Mittwoch, Juli 1, 2026
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GITEX AI EUROPE ebnet den Weg zu digitaler Souveränität und globaler KI-Führungsrolle

Europas digitale Zukunft im Fokus der GITEX AI EUROPE

Von Large Language Models über Regulierungsrahmen bis hin zu grenzüberschreitenden Innovationspartnerschaften: Die GITEX AI EUROPE schloss mit wegweisenden Diskussionen über die Zukunft der KI-Wirtschaft.

Berlin, 1. Juli 2026. Die GITEX AI EUROPE – Europas internationalste Technologie- und KI-Messe – hat an ihrem zweiten und letzten Messetag in Berlin die Technologien, Strategien und Partnerschaften in den Mittelpunkt gerückt, die Europas digitale Zukunft gestalten.

Das Programm am Mittwoch widmete sich Fragen rund um den breiten Einsatz von KI, Wettbewerbsfähigkeit und digitale Souveränität: von der wachsenden Bedeutung großer Sprachmodelle als neue Wirtschaftsinfrastruktur Europas über grenzüberschreitende Innovationsökosysteme bis hin zur künftigen Governance dezentralisierter Online-Plattformen.

Die GITEX AI EUROPE 2026 begrüßte an zwei Tagen Tausende von Führungskräften der Tech-Branche aus 101 Ländern und bot mehr als 800 Ausstellern und Start-ups – 80 Prozent davon aus dem Ausland – eine Plattform für Kontakte und neue Geschäftspartnerschaften. Ergänzt durch ein Konferenzprogramm mit 280 Sprecher:innen aus 40 Ländern zeigte die Veranstaltung an zwei Tagen das Potenzial von Vernetzung, Zusammenarbeit und grenzüberschreitenden Partnerschaften.

Large Language Models: Von der Experimentierphase zur unverzichtbaren Infrastruktur

Im Mittelpunkt des Panels „Language Models as Europe’s New Economic Infrastructure“ stand die Frage, wie Organisationen globale und europäische Modelle kombinieren können, um Leistung, Kosten und Resilienz auszubalancieren. Zudem diskutierten die Teilnehmenden, wie eine skalierte Nutzung von KI Europas langfristige Wettbewerbsfähigkeit stärken kann.

Niklas Harzheim, GTM – DACH, OpenAI: „Wir beobachten, dass Unternehmen, die anfangs einen kleinen Schubs brauchten, den Schritt von der Experimentierphase in den produktiven Einsatz vollziehen. Es geht längst nicht mehr nur um Chatbots, sondern darum, KI in gesamte Workflows und Systeme zu integrieren und damit Arbeit sowie Produkte deutlich zu verbessern. Für Unternehmensführungskräfte ist jetzt genau der richtige Moment, um zu sagen: Das ist nichts, wovor wir zurückschrecken – das ist unsere Chance. Es ist die Chance für europäische Gründer:innen und Unternehmen, ihre Wettbewerbsfähigkeit zu steigern und global wettbewerbsfähige KI-Produkte zu entwickeln.“

Tomáš Vočetka, Chief Technology Officer bei Omio: „Dieses Jahr dreht sich bei uns fast alles darum, KI-nativ zu werden. Das bedeutet, das Unternehmen – ziemlich alles, was wir tun – zu transformieren und KI-Agenten sowie KI-Lösungen in den Kern zu integrieren. Wir entwickeln uns von KI-Befähigung hin zu KI-Nativität. Der entscheidende Punkt ist nicht, dass KI Teams ersetzt, sondern dass sie die Reibungsverluste bei komplexer Arbeit reduziert, Teams dabei hilft, schneller von der Idee zur Umsetzung zu gelangen, Routinearbeit zu automatisieren und mehr Lösungen in kürzeren Zyklen zu testen.“

Daniel Khachab, Mitgründer und CEO von Choco: „Heute sind über 60 Prozent unseres Geschäfts KI-first. Wir lösen noch immer dieselben Probleme für unsere Kunden, wir glauben nur, dass KI sie besser lösen kann. Früher mussten alle Nutzer:innen das Interface erlernen. Heute können Menschen mit einem Computer so kommunizieren, wie sie mit einem Menschen kommunizieren.“

Tomas Vočetka, Chief Technology Officer bei Omio, während der Podiumsdiskussion „Language Models as Europe’s New Economic Infrastructure“. Credit: GITEX AI EUROPE

Partnerschaften ohne Grenzen fördern Wettbewerbsfähigkeit und Wachstum

Ein weiterer Programmpunkt befasste sich mit der Frage, wie grenzüberschreitende Innovationspartnerschaften die regionale Wettbewerbsfähigkeit stärken und nachhaltiges Wirtschaftswachstum beschleunigen können. Das Panel „Cross-Border Innovation Corridors: From the Western Balkans to European and Global Markets“ widmete sich der Schnittstelle von Politik, Innovation und regionaler Zusammenarbeit. Regierungsminister aus Montenegro sowie Bosnien und Herzegowina diskutierten gemeinsam über neue Chancen für Innovation, Investitionen und industrielles Wachstum durch eine engere regionale Zusammenarbeit.

S.E. Marash Dukaj, Minister für öffentliche Verwaltung Montenegros: „Regionale Zusammenarbeit ist der Schlüssel, um gemeinsame Standards zu schaffen und innovative Lösungen im gesamten Westbalkan zu erproben und zu skalieren. Gemeinsam können wir Innovation, Wettbewerbsfähigkeit und nachhaltiges Wirtschaftswachstum stärken. Die öffentliche Verwaltung muss dabei nicht nur Regulierungsinstanz sein, sondern auch Wegbereiterin und Partnerin für Innovationen.“

Gemeinsam mit Innovationsverantwortlichen der United Nations Industrial Development Organization (UNIDO) erörterten die Teilnehmenden zudem, wie der Westbalkan seine Integration in europäische und globale Wertschöpfungsketten vertiefen kann. Im Fokus standen dabei grenzüberschreitende Partnerschaften, ein verbesserter Marktzugang sowie die Schaffung von Voraussetzungen für eine nachhaltige innovationsgetriebene wirtschaftliche Entwicklung.

S.E. Edin Forto, Minister für Kommunikation und Verkehr von Bosnien und Herzegowina: „Wir müssen Unternehmen, insbesondere Start-ups und kleinen Unternehmen aus aller Welt, vermitteln, dass es sich lohnt, im Westbalkan tätig zu sein. Wir müssen eine neue Vision für die Region als Wirtschaftsstandort und integrierte digitale Gemeinschaft entwickeln und sicherstellen, dass wir durch eine engere regionale Zusammenarbeit und die digitale Transformation als ein gemeinsamer Markt agieren.“

Die Vereinten Nationen fördern inklusive Innovation

Zu den Höhepunkten des Mittwochs gehörte zudem die Vorstellung der Aufgaben der United Nations Industrial Development Organization (UNIDO). Sie vernetzt europäische Innovatoren mit Schwellenmärkten und entwickelt nachhaltige Venture-Clienting-Modelle, um Lösungen zu skalieren, die zu den Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen beitragen. Ergänzt wird dieses Engagement durch die Programme ONE World Sustainability Awards und ScaleX. Beide Programme waren zentrale Bestandteile des Auftritts der UNIDO auf der Veranstaltung.

Die ONE World Sustainability Awards zeichnen Start-ups und Innovatoren mit besonders wirkungsvollen und skalierbaren Lösungen für Herausforderungen der nachhaltigen Entwicklung aus. ScaleX ist das globale Innovationsprogramm der UNIDO, das Start-ups mit Märkten, Industriepartnern und Investoren vernetzt. Damit unterstützt ScaleX die Erprobung und Skalierung neuer Technologien über Ländergrenzen hinweg.

Adnan Šerić, Leiter des Innovation Labs bei UNIDO, erläuterte, wie das UNIDO-Programm ScaleX Scale-ups in Europa und darüber hinaus unterstützt. Zugleich zeigte er auf, wie internationale Organisationen den Marktzugang erleichtern, regulatorische Komplexität bewältigen und Innovatoren mit industrieller Nachfrage zusammenbringen können:

„Wir bewegen uns in Richtung von Korridoren zur Skalierung von Innovationen und schaffen Wege sowie Möglichkeiten, damit sich bewährte Lösungen grenzüberschreitend etablieren können. Indem wir Bedarfsträger, Innovatoren, die Industrie und Partner von Anfang an zusammenbringen, können wir den Weg von der Idee bis zur spürbaren Wirkung in der Praxis beschleunigen und diese Initiativen dabei unterstützen, Fuß zu fassen und zu wachsen.“

UN Women unterstrich die Bedeutung inklusiver Innovation und stellte elf von Frauen geführte Start-ups aus Albanien, Bosnien und Herzegowina, Kasachstan, Kosovo, Moldau, Montenegro, Nordmazedonien, Serbien, der Türkei und der Ukraine auf der GITEX AI EUROPE vor. Mit Lösungen aus unterschiedlichen Branchen machte die Delegation das kontinuierliche Engagement von UN Women für die Förderung von Unternehmerinnen, den Zugang zu internationalen Märkten und innovationsgetriebenes Wirtschaftswachstum in Europa und darüber hinaus sichtbar.

Estland präsentiert die nächste Generation digitaler Identität

Estland zeigte, wie digital ausgerichtete öffentliche Dienstleistungen die europäische Gründungslandschaft verändern. Im Mittelpunkt stand das wegweisende e-Residency-Programm. Zugleich präsentierten die Vertreter:innen die nächste Entwicklungsstufe der staatlichen digitalen Identität, darunter eine künftige biometrische mobile Lösung. Langfristiges Ziel ist es, als erstes Land KI-Agenten offizielle digitale Identitäten bereitzustellen, damit vertrauenswürdige KI-Systeme innerhalb klar definierter und überprüfbarer Grenzen im Namen von Menschen und Unternehmen handeln können.

Mit mehr als 140.000 E-Residents aus 187 Ländern zeigt Estland, wie sichere digitale Identitäten, KI-fähige öffentliche Infrastruktur und nahtlose Online-Dienste Hürden für Gründungen abbauen, Europas digitale Wettbewerbsfähigkeit stärken und die nächste Generation digitaler Verwaltung mitgestalten können.

Liina Suvi Ristoja, Leiterin der strategischen Kommunikation bei e-Residency: „Estland hat ein Land geschaffen, in dem ein Unternehmen innerhalb weniger Minuten online gegründet, von überall aus geführt und grenzüberschreitend als vertrauenswürdig angesehen werden kann. Mit der Einführung der kartenlosen e-Residency im Jahr 2028 machen wir diesen Weg noch einfacher, sodass alle Unternehmer:innen weltweit Teil der digitalsten Wirtschaft Europas werden können. Wir haben diese Vision auf der GITEX AI Europe vorgestellt und gezeigt, was ein digitaler Staat Gründer:innen überall bieten kann.“

Credit: GITEX AI EUROPE

GITEX AI EUROPE bringt internationale Tech-Community in Berlin zusammen

Die zweite Ausgabe der GITEX AI EUROPE fand vom 30. Juni bis 1. Juli 2026 auf dem Gelände der Messe Berlin statt und vereinte mehr als 800 Unternehmen und Start-ups, über 600 Investor:innen sowie 280 Sprecher:innen aus aller Welt. Ausrichter ist KAOUN International, globaler Organisator des GITEX, dem weltweit größten Technologie- und KI-Messe-Netzwerk. Die Veranstaltung wurde unterstützt von der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe Berlin sowie Berlin Partner für Wirtschaft und Technologie.

Bildcredit: GITEX AI EUROPE

Quelle PIABO Communications

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