Donnerstag, April 2, 2026
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Das können GründerInnen von uns lernen!

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youtuber

Viele YouTuber sind mittlerweile weit mehr als Content Creator, die mit ihren Videos in erster Linie Teenager begeistern: Sie sind Entrepreneure, haben oftmals Mitarbeiter und bieten teilweise sogar Dienstleistungen oder Produkte an. Die Fähigkeiten, die sie aufgrund ihres kreativen Jobs als Creator ganz natürlich haben, können aber auch anderen GründernInnen helfen.

Meldet euch regelmäßig bei euren (potenziellen) Kunden

YouTuber sind hervorragend darin, Zuschauer zu Abonnenten und Abonnenten zu Fans zu machen, indem sie immer wieder mit ihnen in Kontakt bleiben. Regelmäßige Video-Uploads helfen ihnen dabei eine starke Bindung zu ihrer Zielgruppe aufzubauen. Auch ihr als GründerInnen wollt potentielle Kontakte zu Kunden und Kunden zu Brand-Ambassadors machen. Wie in jeder Beziehung passiert das nicht mit einem One-Time-Stand, sondern durch regelmäßigen Kontakt. Erstmal geht es dabei um die Bedürfnisse der potentiellen Kunden und nicht um euren Wunsch (viel zu verkaufen).

Ob Instagram, TikTok, über Pressearbeit oder eure Pinterest-Seite – oder vielleicht in eurem eigenen YouTube-Kanal:

Es geht nicht (nur) darum regelmäßig von euch hören zu lassen, sondern einen Grund zu liefern euch zuzuhören. Bestimmt das öffentliche Gespräch, indem ihr in den Dialog mit euren Kunden geht und verbringt Zeit mit ihnen. Egal ob Offline- oder Online-Zeit. Je länger die Zeitspanne ist, die Kunden mit euch verbringen, desto stärker ihre Beziehung zu euch und umso größer euer Erfolg.

Schafft Vertrauen in eure Marke

Kein Click-baiting, keine Hype-Produkte die nicht halten was sie versprechen. Vertrauen ist der wichtigste Aspekt in der Markenkommunikation. Deshalb solltet ihr auf jeden Fall eine Marke bilden, der man auch vertrauen kann. Das geht am besten, indem ihr – und das ist fast schon ZU logisch – nichts versprecht, was ihr nicht halten könnt. Ob Gewinnspiel, Angebotswoche oder die Ankündigung für ein neues Produkt: Verschiebt es auf keinen Fall ohne eine gut kommunizierte Entschuldigung. Die Beziehung zu euren Kunden funktioniert eigentlich ganz ähnlich wie private Beziehungen: Wenn ihr sie langfristig aufbauen wollt, dann heißt das, dass ihr mehr investieren müsst als sie einfach nur auf den Buy-Button zu locken. Ich verzichte hier auf die Analogie zur privaten Beziehung, ich glaube, es ist klar, worauf es hinausläuft: Ob als YouTuber oder als GründerIn – seid ein verlässlicher Partner, an den man sich gerne auch langfristig bindet.

Spielt keine Rolle, seid einfach ihr selbst

In den letzten Jahren haben wir auf Marketing-Konferenzen kaum etwas häufiger gehört als das Wort „Authentizität”. Auch wenn man vielleicht schon fast den Drang hat, die Augen zu verdrehen, ist dieser Rat noch immer einer der wichtigsten. Nicht jeder YouTuber ist automatisch authentisch, aber wer eigene Werte vertritt und ehrlich mit den eigenen Zuschauern umgeht, hat langfristig mehr Erfolg. Genauso als GründerInnen: Eure KundInnen und MitarbeiterInnen werden es zu schätzen wissen, wenn ihr einfach ihr selbst seid. Auch im Business brauchen wir keine Rolle zu spielen – sondern einfach die Werte transportieren, die uns besonders wichtig sind. YouTuber, die selbst für nichts stehen, aber die jede Kooperation annehmen und nicht auf den Werte-Fit achten, bilden keine Personal Brand für sich. Und die ist in beiden Businesses – Gründertum und YouTube – extrem wichtig. Nicht jede(r) GründerIn muss total extrovertiert und hip sein, sondern einfach sie oder er selbst. 

Autor: Simon Kaiser

Simon Kaiser, Geschäftsführer und Gründer von Klein aber, Deutschlands Nr. 1 YouTube-Agentur und Vollzeit-YouTuber für Markenkanäle. Er berät Unternehmen zu ihren Videostrategien und dabei, wie man seinen YouTube-Kanal erfolgreich aufsetzt, bespielt und vermarktet. Man sagt, er hätte mehr Begeisterung für YouTube als ein Pausenhof voller Achtklässler. www.kleinaber.de

Wie gestalte ich sinnvolle Strukturen in einem Startup?

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strukturen startup

Ein Startup fängt meistens klein an. Der oder die Gründer bilden vielleicht sogar alleine das Team. Strukturen gibt es daher selten bereits bei der Gründung, da viele dies nicht als notwendig erachten. Im Idealfall wächst das Unternehmen schnell und muss neue Mitarbeiter einstellen, um die anfallende Arbeit zu bewältigen. Daher ist es sinnvoll, sich bereits zu Beginn Gedanken zu machen, welche Ordnung man sich wünscht. Viele Startups schrecken davor zurück, da sie frei und flexibel arbeiten möchten. Dieser Artikel soll einen Überblick darüber geben, wie und warum man das dennoch angehen sollte.

Buchhaltung

Eine geordnete Struktur erhält man von der ersten Sekunde an durch eine gut geführte Buchhaltung. Das Wort Buchhaltung hören viele Gründer nicht gerne. Man verbindet damit häufig mühselige Papierarbeit und Zahlenchaos. Für eine akribische Pflege braucht man heute keine spezielle Ausbildung oder große Kenntnisse mehr. Man kann sich gerne mit einem Tool behelfen, das diese Aufgabe für einen übernimmt. So können sich die Gründer um die weiteren Angelegenheiten kümmern, wie zum Beispiel der Rollenverteilung.

Rollenverteilung

Ob das Startup bereits bei der Gründung aus mehreren Beteiligten besteht oder erst mit der Zeit wächst: Die Rollenverteilung ist ein wichtiges Tool dafür, um Strukturen zu schaffen. Gerade am Anfang macht es Sinn, sich gemeinsam darüber auszutauschen und dann einen Ansprechpartner zu benennen, der sich hauptsächlich darum kümmern soll. Welcher Mitarbeiter diese Aufgabe übernehmen sollte, muss man abhängig vom Charakter entscheiden. Welche Typen gibt es und welche Rolle passt zu einem?

  • Der Träumer/der Ideengeber – Produktmanagement
  • Der Macher/das Arbeitstier – Geschäftsführer
  • Der Networker/das Verkaufstalent – Vertrieb
  • Die gute Seele/der Zusammenhalter -Interne Tätigkeiten

Das ist nur ein Vorschlag der Benennung. Es gibt für solche Archeytpen verschiedene Modelle, nach denen man ein hierarchisches Gerüst schaffen kann. Der Zusammenhalter ist bei unserem Beispiel am besten dafür geeignet, die internen Abläufe zu koordinieren und die Arbeitsteilung im Unternehmen festzulegen. Damit sollen die Arbeitsvorgänge klar abgesteckt sein und jeder kümmert sich um das, was er am besten kann. Dadurch vermeidet man Doppelarbeit, schafft Koordination und verhindert langsame Entscheidungsprozesse.

Interne Kommunikation

Wenn jeder Mitarbeiter seine festen Arbeitsvorgänge eigenständig ausführt, kann es leicht passieren, dass der eine nichts vom anderen weiß. Daher muss vorher abgeklärt werden, wer wen und wann informieren muss. Im konkreten Fall bedeutet das beispielsweise, wer bei E-Mails in CC gesetzt werden muss und bei welchen Schritten man gemeinsam Entscheidungen fällen muss. 

Warum braucht man überhaupt Strukturen?

  • Keine unnötigen Fragen/Mehr Zeit für das Kerngeschäft
  • Planungssicherheit/Zuständigkeiten sind klarer
  • Schnelle Einarbeitung von neuen Mitarbeitern/Wachstum möglich
  • Speichern von Wissen

In Bewegung bleiben

Um nicht in alten Wegen steckenzubleiben, sollten die Prozesse immer lebendig sein. Man kennt diese Unternehmen, deren Strukturen seit 20 Jahren dieselben sind, obwohl sich das Geschäft in der Zeit stark verändert hat. Deshalb ist unser Ratschlag, sich einen festen Turnus einzuplanen, in dem gemeinsam die Strukturen besprochen werden. Der Mitarbeiter-Stamm wächst und Positionen sowie Aufgaben können sich jederzeit ändern. Es gibt viele weitere alternative Organisationsmodule, die eventuell besser zu einem passen und zu denen man wechseln kann. Dadurch bleibt man flexibel und kann sich auf sein Kerngeschäft konzentrieren.

Autor: Thomas Hoffmann

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Schaut euch nach Synergien um

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BÄUMIG handgebrannten Edeldestillaten aus dem Schwarzwald

BÄUMIG handgebrannte Edeldestillate aus dem Schwarzwald

Stellen Sie sich und das Startup BÄUMIG doch kurz unseren Lesern vor!

Wir sind Julia aus Winterthur (CH), Simon aus Lindau und Elmar aus Konstanz. Wir sind alle Mitte dreißig, jung, dynamisch und genießen gerne hochwertige Produkte im Alltag. Dabei schätzen wir es, zu wissen, woher das Erzeugnis kommt und legen Wert auf eine bewusste und nachhaltige Herstellung. Viele Kleinbauern in der Region erzeugen herausragende Produkte in Kleinmengen, diese sind aber meist nur vor Ort erhältlich, da die Bauern keine Zeit und Energie haben diese zu vermarkten. 

Wir drei vereinen uns mit der Idee, solche regionalen Spitzenprodukte in die Welt zu tragen und die Bauern damit zu unterstützen. Das heißt konkret: Die Produkte zu entdecken, das Produktdesign dem Inhalt anzupassen und auf unserem Onlineshop überregional unter dem Label BÄUMIG verfügbar zu machen. BÄUMIG ist schweizerdeutsch und bedeutet „grossartig, herausragend, spitze“ – so wie die Produkte eben sind. 

Nach mehreren Monaten der Konzeptionierung, Teamfindung und Markenentwicklung, haben wir Anfang des Jahres BÄUMIG gegründet und sind diesen April mit handgebrannten Edeldestillaten aus dem Schwarzwald online gegangen. 

Warum haben Sie sich entschieden ein Unternehmen zu gründen?

Nachdem die Idee geboren war, wurde uns schnell klar, dass das Konzept Potential hat. Und um erfolgreich damit zu sein, müssen diverse Bereiche solide und gut umgesetzt werden, weshalb es sinnvoll ist, die Expertisen mehrerer Personen zusammen zu führen. Drei Personen sind für den Start eine gute Größe, wobei unsere Kompetenzen und Erfahrungen sich wunderbar ergänzen. In der Entscheidungsfindung ist man noch effektiv und agil genug, um auf spontane Änderungen einzugehen. Des Weiteren laufen kreative Prozesse in der Regel in einem Team effizienter ab. Das Risiko wird gesplittet und im Team der Spaß verdreifacht. Uns alle verbindet zudem die Neugier und Lust, Erfahrungen mit einem eigenen Unternehmen zu sammeln, weshalb wir BÄUMIG zusammen gegründet haben. 

Welche Vision steckt hinter BÄUMIG?

Die lokale Landwirtschaft ist bekanntermaßen seit vielen Jahren bedroht durch Massenproduktionen, Billigimporte, Rationierungen, Preiskämpfe und politischen Entscheidungen. Viele Streuobstwiesen verschwinden und immer mehr Kleinbauern schließen ihre Betriebe. Das möchten wir verhindern und unseren Teil dazu beitragen, um die lokale Diversität zu erhalten. Die Kleinbauern selbst haben in der Regel nicht die Kapazität ihre teils über Generationen verfeinerten Produkte überregional und angemessen zu vermarkten. Viele haben einen Hofladen und dann hört es ganz schnell auf – Produktdesign, Onlineshop, Social-Media, etc. wird hierbei nicht weiter verfolgt und beachtet, weil schlicht zu viel zu tun ist. Durch die Limitiertheit der Herstellungsmenge ist der Genuss endlich, das steigert den Wert der Produkte, was die Achtsamkeit und Preissensibilität im Konsum hoffentlich wachsen lässt.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Die grösste Herausforderung war sicher die Teamfindung. Wir sind drei ganz unterschiedliche Persönlichkeiten mit des öfteren teilweise gegensätzlichen Ansichten, was einerseits sehr befruchtend wirkt, aber anderseits auch eine klare und ehrliche Kommunikation fordert. Dass es trotzdem funktioniert, liegt sicherlich an unserer gemeinsamen Begeisterung  für die Vision und dem zugrunde liegenden guten Gedanken. Elmar ist der zentrale Pol unseres Gespanns, er kennt Simon und Julia seit langem und hat uns 3 zusammengeführt. Er sieht sich selbst gerne als kreativen Unternehmensentwickler und liebt fruchtbare Synergien. Julia und Simon haben sich erst im Gründungsprozess kennengelernt. Ein gesundes Mass an Vertrauen war von Anfang an vorhanden und auch Voraussetzung zum Gründen.

Die zweitgrösste Herausforderung ist die räumliche Distanz und das damit verbundene Abstimmen per Video-Call. Da wir an 3 unterschiedlichen Orten in 2 Ländern verteilt leben, werden Entscheidungen manchmal sehr pragmatisch einfach per WhatsApp gefällt. Jeder hat seine Entscheidungsvollmacht in dem Bereich in dem er spezialisiert ist und es ist oftmals auch schwer, genau dort nicht immer reinzufunken. Jeder bringt also seine Kernkompetenzen mit und hat sich während und nach dem Gründungsprozess individuell für BÄUMIG weiterentwickelt.

Wer ist die Zielgruppe von BÄUMIG?

Unsere Zielgruppe sind achtsame Genussmenschen, die gerne lokale Spitzenerzeugnisse konsumieren. Dafür greifen sie selbstverständlich auch einmal tiefer in die Tasche und legen Wert auf eine herausragende Qualität und eine schicke Aufmachung. Im Speziellen sehen wir unsere Edeldestillate bei Menschen im Regal zwischen 30 und 50 Jahren, vorwiegend männlich, gut situiert, weltoffen aber heimatverbunden und einem bewussten aber stylisch modernen Lebensstil.

Wie funktioniert BÄUMIG? Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

BÄUMIG handgebrannten Edeldestillaten aus dem Schwarzwald

Unser Prinzip ist in 3 Schritten erklärt: 

1. Wir werten die ausgesuchten Spitzenerzeugnisse der Kleinbauern optisch auf

2. Wir verkaufen sie über unseren Onlineshop und suchen weitere Vertriebskanäle 

3. Der Kleinbauer versendet die bestellten Produkte selbst direkt ab Hof .


Zu 1: Wir verwandeln die Erzeugnisse der Kleinbauern in Designobjekte – unsere Edeldestillate sind im Vergleich zu vielen anderen Bränden auch was fürs Auge. Unser Design ist klassisch, cool und elegant und soll der Qualität der Produkte noch vor dem Genuss huldigen.

Zu 2: Wir möchten die Produkte online verfügbar machen und in ausgewählten Läden überregional anbieten und den Kleinbauern damit beim Verkauf unter die Arme greifen. 

zu 3. Mit Direktvertrieb haben wir eine Lieferkette ohne Umwege, was der Umwelt zugute kommt.

BÄUMIG geht bei allen drei Schritten immer in die volle Vorleistung, so dass kein Kleinbauer ein finanzielles Risiko eingeht. Momentan heißt das konkret: wir lassen Flaschen, Etiketten, Versandmaterial, etc. direkt zum Kleinbauer liefern. Dieser produziert damit das bäumige Produkt, bekommt die Bestellung direkt per E-Mail und verpackt und verschickt das Produkt zum Kunden. 

Wie hat sich ihr Unternehmen mit Corona verändert?

Da unsere Gründung zeitgleich zu Corona vonstatten ging und wir vorher schon vieles aus der Distanz geregelt haben, hat sich nicht viel geändert. Es wurden gezielte Marketingmassnahmen auf später verschoben, aber im Wesentlichen liefen die Prozesse ab wie vorher.

Wie haben Sie sich darauf eingestellt und welche Änderungen haben Sie vorgenommen?

Da wir mit dem Onlineshop gestartet sind, haben wir uns auf den Aufbau unsere Social Media-Profile und aufs Onlinemarketing konzentriert. Die Zukunft von BÄUMIG sehen wir aber auch in der Gastronomie-, Hotel- und Tourismusbranche. Aufgrund den Corona-Verordnungen konnten wir unsere Produkte leider nicht überall vorstellen und müssen warten,  bis wieder die „Normalität“ eintritt.

Wo sehen Sie in der Krise die Chance?

Onlinebestellungen von Lebensmitteln haben nachweislich zugenommen. Auch achtsamer Konsum und die Wertschätzung von regionalen Erzeugnissen wurden durch die Krise sicher verstärkt. Der Rückzug in die eigenen vier Wände muss kein Verzicht auf Genuss bedeuten wenn es Genuss-Online-Händler wie uns gibt. Urlaub machen in der Heimat hat das Potential, die regionalen Schätze wieder zu entdecken und wieder schätzen zu lernen.

BÄUMIG, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Es wäre schön, wenn wir in der Genussbranche einen festen Anteil am Markt einnehmen und eine bekannte Grösse für Nachhaltigkeit, Qualität und Regionalität werden könnten.

Wir möchten unser Sortiment stetig ausbauen und weitere Produkte und Produzenten ins Boot holen. Unsere Reise hat erst begonnen und wir freuen uns über zahlreiche kulinarische Entdeckungen und über erfolgreiche Lancierung der verschiedensten Produkte am Markt. Für Empfehlungen sind wir jederzeit dankbar.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

Habt Mut zum Gründen: Viele offene Fragen klären sich auf dem Weg. 

Schaut euch nach Synergien um: Mit Partnerschaften können unterschiedlichste Parteien voneinander profitieren.

Ein genauer Fahrplan ist von Vorteil, aber Umwege erhöhen die Ortskenntnis.

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Julia, Simon und Elmar das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Bau dir ein Netzwerk auf!

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JobsNavi Bewerbungsprozess Unternehmen Bewerber

JobsNavi vereinfacht den Bewerbungsprozess für Unternehmen und Bewerber

Stellen Sie sich und das Startup JobsNavi doch kurz unseren Lesern vor!

JobsNavi ist ein junges Start-Up aus Chemnitz, dass es sich zum Ziel gemacht hat den Bewerbungsprozess für Unternehmen und Bewerber zu vereinfachen. 2019 wurde JobsNavi von Uwe Thuß gegründet und ist seither stetig gewachsen. Mittlerweile besteht das Team aus acht Mitgliedern, die das Start-Up vorantreiben. 

Wir sagen gern JobsNavi sei eine Dating-App für den idealen Job. In der App werden die Fähigkeiten und Persönlichkeit des Bewerbers mit den Anforderungen an dazu passende Jobangebote “gematcht”. Wenn dann das perfekte Match gefunden wurde, kann man direkt in der App im Chat in Kontakt kommen.

Warum haben Sie sich entschieden ein Unternehmen zu gründen?

Als langjährigem Geschäftsführer ist Gründer Uwe Thuß aufgefallen, dass viele Unternehmen Schwierigkeiten damit haben, die richtigen Leute für ihr Team zu finden. Oft werden zwar Kandidaten gefunden, welche die Fähigkeiten haben, den Job zu erfüllen, doch langfristig passt die Bewerber dann nicht ins Team oder zum Unternehmen. Es sollte also nicht darum gehen jemanden zu finden, der den Job erledigen kann, sondern einen Bewerber zu finden, dessen Persönlichkeit gut ins Team passt und langfristig für die Aufgaben geeignet ist. Fähigkeiten können immer erweitert werden, die Persönlichkeit sollte daher an erster Stelle stehen. Diese Idee galt es in die Tat umzusetzen!

Welche Vision steckt hinter JobsNavi?

JobsNavi zielt darauf ab den Bewerbungsprozess zu vereinfachen und zu verkürzen. Unsere Vision ist es Recruiting auf den nächsten Schritt der Digitalisierung zu bringen.

Wir möchten Unternehmern die Möglichkeit bieten Mitarbeiter ins Unternehmen zu holen, die in ihrem Job glücklich sind und auch langfristig motiviert sind täglich viel zu leisten. Auf der anderen Seite ist es unser Ziel Menschen den idealen Beruf aufzuzeigen. Persönliche Erfüllung im Berufsalltag macht nachweislich glücklich.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Die größte Herausforderung war die technische Umsetzung der Idee und das strukturieren der Features danach, was wir brauchen, damit die App funktioniert und was wir gern noch als zusätzliche Funktionen hätten. Da wir aufgrund knapper finanzieller Mittel, keinen Vollzeit-Programmierer haben, können Entwicklungsschritte nur sehr langsam gegangen werden und das erfordert Geduld.

Finanziert werden wir von Fördermittel der Europäischer Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und Eigenkapital des Gründers Uwe Thuß. 

Wer ist die Zielgruppe von JobsNavi?

Zielgruppe von JobsNavi sind auf der einen Seite Unternehmen, die aktuell auf der Suche nach neuen Bewerbern sind und erkannt haben, dass es bei dem idealen Kandidaten auf mehr ankommt als nur die fachlichen Kompetenzen. Auf der anderen Seite sprechen wir Arbeitnehmer an, die nicht 100% zufrieden in ihrem Job sind. Da in der App jeder sich sehr schnell ein anonymes Profil anlegen kann, können sich auch Nutzer registrieren, die zwar in ihrem Job nicht unzufrieden sind, bei einem besseren Angebot, aber bereit wären zu wechseln.

Aktuell haben wir uns vorrangig auf Unternehmen in Sachsen beschränkt, da wir von hier aus starten möchten und durch die Regionalität auch die Matches gewährleisten können.

Wie funktioniert JobsNavi? Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

JobsNavi ist eine mobile App, die anhand der Persönlichkeit und Kompetenzen von Bewerbern die ideale Stellenanzeige findet. Hierfür muss man sich nur die App im entsprechenden App Store herunterladen und sein Profil anlegen. Auf Basis der eingegebenen Daten ermittelt der Algorithmus die Jobs, die zu dem Profil passen und gibt einen entsprechenden Score an, wie gut die Stelle passt. Durch sogenanntes Geo-Tracking bezieht die App dabei den Standort der Person ein und zeigt damit die Matches in der unmittelbaren Umgebung. So kann man immer und überall den idealen Job finden. Der Vorteil dabei: jeder kann selbst entscheiden wie viele Daten er preisgibt. Name und Profilbild des Bewerbers können anonymisiert werden und sobald das perfekte Match entstanden ist, kann man im Chat selbst entscheiden, was man dem Unternehmen erzählt.

Für Unternehmen liegen die Vorteile von JobsNavi in der einfachen Bedienbarkeit, der Schnelligkeit, mit der in der App der ideale Kandidat gefunden werden kann und der Möglichkeit, den Mitarbeiter zu finden, der perfekt ins Team und zum Unternehmen passt. Außerdem bietet JobsNavi einen ganz neuen Pool an Bewerbern, da sich nicht nur diejenigen in der App anmelden, die bereits aktiv den Job wechseln wollen, sondern auch jene, die vielleicht nur gucken wollen was es alternativ noch zur Verfügung gibt. JobsNavi ist ein schnelles und einfaches Tool, um an den idealen Job und den perfekten Mitarbeiter zu gelangen.

Wie hat sich ihr Unternehmen mit Corona verändert?

Corona hat uns die Chance geboten unsere Zeit voll und ganz auf JobsNavi zu konzentrieren. Da wir sowieso zu großen Teilen im Home-Office arbeiten, hat sich für uns dahingehend nichts geändert.

Wie haben Sie sich darauf eingestellt und welche Änderungen haben Sie vorgenommen?

Wir mussten kaum Änderungen vornehmen. Unsere Gespräche miteinander und mit Kunden haben wir auf Video-Calls verlagert. Außerdem haben wir einen weiteren Mitarbeiter eingestellt, der unser Team noch verstärkt dabei unterstützt Kontakt mit Unternehmern zu knüpfen. Da wir aktuell nicht an Messen teilnehmen können, sind wir in vielen Netzwerkgruppen aktiv und versuchen auf digitalem Weg Bekanntheit zu erlangen.

Wo sehen Sie in der Krise die Chance?

Wir mussten uns darauf einstellen, dass Unternehmen aktuell die aktive Suche nach neuen Bewerbern vorerst eingrenzen werden. Es hat uns im ersten Moment etwas entmutigt, doch wir sind der Meinung, dass genau jetzt Unternehmen auf eine schnellere und unkomplizierte Weise an neue Mitarbeiter kommen müssen. Gerade in Zeiten, in denen gespart werden muss, ist es wichtig motivierte Mitarbeiter zu haben und sich darauf verlassen zu können, dass jeder seine volle Leistung bringt. Unzufriedene oder unmotivierte Mitarbeiter kosten ein Unternehmen langfristig mehr als die Suche nach einem neuen Mitarbeiter, der besser ins Team passt. 

Die Chance für uns besteht darin, dass wir Unternehmen jetzt ein Tool bieten können, dass Ihnen dabei hilft genau die passenden Mitarbeiter für ihr Team zu finden. Gleichzeitig bieten wir all jenen, die während der Corona-Krise ihren Job verloren haben, jetzt die Möglichkeit einen neuen, tollen Job zu finden ohne den Stress des Standard-Bewerbungsschreibens.

JobsNavi, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Aktuell ist es unser Ziel das Zahlungsmodell in der App einzuführen. Für Unternehmen ist das Schalten von Stellenanzeigen bis Anfang September kostenlos. Ddanach wir es vorerst einen prozentualen Festpreis für Stellenanzeigen geben. Wir möchten daher so viele Nutzer wie möglich in die App holen, um wirklichen Mehrwert leisten zu können.

In 5 Jahren möchten wir das erfolgreichste Jobportal in Sachsen werden und uns deutschlandweit vergrößern. Theoretisch sind auch die technischen Grundlagen bereits dafür gegeben, um die App in weitere Sprachen zu übersetzen.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

Wenn du nicht mehr weiter weißt, such dir Hilfe! Es gibt so viele Leute da draußen, die Experten auf ihrem Gebiet sind und oft bereit sind auch für kleines Geld schon zu helfen.

Bau dir ein Netzwerk auf! Es gibt super viele Netzwerke für Start-Ups oder Unternehmen, die darauf abzielen sich gegenseitig zu unterstützen. Außerdem bieten viele Netzwerke kostenlose Workshops an, bei denen man zum einen zu den verschiedensten Themen viel dazulernen kann. Zum anderen kommt man da auch schnell ins Gespräch und kann sein Netzwerk erweitern.

Jeder fängt klein an! Kein Produkt und keine Dienstleistung ist von Anfang an perfekt. Trau dich Menschen von deiner Idee zu begeistern und mit Kunden gemeinsam den Weg zu dem idealen Produkt zu gehen. Anstatt mit dem Markteintritt Perfektion erreicht haben zu wollen.

Wir bedanken uns bei Laura Kother für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Das richtige Netzwerk

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YAY Online Tagebuch zum Ausdrucken mit wenigen Klicks entsteht ein fertige designetes Fotoalbum

YAY Online Tagebuch zum Ausdrucken mit wenigen Klicks entsteht ein fertige designetes Fotoalbum

Stellen Sie sich und das Startup YAY doch kurz unseren Lesern vor!

Seit wir alle unser Smartphone ständig bei uns haben, machen wir Hunderte von Bildern und Videos, setzen sie aber nicht mehr in Wert. Erinnerungen gehen verloren, weil keiner von uns mehr Lust auf herkömmliche Fotobuchsoftware und Fotobuchgestaltung im Vorweihnachtsstress hat. Viele möchten etwas zu ihren Erinnerungen aufschreiben, insbesondere junge Eltern, die die Meilensteine ihrer Kinder dokumentieren möchten. Aber wo?

YAY bietet Eltern und allen, die ihre YAY-Momente festhalten möchten, ein Online-Tagebuch zum Ausdrucken. YAY-User erhalten eine eigene URL für ihr Online-Tagebuch, das sie als WebApp am Smartphone und Desktop nutzen können. Fotos, Videos und Texte werden chronologisch als Tagebucheinträge auf der persönlichen YAY-line angezeigt. Mit wenigen Klicks entstehen daraus fertig designte Fotoalben. Alle Erinnerungen an einem Ort gesammelt und von dort gedruckt, das ist YAY!

Warum haben Sie sich entschieden ein Unternehmen zu gründen?

Zur eigenen Unternehmensgründung braucht es viel Mut, aber das Gute ist, dass man daran wächst. Wir wollten unseren Träumen folgen und schauen, wohin der Mut uns bringen kann.

Welche Vision steckt hinter YAY?

Erinnerungen festhalten soll wieder Spaß machen! Wir möchten allen Menschen ermöglichen, ihre Erinnerungen an einem Ort festzuhalten. Anders als WhatsApp, wo Fotos und Texte getrennt gespeichert werden oder einer Dropbox, wo man Textdokumente zu Fotos getrennt voneinander hat, liegen bei YAY alle Erinnerungsmedien sortiert beieinander. So kann das Fotobuch schnell gedruckt werden und das in einem Design, das immer toll aussieht. Viele nicht gelernte Designer schrecken vor der Arbeit mit der Fotobuchsoftware zurück. Wir liefern das Design mit.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Die dreimonatige Kitaschließung durch Corona war die bisher größte Challenge für uns. Wir haben uns über Kundenzuwachs gefreut, gleichzeitig aber weniger arbeiten können als sonst. Unser Geschäftsmodell als SaaS hat sich dahingehend gut bewährt.

Wer ist die Zielgruppe von YAY?

Unsere größte Zielgruppe bilden Eltern mit Babys und kleinen Kindern, gefolgt von Schwangeren und Familien mit Kindern über 10 Jahre. Unsere Zielgruppe umfasst inzwischen aber Reisende, die ihr Reisetagebuch bei uns drucken, Pferde- und Hundeliebhaber sowie Kunden, die Erinnerungsbücher für andere Personen als ihre eigenen Kinder gestalten möchten. Seit der Pandemie finden zudem immer mehr User Freude daran, die Erlebnisse aus der Coronazeit bei uns festzuhalten und Coronatagebücher zu drucken.

Wie funktioniert YAY? Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

YAY kann monats- oder jahresweise abonniert werden. Unsere User bekommen eine eigene URL für ihr Online-Tagebuch, das sie als WebApp am Smartphone und Desktop nutzen können. Dank Personalisierungsoptionen wird YAY zum Lieblingsort der eigenen Erinnerungen. Der Speicherplatz für Daten ist für immer unlimitiert, die Fotobücher garantiert hochwertig und unser Kundenservice der persönlichste der Welt 

Wie hat sich ihr Unternehmen mit Corona verändert?

Wie wir kürzlich bei RTL Hessen vorstellen durften, haben wir seit dem Lockdown einen Zuwachs von 25% verzeichnen können. Unsere Zielgruppe hat sich dabei um Kunden erweitert, die diese Ausnahmezeit mit YAY dokumentieren möchten. Bestandskunden haben vermehrt Fotobücher für isolierte Verwandte gedruckt, um ihnen zu zeigen, dass sie aneinander denken. Es ist ein tolles Gefühl, in einer solchen Krisensituation und darüber hinaus einen Beitrag für mehr Zusammenhalt und Freude leisten zu können.

Wie haben Sie sich darauf eingestellt und welche Änderungen haben Sie vorgenommen?

Wir haben bereits vor Corona remote gearbeitet haben und unser Geschäftsmodell hat sich für diese Monate als tragfähig erwiesen. Krisenbedingte Änderungen haben wir daher nicht vorgenommen.

Wo sehen Sie in der Krise die Chance?

Eine solche Krise bietet die Chance zu überlegen, ob das eigene Produkt oder die eigene Dienstleistung für die aktuelle sowie neue Zielgruppen einen bisher noch nicht bedachten Mehrwert bieten kann. Wem könnte das Produkt noch Freude bringen und was können wir verändern, um noch mehr Menschen zu erreichen? Welche Ideen bringen unsere Kunden dafür ein?

Wir stehen in stetigem Austausch mit unseren Kunden und sammeln dadurch immer neue Ideen.

YAY, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

In fünf Jahren rufen wir hoffentlich laut YAY, weil wir es geschafft haben, viele weitere Familien und andere Nutzer glücklich gemacht haben, möglicherweise auch außer des deutschsprachigen Raums 

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

Durchhalten.

Das geschieht durch das richtige Netzwerk, das man sich aufbauen muss. Daraus entstehen Opportunitäten, manchmal Freunde und Menschen, mit denen man sich über sein eigenes Produkt austauschen kann, was sehr hilfreich ist.

Das wiederum passiert durch Durchhalten

Wir bedanken uns bei Imme und Philipp Scheit das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Habe eine klare Mission, die dich motiviert die Extra-Meile zu gehen

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deepspin mrt

DeepSpin entwickelt MRT Systeme der nächsten Generation

Stellen Sie sich und das Startup DeepSpin doch kurz unseren Lesern vor!

Wir sind Clemens Tepel und Pedro Freire Silva, CEO und CTO von DeepSpin. Clemens arbeitete die letzten 3 Jahre in der Unternehmensberatung bei McKinsey und Pedro an seinem Ph.D. zu miniaturisierten, massenfertigbaren Magnetresonanztomographie (MRT)-Systemen. 

DeepSpin entwickelt MRT-Systeme der nächsten Generation zu einem Bruchteil der Kosten, des Gewichts und der Größe existierender Systeme. Ermöglicht wird diese technische Revolution durch unser neues Antennendesign und die K.I.-Betriebsstrategie der Systeme. Mithilfe dieser Technologie wollen wir MRT für jeden Patienten weltweit zugänglich machen und die Technologie als Goldstandard in einer Reihe an bisher unzugänglichen medizinischen Fachgebieten etablieren.

Warum haben Sie sich entschieden ein Unternehmen zu gründen?

Wir hatten beide schon immer eine Affinität zu Unternehmertum und haben daher beide unabhängig voneinander im letzten September am Entrepreneur First Program in Berlin teilgenommen. In diesem Rahmen haben wir uns kennengelernt und dann relativ schnell gemerkt, dass die Chemie passt und sich unsere Interessen und Skillsets sehr gut ergänzen. Wir gründeten DeepSpin dann, nachdem wir innerhalb von nur vier Wochen Zusammenarbeit die Idee in Simulation validieren, führende Industrieexperten als Senior Advisor an Bord holen und kommerzielles Interesse durch erste Letter of Intent von Kliniken beweisen konnten.

Aus unserer Sicht ist das Gründen eines Unternehmens der beste Weg eine neue bahnbrechende Technologie in den Markt zu bringen und ihren maximalen Impact zu realisieren. Würde dieselbe Technologie innerhalb eines bestehenden Unternehmens entwickelt, gibt es immer zusätzliche Beschränkungen, die berücksichtigt werden müssen. Im eigenen Unternehmen hingegen legen wir die Richtung fest.

Welche Vision steckt hinter DeepSpin?

Die Vision hinter DeepSpin ist es MRT universell zugänglich zu machen. Aktuell kann die Technologie nicht überall eingesetzt werden, wo sie nützlich wäre, da derzeitige MRT-Systeme mehrere Millionen Euro kosten, speziell abgeschirmte Räume benötigen und speziell ausgebildete Fachkräfte zur Bedienung erfordern. DeepSpins Technologie hebt diese Einschränkungen auf und ermöglicht dadurch die Anwendung der Technologie in Zukunft auch in neuen medizinischen Fachgebieten sowie in neuen Geographien.

Von der Idee bis zum Start –  Was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Die hohe Komplexität und der hohe Innovationsgrad unseres Ansatzes machten es zunächst schwierig, diesen potentiellen Investoren zu erklären. Nach wahrscheinlich über 100 Pitches haben wir inzwischen unser Narrativ nun aber so verfeinert, dass wir nicht nur unsere Seed-Finanzierungsrunde zügig abschließen, sondern auch eine Reihe öffentlicher Förderungen für unsere Finanzierung gewinnen konnten.

Wer ist die Zielgruppe von DeepSpin?

Die MRT ist ein sehr vielseitiges Instrument, da sie Informationen über anatomische Strukturen, neurologische Informationen und sogar chemische Informationen liefern kann. Daher erstrecken sich unsere Kunden über eine Vielzahl von medizinischen Fachgebieten, zum Beispiel Radiologen, Orthopäden, Onkologen und sogar Tierärzte.

Wie funktioniert DeepSpin? Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Unsere Technologie ermöglicht uns, MRT-Systeme zu einem Bruchteil der Kosten von etablierten Herstellern wie Siemens, GE oder Philips herzustellen und auch neue Challenger wie Hyperfine zu unterbieten. Im Prinzip stellen wir den herkömmlichen MRT-Ansatz auf den Kopf: Anstatt hochpreisige Hardware mit einfacher Software zu kombinieren, können wir dieselben klinischen Informationen durch die Anwendung ausgeklügelter Algorithmen auf vereinfachter Hardware erhalten. Dies ist erst durch unser neuartiges Spulendesign und unsere proprietären K.I.-Algorithmen möglich.

Neben der Kostenreduktion ermöglicht unser Ansatz außerdem auch komplett neue Systemdesigns, bei denen der Patient nicht mehr in eine Röhre gefahren wird, sondern sitzend oder auf einem normalen Krankenbett untersucht werden kann.

Wie hat sich ihr Unternehmen mit Corona verändert?

Der direkte Einfluss von Corona auf unser Unternehmen ist eher gering, da unser aktueller Fokus auf der Technologieentwicklung liegt, welche großteils normal weiterlaufen kann. 

Wie haben Sie sich darauf eingestellt und welche Änderungen haben Sie vorgenommen?

Wie in der vorherigen Frage erwähnt, ist der Einfluss von Corona auf unsere Haupttätigkeit, die Technologieentwicklung, eher gering. Wo wir allerdings schon einen Einfluss merken, ist zum einen im Recruiting unserer ersten Mitarbeiter, welches wir komplett remote geführt haben, und zum anderen in der Zusammenarbeit mit unseren Investoren, die – wie übrigens unser Seed-Investment selbst – auch komplett mittels Videokonferenz-Tools stattfindet.

Wo sehen Sie in der Krise die Chance?

Die Krise hat aufgezeigt, dass es im Gesundheitswesen noch viel Potenzial für Digitalisierung und Nutzen von neuen Technologien gibt. Basierend auf dieser Erkenntnis wird in Zukunft sicher mehr Kapital in die Branche fließen, was uns in zukünftigen Finanzierungsrunden natürlich auch zu Gute kommt.

DeepSpin, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Der nächste Schritt und unser derzeitiger Fokus ist die Entwicklung unseres Prototyps. Darauf aufbauend werden wir eine erste Produktversion entwickeln, die auf vorklinische Anwendungen abzielt, bevor wir die Medizinproduktzertifizierung angehen, die es uns dann ermöglicht, unser System in der klinischen Applikationen anzuwenden.

In 5 Jahren wird DeepSpin der Name für kostengünstige MRT-Lösungen sein und langfristig wird unser Ansatz eine komplett neue Produktkategorie der medizinischen Bildgebung definieren.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

Achte auf ein komplementäres Skillset im (Gründer-)team. Unsere Diskussionen im Gründerteam bringen oft neue Ideen hervor, da wir beide unterschiedliche Perspektiven einbringen und gleichzeitig aber auch ein Verständnis für das Gebiet des jeweils anderen haben, da auch Pedro einen Executive MBA absolviert hat und Clemens durch sein Maschinenbaustudium ein Verständnis für die Technologie hat.

Starte ein Business, in dem du einen “unfairen” Vorteil gegenüber deinem Wettbewerb hast. Dies kann zum Beispiel eine proprietäre Technologie wie bei DeepSpin oder auch besserer Zugang zu notwendigen Ressourcen oder Informationen sein. In jedem Fall solltet ihr einen solchen unfairen Vorteil oder “Right-to-win” haben.

Habe eine klare Mission, die dich motiviert die Extra-Meile zu gehen. Der Weg zum Erfolg wird wahrscheinlich länger dauern als geplant und euch vor Herausforderungen stellen, die schwieriger sind als erwartet. Wenn ihr 100% hinter eurer Mission steht, hilft euch das, auch in den schwierigen Zeiten, die notwendige Motivation zu finden. Ein zusätzlicher Benefit ist, dass auch Mitarbeiter und Investoren mehr und mehr Wert auf Unternehmen mit positivem sozialen Impact legen.

Wir bedanken uns bei Clemens Tepel und Pedro Freire Silva das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Startet in kleinen Schritten

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Grow-Grow Nut Microgreen: Kokosnuss Saatgut Kokoserde

Grow-Grow Nut Microgreen: Upcycling Kokosnuss, Bio-Saatgut und Kokoserde

Stellen Sie sich und das Startup Grow Grow Nut doch kurz unseren Lesern vor!

Gestartet sind Christian (Microgreen-Experte, aufgewachsen auf einem Biohof) und Manuel (IT-Experte, schon immer Fan von Nachhaltigkeit und grüner Ernährung) mit der Idee das Thema Microgreens nach Europa zu bringen. Unsere Mission ist es Menschen den Zugang zu gesunder Ernährung und Selbstversorgung zu ermöglichen und die Welt wieder grüner zu machen.

Warum haben Sie sich entschieden ein Unternehmen zu gründen?

In unserem Microgreen Shop verkaufen wir Bio-Keimsaat und Zubehör rund um Microgreens. Schon immer wollten wir eine 100% biologisch abbaubare Variante schaffen, die gut für den Menschen und die Umwelt ist. Mit der Grow-Grow Nut haben wir genau das erschaffen: Eine Upcycling-Kokosnuss, Bio-Saatgut und Kokoserde – also alles „made by mother nature“. Kein Plastik, kein Müll. Fertig!

Welche Vision steckt hinter Grow Grow Nut?

Wir legen sehr hohen Wert darauf einen positiven ökologischen Fussabdruck zu hinterlassen. Gemeinsam mit Eden Reforestation Projects haben wir schon über 80.000 Bäume anpflanzen lassen, worauf wir sehr stolz sind. Weiterhin setzen wir unsere gesamte Produktionskette so fair und nachhaltig wie möglich auf.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Für uns war die Entwicklung der Grow-Grow Nut sehr spannend und herausfordernd, da wir uns bis zu diesem Zeitpunkt nur mit Microgreens und Zubehör in einer kleinen Nische beschäftigt hatten. Dabei war insbesondere das Produktdesign und die abweichenden Anforderungen an die Vermarktung eine echte Herausforderung. Wie bewerbe ich ein Produkt, das noch keiner kennt? Wie erreiche ich meine Zielgruppe? Was möchten potentielle Kunden sehen? Stück für Stück haben wir uns hier Fachwissen angeeignet und viel ausprobiert. Um diese Experimente zu finanzieren, haben wir sowohl Eigenkapital als auch einen Gründerkredit eingesetzt.

Wer ist die Zielgruppe von Grow Grow Nut?

– Alle gesundheits- und nachhaltigkeitsbewussten Menschen jeden Alters

– Familien mit Kindern

– Stadtgärtner (urban gardening)

– Menschen die nachhaltige Geschenkideen suchen

Wie funktioniert Grow Grow Nut? Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Wir haben mit der Grow-Grow Nut ein Anzuchtset für Microgreens entwickelt, welches nicht nur plastikfrei, sondern auch noch komplett biologisch abbaubar ist. Mit der Grow-Grow Nut baut man sich zu jeder Jahreszeit innerhalb von 6-8 Tagen vitaminreiche Microgreens auf der Fensterbank an. Diese sind gesund, schmecken gut und brauchen außer Wasser, keine weiteren Hilfsmittel. Zusätzlich lassen wir mit unserer 1-zu-1-Aktion durch unseren renommierten Kooperationspartner Eden Projects für jedes Mal, wenn jemand eine Grow-Grow Nut anbaut, einen Baum in verschiedenen Entwicklungsländern pflanzen.

Somit ist unser Produkt nicht nur CO2 neutral, sondern erreicht über die Jahre sogar eine deutlich positive Umweltbilanz. Außerdem wird durch die Kooperation mit Eden Projects (unter anderem die Öko-Suchmaschine Ecosia arbeitet mit ihnen) auch die lokale Wirtschaft in den betroffenen Regionen angekurbelt und die Umwelt nachhaltig geschützt. Wir haben somit als Unternehmen unser Augenmerk auf einen ökologischen und sozialen Fußabdruck gesetzt, den unsere Grow-Grow Nut in der Gesellschaft hinterlässt.

Wie hat sich ihr Unternehmen mit Corona verändert?

Interessanterweise haben sich durch Corona deutlich mehr Menschen mit einer gesunden Ernährungsweise sowie der Selbstversorgung beschäftigt. Ein wichtiger Teil dieser Bereiche sind Sprossen & Microgreens, weil beides sehr einfach und fast überall angebaut werden kann und eine Fülle an Nährstoffen und Vitaminen bietet, die in Krisenzeiten sonst rar sind. Dadurch haben wir einen deutlichen Schub der Nachfrage festgestellt.

Wie haben Sie sich darauf eingestellt und welche Änderungen haben Sie vorgenommen?

Eine sehr grosse Hilfe ist eine gut entwickelte Fehlerkultur: Bei uns ist es in Ordnung und sogar gewünscht Fehler zu machen und es wird niemand dafür „schlecht gemacht“. Wir sehen Fehler als Potential etwas daraus zu lernen und können uns dadurch immer weiter verbessern. Dies wird sehr von unseren Mitarbeitern geschätzt und fördert die Innovationskraft des Unternehmens. Gerade während der Coronazeit hat sich diese Kultur als sehr wertvoll herausgestellt, da wir schnell der erhöhten Nachfrage gerecht werden und skalieren konnten.

Wo sehen Sie in der Krise die Chance?

Eine echte Kokosnuss, Kokoserde und Bio-Saatgut – mehr braucht es nicht für die Anzucht von leckeren und gesunden Microgreens in den eigenen vier Wänden. Das sind gute Argumente für Menschen in Isolation und Quarantäne! Wir haben diese Chance genutzt, um viele Menschen von Microgreens & Sprossen und schliesslich auch der Grow-Grow Nut zu überzeigen.

Grow Grow Nut, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Wir möchten bis zum Jahr 2030 insgesamt 1.000.000 Bäume pflanzen, weltweiten Versand der Grow-Grow Nut anbieten und vor allem ein höheres Bewusstsein der Menschen für unsere Umwelt erzielen!

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

Nutzt die Möglichkeiten, die es gibt! Crowdfunding, Programme wie den Hessischen Gründerpreis oder ähnliche Varianten, um die eigene Idee bekannt zu machen und möglichst früh Feedback zu erhalten. Startet in kleinen Schritten, startet früh! Es ist in Ordnung erstmal nur einen Prototyp mit einem kleinen Budget zu lancieren, bevor grosse Kredite angefragt werden müssen. Nutzt die Community und holt euch Tipps von anderen Startups, nutzt Kooperationen und Plattformen. Wir freuen uns von euch zu hören!

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Christian und Manuel das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Definiere Deine Zielgruppe und fokussiere Dich.

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esalon haarfarbe

eSalon individualisierte Haarfarbe in Salonqualität für die Heimanwendung

Stellen Sie sich und das eSalon doch kurz unseren Lesern vor!

eSalon ist ein Anbieter von individualisierten Haarfarben für Zuhause. Dank eines zweifach patentierten Herstellungsverfahren erhält bei eSalon jeder Kunde eine Farbe, die genau auf seine besonderen Merkmale abgestimmt wurde – von der Haardichte bis hin zur Augenfarbe. Dafür müssen einfach nur ein paar Fragen auf eSalon.de beantwortet und bei Bedarf ein Foto hochgeladen werden. Unsere professionellen Coloristen kümmern sich um alles weitere: Sie werten die Angaben sorgfältig aus und erstellen anschließend eine hoch individualisierte Formel. Wenige Tage später kommt das persönliche Color Set ganz bequem per Post nach Hause. Ergänzende Pflegeprodukte sorgen dafür, dass die Strahlkraft des colorierten Haares erhalten bleibt, sodass sich die Kunden niemals zwischen Stylingprodukten und Farbschutz entscheiden müssen. 

Auf diese Weise haben wir bei eSalon bereits über 227.000 einzigartige Farbkombinationen erstellt und sieben Millionen Bestellungen auf den Weg gebracht. In den USA wurden wir bereits fünf Mal von dem Beauty-Magazin Allure in der Kategorie “Beste Heimcoloration” ausgezeichnet. 

Durch meine Passion für Marketing, Medien und Beauty, habe ich meine Karriere bei L’Oréal gestartet, bevor ich in das internationale Marketing von Henkel Beauty Care gewechselt bin. Mit Henkel bin ich 2012 nach Los Angeles gegangen und habe dort erst Schwarzkopf Professional und dann PRAVANA betreut. Die Erfahrung im Retail und im Professional Geschäft für Colorationen, ist in meiner Rolle bei eSalon sehr hilfreich, denn wir verbinden das Beste aus beiden Welten. 

Seit wann sind Sie als Vice President Global Marketing bei eSalon?

Seit Oktober 2019. 

Was sind Ihre Aufgaben und wie sieht ein normaler Arbeitstag von Ihnen aus?

Ich bin verantwortlich für unsere globale Markenstrategie, von der Ideenfindung bis zur finalen Umsetzung. In einem Markt, der sich rasant entwickelt, evaluieren wir täglich, wie wir alle Consumer Touch Points und die Experience für unsere KundInnen optimieren können. Von Social Media, Email und Acquisition Marketing Content zu Web Shop, Produkterlebnis und Kundenfeedback – jeder Kontakt zählt! Wir haben andere Touch Points als traditionelle Retailer. Großer Vorteil eines D2C “Direct2Consumer” Business ist, dass wir ungefiltertes Feedback direkt von Kunden bekommen und uns auf dieser Basis stetig verbessern können. Wir sehen in unseren Daten sehr schnell, welche Ideen und Initiativen erfolgreich sind. 

Welche Vision steckt hinter eSalon?

Es ist ganz simpel: Wir möchten unseren Kunden die Möglichkeit geben, ihre Individualität durch Farben auszuleben und zu entfalten.  Jeder soll sich wohl in der eigenen Haut fühlen – selbst dann, wenn es an Zeit oder Geld für den Lieblingsfriseur mangelt.

Unsere Gründer hatten vor allem eine Vision als eSalon geboren wurde: die Lücke zwischen der teuren Haarfarbe aus dem Friseursalon und der Fertig-Coloration aus der Drogerie endgültig zu schließen. Dafür haben sie eine patentierte Technologie entwickelt, die das Beste aus beiden Welten vereinen konnte: Eine komplett individualisierte Haarfarbe in Salonqualität für die Heimanwendung. Immer auf Bestellung gefertigt und bequem nach Hause geliefert.

Wer ist die Zielgruppe von eSalon?

Unsere individualisierte Farbe ist für jeden Haartyp geeignet. Unsere Kernzielgruppe sind Frauen ab 35 die entweder eine neue Haarfarbe ausprobieren möchten, und/oder eine zuverlässige Grauabdeckung suchen.

Was ist das Besondere an den Produkten? Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Jede einzelne unserer Haarfarben ist ein echtes Unikat. Zwei Kunden können sich dieselbe Farbe wünschen, aber um sie zu erreichen, bedarf es ganz bestimmt zwei unterschiedlicher Formeln: Farbhistorie, Haardichte, Grauanteil und Naturton sind wichtige Einflussfaktoren, wenn es um die Wahl der richtigen Farbe geht und können das Ergebnis stark beeinflussen.

Ein weiterer Vorteil ist unser persönlicher Service. Bei uns arbeiten ausschließlich lizenzierte Coloristen, die jedes einzelne Farbprofil genauestens prüfen und unseren Kunden von der Konsultation bis hin zur Farbanwendung beratend zur Seite stehen. Wir sind erst zufrieden, wenn unsere Kunden rundum glücklich sind. 

Wie hat sich Ihr Unternehmen bzw. eSalon mit Corona verändert? In Deutschland und in den USA?

Corona hat uns – wie auch andere Unternehmen – sehr überrascht. Die Bestellungen sind seit dem 14. März um 500% im Gegensatz zum Vormonat gestiegen. Innerhalb von kürzester Zeit haben wir 100 zusätzliche Mitarbeiter im Kundendienst und 32 Coloristen eingestellt, damit wir das hohe Auftragsvolumen bewältigen konnten.

Wie haben Sie sich darauf eingestellt und welche Änderungen haben Sie vorgenommen?

Wir haben uns proaktiv noch vor Eintritt der offiziellen Quarantäne auf die neue Situation eingestellt. Diejenigen Mitarbeiter, die von zu Hause aus arbeiten können, befinden sich seit dem 15. März im Homeoffice. Das hat uns ermöglicht, unsere Büros in Los Angeles und London als Produktionsstätten umzufunktionieren und dabei jederzeit den empfohlenen Mindestabstand sowie die vorgeschriebenen Hygienevorschriften einzuhalten. 

Wo sehen Sie in der Krise die Chance?

Zum Einen sind wir sehr froh darüber, dass wir unsere Kunden weiterhin mit ihrer Wunschfarbe beliefern konnten. In diesen turbulenten Zeiten ist es schön zu wissen, dass wir ihnen ein gewisses Maß an Normalität bewahren und dafür sorgen konnten, dass sie sich weiterhin wohl in ihrer Haut fühlen. Zum anderen konnten wir viele neue Mitarbeiter einstellen, die aufgrund von COVID-19 ihren Job verloren haben – ganz besonders Coloristen, die von den Schließungen stark betroffen waren.

Darüber hinaus war es uns wichtig, in der Krise für unsere Gemeinden in den USA und in Europa dazusein und dringend benötigte Mittel an die am stärksten betroffenen Menschen zu spenden. In Deutschland haben wir die Tafel finanziell unterstützt und in den USA haben wir zusätzlich zu einer Geldspende medizinische Handschuhe an Mitarbeiter im Gesundheitswesen gespendet.

eSalon, wo geht der Weg hin? Wo stehen Sie mit eSalon in fünf Jahren?

Individualisierung ist kein Trend, sondern eine wichtige Entwicklung, die zeigt, dass „Einheitsgrößen“ nicht jedem passen. Seit Jahrzehnten gab es in der Schönheitsindustrie ein Ideal, an das es sich zu halten galt, aber die Realität sieht ganz anders aus. Bei eSalon ermutigen wir alle Frauen dazu, sich schön in der eigenen Haut zu fühlen und geben ihnen die Inspiration dafür. Natürlich ist es unser Ziel, in Europa weiter zu wachsen und eSalon auch in andere Länder zu bringen. Darüber hinaus haben wir vor kurzem erfolgreich die Marke “Colorsmith” – eSalons männliches Pendant – in den USA gelauncht. 

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Unternehmern mit auf den Weg geben?

Veränderung ist IMMER eine Chance. Viele der besten Innovationen sind aus Krisen entstanden. Lass Dich von der aktuellen Lage nicht entmutigen, gerade jetzt werden neue Ideen gebraucht! 

Bleib fokussiert. Setze Dir eine Vision und plane die Meilensteine dahin. Erwarte Umwege. Halte Dich nicht an alten Konzepten fest, nur weil sie Dir vor einem Jahr erfolg gebracht haben. Habe keine Angst davor, alte Ansätze gehen zu lassen, wenn sie heute nicht mehr passen. Das macht den Kopf frei für neue Ideen! 

Definiere Deinen USP und Deine Brand. Wofür stehst Du? Was macht Dein Unternehmen anders und neu? Suche ernst gemeinte Kritik in Deinem Netzwerk und von Deinen Kunden, und sehe sie als eine Herausforderung und Chance, um besser zu werden. Aber versuche nicht, eine “one-size-pleases-all” Lösung zu finden. Definiere Deine Zielgruppe und fokussiere Dich. 

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Vera Koch das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Do what you love and love what you do

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Marry Icetea Natur-Eistee

Marry Icetea Natur-Eistee aus fruchtigen 100 % steirischen Beeren

Stellen Sie sich und das Startup Marry Icetea doch kurz vor!

Wir sind Marry Icetea: ein Getränke-Startup aus Graz, sechs neugierige Persönlichkeiten mit unterschiedlichem Background und einer gemeinsamen Leidenschaft – wir alle sind #verrücktnachmarry! Marry ist ein regionaler Natur-Eistee aus fruchtigen 100 % steirischen Beeren gemischt mit internationalen Powertees. Und das schmeckt man!

Wie ist die Idee zu Marry Icetea entstanden?

Unser Co-Founder David experimentierte sehr viel mit Tee zuhause. Die unordentliche Küche bereitete seiner damaligen Freundin wenig Freude, doch seine Freunde und Bekannten waren vom Geschmack überzeugt. Durch unzählige Kochversuche und mehrere Feedbackschleifen gemeinsam mit Co-Founder Xiaoao und von unserer Community ist dann unsere heutige Marry entstanden.

Welche Vision steckt hinter Marry Icetea?

Stell dir eine Welt vor, in der es nur mehr gesunde Getränke gibt. Die fruchtig sind, gut schmecken und noch dazu Lebensfreude ausstrahlen. Genau nach so einer Welt streben wir und versuchen unsere Werte wie Transparenz und Regionalität sowohl intern als auch im Umgang mit unseren Partnern und Community täglich zu leben.

Wer ist die Zielgruppe von Marry Icetea?

Wir wollen vor allem junge und aufgeschlossene Personen zwischen 15-32 Jahre ansprechen. Was sie alle verbindet? Neugierde und Aufgeschlossenheit, Fokus auf Nachhaltigkeit und auf Regionalität sowie Wertschätzung von Vielfalt und Gemeinschaft. 

Wie sind Sie auf die Idee gekommen sich für die Sendung 2 Minuten 2 Millionen zu bewerben?

Da wir in der Startup Szene gut vernetzt sind, haben wir die Sendung schon gekannt. Zum Bewerben hat uns allerdings eine Freundin motiviert, die sich auch beworben hat.

Wie haben Sie sich auf die Sendung vorbereitet?

Wir haben im Büro die Szenen nachgestellt, in welchen die beiden Founder Xiaoao und David die häufigsten Fragen beantwortet haben müssen. So wie im Studio hatte jeder Juror seinen eigenen Stuhl vor der Bühne. Die Rolle der kritischen Juroren hat unser Vertriebler Simon übernommen und dass sogar mit jeweils dazu passendem Dialekt. Wir haben viel gelacht, aber auch viel gelernt dabei. 

Sie sind eines der wenigen Startup Unternehmen, dass es in die Sendung „2 Minuten 2 Millionen“ geschafft hat. Wie motivierend war das für Sie?

Zwischen der Bewerbung und dem Anruf mit der Zusage ist einige Zeit vergangen, deswegen hat uns die positive Nachricht umso mehr gefreut. Wir können uns noch gut an dem Anruf von Sandrats (einer Media Company, die für Puls 4 Produktionen durchführt) erinnern. Da ist unser Co-Founder Xiaoao Dong mit dem Auto gefahren gemeinsam mit Mitarbeiterin Maja Sinkovec und er ist vor Freude fast in die Luft gesprungen (Side note: Es ist verkehrstechnisch nichts passiert )

Wie wichtig war dieser Schritt für Sie als Startup Unternehmen? Auch unter dem Gesichtspunkt, dass durch 2 Minuten 2 Millionen viele Interessenten und auch Medien auf Marry Icetea aufmerksam werden?

Copyright Katie Hudson Photography

Wir haben das vor allem aus Marketing Sicht als eine große Chance angesehen: als Startup hat man nicht jeden Tag die Möglichkeit im Fernsehen vor 290.000 Personen aufzutreten. Vor und nach dem Auftritt haben wir auch viel Unterstützung von lokalen Medien und Partner bekommen, was uns noch einen zusätzlichen Push gegeben hat. Bei der Ausstrahlung selbst waren wir innerhalb von zwei Stunden im Onlineshop FromAustria ausverkauft.

Welchen Investor hatten Sie im Fokus?

Unsere Traum-Inverstoren waren Martin Rohla und Leo Hillinger, die uns als strategischer Partner gut unterstützen könnten und gleichzeitig zu unserem Konzept passen würden. Im Idealfall hätten wir natürlich gerne alle mit an Board gehabt. Leider waren sie zuvor in einem anderen Eistee-Startup investiert und das war einer der Gründe, warum der Deal ins Wasser fiel.

Wie ging es nach der Sendung weiter?

Wir wurden auch oft darauf angesprochen und haben viel positives Feedback zu unserem Auftritt bekommen. Man hat auch eine große Steigerung bei unseren Websitezugriffen, im Online Shop und auf unseren Social Media Kanälen gemerkt. Es war insgesamt eine sehr positive Erfahrung. 

Marry Icetea, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Wir haben noch viel vor. Wir wollen international expandieren und möglichst vielen die Möglichkeit geben, unsere Marry zu genießen! Unser Ziel für dieses Jahr ist die Vertretung in allen Sparfilialen österreichweit und idealerweise das Erreichen des Break Even Points.

In fünf Jahren sehen wir folgendes Bild:

An einem wunderschönen sonnigen Tag sitzen in einer großen weiten Wiese Menschen aus aller Welt, allen Ethnien, Geschlechtern und sozialen Schichten mit einem Ziel: In Gemeinschaft leben und das Leben genießen. 

Dabei trinkt jeder eine Marry und sie steht als Symbol für die Einigkeit das positive Lebensgefühl.

Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

1. Do what you love, love what you do. – wenn man mit Leidenschaft und Motivation dabei ist, geht vieles leichter.

2. Beachte die Bedürfnisse deiner Zielgruppe beziehe diese in die Entwicklung von deinem Produkt mit ein.

3. Die letzte Geheimzutat ist das Team: Finde die richtigen Leute, die selbst daran glauben und unterstützen, denn sie setzen die Idee um.

Bildquelle Paul Pichler

Wir bedanken uns bei den Gründern für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Bleib deiner Sache treu

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FirstVet telemedizinische Tiere

FirstVet bietet telemedizinische Beratung für Tiere und Besitzer

Stellen Sie sich und das Startup FirstVet doch kurz unseren Lesern vor!

Hallo, ich bin David Prien. 2016 habe ich gemeinsam mit Per Victor, Joakim Widigs und Lars Martin Norviit FirstVet in Schweden gegründet. FirstVet bietet telemedizinische Beratung für Tiere und deren Halter*innen an. Unsere qualifizierten und erfahrenen Tierärzte geben per Video-Sprechstunde über das Smartphone, den Computer oder das Tablet Rat und Hilfe bei allen medizinischen Symptomen der Tiere. 

Warum haben Sie sich entschieden ein Unternehmen zu gründen?

Tierhalter*innen besuchen häufig einen Tierarzt, weil sie unsicher sind oder sich absichern wollen, wie sie ihr Haustier bei kleineren Verletzungen richtig versorgen. Da ich selbst Halter von zwei Hunden bin, war ich selbst öfter in dieser Situation. Mir fiel auf, dass es bei typischen Herausforderungen und Unsicherheiten in Bezug auf die Gesundheit meiner Vierbeiner keine fachkundige Anlaufstelle gab. Bis dato bestand die einzige Option darin, online zu recherchieren, ob der Tierarztbesuch bei den vorhandenen Symptomen notwendig ist. Im Zweifel musste man sein Haustier also immer zum Tierarzt bringen, was sowohl für meine Hunde als auch mich Stress und Aufwand bedeutete. Mit FirstVet schließen wir diese Versorgungslücke im Veterinärmarkt, indem wir die Möglichkeit bieten, schnell und unkompliziert den kompetenten Rat eines Experten einzuholen.

Welche Vision steckt hinter FirstVet?

FirstVet möchte der erste Ansprechpartner für Tierhalter*innen sein, die eine medizinische Einschätzung für ihr Haustier benötigen – und zwar zu jeder Zeit, von überall aus. Wir möchten Tiere auf ihrem Lebensweg begleiten und Tierhalter*innen in jeder Lebensphase ihres Tieres beratend zur Seite stehen. Dabei geht FirstVet vor allem um das Wohl des Tieres. Wir möchten es Tierhalter*innen ermöglichen, ihr Haustier in den eigenen vier Wänden untersuchen zu lassen. Das bedeutet erheblich weniger Stress für Tier und Halter*in, da das Tier seine gewohnte Umgebung nicht verlassen und keine langen Transportwege und Wartezeiten auf sich nehmen muss. FirstVet möchte den Haustieren den Tierarztbesuch so angenehm wie möglich zu machen. Um das zu ermöglichen, treiben wir die Digitalisierung der Tiermedizin voran und demokratisieren diese.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Eine große Aufgabe für unser Team war die Internationalisierung unseres Angebots. Jeder Markt hat seine Eigenheiten und die lernt man erst kennen, wenn man dort erste Erfahrungen macht. Unser Geschäftsmodell auf dem Heimatmarkt Schweden setzt stark auf Partnerschaften mit den dort weit verbreiteten Tierkrankenversicherern. Bei der Expansion auf neue Märkte waren und sind wir immer wieder herausgefordert, dieses Modell an den jeweiligen Markt anzupassen, da jedes Land ganz unterschiedlich strukturiert ist.

Auch technologisch gab es die ein oder andere Herausforderung. Da Telemedizin für Tiere noch ein recht neues Feld ist, mussten wir zum Beispiel erstmal herausfinden, wie wir unser Angebot so nutzerfreundlich wie möglich zur Verfügung stellen. Wir haben viel getestet und probiert. Inzwischen zählen wir über 300.000 Kunden, deren User-Feedback zeigt, dass sie mit der Handhabung sehr zufrieden sind. 

Was die Finanzierung von FirstVet betrifft, schätzen wir uns glücklich namhafte internationale Risikokapitalgebern im Rücken zu haben. Dazu gehören z. B. das Unternehmen Creandum, das auch in Spotify, KRY und iZettle investierte, oder Omers Ventures, das in Wefox investierte. In einer Series A Finanzierung erhielten wir 2018 5,3 Millionen Euro und in einer Series B Finanzierung im Jahr 2019 nochmal 18,5 Millionen Euro.

Wer ist die Zielgruppe von FirstVet?

Die Zielgruppe von FirstVet sind generell Tierhalter*innen von Haustieren. Zu Beginn fokussiert sich FirstVet in Deutschland auf Hunde- und Katzenhalter*innen, perspektivisch umfasst der Service alle Haustiere. Tierhalter*innen sind in der Onlinesprechrunde richtig, wenn ihre Haustiere mit kleineren Problemen zu kämpfen haben. Natürlich gibt es Situationen, in denen ein direkter Besuch beim Tierarzt oder in der Tierklinik definitiv notwendig ist. Bei ernsthaften Verletzungen oder Erkrankungen wie Knochenbrüchen oder kardiologischen Problemen sollte auf keinen Fall gezögert werden, da ist die Behandlung vor Ort ein Muss.

Auch das Verschreiben von Medikamenten oder Impfungen sind nur direkt möglich. Die telemedizinische Beratung eignet sich aber für alle Fälle, die Symptome aufweisen, welche durch Schilderung der Tierhalter*in und anhand von Bildern eindeutig zu diagnostizieren und zu behandeln sind. Dazu gehören zum beispielsweise Erbrechen, Durchfall, Husten und Niesen, tränende Augen oder Juckreiz. Auch bei Vergiftungssymptomen und oberflächlichen Wunden und Verletzungen eignet sich im ersten Schritt eine telemedizinische Beratung, um Unterstützung bei Maßnahmen zur ersten Hilfe zu erhalten und abzuklären, ob eine Notfallversorgung in der Tierarztpraxis oder -Klinik notwendig ist.  

Wie funktioniert FirstVet? Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

FirstVet setzt auf ein B2C-Geschäftsmodell, bei dem die Kund*innen direkt über die FirstVet-App auf den Dienst zugreifen können. Die Bezahlung erfolgt leistungsbasiert, pro Beratung werden je nach Tageszeit zwischen 22 und 25 Euro berechnet, abends und am Wochenende liegt dieser Betrag etwas höher. 

Wir sehen unsere Vorteile vor allem darin, dass wir bereits auf eine mehrjährige Erfahrung in verschiedenen Ländern und Märkten zurückblicken können. Dadurch verfügen wir nicht nur über reichlich Know-How, was die Bedürfnisse der Tiere und ihrer Halterinnen angeht, sondern auch über eine ausgereifte digitale Plattform, die den bestmöglichen Service garantiert.

Dazu gehört auch die leicht zu bedienende App. Somit können Nutzer*innen von überall aus den FirstVet-Service nutzen. Ein weiteres Merkmal, das unser Angebot einzigartig macht, ist ein hoher Qualitätsstandard, was die tierärztliche Beratung angeht. Dafür haben wir ein deutschlandweites Tierärzte-Team im Einsatz. Unser leitender Tierarzt in Deutschland, Björn Becker, hat selbst viele Jahre zwei Tierarztpraxen geführt und promoviert aktuell zum Thema Telemedizin in der Tiermedizin.

Bei der Auswahl neuer Teammitglieder legt er großen Wert auf langjährige Berufserfahrung, denn nur wer viel Übung in der Behandlung von Tieren hat, entwickelt ein geschultes Auge, um eine gute telemedizinische Beratung durchführen zu können. 

Einen weiterer Vorteil von FirstVet liegt darin, dass wir ein unabhängiger Anbieter sind, also keine Partnerschaften mit Tierkliniken eingehen. So können wir uns als Unternehmen voll und ganz an den Bedürfnissen der Tiere und ihrer Halter*innen ausrichten. Das bedeutet unter anderem, dass der Service leistungsabhängig berechnet wird. Tierhalter*innen zahlen also keinen monatlichen Festbetrag, sondern nur für die erfolgte Behandlung. Anschließend haben sie uneingeschränkten Zugriff auf ihre digitale Patientenakte. 

Wie hat sich ihr Unternehmen mit Corona verändert?

Corona hat dazu geführt, dass mehr Tierhalter*innen den Service von FirstVet in Anspruch genommen haben. Viele Menschen, die normalerweise einen direkten Tierarztbesuch bevorzugt hätten, haben stattdessen die digitale Sprechstunde gewählt. Auch in Deutschland hat die Pandemie den Menschen verdeutlicht, dass telemedizinische Beratung sowohl für Menschen als auch für Tiere sehr wertvoll ist. Wir wären in Deutschland auch ohne Corona gestartet, jedoch hat das Interesse an unserem Dienst durch die Pandemie einen spürbaren Schub bekommen. 

Wie haben Sie sich darauf eingestellt und welche Änderungen haben Sie vorgenommen?

Wir haben uns auf das Thema eingestellt, indem wir einerseits sichergestellt haben, dass unsere Server ein größeres Anfrageaufkommen abfedern können und andererseits, indem wir das Thema in unserer Kommunikation aufgegriffen haben. Die Pandemie wirft auch in Bezug auf Haustiere neue Fragen und Unsicherheiten auf und wir versuchen, bestmöglich darauf einzugehen. 

Wo sehen Sie in der Krise die Chance?

Ein wichtiges Ziel von FirstVet ist es, die Tiermedizin zu digitalisieren und als anerkannte Art und Weise der Behandlung in der Gesellschaft zu verankern. In einer Zeit, in der große Teile der Gesellschaft auf digitale Lösungen zurückgreifen (müssen), merken viele Menschen, die sonst gern auf altbewährte Systeme gesetzt haben, dass die Digitalisierung durchaus Vorteile mit sich bringt. Diesen Wandel im Denken können wir nutzen, um zu zeigen, dass digitale Lösungen auch in der Tiermedizin durchaus sinnvoll sein können. 

FirstVet, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Als eines unserer langfristigen Projekte planen wir, zusätzlich Partnerschaften mit Versicherungsgesellschaften einzugehen. Eine solche Zusammenarbeit hat den Vorteil, dass die Kosten für den Versicherungsschutz von Haustieren sinken, da kleinere Beschwerden bereits in der Videosprechstunde behandelt werden können. Der kostenintensivere Besuch in der Tierklinik ist dann nur noch bei ernsten Erkrankungen notwendig. In Schweden haben bereits alle aktiven Haustierkrankenversicherungen eine Partnerschaft mit FirstVet. 

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

Bleib deiner Sache treu, aber erkenne auch, wenn du dich irrst. Es ist kein Problem, falsch zu liegen, solange man daraus lernt. Alles andere wäre falscher Stolz.

Eine Idee allein bringt dich nicht weit. Fokussiere dich auf ihre Ausführung und darauf, dir unterstützende Strukturen um dich herum aufzubauen, damit du die Herausforderungen meistern kannst, die höchstwahrscheinlich auf dich zukommen werden. 

Es gibt eine weitverbreitete, viel zu glamouröse Vorstellung darüber, was es bedeutet, ein Unternehmen zu gründen und aufzubauen. In der Realität bedeutet es in 99 Prozent der Fälle vor allem viel Arbeit. Stelle also sicher, dass du etwas tust, das dir Spaß macht und es gemeinsam mit Menschen machst, die du magst.  

Wir bedanken uns bei David Prien das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

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