Freitag, Juni 12, 2026
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Wird die Pflege von Zahnimplantaten noch immer unterschätzt?

IMPROIC® entwickelt spezialisierte Zahnpflege für Implantate und unterstützt eine gezielte Implantatpflege zur langfristigen Mundgesundheit

Wie ist die Idee zu IMPROIC® entstanden und wer steckt hinter dem Unternehmen?

Die Idee entstand direkt aus dem Praxisalltag. Gert Grubwieser, Dr. med. univ., Dr. med. dent. Facharzt für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie, wurde von Patientinnen und Patienten immer wieder gefragt, wie sie ihre Zahnimplantate optimal pflegen können. Dabei stellte sich heraus, dass es zwar unzählige Produkte für die allgemeine Zahnpflege gibt, aber keine Lösungen, die speziell auf die Bedürfnisse von Implantaträger ausgerichtet ist.

DDr. Grubwieser, der u. a. am Baylor College of Medicine in Houston/Texas in der Neurobiologie forschte und Mitglied der Tissue Engineering Society der Harvard University ist, entwickelte gemeinsam mit dem Department für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie der Universität Innsbruck einen eigenen Wirkkomplex mit medizinischem Mikrosilber. So entstand die Zahnpasta IMPROIC®, die nachweislich entzündungsrelevante Keime im Mundraum reduziert und so Zähne und Zahnimplantate vor den Ursachen von Entzündungen schützt.

Heute wird das Unternehmen von DDr. Gert Grubwieser gemeinsam mit seinem Sohn Lukas Grubwieser und Lukas Prenner aufgebaut. Während DDr. Gert Grubwieser die medizinische und wissenschaftliche Seite verantwortet, bringen Lukas Grubwieser und Lukas Prenner ihre Erfahrungen in Unternehmensaufbau, Vertrieb und Marketing ein.

Warum wird das Thema Implantatpflege aus eurer Sicht häufig unterschätzt?

Es gibt den Irrglauben, dass mit dem Einsetzen eines Implantats Zahnprobleme einfach gelöst werden. Tatsächlich beginnt damit eine lebenslange Pflegeaufgabe. Implantate können zwar keine klassische Karies entwickeln, das umliegende Gewebe ist jedoch anfälliger für bakterielle Beläge und Entzündungen.

Viele Patient wissen gar nicht, dass sich die biologische Situation rund um ein Implantat und Zahnkrone bzw. Zahnbrücken von der eines natürlichen Zahns unterscheidet. Der Zahnfleischrand kann seine natürliche Schutzfunktion gegen Bakterien dort nicht vollständig wahrnehmen. Entsprechend wichtig sind gute Mundhygiene und regelmäßige Nachsorge.

Welche Erfahrungen aus der Praxis haben zur Entwicklung eurer Produkte geführt?

In der Praxis zeigt sich immer wieder, dass viele Implantatpatient trotz erfolgreicher Behandlung später mit Entzündungen rund um ihre Implantate zu kämpfen haben. Dabei handelt es sich keineswegs um Einzelfälle: Rund sieben Prozent der Bevölkerung tragen heute ein Zahnimplantat. Von ihnen entwickeln etwa 43 Prozent im Laufe der Zeit Entzündungen der implantatumgebenden Strukturen, und bei etwa der Hälfte dieser Betroffenen führt diese Entzündung zu einer irreversiblen Periimplantitis – eine tiefgreifende Entzündung des Zahnhalteapparats, die zum Verlust des Implantats führen kann.

Aus zahnmedizinischer Erfahrung gilt: Viele Komplikationen lassen sich durch konsequente Mundhygiene reduzieren – in der Regel zweimal täglich, mit geeigneter Putztechnik (z. B. der Bass-Methode) und passenden Hilfsmitteln wie Interdentalbürsten.

Genau hier setzt IMPROIC® an. Ziel war es, eine Lösung zu finden, die die tägliche Pflege von Implantaten gezielt unterstützt. Das Ergebnis ist eine speziell für Implantatträger entwickelte Zahnpflege-Serie mit einer Mikrosilber-Formel, die darauf abzielt, entzündungsrelevante Keime im Mundraum zu reduzieren und so zum langfristigen Erhalt von Implantaten beizutragen.

Was unterscheidet IMPROIC® von klassischer Zahnpflege?

IMPROIC® wurde nicht als klassische Zahnpasta-Marke entwickelt, sondern aus einer medizinischen Fragestellung heraus. Unser Fokus liegt auf Menschen mit Implantaten und den besonderen Herausforderungen, die mit deren langfristigem Erhalt verbunden sind.

Die Produkte basieren auf einem speziell entwickelten Wirkkomplex mit Mikrosilber und weiteren Inhaltsstoffen, die darauf abzielen, entzündungsrelevante Bakterien im Mundraum zu reduzieren. Gleichzeitig achten wir darauf, dass die Produkte für die tägliche Anwendung geeignet sind und die Mundhygiene unkompliziert unterstützen.

Welche Probleme wollt ihr für Menschen mit Zahnimplantaten konkret lösen?

Unser Ziel ist es, Menschen mit Zahnimplantaten dabei zu unterstützen, ihre Implantate möglichst lange gesund zu erhalten. Wir möchten deshalb sowohl durch geeignete Produkte als auch durch Aufklärung dazu beitragen, das Bewusstsein für Implantatpflege zu stärken und die langfristige Mundgesundheit zu fördern. Kurzum: Die Produkte von IMPROIC® sind darauf ausgelegt, die tägliche Mundhygiene von Implantatträger gezielt zu unterstützen und so zu einem gesunden Umfeld rund um das Implantat beizutragen.

Wie wichtig war die Zusammenarbeit mit der Universität Innsbruck bei der Produktentwicklung?

Die Zusammenarbeit war von zentraler Bedeutung. Sie hat es ermöglicht, praktische Erfahrungen aus der Implantologie mit wissenschaftlicher Forschung zu verbinden.

Dadurch konnten wir die Wirkmechanismen gezielt untersuchen und die Entwicklung der Produkte auf eine fundierte wissenschaftliche Basis stellen. Für uns war von Anfang an wichtig, nicht nur Annahmen zu treffen, sondern unsere Ansätze auch wissenschaftlich zu überprüfen.

Welche Rolle spielt Mikrosilber in euren Produkten?

Mikrosilber ist der zentrale Bestandteil unseres Wirkkomplexes. Es dockt an die Zellmembran entzündungsrelevanter Bakterien an, stört deren Stoffwechsel und hemmt so ihr Wachstum. Ziel ist es, die bakterielle Belastung im Mundraum zu reduzieren und damit das Risiko für Entzündungen rund um Implantate zu verringern.

An welche Zielgruppen richtet sich IMPROIC® besonders?

Unsere wichtigste Zielgruppe sind Menschen mit Zahnimplantaten. Gleichzeitig richten sich unsere Produkte auch an Personen mit erhöhtem Risiko für Zahnfleischentzündungen oder an Menschen, die besonderen Wert auf ihre Mundgesundheit legen.

Da die Zahl der Implantatträger in Europa kontinuierlich wächst, sehen wir hier einen Markt mit großem langfristigem Potenzial.

Welche Herausforderungen begegnen euch beim Aufbau einer neuen Kategorie im Mundhygiene-Markt?

Die größte Herausforderung besteht darin, überhaupt Bewusstsein für das Problem zu schaffen. Viele Menschen wissen nicht, dass Implantate spezielle Anforderungen an die Pflege stellen.

Zudem treten wir in einem Markt an, der von sehr großen und etablierten Marken geprägt wird. Deshalb müssen wir zunächst erklären, warum Implantatpflege ein eigenes Thema ist und weshalb eine Spezialisierung sinnvoll sein kann. Der Aufbau einer neuen Kategorie erfordert deshalb viel Aufklärungsarbeit und Geduld.

Wie wichtig sind medizinische Evidenz und klinische Tests für eure Arbeit?

Sie sind die Grundlage von IMPROIC®. Gerade im Gesundheitsbereich reicht es nicht aus, gute Geschichten zu erzählen oder Marketing zu betreiben. Produkte müssen nachvollziehbar funktionieren.

Deshalb spielen wissenschaftliche Untersuchungen, Labortests und klinische Beobachtungen bei uns eine zentrale Rolle.

Gab es einen Moment, in dem euch bewusst wurde, welches Potenzial in eurer Spezialisierung steckt?

Es war die Erkenntnis, wie groß die Zielgruppe tatsächlich ist. Allein im deutschsprachigen Raum leben Millionen Menschen mit Zahnimplantaten, und die Zahl wächst kontinuierlich.

Gleichzeitig wurde deutlich, dass viele dieser Menschen ähnliche Fragen und Probleme haben. Je mehr wir uns mit dem Thema beschäftigten, desto klarer wurde, dass hier nicht nur ein medizinischer Bedarf besteht, sondern auch die Chance, eine bislang wenig beachtete Nische nachhaltig zu besetzen.

Welche nächsten Entwicklungen und Ziele plant ihr aktuell für IMPROIC®?

Wir möchten die Bekanntheit von IMPROIC® weiter steigern und noch mehr Menschen für das Thema Implantatpflege sensibilisieren. Gleichzeitig arbeiten wir kontinuierlich an der Weiterentwicklung unseres Sortiments.

Welche drei Ratschläge würdet ihr anderen Gründerinnen und Gründern mit auf den Weg geben?

Product is king: lieber außergewöhnlich gutes Produkt mit schlechtem Marketing zu Beginn, als ein schwaches Produkt mit tollem Marketing – letzteres holt euch früher oder später ein.

It’s a marathon, not a sprint: wer seine Hausaufgaben macht und im Kern ein gutes Produkt bietet, braucht Ausdauer und Geduld – Dinge brauchen oft länger als man denkt.

Enjoy the journey: Es wird immer Ups and Downs geben und man wird nie ein absolutes Ziel erreicht haben. Anstatt also einem Ziel hinterherzulaufen, das sich nach jedem Erfolg erneut verschiebt, nicht vergessen, sich hin und wieder daran zu erinnern, dass oft der Weg das Ziel ist und die Reise ein tolles Abenteuer darstellt.

Bild: v.l.n.r. DDr. Gert Grubwieser, Lukas Grubwieser, Lukas Prenner Bildcredits/Fotograf: IMPROIC® / Florian Scheible

Wir bedanken uns für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

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