Craftwerk unterstützt Unternehmen dabei, Fachkräfte mit einem systematischen Recruiting gezielt und planbar zu gewinnen
Können Sie Craftwerk kurz vorstellen und erzählen, wie Sie als Gründer Kourosh Shaiban das Unternehmen aufgebaut haben?
Craftwerk ist eine digitale Recruiting-Agentur, die sich darauf spezialisiert hat, Familienbetriebe im Handwerk und Handel bei der Gewinnung von Fachkräften zu unterstützen – mit einer vertraglich garantierten Besetzung innerhalb von 30 Tagen.
Wir haben Craftwerk so aufgebaut, dass unser Recruiting-Prozess auf einem klaren System basiert, das unter bestimmten Voraussetzungen zuverlässig und planbar funktioniert. Dabei ist jeder einzelne Arbeitsschritt standardisiert und systematisiert. Genau diese Struktur ermöglicht es uns, Recruiting nicht dem Zufall zu überlassen, sondern für unsere Partner planbar zu machen.
Welche Vision verfolgen Sie mit Craftwerk und wie möchten Sie die Fachkräftegewinnung für mittelständische Unternehmen verändern?
Unsere Vision ist es, das Handwerk und den Handel in Deutschland nachhaltig positiv zu beeinflussen und damit einen Beitrag dazu zu leisten, dass Deutschland aus sich heraus wachsen kann.
Langfristig möchten wir die größte Recruiting-Agentur Deutschlands werden und für gute Betriebe der verlässliche Ansprechpartner sein, wenn es um Fachkräftegewinnung geht. Unser Ziel ist, dass Unternehmer wieder Planungssicherheit bekommen und sich nicht ständig mit der Frage beschäftigen müssen, woher die nächste Fachkraft kommt. Gute Betriebe sollten nicht gezwungen sein, Aufträge abzulehnen, nur weil ihnen das Personal fehlt.
Craftwerk richtet sich vor allem an mittelständische und inhabergeführte Betriebe aus Handwerk, Industrie und Handel. Wo liegen aktuell deren größten Herausforderungen bei der Mitarbeitersuche?
Die größte Herausforderung liegt meiner Meinung nach nicht unbedingt darin, dass es keine guten Betriebe gibt oder keine Fachkräfte in der Region vorhanden sind. Vielmehr schaffen es viele gute Unternehmen nicht, von den richtigen Fachkräften auch als attraktive Arbeitgeber wahrgenommen zu werden.
Viele Betriebe gehen beispielsweise davon aus, dass es ausreicht, auf Social Media präsent zu sein oder eine Stellenanzeige zu veröffentlichen. Das allein reicht heute jedoch häufig nicht mehr aus. Es braucht eine systematische und fachlich wie technisch gut unterstützte Ansprache, um die richtigen Menschen tatsächlich zu erreichen.
Sie sprechen gezielt Fachkräfte an, die bereits beschäftigt sind. Wie gelingt es Ihnen, diese für einen möglichen Arbeitgeberwechsel zu gewinnen?
Ein Koch verrät sein Rezept schließlich auch nicht. (lacht)
Was ich sagen kann: Gemeinsam mit aktiven Unternehmern aus Handwerk und Handel haben wir ein System entwickelt, das genau diesen Prozess systematisch ermöglicht. Dabei geht es nicht darum, Menschen einfach davon zu überzeugen, ihren Arbeitgeber zu wechseln, sondern darum, die richtigen Fachkräfte gezielt anzusprechen und für einen passenden Betrieb zu begeistern.
Bei der Entwicklung dieses Prozesses haben uns auch unsere Gesellschafter und strategischen Partner Thimo Diener und Leonard Krall maßgeblich unterstützt.
Welche Rolle spielt die Positionierung eines Unternehmens als attraktiver Arbeitgeber in Ihrem Recruiting-Prozess?
Eine ganz entscheidende. Wenn ein Arbeitgeber noch nicht verstanden hat, dass seine Positionierung als attraktiver Arbeitgeber essenziell ist, dann hat er aus meiner Sicht ein anderes Problem als lediglich fehlendes Personal.
Fachkräfte müssen einen Betrieb nicht nur kennen, sondern auch verstehen, warum sie gerade dort arbeiten möchten. Genau diese Wahrnehmung spielt im Recruiting eine maßgebliche Rolle.
Von der Ansprache bis zur Vorqualifizierung begleiten Sie mehrere Schritte der Personalsuche. Was unterscheidet Ihren Ansatz von klassischen Personalvermittlungen?
Bei klassischen Ansätzen werden Fachkräfte häufig direkt kontaktiert und anschließend davon überzeugt, den Arbeitgeber zu wechseln – beispielsweise über ein höheres Gehalt. Die Wechselmotivation entsteht dann oft primär über finanzielle Anreize.
Unser Ansatz ist ein anderer: Die Fachkraft soll sich proaktiv dafür entscheiden, bei einem bestimmten Arbeitgeber arbeiten zu wollen, weil sie sich mit den Werten und der Ausrichtung des Unternehmens identifiziert.
Das ist aus meiner Sicht ein ganz anderer und vor allem nachhaltigerer Wechselgrund.
Craftwerk spricht von mehr als 1.650 realisierten Einstellungen. Welche Erfahrungen aus diesen Vermittlungen haben Ihren Ansatz besonders geprägt?
Eigentlich jede einzelne Erfahrung. Am Ende des Tages ist jeder Betrieb unterschiedlich und bringt seine eigenen Voraussetzungen und Herausforderungen mit.
Aus jeder Vermittlung nehmen wir deshalb Erkenntnisse mit und nutzen diese, um unseren Prozess weiter zu schärfen und zu verbessern. Die Vielzahl an Einstellungen hat uns vor allem gezeigt, wie wichtig ein systematischer Prozess ist, der gleichzeitig flexibel genug bleibt, um die individuellen Gegebenheiten eines Betriebs zu berücksichtigen.
Ein zentraler Bestandteil Ihres Angebots ist die vertraglich garantierte Besetzung offener Positionen. Wie funktioniert diese Garantie in der Praxis?
Das funktioniert sehr gut, weil wir bereits bei der Auswahl unserer Partner sehr streng vorgehen. Für uns gibt es dabei zwei wichtige Voraussetzungen: Zum einen muss es in der jeweiligen Region grundsätzlich Fachkräfte geben, die für die Position infrage kommen. Zum anderen muss der Betrieb so aufgestellt sein, dass wir mit ihm erfolgreich arbeiten können.
Nur wenn diese Voraussetzungen erfüllt sind, geben wir unsere Garantie. Das ist für uns auch eine Frage der Seriosität. Wir möchten keine Garantie aussprechen, wenn die Rahmenbedingungen dafür nicht gegeben sind.
Der Fachkräftemangel verschärft den Wettbewerb um qualifizierte Mitarbeiter. Wo stößt auch moderne Fachkräftegewinnung heute an ihre Grenzen?
Natürlich gibt es auch für modernes Recruiting Grenzen. Ein System kann viel leisten, aber es kann nicht zaubern. Wenn die grundlegenden Voraussetzungen auf Unternehmensseite nicht stimmen oder eine Position beispielsweise in einer Region dauerhaft nur sehr schwer zu besetzen ist, kann auch Recruiting das nicht vollständig ausgleichen.
Entscheidend ist deshalb, dass Unternehmen bereit sind, sich mit ihrer eigenen Attraktivität als Arbeitgeber auseinanderzusetzen und die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass Fachkräfte sich auch langfristig für sie entscheiden.
Wie hat Craftwerk seine eigene Systematik entwickelt, um Recruiting für Unternehmen strukturierter und planbarer zu machen?
Unser Prozess ist ganz klar aus der Praxis heraus entstanden. Wir haben ihn gemeinsam mit Unternehmern aus Handwerk und Handel entwickelt und direkt in Betrieben erprobt.
Dabei haben uns insbesondere Leonard Krall und Thimo Diener mit ihrer Erfahrung aus der Praxis unterstützt. Gemeinsam haben wir immer wieder analysiert, welche Faktoren entscheidend dafür sind, dass unser System zuverlässig funktioniert.
Dabei haben wir festgestellt, dass Recruiting unter den zuvor genannten Voraussetzungen tatsächlich systematisch und planbar umgesetzt werden kann. Genau daraus ist unsere heutige Systematik entstanden.
Welche nächsten Entwicklungen planen Sie für Craftwerk und wo möchten Sie mit dem Unternehmen in den kommenden Jahren stehen?
Wir möchten der erste Ansprechpartner für Handwerks- und Handelsbetriebe sein, wenn es um das Thema Fachkräftegewinnung geht. Unser Ziel ist, der bekannteste Anbieter in diesem Bereich zu werden – und gleichzeitig einer mit den besten Ergebnissen für unsere Partner.
Wie weit wir dabei am Ende kommen, steht in den Sternen. Aber genau das macht Unternehmertum für mich auch aus: ein großes Ziel zu haben und sich Schritt für Schritt dorthin zu entwickeln.
Welche drei Ratschläge würden Sie anderen Gründern geben, die ein Unternehmen aufbauen und nachhaltig am Markt etablieren möchten?
Erstens: Schaut, dass ihr ein System entwickelt, das nachweislich funktioniert. Ein Unternehmen muss am Ende des Tages ein echtes Problem seiner Kunden lösen.
Zweitens: Bleibt immer nah am Kunden und an der Praxis. Nur wenn man versteht, welches Problem man tatsächlich lösen muss, kann man ein nachhaltiges Geschäftsmodell aufbauen.
Und drittens: Immer weitermachen. Rückschläge gehören dazu. Entscheidend ist nicht, ob etwas einmal nicht funktioniert, sondern wie man damit umgeht und daraus lernt.
Bildcredits Craftwerk
Wir bedanken uns bei Kourosh Shaiban für das Interview
Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.
















