Donnerstag, April 3, 2025
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Hab den Mut unwissend zu wirken

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Kim Lohmar ASALEA Aroma Diffusoren fürs Auto Höhle der Löwen

Kim Lohmar Gründerin von ASALEA, Aroma Diffusoren fürs Auto, in der Höhle der Löwen

Stellen Sie sich und Ihr Startup doch kurz vor!

Mein Name ist Kim Lohmar, ich bin 32 Jahre alt und komme aus der Nähe von Köln. Dort habe ich BWL mit Schwerpunkt Hotel und Tourismus Management studiert. Nach meinem Studium war ich erst im Event- und später im Sales Bereich in der Hotellerie tätig, bevor ich in die Kosmetikbranche zu L‘ Oréal gewechselt und auch dort im Vertrieb gearbeitet habe.

Neue Produkte zu erschaffen und sie zur Marktreife zu führen, hat mich schon immer gereizt. Mit der Berufserfahrung, die ich bis dato sammeln konnte, sowie reichlich Entrepreneur-Geist habe ich aus meiner Elternzeit heraus ASALEA gegründet und erste eigene Produkte entwickelt.

ASALEA hat drei dekorative, hochwertige Duftsteine im Portfolio, mit denen jeder nach Belieben sein Auto in eine Wellnessoase auf Rädern verwandeln kann. Die praktischen und handlichen Aroma Diffusoren werden auf der Rückseite mit dem persönlichen Lieblingsduft besprüht und sind ganz einfach mit einem Magnetclip an die Lamellen der Lüftung am Armaturenbrett anzubringen. Korrespondierend dazu vertreiben wir Raumdüfte, die explizit für die Nutzung mit unseren Produkten, sowie Aroma Diffusoren konzipiert wurden.

Wie ist Ihre Idee entstanden?

Bei L’ Oréal war ich einige Zeit im Außendienst tätig, wo ich viele Stunden im Auto verbracht habe. Aufgrund meiner Leidenschaft für gute Düfte durch die Auswahl an Autodüften geschnuppert. Diese habe ich jedoch meist als penetrant, nicht gut dosierbar und auch nicht als optisch ansprechend empfunden und mich irgendwann gefragt, ob man nicht eine bessere Alternative dazu schaffen könnte. Außerdem waren die Produkte einiger Hersteller offensichtlich mit Warnzeichen versehen und auch gesundheitlich umstritten. Es musste nachhaltigere Lösungen geben. 2019 bin ich dann auf „Kieselgur“ als Duftträger Material gestoßen und war absolut fasziniert davon.

Während meines Sourcings habe ich eine Firma im asiatischen Raum gefunden, die das Material in alle möglichen Formen presst und es bedrucken kann. Einige Monate und unzählige Samples später, hatten wir ein sehr gutes Ergebnis und die ASALEA Car Aroma Diffuser waren geboren. Nachdem auch die Bedarfsanalyse meiner potenziellen Zielgruppe und die Beurteilung der Samples positiv ausgefallen ist, haben wir die Produktion gestartet.

Welche Vision steckt hinter Ihrem Produkt?

Meine Vision war es, ein stylisches und nachhaltiges Pendant zum Duftbaum zu kreieren, das mehr Design und individuellere Düfte in den Fahrzeuginnenraum bringt.

Wer ist Ihre Zielgruppe?

Ich habe meine Zielperson zunächst wie folgt definiert: weiblich, zwischen 21-55 Jahre alt, Autobesitzerin. Über eine manuelle Auszählung auf Amazon habe ich jedoch festgestellt, dass 1/3- 1/4 aller Bestellungen von Männern ausgelöst wurden und somit die Herren als potenzielle Zielgruppe nicht außer Acht zu lassen sind – mein Produkt ist etwas für alle Autofahrer:innen! 

Wie sind Sie auf die Idee gekommen sich für die Sendung „Die Höhle der Löwen“ zu bewerben?

Nach dem Launch von ASALEA habe ich schnell gemerkt, dass ein gutes Produkt zu haben, nicht ausreicht. Alleine und mit sehr limitiertem Budget für Marketing ist es einfach unfassbar schwierig, eine Marke bekannt zu machen. Ich wusste schnell, dass mir ein starker Partner fehlt und die VOX- Gründershow „Die Höhle der Löwen“ sah ich als eine tolle Möglichkeit für Jungunternehmer von dem Wissen, dem Netzwerk und der finanziellen Unterstützung eines Investors zu profitieren. 

Wie haben Sie sich auf die Sendung vorbereitet?

Ich habe mir viele Folgen der Gründershow angesehen, mir überlegt, was interessant für die Löwen sein könnte und daraufhin einen Pitch sowie einen Fragenkatalog vorbereitet, den ich immer und immer wieder durchgegangen bin. Ich fand es im Übrigen sehr wichtig, den Pitch laut vorzutragen und sich wirklich die Situation vor Ort zu visualisieren. 

Sie sind eines der wenigen Startup Unternehmen, dass es in die Sendung „Die Höhle der Löwen“ geschafft hat. Wie motivierend war das für Sie?

Eine Einladung in „Die Höhle der Löwen“ zu bekommen ist ja schon eine unfassbare Auszeichnung an sich, denn es bewerben sich ja weitaus mehr Startups, als in den Sendungen final zu sehen sind. Das war auf jeden Fall ein Moment, der mir eine gewisse Bestätigung des eignen Business Konzepts gegeben hat und überaus motivierend war.

Wie wichtig war dieser Schritt für Sie als Startup Unternehmen? Auch unter dem Gesichtspunkt, dass durch „Die Höhle der Löwen“ viele Interessenten und auch Medien auf ASALEA aufmerksam werden?

Die Reichweite, die man durch das TV-Format „Die Höhle der Löwen“ bekommt, sowie die mediale Aufmerksamkeit sind für ein Startup mit begrenzten finanziellen Ressourcen einfach ein riesengroßer Mehrwert. Diese immense Chance sich auf dem Markt zu etablieren, galt es einfach zu nutzen und war für ASALEA ein absolut wichtiger Schritt!

Welchen Investor hatten Sie im Fokus?

Jeder Löwe ist auf seine Art und Weise eine Bereicherung für ein Startup. Eine perfekte Symbiose habe ich allerdings vorab bei Judith Williams, Ralf Dümmel und Dagmar Wöhrl gesehen.

Wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

In fünf Jahren ist ASALEA hoffentlich keine One-Woman-Show mehr, sondern ein erfolgreiches Unternehmen, das sein Portfolio erweitert und sich als Marke für stilvolle Aroma Diffusoren und hochwertige Raumdüfte etabliert hat.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründer:innen mit auf den Weg geben?

Ich empfehle allen Gründer:innen sich über die eigene Geschäftsidee auszutauschen – insbesondere wenn es keine Co-Founder gibt. Anfänglich scheut man oft die Kommunikation nach außen, weil man erstens Angst hat, dass einem die Idee geklaut werden könnte und zweitens man nicht als Traumtänzer abgetan werden möchte. Ich persönlich denke aber, dass es immens wichtig ist, sich das Feedback Außenstehender einzuholen um zu validieren, ob es überhaupt eine Nachfrage für das Produkt gibt und um sich über die Umsetzung des Projektes konspirativ auszutauschen.

Darüber hinaus hat es mir anfänglich sehr geholfen, den Kostenapparat so gering wie möglich zu halten. Co-Working Spaces und Freelancer sind für den Anfang zum Beispiel absolut empfehlenswert. Jedoch muss man auch realistisch einschätzen, in welchen Bereichen man Unterstützung benötigt und Arbeiten outsourcen.  Ich habe von Anfang an mit einer Steuerberaterkanzlei zusammengearbeitet, mir Freelancer für IT -und Design Arbeiten über Etsy und Ebay Kleinanzeigen gesucht und mit Amazon FBA verkauft. Last but not least: Hab den Mut unwissend zu wirken – das passiert als Erstgründer sehr häufig – und bleib hartnäckig an deiner Idee dran, auch wenn es viele Herausforderungen gibt.

Bild: Kim Lohmar aus Berlin präsentiert mit „ASALEA“ einen Duft-Diffuser für das Auto. Sie erhofft sich ein Investment von 70.000 Euro für 20 Prozent der Anteile an ihrem Unternehmen.
Foto: TVNOW / Bernd-Michael Maurer

Sehen Sie ASALEA am 6. September 2021 in der Höhle der Löwen

Wir bedanken uns bei Kim Lohmar für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Bleibt hartnäckig

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HQLabs HQ Agentursoftware vom ersten Kundenkontakt bis Abrechnung

HQLabs: HQ moderne Agentursoftware, vom ersten Kundenkontakt über die Angebotserstellung und Ressourcenplanung bis hin zur Abrechnung

Stellen Sie sich und das Startup HQLabs doch kurz unseren Lesern vor!

Mein Name ist Tobias Hagenau und gemeinsam mit meinen Studienkollegen Nils Czernig und Lukas Bauche habe ich 2012 HQLabs gegründet. Mit unseren Software-Tools erleichtern wir Agenturen und Kreativteams den Teil ihrer Arbeit, der sonst eher unbeliebt ist – die Organisation. Gestartet haben wir mit dem HQ, einer All-in-One Agentursoftware, die vom ersten Kundenkontakt, über die Angebotserstellung, bis hin zur Ressourcenplanung und Abrechnung alles abdeckt. Vor gut zwei Jahren kam dann noch awork hinzu. Ein Tool, speziell für die Organisation und Kommunikation kreativer Teams.

Warum haben Sie sich entschieden, ein Unternehmen zu gründen?

Die Idee für eine eigene Projektmanagement-Software kam uns während der gemeinsamen Arbeit in einer studentischen Unternehmensberatung. Für unsere Projekte haben wir dort fast ausschließlich Excel Tabellen genutzt. Wer das schonmal gemacht hat weiß, wie zeitaufwändig und nervenaufreibend das ist. Eine bessere Lösung musste her, also entwickelten wir selbst eine Projektmanagement-Software. Während wir sie anfangs nur intern genutzt haben, kamen nach und nach Kunden aus dem Maschinenbau auf uns zu und fragten, ob sie das Tool auch kaufen könnten – kurz darauf gründeten wir HQLabs. Nachdem wir allerdings relativ schnell gemerkt haben, dass die Maschinenbaubranche nicht die optimale Zielgruppe für uns war, überarbeiteten wir das Tool und den kompletten Sales-Prozess und fokussierten uns auf die Agenturbranche. Ein Wechsel, der sich als absolut richtige Entscheidung herausgestellt hat.

Welche Vision steckt hinter HQLabs?

Wir wollen mit unseren Tools möglichst vielen Menschen den Arbeitsalltag erleichtern und damit Wegbereiter für die neue Arbeitswelt sein. Denn diese verändert sich rasant und erfordert einfache, digitale Lösungen, die jeder unabhängig vom jeweiligen Arbeitsort nutzen kann. Unser Ziel ist es, mit dem HQ, unserem All-in-One-Tool für Agenturen, der führende Agentursoftware-Anbieter in der DACH-Region zu werden. Mit awork stellen wir uns internationalen Branchengrößen wie monday, asana und Co. und wollen als Alternative “made-in-Germany” Marktleader werden. Dafür werden wir zeitnah auch ins europäische Ausland expandieren.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Wie bereits kurz angeschnitten, haben wir das HQ ursprünglich als Projektmanagement-Software für die Maschinenbau-Branche entwickelt. Die Idee schien vielversprechend und schon in den ersten Jahren sammelten wir 1 Mio. Euro Funding. Doch nach und nach zeigte sich: Software-as-a-Service Lösungen sind in der Maschinenbaubranche einfach noch nicht etabliert, die Neukundengewinnung wurde zu einer immer größeren Herausforderung. So groß, dass wir fast pleite gingen. Die einzige Lösung war eine grundlegende Veränderung unserer Sales-Prozesse und damit auch unserer Zielgruppe.

Es war naheliegend, dass wir dabei Kunden im Bereich Professional Services ansprechen wollten. Aufgrund ähnlicher Projektprozesse und einfacherer digitaler Erreichbarkeit landeten wir bei der Agenturbranche. Damit endeten die Herausforderungen natürlich noch nicht. Denn gerade die Umstellung und Anpassung der Software im laufenden Betrieb war noch einmal eine echte Challenge. Letztlich hat es aber super funktioniert – so gut, dass wir vor zwei Jahren noch awork als Lösung speziell für die Teamorganisation auf den Markt gebracht haben. Mittlerweile finanzieren wir uns vollständig über unsere Einnahmen.

Wer ist die Zielgruppe von HQLabs?

Unsere Zielgruppe sind Agenturen und kreative Teams aller Art. Erstere unterstützen wir mit dem HQ bei der Organisation ihrer kommerziellen Prozesse. Mit awork erleichtern wir hingegen Teams unterschiedlichster Größe die Organisation und Kommunikation. Als Anbieter, der viel Wert auf ein intuitives und modernes Interface legt, sprechen wir damit hauptsächlich Teams aus der Kreativbranche an. Aber auch in Stadtverwaltungen, Universitäten oder Beratungsfirmen erleichtert awork die Arbeit.

Wie funktioniert HQLabs? Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Bei HQLabs bauen wir Software für bessere Teamarbeit. Unser erstes Produkt, das HQ, ist eine moderne Agentursoftware, die vom ersten Kundenkontakt über die Angebotserstellung und Ressourcenplanung bis hin zur Abrechnung alles abdeckt. Viele Agenturen nutzen bisher entweder noch gar keine Software für die Organisation oder sie nutzen für jeden Teilbereich separate Tools, die in Kombination weniger effizient sind. Als All-in-One-Software ersetzen wir App-Chaos und Sammlungen von Excel-Tabellen mit einem übersichtlichen, zusammenhängenden Geschäftsprozess. Im Vergleich zur Konkurrenz zeichnet uns dabei vor allem aus, dass wir unsere Kunden intensiv bei der Softwareeinführung unterstützen, sie auch danach persönlich begleiten und ihnen bei Prozessfragen zur Seite stehen.

Allen, die eher Workmanagement-Funktionen als eine Software zur Agentursteuerung benötigen, bieten wir mit awork ein smartes Tool für die Zusammenarbeit und Organisation im Team. Der Fokus liegt dabei auf dem Aufgabenmanagement und der Zeiterfassung. awork ist außerdem extra einfach und intuitiv gestaltet und darauf ausgelegt, dass Teams weniger Zeit mit Admin-Aufwand und mehr Zeit mit der Umsetzung ihrer kreativen Ideen verbringen können – und mehr Spaß bei der Arbeit haben. awork wird auf europäischen Servern gehostet und ist im Vergleich zur überwiegend internationalen Konkurrenz 100 % DSGVO-konform.

HQLabs, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Die Zusammenarbeit in kreativen Teams und Organisationen verändert sich im Moment rasant. Corona hat noch zusätzlich als Beschleuniger gewirkt und wir wollen der Wegbereiter für die neue Art der Zusammenarbeit sein. Egal, ob es nun um die kommerziellen Prozesse oder die Teamorganisation geht: administrative Aufgaben müssen nicht mehr schmerzhaft sein und mit guter Software haben unsere Nutzer*innen wirklich mehr Spaß bei ihrer täglichen Arbeit. In 5 Jahren wird jedes kreative Team in Europa von uns gehört haben und die meisten werden unsere Produkte schon einmal ausprobiert haben.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

● Legt Wert darauf, die Dinge, die ihr anpackt auch wirklich ordentlich zu machen – mit blitzschnellen aber nur halbfertigen Ergebnissen kann man besonders Software-Kunden nicht mehr vom Hocker hauen.

●  Bleibt trotz des Qualitätsanspruchs mutig genug euer Produkt, eure Zielgruppe usw. immer wieder zu hinterfragen und auf den Kopf zu stellen. Drei Dinge kann man nicht mit Geld kaufen: Liebe, Glück und Product-Market-Fit

●  Bleibt hartnäckig. Startups haben keinen An/Aus-Schalter und wachsen nicht kontinuierlich. Es wird zwischendrin so aussehen, als würde nichts vorangehen – bevor der Knoten irgendwann platzt. 

Wir bedanken uns bei Tobias Hagenau für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Durchhaltevermögen und eine stabile Finanzierung

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GREENFORCE Easy To Mix Produkte Pflanzenfleisch

GREENFORCE: Easy To Mix Produkte- Pflanzenfleisch zum Selbstmixen

Stellen Sie sich und das Startup GREENFORCE doch kurz unseren Lesern vor!

GREENFORCE ist ein Food-Tech-Startup, das die Foodbranche revolutioniert. Unsere Food-Lösungen machen Spaß und können ohne das Gefühl von Verzicht genossen werden. Wir bieten mit unseren Easy To Mix Produkten das nachhaltigste Pflanzenfleisch der Welt an. Denn: es ist das ersten Pflanzenfleisch zum Selbstmixen. Wir wurden bereits mit dem internationalen Green Product Award sowie dem PETA Vegan Food Award ausgezeichnet. Zudem ist GREENFORCE als Unternehmen und alle Produkte zu 100% klimaneutral. 

Wir ersetzen tierische Proteinquellen durch pflanzliche. Nicht mehr, nicht weniger. Wir vertreten die Weiterentwicklung/Transformation von Fleisch & Fisch, weil wir nicht darauf verzichten wollen. Warum muss es Fleisch oder Fisch tierischer Herkunft sein, wenn es pflanzlich genauso gut schmeckt und zudem noch gesünder ist. 

Viele der Veganer weltweit verzichten nicht auf Fisch und Fleisch wegen des Geschmacks, sondern wegen des Tierwohls. GREENFORCE möchte Food-Lösungen vom Frühstück bis zum Abendessen anbieten.

Unsere Maßstäbe:

Hochwertige Proteine aus europäischem Anbau 

Nachhaltiger Anbau von Nutzpflanzen 

Made in Germany

Warum haben Sie sich entschieden, ein Unternehmen zu gründen?

Weil wir von der „Idee und Sache“ zu 100% überzeugt sind. Was wir tun, ist unsere Passion. Wir nehmen es selbst in die Hand, unsere zukünftige Generation zu schützen. Die Proteinversorgung kann nicht länger von tierischen Proteinen kommen – nein, die Zukunft ist eine pflanzliche Versorgung. Wir möchten unseren Planeten und die Tiere schützen.

Welche Vision steckt hinter GREENFORCE?

Wir wollen Europas führender Plant-Based Food-Tech Player werden. Dabei steht für uns Nachhaltigkeit an oberster Stelle. Niemand soll unter leckerem Geschmack leiden: Weder die Menschen, noch die Tiere oder die Umwelt. 

Ebenfalls möchten wir durch unsere Produkte in Pulverform unnötigen Food-Waste reduzieren. Die Produkte werden in wiederverschließbarer, nachhaltiger Kraftpapier-Verpackung geliefert. So kann immer die benötigte Menge zubereitet werden. Aber das ist noch nicht alles: unsere Produkte verfügen über ein langes Mindesthaltbarkeitsdatum – auf Vorrat kaufen ist also sogar erwünscht. 

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Der erste Prototyp unseres GREENFORCE Burgers war die größte Herausforderung. Wir wollten die perfekte Rezeptur finden. Für die Entwicklung haben wir die Besten Food-Tech Spezialisten im Team. Wir haben lange geforscht, gesundes Protein aus der Erbse gewinnen zu können. Im Juni letzten Jahres haben wir dann einen großen Meilenstein erreicht: Wir konnten mit dem Easy To Mix Burger auf den Markt gehen. Seither haben wir 9 weitere Produkte gelauncht.

Zudem sind wir noch selbstfinanziert. 

Wer ist die Zielgruppe von GREENFORCE?

Unsere Zielgruppe ist breit aufgestellt. Wir möchten nicht nur Veganer*innen ansprechen und mit dem Finger auf Menschen zeigen, die gerne Fleisch konsumieren. Wir möchten alle Menschen ansprechen, die etwas verändern, aber dabei nicht auf leckeres Essen verzichten möchten. Deshalb geht unsere Zielgruppe über Veganer*innen, Vegetarier*innen, Pescetarier*innen, Flexitarier*innen und Fleischliebhaber*innen. 

Was ist das Besondere an den Produkten? Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Mit unseren Easy To Mix Produkten haben wir eine neue Food-Kategorie entwickelt. Unsere Easy To Mixes haben einen ausgezeichneten Geschmack. Durch die Pulverform kommen sie ohne energieraubende Kühlketten aus, was uns nachhaltiger als andere Fleischalternativen macht. Unsere Produkte haben ein langes Mindesthaltbarkeitsdatum und können deshalb auf Vorrat gekauft werden. Durch die Verwendung von heimischen Erbsen und den daraus gewonnenen pflanzlichen Proteinen ist es gesund und verfügt über ein sehr gutes Aminosäureprofil. On Top kommt auch noch, dass alles in Deutschland hergestellt wird. 

GREENFORCE, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

GREENFORCE wird sein Produktsortiment ausweiten. Wir werden vom Frühstück bis zum Abendessen ein spannendes Produktportfolio anbieten. In fünf Jahren wird es eigene vegane Gerichte geben und der Ersatz wird kein Ersatz mehr sein. 

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

Durchhaltevermögen, eine stabile Finanzierung, sowie die Bereitschaft 24/7 für die Firma zu brennen. 

Wir bedanken uns bei Thomas Isermann für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Sucht euch Menschen mit dem richtigen Mindset

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liwave rucksack reisen

LiWAVE Rucksack: Einfacher, entspannter und flexibler reisen

Stellen Sie sich und das Startup LiWAVE doch kurz unseren Lesern vor!

Helge war als Inbetriebnahme-Ingenieur und Projektleiter auf der ganzen Welt unterwegs. Reisen gehörten deshalb zu seinem Alltag. Dabei hat er sich oft genug über unpraktisches, unhandliches und unübersichtliches Reisegepäck geärgert. Auf der Suche nach Alternativen und Lösungen ist die Idee des LiWAVE entstanden. Somit ist er der Ideengeber und Geschäftsführer des Unternehmens.

Moritz war schon immer begeistert von Kreativität, Konstruktion und Design. Dabei hat er sich besonders gern mit der Umsetzung innovativer Ideen beschäftigt: Er war beispielsweise am Design und der Umsetzung des Elektro-Postautos Streetscooter beteiligt. Jetzt gibt er LiWAVE ein Gesicht und ist der Mann für das Kreative.

Oma Erika war früher Musternäherin und ist auch noch mit ihren 81 Jahren begeistert von diesem Beruf. Ihre Erfahrungen und eine 60 Jahre alte Pfaff-Nähmaschine brachten die Idee auf den Weg zur professionellen Umsetzung.

Ann-Kathrin liebt es, Menschen zu begeistern, ihrer Kreativität in Schrift und Bild freien Lauf zu lassen und hat ein Talent für Kommunikation. Deshalb kümmert sie sich voller Energie und Begeisterung um den digitalen Außenauftritt.

Weiter gewachsen ist das Team mit Youssef, der mit seiner 20-jährigen Erfahrung aus seiner eigenen Schneiderei und seinen Fähigkeiten an der Nähmaschine nun die LiWAVE-Familie bereichert. Gemeinsam haben wir für Dich den LiWAVE entwickelt, damit Du das Reisen bestmöglich genießen kannst!

Warum haben Sie sich entschieden, ein Unternehmen zu gründen?

Wir hatten eine gute Idee und haben Freude daran, diese umzusetzen. Daher haben wir uns gedacht: „Wieso darauf warten, bis es ein anderer macht!?!?“ Und so haben wir uns ran gemacht und gelernt, ein Unternehmen von Grund auf aufzubauen

Welche Vision steckt hinter LiWAVE?

Ein Produkt, dessen Bestandteile den Globus schon dreimal ohne Dich umrundet haben, bevor er überhaupt in den Laden kommt? Nicht bei uns! Denn unser LiWAVE kommt „von hier“. Um unserer Erde vermeidbare, lange Transportwege zu ersparen und so den CO2-Ausstoß zu reduzieren, verwenden wir möglichst Materialien aus der Region. Denn wir denken ökologisch – DER UMWELT ZULIEBE.

Wir haben die Produktion da, wo der LiWAVE entwickelt wird. Bei uns. In unserer eigenen Schneiderei. Hier können wir unseren Rucksack nicht nur bestmöglich von eigener Hand herstellen, sondern schaffen auch Arbeitsplätze in der Region für die Region. Fair und sozial – DEN MENSCHEN ZULIEBE.

Genau wie Dir ist uns ein praktischer Nutzen wichtig. Deshalb wollen wir Dir einen Rucksack fürs Reisen mitgeben, der mit nur wenigen Anpassungen auch ein treuer Begleiter für die kleinen und großen Abenteuer des Alltags wird. So bist du immer bereit – DIR ZULIEBE.

Wir legen besonderen Wert auf gute Qualität, die wir selbst ständig prüfen. Du und Dein LiWAVE, ihr sollt schließlich zusammenhalten und die Welt entdecken. Ein Rucksack statt tausend Taschen und Koffer – DEINEN WÜNSCHEN ZULIEBE.

Damit Du Deine Zeit flexibel nutzen kannst und sie nicht mit ständigem Hin- und Her-, Ein- und Auspacken verschwenden musst, haben wir für Dich ein Ordnungssystem entwickelt, das den Überblickbehält – DEINER ZEIT ZULIEBE.

Wir denken global, aber handeln lokal. Wir wollen die Welt ein kleines Bisschen besser machen, damit Du sie ein großes Bisschen sorgloser erleben kannst. Also schnapp Dir Deinen LiWAVE und los geht’s! Zeig ihm die Welt!

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Die größte Herausforderung war die Bürokratie, mit der man sich als Gründer auseinandersetzen muss. Leider werden in der Schule und im Studium die Themen „Unternehmensgründung“ und „Unternehmensführung“ nicht unterrichtet. Das lernt man nur durch das Selbermachen.Die Umsetzung haben wir mit eigenen Mitteln und unserer Crowdfunding-Kampagne finanziert.

Wer ist die Zielgruppe von LiWAVE?

Unser Ziel ist es, den LiWAVE mit so vielen Menschen wie möglich auf Reisen zu schicken, damit er für möglichst viele von Euch das Reisen einfacher, entspannter und erlebnisreicher macht. Also gehören zu unserer Zielgruppe alle Reisenden, AbenteurerInnen und WeltenbummlerInnen – egal ob Geschäftsreise oder privater Kurztrip, Backpacking oder Pauschalurlaub, Couchsurfing oder Familienurlaub – egal ob SchülerInnen und Studierende, PartnerInnen in Fernbeziehungen oder entfernt lebende Familienmitglieder, die ihre Liebsten für ein paar Tage besuchen wollen… unser LiWAVE ist für alle da!
Für all diejenigen, die gern mit Übersicht und Ordnung unterwegs sind, die lieber einen LiWAVE statt „tausend“ Taschen und Koffer haben und damit der Umwelt etwas Gutes tun wollen! Und natürlich für diejenigen, die sich einen Rucksack mit schlichtem, zeitlosem Design wünschen, der unter fairen Bedingungen mit hochwertigen Materialien lokal produziert wird.

Was ist das Besondere? Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Einfacher, entspannter und flexibler reisen – das ermöglicht Dir unser LiWAVE. Denn er kann nicht nur überall bequem gepackt werden, sondern bietet Dir zu jeder Zeit auf Deiner Reise einen Überblick und den direkten Zugriff auf jedes einzelne Teil Deines Gepäcks. Am Zielort angekommen erspart er Dir sogar das Auspacken, weil Du Deinen ganz persönlichen Kleiderschrank direkt dabei hast. Also einfach ankommen – aufhängen – und los geht’s!

Das nächste Abenteuer wartet schon auf Dich? Dann los! Mit nur wenigen Handgriffen ist Dein LiWAVE wieder einsatzbereit, ohne dass Deine Ordnung darunter leiden muss. Genauso schnell und einfach wird er zu Deinem treuen Begleiter im Alltag, indem er sich durch seinen modularen Aufbau Deinen kleinen und großen Herausforderungen anpasst. So brauchst Du nur noch einen LiWAVE statt vieler Taschen, die sonst ungenutzt bleiben und Dir Deinen Platz stehlen. Damit schenkt Dir unser LiWAVE mehr Raum und Zeit für die wichtigen Dinge!

Mit dem LiWAVE wollen wir nicht nur praktischen Nutzen mit zeitlosem Design verbinden, sondern auch eine faire, soziale und lokale Fertigung aufbauen. Du schaffst mit Deiner Unterstützung neue Arbeitsplätze in der Region für die Region und erhältst einen treuen Reisebegleiter. Denn mit dem LiWAVE nimmst Du jedes Abenteuer auf die leichte Schulter.

LiWAVE, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Da der LiWAVE schnell und einfach erweiterbar ist, möchten wir für Dich mit zusätzlichen Inlays Deine weiteren Lebensbereiche organisieren, sodass Du Dich voll und ganz auf Deine Ziele und Träume fokussieren kannst! Dafür werden wir unser Team weiter ausbauen, um für mehr Menschen in der Region Arbeitsplätze zu schaffen.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

Sucht euch Menschen mit dem richtigen Mindset für die Unternehmensgründung, die euch bestärken und unterstützen.

Steht voll hinter eurer Idee und eurem Produkt und lasst es euch von niemandem kaputt machen. 

Zieht es durch! Es werden 1000 Herausforderungen auf euch zu kommen, bei denen ihr am Anfang denkt: ohh verdammt, das wird nichts…

Aber aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass sich hinter jeder Herausforderung neue und noch bessere Möglichkeiten versteckt haben.

Wir bedanken uns bei den Gründern für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Gesunde Work-Life Balance

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SHIKENSO Frankfurt Forward Awards gaming epsorts

SHIKENSO ist Startup of the Month im September des Frankfurt Forward Awards

Stellen Sie sich und das Startup SHIKENSO doch kurz unseren Lesern vor! 

Mein Name ist Arwin Fallah Shirazi, ich bin Geschäftsführer und Mitgründer des Startups Shikenso und leite neben meinen Aufgaben als CEO den kaufmännischen Geschäftsteil unseres Unternehmens. Wir sind ein Analytik-Unternehmen, dass in der Esports- und Gaming-Branche tätig ist und durch eine eigens entwickelte künstliche Intelligenz Sponsorings bewertet. Wir ermöglichen es dabei Vertretern der Branche, ihre Investitionen, Sponsorings und Marketingaktivitäten nachhaltig zu bewerten und zu steuern und schafft darüber hinaus ein transparenteres Ökosystem gegenüber endemischen und nicht-endemischen Marken. 

Markeninhalte oder Sponsoring-Assets werden auf Live-Streaming- und Social-Media-Plattformen analysiert, um das volle Potenzial der Aktivierungen zu bewerten und die Performance mit zuverlässigen Daten zu steigern. Inhalte der Analyse sind z.B. Produktplatzierungen, Logo Einblendungen, gebrandete Trikots, Werbeclips, etc. Die Nutzer können den Mediawert jedes einzelnen Assets ermitteln, das Tool für Controlling und Reporting nutzen und erhalten bei Bedarf Datenberatung.

Warum haben Sie sich entschieden ein Unternehmen zu gründen? 

Grundlegend wollte ich, wie viele andere auch, mein Hobby zum Beruf machen. Für mich war das in meiner Kindheit und ist es bis heute das oft negativ behaftete „zocken“. Für eine Karriere als professioneller Spieler hat es bei mir leider nicht gereicht, daher kam die Idee, von einem anderen Standpunkt aus in der Industrie mitzuwirken. Diesen Traum verwirklichten sich meine Geschäftspartner und ich durch die Gründung von Shikenso.

Welche Vision steckt hinter SHIKENSO?

Während viele Marken, Turniere oder Teams den Wert ihres digitalen Inventars nicht kennen, zögern andere Marken ganzheitlich in das Esports-Ökosystem einzusteigen. Der Grund: der Mangel an fundierten Informationen. Als primäres Ziel haben wir uns daher gesetzt, die Professionalität in der Esports und Gaming Industrie durch verlässliche, datengestützte Erkenntnisse nachhaltig zu fördern sowie Nachvollziehbarkeit und Transparenz in Esports-Sponsorings zu bringen.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert? 

Zur Gründung unseres Unternehmens sind wir mit einer anderen Geschäftsidee gestartet. Eine der größten Herausforderungen der letzten Jahre war einerseits sich selbst das Eingeständnis machen zu können, dass trotz harter Arbeit ein Produkt nicht immer markttauglich ist sowie es andererseits dann zu schaffen, sich weiterzuentwickeln und auf neue Möglichkeiten zu konzentrieren. Auf unserem bisherigen Weg haben wir es dabei immer geschafft, das Unternehmen aus eigenen Mitteln voranzutreiben.

Wer ist die Zielgruppe von SHIKENSO? 

Die Zielgruppe unseres Unternehmens schließt alle Stakeholder in der Esports Industrie ein, welche in irgendeine Art mit Sponsoring involviert sind. Diese können sein:

Marken und Unternehmen, die als direkter Sponsor auftreten

Agenturen und Rechtehalter, die Kampagnen für Marken durchführen

Ligen und Eventveranstalter, welche durch Marken gesponsort sind

Esports Teams, welche durch Marken gesponsort sind

Wie funktioniert SHIKENSO? Wo liegen die Vorteile? 

Durch unsere KI-gestützte Analyselösung sind wir in der Lage, diese Informationen zu liefern, indem wir jeden Post, jedes Bild, jedes Video oder jeden Stream im Hinblick auf das Auftreten von Markeninhalten verarbeiten. Jedem einzelnen Asset wird ein spezifischer Medienwert zugewiesen, der auf den detailliertesten nachvollziehbaren Kennzahlen (KPIs) basiert. Der Detaillierungsgrad und die Transparenz unseres Medienbewertungstools unterstützen datengetriebene Entscheidungsfindungen in allen Geschäftsbereichen und ermöglichen eine effizientere Planung von Marketing- und Sponsoringstrategien.

Sie sind Startup of the Month im Monat September. Wie geht es jetzt weiter? 

Wir fühlen uns sehr geehrt über die Auszeichnung und freuen uns schon auf die nächste Herausforderung als Startup of the year. Aus unternehmerischer Sicht verfolgen wir weiterhin unsere aktuelle Strategie, um die gesetzten Ziele zu erreichen. 

SHIKENSO, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Wir möchten im Esport und Gaming Ökosystem der Marktführer für Sponsoren-Analysen werden. Durch stetige Produktinnovationen und -verbesserungen sowie der Erweiterung unseres Portfolios wollen wir einerseits das Beste Produkt am Markt anbieten, sowie andererseits den Kunden auch die nötige Beratung geben, um Partner an allen Stellen unterstützen zu können. Neben dem Gaming Markt sehen wir uns in Zukunft noch in weitere Märkte expandieren, in denen unsere Lösung zum Einsatz kommen kann.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben? 

Mit den richtigen Leuten zusammenzuarbeiten ist das wichtigste in einem Unternehmen. Dabei geht es nicht nur darum, die schlausten und besten Mitarbeiter zu gewinnen, sondern solche, die eure Vision teilen und mit denen ihr gemeinsam Ideen verwirklichen möchtet.

Strategien planen – diese verfolgen und im Nachgang evaluieren, reflektieren und neue Strategien ableiten.

Gesunde Work-Life Balance – nur durch ein gesundes Umfeld mit Freunden & Familie hat man auch die Möglichkeit das Startup Leben zu bewältigen. Wichtig ist dabei vor allem so schnell wie möglich zu versuchen einen geregelten Ablauf zu etablieren und auch Zeit für seine Liebsten zu schaffen. 

Wir bedanken uns bei Arwin Fallah Shirazi für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

10 Soft Skills, auf die Recruiter achten sollten

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Die Suche nach qualifizierten Nachwuchskräften gestaltet sich immer schwieriger. In diesem Zuge reift die Erkenntniss, das Hard Skills erlernt werden können, aber Soft Skills zumindest ein Stück weit mitgebracht werden müssen. Das bedeutet eine Verlagerung Ihrer Schwerpunkte in Bewerberauswahlprozessen. Doch auf welche Soft Skills kommt es wirklich an?

Hard Skills verlieren an Bedeutung

Lange Zeit wurde im Recruiting vor allem auf Hard Skills geachtet. Die Qualifikationen, Erfahrungen & Co, die sich aus dem Lebenslauf entnehmen lassen, waren damit die wichtigste Entscheidungsgrundlage in Bewerberauswahlprozessen. Doch in immer mehr Branchen hält nun der Fachkräftemangel Einzug und das bedeutet zugleich, dass viele Bewerberinnen und Bewerber nicht die gesuchten Hard Skills mitbringen. Heutzutage werden diese aber nicht sofort aussortiert, sondern es ist hinläufig bekannt, dass sich solche Hard Skills erwerben lassen. Jeder kann Weiterbildungen belegen, jeder kann Erfahrungen sammeln, jeder kann sich Know-how aneignen. Was er oder sie dafür braucht, ist schlichtweg das richtige „Mindset“, also Faktoren wie Motivation oder Lernbereitschaft. Solche Soft Skills gewinnen daher an Bedeutung, während Hard Skills im Recruiting zunehmend in den Hintergrund rücken.

Auf diese Soft Skills kommt es stattdessen an

Es handelt sich um eine Erkenntnis, die immer mehr Recruiter gewinnen und die einen wichtigen Wettbewerbsvorteil gegenüber der Konkurrenz bedeuten kann. Nicht nur, dass das Unternehmen von einer größeren Auswahl an potenziellen Nachwuchskräften profitiert, wenn die Hard Skills als Auswahlkriterium ein Stück weit vernachlässigt werden. Gleichzeitig dient diese Strategie dem Employer Branding, denn Faktoren wie die interne Förderung von Mitarbeitenden spielen für viele Jobsuchende oder Wechselwillige durchaus eine wichtige Rolle bei der Wahl ihres Arbeitgebers. Gleichzeitig bringen Persönlichkeiten mit den richtigen Soft Skills zahlreiche positive Effekte auf das Unternehmen mit sich: Sie verbessern beispielsweise das Arbeitsklima, motivieren sich selbst sowie ihre Kolleginnen und Kollegen, bringen Innovation sowie Kreativität ins Unternehmen – und damit ist die Liste noch lange nicht zu Ende. Einige Soft Skills nehmen dabei eine besonders wichtige Rolle ein und sollten daher in Bewerberauswahlprozessen im Vordergrund stehen:

Motivation

Motivation ist bei Bewerberinnen sowie Bewerbern die wichtigste Schlüsselkompetenz. Denn mit Motivation lässt sich (fast) alles lernen, wenn es beispielsweise um fehlende Hard Skills geht – aber ohne Motivation ist jedes Arbeitsverhältnis zum Scheitern verurteilt. Motivation kann zudem mitreißend wirken und dadurch eine positive Kettenreaktion im jeweiligen Team auslösen. Das gilt vor allem bei neuen Führungskräften. Es ist daher durchaus interessant, nach den Gründen für die Bewerbung zu fragen und danach, weshalb die Bewerberin oder der Bewerber genau in diesem Job sowie für dieses Unternehmen arbeiten möchte. 

Kreativität

In der modernen, schnelllebigen sowie komplexen Wirtschaft sind Innovationen das A und O, um nicht den Anschluss an die Konkurrenz zu verlieren, sondern ihr besser noch einen Schritt voraus zu sein. Was das Unternehmen für Innovationen braucht, sind aber kreative Angestellte, die frische Ideen haben und diese auch in den Arbeitsalltag einbringen. Es gilt daher, im Recruiting auch auf die Kreativität der Bewerberinnen sowie Bewerber zu achten, was je nach Position mehr oder weniger wichtig ist. Gleichzeitig bedarf es der richtigen Unternehmenskultur, damit die eingestellten Arbeitnehmerinnen sowie Arbeitnehmer ihre Kreativität im Arbeitsalltag tatsächlich entfalten können. Sie ist also kein Selbstläufer, sondern muss durch die richtigen Maßnahmen aktiv gefördert werden, auch im Recruiting.

Zeitmanagement

Gerade, weil die heutige Arbeitswelt so komplex ist, gewinnt das Zeitmanagement als Schlüsselkompetenz an Bedeutung. Es geht darum, sich für maximale Produkivität zu organisieren, ohne sich dabei selbst auszubeuten. Dadurch können die Abreitnehmerinnen sowie Arbeitnehmer ihre Höchstleistungen abrufen, und zwar nicht nur für einen kurzen Zeitraum, sondern langfristig. Das Ziel sind also effiziente, aber auch gesunde sowie zufriedene Mitarbeiter. Wer über ein gutes Zeitmanagement verfügt, ist pünktlicher, zuverlässiger und zugleich weniger gestresst. Dadurch entsteht eine Win-Win-Situation für Arbeitgeber sowie Angestellte. Recruiter sollten daher auch nach den individuellen Strategien fragen, welche die Bewerberinnen sowie Bewerber bei ihrem Zeitmanagement umsetzen. 

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Teamfähigkeit

Die Arbeit im Team hat sich nicht ohne Grund im unternehmerischen Alltag etabliert. Arbeitsteilung macht schließlich produktiver und so kann sich jeder auf seine Kernkompetenzen fokussieren, sprich das Team profitiert maximal vom Fachwissen und eben den Soft Skills der einzelnen Mitglieder. Essentiell ist deshalb, dass sich neue Mitarbeitende problemlos in das bestehene Team einfügen und dieses bereichern, anstatt Konflikte zu erzeugen oder als „Einzelkämpfer“ unterwegs zu sein. Teamfähigkeit ist somit eine zentrale Schlüsselkompetenz in Bewerberauswahlprozessen. 

Analytisches Denken

Im Arbeitsalltag stößt jeder früher oder später auf Probleme. Manchmal besteht die Quintessenz der vakanten Stelle sogar darin, solche Probeme zu lösen. In jedem Fall ist analytisches Denken daher einer der wichtigsten Soft Skills, denn nur so können die Mitarbeitenden aktiv Probleme erkennen sowie lösen. Das sorgt für Optimierungen im Arbeitsalltag und steigert die Innovationskraft des Unternehmens. Kurzum: Analytisch denkende Arbeitnehmerinnen sowie Arbeitnehmer treiben den Unternehmenserfolg voran, anstatt nur den eigenen Vorteil im Blick zu haben. 

Lernbereitschaft

Wie bereits erwähnt, kann ein Mensch (fast) alles lernen, sofern er wirklich will. Lernbereitschaft ist deshalb vor allem für Bewerberinnen und Bewerber eine zentrale Schlüsselkompetenz, die vielleicht noch nicht alle notwendigen Hard Skills im gewünschten Ausmaß mitbringen. Gleichzeitig verändert sich die Arbeitswelt stetig, beispielsweise durch neue Wettbewerber auf dem Markt oder durch technische Innovationen. In jedem Job ist Lernbereitschaft deshalb wichtig, um das eigene Wissen auf dem neuesten Stand zu halten und dadurch nicht von der Konkurrenz abgehängt zu werden. Recruiter sollten daher den Fokus auch auf den Willen und die Fähigkeit zu lernen der Bewerberinnen oder Bewerber legen. 

Stressresistenz

Es sind gerade diese komplexen Anforderungen der modernen Arbeitswelt, wie die regelmäßigen Veränderungen, der Leistungsdruck oder das stetig neue Know-how, die in vielen Menschen Stress auslösen. Dieser kann verschiedenste Ursachen haben, ist aber in jedem Fall eine große Belastung für die psychische und physische Gesundheit. Die Folge können Erkrankungen wie ein Burnout-Syndrom sein, was Krankheitsausfälle der Mitarbeitenden und damit hohe Kosten verursacht. Alle Arbeitgeber sind deshalb an stressresistenten Arbeitnehmerinnen sowie Arbeitnehmern interessiert, die gelernt haben, den Stress zu regulieren und zu reduzieren, damit sie langfristig gesund sowie leistungsfähig bleiben – trotz der hohen Anforderungen im modernen Arbeitsalltag.  

Vertrauenswürdigkeit

Vertrauen ist ein wichtiges Stichwort, das Recruiter in Bewerberauswahlprozessen berücksichtigen sollten. Einerseits gilt es, durch das richtige Employer Branding das eigene Unternehmen als vertrauenswürdig zu positionieren. Andererseits müssen auch die Bewerberinnen sowie Bewerber einen vertrauenswürdigen Eindruck hinterlassen. Vertrauen ist also keine Einbahnstraße, aber eine unverzichtbare Schlüsselkompetenz für ein gutes Arbeitnehmer-Arbeitgeber-Verhältnis. Nur so sind die Mitarbeitenden bereit Höchstleistungen zu erbringen, denn sie vertrauen auf eine faire Gegenleistung. Gleichzeitig kann sich der Arbeitgeber auf die Loyalität der Belegschaft verlassen und profitiert von einer geringeren Mitarbeiterfluktuation, die vor allem angesichts des Fachkräftemangels zu vermeiden ist. 

Eigeninitiative

Jede Mitarbeiterin beziehungsweise jeder Mitarbeiter bringt Individualität ins Unternehmen, sprich individuelle Stärken, Talente, Ideen & Co. Genau diese Individualität ist äußerst wertvoll, denn sie kann helfen, sich von der Konkurrenz abzuheben und das Unternehmen voranzubringen. Wichtig ist deshalb, dass die Mitarbeitenden eine gewisse Eigeninitiative besitzen, sprich ihre Individualität als etwas Positives begreifen und sich trauen, diese aktiv in den Arbeitsalltag einzubringen. Nur so können alle Beteiligten optimal von der Vielfalt der Belegschaft profitieren. Stichwort: Diversity. Starke Persönlichkeiten, die sich nicht scheuen die Initiative zu ergreifen, sollten daher das Ziel Ihrer Suche sein – und sie sind zugleich optimale Kandidatinnen oder Kandidaten für Führungspositionen. 


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Zielstrebigkeit

Zuletzt ist Zielstrebigkeit ein wichtiges Stichwort. Ziele sind schließlich der zentrale Motor bei der Arbeit, was sowohl für persönliche als auch für unternehmerische Ziele gilt. Die Bewerberinnen sowie Bewerber müssen also die Fähigkeit mitbringen, sich solche Ziele zu setzen beziehungsweise durch den Arbeitgeber setzen zu lassen und diszipliniert auf diese hinzuarbeiten. Das bedeutet maximale Produktivität im Unternehmen und Zuverlässigkeit auf Seiten der Mitarbeitenden. Als Recruiter sollten Sie daher auch nach den Zielen fragen, welche die Bewerberinnen oder Bewerber mit dem neuen Job verfolgen würden – oder welche sie für den Arbeitgeber erfüllen können und wollen. 

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Autor: Marianne Schwarz

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Wer suchet der findet… wer Sortlist nutzt findet besser!

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sortlist

Es gab mal eine Zeit, da war der Griff zum Telefonbuch oder den Gelben Seiten selbstverständlich um einen Handwerker, einen Anwalt oder ein Cateringunternehmen zu finden. Das Ergebnis war übersichtlich weil regional. Mit dem Internet kamen die ersten Suchmaschinen. An Excite und Altavista werden sich die älteren Semester sicher noch erinnern. Später kam Google hinzu. Von Übersichtlich war plötzlich keine Rede mehr. Vorne war, wer den Algorithmus der Suchmaschine verstanden hat oder einen guten SEO beauftragte. 

Der Suchende steht dabei auf verlorenem Posten. Wie soll man aus einem Ergebnis von z.B. 500.000 Treffern bei der Suche nach „Werbeagentur für Startups“ den richtigen Partner finden? Es soll ja nicht irgendeine Werbeagentur sein. Es soll eine Werbeagentur für Startups sein. Kaum anzunehmen, dass es sich bei den rund 500.000 Treffern die Google bei der Suche nach „Werbeagentur für Startups“ auswirft tatsächlich um Agenturen handelt, die sich auf Unternehmensgründer und deren spezifischen Anforderungen spezialisiert haben. 

Alle Treffer sichten geht nicht. Auf den ersten fünf Ergebnisseiten recherchieren? Das würde gehen… Was aber, wenn sich der perfekte Partner auf Seite sieben befindet?
Google und Co. sind also nur bedingt für die Suche nach der besten Werbeagentur für Startups zu gebrauchen.

Wirklich gute Ergebnisse bei der Suche nach einer Werbeagentur für Unternehmensgründer liefert der auf Agenturen spezialisierte Dienstleister Sortlist.


Bei Sortlist gibt es keine 500.000 Treffer, von denen 99,9% unpassend sind.
Sortlist zeigt die 0,1% an, die wirklich relevant sind. Da ist dann auch mit Sicherheit die Branding Agentur dabei, die einem Gründer die erste Sichtbarkeit im Markt verschafft.

Gerade die ersten Schritte im Markt sind enorm wichtig. Das besten Produkt taugt wenig, wenn es keiner kennt. Die richtige Werbeagentur kann die sprichwörtlich „halbe Miete“ sein. Eine gute Agentur wird mit dem Budget verantwortlich umgehen. Ein hoher Erfahrungsschatz auf Agenturseite schließt Fehler in der Regel aus. Alles, woran ein Gründer zum Start nicht denkt ,wie zum Beispiel „Brand Purpose“,  gehört für eine gute Werbeagenturen zum Tagesgeschäft. Unternehmensgründer sollten gerade deshalb bei der Auswahl der Werbeagentur kein Abenteuer eingehen. Die falsche Entscheidung bei der Auswahl der Agentur kann teuer werden und genau diese Erfahrung kann sich ein Startup ersparen.

Bild: pixabay

Autor: Michael Seipelt

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Geht nicht gibt es nicht

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Langefreunde: PARAFREE Trainings- und Alltagsrollstuhl

Langefreunde Design Studio: PARAFREE Trainings- und Alltagsrollstuhl für Querschnittgelähmte

Stellen Sie sich und das Startup PARAFREE doch kurz unseren Lesern vor!

Mein Name ist Felix Lange und ich bin Gründer von Langefreunde Design Studio in Schwerin. Mit meinem Team von Produkt- und Grafikdesignern entwickeln wir ganzheitliche Produktdesignkonzepte vom Logo bis zur Produktnullserie. Meine Karriere habe ich schon in frühester Jugend autodidaktisch im Designbereich gestartet, mich aber während meines Lebens unbewusst immer schon für Produktentwicklungen und deren Präsentationsformen begeistert. „Design mit Herzblut“ ist auch über die vergangenen 9 Jahre als Unternehmer immer der Mindestanspruch an Kundenaufträge gewesen.

Während der aktiven Zeit, also nach meinem Studium seit 2011 haben wir mit viel Fleißarbeit und etlichen Rückschlägen nebenher unseren Rollstuhl PARAFREE stets weiterentwickelt. Einst nur als Diplomarbeit konzipiert, ging es so richtig los mit einem EXIST-Stipendium im Jahr 2017/18. In der Zwischenzeit hat das Konzept weltweit für Aufsehen gesorgt und durch einige Designpreise immer etwas Wirbel- und Aufwind gehabt.

Der Rollstuhl ist bis heute mit viel Eigenleistung und sinnvollen schmalen Investitionen bis zur Nullserienreife entwickelt worden. Neben vielen Kundenaufträgen im Designbereich gilt PARAFREE auch als Referenzprojekt für unser ganzheitliches Leistungsspektrum. Detailliebe und Hingabe sind bis ins Detail zu spüren. Diese Leidenschaft für Design wenden wir mit jedem neuen Projekt für unsere Partner und Kunden an. Das Projekt PARAFREE ist also noch keine eigenständige, gut laufende Firma, sondern eine Produktvision in sehr fortgeschrittenem Zustand. Mehrere Vorserien-Prototypen sind nun gefertigt und die erste große Auslieferung steht an. Ab Januar 2022 wird es dann ernst. Bis dahin gibt es aber noch sehr sehr viel zu tun – neben dem Designalltag.

Warum haben Sie sich entschieden, ein Unternehmen zu gründen?

Schlicht und einfach: Ich wollte es so. Nach einem kurzen Intermezzo in einem renommierten Designbüro in der Nähe von Stuttgart habe ich für mich beschlossen, heimatnah zielgerichtete Lösungen für Unternehmer meiner Heimatregion anzubieten. Vom Restaurantumbau bis zur Touristeninformation – überall braucht es budgetorientierte Lösungen und Konzeptionen im kleinen Maßstab. Keine Aufgabe ist zu klein, alles muss „gut, geradlinig und ehrlich“ gestaltet werden. Der Erfolg kann sichtbar gemacht werden und gutes Design ist nicht total unerschwinglich. Langefreunde ist nicht nur ein schönes Fantasiewort, es hat mindestens diese besondere Botschaft: Gemeinsam nach vorn.

Welche Vision steckt hinter PARAFREE?

Mit dem Rollstuhl wollen wir das Hilfsmittel zum Lifestyleprodukt wandeln. Moderne Formensprache, High-Tech-Materialien und ein gewisser funktionaler Minimalismus bis ins Detail. PARAFREE selbst kann ein Lebensgefühl sein für den aktiven und motivierten Paraplegiker. Die Marke und das Produkt werden in Zukunft für kleine innovative Produktentwicklungen dieser kleinen Zielgruppe stehen. Dabei setzen wir auf ehrliches und schnörkelloses Design mit hohem Anspruch an die Ästhetik und Bedienbarkeit gleichermaßen. Der PARAFREE als Produkt ist nichts anderes als ein Alltagsheld, der modular auf die Bedürfnisse der Nutzer eingeht und zukünftig für jede Lebenslage und Situation eine Antwort weiß. So starten wir im Line-Up mit 3-Rad und 4-Rad gleichermaßen.

Wir schließen niemanden aus. Auch ein weiteres Modell ist in der Entwicklung. Das große PARAFREE-Universum wird auch im Alltag den einen oder anderen Fahrer begeistern. Komfortable Taschensysteme und Add-Ons liefern ein ganzheitliches Produkterlebnis. Aber der Weg ist auch steinig – das wissen wir nun aus dem Kampf der letzten Jahre. Jeder Meter Entwicklung ist kostenintensiv.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Bisher haben wir trotz Unkosten nie am Design oder den Möglichkeiten gespart! Immer wieder kamen „Experten“ hinzu und haben uns vom Wege abbringen wollen. Mein Team und ich sowie die Zuarbeit durch aktive Rollstuhlfahrer bestärkten uns in jeder Phase der Produktentwicklung. Bis heute stecke ich so gut wie jeden verdienten Euro in das Projekt. Der ganz große Wurf und die Geschwindigkeit würde aber mit einem Investor oder einem großen Auftrag von ca. 10-20 Rollstühlen gelingen. Wir haben es bis hier geschafft und werden auch ab Januar 2022 jeden Monat 5 PARAFREE-Modelle weltweit ausliefern. Dieses Ziel treibt uns an.

Die größte Herausforderung ist tatsächlich der Kostenapparat in Deutschland. Es ist nahezu unmöglich, mit Taschengeld ein so hochwertiges Produkt in dieser doch recht annehmbaren Zeitspanne zu entwickeln. Kurzum: Langefreunde Design Studio als etablierter Anbieter für 3D- und 2D-Gestaltung in den Bereichen Marke, Produkt, Raum und Konzept hat dieses Experiment „Produktentwicklung made in Germany“ möglich gemacht. Und natürlich dieser unbändige Hunger des Teams. Wir sind stolz auf das Ergebnis, wohlwissend das der Weg noch sehr weit und steinig ist.

Wer ist die Zielgruppe von PARAFREE?

Der PARAFREE® ist ein Trainings- und Alltagsrollstuhl für Querschnittgelähmte, die eine Lähmung im Bereich der Wirbel L5 bis Th7 erlitten haben (Paraplegiker). Die Produkte von uns richten sich an die Personen, die im Oberkörper funktionsfähig sind und eine gute Muskel- und Knochensubstanz besitzen. Diese Behinderung kann auch von zeitlich begrenzter Dauer sein. Wir konzentrieren uns auf die Zielgruppe der dauerhaft oder temporär hüftabwärts-gelähmten Paraplegiker sowie Spina bifida mit einer guten Muskel- und Knochensubstanz. Die Zielgruppe besteht aus Nutzern vornehmlich zwischen 15 und 70 Jahren mit einem aktiven, selbstbestimmten Lebensgefühl – weltweit.

Was ist das Besondere am Rollstuhl? 

Ganz klar das nahtlose Design und seine Vielseitigkeit. Der Rollstuhl ist nun definitiv stylisch und in seiner Funktion erweiterbar. Die Add-ons wie Crossrad, 4-Rad oder das schnell zu wechselnde 3-Rad machen den besonderen Reiz aus. Die Sitzschale kann selbstverständlich auch für andere Aktivitäten genutzt werden. So wird es auch einen eigenen Wake-Board Adapter geben. Der Nutzer muss nicht für verschiedene Anwendungen immer neues und vor allem viel Geld in die Hand nehmen. Unsere Vision ist ein ganzheitliches Produktuniversum, wo es kaum noch offene Wünsche gibt. Zusätzlich ist der Alltagsheld mit einer Doppelachse ausgestattet und lässt sich problemlos jederzeit in der Ergonomie einstellen. Dabei gehen wir so weit, das Produkt „mitwachsen“ zu lassen.

Verschiedene Stürze, leichtes Aufweiten des Radstandes und vieles mehr sind problemlos und nahezu unsichtbar gelöst. Alles ist dem „sleek design“ unterworfen. Abklickbare Schuhe statt Bänder, ultraleichte Polsterlösungen und eine Nabenbremse geben dem „FREE“ im Namen eine neue Bedeutung. Kurz: Dein Lifestyle. Dein Rollstuhl. PARAFREE® ermöglicht Dir die Kombination aus Individualität und Performance, gepaart mit modularer Leichtigkeit.

Wo liegen die Vorteile? 

Ganz klar die modulare Bauweise. Der ultraleichte Rollstuhl kann eine Zuladung im Standard von 130kg aushalten und kann auch für Heavy-Duty-Anforderungen angeboten werden. Die wunderbare Formensprache ist durch einen 900g Monocoque-Rahmen im Zentrum möglich. Von da weg lassen sich zukünftig auch Handbike oder Smartdrive-Elektromotoren ankoppeln. Also aktiv und doch alltäglich universell verwendbar. Das Reisen ist auch komplett zerlegt eine neue Erfahrung. Einzig die Antriebsräder lassen sich noch nicht ganz austricksen. Aber da haben auch einige Firmen schon sehr gute Lösungsansätze. Sogenannte Falträder. PARAFREE wird auch mit diesen innovativen Elementen betrieben werden können. Das System ist dabei offen. Wir ermöglichen zum Beispiel etablierten Rückensystemen von z. B. Tarta eine perfekte Anbindung an unseren Rollstuhl. Der neue Begleiter ist nicht nur außergewöhnlich für aktive Fahrer mit eingeschränkter Beinfunktion. Es ergeben sich schier unendliche Möglichkeiten. Hübsch anzusehen und hochfunktional: Entscheidet aber einfach selbst.

Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Wir haben zugehört. Wir wollen Innovation in und auf den Markt bringen. So haben wir die Trägheit des Marktes bereits durch die bloße Erwähnung aufgewirbelt. „Design und Styling“ ist spätestens seit 2011 auch in der Rollstuhlbranche ein Begriff. Die Vorladung zu Otto Bock hat gezeigt, dass da eine gute Idee auf dem Wege ist.

Natürlich ist ein Rollstuhl ein hochfunktionales Produkt und diesen Anspruch haben wir auch an den PARAFREE. Durch gezieltes Weglassen, aber vor allem konkretes Belassen von Elementen ist ein ganz eigener Archetyp „Rollstuhl“ entstanden. Es ist vor allem das Add-on Prinzip und das Doppelachs-Feature was durchaus Vorteile bringt. So kann das Crossrad mit Gepäckträger ausgestattet werden und als Lastenesel umfunktioniert werden. Wer dann noch auf einen Elektrohelfer setzt, hat beim PARAFREE wenig Probleme. Abends dann auf „schick“ ausgehen oder direkt ins Fitnessstudio? Die Konfiguration vor Fahrtantritt ist spielend einfach. Skeptikern und konventionellen Fahrern ermöglichen wir es mit dem 4-Rad Add-on Ängste zu überwinden. So ist der Umstieg auf PARAFREE kein Experiment, sondern das Abenteuer, was lange gesucht wurde.

PARAFREE, wo geht der Weg hin? 

Aktuell arbeiten wir an unseren internen Prozessen und erarbeiten uns eine Materialbibliothek. Der Ausbau des Lagerbestands und die Entwicklungen vom Detaillösungen fordern viel Zeit und Geduld. Außerdem müssen wir unseren Fertigungsprozess hier in Deutschland stetig verbessern. Zum Beispiel gilt es, den hohen Anteil an Hand- und Schleifarbeiten zu vereinfachen und zu optimieren. Die Entwicklung von professionellen Formen und Klebelehren ist dabei der entscheidende Faktor.

Die nächsten Monate sind spannend und weil das ein fast unbezwingbarer Berg ist, haben wir nun einen Crowdfunding Aufruf auf Startnext gestartet. Für Investoren oder 10 Rollstuhlfahrer bieten wir besonders attraktive Pakete. Und alle anderen dürfen natürlich Daumen drücken und gern spenden, unterstützen oder einfach nur die Idee teilen. Auch wenn wir kreative Prämien erdacht haben, so wissen wir, dass es eher eine Symbolik ist. Wir sind für jede Hilfe dankbar. Ab 2022 erweitern wir auch unsere Kapazitäten durch größere Räumlichkeiten und den Teamausbau. Arbeit gibt es genug. Alles wird um den Erfolg des Rollstuhls konstruiert. Nachhaltiges Wachstum und vorsichtige Schritte sind außerdem viel besser als etwaige Schnellschüsse. Aber es kribbelt in jeder Faser des Körpers.

Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Natürlich wird Langefreunde Design Studio eines der besten Anlaufstationen für Innovatoren, Kunden und Erfinder sein. Ich sage das mit zwinkerndem Auge. Es gibt da draußen so viel zu gestalten und eine Menge zu tun. Einen Ort der Kreativität zu schaffen und diesen mit kompetenten, guten und vor allem engagierten Menschen zu füllen ist dabei mein Minimalziel. Probleme von Menschen oder eines Einzelnen mit Hilfe von Design zu lösen ist weiterhin das Kerngeschäft und das Hauptaugenmerk.

Der Rollstuhl und alles darum wird hoffentlich angenommen und etabliert sein. Ein weiteres Modell wird dann bereits auf den Markt drängen und viele Verbesserungen und Erfahrungen am Ur-PARAFREE werden uns als Team noch mehr zusammengeschweißt haben.

Natürlich träumt man groß, aber ich weiß auch, wie man bescheidene kleine Schritte geht. Deswegen bin ich auch froh, wenn wir einfach großartige Projekte wie zum Beispiel unseren Sleeperoo Cube – bekannt aus der Höhle der Löwen – entwickeln dürfen. Man wird es sehen … wir haben sehr viel vor!

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

Ruhe bewahren und den Kunden immer wieder begeistern. Neben der Entwicklung von unserem Rollstuhl ist eine sehr serviceorientierte Designagentur mit hohem Anspruch an die ganzheitliche Gestaltung entstanden. Unsere Kernkompetenzen spielen wir dabei täglich aus. Wichtig ist also Skills mitzubringen und zu schärfen. Geht nicht, gibt es nicht. Ein erstes Mal kann man auch kundenorientiert vorsichtig budgetieren und so gemeinschaftlich wachsen. Langefreunde ist auch ein Versprechen. Ehrliche Arbeitsweise mit fairen Bedingungen in beide Richtungen. Das sollte man immer vorher mit seinen Auftraggebern verabreden. Dabei hilft ein gut gewachsenes Netzwerk. Und die alten Weisheiten bewahrheiten sich immer wieder: Gute Arbeit spricht sich herum. Dabei nagt in uns auch immer der Ehrgeiz, noch besser zu werden.

Wir bedanken uns bei Felix Lange für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder


Premium Start-up: Langefreunde

Traut euch Fehler zu machen

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Beetgold Vollgemüse Tortillas Bio Glutenfrei LowCarb Ballaststoffreich

Beetgold: Vollgemüse Tortillas mit einem Gemüseanteil von 80% sind Bio, Glutenfrei, LowCarb und Ballaststoffreich

Stellen Sie sich und das Startup Beetgold doch kurz unseren Lesern vor!

Ich bin Kristin, 36 Jahre alt und arbeite bei Beetgold als Marketingleitung. Beetgold wurde 2019 als Coorporate StartUp der Hochland Gruppe gegründet und sitzt im Allgäu. Wir entwickeln, vermarkten und produzieren Produkte auf Gemüsebasis und verwenden dabei Nebenströme der Lebensmittelindustrie. Im Falle unseres ersten Produktes Vollgemüse Tortillas, verwenden wir Trester der bei der Gemüsesaftproduktion anfällt.

Warum haben Sie sich entschieden, ein Unternehmen zu gründen?

Mein Kollege Matthias hatte die Idee, aus Gemüsetrester Produkte zu machen Anfang 2018 und reichte diese Idee bei einem Unternehmenswettbewerb ein. Er gewann den Wettbewerb und begann mit einem kleinen Projektteam aus 4 Personen weiter an der Idee zu arbeiten. Im April 2019 wurde dann die Beetgold GmbH gegründet und ab diesem Zeitpunkt wurde fleißig daran getüftelt, unsere Tortillas auf den Markt zu bringen. Heute besteht das Team aus Produktentwicklern, Marketing, Vertrieb und Produktionsexperten bereits aus 12 Personen.

Welche Vision steckt hinter Beetgold?

Wir bei Beetgold wollen leckere und gesunde Produkte auf Gemüsebasis herstellen, die in der jeweiligen Kategorie eine tolle Alternative zu herkömmlichen Produkten sind. Wir möchten dabei zeigen wie einfach gesund, lecker und nachhaltige Ernährung im Alltag sein kann. Wie bereits erwähnt wurde Trester bislang nicht als Lebensmittel weiterverwendet und wir wollten das ändern. Wir finden, dass Gemüse als Rohstoff sehr wertvoll ist (sogar „goldwert“ –> Beetgold ) und deshalb auch im Gesamten verarbeitet werden sollte. Grundsätzlich kann man sagen, dass ca. 20% des Gemüses bei der Saftherstellung als Trester anfällt und daraus machen wir tolle Produkte auf Gemüsebasis, die dabei noch clean sind und von fast jedem Verbraucher verwendet werden können.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Wie bereits erwähnt hatte Matthias die Idee aus dem Nebenprodukt Trester Produkte herzustellen bei einem internen Wettbewerb der Fa. Hochland eingereicht. Dort hat er gewonnen und zunächst ein halbes Jahr Zeit, weiter an der Idee mit einem kleinen Team aus 4 Personen zu arbeiten. Daraus entstanden dann die Tortillas. Wir konnten damit den Hochland Vorstand überzeugen und Beetgold wurde gegründet. Wir sind ein cooperate StartUp der Hochland Gruppe und hatten deshalb nicht die Herausforderung einer externen Finanzierung. Die größte Herausforderung ist unser Rohstoff der Trester. Trester wurde bisher nicht als Lebensmittel genutzt und daher hat es viel intensive Zusammenarbeit mit den Saftherstellern gebraucht, um die Qualität des Rohstoffs in der Form zu bekommen, wie wir ihn für unsere Tortillas benötigen. Da braucht es gerade zu Beginn eine Vision und eine Portion Idealismus, wenn man sieht, dass Wegwerfen eigentlich günstiger wäre.

Wer ist die Zielgruppe von Beetgold?

Alle die sich gesund und nachhaltig ernähren und einen bewussten Umgang mit Lebensmitteln haben. Tatsächlich sind das hauptsächlich junge Frauen zwischen 18-45 Jahre. Dadurch, dass wir tatsächlich ein sehr cleanes Produkt haben, ist es auch für fast jede Ernährungsform gut geeignet.

Was ist das Besondere an den Produkten? Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Unsere Volllgemüse Tortillas mit einem Gemüseanteil von 80% sind Bio, Glutenfrei, LowerCarb und Ballaststoffreich. Die leckere Alternative auf Gemüsebasis zu herkömmlichen Weizen- und Maistortillas. Die Hauptzutat unserer Vollgemüse Tortillas ist Trester. Der entsteht bei der Saftproduktion und wurde bisher nicht weiter als Lebensmittel genutzt. Viel zu schade finden wir, denn in Trester steckt vollviel Wertvolles: Ballaststoffe, Mineralstoffe, Calcium, Kalium und Vitamin E. Der Großteil des gemüseeigenen Zuckers landet im Saft. Das macht unseren Trester zu einem super Rohstoff für eine LowCarb Ernährung. Mit unseren Vollgemüse Produkten tut man nicht nur sich selbst etwas Gutes, sondern hilft auch dabei, Lebensmittelverschwendung zu reduzieren.

Beetgold, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Unser Ziel ist es, mit unseren Produkten deutschlandweit im LEH und Bio Handel verfügbar zu sein. Wir wollen eine breite Produktrange auf Gemüsebasis anbieten. Beetgold soll sich als Marke etabliert haben und bei der Zielgruppe bekannt sein. Außerdem möchten wir, dass Trester sich als Lebensmittel etabliert hat und es selbstverständlich für Hersteller und Verbraucher ist, natürliche Rohstoffe komplett zu verarbeiten und nicht mehr von Lebensmittelrettung gesprochen werden muss.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

Traut euch Fehler zu machen und denkt nie, dass ihr fertig seid (in der Entwicklung eurer Produkte)

Kennt eure Zielgruppe und bindet diese früh mit ein

Sucht euch Partner/Lieferanten, die den selben Idealismus bzw. die gleichen Werte haben wie ihr

Wir bedanken uns bei Kristin Lebherz für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Teamwork ist ein Muss

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ImageBiopsy Lab

ImageBiopsy Lab: KI-gestützte Softwaremodule, die radiologische Bilddaten präzise und in Echtzeit analysieren

Stellen Sie sich und das Startup ImageBiopsy Lab doch kurz unseren Lesern vor!

Mein Name ist Richard Ljuhar und ich bin CEO von ImageBiopsy Lab. Zusammen mit meinem Vater Davul Ljuhar, sowie Christoph Götz und Philip Meier gehöre ich zum Gründerteam. Wir entwickeln und vertreiben KI-gestützte Softwaremodule, die radiologische Bilddaten präzise und in Echtzeit analysieren. Unser Ziel ist es, medizinisches Personal bei der Befundung und Entscheidungsfindung zu unterstützen und die Diagnostik von Gelenk- und Knochenerkrankungen sehr viel sicherer zu machen. Mit Zulassungen für den europäischen Raum und die USA nutzen aktuell schon über 50 Krankenhäuser und 300 Radiologen unsere Software „IBLAB ZOO“. Dafür operieren wir mit einem Team von 37 Expertinnen und Experten aus Wien und New Jersey.

Warum haben Sie sich entschieden, ein Unternehmen zu gründen?

Ich forsche seit meiner Promotion zu KI-Softwareanwendungen im Bereich der muskuloskelettalen Bildgebung. Mein Vater Davul ist ein Pionier in diesem Bereich und schon immer überzeugt von den Vorteilen neuer Technologien für die Medizin. Das IBLAB-Team war ursprünglich ein unabhängiges Projekt unter dem Dach seines Medtech-Handelsunternehmens Braincon Technologies. Ich konnte dort meine wissenschaftlichen Ergebnisse mit den praktischen Erfahrungen von Ärztinnen und Ärzten zusammenbringen und wir haben erste Produktideen entwickelt. Bald wurde klar, dass unser Software-Konzept viel mehr als nur ein Projekt bleiben würde. Ende 2016 gründeten wir darum die ImageBiopsy Lab GmbH, um die weitere Geschäftsentwicklung eigenständig festlegen zu können. Braincon hat uns dafür die IP-Rechte und die Ergebnisse der vergangenen zehn Jahre übertragen.

Welche Vision steckt hinter ImageBiopsy Lab?

ImageBiopsy Lab will die Digitalisierung in der Radiologie vorantreiben. Die Diagnostik ist hier ausgesprochen komplex und doch haben sich die Methoden der Befundung seit den 1950er Jahren kaum verändert. Unsere Anwendungen können Prozesse automatisieren und einheitliche Standards schaffen, um das medizinische Personal von dem Druck, der durch das Gesundheitssystem und die stetig steigenden Fallzahlen entstanden ist, zu entlasten. Wir sorgen so für sicherere Diagnosen, die natürlich auch und vor allem Patientinnen und Patienten zugutekommen, weil deutlich bessere Ergebnisse erzielt werden. 

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Eine unserer größten Herausforderungen war eine Hightech Startup Förderung, die wir gleich nach der Gründung beantragt und nicht bekommen haben. Es ging um eine Menge Geld, das wir für den Ausbau dringend brauchten – da sind dann natürlich auch die Ansprüche dementsprechend hoch. Wir haben also noch einmal den kompletten Businessplan überarbeiten müssen, was im zweiten Anlauf dann aber auch belohnt wurde. Seit unser Gründung 2016 haben wir bis Juli 2021 knapp 10 Mio. Euro bei Finanzierungsrunden erhalten, unter anderem von APEX Ventures und der Wiener Wirtschaftsagentur. Wir konnten damit die erforderlichen Produkt- und Geschäftsentwicklungsaufgaben angehen. Eine weitere Finanzierungsrunde starten wir noch Anfang kommenden Jahres mit Fokus auf den US-amerikanischen Markt. Mit dem Geld werden wir dann unser Team vergrößern, weitere Anwendungen auf den Markt bringen und diese für die Zertifizierung fit machen.

Wer ist die Zielgruppe von ImageBiopsy?

Wir richten uns an Krankenhäuser – Generalisten und Spezialisten gleichermaßen – und natürlich auch an niedergelassene Ärzte. Unsere Module haben alle die CE-Zertifizierung, sodass wir sie überall im europäischen Raum zur Verfügung stellen können. Eines unserer Module ist auch von der Food and Drug Administration, also dem zuständigen Organ in den USA, zugelassen worden. Bis zum dritten Quartal 2022 werden voraussichtlich auch alle anderen Module dort genehmigt werden. Unser Angebot wird dann also auch in vollem Umfang in den USA zugänglich sein.

Wie funktioniert ImageBiopsy? Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Unsere Softwareanwendungen basieren auf Künstlicher Intelligenz. Jede Röntgenaufnahme wird vollautomatisch in Echtzeit vermessen und durch Handlungsempfehlungen ergänzt. In der Entwicklungsphase haben wir die Algorithmen mit mehr als 10 Millionen radiologischen Aufnahmen gefüttert, sodass sie kleinste Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen den verschiedenen Bildern erkennen und darauf hinweisen kann. Jedes unserer Module ist spezialisiert auf einen bestimmten Knochenbereich und die damit verbundenen Krankheitsbilder. Das Modul HIPPO beispielsweise haben wir speziell für die Hüfte entwickelt, wo es die Beurteilung von Fehlstellungen und radiologischen Scores durch sekundenschnelle und umfangreiche Messungen unterstützt. Der klare Fokus auf muskuloskelettale Radiologie bzw. Orthopädie und das immense Netzwerk in diesem Bereich ist auch mit Sicherheit einer der klaren Unterschiede zu anderen KI-Anbietern in der bildgebenden Diagnostik.

ImageBiopsy, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Bis 2026 wollen wir 14 weitere radiologisch-orthopädische Module für unser Software-Angebot auf den Markt bringen, um möglichst viele medizinische Anwendungsfälle bedienen und unterstützen zu können. Wir wollen unseren Namen in Europa und den USA etablieren, indem wir unsere Anwendungen möglichst vielen Kliniken und Praxen zugänglich machen. Unsere Arbeit soll weiterhin dabei helfen, die medizinischen Standards im Bereich der Radiologie, Orthopädie und Traumatologie zu vereinheitlichen und die Diagnostik sicherer zu machen. Dadurch wollen wir das Vertrauen des medizinischen Personals und natürlich auch der Patienten gewinnen.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

Bevor du mit deinem Unternehmen loslegst, mach dir ein genaues Bild vom Markt. Sprich mit Anwendern zu denen du keine persönliche Verbindung hast. Offenes und ehrliches Feedback ist entscheidend. Die entscheidende Frage ist immer die: Würde ein potenzieller Anwender für deine Idee etwas zahlen? Und wenn ja, wieviel? 

Vor allem Gründer mit Technik-Background fokussieren sich sehr auf die Technologie und weniger auf den Vertrieb. Ein genaues Bild zu haben wie deine Lösung skalierbar verkauft werden kann liefert oft kritischen Input dazu, wie du deine Organisation aufzubauen hast. 

Letztlich braucht es als Gründer immer ein starkes Team. Je besser man sich kennt und sich damit gegenseitig vertraut, desto leichter ist es zu skalieren. Teamwork ist ein muss, daher suche dir deine Mitgründer sorgfältig aus. 

Wir bedanken uns bei Richard Ljuhar für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

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