Dienstag, April 21, 2026
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Wie verändert Künstliche Intelligenz die Sicherheit von morgen?

KI, Sicherheit und Startups stehen im Fokus des de:hub München – Security & Defense und treiben die Entwicklung moderner Sicherheitslösungen voran.

Wie würden Sie den de:hub München – Security & Defense unseren Leserinnen und Lesern vorstellen und welche Rolle spielt der Hub speziell mit Blick auf den Einsatz von Künstlicher Intelligenz in sicherheitsrelevanten Bereichen?

Der de:hub München – Security & Defense ist aus einer sehr konkreten Beobachtung entstanden: Wir haben in Europa exzellente Technologien, aber zu wenig strukturierte Umsetzung. Genau das adressieren wir mit BASED.
Aus dem Munich Security Breakfast heraus, das wir in den vergangenen Jahren parallel zur Munich Security Conference als kuratiertes, hochrangiges Format aufgebaut haben, ist ein belastbares Netzwerk entstanden. Dort bringen wir Entscheidungsträger aus Politik, Industrie, Finanzwelt, Sicherheit und Wissenschaft nicht nur zusammen, sondern in echte Arbeitszusammenhänge.
BASED ist die konsequente Weiterentwicklung: eine operative Plattform, beauftragt durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie und das Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung, um Innovation strukturiert in Umsetzung zu bringen.
Mit Blick auf KI heißt das: Wir reden nicht über Potenziale, sondern über Anwendung. Wie kommt KI in die Cyberabwehr, in die Lageanalyse, in Systeme der Bundeswehr? Der Hub ist die Infrastruktur, um genau das zu ermöglichen.

Künstliche Intelligenz verändert derzeit die Art, wie Sicherheit gedacht und umgesetzt wird. Warum ist München aus Ihrer Sicht ein besonders geeigneter Standort, um KI-basierte Sicherheitslösungen zu entwickeln und zu skalieren?

Weil München genau die Kombination mitbringt, die Europa jetzt braucht: technologische Exzellenz, industrielle Stärke und sicherheitspolitisches Verständnis.
Und wir sind in einem Moment, in dem Geschwindigkeit entscheidend ist. Der Krieg in der Ukraine hat gezeigt, wie eng Innovation und Sicherheit heute zusammenhängen. Technologien werden dort nicht mehr über Jahre entwickelt, sondern iterativ und unter realen Bedingungen angepasst.
München hat die Voraussetzungen, darauf zu reagieren: starke Forschung, Deep-Tech-Startups, Industrie, Kapital. Aber entscheidend ist: Wir verbinden diese Akteure – über BASED und Formate wie das Munich Security Breakfast.

Welche konkreten Einsatzfelder von KI stehen im de:hub München – Security & Defense aktuell im Mittelpunkt, etwa in den Bereichen Cybersicherheit, Schutz kritischer Infrastrukturen, Lageanalyse oder Verteidigungstechnologien?

Wir konzentrieren uns sehr klar auf Felder mit unmittelbarer sicherheitspolitischer Wirkung.
Erstens: Cybersecurity, automatisierte Angriffserkennung, Reaktionsfähigkeit, Systemresilienz.
Zweitens: Schutz kritischer Infrastrukturen, etwa Energie, Mobilität, Kommunikation.
Drittens: Lageanalyse – die Fähigkeit, Daten aus unterschiedlichen Quellen in Echtzeit auszuwerten, wie wir es aktuell sehr konkret im Kontext der Ukraine sehen.
Viertens: Defense Tech – Anwendungen für Streitkräfte wie die Bundeswehr, von Aufklärung bis Entscheidungsunterstützung.
Der entscheidende Punkt ist: KI muss operativen Mehrwert liefern.

Wie begleiten Sie Startups dabei, KI-Technologien für sicherheitskritische Anwendungen zu entwickeln, zu testen und in einem hochsensiblen und regulierten Umfeld marktfähig zu machen?

Wir bauen kein klassisches Förderprogramm, sondern ein operatives Ökosystem.
Startups brauchen in diesem Bereich vor allem Zugang – zu Bedarfsträgern, zu realen Anwendungsfällen, zu regulatorischem Verständnis. Wir bringen sie gezielt mit der Bundeswehr, mit Behörden und mit Industriepartnern zusammen.
Wir ermöglichen Pilotprojekte, Testumgebungen und konkrete Zusammenarbeit. Und wir helfen ihnen, die Logik dieses Marktes zu verstehen. Gerade im Sicherheitsbereich gilt: Zugang schlägt Idee. Und Vertrauen schlägt Geschwindigkeit.

KI im Sicherheitskontext wirft auch ethische, rechtliche und gesellschaftliche Fragen auf. Wie gehen Sie im Hub mit Themen wie Verantwortung, Transparenz und Vertrauenswürdigkeit von KI-Systemen um?

Das ist keine Nebenfrage, sondern zentral. KI im Sicherheitskontext braucht Vertrauen. Das heißt: Systeme müssen nachvollziehbar, kontrollierbar und verantwortbar sein. Entscheidungen dürfen nicht im Black Box verschwinden.
Europa hat hier die Chance, einen eigenen Standard zu setzen, leistungsfähige Technologie, aber eingebettet in klare Werte und Regeln. Das ist kein Hemmnis, sondern ein Wettbewerbsvorteil.

Welche Rolle spielen Datenverfügbarkeit, Datenqualität und Datensicherheit bei der Entwicklung KI-basierter Sicherheitslösungen und wie unterstützt der Hub Startups in diesem Spannungsfeld?

Daten sind der eigentliche Engpass.
Gerade im Sicherheitsbereich sind die relevanten Daten oft sensibel, fragmentiert oder schwer zugänglich. Gleichzeitig braucht man genau diese Daten, um funktionierende Systeme zu entwickeln.
Unsere Aufgabe ist es, dieses Spannungsfeld aufzulösen: durch Partnerschaften, durch kontrollierte Umgebungen, durch Zugang zu realen Use Cases.
Ohne belastbare Daten gibt es keine belastbare KI – und keine guten LLM’s.

Wie fördern Sie die Zusammenarbeit zwischen KI-Startups, etablierten Unternehmen, Forschungseinrichtungen und staatlichen Akteuren, um innovative Sicherheitslösungen schneller in die Praxis zu bringen?

Das ist der Kern unserer Arbeit. Das Munich Security Breakfast hat gezeigt, wie groß der Bedarf ist, diese Akteure wirklich zusammenzubringen. Daraus ist BASED entstanden – als dauerhafte Infrastruktur.
Wir arbeiten kuratiert und umsetzungsorientiert. Die richtigen Akteure, konkrete Projekte, klare Zielsetzung. Innovation entsteht nicht im Austausch, sondern in Pragmatismus und wirklicher Zusammenarbeit.

Wo sehen Sie aktuell die größten technologischen Durchbrüche im Bereich KI und Sicherheit und welche Entwicklungen beobachten Sie mit besonderer Aufmerksamkeit für die kommenden Jahre?

Die größten Fortschritte sehen wir bei Echtzeit-Analyse und multimodaler KI. Systeme, die Bild, Video, Text und Sensordaten gleichzeitig auswerten können, verändern gerade die Art, wie Sicherheit funktioniert – von Cyberabwehr bis Aufklärung.
Und wir sehen: Der Innovationszyklus hat sich massiv beschleunigt. Der Krieg in der Ukraine ist hier ein Treiber. Europa muss lernen, in diesem Tempo zu agieren.

Wie messen Sie den Erfolg Ihrer Arbeit im de:hub München – Security & Defense, insbesondere im Hinblick auf den realen Impact von KI-Lösungen für Sicherheit und Resilienz?

Nicht an Power Points, Konzepten, sondern an Wirkung. Wenn eine Lösung im Einsatz ist, bei der Bundeswehr, bei einem Infrastrukturbetreiber oder in einer Behörde, und dort messbar zur Sicherheit beiträgt, dann ist das Erfolg.

Welche Vision verfolgen Sie für den de:hub München – Security & Defense im Bereich KI und wie soll sich der Standort langfristig positionieren, um eine führende Rolle bei KI-gestützten Sicherheitsinnovationen einzunehmen?

Europa steht an einem sicherheitspolitischen Wendepunkt. Resilienz und technologische Souveränität sind keine Visionen mehr, sondern Voraussetzungen für Demokratie, Freiheit und Wohlstand.
Mit BASED und dem Munich Security Breakfast und unserer Resilience Community schaffen wir die Infrastruktur, um Innovation, Kapital und industrielle Kapazitäten strategisch zusammenzuführen – dauerhaft, nicht punktuell.
Die Vision ist klar: München als führender europäischer Standort für KI-gestützte Sicherheits- und Verteidigungsinnovation. Oder anders gesagt: Wir müssen schneller werden. Und wir müssen besser werden. München ist da der Taktgeber.

Bild Copyright: Ellen Kallscheuer

Wir bedanken uns bei Lippold von Oldershausen für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

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