Donnerstag, April 2, 2026
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Digitale Bausteine als Turbo-Spritzen für die Digitalisierung

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Digitale Bausteine als Turbo-Spritzen für die Digitalisierung

Ein Digitalisierungsvorhaben kann verschiedene Stoßrichtungen haben. Eine Möglichkeit ist, dass das Geschäftsmodell generell hinterfragt und die Neuausrichtung des Unternehmens auf eine stärkere digitale Basis gestellt werden soll. Eine andere Möglichkeit besteht darin, einzelne Prozesse neu zu ordnen, damit sie effizienter werden und das Ergebnis eine höhere Qualität aufweist. Die dritte Variante ist, dass die Prozesse schon recht gut durch ein Hauptsystem abgebildet werden, aber an verschiedenen Stellen Verbesserungspotenzial besteht. In allen drei Fällen kann die Start-up-Szene wichtige Impulse und Lösungen liefern.

Die Start-up-Szene

Nicht selten waren die Gründer oder Investoren von Start-ups zuvor in einem Unternehmen beschäftigt, wo sie ein bestimmtes Problem erkannt haben und der Wunsch entstand, eine Lösung zu schaffen. Daher empfiehlt es sich, bei Veränderungsvorhaben mit digitalen Ausrichtungen einen Blick in den Gründermarkt zu werfen. Man kann hier auf Lösungen eines bekannten Problems stoßen oder findet Inspirationen, ein Problem anders als bisher anzugehen. 

Mit Blick auf das eigene Geschäftsmodell dürfen Neulinge am Markt nicht unterschätzt werden. Waren es nicht Start-ups wie Uber, Flixbus oder My Müsli, die ganze Branchen in Aufruhr versetzten? Gründer können ein Businessmodell vollständig neu entwerfen, ohne dabei an ein vorhandenes technisches und organisatorisches System gebunden zu sein.

Das Portal fuer-gruender.de benennt jedes Jahr die Top 50 Start-ups. Im Magazin 2019 wird beispielsweise eine Software vorgestellt, die Schweine zählen kann (Corvitac). Eine KI-Lösung von Mediair soll Radiologen beim Erstellen eines Befunds unterstützen. Und hier auf StartupValley finden sich Gründer aus der FinTech-Ecke, z. B. das Produkt Payhawk für das Management von Kosten und Spesen des Außendienstes in Echtzeit. Diese Lösungen ersetzen keinen vollständigen Prozess, können ihn aber qualitativ verbessern. 

Digitale Bausteine zur Unterstützung des Hauptprozesses 

Ist ein Unternehmen prinzipiell mit einem Prozess zufrieden, möchte diesen aber automatisieren bzw. verbessern, bieten externe Tools oft Unterstützung, z. B. bei der „Erfassung und Pflege von Kundendaten“. In den meisten Fällen besteht dieser Prozess in der B2B-Beziehung darin, Visitenkarten auszutauschen und manuell in eine Kundendatenbank einzupflegen, die es ermöglicht, neben der Adresse noch weitere Informationen zu erfassen. Doch oft fehlt die Zeit, alle gewünschten Daten zu recherchieren, zu ergänzen und aktuell zu halten. Die Folge: unvollständige oder veraltete Daten. Ein erfolgreicher Vertrieb braucht aber eine aufgeräumte Kundendatenbank. 

Entweder man investiert dann in ein neues System mit umfangreichen Services oder man prüft, ob das vorhandene System durch externe Tools aufgepeppt werden kann, z. B. durch Adressprüfung. Mithilfe von Web-Crawlern können zudem ergänzende Daten zum Kunden im Web gesucht werden. So bietet email-grabber.de die Möglichkeit, Mail-Adressen von Unternehmen zu sammeln. Und mit Octoparse können allgemeine Daten über das Unternehmen (Produkte, Mitarbeiterzahl, Niederlassungen etc.) recherchiert werden. Liegen die Daten strukturiert vor, lohnen sich KI-Lösungen, um sie zu interpretieren. Aufgrund bestimmter Merkmale können Kundendaten automatisiert kategorisiert werden. Hieraus ergeben sich ganz neue Möglichkeiten für Marketing- und Vertriebsaktivitäten.

Es gibt also vielfältige Möglichkeiten, einen bestehenden Prozess zu verbessern. Viele Funktionen können auch von den eigenen Entwicklern programmiert werden, doch ist hier auf gezielte Ressourcenplanung zu achten: Wenn es bereits fertige Bausteine gibt, kann man sich die Entwicklung sparen. Vielleicht setzt man ein solches Tool auch als Beta-Lösung ein, um erste Erfahrungen zu sammeln.

Die Anbindung von Zusatzdiensten hat aber auch Grenzen. Je mehr Schnittstellen und Abhängigkeiten entstehen, umso aufwendiger wird die Wartung und umso fehleranfälliger die Architektur. Ein Systemwechsel des Hauptprozesses auf eine höhere Stufe der digitalen Verarbeitung ist dann zwingend notwendig und sollte nicht aufgeschoben werden.

Start-up-Lösungen als Turbo-Spritzen

Je mehr Funktionen ein System enthält, umso komplexer wird es. Der Wechsel auf ein neues System wird immer schwieriger und langwieriger. Daher wird oft eine modulare Architektur bevorzugt. Bei Daten muss z. B. unterschieden werden, welche Daten das Kernwissen darstellen, auf dessen Basis viele Prozesse definiert sind, und welche Daten nur temporär oder für einen bestimmten Zweck benötigt werden. 

Gerade im Marketing werden stetig neue Ideen entwickelt, welche Daten wie zu verknüpfen sind, um den Kunden optimal zu erreichen. So werden mit dem Bannergenerator des Start-ups Averycore auf Basis definierter Kundengruppen (z. B. aus einem CRM) unterschiedliche Banner für verschiedene Displays ausgespielt. Das System erkennt sogar, ob sich der Kunde gerade in einem Regengebiet aufhält, und zeigt ihm im Banner dann beispielsweise einen Regenmantel an. Die Stärke der eigenen Daten zu Produkten und Kunden erhält durch solche Tools eine Turbo-Spritze.

Fazit: Auch in der Systemlandschaft Flexibilität bewahren

Die besondere Herausforderung auf dem Weg der Digitalisierung ist das richtige Maß eines Systems sowie die Wartungsfähigkeit der Systemarchitektur. Oft entscheiden sich Unternehmen für teure Systeme, weil sie sich umfangreiche Dienste und eine einfache Wartung erhoffen, dabei aber nicht bedenken, dass es kaum Mitarbeiter gibt, die das System wirklich zu nutzen wissen. Auch gehören besondere Funktionen, die dem Unternehmen helfen, sich von Wettbewerbern abzuheben, selten zum Systemstandard. Eine innovative und flexible Systemlandschaft braucht also die Turbospritzen spezieller technischer Lösungen aus der Start-up-Szene.

Buchtipp: „Digital Insights – Digitalisierung: 7 Sichtweisen aus der Praxis“

Weiterführende Informationen zum Thema und zur Autorin Bettina Vier finden sich im Buch „Digital Insights – Digitalisierung. 7 Sichtweisen aus der Praxis“, in dem sieben erfolgreiche Interim Manager direkt aus der Praxis berichten und Megatrends, technische Innovationen sowie unternehmerische, prozessuale, ethische, gesellschaftliche und globale Fragen beleuchten. „Digital Insights – Digitalisierung: 7 Sichtweisen aus der Praxis“ ist im Best Practice Verlag erschienen und kostet 39,90 Euro. Weitere Informationen: https://bestpractice-media.de/digital-insights-digitalisierung-7-sichtweisen-aus-der-praxis

Autor: Bettina Vier

Bettina Vier ist Diplom-Volkswirtin und Top-Profi, wenn es um den digitalen Handel geht. Als Interim Managerin ist sie überaus gefragt, denn noch immer tun sich viele Unternehmen schwer, diese Technologie für die eigenen Zwecke gewinnbringend zu nutzen. Branchenübergreifend wird sie seit vielen Jahren als E-Commerce-Managerin in Unternehmen geholt. Dabei stößt sie weitere Digitalisierungsprojekte an und unterstützt da, wo das Umfeld für den E-Commerce noch nicht gegeben ist. Sie berät strategisch und umfassend und macht den digitalen Wandel konkret.

www.ecommerce-management.de

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Gehe Deinen eigenen Weg

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StadtLandHolz personalisiert Produkte aus Holz und Leder

StadtLandHolz personalisiert Produkte aus Holz und Leder, aber auch Edelstahl und Acryl

Stellen Sie sich und das Startup StadtLandHolz doch kurz unseren Lesern vor!

StadtLandHolz personalisiert Produkte aus Holz und Leder, aber auch Edelstahl und Acryl. Wir sind ein junges, kreatives Team und bieten nachhaltige, nützliche und besondere Geschenke an. Das eigene Motiv auf einem Eichen-Schneidebrett, ein Name auf einem handgedrechselten Teakholz-Kugelschreiber oder Kinder-Schnitzmesser und die Fotogravur auf einem Ahornbrett für das Hochzeitspaar sind nur einige unserer täglichen Aufgaben. Es ist bereits mein zweites Startup und es macht unheimlich viel Spaß, so kreativ, ambitioniert und eigenständig zu arbeiten. Wir kriegen großartiges Feedback für unsere Ideen, den Kundenservice und den super schnellen Versand. 

Warum haben Sie sich entschieden ein Unternehmen zu gründen?

In meiner beruflichen Laufbahn als Angestellter in Start-ups und auch im Mittelstand habe ich immer wieder miterlebt, wie Unternehmen auf kurzfristiges Wachstum gesetzt haben und nicht auf eine nachhaltige, gesunde Entwicklung am Markt. Es gibt so viele Beispiele von jungen Unternehmen, die zu schnell, oft exponentiell, gewachsen und ebenso schnell auch wieder verschwunden sind. Ich bewundere Firmen, die unbeirrt ihren Weg gehen und nachhaltig wachsen, halte aber nicht viel von Copycats, die ihr Wachstum auf Pump finanzieren. Und nach dem Motto „love it, leave it or change it“ habe ich mich dann dafür entschieden, es selbst in die Hand zu nehmen und ein auf lange Sicht erfolgreiches Unternehmen aufbauen. 

Welche Vision steckt hinter StadtLandHolz?

Ich verstehe einfach nicht, warum sich in dem Geschenkemarkt so wenig Qualität durchsetzt. Wieso wird so viel Ramsch und Schrott angeboten? Wer möchte sowas denn geschenkt bekommen? Daran möchte ich etwas ändern. Ich glaube daran, dass es auf dem Markt immer viel Platz für nachhaltig wirtschaftende Unternehmen mit qualitativ hochwertigen Produkten geben wird.

StadtLandHolz soll Ansprechpartner für all diejenigen werden, die gerne etwas Schönes, Bleibendes und Besonderes verschenken möchten. 

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Verwirrend waren anfangs sicherlich die vielen verschiedenen Möglichkeiten, sein Produkt anzubieten. Jede Plattform, Suchmaschine oder Online-Marketing Agentur kann dabei helfen die beste Zielgruppe zu finden. Am Anfang helfen die vielen Möglichkeiten schon, aber für ein selbstbestimmtes Unternehmen ist es entscheidend, dass man nicht auf die Amazons, Ebays & co dieser Welt angewiesen ist. Die größte Herausforderung ist es also, seine Unabhängigkeit zu wahren.

Das Unternehmen ist eigenfinanziert. Besonders hier möchte ich als Unternehmer meine Unabhängigkeit bewahren. Auch wenn man in jedem BWL-Grundkurs lernt, dass Fremdkapital günstiger ist als Eigenkapital, so sollten Gründer sich genau überlegen, ob sie sich wirklich von Anfang an fesseln lassen möchten. 

Wer ist die Zielgruppe von StadtLandHolz?

Wir bieten ganz unterschiedliche Produkte für verschiedene Zielgruppen an. Ganz grob lässt es sich eingrenzen in Privatkunden, die an besonderen, persönlichen und wertigen Geschenken interessiert sind, und Unternehmen, die mit einem nachhaltigen Werbegeschenk Kundenbindung und Imagebildung betreiben wollen. Es reicht also vom Holzkochlöffel als Gastgeschenk, über edle Schneidebretter als Hochzeitsgeschenk bis zu Flammkuchenbrettern mit Logo für Restaurants. 

Besonders oft kommen Kunden auf uns zu, die Geschenke für jemanden suchen, der “schon alles hat”. Das ist doch eine nette Herausforderung, bei der wir sehr gut helfen können. 

Was ist das Besondere an den Produkten? Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Viel Wert legen wir auf nachhaltige Produkte. Am meisten Spaß macht es, direkt mit den Herstellern zusammenzuarbeiten. Wenn das nicht möglich ist, benötigen die Produkte bei uns Belege für eine nachhaltige Produktion, wie z.B. das FSC-Zertifikat. Oft ist die Herkunft schon ein erstes Indiz für die Qualität der Produkte. 

Viele kleine Unternehmen vergeben momentan die Produktion und Logistik fremd, bis hin zu reinen Drop-Shopping-Shops. Damit lassen sich schnell Kosten senken und Gewinne maximieren. Für uns ist es aber wichtiger, unsere Kunden zuverlässig und schnell beliefern können. Es kommt bei uns stark darauf an, dass wir auf Sonderwünsche flexibel und einfach eingehen können und wir müssen uns darauf verlassen, dass die Ware in einwandfreiem Zustand beim Kunden ankommt. Das lassen wir uns einiges kosten: Wir haben ein großes Lager und eigene Lasergravurmaschinen. Eine Künstlerin zeichnet exklusiv für uns hervorragende Bilder und Designs auch kurzfristig auf Kundenwunsch – das alles ist nur möglich wenn man kurze und direkte Wege hat.

Wie hat sich ihr Unternehmen mit Corona verändert?

Seit Corona haben wir eine Wachstumsrate von 100%! Eine schnelle Analyse zeigt: es liegt wohl daran, dass wir erst nach dem Ausbruch von Corona gegründet haben. Der Businessplan hat sich in der kurzen Zeit allerdings schon sehr verändert. Zum 1.4. wollten wir ursprünglich einen Laden in der Bremer Innenstadt beziehen. Der Mietvertrag lag vor und die Inneneinrichtung war fertig, es fehlte nur noch die Handelsregisterauskunft und die Unterschrift. Doch Ende März gingen dann Bilder von leeren Fußgängerzonen in Florenz um die Welt. Das war ein echter Warnschuss. Wir haben noch rechtzeitig gemerkt, wie problematisch Corona für den Einzelhandel sein wird und im letzten Moment den Laden nicht eröffnet. 

Eine wesentliche Änderung während Corona ist sicherlich auch die fehlende Betreuung für unser Kind. Meine Frau und ich haben uns die Betreuung geteilt und mitten in der entscheidenden Phase eines jungen Startups sitze ich mit meiner Tochter auf dem Rasen und zähle Gänseblümchen.

Wie haben Sie sich darauf eingestellt und welche Änderungen haben Sie vorgenommen?

Wir konzentrieren uns jetzt voll und ganz auf das Online-Geschäft. Erst im kommenden Jahr werden wir uns wieder nach einer Location für ein Ladengeschäft umschauen. Wir wollen unbedingt die Kunden vor Ort und das direkte Gespräch haben, aber momentan sehen wir online auch die Chance, schneller für mehr Kunden da zu sein als im stationären Geschäft.

Die Kita hat bald wieder geöffnet, aber ich habe auch noch eine andere Lösung für die Betreuung gefunden: Im August erwarten wir unsere zweite Tochter und meine Frau kann sich erstmal ganz um beide Kinder kümmern.

Wo sehen Sie in der Krise die Chance?

Auch über mein Unternehmen hinaus sehe ich grundsätzlich große Chancen in dieser Krise. Viele Unternehmen haben in den letzten Jahren stark über ihre Verhältnisse gewirtschaftet und so hart es klingt: bei einigen tut mir die Insolvenz nicht leid. Es gibt Geschäftsmodelle, die nur in Bullenmärkten funktionieren und es gibt Gastronomieketten, bei denen die Abläufe ins Extreme „optimiert“ werden, damit die Aktionäre immer höhere Profite erwirtschaften. Das kann auf Dauer nicht immer gut gehen, was sich ja nun gezeigt hat. Gut so! Aus jeder Insolvenz wächst wieder etwas Neues heran und eine Krise trägt immer dazu bei, dass die faulen Äpfel am schnellsten verrotten. Die, die sich halten können, gehen gestärkt aus der Krise hervor und haben danach eine tolle Zeit vor sich.

StadtLandHolz, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Wir wollen Schritt für Schritt mit jedem neuen Kunden weiter wachsen. Und wir wollen unsere Kunden glücklich machen und in 5 Jahren ein solides Unternehmen auf die Beine gestellt haben. Wir haben unendlich viele Ideen, die nach und nach getestet und umgesetzt werden müssen. Darauf freue ich mich jetzt schon!

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

Bewahre Deine Unabhängigkeit, denn wozu sonst machst Du Dich selbstständig?

Habe Mut zu Entscheidungen und gehe Deinen eigenen Weg.

Springe nicht auf jeden Trend auf. Wenn Du ein einzigartiges Unternehmen aufbauen möchtest, dann passt es nicht in jede Schablone.

Wir bedanken uns bei den Gründern für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Alles im Leben ist Verhandlungssache

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mizaru deluxe After Party Pulver aus Mineralstoffen, Kräutern und Vitaminen

mizaru deluxe After Party Pulver aus Mineralstoffen, Kräutern und Vitaminen

Stellen Sie sich und das Startup mizaru doch kurz unseren Lesern vor!

Wir sind ein junges Startup aus Freiburg und seit 2019 mit mizaru am Markt. mizaru ist das neue deluxe After Party Pulver, das vor und nach dem Feiern eingenommen wird. Es hilft dir am Morgen frisch in den neuen Tag zu starten. mizaru hat erstklassige Qualität, ist empfohlen und getestet von glücklichen Party-Gästen und revolutioniert derzeit die Lifestyle-Szene. Das feine mizaru Präparat besteht aus Mineralstoffen, Kräutern und Vitaminen wie Vitamin B6, das zur Verringerung von Müdigkeit und Erschöpfung beiträgt. In mizaru ist zudem ein Wunderkraut, von dem die Römer schon vor 2000 Jahren Gebrauch machten. Kurze Hintergrundinformation zum Namen: mizaru ist einer der drei weisen Affen und die Marke mizaru steht für “nur Gutes sehen“ und “positiv in die Zukunft schauen“. 

Warum haben Sie sich entschieden ein Unternehmen zu gründen?

Die Idee von mizaru entstand auf einer Poolparty. Es war im Juni 2016, die Grillen zirpten, die Sonne tanzte auf dem Wasser bis sie blutrot unterging, der Mond schien hell, eine wundervolle Sommernacht. Am Morgen nach der Party vermissten wir ein nachhaltiges und natürliches Produkt, das uns mit mentaler und physischer Frische in den neuen Tag begleitet. Etwas Natürliches, dem Körper gut tuendes, das suchten wir. Dies war die Geburtsstunde von mizaru.

Welche Vision steckt hinter mizaru?

mizaru soll der Party-Gimmick auf jeder Geburtstags-, Hochzeits-, Firmenfeier, Mädelsrunde und Männerstammtisch werden. Unser Kunden genießen und teilen dank mizaru einzigartige Momente, weil sie mit mizaru einen Begleiter haben um frisch in den neuen Tag zu starten. Bei mizaru glauben wir an socialhappiness.  Unser Credo “we believe in socialhappiness” ist uns selbst sehr wichtig und tief in den Wurzeln von mizaru verankert. 

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Ein Unternehmen in Deutschland zu gründen ist mit Hürden verbunden. Gesellschaftlich ticken wir Deutschen eher zurückhaltend. Während meiner Zeit in Kalifornien habe ich einen anderen Gründergeist erlebt und spüre wie dieser Spirit gerade nach Deutschland kommt. Als Unternehmersohn habe ich früh gelernt, wie essentiell es ist, Verantwortung zu übernehmen. Unternehmerisch zu handeln hat mich von meiner Kindheit bis zum heutigen Zeitpunkt stets begleitet. Die größte Herausforderung der Gründung besteht darin sich mental auf die Selbstständigkeit einzustellen und dann loszulegen. Als Gründer bekommst du von Tag eins von unterschiedlichen Stakeholdern Feedback. Dies gilt es rational und nicht emotional einordnen. 

Die Finanzierung von mizaru erfolgte zu 100% aus Eigenkapital. mizaru ist schlank aufgestellt: Wir haben keine Mitarbeiter, aber eine Reihe von Ideengebern und Mitgestaltern im mizaru think-thank, die an die Idee und das Produkt glauben, sich engagieren und dazu beitragen, damit wir mit einer geringer Cash Burn Rate Fortschritte machen. Alle Mitglieder des mizaru think-thank sind Experten und haben bewusst verschiedene Ideen, Ansätze und Strategien zu mizaru eingebracht. 

Wer ist die Zielgruppe von mizaru?

mizaru richtet sich an eine Zielgruppe, die gerne den Moment genießen möchte, ohne sich über den Morgen danach den Kopf zerbrechen zu müssen. Die meisten Kunden sind zwischen 20 und 40 Jahren jung. Um drei Beispiele zu nennen: Wir haben Studenten, die nach der Party und vor der ersten Vorlesung mizaru nehmen. Dann haben wir Experts, die Abends den ein oder anderen Cocktail genießen und mit mizaru sozusagen ins Bett gehen, um morgens den Flieger von Zürich nach Frankfurt zu bekommen. Und wir haben Eltern, die abends nach der Flasche Wein auf mizaru zurückgreifen, da der Nachwuchs sie morgens vielleicht früh wecken wird. Alle unsere Kunden haben eine Sache gemeinsam: Sie nehmen die erste mizaru nach dem Konsum und starten mit der zweiten mizaru frisch in den neuen Tag.

Wie funktioniert mizaru? Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Der größte Unterschied zu unseren Wettbewerbern ist, dass mizaru gemeinsam mit unseren Kunden entwickelt wurde und wir von Beginn an die richtigen Experten involviert hatten. Am Anfang haben mein strategischer Partner Lennart Berkey und ich in der Küche angefangen zu experimentieren, wie Breaking Bad sozusagen. Früh im Prozess haben wir Schweizer Wissenschaftler in Verbindung mit einem ausgewählten und lizenzierten Qualitäts-Produzenten mit Sitz in Bayern mit der Forschung und Entwicklung beauftragt. Mit den ersten Produktproben haben wir dann einen kleinen Testballon gestartet (n=100). mizaru wurde damals noch händisch abgefüllt, deshalb auch die Größe der Tütchen 5 x 6 cm, die Plastikbeutel waren lokal und nachhaltig gekauft worden. Das Kundenfeedback floss direkt in die Produktentwicklung mit ein, um die Wirkung, den Geschmack und die Verpackung kontinuierlich zu verbessern. Dieser Prozess ging so lange bis mizaru marktreif war. 

Unseren Kunden haben uns von Beginn mitgeteilt, dass sie ein praktisches, nachhaltiges, qualitatives Produkt ansprechend fänden, das dank Design mit einem gewissen Lifestyle verbunden wird. Das haben wir mit mizaru umgesetzt. mizaru wird einfach auf der Zunge eingenommen und kommt in einem praktischen handlichen Sachet (5x6cm), das nebenbei bemerkt der kleinsten Kondomgröße entspricht. mizaru ist nachhalitg und wird in wiederverwendbaren edlen Holzboxen verpackt, gefertigt von einem führenden Zigarrenbox-Hersteller: miza highfive (5 Stk.), miza diplomat (50 Stk.), miza wedding (100 Stk.) und miza club (1.000 Stk.). Die miza box (10 Stk.) und miza roadtrip (25 Stk.) dienen als Refill-Boxen. Das verwendete Plastik bei mizaru ist recycelt. mizaru ist mit Schweizer Wissenschaftler entwickelt und wird in Bayern mit hochwertigen lokalen veganen Inhaltsstoffen produziert. Unser Qualitätssiegel lautet “made in Bavaria”.

Zur Wirkung möchte ich gerne unsere Kunden sprechen lassen, schaut einfach selbst bei Google oder amazon nach.

Wie hat sich ihr Unternehmen mit Corona verändert? Wie haben Sie sich darauf eingestellt und welche Änderungen haben Sie vorgenommen? Wo sehen Sie in der Krise die Chance?

Klar hat COVID 19 mizaru getroffen. Insbesondere anstehende B2B-Kooperation mit Luxushotels, Bars, Clubs, Festivals und Unternehmen wurden fast alle auf Eis gelegt. Zum Glück ist unser B2C-Geschäft nicht so betroffen und wir freuen uns über jeden Kunden und Neukunden, der über unsere Homepage bzw. amazon bestellt. 

Schon vor Corona waren wir digital aufgestellt: Wir arbeiten auf Google Drive, die Meetings mit Kunden, Beratern und Anwälten erfolgen über Zoom, die Pitch-Decks sind digital und wir organisieren uns über Whatsapp.  

Unsere Werte helfen uns auch in der Krise. Wir leben “Fairness, Uniqueness, Cleverness und Keenness”. 2019 haben wir die AIDS-Hilfe in Frankfurt am Main in Form einer Sachspende supportet. 2020 werden wir die Mehreinnahmen von der Reduzierung der Mehrwertsteuer komplett spenden und 2021 möchten wir eine Hilfsorganisation unterstützen.  

Wir sehen in Corona auch Chancen, dass vermehrt Kunden auf nachhaltige, vegane Qualitätsprodukte als After Party Pulver zurückgreifen. Gefeiert wird auch in Corona-Zeiten, z.B. die Geburtstagsfeier mit der miza diplomat (50 Stk.), die per Express in 1-2 Tagen beim Kunden ist. Auch Hochzeiten finden wieder in kleinen Familien- und Freundeskreis statt und die edle miza wedding (100 Stk.) kommt bei Braut, Bräutigam und Gästen sehr gut an. Das bestätigt auch das Luxus Lifestyle Magazine LUXlife, das mizaru im Jahr 2020 als “Best Sustainable German Wedding Gift: miza wedding by mizaru®” ausgezeichnet hat. 

mizaru, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Das Ziel ist für uns klar: Wir sind jetzt in der Seed Stage und wollen mizaru an den Märkten in Zürich, Freiburg, München und Frankfurt am Main etablieren. Dafür benötigen wir den richtigen Investor bzw. Business Angel an unser Seite mit strategischem Know-How, Kontakten und Kapital. Im weiteren Schritt möchten wir in strategische Hot-Spots in Europa expandieren und mizaru als Lifestyle-Marke aufbauen. Nicht zu vergessen: mizaru soll in Luxushotels, angesagten Clubs und Bars europaweit vertreten sein. 

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

Du brauchst Bodenständigkeit und mentales Durchhaltevermögen, denn Erfolg kommt nicht sofort. Zudem brauchst du die richtigen Experten an deiner Seite. Versuche stets eine gute Balance zwischen Kreativität und rechtlichen Anforderungen zu finden und starte mit deiner Idee, denn “Tun” ist das Schwierigste. An der Harvard Business School habe ich viel über Entrepreneurship gelernt, Professor William A. Sahlman vergleicht Unternehmertum mit einer langen, harten und schwierigen Reise zum Mt. Everest. Unternehmer Michael Mack vom Europa Park nennt Unternehmensgründung einen Marathon und nicht einen kurzen Sprint. 

Meine drei Tipps sind:

Gebe nicht mehr aus, als auf deinem Konto ist. 

Versuche Deine Organisation ständig weiterzuentwickeln. Sei dir bewusst Unternehmertum ist hochriskant und Wandel wird dein ständiger Begleiter sein, wähle entsprechend deine Partner mit Sorgfalt aus. 

Alles im Leben ist Verhandlungssache, vergiss dies nicht.

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Samuel Ernst für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Fokussiert euch auf das Hier und Jetzt

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onemate nachhaltige Reiserucksäcke aus recycelten Plastikflaschen

onemate nachhaltige Reiserucksäcke aus recycelten Plastikflaschen

Stellen Sie sich und das Startup onemate doch kurz unseren Lesern vor!

Wir sind ein Startup aus Pforzheim, das mit seinen Produkten einen Beitrag dazu leisten möchte, die Reiseprodukt-Branche nachhaltiger zu machen. Das Unternehmen wurde im Jahr 2018 von Julian Rabe gegründet und hat inzwischen ein Team von sieben Mitarbeitern. Unser Gründer Julian entwickelt unsere Produkte selbst und setzt vor allem auf Funktionalität und innovative Details. Er setzt seine Ideen aus eigenen Erfahrungen und den Anregungen unserer Kunden um und schafft so neue Produkte, die die Kundenbedürfnisse erfüllen.

Zu unserem Produktportfolio gehört bisher ein Handgepäcksrucksack, ein Tagesrucksack, ein Koffergurt, ein Regenponcho und ein Moskitonetz. In Zukunft wollen wir uns aber auf das Reisegepäck fokussieren. Seit der Gründung unseres Startups pflanzen wir für jedes verkaufte Produkt einen Mangrovenbaum auf einer Plantage in Madagaskar. So konnten wir bereits über 15.000 Bäume pflanzen. Für unser neustes Produkt, einen Handgepäcksrucksack, pflanzen wir fünf Bäume pro Verkauf. So wollen wir der Klimaerwärmung entgegenwirken und artenreiche Wälder wieder aufforsten. Uns ist es wichtig Bäume zu pflanzen, da so neben der CO2-Kompensation auch Lebensräume für Tiere und Arbeitsplätze für Menschen geschaffen werden können. Da wir auch unsere Produkte nachhaltig gestalten wollen, besteht unser Handgepäcksrucksack aus 50 recycelten Plastikflaschen und unser Tagesrucksack aus 41 PET-Flaschen.

Warum haben Sie sich entschieden ein Unternehmen zu gründen?

Unserem Gründer Julian Rabe  wurde nach seinem dualen Studium im Bereich Maschinenbau klar, dass sich in großen Unternehmen aufgrund der vielen Hierarchieebenen und steifen, strikten Prozessen oft nur wenig bewirken lässt. Schnell wurde ihm bewusst, dass ein solches Arbeitsumfeld nicht zu seiner Arbeitsweise passt. Um sich neu zu orientieren, ist Julian 6 Monate durch Mexiko und Costa Rica gereist. Auf dieser Reise hat er bemerkt, wie schlecht es um die Umwelt steht und dass dringend Handlungsbedarf besteht. Zudem hat er den Markt für Reisezubehör für sich entdeckt und erkannt, dass dieser großes Potenzial bietet und es gerade dort noch viel Raum für Innovationen und nachhaltige Produkte gibt. So hat Julian seinen sicheren Platz bei einem großen Automobilkonzern nach dem Studium gekündigt und mit onemate alles riskiert.

Welche Vision steckt hinter onemate?

Flugzeugreisen und Nachhaltigkeit – zwei Begriffe, die auf den ersten Blick kaum widersprüchlicher sein könnten. Wir vom Startup onemate verbinden diese zwei Gegensätze, indem wir nachhaltiges und verantwortungsbewusst hergestelltes Reisegepäck entwickeln. Unsere Vision ist es den Reisemarkt zu verändern und ein neues Bewusstsein für unsere Erde zu schaffen. Unserer Meinung nach ist es wichtig gerade bei Branchen anzusetzen, die eine negative Umweltbilanz haben, um dort Verbesserungen und Veränderungen herbeizuführen. Es ist wichtig auch dort einen Anfang zu machen. Zu unserer Vision gehört es zudem so viele Bäume wie möglich zu pflanzen und so einen möglichst großen Impact zu haben.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Eine der größten Herausforderungen für uns war es das richtige Angebot für unsere Kunden zu finden und zu schaffen. Aus diesem Grund haben wir in den letzten zwei Jahren viel getestet und ausprobiert. Rückschläge und Erfolge lagen oft also nah beieinander. Die größte Herausforderung für uns war eindeutig die Corona-Krise in den letzten Monaten. In dieser Zeit haben unsere Produkte als Reiseprodukte natürlich an Relevanz verloren, was sehr deutlich an unseren Verkäufen zu bemerken war.

Unser Startup ist sowohl eigenfinanziert als auch über Fremdkapital von Banken finanziert. Wir haben uns für diese Finanzierung entschieden, da wir noch keine Abhängigkeit zu Investoren wollen und es uns sehr wichtig ist, frei agieren zu können und nicht zu sehr Profit getrieben zu sein.

Wer ist die Zielgruppe von onemate?

Zu unserer Zielgruppe gehören sowohl Business-Reisende als auch junge Reisende. Unsere Hauptzielgruppe ist zwischen 24 und 35 Jahre alt und umfasst Flugzeugreisende mit Handgepäck, Urban Traveller sowie Business Reisende. Generell sprechen wir aber alle reiselustigen Entdecker an, die gleichzeitig ein großes Bewusstsein für unsere Umwelt haben.

Was ist das Besondere an dem Reisegepäck? Woher stammen die Flaschen und wo wird produziert?

Das Besondere an unseren Produkten ist unser einmaliges onemate-Design. Die Rucksäcke sind in ihrer eckigen Form einzigartig auf dem Markt und bieten so einen größtmöglichen Stauraum. Unsere Produkte legen zudem höchsten Wert auf Funktionalität und Nachhaltigkeit und werden dahingehend von unserem Gründer Julian entwickelt.

Unsere Produkte werden bisher in China bei zertifizierten Herstellern produziert. Viele Menschen verbinden China als Produktionsstandort mit schlechten Produktionsstandards und Bedingungen. Unserer Erfahrung nach gibt es China aber viele innovative und engagierte Menschen, die neue und nachhaltige Technologien entwickeln. Wir überwachen unsere Hersteller regelmäßig und achten auf die Einhaltung ethischer und moralischer Standards. Wir sind dankbar für die qualifizierten Menschen, die dort an der Herstellung unserer hochwertigen Produkte beteiligt sind. Un wir führen zudem mit jedem Produktionsbatch regelmäßige Audits durch und überprüfen die Produktionsbedingungen.

Das Material unserer Rucksäcke wird aus recycelten Plastikflaschen hergestellt. Grundsätzlich ist es häufig so, dass Plastik nicht recycelt wird und es somit keinen geschlossenen Kreislauf gibt. Der Grund hierfür liegt darin, dass der Anteil an neuem Plastik in PET-Flaschen sehr hoch sein muss, damit die neuen Plastikflaschen, die in die Regale kommen, rein aussehen. Eine logische Folgerung ist, dass ein Großteil an Plastikflaschen deshalb nicht recycelt wird. Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht diese Flaschen zu nutzen und zu neuem Leben zu erwecken, indem wir sie in einen neuen Produktlebenszyklus einbinden. Die Flaschen, die wir verwenden, kommen daher zum Teil auch aus Deutschland, da alte Plastikflaschen auch nach China exportiert werden.

Wie hat sich ihr Unternehmen mit Corona verändert?

Uns von onemate hat diese Krise hart getroffen. Unsere Umsätze sind von einem Tag auf den anderen eingebrochen. Es ist aber auch nicht verwunderlich, dass ein Startup für Reisegepäck und Reisezubehör in Zeiten, in denen Urlaub und Reisen undenkbar scheinen, seine Relevanz erst einmal verliert. Auch wir haben die Nothilfe vom Staat in Anspruch genommen, was uns sehr geholfen hat. Natürlich hat sich dadurch auch unser Tagesgeschäft sehr verändert. Wir haben die Zeit aber genutzt, um Grundsätzliches zu überdenken und uns weiterzuentwickeln.

Wie haben Sie sich darauf eingestellt und welche Änderungen haben Sie vorgenommen?

Wir als Unternehmen haben es uns zur Aufgabe gemacht die momentane Krise, die für unser Geschäft quasi einen Stillstand bedeutet, für strategische Neu-Überlegungen und das Analysieren und Optimieren von Strukturen und Prozessen zu nutzen. So hatten wir Zeit für Dinge, die neben dem Tagesgeschäft nie möglich gewesen wären. Wir haben uns beispielsweise intensiv mit unserer Markenidentität beschäftigt und durch gemeinsame Diskussionen ist uns viel bewusster geworden für was wir stehen und wo wir hinwollen. So haben wir beispielsweise Strukturen und Prozesse optimiert und überhaupt erst hinterfragt. Wir haben die Zeit also dazu genutzt zu reflektieren, Probleme überhaupt erst zu erkennen und uns weiterzuentwickeln.

Generell haben wir und dazu entschlossen einen größeren Fokus auf den Vertrieb zu legen und enger zusammenzuarbeiten und unsere Arbeitsbereiche zu vernetzen und Feedbackprozesse einzubauen. In den letzten Monaten haben wir zudem ein neues Produkt, unseren Tagesrucksack, entwickelt und hier viel Zeit in Details und Funktionalität investiert.

Wo sehen Sie in der Krise die Chance?

Wir konnten diese Krise definitiv als Chance und Weiterentwicklungsmöglichkeit wahrnehmen. Unser Startup beruht auf der Mentalität, dass ein Tiefpunkt der Startpunkt für Lerneffekte und eine neue Aufwärtsbewegung ist. Hier kann analysiert werden, was funktioniert und was nicht und so ein ganz neuer, geschärfter Fokus entstehen. Sich auf das Wesentliche besinnen ist ein wichtiger Teil dieser Denkweise. Wir sind uns sicher, dass uns diese Erfahrung langfristig helfen wird und wir so stärker aus dieser Krise kommen als zuvor. Das Gelernte wird uns in Zukunft sicherlich von Nutzen sein.

Wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

In fünf Jahren sehen wir uns als deutscher Marktführer für nachhaltige Reiserucksäcke. Unser Ziel ist es natürlich eine große Bekanntheit zu erlangen. Wir möchten bis in fünf Jahren ein eigenes Klimaprojekt auf die Beine gestellt haben, um noch mehr in der Welt verändern zu können und noch mehr beitragen können. Hier planen wir ein Drohnenprojekt, mit dem möglichst viele Bäume gepflanzt werden können. Ein weiteres Ziel für die Zukunft ist es außerdem alle Produkte aus Ocean Plastic herzustellen und so einen möglichst großen positiven Effekt auf die Welt zu haben.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

Fokussiert euch auf das Hier und Jetzt. Es ist wichtig im Auge zu behalten, was jetzt gerade wirklich relevant für euer Unternehmen ist. Konzentriert euch also auf die Schritte, die es in diesem Stadium braucht und darauf, was wirklich relevant ist.  Oft tendiert man dazu in der Zukunft zu arbeiten oder möglichst viele Teilbereiche abdecken zu wollen. So verliert man aber oft den Fokus. Also immer einen Schritt nach dem anderen machen!

Geben und Nehmen: Wir haben die Erfahrung gemacht, dass man andere Menschen bedingungslos unterstützen sollte. Grundsätzlich bekommt man das oft vielfach zurück. Es ist wichtig aneinander zu glauben und aufeinander zu vertrauen – so können großartige Dinge entstehen!

Menschen sind das wichtigste Asset, das ein Unternehmen haben kann. Ein starkes Team kann dir neue Perspektiven und Möglichkeiten aufzeigen und so die besten Ergebnisse liefern. Unserer Erfahrung nach bringt dich ein Team mit vielen Persönlichkeiten ein großes Stück weiter. Es ist wichtig dem Input und der Sichtweise von anderen Gehör zu schenken!

Wir bedanken uns bei den Gründern für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Über den Dingen stehen

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Matica Cosmetics Naturkosmetik Fair nachhaltig Bienenwachs

Matica Cosmetics Naturkosmetik: Fair, nachhaltig und handgefertigt mit Bienenwachs

Stellen Sie sich und das Startup Matica Cosmetics doch kurz unseren Lesern vor

Matica Cosmetics ist ein Naturkosmetik Unternehmen mit Sitz in Hamburg. Fair, nachhaltig und handgefertigt produzieren wir Kosmetikprodukte mit Bienenwachs. Nach einer sehr langen Pre-Launch-Phase war der Marktlaunch im Mai 2019 und seither wachsen wir stetig. 

Warum haben Sie sich entschlossen ein Unternehmen zu gründen?

Ich tue mich mit konservativen Hierarchien schwer, hinterfrage gerne den Status quo, gestalte am allerliebsten selbst und übernehme die Verantwortung. Somit stand für mich bereits in meinen ersten Jahren im Investment Banking fest, dass ich Unternehmerin werden muss, um langfristig im Job glücklich zu werden.

Was war bei der Gründung von Matica Cosmetics die größte Herausforderung?

Ich bootstrappe das Unternehmen, das heißt, dass ich in Teilzeit als Freelancerin andere Unternehmen zu Innovations- oder Strategiethemen berate und meine restliche freie Zeit in Matica Cosmetics stecke. Es ist eine Doppelbelastung, die ich jedoch täglich gerne eingehe, da mir mein „Zebra Start-up“ 100% Autonomie ermöglicht – sowohl mit Blick auf das Berufliche als auch im Privaten.

Kann man mit einer Idee starten, wenn noch nicht alles perfekt ist?

Ich finde man muss schon dann mit der eigenen Idee starten, wenn sie noch nicht perfekt ist. Denn nur ein zahlender Kunde lehrt, was gut an der Idee ist oder eben auch nicht. Der Markt entscheidet über Erfolg, nicht der Reifegrad der eigenen Idee. 80/20 sollte hier stets die Regel sein.

Welche Vision steckt hinter Matica Cosmetics?

Ein internationales Unternehmen, das nachhaltige, natürliche und faire Produkte produziert und vertreibt, mit dem Ziel, die Kundinnen und Kunden in ihrer Haut glücklich zu machen.

Wer ist die Zielgruppe von Matica Cosmetics?

Jede Person, die sich gerne in der eigenen Haut wohlfühlen möchte und einen bewussten Konsum und Lebensstil anstrebt. 

Was ist das Besondere an den Produkten?

Unsere Produkte sind 100% natürlich, nachhaltig und handgefertigt. Zudem beinhaltet jedes Produkt reines Bienenwachs, welches in der Naturkosmetik als natürliches Pflegewunder gilt. Jedes einzelne Produkt wird von mir mitentwickelt und erst dann gelauncht, wenn ich damit zu 100% zufrieden bin. 

Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Matica Cosmetics findet sich zwischen vielen Nischen der Kosmetik wieder: in der Naturkosmetik, aber auch in dem hochpreisigen Segment mit luxuriösen Inhaltsstoffen und stylischer Verpackung. Wir platzieren uns also im Bereich „Lifestyle Naturkosmetik“.

Wie hat sich ihr Unternehmen mit Corona verändert?

Unser Laden in Hamburg war wochenlang zu, wir konnten unsere sehr beliebten Naturkosmetik-Workshops bisher nicht stattfinden lassen. Finanziell hatten wir zwar Einbuße, haben aber trotzdem in dieser Zeit auch Kunden und Projekte gewinnen können, die uns in Zukunft sehr weit nach vorne bringen werden. Unser Motto war von Anfang an „Hauptsache überleben“. 

Wie haben Sie sich darauf eingestellt und welche Änderungen haben Sie vorgenommen? Wo sehen Sie in der Krise die Chance?

Wir sind kreativ geworden mit Online-DIY-Workshops und haben alte Special Editions aufleben lassen für unser Community Engagement. Als Unternehmerin höre ich auch in Krisenzeiten nicht auf kreativ und flexibel zu sein und bin bereit Risiken einzugehen. So haben wir uns während der Krise gemeinsam im Team für eine größere Produktionsstätte entschieden, sodass wir zukünftig große Kooperationen umsetzen können. 

Matica Cosmetics, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Matica Cosmetics goes global und das noch in Q3 2020! Ich freue mich riesig auf die weitere Reise. Man kann sich auf viele neue Produkte und Aktionen freuen.

Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründerinnen mit auf den Weg geben?

1) Über den Dingen stehen – als Frau in der Gründerwelt wird man häufig stigmatisiert, da muss man drüberstehen, sich mit anderen Frauen vernetzen und mit Kompetenz und Expertise auf seinem Gebiet überzeugen.

2) It takes a village to build a start-up: Ohne gute Kollegen, Freunde und Familie ist man nur halb so stark. Man muss sich trauen mit anderen über Sorgen und Ängste zu sprechen, denn man kann den Druck nicht immer alleine tragen. Es ist OK zu den eigenen Schwächen zu stehen, nur so kann man geerdet und gestärkt durch den Gründeralltag gehen.

3) Be(e) yourself – der Vorteil einer weiblichen Gründerin ist, dass eine Frau viel Empathie, Teamgeist und Kreativität mitbringt. Das sind Stärken, die wir jeden Tag für uns ausnutzen können, Ladies!

Wir bedanken uns bei Marina Zubrod das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Food-Startup yamo erhält von Investoren 10,1 Millionen Euro für Expansion

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yamo

yamo, der europäische Marktführer für frische Bio-Nahrung für Babys und Kleinkinder, erhält 10.1 Millionen Euro für Expansion 

yamo, das führende Unternehmen für frische und natürliche Lebensmittel für Babys und Kleinkinder, hat heute eine Finanzierungsrunde von 10,1 Millionen Euro bekannt gegeben. Mit dem Investment wird das Unternehmen neue Produktinnovationen auf den Markt bringen. Listungen mit europäischen Retailern umsetzen sowie das Direktkundengeschäft ausbauen. yamos Produkte werden von Coop bereits in der ganzen Schweiz geführt. In Deutschland wird yamos Konzept in ausgewählten Edeka- und Rewe-Filialen getestet.

Die jüngste Finanzierungsrunde mit Five Season Ventures mit Sitz in Frankreich, dem Swiss Entrepreneurs Fund, Ringier Digital Ventures, Müller Ventures, btov Partners, Polytech Ventures, BackBone Ventures und Fundament  bringt die Gesamtfinanzierung von yamo auf 12 Millionen Euro. 

yamo wurde 2016 von CEO Tobias Gunzenhauser, COO José Amado-Blanco und CMO Luca Michas gegründet. Das Unternehmen hat es sich zur Mission gemacht, Eltern eine gesunde, leckere und nachhaltige Ernährung ihrer Babys und Kinder zu bieten. 

Heute können Eltern Babynahrung entweder als Glässchen aus den Trockenregalen eines Supermarktes einkaufen oder fürs Kind zu Hause selbst frische Mahlzeiten zubereiten, was mehr Zeit erfordert. Traditionell wird Baby- und Kleinkindernahrung, die in Supermärkten erhältlich ist, mit hoher Hitze sterilisiert, was für eine lange Haltbarkeit sorgt, aber auch viele hitzeempfindliche Vitamine wie Vitamin C zerstört und natürliche Farben und den Geschmack verändert. yamo verwendet die Hochdruckpasteurisierung (HPP), die Bakterien innerhalb von Minuten abtötet und natürliche Nährstoffe, hitzelabile Vitamine und den Geschmack bewahrt. yamos Produkte halten im Kühlschrank zwischen acht und zwölf Wochen.

Tobias Gunzenhauser, CEO und Mitgründer von yamo: 

„Von Anfang an stand yamo an der Spitze einer neuen Bewegung von gesundheitsbewussten Produkten für Kinder. Als wir vor ein paar Jahren in einem Supermarkt am Regal für Babynahrung standen, waren wir schockiert darüber, wie lange Glässchen haltbar sind. Herkömmliche Herstellungsverfahren bringen mit sich, dass von der Nahrung, die wir den Kindern geben, viele natürliche Nährstoffe wie hitzelabile Vitamine verloren gehen und der frische Geschmack verändert wird. Wir sind Pioniere bei der Verwendung von HPP für Babynahrung und konnten unsere Retail-Partner davon überzeugen, ihre Regale so anzupassen, dass unsere frischen Produkte gekühlt im Babyregal Platz finden. Und wir sehen jetzt Kühlschränke in den Trockennahrungsregalen der Supermärkte. Etwas, von dem uns gesagt wurde, das zu erreichen sei unmöglich! Wir sind uns sicher, dass frische Bio-Lebensmittel für Babys und Kleinkinder ein enormes Potenzial haben, und wir sind begeistert zu sehen, dass die Einzelhändler beginnen, auf diesen Trend zu reagieren.“

yamo revolutioniert nicht nur das Angebot an Produkten, die Eltern für ihre Kinder kaufen können. Sondern auch die Art und Weise, wie Kindernahrung verkauft wird. Da es sich um frische Produkte handelt, haben yamo und der Schweizer Retailer Coop in einem Pilotprojekt, Kühlschränke in die Trockenregale der Babynahrung platziert. Aufgrund des Erfolgs der Testphase, installierte Coop in 30 seiner Geschäften Kühlschränke im Babynahrungsregal und ermöglichten es, yamo auch über Coop online zu verkaufen.

Olivier Schwegler, Purchasing Product Manager Baby Coop: 

„Bereits früh haben wir bei Coop erkannt, dass frische Babynahrung von yamo eine neue Ära im Bereich Babynahrung einläuten kann. Gemeinsam mit yamo übernehmen wir damit die Pionierrolle in der Babynahrung. Wir sind sehr zufrieden mit der Zusammenarbeit, welche wir in Zukunft weiter ausbauen wollen.“

yamo-Produkte sind so konzipiert, dass sie auf humorvolle Weise junge Eltern ansprechen. Dazu gehören die Babynahrungs-Linie mit Produkten wie Beetney Spears und Anthony Pumpkins, Quetschies für Kleinkinder wie Avocado di Caprio, Nicki Spinaj und Katy Berry sowie die neu eingeführten yamoghurts.

yamo neuste Produktinnovation ist Europas erste Joghurt-Alternative aus Hafermilch für Kinder. Die Produkte mit kreativen Namen wie Mariah Cherry oder Chocodile Dundee eignen sich für Babys und ältere Kinder gleichermassen und sind mit natürlichen Eisen- und Vitaminquellen angereichert. Grund für yamos Vorpreschen in den pflanzenbasierten Nahrungsmarkt ist ein klarer Konsumenten-Trend hin zu nachhaltigen Nahrungsmittel-Alternativen auf Pflanzenbasis. Gemäss Innova Market Insights, einem global führenden Marktforschungsunternehmen in der Lebensmittel- und Getränkeindustrie, ist einer der stärksten Food-Trends die pflanzenbasierte Revolution der Nahrungsmittelindustrie. Grand View Research sagt voraus, dass der globale Markt für Milchalternativen bis 2025 voraussichtlich 41 Milliarden Dollar erreichen wird.

Niccolo Manzoni, Managing Partner bei Five Seasons Ventures, fügte hinzu:

 „Konsument*innen konzentrieren sich zunehmend auf die Qualität der Lebensmittel, die sie kaufen. Sie handeln gesundheitsbewusster und bedachter bezüglich ihrer Nahrungsaufnahme. Wir beobachten, dass auch Eltern sich immer bewusster darüber werden, wie sie ihre Kinder ernähren. Wir haben den Babynahrungssektor für zwei Jahre sehr genau analysiert und sind uns sicher, dass yamo die richtige Positionierung, das passende Angebot und die ideale Marke hat, um in dieser Kategorie führend zu sein. Bei Five Seasons investieren wir in zukünftige Marktführer, und und wir freuen uns, Tobias, Luca, Jose und den Rest des yamo-Teams zu unterstützen.”

Weitere Informationen finden Sie unter www.yamo.bio

Quelle yamo/ tech2com UG

Vertraut auf eure Talente

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millionways

millionways Community um die eigenen Talente, Fähigkeiten und Lebensziele zu finden

Stellen Sie sich und das Startup millionways doch kurz unseren Lesern vor!

millionways ist in erster Linie ein Ziel: Jeder Mensch sollte so leben, wie es den Talenten, Zielen und Eigenschaften entspricht. millionways ist eine Community, in der Menschen geholfen wird, den nächsten perfekten Schritt für ihr Leben zu finden. Zunächst geht es darum, Talente und Fähigkeiten, bei sich zu erkennen. So kommen vergessene oder verdrängte Leidenschaften zurück. Hat man sie erst einmal entdeckt, ergeben sich daraus völlig neue Lebensperspektiven. Anschließend connecten wir passende andere Menschen oder Projekte. Mitglieder lernen Menschen für jede Lebenssituation kennen, die einem zeigen, welche Möglichkeiten in einem stecken. Seit 2013 arbeite ich an der Umsetzung, neben mir als CEO unterstützt mich ein millionways Team aus Marketingexperten, Wissenschaftler, Programmierern und ein Community-Team, das die Mitglieder betreut.

Warum haben Sie sich entschieden ein Unternehmen zu gründen?

So lange ich denken kann, spreche ich mit Menschen über die Frage „lebst du das Leben, das du wirklich willst und wenn nein, warum nicht?“. Das habe ich schon als Schüler gemacht. In den Gesprächen ist mir immer wieder aufgefallen, dass viele Menschen nicht wirklich das machen, wozu sie im Grunde eigentlich Lust zu haben. Die Gründe dafür sind, dass die meisten nicht wussten, welche Potentiale in ihnen steckten und sie unter Druck gesetzt worden sind Ziele zu verfolgen, die nicht ihre waren. Ich stellte fest, dass es da keine Community oder Organisation gab, die Menschen fördern, ihre eigenen Talente zu entdecken UND etwas Reales daraus zu machen. Also musste ich sie halt bauen.

Welche Vision steckt hinter millionways?

In unserer Gesellschaft, wird kaum Rücksicht auf das persönliche Glück genommen, auch wenn alle davon reden. Eltern, Schule, Ausbildung und später der Beruf entscheiden über dein Leben. Wer kennt die Sätze nicht: „Lerne was Anständiges“ oder „Schuster bleib bei deinen Leisten“. Verdrängen, Vergessen und Verunsichern sind die wahren Lebensberater in unserem Leben. millionways will das ändern: Wir wollen, dass Menschen ihre Talente erkennen, für sich nutzen und andere mit ihren Fähigkeiten ergänzen. Wir glauben, dass es eine Bereicherung für die ganze Gesellschaft ist. Aktuell haben wir einen „Talentdrain“, wir verlieren immer mehr Potentiale, die für uns wichtig sind, nicht weil sie ins Ausland abwandern, sondern, weil wir nicht zulassen, dass Menschen ihren Leidenschaften folgen.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Die Idee war nicht das Problem. Jedem, den ich von meiner Idee erzähle, hat sie sofort verstanden und ist begeistert. Die Herausforderung war, eine Infrastruktur für die Community aufzubauen, und noch viel wichtiger war es, die Analyse technisch so umzusetzen, dass eine KI erkennt, welche Stärken ein Mensch hat. Ansonsten ist die Idee ja nicht skalierbar und im Kleinen funktioniert sie nicht – schließlich können wir dann nicht für jeden die passende Connection finden. Wir haben vieles ausprobiert und sind jetzt auf einen guten Weg. Finanziert haben wir uns am Anfang über Spenden und Unterstützer. Aktuell haben wir Investoren, die millionways vertrauen und Mitgliedsbeiträge.

Wer ist die Zielgruppe von millionways?

Die Zielgruppe sind Menschen, die willens und bereit sind, etwas in ihrem Leben zu verändern. Die sich die Frage stellen, welchen Sinn das Leben für sie hat. Bei millionways melden sich Menschen aus unterschiedliche Gründen an: Wir haben Schüler und Studenten, die am Anfang ihrer Berufskarriere stehen und nicht genau wissen, ob es richtig ist, was sie vorhaben. Leute, die ihren aktuellen Job infrage stellen, weil sie über- oder unterfordert sind. Aber auch Rentner sind mit dabei, die es noch einmal wissen wollen. Und wir haben auch Mitglieder, die einfach mehr über sich erfahren wollen und einfach anderen helfen wollen. 

Wie funktioniert millionways? Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Am Anfang steht eine Analyse der Persönlichkeit, die eine Künstliche Intelligenz (KI) durchführt. In einem Interview mit einer Web-App ermittelt die KI, wo die persönlichen Eigenschaften und Stärken liegen. Das Ergebnis der Sprachaufnahme ist die Basis, um später innerhalb der Community die passenden Menschen und Connections zu finden, die zu den eigenen Talenten passen. In einem Chat oder bei einem persönlichen Treffen können die Mitglieder dann Erfahrungen oder Ideen austauschen. Der Vorteil ist, dass Mitglieder sich hier gegenseitig helfen. Jeder coacht jeden zusagen und spiegelt dem anderen, dass er / sie wertvoll ist. Wie bereits erwähnt, nach meinem Wissen, gibt es aktuell so eine Community wie millionways nicht. Auf den bestehenden Plattformen geht es oft um Selbstdarstellung, bei uns geht es um das was wir wirklich sind – darum connecten wir auch anonym, also unabhängig von Geschlecht / Alter / Nationalität / Konstitution / Reichtum – so entfallen Vorurteile.

Wie hat sich ihr Unternehmen mit Corona verändert?

millionways ist digital ausgerichtet. Wir haben schon vor Corona bei millionways im Remote Modus gearbeitet. Im Grunde hat sich nicht viel verändert. Chats, Videokonferenzen oder Clouds waren schon vorher wichtige Instrumente unserer täglichen Arbeit. Die Meetings, die im Echtleben noch stattfanden, waren jetzt eine Zeit lang auch alle komplett digital. Manchmal war es allerdings schon seltsam, dass sich jetzt alles auf meinem Rechner zu Hause abspielt. Neulich hatte ich mal wieder ein Meeting in einem richtigen Konferenzraum, das fühlte sich fast nostalgisch an.

Wie haben Sie sich darauf eingestellt und welche Änderungen haben Sie vorgenommen?

Wie gesagt, bei millionways mussten wir gar nicht so viel ändern. 

Wo sehen Sie in der Krise die Chance?

Wir sehen die aktuelle Situation als Chance, weil gerade in der Zeit des Lockdowns sich viele Menschen mit Sinnfragen beschäftigt haben und es immer noch machen. Viele Arbeits- und Ausbildungsmodelle stehen jetzt in der Kritik. Und einige fragen sich zurecht: „War das jetzt alles, was kann ich vom Leben noch erwarten?“ Plötzlich wollen viele nicht mehr funktionieren, sondern nur noch einfach Leben. 

millionways, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

millionways kann und muss jetzt ein globales neuartiges soziales Netzwerk werden. Die Voraussetzungen dafür haben wir in den letzten Jahren geschaffen, da ist viel im Hintergrund passiert, daher sah es nach außen auch oft so ruhig aus. Aber jetzt sind wir bereit. Die Vision kann nur im ganz Großen funktionieren, denn nur dann können wir alle Menschen der Welt untereinander neu verbinden – aufrichtig und authentisch, ohne Fake-Profile. Erst mal werden wir eine App launchen und unsere Personal-Strukturen aufbauen. Ich lebe seit so vielen Jahren dafür, vielen Menschen weltweit dabei helfen können, dass sie ihr persönliches Glück finden und endlich so leben können, wie sie es schon immer wollten. Ich hoffe sehr, dass wir dieses Mal auch aus Europa heraus erfolgreich werden.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

1. Vertraut auf eure Talente und sucht euch Menschen, die euch ergänzen und inspirieren können.

2. Fangt nicht an euer Leben in Arbeit und Freizeit zu trennen. Lebt einfach.

3. Wenn es mit der neuen Idee nicht gleich klappen sollte, versucht herauszufinden, ob ihr vielleicht noch andere Talente besitzt, mit denen ihr euren Traum umsetzen könnt. Es erstaunlich, was Menschen so alles können und wie sie es aktivieren können.

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Martin Cordsmeier das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Macht euren Research genau

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RENTIVATE Plattform für Gewerbeflächen Unternehmen

RENTIVATE Plattform für Gewerbeflächen die zum Unternehmen passen

Stellen Sie sich und das Startup RENTIVATE doch kurz unseren Lesern vor!

Mein Name ist Thorsten Kröger, ich bin CEO und Co-Founder von RENTIVATE, der Plattform für Gewerbeflächen, welche junge Unternehmen direkt mit professionellen Vermietern verbindet. Anders als Makler oder die heute präsenten Immobilienplattformen haben wir einen kompletten digitalen Lifecycle vom Inserat und der Anfrage, bis zum unterschriebenen Vertrag – für jede Laufzeit. Über die nackte Flächen hinaus bieten wir zahlreiche Add-Ons für Services und Ausstattung, welche flexibel hinzugebucht werden können. Kurzum. RENTIVATE bietet alles, was man für das Zuhause seines Unternehmens braucht.

Ich war vorher lange für einen großen Immobilienfonds in Hamburg tätig und war im Prinzip für alle Arten gewerblicher Flächen als Vermieter aktiv. Daher kenne ich sehr viele Probleme und Herausforderung in dieser doch recht komplexen Welt aus eigener Erfahrung. Gegründet habe ich das Unternehmen Anfang 2019 gemeinsam mit Mario Glöckner, der über 7 Jahre die komplette Immobilien Exansion bei Zalando verantwortet hat und so die Perspektive der Mieter mitbringt.

Warum haben Sie sich entschieden ein Unternehmen zu gründen?

Da reicht die Geschichte recht weit zurück. Ich war schon als Kind völlig fasziniert davon Dinge selbst erschaffen zu können. Mit 10 – 12 hatte ich Unmengen von Architekturzeichnungen, Bauplänen für ferngesteuerte U-Boote und so weiter und ich glaube mit 9 hab ich mal einen recht detaillierten „Businessplan“ für einen Bauernhof geschrieben, also ausgerechnet, was man tun muss um von null auf Landwirt zu kommen. Für mich war das also schon immer eine Art Bestimmung. 

Konkret habe ich den Entschluss dann nochmal im Architekturstudium in Seoul gefasst. Mich hat das unabdingbare Streben nach Fortschritt dort fasziniert. Ich hab dann verschiedene Ideen geprüft und sehr viel Research gemacht. Einige Sachen haben wir dann kurz vor der Gründung wieder abgesagt, weil wir nicht das optimale Team hatten und ich habe entschieden, dass man die Immobilienbranche erst von innen kennen muss und bin zu einem Immobilienfonds gegangen. Als ich dann 2018 meinen Mitgründer Mario kennengelernt habe und wir anfingen RENTIVATE zu entwickeln, war für mich klar, dass die Chance ist, die ich nicht liegenlassen kann.

Welche Vision steckt hinter RENTIVATE?

Wir haben uns zum Ziel gesetzt digitales gewerbliches Mieten zur Selbstverständlichkeit zu machen und einen völlig neuen Zugang zu Büros & Co zu schaffen. Heute ist es für Unternehmen oft ein riesige Schritt eine Fläche anzumieten: Verträge sind lang und komplex, Laufzeiten sind unflexibel, Provisionen sind hoch und die Prozesse sind nahezu altertümlich. Wir wollen das in ein neues Zeitalter führen. Dazu gehört auch, das wir gemeinsam mit vielen Add-On Partner deutlich mehr bieten als nur die Fläche und das wir immer den direkten Zugang zum Vermieter herstellen – provisionsfrei.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Technisch trifft man bei dem, was wir machen dann natürlich auch auf große Herausforderungen. Es hat schließlich seinen Grund, dass aktuell alles analog und kompliziert ist und es ist zurecht eine große Challange das zu ändern. Auch hier war ordentlicher Research vorab unabdingbar. Es gab außerdem neben den Immobilien-Themen und digitalen Prozessen viel über den digitalen Weg zu lernen, unsere Idee und die Plattform selbst auch an die richtigen Nutzer zu bringen. Vom Balancing von Angebot und Nachfrage natürlich mal abgesehen.

Wer ist die Zielgruppe von RENTIVATE?

Prinzipiell sind das alles Unternehmen die online sind und alle modernen, professionellen Vermieter. Momentan ist da bereits vom Dax-Konzern bis zum 2-Mann Betrieb alles dabei und das zeigt, wie groß das Bedürfnis nach Innovationen und neuen Lösungen in unserem Feld ist. Wir fokussieren aktuell zunächst auf Büroflächen in zentralen Lagen und wollen in den nächsten Monaten deutlich ausbauen.

Wie funktioniert RENTIVATE? Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Wir bieten professionelle Inserate, die dem Grundsatz „what you see is what you get“ folgen. Man kann jede Fläche bei uns digital besichtigen und dann direkt Kontakt mit dem Vermieter aufnehmen. Anders als bei vielen Plattform, die nur als Lead-Generator fungieren, bieten wir aber einen kompletten digitalen Prozess, durch welchen Mieter und Vermieter im weiteren Verlauf bis zur Unterschrift des Vertrages geleitet werden. Das System ist sehr flexibel und ermöglicht es Verträge für jede Laufzeit rein digital zu verhandeln und abzuschließen. Das macht uns besonders und ist ein Novum im gewerblichen Mieten.

Wir bleiben außerdem als Plattform für die gesamte Laufzeit ansprechbar und ermöglichen zahlreiche Add-Ons flexibel zur Fläche hinzuzubuchen. So haben unsere Nutzer ihren völlig eigenen Office-Style statt Einheitslook. und all das ist selbstverständlich provisionsfrei für den Mieter. 

Wie hat sich ihr Unternehmen mit Corona verändert?

Wir haben uns natürlich zunächst orientieren müssen. Bei vielen Unternehmen, die Expansionspläne oder Umzüge geplant hatten wurden derartige Vorhaben erstmal pausiert oder gestoppt und auch wir mussten im Marketing erstmal zurückschrauben. Da wir aber wussten, wie der Markt strukturiert ist und auch die Rückschau auf vorherige Krisen gemacht haben, hatten wir keinen Zweifel, dass wir auch in der Krise ein sehr interessantes Produkt haben. Schließlich arbeiten wir mit einer Branche zusammen, welche in ihrem Kerngeschäft noch immer kaum digitalisiert ist und dann auf einmal alles aus dem Homeoffice digital tun muss.

Wie haben Sie sich darauf eingestellt und welche Änderungen haben Sie vorgenommen?

In den ersten Wochen, als wirklich sehr wenig los waren, weil die Unternehmen erstmal schauen mussten, wie sie selbst durch die Krise kommen, haben wir den Fokus recht schnell noch mehr auf die Produktentwicklung gelegt und unsere Vision weiter vorangetrieben. Außerdem haben wir unsere digitale Infrastruktur allen Unternehmen zur Verfügung gestellt, auch wenn diese gar keine Flächen auf unserer Plattform hatten.

Wo sehen Sie in der Krise die Chance?

Tatsächlich ist Corona für den angespannten Markt, aus dem wir kommen eine sehr interessante Entwicklung. Wir hatten vor Corona in der deutschen Großstädten im Grunde kaum noch nutzbare Leerstände und lange Zeit war es für junge Unternehmen fast unmöglich an interessante Flächen heranzukommen, weil der Druck im Markt so groß war. Auch wenn dann im März die Unsicherheit zunächst sehr gewachsen ist und viele Unternehmen geplante Umzüge in neue Flächen abgesagt haben, zeigt sich für uns jetzt, dass wir ein deutlich größeres Angebot präsentieren können und das Interesse wieder wächst.

RENTIVATE, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

RENTIVATE wird sich stark darauf konzentrieren den neuen Zugang zum gewerblichen Mieten, welchen wir geschaffen haben, noch deutlich mehr Unternehmen zugänglich machen. Aktuell sind wir in Berlin aktiv und haben bereits eine breit gefächerte Schaar vom Dax-Konzern bis zum Startup. Um dies fortzusetzen, werden wir das Flächenangebot und auch die Märkte in denen wir aktiv sind deutlich ausbauen. Das Ziel ist es RENTIVATE zu dem zu machen, was man beim ersten Gedanken mit dem Zuhause für sein Unternehmen verbindet.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

Macht euren Research genau. Legt Wert auf das richtige Team für die Mission. Akzeptiert das Scheitern im Prinzip immer wahrscheinlicher ist, als erfolgreich zu werden – und habt deshalb keine Angst.

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Thorsten Kröger das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Fokus und Teamgeist

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Halocline

Halocline bringt Virtual Reality in die alltägliche Anwendung

Stellen Sie sich und das Startup Halocline doch kurz unseren Lesern vor!

Wir sind Halocline, ein Startup aus Osnabrück, das es sich zur Aufgabe gemacht hat, Virtual Reality in die alltägliche Anwendung zu bringen. Denn wir sind von den Möglichkeiten dieser Technologie und dem Mehrwert, den sie uns Menschen im alltäglichen Leben und Arbeiten bringen kann, überzeugt. Das 32-köpfige Team verbindet langjährige Erfahrung in Industrie und Forschung mit einem Startup-Geist.

Warum haben Sie sich entschieden ein Unternehmen zu gründen?

Bis vor kurzem waren wir noch ein Teil von SALT AND PEPPER Software. Genauer gesagt bildete unser Team die Produktentwicklungsabteilung. Das war eine gute Zeit und doch war eine Veränderung der sinnvolle nächste Schritt. So sind aus der bekannten SALT AND PEPPER Software zwei neue Unternehmen hervorgegangen: Die slashwhy GmbH & Co. KG, die sich auf die Individualentwicklung von Software auf Dienstleisterebene fokussiert und wir, die Halocline GmbH & Co. KG, die sich auf die Entwicklung und Vermarktung von B2B Softwareprodukten für die Planung im virtuellen Raum konzentrieren. Die Idee der Gründung kam also nicht über Nacht, sondern ist gut durchdacht und mit einem starken Fundament in uns gewachsen.

Welche Vision steckt hinter Halocline?

Unsere Vision in einem Satz – kurz und knackig – lautet: „A headset on every desk.“ Eine VR-Brille für jede Arbeitskraft, immer dann, wenn die virtuelle Welt einen Mehrwert schaffen kann. Wir streben danach, neue Formen der Zusammenarbeit und des digitalen Wissenstransfers in Unternehmen weltweit zu ermöglichen.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Aus der Zeit mit SALT AND PEPPER Software (heute slashwhy) haben wir natürlich Vieles mitgenommen. Wir hatten die Möglichkeit ein Team aufzubauen, das mit vollem Einsatz und vor allem mit Überzeugung an den Produkten arbeitet.  Bis zum Zeitpunkt unserer Gründung haben einige von uns bereits drei Jahre zusammengearbeitet. Wir wussten also, worauf wir uns einlassen und haben unsere Ziele gemeinsam definiert. Das hat uns sicherlich einige Startschwierigkeiten, mit denen andere Startups zu kämpfen haben, erspart. Aber die Finanzierung ist bei uns natürlich auch ein großes Thema: Den Start haben wir 2017 mit einem Förderprojekt der Niedersachsen Bank gemacht und damit den Grundstein für die inzwischen 32 Arbeitsplätze gelegt.

Wer ist die Zielgruppe von Halocline?

Mit unserem Softwarepaket – der Embodied Engineering Suite –, das seit Januar 2019 im deutschsprachigen Markt verfügbar ist, richten wir uns an Produktionsplaner:innen, Monteur:innen, Konstrukteur:innen. An Lean Manager:innen und auch an Digitalisierungsbeauftragte. Wir bieten VR-Lösungen für effizientere Prozesse entlang der industriellen Produktionskette und möchten damit all diejenigen ansprechen, die bereit dazu sind, neue Technologien zu erproben und gewinnbringend einzusetzen.

Wie funktioniert Halocline? Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Jung, engagiert und authentisch sind wahrscheinlich keine Unterscheidungskriterien aber doch wichtige Elemente unserer Kultur. Was wir früh – und sicherlich früher als andere – erkannt haben, ist die Vielfalt der Möglichkeiten von VR. Hierbei geht es weit über das bloße Betrachten von Daten hinaus. Wir haben uns auf das interaktive Potential dieser Technologie “gestürzt” und erschaffen neue Ausdrucksformen für das digitale Zeitalter. Das macht unser Unternehmen auch aus. Wir sind Gamer:innen und Cyberscouts, die der Spaß am Erfinden und Vorausdenken eint. Dabei haben wir unser Handwerkszeug im Softwaregeschäft gelernt und profitieren davon ein funktionierendes Unternehmen in die Wiege gelegt bekommen zu haben.

Wie hat sich ihr Unternehmen mit Corona verändert?

Die Umstellung auf das Arbeiten im Homeoffice ist uns nicht schwergefallen. Wir führen sogar unsere Reviews mit allen 32 Kolleg:innen im Online-Meeting durch. Das funktioniert dank unserer SCRUM-Master und deren Vorbereitung viel besser als gedacht. Und auch unsere Gründungsfeier haben wir uns nicht nehmen lassen: Die hat eben in VR stattgefunden, da ging es dann auch ohne Mundschutz und Abstandsregelungen! In diesen Zeiten müssen wir flexibel und reaktionsfähig sein. Natürlich freuen wir uns trotzdem sehr, wenn wir uns wieder alle im Büro treffen, und auch unsere Kund:innen vor Ort besuchen können.

Wie haben Sie sich darauf eingestellt und welche Änderungen haben Sie vorgenommen?

Die Entscheidung für das Homeoffice und gegen eine Gefährdung unserer Mitarbeiter:innen und Mitmenschen, war nicht schwer und sehr schnell getroffen. Ein paar neue Strukturen mussten natürlich geschaffen werden, damit ein gemeinsames Arbeiten auch weiterhin produktiv möglich ist. Wir haben viele wiederkehrende und feste Termine in den Arbeitsgruppen und sogar eine virtuelle Kantine, sodass der Austausch, der sonst auf dem Flur oder in den Büroräumen stattfindet, weiterhin erfolgt. Und natürlich finden auch die Kundentermine online statt. Das funktioniert glücklicherweise sehr gut und alle Beteiligten sind froh, dass es weiter gehen kann – wenn auch anders als zuvor.

Wo sehen Sie in der Krise die Chance?

Das muss man natürlich von verschiedenen Perspektiven betrachten. Zum einen macht Corona es uns einfacher zu erklären, warum unsere Produkte für die Produktionsplanung so sinnvoll sind: Wir schaffen eine Zusammenarbeit in der virtuellen Realität, die von überall aus zu betreten ist. Dadurch werden Reisen überflüssig und auch eine Ansteckungsgefahr wird unerheblich, wenn jede:r Planer:in aus dem eigenen Zuhause in die Arbeitswelt und in die zu planenden Fabrikhallen eintauchen kann. Zum anderen birgt die aktuelle Krise aber natürlich auch wirtschaftliche Gefahren, die zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht einschätzbar sind. Das werden wir aber nicht maßgeblich beeinflussen können, und da ist sicher auch die Politik gefragt.

Halocline, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Wir haben große Ziele, streben auch den internationalen Markt an. Zunächst ist es wichtig, dass wir noch mehr Kund:innen im deutschsprachigen Raum erreichen. Dass jede:r Produktionsplaner:in in der DACH-Region weiß, was die Produkte der Embodied Engineering Suite sind und was sie können. Das sollte innerhalb dieser Zeit auf jeden Fall drin sein. 

Um unsere Vision und die damit verbundenen Ziele zu erreichen, starten wir nun den Prozess der nächsten Finanzierungsrunde. Dazu bereiten wir das Pitch Deck und eine Liste von potentiellen Investor:innen vor und dann gehen wir in die aktive Ansprache ab August. 

Und was sonst noch so kommt, werden wir sehen und durch alle Türen gehen, die sich uns öffnen, solange sie zu dem einen Ziel führen: Die Arbeitswelt der Zukunft durch unsere Produkte mitzugestalten.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

Erstens sollte der Fokus trotz des Ideenreichtums nicht verloren gehen, zweitens sollte Teamgeist gelebt werden und drittens ist das Durchhaltevermögen extrem wichtig. Das ist unserer Meinung nach das Handwerkszeug, das Gründer-Teams hilft, mit Spaß dabei zu sein. Denn die gemeinsame Freude am eigenen Produkt darf nicht ausbleiben. Das ist es, was im Kern zum Erfolg führt. Sowohl für das Unternehmen als auch persönlich.

Wir bedanken uns bei den Gründern das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Für Orientierung und gewisse Fixpunkte zu sorgen

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ComTeam Consulting

ComTeam Consulting und Trainingsunternehmen: Persönlichkeit und Wachstum, Leadership, Change-Management, Kulturentwicklung, Coaching und Moderation

Stellen Sie sich doch kurz vor

Mein Name ist Martin Gros, ich bin Managing Partner bei ComTeam und bereits seit 20 Jahren dort als Berater tätig. Nach meinem BWL-Studium mit dem Schwerpunkt „Strategisches Management und Organisation“ haben viele Jahre Beratung im Mittelstand, im „Public Sector“ und auf Konzernebene mein heutiges Handeln beeinflusst. Meine Arbeitsweise ist geprägt von der Leidenschaft für Themen und dem Respekt gegenüber den Menschen und ihren bisherigen Leistungen. Mir ist es wichtig, Klarheit zu schaffen und Hebel zu finden, die ein Problem lösen und nicht nur Symptome beseitigen.

Stellen Sie uns die ComTeam AG kurz vor

Die ComTeamGroup ist ein Consulting- und Trainingsunternehmen mit Gesellschaften in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Großbritannien. Die ComTeam AG hat ihren Hauptsitz in Gmund am Tegernsee; hier befinden sich Akademie und Tagungshotel. ComTeam BeraterInnen sind SpezialistInnen für Change-Prozesse, Führung und Kultur. Ihre Schwerpunkte liegen in Beratung und Training. Die Kernthemen von ComTeam umfassen Persönlichkeit und Wachstum, Leadership, Change-Management, Kulturentwicklung, Coaching und Moderation: Dabei kommen Konzepte und Methoden zur Anwendung, die in der Moderationsmethode, systemischen Beratungstechniken und im Projektmanagement ihren Ursprung haben und in aktuellen Ansätzen ihre Weiterentwicklung finden.

Was sind Ihre Aufgaben bei ComTeam?

Als Berater entwickle ich Architekturen für Veränderungs- und Transformations-Prozesse, unterstütze Führungskräfte sowie Projektleute und bilde diese als Trainer unter anderem als Prozess- bzw. Change-Manager aus. Meine Spezialgebiete sind Kulturentwicklungs-Prozesse sowie „Moderationen“ – von Klausuren, Workshops und Großveranstaltungen – präsent und virtuell.

Wie sieht ein normaler Arbeitstag von Ihnen aus?

Ein gewöhnlicher Arbeitstag bei mir, setzt sich aus verschiedenen Aufgaben zusammen. Mein Schwerpunkt in der Arbeit mit Kunden liegt in der Beratung. Hierzu zählen unter anderem Workshops mit Führungskräften in Kern- und Projektteams, wo Veränderungsprozesse designt und gesteuert werden. Intern helfe ich mit bei der Weiterentwicklung unserer ComTeam-Themen und der Kreation neuer Produkte und Angebote. Da ich Teil der Geschäftsleitung bin, gehören auch interne Managementaufgaben zu meinem Alltag.

Vor Corona war ich im Schnitt zwei bis drei Mal die Woche unterwegs. Durch das Verschmelzen von Home und Office während der Pandemie, ist mein Alltag nun sehr viel virtueller und digitaler als zuvor. Da kann es schon mal vorkommen, dass ich spontan eine Runde Sport zwischen zwei virtuelle Veranstaltungen packe.

Wie hat sich ihr Unternehmen mit Corona verändert?

Wir erleben eine extrem hohe Lernkurve im Hinblick auf virtuelles bzw. digitales Arbeiten. Soll heißen: Wir entwickeln schneller kreative Lösungen. Als „Change-Firma“, sollte man dazu von Haus aus in der Lage sein. Das sind wir auch; doch diese für alle herausfordernde Situation hat bei uns noch einmal eine extra Portion Energie freigesetzt. Unser Zusammenhalt, der bei ComTeam sowieso großgeschrieben wird, ist während dieser besonderen Zeit noch stärker in den Fokus gerückt. Wir möchten das Thema Beziehungsebene und Teamspirit in Zukunft noch expliziter und intensiver verfolgen und diesen Spirit auch an unsere Kunden weitergeben.

ComTeam Consulting

Wie haben Sie sich darauf eingestellt und welche Änderungen haben Sie vorgenommen? 

Wir haben uns ganz gezielt Fragen gestellt, die unsere Kunden gerade in dieser Zeit der Veränderung bewegen. Soll heißen: Wir haben überlegt, wie Vorgesetzte gerade in schwierigen Zeiten kraftvoll und authentisch Menschen motivieren und überzeugen können. Was braucht es, um Führungskräfte in ihrer persönlichen Veränderungskompetenz zu stärken? Auf welche Weise kann eine neue, nachhaltige Unternehmenskultur designt werden, die sich individuell den Herausforderungen der neuen Realität anpasst? Auf der Basis dieser Fragen haben wir Consulting-Angebote wie „Reinventing Culture“ oder “Change-Sparring“ entwickelt, um Unternehmen und Führungskräfte auf dem Weg des „Change-Prozesses“ kompetent zu begleiten. 

Unsere „Virtual Facilitation“-Kompetenz beispielsweise haben wir schnell auf ein deutlich höheres Niveau gehoben. Die Folge: In den letzten Monaten haben wir einer Reihe von Organisationen geholfen, anspruchsvolle Workshops durchzuführen. Dazu gehörten unter anderem nicht aufschiebbare Managementklausuren oder Veranstaltungen im Rahmen von Strategieprozessen oder Umstrukturierungen – allesamt kreative und offene Prozesse.

Wo sehen Sie in der Krise die Chance?

Bildlich gesprochen, lassen sich von Rückwärtssaltos über kaum sichtbare Hüpfer bis hin zu kulturellen Quantensprüngen die größten Fortschritte vor allem im kulturellen Bereich der Unternehmen beobachten. Die Bereitschaft, Neues zu lernen, Fehler zu tolerieren und Veränderungen im Sinne einer neuen Change-Kultur positiv gegenüberzutreten sind typische Entwicklungen dieser Krise. Auch das Führungskräfte ihren MitarbeiterInnen mehr Vertrauen schenken, trotz teilweise rein virtueller Connection, zeigt, dass auch bei Nicht-Präsenz ein Gefühl von Verbindlichkeit und weiter hohe Wirksamkeit bestehen. Unternehmen, Organisationen und Manager bekommen durch solch unvorhergesehene Situationen ein Gefühl für die Fähigkeiten und Potenziale, aber auch die Resilienzfähigkeit „ihrer“ Firmen. 

Der viel beschworene „New Work-Trend“, wo es ja um moderne Führungskultur, Potenzialentfaltung des Einzelnen, agile Entscheidungsprozesse, Flexibilität, weniger Hierarchiestufen geht, ist gerade in der Krise gefragt. Soll heißen: Wer Krisen mit der Philosophie dieses Trends steuert, kann solche meistern und geht sogar gestärkt mit einem Boost in die gewünschte Richtung, die wiederum Purpose gibt.

Wo liegen die Herausforderungen im New Work Wandel? 

Wichtig ist hier zunächst einmal, die jetzige Phase nicht als reine „Übergangsphase“ zu definieren – weder als Unternehmen noch auf einen persönlich bezogen. Die positive Kraft, die sich in der Krise entwickelt hat, sollte genutzt werden, über gute oder weniger gute Erfahrungen zu reflektieren, um in einem weiteren Schritt zu überlegen, welche Prozesse beibehalten bzw. lieber zurückgelassen werden sollten. Das sogenannte Rückkehr-Management und der damit verbundene Weg in das „New Normal“ ist ein Change-Prozess mit hoher (sozialer) Dynamik, in dem alle MitarbeiterInnen mitgenommen werden wollen. 

Dazu braucht es ausgeglichene Beteiligungsprozesse, die einerseits die Interessen und Beweggründe der Geschäftsführung beleuchten und andererseits die Forderungen und Erwartungen der MitarbeiterInnen respektieren – dabei geht es um deutlich mehr als die teilweise verengende Diskussion zu zukünftigen Homeoffice-Regelungen. Klar ist: Ein „Back to Normal“ ist nicht akzeptabel!

ComTeam AG, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Auch wenn diese unvorhergesehene Situation natürlich für uns ebenso in mancherlei Hinsicht ein Prozessbeschleuniger war, gehört es zu unserem Business, das „New Normal“ von Firmen regelmäßig im Blick zu behalten. Als kompetente und qualifizierte TrainerInnen, BeraterInnen und Coaches unterstützen wir weiter Organisationen in ihren Transformations- und Veränderungsprozessen.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben? 

In der Anfangsphase würde sich sagen, ist es für Gründer vor allem wichtig für Orientierung und gewisse Fixpunkte zu sorgen. Gleichzeitig braucht es auch eine kreative Struktur und interne Experimente, um verschiedene Prozesse in Gang zu setzen. Laufen diese erstmal, lautet die Devise: Nicht stehen bleiben! 

Sondern: Das eigene Unternehmen stetig organisatorisch und kulturell weiterentwickeln, den Rhythmus und die Amplituden von „Läuft“ und „Scheitern“ aushalten, Kundenfokus bewahren und ein hohes Maß an Lernbereitschaft und des „Sich-helfen-lassen-könnens“ verinnerlichen. 

Über alldem schwebt natürlich eine ausgewogene Work-Life-Balance. Befindet sich der Schieberegler zwischen Work und Life meist mittig, so bündelt sich oft wie von selbst die optimale Portion Energie für fokussiertes Arbeiten.

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Martin Gros das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

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