Freitag, Juni 19, 2026
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Wer setzt die Standards für den KI-Einsatz im Mittelstand?

Inno KI entwickelt KI-Lösungen für den Mittelstand und unterstützt Unternehmen mit innoGPT dabei, Arbeitsprozesse produktiver und effizienter zu gestalten

Wie ist die Idee zu Inno KI entstanden und wer steckt hinter dem Unternehmen?

Die Inno KI GmbH ist Anfang 2024 als Joint Venture aus der Innovatisten GmbH und der Magic Labs GmbH von Mike Koene entstanden. Hinter den Innovatisten stehen vier Gründer, zu denen unter anderem auch die Online-Marketing-Agentur moin media gehört. Mike Koene ist unser Chefentwickler und KI-Mann der ersten Stunde, der bereits 2013 KI studiert hat, als sich noch wenige Menschen dafür begeistert haben. Den inhaltlichen Anstoß lieferte unser erstes Produkt InnoChat, ein KI-Chatbot für Websites. In den Gesprächen mit den ersten Anwendern wurde schnell klar: Unternehmen brauchen weniger einen weiteren externen ChatBot, sondern einen internen KI-Arbeitsplatz, der ihre eigenen Mitarbeitenden produktiver macht. Daraus entstand innoGPT.

Warum habt ihr euch bewusst gegen externe Investoren entschieden?

Unsere Kunden wollen einen langfristigen Partner an ihrer Seite. Venture Capital bringt zwangsläufig Exit-Druck mit, und das widerspricht dem, was Mittelständler von uns erwarten: Verlässlichkeit über viele Jahre. Dazu kommt die Geschwindigkeit unseres Marktes. Im KI-Bereich verändert sich alles im Monatstakt. Müssten wir jede strategische Drehung erst mit Investoren abstimmen, würden wir genau die Flexibilität verlieren, die uns aktuell stark macht. Bootstrapping ist für uns deshalb eine bewusste Entscheidung.

Inno KI hat jetzt die Marke von 1 Million Euro ARR erreicht. Wann wurde euch bewusst, dass euer Ansatz funktioniert?

Stand heute haben wir die Million geknackt. Bewusst wurde uns das aber schon viel früher. Unser erster großer Kunde waren die Böckmann Fahrzeugwerke aus Lastrup. Ende 2024 haben sie uns sehr klar kommuniziert, dass sie genau so eine Lösung brauchen. Wir haben innoGPT gemeinsam mit ihnen entwickelt und daraus dann die SaaS-Plattform gebaut. Als wir gesehen haben, wie schnell innoGPT bei Böckmann und den darauffolgenden Kunden vom Pilotprojekt zur systemrelevanten Software wurde, war klar: Der Bedarf ist riesig und wir treffen einen Nerv. Die Million ARR ist die logische Konsequenz daraus.

Welche Rolle spielen langfristige Kundenbeziehungen für euer Wachstum?

Eine sehr große. Unser Geschäftsmodell basiert auf wiederkehrenden Umsätzen durch Lizenzen, und unsere Kunden bleiben bei uns, weil innoGPT mit jedem Monat tiefer in ihre Prozesse hineinwächst. Wir investieren bewusst viel Zeit in die Begleitung nach dem Vertragsabschluss: gemeinsame Use-Case-Entwicklung, Schulungen, regelmäßiger Austausch zu neuen Funktionen. Daraus entsteht eine echte Partnerschaft, in der wir gemeinsam besser werden. Unser Wachstum ist also keine einmalige Verkaufsleistung, sondern das Ergebnis vieler langfristiger Beziehungen.

Inno KI: KI für den Mittelstand Team Bild

Wie schafft es Inno KI, in einem stark umkämpften KI-Markt nachhaltig zu wachsen?

Der Markt entsteht aktuell überhaupt erst, deshalb ist noch sehr viel Platz. Wir adressieren primär KMU und teilweise auch Enterprise-Kunden, statt uns ausschließlich auf eines der beiden Segmente festzulegen. Entscheidend für unser Wachstum ist die Art, wie wir mit unseren Kunden arbeiten: Wir gehen tief in die Unternehmen hinein, entwickeln gemeinsam Use Cases und begleiten die Einführung über die reine Software hinaus. Dazu kommt unsere Geschwindigkeit als bootstrapped Unternehmen. Wir entscheiden schnell, setzen schnell um und können flexibel auf das reagieren, was unsere Kunden brauchen.

Was unterscheidet euren Ansatz von vielen anderen KI-Startups?

Die naheliegenden Argumente, also alle führenden KI-Tools in einer Plattform zu bündeln und das Ganze DSGVO-konform aus Deutschland heraus anzubieten, teilen wir mit einigen anderen Anbietern. Was uns wirklich abhebt, ist die Art, wie wir mit unseren Kunden arbeiten: hohe Zugänglichkeit, intensive Begleitung tief in den Unternehmen, hohe Geschwindigkeit bei Features und Support und die Tatsache, dass wir bootstrapped sind und Entscheidungen ausschließlich am Kunden ausrichten. Technisch sind wir extrem gut, aber das gilt für andere Anbieter ebenfalls. Der Unterschied entsteht vor allem darüber, wie nah wir an den Unternehmen dran sind und wie schnell wir liefern.

Welche Herausforderungen begegnen euch aktuell beim weiteren Unternehmensaufbau?

Unsere größte Herausforderung ist, die aktuelle Wachstumsgeschwindigkeit zu halten und die Distribution weiter hochzufahren. Wir wachsen aktuell mit rund 30 Prozent pro Monat, und damit dieses Tempo nicht abreißt, müssen Vertrieb, Partnerinfrastruktur und Produktentwicklung im selben Takt mitziehen. Hiring ist dabei ein Thema, aber kein Engpass. Wir haben großes Glück mit den Leuten in der Region und stellen bewusst vor Ort ein, weil wir an das gemeinsame Arbeiten im Büro glauben. Die eigentliche inhaltliche Herausforderung sehen wir auf Seite unserer Kunden: die Adaption im Unternehmen und die Entwicklung der richtigen Use Cases. Genau das ist aber auch der Punkt, an dem wir mit unserer Begleitung ansetzen.

Wie wichtig ist Kundennähe für eure Produktentwicklung und strategischen Entscheidungen?

Sehr wichtig. Fast jede größere Funktion in innoGPT geht auf konkretes Kundenfeedback zurück. Ein gutes Beispiel ist unsere Meeting-Funktion: Damit lassen sich physische Meetings vor Ort aufzeichnen, Sprecher werden zugeordnet und am Ende stehen Transkript und Protokoll bereit. Diese Funktion war ein expliziter Wunsch eines Kunden, den wir gemeinsam in die Plattform eingebaut haben. Solche Beispiele finden sich bei uns regelmäßig. Wir sind eng dran, sitzen mit Teams in Workshops zusammen und sehen, wo es im Arbeitsalltag wirklich hakt. Das prägt sowohl die Produkt-Roadmap als auch unsere strategischen Entscheidungen.

Viele KI-Unternehmen setzen stark auf schnelles Wachstum durch Venture Capital. Warum verfolgt ihr bewusst einen anderen Weg?

Weil Wachstum um jeden Preis nicht zu unserem Anspruch passt. Unsere Kunden wollen einen Partner, der in fünf und zehn Jahren noch verlässlich da ist, kein Startup, das auf den nächsten Exit hinarbeitet. Ohne Investoren können wir Entscheidungen treffen, die mittelfristig richtig sind, statt auf die Quartalsmetriken einer Finanzierungsrunde zu optimieren. Mit rund 30 Prozent Wachstum pro Monat zeigen wir, dass kundennahes, eigenfinanziertes Wachstum im KI-Markt sehr gut funktioniert.

Welche Auswirkungen hat eure Unabhängigkeit auf Entscheidungen innerhalb des Unternehmens?

Wir entscheiden schneller und konsequenter aus Kundensicht. Wenn wir morgen sehen, dass eine Funktion priorisiert werden muss, ein neues Feature gebraucht wird oder ein Produktteil umgebaut gehört, setzen wir das um, ohne lange Abstimmungsschleifen mit einem Beirat. In einem Markt, der sich monatlich verändert, ist diese Geschwindigkeit ein echter Wettbewerbsvorteil. Gleichzeitig können wir konsequent in Themen investieren, die nicht sofort messbar sind, aber langfristig wichtig: Sicherheit, Support, gemeinsame Use-Case-Entwicklung mit Kunden und eine starke Partnerinfrastruktur.

Wie blickt ihr auf die Entwicklung des deutschen KI-Marktes in den kommenden Jahren?

Wir stehen wirklich am Anfang. Generative KI wird in den nächsten Jahren in nahezu jeden Wissensarbeitsplatz einziehen, und gerade im Mittelstand fängt diese Reise erst an. Gleichzeitig sind Datenschutz, digitale Souveränität und EU-AI-Act-Konformität für deutsche Unternehmen zentrale Themen. Genau hier braucht es starke europäische Anbieter, die Mittelständlern eine verlässliche Alternative bieten. In diesem Feld wird sich in den kommenden Jahren noch viel bewegen, und wir wollen einen relevanten Beitrag dazu leisten.

Welche nächsten Ziele und Entwicklungen plant Inno KI aktuell?

Wir wollen das aktuelle Wachstumstempo halten und dafür Vertrieb und Partnerinfrastruktur deutlich ausbauen. Das Team in Vechta wächst weiter, vor allem in Entwicklung, Vertrieb und Customer Success. Produktseitig stehen tiefere Integrationen in bestehende Systeme, neue Features auf Basis von Kundenwünschen und der Ausbau unserer mobilen App im Fokus. Langfristig wollen wir die Anlaufstelle für generative KI im deutschsprachigen Mittelstand werden.

Welche drei Ratschläge würdet ihr anderen Gründerinnen und Gründern mit auf den Weg geben?

Klassische Ratschläge wollen wir uns nicht anmaßen, eher eine Beobachtung mit drei Konsequenzen. Es ist unfassbar, was heute mit KI möglich ist. Unsere Plattform wurde bis zum heutigen Punkt im Wesentlichen von einem einzigen Entwickler vorangetrieben, unserem Chefentwickler Mike Koene, der KI konsequent als Hebel für seine eigene Arbeit nutzt. Daraus drei Dinge: Erstens, fangt an und baut etwas, das euch selbst begeistert. Zweitens, nutzt KI von Tag eins als Werkzeug in eurer eigenen Wertschöpfung; das verändert, was eine kleine Truppe leisten kann. Und drittens, arbeitet eng mit euren ersten Kunden zusammen, statt im stillen Kämmerlein zu entwickeln. Mit genau diesem Dreiklang sind wir innerhalb von 18 Monaten dahin gekommen, wo wir heute stehen.

Bildcredits Inno KI

Wir bedanken uns bei Timo Weigel für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder


Premium Start-up: Inno KI

innoGPT Inno KI: KI für den Mittelstand

Kontakt:

Inno KI GmbH
Osloer Str. 6
49377 Vechta

www.innogpt.de
tw@inno-ki.de

Ansprechpartner: Timo Weigel

Social Media:
LinkedIn innoGPT
Instagram
LinkedIn Timo Weigel

Sabine Elsässer
Sabine Elsässer
Sabine Elsaesser is an experienced entrepreneur and media/startup expert. Since 2016, she has served as the Chief Editor and CEO of StartupValley Media & Publishing. In this role, she is responsible for managing the company and providing strategic direction for its media and publishing activities. Sabine Elsaesser takes great pleasure in assisting individuals and businesses in reaching their full potential. Her expertise in establishing sales organizations and her passion for innovation make her a valuable advocate for startups and entrepreneurs.
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