Purora aus Oberösterreich verbindet einen speziell entwickelten Mixer mit natürlichen Mahlzeiten im Glas und möchte damit gesunde Ernährung schneller und einfacher machen. Am 16. März 2026 stellt das Startup sein Konzept in der Höhle der Löwen vor.
Wie ist Purora entstanden und welche Personen stehen dahinter?
Purora wurde in Oberösterreich (Raab) von Heinz Pöttinger gegründet.
Heinz Pöttinger: Bringt jahrzehntelange Erfahrung aus einem weltweit führenden Familienunternehmen für Landtechnik mit. Sein Fokus liegt auf der technischen Perfektion und der langfristigen, werteorientierten Unternehmensführung.
Beatrice Ilie: Ist die treibende Kraft hinter der Vision einer gesunden Lebensweise. Sie kombiniert unternehmerisches Denken mit einer tiefen Leidenschaft für Ernährung und Ästhetik.
Hinter Purora stehen wir beide, aber wir stützen uns auf ein Experten-Team von 15 Kolleginnen und Kollegen. Besonders stolz sind wir darauf, dass wir trotz unserer schlanken Struktur die gesamte Wertschöpfungskette – von der Rezepturentwicklung in Raab bis zum technischen Service abdecken können.
In welcher Branche ist Purora tätig und was zeichnet das Geschäftsmodell aus?
Purora agiert an der Schnittstelle von Food-Tech, Health & Wellness und E-Commerce.
Das Modell: Es handelt sich um ein hybrides System aus Hardware (der Purora-Mixer) und Consumables (natürliche Mahlzeiten im Glas).
Vertrieb: Ein Omnichannel-Ansatz. Neben dem D2C-Geschäft (Onlineshop für Endkunden) wächst der B2B-Bereich stark an (Hotellerie, Gastronomie und Corporate Health/Büroverpflegung).
Welche Idee oder welches Problem stand am Anfang der Gründung? Gab es eine Marktlücke oder eine besondere Inspiration?
Am Anfang stand das persönliche Bedürfnis: Zeitmangel vs. kompromisslose Gesundheit.
Das Problem: Bestehende Convenience-Lösungen sind oft hochverarbeitet, voller Konservierungsstoffe oder geschmacklich enttäuschend.
Die Inspiration: Die Naturheilkunde und die Erkenntnis, dass Vitalstoffe am besten wirken, wenn sie frisch zubereitet, aber dennoch leicht verdaulich (leicht erwärmt, aber unter der Rohkostgrenze) sind. Die Marktlücke war ein System, das frische Bio-Qualität Mahlzeiten in wenigen Minuten ohne großen Reinigungsaufwand liefert.
Was macht das Konzept oder die Technologie besonders? Welche innovativen Ansätze kommen zum Einsatz?
Das Herzstück ist das geschützte Purora-Mixsystem, der TermóTwist.
Präzision: Der Mixer ist so kalibriert, dass er die Inhaltsstoffe in Sekundenschnelle zerkleinert, ohne sie durch Reibungswärme über 42 °C zu erhitzen (Erhalt der Enzyme und Vitamine).
Direct-in-Glass: Gemixt wird direkt im recycelbaren Glas. Das eliminiert den Reinigungsaufwand fast vollständig – ein massiver technologischer Vorteil gegenüber herkömmlichen Hochleistungsmixern oder Küchenmaschinen.
Welche konkreten Vorteile bietet das Produkt den Nutzerinnen und Nutzern? Was hebt es im Alltag vom Wettbewerb ab?
Was Purora vom Wettbewerb (wie Thermomix oder klassischen Meal-Prep-Anbietern) abhebt:
Geschwindigkeit: In bis zu 90 Sekunden ist die Mahlzeit fertig.
Zero Waste & Cleaning: Kein Abwasch von Mixbehältern.
Nährstoffdichte: Durch die spezielle Zubereitung bleibt die Bioverfügbarkeit der Inhaltsstoffe maximal hoch.
Portionierung: Ideal für Klein-Haushalte oder gezielte Ernährung am Arbeitsplatz, ohne Reste wegzuwerfen.
Wie wurde das Produkt entwickelt und getestet? Gab es besonderes Feedback aus ersten Anwendungen oder Testphasen?
Das Produkt ist das Ergebnis jahrelanger F&E (Forschung und Entwicklung). Heinz Pöttinger nutzte sein technologisches Know-how, um die Mechanik zu perfektionieren. Erste Tests in der gehobenen Hotellerie zeigten schnell: Gäste lieben die Frische, und Hoteliers schätzen die Personaleinsparung und die Standardisierung der Qualität am Buffet.
Welche Vision verfolgt Purora? Welche Meilensteine sollen in den nächsten Jahren erreicht werden?
Die Vision: Purora zum globalen Standard für „Smart Healthy Living“ zu machen.
Flächendeckende Präsenz in DACH-Raum als „Health-Benefit“ für Haushalte wie auch Mitarbeiter.
Ausbau der Longevity-Sparte (Zusammenarbeit mit Ärzten und Kurhäusern).
Internationale Skalierung und technologische Weiterentwicklung des Mixers.
Warum fiel die Entscheidung, sich bei Höhle der Löwen zu präsentieren? Welche Aspekte stehen dabei im Vordergrund?
Die Entscheidung fiel nicht aus finanziellem Notstand (durch die Familien-Holding), sondern aus strategischen Gründen:
Markenbekanntheit: Die Show ist der größte Hebel für Brand-Awareness im deutschsprachigen Raum.
Sparringspartner: Suche nach einem strategisch starken „Löwen“, der Türen durch bestehende Netzwerke öffnen kann.
Welche Form der Unterstützung wird durch die Teilnahme an Höhle der Löwen angestrebt? Wie soll eine mögliche Investition oder Zusammenarbeit genutzt werden?
Das Ziel war ein strategisches Netzwerk. Purora suchte Expertise in:
Marketing & Storytelling: Um das komplexe Produkt einfach zu erklären.
Vertriebspower: Schnellerer Zugang zu Entscheidungsträgern in Großkonzernen oder im gehobenen Handel.
Welche nächsten Schritte sind nach Höhle der Löwen geplant? Gibt es konkrete Pläne für Wachstum, Skalierung oder neue Entwicklungen?
Auch wenn der Deal mit Dagmar Wöhrl im Nachgang nicht zustande kam, nutzt Purora das Momentum:
Fokus B2B: Aktive Ansprache von Firmen für „Healthy Office“-Konzepte.
Produktinnovation: Einführung neuer Rezepturen und Snacks, um die „Customer Journey“ zu verstärken.
Skalierung der Produktion: Automatisierung der Abfüllprozesse, um der steigenden Nachfrage gerecht zu werden.
Welche Erfahrungen und Erkenntnisse haben sich auf dem bisherigen Weg als besonders wertvoll erwiesen?
Werte-Match: Ein Investor muss nicht nur Geld bringen, sondern die DNA eines Familienunternehmens verstehen (langfristiges Denken vs. schneller Exit).
Komplexität killt: Die Herausforderung besteht darin, ein technologisch komplexes System (Mixer + Glas) dem Kunden so einfach wie möglich zu erklären.
Welche Ratschläge lassen sich aus diesen Erfahrungen ableiten, die für andere Gründerinnen und Gründer hilfreich sein könnten?
Produktqualität ist nicht verhandelbar: In einem gesättigten Markt gewinnt auf Dauer nur das beste Produkt.
Geduld und Atem: Gerade Hardware-Startups brauchen Zeit. Lasst euch nicht zu schnellen Deals drängen, die nicht zu euren Werten passen.
Fokus auf den Nutzen: Verkaufe nicht den Mixer, sondern das Gefühl von Vitalität und die gesparte Zeit.
Sehen Sie Purora am 16. März 2026 in der Höhle der Löwen
Bild: Beatrice Ilie und Heinz Pöttinger präsentieren mit „purora“ einfache und gesunde Ernährung mit dem „ThermoTwist“. Sie erhoffen sich ein Investment von 300.000 Euro für 10 Prozent der Firmenanteile.
Bildcredits/Fotograf: RTL / Bernd-Michael Maurer
Wir bedanken uns bei Beatrice Ilie und Heinz Pöttinger für das Interview
Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder
























