Scrolljob möchte die Jobsuche mit Video-Stellenanzeigen nach dem Vorbild von TikTok verändern und Bewerbungen deutlich vereinfachen. Im Interview erklärt Gründer Sufian, wie seine Plattform funktioniert, welche Rolle KI spielt und warum besonders Unternehmen mit Fachkräftemangel profitieren könnten.
Sufian, kannst du dich und Scrolljob kurz vorstellen und erzählen, wie die Idee entstanden ist, die Jobsuche nach dem Prinzip von TikTok zu gestalten?
Mein Name ist Sufian und ich bin Gründer von Scrolljob. Mit Scrolljob möchte ich die Art verändern, wie Menschen in Deutschland ihren nächsten Job entdecken.
Die Idee entstand aus einer einfachen Beobachtung: Unternehmen investieren bereits viel Geld in Recruiting-Videos auf Plattformen wie TikTok und Instagram. Sie zeigen ihre Teams, ihre Arbeitsplätze und geben authentische Einblicke in den Berufsalltag. Doch diese Videos verschwinden im Social-Media-Feed zwischen Unterhaltung, Werbung und anderen Inhalten.
Gleichzeitig funktioniert die klassische Jobsuche noch immer überwiegend über lange Textanzeigen, Suchfilter und teilweise komplizierte Bewerbungsprozesse.
Da habe ich mich gefragt: Warum gibt es keine Plattform, auf der man Jobs genauso einfach entdecken kann, wie man heute Videos auf TikTok anschaut?
Genau daraus ist Scrolljob entstanden. Eine Plattform mit einem vertikalen Video-Feed, in dem Nutzer durch echte Video-Stellenanzeigen scrollen, Arbeitgeber kennenlernen und sich bei Interesse mit wenigen Klicks bewerben können.
Mein Ziel ist es, Jobsuche moderner, einfacher und vor allem zugänglicher zu machen.
Scrolljob setzt auf einen vertikalen Video-Feed statt klassischer Stellenanzeigen. Welches grundlegende Problem im heutigen Bewerbungsprozess möchtest du damit lösen?
Das größte Problem ist für mich, dass die klassische Jobsuche oft unnötig kompliziert und wenig persönlich ist.
Viele Stellenanzeigen bestehen aus langen, austauschbaren Texten. Man liest etwas über Anforderungen, Aufgaben und Benefits, bekommt aber kaum ein echtes Gefühl dafür, wie der Arbeitsalltag aussieht oder wer hinter dem Unternehmen steckt.
Gleichzeitig schrecken komplizierte Bewerbungsprozesse viele potenzielle Kandidaten ab. Gerade Menschen, die im Handwerk, in der Pflege, in der Logistik oder Gastronomie arbeiten, haben nach einem langen Arbeitstag häufig wenig Zeit und Lust, Anschreiben zu formulieren oder Lebensläufe zu aktualisieren.
Mit Scrolljob möchte ich beide Probleme angehen.
Durch Videos erhalten Bewerber innerhalb weniger Sekunden einen authentischen Einblick in ein Unternehmen. Sie sehen beispielsweise das Team, den Arbeitsplatz oder typische Tätigkeiten.
Und wenn ihnen ein Job gefällt, können sie direkt zum Bewerbungsprozess gelangen, der bei vielen Stellen bereits auf wenige Schritte reduziert ist.
Ich bin überzeugt, dass eine Bewerbung heute genauso einfach funktionieren sollte wie viele andere digitale Prozesse, die wir täglich auf unserem Smartphone nutzen.
Besonders in Branchen wie Handwerk, Pflege, Logistik und Gastronomie ist der Fachkräftemangel deutlich spürbar. Warum konzentriert sich Scrolljob auf diese Bereiche und welche Chancen siehst du dort?
Gerade in diesen Branchen ist der Bedarf an neuen Mitarbeitern besonders groß. Gleichzeitig erreichen viele Unternehmen ihre potenziellen Bewerber über klassische Stellenportale nur eingeschränkt.
Ein großer Teil dieser Zielgruppe ist täglich auf Social Media unterwegs, aber nicht unbedingt auf beruflichen Netzwerken wie LinkedIn oder Xing.
Dazu kommt, dass sich viele dieser Berufe hervorragend über Videos präsentieren lassen.
Ein Handwerksbetrieb kann seine Baustellen und Mitarbeiter zeigen, eine Pflegeeinrichtung den Arbeitsalltag im Team und ein Restaurant seine Küche und die Atmosphäre.
Solche Einblicke vermitteln innerhalb weniger Sekunden viel mehr Persönlichkeit als eine reine Stellenbeschreibung.
Besonders spannend finde ich außerdem die Menschen, die momentan gar nicht aktiv nach einem neuen Job suchen, aber grundsätzlich offen für eine berufliche Veränderung sind.
Wenn sie beim Scrollen plötzlich einen sympathischen Arbeitgeber oder eine interessante Stelle entdecken, kann daraus ein echter Bewerbungsimpuls entstehen.
Ich sehe darin eine große Chance, insbesondere für kleine und mittelständische Unternehmen, die im Wettbewerb um Fachkräfte häufig weniger Sichtbarkeit haben als große Arbeitgeber.
Mit über 10.000 Stellenanzeigen aus ganz Deutschland bietet Scrolljob bereits eine große Auswahl. Wie kommen diese Stellenangebote auf die Plattform und wie stellst du sicher, dass sie aktuell und seriös sind?
Scrolljob verfolgt bei der Gewinnung von Stellenanzeigen einen anderen Ansatz als klassische Jobbörsen.
Wir erfassen echte Video-Stellenanzeigen, die Unternehmen und Recruiting-Agenturen bereits aktiv auf Social-Media-Plattformen als Werbung schalten.
Viele Unternehmen investieren bereits in professionell produzierte Recruiting-Videos und nutzen diese, um neue Mitarbeiter zu gewinnen. Scrolljob macht solche Stellenangebote gezielt für Jobsuchende auffindbar.
Im Hintergrund läuft eine weitgehend automatisierte technische Infrastruktur, die relevante Anzeigen erfasst, analysiert und für unseren Video-Feed aufbereitet.
Mithilfe künstlicher Intelligenz werden die Inhalte ausgewertet und den passenden Berufsfeldern, Branchen und Regionen zugeordnet.
Dabei achten wir darauf, dass es sich tatsächlich um Recruiting-Anzeigen handelt. Außerdem werden die Anzeigen regelmäßig überprüft und nicht mehr aktive Angebote aussortiert.
Ein zusätzlicher Vorteil ist, dass viele dieser Stellenanzeigen auf bestehende Bewerbungs-Funnels von Unternehmen oder Recruiting-Agenturen verweisen. Bewerber gelangen dadurch direkt in einen bereits eingerichteten Bewerbungsprozess.
Unser Ziel ist nicht einfach nur, möglichst viele Stellenanzeigen aufzulisten, sondern einen aktuellen und relevanten Video-Jobfeed anzubieten, in dem Nutzer schnell interessante Möglichkeiten entdecken können.
Bewerber können sich über Scrolljob innerhalb von 60 Sekunden und häufig ohne Lebenslauf bewerben. Wie funktioniert dieser Prozess konkret und welche Vorteile bietet er Unternehmen und Jobsuchenden?
Der Bewerbungsprozess ist bewusst so einfach wie möglich gestaltet.
Nutzer entdecken im Scrolljob-Feed eine interessante Video-Stellenanzeige und können über den Bewerbungsbutton direkt mit ihrer Bewerbung starten.
Die meisten Stellenanzeigen auf Scrolljob führen zu sogenannten Recruiting-Funnels. Das sind speziell optimierte Bewerbungsformulare, die den gesamten Prozess auf wenige Schritte reduzieren.
Oft reichen bereits der Name, die Telefonnummer und die E-Mail-Adresse aus. Bei manchen Stellen werden zusätzlich wenige Fragen zur Berufserfahrung oder Qualifikation gestellt. Ein klassischer Lebenslauf oder ein Anschreiben ist häufig gar nicht notwendig.
Nach dem Absenden der Bewerbung werden die Interessenten in der Regel von der zuständigen Recruiting-Agentur oder direkt vom Unternehmen telefonisch kontaktiert.
In diesem ersten Gespräch werden grundlegende Fragen geklärt und eine erste Einschätzung vorgenommen, ob die Stelle und der Bewerber zueinander passen.
Bei vielen Angeboten kann eine Bewerbung dadurch tatsächlich innerhalb von ungefähr 60 Sekunden abgeschickt werden, direkt vom Smartphone aus.
Für Bewerber entfällt ein großer Teil des klassischen Bewerbungsaufwands. Unternehmen und Recruiting-Agenturen profitieren gleichzeitig davon, dass sie schneller mit interessierten Kandidaten in Kontakt kommen können.
Genau das ist mein Ansatz mit Scrolljob: den Weg vom ersten Interesse bis zum persönlichen Kontakt so kurz und unkompliziert wie möglich zu machen.
Künstliche Intelligenz spielt bei der Klassifikation der Video-Stellenanzeigen eine wichtige Rolle. Welche Technologien setzt du ein und wie sorgt die KI dafür, dass Nutzer passende Jobangebote entdecken?
Künstliche Intelligenz ist ein zentraler Bestandteil der technischen Infrastruktur von Scrolljob.
Wir setzen KI-Modelle ein, um die erfassten Video-Stellenanzeigen automatisiert zu analysieren und zu klassifizieren.
Dabei werden sowohl Informationen aus den Anzeigentexten als auch aus den Videoinhalten ausgewertet. Die KI hilft uns beispielsweise dabei zu erkennen, welcher Beruf gesucht wird, zu welcher Branche das Angebot gehört und für welche Region die Stelle relevant ist.
Gleichzeitig unterstützt sie dabei, Inhalte herauszufiltern, bei denen es sich nicht um passende Stellenanzeigen handelt.
Aus diesen Informationen entsteht ein strukturierter Katalog aus Video-Stellenanzeigen, den Nutzer nach Berufsfeld und Standort durchsuchen beziehungsweise filtern können.
Ohne diese Automatisierung wäre das in dieser Größenordnung kaum möglich. Als Solo-Gründer könnte ich nicht Tausende Videos manuell anschauen, kategorisieren und regelmäßig aktualisieren.
Die KI hilft mir deshalb nicht nur bei der Weiterentwicklung des Produkts, sondern ermöglicht überhaupt erst den effizienten Betrieb der Plattform.
Langfristig möchte ich diese Technologie weiterentwickeln, damit Nutzer noch relevantere Stellenangebote entdecken können, ohne jedes Mal aufwendig danach suchen zu müssen.
Scrolljob wurde erst im Mai 2026 gegründet und bislang vollständig eigenfinanziert aufgebaut. Welche Herausforderungen bringt es mit sich, eine solche Plattform ohne Investoren und als Solo-Gründer zu entwickeln?
Als Solo-Gründer ist die größte Herausforderung definitiv, dass man viele verschiedene Aufgaben gleichzeitig übernehmen muss.
An einem Tag entwickelt man neue Funktionen, löst technische Probleme, verbessert die Benutzeroberfläche und beschäftigt sich gleichzeitig mit Marketing, Strategie und Geschäftsmodell.
Dabei muss man ständig Prioritäten setzen, weil die Liste an Ideen meistens deutlich länger ist als die verfügbare Zeit.
Ich habe Scrolljob seit der Gründung vollständig eigenfinanziert aufgebaut. Das bedeutet, dass ich sehr bewusst mit meinen Ressourcen umgehen und viele Dinge selbst lösen muss.
Gleichzeitig sehe ich darin auch einen großen Vorteil.
Ich kann Entscheidungen schnell treffen, neue Ideen direkt ausprobieren und die Plattform so entwickeln, wie ich es für die Nutzer am sinnvollsten halte, ohne mich nach den Erwartungen externer Investoren richten zu müssen.
Ein enormer Vorteil sind heute moderne KI-Werkzeuge und Automatisierungsmöglichkeiten. Damit lassen sich Prozesse aufbauen, für die man vor einigen Jahren wahrscheinlich ein größeres Team benötigt hätte.
Ein Beispiel ist unsere automatisierte Verarbeitung und Klassifikation der Video-Stellenanzeigen.
Natürlich bringt das alles viel Verantwortung mit sich. Aber für mich ist es unglaublich motivierend zu sehen, wie aus einer Idee Schritt für Schritt eine funktionierende Plattform mit bereits über 10.000 Stellenanzeigen geworden ist.
Während Scrolljob für Bewerber kostenlos ist, muss die Plattform langfristig wirtschaftlich funktionieren. Auf welchem Geschäftsmodell basiert dein Konzept und wie möchtest du Unternehmen als Kunden gewinnen?
Für Bewerber soll Scrolljob dauerhaft kostenlos bleiben.
Unser Geschäftsmodell richtet sich an Unternehmen, die ihre offenen Stellen sichtbarer machen und neue Mitarbeiter gewinnen möchten.
Geplant sind unter anderem Möglichkeiten, Video-Stellenanzeigen direkt auf Scrolljob zu veröffentlichen und durch zusätzliche Platzierungen im Feed hervorzuheben.
Viele Unternehmen investieren heute bereits erhebliche Budgets in Recruiting-Kampagnen auf TikTok, Instagram und anderen Plattformen.
Der Vorteil von Scrolljob ist, dass diese Unternehmen ihre bestehenden Videos zusätzlich in einer Umgebung präsentieren können, in der es ausschließlich um Jobs und berufliche Möglichkeiten geht.
Während eine Recruiting-Anzeige auf Social Media zwischen Unterhaltungsvideos und anderen Werbeanzeigen erscheint, treffen Unternehmen auf Scrolljob auf Menschen, die sich gezielt oder auch spontan mit neuen beruflichen Möglichkeiten beschäftigen.
Besonders wichtig ist mir, dass auch kleine und mittelständische Unternehmen einen einfachen Zugang bekommen, ohne komplizierte technische Voraussetzungen oder große Recruiting-Abteilungen.
Langfristig möchte ich ein Geschäftsmodell aufbauen, das Unternehmen einen messbaren Mehrwert bietet und gleichzeitig sicherstellt, dass Jobsuchende die Plattform kostenlos nutzen können.
Viele Menschen verbringen täglich Zeit auf Social-Media-Plattformen, suchen ihren nächsten Job aber weiterhin über klassische Stellenportale. Wie möchtest du diese Gewohnheiten verändern und welche Zielgruppen erreichst du mit Scrolljob besonders gut?
Ich glaube, dass man die Gewohnheiten der Menschen gar nicht grundlegend verändern muss. Man muss sie sinnvoll nutzen.
Menschen sind längst daran gewöhnt, Inhalte über kurze Videos zu entdecken. Sie scrollen durch ihren Feed und entscheiden innerhalb weniger Sekunden, ob etwas für sie interessant ist.
Warum sollte dieses Prinzip nicht auch bei der Jobsuche funktionieren?
Genau hier setzt Scrolljob an.
Statt zuerst eine Berufsbezeichnung eingeben und lange Ergebnislisten durchsuchen zu müssen, können Nutzer einfach durch Video-Stellenanzeigen scrollen und neue Arbeitgeber entdecken.
Besonders interessant ist dieser Ansatz für die Generation Z und junge Menschen, die mit TikTok, Instagram Reels und ähnlichen Formaten aufgewachsen sind.
Aber ich sehe das Potenzial deutlich breiter.
Auch erfahrene Fachkräfte aus Handwerk, Pflege, Logistik und Gastronomie können von einer einfacheren und visuelleren Jobsuche profitieren.
Eine besonders wichtige Zielgruppe sind außerdem Menschen, die aktuell beschäftigt sind, aber grundsätzlich offen für einen Jobwechsel wären.
Diese Menschen besuchen möglicherweise keine klassischen Jobportale. Wenn sie aber ein interessantes Video sehen, das einen sympathischen Arbeitgeber oder bessere Arbeitsbedingungen zeigt, kann daraus spontan Interesse entstehen.
Wenn sie sich dann auch noch mit wenigen Angaben bewerben können und anschließend einen Rückruf erhalten, wird der gesamte Prozess deutlich einfacher.
Genau diese Verbindung aus Entdecken und unkompliziertem Bewerben möchte ich mit Scrolljob schaffen.
Der Markt für digitale Jobvermittlung ist stark umkämpft. Was unterscheidet Scrolljob von etablierten Jobbörsen und anderen Recruiting-Plattformen, und wo siehst du deinen größten Wettbewerbsvorteil?
Der größte Unterschied liegt für mich im gesamten Nutzererlebnis.
Klassische Jobbörsen funktionieren hauptsächlich wie Suchmaschinen. Man gibt einen Beruf und einen Standort ein und erhält eine Liste aus Textanzeigen.
Scrolljob funktioniert dagegen wie eine Entdeckungsplattform.
Nutzer müssen nicht unbedingt wissen, wonach sie suchen. Sie können durch echte Video-Stellenanzeigen scrollen, Arbeitgeber kennenlernen und innerhalb weniger Sekunden entscheiden, ob sie eine Stelle interessant finden.
Ein weiterer Unterschied ist unsere technische Infrastruktur.
Wir nutzen bereits vorhandene Video-Recruiting-Inhalte, die von Unternehmen und Recruiting-Agenturen produziert werden, und bereiten diese mithilfe einer automatisierten KI-Pipeline für unsere Plattform auf.
Damit können wir ein großes Angebot an Video-Stellenanzeigen bereitstellen, ohne jede einzelne Anzeige manuell erstellen zu müssen.
Hinzu kommt der direkte Übergang in bestehende Recruiting-Funnels.
Nutzer entdecken einen Job im Video, geben bei Interesse häufig nur ihre grundlegenden Kontaktdaten ein und können anschließend bereits von einer Recruiting-Agentur oder dem Unternehmen kontaktiert werden.
Für mich liegt der Wettbewerbsvorteil genau in dieser Kombination aus authentischen Arbeitgebervideos, automatisierter Technologie und einem möglichst einfachen Bewerbungsprozess.
Ich möchte nicht einfach eine weitere Jobbörse aufbauen, sondern die Art, wie Menschen neue berufliche Möglichkeiten entdecken, grundlegend moderner gestalten.
Datenschutz und Vertrauen spielen bei Bewerbungen eine entscheidende Rolle. Welche Bedeutung haben das Hosting in Deutschland und der verantwortungsvolle Umgang mit persönlichen Daten für deine Plattform?
Datenschutz ist für mich ein grundlegender Bestandteil von Scrolljob.
Gerade bei der Jobsuche geht es um sensible Informationen. Vielleicht möchte jemand den Arbeitgeber wechseln, ohne dass sein aktuelles Unternehmen davon erfährt.
Deshalb ist mir wichtig, dass Scrolljob in Deutschland gehostet wird und wir beim Umgang mit personenbezogenen Daten die Anforderungen der DSGVO berücksichtigen.
Ein zentraler Grundsatz ist dabei die Datensparsamkeit.
Nutzer können auf Scrolljob Stellenangebote entdecken, ohne vorher ein umfangreiches Profil erstellen oder ihren Lebenslauf auf unserer Plattform hochladen zu müssen.
Wenn sich jemand für eine Stelle interessiert, wird er über den Bewerbungsbutton zum jeweiligen Bewerbungsprozess des Unternehmens oder der zuständigen Recruiting-Agentur weitergeleitet.
Die eigentliche Bewerbung findet somit in der Regel im jeweiligen Recruiting-Funnel statt und nicht in einem umfangreichen Bewerberverwaltungssystem von Scrolljob.
Mir ist wichtig, dass die Abläufe für Nutzer nachvollziehbar sind und sie wissen, an wen sie ihre Bewerbungsdaten übermitteln.
Ich bin überzeugt, dass eine moderne Recruiting-Plattform nicht möglichst viele persönliche Daten sammeln muss, sondern Menschen möglichst einfach mit passenden Arbeitgebern verbinden sollte.
Wenn du auf die kommenden Jahre blickst: Welche Ziele verfolgst du mit Scrolljob, welche Weiterentwicklungen sind geplant und wo soll die Plattform in fünf Jahren stehen?
Mein erstes großes Ziel ist es, Scrolljob in Deutschland als bekannte Plattform für videobasierte Jobsuche zu etablieren.
Dafür möchte ich das Angebot an Video-Stellenanzeigen kontinuierlich erweitern, die Qualität der Inhalte verbessern und die Benutzererfahrung noch intuitiver gestalten.
Ein wichtiger nächster Schritt ist außerdem, Unternehmen die Möglichkeit zu geben, ihre Video-Stellenanzeigen direkt auf Scrolljob zu veröffentlichen und zu verwalten.
Auch beim Einsatz künstlicher Intelligenz sehe ich großes Potenzial. Langfristig soll der Feed noch besser erkennen können, welche Jobs für Nutzer interessant sein könnten, und relevante Stellenangebote entsprechend präsentieren.
Darüber hinaus möchte ich den gesamten Weg von der Entdeckung einer Stelle bis zur Bewerbung noch einfacher gestalten.
Schon heute führen viele unserer Anzeigen zu Recruiting-Funnels, bei denen wenige Angaben ausreichen, um den ersten Kontakt zu einem potenziellen Arbeitgeber herzustellen.
Diesen Gedanken möchte ich konsequent weiterentwickeln.
Mittelfristig kann ich mir außerdem vorstellen, Scrolljob auf weitere europäische Märkte auszuweiten.
In fünf Jahren möchte ich, dass Scrolljob für videobasierte Jobsuche genauso selbstverständlich ist, wie es heute ist, durch Social Media zu scrollen.
Meine Vision ist, dass Menschen nicht mehr erst lange Stellenanzeigen lesen müssen, um herauszufinden, ob ein Arbeitgeber zu ihnen passt.
Sie sollen einen Job sehen, ein Gefühl für das Unternehmen bekommen und bei Interesse innerhalb weniger Sekunden den ersten Schritt in Richtung eines neuen Arbeitsplatzes machen können.
Wenn Scrolljob dazu beiträgt, dass Menschen schneller passende Arbeitgeber finden und Unternehmen einfacher neue Mitarbeiter erreichen, dann haben wir etwas wirklich Wertvolles geschaffen.
Foto: privat/mit ki verbessert
Wir bedanken uns bei Sufian Bourkha für das Interview
Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.















