Dienstag, Juni 9, 2026
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Was steckt wirklich in unserer täglichen Zahnpflege?

teethlovers entwickelt nachhaltiges Zahnpulver für moderne Zahnpflege und war am 22. Mai 2026 bei The Green Deal Show zu sehen. Dort überzeugte das Startup die Jury und sicherte sich einen Deal mit Dr. Whatson

Wie entstand die Idee zu teethlovers und was hat euch an klassischer Zahnpflege gestört?

Wir, Marie und ich, haben unser Bio-Zahnpulver entwickelt, weil wir schlicht das beste Zahnpflegemittel für den eigenen Alltag haben wollte – und mit dem, was vor zehn Jahren auf dem Markt war, wirklich unzufrieden waren. Die naturkosmetischen Alternativen haben mich nicht überzeugt. Und herkömmliche Zahncremes? Bestehen zu über 80 Prozent aus Zusatzstoffen, die nur der Konsistenz der Paste dienen, aber null positiven Effekt auf Zahn- oder Mundgesundheit haben. Dazu noch teils gesundheitsbedenkliche Inhaltsstoffe – und immer in Plastik. Das war uns einfach zu wenig.

Also haben wir in Zusammenarbeit mit Zahnärztinnen und Zahnärzten das für uns perfekte Produkt entwickelt. Es hat sich dann schnell im Freundeskreis, an der Uni und in unseren Familien als echte Alternative etabliert. Die Nachfrage ließ uns keine andere Wahl, wir mussten uns dann irgendwann entscheiden: illegale Pulverdealerinnen sein oder ein Unternehmen gründen.

Wer steckt hinter teethlovers und wie habt ihr euch als Gründerinnen zusammengefunden?

Hinter teethlovers steckt heute ein hoch motiviertes Team aus mehr als 15 Personen. Angefangen hat alles mit meiner Mitgründerin Marie und mir – wir haben uns vor über zehn Jahren im Studium kennengelernt. Marie hat damals schon versucht, so gut wie alle Produkte des täglichen Bedarfs selbst herzustellen, um Plastik zu vermeiden. Ich hatte einen ausgeprägten Hang zur Zahngesundheit und konnte mich mit den Produkten auf dem Markt einfach nicht zufriedengeben.

Als ich bei einem Lerntreffen in Maries Badezimmer stand und ihre Sammlung an selbstgemachten Zahnpflegemitteln sah, war es um mich geschehen – bei mir sah es nämlich genauso aus. Das war die Geburtsstunde von teethlovers. Wir haben uns zusammengetan und gemeinsam an den perfekten Rezepturen getüftelt. Heute führe ich teethlovers als Geschäftsführerin – und bin noch immer stolz, dass aus dieser Studien-Idee ein echtes Unternehmen geworden ist.

teethlovers war am 22. Mai Teil von „The Green Deal Show“. Wie habt ihr die neue YouTube Sendung erlebt?

Ich habe selten so viel bei einer Show gelacht – weder als Zuschauerin noch als Teilnehmerin. Die Kombination aus kreativen, neugierigen und gleichzeitig kritischen Creator auf der einen Seite und Startups mit hohen Nachhaltigkeitsansprüchen auf der anderen hat zu wirklich interessanten und unterhaltsamen Auseinandersetzungen geführt.

Mit welchen Erwartungen seid ihr in die Show gegangen und wie habt ihr euch auf den Auftritt vorbereitet?

Für mich ist der Bildungsauftrag in unserer Arbeit zentral – denn die tägliche Zahnpflege geht schlicht jeden etwas an. Ich habe die Show als perfektes Medium gesehen, um sowohl dem Publikum als auch den Creator die Relevanz ihrer Zahnpflegeroutine mitzugeben. Meine Erwartung, dass die Teilnehmenden danach informiertere Entscheidungen über ihre Zahnpflegeprodukte treffen können, ist voll aufgegangen.

Auf den Auftritt vorbereitet habe ich mich eigentlich schon zehn Jahre lang – als Zahnpflegeexpertin arbeite ich täglich mit demselben Bildungsauftrag wie bei The Green Deal Show.

Würdet ihr anderen nachhaltigen Startups empfehlen, an „The Green Deal Show“ teilzunehmen?

Absolut – vor allem, wenn man sein Herzensthema auf unterhaltsame Art in die Welt tragen möchte. Ich könnte mir kein passenderes Format vorstellen, als eine Jury mit so viel Reichweite von den eigenen Produkten zu überzeugen und sie anschließend als Katalysatoren an seiner Seite zu wissen.

Gab es für teethlovers einen Deal?

Ja, ich musste mich sogar zwischen zwei angebotenen Deals entscheiden – was gar nicht so leicht war, denn beide waren wirklich spannend. Letztendlich habe ich mich für den Deal mit Dr. Whatson entschieden, weil er unseren Bildungsauftrag optimal unterstützen kann.

Immer mehr Menschen achten auf nachhaltige Körperpflege. Wie verändert das die Nachfrage nach euren Produkten?

Tatsächlich verzeichnen wir seit eineinhalb Jahren sehr starkes Wachstum – getrieben von steigender Nachfrage und einer kritischeren Auseinandersetzung mit Inhaltsstoffen. Mittlerweile haben wir über 100.000 zufriedene Kundinnen und Kunden, von denen viele selbst zu Markenbotschafter geworden sind und die Nachfrage so weiter verstärken.

Was macht das Zahnpulver von teethlovers aus eurer Sicht besonders im Vergleich zu herkömmlicher Zahnpasta?

Herkömmliche Zahnpasta besteht zu 80 Prozent aus Zusatzstoffen, die lediglich der Konsistenz der Paste dienen – mit null positivem Effekt auf Zahn- oder Mundgesundheit. In unserem Zahnpulver stecken statt 20 Prozent ganze 100 Prozent Wirkstoffe, alle im Dienst der Zahn- und Mundpflege. Es reinigt dadurch hocheffizient, ist gleichzeitig sehr schonend und unterstützt die körpereigenen Remineralisierungsprozesse des Zahnschmelzes.

Wie wichtig sind Themen wie plastikfreie Verpackungen und Refill-Systeme für eure Unternehmensvision?

Wir möchten mit teethlovers die Zukunft aktiv mitgestalten und nachhaltige Alternativen etablieren, die ressourcenschonender sind und ein gutes Leben ermöglichen. Mit unserem Refill-Konzept haben wir allein letztes Jahr über 600.000 Zahnpastatuben ersetzt, dabei über 9 Tonnen Plastik gespart und 40 Tonnen unnötige Produktmasse vermieden. Und ganz nebenbei für strahlendere Lächeln gesorgt.

Genau das ist unser Anspruch – und wir entwickeln uns stetig weiter, mit neuen Erkenntnissen und Verpackungsoptionen. Perfekt sind wir noch lange nicht, aber wir geben uns wirklich größte Mühe, Teil der Lösung zu sein und nicht Teil des Problems.

Welche Herausforderungen begegnen euch beim Aufbau einer nachhaltigen Bio-Zahnpflegemarke?

Mit Zahnpflege haben wir uns wirklich eine der schwierigsten Kategorien für eine Marktrevolution ausgesucht. Wir bieten nicht nur eine Alternative zur herkömmlichen Zahnpasta – wir arbeiten gegen eine der stärksten Markenbindungen überhaupt: Deutsche sind ihren Zahnpflegeprodukten treuer als bei nahezu allen anderen Alltagsprodukten.

Um die eine Routine, die man von Kindesbeinen an hat, zu ändern, muss der Mehrwert des Umstiegs auf Zahnpulver richtig gut kommuniziert und ein relevanter Anreiz geschaffen werden. Das ist eine riesen Hemmschwelle, die wir durch Bildungsarbeit, Vertrauensaufbau und echte Erfahrungswerte überwinden. Ich bin wirklich stolz, dass wir das als kleines Startup im großen Zahnpflegemarkt bisher ziemlich erfolgreich schaffen.

Welche drei Ratschläge würdet ihr Gründerinnen und Gründern mit auf den Weg geben?

  1. Bau dir dein Netzwerk auf – oder such dir eins, das wirklich zu dir passt und in dem auch du etwas einbringen kannst.
  2. Nicht alles ist Gold, was glänzt. Vergleich dich nicht mit Gründer, die ihre Erfolge lautstark nach außen tragen – als Messlatte taugt das nichts, weil die Ausgangssituationen selten vergleichbar sind. Die Meilensteine anderer als Inspiration nutzen? Super. Als Maßstab? Lieber nicht.
  3. Fokus auf das Wesentliche. Weniger, dafür besser.

Bild Alexandra Petrikat teethlovers Bildcredit/Fotograf Christine Rogge

Wir bedanken uns bei Alexandra Petrikat für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

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