Mittwoch, April 1, 2026
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Warum scheitert die Energiewende am Arbeitsmarkt?

GREENGANY ist eine KI gestützte Plattform, die Fachkräfte und Unternehmen in der Energiewende gezielt zusammenbringt und den Zugang zu passenden Jobs neu denkt

Was ist GREENGANY, und welche persönliche Motivation steckt hinter der Gründung des Startups?

GREENGANY ist die KI-gestützte Jobplattform für Erneuerbare Energien und GreenTech – der Ort, an dem die Energiewende ihre Fachkräfte findet.
Mich treibt die Überzeugung an, dass der Ausbau erneuerbarer Energien entscheidend für unsere Zukunft ist – und durch meinen persönlichen Werdegang habe ich den Fachkräftemangel in diesem Bereich besonders stark wahrgenommen und darin das Feld erkannt, in dem ich mit GREENGANY einen konkreten Beitrag leisten kann.
Die Ausgangslage ist klar: Bis 2030 fehlen allein in Deutschland rund 160.000 Fachkräfte für die Energiewende. Gleichzeitig verlieren Menschen im Strukturwandel ihre Jobs und finden keinen Zugang zu genau diesen Zukunftsbranchen – obwohl ihre Kompetenzen gebraucht werden. Dieses Matching-Problem löst der Markt bislang nicht.

GREENGANY setzt genau hier an: Wir erkennen reale Fähigkeiten statt nur Lebenslauf-Keywords und machen übertragbare Kompetenzen sichtbar. Der GANY-Score zeigt sofort die Passung, die Skills-Gap-Analyse konkrete Entwicklungspfade. Unser Ziel ist es, ungenutztes Potenzial zu aktivieren – für mehr Geschwindigkeit, Unabhängigkeit und wirtschaftliche Stärke in der Energiewende.

Wer sind die Menschen hinter GREENGANY, und welche Kompetenzen bringen sie in das Unternehmen ein?

Ich bin Volkswirtin mit Berufserfahrung in IT-Unternehmen und der Energiewirtschaft. Den Fachkräftemangel in Zukunftsbranchen habe ich aus erster Hand erlebt – auf Unternehmens- wie auf Bewerber:innenseite – und weiß, wo bestehende Plattformen versagen.
Mein Geschäftspartner David Rennert ist Informatiker und Tech-Experte mit langjähriger Erfahrung in Softwareentwicklung, Plattformarchitektur und KI-gestützten Anwendungen. Er verantwortet bei GREENGANY die technische Umsetzung: Matching-Logik bis Plattformarchitektur, Stabilität und Sicherheit.
Gemeinsam verbinden wir Branchenverständnis, wirtschaftliche Perspektive und technologische Tiefe.

Welche Vision verfolgt GREENGANY im Kontext der Energiewende, und wie soll KI konkret dazu beitragen, diese Realität werden zu lassen?

Wir bauen die führende Jobplattform für Erneuerbare Energien und GreenTech, der zentrale Ort, an dem die Energiewende ihre Fachkräfte findet.
KI ist dabei kein Buzzword, sondern unser Kern: Sie erkennt Fähigkeiten von Fachkräften, ordnet sie kontextbezogen ein, identifiziert Lücken und zeigt konkrete Entwicklungsschritte.
Unser Anspruch: Menschen sichtbar machen, auch diejenigen, die bisher übersehen wurden – und Unternehmen Zugang zu allen Potenzialen geben.

An wen richtet sich GREENGANY primär. Unternehmen, Talente oder beide Seiten gleichermaßen, und wie bringen Sie diese Interessen zusammen?

An beide Seiten – Unternehmen und Talente. Unternehmen erhalten passgenaue Profile, schnellere Entscheidungsgrundlagen und neue Wege wie Hire-&-Upskill. Talente gewinnen Transparenz, Orientierung und konkrete Entwicklungsperspektiven.
Der Mehrwert entsteht aus dem Zusammenspiel beider Seiten – und genau dieses Netzwerk bauen wir gezielt auf.

Wie stellen Sie sicher, dass die Bedürfnisse von Fachkräften im GreenTech- und Erneuerbare-Energien-Bereich wirklich verstanden und abgebildet werden?

Durch eigene Erfahrung und kontinuierliche Einbindung der Zielgruppen. Ich komme aus der Branche, habe auf beiden Seiten gearbeitet und die Ineffizienz des Arbeitsmarktes in diesem Bereich live erlebt – nicht weil die Menschen fehlen, sondern weil die Systeme versagen, die sie zusammenbringen sollen. Genau dieses Wissen hat GREENGANY geformt – nicht als Theorie, sondern aus der Praxis. Wir arbeiten in der Beta-Phase eng mit Unternehmen und Talenten zusammen. So stellen wir sicher, dass GREENGANY reale Probleme löst – nicht theoretische Annahmen.

Der Fachkräftemangel ist ein zentrales Problem der Branche. Wo stößt GREENGANY dabei aktuell an Grenzen, und wie gehen Sie damit um?

GREENGANY optimiert das Matching, macht Potenziale sichtbar, gibt Orientierung und zeigt Perspektiven – aber löst nicht allein strukturelle Probleme wie fehlende Ausbildungskapazitäten oder politische Rahmenbedingungen.
Was GREENGANY leistet – und das ist nicht wenig – ist vorhandenes Potenzial sichtbar machen, Quereinstiege erleichtern und Unternehmen für neue Denkweisen im Recruiting öffnen.

Was unterscheidet GREENGANY aus Ihrer Sicht von klassischen Jobplattformen oder Recruiting-Dienstleistern?

Über 1.000 Jobplattformen gibt es in Deutschland. Fast alle funktionieren gleich: Schlagwörter abgleichen, fertig. Wer die richtigen Keywords hat, wird gesehen – wer nicht, fällt raus, egal wie anschlussfähig die Person fachlich wäre.
GREENGANY bricht dieses Prinzip auf. Wir matchen wer heute perfekt passt und machen sichtbar, wer das Potenzial dazu hat. Die KI identifiziert übertragbare Kompetenzen aus anderen Branchen und bewertet sie im Kontext der Unternehmen. GANY-Score und Skills-Gap-Analyse zeigen konkret: Was passt bereits? Was fehlt noch? Wo lohnt sich Qualifizierung?
Das Ergebnis: Mehr Menschen finden den richtigen Job. Mehr Unternehmen finden die richtigen Menschen. Und die Energiewende bekommt die Fachkräfte, die sie braucht.

Welche Rolle spielt der GANY-Score für Transparenz und Vertrauen im Recruiting-Prozess?

Der GANY-Score schafft Transparenz. Was klassische Prozesse verbergen: wie gut jemand wirklich zu einer Stelle passt – und warum. Unternehmen treffen schnellere, gezieltere Entscheidungen. Bewerbende verstehen ihre Stärken und wissen, wo Entwicklungsbedarf besteht.
Entscheidend: Alle erkannten Skills sind im Profil einsehbar und editierbar. Keine Black Box, kein Rätselraten. Talente können überprüfen, ob die KI alles richtig erfasst hat – und bei Bedarf korrigieren. Genau diese Offenheit ist die Grundlage für echtes Vertrauen auf beiden Seiten.

Wie entwickelt sich GREENGANY aktuell, und welche nächsten Schritte oder Produktentwicklungen stehen im Fokus?

Wir haben jetzt Anfang April, der Launch steht unmittelbar bevor.
Als nächster Schritt folgt der KI-Buddy: ein dialogbasierter Assistent, der Unternehmen und Talente aktiv zu passenden Matches führt und Score-Ergebnisse verständlich erklärt und perspektivisch die klassische Suche ablöst.

Welche langfristige Rolle möchte GREENGANY im europäischen Arbeitsmarkt für grüne Technologien einnehmen?

GREENGANY will die zentrale Plattform für Fachkräfte in der Energiewende werden – zunächst in Deutschland, dann in ganz Europa. Dabei verstehen wir uns nicht als eine weitere Jobbörse, sondern als ein Ökosystem, das gezielt Verbindungen schafft und Synergien freisetzt: zwischen Unternehmen, die qualifizierte Talente suchen, und Menschen, die ihre berufliche Zukunft in der Energiewirtschaft gestalten möchten.
Unser Ziel ist es, die Wertschöpfungsketten der Energiewende nachhaltig zu stärken und einen aktiven Beitrag zur technologischen Unabhängigkeit Europas im Bereich grüner Technologien zu leisten.

Welche drei Ratschläge würden Sie anderen Gründerinnen und Gründern mitgeben, die ein technologiegetriebenes Startup aufbauen wollen?

Erstens: Startet mit dem Problem, nicht mit der Technologie. Eine noch so gute Tech-Lösung trägt nicht weit, wenn sie kein wirklich relevantes Problem adressiert. Findet ein Thema, mit dem ihr die Welt ein Stück besser machen könnt – und überlegt dann, wie Technologie dieses Ziel unterstützt.
Zweitens: Gründen ist ein Marathon. Holt euch Mitgründer:innen, Mentor:innen und ein Umfeld, das euch fachlich und mental stärkt. Rückschläge gehören dazu – entscheidend ist, lernfähig und anpassungsbereit zu bleiben.
Drittens: Holt echte Nutzer:innen so früh wie möglich ins Boot und hört wirklich zu. Je eher ihr mit Menschen testet, die euer Produkt später nutzen und bezahlen sollen, desto kleiner ist das Risiko, an ihren Bedürfnissen vorbeizubauen – und desto größer die Chance, etwas zu schaffen, das wirklich gebraucht wird.

Bild: Ganimete Scholz und David Rennert Gründer Copyright GREENGANY

Wir bedanken uns bei Ganimete Scholz und David Rennert für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Sabine Elsässer
Sabine Elsässer
Sabine Elsaesser is an experienced entrepreneur and media/startup expert. Since 2016, she has served as the Chief Editor and CEO of StartupValley Media & Publishing. In this role, she is responsible for managing the company and providing strategic direction for its media and publishing activities. Sabine Elsaesser takes great pleasure in assisting individuals and businesses in reaching their full potential. Her expertise in establishing sales organizations and her passion for innovation make her a valuable advocate for startups and entrepreneurs.
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