Freitag, April 17, 2026
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Geht bewusst mit eurer Zeit um

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kodehyve digitale Betriebssystem für die Immobilienbranche

kodehyve: Das digitale Betriebssystem für die Immobilienbranche

Stellen Sie sich und das Startup kodehyve doch kurz unseren Lesern vor!

Mein Name ist Felix Hemmerling, ich bin ein Unternehmer aus Luxemburg. Mein Fokus liegt auf Web2- und Web3-Technologien für verschiedene Anwendungsfälle, einschließlich Immobilien, DeFi und NFTs. Seit 2020 bin ich einer der Gründer von kodehyve – einem Technologieunternehmen, das das digitale Betriebssystem für die Immobilienbranche entwickelt.

Kodehyve ist das Ergebnis der Arbeitserfahrung, die ich in den Jahren vor der Gründung gesammelt habe: Nachdem ich während meines Studiums in Singapur ein erstes Tech-Unternehmen gestartet hatte, arbeitete ich zuletzt als Fin/RegTech-Produktmanager im Finanzsektor an Themen wie digitalen Onboarding Experiences, E-Signaturen und KYC/AML-Technologien. Gemeinsam mit meinem ehemaligen Kollegen und jetzigen Mitgründer Julien Casse (CTO) sah ich vor einigen Jahren die Chance für die Gründung eines Startups im Immobilienbereich. Es ist eine Branche, für die wir beide Leidenschaft haben, die aber noch nicht ausreichend digitalisiert ist.

Hier setzen wir mit unserer Technologie an: kodehyve bietet eine vollständige digitale Infrastruktur, einschließlich Fin/RegTech-Lösungen, die den gesamten Entwicklungsprozess von Immobilien für nahezu alle Anwendungsfälle abdeckt. Mit unserer Lösung verbessern wir die Zusammenarbeit zwischen allen Beteiligten innerhalb der Immobilienbranche, wobei der Schwerpunkt auf Neubauprojekten liegt. Wir sind mit unserem Produkt zunächst in unserem Heimatmarkt Luxemburg gestartet, haben aber langfristig internationale Ambitionen, da wir einen dringenden Bedarf an digitaler Transformation in der Branche in einer Vielzahl von Ländern erkannt haben.

Warum haben Sie sich entschieden, ein Unternehmen zu gründen?

Ich habe 2019 meine erste Wohnung gekauft, was ein wichtiger Schritt in meinem Leben sein sollte. Tatsächlich war ich aber schockiert über die schlechte Kundenerfahrung, die ich damals gesammelt habe. Was mich insbesondere gewundert hat, ist die Tatsache, dass es einfacher ist, die Lieferung eines Produkts zu verfolgen, das man für 10 Euro bei Amazon gekauft hat, als die Entwicklung eines neuen Immobilienprojekts, das Käufer leicht eine sechs- oder siebenstellige Summe kostet. 

Das Hauptproblem besteht darin, dass in der Immobilienbranche eine Menge ineffizienter Arbeit aufgrund der Vielzahl an einem Bauprojekt beteiligten Akteure geleistet wird. Wenn es um den Austausch von Dokumenten und Informationen während des gesamten Lebenszyklus eines neuen Immobilienprojekts oder einer Transaktion geht, müssen sich Agenturen, Architekten, Bauträger, Subunternehmer, Banken, Versicherungen und die Endkunden zu verschiedenen Punkten abstimmen, rechtlich bindende Dokumente unterzeichnen und vieles mehr. Aufgrund veralteter Prozesse und uneinheitlicher Tools, die genutzt werden, führt dies u.a. zu einem Mangel an Transparenz, Mehraufwand und unnötigen Kosten.

Ich habe meine negative Erfahrung damals mit meinem heutigen Mitgründer Julien besprochen.

Wir sind beide ambitionierte Problemlöser und Programmierer mit einer gemeinsamen Leidenschaft für die Immobilienbranche. Als Software-Entwickler hat er in der Vergangenheit ebenfalls viel Erfahrung im Fin/RegTech-Bereich gesammelt. Gemeinsam erkannten wir, dass wir einen Großteil der genannten Ineffizienzen durch die Implementierung und Anpassung einiger der FinTech- und RegTech-Technologien, die wir für die Finanzindustrie entwickelt haben, lösen könnten. Daraufhin begann ich, mit verschiedenen Experten aus dem Immobiliensektor zu sprechen, darunter Projektentwickler, Investoren und Agenturen. 

Das Ergebnis war, dass unabhängig von der Größe eines Bauträgerunternehmens, seiner Vorgeschichte oder seiner Erfahrung in der Branche in der Regel alle Kunden die gleichen frustrierenden Erfahrungen machen wie ich. Da das Problem, das wir in diesem speziellen Sektor entdeckt haben, ein entsprechend riesiges ist, fühlten Julien und ich uns besonders dazu hingezogen. In Europa macht die Immobilienbranche im Durchschnitt etwa 10% des BIP eines Landes aus. Die beschriebenen Probleme mit digitaler Technologie zu lösen, ist im Endeffekt auch eine große Geschäftsmöglichkeit – daher beschlossen Julien und ich, kodehyve zu gründen.

Welche Vision steckt hinter kodehyve?

Der gesamte Immobilienmarkt ist sehr zersplittert und besteht aus vielen Akteuren, die an Immobilienentwicklungsprojekten und -transaktionen beteiligt sind – was zu einigen großen Herausforderungen und vielen kleineren Teilproblemen führt, die alle gelöst werden müssen. Unsere Vision ist es, Bauträgern und allen anderen Marktteilnehmern das leistungsfähigste digitale Betriebssystem zur Verfügung zu stellen, das die bestehenden Probleme effizient löst. Wir wollen ein End-to-End-System anbieten, das verschiedene Anwendungsfälle abdeckt und gleichzeitig nahtlose digitale Nutzererfahrungen bietet. Durch die Anwendung unserer früheren Erfahrungen in FinTech und RegTech und den Aufbau modularer datengesteuerter Lösungen können wir dazu beitragen, die gesamte Branche effizienter und nachhaltiger zu machen. 

Unsere digitale Lösung soll menschliche Fehler und Kosten reduzieren, die Qualität und Ausführung von Immobilienprojekten verbessern und zur Dekarbonisierung des Sektors beitragen. Durch die Verbesserung der Zusammenarbeit und des Datenaustauschs wollen wir die Transparenz innerhalb des Immobilienmarkts nicht nur für Bauträger und ihre Partner, sondern auch für Investoren und Endkunden erhöhen. Insgesamt zielen wir darauf ab, eine der traditionsreichsten und gleichzeitig wichtigsten Branchen digital zu transformieren, um die Entwicklung neuer Immobilienprojekte zu beschleunigen und insgesamt eine positive Wirkung für alle Beteiligten zu erzielen.

Von der Idee bis zum Start: Was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Wir haben uns Anfang 2020, nur wenige Wochen vor Ausbruch der COVID-19-Pandemie, dazu entschlossen, unsere Jobs zu kündigen. Das war eine nicht vorhersehbare Herausforderung, die wir jedoch bewältigen konnten, indem wir uns in der Startphase zu 100% auf die Entwicklung der ersten Version unseres Produkts konzentriert haben. Wir haben den Sprung einfach gewagt und nie zurückgeblickt.

Eine weitere Herausforderung für uns war, dass es oft Zeit braucht, um Bauträger und ihre Stakeholder (u.a. Mitarbeiter, Kunden, Partner) über neue Technologien zu informieren. Es kann ein langwieriger Prozess sein, diese Organisationen durch eine digitale Transformation zu führen. Durch viele Gespräche mit verschiedenen Akteuren aus der Immobilienbranche haben wir jedoch im Laufe der Zeit einen Weg gefunden, um den Übergang und die Einführung unserer Technologie so reibungslos wie möglich zu gestalten. 

Wir haben kodehyve gegründet, ohne sofort Kapital von externen Geldgebern einzusammeln. Es war ein wichtiges Ziel für uns, erst einmal aus eigener Kraft heraus zu wachsen. Wir haben das Jahr nach der Gründung mit eigenen Ersparnissen und den Einnahmen von unseren ersten Kunden finanziert. Nach Erreichen dieses “Post-Revenue”-Stadiums waren wir dann an einem Punkt, wo wir uns entscheiden mussten: Entwickeln wir uns nur basierend auf unserem Cashflow langsam weiter oder beschleunigen wir unser Wachstum mithilfe von Investoren? Wir haben uns für Letzteres entschieden und im Mai 2021 unsere erste Seed-Finanzierung in Höhe von 1 Million Euro abgeschlossen, um unsere Produktentwicklung schneller voranzutreiben.

Wer ist die Zielgruppe von kodehyve?

Wir arbeiten hauptsächlich mit Bauträgern und Projektentwicklern zusammen, aber zu unseren Kunden gehören ebenso Immobilienfonds und Immobilienagenturen sowie Immobilienverbände und -vereinigungen wie der luxemburgische Immobilienverband (Chambre Immobilière). Unsere Zielkunden und -partner sind sowohl kleine Organisationen mit nur zwei Mitarbeitern als auch Unternehmen mit mehreren hundert Mitarbeitern. Aktuell konzentrieren wir uns hauptsächlich auf die Entwicklung neuer Wohnimmobilienprojekte in Westeuropa.

Wie funktioniert kodehyve? Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Einer der Hauptvorteile der Nutzung von kodehyve besteht darin, dass wir eine enorme Menge an Daten aus verschiedenen Quellen harmonisieren, die aufgrund der Fragmentierung des Marktes normalerweise nicht ausreichend gut verwertet werden. Unsere datengesteuerte Plattform visualisiert und gleicht die verfügbaren Daten ab, um Immobilienentwicklern zu helfen, fundierte, qualitativ hochwertige Entscheidungen zu treffen. Wir legen größten Wert auf die Datensicherheit, da wir mit vielen vertraulichen und sensiblen Informationen arbeiten – ein Aspekt, den wir bei unserer Arbeit im Bereich FinTech und RegTech in der Vergangenheit gelernt haben.

Da wir das Betriebssystem für die gesamte Immobilienbranche entwickeln, bieten wir insgesamt eine integrierte End-to-End-Lösung, die fast alle Anwendungsfälle und Bedürfnisse des Marktes abdeckt – und nicht nur einige wenige spezifische. So haben wir beispielsweise vor kurzem eine digitale Plattform für elektronische Unterschriften eingeführt. Sie ist derzeit speziell auf die Bedürfnisse der Immobilienbranche in Luxemburg zugeschnitten und bietet juristische Dokumente und Vorlagen für die verschiedenen Nutzer, die vom luxemburgischen Immobilienverband (Chambre Immobilière) offiziell anerkannt sind.

Diese Lösung für die Probleme, die im Zusammenhang mit der Verwaltung und Unterzeichnung rechtsverbindlicher Dokumente bestehen, ist dabei kein eigenständiges Produkt, sondern ein Feature, das in alle anderen Funktionen, die wir anbieten (z.B. Finanzdatenanalyse, KYC/AML-Prüfungen, Workflow-Management und Planung), integriert ist. Wir werden dieses spezielle Feature in Zukunft auch in anderen Märkten lokal angepasst einführen.

Kodehyve, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Unser langfristiges Ziel ist es, das leistungsfähigste Betriebssystem für den Immobilienmarkt in Europa und darüber hinaus zu entwickeln. Es ist uns wichtig, das beste verfügbare Produkt zu bauen, das speziell auf die Bedürfnisse unserer spezifischen Zielgruppe zugeschnitten ist – exzellentes Software-Engineering ist dabei der Kern dessen, was wir heute machen und auch in fünf Jahren noch machen wollen. Wir bereiten uns als Unternehmen auf ein starkes internationales Wachstum vor, was bedeutet, dass wir in den kommenden Jahren viele neue talentierte Teammitglieder einstellen werden, die uns bei der Umsetzung unserer Expansionspläne unterstützen. Da die Immobilienbranche weltweit ein riesiger Markt ist, gibt es für uns viel zu tun. Wir werden unser Produkt weiter diversifizieren und es in naher und ferner Zukunft lokal anpassen.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

1.) Macht euch keine Gedanken darüber, dass ihr vielleicht ein Außenseiter seid und anderen gegebenenfalls auf die Füße tretet. Ich denke, es ist wichtig, dass man als Gründer auf seine Intuition hört und die eigene Vision und selbst gesteckte Ziele verfolgt. Man muss sich vor niemandem rechtfertigen, wenn man ein innovatives Unternehmen aufbauen möchte. Ich empfehle Gründern, nicht zu zögern und zu sagen, wer man ist und was man über ein bestimmtes Problem, eine Branche oder eine Dienstleistung denkt. Natürlich ist es hilfreich, wenn die eigenen Ideen und Pläne von Menschen, die man schätzt, auch infrage gestellt werden. Aber es hilft enorm, skeptisch und vorsichtig zu sein, wessen Rat man annimmt. Das allerwichtigste ist in dieser Hinsicht, dass man sich jederzeit darum kümmert, was die eigenen Nutzer und Kunden denken – und nicht irgendjemand anderes.

2.) Geht bewusst mit eurer Zeit um. Als Gründer sollte man die eigene Zeit nur Themen, Aktivitäten und Menschen widmen, die einen wirklich begeistern. Man muss nicht bei jeder Startup-Veranstaltung anwesend sein und sich mit jedem vernetzen, nur um der Sache willen.

3.) Arbeitet im Hintergrund. Man muss nichts Besonderes tun und ständig die Aufmerksamkeit von möglichst vielen Personen bekommen. Genau wie bei der eigenen Zeit braucht man nur die Aufmerksamkeit der richtigen Leute und nicht die von allen. Es ist besser, die eigene Energie in die Entwicklung großartiger Produkte zu investieren als in die Erfüllung bestimmter Erwartungen von außen, die einen den eigenen Zielen nicht näher bringen. Man sollte in dieser Hinsicht nie vergessen, den Prozess, etwas aufzubauen, dabei auch zu genießen.

Wir bedanken uns bei Felix Hemmerling für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder


Premium Start-up: kodehyve

Kontakt:

kodehyve S.à r.l.
78/80, rue de Mühlenweg
L-2155 Luxembourg
Luxemburg

www.kodehyve.com
hello@kodehyve.com

Ansprechpartner: Felix Hemmerling, Co-Founder & CEO

Social Media:
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Am Ball bleiben!

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Wholey Smoothies und Smoothie Bowls für ein gesundes Frühstück

Wholey Smoothies und Smoothie Bowls für ein gesundes Frühstück

Stellen Sie sich und das Startup Wholey doch kurz unseren Lesern vor!

Wir haben Wholey 2016 in Berlin gegründet. Begonnen haben wir mit ready-to-blend Smoothies für die Gastronomie, die wir in Handarbeit in einer selbst umgebauten ehemaligen Bäckerei hergestellt haben. Heute zählen nicht nur große Supermärkte im In- und Ausland, sondern auch die top Teams der Fußball Bundesliga zu unseren Kund*innen.

Wir sind stolz auf über eine Million verkaufte Smoothies und Smoothie Bowls im Jahr 2021. Außerdem haben wir unser Sortiment auf 6 Produktkategorien erweitert, die in 7 Ländern in vielen Einzelhandelsketten, Cafés, Restaurants und über unserem Onlineshop vertrieben werden. Inzwischen besteht unser Team aus rund 30 Mitarbeiter*innen, die unsere Vision von kompromisslos gutem Frühstück teilen. Wir gehören in Deutschland zu den Top 3 der größten Brands auf TikTok und vereinen zusammen mit Instagram eine Community von rund 400.000 Follower*innen.

Warum haben Sie sich entschieden, ein Unternehmen zu gründen?

Als ehemalige Leistungssportler haben wir alle den Anspruch, uns gesund zu ernähren. Dieser Anspruch war mit langen Arbeitstagen, intensiven Trainingseinheiten, einem Privatleben und den bestehenden Angeboten – vor allem beim Frühstück – nur schwer zu erfüllen. Um unseren eigenen Anforderungen an eine gesunde Ernährung, die gleichzeitig ein Genuss ist und nicht viel Zeit in Anspruch nimmt, zu erfüllen, haben wir beschlossen, die Produkte einfach selbst herzustellen.

Welche Vision steckt hinter Wholey?

Frühstück ist für viele nicht nur die ungesündeste Mahlzeit des Tages, sondern auch eintönig und wenig innovativ. Rund die Hälfte der Deutschen nimmt sich weniger als 15 Minuten Zeit für ihr Frühstück. Hier kommen die Wholey Produkte ins Spiel: Sie sind vegan, schnell und einfach zuzubereiten und bestehen zu 100% aus natürlich Zutaten in Bio-Qualität. Wir machen Frühstück wieder zu dem, was es sein sollte: Die wichtigste Mahlzeit des Tages.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Große Herausforderungen sind der Umgang mit externen Einflussfaktoren wie die Corona-Pandemie und generell die aktuell sehr herausfordernden Makrolage. Hier bedarf es einer regelmäßigen Überwachung der Strategie und der Vertriebskanäle und gegebenenfalls entsprechenden Nachjustierungen.

Die Finanzierung erfolgte anfangs durch die Gründer und Business Angels. Mittlerweile sind auch erste institutionelle Investoren mit Fokus auf die Lebensmittelbranche eingestiegen.

Wer ist die Zielgruppe von Wholey?

Wir sprechen ernährungsbewusste Menschen jeden Alters an, die bewusst konsumieren. Wholey Kund*innen wollen sich auf unkomplizierte und schnelle Weise gesund ernähren. Darunter sind Schüler*innen, Student*innen, Familienväter und -mütter, Geschäftsmenschen und Personen, die morgens schon früh aus dem Haus und zur Arbeit müssen, aber auch Sportler*innen, die sich bedarfsgerecht ernähren wollen sowie Menschen mit Lebensmittelunverträglichkeiten, wie zum Beispiel einer Laktoseintoleranz.

Was ist das Besondere an den Produkten? Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Wir nutzen unsere Expertise in der Produktentwicklung, um das Beste aus hochwertigen Zutaten in unseren Produkten zu vereinen. So sind zum Beispiel unsere ready-to-blend Smoothie Bowls mit ganzen schockgefrorenen Früchten und Supecubes eine echte Neuheit auf dem Markt.

Wir wollen außerdem zeigen, dass gesunde Produkte auch gut schmecken können. Auszeichnungen wie der PETA Food Award, der Anuga Taste Innovation Award und mehrere DLG Gold Medaillen bestätigen uns darin.

Wholey, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Wir wollen eingestaubten Kategorien rund ums Frühstück wieder Leben einhauchen. Aktuell wollen wir mit der Unterstützung unserer Community weiter wachsen und haben hierzu am 21. Juni 2022 ein Crowdinvesting zusammen mit der nachhaltigen Investmentplattform WIWIN gestartet. Die nächsten Ziele sind die Entwicklung weiterer innovativer Produkte sowie der Ausbau unseres Retail- und Onlinekanals. 

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründer*innen mit auf den Weg geben?

Die eigene Idee gründlich validieren. Wenn man schließlich davon überzeugt ist, muss man All in gehen.

Am Ball bleiben! Wenn der Markt und die Umstände nicht optimal sind, muss man eventuell die Strategie anpassen und andere Wege finden, die zum Erfolg führen.

Ein gutes Bauchgefühl entwickeln. Wichtige Entscheidungen sollte man allerdings immer mit Daten bestätigen.

Wir bedanken uns bei Casimir Carmer für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Sich trauen neue Wege zu gehen

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Sales Circle Podcast Vertrieb unternehmertum

Sales Circle Podcast rund um die Themen Vertrieb und Unternehmertum

Stellen Sie sich und Sales Circle doch kurz unseren Lesern vor!

Wir sind Robin Engelbrecht und Lukas Götting, unsere Stimmen stecken hinter dem Sales Circle Podcast. Wie der Name verrät: kommen wir aus dem Sales – Sales ist unsere Leidenschaft! Hauptberuflich bauen wir aktuell eine Vertriebsorganisation innerhalb eines Konzerns von Null auf und führen Sales Teams. Uns macht es Spaß unser Wissen zu teilen, zu erweitern und uns mit inspirierenden Persönlichkeiten im Businesskontext zu unterhalten. In unseren wöchentlich erscheinenden Folgen sprechen wir über Vertrieb und Unternehmertum und haben immer wieder Gäste wie bspw. Gründer, C-Levels oder Führungskräfte aus unterschiedlichsten Branchen.

Warum haben Sie sich entschieden, einen Podcast zu gründen? 

Uns war es wichtig, die Relevanz, die unterschiedlichen Facetten, die Vielfältigkeit und Wichtigkeit des Vertriebs darzustellen, aber auch selber uns noch nicht bekannte Themen zu entdecken und zu verstehen. Hierzu hat sich aus unserer Sicht ein Podcast als ideales Medium angeboten, da wir durch eigene Inhalte und spannende Gäste Wissen vermitteln können und selber dazulernen  

Welche Vision steckt hinter Sales Circle?

Egal, in welcher Branche du tätig bist, egal ob du im Start-Up, Konzern oder einer anderen Organisation arbeitest, Unternehmen kommen nicht weit, wenn sie eins nicht tun: verkaufen! Das Ansehen des Vertriebs in der westlichen Welt und speziell im DACH-Raum ist (ohne zu übertreiben) nicht das beste. Anders als bspw. in Nordamerika, wo Vertriebler:innen oft sehr angesehen sind, ist man in Deutschland als Verkäufer:inn oft ungeliebt und unangesehen. Wir wollen Aufzeigen, dass Vertrieb essenziell ist und gesellschaftliche Relevanz hat, indem wir spannende Insights aus unterschiedlichsten Branchen liefern und durch das teilen der unterschiedlichen Erfahrungen einen relevanten Impact auf unsere Hörer haben.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

In ein komplett neues Themenfeld einarbeiten und sich stetig zu verbessern! Wir haben nämlich keinerlei Background, der uns beim Thema Marketing, Audioschnitt, Content Creation oder ähnlichen Dingen hilft. Wir machen alles selber!  Und dann natürlich eine relevante und größere Audience aufbauen und damit das verbundene Durchhaltevermögen. Keiner von uns hatte einen gewissen Bekanntheitsgrad oder ähnliches, auf dem man hätte aufsetzen können! 

Die Finanzierung hat zunächst aus eigenen Mitteln stattgefunden! Das schöne heutzutage ist, dass der erste Start im Podcasting nicht mit hohen finanziellen Mitteln nötig ist. Wir haben also mit einer relativ bescheidenen Aussattung angefangen und uns immer weiterentwickelt. Aktuell ist es so, dass sich schon die ein oder andere sinnvolle Kooperation ergeben hat und wir dadurch wiederum in unseren Podcast investieren konnten.

Wer ist die Zielgruppe von Sales Circle?

Grundsätzlich alle, die Interesse an Vertrieb und Unternehmertum haben – da gibt es keine Abgrenzungen für uns.

Wie wählen Sie die Gäste für die Podcasts aus?

Wir prüfen zunächst, ob mögliche Gäste zu unserer Vision und unseren Inhalten passen. Bestätigt sich dies, gehen wir auf die potenziellen Gäste zu oder wurden im Vorfeld proaktiv kontaktiert. Wenn sich auch im Vorgespräch herausstellt, dass alle Themen passen, planen wir die Episode. 

Sales Circle, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Schwierig zu sagen. Es gibt mittlerweile so viele Podcasts, wir wollen einen relevanten Platz in dieser Welt einnehmen. Wie und wo der Weg genau hinführt? Wir lassen uns gerne überraschen, denn meistens kommt es anders, als man glaubt!

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben? 

Vertrauen: bei einer Gründung braucht man ein starkes Kernteam, egal ob es aus zwei oder mehreren Gründer:innen besteht. Dieses Kernteam muss eine Kultur vorleben und gemeinsam jegliche Hürden überwinden können! Somit ist Vertrauen in den Menschen, aber auch in die Kernkompetenzen jedes einzelnen, um das gemeinsame Ziel bzw. die Vision langfristig zu verfolgen absolut wichtig. 

Fokus: den Fokus auf das wesentliche nicht verlieren – sich selber und alles regelmäßig hinterfragen, ob man genau die Dinge tut, um sein Ziel zu erreichen! 

Testen: sich trauen neue Wege zu gehen, die noch keiner oder wenige gehen, daraus zu lernen und sich stetig verbessern!

Wir bedanken uns bei Robin Engelbrecht und Lukas Götting für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Es gibt keine blöden Fragen

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VanSite

Bei VanSite können Camper:innen naturnahe Stellplätze direkt bei Privatpersonen buchen

Stellen Sie sich und das Startup VANSITE doch kurz unseren Lesern vor!

Carolin König: Hi, wir sind VanSite: Alexander, Sebastian, Maximilian, David und ich, Carolin, bilden unser Gründungsteam. Wir wohnen und arbeiten alle im wunderschönen Bielefeld. Hier sind wir auch mit VanSite gestartet. Bei uns buchen Camper:innen per App und im Web naturnahe Stellplätze direkt bei Privatpersonen, die ihr Stück Land anbieten. Unser Geschäftsmodell funktioniert also wie Airbnb – nur, dass unsere Zielgruppe eben Camper:innen sind. So schaffen wir eine neue Reisemöglichkeit abseits von konventionellen Campingplätzen und dem Wildcampen, das in vielen Teilen Europas verboten ist. 

Warum haben Sie sich entschieden, ein Unternehmen zu gründen?

Carolin König: Wir im Team sind selbst begeisterte Camper:innen. Langes Suchen und überfüllte Plätze haben uns unisono genervt. In den sozialen Medien wird ein Bild von #Vanlife suggeriert, das die Realität oft nicht halten kann. Wir wollten einfach mitten in der Natur, fernab von Massen und in Alleinlage stehen. In Skandinavien ist Freistehen erlaubt, in den meisten europäischen Ländern, wie auch Deutschland, ist es aber offiziell verboten. Und genau da lag unser Ansporn, VanSite zu gründen – um unsere Traumvorstellung vom Camping zu verwirklichen. Flexibel, unabhängig und naturnah sind die drei Adjektive, die uns wichtig waren. Dass wir damit ein Unternehmen gründen werden, war anfangs nicht der Plan. 

Welche Vision steckt hinter VANSITE?

Carolin König: In einer Welt voller Stress, Reizüberflutung und Unsicherheit wollen wir allen Menschen die beste Möglichkeit bieten, mithilfe der Natur zu neuer Kraft zu finden. Back to the roots! 

Von der Idee bis zum Start, was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Carolin König: Die größten Herausforderungen hingen für uns ohne jeden Zweifel mit der Pandemie zusammen. Als Team von Erstgründer:innen ist die Einbindung in Startup-Ökosysteme einer der wichtigsten Schritte zur erfolgreichen Entwicklung. Sei es um uns im Rahmen physischer Netzwerkveranstaltungen mit anderen Gründer:innen auszutauschen oder um uns mit Investor:innen zu vernetzen. Diese Verzögerungen spüren wir bis heute. 

Hinzu kam auch, dass wir durch die Pandemie remote gestartet sind. Nur ein Teil des Teams kannte sich bereits aus der Uni, die anderen haben sich ein einziges Mal vor der Gründung live gesehen. Daher mussten wir von Beginn an sehr auf Kommunikation und den bewussten Informationsaustausch achten, da das klassische „mal eben über den Tisch rufen“ nicht möglich war. Das war eine interessante Erfahrung, wir sind aber ehrlicherweise sehr froh, dass wir mittlerweile alle zusammen in einem Co-Working-Space in Bielefeld sitzen und regelmäßig bei Live-Events teilnehmen können.

Und zum Thema Finanzierung: Als Startup sind am Anfang vor allem die Faktoren Zeit und Geld entscheidend. So auch bei uns. Man muss mit wenig Geld über die Runden kommen, während man an einem Projekt arbeitet, das noch keinen Umsatz generiert – und dabei will man so wenig Zeit wie möglich verlieren. 

Anfangs haben wir das Gründerstipendium NRW bekommen. Da wir alle von Anfang an Vollzeit dabei sind, waren die 36.000 Euro im ersten Jahr mehr als wichtig für unser Team aus Erstgründern.

Wer ist die Zielgruppe von VANSITE?

Carolin König: Grundsätzlich sprechen wir bei uns zwei Arten von Nutzer:innen an.
Da sind die Gastgeber:innen, bei denen sich von Landwirt:innen über Großgrundbesitzer:innen bis hin zu Flugplatzbetreiber:innen ganz verschiedene Menschen finden. Wir sprechen da mit unserem Angebot prinzipiell jede:n an, der über große Flächen im Grünen verfügt.

Bei den Gästen wiederum waren wir anfangs davon überzeugt, dass wir vor allem junge Menschen ansprechen. Unsere zuerst definierten Persona waren: Mitte–Ende 20, naturverbunden und voller Reiselust. Mit der Zeit haben wir aber gemerkt, dass wir eigentlich durch die Demografien hindurch jede Altersgruppe ansprechen. Sei es die 18-jährige Abiturientin, die Familie mit zwei kleinen Kindern oder aber Reinhard und Beate, die ihre Pension am liebsten unterwegs im Camper genießen.  

Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Carolin König: Was VanSite besonders macht, sind zwei einfache Dinge: die Funktionalität der App und das riesige Angebot naturnaher Stellplätze von privaten Anbieter:innen.  

Mit der App können Camper:innen einfach unsere naturnahen Plätze suchen, buchen und bezahlen. Was trivial klingt, ist im Campingtourismus ein absolutes Novum. Die Realität ist, dass konventionelle Campingplätze bis heute entweder telefonisch oder über deren eigene Website reserviert werden müssen. Zentrale Lösungen gibt es nicht. 

Der zweite Faktor sind die Stellplätze, die man in der App finden kann. Diese werden, anders als beim klassischen Campingplatz, meist von landwirtschaftlichen Betrieben oder Privatpersonen bereitgestellt. Das Modell basiert auf dem Gedanken der Sharing-Economy. Zudem ist ein großer Vorteil, dass die Plätze nur einen Nebenverdienst für Gastgeber:innen darstellen. Dadurch ist es möglich, dass Stellplätze besonders naturnah und in Alleinlage angeboten werden können. Dies wäre andernfalls nur schwer möglich. So fühlt es sich wie Wildcampen an – nur hat man das Gedankenkarussell nicht, dass man nachts von der Polizei geweckt und weggeschickt werden könnte. 

Vansite, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Carolin König: Natürlich wollen wir weiter wachsen. In fünf Jahren sollen alle, die in Europa naturnah campen möchte, gleich um die Ecke einen tollen Stellplatz mit VanSite finden können. 

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

  1. Vernetzt euch und fragt nach. So viel ihr könnt. Es gibt keine blöden Fragen.
  2. Habt keine Angst, Fehler zu machen.
  3. Nehmt euch neben der vielen Arbeit bewusst Zeit für euer Team.

Und: Lasst euch nicht von der „Startup-Sprache“ verwirren

Bild: v.l.n.r:: Alexander Herbst, David Kogan, Carolin König, Sebastian Siegbert, Maximilian Buschmeyer Copyright: VanSite

Wir bedanken uns bei Carolin König für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Das innovative Trinksystem air up expandiert in die USA

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Mit neuen Investoren im Rücken revolutioniert air up die weltweit größte Getränkeindustrie

air up, das weltweit erste wiederbefüllbare Trinksystem zur Aromatisierung von Trinkwasser nur durch Duft, tritt mit dem Launch in den USA nun in den größtmöglichen Markt für Getränke ein. Unterstützt von namhaften Investoren wie PepsiCo Inc., Ashton Kutcher und Guy Oseary setzt das erst drei Jahre junge deutsche Unternehmen seine beispiellose Erfolgsgeschichte fort. Das Ziel der Münchner: nach Europa nun auch den Wasserkonsum der Amerikaner:innen zu revolutionieren.

air up wurde 2019 in Deutschland gegründet und expandierte schnell in acht europäische Länder, darunter Österreich, Frankreich, Belgien, Italien, die Niederlande, die Schweiz, Großbritannien und Schweden. Mit seiner Innovation basierend auf dem physiologischen Phänomen des retronasalen Riechens hat air up eine völlig neue Art des Wasserkonsums entwickelt. Seit der Gründung hat das Scale-up mehr als zwei Millionen Kund:innen erreicht und beschäftigt mittlerweile fast 300 talentierte Mitarbeiter:innen aus rund 40 Ländern. Zu dem europäischen Produktportfolio zählt das Unternehmen heute neben verschiedenfarbigen Startersets auch insgesamt 26 Geschmacksrichtungen, um einen gleichermaßen abwechslungsreichen wie verantwortungsvollen Trinkkonsum zu fördern.

Nächster Schritt – die USA

air up verzeichnet seit seiner Gründung im Jahr 2019 eine beispiellose Erfolgsgeschichte: Neben Meilensteinen wie Investitionen von über 60 Millionen Euro und dem erfolgreichen Rollout in neun europäische Länder kann sich das Scale-up bereits heute als profitabel bezeichnen. Der Markteintritt in die USA ist damit die logische Konsequenz aus den Erfolgen der letzten Monate. Hinzu kommt: vielen Amerikaner:innen fällt es schwer, jeden Tag ausreichend Wasser zu sich zu nehmen.

Lena Jüngst, Co-Gründerin und Chief Evangelist von air up, kommentiert die Markteinführung in den USA:

 „Unser Ziel ist es, ein neues, gesundes und innovatives Produkt anzubieten, das die Bedürfnisse der Kosument:innen mit denen unserer Shared World vereint. Gewöhnliches Leitungswasser kombinieren wir mit abwechslungsreichem Geschmack in einem System, das – verglichen zu fertig abgefüllten Getränken – einen logistischen Vorteil besitzt und etwas Einzigartiges bietet.

Bis heute war es eine unglaubliche Reise. Wir haben ein außerordentliches Wachstum und eine große Begeisterung für die Marke in Europa erlebt, und wir wissen, dass unser Trinksystem eine sehr innovative Lösung für viele Menschen in den USA darstellt. Wir sind begeistert, dass wir die Art und Weise, wie die Amerikaner:innen Wasser konsumieren, mit Hilfe unseres duft-basierten Trinksystems verändern können. Daher freuen wir uns darauf zu sehen, wohin uns dieses nächste Kapitel führen wird.”

Ähnlich wie auch bei der Markteinführung in Deutschland kann das Team um Lena Jüngst auch in den USA auf prominente Unterstützung zählen. So konnte air up im vergangenen Jahr PepsiCo Inc. als Investor für sein innovatives Trinksystem gewinnen. Weiterhin unterstützen nun auch die international bekannten Investoren Ashton Kutcher und Guy Oseary das Unternehmen.

Ashton Kutcher sagt zu seiner Investition in das deutsche Scale-up: 

„Als Investor bin ich ständig auf der Suche nach Möglichkeiten, mit disruptiven Unternehmen zusammenzuarbeiten, die mich begeistern – nicht nur aus geschäftlicher, sondern auch aus Konsument:innensicht. Abgesehen von der bahnbrechenden, auf Duft basierenden Innovation der Marke und der einzigartigen Technik, die dahinter steht, war meine Entscheidung, das Unternehmen zu unterstützen, auch eine persönliche.

air up ist für mich zu einem täglichen Begleiter geworden. Zusammen mit der Expertise des Gründer:innenteams habe ich keinen Zweifel daran, dass air up ein Unternehmen ist, das man beobachten sollte, wenn es diesen Sommer in den USA auf den Markt kommt.”

Vor allem die Innovationskraft der Produkte bildete die Grundlage dafür, dass das junge Unternehmen die amerikanischen Investoren überzeugen konnte: „Ich habe in air up investiert, weil es einen innovativen und nachhaltigen Ansatz verfolgt, um die Art und Weise, wie Menschen Wasser konsumieren und Geschmack erleben, zu verändern – in ihrem Fall ausschließlich durch Duft”, resümiert Guy Oseary.

„Ich war fasziniert von der Forschungstiefe, dem wissenschaftlichen Ansatz und der Technik, die hier bei der Entwicklung eines völlig neuen Trinkerlebnisses miteingeflossen sind. Nachdem ich es selbst erleben durfte, habe ich sofort erkannt, dass air up Großes vorhat. Jetzt, da die Marke in die USA kommt, bin ich überzeugt, dass die US-Verbraucher:innen sie lieben werden”, fügt Ashton Kutcher hinzu.

air up startet im US-Markt mit einem Portfolio von zehn Geschmacksrichtungen – angefangen bei Klassikern wie Zitrone und Gurke bis hin zu spannenden Varianten wie Orangeade und Mango-Passionsfrucht. Zum Zeitpunkt der Markteinführung beschäftigt das Unternehmen bereits 35 Mitarbeiter:innen in den USA und hat seinen Hauptsitz in Santa Monica. Der globale Hauptsitz des Unternehmens bleibt in München, Deutschland.

Neben dem Start in den USA konzentriert sich das Unternehmen in diesem Jahr auf seine Nearshoring-Aktivitäten. So plant air up, bis Ende 2022 einen Großteil seiner Produktion nach Europa zu verlagern.

Die Startersets und Pods sind auf www.air-up.com, auf Amazon und bei ausgewählten Vertriebspartnern erhältlich.


Quelle PIABO PR GmbH

Je mehr Ecken und Kanten, desto besser!

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pr-studio pressearbeit

PR-Studio alle Handwerkszeuge für erfolgreiche Pressearbeit zu einem kostengünstigen, fairen Preis

Stellen Sie sich und das PR-Studio doch kurz unseren Lesern vor

Ich bin Lukas, Startup-Gründer und Head of Marketing bei The Trailblazers, der PR-Agentur für Visionär:innen. Wir sind Wegbereiter für den digitalen und gesellschaftlichen Wandel und wollen aktiv Verantwortung für eine wünschenswerte Zukunft übernehmen. Deshalb haben wir das PR-Studio ins Leben gerufen. Wir wollen Visionär:innen unterstützen, die sich noch nicht unsere intensive Agenturbetreuung leisten können. Beim PR-Studio geben wir ihnen alle Handwerkszeuge für erfolgreiche Pressearbeit an die Hand – zu einem kostengünstigen, fairen Preis.

Warum haben Sie sich entschieden, ein Unternehmen zu gründen?

Ich habe selbst zwei Startups gegründet und weiß, dass gerade am Anfang wenig bis kein Budget vorhanden ist. Da fällt das Invest in professionelle Kommunikation und vor allem in Pressearbeit komplett hinten runter. Das ist verständlich, aber auch ein großes Problem. Ich weiß aus eigener Erfahrung, wie wichtig öffentliche Wahrnehmung, Reputation und talk of town sein kann.

Wenn du es nicht schaffst, deine Vision elevatorpitch-artig rüberzubringen, wirst du auch mit Investor:innen nicht besonders weit kommen. Zudem schauen diese genau, was wo über dich bisher geschrieben wurde. Wenn du in der Öffentlichkeit nicht stattfindest, fehlt dir ein entscheidender Trust-Stempel – auch bei deinen Kund:innen! Dein Produkt kann noch so gut sein, wenn es keiner kennt, wirst du baden gehen. Zudem kann erfolgreiche Kommunikationsarbeit dich und dein ganzes Team enorm beflügeln.

Welche Vision steckt hinter PR-Studio?

Unser Antrieb ist es, eine wünschenswerte Zukunft zu gestalten. Jede/r, der/die dieses Mindset mit uns teilt, wird auf unsere PR- und Kommunikationsreise mitgenommen. 

Uns treibt die Überzeugung an, dass eine innovative Gesellschaft eine innovative Kommunikation braucht. Deshalb möchten wir unser Wissen mit denen teilen, die Innovation in Deutschland aktiv mitgestalten. Mit dem PR-Studio haben wir ein niedrigschwelliges Angebot geschaffen, damit die wichtigen und guten Ideen auch gehört werden. 

Von der Idee bis zum Start: Was waren die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Wir haben uns komplett selbst finanziert und vor allem viel Zeit und Leidenschaft in das PR-Studio gepackt. In einer typischen Trailblazers-Manier sind wir nach der ersten groben Idee direkt in die Umsetzung gegangen. Die vermutlich größte Herausforderung war es, freie Slots mit Jannis (Johannmeier, Gründer von The Trailblazers) zu finden, um ihn vor die Kamera zu bekommen. Dementsprechend war die ein oder andere Wochenendschicht dabei.

Wer ist die Zielgruppe?

Das PR-Studio richtet sich in erster Linie an Startups und Entrepreneure, die selbst oder intern Kommunikations- und Pressearbeit betreiben. Aber auch der Mittelstand muss meiner Meinung nach seine Kommunikation radikal neu denken. Eine klassische Pressemitteilung lockt heute keinen mehr hinterm Ofen hervor, da ist bei vielen noch Luft nach oben.

Außerdem hilft das PR-Studio dabei, das Startup-Mindset zu verstehen und verinnerlichen zu können. Es zieht sich wie ein roter Faden durch den Kurs und lädt die Bereiche Kommunikation, Pressearbeit, Storytelling und Journalisten-Hacks zusätzlich auf.

Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Im Gegensatz zu anderen Lernlösungen, die lediglich Inhalte vermitteln, verstehen wir Lernen als einen aktiven und sozialen Prozess. Das PR-Studio ist eine Kombination aus fesselndem Storytelling und einem ergebnisorientiertem Lehrkonzept, dass die langjährige Erfahrung von Medienexperten in einem Kurs zusammenführt.

Hierfür haben wir neben der videobasierten eLearning-Plattform ein über 170 Seiten starkes Workbook entwickelt, dass den Teilnehmer:innen durch Übungen, Beispielen, Best Practices und Checklisten hilft, das Wissen sofort anzuwenden und in ihren Arbeitsalltag umzuwandeln. Das PR-Studio hat als oberstes Ziel, das Gelernte sofort in die Praxis mitzunehmen und nicht in einem generischen Marketing-Blabla zu verfallen. 

Wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Neben dem PR-Studio werden wir weitere eLearing-Programme auf die Beine gestellt haben. Wir denken heute schon in mehrere Kategorien und sehen auf vielen Ebenen noch Bedarf.

Darüber hinaus wollen wir eine Community rund um die Plattform aufbauen. Hier geht es nicht nur darum, dass wir unser Wissen reingeben und dann in den Austausch gehen, sondern wird zukünftig viel mehr um ein Miteinander und Untereinander gehen. Wenn sich andere Startups, Gründerinnen und Gründer miteinander austauschen, sich gegenseitig helfen, supporten, können viele gute Ideen groß werden. Und genau das brauchen wir, wenn wir eine wünschenswerte Zukunft für alle ermöglichen wollen. 

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

Journalisten-Netzwerk aufbauen und die eigene Pressearbeit akribisch verfolgen. Wenn du gute Kontakte zu den Medien aufbaust und ein wertschätzendes Verhältnis pflegt, kannst du eine unglaubliche Reichweite und Präsenz für dich und dein Startup gewinnen.

Immer in Geschichten denken, nicht in Produkt-Features. Es gibt keine echten USPs mehr, die aus dem Produkt herauskommen. Es geht um die Menschen dahinter, was sie antreibt, an was sie glauben. Its all about the story!

Je mehr Ecken und Kanten, desto besser! Die aalglatten Gründerstorys interessieren keinen mehr. Inspiration erfolgt durch Umwege. Auch Fehler zu machen, vermeintlich zu “scheitern” und dann wieder aufzustehen, weiterzumachen und etwas wirklich Gutes präsentieren zu können. Da ist, was die Menschen interessiert. 

Wir bedanken uns bei Lukas Tenge für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Sei kreativ, zielstrebig und begeistere dich jeden Tag aufs neue von deiner Idee

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lagerkarton

Lagerkarton günstige, nachhaltige sowie langlebige Lagerlösung

Stellen Sie sich und das Startup Lagerkarton doch kurz unseren Lesern vor!

Hallo, mein Name ist Sebastian und Gründer von Lagerkarton. Durch die von uns geführte Textildruckerei und die stetig steigenden Anforderungen unserer Kunden im Bereich Fulfillment, waren wir schon sehr lange auf der Suche nach einer kostengünstigen Alternative zu unseren Kunststoffkisten. Nicht nur die teure Anschaffung war für uns eine große Hürde, sondern auch der Rohstoff Kunststoff, welcher bei uns immer mehr heiß diskutiert wurde.

Nach zahlreichen Stunden in diversen Suchmaschinen beschlossen wir einfach selbst eine Lagerlösung zu entwerfen. Wir besorgten uns ein großes Stück Karton und fingen einfach an, einen Lagerkarton zu bauen. Nach einigen Änderungen und Test war den nach einigen Wochen der Prototyp fertig. Der erste Prototyp hatte eine weiße Hülle, dies hat sich zuletzt als sehr sinnvoll erwiesen. Heute ist der weiße Karton zu unserem Markenzeichen und Alleinstellungsmerkmal geworden.

Warum haben Sie sich entschieden, ein Unternehmen zu gründen?

Zunächst war es zu keinem Zeitpunkt ein festes Ziel, später einmal ein Unternehmen zu gründen, welches eigene Kartons herstellt. Durch die stetig steigende Bekanntheit und die darauf folgenden Anfragen zu unseren Produkten war dies der nächst logische Schritt, eine klare Trennung beider Unternehmen vorzunehmen. Letztendlich ist es die absolut richtige Entscheidung gewesen, schnellstmöglich ein Unternehmen zu gründen und von Anfang an alles so in die Wege zu leiten, dass wir uns jetzt voll auf das Wachstum und deren Herausforderungen konzentrieren können.

Welche Vision steckt hinter Lagerkarton?

Man kann einen Karton nicht neu erfinden, das ist uns klar. Durch viel Überlegung und den Problemen im Alltag in der Lager / Logistikbranche gab es keine nachhaltige Option. Durch Lagerkarton erhalten unsere Kunden eine günstige, nachhaltige sowie langlebige Lagerlösung. Nachhaltigkeit muss nicht zwingend teurer sein. Eine einfache, geniale Lösung zum Aufbewahren von Textilien oder anderen Artikeln.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Zu keinem Zeitpunkt haben wir darüber nachgedacht, einen Kredit aufzunehmen oder bei Freunden und Geschäftspartnern nach Geld zu fragen. Für uns stand immer im Mittelpunkt, aus eigener Kraft den Stein ins Rollen zu bringen. Sicherlich wäre man schneller gewachsen, hätte man sich zum Start einen Investor mit ins Boot geholt. Dies stand jedoch nie zur Debatte.

Wer ist die Zielgruppe von Lagerkarton?

Ein großer Teil unserer Kunden sind Fulfillment Anbieter und Logistiker mit Schwerpunkt Textilien. Man merkt aber auch, dass das Thema Nachhaltigkeit auch bei Onlineshop Betreibern und anderen E-Commerce Händlern immer wichtiger wird. Zukünftig werden wir weitere Produkte herstellen, welche dann auch im Einzelhandel zu erwerben sind.

Wie funktioniert Lagerkarton? Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Der größte Vorteil gegenüber herkömmlichen Kunststoffkisten ist ganz klar die umweltfreundliche Herstellung. Zudem sind wir von den Anschaffungskosten um ein vielfaches günstiger wie ähnliche Produkte auf dem Markt. Der Energieverbrauch unserer Lagerkartons bei der Herstellung sind um 75 % geringer als herkömmliche Kunststoffkisten.

Lagerkarton, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Aktuell haben wir ein gutes Tempo vorgelegt. Wir sind uns sicher, dass wir auch zukünftig die Produktpalette weiter ausarbeiten. Der Rohstoff Karton ist ein wunderbares, stabiles Material, aus dem sich einiges herstellen lässt. Wir werden uns weiterhin mit dem Thema „Nachhaltige Lagerlösung“ auseinandersetzten und diese stets weiter verbessern.Zum

Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

Nicht jedes Start-up muss eine riesige Idee oder Technologie haben. Oftmals sind es ganz einfache, banale Sachen, welche gerade zur richtigen Zeit der Gesellschaft helfen. Sei kreativ, zielstrebig und begeistere dich jeden Tag aufs neue von deiner Idee. Dann verkraftest du auch die Rückschläge, die oft vorkommen. Glaub an dich und deine Idee, dann wird es auch erfolgreich werden.

Wir bedanken uns bei Sebastian Welp für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Bootstrapping: So werden Startups erfolgreich

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bootstrapping startups

Bootstrapping: So werden Startups erfolgreich in Zeiten von Inflation und Zinserhöhungen

Inflation, höhere Zinsen und geopolitische Spannungen – Themen, die auch die Gründerszene beeinflussen. Zum Beispiel im Hinblick auf Finanzierungen. Denn einigen Investoren ist die aktuelle Lage zu unsicher, sie ziehen die Notbremse und stoppen Investments. Als Folge müssen die ersten Firmen Mitarbeiter:innen entlassen und das soll erst der Anfang sein. Laut dem US-Wagniskapitalgeber Sequoia werden nur diejenigen Firmen die kommenden Monate überleben, die ihre Kosten am schnellsten in den Griff bekommen. Ein Ausweg aus der aktuellen Finanzierungsnot: Bootstrapping. Das Ziel dieses Konzepts: Komplette Finanzierung über Einnahmen. Die folgenden fünf Tipps helfen dabei, finanziell unabhängig zu handeln und den Erfolg des Startups durch Eigenfinanzierung langfristig zu sichern.  

Fokus auf wertstiftende Aktivitäten

Gerade nach der Gründung sollten sich Startups klar vor Augen führen, welche Prozesse und Assets gewinnbringend sind. Alle anderen Posten – die teure Kaffeemarke, die Putzkraft oder der zweite Bildschirm – fressen zu Beginn Geld und bringen das Unternehmen nicht gewinnbringend voran. Ist der Umsatz erst einmal angekurbelt, der Kundenstamm wächst und der Gewinn nimmt zu, kann in das Startup reinvestiert und Rücklagen gebildet werden. Die Arbeitszeit ist dabei die wichtigste Ressource, diese sollte so effektiv wie möglich genutzt werden. Helfen können dabei beispielsweise Projektmanagement-Tools wie monday.

Schnell und klein loslegen

Stichwort MVP (Minimum Viable Product). In der Anfangsphase muss klar priorisiert werden, um das Unternehmen schnellstmöglich auf das nächste Level zu heben. Hat ein Startup ein digitales Produkt, kann dieses beispielsweise mit minimalen Funktionen entwickelt und online gestellt werden. So können Nutzer:innen von Beginn an das Produkt testen und bewerten. Auf Basis dieses Feedbacks und der verbundenen Analysen lassen sich die nächsten Entwicklungsschritte festlegen. Kund:innen und deren Ansprüche stehen dabei immer im Mittelpunkt.

Umsatz ist das höchste Gut

Wer seine Kommunikation und Ziele an der Höhe der nächsten Finanzierungsrunde auslegt, muss sich in den kommenden Monaten warm anziehen. Wichtiger als eine Finanzierungsrunde sollte immer der Umsatz sein. Die richtige Ansprache von bestehenden und neuen Kunden, Marketing-Maßnahmen sowie die Schulung der Mitarbeiter:innen können dabei maßgeblich zur Umsatzsteigerung beitragen.

In Mitarbeiter:innen investieren

Vor allem in Zeiten von finanzieller Anspannung trägt das Team ein Unternehmen durch die Krise. Hier kommt es darauf an, selektiv und bewusst die Mitarbeiter:innen mit dem besten Fit und den nötigen Skills im Recruiting-Prozess zu identifizieren, einzustellen und an das Startup zu binden. Das muss nicht immer eine Firmenfeier oder das Freibier im Co-Working Space sein. Hier sind vor allem Qualifizierungsmöglichkeiten oder Chancen zur persönlichen Weiterentwicklung interessant und unterstreichen die Wertschätzung der Mitarbeiter. 

Vorausschauendes Management

Nicht nur beim Autofahren ist man mit vorausschauendem Verhalten auf der sicheren Seite. Gerade bei der Verwaltung der Finanzen sollte das Management sich tagesaktuell mit den Entwicklungen der (internationalen) Wirtschaft, politischen Lage und der daraus folgenden Zusammenhänge beschäftigen. Dazu dienen beispielsweise kostenlose Dienste wie Google News. Hat man seine Nebenspieler und das Umfeld im Blick, können Entscheidungen auch kurzfristig getroffen werden, um dem Unternehmen langfristig Wettbewerbsvorteile zu sichern.

Für wen eignet sich Bootstrapping?

In Folge der Tipps soll noch gesagt sein, dass Bootstrapping sich besonders gut für Startups und Unternehmen eignet, die in der Lage sind auch schon mit wenig Aufwand erste Umsatzerfolge zu erzielen. So kann parallel dazu das Serviceangebot bereits weiter ausgebaut werden. Dies betrifft vorrangig Startups im tertiären Sektor, sprich in der Dienstleistungsbranche. Hier sind selten hohe Investitionen in Maschinen und anderes Material notwendig, um schnell und effektiv loslegen zu können. 

Eingeschränkte finanzielle Mittel – Pro & Contra 

Obwohl viele Gründer:innen gerne unbeschränkte finanzielle Mittel zur Verfügung hätten, ist das nicht zwingend der Weg zu langfristigem und nachhaltigem Erfolg. Befindet sich ein Startup am Anfang können eingeschränkte finanzielle Möglichkeiten den Fokus auf positive Unit Economics schärfen und die Kreativität zur Problemlösung erhöhen. Erst zu einem späteren Zeitpunkt kann diese Einschränkung vermehrt negative Auswirkungen haben. Dazu können Limitierungen beim Working Capital gehören, welche das Wachstum hemmen oder auch eine Verspätung von (Re)Investitionen, die ein nachhaltiges Wachstum sicherstellen. Zum Beispiel die Automatisierung von Prozessen durch das Erwerben und Einführen entsprechender Programme.

Bootstrapping als Kreativitäts- und Resilienz-Boost

Zu viel Kapital zu Beginn einer Gründung kann den Fokus auf das Wesentliche, nämlich von dem Aufbau eines nachhaltig funktionierenden Geschäftsmodells, beeinträchtigen. Wir haben gelernt, dass eingeschränkte finanzielle Mittel die Kreativität zur Lösung von Problemen sowie die Belastbarkeit des Startups und des Teams fördern können. Am Ende kennen Gründer und die Mitarbeiter:innen das Unternehmen am besten und können dem Startup aus Problemsituationen verhelfen. Durch kreative Lösungen lernt man, Herausforderungen zu meistern und baut so neben dem wirtschaftlichen Erfolg langfristig auch eine gewisse Stressresistenz auf.

Autor

Dr. Benedikt Stolze ist Gründer und CEO von Urbify. Das im Jahr 2019 gegründete Unternehmen aus Berlin bietet Kunden wie ASOS und REWE eine zuverlässige Same- und Next-Day-Delivery Lösung mit einer Zustellquote von 99% im ersten Zustellungsversuch.

1 Für die Einhorn-Generation wird es hässlich“: Start-ups droht Geld auszugehen (https://www.handelsblatt.com/technik/investment-fuer-die-einhorn-generation-wird-es-haesslich-start-ups-droht-geld-auszugehen/28394692.html

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Wer alles kann, ist auch für alles zuständig

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Rebekka Reinhard hercareer

Das Dilemma der modernen Frau: sie soll Karriere machen, Kinder managen, den Haushalt „wuppen“, sagt Philosophin Rebekka Reinhard. Und sie kann es auch. Dadurch wird sie zur Zentrale der Zuständigkeiten – und sollte sich dringend daraus lösen.

„Die Situation der modernen Frau ist auch das Ergebnis eines ökonomischen Systems des ‚immer weiter, immer schneller, immer höher’“

Sie hat sich mit Büchern wie „Kleine Philosophie der Macht (nur für Frauen)“, „Die Sinn-Diät“ oder „Würde Platon Prada tragen“ einen Namen als gewitzt-feministische Philosophin und kurzweilige wie tiefsinnige Autorin gemacht. Rebekka Reinhard nimmt sich auch in ihrem neu erschienenen Buch „Die Zentrale der Zuständigkeiten“ kein Blatt vor den Mund, sondern schildert pointiert, frech und denkanregend, wie moderne Frauen sich aus dem Dilemma der Fremderwartungen lösen können – indem sie einfach aufhören, für alles zuständig zu sein.

Rebekka Reinhard wird auf der herCAREER am 7. Oktober 2022 in München beim Authors-MeetUp ihr neues Buch „Zentrale der Zuständigkeit – 20 Überlebensstrategien für Frauen zwischen Wollen, Sollen und Müssen“ präsentieren. Die herCAREER hat Rebekka Reinhard vorab zum Interview über Rollenbilder, Gesellschaftserwartungen und „schlechte Frauen“ gebeten.

herCAREER: In deinem Buch geht es stark um Rollenbilder, aber auch um die eigene Identität als Frau. Wann hast du gewusst, wer du bist? Gab es einen Moment, in dem du erkannt hast: Jetzt bin ich dort, wo ich und wer ich sein will?

Dr. Rebekka Reinhard: Rückblickend gesehen waren es zwei Lebensalter, die mich zur Erkenntnis gebracht haben: Zu meiner Promotionszeit im Alter von 28 Jahren hatte ich halbwegs das Gefühl, ich bin erwachsen. Ich hatte erstmals die Souveränität zu wissen, was ich in meinem Leben nicht möchte – nämlich, als Philosophin an der Uni zu bleiben. Die zweite große Erkenntnis kam um die 40. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich endgültig kapiert, dass das, was ich in meiner Vielheit bin und sein möchte, nicht unbedingt dem entspricht, was ich für die anderen bin: Für die Gesellschaft bin ich zunächst und immer schon: eine sogenannte Frau.

herCAREER: Du beschreibst in „Die Zentrale der Zuständigkeiten“ die gesellschaftlich honorierte Rolle der „Super Woman“. Was hat dich dazu bewogen, genau dieses Buch zu schreiben?

Dr. Rebekka Reinhard: Eine große Motivation war meine Wut, als 2020 während der Corona-Pandemie plötzlich alle von Systemrelevanz sprachen und wie unter einem Brennglas deutlich wurde, wer dieses ‚System‘ trägt. Corona zeigte, Frauen sind die Krankenschwestern und Reinigungskräfte der Nation – sie sind die Kraftwerke, an deren Verteilernetz die Gesellschaft in prä- wie in postpandemischen Zeiten hängt. Die „Zentrale der Zuständigkeiten“ ist meine Metapher für die moderne Frau. Wir Frauen können alles – und wer alles kann, ist auch für alles zuständig, so die unausgesprochene Regel. Super Woman ist die neue neo-biedermeierliche Idealnorm. Wenn du Super Woman sein willst, musst du hart und weich zugleich sein. Hart heißt: professionell-kapitalistisch hart, aber so, dass es niemandem weh tut. Weich heißt: die anderen zart lächelnd und kostenlos mit Energie versorgen.

Mädchen performen schon in der Schule besser als die Jungs. Später werden sie sozialisiert, neben dem Job die Kinder zu managen und den Haushalt zu wuppen. Diese vermeintliche Selbstverständlichkeit wird immer noch viel zu selten hinterfragt. In meinem Buch geht es viel um working moms, also arbeitende, meist auch verheiratete Mütter. Ich habe die „Zentrale der Zuständigkeiten“ geschrieben, um stellvertretend für uns alle unser aller Wut nach außen zu tragen – speziell die Wut auch derer, die zu gestresst, zu müde sind zum Schreien.  Für mich ist das Buch also ein Akt der Frauensolidarität. Ich möchte uns alle – trotz allem und gerade deshalb! – zu mehr Leichtigkeit ermutigen und zum Lachen bringen.

herCAREER: Du beschreibst dich darin selbst als gesellschaftlich gesehen „schlechte Frau“: ohne Kind, unverheiratet, Philosophin.

Dr. Rebekka Reinhard: Das spezielle Mutterbild aus der Nazizeit wirkt in Deutschland immer noch nach. Die Kernidentität der modernen Frau im dritten Jahrtausend ist immer noch die Mutter. Das ist das wichtigste „Potenzial“ jeder Frau, egal, ob sie es realisiert oder nicht. Eine gute und echte Frau ist immer eine Mutter. Wenn sie in dieser Hinsicht nicht performt und so wie ich kinderlos ist, dann ist sie bestenfalls beruflich erfolgreich, vielleicht auch lustig und interessant, aber sie ist keine „gute“, „echte“ Frau. Auch wenn ich als Mutter arbeite und gute Leistungen erbringe, werde ich dann am meisten honoriert, wenn ich eine gute Mutter und bei meinen Kindern bin.

Das gilt auch 2022 noch als „wahrer“ weiblicher Erfolg. Die männliche Kernidentität besteht dagegen nicht darin, Vater zu sein – sondern körperlich stark und mächtig zu sein und das Sagen zu haben. Wir sollten nicht nur auf die Gender-mäßige Stereotype schauen, sondern auch auf die Biologie. Wenn Männer medizinisch irgendwann gebären könnten, wäre das ein gesellschaftlicher Gamechanger.

herCAREER: Du schreibst, das System ist immer noch krank, das Frauenbild immer noch so verlogen wie in den 1950ern mit Lächeln, perfektem Haar und Kochschürze. Warum?

Dr. Rebekka Reinhard: Die Feministin Betty Friedan beschrieb 1963 in ihrem Buch „The Feminine Mystique” die Einsamkeit moderner Hausfrauen. Heute meinen wir, als Superwomen seien wir so progressiv. Wir arbeiten, haben Kinder, moderne Männer. Trotzdem haben so viele von uns das Gefühl, dass irgendetwas ganz massiv nicht stimmt. Mehr als 100 Jahre nach Einführung des Frauenwahlrechts und gut 50 Jahre nach Women’s Lib sollten wir uns schon fragen, warum immer noch gilt, was Alice Schwarzer schon 1975 erkannte: Frauen haben keine Zeit. Frauen haben Angst. Der Tupperware- oder Marketing-Feminismus unserer Tage, der dauergestresste Superwomen produziert, ist genauso verlogen wie das gleißend blonde, dauerlächelnde, Marmelade einkochende Rollenideal in der Hollywoodkomödie der Fünfziger- und Sechzigerjahre.

herCAREER: Das Zwei-Sphären-Glück, das du beschreibst, also das Weiblich-Weiche-Familiäre und das Harte-Karrieristischem klingt eher nach einem hoffnungslosen Dilemma aus dem es kein Entrinnen gibt. Wie sollen wir uns daraus befreien – wo doch alle darin gefangen sind, Frauen wie auch Männer?

Dr. Rebekka Reinhard: Nach der Aufklärung im 18. Jahrhundert wurde erstmals die weibliche Sphäre definiert: wenn dem Manne die Sphäre der Ratio und des ökonomischen Erfolgs zusteht, muss die Frau mit Kind und Kegel am Herd kleben, Muffins backen und ihm den Rücken frei halten. Sie muss abhängig bleiben, damit er frei sei kann. Superwoman 2022 hat gefälligst in beiden Sphären durchzustarten. Sie soll Kind und Karriere haben, autonom und abhängig sein – wobei ihr Markenkern in der Mutterschaft besteht. Das ist die Quadratur des Kreises.

So entscheidend die Frauenbewegung war und ist – sie hat sich selbst etwas ad absurdum geführt. Die Situation der modernen Frau 2022 ist auch das Ergebnis eines ökonomischen Systems des „immer weiter, immer schneller, immer höher“, von dem wir anscheinend immer noch nicht genug haben. Trotz Klimawandel und Ressourcenverknappung geht es ja immer noch um Profitmaximierung. Wir haben uns nur bis zu einem bestimmten Punkt emanzipiert. Wenn wir die Emanzipation vollenden wollen, sollten wir uns mal überlegen: in welcher Welt wollen wir leben und was können wir tun, um das System zu verändern?

herCAREER: Im Buch schreibst du: „Eine Emanzipation, die am laufenden Band totaloptimierte Schafe produziert, widerspricht sich selbst“. Sind die Frauen oder gar die Frauenbewegung selbst schuld an den überhöhten Erwartungen an sie, alles perfekt hinkriegen zu müssen: Karriere, Kinder, Liebesleben? Anders gesagt: setzen wir Frauen uns zu sehr selbst unter Druck?

Dr. Rebekka Reinhard: Es ist nicht unsere Schuld, aber die unbewussten Identifikationen sind perfide. Wir lernen schon im Kindergarten, Lea-Marie ist hübscher als Marie, weil sie ein rosa Schleifchen trägt – also wollen wir auch ein Schleifchen tragen. Wir Frauen lernen früh, Positiv-Sexismen zu entsprechen, also zu gefallen: lächle, kümmere dich gefälligst um deinen Körper, sei erfolgreich, jammere nicht. Der Körper einer Frau steht immer im Mittelpunkt ist sie zu dünn, zu dick, ist sie schwanger?

Die Standardeinstellung, der default mode, ist immer männlich, wie ich im Kapitel „In der Herrenabteilung“ schreibe. Der Mann ist das Paradigma von Gesellschaft, Wirtschaft und Politik. Die männliche Norm für alles und wird nicht hinterfragt. Dem Mann gehört die Redemacht, der Logos, die ökonomische Potenz, und er hat die mächtigere Physis. Ihm gehören die Freiräume, Herrschaftsräume, Wirtschaftsräume dieser Welt. Er hat immer schon Recht, ist immer einen Schritt voraus. Die Frau, die in sein Terrain einzudringen wagt, muss sich erstmal rechtfertigen – und es irgendwie schaffen, mit einem cleveren Methodenmix aus Hart und Weich in seine Abteilung vorzudringen.

herCAREER: Im Buch skizzierst du auch die Rolle der Positiv-Sexismen: wir sollen lieb, organisiert, effizient, flexibel, multitaskingfähig sein. Oft werden wir auch dafür anerkannt und gelobt, dass wir so viel leisten. Wie entkommen wir diesem Mechanismus?

Dr. Rebekka Reinhard: Die Positiv-Sexismen sind mit ein Grund, warum die Identifikation mit dem Rollenideal so gut funktioniert. Wir werden in jeder Phase unseres Lebens honoriert, wenn wir der guten, echten Frau entsprechen. Was können wir tun? Dafür biete ich in meinem Buch 20 Überlebensstrategien für ganz unterschiedliche, aber auch ganz typische Lebensphasen und Situationen an drin. Wichtig ist, dass wir zwischen Wollen, Sollen und Müssen zu unterscheiden lernen.

Was ich will, ist das, was ich in meiner ganzen Vielheit und „Diversität“ als Frau bin. Was ich soll, das sind normative Rollenideale, die die Gesellschaft vorgibt – die müssen nicht schlecht sein, sie geben ja auch Orientierung. Allerdings wird das Sollen schnell zu einem Müssen. Dieser Systemzwang macht uns fertig, nicht nur die Frauen übrigens. Was wollen wir denn? Wir wollen leben und glücklich sein! Und das Leben ist kurz. Wir brauchen mehr Solidarität unter Frauen und weniger Girl Hate, weniger „toxische Weiblichkeit“. Unser „Wir“ sollte nicht nur Frauen einschließen, sondern alle Geschlechter und eben auch die Männer, die Entscheidungsträger …

herCAREER: Du schreibst von den modernen Männern, die Gleichstellung gut finden und eben auch Kinder betreuen wollen. In der Lebensrealität gibt es aber oft einen Backlash.

Dr. Rebekka Reinhard: Der Mann ist nicht der Feind, nicht der Böse. Wenn etwas böse ist, dann die Konvention und die Stereotype. Viele Männer sagen, klar, ich bin für Gleichberechtigung. Leben sie aber in einer festen Beziehung – da muss es gar nicht zu Kind und Heirat gekommen sein – gilt es den Mann frühzeitig dafür sensibilisieren, wieviel archaischem Heroismus oder ererbten patriarchalischen Anspruchsdenken in seiner Modernität steckt. Viele Männer wollen im Haushalt helfen, aber wer beseitigt am Ende den Urinstein? Auch der modernste Mann hat diesen „default mode“ in sich. Das letzte Kapitel richtet sich direkt an die Männer, da gibt es einen Katalog von Fragen, die jede Frau „ihm“ mal gerne stellen würde – und die er sich jetzt mal selbst stellen könnte.

Beispielsweise die Fragen zum Thema „mental load“: Wie oft denkst du daran, dass du nachher/morgen/nächste Woche noch zur Reinigung/ den Urlaub buchen/mit dem Installateur verhandeln/das Geburtstagskind für dein Patenkind besorgen und deine Mutter anrufen musst? Wieviel davon hast du doch wieder vergessen? Wer hat dir die Erledigungen abgenommen? Je konkreter die Frau – oder besser, er selbst – sich solche Fragen stellt, desto besser. Abstraktion und Theorie helfen niemandem. Ein Feminist ist nicht einer, der toll über Gleichberechtigung reden kann. Sondern einer, der den Wischmop rausholt und loslegt.

herCAREER: Du gehst auch auf die systemimmanente männlicher Taubheit ein, die Frauen und ihre Ideen und Meinungen ignoriert. Was können Frauen tun, um etwa im Meeting tatsächlich Gehör zu finden – ohne entnervt zu resignieren oder wütend zu werden?

Dr. Rebekka Reinhard: In Meetings ist das typischerweise der Fall: die Frau äußerst eine grandiose Idee, und was passiert? Nichts. Zwei Minuten später äußert der Kollege dieselbe Idee und erhält die Credits. Hier gilt es den Mund aufzumachen und das Copyright für sich zu beanspruchen. Machen wir uns klar: Wann immer wir schweigen, überlassen wir Männern die Redemacht – und damit auch die Entscheidungs- und Privilegienmacht. Denn jede Art von Macht beginnt in unserer Kultur mit Redemacht. Das kann man freundlich und mit spielerischer Leichtigkeit tun, eben mit der eigenen Art. Es lohnt sich, mutig zu sein. Was haben wir zu verlieren? Mut macht die Erkenntnis, dass wir mutig ja nicht nur für uns selbst sind, sondern für unsere Kinder, Patenkinder, für die künftige Generation, für die Solidarität mit allen Schwächeren.

Über die Person

Dr. Rebekka Reinhard ist freie Philosophin. Sie promovierte 2011 an der Freien Universität Berlin über amerikanische und französische Gegenwartsphilosophie (summa cum laude). Seit 2007 ist sie Speakerin für Unternehmen zu den Themen Führung, Women Power/ Diversity, Ethik und Digitalisierung und seit 2019 auch stellvertretende Chefredakteurin der Philosophie-Zeitschrift „Hohe Luft“. Seit 2020 konzipiert und hostet Reinhard den Podcast „Was sagen Sie dazu?“ der Wissenschaftlichen Buchgesellschaft (wbg), den inzwischen Reichweiten-stärksten deutschen Sachbuch-Podcast, mit Gästen wie Jutta Allmendinger, Mai-Thi Nguyen Kim und Richard David Precht.

Die Spiegel-Bestseller-Autorin ist einem breiten Publikum bekannt durch Sachbücher wie „Die Sinn-Diät“ (2009), „Würde Platon Prada tragen?“ (2011) und die „Kleine Philosophie der Macht (nur für Frauen)“. Ihr aktuelles Buch ist „Die Zentrale der Zuständigkeiten: 20 Überlebensstrategien für Frauen zwischen Wollen, Sollen und Müssen“ (Spitzentitel bei Ludwig/ Random House).

Am 07. Oktober 2022 kommt Dr. Rebekka Reinhard mit ihrem neuen Buch „Zentrale der Zuständigkeit“ auf die herCAREER-Expo und stellt es im Authors-MeetUp vor.

Das Interview führte Nicole Thurn

Quelle messe.rocks GmbH 

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Nichts ist gleich wichtig – priorisieren und fokussieren

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Bildungsurlauber: Bildungsurlaub für Arbeitnehmer

Bildungsurlauber: Bildungsurlaub für Arbeitnehmer z.B. Yoga-Seminare auf dem Land oder einen Sprachkurs direkt am Meer.

Stellen Sie sich und das Startup Bildungsurlauber.de doch kurz unseren Lesern vor! 

Ich bin Lara Körber – Mitgründerin von Bildungsurlauber.de – dem Booking.com für Bildungsurlaub. An dieser Stelle stellt sich bestimmt vielen die Frage “Was ist denn Bildungsurlaub?” – deshalb eine kurze Aufklärung: Hinter Bildungsurlaub verbirgt sich der gesetzliche Anspruch von Arbeitnehmenden auf 5-10 Tage Extra-Urlaub pro Jahr für als Bildungsurlaub anerkannte Weiterbildungen. Das können fachliche Weiterbildungen sein oder Seminare, welche Persönlichkeitsentwicklung oder Gesundheit fördern.

Arbeitnehmende können dabei thematisch frei wählen: Besucht werden können Marketing- oder Führungskräftetrainings, Yoga-Seminare auf dem Land oder einen Sprachkurs direkt am Meer. Anspruchsberechtigt sind rund 27 Millionen Arbeitnehmer:innen in Deutschland (außer in Sachsen und in Bayern), genutzt wird das Recht aktuell aber nur von rund zwei Prozent. Oftmals aus Unwissenheit. Und genau das ändern wir mit Bildungsurlauber.de – bei uns findet jede:r Bildungsinteressierte schnell und einfach das richtige Bildungsurlaubsseminar für sich. 

Warum haben Sie sich entschieden, ein Unternehmen zu gründen? 

Ich selbst war knapp zehn Jahre festangestellt und kannte mein Recht auf Bildungsurlaub gar nicht. Als ich dann durch meinen Mitgründer Anian davon erfahren habe, war mir klar: kündigen und probieren. Ich hatte zu diesem Zeitpunkt schon länger die Arbeitswelt, in der wir leben, hinterfragt und mir überlegt, wie man diese besser gestalten könnte. Bildungsurlaub ist da für mich auf jeden Fall eine der Antworten. Der Übergang von einer Angestelltenposition in die Gründung war trotzdem ein ganz schöner Sprung ins kalte Wasser für mich – mittlerweile will ich die Freiheit und den Gestaltungsspielraum aber nicht mehr missen.

Welche Vision steckt hinter Bildungsurlauber.de? 

Eine bessere Arbeitswelt. Denn berufliche Weiterbildung wird von den Bildungsurlaubsgesetzen der Bundesländer ganzheitlich gedacht und – neben fachlichen Fortbildungen – eben auch Seminare zur physischen und psychischen Gesundheit als Investition in beruflichen Erfolg verstanden. Damit können Beschäftigte Selbstverantwortung für sich und ihre aktuellen, individuellen Bedürfnisse übernehmen. Wie fortschrittlich ist das denn bitte? Gerade wo wir um so viele New-Work-Errungenschaften auch heute immer noch ringen oder zumindest diskutieren müssen. Bildungsurlaub stellt bereits jetzt per Gesetz den Menschen in den Mittelpunkt der Arbeitswelt – das ist eine riesige Chance! Deshalb heißt es für uns so viele Arbeitnehmende wie möglich ab in den Bildungsurlaub zu schicken – davon profitieren auch Arbeitgeber:innen. 

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert? 

Wir haben haben Bildungsurlauber.de mit Rückenwind durch das “Berlin Startup Stipendium” gegründet – dann kam der Live-Gang, die Freude und direkt die Flaute, denn der erste Lockdown 2020 stand vor der Tür. Wie für viele Menschen und Betriebe waren das auch für uns schwierige Zeiten – als Portal für weltweite Vor-Ort-Weiterbildungen in Gruppen, waren wir erst mal ganz schön überrumpelt. Allerdings haben wir immer an Bildungsurlauber.de geglaubt, uns und das Produkt verbessert und unser Startup gebootstrappt. Heute können wir sagen: es hat sich gelohnt durchzuhalten. Gerade durch die Pandemie ist zudem die Frage “Wie wollen wir leben?” mehr in den Fokus gerückt. Ein gesundes Arbeitsleben gehört da für viele als Antwort dazu. Und damit auch Bildungsurlaub noch mehr als zuvor.

Wer ist die Zielgruppe von Bildungsurlauber.de? 

Wir finden alle Arbeitnehmer:innen in Deutschland sollten Bildungsurlauber:innen sein. Darüber hinaus merken wir allerdings auch, dass immer mehr Arbeitgeber:innen Bildungsurlaub für sich nutzen – zum Beispiel für ihr Employer Branding oder als Ergänzung ihres Betrieblichen Gesundheitsmanagements. Eine tolle Entwicklung. 

Wie funktioniert Bildungsurlauber.de? Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern? 

Bei Bildungsurlauber.de finden Bildungsinteressierte nicht nur alle Infos rund um die Gesetzeslage in ihrem Bundesland und Hilfe bei der Beantragung, sondern selbstverständlich auch passende Seminare – dabei lässt sich ganze einfach nach Preis, Zeitraum, Ort oder Themenkategorien filtern. Hat man einen passenden Bildungsurlaub für sich gefunden, kann man sich ganz einfach die Antragsunterlagen für die oder den Arbeitgeber:in herunterladen. Danach muss man nur noch unterschreiben und fertig – damit entfällt jeglicher Papierkram. 

Bildungsurlauber.de, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren? 

In fünf Jahren ist “Bildungsurlaub machen” für Arbeitnehmer:innen selbstverständlich und für Arbeitgeber:innen ein etablierter Baustein ihrer Bemühungen Talente zu werben und zu halten. Bildungsurlauber.de wird dann auch eigene Bildungsurlaubsseminare anbieten. 

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben? 

Schwierig, denn in der Retroperspektive weiß man ja vieles besser – doch auch wenn ich es eigentlich besser wissen sollte, mache ich immer wieder auch noch “neue alte” Fehler. Aber ich starte einen Versuch aus dem Bauch heraus … Erstens: Perfektionismus verhindert oftmals Erfahrungen. Besser wird man nur durch Übung. Zweitens: Kritik oder Verbesserungsvorschläge haben bei mir öfters zu einem Verteildigungsimpuls geführt – das macht aber verschlossen gegenüber Wachstum.

Mittlerweile ignoriere ich deshalb meinen Impuls ganz bewusst und höre zu. Sollte ich einen Fehler gemacht haben, entschuldige ich mich und mache es dann besser. Mit offenen Karten bezüglich seiner eigenen Leistung zu spielen, nimmt viel Druck von den Schultern und eröffnet ungeahntes Potential durch vereinfachte Teamarbeit. Drittens: Mein Mitgründer Anian hatte mir das Buch “The One Thing” von Gary Keller und Jay Papasan geliehen. Ich habe darin so viel angestrichen, dass ich ihm letzten Endes ein Neues gekauft habe. Die Message in Kurzform: Nichts ist gleich wichtig – priorisieren & fokussieren. 

Foto Credit-Paul-Steuber

Wir bedanken uns bei Lara Körber für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder


Premium Start-up: Bildungsurlauber.de

Kontakt:

A-Z Bildungszeit GmbH
Swinemünder Straße 110
D-10435 Berlin

www.bildungsurlauber.de
l.koerber@bildungsurlauber.de

Ansprechpartner: Lara Körber

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