität, Komfort und Sicherheit auf höchstem Niveau verbindet. Die Vorfreude auf die Weltpremiere in Paris ist groß, denn der smart #2 bringt ein echtes Stück smart DNA zurück auf die Straße.“

Durch die Optimierung der Karosseriesteifigkeit und der strukturellen Belastungspunkte wird der smart #2 zu einem zuverlässigen Begleiter in der Stadt. Ergänzend zu dieser strukturellen Robustheit verbindet die nächste Generation der bewährten Tridion-Sicherheitszelle kompakte Außenmaße mit einer robusten Struktur, die modernen Sicherheitsanforderungen gerecht wird und ein hohes Maß an Schutz, Stabilität und Fahrvertrauen bietet.

Bereit für den Pariser Autosalon 2026

Als vollelektrisches zweisitziges Stadtauto ist der smart #2 darauf ausgelegt, die Herausforderungen moderner städtischer Umgebungen zu meistern. Mit seiner charakteristischen „wheels-at-the-corners“-Architektur, die seit der ersten Generation des smart fortwo als Markenzeichen des platzoptimierten Designs des Zweisitzers verstanden wird, schafft das Fahrzeug eine solide geometrische Grundlage für hohe Wendigkeit selbst auf engstem Raum in der Stadt.

Das von Stadtfahrern in ganz Europa mit Spannung erwartete Serienmodell des smart #2 bereitet sich auf seine offizielle Weltpremiere auf dem Pariser Autosalon im Oktober 2026 vor.

Bildcredits smart Europe GmbH

Quelle smart Europe GmbH

Schnippeln mit Stil: Die neuen everdrop Schneidebretter

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Schneidebretter von everdrop aus Holzfaser für die Küche anwendung schneidebrett se Rose

Stylisches Küchen-Upgrade: Hygienische Schneidebretter von everdrop

Die Küche ist oft das Herzstück des Zuhauses – umso wichtiger sind langlebige und hygienische Küchenhelfer. Mit den neuen Schneidebrettern aus Holzfaser bringt everdrop Funktionalität und modernes Design zusammen. Die Bretter sind spülmaschinenfest, besonders pflegeleicht und machen auch optisch auf der Arbeitsfläche eine gute Figur.

Drei Schneidebretter und ein praktischer Aufbewahrungsständer

Das vierteilige Set besteht aus drei Schneidebrettern aus hochdruckverdichteter Holzfaser in den Größen S (26,5 × 16 cm), M (29,8 × 19,6 cm) und L (35,5 × 25,5 cm) sowie einem passenden Aufbewahrungsständer.

Statt in der Schublade zu verschwinden, stehen die Bretter platzsparend und jederzeit griffbereit auf der Arbeitsfläche. Erhältlich ist das Set in den Farben Anthracite, Rose und Warm Greige und passt damit zu unterschiedlichen Küchenstilen.

Hygienisch, langlebig und messerschonend

Die hochdruckverdichtete Holzfaseroberfläche sorgt dafür, dass sich Keime und Bakterien nur schwer festsetzen können. Gleichzeitig ist das Material besonders messerschonend und trägt dazu bei, dass Klingen länger scharf bleiben – anders als beispielsweise Schneidebretter aus Glas.

Nach dem Kochen lassen sich die Bretter unkompliziert in der Spülmaschine reinigen.

Hitzebeständig und BPA-frei

Die Schneidebretter sind bis 176 °C hitzebeständig und BPA-frei. Dank ihrer robusten Verarbeitung sind sie auf eine lange Lebensdauer ausgelegt – ganz im Sinne der everdrop-Philosophie, dass das nachhaltigste Produkt jenes ist, das möglichst lange genutzt werden kann.

Produktdetails im Überblick

Schneidebrett-Set (3 Holzfaser-Bretter S/M/L inklusive Aufbewahrungsständer)
Preis: 124,99 Euro

  • Hygienische Oberfläche aus hochdruckverdichteter Holzfaser
  • Messerfreundlich – schont die Klingen
  • Spülmaschinenfest
  • Hitzebeständig bis 176 °C
  • BPA-frei
  • Langlebig und robust
  • Platzsparender Aufbewahrungsständer inklusive
  • Erhältlich in Anthracite, Rose und Warm Greige

Bildcredits everdrop GmbH

Quelle everdrop GmbH

BIOVOX: Nachhaltige Biokunststoffe knacken die strengen Hürden der Medizinbranche

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BIOVOX: Biokunststoffe für die moderne Medizintechnik biovox systems julian lotz

Einwegspritzen, Inhalatoren und Verpackungen: Das Gesundheitswesen verursacht gigantische Mengen an Plastikmüll – ein CO₂-Problem, für das das Startup BIOVOX nun strenge regulatorische Hürden knackt, um medizinische Biokunststoffe erfolgreich in der Medizintechnik zu etablieren.

Stellen Sie BIOVOX doch kurz vor. Wer steckt hinter dem Startup und welche Erfahrungen bringt das Team mit?

BIOVOX entwickelt und vertreibt Medical-Grade-Biokunststoffe für Medizintechnik, Pharma und Labor, wir arbeiten aber auch an Recycling-Themen. Ziel ist es immer, Kunststoffe anzubieten, die für Patientinnen und Patienten sowie die Umwelt gesünder sind, und dabei alle Regularien und Anforderungen der Branche erfüllen, bei akzeptablen Kosten.

Gegründet haben BIOVOX Carmen Rommel, Vinzenz Nienhaus und ich. Wir sind alle drei Maschinenbauer, aber mit unterschiedlichen Schwerpunkten: Kunststoff- und Produktionstechnik, Produktentwicklung, Nachhaltigkeit und Life Cycle Assessment. Inzwischen besteht unser Team aus 15 Personen und deckt zusätzlich Chemie, Medizintechnik, Qualitätsmanagement, Regulatorik sowie Sales, Marketing und Customer Success ab. Die fachliche Breite brauchen wir auch, weil wir mit ziemlich breiten Fragestellungen konfrontiert sind.

Wie entstand die Idee, nachhaltige Biokunststoffe speziell für die Medizin- und Pharmabranche zu entwickeln?

Am Anfang waren wir breiter aufgestellt und wollten final resorbierbare Implantate zur Behandlung von Knochenbrüchen entwickeln, aber vorher auch Biokunststoffe in anderen Branchen voranbringen. Die Knochenersatzmaterialien-Idee kam von einem Mediziner, und Vinzenz hat in dem Bereich geforscht.

Dieses Sammelsurium an Anwendungen und Märkten war natürlich viel zu viel für ein Team, und die Implantate hatten am Ende einen zu kleinen Markt. Also haben wir uns sehr schnell auf das fokussiert, wo wir einen USP haben und der Markt ausreichend groß ist: bessere Kunststoffe für Medizin-, Diagnostik- und Laborprodukte, Drug Delivery Devices und Pharmaverpackungen. Das hat auch vor uns niemand so adressiert. Wir hatten durch die Implantate das Know-how, was man im Gesundheitswesen an Anforderungen erfüllen muss, was die allermeisten anderen Biokunststoff-Anbieter nicht haben. Wir sind in dem Bereich die Pioniere.

Welche Vision verfolgt BIOVOX für die Zukunft nachhaltiger Materialien im Gesundheitswesen?

Wir wollen die Gesundheitsversorgung vom Verbrauch endlicher, fossiler Rohstoffe entkoppeln.

Dazu braucht es aus unserer Sicht beides: Kreislaufwirtschaft und erneuerbaren Kohlenstoff. Jeder Recyclingkreislauf hat Verluste. Biobasierte Rohstoffe können diese Verluste ersetzen, ohne immer neuen fossilen Kohlenstoff in den Kreislauf zu bringen.

Und bei den gigantischen Mengen an Kunststoff im Gesundheitswesen müssen ein niedriger CO₂-Fußabdruck und Kreislauffähigkeit genauso selbstverständlich zu einem Medical-Grade-Kunststoff gehören wie Rezepturkonstanz, Change Control und biologische Sicherheit.

Warum ist der Einsatz fossiler Kunststoffe im Medizinbereich aus Ihrer Sicht ein großes Problem?

Das Problem ist die lineare Nutzung fossilen Kohlenstoffs: Erdöl fördern, ein Produkt herstellen, oft nur einmal für wenige Sekunden oder Minuten verwenden und anschließend meistens aus Infektionsschutzgründen verbrennen. Damit erhöht das Gesundheitswesen direkt in großem Umfang die fossilen CO₂-Emissionen: Hierzulande sind es ungefähr 5,3 % des gesamten CO₂-Ausstoßes. Und davon entfällt ungefähr ein Fünftel auf die Medizin- und Laborprodukte und Verpackungen.

Wir brauchen deshalb einen anderen Kohlenstoffkreislauf: nachwachsende Rohstoffe einsetzen, wo möglich recyceln, und wo etwas verbrannt wird, zumindest kein Erdöl mehr durch den Schornstein schicken. Das senkt den Fußabdruck schon deutlich.

Was macht die Entwicklung von „Medical Grade Biokunststoffen“ besonders anspruchsvoll?

Bei einem normalen technischen Kunststoff fragt man zunächst: Hat das Material die richtigen Eigenschaften und lässt es sich verarbeiten? Im Healthcare-Bereich ist das nur der Anfang.

Hinzu kommen biologische Sicherheit, chemische Charakterisierung, kritische Inhaltsstoffe, Sterilisation, Alterung, Rückverfolgbarkeit, Rezepturkonstanz, Change Control und langfristige Lieferfähigkeit.

Außerdem gibt es in Europa keine universelle „medizinische Zulassung“ eines Kunststoffs. Der Hersteller muss immer sein konkretes Produkt und seine konkrete Anwendung bewerten. Unsere Aufgabe ist, ihm dafür eine möglichst gute und belastbare Ausgangsbasis zu geben. Nur so können wir überhaupt die Nutzung neuer, nachhaltigerer Kunststoffe ermöglichen, und bei neuen Polymeren liefern aktuell nur wir diesen Rucksack mit speziellem Wissen, Dokumentation und Prüfungen.

Welche Vorteile bieten die Materialien von BIOVOX im Vergleich zu klassischen Kunststoffen?

Der offensichtlichste Vorteil ist der CO₂-Fußabdruck. Je nach Material und Vergleichskunststoff können unsere Werkstoffe über den Produktlebenszyklus bis zu 85 Prozent CO₂ einsparen. Gleichzeitig reduzieren sie die Abhängigkeit von fossilen Rohstoffen, was die Versorgungssicherheit verbessert und die Preise vorhersehbarer hält.

Aber Nachhaltigkeit allein reicht nicht. Unsere Materialien müssen technisch mindestens genauso gut funktionieren. Einige bieten zusätzlich sehr hohe Steifigkeit und Festigkeit, besonders hohe Transparenz oder gute Chemikalienbeständigkeit.

Dazu kommt die Risikominimierung: Wir verzichten gezielt auf kritische und potenziell kritische Stoffe wie PFAS, BPA oder Phthalate, weil das langfristige regulatorische Sicherheit schafft. Was nicht kritisch ist, wird nicht verboten, und das verhindert einen aufwendigen, teuren Materialwechsel in der Zukunft.

An welche Zielgruppen richtet sich BIOVOX besonders und welche Anforderungen stehen dort im Fokus?

Unsere Kunden sind Hersteller von Medizintechnik, Pharmazeutika beziehungsweise Drug Delivery Devices sowie Unternehmen aus Labor und Diagnostik.

Ein Schwerpunkt sind aktuell Produkte wie Autoinjektoren und Inhalatoren. Dort geht es unter anderem um mechanische Eigenschaften, enge Toleranzen, Haptik und eine extrem zuverlässige Lieferkette.

Bei chirurgischen Instrumenten, Diagnostika, Schläuchen oder pharmazeutischen Primärverpackungen stehen wiederum andere Eigenschaften im Vordergrund, etwa Transparenz, Sterilisierbarkeit, Barrierewirkung oder chemische Beständigkeit.

Deshalb wählen wir das Material immer von der Anwendung ausgehend und aus unserem stetig breiter werdenden Portfolio. Da haben wir einfach mehr Bandbreite als viele auf eine Polymerklasse spezialisierte Anbieter, damit bekommen Kunden oft eine passendere Lösung für ihr Problem.

Wie gelingt es Ihnen, Nachhaltigkeit und strenge regulatorische Anforderungen miteinander zu verbinden?

Für uns gehört das untrennbar zusammen: Hohe Patientensicherheit kann man nur erreichen, wenn man auf kritische und verdächtige Inhaltsstoffe so gut es irgendwie geht verzichtet. Und das ist auch Teil der Nachhaltigkeit, eben keine hormonell wirkenden Substanzen oder Ewigkeitschemikalien ins Produkt einzubauen oder die Recyclingfähigkeit sicherzustellen. Nachhaltigkeit ist ja mehr als der CO₂-Fußabdruck.

Außerdem sind sowohl die regulatorischen Anforderungen als auch die Nachhaltigkeit Anforderungen, die wir uns in der Entwicklung geben. Dann muss das nach unserem ISO-13485-Qualitätsmanagementsystem eben auch erfüllt werden, ansonsten wird es kein freigegebenes Produkt.

Welche Herausforderungen begegnen Ihnen bei Zertifizierungen und regulatorischen Vorgaben im MedTech-Bereich?

Die größte Herausforderung ist die Komplexität. Die Anforderungen hängen vom Produkt, Patientenkontakt, der Kontaktdauer, Sterilisation und vielen weiteren Faktoren ab.

Die zweite Herausforderung ist Zeit. Biokompatibilitätsprüfungen, chemische Charakterisierung, Sterilisationsversuche und Alterung dauern. Gleichzeitig können sich regulatorische Anforderungen ändern.

Und schließlich bedeutet jeder Werkstoffwechsel für einen Medizinproduktehersteller zusätzliche Bewertung und gegebenenfalls Validierung. Healthcare mag Veränderungen grundsätzlich überhaupt nicht gern. Deshalb versuchen wir, möglichst viele Unsicherheiten bereits auf Materialebene auszuräumen – also eine Veränderung jetzt, dann aber viel länger Ruhe vor Materialwechseln. In unserer sehr kurzfristig orientierten Zeit ist das aber nicht ganz einfach zu vermitteln. Denn wenn der Change erst in zwei oder drei Jahren ansteht, neigen viele dazu, so lange nichts zu tun. Die Person, die den Job in zwei oder drei Jahren hat, hat dann den Aufwand – nicht man selbst heute. Das ist für viele attraktiv, selbst wenn die Person in zwei oder drei Jahren das Zukunfts-Ich ist.

Was unterscheidet BIOVOX von anderen Unternehmen im Bereich nachhaltiger Materialien?

Wir fokussieren uns ausschließlich auf Healthcare-Anwendungen und haben dort ein viel größeres Know-how, eine bessere Marktübersicht und eine deutlich größere Datenbasis als irgendein anderer Anbieter von Biokunststoffen. Zudem verfügen wir im Gegensatz zu vielen Wettbewerbern über alle relevanten Prozesse und Zertifizierungen.

Außerdem hängen wir nicht an einem einzelnen Polymer. Wir haben heute PLA-basierte Materialien und Bio-PE im Portfolio und arbeiten an PEF sowie biobasiertem PP. Dadurch können wir relativ objektiv auswählen, welche Materiallösung für eine konkrete Anwendung sinnvoll ist.

Wie wichtig werden Kreislaufwirtschaft und Recycling künftig für die Medizin- und Pharmabranche sein?

Sehr wichtig, ohne geht es nicht. Aber nicht jedes gebrauchte Medizinprodukt lässt sich einfach wieder zu einem neuen Medizinprodukt recyceln – das hängt von vielen Details des Produktlebenslaufs ab.

Sehr spannend ist die Wechselwirkung zwischen Polymerklasse, den daraus folgenden Eigenschaften verschiedener Recyclingtechnologien und den Sterilisationsverfahren, sowohl bei der Herstellung eines sterilen Medizinprodukts als auch nachher in der Abfalldekontamination. Denn die meisten Sterilisationsprozesse schädigen die Polymere mehr oder minder stark. Je nachdem, was man hier wählt, kann man besonders geschickte oder besonders ungeeignete Kombinationen wählen. Hier liegt viel Potenzial.

Welche technologischen Entwicklungen oder neuen Anwendungen plant BIOVOX in den kommenden Jahren?

Ein großer Schwerpunkt sind Drug Delivery Devices, besonders Autoinjektoren. Dafür eignen sich sowohl unsere PLA-basierten Materialien als auch biobasierte Polyolefine sehr gut.

Ein zweites wichtiges Thema ist PEF für pharmazeutische Anwendungen. PEF ist eine Art PET auf Steroiden. Es hat sehr hohe Barriereeigenschaften und kann besonders sauerstoffempfindliche Medikamente wie Peptide und Proteine – man denke nur an GLP-1 – besser schützen als viele heute genutzte Verpackungen.

Daneben arbeiten wir mit Partnern an segregiert biobasiertem PP. Außerdem gibt es diverse technische Kunststoffe, für die wir gerade Alternativen beziehungsweise biobasierte Versionen suchen und testen.

Warum ist BIOVOX Teil des Chemistry & Health Hub Mannheim/Ludwigshafen geworden?

Eigentlich beschreibt der Name schon ziemlich gut, warum wir dort hineinpassen: Wir sitzen genau an der Schnittstelle zwischen Chemistry und Health.

Ein Material-Startup kann nicht isoliert skalieren. Wir brauchen Rohstoffpartner, Verarbeiter, Medizinprodukte- und Pharmaunternehmen sowie spezialisierte Expertise.

Welche Vorteile bietet das Innovationsumfeld in Mannheim und Ludwigshafen für ein Startup wie BIOVOX?

Die Region hat eine sehr hohe Dichte an Chemie-, Pharma- und Healthcare-Kompetenz. Dort findet man Anknüpfungspunkte, potenzielle Kunden und potenzielle Lieferanten. Auch die Hochschullandschaft ist sehr gut auf unsere Bedarfe ausgerichtet. So finden wir ausreichend qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Welche drei Tipps würden Sie anderen Gründern im Bereich ClimateTech und MedTech mit auf den Weg geben?

Ist abgedroschen und nichts Neues, aber: Fokus. Sucht die Anwendungen und Kundengruppen, bei denen euer Team besonders stark ist und euer Produkt wirklich einen besonderen Vorteil hat.

Baut früh Marke und Glaubwürdigkeit auf. Das ist sowohl in Healthcare als auch in Bezug auf Nachhaltigkeit essenziell. Man braucht wissenschaftlich nachvollziehbare Daten, muss die Sprache der Kunden sprechen, deren Probleme verstehen und präsent sein. Dann kann man sich auch als Startup über die Jahre etablieren und wird als kompetente Anlaufstelle für diese Themen wahrgenommen.

Bildcredits Biovox

Wir bedanken uns bei Julian Lotz für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

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therefore beauty: Naturkosmetik und Nachhaltigkeit neu gedacht therefore beauty Gründerinnen links ist Mar Navajas Garcia, rechts Natalie Richter Credits therefore beauty

Von der Hamburger Gründer-WG auf die griechische Insel Ikaria: Das inhabergeführte Naturkosmetik-Startup therefore beauty verzichtet bewusst auf Investoren, setzt auf handgefertigte Kleinserien und verfolgt eine ungewöhnliche Vision – die eigene Hautpflege durch radikale Reduktion langfristig überflüssig zu machen.

Können Sie therefore beauty kurz vorstellen und erzählen, wie die Idee zur Gründung entstanden ist?

therefore beauty ist eine Hamburger Naturkosmetikmarke, die auf pflanzenkundlich formulierte Pflege in Kleinserien setzt – handgefertigt, ohne Palmöl, ohne synthetische Zusätze. Die Idee entstand 2018 in einer Gründer-WG im Schanzenviertel. Bei einer Flasche Wein diskutierten Mar und ich mit unseren Mitbewohner:innen über den Zustand unseres gemeinsamen Badezimmers: Plastik, Tuben, Tiegel und zweifelhafte Inhaltsstoffe so weit das Auge reichte. Wir beschlossen, es besser zu machen – und blieben als einzige an der Idee dran.

Welche Vision verfolgen Sie mit therefore beauty?

Wir wollen zeigen, dass Haut sich selbst regulieren kann – wenn man sie lässt. Unser Ziel ist es, uns selbst überflüssig zu machen. Nicht im Sinne des Unternehmens, sondern im Sinne der Pflege: Wer einmal verstanden hat, was seine Haut wirklich braucht, braucht nicht mehr viel. Das ist unsere Vision – und unser Geschäftsmodell.

An welche Zielgruppen richten sich Ihre Produkte?

An alle, die genug ausprobiert haben. Unsere Kundinnen kommen oft mit empfindlicher, reaktiver oder aus dem Gleichgewicht geratener Haut zu uns – und haben meist eines gemeinsam: Sie haben es mit zu viel versucht, bevor sie mit weniger Erfolg hatten. Das können junge Frauen sein, die Clean Beauty entdecken, oder Frauen ab 50, die reife Haut neu verstehen wollen. Auch Männer und Familien mit sensiblen Kindern gehören zu unserer Kundschaft.

Warum verfolgt therefore beauty bewusst einen minimalistischen Ansatz?

Weil weniger biologisch logischer ist. Viele Hautprobleme entstehen durch permanente Überstimulation – zu viele Inhaltsstoffe, zu häufiges Waschen, zu intensive Pflege. Haut ist ein selbstregulierendes Organ. Sie spiegelt nur wider, was nicht gut für uns ist. Wir versuchen nicht, sie zu verbessern. Wir geben ihr einfach mehr Raum.

Was macht therefore beauty besonders im Vergleich zu anderen Naturkosmetikmarken?

Naturkosmetik ist nicht automatisch besser – auch hier gilt: zu viele Inhaltsstoffe können zu viel sein. Wir orientieren uns an altem heilkundlichen Wissen: Eine gute Formulierung rührt nicht zu viele Pflanzenstoffe zusammen. Dazu kommt unsere persönliche Einbindung in die Rohstoffbeschaffung – wir ernten einen Teil unserer Schlüsselrohstoffe selbst, auf der griechischen Insel Ikaria. Und wir sind eigenfinanziert, ohne Investor:innen, ohne Kompromisse bei Rezepturen.

Welche Bedeutung haben kurze Inhaltsstofflisten und handwerkliche Herstellung für Sie?

Sie sind nicht verhandelbar. Kurze INCI-Listen sind für uns kein Marketingversprechen, sondern Konsequenz: Alles, was wir hinzugeben, muss sinnvoll eingebaut oder spurlos abgebaut werden können. Und handwerkliche Kleinserien garantieren, dass die Qualität der Rohstoffe erhalten bleibt – industrielle Massenproduktion ist mit unserem Ansatz schlicht nicht vereinbar.

Wie verbinden Sie Nachhaltigkeit, Wirksamkeit und Reduktion?

Für uns sind das keine konkurrierenden Ziele. Wirksamkeit entsteht bei uns gerade durch Reduktion: wenige, hochwertige Inhaltsstoffe, die die Haut versteht. Nachhaltigkeit folgt daraus fast automatisch – weniger Produkte, kürzere Lieferketten, weniger Verpackung. Was gegen die Natur arbeitet, kann nicht nachhaltig sein.

Welche Herausforderungen gibt es, Verbraucher:innen von weniger Pflege zu überzeugen?

Die größte Herausforderung ist das Vertrauen – in die eigene Haut. Die Industrie hat jahrzehntelang das Gegenteil kommuniziert: dass Haut ein Problem ist, das gelöst werden muss. Dieses Denken umzukehren braucht Zeit. Unsere Garantie – wer nach 28 Tagen keine Verbesserung feststellt, bekommt den Kaufpreis zurück – hilft dabei. Wir nehmen das Risiko weg.

Welche Nachhaltigkeitsmaßnahmen setzen Sie konkret um?

Keine Plastikverpackungen, kein Palmöl, keine synthetischen Zusätze. Unsere Seifen werden in einer Manufaktur in der Nähe von Hannover hergestellt – einem handwerklichen Prozess, den wir eng begleiten. Lagerung, Labeling, Qualitätskontrolle und Fulfillment liegen in den Händen einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung in Heide. Unser Deo kommt im Pfandsystem aus Flüssigholz. Und wir wachsen bewusst langsam – denn alles, was zu schnell wächst, wird instabil.

Wie hat sich das Bewusstsein der Verbraucher:innen verändert?

Deutlich. Als wir 2018 starteten, war die Stimmung eine andere – Fridays for Future, Klimaproteste, kollektiver Aufbruch. Nachhaltigkeit war politisch, emotional, dringend. Heute ist das Bewusstsein dafür Mainstream geworden, und die Auswahl damit auch größer und unübersichtlicher. Viele Marken haben den Begriff Nachhaltigkeit besetzt, ohne ihn wirklich zu leben. Was sich aber auch verändert hat: Menschen suchen heute echte Alternativen – nicht aus schlechtem Gewissen, sondern weil sie gemerkt haben, dass es besser funktioniert. Die Sehnsucht nach Einfachheit ist real. Und genau das schafft Raum für Marken, die es wirklich ernst meinen.

Welche nächsten Schritte stehen bei therefore beauty im Fokus?

Im nächsten Schritt planen wir eigene ätherische Öle, die wir auf Ikaria produzieren – als logische Erweiterung unserer Rohstoffarbeit dort. Neue Produkte entstehen nur, wenn sie sich schlüssig in unsere Logik einfügen. Wachstum durch Qualität, nicht durch Quantität.

Drei Ratschläge für Gründer:innen, die etablierte Gewohnheiten verändern wollen?

Erstens: Zuhören, bevor man spricht. Wir haben unsere Marke aus echtem Austausch mit unserer Community entwickelt – nicht aus Marktanalysen.

Zweitens: Langsam wachsen. Alles, was zu schnell wächst, wird instabil.

Drittens: Den eigenen moralischen Ansprüchen gerecht werden. Das ist die härteste Aufgabe – aber auch die einzige, die langfristig trägt.

Bild links ist Mar Navajas Garcia, rechts Natalie Richter Credits therefore beauty

Wir bedanken uns bei den Gründerinnen für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.


Premium Start-up: therefore beauty

therefore beauty log schwarz weiss

Kontakt:

terrorists of beauty GmbH
Schulterblatt 3
20357 Hamburg

www.therefore-beauty.de
hello@therefore-beauty.de

Ansprechpartner: Natalie Richter

Social Media:
Instagram

Startup Solago im Interview: Günstige Solaranlagen durch E-Commerce

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Solago im Portrait: Bootstrapping zum Millionen-Umsatz janik Nolden Founder

Vom gescheiterten Erstversuch zum 250-Millionen-Umsatz: Im Interview erklärt Gründer Janik Nolden, wie er das Startup Solago komplett ohne Investoren aufbaute und warum der Online-Direktvertrieb von Solarkomponenten den Kauf einer eigenen Solaranlage revolutioniert

Herr Nolden, können Sie Solago beziehungsweise Solarhandel24 kurz vorstellen und erzählen, wie die Idee zur Gründung des Unternehmens entstand?

Solago beziehungsweise Solarhandel24 wurde 2022 gegründet und ist auf den Online-Direktvertrieb von Photovoltaik-Komplettsets und einzelnen Solarkomponenten wie Speichern und Wechselrichtern spezialisiert.

Die Idee entstand aus einem einfachen Gedanken: Wir wollten Kundinnen und Kunden den günstigsten und unkompliziertesten Weg zur eigenen Solaranlage ermöglichen. Deshalb haben wir Solago aufgebaut, um Solarkomponenten direkt online anzubieten, sowohl einzeln als auch als konfiguriertes Komplettset. Durch effizientere Strukturen und Vertriebsprozesse können wir im Vergleich zu klassischen Installationsmodellen Kosten einsparen und diese Vorteile direkt an unsere Kunden weitergeben.

Bevor Sie Solago aufgebaut haben, ist Ihr erstes Startup gescheitert. Was haben Sie aus dieser Erfahrung mitgenommen, das Ihnen beim zweiten Anlauf geholfen hat?

Aus unserem ersten Startup haben wir gelernt, wie man lean einen Onlineshop aufbaut und ersten Traffic über Google und Meta generiert. Gleichzeitig haben wir aber auch gelernt, dass wir nicht unfehlbar sind und scheitern können. Diese Erfahrung hat dabei geholfen, auf dem Boden zu bleiben und eine realistische Wahrnehmung zu entwickeln.

Für mich war außerdem wichtig zu erkennen, dass Netzwerken und die Startup-Bubble einen nicht automatisch weiterbringen. Am Ende zählen vor allem die Dinge, die man selbst aktiv umsetzt und manchmal kann es helfen, sich für ein paar Monate bewusst „einzusperren“ und konsequent sein eigenes Ding durchzuziehen.

Sie sind mit 12.500 Euro Startkapital und ohne Investoren gestartet. Warum haben Sie sich bewusst für einen bootstrapped Weg entschieden?

Wir wollten nicht von ständigen Finanzierungsrunden abhängig sein. Das kostet viel Zeit und Nerven, und wir wollten uns auch selbst beweisen, dass wir es aus eigener Kraft schaffen und vorankommen können.

Ich glaube außerdem, dass Finanzierungsrunden Gründer manchmal zu sehr davor schützen, ihr Geschäftsmodell kritisch zu hinterfragen. Wenn ein Modell nicht profitabel ist, kann man mit neuem Geld wieder eine gewisse Zeit überbrücken. Beim Bootstrapping geht das nicht. Man ist gezwungen, unprofitable Bereiche schnell zu erkennen, sie konsequent zu beenden und sich auf das zu konzentrieren, was wirklich funktioniert. Das kann ein großer Vorteil sein.

Innerhalb weniger Jahre ist aus Solago ein Unternehmen mit 300 Mitarbeitenden, 30.000 Quadratmetern Lagerfläche und einem Gesamtumsatz von 250 Millionen Euro geworden. Was waren aus Ihrer Sicht die entscheidenden Erfolgsfaktoren?

Ein entscheidender Punkt war, dass wir früh die Benefits im Online-Vertrieb erkannt haben und es uns zum Ziel gemacht haben, Solaranlagen und Solarkomponenten zu guten Preisen direkt online anzubieten. Viele Kundinnen und Kunden übernehmen heute einen Teil ihres Solarprojekts selbst und können dadurch mehrere tausend Euro sparen. Das macht die eigene Solaranlage erschwinglicher, rentabler und damit auch attraktiver.

Für uns bedeutet das, dass wir weniger in klassischen aktiven Vertrieb investieren müssen, sondern können uns darauf konzentrieren, unseren Kundinnen und Kunden eine sehr gute Solaranlage zu einem attraktiven Preis anzubieten. Wenn der Nutzen klar ist, braucht es auch weniger „Überzeugungsarbeit“.

Wichtig waren außerdem die Auswahl der richtigen Markenprodukte, verständlich konfigurierte Komplettsets und die Möglichkeit, Ware direkt bei uns vor Ort selbst abzuholen. Diese Kombination aus Preis, Transparenz, Produktauswahl und einfacher Abwicklung hat stark zu unserem Wachstum beigetragen.

Der Solarmarkt gilt als technisch und stark vom Handwerk geprägt. Wie ist es Ihnen gelungen, daraus ein erfolgreiches E-Commerce-Geschäftsmodell zu entwickeln?

Wir merken, dass Kundinnen und Kunden heute deutlich besser informiert sind als noch vor einigen Jahren. Viele beschäftigen sich intensiv mit den Produkten, vergleichen Lösungen und wollen verstehen, was sie kaufen. Dabei helfen natürlich digitale Kanäle.

Wir selbst betreiben mit der „Solar Akademie“ einen YouTube-Kanal mit rund 150.000 Abonnenten, auf dem wir Produkte vorstellen, erklären und praktische Orientierung geben. Auch KI-Modelle wie ChatGPT oder Gemini verändern den Markt, weil sich Kundinnen und Kunden sehr schnell Wissen aneignen können.

Gleichzeitig machen wir die Kaufentscheidung so einfach wie möglich. Wir konfigurieren Komplettsets für die technischen Komponenten und auch für die Unterkonstruktion beziehungsweise Halterung vor. Dadurch müssen Kundinnen und Kunden nicht jedes Einzelteil selbst zusammensuchen. Durch die hohen Einsparpotenziale lohnt es sich für viele, sich zu informieren und zumindest einen Teil des Projekts selbst in die Hand zu nehmen.

Welche Herausforderungen mussten Sie in der Wachstumsphase meistern, und wie haben sich diese im Laufe der Zeit verändert?

Durch unser starkes Wachstum gab es von Anfang an operative Herausforderungen. Ein wiederkehrendes Thema war zum Beispiel der Platzbedarf, weil Solarkomponenten viel Lagerfläche benötigen. Außerdem war es immer schwierig, in den Peakzeiten den Kundenservice entsprechend nachzuziehen.

Mit der Zeit haben wir viele Erfahrungswerte gesammelt und die passenden Strukturen aufgebaut. Heute haben wir unter anderem eigene Teams für IT, Disposition, Einkauf, Marketing, Design, Produktmanagement und Buchhaltung. Viele Kernkompetenzen liegen also direkt bei uns im Unternehmen.

Trotzdem bleibt es herausfordernd, die Strukturen immer wieder an das Wachstum anzupassen. Wenn ein Unternehmen sehr schnell größer wird, müssen Prozesse, Teams und Verantwortlichkeiten ständig nachziehen.

Wie wichtig war es für den Erfolg von Solago, die Bedürfnisse der Kundinnen und Kunden genau zu verstehen und Prozesse konsequent zu digitalisieren?

Das war ein entscheidender Faktor. Zu Beginn habe ich jedes Kundengespräch am Telefon oder auch als Beratung bei uns im ersten Ladenlokal selbst geführt. Dadurch haben wir sehr schnell verstanden, wie unsere Kundinnen und Kunden denken, welche Fragen sie haben und wo die eigentlichen Probleme liegen.

Diese Nähe zum Kunden hat uns geholfen, genau die Produkte anzubieten, die wirklich nachgefragt wurden. Unser Lager hat sich durch die richtige Produktauswahl teilweise innerhalb von zwei Wochen komplett gedreht. Klassische Ladenhüter gab es bei uns kaum, weil wir uns sehr konsequent darauf konzentriert haben, nur das anzubieten, was unsere Kundinnen und Kunden tatsächlich brauchen.

Viele Gründer stehen nach einem Rückschlag vor der Frage, ob sie noch einmal neu starten sollen. Was hat Ihnen den Mut gegeben, es erneut zu versuchen?

Nach dem Scheitern meines ersten Startups habe ich natürlich auch darüber nachgedacht, ob Gründen wirklich der richtige Weg für mich ist. Als ich dann aber die Chance im Solarmarkt gewittert und verstanden habe, was wir mit Solago aufbauen können, hat es mich sofort wieder gepackt. Für mich war klar, dass ich diesen einen Versuch noch wagen möchte, bevor ich mich vielleicht doch auf einen klassischen Job bewerbe.

Welche Vision verfolgen Sie mit Solago, und welche Rolle soll das Unternehmen künftig im Markt für Solarlösungen einnehmen?

Wir möchten unsere Position als größten Onlinehändler für Solaranlagen verteidigen und ausbauen. Unsere Wachstumsstrategie basiert zum einen auf der Sortimentserweiterung um Klimaanlagen und Wärmepumpen. Zum anderen möchten wir international stärker werden und neue EU-Märkte erschließen. Wir haben natürlich jetzt ein klares Ziel vor Augen: 1 Milliarde Euro Jahresumsatz.

Wie sehen Sie die Zukunft des Solarmarktes, und welche Entwicklungen werden Unternehmen in den kommenden Jahren besonders prägen?

Ich glaube, dass sich der Solarmarkt weiter in Richtung DIY entwickeln wird. Gleichzeitig wird es immer Kundinnen und Kunden geben, die mit der Installation selbst nichts zu tun haben möchten und dafür einen Monteur beauftragen. Das sehen wir auch bei vielen unserer Kunden: Sie kaufen die Komponenten bei uns und lassen sie anschließend von einem regionalen Installateur montieren.

Das funktioniert sehr gut und bringt bereits eine deutliche Kostenersparnis, auch wenn man nicht selbst installiert. Man muss also nicht alles eigenhändig machen, um günstiger zur eigenen Solaranlage zu kommen.

Darüber hinaus werden Haushalte in den kommenden Jahren smarter und stärker auf Eigenverbrauch optimiert. In Mitteleuropa werden nicht nur Wärmepumpen, sondern auch Klimaanlagen einen großen Markt bilden. Gerade hier ist die Kombination mit Photovoltaik natürlich sehr spannend.

Welche nächsten Meilensteine und Wachstumsziele stehen für Solago aktuell im Fokus?

Wir fokussieren uns auf die Erweiterung unseres Sortiments und die Internationalisierung. Zusätzlich möchten wir künftig noch mehr daran arbeiten, Endkunden mit Handwerksbetrieben für die Installation der Komponenten zu vernetzen.

Welche drei Ratschläge würden Sie Gründerinnen und Gründern geben, die ein Unternehmen ohne Investoren aufbauen und nachhaltig skalieren möchten?

  1. Versteht eure Kundinnen und Kunden wirklich. Konzentriert euch auf die Dinge, die ihnen einen echten Mehrwert bringen.
  2. Wenn man einem Kunden den Nutzen eines Produkts erst sehr aktiv verkaufen muss, ist das Produkt vielleicht noch nicht klar genug oder nicht das richtige.
  3. Macht euch am Anfang selbst die Hände schmutzig. Gründer sollten jeden Prozess im Unternehmen selbst durchlaufen, vom Kundengespräch bis zur operativen Abwicklung. Das spart nicht nur Geld, sondern hilft auch enorm dabei, Kunden, Abläufe und Aufgaben kennenzulernen, die später von den Mitarbeitenden übernommen werden.

Bildcredits ©Solago

Wir bedanken uns bei Janik Nolden für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Schluss mit Standardgrößen: Wie das Schweizer Startup MYNE mit KI den BH-Markt revolutioniert

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MYNE: KI für den perfekten BH Linda Durisch

Kein XS, kein 75B: Die Textilingenieurin und MYNE-Gründerin im Interview über KI-gestützte 3D-Körpervermessung, eine Retourenquote von unter einem Prozent und warum das klassische Größensystem ein struktureller Denkfehler ist

Können Sie MYNE kurz vorstellen und erzählen, wie die Idee zur Gründung des Unternehmens entstanden ist?

MYNE ist ein Schweizer Tech-Start-up, das maßgefertigte BHs auf Basis eines KI-gestützten Smartphone-Scans produziert — on demand, ohne Standardgrößen, für jeden Körper individuell berechnet. Gegründet habe ich MYNE gemeinsam mit meinem Mann Mathias — er als Industriedesigner, ich als Textilingenieurin mit 15 Jahren Erfahrung in der Produktentwicklung für internationale Marken. Seit Anfang 2025 sind wir am Markt. Was mich immer wieder beschäftigt hat: Warum akzeptieren Frauen seit Jahrzehnten, dass ein Kleidungsstück, das sie täglich tragen, drückt, verrutscht oder einschneidet? Das Problem war nie der weibliche Körper. Das Problem war das System dahinter.

Welche Vision verfolgen Sie mit MYNE, und wie möchten Sie die Passform von BHs langfristig neu denken?

Unsere Vision ist eine Welt, in der Kleidung nicht mehr nach Größensystem, sondern nach Körperform gekauft wird. Kein XS, kein 75B — nur der individuelle Körper als Ausgangspunkt. Der BH ist der Anfang. Die Technologie dahinter ist auf andere Kategorien übertragbar — überall dort, wo Passform entscheidend ist.

An welche Zielgruppen richtet sich MYNE hauptsächlich, und welche Bedürfnisse möchten Sie mit Ihren maßgefertigten BHs erfüllen?

MYNE richtet sich an Frauen, die einen BH suchen, der wirklich zu ihrem Körper passt — nicht zu einer Konfektionsgröße. Das ist keine Frage des Alters oder des Lifestyles. Was unsere Kundinnen verbindet: die Erfahrung, dass Unterwäsche bisher immer ein Kompromiss war.

Viele Frauen finden keinen wirklich passenden BH. Warum sehen Sie darin eher ein Problem des klassischen Größensystems als der individuellen Körperformen?

Das BH-Größensystem basiert auf Standardisierung und Durchschnittswerten — entwickelt vor fast hundert Jahren für industrielle Massenproduktion, nicht für individuelle Körper. Zwei Frauen mit derselben BH-Größe können völlig unterschiedliche Körperformen haben, in Symmetrie, Form, Volumen. Trotzdem bekommen sie dasselbe Produkt. Das ist kein Zufall — das ist ein struktureller Denkfehler, der über Jahrzehnte normalisiert wurde.

MYNE kombiniert KI, 3D-Körpervermessung und On-Demand-Produktion. Was macht dieses Zusammenspiel aus Ihrer Sicht besonders?

Was MYNE besonders macht, ist der geschlossene Prozess: Vom Smartphone-Scan über die algorithmische Passformberechnung bis zur automatisierten Fertigung — ohne Medienbruch, ohne manuelle Eingriffe. Das ist der Unterschied zwischen einem guten Ansatz und einem skalierbaren System.

Wie funktioniert der Smartphone-Scan, und welche Vorteile bietet er gegenüber herkömmlichen Methoden der Größenbestimmung?

Die Kundin dreht sich einmal vor der Kamera — Unterwäsche oder enganliegende Kleidung genügen, der Vorgang dauert wenige Sekunden. Das KI-System erfasst dabei hunderte Messpunkte und gleicht sie mit einer Datenbank von hochauflösenden 3D-Körperscans des Hohenstein-Instituts ab. Die Ergebnisse sind präziser als eine manuelle Vermessung mit dem Maßband, weil typische Messfehler durch unterschiedliche Anlegetechniken oder Körperhaltung entfallen. Datenschutz war von Anfang an keine nachgelagerte Frage, sondern eine Grundvoraussetzung. Das Gesicht wird verpixelt und der Hintergrund gelöscht, übermittelt wird ausschließlich ein anonymisierter Zahlensatz — zu keinem Zeitpunkt mit Namen oder Kontaktdaten verknüpft. Die Messdaten dienen einzig der Fertigung des BHs. Wir halten uns streng an die Richtlinien des DSGVO — dem strengsten Datenschutzstandard weltweit.

Welche Rolle spielen individuelle Schnittmuster und maßgefertigte Bügel für Tragekomfort und Passform?

Der klassische Metallbügel ist ein Kompromiss — er wurde für Standardgrößen entwickelt, nicht für individuelle Körper. Bei MYNE ersetzen wir ihn durch einen flexiblen Silikon-Frame, der sich dem Körper anpasst und Halt gibt, ohne einzuschneiden oder Druckpunkte zu erzeugen. Dank CNC-gesteuerter Technik werden die Stoffe millimetergenau zugeschnitten. Es gibt keinen Standardschnitt, keine Annäherung — jeder BH ist einzigartig.

Welche Herausforderungen begegnen Ihnen bei der Entwicklung einer Technologie, die individuelle Maßanfertigung wirtschaftlich skalierbar machen soll?

Die größte Herausforderung war nicht die Technologie selbst, sondern das Zusammenspiel der einzelnen Schritte. Scan, Algorithmus, Fertigung — jeder Teil funktioniert für sich. Sie zu einem geschlossenen, automatisierten Prozess zu verbinden, der auch wirtschaftlich funktioniert, hat Jahre gedauert. Maßanfertigung war bisher Handarbeit und damit nicht skalierbar. Wir haben den Produktionsprozess selbst neu gedacht.

MYNE produziert erst nach der Bestellung. Welche Bedeutung hat dieses On-Demand-Modell für Nachhaltigkeit und den Umgang mit Überproduktion?

On-Demand ist bei MYNE die konsequente Umsetzung unserer individualisierten Fertigung – mit einem entscheidenden Nachhaltigkeitseffekt. Weil wir ausschließlich nach Bestellung produzieren, entstehen weder Überproduktion noch Lagerbestände oder unverkaufte Ware. Gleichzeitig sorgt die passgenaue Fertigung für eine Retourenquote von unter einem Prozent – weit entfernt von den branchenüblichen bis zu 50 Prozent. Ein wirtschaftlich interessantes und nachhaltiges Business Modell.

Wie verändert sich aus Ihrer Sicht das Bewusstsein der Verbraucherinnen für personalisierte Mode und digitale Fertigung?

Frauen sind zunehmend bereit, neue Wege zu gehen — wenn der Nutzen klar ist und das Vertrauen stimmt. Was wir beobachten: Kundinnen, die einmal einen wirklich passenden BH getragen haben, verstehen sofort, was ihnen bisher gefehlt hat. Das verändert die Erwartungshaltung nachhaltig. Die Frage ist nicht mehr, ob personalisierte Mode kommt. Die Frage ist, wer den Prozess dafür intelligent genug gebaut hat.

Welche nächsten Entwicklungsschritte und Wachstumsziele stehen bei MYNE aktuell im Fokus?

Die aktuelle Kollektion geht bis 90D — wir arbeiten daran, das Größenspektrum zu erweitern. Langfristig geht es um mehr: eine Welt, in der Kleidung nicht nach Größensystem, sondern nach Körperform gekauft wird. Die Technologie dafür existiert bereits — MYNE wird die Plattform sein, die diesen Wandel anführt. Der BH ist der Anfang. Dafür suchen wir strategische Partner und Wachstumskapital, die diese Vision teilen.

Welche drei Ratschläge würden Sie anderen Gründerinnen und Gründern geben, die mit innovativen Technologien etablierte Branchen verändern möchten?

Erstens: Die Branche von innen kennen. Wer ein System wirklich verändern will, muss verstehen, warum es so geworden ist, wie es ist.

Zweitens: Früher loslassen. Perfektion vor dem Start ist eine Illusion — die wichtigsten Erkenntnisse kommen aus echten Situationen, aus Gesprächen mit Kundinnen, aus Fehlern.

Drittens: Timing ist alles. Eine gute Idee zur falschen Zeit verändert nichts.

Bildcredits MYNE

Wir bedanken uns bei Linda Durisch für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.


Premium Start-up: MYNE

Kontakt:

MYNE
Plazza Staziun 11
7013 Domat/Ems
Schweiz

www.its-myne.com
hello@its-myne.com

Ansprechpartner: Linda Durisch & Mathias Durisch

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KI-Plattform mint: Das neue Betriebssystem für die Filmproduktion

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mint Filmproduktion Video mit KI neu gedacht creamAI: KI für moderne Filmproduktion

Vom Briefing zum fertigen Video in wenigen Stunden: Mit der neuen Plattform mint lanciert das Münchner KI-Unternehmen creamAI ein digitales All-in-One-Filmstudio, das komplexe KI-Modelle in einem einzigen professionellen Workflow bündelt und Nutzer selbst Regie führen lässt.

Welche Idee steckt hinter mint.creamai.de und wie ist das Unternehmen entstanden?

Die kurze Version lautet: Briefing rein, Film raus. Die längere hat viel mit meiner eigenen Geschichte zu tun.

Ich komme aus der Film- und Motion-Design-Welt und arbeite seit über 15 Jahren an der Schnittstelle von Kreation und Marke und nun auch KI, unter anderem für Kunden wie SIXT, BMW, Samsung, IKEA oder Roland Berger, und habe in Keynotes und Workshops tausende Kreative zu KI ausgebildet. In dieser Zeit habe ich immer wieder dasselbe Muster gesehen: Der Bedarf an Bewegtbild explodiert, aber klassische Produktionen sind oft zu langsam, zu teuer und zu schwer skalierbar. Gleichzeitig sind mit KI enorm starke Modelle für Text, Bild, Voice und Video entstanden. Nur bleiben es meist einzelne Werkzeuge, die noch keinen professionellen Produktionsprozess ergeben.

Genau hier setzt mint an. Wir bauen mit mint ein Movie Production Betriebssystem für Unternehmen und Kreative. In mint läuft der gesamte Filmproduktionsprozess in einer Plattform ab: von der ersten Idee über Briefing, Skript, Charakterentwicklung, Storyboard, Bildgenerierung und VoiceOver bis hin zu Videogenerierung, Timeline, Schnitt und Video Export oder für die Weiterverarbeitung in Premiere Pro oder Final Cut.

Ein zentraler Begriff für uns ist die Netto-Produktionszeit – also die Zeit, in der ein Mensch wirklich aktiv an einem Film arbeitet. mint lässt sich vollständig manuell steuern, einzelne Schritte oder größere Teile der Produktion können aber an den Production Agent übergeben werden. Im Idealfall heißt das: Ein gutes Briefing rein, mint erstellt eine erste belastbare Filmversion, und der Mensch konzentriert sich danach auf Regie, Feedback und Feinschliff. Ein Erklärfilm, der früher 2–4 Wochen gedauert hat, entsteht so in wenigen Stunden Netto-Produktionszeit.

Unser Ziel ist deshalb nicht einfach, Filme schneller zu produzieren. Wir wollen Unternehmen ermöglichen, hochwertige Filme planbarer, günstiger und mit deutlich weniger Reibungsverlusten zu erstellen.

Wie würden Sie mint jemandem erklären, der sich bisher noch nicht intensiv mit KI beschäftigt hat?

Am einfachsten so: mint.creamai.de ist ein digitales Produktionsstudio für Filme. Eine klassische Filmproduktion besteht aus vielen Gewerken und Abstimmungsschleifen – von der Idee über Skript und Storyboard bis zu Schnitt und Export. Selbst kurze Erklärfilme dauern dadurch oft mehrere Wochen.

mint bringt diese Arbeitsschritte in eine gemeinsame Produktionsumgebung. Der Nutzer gibt eine Idee, ein Briefing oder ein Skript ein. Daraus kann mint eine Produktionsgrundlage entwickeln, Szenen planen, Bilder und Referenzen erzeugen, ein VoiceOver vorbereiten, Video-Takes erstellen und alles in einer Timeline zusammenführen.

Der entscheidende Punkt: mint ist kein reiner Videogenerator. Videogenerierung ist nur ein Teil des Systems. Der eigentliche Wert liegt darin, dass der gesamte Produktionskontext zusammenbleibt. Der Mensch entscheidet weiterhin über Tonalität, Stil, Freigaben und Details – die KI übernimmt vor allem die aufwendigen Zwischenschritte und macht den Prozess dadurch schneller und kontrollierbarer.

Welche Vision verfolgen Sie mit mint und welche Rolle soll das Unternehmen künftig im KI-Markt einnehmen?

Unsere Vision ist, dass hochwertige Filmproduktionen nicht mehr an große Budgets, lange Vorlaufzeiten und viel Spezialwissen gebunden sind. Unternehmen sollen Videocontent intern, planbar und skalierbar produzieren können, ohne die Kontrolle über Qualität, Marke und Botschaft zu verlieren.

Wir zielen dabei bewusst nicht auf einen Millionen-Nutzer-Markt für gelegentliche Experimente. mint ist für Unternehmen im DACH-Raum und in Europa gedacht, die regelmäßig Filme produzieren oder diesen Bereich künftig stärker intern aufbauen wollen: Marketingfilme, Produktvideos, Schulungsinhalte, Social Ads, Employer Branding, Erklärfilme und serielle Kurzformate.

Im KI-Markt möchten wir für eine neue Generation spezialisierter Produkte stehen. Die erste Welle war stark von einzelnen Tools und allgemeinen Chatbots geprägt. Die nächste Welle wird aus unserer Sicht von Lösungen bestimmt, die konkrete Geschäftsprozesse wirklich verstehen. Genau das ist unser Anspruch – und hier zahlt sich aus, dass wir Filmproduktion nicht als Außenstehende automatisieren, sondern das Handwerk seit Jahren aus der Praxis kennen. mint macht nicht nur ein Modell zugänglich, sondern organisiert einen komplexen Produktionsprozess neu.

Viele Unternehmen stehen vor einer kaum überschaubaren Zahl an KI-Tools. Wie begegnet mint dieser Herausforderung?

Mit Fokus und Integration statt mit noch einem weiteren Tool. Viele Unternehmen haben inzwischen Zugriff auf zahlreiche KI-Werkzeuge – und genau dadurch entsteht ein neues Problem: Inhalte, Prompts, Dateien und Entscheidungen liegen über viele Systeme verstreut. Man spart an einer Stelle Zeit und verliert sie an anderer Stelle durch Abstimmung, Kontextverlust und Nacharbeit wieder.

mint ist bewusst nicht als weiteres allgemeines KI-Tool gedacht. Dafür gibt es mit creamAI bereits ein breiteres Multi-Gen-AI-Produkt. mint ist spitzer: Es konzentriert sich auf KI-gestützte Filmproduktion, also Prompt-to-Movie in einem professionellen Workflow.

Das bedeutet: Der Nutzer muss nicht für jeden Schritt ein neues Tool öffnen oder entscheiden, welches Modell gerade am besten passt. mint hält den Projektkontext zusammen und orchestriert Text-, Bild-, Voice- und Videomodelle im Hintergrund. So wird aus vielen einzelnen KI-Möglichkeiten ein klarer Produktionsprozess mit einem konkreten Ziel: ein fertiger, bearbeitbarer Film.

An welche Zielgruppen richtet sich mint besonders und welche Anforderungen stehen dort im Mittelpunkt?

mint richtet sich vor allem an Teams, die regelmäßig Videocontent brauchen – Marketing- und Brand-Teams, Kommunikationsabteilungen, Agenturen sowie HR- und Learning-Teams.

Die Anforderungen dort sind klar. Erstens Geschwindigkeit: Viele Teams müssen heute mehr Bewegtbild in kürzerer Zeit produzieren. Zweitens Wirtschaftlichkeit: Nicht jedes wiederkehrende Video kann eine große externe Produktion sein. Drittens Kontrolle: Stil, Marke, Produkte, Tonalität und Botschaften müssen konsistent bleiben.

Besonders stark ist mint deshalb bei wiederkehrenden Formaten wie Produktvideos, Kampagnenfilmen, Social Ads, Schulungsvideos, interner Kommunikation, Employer Branding oder Erklärfilmen. Unser Ziel ist, dass Unternehmen diese Formate als interne Produktionsfähigkeit aufbauen können, statt jedes Projekt komplett neu aufzusetzen.

Was unterscheidet mint von anderen Plattformen für KI-Anwendungen und Automatisierung?

Unser Prinzip bringt es auf den Punkt: Der Agent produziert den Film. Du führst Regie.

Viele KI- und Automatisierungsplattformen versuchen, möglichst viel gleichzeitig abzudecken. Das kann hilfreich sein, führt bei komplexeren Prozessen aber zu hoher Komplexität. Wir haben uns bewusst anders entschieden und konzentrieren uns auf einen einzigen, sehr relevanten Bereich: professionelle Filmproduktion.

Der Unterschied liegt darin, dass mint den Produktionszusammenhang versteht. Ein Bild ist in mint nicht einfach ein generiertes Bild – es gehört zu einer Szene, einem Stil, zu Referenzen, zu einem späteren Video-Take und am Ende zu einer Timeline. Ein VoiceOver ist nicht nur eine Audiodatei, sondern beeinflusst Timing, Szenenlänge und Schnitt.

Diese Verbindung der Schritte ist der eigentliche Wert. mint automatisiert nicht blind alles, sondern organisiert einen komplexen Produktionsprozess so, dass Mensch und Agent sinnvoll zusammenarbeiten. Der Agent übernimmt Aufgaben, der Mensch behält Regie, Kontrolle und Freigabe.

Datenschutz und Datensicherheit sind bei KI ein großes Thema. Wie positioniert sich mint in diesem Bereich?

Datenschutz und Datensicherheit sind für uns zentral, weil mint mit Briefings, Skripten, Markenmaterialien, Referenzen und teilweise sensiblen Unternehmensinhalten arbeitet. Wir haben schon mit creamAI konsequent auf eine europäische Ausrichtung gesetzt und führen das mit mint weiter.

Unsere Infrastruktur ist auf deutsche und europäische Anforderungen ausgerichtet. Unsere Server stehen in Deutschland, und für textbasierte KI-Prozesse setzen wir auf Sprachmodelle mit europäischen Serverstandorten, etwa über große Cloud-Anbieter wie Microsoft oder Amazon. Dazu kommen vertragliche und technische Schutzmaßnahmen wie Auftragsverarbeitungsverträge, Zero-Data-Retention-Optionen und eine klare serverseitige Verwaltung von Zugangsdaten.

Wichtig ist mir dabei die ehrliche Einordnung: Der sensible Kern – Briefings, Skripte, Markenmaterial – bleibt in der europäischen Umgebung. Bei der reinen Videogenerierung gibt es im europäischen Markt aktuell noch keine Konkurrenz zu den stärksten internationalen Modellen. Wer heute hochwertige KI-Videos produzieren will, kommt an bestimmten amerikanischen oder asiatischen Modellen wie Seedance und Kling leider kaum vorbei.

Und schließlich unsere eigene Produktentwicklung: Unser Produkt- und Entwicklungsteam sitzt in München. Bei der Kernentwicklung arbeiten wir nicht mit Near- oder Offshoring-Strukturen. Das gibt uns mehr Kontrolle über Code, Architektur und Sicherheitsprozesse.

mint ist Teil des Hub Potsdam. Welche Impulse erhalten Sie dort für die Weiterentwicklung des Unternehmens?

Der MediaTech Hub Potsdam bietet genau das Netzwerk, das wir als junges Unternehmen in dieser Phase brauchen. Relevante Kontakte, ehrliches Feedback, Zugang zu Unternehmen und einen starken Austausch mit Menschen, die Medien, Technologie und Unternehmertum verstehen.

In den letzten Wochen und Monaten sind über den Hub viele spannende Gespräche entstanden. Manche Kontakte haben uns durch Feedback weitergebracht, andere haben konkrete Projektideen oder Pilotmöglichkeiten eröffnet. Gerade bei einem Produkt wie mint ist es wichtig, die Idee immer wieder mit dem Markt zu spiegeln und nicht nur im eigenen Team weiterzuentwickeln.

Für uns hilft der Hub, schneller zu lernen, klarer zu kommunizieren und die richtigen nächsten Schritte zu priorisieren.

Welche Herausforderungen begegnen Ihnen aktuell beim Wachstum von mint?

Wir befinden uns im Übergang von einer geschlossenen Beta hin zu einer offeneren Beta-Phase mit ersten Pilotkunden. Wir führen aktuell rund fünf Gespräche pro Woche. Nachfrage und Feedback sind sehr positiv – gleichzeitig müssen Produktentwicklung, Sales, Onboarding und Kundenfeedback sauber zusammenlaufen.

Eine der größten Herausforderungen ist Fokus. Wenn man mit vielen potenziellen Kunden spricht, entstehen schnell viele gute Ideen und Wünsche. Als Gründer muss man genau zuhören, aber gleichzeitig entscheiden, welche Themen wirklich zum Kernprodukt gehören und welche später kommen.

Für die nächsten Monate ist mir deshalb besonders wichtig, viele Kunden persönlich zu onboarden. Ich will genau verstehen, wo die tatsächlichen Pain Points liegen, welche Workflows im Alltag entstehen und an welchen Stellen mint den größten Hebel hat. Dieses direkte Feedback ersetzt keine Produktstrategie, aber es macht sie deutlich besser.

Welche Bedeutung hat der Austausch mit anderen Startups und Technologieunternehmen im Hub Potsdam für Ihr Unternehmen?

Der Austausch ist sehr wichtig, weil viele Gründer vor ähnlichen Fragen stehen – auch wenn die Produkte unterschiedlich sind. Go-to-Market, Finanzierung, Teamaufbau, Produktfokus, Vertrieb, Pilotkunden, Partnerschaften: Bei all dem helfen konkrete Erfahrungen anderer Unternehmen enorm.

Besonders wertvoll ist die Praxisnähe. Man hört nicht nur theoretische Ratschläge, sondern echte Erfahrungen: Was hat funktioniert, was hat Zeit gekostet, welche Fehler würde jemand nicht noch einmal machen. Solche Gespräche beschleunigen den eigenen Lernprozess spürbar.

Auch die Coaches und das Umfeld des Hubs geben uns einen positiven Push. Sie helfen, Annahmen zu hinterfragen, die eigene Positionierung zu schärfen und schneller in Richtung Markt zu denken.

Welche Entwicklungen und Funktionen stehen bei mint in den kommenden Monaten auf der Roadmap?

Ein wichtiger Bereich ist Dubbing. Wir möchten es ermöglichen, produzierte Filme deutlich einfacher in andere Sprachen zu übertragen – idealerweise mit konsistenter Stimme und minimalem manuellem Aufwand. Für Unternehmen, die Inhalte international ausspielen, ist das ein großer Hebel.

Außerdem optimieren wir die Produktionsworkflows weiter. Schon heute entstehen kurze Erklärfilme mit sehr geringer Netto-Produktionszeit – also der Zeit, die ein Kollege wirklich aktiv an der Produktion mitwirkt. Spannend wird es vor allem bei Formaten, die in größerer Stückzahl entstehen – etwa Microdramas, Schulungsinhalte, Produktvideos oder Social-Formate. Hier geht es nicht um einen einzelnen Film, sondern um skalierbare Produktionslogik.

Ein weiterer Schwerpunkt ist der Ausbau der bereits vorhandenen umfassenden agentischen Fähigkeiten. Nutzer können unserem Agenten erklären, was sie erreichen möchten. mint leitet daraus die passenden Produktionsschritte ab und zeigt trotzdem transparent, was passiert.

Zusätzlich arbeiten wir an speziellen Workflows für HR, Learning und interne Wissensvermittlung. Ein Beispiel: einfache Screencasts oder Rohaufnahmen von Mitarbeitenden, die automatisch strukturiert, gestalterisch verbessert und in hochwertige Trainings- oder Erklärvideos überführt werden. Viele Unternehmen haben intern enorm viel Wissen, aber zu wenig Zeit, daraus gute Inhalte zu machen. Genau hier kann mint einen großen Unterschied machen.

Welche drei Ratschläge würden Sie Gründerinnen und Gründern geben, die heute ein Startup im KI-Bereich aufbauen möchten?

Baut nicht nur eine dünne Funktion um ein Large Language Model herum. Die Entwicklungsgeschwindigkeit im KI-Bereich ist enorm. Was heute wie ein Produkt wirkt, kann morgen eine Standardfunktion in einem größeren Modell sein. Prüft deshalb kritisch, ob ihr wirklich ein relevantes Problem löst oder nur eine kurzfristige technische Lücke nutzt.

Sucht euch einen Use Case mit echter Tiefe. Je stärker ein Produkt in reale Prozesse, Workflows, Daten, Nutzergewohnheiten und Fachlogik eingebettet ist, desto schwieriger ist es zu kopieren.

Bleibt extrem nah am Kunden. Gerade im KI-Bereich ändern sich Technologie, Erwartungen und Möglichkeiten sehr schnell. Man muss schnell bauen – aber noch schneller lernen. Kundenfeedback ist Gold wert, solange man nicht blind jedem Wunsch hinterherläuft. Idealerweise erkennt man Muster, nutzt diese für eine konsequente Weiterentwicklung des Produkts und verliert dabei die eigene Vision nicht aus den Augen.

Bild: AI generated by creamlabs AI GmbH

Wir bedanken uns bei Jacques Alomo für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

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