Inhaltsverzeichnis
- GITEX AI EUROPE eröffnet in Berlin
- Berlin positioniert sich als Zentrum für Europas KI-Zukunft
- Rechenleistung wird zum strategischen Erfolgsfaktor
- Digitale Souveränität rückt in den Mittelpunkt
- Unternehmen treiben den Einsatz von KI voran
- Wachstumskapital entscheidet über Europas Wettbewerbsfähigkeit
- GITEX AI EUROPE bringt Politik, Wirtschaft und Innovation zusammen
GITEX AI EUROPE eröffnet in Berlin
Berlin, 30. Juni 2026. Europa ist heute in ein entscheidendes neues Kapitel seiner KI-Ambitionen eingetreten: Bei der Eröffnung der GITEX AI EUROPE 2026 auf dem Gelände der Messe Berlin kamen Politiker:innen, Technologieführungskräfte, Investor:innen und Unternehmer:innen aus mehr als 80 Ländern zusammen. Sie teilen den Anspruch, die Infrastruktur, das Investitionsumfeld und die industrielle Leistungsfähigkeit aufzubauen, die Europa für eine Führungsrolle in der globalen KI-Wirtschaft braucht.
Diese bemisst sich längst nicht mehr allein an Algorithmen, sondern am Zugang zu Rechenleistung, Cloud-Infrastruktur, Energie, Datensouveränität und der Fähigkeit, Innovation zu skalieren. Ein Whitepaper der GITEX AI EUROPE, entwickelt in Zusammenarbeit mit dem Forschungsunternehmen Lünendonk, unterstreicht das Ausmaß dieser Entwicklung.
Die KI-Nachfrage dürfte die geplante Rechenkapazität innerhalb der kommenden zehn Jahre übersteigen. Sie wird in Europa bis 2030 voraussichtlich um rund 70 Prozent wachsen. Allein in Deutschland könnten dafür bis zu 60 Milliarden Euro an zusätzlichen Investitionen sowie eine Verdreifachung der Rechenzentrumskapazität nötig sein, um industrielle KI-Workloads zu unterstützen.
Genau diese Aussichten prägten den Eröffnungstag der GITEX AI EUROPE: Vertreter:innen aus Politik, Wirtschaft und Investmentbranche diskutierten, wie Europa seine technische Exzellenz in eine dauerhafte Führungsrolle in der Technologiebranche überführen kann – durch den Ausbau souveräner Rechenleistung, vertrauenswürdiger Cloud-Infrastruktur und Wachstumskapital.
Berlin positioniert sich als Zentrum für Europas KI-Zukunft
Das Konferenzprogramm eröffneten Franziska Giffey, Senatorin für Wirtschaft, Energie und Betriebe von Berlin, sowie Trixie LohMirmand, CEO der GITEX. Sie positionierten Berlin als den Ort, an dem Politik, Innovation und Investment zusammenkommen, um Europas nächste industrielle Ära zu gestalten.
„Berlin ist einer der innovativsten Orte Europas und einer seiner führenden digitalen Hubs, mit mehr als 6.000 Start-ups und über 100.000 Menschen, die unser Innovationsökosystem vorantreiben“, so Senatorin Giffey.
„Mit unserer neuen Deep Tech Berlin Agenda investieren wir in Künstliche Intelligenz, Biotechnologie, Quantentechnologien, Mikroelektronik und Cybersicherheit. Denn Europas Zukunft hängt von Innovation ab, die unsere Sicherheit, Souveränität und Resilienz stärkt und dabei in internationaler Zusammenarbeit verwurzelt bleibt. Die GITEX AI EUROPE bringt diese Vision zum Leben, indem sie Innovatorinnen und Innovatoren aus aller Welt zusammenbringt, um Technologien zu entwickeln, die einen echten Unterschied im Leben der Menschen machen.“
„Die GITEX AI EUROPE bringt das globale Technologie-Ökosystem nach Berlin, um die Partnerschaften, Investitionen und den Marktzugang zu schaffen, die Europas Innovatorinnen und Innovatoren für globales Wachstum brauchen“, erklärte Trixie LohMirmand, CEO von GITEX. „Indem wir internationale Unternehmen, Investorinnen und Investoren sowie politische Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger zusammenbringen, helfen wir, Europas Wettbewerbsfähigkeit zu stärken und gleichzeitig das nächste Kapitel souveräner KI, Forschungszusammenarbeit und grenzüberschreitender Innovation voranzutreiben.“
Rechenleistung wird zum strategischen Erfolgsfaktor
Ein Thema zog sich klar durch den gesamten Eröffnungstag: Im KI-Zeitalter wird Rechenleistung zum neuen strategischen Gut, das die wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit stärkt.
In der Hauptsession „The Gigawatt Guarantee: Engineering Europe’s Industrial AI Supremacy“ beleuchtete Bundesminister für Digitales und staatliche Modernisierung Dr. Karsten Wildberger, wie Rechenkapazität, Energieinfrastruktur und Industriepolitik im Wettlauf um Europas KI-Wirtschaft untrennbar miteinander verbunden sind.
„Berlin ist eine Stadt, die einst die Motoren, Turbinen und Maschinen gebaut hat, die ein industrielles Jahrhundert geprägt haben. Das nächste industrielle Jahrhundert wird von einer anderen Art Motor angetrieben: Rechenleistung und Daten. Bis zum Jahr 2030 werden wir Deutschlands Rechenzentrumskapazität von drei auf sechs Gigawatt verdoppeln und gleichzeitig die für die KI nötige Kapazität ausbauen”, sagte Dr. Wildberger.
„Durch offene Standards, souveräne Cloud-Dienste und den Deutschland-Stack bauen wir zudem die öffentliche Infrastruktur für die nächste Wirtschaft auf, während wir sicherstellen, dass der Staat zu einem frühen Kunden wird, der Start-ups dabei hilft, zu testen, zu skalieren und sich mit der Industrie zu vernetzen. Europa fehlt es nicht an Ideen, Talenten oder Unternehmen, die bauen wollen; die Herausforderung besteht jetzt darin, dieses Potenzial in Skalierung, industrielle Stärke und langfristige Wettbewerbsfähigkeit zu überführen.“
Die Diskussion griff eine der zentralen Schlussfolgerungen des Whitepapers auf: Europas Wettbewerbsfähigkeit wird zunehmend davon abhängen, ob es gelingt, souveräne Rechen-Infrastruktur parallel zu sauberer Energie, vertrauenswürdigen Cloud-Ökosystemen und langfristigen Industrieinvestitionen auszubauen. Initiativen wie das 200-Milliarden-Euro-Programm InvestAI der Europäischen Union zeigen, dass Europa beginnt, Strategie in konkrete Umsetzung zu überführen. Es unterstützt fünf KI-Gigafabriken mit jeweils mehr als 100.000 spezialisierten GPUs.
Digitale Souveränität rückt in den Mittelpunkt
Nach der physischen Infrastruktur rückte anschließend die digitale Unabhängigkeit in den Mittelpunkt – in einer Keynote von Willemijn Aerdts, Ministerin für digitale Wirtschaft und Souveränität im niederländischen Wirtschafts- und Klimaministerium. Sie erläuterte, wie Europa global vernetzt bleiben kann, während es gleichzeitig mehr Kontrolle über seine digitale Zukunft behält.
„Digitale Souveränität beginnt damit, eigene Fähigkeiten aufzubauen und gleichzeitig bestehende Abhängigkeiten zu diversifizieren“, sagte Aerdts. „Europa hat die Talente, die Forschung und die innovativen Unternehmen, um eine Führungsrolle zu übernehmen. Aber wir müssen schnell handeln: Wir hätten gestern beginnen sollen, nicht heute. Souveränität entsteht durch Zusammenarbeit in ganz Europa, durch die Stärkung von Partnerschaften weltweit und durch das Schaffen offener Standards, die Innovation gedeihen lassen.“
Unternehmen treiben den Einsatz von KI voran
Mit mehr als 800 Ausstellern auf drei Hallen zeigt die Messe, wie diese Diskussionen bereits in konkrete Anwendungen übersetzt werden. Der weltweit größte Cloud-Anbieter AWS demonstriert anhand von Strategiegesprächen mit Führungskräften, technischen Sessions und Live-Demonstrationen, wie Organisationen in ganz Europa von KI-Pilotprojekten zu Agentic AI im Unternehmensmaßstab übergehen – mit Fokus auf sichere, vertrauenswürdige und souveräne KI-Innovation.
„Europäische Organisationen bewegen sich von der KI-Erprobung hin zu produktionsreifer Transformation“, erläutert Sasha Rubel, Head of AI/Generative AI Policy, EMEA bei AWS. „Auf der GITEX AI EUROPE zeigen wir, wie AWS-Kunden bereits heute echte Geschäftsergebnisse mit Agentic AI erzielen – und wie unsere fortgesetzten Investitionen in Europa, einschließlich der AWS European Sovereign Cloud, Organisationen das Fundament geben, um nach eigenen Bedingungen zu innovieren.“
Wachstumskapital entscheidet über Europas Wettbewerbsfähigkeit
Wenn Rechenleistung Europas KI-Zukunft trägt, entscheidet Kapital darüber, ob diese Zukunft tatsächlich auch entsteht. Der Kontinent bringt weiterhin weltweit führende Forschung, technische Talente und bahnbrechende Start-ups hervor. Doch die Fähigkeit, diese Innovationen in globale Technologieführer zu überführen, bleibt eine seiner größten Wettbewerbsherausforderungen.
Laut Whitepaper der GITEX AI EUROPE zieht der Kontinent nur rund fünf Prozent der globalen Risikokapitalinvestitionen an. Das schränkt die Fähigkeit vieler wachstumsstarker Unternehmen ein, trotz starker technischer Grundlagen international zu skalieren.
Stefan Wintels, CEO der KfW Bankengruppe und ein weiterer Hauptredner der zweitägigen Veranstaltung, erklärte, der mit 1 Milliarde Euro ausgestattete Wachstumsfonds Deutschland zeige bereits, wie gezielte öffentlich-private Investitionen Europas Scale-up-Ökosystem stärken können. Mehr als 90 Prozent des Fondskapitals seien mittlerweile gebunden und hätten wachstumsstarken Unternehmen dabei geholfen, größere Finanzierungsrunden zu sichern, qualifizierte Arbeitsplätze zu schaffen und die Kommerzialisierung in den Bereichen KI, Cybersicherheit, grüne Technologien und Industriesoftware zu beschleunigen.
„Ein zentrales politisches Ziel ist es, mehr Scale-ups in Deutschland und Europa zu halten – das sind Unternehmen, die an Schlüsseltechnologien arbeiten, die für unsere digitale Souveränität zentral sind“, sagt Wintels. „Der Wachstumsfonds Deutschland wirkt als katalytischer Ankerinvestor, der die Spätphasenfinanzierung ausweitet und sicherstellt, dass Europas innovativste Unternehmen das Kapital haben, um hier zu wachsen, statt es anderswo suchen zu müssen.“
Wintels setzt die Diskussion am 1. Juli in seiner Session „Germany’s competitiveness urgency: Investment or Policy?“ fort und untersucht, wie Europa deutlich größere private Kapitalpools mobilisieren kann, um die nächste Generation globaler Technologie-Champions des Kontinents zu unterstützen.
GITEX AI EUROPE bringt Politik, Wirtschaft und Innovation zusammen
Bis morgen (1. Juli) läuft die GITEX AI EUROPE 2026 mit mehr als 800 Unternehmen und Start-ups sowie 280 Rednerinnen und Rednern – als Plattform, auf der Regierungen, Investor:innen, Forschende und Technologie-Leader gemeinsam Europas KI-Zukunft gestalten können.
In den beiden Tagen erwarten Besucher:innen strategische Ankündigungen, grenzüberschreitende Partnerschaften und hochrangige Diskussionen zu KI, Cloud, Cybersicherheit, Quantentechnologien, digitaler Infrastruktur und Wagniskapital. Es bekräftigt sich damit eine Kernbotschaft des Eröffnungstags: Europas KI-Zukunft wird sich nicht allein an technologischen Durchbrüchen entscheiden, sondern an der Fähigkeit, souveräne Infrastruktur aufzubauen, Innovation zu kommerzialisieren und eigene globale Technologie-Champions zu etablieren.
Ausrichter ist inD, der globale Organisator des GITEX. Die Veranstaltung wird unterstützt von der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe Berlin sowie Berlin Partner für Wirtschaft und Technologie.
Bildcredits : GITEX AI EUROPE
Quelle PIABO Communications






















