Donnerstag, Juli 23, 2026
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Wird aus einem Detail bald das nächste große Modeaccessoire?

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backlessory: BH und Backlets aus Stoff im Kopf Ilka Pfisterer backlessory

backlessory entwickelt Backlets für BHs und macht den klassischen BH Verschluss zu einem sichtbaren Fashion Accessoire für rückenfreie Outfits. Das Startup ist Teil des Stoff im Kopf Accelerators und arbeitet aktuell am Marktstart seiner ersten Kollektion

Wie entstand die Idee zu backlessory und wer steckt hinter dem Startup?

Ich hatte ein Kleid mit Rückenausschnitt und wusste nie, was ich darunter anziehen soll. Es gibt einfach keine Lösung, die Komfort und Styling bietet. Da hatte ich die Idee und ich habe angefangen einen ersten Prototypen zu nähen. Meine Mutter unterstützt mich im Hintergrund, wir sind also ein Mutter-Tochter-Team.

Warum war der klassische BH Verschluss für euch der Ausgangspunkt für ein neues Fashion Konzept?

Bei Rückenausschnitten ist immer ein Teil des BH-Verschlusses sichtbar. Ich habe mir gedacht: Was ist so schlimm daran, dass man den BH-Verschluss sieht? Die einzige Antwort, die mir dazu eingefallen ist: Nichts, er ist nur hässlich. So ist die Idee entstanden, aus dem BH-Verschluss ein It-Piece zu machen.

Wie kamt ihr auf die Idee, den BH Verschluss bewusst sichtbar und zum Statement-Piece zu machen?

Zuerst dachte ich daran, die Rückseite des BHs ganz dünn und zierlich zu gestalten. Aber je länger ich darüber nachgedacht und ausprobiert habe, desto besser fand ich die auffälligeren Designs. Wenn das Band gut zum Outfit passt, ist das ein echter Hingucker. Ich glaube ich kann sagen: wir haben ein neues Accessoire erfunden – das Backlet!

Welche Zielgruppe möchtet ihr mit backlessory besonders ansprechen?

Unsere Zielgruppe sind primär junge Frauen, die sich durch Mode ausdrücken wollen.

Welche Rolle spielen Individualität und Styling bei euren Produkten?

Das Styling ist natürlich der primäre Faktor – es geht ja um ein Accessoire oder sogar Statement-Piece. Langfristig möchten wir unsere Backlets auch gerne individualisierbar machen.

Wie wichtig ist euch neben dem modischen Aspekt auch der Komfort im Alltag?

Enorm wichtig! Denn genau darum geht es ja: Die bisherigen Lösungen für rückenfreie Outfits sind immer ein Kompromiss zwischen Styling und Komfort. Wir bieten die Möglichkeit einen ganz normalen BH unter einem rückenfreien Outfit anzuziehen. Also Styling ohne Einbuße in Komfort und Halt.

Welche Herausforderungen begegnen euch beim Aufbau einer jungen Fashion Marke?

Ganz klar: die Zuliefererkette. Es ist enorm schwierig Business Partner zu finden, die auch kleinere Abnahmemengen liefern. Dazu kommt, dass wir branchenfremd sind und uns erst einmal in die Fachtermini und die branchenüblichen Abläufe einfinden mussten.

Wie reagiert eure Community bislang auf die Idee hinter backlessory?

Wir bekommen sehr gutes Feedback! Die häufigste Antwort auf unsere Idee ist: Warum gibt es das noch nicht? Das gibt uns natürlich enormen Rückenwind und hilft uns auch bei Rückschlägen weiterzumachen.

Welche Bedeutung hat die Teilnahme am Stoff im Kopf Accelerator für eure Entwicklung?

Ich bin ein großer Fan des Programms! Man hat von der ersten Minute an gemerkt, wie viel Engagement und Detailarbeit dort einfließt. Alle, egal ob Organisatorinnen, Teilnehmerinnen oder Mentor*innen, sind unglaublich unterstützend und immer offen für Fragen. Auch aus den Workshops habe ich enorm viel mitgenommen, was mich sicherlich nicht nur im Startup weiterbringt.

Was unterscheidet backlessory aus eurer Sicht von klassischen Accessoire oder Fashion Labels?

Backlessory schlägt die Brücke von einem BH, den man eigentlich versteckt, und einem Accessoire, das man bewusst zeigt. Wir haben den BH uminterpretiert und mit den Backlets ein neues Accessoire erfunden. Ich ziehe immer den Vergleich zu Socken. Socken waren früher unauffällig, meist schwarz oder weiß. Heute sind sie knallbunt und funktionieren als Teil des Outfits. Genau da möchte ich die Backlets auch hinbringen.

Welche nächsten Schritte plant ihr für backlessory in den kommenden Monaten?

Wir arbeiten an unserer ersten Kleinserie und werden in den nächsten 1-2 Monaten launchen.

Welche drei Ratschläge würdet ihr anderen Gründerinnen und Gründern mit auf den Weg geben?

Erstens: Einfach mal machen! Man muss loslegen und darf nicht zu verkopft an die Sache herangehen.

Zweitens: Sich selbst erlauben nicht perfekt zu sein. Das erste Produkt wird nicht perfekt und das ist okay, das muss man akzeptieren. Man ist eben kein etablierter Großkonzern, sondern ein Startup.

Drittens: Niemals aufgeben. Es wird Rückschläge geben, und zwar viel mehr als man denkt. Wichtig ist wieder aufzustehen und die Kraft zu finden weiterzumachen.

Bildcredits privat

Wir bedanken uns bei Ilka Pfisterer für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Steht die Modebranche vor einem neuen Umgang mit Ressourcen?

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MOOT: Upcycling für ausrangierte Textilien Bild Das MOOT Team in Berlin,Neukölln Credit: MOOT Upcycling GmbH

MOOT verwandelt ausrangierte Textilien durch Upcycling in neue Produkte und zeigt nach dem Auftritt in der The Green Deal Show, wie nachhaltige Mode wirtschaftlich funktionieren kann

Wie entstand die Idee zu MOOT und wann war euch klar, dass daraus ein Unternehmen werden kann?

Die Idee entstand aus einer einfachen Beobachtung: Tonnenweise brauchbare Textilien landen täglich im Müll, während die Modeindustrie gleichzeitig immer neue Ressourcen verbraucht. Nils, ausgebildeter Modedesigner mit Fokus auf zirkuläres Design, und ich, studierter BWLer mit Startup-Erfahrung, kannten uns als langjährige Freunde und merkten schnell, dass wir die perfekte Kombination für dieses Vorhaben mitbringen. 2020 gründeten wir MOOT – mitten in der Pandemie. Was mit einem T-Shirt aus Bettwäsche anfing, entwickelte sich schnell in eine breite Produktpalette aus verschiedensten Materialien. Dass aus der Idee ein echtes Unternehmen werden kann, wurde uns spätestens klar, als die erste Crowdfunding-Kampagne erfolgreich war.

Was hat euch dazu motiviert, ausrangierten Materialien ein zweites Leben zu geben?

Der Kern war immer die Überzeugung, dass Upcycling nicht Nischenkunst, sondern massentauglich sein kann. Wir wollten zeigen, dass aus entsorgten Textilien hochwertige, designstarke Produkte entstehen können und das alles lokal, fair und mit echter Geschichte.

MOOT war am 29. Mai 2026 in der zweiten Folge von The Green Deal Show zu sehen. Wie habt ihr die Zeit rund um die Sendung erlebt?

Die Wochen vor der Ausstrahlung waren spannend, The Green Deal Show ist ein ganz neues Konzept und entsprechend gab es keine Erfahrungswerte auf die wir zurückgreifen konnten. Die Aufzeichnung fand Mitte April 2026 vor Live-Publikum in Berlin statt, das war ein besonderes Erlebnis denn fast unser gesamtes Team (inzwischen sind wird 14 Personen) konnte im Publikum sitzen. Auf der Bühne zu stehen und unsere Mission vor der Creator Jury zu pitchen, war sowohl aufregend als auch extrem motivierend. Das am Ende alle drei Creator mit uns kooperieren wollten, zeigt dass wir wohl alles richtig gemacht haben!

Welche Eindrücke habt ihr aus The Green Deal Show mitgenommen?

Was uns am meisten beeindruckt hat, war das Konzept der Show selbst: Hier geht es nicht um Kapital, sondern um Reichweite. Die Jury steht für echte Haltung und bringt Communities mit, die sich für Nachhaltigkeit interessieren. Das fühlt sich sehr authentisch an. Und das Live-Publikum, das per Online-Tool über „Coins“ abstimmt, hat uns gezeigt, dass die breite Gesellschaft das Thema Upcycling verstehen und fördern möchte.

Gab es nach der Ausstrahlung spürbare Veränderungen für MOOT, etwa bei Reichweite, Anfragen oder Partnerschaften?

Direkt nach der Ausstrahlung konnten wir definitiv mehr Traffic auf unseren Seiten verbuchen, doch besonders spannend wird es dann, wenn unser Deal mit den Creator umgesetzt wird.

Kam es durch The Green Deal Show zu einem Deal oder weiteren Gesprächen mit möglichen Partnern?

Das Format lebt davon, dass Creator ihre Reichweite einsetzen und genau das ist passiert. Es gab konkrete Gespräche mit Creator, die wir nun weiterführen. Details dazu werden sich in den kommenden Wochen zeigen. Wir haben auf jeden Fall richtig Lust auf die Kooperation!

Wie ging es für euch nach der Sendung konkret weiter?

Ganz ehrlich, nach der Show ging es direkt weiter mit unserem operativen Geschäft – also der Betreuung des Online Shops aber vor allem der Umsetzung von B2B Kooperationen. Da stecken wir gerade in einer sehr intensiven Phase. Außerdem arbeiten wir gerade auch an einem Förderprojekt mit der DBU zusammen, die ja auch Sponsoren der Green Deal Show sind. Also nach der Show ging’s erstmal zurück zu Business as usual.

Welche Herausforderungen begegnen euch beim Thema nachhaltige Produktion und Upcycling im Alltag am häufigsten?

Die größte Herausforderung, die wir im D2C Bereich haben ist tatsächlich die Kommunikation. Unsere Produkte haben Erklärungsbedarf und viele Produkte sind Unikate. Das macht die Vermarktung kompliziert und genau deshalb ist die Green Deal Show für uns auch so eine spannende Möglichkeit.

Was macht MOOT aus eurer Sicht besonders im Vergleich zu anderen nachhaltigen Fashion Startups?

Wir verwenden zu 100 % aussortierte Materialien – kein Greenwashing, kein „ein bisschen recycelt“. Jedes Produkt rettet Textilien. Gleichzeitig haben wir mit MOOTstudio ein industriell skalierbares B2B-Modell entwickelt: Wir upcyceln ausgedienten Uniformen, Werbematerialien oder Arbeitskleidung für Unternehmen wie DHL oder den DFB. Das verbindet Impact mit echter Wirtschaftlichkeit.

Wie schafft ihr es, Nachhaltigkeit und wirtschaftliches Wachstum miteinander zu verbinden?

Indem wir beides nicht als Widerspruch begreifen. Unsere Kreislaufwirtschaft spart Rohstoffkosten, schafft einzigartige Produkte mit Mehrwert und spricht eine Zielgruppe an, die bewusst konsumieren will. Das B2B-Segment über MOOTstudio bringt Skalierbarkeit, die im reinen B2C schwieriger zu erreichen ist.

Welche Ziele verfolgt MOOT in den kommenden Jahren?

Wir wollen Upcycling als Standard etablieren – nicht als Ausnahme. Konkret bedeutet das: Wachstum im B2B-Bereich, neue Partnerschaften für den Textilnachschub, und weitere Auszeichnungen wie der Circular Fashion Fund als Signal an die Branche. Langfristig wollen wir die Upcycling-Quote in der deutschen Textilindustrie spürbar erhöhen und MOOT als europäische Referenz für zirkuläre Mode positionieren.

Würdet ihr anderen Startups empfehlen, bei The Green Deal Show teilzunehmen und warum?

Absolut. Das Format ist einzigartig, weil es nicht um Bewertungen und Term Sheets geht, sondern um echte Community-Verbindungen. Wenn ihr ein nachhaltiges Startup seid, das eine Geschichte zu erzählen hat und eine junge, bewusste Zielgruppe ansprechen wollt, ist das eine super Bühne. Die Jury bringt nicht nur Reichweite, sondern auch Glaubwürdigkeit.

Welche drei Tipps würdet ihr Gründer geben, die heute ein nachhaltiges Startup aufbauen möchten?

Mission first – aber Zahlen kennen. Ohne eine echte Überzeugung kommt man nicht durch die harten Phasen. Aber wirtschaftliches und rechtliches Know-How ist unerlässlich. Beides zusammen ist der Schlüssel.

B2B früh mitdenken. Ein direkter Kanal zu Unternehmenskund gibt Planungssicherheit und skaliert besser als reiner D2C-Vertrieb.

Community vor Kapital. Baut zuerst echte Beziehungen auf – zu Kund, Partner, Gleichgesinnten. Wer das hat, findet auch Investor.

Bild Das MOOT Team in Berlin,Neukölln Credit: MOOT Upcycling GmbH

Wir bedanken uns bei Nils Neubauer und Michael Pfeifer für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Steht die Lebensmittelindustrie vor ihrem größten Wandel seit Jahrzehnten?

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NEOH: Zucker, Innovation und neuer Genuss Manuel Zeller CEO NEOH

NEOH entwickelt zuckerreduzierte Süßigkeiten und setzt mit Innovation auf vollen Geschmack ohne Kompromisse

Wie entstand die Idee zu NEOH und welche Entwicklungsschritte waren seit dem Start besonders prägend?

Ich liebe Naschen – und ich glaube, damit bin ich nicht allein. Gleichzeitig war mir immer bewusst, dass herkömmliche Süßigkeiten gesundheitlich Schrott sind. Genau daraus entstand vor über 15 Jahren die Idee zu NEOH: Genuss und Gesundheit miteinander zu verbinden, ohne Kompromisse beim Geschmack einzugehen.

Der Weg dorthin verlief alles andere als geradlinig. Es gab tausende Schritte nach vorne, aber auch viele Rückschläge. Pionierarbeit bedeutet, ständig Neues auszuprobieren, ohne zu wissen, ob es funktionieren wird. Gerade in einem Markt, in dem vieles seit Jahrzehnten unverändert ist, braucht echte Innovation Ausdauer, Mut und Geduld.

Auch wenn wir als Team bereits enorm viel Zeit, Energie und Know-how investiert haben, sehe ich diese Transformation noch immer erst am Anfang. Genau das macht die Reise so spannend.

Mit welchem Anspruch ist NEOH angetreten, den Markt für Süßigkeiten und Snacks zu verändern?

Die Industrie ist seit Jahrzehnten ohne echte Veränderung und Innovation. Nach Tabak wird Zucker in hohen Mengen einfach der nächste große Gegner der Menschheit. Das schreit nach einer Transformation. Klar ist auch: Das ist eine Milliardenindustrie – d. h. es wird dauern, hier Veränderungen herbeizuführen und es wird einem alles abverlangen.

Wie schafft es NEOH, Geschmack und zuckerreduzierte Rezepturen miteinander zu verbinden?

Am Ende waren es tausende Versuche in einer speziellen sensorischen Matrix, gepaart mit neuartigen Testmethoden rund um die gesundheitlichen Auswirkungen. Diese Tests wurden sorgfältig in eine gut geschützte Datenbank eingetragen und täglich weiter ausgeführt. Diese Daten bilden die Basis der Formel. Am Ende sind es mehr als 20 verschiedene pflanzliche Ballaststoffe aus unterschiedlichsten Quellen und Herstellungsverfahren, die genau in dieser Zusammensetzung geschmacklich 100 % funktionieren und die Basis der Innovation bilden.

Welche Zielgruppen stehen für euch aktuell besonders im Fokus?

65 % der Österreicher und Deutschen sagen, sie würden sofort auf Zucker verzichten – aber sie sind nicht bereit, geschmacklich einen Kompromiss zu akzeptieren. Das ist das Ziel: diese Menschen so schnell wie möglich über NEOH und unsere ZERO+-Technologie zu informieren und sie als potenzielle Kunden zu erreichen. Unsere ersten Fans stammen aus der Fitnessszene, gefolgt von jungen Familien, die für uns eine sehr wichtige Zielgruppe darstellen.

NEOH: Zucker, Innovation und neuer Genuss  CRISP N CREAM Couch

(c) Dominic Berchtold
CRISP N CREAM Couch
(c) Dominic Berchtold

Wie reagieren Konsumenten auf Produkte von NEOH im Vergleich zu klassischen Süßigkeiten?

Bei Verkostungen gewinnen wir sehr schnell neue Fans. Der Geschmack überzeugt! Wenn wir noch dazu die Aufklärungsarbeit direkt leisten können, gibt es kaum Leute, die nicht begeisterte NEOH-Kunden werden. Diese „Aufklärung“ zu skalieren ist nun die große Herausforderung.

Welche Herausforderungen bringt die Entwicklung innovativer Snackprodukte mit sich?

Innovation hat immer ihren Preis – in der Lebensmittelindustrie zeigt sich das besonders stark entlang der gesamten Supply Chain. Bei uns kommt nichts von der Stange. Viele Rohstoffe müssen wir selbst entwickeln, produzieren oder speziell produzieren lassen, weil bestehende Lösungen unsere Anforderungen schlicht nicht erfüllen.

Unser neuestes Produkt, der Milky Choc, besteht beispielsweise zu rund 90 % aus Rohstoffen, die wir zuvor selbst entwickelt haben. Das bedeutet: Wir kontrollieren nicht nur das Endprodukt, sondern bereits die Rohstoffe und deren Herstellungsprozesse. Genau das macht solche Innovationen überhaupt erst möglich.

Auch in der Produktion beginnt mit jedem neuen Produkt wieder ein Lernprozess: neue Tests, neue Herausforderungen, neue Lösungen. Das ist oft aufwendig, aber gleichzeitig auch ein großer Vorteil. Denn jede gelöste Herausforderung zeigt, wie komplex diese Technologie tatsächlich ist. Und genau diese Komplexität verschafft uns am Ende einen Vorsprung, den man nicht einfach kopieren kann.

Wie wichtig sind Forschung und Produktentwicklung für die langfristige Strategie von NEOH?

Das ist die Basis der Idee. Auch wenn nun zunehmend Vertrieb und Marketing wichtiger werden – die Basis bildet das Ziel, das innovativste Schokoladenprodukt der Welt zu sein. Innovation macht das Marketing günstiger, den Vertrieb einfacher und somit die Skalierung effizienter. Deshalb war auch klar: Das Produkt muss 100 % sitzen – und da sind wir nun nach 15 Jahren tatsächlich angekommen. Jetzt geht es darum, den Innovationsvorsprung auszubauen und gleichzeitig zu skalieren. Am Ende bringt die Innovation nichts, wenn sie nicht erreichbar, skaliert oder generell nicht verfügbar ist.

NEOH hat in den vergangenen Jahren mehrere Finanzierungsrunden abgeschlossen. Wie wichtig war externes Kapital für euer Wachstum?

Wir bewegen uns in einem extrem kompetitiven Markt neben internationalen Konzernen, die um ein Vielfaches größer sind als wir. Gleichzeitig haben wir Forschung und Produktentwicklung völlig neu gedacht. Doch echte Innovation in dieser Tiefe ist ohne entsprechendes Budget nicht möglich.

Externes Kapital war deshalb ein entscheidender Faktor für unser Wachstum. Es ermöglicht uns, langfristig zu forschen, neue Technologien zu entwickeln und die gesamte Wertschöpfungskette selbst aufzubauen – von den Rohstoffen bis zum fertigen Produkt.

Genauso wichtig wie das Kapital selbst sind aber die richtigen strategischen Partner. Sie bringen Erfahrung und Netzwerke mit ein und öffnen Türen, die einem als junges Unternehmen sonst verschlossen bleiben würden. Diese Kombination aus Finanzierung, Know-how und Partnerschaften war und ist für unseren Weg essenziell.

Warum war es euch wichtig, Investoren an Bord zu holen, und worauf achtet ihr bei solchen Partnerschaften besonders?

Bei der Auswahl von Investoren war uns immer wichtig, dass die Partnerschaften auch menschlich und philosophisch zu uns passen. Es gibt gewisse Konstellationen, die wir bewusst ausgeschlossen haben – einfach weil Werte, Ethik oder die langfristige Vision nicht kompatibel gewesen wären.

Gleichzeitig muss man als wachsendes Unternehmen auch realistisch sein: Es gibt Phasen, in denen enormer Druck entsteht. Manche Herausforderungen sind selbst verschuldet, andere kommen von außen – wie Corona, massive Rohstoffpreissteigerungen oder zuletzt die Kakaopreiskrise. In solchen Situationen kämpft man teilweise schlicht ums Überleben und hat nicht unbegrenzt viele Optionen zur Auswahl.

Umso stolzer sind wir heute auf unser Investoren-Setup. Wir haben ein außergewöhnlich breites und starkes Netzwerk aufgebaut – mit Partnern aus unterschiedlichsten Branchen und Kompetenzfeldern. Von Supply Chain über Produktion bis hin zu Vertrieb und Handel bringen unsere Investoren wertvolles Know-how und echte operative Stärke mit.

Genau dieses Netzwerk gibt uns Rückenwind in Wachstumsphasen und Stabilität in schwierigen Zeiten. Und das ist oft genauso wertvoll wie das Kapital selbst.

Was erwarten Investoren heute von einem Food-Tech-Unternehmen wie NEOH?

Investoren erwarten heute vor allem eines: Skalierung. Die zentrale Frage lautet nicht mehr, ob die Lösung funktioniert, sondern wie schnell und international sie wachsen kann.

Viele Investoren verstehen mittlerweile das enorme Potenzial hinter Food-Tech-Innovationen wie NEOH. Es geht nicht nur um ein einzelnes Produkt, sondern um die Möglichkeit, ein jahrzehntealtes Paradigma in der Lebensmittelindustrie nachhaltig zu verändern und eine Lösung zu erschaffen, die die Ernährungsgewohnheiten der Menschen verändern kann.

Über das Timing kann man diskutieren – darüber, wie schnell sich Märkte verändern oder Konsumenten umdenken. Aber am grundlegenden Resultat zweifeln die wenigsten: Der Bedarf an gesünderen Alternativen mit vollem Geschmack wird langfristig massiv wachsen.

Was macht NEOH aus eurer Sicht einzigartig im Bereich Functional Food und Snacks?

Der größte Unterschied ist ganz klar der Geschmack. Genau daran scheitern viele Produkte im Bereich Zuckerersatz oder Functional Food. Sensorisch können wir uns hier deutlich von klassischen Zuckerersatzstoffen abheben.

Das Besondere dabei: Wir erreichen das nicht durch künstliche Kompromisse, sondern vorwiegend mit pflanzlichen Ballaststoffen. Diese sind nicht nur deutlich besser als Zucker, sondern können sogar positive gesundheitliche Effekte haben.

Genau diese Kombination aus vollem Geschmack, innovativer Technologie und funktionalen Inhaltsstoffen macht NEOH aus unserer Sicht einzigartig.

NEOH: Zucker, Innovation und neuer Genuss Lifestyle Berry Riegel Berg

(c) Dominic Berchtold
Lifestyle Berry Riegel Berg
(c) Dominic Berchtold

Welche nächsten Schritte plant NEOH in den kommenden Jahren?

In den kommenden Jahren wollen wir NEOH sowohl auf Produkt- als auch auf Marktebene konsequent weiterentwickeln – insbesondere in Österreich und Deutschland. Gleichzeitig liegt ein großer Fokus auf unserem B2B-Bereich: Wir möchten unsere Technologie und Rohstofflösungen in möglichst viele unterschiedliche Lebensmittelanwendungen bringen – weit über die Schokoladenindustrie hinaus.

Das Spannende dabei ist: Schokolade gilt als eine der schwierigsten Produktmatrizen überhaupt, wenn es um Zuckerreduktion geht. Genau dort haben wir unsere Technologie entwickelt und perfektioniert. Dadurch zeigt sich auch in anderen Anwendungen ein besonders starker Vorteil gegenüber bestehenden Lösungen.

Ob Joghurt, Saucen, Cerealien, Backwaren oder mittlerweile sogar Getränke – unsere Technologie ermöglicht auch dort eine deutliche Zuckerreduktion, ohne beim Geschmack Kompromisse einzugehen. Genau darin sehen wir enormes internationales Potenzial.

Welche drei Tipps würdet ihr anderen Gründerinnen und Gründern aus euren bisherigen Erfahrungen mitgeben?

Geh einen eigenen Weg. Es gibt keine Patentformel für Erfolg. Jedes Unternehmen hat seine eigene Story, seine eigenen Herausforderungen.

Try and Error: Am Ende geht es um viel probieren, Dinge neu denken, testen, fallen, aufstehen.

Durchhaltevermögen ist keine Tugend, sondern die Eintrittsbedingung. Alle Erfolgsstories sind einzigartig, aber eines vereint sie: unglaubliches Durchhalten und das Überstehen von dutzenden Krisen. Wer glaubt, es geht leicht, sollte sich eine andere Beschäftigung suchen.

Bildcredits NEOH

Wir bedanken uns bei Manuel Zeller für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder


Premium Start-up: NEOH

Kontakt:

Alpha Republic GmbH
Thaliastraße 32/1/22
1160 Wien
Austria

www.neoh.com
office@neoh.com
+43 1 934 69 28

Social Media:
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Weshalb entdecken immer mehr Menschen ausgerechnet diese Sportart für sich?

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RCKTCRW: Laufsocken für eine starke Community teambild

RCKTCRW entwickelt hochwertige Laufsocken und baut eine Community für sportbegeisterte Menschen auf. Mit Fokus auf Design, Performance und nachhaltige Produktion arbeitet das Startup aktuell auch im Stoff im Kopf Accelerator an der Weiterentwicklung seiner Marke

Wie entstand die Idee zu RCKTCRW und wie habt ihr drei euch als Gründerteam zusammengefunden?

Die Idee zu RCKTCRW entstand aus einem eigenen Problem & parallel dem Wunsch zu gründen. Amelie ist Läuferin und hat vor einigen Jahren selbst nach Laufsocken gesucht, die sowohl funktional als auch optisch modern & clean sind – und war überrascht, wie wenig Auswahl es in diesem Bereich gab. Oder besser: Dass es hier tatsächlich gar nichts passendes für sie gab. Die bisher technisch guten Laufsocken sahen aus wie Medizinprodukte oder waren so bunt, dass sie wohl nur zum einem weißen Blatt Papier passen würden, nicht aber zu meist bunten Laufschuhen. Alternativen wie Rennradsocken oder normale Tennissocken für den Alltag sind wiederum nichts für anspruchsvolle Läufer*innen. Wir wollten genau diese Lücke schließen und eine Marke schaffen, die beides vereint: Running-Produkte dürfen endlich ästhetisch UND performant sein.

Amelie pitchte die Idee kurzerhand Vicky und Max. Wir sind drei Freunde: Max und Amelie kennen sich aus dem Studium, Vicky ist Max‘ Frau. Wir hatten schon lange darüber gesprochen, gemeinsam ein Business zu starten, sobald die richtige Idee kommt. Menschlich harmonieren wir sehr gut und unsere Skills ergänzen sich perfekt. Mit RCKTCRW kam schließlich auch die passende Idee.

Warum habt ihr euch entschieden, ausgerechnet Laufsocken zum Mittelpunkt eurer Marke zu machen?

Neben der Marktlücke bzw. dem persönlichen Need von Amelie, ist der Running Markt und die gesamte Sportbranche durch das starke Wachstum ein sehr spannender Bereich. Immer mehr Menschen identifizieren sich mit dem Sport und dem Lifestyle dahinter. Die Energie in der Community ist unglaublich mitreißend.

Wir sehen hier langfristig großes Wachstumspotenzial und die Möglichkeit, rund um die Marke kreative Aktionen und analoge Events aufzubauen. Genau hier liegt unsere Leidenschaft und diese wollen wir mit einer eigenen Marke einfangen und weitertragen. Und was gibt es besseres, als das Produkt und die Gründung mit der eigenen Leidenschaft zu verbinden?

Laufsocken waren für uns außerdem der perfekte Einstieg, um RCKTCRW aufzubauen. Wir bootstrappen das Unternehmen und wollten mit einem Produkt starten, das eine realistische Anfangshürde hat, aber trotzdem enormes Potenzial bietet. Socken machen es uns möglich, uns kreativ auszuleben, schnell Feedback aus der Community zu bekommen und starke Brand-Momente zu schaffen.

Spannend war für uns auch der Kontrast zu unseren bisherigen beruflichen Hintergründen: Wir kommen alle drei aus digitalen, teils technischen Jobs und hatten Lust, etwas Physisches zu erschaffen: Ein Produkt, das man selbst entwickelt hat und wirklich in der Hand hält. Viele, die ihre Karriere bisher am PC verbracht haben, werden das vermutlich nachvollziehen können.

Welche Vision verfolgt RCKTCRW über das reine Produkt hinaus?

Unsere Vision geht weit über Sportsocken hinweg. Neben den besten Laufsocken bauen wir mit RCKTCRW eine Marke und eine Community auf, die Menschen verbindet. Wir glauben, dass Sport Menschen zusammenbringen kann – egal ob beim ersten Lauf, im Training oder bei Wettkämpfen. Niemand muss alleine starten. Unser Ziel ist es, eine Crew für alle zu sein.

Gleichzeitig beschäftigen wir uns intensiv mit der Frage, wie moderne Sportprodukte nachhaltiger gedacht werden können. Seit wir in der Textilbranche unterwegs sind, merken wir jeden Tag, wie viel Optimierungspotenzial es noch gibt. Viele Lösungen existieren heute noch gar nicht. Trotzdem sehen wir es als unsere Verantwortung, kontinuierlich besser zu werden und Produkte möglichst bewusst zu entwickeln. Wir produzieren in Europa, testen innovative Ansätze, wie Garn aus Kaffeesatz oder Versandverpackungen, die man zurückgeben kann und hinterfragen jede Entscheidung, egal ob bei der Produktentwicklung oder anderen Bereichen.

Wir arbeiten auch bereits mit Hochdruck an weiteren Produkten, die perfekt zu unserer Vision und unserer Community passen. Nicht nur für unsere Crew, sondern MIT unserer Crew. Wir wollen langfristig eine moderne Sportmarke aufbauen, die Performance, Design und Community miteinander verbindet. Nachhaltigkeit soll dabei ein Selbstverständnis sein. Und wer könnte hier bessere Entscheidungen treffen, als die Crew selbst?

Was macht die Laufsocken von RCKTCRW funktional besonders?

Wir legen großen Wert auf Komfort, Atmungsaktivität und Stabilität: Die Kompression sitzt gezielt dort, wo sie unterstützen soll, ohne unangenehm zu sein und sorgt dafür, dass die Socken genau dort bleiben, wo sie sollen. Dickere Bereiche an Ferse, Zehen und der Fußsohle sorgen für Dämpfung und beugen Blasen vor. Mesh-Bereiche sorgen für optimale Belüftung. Die Socken bestehen aus hochwertigem Polyamid – sie sind super angenehm weich und trotzdem der optimale Supporter für den Fuß.

Warum war euch ein minimalistisches und stylisches Design so wichtig?

Sport ist heute nicht mehr einfach nur Mittel zum Zweck. Viele Menschen möchten sich auch beim Training oder Laufen stilvoll fühlen.

Wir selbst mögen cleane Looks. Elegant und stilvoll, aber nicht langweilig. Genau das wollten wir auf die Laufsocken übertragen und legen Wert auf minimalistische und moderne Designs entwickelt. Socken können gleichzeitig ein Statement sein und sich ins Outfit einfügen – das ist kein Widerspruch.

Gleichzeitig passen reduzierte Designs auch besser zu unserem Nachhaltigkeitsgedanken: Viele Laufschuhe sind sehr auffällig in Farben und Mustern. Da ist es gut, Socken zu haben, die nicht basic sind und dennoch gut zu verschiedenen Schuhen passen.

Welche Bedeutung hat das Thema Community für eure Marke?

Community ist ein zentraler Bestandteil von RCKTCRW. Der Name selbst, die Mischung aus „Rocket“ (= Rakete) und „Crew“ (= Mannschaft) steht bereits für dieses Gefühl von Zusammenhalt und gemeinsamer Energie, das haben wir ganz bewusst so gewählt.

Wir möchten Menschen motivieren, sich gegenseitig zu inspirieren und gemeinsam aktiv zu sein. Deshalb denken wir RCKTCRW nicht nur als Produktmarke, sondern als Plattform für eine moderne Running Community.

Wie lief die einjährige Entwicklungsphase bis zum Verkaufsstart im November 2025 ab?

Die Entwicklungsphase war eine Mischung aus Produktentwicklung, unternehmerischer Themen und vielen Dingen, die wir zu Beginn gar nicht so groß auf dem Schirm hatten: von Unternehmens- und Markenanmeldung über Packaging, Logistik, Shopaufbau und Versandprozesse bis hin zu rechtlichen Themen wie Impressum oder AGB Erstellung.

Der Fokus lag natürlich immer auf dem eigentlichen Produkt: Von Herstellersuche über Materialfindung bis hin zu mehrmaligen Prototypentests. Dabei ging es nicht nur um die Funktionalität, sondern auch um Details wie Passform, Design und die richtige Verpackung.

Man darf dabei nicht vergessen, dass wir zwar bereits einiges an Erfahrung mitbringen, aber eine solche Gründung sehr viele Bereiche abdeckt. Das heißt Wissensaufbau in Form von Recherche, Expertengesprächen und co waren große Bestandteile im ersten Jahr. Gerade als erstes physisches Produkt war das ein riesiger Lernprozess.

Welche Herausforderungen begegnen euch beim Aufbau einer jungen Sportmarke?

Eine der größten Herausforderungen ist es, als junge Marke die richtigen Hersteller zu finden. Partner, die unsere Qualitäts- und Designansprüche umsetzen, Werte teilen und gleichzeitig mit Stückzahlen arbeiten, die für ein Startup realistisch sind. Rückblickend war genau diese intensive Phase aber unglaublich wertvoll, weil wir dadurch ein Produkt und eine Marke aufbauen konnten, hinter denen wir heute zu 100 Prozent stehen.

Gleichzeitig ist die Branche extrem schnell und immer mehr Marken entdecken das Potenzial im Running-Bereich. Dazu kommt die Challenge, in einem Markt mit etablierten Brands das Vertrauen der Kundinnen und Kunden zu gewinnen.

Genau darin liegt aber auch unsere Chance: Wir können schnell lernen, flexibel reagieren und sehr nah an der Community arbeiten. Besonders schön ist, wie supportiv die Running-Community ist – diesen gegenseitigen Support den viele aus Training und Wettkämpfen kennen, dürfen auch wir als Startup erleben. Dafür sind wir sehr dankbar.

Warum fiel die Entscheidung auf Entwicklung in Bayern und Produktion in Italien?

Uns war Qualität von Anfang an extrem wichtig, Kompromisse gehen wir bei unseren Produkten nicht ein. Deshalb wollten wir mit Partnern arbeiten, die viel Erfahrung im Bereich hochwertiger Sporttextilien haben.

Die Entwicklung in Bayern kommt ganz einfach daher, dass wir in Bayern wohnen: Unser Unternehmenssitz ist im schönen Pleinfeld. Die Produkte entwickeln wir selbst. Wir legen großen Wert auf qualitativ hochwertige Produktion in Europa. Italien wiederum steht seit Jahrzehnten für exzellente Textilproduktion und hochwertige Verarbeitung. Genau diesen Anspruch wollten wir auch für unsere Produkte, daher war das für uns ein Match.

Welche Rolle spielt die Teilnahme am Stoff im Kopf Accelerator für die Entwicklung von RCKTCRW?

Der Accelerator ist für uns eine große Chance, um als junge Marke schneller zu wachsen, unsere Produkte noch weiter zu optimieren, sichtbarer zu werden und von erfahrenen Menschen aus der Branche zu lernen.

Wir bündeln im Gründerteam viel Knowhow über IT, Finanzwissen, Foto- & Videografie oder auch Marketing. Im Textilbereich sind wir noch recht neu, das Wissen hierzu haben wir uns seit der Gründung selbst angeeignet und durch die Zusammenarbeit mit Experten erlernt. Bei Stoff im Kopf profitieren wir nun enorm von wertvollen Unternehmenskontakten, Mentoren, Expertennetzwerk und den Inhalten mittels Workshops.

Wie reagieren Läuferinnen und Läufer bislang auf eure Produkte und die Marke?

Das Feedback ist unglaublich positiv! Viele feiern, genauso wie wir, besonders die Kombination aus Funktion und Design, weil genau das im Markt oft fehlt.

Neben den Läufer*innen bekommen wir auch immer wieder tolles Feedback aus anderen Sportbereichen wie Radfahren, Hyrox, Golfen oder Wandern. Unsere Socken haben wir zwar ursprünglich zum Laufen entwickelt, sind aber offensichtlich richtige Allrounder.

Besonders schön ist es für uns zu sehen, dass Menschen nicht nur die Produkte tragen, sondern sich wirklich mit der Marke identifizieren und Teil der RCKTCRW Crew sein wollen. Wir haben durchaus häufig Anfragen von Athletinnen, die uns gerne als Sponsoren hätten. Viele Kundinnen schicken uns immer wieder Bilder, wenn sie die Socken im Urlaub, auf Wettkämpfen oder auch einfach nur auf dem Sofa tragen. Dazu beteiligen sich viele bei unseren Umfragen zu neuen Produkten, Designs oder schicken auch so einfach Ideen ein. Das nehmen wir jedes Mal als unglaublich große Wertschätzung wahr und hätten in keinster Weise damit gerechnet, schon in so kurzer Zeit so tollen Zuspruch zu bekommen.

Welche nächsten Schritte plant ihr für RCKTCRW in den kommenden Monaten?

In den nächsten Monaten haben wir viel geplant: Unser Fokus liegt vor allem auf dem weiteren Aufbau unserer Crew und der Entwicklung neuer Produkte, die perfekt zu unserer Marke passen. Sowohl funktional als auch optisch natürlich. Neue Schnitte und Designs sind bereits im Umsetzung und auch ganz andere Produkte könnt ihr schon bald in unserem Shop entdecken. Wir möchten RCKTCRW durch Community Events und Kooperationen, um Beispiel mit Runclubs oder Sportevents, noch erlebbarer machen.

Durch das tolle Feedback auf unsere Socken sehen wir außerdem großes Potenzial über den Running-Bereich hinaus. Unsere Produkte funktionieren für viele verschiedene Sportarten, weshalb wir uns hier breiter aufstellen werden.

Unser Ziel ist es, Schritt für Schritt eine moderne Sportmarke mit perfekt aufeinander abgestimmten Produkten aufzubauen.

Welche drei Tipps würdet ihr anderen Gründerinnen und Gründern mit auf den Weg geben?

Erstens: Starten. Viele Menschen warten zu lange auf den perfekten Zeitpunkt, aber man lernt am meisten im Prozess. Legt einfach los, besser könnt ihr immer noch werden.

Zweitens: Vernetzen. Geht früh mit anderen Gründerinnen, Expertinnen und vor allem auch euren potentiellen Kundinnen in den Austausch. Gerade am Anfang kann ein gutes Netzwerk unglaublich helfen und viele Türen öffnen. Nutzt „Building in Public“ als erste Marketingmaßnahme und begleitet die Gründung direkt auf Social Media. Wer könnte euch besser sagen, was die Kundinnen wollen, als sie selbst?

Drittens: Verliert euch nicht lange in theoretischen Details. Natürlich solltet ihr nur mit einem guten Produkt live gehen. Es muss aber nicht komplett perfekt sein. Was am Ende wirklich relevant ist, merkt man oft erst am Markt durch echtes Kundenfeedback und viele Dinge, an welchen man zuvor lange getüftelt hat, werden so in Sekundenschnelle unrelevant. Deshalb: lieber schneller starten und lernen. Fail fast.

Bildcredits: RCKTCRW

Wir bedanken uns bei Amelie Hansel für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Wer profitiert wirklich von dem, was wir täglich kaufen?

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tip me: Trinkgeld für faire Lieferketten Bildcredits: Quintus Studios GmbH / Michael Laver, Edit by Clemens Barth tip me in the green deal show

tip me verbindet Trinkgeld und Lieferketten, indem das Startup Konsument direkt mit den Menschen hinter Produkten vernetzt. Bekannt wurde das Konzept zuletzt auch durch den Auftritt in der The Green Deal Show

Wie entstand die Idee zu tip me und was hat euch an klassischen Lieferketten besonders gestört?

Die Idee zu tip me entstand unserem Gründer Jonathan Funke während der Eröffnung des neuen Primark-Stores in Berlin. Dort verteilte er Flyer, auf denen stand: „Nur 1–3 % von dem, was Menschen für ein T-Shirt ausgeben, kommen bei den Menschen an, die es hergestellt haben.“ Er kam mit Menschen ins Gespräch, die in der Schlange standen, um die neuesten Primark-Produkte zu kaufen. Dabei sagte eine Person: „Wenn ich wüsste, dass das Geld auch an die Näher*innen dahinter geht, würde ich auch mehr bezahlen.“ So war die Idee geboren. Denn schon 1€ mehr pro Produkt kann für Menschen am Anfang der Lieferkette einen enormen Unterschied machen.

Uns stört, dass klassische Lieferketten Profit über Menschen stellen. Wir möchten dazu beitragen, Wertschätzung und Solidarität in globale Lieferketten zurückzubringen und einen Beitrag zu globaler Gerechtigkeit und finanzieller Umverteilung leisten.

Wann wurde euch klar, dass Trinkgeld auch in globalen Lieferketten eine Rolle spielen könnte?

Wir wussten von Anfang an, dass tip me gerade in globalen Lieferketten besonders viel Wirkung entfalten kann, weil Einkommen und Lebenshaltungskosten dort deutlich niedriger sind und selbst kleine Beträge einen großen Unterschied machen. Gleichzeitig gilt: Wertschätzung und Trinkgeld hören nicht an Landesgrenzen auf. Es ist für alle Menschen schön, unabhängig davon, wo sie arbeiten und wie viel sie verdienen.

tip me verbindet Konsument direkt mit Produzierenden. Warum ist euch dieser persönliche Ansatz so wichtig?

Wir sind überzeugt, dass Menschen besonders dann gerne Gutes tun, wenn es einfach, direkt und sichtbar ist. Globale Lieferketten sind oft abstrakt und schwer greifbar. Wenn wir die Menschen sichtbar machen, die ein Produkt hergestellt haben, entsteht eine direkte Verbindung von Mensch zu Mensch. Das baut Brücken und schafft eine Beziehung.

Wie reagieren Unternehmen und Kund auf das Konzept von tip me?

Kund freuen sich darüber, Transparenz zu erhalten und zu erfahren, wer ihr Produkt hergestellt hat. Wer sind die Menschen dahinter? Bis zu 40 % der Nutzer geben im Onlineshop ein Trinkgeld, der durchschnittliche Betrag liegt aktuell bei 4,10 €. In vielen Ländern entspricht das bereits einem Tageslohn.

Der Betrag variiert selbstverständlich je nach wirtschaftlicher Lage – doch genau darin liegt die Stärke des Trinkgelds: Jede Person kann selbst entscheiden, welcher Betrag sich gerade richtig anfühlt. Jeder Beitrag, so klein er auch ist, macht einen Unterschied.

Umfragen zeigen zudem, dass Kund Produkte mehr wertschätzen, wenn sie wissen, wer sie hergestellt hat.

Unternehmen können ihre Kund durch Transparenz und greifbare Wirkung inspirieren, statt ausschließlich auf Reporting zu setzen. Zudem haben wir Rückmeldungen aus Fabriken erhalten, dass die Motivation der Arbeiter*innen steigt, was zu geringerer Fluktuation und höherer Produktqualität führt. Auch die Beziehung zwischen Unternehmen und Lieferanten kann durch tip me gestärkt werden.

Eine aktuelle Studie zeigt außerdem, dass Produkte von Kund, die Trinkgeld geben, etwa halb so oft zurückgeschickt werden und sich mehr Produkte verkaufen lassen.

Welche Herausforderungen bringt es mit sich, ein transparentes Trinkgeldsystem international umzusetzen?

Eine Marke hat uns einmal gesagt, dass man für diese Idee unglaublich resilient und hartnäckig sein muss – und das sind wir.

Eine große Herausforderung ist es, in wirtschaftlich schwierigen Zeiten neue Unternehmenspartner zu gewinnen, die ihre Nachhaltigkeitsbudgets nicht gekürzt oder gestrichen haben und die die Relevanz des Themas erkennen und bereit sind, Ressourcen und Zeit zu investieren. In den letzten Jahren haben wir leider vier zufriedene Partnerschaften durch Insolvenzen oder drohende Insolvenzen verloren.

Weitere Herausforderungen liegen in internationalen Zahlungsstrukturen, insbesondere in bestimmten Ländern, sowie in Fällen, in denen Arbeiter*innen in ländlichen Regionen weder lesen noch schreiben können oder keinen Zugang zu Bankkonten haben. In solchen Situationen finden wir dennoch Lösungen, um das globale Trinkgeld möglich zu machen.

Wie wichtig ist Vertrauen bei eurem Geschäftsmodell und wie schafft ihr Transparenz entlang der Lieferkette?

Vertrauen ist absolut zentral. Deshalb sind wir 2023 auch gemeinnützig geworden. Gleichzeitig wurde uns von Marken gespiegelt, dass mehr Transparenz auch unbequem sein kann, da durch das Trinkgeld direkte Verbindungen zu Arbeiter*innen entstehen.

Arbeiter*innen können sich bei uns melden, wenn es in Fabriken oder Produktionsstätten Probleme gibt. Dadurch entsteht ein zusätzlicher Beschwerdekanal entlang der Lieferkette.

Viele Fast-Fashion-Unternehmen bevorzugen diese Form von Transparenz nicht, da sie auf möglichst niedrige Produktionskosten ausgelegt sind. Offen sind wir aber für alle Unternehmen, die einen Unterschied in ihren Lieferketten machen wollen.

Ihr wart am 29. Mai 2026 in der zweiten Folge von The Green Deal Show zu sehen. Wie habt ihr die Teilnahme erlebt?

Die Teilnahme hat uns sehr viel Spaß gemacht. Das Team war sehr professionell und jederzeit ansprechbar. Es waren tolle Start-ups dabei, und Quintus Studios hat die Produktion hervorragend umgesetzt. Insgesamt ist eine sehr gelungene Show entstanden.

Mit welchen Erwartungen seid ihr damals in The Green Deal Show gegangen?

Im Bereich nachhaltiger Start-ups geht es einerseits um das Team und die Idee selbst, andererseits aber auch um Reichweite. Nur wenn gute Ideen sichtbar werden, können sie sich langfristig im Markt etablieren und wachsen.

Unsere Erwartung war es, mehr Menschen mit der Idee von tip me zu erreichen, neue Partnerschaften zu gewinnen und dadurch mehr Wertschätzung und Einkommen in globale Lieferketten zu bringen.

Gab es nach der Ausstrahlung neue Partnerschaften, Gespräche oder Reaktionen auf tip me?

Wir haben viele Nachrichten und positive Rückmeldungen zur Show erhalten. Außerdem sind wir bislang das einzige Startup, das sich sogar drei Deals sichern konnte. Die Gespräche zur konkreten Ausgestaltung der Partnerschaften laufen bereits: Für Staiy gibt es erste konkrete Ideen, Just Leo hat ein Briefing erhalten und wird darüber berichten, und mit Hamel sprechen wir in dieser Woche.

Wie ging es nach der Sendung für euch weiter und welche Entwicklungen haben sich seitdem ergeben?

Wir befinden uns aktuell noch mitten im Publikumsvoting und sind entsprechend stark mit Kommunikation und Reichweite beschäftigt – es heißt also weiterhin: viel teilen und verbreiten.

Was unterscheidet tip me aus eurer Sicht von anderen Social Impact oder Fair Trade Startups?

Zum einen sind wir als Organisation gemeinnützig und gleichzeitig im Verantwortungseigentum strukturiert. Das bedeutet, dass wir nicht verkauft werden können und dauerhaft unserer Mission verpflichtet bleiben.

Zum anderen gibt es bislang keine vergleichbare Organisation, die das Konzept eines globalen Trinkgelds konsequent entlang der Lieferkette umsetzt und so Menschen am Anfang der Produktion direkt ein zusätzliches Einkommen ermöglicht.

Gleichzeitig gilt: Wir stehen nicht allein. Viele großartige Impact-Startups leisten wichtige Arbeit – und gemeinsam tragen wir zu einem Wandel bei.

Würdet ihr anderen nachhaltigen Startups empfehlen, bei The Green Deal Show teilzunehmen?

Auf jeden Fall.

Welche drei Tipps würdet ihr Gründer geben, die ein Startup mit gesellschaftlichem Mehrwert aufbauen möchten?

Nicht aufgeben.

Die richtigen Menschen um sich herum haben.

Flexibel bleiben.

Bildcredits: Quintus Studios GmbH / Michael Laver, Edit by Clemens Barth

Wir bedanken uns bei Helen Deacon für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Wenn Stiftung, dann richtig

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Stiftung: Vermögen und Zweck richtig gestalten Bildquelle © Steuern mit System GmbH

Viele Stiftungen entstehen aus nachvollziehbaren Motiven: Sie sollen Vermögen erhalten, die Familie absichern oder einen gemeinnützigen Zweck dauerhaft fördern. So sind allein im vergangenen Jahr 825 neue rechtsfähige Stiftungen des bürgerlichen Rechts in Deutschland entstanden. 436 davon verfolgen gemeinnützige, mildtätige oder kirchliche Ziele. In der Praxis zeigt sich jedoch nur allzu oft, dass gute Absichten die Struktur nicht tragen: Werden Zweck, Vermögen, Satzung, Begünstigte und Kontrollmechanismen nicht präzise aufeinander abgestimmt, rückt an die Stelle eines stabilen Gestaltungsinstruments mit Ewigkeitsgarantie ein potenzieller Konfliktherd. Deshalb müssen zentrale Fragen vor der Errichtung beantwortet werden.

Zweck nicht zu weit fassen

Ein verbreiteter Fehler von Stiftungsinteressierten ist es, ihren Zweck eher vage zu definieren. Formulierungen wie „Förderung des Gemeinwohls“ oder „Unterstützung der Familie“ klingen flexibel, sind für die Praxis aber zu schwach. Besser ist ein klar gesetzter Rahmen. So kann eine gemeinnützige Stiftung zum Beispiel festlegen, dass sie Bildungsprojekte für Jugendliche aus einkommensschwachen Familien in Form von Stipendien, Lernmaterialien oder Schulprojekten in einer bestimmten Region fördert. Je verständlicher die Regeln sind, desto weniger Konfliktpotenzial entsteht später.

Das gilt auch für Familienstiftungen. Hier sollte vor allem klar sein, wer Destinär ist. Werden nur Kinder und Ehepartner berücksichtigt? Gehören auch Enkel zum Kreis der Begünstigten? Was passiert bei Scheidung, Adoption oder Wegzug ins Ausland? Dürfen Ausschüttungen frei erfolgen oder nur für Ausbildung, Gesundheit, Wohnraum oder Unternehmensnachfolge? Hier empfiehlt es sich, immer im Hinterkopf zu behalten, dass eine Stiftung kein beliebig formbares Konstrukt ist. Die Satzung legt fest, wer entscheidet und wie die Mittel verwendet werden. Änderungen sind zwar grundsätzlich möglich, allerdings nur in Ausnahmefällen, zum Beispiel, wenn der ursprünglich festgelegte Zweck objektiv nicht mehr erfüllbar ist. Daher sollten vor der Gründung mehrere Szenarien durchgespielt werden.

Vermögen realistisch kalkulieren

Eine rechtsfähige Stiftung entsteht nach Anerkennung durch die staatliche Stiftungsaufsichtsbehörde. Sie prüft, ob das Konstrukt vom Stifter so konzipiert wurde, dass es eine positive Bestandsprognose hat. Ein wichtiger Aspekt dessen ist das sogenannte Ausstattungsvermögen. Definiert ist es als „selbstständige Vermögensmasse“, die sich beispielsweise aus dem Privat- oder dem Betriebsvermögen des Stifters speist.

Neben Geldmitteln kann es auch Wertpapiere, Immobilien, Unternehmensbeteiligungen, Rechte aller Art oder sogar Kunstgegenstände enthalten. Zwar gibt es keine gesetzliche Mindestsumme, die finanziellen Mittel müssen jedoch ausreichend hoch sein, um den definierten Zweck zu erfüllen. In der Regel beginnt das ab etwa 100.000 Euro.

Neben diesem Anfangsvermögen ist aber auch der jährliche Ertrag entscheidend. Verfügt eine gemeinnützige Stiftung über 500.000 Euro Kapital und erzielt einen jährlichen Kapitalertrag von 3 Prozent, sind das 15.000 Euro. Dabei gibt hier der Gesetzgeber vor, wie die Verteilung der Erträge erfolgt. Mindestens zwei Drittel des Geldes müssen wohltätigen Zwecken zukommen. Den Rest darf die Stiftung thesaurieren.

Wer also 50.000 Euro für Bildungsprojekte einsetzen will, muss diesen Betrag erwirtschaften und dabei die Verwaltungskosten möglichst gedeckelt halten. Bei 3 Prozent Kapitalertrag liegt der notwendige Kapitalstock bei über 1,6 Millionen Euro.

Kontrolle klar regeln

Zahlreiche Stiftungen hängen stark von einer Person ab. Das funktioniert in der Regel jedoch nur, solange der Stifter selbst aktiv ist. Sind Entscheidungsstrukturen nicht klar geregelt, entstehen Streit, Haftungsrisiken und Fehlentscheidungen.

Entsprechend sollte festgelegt werden, welche Beschlüsse der Vorstand allein fassen darf und wann ein weiteres Organ zustimmen muss. Besonders wichtig sind dabei Regeln für Immobilienverkäufe, größere Ausschüttungen, Darlehen an Familienmitglieder oder Geschäfte mit nahestehenden Personen.

Eine sinnvolle Struktur kann dabei so aussehen, dass der Vorstand die Stiftung führt und der Beirat größere Entscheidungen kontrolliert. Für Vermögensanlagen gibt es schriftliche Leitlinien. Interessenkonflikte müssen offengelegt und Beschlüsse dokumentiert werden.

Vor der Gründung rechnen, regeln und prüfen

Stiftungen gelten als eines der wichtigsten Instrumente, um privates Vermögen dauerhaft für das Gemeinwohl einzusetzen. Doch in der Praxis bleibt die Wirkung vieler Stiftungen oft hinter ihren Möglichkeiten zurück: Vermögen wird langfristig gebunden, Satzungen sind häufig zu offen formuliert. Entscheidungsstrukturen sind über Jahre gewachsen.

Vor allem in Zeiten knapper öffentlicher Mittel und wachsender Debatten über Vermögen, Steuergerechtigkeit und gesellschaftliche Verantwortung sollten Stiftungswillige immer kritisch prüfen, ob Zweck, Kapitalbedarf, Ausschüttungsregeln und Kontrollstrukturen zusammenpassen.

Bildquelle © Steuern mit System GmbH

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Warum dein Kampagnenkalender ohne externe Signale unvollständig ist

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Kampagnen: Kampagnenkalender und externe Signale Heiko Guksch

Kampagnenkalender gehören zum Standard in Marketingteams. Newsletter, Push-Nachrichten und Promotions werden Wochen oder Monate im Voraus geplant. Inhalte werden abgestimmt, Timings festgelegt und Aktionen strukturiert vorbereitet.

Auf den ersten Blick wirkt alles durchdacht. Doch in der Praxis zeigt sich oft ein Problem: Der Kalender bildet nur die interne Planung ab, nicht das, was im Markt passiert.

Und genau das macht ihn unvollständig.

Der blinde Fleck vieler Kampagnenkalender

Kampagnen entstehen in vielen Unternehmen aus internen Prozessen. Ziele werden definiert, Aktionen festgelegt und in einen Kalender übertragen. Dieser Plan dient als zentrale Orientierung für alle Beteiligten.

Was dabei häufig fehlt, ist die Einordnung in den Markt. Während intern geplant wird, verändert sich das Umfeld kontinuierlich. Wettbewerber starten Kampagnen, setzen neue Rabattaktionen auf oder verändern ihre Kommunikationsfrequenz. Gleichzeitig entstehen Trends, Events oder saisonale Effekte, die das Verhalten von Kunden beeinflussen.

Diese Faktoren sind in klassischen Kampagnenkalendern meist nicht sichtbar.

Das führt dazu, dass Kampagnen zwar gut geplant sind, aber nicht optimal zum aktuellen Marktumfeld passen.

Welche Signale wirklich zählen

Um Kampagnen realistisch zu planen, müssen externe Einflüsse berücksichtigt werden. Dabei geht es nicht um einzelne Beobachtungen, sondern um wiederkehrende Muster.

Ein zentraler Faktor sind Wettbewerbsaktionen. Welche Promotions laufen aktuell im Markt? Welche Rabattniveaus werden gespielt? Wie häufig kommunizieren andere Unternehmen über Newsletter oder Push?

Ebenso relevant sind saisonale Effekte und Events. Feiertage, Schulferien oder wiederkehrende Anlässe beeinflussen, wann Nutzer besonders empfänglich für bestimmte Angebote sind.

Hinzu kommen Trends und kulturelle Momente. Themen, die kurzfristig Aufmerksamkeit erzeugen, können Kampagnen verstärken oder komplett überlagern.

Erst durch die Kombination dieser Signale entsteht ein vollständiges Bild.

Timing ist mehr als ein Versanddatum

Viele Marketingteams betrachten Timing vor allem als organisatorische Aufgabe. Wann soll ein Newsletter versendet werden? Wann startet eine Rabattaktion? Und wann geht eine Push-Nachricht live?

In der Realität entscheidet Timing oft über den Erfolg einer Kampagne.

Wenn mehrere Wettbewerber gleichzeitig große Rabattaktionen, Gutscheincodes oder Sales kommunizieren, steigt die Konkurrenz um Aufmerksamkeit. Selbst starke Kampagnen können in solchen Phasen an Wirkung verlieren.

Gleichzeitig entstehen Chancen in ruhigeren Zeitfenstern. Wenn weniger Kommunikation im Markt stattfindet, werden Kampagnen stärker wahrgenommen und erzielen häufig bessere Ergebnisse.

Der richtige Zeitpunkt kann eine durchschnittliche Kampagne deutlich verbessern. Umgekehrt kann schlechtes Timing eine starke Kampagne abschwächen.

Planung und Reaktion gehören zusammen

Viele Teams sehen Planung und Reaktion als Gegensätze. Entweder wird langfristig geplant oder kurzfristig reagiert.

In der Praxis braucht es beides.

Ein klarer Kampagnenplan schafft Struktur und Orientierung. Gleichzeitig muss genügend Flexibilität vorhanden sein, um auf externe Signale zu reagieren.

Das kann bedeuten, Kampagnen zu verschieben, Incentives anzupassen oder zusätzliche Aktionen einzubauen. Gerade Kanäle wie Newsletter und Push bieten hier einen entscheidenden Vorteil, weil Anpassungen vergleichsweise schnell umgesetzt werden können.

Erfolgreiche Teams verstehen ihren Kampagnenkalender deshalb nicht als starres Dokument, sondern als dynamisches Steuerungsinstrument.

Der Unterschied zwischen Daten und Kontext

Einzelne Kampagnen lassen sich nur schwer bewerten, wenn der Kontext fehlt. Gute oder schlechte Performance ist selten isoliert erklärbar.

Ein Rabatt von 20 Prozent kann hervorragend funktionieren. Wenn jedoch mehrere Wettbewerber gleichzeitig mit 30 Prozent oder zusätzlichen Gutscheinen werben, verändert sich die Wahrnehmung der Kunden.

Ohne diesen Kontext werden oft die falschen Schlüsse gezogen. Kampagnen werden angepasst, obwohl die eigentliche Ursache außerhalb des eigenen Unternehmens liegt.

Erst wenn sichtbar wird, welche Aktivitäten parallel im Markt stattfinden, lassen sich Ergebnisse richtig einordnen und bewerten.

Warum externe Signale künftig noch wichtiger werden

Marketing verändert sich gerade grundlegend. Lange Zeit basierten Kampagnenentscheidungen vor allem auf internen Daten. Teams analysierten Öffnungsraten, Klicks, Conversions oder vergangene Kampagnenergebnisse und leiteten daraus ihre nächsten Maßnahmen ab.

Diese Informationen bleiben wichtig. Gleichzeitig reicht der Blick nach innen immer seltener aus.

Kunden bewegen sich in einem Umfeld, das von Wettbewerbern, Trends, Events, saisonalen Effekten und kulturellen Entwicklungen geprägt wird. Wer dieses Umfeld ignoriert, arbeitet mit einem unvollständigen Bild.

Hinzu kommt ein weiterer Faktor: Immer mehr Entscheidungen werden künftig automatisiert getroffen oder von KI-Systemen unterstützt. Die Qualität dieser Entscheidungen hängt unmittelbar von den verfügbaren Informationen ab.

Dabei gilt ein einfaches Prinzip: Bessere Entscheidungen entstehen durch besseren Kontext.

Wenn Systeme künftig Kampagnen planen, Versandzeitpunkte empfehlen oder Incentives vorschlagen sollen, benötigen sie mehr als historische Unternehmensdaten. Sie müssen verstehen, was außerhalb des Unternehmens passiert.

Die Bedeutung externer Signale wird dadurch nicht kleiner, sondern größer.

Die zentrale Erkenntnis

Ein Kampagnenkalender zeigt, was geplant ist.

Externe Signale zeigen, was im Markt passiert.

Erst die Verbindung aus beidem schafft die Grundlage für fundierte Kampagnenentscheidungen. Wer interne Daten mit Markt-, Wettbewerbs- und Kontextinformationen kombiniert, plant nicht nur strukturierter, sondern langfristig auch erfolgreicher.

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Gehört Pro-Aging bald zum neuen Beauty-Standard?

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glow25 Pro-Aging Kollagen für Frauen Steven mattwig glow25

Glow25 entwickelt Kollagen-Produkte mit Fokus auf Pro-Aging, Community und moderne Beauty-Routinen für Frauen.

Wie ist die Idee zu Glow25 entstanden und wer steckt heute hinter der Marke?

Glow25 ist aus einer konkreten Problemstellung entstanden: Das Gründerteam von Primal State hat früh gemerkt, dass immer mehr Frauen Kollagen in ihre tägliche Routine integrieren möchten, jedoch war der von unklarem Qualitätsversprechen, mäßigem Geschmack und „Anti-Aging“-Marketing, das sich für viele schlicht falsch angefühlt hat.

Die Idee war deshalb von Anfang an: Wir wollen Frauen stärken, nicht „reparieren” und dafür brauchte es das bestmögliche Produkt mit hoher Bioverfügbarkeit, transparenten Dosierungen und natürlich einem guten Geschmack.

Heute steckt hinter Glow25 ein großes Team aus Produktentwicklung, Customer Care,CRM/Retention, Brand & Content, Performance Marketing, Marketplace- und Retail-Expert. Dazu kommt ein starkes Netzwerk von Partner aus Qualitätssicherung, Produktion und Logistik. Aber auch die Community, mit der wir unsere Produkte gemeinsam entwickeln und verbessern möchten.

Warum verfolgt Glow25 bewusst einen Pro-Aging-Ansatz statt klassischer Anti-Aging-Botschaften?

Weil „Anti-Aging“ zu einem Kampfbegriff verkommen ist. Frauen werden im Beauty-Markt seit Jahrzehnten auf ein einziges Ziel reduziert, nämlich jünger zu wirken. Das ist weder zeitgemäß noch respektvoll.

Mit Glow25 stehen wir für Ageless Confidence. Es geht uns also um das Gefühl, im eigenen Körper zuhause zu sein, und zwar in jedem Alter.

Pro-Aging bedeutet für uns, dass wir das Älterwerden nicht als Defizit sehen, sondern als die natürlichste Entwicklung der Welt, die man nicht mit irgendwelchen Wunder-Versprechen weg zaubert. Wir konzentrieren uns auf echte Wirkung auf das Wohlbefinden im Alter, nicht die Unsicherheit, die mit vermeintlichen Alters-Makeln einhergeht.

Diese Haltung schafft Vertrauen. Wer sich gesehen fühlt, bleibt.

Steven, was hat Sie daran gereizt, Glow25 als externer CEO zu übernehmen?

Glow25 war für mich die seltene Kombination aus starker Category-Leadership und einer Mission, die sich richtig anfühlt. Ausschlaggebend war für mich zunächst der Market Fit: Wiederkäufer, gute Reviews und viele Weiterempfehlungen konstituieren für mich die härteste Währung in unserer Branche. Dazu kommt die Zielgruppe der Frauen zwischen 35 und 65, die jahrelang unterschätzt wurde, aber jetzt nach und nach in den kulturellen Fokus rückt. Wer in unsere Kategorie glaubwürdig führt, kann kulturelle Trends setzen.

Ebenfalls brenne ich als Manager natürlich auch darauf, die operative Exzellenz weiter auszubauen: Systeme, Prozesse, Internationalisierung, bessere Margen, bessere Produkte. Glow25 bietet dafür für mich die perfekte Plattform.

Warum wird die Zielgruppe der Frauen 50+ aus Ihrer Sicht im Beauty-Markt noch immer unterschätzt?

Weil viele Marken nach einem veralteten Drehbuch arbeiten. Dabei wird an Frauen vorbei kommuniziert, statt mit ihnen: Mit Bildern, Sprache und Versprechen, die dieser Zielgruppe gar nicht gerecht werden. Wenn Frauen über 50 überhaupt sichtbar sind, dann oft nur als Ausnahme, fast wie ein Statement. Das ist absurd, wenn man sich anschaut, wer in Deutschland tatsächlich Beauty-Produkte kauft.

Was dabei ebenfalls völlig unterschätzt wird, ist ihre Kaufkraft und Loyalität. Eine Frau Mitte 50 weiß in der Regel sehr genau, was sie will. Sie kauft bewusster, bleibt einer Marke länger treu und lässt sich seltener von hippen Buzzwords überzeugen. Es reicht nicht, ein Produkt mit „Anti-Aging” zu labeln und sich auf eine schicke Kampagne zu verlassen.

Für mich ist die Sache deshalb ziemlich einfach: Wer diese Zielgruppe ernst nimmt – inhaltlich, visuell und in der gesamten Ansprache –, der gewinnt nicht nur Umsatz, sondern auch Glaubwürdigkeit, die im Markt gerade viel wertvoller ist.

Wie schafft es glow25, eine Markenwelt aufzubauen, in der sich Frauen langfristig wiederfinden?

Ehrlich gesagt machen wir das Gegenteil von dem, was die meisten Beauty-Marken tun. Weniger Kampagnen-Hype, keine glatten Versprechen, viel eher Rituale, Ergebnisse und Beziehungen. Das ist vielleicht unspektakulär, aber genau das ist der Punkt.

Konkret bedeutet das für uns vier Dinge. Education kommt vor allem anderen. Wir erklären, wie ein Wirkstoff dosiert ist, wie er funktioniert und wann man Ergebnisse erwarten kann. Keine „Magie”, eher Klarheit. Das erwarten unsere Kundinnen schlicht. Wir zeigen echte Frauen, echte Altersgruppen und echte Ergebnisse. Keine retuschierten 25-Jährigen, die angeblich Wechseljahresprodukte testen. Dann Konsistenz: die gleiche Haltung über alle Touchpoints hinweg – vom Packaging bis zum Customer Care. Und schließlich: Community. Unsere Kundinnen sollen sich nicht „angesprochen” fühlen, das ist mir zu wenig. Sie sollen sich zugehörig fühlen.

Eine Marke bleibt nur dann langfristig relevant, wenn sie im Alltag funktioniert und emotional Sinn ergibt. Alles andere ist Marketing-Theater.

Was unterscheidet Glow25 von anderen Kollagen- und Beauty-Marken?

Für viele Kundinnen ist Glow25 nicht „auch Kollagen”, sondern das Kollagen. Diesen Unterschied haben wir uns hart erarbeitet: durch Fokus, durch Konsistenz und durch echte Proof-Points statt Marketing-Versprechen.

Was uns zusätzlich auszeichnet, ist die Art und Weise, wie wir mit Wissenschaft umgehen. Wir sind wissenschaftlich fundiert, aber nicht klinisch. Transparente Dosierungen, klare Zeitpläne, verständliche Mechanismen. Am Ende soll eine Kundin verstehen, was sie da eigentlich täglich trinkt und warum es Sinn ergibt – für mich ist das eine Bringschuld der Marke.

Und dann gibt es einen Punkt, der intern bei uns fast wichtiger ist als alles andere. Retention. Viele Marken optimieren auf den ersten Kauf. Wir hingegen optimieren darauf, dass eine Frau nach drei, sechs oder zwölf Monaten sagt: „Das gehört zu mir.” Genau dort entscheidet sich, ob eine Marke wirklich relevant ist oder nur kurzfristig Aufmerksamkeit erhält.

Welche Rolle spielen Community und Kundennähe für euren Erfolg?

Unsere Community ist Feedback-System, Innovationsmotor und Vertrauensanker in einem. Wir hören zu, wir testen schneller, wir lernen schneller. Das spiegelt sich in jedem Produkt wider, das wir launchen.

Bei uns wird Kundennähe sehr konkret. Reviews lesen wir nicht als Social Proof fürs Marketing. Für uns sind sie ein echtes Produktbriefing. Wenn an einer Stelle immer wieder die gleiche Frage auftaucht, gehen wir dem nach. Customer Care ist bei uns auch kein Ticket-Handling. Da entscheidet sich für uns, ob eine Kundin bleibt oder geht. Inhalte bauen wir konsequent aus echten Fragen: Dosierung, Verträglichkeit, Routine, Erwartungen. Nichts Theoretisches, nichts aus dem Marketing-Lehrbuch.

Das Ergebnis ist eigentlich ganz logisch: mehr Vertrauen, bessere Produkte, höhere Wiederkäufe. Eine Community, die sich gehört fühlt, gibt einer Marke einen Vorsprung, den man mit Performance-Budget nicht kaufen kann.

Wie wichtig sind datengetriebenes Marketing und Subscription-Modelle für eure Wachstumsstrategie?

Datengetriebenes Performance Marketing hat uns stark gemacht. Subscription- und Loyalitätsmodelle sind heute zentrale Wachstumstreiber für uns. Das passt auch logisch zusammen: Kollagen funktioniert über Konsequenz und genau dafür sind Subscriptions gemacht. Weniger Reibung, mehr Routine, stabilere Planung für beide Seiten.

Datengetrieben bedeutet für uns vor allem drei Dinge. Wir optimieren entlang der gesamten Customer Journey, nicht nur auf ROAS im Kurzfristfenster. Der Customer Lifetime Value ist für uns mindestens genauso wichtig. Wir testen Creatives, Messages und Offers systematisch. Und CRM ist bei uns Wachstumstreiber, keine „Newsletter-Abteilung“, wie man das in vielen Unternehmen immer noch sieht.

Am Ende ist das Ziel nicht „mehr Ads“. Das Ziel ist mehr Kundenerfolg und daraus folgt Wachstum für uns fast von alleine.

Welche Herausforderungen bringt die Internationalisierung einer D2C-Beauty-Marke mit sich?

Internationalisierung ist keine reine Übersetzung von Kampagnen, eher ein Neuaufbau von Relevanz im jeweiligen Markt. Wer das unterschätzt, verbrennt viel Geld in kurzer Zeit.

Die größten Herausforderungen liegen für uns in vier Bereichen. Erstens die kulturellen Codes. Was in Deutschland „seriös“ wirkt, wird in Frankreich oder Italien völlig anders gelesen. Bildsprache, Tonalität und sogar Produktnamen funktionieren in jedem Markt anders. Zweitens Regulatorik und Claims. Beauty und Supplements sind anspruchsvolle Kategorien. Da muss man von Anfang an sehr sauber arbeiten, sonst hat man später ein echtes Problem. Drittens Supply Chain und Service-Level. Lieferung, Retouren, Customer Care in Landessprache. Das sind Themen, die intern oft unterschätzt werden und nach außen massiv über die Markenwahrnehmung entscheiden. Und viertens der Channel-Mix. Marktplätze, Retail, D2C. Jeder Markt hat eine eigene Dynamik und ein eigenes Setup, das funktioniert.

Unser Ansatz ist deshalb klar: erst Validierung, dann Skalierung. Wir gehen in einen Markt nicht rein, weil er auf der Landkarte gut aussieht. Wir gehen rein, wenn wir wissen, dass das Produkt dort wirklich Relevanz hat. Immer mit lokalem Verständnis und nicht aus der Zentrale heraus diktiert.

Was haben Sie in den vergangenen zwölf Monaten als CEO von Glow25 besonders gelernt?

Man muss ganz gezielt an Blueprints arbeiten, die so stark sind, dass sie in mehreren Ländern oder verschiedenen Produkten funktionieren und wiederholbaren Erfolg bringen. Es braucht ein starkes Team mit der richtigen Attitude, um außergewöhnliche Erfolge zu erzielen.

Warum war der Aufbau einer eigenen Produktion in Berlin für Glow25 ein wichtiger Schritt?

Mit einer eigenen Produktion legen wir das strategische Fundament für die nächste Wachstumsphase. Operativ allein lässt sich dieser Schritt jedoch nicht erklären.

Wir verkürzen die Time-to-Market, da wir schneller testen und iterieren können. Die Wirtschaftlichkeit wird planbarer und mittelfristig verbessern sich die Margen spürbar. Bei der Qualitätssicherung haben wir die Standards weiter angehoben: volle Transparenz und Reproduzierbarkeit. Das ist in unserer Kategorie ein echter Hebel. Für Partnerschaften, vor allem im Einzelhandel und bei der internationalen Expansion, ist Verlässlichkeit auf Produktionsseite entscheidend. Ohne die geht keine Partnerschaft auf Augenhöhe.

Berlin als Standort war für uns dabei auch ein bewusstes Statement. Wir bauen hier etwas auf, das langfristig trägt und in Deutschland substanziell ist.

Wie blickt Glow25 auf die Zukunft des Pro-Aging-Marktes?

Pro-Aging wird zum neuen Standard, daran führt aus meiner Sicht kein Weg mehr vorbei. Der Markt verschiebt sich gerade spürbar weg von dieser klassischen Symptom-Kosmetik hin zu Wellness-Routinen, die Körpergefühl, Energie, Bewegung und Haut zusammen denken. Das ist eine ganz andere Logik als noch vor fünf Jahren.

Für die nächsten Jahre sehe ich drei klare Trends. Evidence gewinnt. Kundinnen wollen Belege, keine Buzzwords mehr. Wer das nicht liefert, wird unglaubwürdig. Ritualisierung wird zum entscheidenden Faktor. Die Produkte, die sich durchsetzen, sind die, die tägliche Gewohnheiten erleichtern statt zusätzlichen Aufwand zu erzeugen. Und Community Brands gewinnen weiter an Boden, weil Vertrauen heute über Menschen entsteht und nicht über Werbeclaims.

Für Glow25 heißt das ganz konkret: Wir investieren weiter in Studienarbeit, in unsere Produktion in Berlin und in den direkten Austausch mit unseren Kundinnen. Genau dort entscheidet sich, wer den Markt in den nächsten Jahren prägt.

Welche nächsten Entwicklungen und Ziele plant ihr aktuell?

Wir entwickeln Glow25 gerade von der Nummer eins in den Kategorien Haut, Haare und Nägel nach Umsatz in der DACH-Region zur führenden internationalen Pro-Aging-Marke. Das ist ein großer Schritt, aber wir haben dafür ein klares Playbook.

Auf der Produktseite erweitern wir unser Portfolio entlang der echten Bedürfnisse unserer Zielgruppe, ohne dabei den Fokus zu verlieren. Beliebigkeit ist das Ende jeder starken Marke – und davor haben wir mehr Respekt als vor schnellem Wachstum. Parallel dazu internationalisieren wir mit einem wiederholbaren Modell: Markteintritt, PMF-Validierung, dann Skalierung. Im Vertrieb bleibt D2C unser Herzstück, während wir Retail und Marktplätze als Skalierungshebel nutzen. Auf der operativen Seite vertikalisieren wir weiter und investieren gezielt in Produktion, Logistik und Forschung. Hinzu kommt der Ausbau unserer Community-Programme mit mehr Bildungsangeboten und Formaten, die echte Verbindungen schaffen.

Mein übergeordnetes Ziel bleibt klar: eine Marke aufzubauen, in der sich Frauen langfristig gesehen gut aufgehoben fühlen und die im Alltag Ergebnisse liefert, die sie wirklich spüren.

Welche drei Ratschläge würden Sie anderen Gründerinnen und Gründern mit auf den Weg geben?

Ich mache es mir einfach und sage dreimal das gleiche Wort: Fokus, Fokus, Fokus. Klingt nach schlechtem Gründer-Bingo, ist aber tatsächlich das Wichtigste.

Fokus auf eine Zielgruppe. Wer am Anfang versucht, es allen recht zu machen, baut am Ende eine Marke, die niemanden wirklich erreicht. Fokus auf einen skalierbaren Vertriebs- oder Marketingkanal. Lieber einen richtig beherrschen als fünf parallel halbgar bespielen. Und Fokus auf eine Produktgruppe. Tiefe schlägt Breite, gerade in einem überfüllten Markt.

In der Realität ist das überraschend schwer durchzuhalten. Es geht jedes Mal darum, Sachen wegzulassen, die gerade spannend aussehen, aber nicht auf das eigentliche Ziel einzahlen. Genau da entscheidet sich am Ende, ob eine Marke wächst oder im Mittelmaß stecken bleibt.

Bildcredits: Glow25

Wir bedanken uns bei Steven Mattwig für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.


Premium Start-up: Glow25

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Pappelallee 78/79
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Ansprechpartner: Heidi Thole
PR & Communications Manager, Glow25

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Steht die Lebensmittelbranche vor ihrem nächsten großen Umbruch?

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Creovias: Future Food Technology für die Lebensmittelbranche Stefan FAk Creovias Bildrechte Christine Fiedler

Creovias ist eine Beteiligungs- und Beratungsholding für die Lebensmittelbranche und spricht über Future Food Technology, die Zukunft der Lebensmittelbranche und nachhaltige Innovationen

Wie entstand die Idee zu Creovias und welche persönlichen Erfahrungen haben das Unternehmen geprägt?

2010 habe ich mein Bio-Unternehmen gegründet – aus einer Reise ins Mekong-Delta und der Überzeugung, dass hochwertige Bio-Spezialreisvarianten ihren Platz im deutschen Markt finden. 15 Jahre später hat sich das bewahrheitet. Nach dem Verkauf des Unternehmens Ende 2025 stand ich vor der Frage: Was treibt mich als nächstes an? Die Antwort war nicht schwer zu finden. Die Frage, wie die Lebensmittel von morgen entstehen – und wo gerade Milliarden in die falschen Richtungen investiert werden – lässt mich nicht los. Die Holding Creovias ist die Konsequenz daraus.

Wer steckt hinter Creovias und wie ergänzen sich die unterschiedlichen Kompetenzen im Team?

Im Kern bin ich das – mit über 15 Jahren operativer Erfahrung im Food-Bereich, Vertrieb, Markenaufbau und Geschäftsentwicklung. Im Bereich Future Food Technology arbeite ich eng mit Jenny Rädecke zusammen, einer ausgewiesenen Food-Expertin mit tiefem Wissen über neue Rohstoffe und Herstellungsverfahren. Wir ergänzen uns gut: unternehmerische Praxis auf der einen Seite, wissenschaftlich-technologische Einordnung auf der anderen.

Welche Vision verfolgt Creovias für die Zukunft der Lebensmittelbranche?

Ich glaube, dass wir in den nächsten zehn Jahren eine fundamentale Verschiebung erleben werden – wie Rohstoffe produziert, verarbeitet und konsumiert werden. Die Holding Creovias will dabei kein Zuschauer sein. Wir wollen die Unternehmen und Projekte begleiten, die diesen Wandel ernsthaft und nachhaltig gestalten – mit unternehmerischer Erfahrung, klarem Blick und ohne Hype.

Warum braucht es aus Ihrer Sicht neue Ansätze im Bereich Future Food und nachhaltige Ernährung?

Weil die alten Ansätze an ihre Grenzen stoßen. Globale Lieferketten sind fragiler als gedacht, der Klimawandel macht etablierte Rohstoffquellen unzuverlässiger, und das Vertrauen der Konsumenten in hochverarbeitete Lebensmittel schwindet. Gleichzeitig entstehen durch Biotechnologie und KI völlig neue Möglichkeiten. Das Problem ist nicht fehlendes Wissen – es ist fehlendes Urteilsvermögen darüber, was wirklich trägt und was nur gut klingt.

Welche Zielgruppen möchten Sie mit Creovias besonders erreichen?

Unternehmen und Gründerinnen und Gründer, die in der Lebensmittel- und Agrifood-Branche etwas bewegen wollen – und dabei nicht nur eine Beratung suchen, die Folien produziert, sondern jemanden, der mitdenkt und mitgestaltet. Dazu Investoren und Medien, die Orientierung in einem Markt brauchen, der gerade von Hype und echten Innovationen gleichermaßen geprägt wird.

Wie unterstützt Creovias Startups und Unternehmen konkret bei der Entwicklung neuer Food-Innovationen?

Konkret bedeutet bei mir: Ich setze mich an den Tisch, schaue mir das Geschäftsmodell an, frage unbequeme Fragen und helfe, die richtigen Prioritäten zu setzen. In der Beratung geht es meist um Vertrieb, Marktentwicklung und strategische Positionierung. Bei Beteiligungen bringe ich darüber hinaus Netzwerk, Branchenwissen und langfristige Perspektive ein. Keine großen Projektteams, keine anonymen Analysen – sondern direkte, operative Zusammenarbeit.

Was unterscheidet Creovias von klassischen Unternehmensberatungen im Food-Bereich?

Ich habe selbst gebaut, verkauft, Fehler gemacht und daraus gelernt. Das ist ein anderes Fundament als eine Karriere in der Beratung. Ich weiß, wie es sich anfühlt, wenn der Einkäufer eines großen Händlers Nein sagt – und was man daraus macht. Diese Erfahrung ist nicht lehrbar, aber sie ist der Unterschied zwischen Theorie und Praxis.

Welche Herausforderungen begegnen Ihnen aktuell beim Thema nachhaltige Ernährung und Innovation?

Die größte Herausforderung ist die Glaubwürdigkeitslücke. Nachhaltige Ernährung ist im Mainstream angekommen – aber damit auch Greenwashing, überhöhte Versprechen und enttäuschte Konsumenten. Wer heute in diesem Markt arbeitet, muss mehr liefern als ein gutes Gefühl. Substanz, Transparenz und echte Wirkung werden immer wichtiger.

Wie reagieren Unternehmen auf neue Lebensmittelkonzepte und alternative Ernährungsformen?

Gespalten. Die Aufgeschlossenen sehen Chancen und investieren. Die Zögerlichen warten auf Marktsignale, die andere bereits nutzen. Und manche verschließen sich dem Wandel, bis er sie einholt. Was mich interessiert, sind die ersten – jene, die bereit sind, echte Veränderungen anzugehen, bevor es alle anderen tun.

Welche Entwicklungen und Projekte stehen bei Creovias in den kommenden Monaten im Fokus?

Die Beteiligung an spannenden Unternehmen, aber auch der Aufbau von Future Food Technology als eigenständiges Beteiligungsunternehmen stehen ganz oben. Dazu der weitere Ausbau des Podcasts Food Fak(t) als Forum für relevante Stimmen aus der Branche. Und einige Beratungs- und Beteiligungsprojekte, über die ich zu gegebener Zeit berichten werde.

Wie sehen Sie die Zukunft von pflanzenbasierten und nachhaltigen Lebensmitteln in Europa?

Pflanzenbasiert hat eine Zukunft – aber nicht so, wie es vor ein paar Jahren verkauft wurde. Der erste Hype ist vorbei, und das ist gut so. Was jetzt kommt, muss wirklich schmecken, wirklich gesünder sein und wirklich zu fairen Preisen verfügbar sein. Die Technologien dafür – Präzisionsfermentation, Zellkultivierung, neue pflanzliche Rohstoffe – entwickeln sich schnell. Wer jetzt die richtigen Weichen stellt, wird in zehn Jahren relevante Marktanteile haben.

Welche drei Ratschläge würden Sie anderen Gründerinnen und Gründern mit auf den Weg geben?

Erstens: Kenne deinen Kunden besser als er sich selbst kennt – und verkaufe ihm nicht, was du hast, sondern was er braucht. Zweitens: Baue langsamer, aber stabiler. Wachstum um jeden Preis klingt gut, bis es nicht mehr gut klingt. Drittens: Such dir Mitgründer, Berater und Investoren, mit denen du auch in schwierigen Momenten ehrlich reden kannst. Alles andere rächt sich früher oder später.

Bild: Bildrechte: Christine Fiedler

Wir bedanken uns bei Stefan Fak für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Schließt dieser Wettbewerb eine der größten Lücken für europäische Start-ups?

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Deel: The Pitch und Berlin als Sprungbrett für Start-ups

Welche Ziele verfolgt Deel mit dem Wettbewerb „The Pitch“ und warum liegt der Fokus speziell auf Start-ups in der Seed-Phase?

“The Pitch” wurde von Deels CEO Alex Bouaziz als persönlicher Beitrag zur Förderung der nächsten Generation von Gründern ins Leben gerufen. Ziel ist es, die innovativsten Entrepreneure weltweit zu finden, unabhängig von ihrer Herkunft. Dabei erhalten sie Zugang zu passenden Experten und dem Kapital, das sie für ihren nächsten Entwicklungsschritt brauchen. Der Fokus auf die Seed Phase ist bewusst gewählt. Gerade in dieser frühen Phase ist Kapital weltweit besonders ungleich verteilt. Viele starke Ideen scheitern nicht an fehlendem Potenzial, sondern daran, an welchem Ort ein Startup gegründet wird und welche Kontakte bereits vorhanden sind. Deel kann hier gezielt unterstützen. Als globale Employer-of-Record- und HR-Plattform verfügt das Unternehmen über Renommee und ein Netzwerk in mehr als 150 Ländern.

Wie bewerten Sie die Rolle von Wettbewerben wie „The Pitch“ für die Frühphasenfinanzierung von Start-ups in Europa?

“The Pitch” schließt eine strukturelle Lücke im europäischen Startup-Ökosystem. Die Frühphasenfinanzierung konzentriert sich in Europa bisher auf wenige Städte wie London, Paris, Berlin oder Stockholm. Gründer außerhalb dieser Zentren oder ohne die richtigen Kontakte sind dadurch oft im Nachteil. “The Pitch“ schafft hier eine Alternative, indem es Startups einen strukturierten und öffentlich zugänglichen Weg zu Kapital eröffnet, bei dem Leistung im Mittelpunkt steht. Die Investition von 50.000 US Dollar für jeden regionalen Gewinner hat dabei auch Signalwirkung und kann den Startups helfen, weitere Türen zu öffnen. Auch die Zusammensetzung der Jury spielt dabei eine wichtige Rolle. Mit General Catalyst, Speedinvest, Visionaries Club oder Plug & Play in Berlin erhalten die Gewinner Zugang zu und Glaubwürdigkeit bei institutionellen Investoren.

Nach welchen Kriterien wurden die zwölf Gewinner des Berliner Finales ausgewählt?

Beim “The Pitch” Live-Event wurden die Startups, die vor der Jury gepitcht haben, nach verschiedenen Kriterien bewertet: Umsetzungsstärke, Ambition, Stringenz des Geschäftsmodells, sowie langfristiges Potenzial. Am Ende wählte die Jury die Gewinner rein leistungsbasiert aus.

Mit Blick auf das Berliner Finale zeigt sich ein klares Bild: Themen wie KI-Agenten und KI-Infrastruktur dominierten und die Jury interessierte sich offenbar vor allem für KI-Lösungen, die über Chatbots hinausgehen, wie zum Beispiel Mav9 Technologies. Im Fokus standen insgesamt Anwendungen, die komplexe Workflows eigenständig ausführen können. Auch das Thema Cybersecurity für KMUs war stark vertreten. Im Bereich Klima und Nachhaltigkeit stach Grale hervor. Das Unternehmen entwickelt eine patentierte Technologie, die pflanzliche Abfälle in eine Plastikalternative verwandelt. Mit Grant Tech war zudem ein sehr europäisches Thema vertreten. “Granter”, ein KI-Berater für EU-Fördermittel, adressiert die jährlichen EU-Fördermittel in Höhe von 285 Milliarden Euro, die bislang nicht vollständig genutzt werden.

Welche konkreten Vorteile ergeben sich für die Gewinner über das Preisgeld hinaus, insbesondere im Hinblick auf Netzwerk, Sichtbarkeit und internationale Expansion?

Jeder regionale Gewinner erhält neben dem SAFE Investment von Deel Ventures in Höhe von 50.000 US-Dollar automatisch eine Einladung zum Grand Finale in Paris. Hinzu kommt der Zugang zum “Investor Breakfast”, einem exklusiven Event mit 20 bis 25 Investoren, sowie zum Jury-Netzwerk. Dadurch entstehen direkte Kontakte zu GPs von General Catalyst, Speedinvest, Visionaries Club, a16z und weiteren Investoren. Außerdem profitieren die Gewinner von Presse und Medienpräsenz, unterstützt durch Deels Kommunikationsteam. Zusätzlich erhalten sie Sichtbarkeit im Deel-Ökosystem, von denen viele genau die passenden potenziellen Kunden oder Partner dieser Startups sind. Für die Gewinner des Grand Finales kommt als weiterer Vorteil hinzu, dass sie Zugang zum gesamten VC Partnernetzwerk von Deel erhalten. Zudem ist eine Folgeinvestition von bis zu 1 Million US-Dollar möglich.

Wie unterscheidet sich die deutsche Start-up-Szene im internationalen Vergleich innerhalb des Wettbewerbs?

Die Berliner Finalisten-Unternehmen zeigen sehr gut, wo Deutschlands Stärken liegen. Dazu zählen eine starke Deep-Tech-Präsenz, etwa mit Grale, Validproof und Hyphen Global, anspruchsvolle Enterprise-Software wie GetClaro und Nooxit sowie Cybersecurity-Infrastruktur wie Cybee. Gleichzeitig zog das Berliner Event nicht nur deutsche Unternehmen an, sondern auch Startups aus Schweden, Irland und Portugal. Das unterstreicht Berlins Rolle als europäischen Tech-Hub. Im Vergleich zu Paris, wo der Fokus stärker auf Consumer AI und Fintech lag, und Tel Aviv mit einem stärkeren Schwerpunkt auf Defence und Deep Tech, spiegelt das Berliner Event die klassischen Stärken der DACH-Region wider: B2B, industrielle Anwendungen und Infrastrukturlösungen.

Welche Rolle spielen Partner wie J.P. Morgan, Google oder Stripe für den Erfolg und die Skalierung des Programms?

J.P. Morgan ist der Hauptsponsor und stellt sowohl die Logistik als auch die institutionelle Glaubwürdigkeit bereit. So fanden die Investoren-Frühstücke in Berlin, London, New York und Tel Aviv jeweils in den Büros von J.P. Morgan statt. Das öffnet Startups die Möglichkeit, von Private Banking-Kunden und institutionellenInvestoren wahrgenommen zu werden. Auch Google und AWS unterstützten mit Veranstaltungsorten. Durch die Einbindung von Google entsteht für Startups zudem der Zugang zu “Google Cloud Credits”, zu den Programmen “Google for Startups” sowie zu möglichen Enterprise-Kontakten. Und auch Stripe bringt Glaubwürdigkeit im Bereich Payment-Infrastruktur sowie den Zugang zu seinem Startup-Netzwerk ein.

Wie wichtig ist die internationale Vernetzung für Start-ups in einer so frühen Phase ihrer Entwicklung?

Gründer in der Seed-Phase treffen grundlegende Entscheidungen zu Märkten, Hiring und Cap Tables. Die Beziehungen, die in dieser frühen Phase entstehen, bleiben oft langfristig bestehen. Genau darauf ist auch “The Pitch” ausgelegt. Das Investoren-Frühstück mit 20 bis 25 Investoren, das exklusiv für die Gewinner nach jedem regionalen Finale stattfindet, soll gezielt persönliche Gespräche in kleiner Runde ermöglichen, die bei klassischen Networking Events oft zu kurz kommen.

Gab es während des Berliner Finales besondere Momente oder Pitches, die Ihnen besonders in Erinnerung geblieben sind?

Grale, ein schwedisches Deep Tech Unternehmen, das aus pflanzlichen Abfällen Alternativen zu Plastik entwickelt, fiel besonders auf: 5 Millionen US Dollar ARR und 105 Prozent Wachstum pro Quartal sind für ein materialbasiertes Deep-Tech-Unternehmen außergewöhnlich stark, da solche Geschäftsmodelle meist langsamer skalieren als Software. Und Cybees Versprechen, Enterprise Security „in fünf Minuten einsatzbereit“ zu machen, stieß bei der Jury ebenfalls auf großes Interesse. Gerade für KMU ist Cybersicherheit ein wachsendes Thema. Auch Granters Positionierung rund um jährlich 285 Milliarden Euro an ungenutzten EU-Fördermitteln ist genau die Art von Marktpotenzial, die bei Pitches Aufmerksamkeit erzeugt.

Wie stellen Sie sicher, dass auch weniger sichtbare, aber innovative Start-ups eine faire Chance im Wettbewerb erhalten?

Die Bewerbung läuft zentral und global, ohne dass Gründer dafür Empfehlungen oder persönliche Kontakte brauchen. Zunächst werden die Bewerbungen anhand klarer Kriterien wie ARR, Wachstum, Erfahrung des Teams und Qualität des Pitchdecks vorausgewählt. Außerdem ist die Jury je nach Region unterschiedlich besetzt. So fließt in jedes Finale lokales Marktverständnis ein, anstatt alle Entscheidungen einem zentralen Panel zu überlassen.

Bild: Bildrechte: Boldie

Wir bedanken uns für das Interview

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