Mittwoch, September 9, 2026
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Dogscan: Charité-Studie bestätigt Lungenkrebs-Früherkennung

Dogscan möchte Lungenkrebs möglichst früh erkennen und die Lungenkrebsfrüherkennung mit einem wissenschaftlich untersuchten Verfahren sinnvoll ergänzen.

Seit unserem ersten Interview 2024 ist einige Zeit vergangen. Was hat sich seitdem bei Dogscan am stärksten verändert?

Am stärksten verändert hat sich, wie wir Dogscan als Unternehmen aufstellen. Aus einer außergewöhnlichen Idee ist Schritt für Schritt ein immer professionelleres System entstanden, bei dem neben der Arbeit mit unseren Hunden heute wissenschaftliche Forschung, medizinische Zusammenarbeit, standardisierte Prozesse und neue Zugangswege im Mittelpunkt stehen.

Eine der größten unternehmerischen Veränderungen war für uns der Einstieg der WISAG als strategischer Partner und Gesellschafter. Damit haben wir nicht nur Unterstützung für unsere weitere Entwicklung gewonnen, sondern auch einen neuen Weg, Menschen direkt über Unternehmen und ihren Arbeitsplatz mit dem Thema Lungenkrebsfrüherkennung zu erreichen.

Gleichzeitig ist Dogscan aus der reinen Entwicklungsphase herausgewachsen und wird heute bereits von vielen Menschen genutzt. Unser persönlicher Antrieb ist dabei derselbe geblieben: Wir möchten dazu beitragen, dass Lungenkrebs früher entdeckt wird und dadurch mehr Menschen eine bessere Behandlungsperspektive erhalten.

Damals wollten Sie Dogscan als festen Bestandteil der medizinischen Vorsorge etablieren. Wie weit sind Sie diesem Ziel inzwischen nähergekommen?

Wir sind diesem Ziel inzwischen deutlich nähergekommen. Ein wichtiger Meilenstein war die Veröffentlichung einer retrospektiven Studie zu unserem Verfahren, die gemeinsam mit Wissenschaftlern der Charité Berlin und dem Forschungsinstitut Havelhöhe durchgeführt und in einem internationalen Open-Access-Fachjournal veröffentlicht wurde.

Gleichzeitig erleben wir, dass Dogscan zunehmend auch in der medizinischen Vorsorge ankommt. Wir werden mittlerweile in Präventionspraxen und umfangreiche medizinische Check-up Programme integriert.

Dort wird Dogscan derzeit in der Regel als zusätzlicher Selbstzahler Baustein angeboten und wir sehen, dass dieses Angebot sehr gut angenommen wird.

Ein Grund dafür ist aus unserer Sicht eine weiterhin bestehende Lücke in der Lungenkrebsfrüherkennung. Seit April 2026 gibt es in Deutschland zwar erstmals die Lungenkrebsfrüherkennung mittels Niedrigdosis-CT als Kassenleistung, sie richtet sich aber an eine klar definierte Hochrisikogruppe: Personen zwischen 50 und 75 Jahren, die mindestens 25 Jahre geraucht haben und auf mindestens 15 Packungsjahre kommen. Bei ehemaligen Rauchern darf die Rauchpause zudem nicht länger als zehn Jahre gewesen sein.

Damit gibt es viele Menschen mit einem subjektiven oder tatsächlichen Risikoprofil, die nicht in diese Kohorte fallen beispielsweise jüngere Menschen, Personen mit geringerer Rauchhistorie oder Menschen, die sich aufgrund familiärer oder beruflicher Belastungen intensiver mit ihrer Lungengesundheit beschäftigen. Für asymptomatische Menschen außerhalb der definierten Low Dose-CT-Kohorte sind die Möglichkeiten einer spezifischen Lungenkrebsfrüherkennung weiterhin begrenzt.

Genau hier sehen wir Dogscan als möglichen ergänzenden Baustein. Unser Verfahren soll keine bestehende medizinische Früherkennung ersetzen und stellt keine Diagnose. Es kann aber einen niedrigschwelligen zusätzlichen Hinweis liefern, der bei einem auffälligen Ergebnis eine gezielte ärztliche Abklärung anstößt. Deshalb freut es uns besonders, dass Dogscan zunehmend nicht mehr isoliert betrachtet, sondern von Ärzten und Präventionsmedizinern in umfassendere Vorsorgekonzepte eingebunden wird.

Welche Erfahrungen haben Sie seit Ihrem Auftritt in der Höhle der Löwen gemacht, und welchen Einfluss hatte die Sendung langfristig auf Dogscan?

Die Höhle der Löwen hat Dogscan einem sehr breiten Publikum bekannt gemacht. Für ein junges Unternehmen war diese Aufmerksamkeit eine enorme Chance und hat dazu geführt, dass sich viele Menschen erstmals mit unserem Ansatz und teilweise überhaupt erstmals intensiver mit dem Thema Lungenkrebsfrüherkennung beschäftigt haben.

Gleichzeitig haben wir gelernt, wie viel Erklärung ein ungewöhnliches Verfahren gerade im Gesundheitsbereich benötigt. Wie arbeiten die Hunde? Was bedeutet ein Ergebnis? Wie zuverlässig ist das Verfahren? Und vor allem: Was passiert bei einem auffälligen Ergebnis?

Die Sendung hat uns Reichweite gegeben. Langfristiges Vertrauen entsteht aber nicht im Fernsehen, sondern durch unsere tägliche Arbeit, transparente Kommunikation, wissenschaftliche Untersuchungen und einen verantwortungsvollen Umgang mit den Menschen, die unseren Test nutzen. Diese Erkenntnis hat unsere Entwicklung stark geprägt.

In unserem Interview 2024 sprachen Sie über die wissenschaftliche Validierung Ihrer Methode. Wo stehen Sie bei diesem wichtigen Schritt inzwischen?

Hier haben wir einen für uns sehr wichtigen Meilenstein erreicht: Im Juni 2026 wurde im Journal of Breath Research eine retrospektive Studie zu unserem Verfahren veröffentlicht, an der Wissenschaftler des Forschungsinstituts Havelhöhe und der Charité – Universitätsmedizin Berlin beteiligt waren. Untersucht wurden Daten von 824 Personen, darunter 111 mit histologisch bestätigtem Lungenkrebs. Insgesamt flossen 11.900 Untersuchungen von Atemproben in die Auswertung ein.

Die Ergebnisse haben uns natürlich sehr gefreut: Die fünf Hunde erreichten einzeln Sensitivitäten zwischen 82 und 89 Prozent bei Spezifitäten von jeweils über 95 Prozent. Vereinfacht gesagt beschreibt die Sensitivität, wie zuverlässig tatsächlich vorhandener Lungenkrebs erkannt wird, während die Spezifität angibt, wie zuverlässig Personen ohne Lungenkrebs auch als unauffällig erkannt werden.

Besonders interessant war die gemeinsame Bewertung unseres aus fünf Hunden bestehenden CDDC®:

Wenn mindestens drei der fünf Hunde eine Probe übereinstimmend als auffällig bewerteten, lag die Sensitivität bei über 95 Prozent. Gleichzeitig wurden in dieser Auswertung bei der gemeinsamen Entscheidung keine falsch-positiven Ergebnisse beobachtet.

Für unseren Ansatz der Früherkennung ist außerdem interessant, dass auch Patienten in frühen Tumorstadien Teil der Untersuchung waren: 18 Prozent der Lungenkrebspatienten befanden sich in Stadium I oder II und 46 Prozent hatten zum Zeitpunkt der Probenabgabe noch keine onkologische Behandlung erhalten.

Bei aller Freude über diese Ergebnisse ist uns aber wichtig, sie wissenschaftlich richtig einzuordnen. Es handelt sich um eine retrospektive Auswertung unter Trainingsbedingungen und damit noch nicht um den Nachweis dieser Leistungswerte in einem realen Bevölkerungsscreening.

Deshalb verstehen wir die Veröffentlichung nicht als Abschluss unserer Forschung, sondern als wichtigen Ausgangspunkt für die nächsten Schritte. Gemeinsam mit unseren wissenschaftlichen und medizinischen Partnern arbeiten wir bereits an weiteren Studien und Untersuchungen. Dabei geht es insbesondere um prospektive und verblindete Studiendesigns, repräsentativere Risikokollektive und die Frage, wie sich die Methode unter realen klinischen Vorsorgebedingungen bewährt.

Unser Ziel ist es, die wissenschaftliche Evidenz kontinuierlich weiter auszubauen und Schritt für Schritt belastbar zu beantworten, welchen zusätzlichen Nutzen Dogscan innerhalb der medizinischen Lungenkrebsfrüherkennung bieten kann.

Welche neuen Erkenntnisse haben Sie über die Früherkennung von Lungenkrebs mithilfe von Tumorspürhunden gewonnen?

Eine der wichtigsten Erkenntnisse für uns kommt aus der tatsächlichen Anwendung von Dogscan.

Bis heute haben wir bei 51 Personen mit unserem CDDC®-Verfahren ein positives Ergebnis ausgegeben, die vorher nichts von ihrer Lungenkrebserkrankung wussten. Bei allen wurde der Verdacht anschließend medizinisch bestätigt.

Besonders beeindruckend ist für uns, in welchen Stadien die Erkrankungen entdeckt wurden: 17 der 51 Personen waren im Stadium I und weitere 11 im Stadium II. Damit wurden bereits bei der erstmaligen Testung rund 55 Prozent der bestätigten Erkrankungen in einem frühen Stadium gefunden. Weitere 9 Fälle waren im Stadium III und 14 im Stadium IV.

Dass wir bereits beim ersten Test einen so hohen Anteil früher Stadien sehen, passt aus unserer Sicht zu dem Ansatz von Dogscan: Unser Angebot richtet sich gerade an symptomfreie Menschen, die aufgrund ihres Alters, ihrer Rauchhistorie, beruflicher Belastungen oder anderer Faktoren ein erhöhtes Risiko sehen und sich frühzeitig mit ihrer Lungengesundheit beschäftigen möchten.

Besonders spannend wird für uns deshalb die regelmäßige Anwendung. Wenn Menschen heute ein unauffälliges Ergebnis erhalten und Dogscan künftig beispielsweise regelmäßig wiederholen, können Veränderungen möglicherweise noch früher auffallen. Wir sind überzeugt, dass darin großes Potenzial liegt: Lungenkrebs möglichst zu einem Zeitpunkt zu erkennen, an dem noch keine Symptome vorhanden sind und die Behandlungsmöglichkeiten und Heilungschancen deutlich besser sind.

Genau das ist letztlich unser Ziel: nicht erst zu reagieren, wenn Lungenkrebs Beschwerden verursacht, sondern Menschen die Chance zu geben, früher einen Hinweis zu bekommen und rechtzeitig die weitere medizinische Abklärung einzuleiten.

Die Kostenübernahme durch Krankenkassen war eines Ihrer großen Ziele. Welche Fortschritte konnten Sie hier erzielen?

Eine flächendeckende Kostenübernahme durch Krankenkassen haben wir bisher noch nicht erreicht.

Die wissenschaftliche Veröffentlichung gibt uns aber eine wesentlich konkretere Grundlage für Gespräche mit Versicherern und möglichen Finanzierungspartnern.

Parallel haben wir erkannt, dass der Zugang nicht ausschließlich über Krankenkassen erfolgen muss. Deshalb gewinnt die betriebliche Gesundheitsvorsorge für uns stark an Bedeutung. Über Arbeitgeber können wir Menschen erreichen, die sich mit klassischer Vorsorge vielleicht deutlich weniger beschäftigen würden.

Dabei unterscheiden wir klar zwischen einer Finanzierung durch Unternehmen und einer Erstattung durch Krankenversicherungen. Unser langfristiges Ziel bleibt aber dasselbe: Der Zugang zu einer sinnvollen Früherkennung sollte möglichst wenig davon abhängig sein, ob jemand bereit oder finanziell in der Lage ist, diese vollständig selbst zu bezahlen.

Wie hat sich die Nachfrage nach Dogscan entwickelt, und welche Zielgruppen erreichen Sie inzwischen besonders gut?

Neben unserem Privatkundengeschäft ist insbesondere das Interesse von Unternehmen, Präventionsanbietern und medizinischen Kooperationspartnern deutlich stärker in den Mittelpunkt gerückt. Medienberichte und persönliche Empfehlungen sind weiterhin wichtige Wege, über die Menschen auf uns aufmerksam werden.

Im Privatbereich erreichen wir besonders Menschen, die sich aktiv mit ihrer Lungengesundheit auseinandersetzen – beispielsweise Raucher und ehemalige Raucher oder Menschen, in deren Familie Lungenkrebs bereits eine Rolle gespielt hat.

Im Unternehmensbereich betrachten wir darüber hinaus Beschäftigtengruppen, die beruflich beispielsweise Staub, Rauch oder Dämpfen ausgesetzt sein können. Gleichzeitig möchten wir noch besser verstehen, welche Zielgruppen ein niedrigschwelliges Angebot tatsächlich nutzen und wie wir diese Menschen sinnvoll in bestehende Vorsorgestrukturen einbinden können.

Die Skalierung Ihres Verfahrens war eine zentrale Herausforderung. Welche Lösungen haben Sie dafür gefunden?

Für uns bedeutet Skalierung nicht einfach, möglichst viele Hunde auszubilden. Entscheidend ist, dass die Qualität des gesamten Verfahrens auch bei deutlich steigenden Stückzahlen erhalten bleibt.

Genau darauf haben wir unsere Strukturen in den vergangenen Jahren ausgerichtet.

Mit unseren heutigen Kapazitäten können wir bereits bis zu 350.000 Tests pro Jahr auswerten – und von dieser Grenze sind wir aktuell noch weit entfernt. Gleichzeitig können wir durch die Ausbildung weiterer Hundeteams zusätzliche Kapazitäten aufbauen. Wir sind deshalb auch darauf vorbereitet, wenn künftig Unternehmen, Versicherungen oder andere Partner größere Testkontingente abrufen möchten.

Wie groß das Potenzial eines einfach zugänglichen und versandfähigen Verfahrens sein kann, zeigt sich für uns auch international. Beim Weltwirtschaftsforum in Davos hatten wir beispielsweise die Gelegenheit, mit Dr. Tedros Adhanom Ghebreyesus, dem Generaldirektor der WHO, über unseren Ansatz zu sprechen. Auch mit weiteren Akteuren mit Bezug zu Afrika gab es Gespräche und erste Überlegungen zu großflächigeren Pilotprojekten.

Gerade in Regionen, in denen eine flächendeckende CT-Infrastruktur nur eingeschränkt verfügbar ist, könnte ein niedrigschwelliger Test, bei dem lediglich eine Atemprobe genommen und anschließend zentral ausgewertet wird, perspektivisch sehr viele Menschen erreichen. Solche Überlegungen befinden sich noch in einem frühen Stadium, zeigen uns aber, warum Skalierbarkeit für Dogscan von Anfang an mehr bedeutet als nur Wachstum in Deutschland.

Die Grundlage dafür bleiben standardisierte Abläufe, kontinuierliche Qualitätskontrollen und das Wohlergehen unserer Hunde. Größere Stückzahlen dürfen bei uns niemals zulasten der Qualität gehen.

Welche Rückmeldungen von Nutzern, Ärzten oder medizinischen Partnern haben die Weiterentwicklung von Dogscan besonders beeinflusst?

Eine Rückmeldung hören wir von unseren Nutzern besonders häufig: Sich überhaupt mit der Frage zu beschäftigen, ob man Lungenkrebs haben könnte, macht zunächst Angst. Viele schieben das Thema deshalb lieber von sich weg. Gleichzeitig entsteht aber schnell eine andere Sichtweise: Unser Test verändert nicht, ob jemand Lungenkrebs hat oder nicht – er kann lediglich dazu beitragen, früher davon zu erfahren. Und genau dieser Zeitpunkt kann einen entscheidenden Unterschied machen.

Von unseren Nutzern hören wir außerdem immer wieder, wie wichtig die einfache Anwendung und die Möglichkeit ist, die Atemprobe unkompliziert zu Hause abzugeben. Gleichzeitig haben wir sehr schnell verstanden, dass unsere Verantwortung nicht mit der Ergebnismitteilung endet. Gerade bei einem auffälligen Ergebnis entsteht unmittelbar die Frage: Was mache ich jetzt?

Deshalb ist uns die medizinische Begleitung besonders wichtig geworden. Jedes Ergebnis wird ärztlich eingeordnet, und insbesondere bei einem auffälligen Ergebnis begleiten wir die Betroffenen bei den nächsten Schritten und der weiteren medizinischen Abklärung. Niemand soll mit einem solchen Ergebnis allein gelassen werden.

Auch unsere medizinischen Partner haben diese Entwicklung stark beeinflusst. Ihr Blick richtet sich besonders auf die Aussagekraft und Grenzen des Verfahrens sowie darauf, was nach einem auffälligen Ergebnis passiert. Heute betrachten wir Dogscan deshalb nicht mehr nur als einzelnen Test, sondern als einen gesamten Prozess – von der einfachen Probenentnahme bis zur medizinischen Einordnung und, wenn notwendig, der weiteren Abklärung.

Auch eine nationale und internationale Expansion war geplant. Wie haben sich diese Pläne entwickelt?

In Deutschland konzentrieren wir uns inzwischen stärker darauf, Dogscan über Unternehmen, Apotheken, Präventionsanbieter und medizinische Kooperationspartner zugänglich zu machen.

Dabei geht es uns weniger darum, einfach möglichst schnell viele Vertriebskanäle aufzubauen, sondern Dogscan dort zu integrieren, wo ein sinnvoller Vorsorge- und Abklärungsprozess gewährleistet werden kann.

International haben sich insbesondere rund um Luxemburg und Großbritannien Gespräche und Projektansätze entwickelt. Diese befinden sich in unterschiedlichen Vorbereitungsstadien und wir möchten keinen Markteintritt vorwegnehmen, bevor die jeweiligen Voraussetzungen tatsächlich geschaffen sind.

Gerade international haben wir gelernt, dass Interesse allein nicht ausreicht. Für jedes Land müssen regulatorische Anforderungen, medizinische Partner, Logistik und mögliche Abklärungspfade berücksichtigt werden. Deshalb verfolgen wir unsere internationale Expansion heute deutlich strukturierter als noch vor einigen Jahren.

Welche neuen Ziele und Meilensteine stehen für Dogscan als Nächstes auf der Agenda?

Unsere nächsten großen Schritte lassen sich im Wesentlichen auf drei Bereiche herunterbrechen: wissenschaftliche Validierung, medizinische Integration und Zugang.

Wissenschaftlich steht die nächste prospektive klinische Untersuchung im Mittelpunkt. Dafür müssen wir auch die notwendige Finanzierung der Forschung weiter voranbringen.

Medizinisch möchten wir den Weg von einem auffälligen Hinweis bis zur ärztlichen Abklärung noch klarer gestalten und Dogscan stärker in bestehende Vorsorgestrukturen integrieren.

Und beim Zugang arbeiten wir daran, dass Vorsorge langfristig nicht allein davon abhängt, ob jemand sie privat bezahlt. Deshalb bauen wir Kooperationen mit Unternehmen und Präventionsanbietern weiter aus und führen Gespräche mit Versicherern und weiteren Partnern.

Parallel entwickeln wir unsere Kapazitäten und internationale Vorhaben weiter. Unser Maßstab bleibt dabei, dass wissenschaftliche Erkenntnisse, Qualität und organisatorische Leistungsfähigkeit immer mit unserer Reichweite Schritt halten.

Wenn Sie auf die vergangenen Jahre zurückblicken: Welche drei Erkenntnisse würden Sie anderen Gründerinnen und Gründern mitgeben?

Erstens: Plant ausreichend Zeit für Nachweise und Vertrauen ein. Gerade im Gesundheitsbereich reichen eine gute Idee und erste positive Ergebnisse nicht aus. Belastbare Daten, funktionierende Strukturen und gute Partnerschaften brauchen Zeit.

Zweitens: Hört besonders genau hin, wenn Menschen kritische Fragen stellen. Kritik ist nicht immer angenehm, aber häufig zeigt sie sehr präzise, was am eigenen Produkt, an der Kommunikation oder am Geschäftsmodell noch nicht gut genug ist.

Und drittens: Haltet an eurem persönlichen Antrieb fest, aber nicht zwangsläufig an jedem ursprünglichen Plan. Unsere Motivation hat sich seit der Gründung nicht verändert: Wir möchten dazu beitragen, Lungenkrebs früher zu erkennen. Wie wir Menschen erreichen, wie wir Dogscan wissenschaftlich weiterentwickeln, welche Partner wir einbinden und wie wir unser Unternehmen organisieren, haben wir dagegen immer wieder verändert.

Ich glaube, genau diese Kombination aus Beharrlichkeit beim Ziel und Flexibilität beim Weg ist eine der wichtigsten Lektionen unserer bisherigen Reise.

Bildcredits Dogscan

Wir bedanken uns bei Florian Wienen für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

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