Dienstag, Februar 27, 2024
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Schreibt euch eure Vision und Motivation klar nieder

WAIBRO Kommunikationsgurt, der blinden und sehbehinderten Sportlern das selbstständige und unabhängige Laufen auf Sportbahnen ermöglichen soll

Stellen Sie sich und das Startup WAIBRO doch kurz unseren Lesern vor!

Mein Name ist Katerina Sedlackova, ich bin UX-Designerin und große Schwester einer Sehbeeinträchtigten. Durch meine Tätigkeit als Begleitsportlerin im Blindensport entstand die Idee für unser Startup. Denn wir bei WAIBRO, einem österreichischen Startup, entwickeln einen Kommunikationsgurt, der blinden und sehbehinderten Sportlern das selbstständige und unabhängige Laufen auf Sportbahnen ermöglichen soll. Im Frühling startet dafür unsere Crowdfunding-Kampagne, damit uns im (Spät-)Sommer der Markteintritt gelingt.

Warum haben Sie sich entschieden, ein Unternehmen zu gründen?

Ich habe schon immer etwas in der Welt bewegen wollen und mit einem innovativem Team zusammenarbeiten. Bei einem Ideenwettbewerb eines Startup-Hubs in Österreich hat meine Idee vom WAIBRObelt für Blinde viel Zuspruch bekommen und dadurch ist dann letzten Endes das Startup entstanden. Die anfängliche Angst vorm Unternehmertum wurde nach und nach geringer, vor allem wegen der Unterstützung meines Umfelds und des Inkubators. 

Welche Vision steckt hinter WAIBRO?

Wir wollen den Blindensport revolutionieren und Blinden und Sehbehinderten mit unserem WAIBRObelt mehr Unabhängigkeit beim Sport verschaffen. Diese Vision wollen wir Schritt für Schritt verwirklichen, den Anfang macht nun der Laufsport für Blinde.

Von der Idee bis zum Start, was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Die größte Herausforderung bisher war es, das richtige Team aufzustellen und die Finanzierung dafür zu gewährleisten. Oft ist es auch schwierig ,Fördergeber von der Wichtigkeit vom Sport für unsere Zielgruppe zu überzeugen. Es klingt sehr stark nach einer Nische, aber darin liegt, wenn man es genauer betrachtet und das Problem weiterdenkt, auch das Problem an sich. Sport sollte für unsere Zielgruppe keine Nischenanwendung sein, sondern der Alltag. Also etwas ganz Selbstverständliches, was zum Leben dazugehört und stets verfügbar ist. So wie für Menschen ohne Seheinschränkungen. 

Wir haben für die bisherigen Forschungstätigkeiten gute Unterstützung erhalten. Dabei haben uns Programme wie die aws Kreativwirtschaft Förderungen und die FFG Innovationsförderungen die Entwicklungen ermöglicht. Eine private Stiftung für innovative Produktentwicklung hat uns auch bei der Finanzierung unter die Arme gegriffen.

Die Markteinführung des Produktes wird dennoch eine finanzielle Herausforderung sein. Hier verfolgen wir mehrere Strategien, um diese Finanzierung aufzustellen. Neben unserer Crowdfunding Kampagne im April, die jeder unterstützen kann, sind wir auch auf der aktiven Suche nach Venture Capital.

Wer ist die Zielgruppe von WAIBRO?

Unsere Zielgruppe sind blinde und sehbehinderte Menschen jeden Alters. Für manche mag das eine nicht alltägliche Zielgruppe sein, aber durch meinen persönlichen Bezug hatte ich schon früh Berührungspunkte mit dieser Zielgruppe. Laut WHO ist eine von 25 Personen weltweit blind oder sehbehindert. Das entspricht ungefähr der Einwohnerzahl der USA, also über 300 Millionen Menschen.

Wie funktioniert der WAIBRObelt? Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Unser Navigationsgurt ist in erster Linie auf sportliche Aktivitäten ausgerichtet. Das gab es in dieser Form noch nicht. Mittels 15 unterschiedlicher Signale können blinde und sehbehinderte Läuferinnen und Läufer schnell und intuitiv erkennen, ob sich vor ihnen ein Hindernis befindet. Für die Ausübung von Sport gibt es noch nichts Vergleichbares auf dem Markt. Im Gegensatz zu anderen Hilfsmitteln für blinde und sehbehinderte Menschen, die mit GPS oder Sonar funktionieren, arbeiten wir mit Bilderkennung und Machine Learning. Das heißt, das System wird von uns mit Daten gefüttert und so ständig trainiert.

WAIBRO, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

In der ersten Phase soll der WAIBRObelt das unabhängige Laufen auf Sportbahnen ermöglichen. Das ist für uns aber noch lange nicht das Ende der Fahnenstange. Wir wollen mit WAIBRO den Blindensport revolutionieren und es sollen weitere Anwendungsgebiete, wie zum Beispiel Langlaufen, folgen. Die Vision ist, dass wir den WAIBRObelt so weiterentwickeln, das dieser als Navigationsgurt für den Alltag dient.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

  • Start before you’re ready! Für Neues/Innovation gibt es nie den perfekten Zeitpunkt und auch keine Bedienungsanleitung. Anfangen ist hier das Wichtigste – der Rest wird sich auf dem Weg ergeben/zeigen.
  • Schreibt euch eure Vision und Motivation klar nieder, denn es wird Zeiten geben, in denen man an seinem Vorhaben zweifelt. Da hilft es dann, wenn man sich selbst daran erinnert, weshalb man angefangen und an das Projekt geglaubt hat.
  • Alles steht und fällt mit einem funktionierenden Team! Man selbst ist aber ein wirklich sehr wichtiger Teil davon und man sollte als Gründer oder Gründerin nicht darauf vergessen, auch auf sich selbst zu achten!

Bild Katerina Sedlackova Copyright/Fotograf: Nicole Stessl Photography

Wir bedanken uns bei Katerina Sedlackova für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder


Premium Start-up: WAIBRO

Kontakt:

WAIBRO
Villefortgasse 11
A-8010 Graz

www.waibro.com
info@waibro.com

Ansprechpartner : Katerina Sedlackova

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