Montag, September 1, 2025
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Hauptsache ist, man lässt sich nicht entmutigen

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MovEAiD ist ein patentiertes, tragbares künstliches Gleichgewichtsorgan

Stellen Sie sich und MovEAid doch kurz vor!

Die ReMoD UG hat ein patentiertes, tragbares künstliches Gleichgewichtsorgan (MovEAid) entwickelt, das halbseitig gelähmten Menschen das Gehen ermöglicht, indem es die gestörte Propriozeption unterstützt und der Patient somit schmerzfrei und unabhängig leben kann. (Propriozeption = Informationen zur Wahrnehmung von Körperbewegung und –lage im Raum und deren Stellung zueinander. Das sind Informationen die halbseitig gelähmten Patienten lähmungsbedingt fehlen, jedoch unabdingbare Voraussetzungen für das Gehen sind.)

Wie ist die Idee zu MovEAiD entstanden?

Dindia Gutmann, Mitgründerin von ReMoD, hatte bereits im Mutterleib einen Schlaganfall erlitten und war in Folge dieses Schlaganfalls von Geburt an halbseitig gelähmt. Sie konnte deshalb nicht richtig gehen. Ärzte prophezeiten ihr, dass sie ihr Leben lang im Rollstuhl sitzen würde. Mit der Entwicklung eines elektronischen Gleichgewichtsorgans (als Unterstützung der Propriozeption) wollte die Mutter, Anna Vonnemann, ihrer Tochter Dindia Gutmann helfen, einen Teil ihrer Gehfähigkeit zurück zu erlangen.

Warum haben Sie sich entschlossen ein Unternehmen zu gründen?

Die Erfindung von Anna Vonnemann hat die Tochter Dindia Gutmann in die Lage versetzt, trotz halbseitiger Lähmung zu gehen und ein schmerzfreies, normales und auch selbstbestimmtes Leben zu führen. Diese Möglichkeit möchten Mutter und Tochter mit der Gründung des Unternehmens ReMoD auch anderen Menschen eröffnen. Das Berliner Startup ReMoD UG wurde 2015 gegründet.

Von der Idee bis zum Start – was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Die größte Herausforderung war die Suche nach geeigneten Entwicklern. Hier hat uns die TU Berlin sehr geholfen. Finanziert haben wir alles alleine. Wir haben den Gürtel sehr, sehr eng geschnallt. Etwas geholfen haben uns auch mehrere Förderungen, die aber bei Weitem nicht den Finanzbedarf abdecken konnten.

Wer ist die Zielgruppe vom MovEAid?

Hemiparespatienten: Endnutzer unseres Produktangebots sind in erster Linie die Hemiparese­patienten selber. Mit dem Produkt MovEAid wird Hemiparesepatienten erstmals die Chance auf eine nachhaltig wirksame Therapie gegeben. Dem Betroffenen eröffnet sich die Möglichkeit sich physiologisch richtig im Alltag fortzubewegen und damit die Chance auf ein normales, selbstbestimmtes Leben, ohne Schmerzen und ohne Ausgrenzung. Das gleiche gilt aber auch für Skoliosepatienten.

Physiotherapeuten: Neben der Zielgruppe der Hemiparesepatienten gehören auch Physio­therapeuten und Rehabilitationseinrichtungen zu unserer Zielgruppe. Die Arbeit mit Hemi­parese­­patienten ist für Therapeuten schwierig. Die wenigen Therapieerfolge sind krankheitsbedingt nie von Dauer. Der Therapeut bekommt mit MovEAid erstmals die Möglichkeit an die Hand, seinen Patienten langfristig und nachhaltig zu unter­stützen. Diese Behandlungsmethode ist zudem innovativ und verschafft dem Therapeuten durch diese Unique Selling Proposition einen Wettbewerbsvorteil.

Ärzte: Rehabilitationsmedizinern, Neurologen und Orthopäden bieten wir die Aussicht auf nachhaltigen Behandlungserfolge ihrer Patienten.

Krankenkassen: Für die Krankenkassen ist das Biofeedbackgerät von MovEAid eine Chance auf bedeutende Kosteneinsparungen, da MovEAid eine nachhaltig wirksame Therapie anbietet und die Kosten für eine dauerhafte also lebenslange Physiotherapie minimiert.

Wie funktioniert MovEAid?

MovEAid ist ein elektronisches Biofeedback-Gerät, das die Regelprozesse bei der Bewegungssteuerung nachahmt. Das Gerät ist mittels in einem Kleidungsstück eingebrachte Sensoren in der Lage, Körperbewegungen zu erkennen und das genaue Ausmaß eines Haltungs-/Bewegungsfehlers zu bewerten. Über auf den Körper angebrachte Elektroden werden dem Patienten die Messergebnisse via Elektrostimulation übermittelt.
Es handelt sich damit um eine Art künstliches Gleichgewichtsorgan, das Menschen mit dieser Lähmung mit Informationen zur Propriozeption versorgt, also Informationen zur Wahrnehmung von Körperbewegung und –lage im Raum und deren Stellung zueinander. Das sind Informationen die diesen Patienten lähmungsbedingt fehlen, jedoch unabdingbare Voraussetzungen für das Gehen sind.

Wie ist das Feedback?

Das Feedback, das wir erhalten, ist größer und positiver, als wir es in diesem Entwicklungsstadium des Unternehmens vollumfänglich verarbeiten können.

Wie sind Sie auf die Idee gekommen sich für Die Höhle der Löwen zu bewerben?

Mitarbeiter von der Höhle des Löwen sind auf uns zugekommen und haben uns vorgeschlagen, uns zu bewerben.

Wie haben Sie sich auf die Höhle der Löwen vorbereitet?

Wir haben uns tatsächlich kaum vorbereitet, da wir unser Produkt in und auswendig kennen.

Sie sind eines der wenigen Startup Unternehmen das es in die Show „Die Höhle der Löwen geschafft hat. Wie motivierend ist das für Sie und was versprechen Sie sich von der Show?

Unsere eigenen finanziellen Mittel sind erschöpft. Vor uns stehen aber große Investitionen, die wir alleine nicht mehr stemmen können. Auch sind wir Quereinsteiger und besitzen noch keine Erfahrung in Fragen der Vermarktung. Auf beiden Gebieten können uns die Investoren aus der Höhle der Löwen entscheidend helfen.

Wie wichtig ist dieser Schritt für Sie als Startup Unternehmen? Auch unter dem Gesichtspunkt, dass durch die Show viele Interessenten und auch Medien auf MovEAid werden?

Unser Produkt ist eine neue Entwicklung. Das ist auf der einen Seite eine Chance, auf der anderen macht es den Markteintritt deutlich schwerer. Der Markt für das Produkt muss erst aufgebaut werden. Wenn ich nicht weiß, dass es für mein Problem eine Lösung gibt, dann werde ich auch nicht in ein Geschäft gehen und danach fragen. An dieser Stelle kann die Show uns sehr helfen. Umso mehr Menschen uns und unser Produkt kennenlernen, umso mehr Betroffene wissen dann, dass es vielleicht für sie eine Lösung gibt.

Ziel der Show „ Die Höhle der Löwen “ ist es, dass die Löwen investieren und der Deal zustande kommt. Welchen der Löwen haben Sie als Investor im Fokus?


Wir wussten, dass unser Produkt für Frau Williams nicht interessant ist. Alle anderen Investoren konnten wir uns gut als Partner vorstellen.

MovEAid, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

In fünf Jahren ist unser Gerät MovEAid schon lange auf dem Markt und erprobt. Wir werden dann an den nächsten Produkten arbeiten. Das machen wir ja jetzt schon. Unser jetziges Team ist klein und jeder hilft jedem. In fünf Jahren werden wir ein deutlich größeres Team sein. In fünf Jahren wollen wir bereits den französischen Markt erobern. Die Firma muss blühen, sonst fehlt uns das Geld um erfolgreich zu helfen. In Wirklichkeit frage ich mich aber nie wo ich in fünf Jahren sein werde. Ich setze einen Schritt vor den anderen. Wissen Sie selber wirklich, vor welchen Problemen Sie in einem Jahr stehen werden? Mein Ziel ist es Hemiparesepatienten und mit ihnen meiner Tochter zu helfen, trotz ihrer Lähmung ein normales Leben zu führen. Wenn auf dem Weg dahin ein Problem auftaucht, dann muss es weggeräumt werden.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

Wir sind ein wenig Außenseiter in der Gründerszene. Unsere Erfahrungen lassen sich nicht leicht auf andere Startups übertragen. Auch finde ich es vermessen zu glauben, einem anderen einen Rat geben zu können. Die meisten Universitäten bieten Kurse und Weiterbildung für Startups an. Auch Organisationen wie der B-P-W (Businessplan-Wettbewerb) oder BerlinPartner helfen gerne weiter. Die haben mehr Erfahrung im Bereich Geschäftsaufbau als wir. Dahin kann man sich wenden, wenn man einen Rat braucht. Hauptsache ist, man lässt sich nicht entmutigen.

Bild MovEAid: Saskia Holodynski (l), Dindia Gutmann und Anna Vonnemann (r.) Foto: MG RTL D / Bernd-Michael Maurer

Sehen Sie MovEAiD am 05.September in #DHDL

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Saskia Holodynski, Dindia Gutmann und Anna Vonnemann für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Kennt eure Grenzen

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Groovecat Musik-Momente einfangen, speichern und teilen

Stellen Sie sich und das Startup Groovecat doch kurz unseren Lesern vor!

Groovecat ist eine mobile Plattform mit der sich Musik-Momente einfangen, speichern und teilen lassen – also wann immer die Musik die man gerade hört perfekt zur Situation passt. Ob in der Bahn, während eines Spaziergangs, der Nachtfahrt durch die beleuchtete Stadt, oder wenn der Regen ans Fenster prasselt: Musik-Momente sind emotional, einzigartig und vergänglich.

Wie ist die Idee zu Groovecat entstanden und wie haben Sie sich als Gründerteam zusammengefunden?

Wir, das sind Markus, Jakob und Joshua, haben uns 2014 im Masterstudiengang Music & Creative Industries an der Popakademie Baden-Württemberg kennengelernt. Die Idee hatten wir alle unabhängig voneinander und als wir das mal in einer Kneipe festgestellt haben, beschlossen wir gleich das Ding zu realisieren.

Außerdem hat die Zusammensetzung unseres Teams aus BWL, Kommunikation und IT hat von Beginn an ineinander gegriffen und aus der Anfangs träumerischen Idee Menschen über Musik zusammenzubringen ist ein handfestes Projekt geworden. Inzwischen haben wir unser Studium beendet und arbeiten an unserer Vision sowie einem nachhaltigen Geschäftsmodell.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Als Preisträger des Ideenwettbewerbs BW goes Mobile 2016 haben wir von Beginn an eine erste Finanzierung und sehr wertvolle Workshops bekommen. Das hat den Start natürlich leichter gemacht und uns einen gewissen Vertrauensvorschuss, Struktur und auch Relevanz gegeben. Aber auch von anderen Wettbewerben und Fördermaßnahmen wie z.B. dem Elevator Pitch BW oder Innovationsgutschein C profitieren wir noch heute.

Die größte Herausforderung ist sicherlich auf der einen Seite für seine Idee zu brennen und sie gegen Widerstände – wie sie vor allem bei Social Media-Themen in Deutschland leider noch bestehen – zu verteidigen, und auf der anderen Seite auf Feedback zu reagieren und dieses ernst zu nehmen. Das kann zur Folge haben, dass man die Idee für die man brennt eventuell verändern oder im schlimmsten Falle verwerfen muss. Hier gilt es nach unserer Erfahrung ein gesundes Gleichgewicht aus Standhaftigkeit und Flexibilität zu schaffen.

Wer ist die Zielgruppe von Groovecat?

Mit Groovecat sprechen wir vor allem Millenials an, bei denen sich Musikstreaming, Smartphones und Social Media als Nutzungsformen etabliert haben. Es gibt viele interessante Studien welche die sozialisatorische und identitätsstiftende Funktion von Musik unter Gleichaltrigen belegen. Dies gilt besonders für die Gruppe der 14 bis 19-Jährigen, bei der Musik einen besonders hohen Stellenwert genießt.

Außerdem können Künstler ihre eigene Musik multimedial aufbereiten und direkt monetarisieren: jeder View ist auch ein Play auf Spotify und Co.
Zuletzt sprechen wir Musiklabels, Werbeagenturen, Konzertveranstalter und Marktforschungsinstitute an, damit Musik besser platziert, zielgruppenspezifischer distribuiert und wirkungsvoller eingesetzt werden kann.

Wie funktioniert Groovecat?

Wann immer man einen Musik-Moment erlebt, braucht man einfach nur ein Foto in Groovecat machen, welches dann automatisch mit der Location und der Musik aus einem Streamingdienst wie Spotify kombiniert wird. Dieser Moment kann mit verschiedenen Filtern emotionalisiert und dann ganz einfach in der App mit Freunden geteilt oder für einen selber gespeichert werden. Handy raus, Foto machen, fertig! So kann man im Laufe der Zeit sein ganz persönliches musikalisches Fotoalbum kreieren – den Soundtrack of Your Life.

Wie ist das Feedback?

Gerade in unserer Kernzielgruppe ernten wir sehr positives Feedback. Jeder weiß direkt etwas mit „Musik-Momenten“ anzufangen. Zur Zeit feilen wir daran wie man Groovecat auch in der Zielgruppe der nicht-Musikbegeisterten relevanter platzieren kann. Hier ist es vor allem wichtig, die anderen Use-Cases von Groovecat in den Vordergrund zu stellen.

Groovecat, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Zurzeit sind wir noch in der Beta-Phase, testen und validieren unser Geschäftsmodell. Im Laufe der nächsten zwölf Monate werden wir Groovecat auf den Markt bringen und wer möchte, kann uns gerne eine Mail an mail (@) groovecat.de schicken, um in die Closed Beta eingeladen zu werden. Langfristig wollen wir die erste Plattform für Musik-Momente werden, nicht nur in Deutschland, sondern weltweit.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

1. Habt eine Vision
2. Kennt eure Grenzen.
3. Entwickelt eine Unternehmenskultur (und haltet sie ein!).

Bild: Gründerteam / Links: Joshua Weikert, Mitte: Markus Schwarzer, Rechts: Jakob Höflich / Foto: Groovecat

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Jakob Höflich für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

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