Das Berliner Fintech Moss schließt eine Series-C-Finanzierungsrunde über 35 Millionen Euro ab, erreicht eine Bewertung von einer Milliarde Euro und baut seine Plattform gezielt zur steuerbaren KI-Lösung für europäische Finanzabteilungen aus.
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Moss knackt die Milliarden-Marke und wird vom Ausgabenmanager zur Finance AI
Das Berliner Fintech Moss hat eine Series-C über 35 Millionen Euro abgeschlossen, die das Unternehmen mit einer Milliarde Euro bewertet und die Gesamtfinanzierung auf über 200 Millionen Euro hebt. Angeführt wird die Runde vom Fintech-Spezialisten Portage, mit Beteiligung von Cherry Ventures. Hinter der Finanzierung steht eine strategische Wette auf steuerbare KI: Während viele Marktteilnehmer auf möglichst autonome KI-Agenten setzen, baut Moss eine KI, die einen großen Teil der Kontrolle und Steuerung bei den Finanzteams belässt.
Berlin, 05.08.2026 – Moss hat eine Series-C-Finanzierung abgeschlossen und seit der letzten, von Tiger Global Management angeführten Series B im Jahr 2021 seinen Umsatz verzwanzigfacht. Angeführt wird die aktuelle Runde von Portage, dem auf Fintech spezialisierten Investmentarm des Asset-Managers Sagard – beteiligt unter anderem am kanadischen Neobroker Wealthsimple und am Münchner Unicorn Finn. Mit an Bord ist erneut Bestandsinvestor Cherry Ventures. Bei einer Bewertung von einer Milliarde Euro summiert sich die Gesamtfinanzierung damit auf 200 Millionen Euro.
Ausbau der Plattform für europäische Finanzteams
Das 2019 gegründete Unternehmen, auf dessen Plattform heute mehr als 5.000 europäische Unternehmen arbeiten, wird die neu eingesammelten Mittel nutzen, um seine „Finance AI“-Technologieplattform weiter auszubauen. Diese übernimmt einen immer größeren Teil der Arbeit von Finanzteams – vom Ausgaben- und Forderungsmanagement über die Verbuchung bis hin zu aufwendigen Monatsabschlüssen. Dabei behalten die Finanzteams in jedem Schritt die Kontrolle: Sie gestalten die KI-Werkzeuge und geben frei, was zählt. So wird die Arbeit am Ende nicht nur schneller erledigt, sondern auch mit größerer Genauigkeit, Compliance und Sicherheit.
„Mit dieser Finanzierungsrunde hat sich Moss als Marktführer dabei etabliert, Finanzteams in ganz Europa im Tagesgeschäft besser zu unterstützen“, sagt Ante Spittler, CEO und Gründer von Moss. „Wir freuen uns, Portage auf diesem Weg an unserer Seite zu haben – mit Unterstützung unserer bestehenden Investoren.“
„Als spezialisierte Investoren im Bereich Finanztechnologie sind wir uns der besonderen Herausforderungen von Finanzorganisationen sehr bewusst“, sagt Dan Ballen, General Partner und Co-Head von Portage Capital Solutions. „Die KI-gestützte Technologieplattform von Moss hat sich in kurzer Zeit zu einer erstklassigen Lösung für Finanzabteilungen in ganz unterschiedlichen Märkten entwickelt. Wir freuen uns darauf, Ante Spittler und das gesamte Team bei ihrem weiteren, schnellen Wachstum auf dem Kontinent zu begleiten.“
Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser
Moss ist überzeugt, dass KI eine hervorragende Ressource für Finanzorganisationen jeder Größe ist – allerdings als Werkzeug, das sich anpassen und steuern lässt, und nicht als vollständig autonome Plattform. „Finanzteams vertrauen uns seit Jahren, dass sie bei jedem Schritt die Kontrolle behalten – zunächst über ihre Ausgaben und nun über die KI, die die Arbeit erledigt“, ergänzt Spittler. „Während die KI die manuelle Abschlussarbeit übernimmt, verlagert sich der Fokus von Finance vom Back Office, hin zu einer Funktion, die Wachstum und Profitabilität steuert.“
Denn wie groß die Lücke zwischen Marktversprechen und Kundenerwartung ist, zeigt eine aktuelle Befragung unter 471 Kunden in Deutschland, Großbritannien und den Niederlanden. Von fünf KI-Versprechen setzten 65 Prozent „vollständig autonom“ auf den letzten Rang, nur sechs Prozent auf den ersten. Wichtigstes Kriterium war für 48 Prozent die Kontrolle über das System. Diese Reihenfolge war in allen drei Märkten identisch.
Warum Kontrolle das kommerzielle Argument ist
Der Grund dafür ist strukturell. Ein unbeaufsichtigter Fehler bleibt in der Buchhaltung nie ein Einzelfall: Er wiederholt sich über ähnliche Geschäftsvorfälle und beeinträchtigt die Qualität der Buchführung. Automatisierung ohne Kontrolle skaliert keine Effizienz, sie skaliert Fehler.
Die Untersuchung zeigt auch, wo KI im Finanzbereich bislang tatsächlich Fuß gefasst hat: Die Mehrheit der Unternehmen nutzt sie bereits für E-Mails und Reporting. In den Prozessen, an denen Finanzteams gemessen werden – Monatsabschluss, Abstimmung, Prüfungsvorbereitung – sinkt die Nutzung auf rund ein Viertel oder weniger. Zugleich bezeichnet inzwischen etwa ein Drittel der Kunden KI als „Must-have“ beim Kauf von Finanzsoftware.
„Viele Anbieter haben auf autonome KI gesetzt“, sagt Spittler. „Finanzteams sagen uns etwas anderes. Sie wollen KI, die sie gestalten können, die offenlegt, wie sie zu ihren Ergebnissen kommt, und die ihnen maximale Kontrolle gibt. Genau das bauen wir.“
Bild Ante Spittler, Anton Rummel, Ferdinand Meyer und Stephan Haslebacher Bildcredits Moss
Quelle Story Hype

















