Samstag, Juni 6, 2026
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Verlernen Schüler das Rechnen, bevor sie es richtig beherrschen?

ClcEasy bringt Kopfrechnen zurück in den Schulalltag und unterstützt Schüler dabei, mehr Sicherheit in Mathe zu gewinnen

ClcEasy entwickelt eine Lernplattform für Kopfrechnen und zählt aktuell zu den Top 5 der StartupTeens Challenge 2026. Mit ihrer Verbindung aus vedischen Rechenmethoden, KI-Unterstützung und schulnahen Lerninhalten wollen die Gründer Schülern helfen, Mathe-Angst abzubauen – gleichzeitig freuen sie sich über Unterstützung beim laufenden StartupTeens Voting.

Wie ist die Idee zu ClcEasy entstanden, und was hat euch dazu motiviert, dieses Projekt bereits während der Schulzeit zu starten?

Die Idee entstand aus unserer eigenen Erfahrung im Unterricht. Wir haben täglich gesehen, wie sehr Mitschüler durch die ständige Taschenrechnernutzung an Sicherheit verlieren. Bei Aufgaben, die im Kopf gelöst werden müssten, entsteht oft unnötiger Druck und „Mathe-Angst“. Da wir selbst Wurzeln in Indien haben, kannten wir die vedischen Kopfrechenmethoden und sahen das enorme Potenzial, diese hocheffizienten Methoden mit dem deutschen Lehrplan zu verknüpfen. Wir wollten nicht warten, bis wir „fertig studiert“ haben, sondern das Problem jetzt lösen, weil wir wissen, wie relevant es für unsere Generation ist.

Bitte stellt euch und eure jeweiligen Aufgaben bei ClcEasy kurz vor.

Ripudaman Singh (Finanzen & Produktmanagement): Sein Fokus liegt auf dem strategischen Fundament. Durch seine Leistungskurse in Wirtschaft, Mathematik und Physik bringt er die nötigen analytischen Fähigkeiten mit, um komplexe Probleme effizient zu lösen. Er kümmert sich um die Finanzplanung, das Geschäftsmodell und ist unser zentraler Ansprechpartner für Gespräche mit Experten aus Bildung und Wirtschaft. Zudem setzt er sich seit zwei Jahren mit vedischen Kopfrechenmethoden auseinander, um diese didaktisch nutzbar zu machen.

Gurleen Kaur (Produktentwicklung & Marketing): Sie verantwortet das kreative Zentrum sowie die technische Umsetzung von ClcEasy. Sie hat den MVP unserer Web-App mittels ‘Vibe-Coding’-Tools programmiert und die KI-Integration maßgeblich vorangetrieben. Neben der technischen Entwicklung steuert sie unsere Marketing-Strategie, das Design unserer Präsentationen sowie die gesamte Kommunikation. Zudem sorgt sie mit ihrem Blick für Organisation und Abläufe für die nötige Struktur im Projekt.

Viele Schüler haben Schwierigkeiten beim Kopfrechnen. Warum wird dieses Problem aus eurer Sicht häufig unterschätzt?

Oft wird Kopfrechnen fälschlicherweise als eine ‚veraltete Fähigkeit‘ abgestempelt, die der Taschenrechner doch ohnehin übernimmt – aber genau das ist der Denkfehler. Wenn dieses intuitive Zahlengefühl als Basis fehlt, wird Mathe für Schüler unnötig komplex. Dazu kommt die Realität im Klassenzimmer: Im Unterricht bleibt meistens nicht die Zeit, Kopfrechnen gezielt zu trainieren, da die Lehrplanthemen straff durchgezogen werden müssen. Weil jeder Schüler ein anderes Leistungsniveau hat, ist es für Lehrkräfte zudem kaum möglich, jeden Einzelnen individuell zu fördern.

Dadurch entsteht eine Art Teufelskreis: Wer die Grundlagen nicht sicher im Kopf hat, verliert in Klassenarbeiten wertvolle Zeit und macht Flüchtigkeitsfehler bei eigentlich einfachen Schritten. Weil das mathematische Fundament fehlt, tippen viele Schüler blind Ergebnisse in den Rechner ein, statt die Logik hinter der Aufgabe zu verstehen. Diese Unsicherheit schleicht sich über die Jahre ein und senkt das Selbstvertrauen massiv.

Wir unterschätzen das Problem, weil wir oft den direkten Zusammenhang zwischen sicherem Kopfrechnen und langfristigem mathematischen Selbstvertrauen übersehen – dabei zeigen aktuelle Zahlen aus der Wirtschaft, dass die Folgen längst spürbar sind. Eine Umfrage der IHK Reutlingen unter rund 300 regionalen Betrieben belegt: Unternehmen beklagen bei Schulabgängern aller Schularten deutliche Defizite in grundlegenden Fertigkeiten. IHK-Präsident Johannes Schwörer bringt es auf den Punkt: Unseren Schulabgängern fehlt es teilweise an grundlegenden Fertigkeiten wie Rechnen ohne Taschenrechner. Das fehlende Kopfrechnen ist also kein schulisches Randproblem – es ist ein Defizit, das die Wirtschaft tagtäglich zu spüren bekommt. ( Stichpunkt: PISA Studie)

ClcEasy verbindet vedische Kopfrechenmethoden mit dem deutschen Lehrplan. Wie kam es zu diesem Ansatz?

Die vedische Mathematik ist faszinierend, weil sie auf Logik und Mustern basiert, nicht auf reinem Auswendiglernen. Wir wollten diese Methoden jedoch nicht als isolierte Tricks präsentieren. Deshalb haben wir sie direkt auf die Anforderungen des deutschen Bildungsplans – z.B. in Stochastik, Geometrie oder Prozentrechnung – zugeschnitten. Schüler lernen bei uns nicht nur, wie man rechnet, sondern warum es funktioniert, und können das direkt in der nächsten Mathearbeit anwenden.

Welche Vorteile bietet Kopfrechnen aus eurer Sicht über den Mathematikunterricht hinaus?

Kopfrechnen ist ein echtes Gehirntraining: Es stärkt Konzentrationsfähigkeit, logisches Denken, Arbeitsgedächtnis und mentale Flexibilität und hilft, Rechenwege schneller zu erkennen.

Im Alltag ermöglicht es schnelles Abschätzen von Preisen, Mengen und Zeitspannen, macht unabhängiger von technischen Hilfsmitteln und fördert Selbstständigkeit und Souveränität.

Im Beruf ist es besonders nützlich im Finanzwesen (schnelles Einschätzen von Beträgen, Zinsen, Budgets) und in der Gastronomie (Rechnungen, Trinkgeld, Mengen). Wer sicher im Kopf rechnet, arbeitet schneller, macht weniger Fehler und wirkt im Kundenkontakt professioneller.

Auch beim Berufseinstieg ist Kopfrechnen relevant: In vielen Auswahlverfahren und Assessments werden solche Aufgaben geprüft. In der Schule zeigt sich die Sicherheit im Umgang mit Zahlen in Klassenarbeiten ohne Taschenrechner und im Mathe-Abitur.

Kopfrechnen verbessert die Problemlösungsfähigkeit: Man kann komplexe Probleme schneller angehen und effektivere Lösungen finden. Zudem steigert es das Selbstvertrauen im Umgang mit Mathematik, kann Zahlenängste abbauen und ist eine wichtige Kernkompetenz für Schule, Studium, Beruf und Alltag.

Mit dem KI-Tutor Balu setzt ihr auf individuelle Unterstützung. Welche Rolle spielt künstliche Intelligenz in eurem Lernkonzept?

Die KI fungiert als persönlicher Nachhilfelehrer, der genau dort ansetzt, wo das Verständnis gerade hakt. Die meisten Apps, die es auf dem Markt für Kopfrechnen gibt, haben keine KI, die bei Fehlern gezielt den strategischen Lösungsweg erklärt – stattdessen wird lediglich die richtige Antwort vorgegeben. Dadurch lernen Schüler weder die Methoden anzuwenden noch die Denkmuster zu entwickeln, die ihnen helfen, einfacher und schneller zu rechnen. Balu dient in unserem Konzept also nicht als ‚Lösungsmaschine‘, sondern als Unterstützung, bis zur richtigen Lösung zu kommen.

Schüler können zudem auch spezifische Rückfragen stellen, etwa ‚Warum muss ich hier diesen Schritt machen?‘, und bekommen eine Antwort, die ihre persönliche Wissenslücke schließt; aber nicht nur das: Balu hilft Schüler auch bei schulischen Themen gleichzeitig.

Was unterscheidet ClcEasy von anderen Lernapps und digitalen Matheangeboten?

Auf dem Bildungsmarkt gibt es bereits Lernapps, wie Anton App, im Überschuss, aber keiner dieser Lernapps fokussiert sich auf das systematische Beibringen von Kopfrechnen.

Während Anbieter, wie MentalMath, nur isolierte, trockene Zahlenreihen abfragen, vermitteln wir echte, hocheffiziente Rechenstrategien, die auf den deutschen Lehrplan abgestimmt sind. Schüler lernen mit ClcEasy nicht einfach nur für die App selbst, sie lernen für ihren Alltag, Beruf und natürlich auch die Schule: Ob Prozentrechnung, Stochastik oder Geometrie – ClcEasy macht Mathe endlich wieder durchschaubar und anwendbar.

Dazu kommt unsere einzigartige technologische Kombination: Wir verknüpfen eine intelligente, KI-gestützte Fehlererklärung – unseren Tutor ‚Balu‘ – mit echten Gamification-Elementen. Das macht Mathe von einer einsamen Pflichtaufgabe zu einer motivierenden Challenge, in der man sich in Klassen-Duellen mit Freunden messen kann.

Nicht zuletzt ist ClcEasy, im Gegensatz zu anderen Kopfrechenapps, von Anfang an für die Schule gemacht. Wir bieten nicht nur ein Tool, das motiviert, sondern eine Lernumgebung, die sicher ist und den hohen Anforderungen an den Datenschutz in Deutschland entspricht. Während viele Apps das eigene Nachdenken durch Technik ersetzen, wollen wir genau das Gegenteil: Wir fördern das eigene Zahlengefühl und machen die Schüler wieder unabhängig vom Taschenrechner. Genau diese Fähigkeit, Probleme ohne Technik im Kopf zu lösen, brauchen Schüler im Unterricht genauso wie später im Berufsleben.

Welche Erkenntnisse habt ihr aus der Testphase mit euren ersten Nutzern gewonnen?

Die Testphase war für uns der ultimative Beweis, dass unser Konzept genau den richtigen Nerv trifft. Die Zahlen sprechen für sich: Unsere Beta-User waren nach nur zwei Wochen intensiver Nutzung im Schnitt 50 % schneller beim Rechnen und haben 25 % weniger Fehler gemacht. Das zeigt uns, dass man durch gezieltes Training der Basis-Methoden extrem schnell aus dem ‚Mathe-Trott‘ ausbrechen kann.

Doch noch viel wichtiger als die Zahlen-Fakten war für uns der psychologische Effekt. Wir haben von den Schülern Rückmeldungen bekommen, die uns total motiviert haben: Viele sagten uns, dass Mathe für sie plötzlich nicht mehr diese lästige Pflichtaufgabe war, vor der sie Angst hatten, sondern eine Challenge, die sie meistern konnten.

Diese Erfahrung hat uns gezeigt, dass Mathe-Schwäche oft gar nicht an fehlender Intelligenz liegt, sondern an fehlender Sicherheit. Wenn ein Schüler merkt: ‚Hey, ich kann das ja doch im Kopf lösen!‘, fällt der ganze Druck ab. Genau dieses neu gewonnene Selbstvertrauen war der größte Erfolg der Testphase. Mathe wurde von einer Bedrohung zu einer Herausforderung, die plötzlich Spaß macht – und genau diese Begeisterung wollen wir mit dem Launch im August in alle Schulen bringen.

Vor welchen Herausforderungen steht ihr als Schüler und Gründer gleichzeitig?

Die größte Herausforderung ist definitiv das Zeitmanagement. Wenn man morgens in der Schule Leistungskurse in Mathe, Physik oder Wirtschaft hat und nachmittags an der Strategie für das eigene Startup arbeitet, verschwimmen die Grenzen zwischen ‚Lernen‘ und ‚Gründen‘ ständig. Das erfordert enorm viel Disziplin.

Dazu kommt die bürokratische Hürde: Als junges Team in das deutsche Bildungssystem einzudringen, ist nicht einfach. Die Abstimmung mit Schulen, die komplexen Datenschutzfragen und die Einholung von Genehmigungen kosten viel Geduld.

Eine der härtesten Erfahrungen war dabei die Suche nach finanzieller Unterstützung. Es ist für junge Gründer in Deutschland extrem schwer, ernst genommen zu werden. Wir haben unzählige Stiftungen und Institutionen angeschrieben – die Antwort war fast immer die gleiche: ‚Tut uns leid, wir können euch nicht unterstützen.‘

Aber anstatt aufzugeben, haben wir genau das als Ansporn genommen. Wir haben einfach weitergemacht, an unserem Konzept gefeilt und uns durchgebissen – und heute stehen wir unter den Top 5 der ‚Startup Teens‘ Challenge. Diese Bestätigung zeigt uns, dass man auch mit jungen Jahren und ohne großes Budget viel bewegen kann, wenn man von seiner Idee überzeugt ist. Genau diese Hartnäckigkeit ist heute unser größter Vorteil: Wir wissen genau, wo der Schuh drückt, weil wir die Probleme im Unterricht täglich selbst spüren. Wir entwickeln keine Theorie am grünen Tisch, sondern ein Produkt von Schülern für Schüler – und das merkt man.

Unser nächstes Ziel, das wir jetzt anstreben, ist es, in den TOP 3 zu kommen und den Sieg für Ludwigsburg bzw. Baden-Württemberg zu holen. Dabei kann uns jeder unterstützen, unabhängig vom Alter.

ClcEasy stärkt Kopfrechnen und Mathe bei Schülern  StartupTeens Voting ClcEasy poster

Das Voting dauert keine 30 Sekunden und bringt uns ein gutes Stück näher dran.

Man geht zuerst auf den Link oder scannt den QR-Code: https://www.startupteens.de/challenge-2026/voting/

Education Kategorie -> ClcEasy auswählen

Name + E-Mail eingeben, absenden

Bestätigungsmail im Postfach/Spam klicken, fertig

Wie wichtig ist die Unterstützung durch Lehrkräfte, Bildungsexperten und euer Netzwerk für die Weiterentwicklung von ClcEasy?

Diese Unterstützung ist für uns absolut essentiell – sie ist das Fundament, auf dem wir bauen. Wenn man als Schüler ein Startup gründet, hat man eine tolle Vision, aber man braucht erfahrene Köpfe, die einem zeigen, wie man diese Vision didaktisch und operativ auf das nächste Level hebt.

Bildungsexperten wie Prof. Dr. Christian Spannagel oder Melanie Borzi sind für uns weit mehr als nur Mentoren. Sie geben uns die Sicherheit, dass unsere Methoden nicht nur innovativ sind, sondern auch wissenschaftlich Hand und Fuß haben. Wenn man als Gründer das Feedback von solchen Bildungsexperten bekommt, weiß man: ‚Wir sind auf dem richtigen Weg.‘ Es validiert unsere Arbeit und gibt uns das nötige Vertrauen, um ClcEasy in den echten Schulalltag zu bringen.

Auch unser Netzwerk, wie zum Beispiel bei ‚Startup Teens‘, ist für uns Gold wert. Es sind diese erfahrenen Leute, die uns nicht nur Tipps geben, sondern uns auch Türen öffnen, die für uns als Schüler sonst mit sehr großer Wahrscheinlichkeit verschlossen geblieben wären. Sei es beim ehrlichen Feedback zur App oder wenn es darum geht, den ersten Kontakt zu einer Schule herzustellen – dieses Netzwerk ist unser Kompass, der uns zeigt, welche Schritte als Nächstes wichtig sind.

Es ist ein unglaublich motivierendes Gefühl zu merken, dass diese Profis an unsere Idee glauben, weil auch sie davon überzeugt sind, dass unser Bildungssystem ein Update braucht. Wir lernen jeden Tag etwas Neues dazu, und genau diese Kombination aus unserer eigenen Perspektive als Schüler und dem Know-how unserer Mentoren macht ClcEasy so stark.

Welche Ziele habt ihr euch für die Zeit nach dem offiziellen Launch im August 2026 gesetzt?

Nach dem Launch im August liegt unser Fokus zunächst voll auf dem direkten Weg zu den Schülern. Unser Ziel ist es, in Baden-Württemberg 5.000 Nutzer zu gewinnen und ihnen den Mathe-Alltag spürbar zu erleichtern. Dabei geht es uns nicht nur um Nutzerzahlen, sondern darum, 5.000 Schülerinnen und Schüler zu befähigen, ihre Unsicherheit in Mathe abzulegen.

Im Jahr 2028 schalten wir dann den nächsten Gang ein und starten mit dem B2B-Vertrieb an Schulen. Unser Ziel ist es, ClcEasy fest in den Schulalltag zu integrieren und als Standardwerkzeug gegen Mathe-Angst zu etablieren. Kurz gesagt: Wir wollen nicht nur eine App anbieten, sondern dafür sorgen, dass Mathe-Angst in Baden-Württemberg bald der Vergangenheit angehört – und wir fangen damit genau jetzt an.

Welche langfristige Vision verfolgt ihr mit ClcEasy?

Unsere Vision reicht weit über das hinaus, was eine klassische Lernapp heute leistet: Wir wollen das gesellschaftliche Bild, das wir in Deutschland von Mathematik haben, grundlegend verändern. Wir sind fest davon überzeugt, dass ein ‚mathe-begabt‘ oder ‚mathe-schwach‘ kein festes Schicksal ist, sondern eine Frage der richtigen Strategie und der individuellen Förderung. Unser Ziel ist es, diese starren Grenzen aufzubrechen und Mathe für jeden Schüler zugänglich zu machen – unabhängig von der Schulform oder dem Elternhaus.

Langfristig möchten wir ClcEasy als unverzichtbaren Bestandteil in die deutsche Bildungslandschaft integrieren. Wir sehen unsere App nicht als bloßen Ersatz für Lehrbücher, sondern als den digitalen Begleiter, der Schulen dabei unterstützt, den Unterricht moderner und effektiver zu gestalten. Dabei geht es uns um weit mehr als nur bessere Noten: Wir möchten Schülern eine Kompetenz vermitteln, die sie ihr ganzes Leben begleitet. Ob im hilfsmittelfreien Teil von Klassenarbeiten, bei schnellen Berechnungen im Alltag, im späteren Berufsleben oder bei anspruchsvollen Assessment-Centern – wer ein sicheres Zahlengefühl hat, handelt selbstbewusster und souveräner.

Am Ende unseres Weges soll ein Zustand stehen, in dem der Satz ‚Mathe kann ich nicht‘ aus dem Schulalltag verschwindet. Wir wollen, dass Mathe-Angst in Deutschland kein Thema mehr ist, weil jeder Schüler durch ClcEasy weiß, dass er die nötigen Methoden in der Hand hält, um jedes Problem – ganz ohne Taschenrechner – aus eigener Kraft zu lösen.

Wir bauen keine App für den Moment, sondern eine Lösung für die nächste Generation: Wir wollen, dass Mathematik kein Hindernis mehr auf dem Lebensweg ist, sondern eine Fähigkeit, mit der Schüler ihre Ziele selbstbewusst erreichen können.

Welche drei Ratschläge würdet ihr anderen jungen Gründerinnen und Gründern mit auf den Weg geben?

Auf Basis unserer bisherigen Erfahrung mit CalcEasy sind das die drei Dinge, die uns am meisten geholfen haben:

Baut euch früh ein Netzwerk auf.

Ein Startup allein zu stemmen ist extrem schwer. Schon früh den Austausch mit anderen suchen – ob Mentoren oder Leute, die schon weiter sind als man selbst – bringt einen unglaublich schnell weiter. Es geht gar nicht nur um Kontakte, sondern darum, dass man aus den Erfahrungen anderer lernen kann, anstatt jeden Fehler selbst machen zu müssen. Ein unterstützendes Umfeld ist Gold wert.

Teilt eure Idee, statt sie zu verstecken.

Am Anfang hatten wir auch kurz die Sorge, dass jemand unsere Idee ‚klauen‘ könnte, wenn wir zu viel verraten. Aber wir haben schnell gemerkt: Das ist Quatsch. Eine Idee ist nur so gut, wie man sie am Ende umsetzt. Wer seine Idee teilt und aktiv nach Feedback fragt, lernt extrem viel dazu. Wir haben durch das offene Feedback von Schülern und Lehrern gemerkt, welche Funktionen bei CalcEasy wirklich wichtig sind und wo wir nachbessern müssen.

Wartet nicht auf das perfekte Produkt – fangt einfach an.

Es bringt nichts, monatelang nur am Schreibtisch zu sitzen und an einem ‚perfekten‘ Plan zu feilen. Wir haben uns darauf konzentriert, schnell einen Prototyp zu bauen und den direkt von echten Nutzern testen zu lassen. Das hat uns den größten Fortschritt gebracht. Man merkt erst in der Anwendung, was wirklich funktioniert. Das Motto ‚Build, Measure, Learn‘ ist für uns der Schlüssel: Machen, ausprobieren, verbessern – und dann von vorn.

Bildcredits privat

Wir bedanken uns bei Ripudaman Singh und Gurleen Kaur für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

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