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6 Millionen Euro für mika: Wie das Berliner KI-Startup das Steuerbüro überflüssig macht

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mika: KI für Buchhaltung erhält sechs Millionen Euro co founders stehend

KI-Alternative zum Steuerbüro: mika sammelt sechs Millionen Euro ein und macht das Steuerbüro für kleine Unternehmen optional

  • Der europäische Investor Smedvig Ventures führt die Seed-Runde des Berliner Start-ups an.
  • Mehr als 750 Firmen nutzen mika bereits für ihre Buchhaltung und Steuern.
  • Im Juli knackte das Unternehmen die Umsatzmarke von einer Million Euro.

Berlin, 23. September 2026 – Das Berliner vertikale KI-Startup mika sammelt sechs Millionen Euro ein. Statt das klassische Steuerbüro zu digitalisieren, baut mika Buchhaltung, Steuern und Finanzen als KI-native Infrastruktur für KMU von Grund auf neu. Für kleine Kapitalgesellschaften übernimmt mika die laufende Buchhaltung, Umsatzsteuervoranmeldung, Jahresabschluss und Steuererklärungen. Die Seed-Runde führt der europäische VC Smedvig Ventures an. Beteiligt sind außerdem das Basler Family Office Wecken & Cie. (Care4 AG) sowie die studiVZ-Mitgründer Dennis Bemmann und Michael Brehm, limango-Gründer Johannes Ditterich und Martina Pfeifer (encourageventures). Die Bestandsinvestoren Keen Venture Partners und Dutch Founders Fund stocken ihre Anteile auf. Das frische Kapital dient dem Wachstum und der Weiterentwicklung des KI-Systems.

Gründer:innen sollen gründen, nicht Belege sortieren

In Deutschland gibt es fast eine Million kleine Kapitalgesellschaften. Für sie sind Buchführung, Umsatzsteuervoranmeldungen und Jahresabschluss gesetzlich vorgeschrieben. Theoretisch darf die Geschäftsführung das alles selbst erledigen, praktisch tut es kaum jemand: zu hohes Risiko, zu verstreutes Wissen. So zahlen kleine Unternehmen jedes Jahr tausende Euro allein dafür, um ihre Grundpflichten zu erfüllen.

Agnieszka Walorska kennt das Problem. Sie ist ohne unternehmerische Vorbilder aufgewachsen und konnte bei ihrer ersten Gründung nicht auf die finanzielle Starthilfe von Family-and-Friends zählen. Genau dann wird die deutsche Bürokratie zur Eintrittsbarriere: Mehrere tausend Euro im Jahr für einen Steuerberater, nur um gesetzliche Pflichten zu erfüllen, halten vor allem die vom Gründen ab, die nicht auf Rücklagen oder ein Umfeld mit Erfahrung zurückgreifen können.

„Sobald du in Deutschland eine GmbH gründest, heißt es: Du brauchst einen Steuerberater. Das geht so weit, dass manche Unternehmer:innen glauben, das wäre eine gesetzliche Pflicht. Für mich ist klar, das kann und darf so nicht sein“, so Agnieszka Walorska, Gründerin und CEO von mika. „Bei mika schaffen wir mit KI bessere Zugangsmöglichkeiten, damit nicht mehr der Geldbeutel oder das Elternhaus und Netzwerk darüber entscheidet, wer ein Unternehmen gründen kann.“

Agnieszka Walorska führt mika gemeinsam mit Luke Linnekuhle (CFO) und Henry Müssemann (CTO). Linnekuhle hat den Finanzbereich der Activewear-Marke Oceansapart mit aufgebaut. Müssemann war zuvor Head of Engineering bei Freezingdata, einem Softwareanbieter für digitale Forensik, den er bis zum Exit geführt hat.

„In keinem anderen Land Europas sind Buchhaltung und Steuern für kleine Unternehmen so komplex und teuer wie in Deutschland, wo beides so eng verzahnt ist, dass ein einziger Fehler direkt auf die Steuerlast durchschlägt. Deshalb haben selbst die großen internationalen Anbieter hier nie Fuß gefasst“, sagt Freddie Kalfayan, Principal bei Smedvig Ventures. „mika ist die Erste, die dieser Komplexität von Grund auf gerecht wird, und ihre Kunden zeigen eine Begeisterung, wie wir sie in unserem Portfolio nur selten erlebt haben.“

KI und Buchhalter:innen, in Symbiose

Das Herzstück von mika ist ein KI-natives Hauptbuch (General Ledger): die Künstliche Intelligenz versteht jeden Beleg und jede Zahlung. Je nach Aufgabe arbeiten dabei unterschiedliche KI-Modelle, eingebettet in Fachwissen und Regeln, die mika selbst entwickelt hat.

mikas KI-Buchhaltungslösung ordnet zu, bucht und erklärt Nutzer:innen, was das bedeutet, in den meisten Fällen vollständig ohne manuelles Eingreifen. Ausgebildete Buchhalter:innen im Haus prüfen die Ergebnisse und übernehmen dort, wo die Komplexität menschliche Mitarbeit verlangt. Dazu kommt etwas, das ein Steuerbüro nicht anbietet: Man kann mit den eigenen Zahlen reden – entweder direkt in mika oder über eine standardisierte KI-Schnittstelle, das Model Context Protocol (MCP) in KI-Assistenten wie ChatGPT oder Claude.

Auch im Alltag nimmt mika die Reibung heraus: Ein unverständlicher Brief vom Finanzamt wird hochgeladen und direkt erklärt, samt dem, was zu tun ist. Fragen zur eigenen Buchhaltung und Finanzen beantwortet der KI-Chat sofort, auch am Sonntagabend. Eine individuelle steuerliche Beratung ist bislang noch kein Teil des Angebots. Hierfür kooperiert mika mit zugelassenen Steuerberater:innen aus dem Netzwerk.

Umsatz wächst über 20 Prozent pro Monat

Zu Jahresbeginn nutzten rund 400 GmbHs und UGs mika, inzwischen sind es mehr als 750. Angefangen hat mika bei digitalisierten Dienstleistern wie Agenturen und Beratungen. Inzwischen kommen die Kund:innen auch aus SaaS, Immobilien und E-Commerce, zuletzt kamen Einzelhandel und Handwerk dazu. Das Unternehmen wächst umsatzseitig seit Monaten um über 20 Prozent monatlich und überschritt im Juli 2026 bereits eine Million Euro Jahresumsatz.

„Als wir 2024 investiert haben, galt das Modell ‚KI plus Mensch‘ als eine Nische, vielen war das zu viel Service und zu wenig Software“, sagt Djoni de Vos, Principal bei Keen Venture Partners. „Heute beschreiben viele Investoren genau dieses Modell als die nächste große Kategorie: Service as Software. mika hat die Tragfähigkeit bewiesen, bevor es den Namen dafür gab.“

Bild Agnieszka Walorska (Gründerin und CEO) Luke Linnekuhle (CFO) Henry Müssemann (CTO) Credits Get Mika GmbH

Quelle Breforth Communications GmbH für Get Mika GmbH

Mit Eis rein, ohne raus: Der ungewöhnliche Höhle der Löwen-Deal für Poppys

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Poppys: Eis trifft Die Höhle der Löwen Bild Alena Leeb, Gründerin von Poppy`s Eis Foto: RTL

Poppys hat am 21. September 2026 mit seinem Eis in der Höhle der Löwen gepitcht und ein Investment von Johannes Kliesch und Carsten Maschmeyer erhalten.

Wie ist die Idee für Poppys entstanden, wer steht hinter dem Startup und welcher Moment hat dich zur Gründung inspiriert?

Die Idee ist entstanden in einer schwierigen Lebensphase von mir, als ich einen Traum hatte von einer Eisfabrik, die gesundes Kindereis verkauft hat. Ich liebe Kinder und ich liebe Essen und daher dachte ich mir, als ich aufgewacht bin, ok das möchte ich machen. Und so habe ich Poppys gegründet.

In welcher Branche ist Poppys tätig und was zeichnet das Geschäftsmodell des Startups aus?

Ich bin in der Lebensmittelbranche tätig und habe das Potential gesehen in einem Eis, dass nur auf Frucht- und Gemüsemusbasis besteht. Mir war wichtig auf den natürlichen Geschmack und diesen Kindern näher zu bringen.

Welches konkrete Problem löst Poppys und welche Marktlücke hast du damit geschlossen?

Auf dem Markt gibt es vor allem sehr zuckerhaltiges Eis, dass auf Wasserbasis besteht und künstliche Zusätze enthalten. Ich habe bewusst einen ganz anderen Weg eingeschlagen. Auch was die Verpackung betrifft.

Warum hast du dich mit Poppys für die Teilnahme an Die Höhle der Löwen entschieden und welche Aspekte standen dabei im Vordergrund?

Für mich war ein Deal entscheidend. Ohne zusätzliches Geld hätte ich Poppys wieder schließen müssen, obwohl die Nachfrage hoch war. Das Problem war, dass ich alles Gesparte schon für den Start investiert hatte. Um günstiger produzieren zu können, hätte ich aber in zusätzliche Arbeitskraft und Maschinenn investieren müssen. Mir war also klar ich brauche einen Investor und da ich schon immer Fan von die Höhle der Löwen war, ist für mich schnell klar gewesen, dass ich mich bewerben möchte.

Wer war von Anfang an dein absoluter Wunschlöwe in der Höhle der Löwen und warum passt dieser Investor perfekt zu deiner Vision?

Meine Wunschlöwin war Judith Williams, weil ich einfach ein Fan dieser Frau bin. Als ich aber hörte, dass Johannes mit dabei sein wird war ich schon Feuer und Flamme ihn zu überbeugen, weil er technisch es drauf hat und ich leider nicht. ☺ Ich dachte das würde sich gut ergänzen.

Welche Form der Unterstützung durch die Investoren in der Höhle der Löwen hast du dir neben dem Kapital am meisten erhofft?

Ich wollte kein reines Geldinvestment. Da ich alleinige Gründerin bin wollte ich vor allem Austausch und einen strategischen Partner. Im Glücksfall, der mir mit Kontakten Türen öffnen kann.

Welche nächsten Schritte sind nach deinem Auftritt in der Höhle der Löwen für Poppys geplant und gibt es konkrete Pläne für Wachstum, Skalierung oder neue Entwicklungen?

Nach der Ausstrahlung möchte ich vor allem Community Building zu machen. Ich liebe es auf Social Media in den Austausch zu gehen und das möchte ich gerne ausbauen. Und an Skalierung in andere Länder denke ich noch gar nicht darüber nach. Ich möchte zuerst die Prozesse in Deutschland und Österreich optimieren und meine Unternehmen etablieren. Grundsätzlich möchte ich aber eine gesunde Food Snack Brand für Kinder aufbauen und es werden bestimmt andere Produkte folgen.

Welche Erfahrungen und Erkenntnisse haben sich auf deinem bisherigen Gründerweg mit Poppys als besonders wertvoll erwiesen?

Auf das Bauchgefühl hören. Klingt so einfach ist es aber nicht. Egal wenn man seine Businessidee pitcht hat seine Meinung dazu und die sollte man sich auch unbedingt anhören. Allerdings muss man dann aber einen Weg finden sich selbst nicht zu verlieren und sich den Meinungen anderer anzupassen auch wenn die in diesem Gebiet vlt auch Experte sind. Keiner kennt dein Produkt und deine Kunden so gut wie du und daher hör mehr was dein Gefühl sagt.

Welche Ratschläge lassen sich aus diesen Erfahrungen ableiten, die für andere Gründerinnen und Gründer hilfreich sein könnten?

Wie bei einer Baustelle immer mehr Zeit und Geld einplanen wie gedacht. Auf dein Bauchgefühl hören. Eine Kundenmeinung zählt erst, wenn es ein zahlender Kunde ist, der dich nicht vorher kannte. Also wenn die Oma und der Onkel sagen es ist ne gute Businessidee und sie versprechen zu kaufen ist kein wirkliches Kundenfeedback. Fragt euch auch immer, wo tatsächlich eine Nachfrage da ist. Wenn ihr anfängt mit Babyflaschen, weil ihr denkt ihr könnt ne bessere Babyflasche, als es schon gibt, entwickeln, dann ist das der falsche Ansatz. Es sollte ein wirklicher Need da sein und diesen Pain zu lösen sollte eure Motivation sein und nicht weil er einfach gründen wollt.

Was unterscheidet das Produkt von Poppys im Supermarktregal oder im Online-Shop optisch und inhaltlich von der Konkurrenz?

Ich muss dazu erklären, dass ich mit Eis in die Höhle gegangen und ohne Produkt wieder rausgekommen bin. Das Investment war damit gekoppelt, dass ich neue Produkte, die versandfähig sind, entwickle. So ist das jetzige Produkt: gefriergetrocknetes Fruchtpulver entstanden. Mit dem Pulver koche und backe ich schon seit Jahren für meine Kinder, weil es einfach so vielseitig einsetzbar ist und ich das Potential im Produkt gesehen habe, weil es nicht viele kennen.

Wie bereitet ihr bei Poppys die Lieferkette und den Online-Shop auf den Nachfrage-Ansturm am Abend der Ausstrahlung von Die Höhle der Löwen vor?

Da habe ich einfach sehr viel Glück mit meinem Investor, weil dieser sich im E-Commerce sehr gut auskennt und ich darauf vertrauen kann, dass alles glatt läuft. Wir haben gemeinsam aber sehr viel Zeit und Fleiß in den Shop gesteckt, dass er so aussieht, wie er jetzt aussieht.

Poppys war  am 21. September 2026 in der Höhle der Löwen

Bild Alena Leeb, Gründerin von Poppy`s Eis Foto: RTL

Wir bedanken uns bei Alena Leeb für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Rollenwechsel bei Höhle der Löwen: Warum Diana zur Löwen jetzt selbst pitcht

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Die Höhle der Löwen: 28. September 2026 mit Diana zur Löwen Die Höhle der Löwen, 28. September 2026 und Diana zur Löwen Bild: Die Löwen Andreas W. Herb, Ralf Dümmel, Frank Thelen, Judith Williams und Janna Ensthaler Fotocredits RTL

Vom Investorenstuhl zurück auf die Pitch-Bühne: Diese Folge dreht die Rollen um

Die Höhle der Löwen bringt am 28. September 2026 nicht nur fünf neue Geschäftsideen ins Fernsehen. Mit Diana zur Löwen kehrt auch eine Unternehmerin zurück, die die Sendung bereits von der anderen Seite des Verhandlungstisches kennt. Dazu treffen etablierte Produkte auf neue Konzepte, ungewöhnliche Alltagslösungen auf digitale Geschäftsmodelle und Gründer auf einen Investor, der eines der präsentierten Produkte bereits selbst nutzt.

Die Höhle der Löwen am 28. September 2026 mit besonderer Rückkehr

Am 28. September 2026 geht die 20. Staffel von Die Höhle der Löwen um 20:15 Uhr bei VOX weiter. Die Jubiläumsstaffel ist mit einem auf acht Investoren erweiterten Löwenrudel gestartet. Neben Judith Williams, Ralf Dümmel, Frank Thelen, Dagmar Wöhrl, Carsten Maschmeyer und Janna Ensthaler gehören auch Johannes Kliesch und Andreas W. Herb zum Investorenkreis.

Die neue Folge zeigt erneut, wie unterschiedlich die Ausgangslagen in der Höhle sein können. Während einige Gründer noch vor dem nächsten großen Wachstumsschritt stehen, können andere bereits beachtliche Umsätze und Verkaufszahlen vorweisen. Ein Investment wird dadurch nicht automatisch leichter. Schließlich geht es neben der Idee auch um Bewertung, Skalierbarkeit, Marktposition und die Frage, welchen zusätzlichen Wert ein Löwe überhaupt noch einbringen kann.

Besonders ungewöhnlich ist diesmal die Rückkehr von Diana zur Löwen. Bereits 2022 war sie als Gast-Investorin Teil der Sendung. In der aktuellen Jubiläumsstaffel hatte VOX ihre erneute Teilnahme bereits angekündigt. Nun steht sie jedoch nicht auf der Seite der Kapitalgeber, sondern präsentiert gemeinsam mit Rebecca Linneweber und Zahnärztin Julia von Wolff ein eigenes Geschäftskonzept.

Diana zur Löwen wechselt in der Höhle die Seite

Der Perspektivwechsel dürfte zu den interessantesten Momenten der Folge gehören. Diana zur Löwen kennt das Prinzip der Sendung, weiß, welche Fragen Investoren stellen können, und verfügt selbst über Investmenterfahrung. Dieses Wissen schützt allerdings nicht vor der besonderen Situation eines eigenen Pitches.

Gemeinsam mit ihren Mitgründerinnen präsentiert sie artem oral care. Das Konzept verbindet Zahnpflege mit Themen wie Mundgesundheit, Mikrobiom und Ästhetik. Im Zentrum stehen unterschiedliche Produkte für die Morgen- und Abendroutine.

Auch erste Geschäftszahlen bringt das Team mit. Nach Angaben der Gründerinnen wurden mit zunächst einem Produkt innerhalb der ersten sechs Monate rund 196.000 Euro Umsatz erzielt. Inzwischen wurde das Sortiment erweitert. Für zehn Prozent der Firmenanteile werden 300.000 Euro angeboten. Daraus ergibt sich auf Basis des Angebots eine Unternehmensbewertung von drei Millionen Euro.

Gerade deshalb dürfte der Pitch über die Produktvorstellung hinausgehen. Entscheidend wird sein, welche Wachstumsperspektive das Team vermitteln kann und welchen strategischen Beitrag ein Investor zum weiteren Markenaufbau leisten könnte.

Vom Schaumbad bis zum Schlafcoach

Deutlich technischer beginnt die Geschichte von SchaumPo. Sebastian Wild aus Kapfenberg hat einen wasserdruckbetriebenen und wiederbefüllbaren Schaumbadgenerator entwickelt. Das Gerät wird am Duschschlauch befestigt und soll beim Einlassen des Wassers direkt dichten Badeschaum erzeugen. Strom oder Akku sind dafür nicht erforderlich.

Wild bietet 20 Prozent der Firmenanteile für 200.000 Euro an. Damit trifft eine vergleichsweise leicht verständliche Produktidee auf eine der klassischen Fragen in Die Höhle der Löwen: Lässt sich aus einer Lösung für ein alltägliches Problem ein Produkt mit großem Markt entwickeln?

Einen anderen Ansatz verfolgen Viktor Dik und Markus Schnauer mit Loume. Ihr Gerät soll als persönlicher Schlafcoach dienen. Schlafmeditationen, rotes Licht und ein an die Decke projizierter Atemring sollen die abendliche Routine unterstützen. Am Morgen simuliert das Gerät einen Sonnenaufgang.

Eine Besonderheit wartet bereits im Investorenstuhl: Johannes Kliesch kennt das Produkt aus eigener Nutzung. Damit entsteht eine seltene Situation. Die Gründer müssen einem potenziellen Investor ihr Produkt nicht erst vollständig erklären – dafür könnte dessen persönliche Erfahrung zu besonders konkreten Fragen führen. Für zehn Prozent der Firmenanteile suchen die Gründer 350.000 Euro.

Sauberkugel kommt mit Millionenumsatz in Die Höhle der Löwen

Susanne und Bernd Schmekel treten dagegen mit einem Produkt an, das seine Marktfähigkeit bereits unter Beweis gestellt hat. Ihre Sauberkugel nimmt durch die Bewegung in Taschen Krümel, Sand und Staub auf und lässt sich anschließend reinigen und erneut verwenden.

Nach Angaben der Gründer wurden bereits mehr als 1,5 Millionen Exemplare verkauft und rund acht Millionen Euro Umsatz erzielt. Zudem ist das Produkt nicht nur in Deutschland erhältlich, sondern unter anderem auch in den USA, Japan, Taiwan und Korea.

Mit dem Saubergeist wurde das Prinzip inzwischen auf schwer erreichbare Stellen übertragen. Für zehn Prozent der Firmenanteile möchten die Gründer 250.000 Euro erhalten.

Damit verschiebt sich die zentrale Frage des Pitches. Statt erst beweisen zu müssen, ob Kunden das Produkt überhaupt kaufen, dürfte es stärker darum gehen, wie sich das bestehende Geschäft weiter ausbauen lässt und welche Rolle ein Löwe dabei spielen könnte.

Überraschungsreisen treffen auf einen Millionenumsatz

Auch bei blookery steht kein Geschäftsmodell ganz am Anfang. Kevin Kiesewetter und Jannis Jäger schicken ihre Kunden auf Überraschungsreisen. Reisende geben unter anderem Abflughafen, Zeitraum, Budget und persönliche Vorlieben an. Flug und Hotel werden passend zusammengestellt, während das eigentliche Reiseziel zunächst geheim bleibt.

Nach Angaben der Gründer erzielte das Unternehmen im vergangenen Jahr rund eine Million Euro Umsatz und organisierte Reisen für etwa 10.000 Personen. Für zwölf Prozent der Firmenanteile werden 500.000 Euro gesucht.

Das Angebot entspricht rechnerisch einer Bewertung von gut 4,17 Millionen Euro. Entsprechend dürfte nicht nur die Idee selbst eine Rolle spielen. Relevant sind auch Kundenakquise, Margen, Wiederbuchungen und die Frage, wie weit sich das Modell skalieren lässt.

28. September 2026 bringt fünf sehr unterschiedliche Ausgangslagen

Gerade die Mischung macht diese Ausgabe von Die Höhle der Löwen interessant. Ein Gründer präsentiert eine technische Lösung für die Badewanne. Ein anderes Team beschäftigt sich mit Schlafroutinen. Ein bereits millionenfach verkauftes Produkt sucht weiteres Wachstum, während ein Reiseanbieter das Überraschungsmoment zum Geschäftsmodell gemacht hat.

Und dann ist da Diana zur Löwen, die diesmal selbst vor den Investoren steht. Ihr Auftritt verändert die gewohnte Rollenverteilung und zeigt zugleich einen zentralen Bestandteil der Gründershow: Erfahrung auf der Investorenseite bedeutet nicht automatisch, dass ein eigener Pitch einfacher wird.

Am Ende müssen alle Teams dieselben grundlegenden Fragen beantworten. Wie groß ist der Markt? Wie tragfähig ist das Geschäftsmodell? Ist die Bewertung nachvollziehbar? Und vor allem: Welcher Löwe kann mehr beitragen als Kapital?

Die Antworten darauf gibt es am 28. September 2026 um 20:15 Uhr bei VOX. Die 20. Staffel von Die Höhle der Löwen ist außerdem über RTL+ verfügbar; die Folgen werden dort bereits vor ihrer linearen TV-Ausstrahlung angeboten.

Bild: Die Löwen Andreas W. Herb, Ralf Dümmel, Frank Thelen, Judith Williams und Janna Ensthaler Fotocredits RTL

Schluss mit klassischen Verlagen: Studio 10119 baut neues Steampunk-Universum

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Studio 10119: Eden Hall und Bücher neu gedacht Bild Tina Gerstung und Sebastián García Muñoz Credit: (c) Studio 10119

Studio 10119 entwickelt mit Eden Hall eine eigene Fantasy-Welt, in der Bücher den Ausgangspunkt für ein langfristig angelegtes Universum bilden

Können Sie Studio 10119 kurz vorstellen und erzählen, warum Sie sich für die Gründung eines unabhängigen Literaturstudios entschieden haben?

Studio 10119 ist ein junges Literaturstudio, das entstanden ist, um im Team eigene literarische Stoffe zu entwickeln und umzusetzen, ganz ohne klassischen Verlag. Das bringt uns die Freiheit, schnell, flexibel und abhängig agieren zu können und unsere Bücher von der ersten Idee bis zur Veröffentlichung selbst zu gestalten. Für mich war es als Autorin an der Zeit, einen ganz eigenen Weg zu gehen und Veröffentlichung neu zu denken.

Wie entstand die Idee für die Steampunk Fantasy Saga Eden Hall, und was wollten Sie von Beginn an anders machen?

Das Studio ist gemeinsam mit Freunden entstanden. Wir wollten eine Welt erschaffen, in der sich Menschen verlieren können. Klar, diesen Ansatz haben viele. Also haben wir uns gefragt: Welche Ästhetik, welches Setting finden wir spannend und was fühlt sich noch nicht komplett abgedroschen, klischeehaft und tausendfach erzählt an? So ging es los mit unserem großen Abenteuerspielplatz für Wellvern.

Welche Vision verfolgen Sie mit Studio 10119, und welche Rolle spielt die Welt von Wellvern dabei?

Wir möchten Kinder und Erwachsene wieder mehr für Bücher begeistern. Dafür wollen wir Geschichten und Welten schaffen, die Menschen erreichen und langfristig begleiten. Wellvern ist unsere erste eigene Welt und hoffentlich der Auftakt zu vielen weiteren spannenden Stoffen und Universen. Wir denken da groß.

An welche Leserinnen und Leser richtet sich Eden Hall, und wie schaffen Sie Geschichten, die Kinder, Jugendliche und Erwachsene erreichen?

Unsere Buchreihe richtet sich an Leserinnen und Leser ab etwa zehn Jahren. Für jüngere Kinder eignet sie sich aber auch sehr gut zum Vorlesen. Dabei helfen die zahlreichen Illustrationen. Und nach oben sind keine Grenzen gesetzt.

Die Sprache ist bewusst zugänglich gehalten, sodass Kinder und Jugendliche die Geschichte rund um Peter als spannende Abenteuergeschichte einfach „weglesen“ können. Gleichzeitig haben wir Themen eingebaut, die auch Erwachsene ansprechen und zum Weiterdenken einladen – etwa die Beziehung zwischen Mensch und Maschine, soziale Unterschiede oder die Frage, was technischen Fortschritt eigentlich ausmacht.

Und natürlich war uns wichtig, das Buch auch als echtes Liebhaberstück zu gestalten: etwas, das man nicht nur liest, sondern gern auch als Coffee Table Book nutzt und immer wieder zur Hand nimmt.

Eden Hall erscheint als Buch, Hörbuch und Galakto Token. Warum ist es Ihnen wichtig, Geschichten über unterschiedliche Formate zugänglich zu machen?

Wir möchten unsere Welt möglichst vielen zugänglich machen. Nicht jeder liest gern oder hat im Alltag die Zeit, ein Buch in die Hand zu nehmen. Manche hören lieber Geschichten, andere entdecken eine Welt über visuelle oder digitale Formate. Für uns gehören all diese Zugänge zum Wellvern-Universum – die Geschichte bleibt dabei ja dieselbe.

Für das Hörbuch konnten Sie Schauspieler Andreas Pietschmann gewinnen. Welche Bedeutung hat eine hochwertige Inszenierung für den Aufbau Ihrer Literaturmarke?

Es gibt so viele Bücher und Geschichten. Auch sehr viele sehr gute Bücher und Geschichten. Und dann gibt es diesen Moment, in dem man sich von anderen unterscheiden muss. Eine hochwertige Inszenierung ist für uns deshalb ein wichtiges Qualitätsmerkmal. Wenn wir eine Marke aufbauen wollen, die langfristig Bestand hat, darf das Produkt an keiner Stelle beliebig wirken. Andreas Pietschmann verleiht der Welt von Eden Hall eine ganz eigene Stimme und genau diese Liebe zum Detail ist uns wichtig.

Was unterscheidet Studio 10119 aus Ihrer Sicht von klassischen Verlagen und anderen unabhängigen Publishing Projekten?

Ich gehe eigentlich ungern in den Vergleich mit anderen. Wir wollen uns nicht darüber definieren, was andere anders machen, sonder darüber, was wir selbst machen möchten. Studio 10119 ist unser eigenes Ding: Wir entwickeln Geschichten im Team und entscheiden selbst über ihre Umsetzung.

Als unabhängige Gründerin konkurrieren Sie mit großen Verlagen und bekannten Fantasy Marken. Wo liegen dabei die größten Herausforderungen?

Sicherlich darin, dass man als noch unbekannter Verlag zunächst seine Qualität unter Beweis stellen muss. Die großen Namen haben einen Vertrauensvorschuss und eine enorme Sichtbarkeit. Wir müssen uns diese Aufmerksamkeit erst erarbeiten. Das motiviert uns aber auch!

Mitte September ist der zweite Band von Eden Hall erschienen. Was bedeutet dieser Schritt für die weitere Entwicklung der Saga?

Eden Hall ist auf sechs Bände angelegt. Jeder weitere Band ist für uns ein Meilenstein auf dem Weg, diese Geschichte und ihre Welt weiterzuentwickeln und natürlich auch ein besonderer Moment für unsere Leserinnen und Leser. Mit Band 2 wird aus dem Auftakt wirklich der Beginn einer Saga. Wir können Figuren, ihre Charaktere so sukzessive weiterentwickeln und Wellvern Stück für Stück immer größer machen.

Mit dem Mono-Bookstore am Hackeschen Markt gehen Sie auch in den stationären Handel. Was möchten Sie dort über den klassischen Buchverkauf hinaus schaffen?

Unser Mono-Bookstore soll vor allem ein Ort der Begegnung sein. Ein Ort, an dem Interessierte nicht nur unsere Bücher kaufen, sondern unsere Arbeit unmittelbar kennenlernen können. Wir möchten zeigen, dass hinter einem Buch viel mehr steckt als das fertige Produkt.

Welche langfristigen Pläne haben Sie für Studio 10119 und die Welt von Wellvern?

Der Fantasie sind da keine Grenzen gesetzt. Wir wollen Wellvern langfristig zu einem echten Universum entwickeln, mit Büchern, Hörbüchern, vielleicht auch irgendwann einem Film oder einer Serie.

Welche drei Ratschläge würden Sie anderen Gründerinnen geben, die mit einer kreativen Idee ein eigenes Unternehmen aufbauen möchten?

Einfach machen! Nicht zu viel nachdenken. Gerade bei kreativen Projekten entsteht vieles erst im Prozess.

Unbedingt hartnäckig bleiben und sich nicht von kleinen Rückschlägen entmutigen lassen.

Und vor allem: nicht an sich und seiner Arbeit zweifeln. Das ist gerade im kreativen Prozess ein sehr sensibles Thema, weil unsere Arbeit so eng mit uns selbst verbunden ist. Man macht sich mit seiner kreativen Idee immer auch ein Stück weit persönlich angreifbar. Umso wichtiger ist es, an die eigene Arbeit zu glauben.

Bild Tina Gerstung und Sebastián García Muñoz Credit: (c) Studio 10119

Wir bedanken uns bei Tina Gerstung für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Pivot im HealthTech: Wie HealthiQ ein geschütztes Netzwerk für Kranke baut

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HealthiQ: Plattform für Gesundheit und Peer Support Benedikt Hochmuth CEO und co Founder

HealthiQ entwickelt eine geschützte digitale Plattform, die Gesundheit, Peer Support und barrierefreie Angebote für chronisch Erkrankte, Menschen mit Behinderungen und Angehörige

Können Sie HealthiQ kurz vorstellen und erzählen, welche Idee ursprünglich hinter der Gründung stand?

HealthiQ ist eine geschützte, pseudonyme digitale Gesundheitscommunity für Menschen mit chronischen Erkrankungen, Behinderungen und langfristigen gesundheitlichen Belastungen sowie deren Angehörige. Eine Plattform, erstmalig in dieser Form im DACH-Raum. Wir möchten Peer Support, verlässliche Gesundheitsinformationen, Patienten- und Selbsthilfeorganisationen sowie perspektivisch Veranstaltungen, Forschung und weitere Unterstützungsangebote sinnvoll an einem Ort barrierefrei zusammenführen.

Gestartet sind wir allerdings mit einer deutlich breiteren Vision. Anfangs wollten wir sehr viele Akteure des Gesundheitswesens digital miteinander verbinden – von Patientinnen und Patienten über Praxen bis hin zu weiteren Versorgungsstrukturen. Je intensiver wir uns mit dem Problem beschäftigt haben, desto deutlicher wurde: Wir versuchten gleichzeitig zu viele Herausforderungen zu lösen.

Heute ist unser Fokus und die eigentliche Vision und das Ziel wesentlich klarer, schärfer und reflektierter. Wir wollen zunächst für eine konkrete Zielgruppe ein wirklich relevantes Angebot schaffen und verstehen, was diese Menschen digital tatsächlich brauchen. Langfristig ist unsere Vision, HealthiQ zu einer zentralen digitalen Anlaufstelle für Patientinnen, Patienten und Angehörige im deutschsprachigen Raum zu entwickeln – nicht als Ersatz für Versorgung oder Selbsthilfe, sondern als verbindende barrierefreie digitale Infrastruktur zwischen den bestehenden Angeboten.

Wer steht hinter HealthiQ, und wie ergänzen sich Ihre Erfahrungen aus Gesundheitsmanagement, Public Health, Medizin und Softwareentwicklung?

HealthiQ wird heute von drei Co-Foundern aufgebaut.

Ich selbst komme aus dem Sozial-, Gesundheits- und Public Management und verantworte als CEO vor allem Strategie, Partnerschaften, Forschung und die organisatorische Entwicklung von HealthiQ.

Unsere CPO Lilien Heit studiert Medizin und bringt damit eine unmittelbar medizinisch-fachliche Perspektive und Erfahrung in die Produktentwicklung ein. Gerade bei einem Angebot für Menschen mit gesundheitlichen Belastungen ist es wichtig, Produktentscheidungen nicht ausschließlich aus einer betriebswirtschaftlichen oder technischen Perspektive zu treffen.

Unser CTO Arnd Klocker bringt mehr als 25 Jahre Erfahrung in der Softwareentwicklung mit. Dadurch treffen bei uns ein sehr junges Gründerteam, medizinische und Public-Health-Perspektiven sowie langjährige technische Erfahrung aufeinander.

Ergänzt wird das Team durch ein renomiertes, erfahrenes, zwölfköpfiges Advisory Board mit Expertise unter anderem aus Medizin, Public Health, Ethik, Datenschutz, Recht, IT, Pharma und Business Development. Diese unterschiedlichen Perspektiven und Erfahrungen sind für uns wichtig, weil HealthiQ an einer Schnittstelle arbeitet, an der technische Machbarkeit allein nicht ausreicht.

Sie sind mit einer deutlich breiteren Vision für ein digital vernetztes Gesundheitswesen gestartet. Warum haben Sie sich entschieden, HealthiQ grundlegend neu auszurichten?

Die ursprüngliche Vision war nicht grundsätzlich falsch und hätte sicherlich in vielerlei Hinsicht großen Mehrwert für alle Akteure und Nutzer:innen gehabt.

Wir wollten sehr viele Probleme gleichzeitig adressieren und haben mit der Zeit gemerkt, dass dadurch weder das konkrete Nutzerproblem noch unser eigener Fokus klar genug waren. Je mehr Gespräche wir mit Betroffenen, Organisationen und anderen Stakeholdern geführt und je konkreter wir am Produkt gearbeitet haben, desto stärker wurde diese Erkenntnis. Ebenso auch ein gewisser operativer Gegenwind bzw. Viele Gespräche und Empfehlungen mit unseren Advisors sowie externen Startup Coaches und Berater:innen.

Die Neuausrichtung war deshalb keine kosmetische Produktänderung, sondern eine strategische Entscheidung: Welche Herausforderung können wir wirklich verstehen, bearbeiten und langfristig gut lösen? Wo ist wirklich ein akuter, großer Pain der aktuell leider noch überhaupt nicht gelöst und angegangen wird?

Für mich persönlich war das eine der wichtigsten Erfahrungen der bisherigen Gründung. Als Founder identifiziert man sich schnell sehr stark mit der ursprünglichen Idee. Dann zu akzeptieren, dass Teile davon verworfen oder neu gedacht werden müssen, ist nicht angenehm. Gleichzeitig habe ich gelernt, dass Führung nicht bedeutet, die erste Idee möglichst lange zu verteidigen. Führung bedeutet auch, Entscheidungen zu korrigieren, wenn neue Informationen dafür sprechen.

Heute haben wir dadurch einen deutlich klareren Ausgangspunkt als noch vor einem Jahr.

Heute konzentrieren Sie sich auf chronisch Erkrankte, Menschen mit Behinderungen und Angehörige. Welche besonderen Bedürfnisse dieser Zielgruppen möchten Sie besser verstehen und erfüllen?

Diese Zielgruppen sind keineswegs homogen. Genau deshalb wollen wir zunächst besser verstehen, wo tatsächlich gemeinsame Bedürfnisse bestehen und wo differenziert werden muss, da hier auch die wissenschaftliche Forschungslage bisher recht dünn ist und diese Gruppe leider im Allgemeinen eher am Rand steht und unterrepräsentiert ist.

Uns interessieren unter anderem Fragen wie: Wo suchen Menschen heute nach Informationen und Austausch? Wann hilft ihnen die Erfahrung anderer Betroffener? Wem vertrauen sie bei Gesundheitsinformationen? Welche Rolle spielen Datenschutz und Pseudonymität? Welche digitalen Barrieren erleben sie? Wie wichtig sind regionale Kontakte, Selbsthilfeorganisationen, Veranstaltungen oder die Möglichkeit, passende Studien zu finden?

Viele dieser Bedürfnisse werden heute bereits in Teilen irgendwo adressiert – aber häufig an unterschiedlichen Orten und vor allem nicht barrierefrei. Austausch findet beispielsweise in Facebook- oder Messenger-Gruppen statt, medizinische Informationen auf anderen Webseiten und Angebote von Patientenorganisationen wiederum auf deren eigenen Kanälen.

HealthiQ soll deshalb nicht bestehende Strukturen ersetzen. Unser Ansatz ist vielmehr, diese unterschiedlichen Ebenen besser miteinander zu verbinden und den Nutzerinnen und Nutzern mehr barrierefreie Orientierung und Kontrolle zu geben.

Welche Funktionen dafür tatsächlich entscheidend sind, möchten wir bewusst nicht allein am Schreibtisch festlegen, sondern eben dauerhaft in vielen Gesprächen mit Patient:innen, Kooperationspartner, Stakeholdern sowie in der parallelen Forschung zu unserem Startup.

Ihr MVP funktioniert technisch, erreicht aber noch nicht ausreichend die Menschen, für die er entwickelt wurde. Wie schwierig war es, sich diese Erkenntnis als junges Startup einzugestehen?

Natürlich ist das zunächst unangenehm. Als Gründer investiert man viel Zeit in ein Produkt und würde gerne sehen, dass Menschen sofort darauf warten, man mit wenig Marketing viele erreicht usw..

Unser MVP läuft seit Ende April. Aktuell haben wir acht übergeordnete Community-Bereiche mit insgesamt 36 Untergruppen sowie erste Beiträge, Kommentare und Reaktionen. Das ist ein echter Testbetrieb, aber noch keine skalierte oder ausreichend aktive Community. Das ist allerdings auch nicht unser Ziel gerade. Wachstum um jeden Preis, Marketing und sonstiges. Wir befinden uns gerade in einer Phase, iterativ mit den Partnern, Stakeholdern und Nutzer:innen gemeinsam das Produkt step by step zu entwickeln. Auch das darf und muss man sich eingestehen, dass diese Art der Entwicklung an anderer Stelle eben langsameres Wachstum bedeutet.

Wir könnten versuchen, diese Zahlen möglichst positiv aussehen zu lassen. Für unsere weitere Entwicklung wäre das allerdings wenig hilfreich.

Der bisherige Fokus lag bewusst stark auf Produktentwicklung, ersten Tests, Partnerschaften und der wissenschaftlichen Vorbereitung – nicht auf einem großen Marketing-Rollout. Trotzdem zeigt uns der aktuelle Stand sehr deutlich: Nur weil eine Plattform technisch funktioniert, entsteht noch keine relevante Community.

Gerade diese Erkenntnis halte ich inzwischen für wertvoll. Sie zwingt uns, eine grundlegendere Frage zu stellen: Liegt die Herausforderung bei Reichweite und Kommunikation – oder müssen wir Teile des Angebots, der Positionierung oder des Nutzererlebnisses selbst verändern?

Diese Frage ehrlich beantworten zu können, ist wichtiger als kurzfristig schöne Wachstumszahlen zu präsentieren.

Statt das Problem mit mehr Marketing zu beantworten, starten Sie eine wissenschaftlich begleitete Studie. Welche Antworten erhoffen Sie sich davon?

Wir möchten unsere bisherigen Annahmen systematisch überprüfen.

Die Studie ist wissenschaftlich am Center for Social & Health Innovation des MCI eingebettet und startet im Oktober im deutschsprachigen Raum. Über unsere Multiplikatoren können wir potenziell mehr als 50.000 Menschen erreichen. Wie viele tatsächlich teilnehmen werden, wird sich erst während der Erhebung zeigen – unser Ziel ist eine möglichst breite, indikationsübergreifende Datengrundlage. Diese und die Forschung im Allgemeinen in diesem Bereich gibt es bis heute leider kaum, auch hier möchten wir wichtige Arbeit leisten auf der sich vielfach aufbauen lässt.

Untersucht werden unter anderem Informations- und Unterstützungsbedarfe, bestehende digitale und analoge Angebote, Vertrauen, Datenschutz, Pseudonymität, Moderation, digitale Gesundheitskompetenz, Peer Matching, Barrierefreiheit, KI-Akzeptanz und die Priorisierung verschiedener Funktionen.

Für uns ist besonders wichtig, dass die Studie nicht dazu dienen soll, ein bereits fertiges Produkt nachträglich zu bestätigen. Sie darf auch Ergebnisse liefern, die unseren bisherigen Annahmen widersprechen.

Wenn wir am Ende beispielsweise feststellen, dass bestimmte Funktionen, Zielgruppen oder Geschäftsmodelle anders bewertet werden als erwartet, müssen und wollen wir darauf reagieren.

Genau darin liegt für mich der Unterschied zwischen Nutzerzentrierung als Schlagwort und echter Validierung.

HealthiQ möchte Peer Support, Gesundheitsinformationen sowie Patienten- und Selbsthilfeorganisationen miteinander verbinden. Was fehlt aus Ihrer Sicht bislang zwischen diesen Bereichen?

Es gibt bereits sehr viele wertvolle Angebote. Das Problem ist häufig nicht, dass gar nichts vorhanden wäre, sondern dass die einzelnen Angebote nebeneinander existieren und meistens, so Teilen es uns unsere Kooperationspartner mit, leider nicht barrierefrei zugänglich sind was für unsere Zielgruppen eben enorm wichtig ist.

Menschen tauschen sich beispielsweise in sozialen Netzwerken oder privaten Gruppen aus, suchen Gesundheitsinformationen über Suchmaschinen oder inzwischen auch KI-Systeme und finden Selbsthilfeorganisationen wiederum über andere Wege. Je nach Erkrankung gibt es hervorragende spezialisierte Strukturen – aber für Nutzerinnen und Nutzer kann es schwierig sein, diese überhaupt zu entdecken und einzuordnen.

Gleichzeitig erfüllen die einzelnen Bereiche unterschiedliche Funktionen: Peer Support liefert Erfahrungswissen und Verständnis, medizinische und wissenschaftliche Quellen liefern fachliche Einordnung und Patientenorganisationen verfügen häufig über enorme Erfahrung, Netzwerke und konkrete Unterstützungsangebote.

Unser Ansatz besteht deshalb nicht darin, einen dieser Bereiche zu ersetzen. HealthiQ soll eine verbindende Ebene schaffen.

Langfristig stellen wir uns eine Plattform vor, auf der jemand nicht nur eine Community zu seiner gesundheitlichen Situation findet, sondern auch verlässliche Informationen, passende Organisationen, Veranstaltungen, regionale Angebote und Möglichkeiten zur Beteiligung an Forschung entdecken kann.

Bei sensiblen Gesundheitsthemen ist Vertrauen entscheidend. Wie möchten Sie dieses Vertrauen auf einer geschützten und pseudonymen digitalen Plattform aufbauen?

Vertrauen entsteht für uns nicht durch ein einzelnes Feature, sondern durch viele kleine Entscheidungen.

Ein zentraler Punkt ist die pseudonyme Nutzung. Menschen sollen sich zu sensiblen Gesundheitsthemen austauschen können, ohne ihren Klarnamen öffentlich zeigen zu müssen. Gleichzeitig wollen wir transparent machen, welche Daten für welchen Zweck benötigt werden und den Grundsatz der Datenminimierung konsequent berücksichtigen.

Ebenso wichtig sind klare Communityregeln und Moderation. Peer Support funktioniert nur dann, wenn Menschen sich sicher fühlen und problematische Inhalte, Belästigung oder gefährliche Gesundheitsinformationen nicht einfach sich selbst überlassen werden.

Darüber hinaus möchten wir vertrauenswürdige Patientenorganisationen, Fachpersonen und wissenschaftliche Einrichtungen sichtbar einbinden und entsprechende Rollen klar kennzeichnen.

Auch kommerzielle Interessen müssen transparent sein. Wenn später Partnerschaften, Unternehmensprofile oder andere finanzierte Inhalte Teil von HealthiQ werden, muss für Nutzerinnen und Nutzer jederzeit nachvollziehbar sein, wer dahintersteht.

Wir werden Vertrauen nicht durch ein Versprechen herstellen können. Es muss sich über Produktdesign, schon jetztiger Einbindung unserer Nutzer:innen in die Entwicklung, Governance, Transparenz und das tatsächliche Verhalten der Plattform verdienen.

Sie arbeiten bereits mit Patienten- und Selbsthilfeorganisationen im DACH-Raum zusammen. Welche Rolle spielen diese Partner bei der Weiterentwicklung von HealthiQ?

Eine große und wichtige Rolle. Für uns sind Patientenorganisationen keine reinen Multiplikatoren, über die wir später Nutzerinnen und Nutzer gewinnen möchten.

Sie verfügen häufig über jahrzehntelange Erfahrung mit den Bedürfnissen ihrer jeweiligen Communitys und kennen sehr genau die Schwierigkeiten, die Betroffene und Angehörige im Alltag erleben.

Wir arbeiten inzwischen unter anderem mit Organisationen wie Pro Rare Austria, der Österreichischen Rheumaliga, Down-Syndrom Österreich, Lobby4Kids, der ASBH Deutschland sowie weiteren Verbänden und Selbsthilfeorganisationen zusammen und stehen mit ihnen in konkretem Austausch.

Je nach Organisation sieht die Zusammenarbeit unterschiedlich aus. Manche unterstützen uns bei der Studie, andere geben Produktfeedback, testen bestimmte Bereiche oder bringen ihre fachliche Perspektive ein.

Langfristig möchten wir Patientenorganisationen auf HealthiQ selbst sichtbar machen. Menschen sollen dadurch seriöse Organisationen, Veranstaltungen und Unterstützungsangebote leichter barrierefrei finden können.

Für mich ist dabei ein Prinzip entscheidend: HealthiQ soll bestehende Selbsthilfe nicht digital verdrängen. Wenn wir erfolgreich sind, sollte unsere Plattform vielmehr dazu beitragen, dass mehr Menschen diese wertvollen Strukturen überhaupt entdecken und nutzen.

Viele Startups werden daran gemessen, wie schnell sie wachsen. Warum kann es gerade im HealthTech wichtiger sein, zunächst langsamer zu werden und das eigene Produkt zu validieren?

Geschwindigkeit ist auch im HealthTech wichtig. Aber Geschwindigkeit ohne Richtung und vor allem wie vorhin besprochen Vertrauen hilft wenig bis kaum.

Bei einem klassischen digitalen Produkt ist ein schlechtes Feature zunächst ärgerlich. Im Gesundheitskontext kommen zusätzliche Faktoren hinzu: sensible Daten, Vertrauen, medizinische Informationen, besonders vulnerable Zielgruppen und teilweise sehr persönliche Lebenssituationen.

Wenn man hier zu früh skaliert, skaliert man möglicherweise nicht nur ein gutes Produkt, sondern auch falsche Annahmen.

Deshalb versuchen wir aktuell bewusst, Geschwindigkeit und Sorgfalt miteinander zu verbinden. Wir wollen technisch weiterentwickeln und gleichzeitig empirisch überprüfen, ob wir das richtige Problem auf die richtige Weise lösen.

Ich glaube auch nicht, dass Validierung automatisch Langsamkeit bedeutet. Im Gegenteil: Drei Monate, in denen man eine zentrale Annahme sauber überprüft, können wesentlich schneller sein als zwei Jahre, in denen man konsequent in die falsche Richtung entwickelt.

Wachstum bleibt für uns ein wichtiges Ziel. Wir möchten nur möglichst sicherstellen, dass wir später etwas skalieren, das für die Menschen tatsächlich relevant ist.

Welche langfristige Vision verfolgen Sie mit HealthiQ, nachdem Sie die ursprüngliche Idee so deutlich geschärft haben?

Unsere langfristige Vision ist ambitioniert, aber heute deutlich konkreter als zu Beginn.

Wir möchten HealthiQ in den kommenden Jahren zu einer zentralen digitalen, barrierefreien Anlaufstelle für Menschen mit chronischen Erkrankungen, Behinderungen und deren Angehörige im deutschsprachigen Raum entwickeln.

Wenn jemand eine Diagnose erhält, sich mit anderen Menschen in einer ähnlichen Situation austauschen möchte, eine vertrauenswürdige Patientenorganisation sucht, eine Veranstaltung finden will oder sich über passende Forschung informieren möchte, soll HealthiQ perspektivisch direkt ein naheliegender Ausgangspunkt sein.

Dabei wollen wir kein paralleles Gesundheitssystem aufbauen. Der größere Wert liegt aus unserer Sicht in der Verbindung bestehender Strukturen: Betroffene, Angehörige, Selbsthilfeorganisationen, Fachpersonen, Forschung und weitere seriöse Akteure.

Unsere Vision für die nächsten fünf Jahre ist deshalb weniger „die größte Gesundheitsplattform“ als eine relevante und vertrauenswürdige Infrastruktur zu werden, die Menschen tatsächlich nutzen und die von wichtigen Akteuren des Gesundheitswesens ernst genommen und unterstützt sowie begleitet wird.

Wenn uns das gelingt, kann daraus langfristig eine echte Patientendrehscheibe für den DACH-Raum entstehen.

Welche drei Ratschläge würden Sie anderen Gründerinnen und Gründern geben, die erkennen, dass ihre ursprüngliche Idee oder Zielgruppe grundlegend überdacht werden muss?

Erstens: Trennt euer Ego von eurem Produkt. Viel Arbeit in eine Idee investiert zu haben, ist kein Grund, weiter in dieselbe Richtung zu investieren. Entscheidend ist nicht, ob die ursprüngliche Idee recht hatte, sondern ob das Problem wirklich gelöst wird.

Zweitens: Definiert möglichst früh, welche Beobachtungen eure Meinung verändern würden. Feedback ist wenig wert, wenn man nur nach Aussagen sucht, die die eigene Überzeugung bestätigen. Besonders hilfreich sind Erkenntnisse, die unangenehm sind oder nicht zum bisherigen Plan passen.

Drittens: Verwechselt Fokus nicht mit fehlender Ambition. Für uns war die Neuausrichtung zunächst eine Verkleinerung der ursprünglichen Vision. Tatsächlich hat sie uns erst ermöglicht, eine langfristig größere und glaubwürdigere Vision aufzubauen.

Ein Pivot oder Strategiewechsel ist aus meiner Sicht deshalb weder automatisch Erfolg noch Scheitern. Er ist zunächst eine Entscheidung auf Basis neuer Informationen. Entscheidend ist, ob man danach klarer versteht, welches Problem man lösen möchte und für wen.

Bildcredits: privat, © Benedikt Hochmuth

Wir bedanken uns bei Benedikt Hochmuth für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Höhle der Löwen: Wie der DEKADOME-Silikonpömpel verstopfte Abflüsse verhindert

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Abflussreiniger: DEKADOME für die Dusche Bild Gründerbild v.l.Marius Ludwig und Anton Vrouzos Bildcredits DEKADOME

Pumpen statt Rohrstress – DEKADOME integriert die Abflusspflege direkt in die tägliche Duschroutine

Abflussreiniger neu gedacht: DEKADOME soll Ablagerungen direkt in der Dusche mechanisch lösen und Verstopfungen vorbeugen.

  • DEKADOME ist ein wiederverwendbarer Druck- und Sog-Abflussreiniger für Dusche und Waschbecken
  • Direkt beim Duschen nutzbar: auf den Abfluss setzen und mit dem Fuß sanft pumpen
  • Druck- und Sogbewegungen lösen Ablagerungen mit wenigen Bewegungen
  • Regelmäßige Anwendung kann Ablagerungen reduzieren und Verstopfungen vorbeugen
  • Reinigt rein mechanisch und ohne chemische Abflussreiniger
  • Lässt sich einfach in die normale Duschroutine integrieren
  • Haftet an glatten Oberflächen und bleibt jederzeit griffbereit
  • Flexibel, formstabil, langlebig und leicht zu reinigen
  • Entwickelt und designt in Deutschland
  • Deal in der VOX-Gründer-Show „Die Höhle der Löwen“ mit Ralf Dümmel

Hamburg/Stapelfeld, 22. September 2026 – Das Wasser steigt, der Abfluss gluckert und plötzlich wird aus der Dusche ein kleines Fußbad: Verstopfte oder langsam ablaufende Duschabflüsse bemerkt man meistens genau dann, wenn man bereits unter der Dusche steht. Die eigentliche Reinigung wird auf später verschoben, bis aus kleinen Ablagerungen ein größeres Problem geworden ist.

Vom verstopften Abfluss zur Produktidee

Die Idee entstand, als Anton mit seiner Ehefrau zusammenzog und der Duschabfluss plötzlich deutlich häufiger verstopfte. Statt das lästige Problem immer wieder aufzuschieben, wollte er eine Lösung entwickeln, die genau dann griffbereit ist, wenn man sie braucht. Gemeinsam mit seinem langjährigen Freund Marius entstand DEKADOME: ein kleiner, alltagstauglicher Helfer, der die regelmäßige Abflusspflege in wenige Sekunden beim Duschen verwandelt.

Anton und Marius lernten sich 2018 bei einem Startup-Event in Düsseldorf kennen. Seitdem verbindet die beiden nicht nur eine enge Freundschaft, sondern auch ihre Begeisterung für neue Geschäftsideen. Von der ersten Idee bis zum fertigen Produkt entwickelten sie DEKADOME gemeinsam und brachten dabei ihre unterschiedlichen Erfahrungen und Perspektiven ein. Anton arbeitet seit zehn Jahren als Industriemeister in einem internationalen Konzern, Marius studiert Betriebswirtschaftslehre an der Universität zu Köln. Gemeinsam tüftelten sie an der Entwicklung und Umsetzung von DEKADOME und machten aus einer alltäglichen Herausforderung eine praktische Produktidee.

Abflusspflege direkt beim Duschen

DEKADOME soll nicht erst zum Einsatz kommen, wenn das Wasser gar nicht mehr abläuft. Bei regelmäßiger Anwendung können kleinere Ablagerungen frühzeitig gelöst und stärkere Verstopfungen vermieden werden. Besonders praktisch ist das für Haushalte mit langen Haaren, Familien, häufig genutzte Duschen oder ältere Gebäude, in denen Ablagerungen schneller entstehen können.

Nach der Anwendung lässt sich DEKADOME einfach abspülen und an einer glatten Duschwand oder Fliese befestigen. Dort bleibt der Abflussreiniger sichtbar, aber dezent, und muss nicht im Badezimmerschrank verstaut werden. Das flexible und gleichzeitig formstabile Material ist für eine langfristige Verwendung konzipiert.

Auch am Waschbecken kann DEKADOME eingesetzt werden. Dort wird der Druck- und Sog-Abflussreiniger einfach mit der Hand betätigt. So wird aus einer Aufgabe, die gerne aufgeschoben wird, ein kurzer Handgriff im Alltag.

DEKADOME in der Höhle der Löwen

Mit ihrem Auftritt in der VOX-Gründer-Show „Die Höhle der Löwen“ möchten Anton und Marius DEKADOME nun in möglichst viele Badezimmer bringen. Ihr Ziel: freie Abflüsse nicht erst dann zum Thema zu machen, wenn nichts mehr läuft, sondern ihnen mit wenigen Bewegungen regelmäßig vorzubeugen.

„Mit DEKADOME wird aus einem Problem, das fast jeder kennt und gerne aufschiebt, eine einfache Sache von wenigen Sekunden. Statt erst zu reagieren, wenn das Wasser schon steht, kann der Abfluss direkt beim Duschen regelmäßig gepflegt werden. Kein chemischer Reiniger, kein umständliches Hantieren mit dem Pömpel, kein zusätzlicher Aufwand. Genau das macht DEKADOME für uns so besonders: Es ist simpel, clever, jederzeit griffbereit und löst ein echtes Alltagsproblem, bevor es überhaupt zum Ärgernis wird.“

Anton Vrouzos und Marius Ludwig, Gründer von DEKADOME

Ralf Dümmel investiert in DEKADOME

„DEKADOME ist so einfach gedacht, dass man sich wirklich fragt, warum es das nicht längst gibt. Statt erst mit Chemie oder einem Pömpel anzurücken, wenn der Abfluss schon dicht ist, setzt das Produkt genau vorher an und lässt sich ganz selbstverständlich beim Duschen nutzen. Das ist nicht nur clever, sondern richtig stark entwickelt. Anton und Marius haben aus einem alltäglichen Ärgernis ein Produkt gemacht, das funktional, durchdacht und optisch richtig gut gelöst ist. Besonders beeindruckt mich, wie die beiden als Freunde über Jahre Ideen ausgetauscht und ausgerechnet mit DEKADOME gezeigt haben, was möglich ist, wenn Technikverständnis, wirtschaftlicher Blick und echter Unternehmergeist zusammenkommen. Dieses Produkt hat das Zeug, in sehr vielen Badezimmern zum festen Bestandteil zu werden.“

Ralf Dümmel, Investor und Gesellschafter der DS Gruppe

DEKADOME ist aktuell unter www.dekadome.de ab 9,99 € und im Handel erhältlich.

Über DEKADOME

  • Druck- und Sog-Abflussreiniger für Dusche und Waschbecken
  • Einfach auf den Abfluss setzen und sanft pumpen
  • Löst Ablagerungen mit wenigen mechanischen Bewegungen
  • Kann bei regelmäßiger Anwendung Verstopfungen vorbeugen
  • Ohne chemische Abflussreiniger
  • Direkt während des Duschens nutzbar
  • Haftet an glatten Fliesen und Duschwänden
  • Wiederverwendbar, formstabil und leicht zu reinigen
  • Entwickelt und designt in Deutschland

Bild Gründerbild v.l.Marius Ludwig und Anton Vrouzos Bildcredits DEKADOME

Quelle DEKADOME | DS Unternehmensgruppe

US-Patent & Longevity: Wie das Startup JIKOAII Premium-Supplements neu denkt

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JIKOAII: Produkte für Gesundheit und Longevity Steve Müller Gründer JIKOAII

JIKOAII entwickelt hochwertige Produkte rund um Gesundheit, Vitalität und Longevity und verbindet dabei wissenschaftliche Erkenntnisse mit moderner Nahrungsergänzung.

Was ist die Gründungsidee hinter JIKOAII und wie ist das Unternehmen entstanden?

JIKOAII ist aus der Überzeugung entstanden, dass Nahrungsergänzung mehr sein sollte als ein einzelner Wirkstoff in einer schönen Verpackung. Wir wollten Produkte entwickeln, die sich sinnvoll in den Alltag integrieren lassen und unterschiedliche Bedürfnisse miteinander verbinden – von Vitalität und Healthy Aging über Beauty bis hin zu Performance und Regeneration.

Von Beginn an war unser Anspruch, nicht einfach bestehende Produkte zu kopieren, sondern Formulierungen und Produktkonzepte zu entwickeln, bei denen Qualität, Zusammensetzung und tatsächlicher Nutzen im Mittelpunkt stehen. Daraus ist Schritt für Schritt JIKOAII entstanden – zunächst mit einem starken Fokus auf hochwertige Kollagenprodukte und heute mit einer deutlich größeren Vision im Bereich Health, Nutrition und Longevity.

Wer steht hinter JIKOAII und welche Hintergründe bringen die Gründerinnen und Gründer mit?

Hinter JIKOAII steht heute ein Team mit unterschiedlichen Kompetenzen aus Unternehmensentwicklung, Produktentwicklung, Design, Marketing und Vertrieb sowie ein Netzwerk aus Produktion, Wissenschaft, Analytik und spezialisierten Partnern.

Steve kommt ursprünglich aus dem Leistungssport und aus einem technisch-unternehmerischen Umfeld. Diese Kombination prägt auch meine Herangehensweise an JIKOAII: Mich interessieren nicht nur Marken und Produkte, sondern vor allem die Frage, wie etwas funktioniert, wie es hergestellt wird und wie daraus ein langfristig tragfähiges Unternehmen entstehen kann.

JIKOAII wird heute gemeinsam mit einer Investorengruppe strategisch weiterentwickelt. Dadurch haben wir die Möglichkeit, langfristiger zu denken und neben dem deutschen Markt zunehmend auch internationale Märkte aufzubauen.

Welche Motivation stand am Anfang, JIKOAII im Bereich Premium-Nahrungsergänzung zu positionieren?

Premium bedeutet für uns nicht, einfach einen höheren Preis aufzurufen. Premium muss sich im Produkt wiederfinden: bei Rohstoffen, Dosierungen, Herstellung, Analytik, Geschmack, Verpackung und letztlich auch bei der Transparenz gegenüber dem Kunden.

Der Supplementmarkt ist riesig, gleichzeitig ist er für Verbraucher häufig schwer zu durchschauen. Es gibt sehr viele Produkte und noch mehr Versprechen. Unser Anspruch war deshalb von Anfang an: lieber weniger Kompromisse bei der Produktentwicklung und dafür Produkte schaffen, hinter denen wir selbst vollständig stehen können.

Welche Vision verfolgt JIKOAII im Hinblick auf ganzheitliches Wohlbefinden und bewusste Selbstfürsorge?

Wir möchten Gesundheit nicht auf einzelne Trends oder Wirkstoffe reduzieren. Wohlbefinden entsteht aus vielen Faktoren – Ernährung, Bewegung, Schlaf, Regeneration, mentale Gesundheit und einem bewussten Umgang mit dem eigenen Körper.

Supplements können diesen Lebensstil unterstützen, aber sie ersetzen ihn nicht. Genau dort sehen wir JIKOAII: als hochwertigen und unkomplizierten Bestandteil einer modernen Gesundheitsroutine.

Unsere langfristige Vision geht deshalb über einzelne Produkte hinaus. Wir möchten eine Marke und Produktwelt schaffen, die Menschen dabei begleitet, möglichst lange leistungsfähig, vital und gesund zu bleiben.

Wie setzt JIKOAII diese Vision konkret um und welche Rolle spielen wissenschaftliche Erkenntnisse und medizinische Expertise bei der Produktentwicklung?

Bei neuen Produkten beginnen wir idealerweise nicht mit der Frage: „Was können wir verkaufen?“, sondern: „Welches Problem möchten wir sinnvoll lösen?“

Darauf folgen Rohstoffauswahl, Dosierung, wissenschaftliche Datenlage, mögliche Synergien zwischen Inhaltsstoffen, Herstellbarkeit, Qualität und natürlich die regulatorischen Rahmenbedingungen.

Dabei arbeiten wir mit spezialisierten Produzenten, Rohstoffpartnern, Laboren und wissenschaftlichen beziehungsweise medizinischen Experten zusammen. Wissenschaft ist für uns kein Marketingbegriff. Gerade im Bereich Nahrungsergänzung muss man unterscheiden können zwischen einem interessanten Wirkmechanismus, ersten Forschungsergebnissen und tatsächlich belastbarer Evidenz.

An welche Zielgruppen richtet sich JIKOAII und welche Bedürfnisse stehen bei der Entwicklung der Supplements im Mittelpunkt?

Unser Kern liegt heute besonders bei Menschen, die sich bewusst mit Gesundheit, Vitalität, Beauty und Healthy Aging auseinandersetzen. Ein besonderer Schwerpunkt von JIKOAII liegt dabei auf den Bedürfnissen von Frauen und unterschiedlichen Lebensphasen.

Gleichzeitig sehen wir Gesundheit zunehmend ganzheitlicher. Themen wie Muskelerhalt, ausreichende Proteinversorgung, Regeneration und langfristige körperliche Leistungsfähigkeit werden mit zunehmendem Alter immer wichtiger.

Deshalb entwickeln wir unsere Produktwelt entlang konkreter Bedürfnisse und Lebenssituationen und nicht ausschließlich entlang demografischer Zielgruppen.

Wie stellt JIKOAII sicher, dass Qualität, Transparenz und geprüfte Inhaltsstoffe konsequent eingehalten werden?

Qualität beginnt für uns lange vor dem fertigen Produkt. Entscheidend sind die Auswahl der Rohstoffe und Lieferanten, nachvollziehbare Spezifikationen und eine kontrollierte Herstellung.

Unsere Produkte werden in Deutschland hergestellt beziehungsweise abgefüllt und wir arbeiten mit entsprechenden Qualitäts- und Analysedokumentationen. Dazu gehören je nach Produkt und Rohstoff unter anderem Identitäts- und Wirkstoffanalysen sowie Prüfungen auf mikrobiologische Parameter, Schwermetalle oder weitere relevante Qualitätskriterien.

Unser Ziel ist, diese Transparenz künftig noch stärker sichtbar zu machen. Verbraucher sollten nicht nur lesen können, dass ein Produkt „hochwertig“ ist – Qualität sollte nachvollziehbar und belegbar sein.

Der Markt für Nahrungsergänzung ist stark umkämpft. Wodurch hebt sich JIKOAII klar von anderen Anbietern ab?

Wir wollen nicht über die Anzahl unserer Produkte gewinnen, sondern über die Qualität und Idee dahinter.

Ein gutes Beispiel ist unsere Arbeit im Bereich Protein und Peptide. Dort beschäftigen wir uns mit einer enzymatischen Proteinverarbeitung, bei der Protein gezielt in freie Aminosäuren und unterschiedlich kurze Peptidstrukturen aufgespalten wird. Die zugrunde liegende Verarbeitungstechnologie besitzt eine US-Patentbasis.

Für uns eröffnet das völlig neue Möglichkeiten, Proteinversorgung anders zu denken – leichter, funktionaler und für unterschiedliche Anwendungsbereiche.

Genau diese Kombination aus Wissenschaft, Produktentwicklung, deutscher Herstellung und Markenaufbau soll JIKOAII langfristig differenzieren. Wir möchten nicht das hundertste austauschbare Supplement entwickeln, sondern dort Innovation schaffen, wo wir einen echten Mehrwert sehen.

Mit welchen zentralen Herausforderungen sieht sich JIKOAII im aktuellen Gesundheitsmarkt konfrontiert und wie reagieren Sie darauf?

Eine der größten Herausforderungen ist aus meiner Sicht die enorme Informationsflut. Social Media hat Gesundheitswissen zugänglicher gemacht, gleichzeitig verbreiten sich Halbwissen und überzogene Versprechen extrem schnell.

Für Unternehmen entsteht dadurch manchmal ein paradoxer Wettbewerb: Die wissenschaftlich korrekte Erklärung ist häufig komplizierter als die spektakuläre Marketingaussage.

Wir versuchen deshalb, Innovation und Kommunikation miteinander zu verbinden, ohne jede neue Entwicklung sofort als Revolution zu verkaufen. Vertrauen wird für Gesundheitsmarken langfristig eines der wichtigsten Güter sein.

Welche nächsten Schritte plant JIKOAII in Bezug auf neue Produkte, Markenaufbau oder Internationalisierung?

Wir befinden uns aktuell in einer sehr spannenden Entwicklungsphase. JIKOAII wird als Marke im Bereich Women’s Health, Vitalität und Longevity weiter geschärft. Gleichzeitig arbeiten wir an neuen Produktkonzepten rund um Protein, Peptide, Performance, Regeneration und Weight Management.

Ein weiterer wichtiger Schritt ist die Internationalisierung. Aktuell bereiten wir insbesondere den nordamerikanischen Markt vor und haben unsere Konzepte Anfang September in den USA erstmals gezielt internationalen Einkäufern und Handelspartnern vorgestellt.

Für uns geht es dabei nicht darum, möglichst schnell überall verfügbar zu sein. Wir möchten zunächst verstehen, welche unserer Technologien und Produktkonzepte in welchem Markt den größten Mehrwert bieten – und darauf anschließend nachhaltig aufbauen.

Welche drei Ratschläge würden Sie anderen Gründerinnen und Gründern geben, die im Bereich Gesundheit oder Nahrungsergänzung ein Unternehmen aufbauen möchten?

Erstens: Entwickelt ein Produkt, nicht nur Marketing. Eine gute Story kann den ersten Kauf erzeugen. Ob ein Unternehmen langfristig funktioniert, entscheidet aber das Produkt.

Zweitens: Hinterfragt eure eigenen Ideen genauso kritisch wie die der Konkurrenz. Gerade im Gesundheitsbereich verliebt man sich schnell in Wirkstoffe, Studien oder Trends. Entscheidend ist, was wissenschaftlich, regulatorisch und wirtschaftlich tatsächlich Bestand hat.

Drittens: Unterschätzt Ausdauer nicht. Ein Unternehmen aufzubauen verläuft selten linear. Produkte funktionieren nicht, Kampagnen scheitern, Entscheidungen stellen sich im Nachhinein als falsch heraus. Entscheidend ist, daraus schnell zu lernen, Verantwortung zu übernehmen und weiterzumachen.

Bildrechte: Guido Schroeder Fotografie

Wir bedanken uns bei Steve Müller für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.


Premium Start-up: JIKOAII

Kontakt:

JIKOAII GmbH
Aachener Straße 309
50931 Köln
Deutschland

jikoaii.com
shop@jikoaii.com

Ansprechpartner: Steve Müller

Social Media:
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Gegen den Hype: Nidai baut maßgeschneiderte KI-Lösungen für den Mittelstand

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Nidai: KI und Software für Unternehmen Mohamed Shafey founder nidai

Nidai entwickelt in Berlin KI und Software für Unternehmen, die Prozesse automatisieren, eigene Anwendungen aufbauen und digitale Abläufe effizienter gestalten möchten.

Können Sie Nidai kurz vorstellen und erzählen, warum Sie sich entschieden haben, ein eigenes KI-Studio in Berlin zu gründen?

Nidai ist ein KI- und Software-Studio aus Berlin. Wir bauen nicht nur einzelne KI-Funktionen, sondern komplette Software: von der KI-Strategie über KI-Agenten, Automatisierung und Datenintelligenz bis hin zu ganzen Web- und Mobile-Apps, inklusive Design und UX, die wir vom Konzept bis zum Livegang entwickeln. Manche Kunden kommen mit einer Idee, andere mit einem angefangenen Produkt, das nicht rund läuft, und wir bringen es sauber zum Laufen. Angefangen haben wir, weil wir immer wieder gesehen haben, wie viele Unternehmen KI und moderne Software spannend finden, aber im Alltag nicht wissen, wo sie anfangen sollen. Berlin war für uns naheliegend: viel Tech, viele offene Firmen und ein gutes Umfeld, um ein junges Team aufzubauen.

Wer steht hinter Nidai, und welche Erfahrungen bringen Sie persönlich in den Aufbau des Unternehmens ein?

Hinter Nidai steht ein kleines Gründerteam: Mohamed Shafey, Abdelrahman Abdelrahman, Ahmed Elmensheliny und Mohamed Mansuri. Wir kommen aus der Praxis, bauen Software und arbeiten eng mit KI. Uns verbindet der Wunsch, Technik zu bauen, die im Alltag einer Firma wirklich hilft, statt KI als Selbstzweck einzusetzen. Am Ende soll jemand konkret Zeit sparen.

Viele Unternehmen beschäftigen sich mit KI, wissen aber nicht, wo sie sinnvoll anfangen sollen. Bei welchen Problemen setzen Sie mit Nidai typischerweise an?

An ganz unterschiedlichen Stellen, je nachdem, wo es beim Kunden hakt. Oft geht es um viel wiederkehrende, manuelle Arbeit: Infos aus vielen Dokumenten zusammensuchen, Standardanfragen beantworten, Daten aus verschiedenen Systemen zusammenführen. Manchmal will eine Firma etwas Neues bauen, eine interne Plattform, ein Kundenportal oder ein ganzes SaaS-Produkt, weiß aber nicht, wo sie anfangen soll. Manchmal gibt es schon ein System, das aber nicht gut gebaut ist, und wir übernehmen, räumen auf und bauen es richtig fertig. Und manchmal geht es darum, online besser gefunden zu werden, von Google und von KI-Tools. Wir fangen bewusst mit dem konkreten Problem an, das den klarsten Nutzen bringt, statt mit einem riesigen Projekt, das keiner mehr überblickt.

Sie entwickeln unter anderem KI-Agenten und automatisieren bestehende Abläufe. Welche Prozesse eignen sich besonders gut für eine solche Automatisierung?

Gut geeignet sind Abläufe, die oft vorkommen, klaren Regeln folgen und viel Zeit fressen. Also Dinge wie Dokumente auslesen und sortieren, Standardanfragen beantworten, Daten übertragen und prüfen, oder Berichte zusammenstellen. Je klarer der Ablauf und je häufiger er passiert, desto mehr bringt die Automatisierung. Kreative oder seltene Einzelfälle lassen wir bewusst beim Menschen.

Nidai entwickelt auch Lösungen, die mit unternehmenseigenen Dokumenten und Daten arbeiten. Welchen Mehrwert bietet dieser Ansatz gegenüber allgemein verfügbaren KI-Tools?

Allgemeine KI-Tools kennen die eigene Firma nicht. Sie geben allgemeine Antworten, aber nicht die, die im konkreten Fall stimmen. Wenn ein System mit den eigenen Dokumenten und Daten arbeitet, kann es auf das antworten, was in der Firma wirklich gilt, zum Beispiel eigene Verträge, Handbücher, Preise oder Abläufe. Das macht die Antworten verlässlicher und im Alltag wirklich nutzbar, statt nur nett zu klingen.

Unternehmen müssen bei internen Daten besonders auf Sicherheit und Vertraulichkeit achten. Wie berücksichtigen Sie diese Anforderungen bei Ihren Lösungen?

Das nehmen wir ernst, weil interne Daten oft das Sensibelste sind, was eine Firma hat. Wie wir es lösen, hängt auch davon ab, was der Kunde will: Manche möchten lokale, im Haus laufende KI-Modelle, damit gar nichts nach außen geht, andere wollen die stärksten Modelle vom Markt nutzen. In beiden Fällen ist unser Anspruch derselbe: hohe Sicherheit, und die Firma behält die Kontrolle über ihre eigenen Daten. Wir achten auf Datenschutz nach deutschen und europäischen Regeln, geben nur Zugriff auf das, was wirklich nötig ist, und stimmen mit dem Kunden ab, wo und wie die Daten verarbeitet werden.

Der Markt für KI-Agenturen, Automatisierung und individuelle KI-Lösungen wächst schnell. Wodurch möchten Sie Nidai langfristig von anderen Anbietern unterscheiden?

Wir wollen nicht der Anbieter sein, der das größte Buzzword verkauft, sondern der, bei dem am Ende wirklich etwas funktioniert. Also weniger Folien, mehr Systeme, die im Alltag laufen. Wir bauen dabei die ganze Lösung, nicht nur ein Demo oder eine KI-Funktion obendrauf, und kommen auch dann, wenn ein Projekt schon feststeckt. Uns ist wichtig, ehrlich zu sagen, wo KI hilft und wo nicht, und lieber ein kleineres Projekt sauber zum Laufen zu bringen als ein großes zu versprechen, das nie ankommt.

KI entwickelt sich derzeit in sehr kurzen Innovationszyklen. Wie bauen Sie Lösungen, die nicht bereits nach wenigen Monaten technologisch überholt sind?

Indem wir die KI-Modelle austauschbar halten und nicht das ganze System um ein einzelnes Modell herum bauen. Die Technik dahinter ändert sich schnell, das Problem des Kunden meistens nicht. Wenn ein besseres Modell kommt, wollen wir es einsetzen können, ohne alles neu zu bauen. So bleibt der Nutzen stabil, auch wenn sich die Technik weiterdreht.

Als junges KI-Studio müssen Sie gleichzeitig Kunden gewinnen und Vertrauen in neue Technologien schaffen. Was ist dabei aktuell Ihre größte Herausforderung?

Ehrlich gesagt Vertrauen. KI ist neu, und viele haben gute Gründe, erst mal skeptisch zu sein. Als junges Team müssen wir gleichzeitig zeigen, dass wir es können, und realistisch bleiben, statt zu viel zu versprechen. Der beste Weg dahin sind für uns kleine, echte Ergebnisse, die man sehen kann, statt großer Ankündigungen.

Bei KI-Projekten ist die technische Machbarkeit nicht automatisch mit einem wirtschaftlichen Nutzen verbunden. Wie entscheiden Sie, ob sich ein Projekt für einen Kunden tatsächlich lohnt?

Wir schauen zuerst auf den Nutzen, nicht auf die Technik. Also: Wie viel Zeit oder Aufwand spart es wirklich, wie oft passiert der Fall, und steht der Aufwand für die Lösung im sinnvollen Verhältnis dazu? Wenn ein Projekt technisch möglich ist, am Ende aber kaum etwas bringt, sagen wir das auch offen. Lieber starten wir mit dem Teil, der sich klar lohnt, und bauen von dort aus weiter.

Welche Vision verfolgen Sie mit Nidai, und wie soll sich aus dem jungen Berliner KI-Studio langfristig ein Unternehmen entwickeln?

Wir wollen, dass KI und gute Software für normale Unternehmen selbstverständlich und nützlich werden, nicht nur für große Konzerne mit eigenem Tech-Team. Langfristig soll aus dem kleinen Studio ein Team werden, das Firmen über einzelne Projekte hinaus begleitet und mit ihnen wächst. Der Maßstab bleibt aber gleich: Es muss im Alltag wirklich helfen.

Welche drei Ratschläge würden Sie anderen Gründerinnen und Gründern geben, die derzeit ein Unternehmen im schnelllebigen KI-Markt aufbauen möchten?

Erstens: Fang bei einem echten Problem an, nicht bei der Technik. Zweitens: Versprich weniger, als du halten kannst, gerade bei KI ist Vertrauen alles. Und drittens: Bau so, dass du Modelle und Werkzeuge austauschen kannst, weil sich der Markt ständig ändert. Kurz gesagt: bleib nah am Nutzen und ehrlich zu dir und deinen Kunden.

Bildrechte: privat

Wir bedanken uns bei Mohamed Shafey für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Gegen MINT-Fachkräftemangel: Fraunhofer-Spin-off bringt Coding und Robotik an Schulen

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Roberta: Open Roberta Lab bringt Robotik in Schulen Marc Tobias und Andrea Herold von Roberta

Die neue Roberta Education gGmbH bringt das das etablierte Open Roberta Lab als größte nationale digitale MINT-Bildungsplattform nun noch praxisnäher in die Schulen und weitere Lernorte sowie in Unternehmen.

Wie ist die Initiative hinter Roberta entstanden und wer sind die zentralen Köpfe, die sie heute prägen?

Die Roberta-Initiative ist innerhalb der Fraunhofer-Gesellschaft am IAIS in St. Augustin entstanden vor gut 20 Jahren, damals als didaktischer Ansatz, um MINT insb. Coding und Robotik an Mädchen heranzutragen, sie dafür zu begeistern. Nach einigen Forschungsprojekten, in denen die Roberta-Initiative auf der Lego-Plattform gearbeitet hat, wurde das eigene heute so erfolgreiche Open Roberta Lab gebaut. Es ist die weltweit einzige Coding und Robotik Plattform, die Hardware offen ist – wir haben 20 Hardware-Systeme integriert aktuell – die in 20 Sprachen verfügbar sind. Über 40 Sensortypen können so angesteuert werden. Robotik und Coding in allen Facetten ist möglich. Für die Verbreitung wurde ein großes Netzwerk geschaffen mit 50 Partnern die schulisch und außerschulisch sowie im Studium Roberta vermitteln.

Heute mit der Ausgründung aus der Fraunhofer-Gesellschaft wollen wir Roberta gezielt weiterentwickeln, das bestehende weiterhin zur Verfügung stellen und neue Funktionen und Service-Angebote aufbauen.

Hinter Roberta stehen nun
Andrea Herold. 20 Jahre Informatik-Erfahrung, 15 Jahre Roberta Erfahrung, selbst Roberta Coach und Leitung eines Roberta RegioZentrums, langjährige IAIS-Mitarbeiterin.

Marc Tobias, 15 Jahre Beratungserfahrung in nationalen und internationalen Beratungsprojekten, davon viele Jahre im Umfeld der Uni. St. Gallen, zu den Themen Geschäftsmodellentwicklung und Open Innovation. 10 Jahre Mitarbeiter bei Fraunhofer, davon viele Jahre in der Transfer- und Unternehmensstrategie-Entwicklung in der Zentrale.

Welche Vision verfolgt die Roberta Education gGmbH im Bereich digitale Bildung und wie soll diese konkret umgesetzt werden?

Wir wollen bis 2030 der Standard in Deutschlands Schulen für Coding und Robotik sowie innovative MINT-Bildung werden.

Gleichzeitig bauen wir unser Netzwerk auch im außerschulisch Bereich gezielt aus. Es wird eine zentrale Rolle dabei spielen, unsere Inhalte, Formate und Qualifizierungsangebote in die Breite zu bringen.

Darüber hinaus wollen wir Unternehmen dafür gewinnen in ihre zukünftigen MINT-Fachkräfte zu investieren und bieten hier individualisierbare Formate und Ausbildungsmöglichkeiten an.

Konkret planen wir:

  • Ausbau und nachhaltige Grundfinanzierung des Open Roberta Labs als Open-Source-Plattform
  • Systematische Aus und Weiterbildung der Lehrkräfte
  • Einbettung von Roberta in die Lehrpläne der Bundesländer
  • Aufbau neuer Partnerschaften
  • Entwicklung neuer technologischer Elemente im Open Roberta Lab (z.B. KI-Anwendungen, Quantencomputing, etc.)
  • Neue Fortbildungsformate
  • Individuelle Programme und Projekte mit Unternehmen für Ihre Employer Branding, Mitarbeitergewinnung und Personalentwicklung.

Was hat euch dazu motiviert, Kinder und Jugendliche frühzeitig an Programmierung und Robotik heranzuführen?

Zum einen haben wir selbst Kinder und den Wunsch, ihnen etwas mitzugeben, das ihnen hilft, die Herausforderungen ihrer Zukunft selbstbewusst zu meistern.

Zum anderen sehen wir die volkswirtschaftlichen Herausforderungen. Es fehlen MINT-Fachkräfte an allen Ecken und Enden in Deutschland.
MINT-Begeisterung in der Breite ist unser Ziel – Coding und Robotik sind für uns keine isolierten Technikthemen, sondern praktische Zugänge zu grundlegenden Kompetenzen: problemlösendes und strukturiertes Denken, Datenverständnis, Teamarbeit, kreatives Gestalten sowie Lösungen finden und diese bewerten zu können. Kinder und Jugendliche können sich dadurch auf eine andere Weise mit MINT-Themen und gesellschaftlichen Fragestellungen auseinandersetzen – handlungsorientiert, interdisziplinär und mit sichtbaren Ergebnissen.

Ein Beispiel ist die Samenverbreitung in der Natur: Manche Samen fliegen, schweben oder werden aus Kapseln herausgeschleudert. Dabei verbinden sich Biologie, Physik und Coding ganz selbstverständlich. Kinder beobachten, experimentieren, messen, programmieren und verstehen, welche Kräfte wirken und warum Bewegung entsteht. Aus einem Naturphänomen wird so ein interdisziplinäres MINT-Erlebnis – mit Freude am Ausprobieren und Spaß daran, Flugbahnen, Daten und Kräfte zu verstehen. Genau diese Begeisterung ist für uns ein wesentlicher Antrieb.

Welche Zielgruppen sprecht ihr als Roberta Education besonders an und wie unterscheiden sich deren Bedürfnisse im Lernprozess?

Unsere Kernzielgruppe ist das Alter ca. 9-14 Jahre. Die Klassen 4-9 sind unsere „stärksten“ Klassen. Dabei sind wir in allen Schultypen unterwegs. Durch breite der integrierten Hardware-Systeme werden wir zudem bis zum Ende der Schulzeit eingesetzt.

Selbst innerhalb unserer Kernzielgruppe gibt es Unterschiede im Lernprozess. Allen gemeinsam ist jedoch, dass Begeisterung und die Möglichkeit, selbst aktiv zu werden, die Freude am Lernen und den Ideenreichtum fördern. Mit zunehmendem Alter interessieren sie sich stärker für das „Warum“ und „Wofür“ hinter ihrem Tun und dafür, was sie selbst bewirken können.
Da wir ja mit dem Fokus Förderung von Mädchen gestartet sind haben wir hier ebenso Erfahrung und didaktische Konzepte zu gebaut.

Wie gelingt es euch, komplexe Themen wie Coding und KI so aufzubereiten, dass sie für junge Menschen verständlich und motivierend sind?

Für das Gelingen sehen wir drei Dinge als entscheidend.

  • Es braucht Freiraum zum Ausprobieren. Gerade bei Coding, Robotik oder auch KI können Kinder unmittelbar erleben, was ihre Idee als Lösung bewirkt. Wenn etwas nicht funktioniert, ist das kein Scheitern, sondern ein Mehrwert und der nächste Schritt im Lernprozess: beobachten, verändern, erneut ausprobieren. Diese direkte Rückmeldung schafft Selbstwirksamkeit – und oft eine enorme Motivation. Wir erleben immer wieder, dass Kinder so vertieft sind, dass die Pause plötzlich weniger attraktiv ist als das Weitermachen. Genau da entsteht für uns Lernen: aus Neugier, aus eigenem Tun und aus dem Wunsch, die Lösung selbst zu finden.
  • Es braucht ein gutes didaktisches Konzept, das komplexe Themen in einen für Kinder verständlichen und relevanten Kontext setzt. Coding oder KI werden dadurch nicht isoliert vermittelt, sondern mit Fragestellungen verbunden, die Kinder aus anderen Fächern oder aus ihrem Alltag kennen. So entsteht ein Zugang über das Thema – und die Technologie wird zum Werkzeug, mit dem sich Zusammenhänge entdecken und verstehen lassen. Genau darauf sind das Open Roberta Lab und unsere Materialien ausgerichtet.
  • Und drittens braucht es gut vorbereitete Lehrkräfte. Die Kinder arbeiten häufig in Zweierteams, entwickeln gemeinsam Ideen und probieren eigene Lösungswege aus. Die Lehrkraft begleitet und moderiert diesen Prozess. Lernen entsteht dabei gemeinsam – im Team und im Zusammenspiel mit der Lehrkraft. Genau darauf bereiten unsere Roberta-Schulungen und Ausbildungsformate vor: Sie geben fachliche Sicherheit, machen die Arbeitsweise praktisch erfahrbar und unterstützen Lehrkräfte dabei, solche offenen Lernprozesse im Unterricht sicher zu begleiten.

Was macht Roberta im Vergleich zu anderen Lernplattformen im Bereich Programmieren und Robotik besonders?

Spannend ist zunächst der Begriff „Lernplattform“, weil er unterschiedlich verstanden werden kann: als klassisches Lernmanagementsystem, als Programmierplattform oder als digitaler Lernraum. Roberta verbindet hier mehrere Ebenen. Das Open Roberta Lab ist die technische Programmier- und Lernumgebung im Browser. Roberta insgesamt ist das größere Lernökosystem dahinter – mit Didaktik, Materialien, Fortbildungen, Netzwerk und Community.

Besonders macht Roberta die Kombination aus Hardware-Offenheit, didaktischem Konzept und intuitiver Nutzung. Das Open Roberta Lab integriert rund 20 unterschiedliche Robotik- und Board-Systeme, darunter LEGO, fischertechnik und Calliope. Nach unserem Kenntnisstand ist diese Breite in Europa bzw. weltweit außergewöhnlich.

Gleichzeitig bildet das Lab die gemeinsame (horizontale) Ebene über die integrierte Hardware-Systeme hinweg. Lernende müssen also nicht für jedes Gerät neu anfangen, sondern arbeiten mit einer einheitlichen Logik. Z.B. der „Fahre“ Block folgt bei passenden Robotiksystemen demselben Prinzip, auch wenn im Hintergrund jeweils anderer Code für die konkrete Hardware erzeugt wird.

Dazu kommt eine bewusst gestaltete Nutzerführung: Details wie visuelle Strukturen und die Farbgebung der Programmierblöcke helfen, Programmierlogiken – etwa Anweisungen, Bedingungen oder Schleifen – sichtbar und nachvollziehbar zu machen. Für Lehrkräfte bietet das Lab außerdem unterstützende Funktionen wie die Gruppenverwaltung. Darüber können sie schulgeeignete Konten für ihre Klassen oder Lerngruppen bereitstellen, Programme teilen und gemeinsam daran arbeiten.

Und schließlich geht es im Open Roberta Lab über das reine Programmieren hinaus: Roboter und Boards können konfiguriert, simuliert, getestet und mit realer Hardware verbunden werden. So wird das Hardware-System nicht als Blackbox erlebt, sondern als verstehbares und gestaltbares System.

Zusammen mit der Verfügbarkeit in rund 20 Sprachen macht genau diese Kombination Roberta besonders: Lernende können ohne Vorkenntnisse einsteigen, direkt ausprobieren und sich Schritt für Schritt bis zu anspruchsvolleren Projekten entwickeln. Roberta verbindet niedrigschwelligen Zugang, praxisnahes und projektorientiertes Lernen mit technischer Tiefe und internationaler Anschlussfähigkeit. Gleichzeitig ist das Open Roberta Lab auf schulische Anforderungen ausgerichtet – insbesondere mit Blick auf Datenschutz, Datensparsamkeit und transparente Nutzung.

Welche Herausforderungen begegnen euch bei der Integration solcher Bildungsangebote in Schulen und wie geht ihr damit um?

Es sind drei große Herausforderungen:

  • Ausbildung (Qualifizierung) der Lehrkräfte: Lehrkräfte brauchen eine gute Einführung in die Roberta-Didaktik, das Open Roberta Lab und die jeweiligen Hardware-Systeme. Dabei geht es nicht nur um Bedienwissen, sondern auch darum, selbst auszuprobieren, Teamarbeit zu erleben, Fehler zu analysieren und zu verstehen, wie Coding und Robotik sinnvoll im Unterricht eingesetzt werden können. Gute Roberta-Schulungen leben vom praktischen Arbeiten mit dem Hardware-System und vom direkten Austausch mit Coaches und anderen Teilnehmenden. Gleichzeitig stehen Lehrkräften solche Fortbildungszeiten oft nur begrenzt zur Verfügung. Die Herausforderung besteht daher darin, flexible Formate zu entwickeln – etwa modular oder als Blended Learning –, ohne den praktischen Charakter und die Qualität der Qualifizierung zu verlieren.
  • Passende Hardware-Systeme: Aus unserer Sicht wird der Mehrwert von Roberta besonders deutlich, wenn Lernende nicht nur simulieren, sondern auch mit realen Robotern und Boards arbeiten. Für Schulen stellt sich dabei die Frage, welches oder welche Hardware-Systeme zu welchen Lernzielen, Altersgruppen und Rahmenbedingungen passt. Hier unterstützen wir Schulen, Schulträger und Medienzentren mit unserer langjährigen Erfahrung.
  • Verknüpfung und Umsetzung im Schulalltag: Eine Schulung gibt den wichtigen Startimpuls für die Umsetzung. Danach geht es um den Transfer in den eigenen Schulalltag: Wie setze ich Roberta konkret in meinem Unterricht ein – in Informatik, wo es konkrete Anknüpfungspunkte in Lehrplänen gibt, wie in anderen MINT-Fächern und fachübergreifenden Projekten? Dafür brauchen Lehrkräfte Materialien, die zu ihren Lehrplaninhalten passen und sich einfach an die eigene Klasse (Lerngruppe) anpassen lassen. Genau hier unterstützen wir mit kostenfreien Roberta-Materialien, Unterrichtsideen und praxisnahen Beispielen.
    In Zukunft wollen wir diese Unterstützung weiter ausbauen – ergänzend auch mit KI-gestützten Funktionen, die passende Vorschläge für Roberta-Unterrichtsstunden oder Projekteinheiten machen können. KI ersetzt dabei nicht die Lehrkraft, kann aber bei der Vorbereitung entlasten und neue Ideen liefern.

Wie stellt ihr sicher, dass eure Inhalte sowohl pädagogisch sinnvoll als auch technologisch aktuell bleiben?

Entscheidend für den pädagogischen Erfolg ist unser didaktisches Konzept: niedrigschwelliger Einstieg, praktisches Ausprobieren, Teamarbeit, problemlösendes Lernen und fachliche Fundierung.

Damit Roberta pädagogisch sinnvoll, aktuell und wirksam bleibt, hören wir sehr genau auf die Rückmeldungen aus der Praxis. Erfahrungen von Lehrkräften, Roberta-Coaches, Roberta-RegioZentren und Open Roberta Coding Hubs aus Unterricht, Workshops und Fortbildungen fließen direkt in die Weiterentwicklung von Methoden, Materialien und Formaten ein.

Zusätzlich entwickeln wir gemeinsam mit Hochschulpartnern konkrete Projekte weiter – aktuell etwa mit den Pädagogischen Hochschulen Heidelberg und Schwäbisch Gmünd zur Verbindung von Mathe und Coding (Robotik).

Welche Rolle spielt das Open Roberta Lab innerhalb eures Gesamtkonzepts und wie entwickelt es sich weiter?

Das Open Roberta Lab ist die technische Grundlage und zugleich die Basis der dafür, unser didaktisches Konzept in der Breite umzusetzen. Gestartet ist Roberta ursprünglich mit dem Robotikset LEGO Mindstorms und der dazugehörigen proprietären Entwicklungsumgebung. Erst mit dem eigenen Lab entstand die Möglichkeit, die Roberta-Didaktik unabhängiger, browserbasiert und hardwareoffen zu gestalten.

Das Lab ist zudem Zugpferd für uns. Die breite Sichtbarkeit und Nutzung ermöglichen alle sonstigen Aktivitäten und Geschäftsmodelle, die wir entwickeln. Es ist die technische Grundlage für viele Mio. Nutzer*innen in der Welt. Erst mit dem Lab und dann mit Corona ist Roberta zu dem geworden, was heute ist.

Weiterentwicklung:
Neben der Herausforderung schon erstmal das ORL auf dem aktuellen technischen Stand zu halten und zu bringen, haben wir drei grundlegende Entwicklungsrichtungen.

  • Hardware-Portfolio pflegen und erweitern: Das breite Hardware-Portfolio ist ein besonderer Mehrwert des Open Roberta Lab. Künftig wollen wir dieses Portfolio gezielt erneuern und weiterentwickeln. Dazu prüfen wir neue EdTech-Robotiksysteme ebenso wie bestehende Hardware-Lösungen – immer mit der Frage, welche Systeme didaktisch sinnvoll, technisch integrierbar, schulgeeignet und zukunftsfähig sind.
  • Nutzungsunterstützung verbessern: Wir wollen Lehrkräfte künftig noch gezielter bei der Nutzung des Open Roberta Lab unterstützen. Dazu prüfen wir KI-gestützte Assistenzfunktionen, die direkt während der Arbeit im Lab Fragen beantworten, Orientierung geben und bei der Umsetzung von Unterrichtsideen helfen können.
  • Neue Funktionen: Das Open Roberta Lab soll weiterhin als Brücke zu Zukunftstechnologien wirken. Wir entwickeln neue Funktionsbereiche, mit denen Themen wie KI, Robotik und Quantencomputing didaktisch zugänglich werden. Unser Anspruch bleibt dabei der Roberta-Ansatz: komplexe Technologien sichtbar, verständlich und gestaltbar zu machen.

Welche Entwicklungen oder neuen Formate plant Ihr mit der neuen Roberta Education gGmbH für die kommenden Jahre?

Wesentliche Themen werden neben der inhaltlichen und didaktischen Weiterentwicklung und neue Hardware-Systeme im Lab folgende:

  • Systematische Verbreitung des Roberta-Ansatzes in den Schulen in Deutschland um unsere Vision zu erreichen.
  • Neue interdisziplinäre Workshop-Formate mit Blick auf gesellschaftliche relevante Themen, z.B. Umweltschutz, Demokratie, Extremismus.
  • Berufsschulen und Azubis als neue Zielgruppe für Roberta und hierfür im Open Roberta Lab weitere industrienahe Robotik-Systeme platzieren.
  • Mehr Ansprache und Partnerschaften mit Unternehmen im Rahmen CSR, Personalentwicklung intern und Employer Branding extern.
  • Das Roberta-Netzwerk mit den Roberta RegioZentren und den Roberta Coding Hubs stärken und wieder mehr Lehrkräftefortbildungen machen.
  • International neue Kooperationen aufbauen und z.B. in Entwicklungsländern mit dem Lab insb. Frauen und Mädchen in MINT-Themen enablen, ausbilden und stärken.

Wie verändert sich aus eurer Sicht die Bedeutung von MINT-Bildung durch den zunehmenden Einsatz von KI?

KI ist im Kern selbst ein MINT-Thema, weil sie stark auf Daten, Mustern und Wahrscheinlichkeiten basiert. Gleichzeitig zeigt KI sehr deutlich, wie wichtig grundlegende MINT-Kompetenzen sind – unabhängig von einer konkreten Technologie. Dazu gehören informatisches Denken, Problemlösefähigkeit, Datenkompetenz, logisches Strukturieren und das Übersetzen von Aufgaben in präzise Handlungsanweisungen und die Fähigkeit, Ergebnisse kritisch einzuordnen.

KI verändert den Blick auf Coding und Robotik. Insbesondere beim Coding steht heute stärker die Frage im Raum: Warum noch „coden“ lernen, wenn das doch vielleicht die KI genauso kann? Gerade deshalb bleibt der eigene aktive Einstieg zentral: Lernende sollten zunächst selbst ausprobieren, programmieren, testen und Fehler verstehen – dadurch entsteht die Kompetenz, KI-generierte Ergebnisse sinnvoll zu bewerten, zu hinterfragen und weiterzuentwickeln.

In der Robotik wird KI besonders greifbar: Roboter sind reale Hardware, die über Sensorik ihre Umgebung wahrnehmen. Durch KI entstehen neue Nutzungserlebnisse – etwa, wenn Systeme Sprache oder Bilder erkennen, auf Situationen reagieren oder Entscheidungen treffen.

Welche drei Ratschläge würdet ihr Gründerinnen und Gründern mitgeben, die im Bildungsbereich etwas bewegen möchten?

  • Reichweite ist das A und O. Da haben wir mit dem Open Roberta Lab eine besondere Chance.
  • Findet ein tragfähiges Geschäftsmodell mit einem guten Finanzierungsmix – Finanzielle Förderung ist im Bildungsbereich sehr breit aufgestellt.
  • Wir haben uns für eine not-for-profit Struktur im Kontext der open educational ressources entschieden basierend auf Open Source-Deep-Tech. Das ist ein Weg, muss aber nicht in jedem Zusammenhang der Beste sein.

Bild: Andrea Herold und Marc Tobias Bildrechte: Roberta

Wir bedanken uns bei Marc Tobias und Andrea Herold für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Ziel: 51 % der Weltbevölkerung: Wie das Experiment „Défi $2 Monde“ global durchstarten will

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Défi $2 Monde: Teilnehmer mit einer Zahlung weltweit verbinden Michael Miroulet Défi $2 Monde

Défi $2 Monde will mit einer freiwilligen Zahlung von zwei US-Dollar pro Teilnehmer testen, wie weit sich eine transparente globale Challenge verbreiten kann.

Michael, kannst du Défi $2 Monde kurz vorstellen und erklären, welche Idee hinter der weltweiten Challenge steckt?

Défi $2 Monde ist ein bewusst einfaches globales Experiment: Kann eine sehr große Zahl von Menschen freiwillig an derselben transparenten Challenge teilnehmen? Die Regel lautet: eine Person, eine freiwillige Zahlung von 2 US-Dollar, eine verifizierte Teilnahme. Kein Abonnement, keine versteckten wiederkehrenden Kosten. Entscheidend ist nicht nur das eingesammelte Geld, sondern die Zahl der tatsächlich verifizierten, einzigartigen Teilnehmer.

Wie bist du auf die Idee gekommen, Menschen weltweit mit einer freiwilligen Zahlung von jeweils 2 US-Dollar zusammenzubringen?

Mich interessiert die Frage, wie weit sich eine extrem einfache Idee verbreiten kann, wenn die Einstiegshürde sehr niedrig ist und jeder sofort versteht, worum es geht. Statt ein kompliziertes Produkt zu erklären, wollte ich eine einzige klare Handlung testen: freiwillig 2 Dollar beitragen und damit als verifizierter Teilnehmer zählen.

Warum hast du dich ausgerechnet für 2 US-Dollar entschieden und welche Bedeutung hat dieser Betrag für das Konzept?

Zwei Dollar sind absichtlich ein kleiner, leicht verständlicher Betrag. Er ist groß genug, damit eine Zahlung eine bewusste Teilnahme darstellt, aber klein genug, damit das Experiment nicht auf einem hohen Kaufpreis basiert. Die 2 Dollar sind deshalb Teil der Mechanik des Experiments und nicht nur ein Preis.

Dein Ziel ist, bis zum 1. Januar 2027 insgesamt 51 Prozent der erwachsenen Weltbevölkerung zur Teilnahme zu bewegen. Warum hast du diese außergewöhnlich hohe Marke gewählt?

Weil das Ziel bewusst extrem sein soll. 51 Prozent bedeutet, dass eine Mehrheit erreicht werden müsste. Ich behaupte nicht, dass dieses Ziel erreicht wird. Gerade diese Unsicherheit ist Teil des Experiments. Der Erfolg darf nicht nach Reichweite oder theoretischen Kontakten behauptet werden: Für das 51-Prozent-Ziel zählen ausschließlich verifizierte einzigartige Teilnehmer.

Was passiert mit den eingenommenen 2 US-Dollar pro Teilnahme und wie transparent können Teilnehmer nachvollziehen, wofür die Gelder verwendet werden?

Die Zahlung ist eine Teilnahme am Projekt und keine versteckte Subscription. Einnahmen und Teilnehmerzahl werden getrennt betrachtet: Zwei Dollar Umsatz allein bedeuten nicht, dass das globale Ziel erreicht ist. Das Projekt soll seine Regeln, den verifizierten Teilnehmerzähler und die tatsächlich bestätigten Einnahmen klar voneinander ausweisen. Mittel können für Betrieb, technische Infrastruktur, Sicherheit und internationale Weiterentwicklung des Projekts eingesetzt werden. Es werden keine zusätzlichen oder wiederkehrenden Abbuchungen ohne ausdrückliche Zustimmung vorgenommen.

Wie stellst du technisch sicher, dass hinter jeder gezählten Teilnahme tatsächlich eine bestätigte Zahlung steht und der öffentliche Zähler nicht manipuliert werden kann?

Die Grundregel ist strikt: Der öffentliche Teilnehmerzähler darf nur nach einer bestätigten Zahlung steigen. Eine bloße Seitenansicht, ein Klick oder ein Zahlungsversuch zählt nicht. Zusätzlich muss verhindert werden, dass dieselbe Person mehrfach als neue Teilnahme gezählt wird. Deshalb trennen wir Reichweite, Antworten, bestätigte Zahlungen und verifizierte einzigartige Teilnehmer als unterschiedliche Kennzahlen.

Défi $2 Monde soll international funktionieren. Welche Herausforderungen entstehen durch unterschiedliche Währungen, Zahlungsmethoden und rechtliche Rahmenbedingungen?

Genau darin liegt eine der größten Herausforderungen. Zwei US-Dollar sind einfach zu erklären, aber Zahlungsanbieter, lokale Währungen, Gebühren, Datenschutz, Verbraucherschutz und rechtliche Anforderungen unterscheiden sich von Land zu Land. Deshalb soll die Expansion schrittweise erfolgen und keine technische oder rechtliche Möglichkeit behauptet werden, bevor sie tatsächlich verfügbar ist.

Bei der Verbreitung setzt du auch auf KI-gestützte Recherche und mehrsprachige Ansprache. Wie genau nutzt du Künstliche Intelligenz für das Projekt?

KI hilft bei Recherche, Übersetzung, internationaler Medienansprache, Strukturierung von Rückmeldungen und der Analyse, welche Regionen und Sprachen noch nicht ausreichend erreicht werden. Sie ersetzt aber keine menschliche Zustimmung und keine Zahlung. Ein KI-System darf niemals einen Teilnehmer erfinden oder einen nicht bestätigten Vorgang als Erfolg zählen.

Bei einem globalen Projekt, bei dem Geld eingesammelt wird, spielt Vertrauen eine wichtige Rolle. Wie möchtest du dieses Vertrauen aufbauen und mögliche Zweifel an der Seriosität ausräumen?

Durch überprüfbare Regeln und bewusst konservative Kennzahlen. Eine Antwort ist keine Zusage, eine Zusage ist keine Zahlung und eine Zahlung ist erst dann ein Teilnehmer, wenn sie bestätigt und als einzigartige Teilnahme verifiziert ist. Außerdem gibt es kein Abo und keine versteckte wiederkehrende Gebühr. Wenn eine Kennzahl null ist, muss sie auch als null veröffentlicht werden.

Welche Strategie verfolgst du, damit aus den ersten Teilnehmern tatsächlich eine internationale Bewegung entsteht?

Die Strategie kombiniert direkte internationale Medienansprache, mehrsprachige Kommunikation und freiwilliges Teilen von Mensch zu Mensch. Statt sofort Geld für Werbung auszugeben, teste ich zunächst, ob die Idee organisch Interesse erzeugt. Genau deshalb ist auch ein Interview wie dieses interessant: Es zeigt, ob Menschen die Idee verstehen, diskutieren und freiwillig weitertragen.

Du sagst selbst, dass das Ziel bewusst extrem gewählt ist und möglicherweise nicht erreicht wird. Wann wäre Défi $2 Monde für dich trotzdem ein Erfolg?

Wenn das Experiment belastbare Erkenntnisse darüber liefert, wie weit eine einfache globale Idee mit transparenter Messung und freiwilliger Beteiligung tatsächlich kommen kann. Das 51-Prozent-Ziel bleibt dabei binär: Entweder die erforderliche Zahl verifizierter einzigartiger Teilnehmer wird bis zum Stichtag erreicht oder nicht. Ein kleineres Ergebnis würde ich nicht nachträglich als Erreichen dieses Ziels umdeuten.

Welche drei Tipps würdest du Gründerinnen und Gründern geben, die eine ungewöhnliche Idee verfolgen und noch nicht wissen können, ob sie tatsächlich funktioniert?

Erstens: Testet die Realität so früh wie möglich und unterscheidet Interesse von echten Ergebnissen. Zweitens: Macht eure Regeln so klar, dass auch ein negatives Ergebnis glaubwürdig bleibt. Drittens: Beginnt mit den Ressourcen, die ihr tatsächlich habt, statt Fortschritt vorzutäuschen, den es noch nicht gibt.

Bildrechte: privat / Michael Miroulet

Wir bedanken uns bei Michael Miroulet für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

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