Mittwoch, April 22, 2026
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Wird diese Zielgruppe endlich so gesehen, wie sie es verdient?

SARA ist ein Magazin für Frauen 50+, das mit klarem Fokus auf Print authentische Geschichten und eine oft übersehene Zielgruppe in den Mittelpunkt stellt

Wie ist das Magazin SARA aus dem niederländischen Erfolg von SAAR entstanden, und wer steckt hinter dem deutschen Launch?

Barbara: In den Niederlanden ist SAAR Magazine eines der wenigen wachsenden Magazine. Eine neue, frische, abenteuerlustige Frau 50+ ist aufgestanden. Wir sind fitter als je zuvor, fühlen uns jünger als je zuvor, aber in den traditionellen Medien taucht dieses Frauenbild nirgends auf. Genau diese Frau feiern wir in SAAR. Ich, die Gründerin Barbara van Erp, bin viel in Deutschland gewesen, und dort sehe ich seit Jahren genau dieselben tollen Frauen 50+ herumlaufen. Weil mein Unternehmen in den Niederlanden dank seines Erfolges finanzielle Reserven aufgebaut hat, dachte ich: Dann wagen wir jetzt eben den großen Schritt. Ich habe als deutsche Chefredakteurin die freie Journalistin Nadja Bossmann ins Boot geholt, die viel Erfahrung mit Frauenthemen hat. Jetzt geht die erste SARA in Druck. Sehr spannend!

Was hat euch dazu bewogen, mit SARA bewusst auf Print zu setzen, obwohl der Markt oft als gesättigt gilt?

SAAR in den Niederlanden hat als Online-Magazin angefangen. Aber unsere Leserinnen haben uns angerufen: Sie wollten ein gedrucktes Magazin. Das wurde ein riesiger Erfolg. Außerdem gilt: Um online Geld zu verdienen, braucht man viele Werbekunden – und Werbekunden haben als Zielgruppe die 25- bis 49-Jährigen. Für Frauen über 50 wollen sie kein Geld ausgeben. Deshalb haben wir uns für Papier entschieden und für eine Finanzierung, die allein über Abos und den Abverkauf läuft. So haben wir die Freiheit, Artikel zu veröffentlichen, die zu 100 Prozent für unsere Leserinnen gemacht sind. Bei uns gibt es keinen Umfeld-Content für Werbekunden.

Welche Vision verfolgt SARA für den deutschen Medienmarkt, und wie möchtet ihr diese erreichen?

Auch in Deutschland wollen wir so viele Abonnentinnen wie möglich gewinnen. Das erreichen wir derzeit durch Meta- und Google-Werbung. Im März haben wir mit unseren Anzeigen begonnen und bis jetzt bereits mehr als 1.000 Abonnentinnen gewonnen. Zudem sind wir im Einzelverkauf erhältlich, zu Anfang mit einer Auflage von 33.000 Exemplaren.

Warum steht bei SARA die Zielgruppe Frauen 50+ so klar im Mittelpunkt?

Alle traditionellen Medien werden von der Zielgruppe 50+ am Leben gehalten, aber niemand dort sagt laut, dass er ein Medium für 50+ macht. Denn dann bekommt man keine oder kaum Werbekunden. Genau deshalb machen wir das bei SAAR und SARA ganz ausdrücklich – ein ehrliches und authentisches ein Heft genau für diese Zielgruppe.

Welche Bedürfnisse und Erwartungen dieser Zielgruppe werden aktuell von anderen Medien zu wenig berücksichtigt?

Dass sie überhaupt sichtbar ist. ‚Die Frau 50+‘ gibt es nicht, und sie wird fast immer mit ganz anderen Gruppen in einen Topf geworfen, auch mit Achtzigjährigen. Dann werden wir plötzlich als ‚Seniorinnen‘ oder ‚Ältere‘ bezeichnet. Damit identifizieren wir uns leider überhaupt nicht.

Was macht SARA inhaltlich anders als klassische Frauenmagazine?

Wir haben nur wenige Geschichten, in denen Expert:innen erklären, wie es ist, in den Wechseljahren zu sein, eine Beziehungskrise zu führen oder gesund zu leben. Die meisten Geschichten in SARA sind Ich-Erzählungen interessanter Autorinnen – direkt aus deren Erfahrung und deren Herzen.

Warum funktionieren ehrliche Geschichten über das Älterwerden besser als klassische Lifestyle-Inhalte?

Weil es die authentischen Geschichten sind, die Leserinnen berühren, und nicht Geschichten, die dir von oben herab etwas beibringen wollen. Oder dir etwas erklären, was du längst weißt.

Welche Herausforderungen bringt es mit sich, ohne großen Verlag im Rücken eine neue Medienmarke wie SARA aufzubauen?

Das ist sehr, sehr spannend. Ich weiß noch gar nicht, auf welche Probleme wir in Deutschland stoßen werden, aber wir werden sie hoffentlich dank unserer Leserinnen meistern.

Welche Learnings aus dem niederländischen Magazin SAAR fließen konkret in den deutschen Markt ein?

Geh 100 Prozent auf Print und hör auf, herumzudoktern und online Geld verdienen zu wollen, denn niemand in der Magazinwelt weiß im Moment noch, wie das ohne Werbekunden funktionieren soll.

Wie wollt ihr SARA langfristig im deutschen Markt positionieren und weiterentwickeln?

In den Niederlanden sind wir eine Bewegung, mit Podcasts, Tanzabenden und Kursen. Das fände ich für Deutschland auch großartig. Aber wir bewegen uns mit dem, was der Markt von uns verlangen wird.

Welche Rolle spielt der Launch in Berlin für eure Markenstrategie?

Alle ‚echten‘ Magazine kommen aus Hamburg oder München. Und ehrlich gesagt: All diese Magazine haben, genau wie in den Niederlanden, ein gewisses Maß an Spießigkeit. Das liegt an den großen Verlagen, die dort sitzen. Ein Magazin wie SAAR in den Niederlanden hätte auch nie aus einem großen Unternehmen heraus entstehen können, denn dann gibt es immer Männer im Anzug, die sagen: Ihr dürft keine Schimpfwörter benutzen, ihr müsst immer höflich bleiben, ihr dürft nicht 50+ sein. Dann hätte es SAAR nie gegeben. Wenn man in Berlin sitzt, hat man automatisch Freelancer:innen, die nicht nach diesem Schema gestrickt sind. Wir suchen freie Geister, so wie unsere Chefredakteurin in Berlin, Nadja Bossmann, die für Frauenmagazine wie Brigitte und Cosmopolitan, aber auch für Die Zeit, Merian und internationale Zeitungen wie The New York Times gearbeitet hat.

Welche drei Ratschläge würdet ihr anderen Gründerinnen und Gründern im Medienbereich mitgeben?

Setzt auf eure eigene Nische, vergesst die Werbekunden und habt den Mut, euch zu 100 Prozent auf eure Zielgruppe zu konzentrieren.

Bild Barbara von Erp und Nadja Bossmann Bildcredits: Privatarchiv

Wir bedanken uns bei Barbara von Erp für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder


Premium Start-up: SARA

Kontakt:

SNIPPET MEDIA
Barbara van Erp
Bloemgracht 105 huis
1016 KJ Amsterdam
Niederlande

https://saramagazin.de/
barbara@snippetmedia.nl

Ansprechpartner: Barbara van Erp

Social Media:
LinkedIn
Instagram

Sabine Elsässer
Sabine Elsässer
Sabine Elsaesser is an experienced entrepreneur and media/startup expert. Since 2016, she has served as the Chief Editor and CEO of StartupValley Media & Publishing. In this role, she is responsible for managing the company and providing strategic direction for its media and publishing activities. Sabine Elsaesser takes great pleasure in assisting individuals and businesses in reaching their full potential. Her expertise in establishing sales organizations and her passion for innovation make her a valuable advocate for startups and entrepreneurs.
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