Montag, September 7, 2026
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Wakeline-CRO Marius Kremeyer: Wie Continuous Learning die Grenzen klassischer KI-Modelle sprengt

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Wakeline: KI mit Continuous Learning Bild Marius Kremeyer Bildcredits Roland Baege

Ob Model-Drift oder explodierende Compute-Kosten: Klassische KI-Ansätze stoßen in dynamischen Märkten schnell an ihre Grenzen. Das DeepTech-Startup Wakeline setzt hier mit adaptivem Continuous Learning an – einer KI-Architektur, die im laufenden Betrieb lernt. Wir haben mit Marius Kremeyer, dem Founding Chief Revenue Officer (CRO) von Wakeline, darüber gesprochen, wie er diese technologische Innovation in handfesten wirtschaftlichen Mehrwert für den Energiemarkt übersetzt, warum DeepTech einen langen Atem braucht und weshalb Kunden am Ende keine Architektur kaufen, sondern die Lösung für ihr konkretes Problem

Können Sie sich unseren Leserinnen und Lesern kurz vorstellen und erzählen, welche Aufgaben Sie als Chief Revenue Officer bei Wakeline übernehmen?

Ich bin Marius Kremeyer und seit Kurzem Founding Chief Revenue Officer (CRO) bei Wakeline. Mein Fokus liegt darauf, unsere Technologie erfolgreich auf den Markt zu bringen und die Brücke zwischen Innovation und den Bedürfnissen unserer Kunden zu schlagen. Gemeinsam mit dem Team identifiziere ich die Anwendungsfälle mit dem größten wirtschaftlichen Potenzial, baue strategische Partnerschaften und Pilotprojekte auf und entwickle daraus skalierbare Go-to-Market-Strukturen.

Gerade im DeepTech-Umfeld geht die Rolle eines Chief Revenue Officers weit über den klassischen Vertrieb hinaus. Es geht darum, die technologischen Möglichkeiten mit den Herausforderungen des Marktes zu verbinden. Viele Unternehmen stoßen mit heutigen KI-Ansätzen an Grenzen, etwa durch Model-Drift, steigende Compute-Kosten oder fehlende Trainingsdaten. Meine Aufgabe ist es, daraus konkrete, wirtschaftlich relevante Anwendungsfälle zu entwickeln.

Wakeline entwickelt mit Continuous Learning einen neuen Ansatz für Künstliche Intelligenz. Wie vermitteln Sie potenziellen Kunden den Mehrwert dieser Technologie?

Im Gespräch steht deshalb zunächst nicht unsere Architektur im Mittelpunkt, sondern das konkrete Problem des Kunden. Viele Unternehmen erleben, dass ihre KI-Modelle zunächst sehr gute Ergebnisse liefern, mit der Zeit jedoch an Zuverlässigkeit verlieren, sobald sich Daten oder Rahmenbedingungen verändern. Die Folgen sind zusätzlicher Aufwand, steigende Betriebskosten und Entscheidungen, die nicht mehr auf einer aktuellen Datengrundlage basieren.

Genau hier setzt unser Continuous-Learning-Ansatz an. Statt Modelle regelmäßig komplett neu trainieren zu müssen, kann sich unsere Architektur im laufenden Betrieb an neue Signale und veränderte Bedingungen anpassen. Für unsere Kunden bedeutet das weniger operativen Aufwand, kürzere Iterationszyklen und belastbarere Entscheidungen in dynamischen Umgebungen. Entscheidend ist dabei, dass Continuous Learning bei Wakeline kein unkontrolliertes Selbstlernen bedeutet, sondern innerhalb klar definierter Leitplanken mit kontinuierlichem Monitoring und regelmäßiger Evaluierung erfolgt.

Welche Branchen und Unternehmen profitieren aktuell besonders von den Lösungen von Wakeline, und wo sehen Sie das größte Wachstumspotenzial?

Aktuell konzentrieren wir uns auf Branchen, in denen Dynamik, Unsicherheit und hohe Entscheidungskosten zusammenkommen. Der Energiemarkt ist dafür ein sehr gutes Beispiel: Angebot, Nachfrage, Wetter, Regulierung und Marktverhalten verändern sich kontinuierlich. Gleichzeitig werden wirtschaftlich relevante Entscheidungen auf Basis von Prognosen getroffen, etwa im Energiehandel, Lademanagement oder in energieintensiven Industrien.

Darüber hinaus sehen wir großes Potenzial in der industriellen Fertigung, da Prozesse dort sehr individuell sind und sich kontinuierlich verändern. Doch auch im Bereich Medizin kann adaptive KI eine wichtige Rolle spielen, weil klassische Modelle häufig an der hohen Variabilität zwischen einzelnen Menschen scheitern. Gemeinsam mit Pilotkunden und Designpartnern wollen wir zunächst nachweisen, in welchen Anwendungsfeldern der größte messbare Mehrwert entsteht und darauf aufbauend konkrete Produkte bauen.

Welche Herausforderungen begegnen Ihnen dabei, eine neuartige KI-Technologie am Markt zu etablieren, die sich deutlich von klassischen KI-Modellen unterscheidet?

Die größte Herausforderung ist, dass wir nicht in eine bestehende Kategorie passen. Viele Unternehmen wissen inzwischen, was klassische Machine-Learning-Modelle oder LLMs leisten können. Unser Ansatz setzt daher an einer anderen Stelle an: bei dynamischen Umgebungen, kontinuierlicher Anpassung und dateneffizientem Lernen. Das gilt es zunächst verständlich zu vermitteln.

Aus kommerzieller Sicht kaufen Kunden keine Architektur, sondern die Lösung eines konkreten Problems. Deshalb identifizieren wir Anwendungsfälle, in denen der Status quo nachweislich hohe Kosten verursacht. Wenn wir dann zeigen können, dass unsere Technologie dort bessere und robustere Ergebnisse liefert, wird aus einer technologischen Innovation ein klarer wirtschaftlicher Mehrwert.

Wie wichtig ist es für Wakeline, komplexe DeepTech-Innovationen verständlich zu kommunizieren und Vertrauen bei Unternehmen aufzubauen?

Extrem wichtig. Gerade weil wir eine neue Architektur entwickeln, müssen wir besonders klar vermitteln, wo sie sinnvoll eingesetzt werden kann und wo ihre Grenzen liegen. Vertrauen entsteht nicht durch große Versprechen, sondern durch Transparenz, nachvollziehbare Pilotprojekte und messbare Ergebnisse.

Für Unternehmen ist darüber hinaus entscheidend, dass adaptive KI kontrollierbar bleibt. Sie müssen nachvollziehen können, wie ein System zu einer Vorhersage, Erkenntnis oder Entscheidung gelangt und wie das Lernen im laufenden Betrieb begrenzt und überwacht wird. Deshalb ist Kommunikation bei Wakeline kein Marketingthema, sondern ein zentraler Bestandteil unserer Strategie und damit auch Chefsache.

Mit Market Edge unterstützt Wakeline den Energiemarkt bei der Prognose von Strompreisen. Welche Erfahrungen haben Sie bei der Markteinführung dieser Lösung gesammelt?

Der Energiemarkt bestätigt viele unserer Grundannahmen. Er ist dynamisch, datenreich und gleichzeitig von Situationen geprägt, in denen historische Muster allein nicht ausreichen. Viele Marktteilnehmer stehen dabei im Kern vor derselben zentralen Frage: Wie entwickeln sich Angebot und Nachfrage zu einem bestimmten Zeitpunkt, und welche wirtschaftlichen Entscheidungen lassen sich daraus ableiten?

Mit Market Edge sehen wir, dass gerade seltene oder außergewöhnliche Marktphasen besonders spannend sind. Genau dort stoßen statische Verfahren häufig an ihre Grenzen. Für uns ist der Energiemarkt deshalb nicht nur ein erster Anwendungsfall, sondern auch ein wichtiges Lernfeld, um unsere Technologie im realen Betrieb weiterzuentwickeln und ihren wirtschaftlichen Mehrwert zu belegen.

Welche Rückmeldungen erhalten Sie von Kunden, die erstmals mit adaptiver KI und Continuous Learning arbeiten?

Viele Kunden reagieren zunächst mit großem Interesse, haben aber gleichzeitig einen hohen Informationsbedarf. Sie möchten verstehen, wie unsere Technologie im laufenden Betrieb lernt, wie Veränderungen bewertet werden und welche Kontrollmechanismen bestehen. Das ist völlig nachvollziehbar, denn gerade in wirtschaftlich relevanten Anwendungen darf Anpassungsfähigkeit nicht zulasten von Transparenz und Nachvollziehbarkeit gehen.

Sobald wir die Funktionsweise erläutern, zeigt sich häufig ein Aha-Moment. Viele Unternehmen kennen die Grenzen klassischer KI-Ansätze aus eigener Erfahrung. Model-Drift, volatile Märkte, individuelle Prozesse und hohe Compute-Kosten sind für sie keine theoretischen Herausforderungen. Wenn deutlich wird, dass Continuous Learning genau an diesen Punkten ansetzt, wird der konkrete Mehrwert unserer Technologie sehr schnell greifbar.

Wie arbeiten Vertrieb, Produktentwicklung und Forschung bei Wakeline zusammen, um Kundenanforderungen schnell in die Weiterentwicklung der Technologie einfließen zu lassen?

Bei uns arbeiten Vertrieb, Produktentwicklung und Forschung eng zusammen, weil wir eine neue Technologie in reale Anwendungen überführen. Der Austausch mit den Kunden liefert uns dabei wichtige Erkenntnisse: Wo ist der Bedarf am größten? Welche Daten stehen tatsächlich zur Verfügung? Welche Entscheidungen hängen von einer Prognose oder Erkenntnis ab? Und woran messen Kunden den Erfolg?

Diese Informationen fließen direkt in die Produktentwicklung und Forschung zurück. Umgekehrt müssen wir aus technologischer Sicht genau verstehen, welche konkreten Anwendungsfälle bereits heute sinnvoll umsetzbar sind und wo noch Grundlagenarbeit erforderlich ist. Gerade in der frühen Phase geht es deshalb nicht darum, ein fertiges Standardprodukt möglichst breit zu vermarkten, sondern gemeinsam mit Designpartnern Proof-of-Value zu schaffen.

Welche Faktoren sind aus Ihrer Sicht entscheidend, um ein DeepTech-Unternehmen wie Wakeline erfolgreich zu skalieren?

Der erste Faktor ist Fokus. DeepTech-Unternehmen laufen leicht Gefahr, sich in den vielfältigen Möglichkeiten ihrer Technologie zu verlieren. Skalierung entsteht jedoch erst, wenn die richtigen ersten Märkte und Anwendungsfälle identifiziert werden, in denen der Mehrwert messbar und wiederholbar ist.

Der zweite Faktor ist Patient Capital. Wer grundlegende architektonische Herausforderungen löst, braucht Investoren und Partner, die an die langfristige Vision glauben und den notwendigen Zeithorizont mitbringen. Der dritte Faktor ist die Nähe zum Kunden. Man muss früh aus dem Labor in reale Umgebungen gehen, auch wenn sich diese zunächst noch nicht perfekt skalieren lassen. Denn nur so lässt sich verstehen, wie Daten tatsächlich fließen, welche Entscheidungen in der Praxis wirklich getroffen werden und welches Produkt langfristig skalieren kann.

Welche Märkte oder Branchen stehen für Wakeline in den kommenden Jahren besonders im Fokus?

Kurzfristig steht für uns der Energiemarkt klar im Fokus, da er von hoher Dynamik geprägt ist und gleichzeitig eine große Datenbasis liefert. Themen wie Strompreisprognosen, Lademanagement, Energiehandel oder energieintensive Industrie sind konkrete Anwendungsfälle, in denen eine bessere Anpassungsfähigkeit unmittelbar wirtschaftlichen Mehrwert schaffen kann.

Darüber hinaus prüfen wir weitere Branchen, insbesondere die industrielle Produktion und medizinische Anwendungen. Entscheidend ist für uns allerdings nicht, möglichst viele Märkte gleichzeitig zu bedienen, sondern diejenigen zu identifizieren, in denen Continuous Learning einen echten Wettbewerbsvorteil schafft. Wenn wir diesen Mehrwert nachweisen können, wollen wir darauf aufbauend Schritt für Schritt in weitere Branchen skalieren.

Wie möchten Sie dazu beitragen, Wakeline als Unternehmen langfristig weiterzuentwickeln und international zu positionieren?

Mein Beitrag besteht vor allem darin, aus einer starken Technologie ein kundenorientiertes Unternehmen mit klaren Zielmärkten, konkreten Anwendungsfällen und skalierbaren Wachstumsmodellen zu entwickeln. Dafür müssen wir zeigen, wo unsere Architektur bereits heute messbaren wirtschaftlichen Mehrwert schafft und diese Erfolge systematisch in Produkte, Partnerschaften und internationale Marktchancen übersetzen.

Langfristig sehe ich Wakeline als einen europäischen Anbieter einer eigenständigen KI-Architektur, die nicht einfach bestehende Paradigmen kopiert. Gerade für Europa ist das von großer Bedeutung. Denn wenn die Wertschöpfung im KI-Bereich zunehmend von wenigen proprietären Modellen und Infrastrukturen geprägt wird, braucht es leistungsfähige Alternativen. Wakeline kann dazu beitragen, indem wir robuste, dateneffiziente und adaptive KI-Systeme entwickeln, die Unternehmen mehr technologische Kontrolle und Unabhängigkeit ermöglichen.

Welche drei Ratschläge würden Sie anderen Gründerinnen, Gründern oder Führungskräften geben, die innovative DeepTech-Lösungen erfolgreich am Markt etablieren möchten?

Findet Investoren und Partner, die wirklich an eure Vision glauben. DeepTech braucht Zeit, weil man nicht nur ein Produkt entwickelt, sondern häufig ein grundlegendes technologisches Problem löst. Dafür braucht es Patient Capital und keine rein transaktionale Erwartungshaltung ab Tag eins.

Startet früh mit Designpartnern. Sobald das technologische Fundament steht, müsst ihr raus aus dem Labor. Sucht euch Kunden mit einem massiven, messbaren Problem und beweist im Live-Betrieb, dass eure Technologie einen echten wirtschaftlichen Vorteil schafft. Erst der Proof-of-Value, dann die Skalierung.

Übersetzt Technologie konsequent in Nutzen. Es reicht nicht, nur eine spannende Architektur zu entwickeln. Kunden müssen verstehen, welches Problem gelöst wird, warum bisherige Ansätze an ihre Grenzen stoßen und woran sich der Erfolg messen lässt. Wer DeepTech erfolgreich am Markt etablieren möchte, muss wissenschaftliche Tiefe mit kommerzieller Klarheit verbinden.

Bild Marius Kremeyer Bildcredits Roland Baege

Wir bedanken uns bei Marius Kremeyer für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Promptwatch sichert sich 6 Millionen Euro Seed-Kapital für End-to-End-Plattform zur KI-Suchoptimierung

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KI-Suchoptimierung: Promptwatch erhält Seed-Finanzierung Bild Promptwatch Team Bildcredits: Jordi Sloots TheCreatorHub

Promptwatch will die KI-Suchoptimierung mit neuer Finanzierung neu definieren

Amsterdam, 14. Juli 2026 – Promptwatch, eine in Amsterdam ansässige Plattform für KI-Suchoptimierung (GEO), die für ihre Erfassung von KI-Daten echter Nutzer und ihren agentenbasierten Workflow bekannt ist, hat eine Seed-Runde in Höhe von 6 Millionen Euro abgeschlossen. Lead-Investor ist seed + speed Ventures. An der Runde beteiligte sich auch Blum Ventures, während Arches Capital seine Pre-Seed-Investition vom September letzten Jahres verdoppelte.

Das Unternehmen hat im Mai 2026, nur 12 Monate nach seiner Gründung, einen Jahresumsatz (ARR) von über 2 Millionen Euro erreicht und demonstriert damit ein rasantes und kapitaleffizientes Wachstum, obwohl es vor dieser Finanzierungsrunde lediglich 1,2 Millionen Euro an Pre-Seed-Finanzierung eingeworben hatte.

Das neue Kapital wird die Entwicklung der nächsten Generation der agentenbasierten KI-Suchoptimierung von Promptwatch beschleunigen, die internationale Expansion vorantreiben und das weitere Wachstum der Entwicklungs- und Go-to-Market-Teams unterstützen. Darüber hinaus wird das Unternehmen ein neues Büro in New York City eröffnen, um näher an seinen wachsenden Kundenstamm in den USA heranzurücken. Gleichzeitig will sich Promptwatch in einem der weltweit führenden Marketingzentren positionieren, was eine engere Zusammenarbeit mit führenden Marketingagenturen, globalen Marken und Unternehmenskunden ermöglicht.

Während sich viele Lösungen auf dem Markt in erster Linie auf die Messung von Sichtbarkeit, Rankings und Wettbewerbsvergleichen konzentrieren, deckt Promptwatch den gesamten Workflow ab – von der Analyse der KI-Sichtbarkeit auf Basis realer KI-Suchdaten über die Identifizierung von Quellen und Inhaltslücken, die die Sichtbarkeit beeinflussen, bis hin zur KI-optimierten Inhaltserstellung, umsetzbaren Empfehlungen und der automatisierten Veröffentlichung durch CMS-Integrationen. Damit ist Promptwatch eine End-to-End-Plattform für die KI-Suchoptimierung.

Promptwatch will die KI-Suchoptimierung mit neuer Finanzierung neu definieren

Von der Erfassung realer Nutzerdaten bis zur agentischen Optimierung

In den letzten Monaten hat sich die KI-Suchoptimierung (GEO) als neue Kategorie im Marketing etabliert. Der Fokus verschiebt sich, da sich das KI-gesteuerte Kaufverhalten ständig weiterentwickelt. Promptwatch ermöglicht es Unternehmen, sich kontinuierlich anzupassen und diesen Veränderungen immer einen Schritt voraus zu sein.

Die Plattform stützt sich auf mehr als 10 Millionen Datenpunkte, die täglich aus echten Prompt-Daten zu Antworten, Zitaten, Modellaktualisierungen, agentischem Traffic und verschiedenen Inhaltstypen erfasst werden, anstatt sich auf Backend-APIs zu verlassen. Sie bietet Unternehmen ein umfassendes Verständnis dafür, wie KI-Modelle ihre Marken wahrnehmen, indem sie ermittelt, welche Quellen KI-Empfehlungen beeinflussen, ob KI-Agenten Website-Inhalte erfolgreich abrufen können, welche Informationen fehlen, welche technischen und inhaltlichen Verbesserungen erforderlich sind und welche Reputationssignale die Sichtbarkeit in der KI einschränken.

Dieser firmeneigene Datensatz bildet zudem die Grundlage für die agentische KI-Suchoptimierungs-Engine von Promptwatch, die Optimierungsmöglichkeiten automatisch priorisiert, KI-fähige Inhalte generiert und diese direkt auf CMS-Plattformen wie WordPress, Webflow und Framer veröffentlicht.

Promptwatch wurde 2025 in Amsterdam von Gijs de Groot und Klaas Foppen gegründet und genießt mittlerweile das Vertrauen von mehr als 1.840 Unternehmen, darunter Duolingo, Fireflies und Monks. Es ist eine Plattform für Marken und Agenturen, die ihre Sichtbarkeit in der KI-Suche optimieren und ausbauen möchten.

Wie Marken in der KI-Suche sichtbar bleiben

Das Ranking bei Google verliert für Marketingteams zunehmend an Bedeutung, da KI-generierte Antworten das Nutzerverhalten grundlegend verändern.

Bei der traditionellen Suche konnten Unternehmen Keywords und trafficstarke Seiten nachverfolgen. Bei der KI-Suche wird die Customer Journey weniger transparent: KI-Modelle verweisen auf Marken, vergleichen Anbieter und zitieren Quellen, ohne dass klar ersichtlich ist, warum bestimmte Informationen erscheinen oder fehlen.

Laut einer Gartner-Studie wird erwartet, dass der organische Suchverkehr bis 2028 um 50 % oder mehr zurückgehen wird, da Verbraucher zunehmend auf generative, KI-gestützte Suche zurückgreifen. Zudem haben 58 % der Nutzer bei der Recherche nach Produkten und Dienstleistungen bereits traditionelle Suchmaschinen durch KI-Tools ersetzt. Infolgedessen verlieren Unternehmen die Kontrolle darüber, wie sie in KI-generierten Antworten dargestellt werden, wodurch die Sichtbarkeit in KI-Ergebnissen zu einem entscheidenden Faktor für Umsatz, Markenwahrnehmung und Wettbewerbsvorteil wird.

Monks, eine weltweit führende Marketingagentur, die mit Marken wie Netflix, Asana und BMW zusammenarbeitet, stellte kürzlich fest, dass ihre Kunden Marktanteile verloren, was sich mit herkömmlichen Kennzahlen nicht erklären ließ. Diese Lücke führte sie zu Promptwatch, da sie analysieren und verstehen mussten, wie ihre Kunden in KI-Suchmaschinen dargestellt wurden, um entsprechend schnell auf die Entwicklungen in den Märkten ihrer Kunden reagieren zu können. Promptwatch ermöglichte es ihnen, die KI-Sichtbarkeit für ihre Kunden in großem Maßstab zu steigern und ihnen dabei zu helfen, ihre Wettbewerber um 72 % zu übertreffen. Gleichzeitig konnten sie durch die Integration in bestehende Dashboards Kundenberichte erstellen, wodurch sie die KI-Sichtbarkeit zusammen mit organischen und bezahlten Ergebnissen in einem einzigen Dashboard für einen großen Kundenstamm analysieren konnten.

Stimmen zur Seed-Finanzierung

Gijs de Groot, CEO und Co-Gründer von Promptwatch:

„Wir sind stolz darauf, diesen Meilenstein erreicht zu haben, und dankbar für die Unterstützung unserer Investoren. Diese Finanzierung bestätigt unsere Überzeugung, die wir bereits bei der Gründung von Promptwatch hatten: Unternehmen legen Wert darauf, wie KI ihre Marke beschreibt, und die KI-Suche wird zu einem bedeutenden Umsatzkanal werden. In weniger als einem Jahr haben wir die fortschrittlichsten Funktionen entwickelt, darunter unseren Content Agent, Actions und MCP (Model Context Protocol), mit dem sich Promptwatch mit KI-Tools wie ChatGPT und Claude verbinden lässt. Heute gehen wir mit der „Agentic AI Search Optimization“ den nächsten Schritt und erleichtern es Unternehmen, ihre Marketingmaßnahmen im Bereich der KI-Suche durch automatisierte Ausführung zu skalieren.“

Alexander Kölpin, Managing Partner bei seed + speed Ventures:

„Promptwatch hat uns überzeugt, weil das erfahrene Gründerteam mit sehr begrenztem Kapital- und Personaleinsatz bereits mehr als 2 Millionen Euro ARR erreicht hat. Besonders stark ist für uns der End-to-End-Ansatz: Promptwatch analysiert nicht nur, wie Marken in KI-Suchen und generativen Antworten erscheinen, sondern leitet daraus konkrete Maßnahmen ab und unterstützt die automatische Umsetzung. Genau hier setzt Agentic AI Search Optimization an. Damit wird GEO für Marketing-, SEO- und Content-Teams zu einem steuerbaren Arbeitsprozess.“

Bild Promptwatch Team Bildcredits: Jordi Sloots TheCreatorHub

Quelle Maschmeyer Group/ MM Support GmbH

Wellness für die Wäsche: Wie everdrop mit Laundry Shampoos und 70 % weniger Plastik punktet

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Laundry Shampoo und Laundry Conditioner von everdrop
Wäschewaschen als lästige Pflichtaufgabe war gestern. Das Nachhaltigkeits-Startup everdrop definiert die Textilpflege völlig neu und verwandelt den Alltag in ein echtes Wellness-Erlebnis: Mit den neuen flüssigen Laundry Shampoos und Laundry Conditioners ziehen echte „Good Vibes“ ins Badezimmer ein. Durch exklusive, neurowissenschaftlich getestete Duftkompositionen wird die tägliche Wäschepflege zum Stimmungs-Booster für mehr gute Laune, Entspannung oder besseren Schlaf – ohne dabei auf das bewährte, plastiksparende Refill-Prinzip zu verzichten.

Waschmittel für Good Vibes! everdrop Laundry Shampoos und Laundry Conditioner

Wie Wellness für deine Wäsche und dich

Die Zeiten, in denen Wäschewaschen nur eine lästige Pflichtaufgabe war, sind vorbei. everdrop definiert Textilpflege neu: Mit den flüssigen Laundry Shampoos (Universal- und Colorwaschmittel) sowie dem Laundry Conditioner (Weichspüler) wird Wäschepflege zu einem Wohlfühlmoment im Alltag. Im Mittelpunkt stehen hochwertige Inhaltsstoffe, ein nachhaltiges Refill-Konzept und exklusive Duftkompositionen, die das Wohlbefinden positiv beeinflussen sollen.

Drei Duftwelten für unterschiedliche Stimmungen

Unsere Wäsche begleitet uns den ganzen Tag und beeinflusst damit auch unser Wohlbefinden. Genau hier setzt der Premium-Ansatz von everdrop an: Drei speziell entwickelte Duftkompositionen sorgen für unterschiedliche Stimmungen.

BESSERE LAUNE
Bergamot | Peony | Eucalyptus

MEHR ENTSPANNUNG
Mandarin | Patchouli | Vanilla

BESSERER SCHLAF
Violet | Lotus | Cedarwood

Alle Laundry Shampoos, der Laundry Conditioner sowie die Laundry Care Sets sind in diesen drei Duft- und Mood-Varianten erhältlich.

Wissenschaftlich entwickelte Duftkompositionen

Gemeinsam mit führenden Duftexperten hat everdrop exklusive Duftkompositionen entwickelt, die das Wohlbefinden fördern können. Grundlage sind neurowissenschaftliche Studien mit mehr als 6.000 Verbrauchertests, darunter EEG-Hirnstrommessungen und psychologische Befragungen. Dabei wurde untersucht, welche Duftöle positive Effekte auf Glücksgefühle, Entspannung und die Schlafqualität haben können.

Nachhaltiges Refill-System spart Plastik

Auch die neue Laundry Care Linie folgt dem bewährten Refill-&-Reuse-Prinzip von everdrop. Die wiederbefüllbaren 800-ml-Flaschen können mit einem 2,5-Liter-Refill-Kanister nachgefüllt werden. Ein Kanister reicht für drei Nachfüllungen und spart im Vergleich zu drei Einzelflaschen rund 70 Prozent Plastik.

Laundry Shampoos reinigen gründlich und schonend

Die Laundry Shampoos Universal und Color sind ab 8,99 Euro erhältlich und bieten eine fasertiefe Reinigung auf Basis pflanzlicher Tenside. Enzyme unterstützen eine gründliche Fleckentfernung, während die Formulierung auf Mikroplastik, optische Aufheller und Chlorbleiche verzichtet.

Die Waschmittel sind vegan, für empfindliche Haut geeignet und lassen sich mit dem 2,5-Liter-Refill-Kanister (ab 21,99 Euro) nachhaltig nachfüllen.

Laundry Conditioner schützt Fasern und Farben

Der Laundry Conditioner ist ebenfalls ab 8,99 Euro erhältlich und ergänzt die Pflege optimal. Er schützt Fasern vor Abrieb und Faserbruch, reduziert Farbverlust, verbessert die Formstabilität der Textilien und trägt zu einer langanhaltenden Farbbrillanz bei.

Darüber hinaus reduziert er Risse auf Drucken, erleichtert das Bügeln und hilft dadurch, Energie zu sparen. Auch der Conditioner ist vegan, mikroplastikfrei, für empfindliche Haut geeignet und mit dem Refill-Kanister nachfüllbar.

Laundry Care Sets für jede Wäsche

Für eine abgestimmte Textilpflege bietet everdrop verschiedene Sets an:

  • Laundry Care Set – Universal (Laundry Shampoo Universal + Laundry Conditioner) ab 17,98 Euro
  • Laundry Care Set – Color (Laundry Shampoo Color + Laundry Conditioner) ab 17,98 Euro
  • Laundry Care Set (Laundry Shampoo Universal + Laundry Shampoo Color + Laundry Conditioner) ab 29,99 Euro

Alle Produkte und Sets sind in den drei Duftvarianten BESSERE LAUNE, MEHR ENTSPANNUNG und BESSERER SCHLAF erhältlich und ab sofort über everdrop.de verfügbar.

Bildcredits everdrop GmbH

Quelle everdrop GmbH

Textilexpertise trifft Tech: Wie zwei Schwestern mit Stitcha maßgeschneiderte Strickanleitungen per Algorithmus schaffen

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Stitcha: Strickanleitungen für modernes Stricken Teamfoto Linn Klaas und Annika Klaas Schwestern

Kein Rechnen, kein Frust bei der Maschenprobe: Die Gründerinnen Annika und Linn Klaas im Interview über ihren ganzheitlichen Plattformansatz, den Stoff im Kopf Accelerator und die Frage, wie digitale Tools traditionelles Handwerk stärken können.

Wie entstand die Idee zu Stitcha und wer steckt hinter der Plattform?

Die Idee zu Stitcha entstand aus einer ganz alltäglichen Situation: Immer wenn Linn ein neues Strickprojekt beginnen wollte, ging sie zuerst zu ihrer Schwester Annika. Sie hatte viele Ideen, wusste aber oft nicht, welches Garn geeignet ist oder wie sich eine Anleitung an ihre Wünsche anpassen lässt. Als Strickdesignerin konnte Annika diese Fragen beantworten. Viele Strickende haben jedoch niemanden, der sie dabei unterstützt. So entstand die Idee für Stitcha: Eine Plattform, die dieses Wissen bündelt und den gesamten Strickprozess an einem Ort begleitet. Hinter Stitcha stehen wir, Annika und Linn Klaas. Annika bringt ihre Erfahrung als Strickdesignerin ein, Linn entwickelte das Konzept im Rahmen ihrer Masterarbeit im Bereich User Experience Design. Gemeinsam verbinden wir textile Expertise mit digitaler Produktentwicklung.

Welches Problem im Bereich individuelles Stricken möchte Stitcha lösen?

Rund ums Stricken sind Inspiration, Anleitungen, Projektverwaltung und Hilfestellungen auf verschiedene Plattformen verteilt. Stitcha bringt diese Bereiche in einer intuitiven und benutzerfreundlichen Plattform zusammen, ermöglicht individuelle Anpassungen und begleitet Strickende Schritt für Schritt durch den gesamten Strickprozess.

Warum war euch die automatische Erstellung maßgeschneiderter Strickanleitungen besonders wichtig?

Jeder Mensch strickt anders und hat unterschiedliche Vorstellungen davon, wie ein Kleidungsstück sitzen soll. Schon kleine Unterschiede bei Garn, Maschenprobe oder Körpermaßen können dazu führen, dass ein Strickstück am Ende nicht wie gewünscht ausfällt. Unser Ziel ist es, diese Hürden abzubauen und Individualisierung zum Standard zu machen. So können sich Strickende auf den kreativen Prozess konzentrieren, statt Zeit mit Berechnungen zu verbringen.

Wie funktioniert die Erstellung der personalisierten Anleitungen bei Stitcha?

Stitcha berechnet Strickanleitungen auf Basis fester stricktechnischer Regeln. Nutzerinnen und Nutzer geben ihre Körpermaße, die tatsächlich gestrickte Maschenprobe sowie Informationen zum verwendeten Garn ein. Aus diesen Daten werden alle relevanten Werte, wie Maschenzahlen, Reihen, Zu- und Abnahmen oder Größenverläufe automatisch neu berechnet. Ändert sich das Garn, die Maschenprobe oder eine Körpermaße, passt sich die gesamte Anleitung entsprechend an.

Welche Vorteile bietet Stitcha gegenüber klassischen Strickanleitungen?

Klassische Strickanleitungen basieren auf Standardgrößen und einer vorgegebenen Maschenprobe. Stitcha passt Anleitungen dagegen an die individuellen Körpermaße und die tatsächlich gestrickte Maschenprobe an. Dadurch muss sie nicht immer wieder neu gestrickt werden, bis sie exakt den Vorgaben der Anleitung entspricht – stattdessen passt sich die Anleitung ihrer persönlichen Strickweise an. Gleichzeitig führt Stitcha Schritt für Schritt durch das Projekt: Statt langer PDF-Anleitungen wird immer nur der aktuelle Arbeitsschritt angezeigt, und Techniken lassen sich direkt in der Anleitung per Klick erklären.

Welche Rolle spielen Community und Austausch auf eurer Plattform?

Stricken lebt vom Austausch. Mit Stitcha möchten wir eine Community schaffen, in der sich Strickende gegenseitig inspirieren, voneinander lernen und einander unterstützen. Wer bei einem Projekt nicht weiterkommt, kann sich mit anderen vernetzen. Idealerweise mit Personen, die gerade dieselbe Anleitung stricken. Gleichzeitig zeigen fertige Projekte, wie unterschiedlich ein Design mit verschiedenen Garnen, Farben oder individuellen Anpassungen umgesetzt werden kann. Über Funktionen zum Finden lokaler Stricktreffs möchten wir den Austausch außerdem über die Plattform hinaus in die reale Welt tragen.

Wie wichtig ist die Verbindung aus Kreativität, Technologie und Handarbeit für eure Vision?

Sie ist der Kern von Stitcha. Wir möchten zeigen, dass digitale Technologien handwerkliche Kreativität nicht ersetzen, sondern sinnvoll unterstützen können. Unser Ziel ist es, den kreativen Prozess einfacher, individueller und zugänglicher zu gestalten, ohne den Charakter des Handwerks zu verlieren.

Welche Herausforderungen begegnen euch bei der Entwicklung einer digitalen Plattform für den Strickbereich?

Die größte technische Herausforderung besteht darin, bestehende Strickanleitungen in eine digitale, logisch strukturierte Form zu überführen und gleichzeitig neue Anleitungen fehlerfrei zu generieren. Diesen Prozess entwickeln wir mithilfe zahlreicher Referenzanleitungen, Teststricks und kontinuierlicher Validierung. Eine ebenso wichtige Herausforderung ist der Aufbau einer aktiven Community. Deshalb konzentrieren wir uns zunächst darauf, Strickenden mit passgenauer Inspiration und Hilfestellungen während des Strickens einen echten Mehrwert zu bieten. Mit einer wachsenden Nutzerinnenbasis wird Stitcha anschließend auch für Strickdesignerinnen als Plattform zur Veröffentlichung, Vermarktung und zum Austausch zunehmend attraktiver.

Wie reagieren Nutzerinnen und Nutzer bislang auf die Möglichkeiten von Stitcha?

Wenn wir von Stitcha erzählen, hören wir oft als erste Reaktion: „Oh, wie cool, genau das brauche ich! Wann kann ich die App herunterladen?“ Dieses Feedback zeigt uns, dass viele Strickende sich eine zentrale Plattform für ihr Hobby wünschen. Je nach Erfahrungsstand unterscheiden sich dabei die Bedürfnisse: Anfängerinnen und Anfänger interessieren sich vor allem für die schrittweise Begleitung durch Anleitungen und schnelle Hilfestellungen direkt während des Strickens. Fortgeschrittene schätzen insbesondere die Möglichkeiten zur Individualisierung von Anleitungen. Beide Gruppen begeistert jedoch vor allem die Idee, erstmals alle wichtigen Funktionen rund ums Stricken an einem Ort zu vereinen.

Welche Rolle spielt die Teilnahme am Stoff im Kopf Accelerator für eure Entwicklung?

Für uns ist der Accelerator vor allem eine intensive Lernphase. Wir erhalten praxisnahes Wissen zu allen Themen, die für eine Unternehmensgründung wichtig sind und können unsere konkreten Fragestellungen direkt mit erfahrenen Expertinnen und Experten besprechen. Besonders bereichernd ist außerdem der Austausch mit den anderen Start-ups, da unterschiedliche Erfahrungen und Blickwinkel oft zu neuen Ideen führen. Das persönliche Coaching hilft uns, fundierte Entscheidungen zu treffen, typische Fehler zu vermeiden und Stitcha gezielt weiterzuentwickeln.

Was unterscheidet Stitcha aus eurer Sicht von anderen digitalen Angeboten rund ums Stricken?

Viele bestehende Lösungen decken nur einzelne Bereiche wie Inspiration, Projektverwaltung oder die Erstellung neuer Anleitungen ab. Stitcha verfolgt einen ganzheitlichen Plattformansatz und verbindet diese Bereiche erstmals miteinander. Ein zentrales Alleinstellungsmerkmal ist die Individualisierung bestehender Anleitungen auf Basis der tatsächlich gestrickten Maschenprobe der Nutzerinnen und Nutzer. Statt so lange Maschenproben zu stricken, bis sie exakt der Vorgabe einer Anleitung entsprechen, genügt eine eigene Maschenprobe – die Anleitung passt sich anschließend an die individuelle Strickweise an. Dadurch entsteht ein durchgängiger digitaler Workflow für den gesamten Strickprozess.

Welche nächsten Funktionen oder Erweiterungen plant ihr für die Plattform?

Der Fokus liegt zunächst auf der Weiterentwicklung der personalisierten Anleitungen und der Projektverwaltung. Gleichzeitig entwickeln wir Funktionen für Anleitungsdesigner*innen, die den Erstellungsprozess erleichtern. Beispielsweise durch Werkzeuge zur Organisation von Teststricks und Unterstützung bei der Gradierung verschiedener Größen. Ein weiterer Schwerpunkt ist der Aufbau einer aktiven Community. Mit Funktionen zum Finden und Gründen lokaler Stricktreffs und Knit Clubs möchten wir Menschen nicht nur digital vernetzen, sondern auch den persönlichen Austausch und das gemeinsame Stricken vor Ort fördern.

Welche drei Tipps würdet ihr anderen Gründerinnen und Gründern im Kreativ- oder Techbereich geben?

Erstens: Sprecht so früh wie möglich mit euren zukünftigen Nutzerinnen und Nutzern – sie kennen die Probleme am besten.

Zweitens: Testet Ideen früh und regelmäßig, statt zu lange im stillen Kämmerlein zu entwickeln.

Drittens: Baut ein Team mit unterschiedlichen Kompetenzen auf. Gerade die Kombination aus Fachwissen, Design und Technologie hat uns geholfen, Stitcha aus verschiedenen Perspektiven zu entwickeln.

Bild Linn Klaas und Annika Klaas Bildcredits privat

Wir bedanken uns bei Annika und Linn Klaas für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Warum New Space Startups Geschwindigkeit neu denken müssen

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Reditus Space: New Space mit Wiedereintrittskapsel. Sören Münker

New Space Startups treiben die Raumfahrt voran

Noch vor wenigen Jahren galt die Raumfahrt ausschließlich als Spielfeld staatlicher Organisationen und milliardenschwerer Konzerne. Heute hingegen entstehen weltweit Startups aus allen möglichen Teamkonstellationen, die Satelliten, Trägerraketen oder wiederverwendbare Raumfahrzeuge entwickeln und dabei mit erstaunlicher Geschwindigkeit Innovationen vorantreiben. Doch während sich Entwicklungszyklen verkürzen, bleiben die regulatorischen Anforderungen unverändert hoch. Genau darin liegt eine der größten Herausforderungen für junge Unternehmen im New Space Segment.

Reditus Space ist eines davon. Das Space-Startup baut eine wiederverwendbare, orbitale Wiedereintrittskapsel, deren erster Flug für Sommer 2026 geplant ist. Das Geschäftsmodell dahinter klingt simpel: Mikrogravitation as a Service. Forschung, Materialtests oder industrielle Experimente sollen künftig als buchbarer Service verfügbar sein, nicht mehr nur für Raumfahrtagenturen oder Großkonzerne.

Vom Entwurf zur flugfähigen Hardware

Der Weg von der ersten Konstruktion zur einsatzbereiten Raumfahrtkomponente ist anspruchsvoller, als es schnelle Prototypen vermuten lassen. Im frühen Engineering lassen sich Geometrien, Materialien oder Schnittstellen noch relativ einfach anpassen. Spätestens wenn ein System für eine Mission vorbereitet wird, müssen diese Änderungen jedoch vollständig nachvollziehbar sein.

Bei einer Wiedereintrittskapsel betrifft das viele technische Ebenen gleichzeitig. Das System muss den Start überstehen, im Orbit zuverlässig funktionieren und beim Wiedereintritt extremen thermischen und mechanischen Belastungen standhalten. Jede Änderung an Struktur, Elektronik oder Software kann Auswirkungen auf Sicherheit, Gewicht, Zulassung oder spätere Wartung haben. Geschwindigkeit entsteht daher langfristig vor allem dadurch, dass technische Entscheidungen von Anfang an sauber mitgeführt werden.

Cloudbasierte Entwicklung als technisches Rückgrat

Viele New Space Startups arbeiten mit kleinen, hochspezialisierten Teams und externen Partnern. Klassische Arbeitsweisen stoßen dabei schnell an Grenzen, etwa wenn Dateien per E-Mail verschickt, Versionen manuell abgeglichen oder Entscheidungen in separaten Systemen dokumentiert werden.

Cloudbasierte Entwicklungsmodelle schaffen hier eine andere Grundlage. Reditus Space zeigt, warum dieser Ansatz für junge Raumfahrtunternehmen relevant ist. Die Entwicklung der Wiedereintrittskapsel erfolgt vollständig cloudbasiert. Verteilte Teams können parallel an Produktdaten arbeiten, Änderungen nachvollziehen und technische Entscheidungen dokumentieren. Alle Beteiligten arbeiten dadurch auf dem aktuellen Datenstand. Änderungen werden sichtbar, sobald sie entstehen. Dadurch lassen sich Auswirkungen auf Schnittstellen, Gewicht, Bauraum oder Testplanung früher erkennen.

Compliance beginnt nicht am Ende

Je näher ein System an die Mission rückt, desto wichtiger wird die Frage, ob technische Entscheidungen auch regulatorisch belastbar sind. Eine wiederverwendbare orbitale Wiedereintrittskapsel muss beispielsweise nicht nur technisch funktionieren, sondern auch entlang sensibler Entwicklungsdaten kontrolliert dokumentiert werden. Anforderungen wie ITAR oder EAR betreffen dabei nicht nur fertige Hardware. Sie prägen den gesamten Umgang mit sicherheitsrelevanten Entwicklungsdaten. Für Startups ist das besonders anspruchsvoll, weil sie schnell wachsen und ihre Prozesse oft parallel zum Produkt aufbauen.

Gerade deshalb sollte Compliance nicht als nachgelagerter Prozess verstanden werden. Wenn relevante Nachweise erst kurz vor dem Start zusammengesucht werden müssen, verliert ein Team wertvolle Zeit. Wird Nachweisfähigkeit dagegen von Beginn an in den Entwicklungsprozess integriert, entsteht eine belastbare Grundlage für Audits, Zulassungen und die Zusammenarbeit mit externen Partnern.

Wiederverwendbarkeit verändert den Produktlebenszyklus

Reditus Space steht auch für einen weiteren Trend im New Space Markt: wiederverwendbare Systeme. Eine Kapsel, die nach einer Mission zurückkehrt und erneut eingesetzt werden soll, ist kein abgeschlossenes Produkt. Sie bleibt Teil eines laufenden technischen Zyklus. Nach der Landung beginnt die nächste Entwicklungs- und Betriebsphase. Missionsdaten müssen ausgewertet, Komponenten geprüft und mögliche Belastungen bewertet werden. Erst danach lässt sich entscheiden, welche Teile erneut verwendet, überarbeitet oder ersetzt werden. Dieser Prozess ähnelt weniger einem klassischen Einmalprojekt und mehr einem kontinuierlichen Produktlebenszyklus.

Das erfordert eine durchgängige Datenbasis. Nur durch eine nahtlose digitale Vernetzung aller Produktdaten lassen sich wiederverwendbare Systeme effizient betreiben und sicher weiterentwickeln. Für New Space Startups kann genau das zum Unterschied werden, wenn sie aus einzelnen Missionen ein skalierbares Geschäftsmodell machen wollen.

Datenqualität wird zur Voraussetzung für Skalierung

Viele Startups denken beim Thema Wachstum zuerst an Finanzierung oder Fertigungskapazität. Im New Space Segment kommt ein weiterer entscheidender Faktor hinzu: die Qualität der technischen Daten. Ein Unternehmen kann nur dann schnell skalieren, wenn Produktinformationen konsistent, auffindbar und belastbar sind.

Das wird spätestens dann relevant, wenn neue Zulieferer oder Missionspartner eingebunden werden. Wer Entwicklungsentscheidungen sauber dokumentiert, kann Wissen schneller übertragen und Änderungen besser bewerten. Auch der Einsatz von KI im Engineering hängt davon ab. KI kann Anforderungen analysieren, Risiken markieren oder Testfälle vorbereiten. Dafür braucht sie jedoch strukturierte Daten, die den tatsächlichen Entwicklungsstand abbilden. Mit einer durchgängigen Datenbasis wird so aus einzelnen Entwicklungsdaten ein Intelligent Product Lifecycle, der den gesamten Produktlebenszyklus nachvollziehbar macht und wiederverwendbare Systeme langfristig beherrschbar hält.

Die Zukunft beginnt vor dem Start

New Space lebt von Geschwindigkeit. Dauerhaft erfolgreich werden aber vor allem die Unternehmen sein, die Tempo mit technischer Nachweisfähigkeit verbinden. Reditus Space zeigt, wie dieser Ansatz aussehen kann: cloudbasierte Entwicklung, wiederverwendbare Hardware und ein Geschäftsmodell, das auf wiederholbare Missionen ausgelegt ist. Die Zukunft der Raumfahrt entscheidet sich deshalb vor allem in der durchgängigen Datenbasis und in der Fähigkeit, aus jeder Änderung, jedem Test und jeder Mission systematisch zu lernen.

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Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

tripbot: KI, Reiseplanung und TravelTech im Interview

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tripbot: KI für moderne Reiseplanung im Interview Nico Neser Tripbot

tripbot verbindet klassische Reisesuche mit KI und möchte Reiseentscheidungen einfacher, transparenter und verständlicher machen. Im Interview spricht der Gründer über die Idee, die Entwicklung und die Zukunft der Plattform.

Können Sie tripbot kurz vorstellen und erzählen, wie die Idee zur Gründung des Unternehmens entstanden ist?

tripbot ist eine Reiseplattform aus Deutschland, die klassische Flug und Hotelsuche mit einer separaten KI Suche kombiniert. Nutzerinnen und Nutzer können also entweder ganz normal nach Flügen und Hotels suchen oder zusätzlich die KI nutzen, um komplexere Reiseentscheidungen einfacher zu machen.

Die Idee ist aus einem Problem entstanden, das wahrscheinlich sehr viele Menschen kennen: Man möchte eigentlich nur eine gute Reise finden, aber plötzlich hat man 20 Tabs offen. Ein Flug ist günstiger, aber hat schlechte Zeiten. Ein Hotel sieht schön aus, aber die Lage ist unklar. Eine andere Plattform zeigt einen anderen Preis. Dann kommen noch Bewertungen, Gepäck, Gebühren, Stornobedingungen, Transferzeiten und persönliche Vorlieben dazu. Am Ende hat man zwar viele Informationen, aber nicht unbedingt mehr Sicherheit.

Genau dieses Gefühl wollte ich mit tripbot verändern. Ich wollte keine weitere Plattform bauen, die einfach nur noch mehr Optionen anzeigt. Es geht mir darum, Reiseplanung verständlicher zu machen. Nutzer sollen nicht nur inspiriert werden, sondern besser verstehen können, warum eine Reiseoption zu ihnen passt oder eben nicht.

Wichtig ist mir dabei: tripbot ist kein reiner Reise Chatbot. Viele KI Reiseprodukte wirken auf den ersten Blick beeindruckend, weil sie schöne Reiseideen formulieren können. Aber Inspiration allein reicht nicht. Wenn jemand wirklich buchen möchte, zählen echte Angebote, Preise, Verfügbarkeit, Vergleichbarkeit und Vertrauen. tripbot setzt genau dort an: klassische Suche, echte Reiseoptionen und eine separate KI Suche, die bei der Entscheidung unterstützt.

Sie haben tripbot als Solo Founder aufgebaut. Was hat Sie motiviert, dieses Projekt allein umzusetzen, und welche Erfahrungen haben Sie dabei besonders geprägt?

Mich hat vor allem motiviert, dass ich nicht nur über eine Idee sprechen wollte. Ich wollte sehen, ob ich sie wirklich bauen kann. Gerade bei KI gibt es viele Demos, viele Konzepte und viele große Versprechen. Aber ein echtes Produkt zu bauen, das Nutzer verstehen, testen und irgendwann wirklich verwenden können, ist etwas ganz anderes.

Als Solo Founder ist man gezwungen, extrem viel selbst zu lernen. Produkt, Technik, Design, Nutzerführung, Positionierung, Marketing, PR, Go to Market, rechtliche Themen, Schnittstellen, Zahlungs und Buchungslogik. Am Anfang unterschätzt man schnell, wie viele einzelne Bausteine zusammenkommen müssen, bevor aus einer Idee ein echtes Produkt wird.

Besonders geprägt hat mich die Erkenntnis, dass Geschwindigkeit zwar wichtig ist, aber Klarheit noch wichtiger. Man kann sehr viel bauen und trotzdem am Nutzer vorbeientwickeln, wenn man nicht genau erklären kann, welches Problem man eigentlich löst. Bei tripbot war deshalb ein großer Lernprozess, die Idee immer klarer zu formulieren: Es geht nicht einfach um KI für Reisen. Es geht darum, Reiseentscheidungen einfacher, transparenter und vertrauenswürdiger zu machen.

Allein zu gründen bedeutet auch, dass man viele Entscheidungen mit sich selbst ausmachen muss. Das ist manchmal anstrengend, aber es zwingt einen auch, Verantwortung zu übernehmen. Ich kann mich nicht hinter einem großen Team verstecken. Wenn etwas nicht funktioniert, muss ich verstehen warum, es verbessern und weitermachen. Diese Phase hat mich persönlich sehr geprägt.

Gleichzeitig ist genau das auch motivierend. Wenn man sieht, dass aus einer Idee Schritt für Schritt eine echte Plattform entsteht, ist das ein starkes Gefühl. tripbot ist für mich nicht nur ein Produkt, sondern auch der Beweis, dass man als junger Gründer mit Fokus, Ausdauer und Lernbereitschaft sehr weit kommen kann.

Welche Vision verfolgen Sie mit tripbot, und wie möchten Sie die Reiseplanung langfristig verändern?

Meine Vision ist, dass Reiseplanung langfristig nicht mehr wie Stress, Unsicherheit und endloses Vergleichen wirkt. Reisen bedeutet für mich Freiheit. Man freut sich auf neue Orte, auf Zeit mit Freunden, Familie oder auch allein. Aber der Weg zur Buchung fühlt sich heute oft nicht frei an, sondern kompliziert, überfordernd und manchmal auch intransparent.

tripbot soll langfristig ein intelligenter Reisebegleiter werden, der Menschen von der ersten Idee bis zur Buchung und perspektivisch auch darüber hinaus unterstützt. Nicht als KI, die einfach irgendetwas empfiehlt, sondern als System, das versteht, was Nutzer wirklich brauchen: Budget, Reisezeitraum, Komfort, Lage, Flexibilität, persönliche Vorlieben, Transparenz und Vertrauen.

Ein wichtiger Teil der Vision ist die Community. Ich möchte tripbot nicht als Plattform bauen, bei der Nutzer nur konsumieren, was wir vorgeben. Nutzerinnen und Nutzer sollen aktiv Feedback geben können: Was fehlt ihnen? Was ist unverständlich? Was stört am Design? Wo ist die Bedienung nicht gut genug? Welche Funktionen wünschen sie sich? Wo muss die Plattform barrierefreier, einfacher oder klarer werden?

Langfristig soll tripbot dadurch auch eine Reiseplattform werden, die gemeinsam mit den Nutzern entsteht. Nicht nur wir bauen und ihr nutzt, sondern: Die Menschen, die Reisen planen, sollen mitbestimmen können, wie eine bessere Reiseplattform aussehen müsste. Denn am Ende wissen Nutzer oft sehr genau, was sie an heutigen Plattformen nervt.

Ich möchte, dass Nutzer bei tripbot irgendwann das Gefühl haben: Das ist endlich die Reiseplattform, die ich mir selbst immer gewünscht hätte.

Ich glaube, die Zukunft der Reiseplanung liegt nicht darin, dass Nutzer noch mehr Filter bekommen. Filter sind wichtig, aber sie lösen nicht das ganze Problem. Viele Menschen wissen gar nicht genau, wonach sie filtern sollen. Sie wissen nur: Ich möchte eine schöne Reise, die zu meinem Budget, meiner Situation und meinen Erwartungen passt. Genau hier kann KI einen echten Mehrwert schaffen.

Langfristig soll tripbot mehr sein als eine Suchmaske. Ich stelle mir eine Plattform vor, die nicht nur Angebote zeigt, sondern Entscheidungen erklärt. Warum ist dieses Hotel besser für einen Städtetrip geeignet? Warum ist dieser Flug vielleicht günstiger, aber unpraktischer? Welche Option ist fairer, flexibler oder besser gelegen? Wo entstehen mögliche Zusatzkosten? Was ist wirklich wichtig und was sieht nur auf den ersten Blick gut aus?

Auch für die Hotelbranche sehe ich langfristig Potenzial. Ich möchte, dass tripbot nicht nur für Nutzer transparenter wird, sondern perspektivisch auch fairer für Hotels. Wenn direkte Hotelanbindungen irgendwann eine größere Rolle spielen, soll es nicht darum gehen, Hotels mit immer höheren Provisionen oder bezahlter Sichtbarkeit unter Druck zu setzen. Die Vision ist ein transparenterer Ansatz, bei dem gute Angebote, Qualität, Lage, Preis Leistung und echte Nutzerrelevanz stärker zählen als reine Werbebudgets.

Ich möchte Reiseplanung ehrlicher machen. Weniger künstlicher Druck, weniger Verwirrung, weniger nur noch 1 Zimmer verfügbar Gefühl, mehr Orientierung und mehr Vertrauen. Wenn Nutzer am Ende das Gefühl haben, Ich verstehe, warum diese Reise für mich passt, dann ist das der Kern der Vision.

An welche Zielgruppen richtet sich tripbot hauptsächlich, und welche Herausforderungen möchten Sie mit Ihrer Plattform lösen?

Zum Start richtet sich tripbot vor allem an Menschen, die ihre Reisen online planen und dabei oft das Gefühl haben, zu viele Informationen gleichzeitig verarbeiten zu müssen. Besonders junge, digitale Nutzerinnen und Nutzer kennen dieses Problem sehr gut. Sie sind es gewohnt, online zu vergleichen, Bewertungen zu lesen, Preise zu prüfen und mehrere Plattformen parallel zu nutzen. Aber gerade dadurch entsteht oft Unsicherheit.

Die erste Zielgruppe sind deshalb Menschen, die offen für digitale Lösungen und KI sind, aber trotzdem echte Kontrolle behalten möchten. Sie wollen nicht blind einer KI vertrauen, sondern verstehen, warum ein Angebot vorgeschlagen wird. Genau diese Mischung aus Unterstützung und Kontrolle ist wichtig.

Gleichzeitig ist das Problem nicht auf junge Menschen beschränkt. Reiseplanung betrifft fast jeden. Familien müssen andere Dinge beachten als Alleinreisende. Paare suchen vielleicht andere Hotels als Geschäftsreisende. Manche Menschen achten stark auf Preis, andere auf Lage, Komfort, Flexibilität oder Bewertungen. tripbot soll langfristig helfen, diese unterschiedlichen Bedürfnisse besser zu verstehen und in passende Reiseoptionen zu übersetzen.

Die Herausforderung, die tripbot lösen möchte, ist vor allem Orientierung. Es gibt heute nicht zu wenige Reiseangebote, sondern eher zu viele. Nutzer müssen Preise, Zeiten, Hotels, Lage, Bewertungen, Gebühren, Stornobedingungen und persönliche Vorlieben selbst zusammenführen. tripbot soll diese Entscheidungsarbeit reduzieren.

Eine weitere wichtige Zielgruppe ist langfristig die tripbot Community selbst. Ich möchte früh verstehen, was Nutzerinnen und Nutzer wirklich brauchen und welche Funktionen sie sich wünschen. Feedback zu Design, Bedienbarkeit, Verständlichkeit, Barrierefreiheit und neuen Features soll nicht irgendwo verloren gehen, sondern aktiv in die Produktentwicklung einfließen. tripbot soll nicht an den Nutzern vorbei gebaut werden, sondern mit ihnen.

Es geht also nicht nur darum, schneller etwas zu finden. Es geht darum, sicherer zu entscheiden.

Viele Menschen empfinden die klassische Reisebuchung als unübersichtlich und zeitaufwendig. Warum ist das aus Ihrer Sicht so, und wie begegnet tripbot diesem Problem?

Klassische Reisebuchung ist oft deshalb so anstrengend, weil Nutzer viele kleine Entscheidungen selbst treffen müssen, ohne dass ihnen wirklich jemand hilft, diese Entscheidungen einzuordnen. Eine Plattform zeigt Flüge, eine andere Hotels, eine dritte Bewertungen, eine vierte Tipps zum Reiseziel. Dann kommen Preisunterschiede, Zusatzkosten, Gepäckregeln, Transferzeiten, Stornobedingungen und Filter dazu.

Das Problem ist nicht, dass Informationen fehlen. Das Problem ist, dass Informationen oft nicht sinnvoll verbunden werden. Nutzer sehen zwar viele Daten, aber sie müssen selbst herausfinden, was diese Daten für ihre konkrete Reise bedeuten. Ist ein günstiger Flug wirklich besser, wenn die Ankunft nachts ist? Oder ist ein Hotel mit guter Bewertung wirklich passend, wenn die Lage schlecht ist? Ist ein Angebot wirklich günstig, wenn später Gebühren dazukommen?

tripbot begegnet diesem Problem mit zwei Wegen. Wer genau weiß, was er möchte, kann klassisch nach Flügen und Hotels suchen. Diese klassische Suche bleibt wichtig, weil viele Nutzer Kontrolle und Übersicht brauchen. Zusätzlich gibt es aber eine separate KI Suche, die dabei helfen soll, komplexere Reiseentscheidungen verständlicher zu machen.

Die KI Suche soll nicht einfach nur antworten: Hier ist ein schöner Urlaub. Sie soll helfen, Optionen besser einzuordnen. Sie kann dabei unterstützen, Wünsche natürlicher zu formulieren, Angebote zu vergleichen und Unterschiede verständlicher zu machen. Der Nutzer soll weniger das Gefühl haben, allein gegen eine Masse an Optionen anzukämpfen.

Für mich ist das der entscheidende Unterschied: tripbot soll nicht mehr Chaos erzeugen, sondern Klarheit.

Sie sagen, dass AI Travel mehr sein muss als ein Chatbot. Was verstehen Sie darunter, und was macht den Ansatz von tripbot besonders?

Ein Chatbot kann heute relativ schnell schöne Reiseideen formulieren. Er kann sagen: Flieg doch nach Barcelona, bleib vier Tage, besuche diese Orte und buche ein Hotel in dieser Gegend. Das klingt gut und kann inspirierend sein. Aber echte Reiseplanung beginnt nicht bei schönen Sätzen, sondern bei konkreten Entscheidungen.

Wenn jemand wirklich buchen möchte, reichen allgemeine Vorschläge nicht aus. Dann geht es um echte Preise, echte Verfügbarkeit, Hotelqualität, Lage, Flugzeiten, Gepäck, Stornierung, Zahlungsprozesse und Vertrauen. Genau deshalb reicht es nicht, einfach einen Chatbot auf eine Reiseseite zu setzen.

AI Travel muss für mich tiefer in den Produktkern. KI sollte nicht nur am Anfang Inspiration liefern, sondern im Entscheidungsprozess helfen. Sie sollte erklären, vergleichen, vereinfachen und Nutzer dabei unterstützen, aus echten Optionen die passende Wahl zu treffen.

Der Ansatz von tripbot ist deshalb besonders, weil klassische Suche und KI Suche getrennt, aber sinnvoll miteinander verbunden gedacht werden. Nutzer können klassisch suchen, wenn sie Kontrolle und Filter wollen. Sie können aber auch die KI nutzen, wenn sie noch unsicher sind, mehrere Optionen vergleichen möchten oder ihre Reise natürlicher beschreiben wollen.

Das ist wichtig, weil nicht jeder Nutzer gleich sucht. Manche Menschen wissen genau: Ich brauche einen Flug von A nach B an einem bestimmten Datum. Andere sagen eher: Ich möchte ein paar Tage ans Meer, nicht zu teuer, gute Lage, am besten mit gutem Hotel und einfachen Flugzeiten. Für solche natürlicheren Suchsituationen ist KI sehr spannend.

tripbot soll also nicht nur ein Chatbot sein, sondern eine Reiseplattform, bei der KI ein echter Entscheidungshelfer wird.

tripbot kombiniert klassische Reisesuche mit KI gestützten Empfehlungen. Welche Vorteile bietet diese Verbindung für Nutzerinnen und Nutzer?

Der größte Vorteil ist Flexibilität. Nutzerinnen und Nutzer müssen sich nicht entscheiden zwischen klassischer Buchungsplattform und KI. Sie können beide Wege nutzen.

Die klassische Suche ist wichtig, weil sie Vertrautheit gibt. Nutzer sehen Preise, Filter, Daten, Flüge, Hotels und Details. Das kennen sie von bestehenden Plattformen. Gleichzeitig stößt klassische Suche oft an Grenzen, wenn die Entscheidung komplexer wird. Dann hilft es nicht mehr, nur noch mehr Filter zu haben. Dann braucht man Orientierung.

Die KI Suche kann genau dort unterstützen. Sie kann Wünsche natürlicher aufnehmen, verschiedene Optionen verständlicher machen und helfen, Unterschiede besser zu sehen. Zum Beispiel geht es nicht nur darum, welches Hotel günstiger ist, sondern welches Hotel in der konkreten Situation sinnvoller ist. Oder nicht nur darum, welcher Flug billig ist, sondern welcher Flug im Verhältnis zu Zeit, Komfort und Gesamtreise sinnvoll wirkt.

Diese Verbindung aus klassischer Suche und KI Unterstützung gibt Nutzern Kontrolle und Orientierung zugleich. Sie können selbst prüfen, vergleichen und entscheiden, bekommen aber zusätzlich Unterstützung, wenn die Entscheidung unübersichtlich wird.

Für mich ist das ein wichtiger Punkt: KI soll den Nutzer nicht ersetzen. Sie soll ihn stärker machen. Am Ende entscheidet der Mensch, aber er soll mit besseren Informationen und mehr Klarheit entscheiden können.

Welche Herausforderungen sind Ihnen bei der Entwicklung eines buchbaren TravelTech Produkts mit KI Unterstützung begegnet?

Die größte Herausforderung ist, dass TravelTech deutlich komplexer ist, als es von außen aussieht. Eine einfache Demo ist schnell gebaut. Ein echtes Produkt, das mit Flug und Hoteldaten, Preisen, Verfügbarkeiten, Nutzerführung und Buchungsprozessen umgehen muss, ist eine ganz andere Aufgabe.

Im Reisebereich ändern sich Informationen ständig. Preise können sich verändern, Verfügbarkeiten können verschwinden, Bedingungen können unterschiedlich sein. Gleichzeitig erwarten Nutzer, dass alles einfach, schnell und verständlich ist. Diese Kombination ist schwer: Im Hintergrund ist das Produkt komplex, aber für den Nutzer muss es klar wirken.

Bei KI kommt eine weitere Herausforderung dazu: Vertrauen. Nutzer müssen verstehen, warum eine Empfehlung entsteht. Wenn eine KI einfach etwas vorschlägt, ohne Begründung, entsteht schnell Unsicherheit. Gerade bei Reisen geht es um Geld, Freizeit, Erwartungen und oft auch emotionale Vorfreude. Eine schlechte Empfehlung kann echte Enttäuschung verursachen.

Deshalb ist es mir wichtig, dass tripbot nicht nur schöne Antworten produziert. Die KI muss im Zusammenspiel mit echten Suchergebnissen, Daten und klarer Nutzerführung funktionieren. Es geht nicht um Magie, sondern um nachvollziehbare Unterstützung.

Eine weitere Herausforderung war die Positionierung. Viele Menschen hören KI Reiseplattform und denken sofort an einen Chatbot. Deshalb musste ich lernen, tripbot klarer zu erklären: Es gibt klassische Flug und Hotelsuche und zusätzlich eine separate KI Suche. Genau diese Klarheit ist entscheidend, damit Nutzer und Medien verstehen, was das Produkt wirklich macht.

Als Solo Founder entwickeln Sie eine Plattform in einem stark umkämpften Reisemarkt. Wie gelingt es Ihnen, Innovation und Produktentwicklung effizient voranzutreiben?

Als Solo Founder muss man sehr bewusst entscheiden, worauf man seine Energie verwendet. Der Reisemarkt ist riesig und stark umkämpft. Es wäre unmöglich, von Anfang an alles besser machen zu wollen als große Plattformen mit riesigen Teams und Budgets. Deshalb fokussiere ich mich auf den Bereich, in dem tripbot wirklich anders sein kann: die Entscheidungsebene.

Viele Plattformen sind sehr gut darin, Angebote anzuzeigen. Aber die Frage ist: Helfen sie Nutzern wirklich, die beste Entscheidung für ihre Situation zu treffen? Genau hier sehe ich die Chance für tripbot.

Ich versuche deshalb, nicht in endlosen Feature Listen zu denken, sondern in Nutzerproblemen. Was macht Reiseplanung heute stressig? Wo entsteht Unsicherheit? Welche Informationen fehlen im entscheidenden Moment? Welche Dinge sehen auf den ersten Blick gut aus, sind aber für die Reise vielleicht unpraktisch?

Effizienz entsteht für mich durch klare Prioritäten. Zum Start müssen die wichtigsten Grundlagen stimmen: klassische Suche, KI Suche, verständliche Darstellung, stabile Buchungsflows, saubere Nutzerführung und Vertrauen. Alles andere ist langfristig spannend, aber nicht alles gehört in die erste Version.

Innovation bedeutet für mich nicht, möglichst viele Funktionen zu bauen. Innovation bedeutet, ein echtes Problem besser zu lösen. Wenn tripbot Nutzern das Gefühl gibt, Reiseentscheidungen besser zu verstehen, dann ist das wertvoller als zehn zusätzliche Features, die niemand wirklich braucht.

Welche Erkenntnisse haben Sie bisher aus dem Aufbau von tripbot gewonnen, die Sie heute anders angehen würden?

Eine der wichtigsten Erkenntnisse ist, dass ein gutes Produkt nicht automatisch verstanden wird. Gerade bei KI ist die Gefahr groß, dass man technisch viel baut, aber die Erklärung zu kompliziert wird. Nutzer müssen sofort verstehen: Was bringt mir das? Warum ist es besser? Wann nutze ich die klassische Suche und wann die KI Suche?

Heute würde ich noch früher und noch konsequenter an der Positionierung arbeiten. Am Anfang denkt man oft sehr stark aus Produktsicht. Man weiß selbst genau, was man baut, aber Außenstehende hören nur bestimmte Begriffe und interpretieren sie anders. Bei tripbot war das zum Beispiel der Begriff KI Reiseplattform. Das kann schnell so klingen, als wäre alles einfach ein Chatbot. Dabei ist der Ansatz klarer: klassische Suche plus separate KI Suche.

Eine weitere Erkenntnis ist, dass Vertrauen im Reisebereich enorm wichtig ist. Bei vielen KI Produkten reicht es vielleicht, wenn eine Antwort gut klingt. Bei Reisen reicht das nicht. Menschen wollen wissen, ob Preise stimmen, ob Angebote verfügbar sind, ob die Lage passt und ob sie am Ende eine gute Entscheidung treffen. Diese Verantwortung muss man ernst nehmen.

Ich habe auch gelernt, dass man als Gründer Geduld braucht. Man möchte schnell groß denken, schnell launchen, schnell Aufmerksamkeit bekommen. Aber ein Produkt, das mit Buchung, Vertrauen und echten Nutzern zu tun hat, muss sauber funktionieren. Manchmal ist es besser, langsamer zu gehen und dafür stabiler zu bauen.

Welche nächsten Entwicklungsschritte und Wachstumsziele stehen bei tripbot aktuell im Fokus?

Aktuell liegt der Fokus darauf, tripbot für den Launch weiter zu testen, zu verbessern und stabil zu machen. Besonders wichtig sind die Qualität der klassischen Flug und Hotelsuche, die Nutzerführung, die Darstellung von Preisen und Angeboten sowie die separate KI Suche.

Ein großer Schwerpunkt ist Testing. Jede Seite, jeder Button, jeder Flow und jede wichtige Nutzerentscheidung muss geprüft werden. Gerade bei einer Reiseplattform reicht es nicht, wenn etwas grundsätzlich funktioniert. Es muss sich klar, zuverlässig und vertrauenswürdig anfühlen.

Die KI Suche soll weiter verbessert werden, damit sie nicht nur Inspiration liefert, sondern echte Reiseoptionen besser verständlich macht. Langfristig möchte ich, dass Nutzer tripbot nicht nur fragen: Wohin soll ich reisen, sondern auch: Welche Option passt wirklich zu mir und warum?

Ein wichtiger nächster Schritt ist außerdem eine stärkere Community Roadmap. Nutzerinnen und Nutzer sollen Feedback geben können, was sie auf der Plattform sehen möchten: neue Funktionen, Verbesserungen am Design, verständlichere Bedienung, bessere Accessibility, klarere Informationen oder Wünsche rund um die Reiseplanung. Ich möchte tripbot nicht nur für Nutzer bauen, sondern mit ihnen. Die Plattform soll sich Schritt für Schritt in die Richtung entwickeln, die sich Reisende wirklich wünschen.

Auf der Produktseite geht es außerdem darum, die Plattform weiter auszubauen. Flüge und Hotels sind der Startpunkt. Langfristig soll tripbot zu einem intelligenteren Reisebegleiter wachsen, der Nutzer vor, während und nach der Buchung unterstützt. Dazu gehören bessere Personalisierung, verständlichere Empfehlungen, stärkere Transparenz und mehr Kontext rund um Reiseentscheidungen.

Auch im Hotelbereich sehe ich langfristig viel Potenzial. Viele Nutzer vergleichen Hotels heute vor allem über Bilder, Sterne, Bewertungen und Preis. Aber oft ist nicht sofort klar, was wirklich im Angebot enthalten ist, welche Lage zur Reise passt, welche Zusatzkosten entstehen oder warum ein Hotel im konkreten Fall sinnvoller ist als ein anderes. Hier kann KI helfen, Informationen besser aufzubereiten und transparenter zu machen.

Perspektivisch möchte ich auch prüfen, wie direkte Hotelanbindungen fairer gestaltet werden können. Die Idee ist, Hotels langfristig nicht nur als austauschbare Angebote in einer Liste zu behandeln, sondern transparenter und fairer einzubinden. Dazu gehört für mich auch die Frage, wie Rankings entstehen: Nicht nur wer mehr zahlt, sollte oben sichtbar sein, sondern was für den Nutzer wirklich relevant ist. Qualität, Preis Leistung, Lage, Verfügbarkeit, Bewertungen, Ausstattung und Passung zur Suche.

Auf der Wachstumsseite ist das erste Ziel, echte Nutzerinnen und Nutzer zu gewinnen, Feedback zu sammeln und zu verstehen, welche Probleme tripbot am besten löst. Ich möchte nicht nur Reichweite aufbauen, sondern ein Produkt, das Menschen wirklich wiederverwenden wollen.

Langfristig ist die Vision größer: tripbot soll eine neue Art von Reiseplattform werden, bei der Nutzer nicht nur suchen, sondern besser entscheiden und bei der auch Anbieter fairer und transparenter eingebunden werden können. Wenn es gelingt, Vertrauen, Transparenz, Community Feedback und Buchbarkeit sinnvoll mit KI zu verbinden, kann daraus ein neuer Standard für Reiseplanung entstehen.

Welche drei Ratschläge würden Sie anderen Gründerinnen und Gründern geben, die als Solo Founder ein KI gestütztes Technologieunternehmen aufbauen möchten?

Mein erster Ratschlag wäre: Baut kein KI Feature, sondern ein echtes Produkt. Eine gute KI Antwort kann beeindrucken, aber sie löst noch nicht automatisch ein Nutzerproblem. Entscheidend ist, was nach der Antwort passiert. Kann der Nutzer handeln? Versteht er die Empfehlung? Entsteht Vertrauen? Wird ein echtes Problem einfacher? Am Ende geht es immer darum, etwas zu bauen, das Menschen wirklich nutzen wollen.

Mein zweiter Ratschlag: Erklärt euer Produkt so einfach wie möglich. Gerade wenn man technisch tief drin ist, neigt man dazu, zu kompliziert zu sprechen. Aber Nutzer, Medien und potenzielle Partner müssen sehr schnell verstehen, welches Problem ihr löst. Eine klare Positionierung ist kein Marketing Detail, sondern ein zentraler Teil des Produkts.

Mein dritter Ratschlag: Fokus ist wichtiger als Perfektion. Als Solo Founder kann man nicht alles gleichzeitig bauen. Man muss lernen, sehr bewusst Nein zu sagen. Nicht jedes Feature, das spannend klingt, ist zum aktuellen Zeitpunkt wichtig. Der wichtigste Maßstab sollte immer sein: Hilft es dem Nutzer wirklich bei dem Hauptproblem, das wir lösen wollen?

Zusätzlich würde ich sagen: Man braucht Ausdauer. KI Produkte wirken von außen oft schnell und einfach, aber ein echtes Unternehmen entsteht nicht durch einen guten Prompt oder eine gute Demo. Es entsteht durch viele kleine Entscheidungen, Fehler, Verbesserungen und den Willen, immer wieder nachzuschärfen. Gerade in schwierigen Phasen hilft es, einfach weiterzumachen und nicht stehen zu bleiben.

Bildrechte: privat / Nico Neser/tripbot

Wir bedanken uns bei Nico Neser für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Fuchs & Eule im Interview: Energieberatung, Digitalisierung und wirtschaftliche Sanierung

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Fuchs & Eule: Energie für Gebäude wirtschaftlich und digital planen im Interview Robin Behlau und Dr. Tobias Frese Fuchs und Eule Credits Kathleen Springer Photography

Fuchs & Eule verbindet Energieberatung, Digitalisierung und datenbasierte Analysen, um Eigentümer bei wirtschaftlichen Entscheidungen rund um die energetische Sanierung von Immobilien zu unterstützen. Im Interview sprechen Robin Behlau und Dr. Tobias Frese über ihre Vision, Herausforderungen und die Zukunft der Immobilienbranche.

Können Sie Fuchs & Eule kurz vorstellen und erzählen, wie die Idee zur Gründung des Unternehmens entstanden ist?

Robin Behlau: „Fuchs & Eule hilft Immobilieneigentümern bei einer eigentlich einfachen Frage: Wie saniere ich meine Gebäude so, dass es sich wirklich lohnt? Also nicht blind möglichst viel Geld investieren, sondern die richtigen Maßnahmen zur richtigen Zeit machen. Was wir heute machen, war am Anfang noch gar nicht genau so geplant. Wir haben mit Digital Twins angefangen, dann das riesige Potenzial in der Energieberatung gesehen, weitere Gesellschafter mit echter Expertise dazugeholt und zunächst Eigentümer von Einfamilienhäusern beraten.

Heute analysieren wir große Portfolios mit Wohn und Nichtwohngebäuden. Das hat sich Schritt für Schritt entwickelt und genauso arbeiten wir bis heute: Wir testen neue Ideen, schauen, was funktioniert, und entwickeln uns permanent weiter.“

Welche Vision verfolgen Sie mit Fuchs & Eule, und wie möchten Sie die energetische Sanierung von Immobilien langfristig verändern?

Robin Behlau: „Am Ende geht es bei unseren Kunden um ziemlich große Entscheidungen. Wo investiere ich zuerst? Welche Maßnahme bringt wirklich etwas? Und wie verbessere ich die Energieeffizienz meiner Gebäude, ohne blind sehr viel Geld auszugeben? Genau dabei können wir helfen. Wir verbinden die Erfahrung unserer Energie und Immobilienexperten mit den Daten aus inzwischen mehr als 10.000 Analysen. Dadurch können wir sehr gut einschätzen, was bei einem Gebäude sinnvoll ist und was eben nicht. Langfristig wollen wir der Partner sein, den Bestandshalter bei allen Fragen rund um Energie und Sanierung anrufen. Vom ersten Gebäude über ganze Portfolios bis zum An oder Verkauf einer Immobilie.“

An welche Zielgruppen richtet sich Fuchs & Eule hauptsächlich, und welche Herausforderungen möchten Sie mit Ihrer Lösung lösen?

Dr. Tobias Frese: „Unsere Kunden sind vor allem Asset Manager, Wohnungsunternehmen, Hausverwaltungen und Kommunen. Bei großen Portfolios wird die Frage schnell komplex: Ich habe Hunderte unterschiedliche Gebäude. Wo fange ich an, wo investiere ich zuerst und was bringt den größten Effekt? Unsere Stärke ist, dass wir diese Fragen auch für sehr große Portfolios schnell und in hoher Qualität beantworten können. Dafür verbinden wir erfahrene Energieexperten mit sehr vielen Daten und digitalen Analysen.“

Viele Eigentümer stehen vor komplexen Anforderungen bei der energetischen Sanierung. Wie unterstützt Fuchs & Eule dabei, wirtschaftlich sinnvolle Entscheidungen zu treffen?

Robin Behlau: „Vor zehn Jahren hat die Energieeffizienzklasse einer Immobilie noch kaum jemanden interessiert. Heute ist das anders. Eine schlechte Energieeffizienz kann sich auf den Wert, die Finanzierung und den Beleihungswert einer Immobilie auswirken. Das ist inzwischen auch bei den Banken angekommen. Wenn ein Gebäude energetisch schlecht dasteht, wird schnell gefragt: Was ist eigentlich euer Plan für diese Immobilie? Genau da kommen wir ins Spiel. Wir schauen, mit welchen Maßnahmen sich die Energieeffizienz und der Wert der Immobilie am sinnvollsten verbessern lassen. Und das müssen eben nicht immer die teuersten Maßnahmen sein.“

Fuchs & Eule verbindet Energieberatung mit digitalen Analysen und Wirtschaftlichkeitsberechnungen. Was macht diesen ganzheitlichen Ansatz aus Ihrer Sicht besonders?

Dr. Tobias Frese: „Energieberatung allein ist erst einmal nichts Neues. Das Besondere bei uns ist die Kombination: Wir schauen nicht nur, was energetisch möglich ist, sondern auch, was sich für den Eigentümer wirklich lohnt. Unser Kernprodukt ist die energetische Due Diligence. Dabei analysieren wir ein Gebäude sehr genau und zeigen, welche Maßnahmen welchen Effekt haben. Auf die Energieeffizienz, aber eben auch auf die Wirtschaftlichkeit und den Wert der Immobilie. Häufig starten Kunden mit einem Gebäude. Wenn sie sehen, was ihnen die Ergebnisse bringen, geben sie uns danach weitere Gebäude oder ganze Portfolios und holen uns auch bei An und Verkäufen dazu.“

Welche Rolle spielen digitale Gebäudedaten und datenbasierte Analysen bei der Planung nachhaltiger Sanierungsmaßnahmen?

Dr. Tobias Frese: „Ohne gute Daten kann man bei einem großen Portfolio eigentlich keine vernünftigen Entscheidungen treffen. Man muss erst einmal verstehen: Was habe ich da überhaupt? Wo liegen die größten Probleme? Und wo lohnt es sich anzufangen? Digitale Analysen helfen uns, das in einer ganz anderen Geschwindigkeit zu machen. Wir haben zum Beispiel für einen Kunden 800 Gebäude in acht Wochen tief analysiert. Genau das meinen wir mit Quality at Scale: nicht einfach nur schnell viele Gebäude durch ein System schicken, sondern Daten, Technologie und echte Energieexpertise so zusammenbringen, dass am Ende gute Entscheidungen möglich sind.“

Wie gelingt es Ihnen, Klimaschutz, Wirtschaftlichkeit und regulatorische Anforderungen miteinander in Einklang zu bringen?

Robin Behlau: „Für uns ist das kein Widerspruch. Die Lösung kann ja nicht sein, einfach möglichst viel Geld in jedes Gebäude zu stecken. Es geht darum, die richtigen Dinge zur richtigen Zeit zu machen. Wir schauen deshalb sehr konkret: Was muss gemacht werden? Was bringt den größten Effekt? Welche Förderung gibt es? Und wie können wir Maßnahmen so kombinieren, dass es sich am Ende auch wirtschaftlich rechnet? Das Ergebnis soll kein theoretischer Idealplan sein, sondern ein Weg, den der Eigentümer tatsächlich umsetzen kann.“

Welche Herausforderungen begegnen Ihnen bei der Beratung großer Immobilienportfolios und deren langfristiger Sanierungsplanung?

Dr. Tobias Frese: „Die größte Herausforderung ist, dass kein Gebäude wie das andere ist. In einem Portfolio gibt es unterschiedliche Gebäudetypen, Nutzungen, Baujahre und energetische Ausgangslagen. Gleichzeitig ist das Budget natürlich nicht unendlich. Deshalb ist die entscheidende Frage: Wo bringt der nächste investierte Euro den größten Effekt? Dafür müssen wir sehr viele Informationen schnell vergleichbar machen und priorisieren. Genau dabei helfen uns unsere Daten und digitalen Analysen. Aber immer zusammen mit den Menschen, die wissen, was davon in der Praxis wirklich funktioniert.“

Förderprogramme und gesetzliche Vorgaben verändern sich kontinuierlich. Wie unterstützt Fuchs & Eule seine Kunden dabei, den Überblick zu behalten?

Robin Behlau: „Die Förderlandschaft ist so komplex und verändert sich so oft, dass man das als Eigentümer kaum nebenbei im Blick behalten kann. Genau deshalb haben wir viele erfahrene Energieberater im Team. Die schauen sich jeden Fall individuell an und prüfen, welche Förderungen es gibt, was zu dem Gebäude passt und wie Maßnahmen kombiniert werden können, damit auch die Förderung funktioniert. Unsere Kunden bekommen deshalb nicht einfach eine Liste mit Förderprogrammen, sondern eine konkrete Empfehlung, was sie tun sollten und was sich für sie wirklich rechnet.“

Welche nächsten Entwicklungsschritte und Wachstumsziele stehen bei Fuchs & Eule aktuell im Fokus?

Robin Behlau: „Wir haben gerade eine Finanzierungsrunde über zehn Millionen Euro abgeschlossen und konzentrieren uns jetzt erst einmal voll auf den deutschen Markt. Hier gibt es noch unglaublich viel zu tun, und wir gewinnen aktuell viele neue Kunden. Häufig starten wir mit unserer energetischen Due Diligence für ein erstes Gebäude. Wenn der Kunde sieht, was ihm die Analyse bringt, gibt er uns danach weitere Gebäude oder ganze Portfolios und holt uns auch bei An und Verkäufen dazu. Für uns geht es jetzt darum, genau das weiter auszubauen: mehr Kunden zu gewinnen, weiter zu wachsen und für unsere Kunden langfristig der Partner für alle wichtigen Entscheidungen rund um Energie und Sanierung zu werden.“

Wie sehen Sie die Zukunft der Immobilienbranche, und welche Rolle werden digitale Technologien bei der Energiewende im Gebäudesektor spielen?

Dr. Tobias Frese: „Das Grundproblem wird nicht verschwinden. Wenn der Gebäudesektor bis 2050 klimaneutral werden soll, müssen noch unglaublich viele Gebäude saniert werden. Ich glaube eher, dass die Größe dieser Aufgabe heute noch unterschätzt wird. Das lässt sich mit klassischer Energieberatung allein gar nicht in der nötigen Geschwindigkeit schaffen. Wir brauchen Daten, Automatisierung und KI, um sehr viele Gebäude analysieren und die richtigen Investitionen priorisieren zu können. Aber Technologie wird die Menschen dabei nicht ersetzen. Wenn jemand 500.000, fünf Millionen oder 50 Millionen Euro investieren soll, will er am Ende auch mit jemandem sprechen, der sagen kann: Wir haben das schon sehr oft gemacht. Das funktioniert. Das lässt sich umsetzen. Und die Förderung bekommst du auch.“

Welche drei Ratschläge würden Sie anderen Gründerinnen und Gründern geben, die mit innovativen Lösungen die Transformation einer traditionellen Branche vorantreiben möchten?

Robin Behlau: „Nicht zu lange am ursprünglichen Geschäftsmodell festhalten. Was wir heute machen, war am Anfang so nicht geplant. Wir haben Dinge ausprobiert, viel gelernt und unser Modell immer weiter verändert.

Den Markt und die Kunden wirklich verstehen. Eine gute Technologie allein reicht nicht. Man muss verstehen, welche Entscheidungen die Kunden tatsächlich treffen müssen und wo der echte wirtschaftliche Druck liegt.

Technologie und echte Expertise zusammenbringen. KI und Digitalisierung können sehr viel schneller und skalierbarer machen. Aber gerade bei großen Entscheidungen braucht es trotzdem Menschen, denen man vertraut und die wissen, wovon sie sprechen.

Und nicht zu vergessen: Ab und zu mit dem Team zu Union Berlin gehen. Das hilft wahrscheinlich bei jeder Transformation.“

Bildrechte: Kathleen Springer Photography

Wir bedanken uns bei Robin Behlau und Dr. Tobias Frese für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Lissi GmbH sichert sich 3,5 Millionen Euro: Ventech führt Finanzierungsrunde für EUDI-Wallet-Integration an

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Lissi Finanzierung: 3,5 Millionen Euro für EUDI Wallet Die Lissi-Gründer, von links nach rechts: Sebastian Bickerle, Helge Michael und Adrian Doerk. Bildquelle: Lissi GmbH

Unabhängigkeit für Europas Finanzsektor: Lissi sichert sich 3,5 Millionen Euro für AMLR-konforme EUDI-Wallet-Integration

Frankfurt am Main, 9. Juli 2026 – Die Lissi GmbH, europäischer Pionier im Bereich EUDI-Wallet-Anbindung und Verifiable Credentials, gibt den erfolgreichen Abschluss einer neuen Finanzierungsrunde in Höhe von 3,5 Millionen Euro bekannt. Angeführt wird die Runde von der europäischen Venture-Capital-Firma Ventech, der sich die BM H Beteiligungs-Managementgesellschaft Hessen zusammen mit den Bestandsinvestoren main incubator (Commerzbank Gruppe) und Ninepointfive Ventures anschließt.

Mit dieser Investition setzt Lissi ein deutliches Zeichen für eine souveräne europäische digitale Identität. Mit Investoren aus drei verschiedenen EU-Ländern (Deutschland, Frankreich und Belgien) sowie einem Partnernetzwerk in der gesamten EU positioniert sich Lissi bewusst als unabhängige paneuropäische Plattform-Alternative.

AMLR erhöht den Handlungsdruck im Finanzsektor

Der Zeitpunkt der Finanzierungsrunde könnte kaum relevanter sein. Am 10. Juli 2027 tritt die EU-Geldwäscheverordnung (AMLR) in Kraft und beschleunigt die Nachfrage nach vertrauenswürdigen digitalen Identitätslösungen im gesamten Finanzsektor. Während sich Banken und Finanzdienstleister auf den neuen Regulierungsrahmen vorbereiten, gewinnen interoperable eIDAS-konforme Identitätslösungen zunehmend an Bedeutung.

Schon heute stammen 90 Prozent der Lissi-Kunden aus dem Finanzsektor. Dazu gehören Banken, Versicherungen, Zahlungsdienstleister, Identitätsprüfungsanbieter und qualifizierte Vertrauensdiensteanbieter – darunter Marktführer wie itsme und die Commerzbank.

Darauf aufbauend nutzt Lissi die neuen Finanzierungsmittel gezielt, um Finanzinstituten eine praxisnahe Lösung zur Erfüllung der AMLR-Anforderungen bereitzustellen und neue Geschäftsmodelle im Bereich Open Finance mit Identity Wallets zu ermöglichen.

„Wir haben 2025 die EUDI Wallet Challenge der Bundesregierung gewonnen. Basierend auf dieser Erfahrung bauen wir unsere EUDI Wallet Connector Suite weiter aus und haben mit der Entwicklung eines eigenen Software Development Kits begonnen. Hiermit können Finanzunternehmen alle Funktionalitäten moderner Identity Wallets direkt in ihre eigenen Apps integrieren“, erklärt Sebastian Bickerle, CTO und Co-Founder von Lissi. „Damit kann in Zukunft jede Banking-App im Handumdrehen zur ID Wallet erweitert werden.“

EUDI Wallet Connector Suite für ganz Europa

Ziel von Lissi ist es, mit seiner EUDI Wallet Connector Suite eine nahtlose Interoperabilität zwischen öffentlichen und privaten EUDI Wallets in der gesamten Europäischen Union zu ermöglichen und die Implementierungen in den Mitgliedstaaten sowohl im öffentlichen als auch im privaten Sektor zu unterstützen.

Helge Michael, CEO und Co-Founder von Lissi, betont die strategische Ausrichtung:

„Finanzinstitute benötigen Lösungen, die sich nahtlos in bestehende IT-Landschaften integrieren lassen und ihnen gleichzeitig die volle Kontrolle über ihre Kundendaten ermöglichen. Unsere Plattform wurde exakt für diese Anforderungen entwickelt: eIDAS-konform, flexibel einsetzbar und auf die hohen Sicherheits- und Compliance-Standards des Finanzsektors ausgerichtet. Das Vertrauen zahlreicher Banken und Finanzdienstleister zeigt, dass dieser Ansatz im Markt gut ankommt.“

Investoren setzen auf europäische digitale Souveränität

Stephan Wirries, General Partner bei Ventech, erklärt:

„Wir freuen uns sehr, das Team von Lissi zu unterstützen. Viele seiner Wettbewerbsvorteile beruhen darauf, dass Adrian, Sebastian und Helge nicht nur theoretisch über Compliance im Bankwesen diskutieren, sondern ihr Unternehmen ursprünglich innerhalb der Commerzbank aufgebaut haben. Dadurch verstehen sie die Prioritäten der Bank-IT auf einer Ebene, die für Außenstehende nur schwer zu erreichen ist. Ihr SDK-Ansatz, mit dem bestehende Banking-Apps in Wallets umgewandelt werden, die auf den Märkten aller EU-Mitgliedstaaten funktionieren, wird regulierten Kunden dabei helfen, eIDAS-konforme Abläufe noch besser zu nutzen.“

Stephan Groß, Senior Investment Manager bei BM H, ergänzt:

„Lissi ist ein hervorragendes Beispiel für die Art von Technologieunternehmen, die wir unterstützen möchten: in Hessen verwurzelt, auf fundiertem Fachwissen aufgebaut und auf eine klare Marktchance in Europa ausgerichtet. Das Team hat eine äußerst relevante Infrastrukturlösung für regulierte Branchen entwickelt und bereits das Vertrauen wichtiger Marktteilnehmer gewonnen. Wir freuen uns, gemeinsam mit Ventech und den bestehenden Investoren die nächste Wachstumsphase von Lissi zu unterstützen.“

Lissi baut europäisches EUDI-Wallet-Ökosystem weiter aus

Lissi ist seit 2019 im Bereich der digitalen Identitäten aktiv und hat von Anfang an – zunächst als Teil der Commerzbank Gruppe – zur Entwicklung des europäischen EUDI-Wallet-Ökosystems beigetragen.

Als Lead des Forschungsprojekts IDunion war das Unternehmen an zentralen technischen Komponenten beteiligt, die heute in europäischen digitalen Identitäts-Wallets zum Einsatz kommen. Lissi beteiligte sich außerdem an den europäischen Large Scale Pilots EWC und POTENTIAL und trägt über das laufende Konsortium WE BUILD weiterhin zu neuen Standards, Interoperabilität und technischen Fähigkeiten für EUDI Wallets bei.

„Als aktiver Mitgestalter verschiedener EUDI-Wallet-Initiativen in der EU verbindet Lissi die Nähe zur Standardisierung mit praktischer Implementierungserfahrung. Wir haben bereits Projekte mit mehr als 30 Organisationen aus zehn Mitgliedstaaten realisiert oder arbeiten mit ihnen an der Integration von EUDI Wallets“, so Adrian Doerk, Co-Founder und Chief Marketing Officer von Lissi.

Bild Die Lissi-Gründer, von links nach rechts: Sebastian Bickerle, Helge Michael und Adrian Doerk.
Bildquelle: Lissi GmbH

Quelle BM H Beteiligungs-Managementgesellschaft Hessen mbH

GALVANY: Wohin entwickelt sich die Energiewende im Gebäudebereich?

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GALVANY: Energiewende mit Wärmepumpen digital gestalten Raik Belka

GALVANY entwickelt digitale Lösungen für die Energiewende und vernetzt Wärmepumpen mit intelligenter Technologie für eine klimafreundliche Energieversorgung

Wie entstand die Idee zu GALVANY, und wer steht heute hinter dem Unternehmen?

Wir haben GALVANY Ende 2022 in Berlin aus der Überzeugung heraus gegründet, dass die Wärmepumpe die derzeit beste verfügbare Technologie für klimafreundliches Heizen ist, jedoch der Weg zu ihr für Hausbesitzer:innen unnötig kompliziert ist. Ich habe vor fast 20 Jahren meine erste Wärmepumpe selbst installiert und seither erlebt, wie wenig sich an dieser Komplexität geändert hat.

Was heute hinter GALVANY steht, ist das Ergebnis einer bewussten Entscheidung. Wir wollten kein klassisches Handwerksunternehmen gründen, sondern ein Technologieunternehmen, das die Energiewende neu denkt. Unser Team vereint Energieexpertise mit echter Tech-DNA. Viele unserer über 90 Mitarbeitenden kommen aus Teams, die europäische „Unicorns“ aufgebaut haben. Sie wissen, wie man Produkte und Prozesse entwickelt, die wirklich skalieren. Diese Kombination aus tiefem Branchenwissen und digitalem Skalierungs-Know-how ist es, die GALVANY von anderen unterscheidet. Unterstützung erhalten wir dabei von Investoren wie SET Ventures und AENU, die unsere Vision teilen.

GALVANY bezeichnet sich als Betriebssystem der Energiewende. Was bedeutet das konkret für Ihre Kunden?

Für unsere Kund:innen bedeutet das, dass GALVANY alle zentralen Schritte der Energiewende im Gebäude in einem integrierten System bündelt, von der Analyse über Planung und Fördermittel bis zur Umsetzung und digitalen Steuerung. Statt Einzellösungen erhalten Kund:innen eine ganzheitliche, vernetzte Lösung, die Komplexität reduziert und den Weg zu einer klimafreundlichen Energieversorgung deutlich einfacher macht.

Welche Vision verfolgen Sie mit GALVANY für die Zukunft der Energieversorgung im Gebäudesektor?

Unsere Vision ist eine klimafreundliche, dezentrale und intelligent vernetzte Energieversorgung im Gebäudesektor. Mit Wärmepumpen, Speichern, Smart Metern und digitalen Lösungen, die effizient zusammenspielen, möchten wir Gebäude von reinen Energieverbrauchern zu aktiven Bestandteilen der Energiewende machen.

An welche Zielgruppen richten Sie sich hauptsächlich, und welche Herausforderungen dieser Kunden möchten Sie lösen?

Unsere Hauptzielgruppe sind Eigenheimbesitzer:innen in Deutschland, die ihre Gasheizung ersetzen möchten, aber nicht wissen, wo sie anfangen sollen. Sie stehen vor drei konkreten Herausforderungen: Sie verstehen die Technologie nicht, sie kennen die Förderoptionen nicht, und sie haben niemanden, dem sie vertrauen können.

GALVANY löst genau das. Wir beraten individuell, planen technisch sauber, übernehmen das Fördermanagement und begleiten unsere Kund:innen durch den gesamten Installationsprozess. Dabei steht ihnen von der ersten Anfrage bis zur Inbetriebnahme eine persönliche Ansprechperson zur Seite.

Der Umstieg auf klimafreundliche Heizsysteme gilt oft als komplex. Wie macht GALVANY diesen Prozess einfacher?

GALVANY vereinfacht den Umstieg, indem wir technische Planung, Produktauswahl, Fördermittelmanagement und Umsetzung zusammenbringen. Kund:innen müssen sich nicht durch unterschiedliche Anbieter, Förderprogramme und technische Detailfragen kämpfen, sondern erhalten einen strukturierten Prozess mit klaren Handlungsempfehlungen und digitaler Unterstützung.

Was unterscheidet GALVANY von klassischen Anbietern von Wärmepumpen und Energietechnik?

GALVANY denkt Energietechnik nicht als einzelnes Produkt, sondern als vernetztes System. Während klassische Anbieter häufig einzelne Komponenten wie Wärmepumpen liefern, verbindet GALVANY Wärmepumpen, Batteriespeicher, Smart Meter, Beratung und digitale Steuerung zu einer ganzheitlichen Lösung für die Energiewende im Gebäude.

Welche Rolle spielen digitale Technologien bei der Vernetzung von Wärmepumpen, Batteriespeichern und Smart Metern?

Digitale Technologien sind der Schlüssel, damit moderne Energiesysteme effizient funktionieren. Sie ermöglichen, dass Wärmepumpen, Batteriespeicher und Smart Meter intelligent miteinander kommunizieren, Energieflüsse optimiert werden und Kunden Transparenz über Verbrauch, Kosten und Einsparpotenziale erhalten.

Vor welchen Herausforderungen steht ein ClimateTech-Startup aktuell bei der Umsetzung der Energiewende?

Eine der größten Herausforderungen ist die hohe Komplexität des Marktes. Regulatorische Vorgaben, Förderprogramme, der Fachkräftemangel und lange Entscheidungsprozesse treffen auf einen enormen Transformationsbedarf. ClimateTech-Start-ups müssen innovative Lösungen skalierbar machen und gleichzeitig das Vertrauen von Kunden, Partnern und Investoren gewinnen.

Wie wichtig sind Themen wie Fördermittelmanagement und Beratung für den Erfolg nachhaltiger Energielösungen?

Fördermittelmanagement und Beratung sind entscheidend, weil viele nachhaltige Energielösungen technisch und finanziell erklärungsbedürftig sind. Die richtige Förderung kann Investitionsentscheidungen deutlich erleichtern. Gleichzeitig sorgt gute Beratung dafür, dass Kund:innen die passende Lösung für ihr Gebäude finden und langfristig davon profitieren.

Welche Entwicklungen oder neuen Funktionen planen Sie für GALVANY in den kommenden Jahren?

Der nächste große Schritt ist die GALVANY Fusion. Unsere Energie-App verbindet Wärmepumpe, Batteriespeicher und Smart Meter zu einem integrierten System. Fusion macht Ersparnisse täglich sichtbar, optimiert den Energieverbrauch automatisch und gibt Kunden erstmals echte Kontrolle über ihre Energiekosten.

Darüber hinaus erweitern wir unser Business-in-a-Box-Modell. Wir öffnen unsere Technologie und Prozesse für den lokalen Installationsmarkt und machen GALVANY so auch über das Direktgeschäft hinaus zur skalierbaren Infrastruktur der Energiewende.

Wo sehen Sie GALVANY in fünf Jahren, und welche Ziele möchten Sie bis dahin erreicht haben?

In fünf Jahren wird GALVANY eine führende Plattform für die Energiewende im Gebäudebereich in Deutschland sein. Dann werden eine Vielzahl an Anlagen im Feld vernetzt sein, ein wachsendes Ökosystem aus Installationspartnern existieren und ein Datenmodell den Energieverbrauch von Gebäuden auf eine neue Ebene heben.

Das konkrete Ziel ist, dass GALVANY jeden Schritt begleitet. Von der ersten Beratung bis zum letzten gesparten Euro des Kunden. GALVANY soll somit zum langfristigen Energiepartner werden.

Welche drei Ratschläge würden Sie anderen Gründerinnen und Gründern mit auf den Weg geben?

Erstens: Versteh dein Problem besser als jeder andere. Nicht theoretisch, sondern weil du es selbst erlebt hast. Das ist der einzige echte Vorteil, den ein Gründer hat.

Zweitens: Hire für Haltung, nicht für den Lebenslauf. Die besten Menschen in unserem Team haben nicht den perfekten CV, aber sie nehmen das Problem genauso persönlich wie ich.

Drittens: Entscheide schnell und korrigiere unterwegs. Wer auf Sicherheit wartet, verliert den Moment.

Bildcredits GALVANY

Wir bedanken uns bei Raik Belka für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Viele halten den Rechtsstaat für selbstverständlich. Aber wie wäre es ohne?

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Bundesverfassungsgericht: Susanne Baer über das Grundgesetz Dr. Dr. h.c. mult. Susanne Baer, LL.M. Ehemalige Richterin des Bundes­verfassungs­gerichts © Petra Rickert
Die Spielregeln des Grundgesetzes gelten für uns alle. Dass sie eingehalten werden, dafür sorgt „Karlsruhe“, das Bundesverfassungsgericht. Zwölf Jahre war Prof. Dr. Susanne Baer dort Richterin. Heute beobachtet die Präsidentin des Deutschen Juristinnenbunds, wie diese Regeln systematisch angegriffen werden – durch Shitstorms, Falschbehauptungen und politische Piraterie. Im Gespräch mit herCAREER erklärt sie, was das mit Gleichstellung, Frauenrechten und unserem Alltag zu tun hat

„Das Grundgesetz gehört nicht dem Gericht, sondern uns allen.“

herCAREER: Frau Prof. Dr. Baer, manche empfinden Gerichte als einschüchternd und elitär, aber vermutlich ist gar nicht allen bewusst, dass sich jede:r von uns ans Bundesverfassungsgericht wenden kann. Im September feiert das Gericht seinen 75. Geburtstag. Was ist das Versprechen des Gerichts an uns?

Prof. Dr. Susanne Baer: Das Bundesverfassungsgericht ist der Schiedsrichter – oder die Schiedsrichterin – für die Regeln, die für uns alle gelten, und die stehen im Grundgesetz, unserer Verfassung. Das Grundgesetz gehört aber nicht dem Gericht, sondern uns allen. Das Gericht ist nur dafür da, dass die großen Worte keine leeren Versprechungen sind. In Deutschland kann sich dazu jede Bürgerin, jeder Bürger selbst an das Gericht wenden, und dann wird unabhängig entschieden.

herCAREER: Sie sind dort von 2011 bis 2023 Richterin gewesen. Wie haben Sie Ihre Rolle empfunden?

Prof. Dr. Susanne Baer: Ehrenvoll, anspruchsvoll, ereignisreich – großartig, im wahrsten Sinne des Wortes. Als Richterin habe ich ja mit zu verantworten gehabt, dass die Spielregeln der Demokratie eingehalten werden, wo hier die roten Linien verlaufen.

herCAREER: So heißt auch Ihr Buch: „Rote Linien: Wie das Bundesverfassungsgericht die Demokratie schützt“. Was ist so eine Linie?

Prof. Dr. Susanne Baer: Nehmen Sie die Meinungsfreiheit. Sie ist ein hohes Gut, aber wie weit reicht sie? In letzter Zeit wird gezielt behauptet, es müsse eine völlig unbegrenzte Freiheit sein – und jede Gegenrede wird als „Zensur“ denunziert. Aber das ist irreführend. Im Streitfall muss das Bundesverfassungsgericht klären: Wer andere scharf kritisiert, wer vielleicht auch nervt oder wessen Meinung einem nicht gefällt, hat natürlich das Recht auf Meinungsfreiheit. Aber wenn es nur darum geht, andere niederzumachen, dann gibt es eine Grenze. Die „Schmähkritik“ ist nicht geschützt, weil es da gar nicht um Meinungen geht.

herCAREER: Das Gericht heißt oft einfach „Karlsruhe“, die wenigsten kennen die Namen der Richter:innen. Vergangenes Jahr wurde unerwartet heftig um eine Kandidatin gestritten, Frauke Brosius-Gersdorf. Wie haben Sie die Debatte beobachtet?

Prof. Dr. Susanne Baer: Das war kein guter Moment für die Politik und sollte sich nicht wiederholen. Normalerweise wird im Vorfeld geklärt, ob jemand über die Parteigrenzen hinweg Zustimmung findet. Das war hier nicht hinreichend gesichert, letztlich grob fahrlässig. Es schadet auch dem Parlament, wenn ein organisierter Shitstorm von rechts in letzter Minute so viel Einfluss hat. Tatsächlich sind die Wahlen zum Gericht ja klug gedacht: Um in Deutschland in dieses höchste juristische Amt zu kommen, müssen zwei Drittel des Bundestags oder Bundesrats zustimmen. Das bedeutet, dass keine Regierung einfach ihre Leute durchsetzen kann. Sie muss immer die Opposition mitnehmen, und im Wechsel schlägt auch diese geeignete Personen vor, denen dann die Mehrheit zustimmen muss. Das sorgt für Vielfalt im Gericht und verhindert Extreme. Aber es muss auch entsprechend organisiert werden. Ich hoffe, dass alle den Schuss gehört haben. Denn was hier eine Rolle spielte, war beunruhigend.

herCAREER: An was denken Sie?

Prof. Dr. Susanne Baer: Hier wurde eine Frau gezielt denunziert, organisiert in den sozialen Medien und durch falsche Plagiatsvorwürfe. Es ist sehr gefährlich, wenn Bots Personalentscheidungen beeinflussen. Dazu kam noch eine Dosis Frauenfeindlichkeit. Und es wurde der absurde Eindruck erweckt, eine einzelne Richterin oder ein Richter könne die Rechtsprechung drehen.

herCAREER: In beiden Senaten des Bundesverfassungsgerichts sitzen jeweils acht Richter:innen, die für zwölf Jahre gewählt werden und nicht auf Lebenszeit wie etwa beim Supreme Court in den USA.

Prof. Dr. Susanne Baer: Die entscheidende Idee ist, dass diese acht Leute so gewählt werden, dass sie möglichst unterschiedlich denken. Für das Gericht ist es fundamental, dass ein Senat die verschiedenen Perspektiven auf ein Problem ernstnimmt, um dann gemeinsam, möglichst im Konsens zu entscheiden, denn der muss schließlich von der gesamten Gesellschaft akzeptiert werden. Weil die Besetzung wechselt, wird auch immer wieder neu gefragt, ob man den alten Linien folgen kann. Die begrenzte Amtszeit hilft also, die Verfassung „in die Zeit zu stellen“.

herCAREER: Das Grundgesetz wird im Licht der Gegenwart ausgelegt. Hat das dazu beigetragen, dass diese Kandidatur so umstritten war? Frauke Brosius-Gersdorf wurde eine zu tolerante Haltung zum Thema Schwangerschaftsabbruch unterstellt?

Prof. Dr. Susanne Baer: Die Unterstellungen waren Teil der Diffamierungskampagne. Es waren umstrittene, aber keine radikalen Positionen. Zwar ist es legitim, wenn zum Beispiel eine konservative Politikerin eine andere Position vertritt und deshalb von einer Kandidatin nicht begeistert ist. Problematisch wird es aber, wenn die Position der Kandidatin als vollkommen intolerabel dargestellt wird, obwohl es eine legitime Rechtsauffassung ist.

herCAREER: Gerichten wird manchmal vorgeworfen, nicht neutral zu entscheiden, sondern politisch.

Prof. Dr. Susanne Baer: Es lohnt sich, über Neutralität etwas länger nachzudenken. Derzeit wird der Begriff von rechtsautoritären Kräften instrumentalisiert, denn wir leben in Zeiten der politischen Piraterie: „Neutralität“, „Freiheit“ oder auch „Demokratie“ werden politisch gekapert, um vor allem zivilgesellschaftlichem Engagement das Wasser abzugraben. Dann heißt es: Ein Angebot politischer Bildung sei nicht neutral und dürfe deshalb nicht gefördert werden. Aber das ist grundfalsch, denn Bildung zielt auf Demokratie und Menschenrechte. Die Holocaust-Überlebende Tova Friedman hat das im Januar im Bundestag auf den Punkt gebracht: „Neutralität im Angesicht des Hasses ist keine Neutralität – sie bedeutet Zustimmung.“

herCAREER: Was heißt das übersetzt fürs Bundesverfassungsgericht?

Prof. Dr. Susanne Baer: Das Gericht muss sich in Politik einmischen, aber es handelt juristisch, mit dem Grundgesetz in der Hand. Menschenwürde, Freiheit und Gleichheit ernst zu nehmen, und zwar für alle – das ist Neutralität.

herCAREER: Wie kann sich das Gericht dagegen wappnen, dass ein Urteil als politisch motiviert abgewertet wird?

Prof. Dr. Susanne Baer: Indem es juristisch argumentiert. Das Gericht hat ja die Aufgabe, sich in politische Dinge einzumischen, aber es darf nicht politisch gestalten, darf Politik nicht ersetzen. Es zieht eben nur rote Linien. Verfassungsgerichtliche Entscheidungen beenden die politische Auseinandersetzung auch nicht, sondern fordern ein, dass ans Grundgesetz gedacht wird. Die Dinge zu gestalten – dafür liegt die Verantwortung bei der Politik.

herCAREER: Kann Recht Wandel fördern oder folgt es eher dem gesellschaftlichen Wandel?

Prof. Dr. Susanne Baer: Die Frage lässt mich an einen Moment in einem Hörsaal in den USA denken. Catharine MacKinnon, Professorin und weltweit engagierte Anwältin, hielt die Verfassung hoch und sagte: „Das sind nur Worte.“ Aber damit ließen sich Weichen stellen, ob es weiter ungerecht zugeht, oder ob wir diese Worte nutzen, um die darin garantierten gleichen Rechte zu realisieren. Gerade das Grundrecht auf Gleichbehandlung sei „ein Riss in der Mauer der Macht“, denn es könne für Gerechtigkeit sorgen. Recht kann also ein Teil von Ungerechtigkeit sein, wenn es nur Egoismen und der Ausbeutung dient. Es kann aber auch zu einem wichtigen Teil der Lösung werden, wenn man den crack in the wall findet.

herCAREER: Das heißt, Recht bedeutet nicht automatisch Gerechtigkeit, ist aber die Grundlage?

Prof. Dr. Susanne Baer: Recht schafft Verbindlichkeit, und wirklich demokratisches Recht lässt niemanden außen vor. Und Recht setzt nicht auf Gnadenakte, sondern auf berechtigte Ansprüche, eben auf Rechte.

herCAREER: Bei uns wurde 1949 im Grundgesetz Artikel 3 festgeschrieben: „Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich.“ Aber Frauen, Menschen mit Behinderung oder mit nicht-weißer Hautfarbe erleben noch immer, dass sie längst nicht überall gleichberechtigt sind.

Prof. Dr. Susanne Baer: Es kostet Mühe, aus den großen Worten Realität werden zu lassen. Ein Gericht kann nur Fälle entscheiden, die an die Justiz herangetragen werden, also müssen Menschen aktiv werden und Recht in Bewegung setzen. In Deutschland haben wir es den vier Müttern des Grundgesetzes zu verdanken, dass die Gleichberechtigung von Männern und Frauen ein Grundrecht ist, und den Anwältinnen und Klägerinnen, die damit vor die Gerichte gezogen sind, auch nach Karlsruhe. Heute wird Gleichheit intersektional verstanden, also mit Blick auf alle Diskriminierungen, die sich in der Erfahrung miteinander verschränken können. Das Bundesverfassungsgericht muss dann, wenn es zum Konflikt kommt, klarstellen, dass Gleichheit für alle Menschen gilt, und dass alle vor Nachteilen etwa wegen einer Behinderung oder vor Rassismus geschützt werden müssen. Das gilt überall, vom Strafrecht über das Arbeitsrecht bis zum Mietvertrag.

herCAREER: Unter der Trump-Regierung heißt es jetzt wieder, es gebe nur zwei Geschlechter. Wie sicher sind erkämpfte Gleichheitsrechte bei uns?

Prof. Dr. Susanne Baer: Rechtsautokratische Bewegungen propagieren weltweit patriarchale Vorstellungen, etwa von der traditionellen Familie. Sie aktivieren vor allem rassistische Vorurteile, aber auch sonstige Ressentiments, und das hat für Frauen und für alle sexuellen Minderheiten erhebliche Folgen. So gibt es auch in deutschen Landtagen Anträge, alles abzuschaffen, was mit Gender zu tun hat, mit Gleichstellung, mit Diversität und Vielfalt. Da wird „Gender“ als Triggerwort benutzt, um Abwehr hervorzurufen, und noch dazu als ein Brückenbegriff, mit dem Rechtsradikale in die Mitte wandern wollen. Das ist gefährlich und es geht alle an. Zuerst trifft es Minderheiten, aber am Ende trifft es unser Miteinander.

herCAREER: Anfang Mai hat der Bundestag beschlossen, nach spanischem Vorbild bundesweit die Fußfessel bei häuslicher Gewalt einzuführen. Sie haben in Ihrem Buch die Kontroverse um Sicherheit und Freiheit aufgegriffen und beziehen sich auch auf die Fußfessel. Wie sehen Sie die Entscheidung?

Prof. Dr. Susanne Baer: Auf diese rechtspolitische Frage antworte ich nicht als Bundesverfassungsrichterin a. D., sondern als Präsidentin des Deutschen Juristinnenbundes, denn von ihm gibt es dazu eine Stellungnahme: Die Fußfessel allein genügt nicht, um das erschreckend große Problem der Gewalt gegen Frauen, insbesondere der häuslichen Gewalt, zu lösen. Wenn das aber, wie in Spanien, in ein System weiterer Maßnahmen eingebettet wird, ist es ein guter Schritt.

herCAREER: Wird die Lebenswirklichkeit von Frauen im Gerichtssaal realistisch berücksichtigt? Es gibt Mütter, die Gewalt durch den Partner erlebt haben, sogar vor den Augen ihrer Kinder, und beim Thema Sorgerecht wird ihnen dann vorgeworfen, die Kinder zu instrumentalisieren.

Prof. Dr. Susanne Baer: Die Justiz steht da vor großen Herausforderungen. Sexuelle Gewalt ist genauso wie Diskriminierung bisher weder Gegenstand des Studiums noch systematischer Weiterbildungen. Natürlich gibt es kompetente Richterinnen und Richter, aber Gewalt gegen Frauen wird in Verfahren sehr oft fortgesetzt, sodass sogar in Gerichtssälen akute Bedrohungslagen entstehen. Familiengerichte müssen da gestärkt werden und genau hinsehen, auch sie dürfen keinen Stereotypen folgen – weder dem Stereotyp der guten Mutter noch dem des guten Vaters –, sondern, auch wenn sie nicht im Strafrecht arbeiten, für Schutz vor Gewalt sorgen.

herCAREER: Der Journalist Ronen Steinke hat anlässlich des Falls von Collien Fernandes ins Bewusstsein gerückt, dass das Sexualstrafrecht im Jurastudium nicht wirklich vorkommt. Wie patriarchal ist unser Rechtssystem geprägt?

Prof. Dr. Susanne Baer: Da ist er nicht der Erste. Seit Jahrzehnten fordern die Frauenrechtsbewegung und feministische Juristinnen, damit besser umzugehen. Wenn Sexualstrafrecht im Studium auftaucht, wird oft zu wenig reflektiert, inwiefern es aus der Täterperspektive unterrichtet wird – „im Zweifel für den Angeklagten“ ist natürlich ein wichtiger Grundsatz, aber wichtig ist hier die Kompetenz im Umgang mit dem gesamten Fall. Dazu gehört das Risiko der Retraumatisierung von Betroffenen genauso wie die Gefahr, dass sich Männer mit dem Täter, wenn auch unbewusst, identifizieren. Der Deutsche Juristentag in Erfurt diskutiert Ende des Jahres darüber.

herCAREER: In Ihrem Buch zitieren Sie Zahlen, wonach heute in Ostdeutschland nur 60 Prozent, im Westen 77 Prozent der Befragten dem Bundesverfassungsgericht vertrauen, und bei denen, die die AfD wählen, sogar nur 34 Prozent. Ist diese Skepsis eine Folge der Diskussion über ein mögliches AfD-Verbot, oder ist das ein Hinweis, dass die Verfassungstreue der Partei fragwürdig ist?

Prof. Dr. Susanne Baer: Die Ursachen der Skepsis sind nicht bekannt. Wir wissen aber, dass dieses Misstrauen gezielt gesät wird und nicht nur Gerichte trifft, sondern vor allem die öffentlich-rechtlichen Medien und die Politik. Auch hier ist politische Bildung schon in der Schule gefragt, denn viele wissen nicht genug. Ich erlebe oft Menschen, die sich klare Worte zur Verfassungswidrigkeit von Parteien wünschen, also zu dieser roten Linie unserer Demokratie.

herCAREER: Im Buch schreiben Sie, die AfD reiche immer wieder Klagen ein, die von vornherein als erfolglos einzuschätzen sind, um die Gerichte zu belasten und so zu schwächen, und um das Bundesverfassungsgericht als Teil des Systems vorzuführen.

Prof. Dr. Susanne Baer: Bei rechtsautokratischen Parteien gehört das weltweit zur Strategie. Sie tauschen sich darüber aus und lernen voneinander.

herCAREER: Wie sehen Sie die Diskussion über ein Parteiverbotsverfahren?

Prof. Dr. Susanne Baer: Sie ist wichtig und muss geführt werden. Wenn kein Antrag gestellt wird, um das zu klären, bedeutet das zwar nicht, dass alles in Ordnung ist, was die AfD als Partei tut – das zeigt schon die von Gerichten bestätigte Beobachtung durch den Verfassungsschutz. Aber das wird so benutzt. Wir sprechen hier auch nicht über die Wähler und Wählerinnen, sondern über Funktionäre, die rechtsextreme Positionen vertreten. Und da läuft eine rote Linie – das darf in Deutschland „nie wieder“ sein.

herCAREER: Was sind die größten Herausforderungen in polarisierten Zeiten?

Prof. Dr. Susanne Baer: Für Verfassungsgerichte ist es, wie für Menschenrechtsgerichte, derzeit hart. Sie sind allerdings immer gefährdet, weil sie ja dafür da sind, sogar gewählte Mehrheiten zu stoppen, wenn die sich nicht demokratisch verhalten oder Grundrechte verletzen. Das ist immer fordernd, aber es wird besonders schwierig, wenn politische Kräfte versuchen, den Respekt vor dem Rechtsstaat zu untergraben, Gerichte zu diffamieren, Richtern und Richterinnen die Legitimation abzusprechen. Das wird auch in Deutschland versucht.

herCAREER: Wie lässt sich das aufhalten?

Prof. Dr. Susanne Baer: Aufmerksam sein – und es nicht einfach tolerieren. Viele halten den Rechtsstaat eher für selbstverständlich oder aber für etwas, das nervt, weil es zu bürokratisch ist, zu umständlich. Aber wie wäre es ohne? Es gibt gute Gründe, den Rechtsstaat sehr zu schätzen, so wie unsere Demokratie, und beide nicht von politischen Piraten kapern lassen. Es geht um das Zusammenleben in einer lebendigen Gesellschaft, in der wir nicht aufeinander herumtrampeln, sondern friedlich unterschiedlich sind. Darauf müssen wir uns wieder besinnen, und das bedeutet auch, dafür aufzustehen und es zu verteidigen.

herCAREER: Was gibt Ihnen trotz der Herausforderungen Hoffnung für die Demokratie?

Prof. Dr. Susanne Baer: Die Menschen, die sich dafür engagieren. Dazu kommt eine Erfahrung aus dem Gericht. Vorher hätte ich wohl nicht geglaubt, dass sich acht so unterschiedliche Leute immer wieder einigen können. Es hilft, sich gut vorzubereiten, eigene Irrtümer einzugestehen, sich zusammenzusetzen und in die Augen zu blicken, und sich auf die großen Worte zu beziehen, die für uns alle gelten: auf das Grundgesetz.

herCAREER: Wenn Sie jeder jungen Frau einen Satz aus dem Grundgesetz mitgeben könnten, welcher wäre das?

Prof. Dr. Susanne Baer: Ich finde da so vieles schön! Einer jungen Frau würde ich sagen: Gleichberechtigung ist kein Nice-to-have, sondern dein Grundrecht. Nimm das Grundgesetz in die Hand und hab es als Spirit dabei.

Das Interview führte die freie herCAREER-Redakteurin Silvia Feist.

Prof. Dr. Susanne Baer wird am 23. Oktober 2026 beim Authors-MeetUp live über ihr Buch „Rote Linien: Wie das Bundesverfassungsgericht die Demokratie schützt“ sprechen und Publikumsfragen beantworten.

Bild Dr. Dr. h.c. mult. Susanne Baer, LL.M. Ehemalige Richterin des Bundes­verfassungs­gerichts © Petra Rickert

Quelle messe.rocks GmbH

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