Donnerstag, März 5, 2026
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Warum setzen plötzlich so viele Menschen freiwillig auf eiskaltes Wasser?

Pooldown entwickelt eine Lösung für strukturierte Kältetherapie im eigenen Zuhause und will damit den Zugang zu kontrollierten Anwendungen erleichtern. Am 9. März wird Pooldown seine Idee in der Höhle der Löwen präsentieren.

Wie ist das Startup Pooldown entstanden und welche Personen stehen dahinter?

Pooldown ist aus unserer eigenen Erfahrung mit Kältetherapie entstanden, da wir beide begeisterte Eisbader sind. Wir haben festgestellt, dass zwar ein stark wachsendes Interesse an Kälteanwendungen besteht, die tatsächliche Umsetzung im privaten Umfeld jedoch mit hohen Hürden verbunden ist. Wir, Nicolai Trittmann (CTO) und Aurel Hampl (CEO), haben daraufhin die Pooldown UG (haftungsbeschränkt) gegründet. Nicolai verantwortet die Hardwareentwicklung und Systemintegration. Aurel steuert Go-to-Market, Finanzierung, strategische Positionierung und Partnerschaften.

In welcher Branche ist das Startup Pooldown tätig und was zeichnet das Geschäftsmodell aus?

Wir sind im Bereich Health-Tech tätig. Unser Fokus liegt auf sicherer, strukturierter Kältetherapie für den Heimgebrauch. Wir starten mit einem D2C-Modell. Parallel entwickeln wir eine B2B-Strategie mit Leasingmodellen für Fitnessstudios, Hotels und perspektivisch medizinische Einrichtungen.

Welche Idee oder welches Problem stand am Anfang der Gründung? Gab es eine Marktlücke oder eine besondere Inspiration?

Kältetherapie hat sich stark verbreitet, jedoch existieren im privaten Bereich entweder improvisierte Lösungen mit Eiswürfeln oder sehr teure professionelle Systeme. Es fehlte eine Lösung, die technisch kontrollierbar, sicherheitsseitig durchdacht und gleichzeitig alltagstauglich ist. Unsere Inspiration war daher nicht ein einzelnes Produkt, sondern die Frage, wie man Kältetherapie systematisch und sicher in private Haushalte integrieren kann.

Was macht das Konzept oder die Technologie besonders? Welche innovativen Ansätze kommen zum Einsatz?

Unser Ansatz basiert auf Hardware, Software und Nutzerführung. Die Hardware ist als plug-and-play-System für Standardbadewannen konzipiert und indoor-zertifiziert (IPX4). Die Lautstärke liegt unter 45 dB, wodurch das System wohnraumgeeignet ist. Die Temperatur wird präzise geregelt und stabil gehalten.

Unsere App ergänzt die Hardware durch:
Zeit- und Temperatursteuerung,
personalisierte Anwendung
Wearable-Integration,
In-App-Coaching mithilfe von Audio-Guidance.

Wir verfolgen den Ansatz, dass sichere Kältetherapie durch klare Anleitung, feste Anwendungsprotokolle und die Berücksichtigung körperlicher Reaktionen entsteht, anstatt lediglich auf besonders niedrige Temperaturen zu setzen. Zusätzlich haben wir ein EU-Patent angemeldet, um unsere Idee zu schützen.

Wie wurde das Produkt entwickelt und getestet? Gab es besonderes Feedback aus ersten Anwendungen oder Testphasen?

Die Entwicklung unseres Produkts erfolgte Abstimmung mit einem erfahrenen chinesischen Hersteller im Bereich Kühltechnologie. Diese Zusammenarbeit ermöglicht es uns, auf bestehendes industrielles Know-how zurückzugreifen und gleichzeitig unsere eigenen Anforderungen an Sicherheit, Indoor-Tauglichkeit und Systemintegration umzusetzen. Gemeinsam wurde ein DFM-Prototyp entwickelt.

In der Testphase haben wir das System unter realen Bedingungen bei verschiedenen Events mit echten Nutzerinnen und Nutzern eingesetzt, unter anderem im sportwissenschaftlichen Umfeld. Ziel war es, nicht nur subjektives Feedback einzuholen, sondern messbare technische Parameter zu überprüfen.

Dabei standen insbesondere folgende Aspekte im Fokus:

Kühlleistung: Es wurde gemessen, wie schnell die Zieltemperatur erreicht wird und ob die definierte Abkühlzeit im vorgesehenen Zeitfenster liegt

Temperaturstabilität: Entscheidend war, dass die Temperatur während der Anwendung konstant gehalten wird, ohne Schwankungen

Wärmeentwicklung im Raum: Wir haben geprüft, wie sich das System bei längerer Laufzeit auf die Umgebungstemperatur auswirkt und ob es zu einer spürbaren Erwärmung des Raumes kommt

Zuverlässigkeit von Pumpe und Steuerung: Mehrere Anwendungen hintereinander dienten der Überprüfung der Dauerbelastbarkeit

Die Ergebnisse zeigten, dass die Zieltemperatur zuverlässig erreicht und innerhalb der Toleranzen stabil gehalten werden konnte. Die Wärmeabgabe an den Raum blieb im vorgesehenen technischen Rahmen, sodass keine kritische oder störende Erwärmung der Umgebung festgestellt wurde. Auch bei wiederholter Nutzung arbeitete das System stabil.

Das qualitative Feedback der Testpersonen war ebenfalls aufschlussreich. Besonders positiv hervorgehoben wurden die konstante Temperatur, die einfache Bedienbarkeit sowie das Gefühl von Kontrolle im Vergleich zu improvisierten Eisbad-Lösungen.

Darüber hinaus haben wir gemeinsam mit der Deutschen Sporthochschule Köln eine präklinische Studie beantragt. Ziel dieser Studie ist es, physiologische Parameter wie Herzfrequenzvariabilität, Blutdruck, Hauttemperatur und Sauerstoffsättigung bei definierten Kälteprotokollen zu untersuchen. Damit möchten wir sichere Temperatur- und Zeitbereiche wissenschaftlich fundiert definieren und langfristig eine medizinische Anschlussfähigkeit ermöglichen.

Welche Vision verfolgt das Startup Pooldown? Welche Meilensteine sollen in den nächsten Jahren erreicht werden?

Unsere Vision ist es, eine führende Plattform für sichere Kältetherapie im Home-, B2B- und medizinischen Kontext aufzubauen.

Unsere kurzfristigen Meilensteine sind:
erfolgreicher Kickstarter-Launch mit mindestens 200 verkauften Einheiten
Abschluss der Pre-Seed-Finanzierungsrunde, für die bereits erste Investoren gewonnen werden konnten
Serienproduktion und Markteintritt

Mittelfristig planen wir internationale Expansion, Ausbau der B2B-Modelle sowie Weiterentwicklung der Softwareplattform.

Warum fiel die Entscheidung, sich bei Höhle der Löwen zu präsentieren? Welche Aspekte stehen dabei im Vordergrund?

Die Teilnahme an „Die Höhle der Löwen“ hat uns die Möglichkeit gegeben, Reichweite und Markenvertrauen aufzubauen. Im Vordergrund stehen für uns nicht ausschließlich Kapital, sondern strategische Unterstützung beim Aufbau einer Consumer-Hardware-Marke sowie operative Erfahrung.

Welche Form der Unterstützung wird durch die Teilnahme an Höhle der Löwen angestrebt? Wie soll eine mögliche Investition oder Zusammenarbeit genutzt werden?

Wir streben strategisches Kapital an. Eine mögliche Investition würden wir gezielt für Serienproduktion, Zertifizierungen, Marketing-Skalierung und internationale Expansion einsetzen.

Welche nächsten Schritte sind nach Höhle der Löwen geplant? Gibt es konkrete Pläne für Wachstum, Skalierung oder neue Entwicklungen?

Nach Höhle der Löwen konzentrieren wir uns zunächst auf den erfolgreichen Kickstarter-Launch mit dem Ziel, mindestens 200 Einheiten international zu verkaufen und die Marktnachfrage datenbasiert zu validieren.

Parallel streben wir den Abschluss unserer Pre-Seed-Finanzierungsrunde an, um Serienproduktion, Zertifizierungen abzusichern. Im nächsten Schritt wird die Produktion gemeinsam mit unserem Hersteller skaliert, wobei Qualitätskontrolle, Lieferkettenstabilität und Margenoptimierung im Vordergrund stehen.

Gleichzeitig bauen wir unsere B2B-Strategie auf, insbesondere im Bereich Leasingmodelle für Fitness- und Hospitality-Partner. Auf Produktebene entwickeln wir unsere App weiter und führen die präklinische Studie durch, um sichere und wissenschaftlich fundierte Anwendungsprotokolle zu definieren.

Welche Erfahrungen und Erkenntnisse haben sich auf dem bisherigen Weg als besonders wertvoll erwiesen?

Eine zentrale Erkenntnis für uns war, dass man nicht alles alleine schaffen kann. Gerade im Hardwarebereich stößt man schnell auf Themen, in denen man selbst nicht über ausreichende Erfahrung verfügt, beispielweise Produktion, Zertifizierung, Lieferkette oder Finanzierung.

Wir haben gelernt, wie wichtig es ist, frühzeitig Unterstützung von Personen oder Partnern zu holen, die in bestimmten Bereichen mehr Expertise besitzen. Das betrifft sowohl technische Entwicklungspartner als auch rechtliche Beratung, Fördermittelberatung oder erfahrene Unternehmerinnen und Unternehmer im eigenen Netzwerk.

Diese Offenheit, sich gezielt Hilfe zu suchen, spart Zeit, reduziert Fehler und erhöht die Qualität der Entscheidungen. Rückblickend war es eine der wertvollsten Erfahrungen zu erkennen, dass unternehmerische Stärke nicht darin besteht, alles selbst zu können, sondern die richtigen Kompetenzen zusammenzubringen.

Welche Ratschläge lassen sich aus diesen Erfahrungen ableiten, die für andere Gründerinnen und Gründer hilfreich sein könnten?

Wir empfehlen, technische Entwicklung und Marktvalidierung von Beginn an miteinander zu verbinden. Ein Produkt sollte so früh wie möglich mit echten Nutzerinnen und Nutzern getestet werden. Direktes Kundenfeedback ist aus unserer Sicht entscheidend, um Funktionen, Bedienbarkeit und Nutzenversprechen am realen Bedarf auszurichten. Anpassungen sollten nicht theoretisch, sondern unmittelbar am Produkt umgesetzt werden.

Gerade im Hardwarebereich ist es zudem wichtig, frühzeitig Themen wie IP-Strategie, regulatorische Anforderungen, Lieferkette und Produktionsskalierung mitzudenken. Diese Faktoren beeinflussen Zeitplan, Kapitalbedarf und Markteintritt wesentlich stärker als bei rein digitalen Geschäftsmodellen.

Darüber hinaus halten wir eine klare Differenzierung für zentral. Ein Produkt sollte nicht versuchen, alles gleichzeitig zu lösen, sondern ein definiertes Problem besser und strukturierter zu lösen.

Sehen Sie Pooldown am 09. März 2026 um 20:15 Uhr auf VOX in der Höhle der Löwen

Bild: Aurel Hampl (r.) und Nicolai Trittmann präsentieren den „Löwen“ mit „pool.down“ Kältetherapie für Zuhause. Sie erhoffen sich ein Investment von 200.000 Euro für 10 Prozent der Bildcredits/Fotograf: RTL / Bernd-Michael Maurer

Wir bedanken uns bei Aurel Hampl und Nicolai Trittmann für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Sabine Elsässer
Sabine Elsässer
Sabine Elsaesser is an experienced entrepreneur and media/startup expert. Since 2016, she has served as the Chief Editor and CEO of StartupValley Media & Publishing. In this role, she is responsible for managing the company and providing strategic direction for its media and publishing activities. Sabine Elsaesser takes great pleasure in assisting individuals and businesses in reaching their full potential. Her expertise in establishing sales organizations and her passion for innovation make her a valuable advocate for startups and entrepreneurs.
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