Dienstag, Mai 12, 2026
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Equity Finanzierung ist keine Wissenschaft, sondern Learning by Doing

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Witty Works

Witty Works: B2B Software-as-a-Service, die unbewusste Stereotypen in der Sprache mithilfe eines KI-basierten Sprach-Algorithmus erkennt

Stellen Sie sich und das Startup Witty Works doch kurz unseren Lesern vor! 

Nadia Fischer: Wir haben eine B2B Software-as-a-Service entwickelt, die unbewusste Stereotypen in der Sprache erkennt mithilfe eines KI-basierten Sprach-Algorithmus. Sie befähigt Unternehmen, eine inklusive Sprache konsistent anzuwenden und firmenweite Sprachregelungen einfach umzusetzen.

Unternehmen müssen eine inklusive Kultur entwickeln, um auf dem globalen, immer vielfältigeren Markt bestehen und für Talente attraktiv sein zu können. Unser Tool ist eine tiefschwellige Software, die genau das flächendeckend im Unternehmen erreichen kann.

Warum haben Sie sich entschieden, ein Unternehmen zu gründen?

Nadia Fischer: Das kam nicht ganz so bewusst, wie das später nachher aussieht. Es gab dafür wohl drei Gründe: Ich sah mich schlecht mit 46 Jahren wieder in einem Corporate zu arbeiten, wo ich in Regeln reingedrängt werde, die mir nicht mehr passten. Ich war neugierig, ob ich selbst ein Unternehmen auf die Beine stellen könnte und wollte das einfach versuchen. Der Mangel an Diversität in den Chefetagen und im technischen Bereich bereitete mir Sorgen. Die Arbeitswelt muss vielfältiger werden, um den vielfältigen Bedürfnissen auf der Welt gerecht zu werden.

Welche Vision steckt hinter Witty Works?

Lukas Kahwe Smith: Firmen haben verstanden, dass Diversität eine riesige Opportunität ist und parallel auch über Gesetze der gesellschaftliche Druck da ist um die Ungleichheiten in der Geschäftswelt zu korrigieren.

Bis jetzt hat sich die Businesswelt darauf konzentriert, dass sich unterrepräsentierte Gruppen integrieren müssen, um nicht aufzufallen. Wir wählen einen nachhaltigen und progressiven Weg: Die Unternehmen und die Gesellschaft ergreift die Verantwortung, sich so zu ändern, damit alle ihr volles Potential ausschöpfen können und ihre Identität einbringen können. 

Dazu bieten wir eine konkrete Lösung, die Unternehmen und ihre Mitarbeitende dabei unterstützt den notwendigen Kulturwandel zu realisieren. Wir denken, dass es am effektivsten ist, wenn eine firmenspezifische inklusive Sprache eingeführt wird, welche durch die Integration in digitale Werkzeuge wie Rechtschreibkorrektur verfügbar gemacht wird. So können Mitarbeitende leichter ihre Sprache weiterentwickeln und gleichzeitig im täglichen Leben mit ihren unbewussten Vorgenommenheiten konfrontiert werden.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert? 

Nadia Fischer: Zuerst habe ich noch 50% als Freelancer gearbeitet in meiner Expertise des vorhergehenden Jobs (Agile Coach). Es war schwierig, den Fokus zu halten. 

Die grössten Herausforderungen?

Nadia Fischer: Die Balance zwischen “Leute einstellen” und “Kommt der Umsatz rein, den wir brauchen, um die Löhne zu zahlen”. Das hat mir oft schlaflose Nächte bereitet. Die Finanzierungsrunde auf die Beine zu stellen und sie auch zu schliessen. Das war alles totales Neuland für uns. Täglich lernt man dazu. Es ist eine emotionale Achterbahn. 

Wer ist die Zielgruppe von Witty Works?

Nadia Fischer: Unternehmen, die in ihrer Belegschaft divers werden und bleiben wollen. Dies ist nur möglich über die Schaffung einer inklusiven Kultur. Und das ist heute Angelegenheit der Geschäftsleitungen. D.h. die Geschäftsleitungen leben und geben vor, welche Kultur im Unternehmen herrscht. In vielen Fällen haben wir mit Grossunternehmen zu tun, die den Druck des Arbeitsmarktes spüren. Aber auch mittlere Unternehmen beginnen, ihre Kultur zu hinterfragen.

Wie funktioniert Witty Works? Wo liegen die Vorteile?

Nadia Fischer: Es ist ein regelbasierter Algorithmus, der durch NLP “smart” gemacht wird. Wir mussten mit Regeln beginnen, da wir den Algorithmus nicht einfach vom Web lernen lassen konnten. Sonst wäre der Bias ja grad wieder drin. 

Die Angestellten, die mit dem Tool arbeiten, lernen “on the job” inklusiv zu schreiben. Aber der Effekt geht noch viel weiter: Da sie durch den Algorithmus auf ihre eigenen, unbewussten Stereotypen aufmerksam gemacht werden, werden sie sich deren bewusst und können ihr Verhalten Schritt für Schritt anpassen. 

Witty Works, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Lukas Kahwe Smith: Unser Fokus ist aktuell von der Schweiz aus nun den ganzen DACH Markt zu gewinnen. Das Ziel ist es die Lösung zu sein für Unternehmen, um eine konsistente firmenspezifische inklusive Sprache zu finden und umzusetzen, sowohl in Europa aber auch weltweit. Das bedeutet stetig neue Sprache hinzuzufügen, aber viel wichtiger noch über Plugins uns überall dort einklinken wo Kommunikation stattfindet, im Browser, in Desktop Applikationen wie Word und Outlook, im Team Chat usw.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründer:innen mit auf den Weg geben?

Nadia Fischer und Lukas Kahwe Smith: Wenn man gründet, muss man vom Thema (auch wenn das Produkt noch nicht klar ist) sehr überzeugt sein. Denn es braucht 3 – 5 Jahre, bis man damit erfolgreich ist.

Wichtig ist auch das Durchhaltevermögen. Als Gründer:in muss man sich darauf einstellen, dass es viel Energie und Nerven braucht, bis das Business Modell funktioniert. Es ist auch eine Achterbahn der Gefühle.

Equity Finanzierung ist keine Wissenschaft, sondern sehr viel Learning by Doing. Zudem ist der Weg das Ziel: Fragen von Investor:innen und Pitches helfen, um die eigene Vision zu schärfen. Gründer:innen dürfen sich hier also nicht abschrecken lassen, wenn sie darüber noch nicht viel wissen. 

Wir bedanken uns bei Nadia Fischer und Lukas Kahwe Smith für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

BEHARRLICH SEIN!

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Frizzschmizzz Verlag nici mommsen

Nici Mommsen Autorin und Verlegerin des Frizzschmizzz Verlag im Interview

Stellen Sie sich und den Frizzschmizzz Verlag doch kurz unseren Lesern vor!

Nici Mommsen: Ich komme ursprünglich aus dem Filmbereich und war dort unter anderem lange als Agentin für Autoren, Regisseure und Schauspieler tätig, bevor ich angefangen habe, als Drehbuchautorin Projekte zu entwickeln. Über eine Ausschreibung zu einer Kinderhörbuch-App habe ich die ersten Ideen zu „Anton und die Dinge zwischen Himmel und Erde“ entwickelt. Als dann mein Auftraggeber insolvent ging, habe ich beschlossen das Projekt selbst auf die Beine zu stellen.

Dafür habe ich den Frizzschmizzz Verlag gegründet, um die gesamten Rechte zu bündeln und zu verwerten. Mit dem Verlag plane ich, zum einen weitere Fortsetzungen zu schreiben und auch andere Projekte für Kinder zu produzieren und zu veröffentlichen.

Warum haben Sie sich entschlossen, ein Buch zu schreiben und einen Verlag zu gründen?

Ein Kinderbuch zu schreiben war eigentlich gar nicht mein Plan. Als ich mich dann entschloss, das Projekt weiter zu machen, wusste ich, dass ich für die Realisierung die absolute Kontrolle über alle kreativen Prozesse, Vermarktung und Rechtevertrieb behalten wollte. Dafür habe ich den Frizzschmizzz Verlag gegründet, um die Voraussetzung zu schaffen, das Universum um die Abenteuer von „Anton und die Dinge zwischen Himmel und Erde“ frei erschaffen zu können.

Was war bei der Gründung vom Frizzschmizzz Verlag die größte Herausforderung?

Nici Mommsen: Die Gründung an sich war nicht schwer. Dranbleiben, beharrlich sein, nicht aufgeben, sich nicht verunsichern lassen, den eigenen Schweinehund überwinden. Das sind die eigentlichen Herausforderungen. Natürlich gibt es Rückschläge, Probleme, Schwierigkeiten und Hürden. Aber Lösungen gibt es immer!

Kann man mit einer Idee starten, wenn noch nicht alles perfekt ist?

Wann ist schon etwas perfekt? Als ich den Verlag gegründet habe, gab es eine Idee. Ursprünglich sollte es eine App werden, dann habe ich mich dagegen entschieden und erstmal die ersten drei Abenteuer für das Buch und die Hörspiele geschrieben.  Eine App kann immer noch folgen…

Eine Idee ist wie ein Samenkorn, das sich in alle möglichen Richtungen entwickeln kann und trotzdem zu einer wunderschönen Blume wird. Auch wenn man sie sich ursprünglich ganz anders vorgestellt hat!

Welche Vision steckt hinter den Büchern?

Meine Vision war immer, dass Familien mit ihren Kindern gemeinsam die Geschichten lesen oder sich die Hörspiele z.B. im Auto auf dem Weg in die Ferien anhören und anschließend über die Fragen, die sich Anton stellt, austauschen.

Z.B. geht es in den ersten drei Abenteuern um die übergeordnete Frage, ob das, was man träumt wahr ist und was eigentlich „wirklich“ bedeutet. Das sind Fragen, zu denen es keine konkreten Antworten gibt, über die man aber herrlich plaudern und phantasieren kann! Und ich wünsche mir, dass die Geschichten von Anton zu diesen Gesprächen inspirieren!

Wer ist die Zielgruppe von den Büchern?

Nici Mommsen: Die Geschichten machen Menschen ab sieben Jahren Spaß, je nach Leselust der Kinder zum Vorlesen oder auch zum Selberlesen. Mir war es aber auch wichtig, die Bücher so zu gestalten, dass sie auch den Vorlesenden, also Eltern, Geschwister, Tante, Onkel und Großeltern Spaß machen!

Wieviele Bücher haben Sie schon veröffentlicht?

Im letzten Jahr habe ich das erste Buch und die dazugehörigen Hörspiele veröffentlicht.

„Anton und die Dinge zwischen Himmel und Erde“ enthält die ersten drei Abenteuern, die der Beginn einer hoffentlich langen Reihe von noch vielen, vielen Abenteuern um Anton und seinen Freunden sein werden!

Wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Nici Mommsen: Es wird bald eine neue Auflage geben, um auch den stationären Buchhandel zu erreichen. Weitere Abenteuer schreiben und veröffentlichen. Dazu wird es sicherlich wieder Hörspiele geben. Darüber hinaus wünsche ich mir, auch Projekte mit anderen Autoren zu verwirklichen und zu veröffentlichen, so dass ich in fünf Jahren einen kleinen aber feinen Verlag mein Eigen nennen darf.

Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründerinnen mit auf den Weg geben?

BEHARRLICH SEIN!

NIE AUFGEBEN!

SPASS HABEN!

Wir bedanken uns bei Nici Mommsen für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Persönliche Weiterentwicklung nicht aus den Augen lassen

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tierliebhaber

Tierliebhaber 100 Prozent natürliche Alternativen zur Unterstützung der Gesundheit des Hundes

Stellen Sie sich und ihr Unternehmen Animagus mit ihrer Marke Tierliebhaber doch unseren Lesern kurz vor.

Ich bin Josefine Schmidt glückliche Hundehalterin und gemeinsam mit meinem Partner Philipp Smakman Gründerin der Animagus GmbH. Im Zentrum unseres Unternehmens steht unsere Marke Tierliebhaber. Wir entwickeln und verkaufen 100 Prozent natürliche Alternativen zur Unterstützung der Gesundheit des Hundes, mit denen wir über unseren Onlineshop bereits über 100.000 Hundehalter in Deutschland und Österreich glücklich machen konnten. Bei uns steht nicht nur der Vierbeiner und sein Wohlergehen im Mittelpunkt. Wir möchten auch die Anwendungen unsere Produkte so einfach wie möglich machen, um auch Halterinnen und Halter bestmöglich zu unterstützen.

Warum haben Sie sich entschieden, ein Unternehmen zu gründen?

Wir als Gründerteam sind leidenschaftliche Hundehalter und lieben die Vierbeiner. Uns ist aufgefallen, dass alle bisherigen Produkte meist voller künstlicher Erzeugnisse waren. Uns war klar, dass es auch einen natürlichen Weg geben muss, also haben wir begonnen, uns intensiver mit diesem Thema auseinander zu setzen. Schließlich haben wir uns 2016 noch aus unserer Wohnung in Berlin heraus entschieden, den Schritt zu wagen. Das erste Feedback war überwältigend, was uns natürlich darin bestärkt hat, dass wir die richtige Entscheidung getroffen haben. Seitdem setzen wir alles daran, unsere Produkte und Innovationen stetig zu verbessern und die Liebe zum Tier nie aus den Augen zu verlieren.

Welche Vision steckt hinter Tierliebhaber?

Unsere Mission ist es, natürliche Alternativen für Hunde zu entwickeln, die einfach in ihrer Anwendung sind. Als Hundehalter kannten wir zuvor nur Produkte, die mit einer schwierigen, umständlichen Anwendung verbunden waren. Mit Tierliebhaber wollten wir den natürlichen Weg mit einer einfachen Anwendung verbinden. Heute arbeiten bereits 23 Mitarbeiter daran, diese Vision zu verwirklichen.  

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Die Finanzierung war zu Beginn unsere größte Herausforderung. Wir gingen unseren Weg ohne Investoren und zahlten lange Zeit nichts aus. Alle Umsätze wurden reinvestiert, um Wachstum zu generieren. Natürlich sind wir mit unserer Marke in eine Branche eingestiegen, in der es gewisse Lobbys und Branchenführer gibt, die ungern natürliche Alternativen sehen. Wie bei jedem Start-Up, das neu in einen Markt kommt, werden hier einige Steine in den Weg gelegt, die es zu überwinden gilt. Zusätzlich hat man als Anbieter, der natürliche Produkte entwickelt, viel Aufklärungsarbeit über die Wirksamkeit zu leisten. Es gilt aufzuzeigen, dass man nicht immer direkt zur Chemie greifen muss. 

Wer ist die Zielgruppe von Tierliebhaber?

Unsere Zielgruppe sind alle Hundehalter, die ihre Vierbeiner mit natürlichen Alternativen unterstützen wollen und nicht gleich zur „Chemiekeule“ greifen möchten. 

Wie funktioniert Tierliebhaber? Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Neben unserem rein auf natürliche Produkte basierenden Ansatz sind natürlich die Einfachheit der Anwendung in Verbindung mit innovativen Formeln ein großes Alleinstellungsmerkmal. Über verschiedene Kanäle und unsere Nähe zu unseren Kunden haben wir dazu eine authentische Community aufgebaut. Bei Tierliebhaber weiß man, wer hinter der Marke steht, da wir oft und gerne Gesicht zeigen. Uns treibt es dabei an, uns stets zu verbessern. Wir ruhen uns nicht auf einem gutfunktionierenden Produkt aus, sondern verbessern die Produkte immer weiter. Dieser Antrieb zur Verbesserung wird auch von all unseren Mitarbeitern gelebt und geht somit durch das gesamte Unternehmen.

Wie schaffen Sie es, ihre Philosophie mit der Unternehmens-DNA zu verbinden?

Der Grundstein dabei ist auf jeden Fall das Team, das dahintersteht. Jeder bei uns lebt und unterstützt die Mission von Tierliebhaber zu 100 Prozent. Es ist nicht „nur ein Job“, sondern eine echte Herzensangelegenheit.

Tierliebhaber, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Unser Ziel ist ganz klar, immer weiter das Beste für Hund und Halter zu schaffen. Dazu gehören noch bessere Produkte und noch mehr Innovation. In fünf Jahren möchten wir noch breiter und innovativer ausgestellt sein und unsere Vision in weitere Märkte bringen. Ganz getreu dem Motto: Von Leipzig raus in die Welt!

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

Für angehende Gründer ist es besonders wichtig, die persönliche Weiterentwicklung nicht aus den Augen zu lassen. Dabei sollte der Fokus auch immer auf die Marke und das Team, das dahintersteht, gelegt werden. Nur wer das bestmögliche Team hinter sich hat, wird auch nachhaltig Erfolg haben. Besonders wichtig ist bei all diesen Punkten, dass man eine gesunde Balance findet. Wenn die Gründer mit ihrer Firma wachsen können, sowohl fachlich als auch persönlich, hat man ein gesundes Wachstum, auf dem man langfristig aufbauen kann.

Wir bedanken uns bei Josefine Schmidt für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Das Wichtigste ist, die richtigen Partner zu finden

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magaloop: digitaler B2B Marktplatz vernetzt Einzelhändler mit Lieferanten

magaloop: digitaler B2B Marktplatz vernetzt unabhängige Einzelhändler direkt mit Lieferanten

Stellen Sie sich und das Startup magaloop doch kurz unseren Lesern vor!

Mein Name ist Uwe Hölzer, ich bin CEO des Start-ups magaloop, dass ich 2018 gemeinsam mit Michael Högemann, ehemaliger Dawanda-Gründer, gegründet habe. Ich bin seit über 30 Jahren im internationalen Handel tätig, war u.a. in der Geschäftsführung von ALDI und real,- sowie international für die Metro Group im Einsatz. 

Mit magaloop haben wir einen digitalen B2B-Marktplatz geschaffen, der über die gleichnamige kostenfreie App unabhängige Einzelhändler direkt mit Lieferanten vernetzt. Das Tool sorgt für schnelle, einfache und effiziente Bestellvorgänge und verhilft damit unabhängigen Kiosken, Spätkaufläden, Bäckereien, Imbissen oder Tankstellen-Shops zu einem besseren Ressourcenmanagement. Durch die Kooperation mit FMCG-Herstellern profitieren die Shops von günstigen Preisen und Sonderangeboten und die Hersteller erhalten einen direkten Zugang sowie Einblick in die Warenströme des unabhängigen Handels, den es so bisher nicht gab.

Warum haben Sie sich entschieden, ein Unternehmen zu gründen?

Aus meiner langen Erfahrung im internationalen Handel, weiß ich um die große Bedeutung der kleinen unabhängigen Händler für die FMCG-Hersteller, ich kenne aber auch ihre alltäglichen Schwierigkeiten, wie z. B. die Undurchsichtigkeit der Angebote beim Einkauf, geringe Margen und analoge Prozesse wie vor 100 Jahren. Der Bereich schreit förmlich nach Digitalisierung! Durch Zufall haben Michael und ich uns in Berlin bei einer Startup-Veranstaltung kennengelernt, bei der Michael als Speaker über seine Erfahrungen bei Dawanda berichtete. Als ich ihm von meiner Idee erzählte, ist er  sofort darauf angesprungen. Als Experte von Marktplätzen war er es, der die Idee hatte, alle digital miteinander zu vernetzen. Nach vielen weiteren Treffen haben wir dann im Frühjahr 2018 die magaloop GmbH gegründet.

Welche Vision steckt hinter magaloop?

Unsere Vision mit magaloop ist es den weltweit größten B2B-Marktplatz im traditionellen, unabhängigen Handel zu schaffen und dabei die Millionen von kleinen Händlern rund um den Globus nachhaltig zu unterstützen und sie zukunfts- und wettbewerbsfähig zu machen. 

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Eine große Herausforderung war es, das Vertrauen der unabhängigen Händler zu gewinnen. Durch die bisher undurchsichtigen Strukturen im Einkauf und der Zulieferung, sind sie sehr misstrauisch, sich auf neue Bestellwege einzulassen. Dazu kommt, das die Händler eine sehr heterogene Zielgruppe sind und die Ansprache am besten durch das persönliche Gespräch vor Ort funktioniert. Wir mussten also Vertrauen aufbauen, damit uns die Händler erzählen, was sie beschäftigt, was sie umtreibt und vor allem was besser gemacht werden muss. Inzwischen nutzen mehr als 2.000 Händler die Plattform und es werden täglich mehr.

Für die initiale Finanzierung unterstützte uns Piton Capital als Investor. Im März diesen Jahres konnten wir durch unsere Seed-Finanzierungsrunde knappe 6 Millionen Euro an weiterem Kapital von Investoren wie Redalpine, Atlantic Food Labs, Piton Capital, Market One Capital, Bitburger Ventures und FJ Labs einsammeln. 

Wer ist die Zielgruppe von magaloop?

Unsere Zielgruppe sind zum einen die unabhängigen Händler – Betreiber von Kiosken, Spätkaufläden, Bäckereien, Imbissen oder Tankstellen-Shops. All diesen Einzelkämpfern greifen wir mit magaloop unter die Arme und geben ihnen nicht nur ein kostenfreies digitales Tool an die Hand, mit dem sie ihre Prozesse effizienter gestalten können, sondern schaffen durch die Vielzahl an Händlern, die unsere Plattform nutzen, eine bessere Verhandlungsposition gegenüber Lieferanten. Damit schaffen wir mehr Transparenz und die einzelnen Händler profitieren von besseren Preisen, Sonderangeboten und Cashbacks. Die zweite Zielgruppe sind die Lieferanten und FMCG-Hersteller, über die wir die Plattform auch finanzieren. Sie erhalten einen Einblick in die gesamten Warenströme des Impulskanals und einen direkten Zugang zu den unabhängigen Händlern. Somit bieten wir dem Markt eine bisher nie dagewesene Datengrundlage. 

Wie funktioniert magaloop? Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Das digitale Tool sorgt für schnelle, einfache und effiziente Bestellvorgänge, z.B. über smarte Features wie den Barcode-Scanner oder die Bestellhistorie. Der digitalisierte Ordering-Prozess reduziert Fehler und erleichtert gleichzeitig das Logistik-Management von Lieferanten. Neben dem besseren Ressourcenmanagement sparen die Händler durch die Preistransparenz, spezielle Angebote und Cashbacks zusätzlich Geld beim Einkauf. 

magaloop ist der einzige digitale Marktplatz, der sich speziell an unabhängige Händler richtet und sie mit Großhändlern und Herstellern verknüpft.

magaloop, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Nachdem wir in der Berliner Späti-Szene schon sehr erfolgreich sind, weiten wir unser Geschäftsfeld aktuell in weiteren Städten und Regionen in Deutschland aus, wie z. B. Hamburg, Rhein-Main und Nordrhein-Westfalen. Der nächste Schritt ist dann die internationale Ausweitung. Gerade Osteuropa, Südamerika und Asien sind Märkte, in denen der unabhängige Handel eine gewaltige Bedeutung hat – in diese Märkte wollen wir perspektivisch mit magaloop eintreten  und auch dort unabhängige Händler durch Digitalisierung nachhaltig zukunftsfähig machen. 

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

Das Wichtigste ist, die richtigen und vertrauenswürdigen Partner zu finden, die für die jeweiligen Fachgebiete gute  Coaches sind. Es ist  hilfreich, wenn jemand darunter ist, der einen Namen in der Branche hat und für Erfolg steht. Sucht nach dem Gründer, der den Weg, auf den ihr euch gerade macht,  bereits erlebt hat – und auch bereits die ein oder andere Narbe davon getragen hat. Statt der vielen Berater, die sich jeden Tag selbst auf Business-Netzwerken anbieten, solltet ihr lieber selbst auf die Suche nach passenden Partnern gehen und dabei euer eigenes Netzwerk nutzen. 

Der zweite Tipp heißt: Durchhalten! Gründen heißt, durch fürchterliche Täler zu gehen, durch Situationen, in denen die Nerven blank liegen. Aber wie schön ist es, wenn es wieder diesen herrlichen Tag gibt, wo es alles rund läuft. Also dranbleiben und weitermachen. 

Und Drittens: Fokus. Ich habe die Arbeit im Konzern, im Mittelstand und im Start-up kennengelernt und der Erfolg des Start-ups liegt ganz klar in seiner Geschwindigkeit. Diese gilt es so lange wie möglich zu erhalten und sich an neue oder veränderte Anforderungen anzupassen. Dabei sollte man sich aber nicht verzetteln und den Fokus verlieren. Gerade wenn man feststellt, dass bestimmte Annahmen falsch waren, muss man den Mut aufbringen zu korrigieren, um danach wieder Vollgas zu geben, denn das macht am Ende auch den meisten Spaß am Gründen: das Speed-Boot fahren. 

Wir bedanken uns bei Uwe Hölzer für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

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FiveTeams

FiveTeams anonymer Jobmarktplatz für Techies

Stellen Sie sich und das Startup FiveTeams doch kurz unseren Lesern vor!

Sehr gerne! Ich bin Lukas, Co-Founder von FiveTeams und gemeinsam mit meinen MitgründerInnen Anja und Alessandro entwickle ich einen anonymen Jobmarktplatz, auf dem sich Techies über ihrem Wunschgehalt abwerben lassen können. Wir setzen es uns zum Ziel, einen vollkommen fairen und transparenten Jobmarkt zu schaffen, auf dem Talente ausschließlich auf Basis ihrer Skills und Erfahrungen entlohnt werden. Daher haben wir unsere Plattform so aufgebaut, dass in dem Matching zwischen Techies und Tech-Jobs keinerlei diskriminierenden Faktoren wie etwa Alter, Geschlecht oder Herkunft zum Tragen kommen. Was zählt, sind ausschließlich Fähigkeiten, Erfahrungen und Gehaltswünsche.

Warum haben Sie sich entschieden, ein Unternehmen zu gründen?

Letztlich haben uns drei Aspekte bzw. Probleme im Markt dazu bewogen, FiveTeams zu gründen: Zum einen ist das Gehalt heutzutage noch zu stark durch diskriminierende Faktoren bestimmt. Der “Migration Pay Gap”, sprich der Lohnunterschied zwischen Deutschen und Ausländern trotz gleicher Eignung, liegt bei 15%. Der “Gender Pay Gap” liegt bei 19%. Im Tech-Bereich liegt er sogar bei 27%. Diese Gehaltsunterschiede auf Basis von diskriminierenden Faktoren müssen unseres Erachtens der Vergangenheit angehören. 

Zum anderen haben wir gemerkt, dass über die gängigen Abwerbekanäle wie z.B. LinkedIn oft unpassende Angebote in Massenmails versendet werden. Oft wird man auch direkt am Arbeitsplatz angerufen, was unangenehm sein kann. Bedeutet, dass die vorherrschenden Abwerbepraktiken ziemlich ineffizient sind, also noch großes Optimierungspotential in sich bergen.

Darüber hinaus wird das Gehalt oftmals viel zu spät im Prozess angesprochen. Talente müssen oft drei bis vier Interviewrunden durchlaufen, nur um dann eventuell festzustellen, dass das Gehalt kein wirkliches Upgrade ist. Natürlich ist das Gehalt nicht alles und für viele weniger wichtig als z.B. der „Cultural Fit“. Wir interpretieren daher das Gehalt als Hygienefaktor, also eine Art ersten Filter, der talentseitig die Gesprächsbereitschaft aufzeigt, damit dann im Abwerbeprozess selbst über die wirklich wichtigen Dinge effizient gesprochen werden kann. Um dies zu erreichen, committen sich abwerbende Unternehmen auf FiveTeams zu einem konkreten Gehalt im Voraus, welches ihnen die gewünschten Skills und Erfahrungen wert sind. 

Welche Vision steckt hinter FiveTeams?

Eine Welt, in der Talente ausschließlich auf Basis ihrer Fähigkeiten und Erfahrungen gewürdigt werden – unabhängig von Geschlecht, Herkunft, Alter oder Religion. Um den Jobmarkt fairer zu gestalten, fördern wir mit FiveTeams Anonymität (Unternehmen wählen Kandidaten vorurteilsfrei aus) und Transparenz (Unternehmen verpflichten sich zum gewünschten Mindestgehalt ohne Spannen oder Schätzungen) in einer Lösung, die auf Simplizität getrimmt ist.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Als zweiseitige Online-Plattform unterliegen wir dem klassischen Henne-Ei-Dilemma: die Plattform wird für beide Seiten umso interessanter, je „größer“ die jeweils andere ist. Unsere größte Herausforderung war die Lösung dieses Dilemmas. Glücklicherweise haben wir im Team einiges an praktischer und theoretischer Erfahrung, was mögliche Herangehensweisen an diese Herausforderung betrifft. So konzentrieren wir uns beispielsweise in unserer Zielgruppenansprache regional derzeitig noch stark auf Berlin und München, um beide Plattformseiten homogen aufbauen zu können. Derzeitig finanzieren wir uns über das „Berliner StartUp Stipendium“. 

Wer ist die Zielgruppe von FiveTeams?

Auf der einen Seite adressieren wir Techies, wobei wir uns hier auf die vier Bereiche SoftwareentwicklerInnen, Data Scientist, UI/UX DesignerInnen sowie Marketeers fokussieren. Um für diese Gruppe(n) passende Jobs zu bekommen, konzentrieren wir uns auf der anderen Seite auf Unternehmen (sowie StartUps als auch Konzerne), die Tech-Stellen zu besetzen haben. 

Wie funktioniert FiveTeams? Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Techies können innerhalb einer Minute ein Profil bei FiveTeams anlegen, indem sie ihren Mindestgehaltswunsch angeben und entweder ihr LinkedIn-Profil oder ihren CV mit uns teilen. Einmal registriert, erhalten sie dann Jobangebote auf Autopilot, die perfekt auf ihr Tech-Stack passen sowie über ihrem Gehaltswunsch liegen.

Damit sie passende Jobangebote erhalten können, starten Unternehmen auf FiveTeams Suchkampagnen, indem sie genau angeben, welche Stelle besetzt werden soll, welche Skills und Erfahrungen hierfür nötig sind und welches jährliche Gehalt ihnen diese Fähigkeiten wert sind. 

Dabei wollen wir eine digitale Alternative für passiv-Jobsuchende darstellen, welche sonst vor allem mit Headhuntern und Personalberatern zusammenarbeiten. Um dies zu tun, setzen wir auf die Alleinstellungsmerkmale “Salary First” und 100%ige Anonymität der Talente. Derzeitig bestehende Plattformen adressieren vor allem die Bedürfnisse aktiv-Jobsuchender. Darüber hinaus verlangen wir von Unternehmen keine hohen Erfolgsprovisionen (im Personalvermittlermarkt sind zwischen 25-35% auf das Jahresgehalt üblich), sondern bitten sie, das durch uns „Ersparte“ auf das Gehalt der Talente draufzulegen.

FiveTeams, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Derzeitig sind wir vor allem in Berlin und München aktiv – im Verlaufe dieses Jahres werden weitere deutsche Großstädte wie z.B. Frankfurt, Hamburg oder Düsseldorf dazukommen. In fünf Jahren wollen wir der globale Jobmarktplatz sein, der die Herausforderungen passiv-Jobsuchender löst und den generell den Jobmarkt gerechter gestaltet. Für uns geht der Weg klar in die Richtung, den Jobmarkt hinsichtlich Gleichberechtigung zu sensibilisieren und diesen Talent für Talent fairer zu gestalten. Wir glauben fest daran, dass für die Lösung zukünftiger, globaler Herausforderungen ein unvoreingenommener Blick auf und Zugang zu einem möglichst großen, diversen Talentpool erfolgskritisch ist. 

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

Wir hatten und haben das Glück, von vielen inspirierten Menschen lernen zu können und eine Menge wertvoller Tipps erhalten zu haben. Unsere Top 3 sind wahrscheinlich:

Just Do It: „Planung ist wichtig, aber kein Plan überlebt den ersten Kontakt mit der Realität“ . Daher ist es ständig unsere oberste Maxime, Ideen schnell praktisch zu testen als diese lange theoretisch zu verkünsteln. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass Proaktivität immer ein guter Ratgeber ist, vor allem, da man selbst wenn etwas nicht klappt, unglaublich viel lernt.

Feedback und Insights von erfahrenen Gründern einholen: Jeder macht für die Learnings sehr wichtige Fehler. Wichtig ist nur, den gleichen Fehler nicht zwei oder noch ärgerlicher drei Mal zu machen. Und noch besser ist es, nicht nur von eigenen, sondern auch von den Fehlern anderer zu lernen. Deshalb raten wir jedem und jeder, ein starkes Netzwerk an z.B. MentorInnen aufzubauen, um von diesen lernen zu können und – wo nötig – an die Hand genommen zu werden. 

Write code – talk to customers: Wahrscheinlich DER klassische Y-Combinator-Ratschlag. Dieser Tipp hat uns enorm dabei geholfen, den richtigen Fokus zu setzten und uns in der StartUp-Achterbahnfahrt nicht zu sehr von weniger zielführenden Dingen ablenken zu lassen.   

Wir bedanken uns bei Lukas Koch für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder


Premium Start-up: FiveTeams 

Kontakt:

FiveTeams
Ernst-Reuter-Platz 1
DE-10587 Berlin

https://www.fiveteams.com/
lukas@fiveteams.com

Ansprechpartner: Lukas Koch

Social Media:
LinkedIn: https://www.linkedin.com/company/fiveteams/
Facebook: https://www.facebook.com/FiveTeams
Instagram: https://www.instagram.com/fiveteamscom/

Authentische Führung

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Paper & Tea teekultur

P & T – Paper & Tea moderne Teekultur aus Berlin

Stellen Sie sich und das Unternehmen Paper & Tea doch kurz unseren Lesern vor!

Ich bin Caroline S. Henne und Geschäftsführerin bei P & T – Paper & Tea – den Pionieren der modernen Teekultur aus Berlin. Leidenschaftliche Teetrinkerin aus Familien-Tradition, Überzeugung und auch, weil ich eine Unverträglichkeit gegen Kaffee habe. P & T wurde 2011 als Anbieter feiner und seltener Tees und Wegbereiter einer anspruchsvollen, modernen Teekultur in Charlottenburg gegründet. Schöpfend aus den Traditionen und dem Wissen der Ursprungsländer des Tees, ist es unsere Leidenschaft, die Wertschätzung für die Schönheit, den Genuss, und die mannigfachen Anwendungen des Tees zu fördern. Wir schätzen die Kraft des Tees für Gesundheit, Kreativität und Gemeinschaft.

Warum haben Sie sich entschlossen, Geschäftsführerin zu werden? 

Ich war lange auf der anderen Seite, in der Beratung tätig – erst im Consultancy Arm der GfK zuständig für digitale Transformationen großer Unternehmen, hauptsächlich im Lifestyle- und Luxus-Bereich, dann als Head of Luxury bei Google UK. Aber irgendwann musste ich diese Corporate-Welt verlassen, um unabhängiger und nachhaltiger – und somit näher an meinen Überzeugungen zu arbeiten; zunächst als CMO für den Online Luxus-Marketplace Wolf & Badger, später freiberuflich meine Zeit dem (besonders digitalen) Wachstum kleinerer, unabhängiger Luxusmarken widmend – unter anderem auch schon für Paper & Tea , jetzt seit Beginn des Jahres als Geschäftsführerin bei den Berliner Tee-Pionieren.

Moderne Teekultur heißt für uns, Tee ganz im Sinne des Modernen nicht nur analog, sondern auch digital zu zelebrieren: in unseren Online-Seminaren, Instagram Live Sessions, und generell über unsere Social-Media-Kanäle, gemeinsam mit Menschen in der ganzen Welt. Die digitalen Kanäle sind für uns bei P & T die größten Wachstumstreiber, wo ich meine Expertise am besten einbringen kann. 

P & T ist für mich eine ganz besondere Marke, da das Team aus voller Überzeugung nach den richtigen Werten arbeitet und die Qualität, die Nachhaltigkeit, und die Gastfreundschaft stets in den Vordergrund stellt. Ich glaube persönlich stark an diese Kraft des Tees, die unsere Marken-Vision begründet, und kann hier meine gesamte Erfahrung einbringen und jeden Tag dazulernen. Nicht nur durch meine Aufgaben, sondern auch über den Tee und Teekultur an sich. Das ist wunderbar motivierend. 

Was war dabei die größte Herausforderung?

Paper & Tea ist ein voll und ganz global agierendes Unternehmen – auf zwei ganz unterschiedliche Arten und Weisen: Wir vertreiben unsere Tees und Tee-Accessoires nicht nur über unsere fünf Stores in Berlin, Hamburg, und Köln, sondern auch weltweit über unsere Website und über Händler, Cafés und Hotels in der ganzen Welt (von Store Marais in Taiwan über Harrods in London zu Bad Ragaz in der Schweiz und ABC Homes in New York). Und wir beziehen unsere feinen Ganzblatt-Tees und besonderen Accessoires aus über zehn Ländern – von Japan über China bis nach Kenia, Marokko oder Portugal.

Da kriegen wir natürlich wie so viele andere Marken gerade noch sehr die Nachwehen der Corona-Krise zu spüren – von geschlossenen Häfen in China bis zu Himalaya-Plantagen und portugiesischen Töpfereien im Lockdown. Da wir stets frische Tees beziehen, um die beste Qualität zu garantieren, kommt es häufiger zu Lieferverzögerungen und ausverkauften Bestsellern. Hier liegt die Herausforderung darin, vorausschauend zu planen – auch, was unsere sehr beliebten Geschenkset-Kreationen zu Weihnachten, und auch unsere Adventskalender mit Tees aus Indien, China, Japan, undundund angeht. Wir wollen schließlich niemanden enttäuschen, besonders nicht unsere eingefleischten Stammkunden.

Kann man mit einer Idee starten, wenn noch nicht alles perfekt ist?

Das machen wir eigentlich jeden Tag. Mein Ansatz ist stets “Test & Learn” – das gilt für neue Tees, Accessoires und Geschenksets, bei denen wir oft mit einer kleinen Auflage beginnen und dann bei Erfolg ausbauen, genauso wie für unser “Tee erleben” Angebot: Wir haben besonders in den ersten Lockdowns viel mit Online-Seminaren, Instagram-Live-Formaten und mehr experimentiert und diese aufgrund des extrem positiven Feedbacks und der vielen Anmeldungen aus der ganzen Welt  im letzten Jahr deutlich professionalisiert. Und wir haben noch so viele Ideen, die wir stets mit einem kleinen Proof of Concept starten und gegebenenfalls ausbauen. Wie sollte es auch anders funktionieren?

Welche Vision steckt hinter P & T?

Wir arbeiten täglich daran, ein stärkeres Marktbewusstsein für den guten Tee und eine anspruchsvolle moderne Teekultur zu schaffen. Die Vision ist klar: The Power of Tea for Health, Creativity & Community. Wir stellen kühne Ansprüche an uns selbst, nur die beste Qualität im höchsten Standard anzubieten. Dies reicht von der Qualität unserer Tees und unserer Botanicals, zu den Beziehungen, die wir mit unseren Teebauern pflegen, vom hohen Standard unserer Kundenberatung und -services, zu unserer Liebe fürs Detail, unseren Konzeptstores und natürlich unserem einzigartigen, hochwertigen Design.

Wer ist die Zielgruppe von P & T?

Unsere Tees sind so verschieden wie die Menschen selbst, die bei uns kaufen – für sich selbst, und oft auch als Geschenk. Mit Tee schenkt man nicht nur ein Getränk, sondern auch dessen Tradition, Geschichte und den Wunsch nach Gesundheit. 
Bei so viel Teevariationen ist eigentlich für jeden Gaumen der passende Tee dabei. Seien Sie mutig und probieren Sie sich einfach durch, bis Sie Ihre/n ganz speziellen Lieblings-Tee(s) finden. Vielleicht sind Sie ein klassischer Teetrinker und genießen am liebsten einen muskatelligen Darjeeling oder einen grasigen japanischen Sencha. Vielleicht sind Sie aber auch ein Abenteurer und verlieben sich in einen delikaten Weißtee, flirten mit einem vielschichtigen Oolong, oder wagen sich sogar an eine große Romanze mit Pu Erh.

Was ist das Besondere an den Produkten?  / Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

P & T führt ausschließlich handverarbeitete Ganzblatttees und Kräutertees höchster Qualität. Wir garantieren die Nachvollziehbarkeit eines jeden Tees zum Erzeuger. Wo möglich stellen wir diesen Bezug direkt her und legen großen Wert darauf, die Produzenten persönlich zu kennen, um so gegenseitiges Vertrauen und Wertschätzung herzustellen.Unser Fokus liegt bei den Accessoires darauf, eine moderne, schlichte Schönheit mit traditionellen Herstellungsverfahren, natürlichen Materialien und intelligentem Nutzen zu verbinden. 

Unser einzigartiges Laden- und Seminarkonzept lädt ein zu sinnlichen Entdeckungszügen und befördert eine größere Wertschätzung sowie ein tieferes Bewusstsein für das leibliche und geistige Vergnügen an hochwertigem Ganzblatttee. 
Darüber hinaus ist unser Design und wurde mit dem Red Dot Award ausgezeichnet.

Paper & Tea , wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Dieses Jahr ist ein Jahr des Fokus für Paper & Tea – wir haben in den letzten Jahren viel an neuen Produkten und strategischen Entwicklungen, besonders in der Vermarktung, getüftelt, und ernten dieses Jahr die Früchte dieser Experimente. Wir werden immer digitaler, nicht nur vom Umsatzanteil her, sondern auch durch digitale Tee-Erlebnisse wie unsere School of Tea-Seminare, die wir noch viel weiter ausbauen wollen. Und wir sind jetzt schon dabei, unsere fünf Stores in Berlin, Köln, und Hamburg zu Community Hubs, als Begegnungsstätten von Tee-Enthusiasten und denen, die es noch werden wollen, auszubauen.  Bald eröffnet in Köln in der 1. Etage der erste eigens dafür kreierte Space. 

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Geschäftsführerinnen mit auf den Weg geben?

Meine ehemalige Chefin bei Google UK, Eileen Naughton, sagte einmal, als sie gefragt wurde, was sie als Frau in ihrer Führungsposition ausmache, ganze zwei Worte: “My Heart”. Ich sehe das ganz genauso. Authentische Führung ist wichtiger als die Vorstellung davon, wie ein Geschäftsführer theoretisch agieren sollte. 
Für mich ist mein Team das Herzstück von P & T – ich bemühe mich um ein Maximum an Transparenz, in der Kommunikation sowie im Feedback, das ich auch von meinen Mitarbeitern einfordere. Das kann ich nur jeder/m empfehlen.

Und zu guter letzt: An seinen Visionen und Strategien festhalten und sie dem Team immer wieder vor Augen rufen. Fokus hilft allen – so weiß jede/r, was von ihrer/seiner Rolle erwartet wird und wie er/sie zum Erfolg der Company beitragen kann. Wir haben am Anfang des Jahres OKRs (Objectives & Key Results) für alle Mitarbeiter – von Retail über Produktion bis zum Office natürlich – eingeführt, was auf viel positive Resonanz gestoßen ist, ganz genau aus diesem Gund: Alle wissen immer, was wirklich wichtig ist gerade.

Wir bedanken uns bei Caroline S. Henne für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Durchhalten, durchhalten und durchhalten

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Onescreener

Onescreener: Mini-Website mit wenigen Klicks auf dem Mobilgerät erstellen

Stellen Sie sich und das Startup Onescreener doch kurz unseren Lesern vor!

Ich bin Tobias Horka, Gründer und CEO von Onescreener. Wir haben eine Plattform entwickelt, auf der sich die Kreativen der Generation Z mit wenigen Klicks eine innovative Mini-Website erstellen können. Die Seite eignet sich als Landingpage für die Besucher, welche über die eigenen Social Media Konten kommen. Auf der Mini-Website wird der Besucherstrom auf die relevanten Aktivitäten und Neuigkeiten gelenkt aber auch die eigene Community kann direkt monetarisiert werden. Es können Produkte zum Verkauf angeboten werden oder man lässt sich für Liveauftritte buchen. Der digitale Manager von Onescreener erledigt im Hintergrund alle administrativen Tasks für einen. 

Warum haben Sie sich entschieden, ein Unternehmen zu gründen?

Vor der Gründung führte ich während 10 Jahren erfolgreich eine Talentagentur. Die Künstler hatten damals begonnen, sich auf Social Media zu präsentieren und die klassische Internetseite verlor deswegen an Wichtigkeit. Anstelle einer umfangreichen Website hatten wir für unsere Künstler eine Art digitale Visitenkarte entwickelt, auf der alle Social Media Kanäle der Künstler verlinkt waren sowie ein großer Knopf, mit dem man als Veranstalter Buchungsanfragen senden konnte. Das Konzept hat sich in kurzer Zeit weit über unsere Talentagentur rumgesprochen und für Interesse gesorgt. Ein Jahr später hatte ich die Talentagentur verkauft und mit dem Geld das Startup und Abenteuer Onescreener begonnen.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Die größte Herausforderung war die Finanzierungsrunde, überzeugen sie mal Investoren älteren Semesters von einer Lösung welche auf ihre Kinder oder Enkelkinder zugeschnitten ist. Es ist oft unvorstellbar für die Älteren, dass die nachfolgende Generation sich fundamental anders in der digitalen Welt bewegt. Heute nutzen die Jungen im Schnitt acht unterschiedliche Social Media Plattformen, die klassische Website hat an Relevanz verloren und es gibt mehr als 680 Millionen Influencers allein auf Instagram.
Somit hatten wir beim Geld Einsammeln die gleichen Probleme wie Facebook, als jeder gesagt hat: Warum benötigt es Facebook wir haben ja MySpace! Aber jeder weiß wie die Geschichte am Ende ausging.
Soeben haben wir mit dem Fundraising für die zweite Investorenrunde begonnen.

Wer ist die Zielgruppe von Onescreener?

Wir fokussieren uns auf die Content Creators der GenZ. Also jugendliche Musiker, Influencer, Models und Kreative, mit dem Jahrgang 1990 bis 2010. Wir adressieren Neuankömmlinge, mit ca. 1K bis 100K Followers auf Instagram, die mit Onecreener professionell durchstarten wollen. Unsere Lösung wird aber auch von grossen Content Creators genutzt.

Wie funktioniert Onescreener? Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Simplicity is key – diesem Motto bleiben wir treu. In unter 10 Minuten kann sich der Kreative einen Onescreener mit E-Commerce Funktion auf dem Mobilgerät erstellen. Mit unseren Analytic tools, weiß der Nutzer genau woher die Besucher kommen und welche Links / Social Media Kanäle die Fans am meisten interessiert.
Website Ersteller wie Wix oder Squarespace gibt es bereits einige auf dem Markt aber wir unterscheiden uns durch die Einfachheit und die Social Commerce Funktionalitäten. Eine Mini-Website wird mit wenigen Klicks auf dem Mobilgerät erstellt und die eigene Community kann mit der E-Commerce Lösung und Buchungsfunktionalität monetarisiert werden. 

Onescreener, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?


Wir haben als Ein-Screen-Website-Ersteller begonnen und uns zum digitalen Manager für Kreative entwickelt. Ein Manager entwickelt sich weiter, so auch Onescreener.
Mit dem Geld aus der jetzigen Finanzierungsrunde werden wir unserem digital Manager Online-Marketing-Fähigkeiten für Content Creators antrainieren. Der Manager wird mit wenigen Klicks Produkte und Services der Onescreener Nutzer auf den relevanten Kanälen bewerben könne sowie seine Community vergrössern. Das Ziel von jedem kreativen GenZ ist es, von seiner Passion leben zu können, wir helfen ihm dabei.
 

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?


Alle Tipps, die ich geben kann sind, durchhalten, durchhalten, durchhalten – ich denke dies ist das Wichtigste. Es gibt immer jemanden der denkt deine Idee funktioniert nicht, dein Markt ist zu klein, die Konkurrenz ist zu groß etc. aber wenn du durchhältst kannst du alle vom Gegenteil überzeugen. Im Moment, in dem du aufgibst, ist es vorbei und du hast keine Möglichkeit mehr, zu beweisen, dass deine Idee ein Erfolg wird. 

Wir bedanken uns bei Tobias Horka für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Hört euren zukünftigen Kunden genau zu

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Storydive interaktive Audiowalks

Storydive: interaktive Audiowalks, auf denen Nutzer/innen in eine fiktionale Geschichte eintauchen und diese aus der Sicht der Hauptfigur erleben

Stellen Sie sich und das Startup Storydive doch kurz unseren Lesern vor!


Sehr gern. Wir sind Fabian Eck, Sophie Burger und Lenja Busch von der Audiowalk-Plattform Storydive.

Storydive ist die erste App für interaktive Audiowalks. Das sind Hörspaziergänge, auf denen ich als Nutzer oder Nutzerin in eine fiktionale Geschichte eintauche und diese aus der Sicht der Hauptfigur erlebe. Das Ganze passiert, während ich die Stadt um mich herum erkunde. Die alltägliche Umgebung wird also zum Schauplatz für ein Abenteuer. Dabei kann ich immer wieder entscheiden, wie ich als Figur handeln möchte. Meine Wegentscheidungen – ob ich zum Beispiel den Weg durch die kurze, aber dunkle Gasse wähle, oder lieber den Umweg außenrum nehme – verändern dabei den Verlauf der Geschichte. Mein Smartphone kann ich währenddessen in der Tasche lassen, denn Audiowalks funktionieren komplett über Audio. Damit die Geschichte immer zur Umgebung passt, greift die App auf den Standort zu.

Warum haben Sie sich entschlossen, ein Unternehmen zu gründen?

Eine Vorform von dem, was wir machen, gibt es bereits seit knapp 40 Jahren – seit es mit der Erfindung des Walkmans möglich wurde, Audioaufnahmen mit auf die Straße zu nehmen. Trotzdem kennt kaum jemand Audiowalks und die wenigen Anbieter nutzen die Möglichkeiten, die durch Smartphones entstehen, überhaupt nicht aus. Der Großteil an Audiowalks ist auch 2021 immer noch über den Download von mp3-Dateien verfügbar.

Dass die Sichtbarkeit für das Medium so gering ist, liegt aber auch daran, dass die Produktionen nur lokal verfügbar sind und eine entsprechend kleine Reichweite haben. Davon waren wir als Kulturschaffende im Audiowalk-Bereich selbst betroffen. Daher die Idee zur Plattform, die all die tollen Angebote da draußen endlich in einer App zusammenbringt und sichtbar macht. Davon ausgehend entstand dann die Frage, was noch nötig ist, damit Audiowalks im Mainstream ankommen. Unsere Antwort: mehr Gaming-Elemente, eine bessere Nutzerführung, die allein über das Hören funktioniert, und die Möglichkeit, Audiowalks nicht nur lokal, sondern in allen Städten gleichzeitig anzubieten.

Was war bei der Gründung von Storydive die größte Herausforderung?

Eine Plattform aufzubauen stellt uns natürlich vor das Henne-Ei-Problem: wie bekommen wir Anbieter auf die Plattform, wenn noch keine Nutzer da sind? Und wie Nutzer, wenn es kaum Angebot gibt? Das ist besonders bei Inhalten, die nur lokal verfügbar sind, eine große Hürde. Angefangen haben wir deshalb mit einem von uns begleiteten Ideenwettbewerb und mit eigenem Content. Das war zeitaufwendig, hat sich aber gelohnt, denn über diese ersten Audiowalks haben wir so viel Aufmerksamkeit bekommen, dass wir viele Anfragen für weitere Projekte hatten. Im Schnitt haben sich bislang aus jeder Veröffentlichung mindestens zwei neue Audiowalks ergeben. Viele davon sind gerade in der Umsetzung und werden ihrerseits neue Aufträge anstoßen. Eine neue Herausforderung ist für uns daher, über die einzelnen Projekte nicht das große Ganze aus dem Blick zu verlieren.

Kann man mit einer Idee starten, wenn noch nicht alles perfekt ist?

Man muss sogar! In unserem Fall war es so, dass die meisten Menschen, mit denen wir über unsere Idee gesprochen haben, sich die Erfahrung zunächst nicht vorstellen konnten. Da hilft es, wenn man etwas zum Zeigen bzw. zum Reinhören hat. Dabei bestand für uns die Schwierigkeit, dass Audiowalks sich auf ihre direkte Umgebung beziehen und die Erfahrung nur richtig rüberkommt, wenn ich auch vor Ort bin. Zuerst haben wir also strategisch ein paar Geschichten in der Nähe von wichtigen Partnern platziert – zum Beispiel an der Hochschule der Medien in Stuttgart, die uns daraufhin dabei unterstützt hat, erfolgreich einen EXIST-Antrag zu stellen.

Mitte Juli werden wir Mini-Audiowalks einführen, die nur drei bis fünf Minuten dauern und an Orten spielen, die es in jeder Stadt gibt, also Bushaltestellen, Parkbänke, usw. Damit wollen wir die Hürde senken, das Format einfach mal auszuprobieren. Längere Audiowalks, die überall spielen, sind dann als nächstes dran. Hätten wir direkt damit angefangen, hätten wir das Ganze vermutlich nicht finanzieren können und wären auch nicht in die nötigen Netzwerke reingekommen. So haben wir bereits Kunden, die ihre lokalen Audiowalks bei uns veröffentlichen und können davon ausgehend das Produkt Schritt für Schritt entwickeln.

Welche Vision steckt hinter Storydive?

Ganz klar: wir möchten Audiowalks endlich aus ihrer Nische holen und mehr Menschen dafür begeistern. Wir sind davon überzeugt, dass das Medium unglaublich viel Potenzial hat und sich in den nächsten Jahren zu einem neuen, interaktiven Erlebnisformat weiterentwickelt.

Wer ist die Zielgruppe von Storydive?

Unsere Hörerinnen und Hörer sind so divers wie die Geschichten, die wir anbieten: die einen stehen auf Krimis, die anderen auf Fantasy, wieder andere möchten ihre Kids zum Sonntagsspaziergang motivieren oder sich und ihre Umgebung einfach mal ganz bewusst wahrnehmen. Alle verbindet ihre Liebe zum Audio, zu guten Geschichten und der Wunsch nach erinnerungswürdigen Erfahrungen.

Wie funktioniert Storydive?

Wir gestalten unsere Audiowalks so, dass du dich als Hörerin oder Hörer ganz auf die Erfahrung einlassen kannst. Alle Weganweisungen sind Teil der Geschichte und neue Kapitel starten von selbst, wenn du den nächsten Schauplatz erreicht hast. Wenn das aktuelle Kapitel zu Ende ist, begleiten wir dich mit atmosphärischen Sounds und Musik, bis du am nächsten Schauplatz ankommst. Egal, wie schnell oder langsam du gehst. Wenn du dir mal nicht sicher bist, wo es langgeht, zeigt dir unsere interaktive Karte, wo du dich befindest und wie du zum nächsten Kapitel kommst. Auf der Karte zeigen wir auch Entscheidungsmöglichkeiten und barrierefreie Alternativrouten an. Alles, was du brauchst, sind dein Handy und Kopfhörer. Storydive ist kostenlos im App Store und auf Google Play verfügbar. Die meisten Audiowalks sind aktuell noch kostenfrei – es lohnt also, die App jetzt schon auszuprobieren.

Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Der Fokus auf fiktionale Geschichten und eine klare Vision, wo es mit dem Medium noch hingehen kann. Es gibt zig Stadtführer- und Audioguide-Apps, die uns seit Jahren auf immer gleiche Art Wissen über unsere Umgebung vermitteln. Sie erzählen über Orte; wir mit ihnen. Die meisten Anbieter konzentrieren sich immer noch auf Sehenswürdigkeiten; wir verwandeln durch unsere Geschichten das Alltägliche, das sonst wenig Beachtung findet. Gerade diese alltäglichen Orte aber sind es, an denen wir uns Tag für Tag bewegen und die wir nach einem Audiowalk für immer mit anderen Augen sehen. Und, auch ganz wichtig: bei uns stehen die Hörerinnen und Hörer von Anfang bis Ende der Erfahrung im Mittelpunkt.

Storydive, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Wie schon angedeutet, haben wir noch viel vor mit dem Medium Audiowalk. Mit Corona hatte das Spazierengehen ein Comeback. Wir wollen dafür sorgen, dass es in Zukunft noch mehr Spaß macht, in der eigenen oder bald auch wieder in fremden Städten unterwegs zu sein. In fünf Jahren gibt es daher in jeder deutschen Stadt Audiowalks von Storydive und wir haben mit der Internationalisierung begonnen.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründerinnen mit auf den Weg geben?

1) Erzählt gute Geschichten. Dieser Tipp geht nicht nur an Content und Tech Startups, sondern an alle, die mit einer Idee starten, von der sie andere überzeugen wollen. Klar, es ist wichtig, dass ihr gute Argumente habt, aber am Ende zählt, mit welchem Gefühl andere aus eurer Begegnung gehen. Egal ob ihr euch auf ein Stipendium bewerbt, vor Investoren pitcht oder euer Produkt an den Markt bringen wollt: what’s the story? Mit einer guten Geschichte bleibt ihr nicht nur in Erinnerung, ihr macht es anderen auch leichter, über euch zu erzählen.

Das ist entscheidend für Tipp 2:

2) Baut euch ein Netzwerk auf. Wir hatten das große Glück, dass wir von Anfang an viel Unterstützung bekommen haben, und zwar aus ganz unterschiedlichen Ecken. Zurzeit werden wir beispielsweise von der Initiative nextMedia.Hamburg gefördert. Die jedes Jahr Geschäftsideen an der Schnittstelle von Content und Tech wie unsere mit ihrem Inkubator Media Lift voranbringt. Redet wirklich mit jedem über eure Idee und begeistert so viele Menschen wie möglich. Euer Netzwerk ist nicht nur Multiplikator, es hört und sieht auch viel mehr als ihr es alleine jemals könntet. Wenn eure Kanäle gut funktionieren, wisst ihr als erstes, wo sich neue Gelegenheiten auftun.


3) Hört euren zukünftigen Kunden genau zu. Wie beschreiben sie euer Produkt? Wir kommen aus der Medientheorie und hatten zu Beginn Schwierigkeiten, unser Vorhaben leicht verständlich zu erklären. Als dann die ersten Menschen unsere Audiowalks ausprobiert hatten, haben wir uns von ihnen erklären lassen, was Audiowalks sind und was die Erfahrung für sie so besonders macht. Diese Antworten haben wir für unsere eigene Kommunikation übernommen. Gleichzeitig hilft das genaue Zuhören ungemein, euer Produkt besser zu machen.

Wir bedanken uns bei Malgorzata (Gosia) von Styp Rekowski für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Warte nicht auf den perfekten Zeitpunkt

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Fobe: Virtueller Kleiderschrank voller Luxus Taschen

Fobe: Virtueller Kleiderschrank voller Luxus Taschen

Stellen Sie sich und das Startup Fobe doch kurz unseren Lesern vor!

Ich bin Marlena Co-Founder von Fobe, einer Sharing Plattform für Luxus Handtaschen. 

Fobe hat das Ziel den Konsum im Modemarkt nachhaltiger zu gestalten, indem wir durch unser Sharing-Modell Konsum und Eigentum voneinander entkoppeln, die Nutzungsdauer von Artikeln voll ausschöpfen und dadurch mehr Konsum bei geringerem Ressourceneinsatz ermöglichen. Fobe kann man sich wie einen virtuellen Kleiderschrank voller Luxus Handtaschen vorstellen, auf den unsere Kund*innen Zugriff über ein Abo bekommen.

Warum haben Sie sich entschlossen, ein Unternehmen zu gründen?

Ehrlich gesagt kam der Entschluss durch die Idee und das Produkt. Ich habe vor der Gründung von Fobe als Einkäuferin im Luxus Fashion Segment gearbeitet und habe dort viel Erfahrung genau mit den Herstellern sammeln dürfen, die wir aktuell auf unserer Plattform anbieten. Ein alter Schulfreund Anton kam mit der Idee der Gründung einer Sharing Plattform für Luxus Accessoires auf mich zu und wollte mich als Co-Founder dabeihaben. 

Ich habe tatsächlich keine 5 Minuten überlegt, weil ich sofort wusste das ich für das Thema Mode viel Leidenschaft und Knowhow habe und Fobe für mich zu dem Zeitpunkt die perfekte Herausforderung war. 

Was war bei der Gründung von Fobe die größte Herausforderung?

Die größte Herausforderung war definitiv, dass wir den Launch von Fobe wenige Tage vor dem ersten Lockdown der Covid Pandemie hatten. 

Kann man mit einer Idee starten, wenn noch nicht alles perfekt ist?

Ja, man muss es sogar. Das musste ich als kleiner Perfektionist auch schmerzlich lernen und bin sehr froh ein Team um mich herum zu haben, dass an der Stelle sehr viel mutiger ist und gerade auch design technisch einen anderen Anspruch an den Tag legt. Ich musste hier am Anfang viele Abstriche machen, damit wir Zeit und vor allem Geld sparen. Es hat sich ausgezahlt und mittlerweile sind auch mehr Ressourcen vorhanden und Fobe entwickelt sich optisch peu à peu immer mehr zu dem was ursprünglich meine Vision war. 

Welche Vision steckt hinter Fobe?

Unsere Vision ist es im Modesegment eine nachhaltige Form von Konsum zu erschaffen, die von weiten Teilen der Gesellschaft angenommen wird. Wir wollen beweisen, dass andere Formen von Konsum nachhaltig, profitabel und skalierbar sind. Denn nur wenn alle diese Punkte erfüllt sind, können wir die verschiedenen Akteure in der Supply Chain und die Konsumenten mitnehmen und die Art wie wir Wirtschaften nachhaltig zu verändern. 

Wir sehen dabei die Entwicklung hin zu immer schnellerem Konsum als eine Chance für eine nachhaltigere Produktion. Das mag im ersten Moment wie ein Widerspruch klingen. Allerdings stellt der immer schnellere Konsum die gesamte Supply Chain und den Handel vor komplett neue Herausforderungen, da das Konzept von Eigentum nicht mehr zum Konsum passt. Dieser Umbruch schafft eine große Chance für die Implementierung von Kreislaufmodellen. Hier wollen wir im Modebereich die Entwicklung vorantreiben. 

Wer ist die Zielgruppe von Fobe?

Modebegeisterte Kund*innen, die Spaß daran haben die neusten Fashiontrends auf eine nachhaltigere Art und Weise zu tragen.

Wie funktioniert Fobe? Wo liegen die Vorteile?

Fobe ist eine Access Subscription zu einem virtuellen Kleiderschrank. Das bedeutet, dass unsere Kund*innen sich hieraus ihre Lieblingsmodelle aussuchen und immer wieder gegen neue austauschen können. Durch unser Modell können wir bei geringerem Ressourceneinsatz viel mehr Konsum ermöglichen, was wesentlich nachhaltiger als der Kauf eines Produktes ist. Außerdem lohnt es sich für unsere Kund*innen auch finanziell. So kostet eine durchschnittliche Auswahl in unserer Your Style Box über 5.000 Euro für die Konsumenten im Handel. Mit Fobe kann man diese Auswahl für 6 Monate nutzen und zahlt dafür insgesamt nur etwas mehr als 500 Euro. Man müsste somit 5 Jahre Kund*in sein um sich die ersten 3 Taschen seines Abos kaufen zu können. In dieser Zeit haben unsere Kund*innen aber schon 30 Taschen genutzt. 

Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Uns unterscheidet von anderen Plattformen, dass wir bei der Auswahl der Taschen sehr stark darauf achten, dass wir die aktuellen Trends abbilden. Hier wird unsere Auswahl auch sehr regelmäßig aktualisiert. 

Wir beziehen die Produkte nicht Secondhand, sondern direkt vom Hersteller, wodurch wir eine Garantie für die Echtheit der Produkte haben. Und haben somit auch die Möglichkeit stark nachgefragte Farben und Produkte in größerer Menge verfügbar zu haben, wodurch Kund*innen nie lange auf ihr Wunschbag warten müssen. 

Wir fokussieren uns bei den Herstellern auf die Luxus Marken, welche in den letzten Jahren stark an Geschwindigkeit zugenommen haben und deren Produkte nach ca. 4-5 Jahren nicht mehr en Vogue sind. Eigentum macht hier keinen Sinn und mit Fobe bieten wir die perfekte Lösung.

Fobe, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Wir wollen Fobe in den nächsten Jahren global skalieren und die Circular Economy in diesem Bereich aufbauen. Unser Ziel ist ein geschlossener Kreislauf mit den Herstellern und den Kund*innen, sodass die Ressourcen, aus denen die Taschen hergestellt sind, am Ende ihres Lebens wieder in neue Produktion mit einfließen können.  

Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründerinnen mit auf den Weg geben?

Ich habe mir in den letzten Jahren immer wieder die Frage gestellt, wie andere es alleine schaffen aus einer Idee ein Unternehmen zu gründen. Ich bin sehr froh, dass ich diese riesige Aufgabe nicht alleine bewältigen muss und mit meinem Co-Founder Anton Wochmanin ein perfektes Team bilde. Wir ergänzen uns super in unseren Fähigkeiten und decken somit gemeinsam ein großes Spektrum ab. Deshalb wäre meine Empfehlung nicht komplett allein zu gründen. 

Ich bin sehr froh, dass meine Leidenschaft für unser Produkt so groß ist, dass es mir nicht schwerfällt mich 24/7 mit dem Thema rund um Fobe zu beschäftigen. Ich denke das Leidenschaft ein wichtiger Punkt ist, um den Arbeitsaufwand beim Gründen nicht als negativen Stress zu empfinden. Hier ist meine Empfehlung nicht zu gründen, um zu gründen, sondern um seiner Leidenschaft nachzugehen. 

Warte nicht auf den perfekten Zeitpunkt, um zu gründen, just do it. 

Wir bedanken uns bei Marlena Dietz für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Börsengänge und wie sie funktionieren

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börsengänge

Börsengänge sind derzeit in aller Munde. Ob Ant, Delivery Hero oder Coinbase, die Nachrichten zu prominenten Börsengängen häufen sich in den letzten Monaten. Und auch bei den meisten Scale-Ups stellt sich irgendwann die Frage: Sollen wir an die Börse? 

Besonders relevant sind Börsengänge für Scale-Ups, die bereits die Anfangsphase verlassen haben: Der Markteintritt ist geglückt, die nächsten Schritte können ein Exit, ein Verkauf, ein Unternehmenszusammenschluss oder auch der Börsengang sein. Diese strategischen Entscheidungen werden am Ende mit über den zukünftigen Unternehmenserfolg entscheiden.  

Ein Börsengang bringt einige Vorteile mit sich. Zum einen erhält das Unternehmen frisches Eigenkapital. Damit kann es zum Beispiel das weitere Wachstum, Akquisitionen oder auch die Internationalisierung finanzieren. Aktien können in dem Zuge als Akquisitionswährung Übernahmen oder Fusion mit anderen Unternehmen ermöglichen. Zudem sind Börsengänge öffentlichkeitswirksam, bringen Transparenz über die aktuelle Unternehmenssituation und damit einen Vertrauensgewinn bei allen relevanten Unternehmens-Stakeholder mit sich. 

Daniel Wild, CEO und Gründer der Mountain Alliance AG, eine börsennotierte operative Beteiligungsgesellschaft, sammelte bereits in der Dotcom-Ära erste Erfahrungen mit Börsengängen. 2005 brachte Wild sein erstes Unternehmen getmobile AG an die London Stock Exchange. In diesem Artikel geht Daniel Wild auf die jeweiligen Möglichkeiten eines Börsengangs sowie die konkrete Umsetzung am Beispiel des Teilexit der Mountain Alliance-Beteiligung Exasol ein.  

Börsengang, aber wie? 

Neben einem klassischen Börsengang, wie dem Initial Public Offering (IPO) gibt es weitere Möglichkeiten der Börsennotierung. Bei einem sogenannten Direct Listing werden keine neuen Aktien ausgegeben und damit auch kein neues Kapital aufgenommen. Bestehende Anteile von Gründern oder Investoren werden hier an der Börse gelistet. Insbesondere in den USA nutzen Unternehmen bei Direct Listings zunehmend vorbörsliche Möglichkeiten, wie Eigenkapital von Risikokapitalgebern (VCs) und anderen Investoren. Auch SPACs (Special Purpose Acquisition Companies) sind derzeit in aller Munde. Bei einem SPAC, auch Reverse IPO genannt, wird eine Hülle an die Börse gebracht und erhält Kapital, mit dem dann ein Unternehmen akquiriert wird, das nicht an der Börse gelistet ist und so an die Börse gelangt. 

Ein Börsengang ist per se ein anspruchsvolles Unterfangen. Durch Transparenzanforderungen, kontinuierliche Öffentlichkeits- und Investorenkommunikation, sowie der Aufwand für Investoren- und Jahresversammlungen, kommen hohe Kosten, die sogenannten “Costs of Being Public” auf ein Unternehmen zu. Mindestens 250.000 Euro pro Jahr müssen Unternehmen einplanen und bei einem Börsengangs langfristig berücksichtigen. Doch für Scale-Ups mit einem vielversprechenden Geschäftsmodell, kann sich der strategische Schritt lohnen.  

Das Beispiel Exasol  

Am Beispiel des Exasol-Teil-Exits im vergangenen Jahr, wird im Folgenden ein Börsengang und seine Details verdeutlicht. Die Exasol-Aktie startete am 25. Mai 2020 an der Frankfurter Wertpapierbörse bei 14 Euro und lag bereits zum Start rund 50 Prozent höher als der Ausgabepreis (9,50 Euro je Stück). Dem Börsengang lagen mehrere Entscheidungen und Überlegungen zugrunde und der Entscheidungsprozess wurde umfangreich von einer etablierten Investmentbank begleitet. 

Gelistet wurde der Datenbank-Anbieter letztendlich im Börsensegment „Scale“ für kleine und mittlere Unternehmen an der Frankfurter Wertpapierbörse. Dieses Segment bietet Anleger:innen eine verbesserte Transparenz und Vergleichbarkeit bei Beteiligungen an kleinen bis mittleren Unternehmen. Bei dem Börsengang stammten über die Hälfte der rund 9,2 Millionen ausgegebenen Aktien aus einer Barkapitalerhöhung. Die restlichen Anteilsscheine befanden sich entweder im Besitz der Altaktionäre, der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) sowie Exasol selbst oder wurden als bestehende Aktien in Verbindung mit Mehrzuteilungs- oder Aufstockungsoptionen angeboten. Bestehenden Anteilseigner:innen wurde vor Verwässerung ihrer Beteiligungsquote und zur Wahrung des Gleichbehandlungsgrundsatzes im Vorfeld des Börsengangs neue Aktien – in anteiliger Höhe ihrer Beteiligung – zum Bezug angeboten. Darüber hinaus kam das Interesse für die Aktie sowohl von nationalen als auch internationalen Investoren. 

Mit diesem Schritt bewahrte Exasol seine Unabhängigkeit, konnte Vertrauen im Markt gewinnen und seine Sichtbarkeit deutlich erhöhen. Zudem konnten langfristig signifikante Kapitalerhöhungen für das Unternehmen gesichert werden. 

2021 ist das Jahr der Börsengänge. Das war nicht immer so. Exasol war 2020 das erste Unternehmen, das in Deutschland an die Börse ging. Während 1999 mehr als 160 deutsche Unternehmen den Schritt an die Börse wagten, waren es im letzten Jahr gerade einmal sieben Firmen. 2020 war nach Angaben von PwC in Deutschland das schwächste IPO-Jahr seit der Finanzkrise. Im Vergleich zu den USA ist Deutschland in dieser Hinsicht deutlich weniger risikobereit, obwohl auch bei uns die Börse ein etabliertes Instrument für die Refinanzierung ist. Andere europäische Börsenplätze haben diesen Bedarf erkannt und sich bereits für deutsche Unternehmen geöffnet.

Wann ist der richtige Zeitpunkt für einen Börsengang?

Ein Unternehmen ist bereit für den Börsengang, wenn die bereits erwähnten “Costs of Being Public” und damit die nötigen liquiden Mittel vorhanden sind. Und das nicht nur zum jetzigen Zeitpunkt, sondern auch für die kommenden Jahre. Grundsätzlich muss ein Unternehmen, abhängig vom Business Modell, einen acht- bis neunstelligen Umsatz aufweisen. Grundvoraussetzung für einen Börsengang ist zudem die nötige Profitabilität und Wachstumsgeschichte des Unternehmens. 

Tipps für Neulinge: 

Realistisch bleiben! Die Bewertung durch die Investmentbanken kann im Vorfeld höher ausfallen, als die Unternehmensbewertung im späteren Prozess. Die Investmentbanken streben eine bestmögliche Vermarktung an. Eine realistische Einschätzung sollte beispielsweise auch die Tragfähigkeit der “Costs of Being Public” miteinbeziehen.

Den Börsenwert nicht überbewerten! Oft das Handelsvolumen, beziehungsweise die Bewegung der Aktien von größerer Bedeutung für Investor:innen, da sie leicht ein- und aussteigen können.

Nicht zu früh! Ein Börsengang sollte nicht überstürzt werden und erst dann erfolgen, wenn Liquidität und Rentabilität wirklich gegeben sind. 

Fazit: 

Grundsätzlich sollten vor einem Börsengang weitere Überlegungen bezüglich Ziel, Handelsplatz und Unternehmensgröße geklärt werden. Ist man zudem bereit für eine öffentliche Transparenz der Geschäfte? Damit es beim Börsengang keine bösen Überraschungen gibt, sollten Börsen-Neulinge ihre Optionen im Vorfeld gut abwägen. 

Autor: Daniel Wild

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

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