Verrano entwickelt Produkte aus Wurzelgemüse mit einzigartigem Geschmack für neue kulinarische Erlebnisse
Wie ist Verrano entstanden und wer steht hinter dem Unternehmen?
Max aus unserem Gründerteam kommt als Koch aus der Sternegastronomie. Da gibt es immer mal wieder neue Ansätze, Gemüse zu veredeln. Nach mehreren Jahren der Entwicklung hatte er ein Produkt, das zu gut war, um es nicht mal im Markt zu testen. Auf dem Weg dahin haben wir Felix kennengelernt. In Anbetracht des hohen Entwicklungsaufwands sind wir heute umso happier, mit ihm einen Maschinenbauer im Team zu haben.
Welche Idee stand am Anfang von Verrano und wie haben Sie diese konkret umgesetzt?
Es ging von Anfang an darum, zu zeigen, was man aus einfachen Gemüsesorten herausholen kann. Durch unser neues Reifeverfahren nehmen wir z.B. eine Steckrübe und veredeln diese so, dass sie die Hauptkomponente in einem Gericht sein kann. Wir haben alles in-house entwickelt. Keiner von uns kommt aus der Entwicklung. Dadurch konnten wir mit einer gesunden Naivität an das ganze heran gehen.
Was macht den Ansatz von Verrano mit gereiftem und geräuchertem Wurzelgemüse so besonders?
Das Besondere an unserem Ansatz ist, dass wir nicht versuchen ein tierisches Produkt zu imitieren. Bei uns bleibt ein Sellerie ein Sellerie, nur eben gereift. Wir merken, dass unsere Kunden förmlich auf diese Art von Produkt gewartet haben. Wann immer man in die Imitation geht, wird man nie ans Original herankommen.
Welche Vision verfolgen Sie mit Verrano im Bereich nachhaltiger Ernährung?
Vielleicht geht es gar nicht nachhaltiger, als Produkte basierend auf heimischem Wurzelgemüse zu machen. Für uns steht das aber nicht im Vordergrund. Bei uns steht der Genuss im Vordergrund. Es geht darum, einzigartige Geschmacksprofile zu erzeugen, die es so noch nicht gibt. Wenn wir es dann noch schaffen, mit jeder Scheibe Verrano hochverarbeitete oder tierische Produkte zu verdrängen, ist das wunderbar.
Wie ordnen Sie Ihr Produkt ein. Eher Feinkost als Fleischalternative?
Ganz klar Feinkost, aber mit dem Potential für jedermann. Niemand ist Pommes, weil sie pflanzlich sind. Menschen lieben Pommes, weil es ein verdammt gutes Produkt ist. Vielleicht das beste, was eine Kartoffel werden kann. Die Pommes ist unser Vorbild.
Wer ist die Hauptzielgruppe von Verrano und wie erreichen Sie diese am besten?
Unsere Zielgruppe sind Flexitarier und Fleischliebhaber. Wir haben extrem gute Resonanz bei Metzgerinnen, Hobbywurstern und Menschen, die das Herzhafte schätzen. Dort funktioniert unser Produkt, weil es durch das Räuchern Vorlieben bedient und den Menschen das Gefühl gibt, gleichzeitig etwas Neues entdecken zu können.
Wie reagieren Gastronomie und Handel auf ein so neuartiges Produktkonzept?
Am Anfang gibt es natürlich erstmal Skepsis. Aber je mehr B2B Kunden sehen, dass die Produkte bei großen Kunden wie der Deutschen Bahn oder einem Zeit für Brot gut funktionieren, umso einfacher wird es. Beim Handel ist die klassische Frage, wo ich das Produkt positioniere. Von der Salattheke, über das Veganregal bis hin zu den Delikatessen haben wir schon alles gesehen.
Mit welchen Herausforderungen waren Sie bei der Entwicklung und Etablierung Ihrer Produkte konfrontiert?
Die Produktkategorie ist neu. Daher können wir in der Entwicklung, den Produktionsprozessen und Co. auf keine Referenzwerte zurückgreifen. Wir können einige Dinge aus der Fleischverarbeitung lernen, aber in vielen Fällen ist Gemüse doch eigen. Daher wird unsere Entwicklung auch in der Zukunft länger dauern als in der klassischen Industrie. Wir sind aber auch nicht in Eile.
Was unterscheidet Verrano klar von klassischen pflanzlichen Fleischersatzprodukten?
Wir können sehr gut eher traditionelle und konservative Zielgruppen abholen. Niemand fühlt sich von unserem Produkt vor den Kopf gestoßen. Was kann man schon gegen einen heimischen Sellerie haben? Niemand hat ja etwas gegen Trüffel oder halt die Pommes. Der andere große Punkt ist die Kompromisslosigkeit. Unser Produkt ist auf seine Art sehr simpel, sehr clean. Weil wir keinen Geschmack imitieren müssen, können wir wahnsinnig natürlich arbeiten. Es braucht nur das richtige Verfahren und ausreichend Zeit.
Welche Rolle spielen Regionalität und natürliche Zutaten für Ihr Geschäftsmodell?
Rote Bete, Sellerie und Steckrübe sind ganz klassische heimische Wurzelgemüse. Das macht es extrem einfach für uns, regional zu beschaffen. Das macht unseren Einkauf einfacher. Wir starten jetzt gerade mit dem Vertragsanbau, um hier mehr Sicherheit und Planbarkeit reinzubekommen.
Welche nächsten Schritte und Entwicklungen sind für Verrano geplant?
Wir haben uns bisher auf den B2B Markt konzentriert. Wir sind gerade in der Kapazitätserweiterung unserer Produktion. Mit den Mitteln unserer Finanzierungsrunde gehen wir jetzt den Handel an und stellen sicher, dass auch jeder und jede einfach an die gute Ware kommt.
Welche drei Ratschläge würden Sie anderen Gründerinnen und Gründern mit auf den Weg geben?
- Am Anfang haben viele unser Produkt für zu extrem gesehen. Wir merken aber, dass es zu viele weichgewaschene Produkte gibt – traut euch, echte Innovation zu wagen.
- Man bekommt als Gründer wahnsinnig viele Tipps. Wenn man die befolgt, macht man halt das, was alle machen würden. Die Kunst ist es, die Guten zu filtern und 90% zu ignorieren.
- Schaut, dass euch das Startupleben nicht zu stark einnimmt. Wenn alles crasht, sollte man noch ein Leben außerhalb des Büros haben.
Bildcredits @ Verrano
Wir bedanken uns bei Manuel Siskowski für das Interview
Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder


























