QuestCoin Kids ist eine App, die Kinder mit spielerischen Quests, individuellen Belohnungen und sichtbaren Fortschritten im Familienalltag motivieren soll.
Können Sie QuestCoin Kids kurz vorstellen und erzählen, wie aus einem Video über die Motivation von Kindern beim Gaming die Idee für Ihre App entstanden ist?
QuestCoin Kids ist eine Familien-App, mit der Eltern alltägliche Aufgaben in kleine Quests verwandeln können. Das können klassische Aufgaben wie das Aufräumen des Kinderzimmers oder das Decken des Tisches sein, aber auch Routinen, Lernziele und gemeinsame Familien-Challenges. Nachdem ein Kind eine Quest erledigt hat, können die Eltern diese bestätigen und die vereinbarten QuestCoins vergeben. Die gesammelten Coins lassen sich anschließend für individuell festgelegte Belohnungen oder für Spielzeit in den integrierten Lern- und Geschicklichkeitsspielen einsetzen.
Die ursprüngliche Idee entstand durch ein Video, in dem erklärt wurde, warum Kinder so gerne Videospiele spielen. Ein wichtiger Punkt war das Belohnungssystem: In Spielen gibt es klare Ziele, sichtbare Fortschritte und häufig ein direktes Erfolgserlebnis. Das hat mich an meine eigene Kindheit denken lassen. Ich fragte mich, ob mir manche alltäglichen Aufgaben leichter gefallen wären, wenn sie nicht nur als Pflichten wahrgenommen worden wären, sondern als Teil eines spielerischen Systems.
Aus diesem Gedanken entstand zunächst nur eine einfache Idee. Als ich David davon erzählte, war er als Vater von zwei Kindern sofort begeistert und erkannte den möglichen Nutzen für andere Familien. Gemeinsam haben wir den Gedanken anschließend immer weiter ausgearbeitet. Aus einer spontanen Frage wurde dadurch Schritt für Schritt ein konkretes App-Konzept und schließlich QuestCoin Kids.
Wer steht hinter QuestCoin Kids, und wie haben sich Ihre unterschiedlichen Erfahrungen bei der Entwicklung ergänzt?
Hinter QuestCoin Kids stehen wir, Dennis Mayer und David Fischer. Wir haben unterschiedliche berufliche und persönliche Erfahrungen, die sich bei der Entwicklung sehr gut ergänzt haben.
Ich komme aus dem Online-Marketing und E-Commerce und beschäftige mich beruflich intensiv mit digitalen Produkten, Nutzerführung und der Frage, wie man komplexe Inhalte möglichst verständlich vermittelt. Dadurch konnte ich insbesondere bei der Konzeption der App, bei der Struktur der Benutzeroberfläche, bei Texten, Vermarktung und der gesamten Weiterentwicklung des Produkts meine Erfahrungen einbringen.
David ist Vater von zwei Kindern und konnte die Ideen sehr direkt mit dem tatsächlichen Familienalltag abgleichen. Dadurch hatten wir von Beginn an nicht nur eine theoretische Vorstellung davon, wie die App funktionieren könnte, sondern auch einen sehr praxisnahen Blick darauf, welche Funktionen Eltern tatsächlich helfen und was für Kinder verständlich und motivierend sein kann.
Diese Kombination war für uns sehr wertvoll. Wir betrachten neue Funktionen sowohl aus Sicht des Produkts als auch aus Sicht einer Familie: Ist die Funktion leicht zu verstehen? Spart sie Zeit? Motiviert sie Kinder? Und lässt sie Eltern gleichzeitig genügend Freiheit, ihre eigenen Regeln festzulegen? Viele Entscheidungen sind genau aus diesem Austausch entstanden.
Sie sind beide keine klassischen Softwareentwickler. Was hat Ihnen trotzdem den Mut gegeben, eine eigene App von Grund auf zu entwickeln?
Am Anfang haben wir nicht darüber nachgedacht, wie groß und technisch anspruchsvoll das gesamte Projekt werden könnte. Wir waren zunächst einfach von der Idee überzeugt und wollten herausfinden, ob sie sich umsetzen lässt. Statt sofort die komplette App zu betrachten, haben wir das Vorhaben in viele kleine Schritte aufgeteilt.
Uns war bewusst, dass wir keine klassischen Softwareentwickler sind und vieles erst lernen müssen. Gleichzeitig haben wir darin nicht nur einen Nachteil gesehen. Weil wir selbst aus der Perspektive von Nutzern auf die App geschaut haben, konnten wir viele Abläufe sehr kritisch hinterfragen. Wir wollten keine Funktionen einbauen, nur weil sie technisch möglich sind, sondern weil sie Familien einen nachvollziehbaren Mehrwert bieten.
Den Mut hat uns vor allem die Erkenntnis gegeben, dass fehlendes Wissen heute nicht automatisch bedeutet, dass eine Idee nicht umgesetzt werden kann. Durch moderne Entwicklungswerkzeuge, KI-Unterstützung, Dokumentationen und konsequentes Ausprobieren konnten wir uns Schritt für Schritt in die notwendigen Themen einarbeiten. Natürlich gab es dabei Rückschläge und Momente, in denen wir nicht wussten, wie wir ein Problem lösen sollten. Aber jedes gelöste Problem hat uns gezeigt, dass wir auch die nächste Herausforderung bewältigen können.
KI war für Sie ein wichtiges Werkzeug bei der Umsetzung. Welche Aufgaben konnten Sie dadurch selbst übernehmen, die ohne KI kaum möglich gewesen wären?
KI hat die Entwicklung für uns überhaupt erst in diesem Umfang möglich gemacht. Sie unterstützte uns dabei, technische Zusammenhänge zu verstehen, Lösungswege zu entwickeln und konkrete Funktionen umzusetzen. Dazu gehörten beispielsweise die Strukturierung des Codes, die Anbindung der Datenbank, die Verwaltung von Benutzerkonten, verschiedene Schnittstellen sowie die Vorbereitung der App für Android und iOS.
Besonders hilfreich war KI bei der Fehlersuche. Wenn eine Funktion nicht wie geplant arbeitete, konnten wir das Problem genauer analysieren, mögliche Ursachen eingrenzen und gemeinsam verschiedene Lösungen prüfen. Dadurch waren wir in der Lage, viele Aufgaben selbst zu übernehmen, für die ansonsten umfangreiche Programmierkenntnisse oder externe Unterstützung notwendig gewesen wären.
Aber auch außerhalb der reinen Entwicklung spielte KI eine wichtige Rolle. Wir nutzten sie unter anderem bei der Konzeption von Funktionen, bei Übersetzungen, bei Texten und bei der Strukturierung unserer Ideen. QuestCoin Kids ist für mehrere Sprachen vorbereitet, und ohne KI wäre allein dieser Bereich für ein kleines Team deutlich schwieriger zu bewältigen gewesen.
Trotzdem ist KI kein Werkzeug, das auf Knopfdruck ein fertiges Produkt erstellt. Man muss sehr genau beschreiben, was benötigt wird, Ergebnisse testen, Fehler erkennen und Entscheidungen selbst treffen. Gerade bei Datenschutz, Zahlungen oder der Speicherung von Nutzerdaten ist es wichtig, die vorgeschlagenen Lösungen kritisch zu prüfen. KI hat unsere Möglichkeiten stark erweitert, aber die Verantwortung für das Produkt und seine Qualität bleibt bei uns.
Eltern verwandeln alltägliche Aufgaben in Quests, für die Kinder QuestCoins erhalten. Warum funktioniert das Prinzip aus Videospielen aus Ihrer Sicht auch im Familienalltag?
Videospiele schaffen es sehr gut, große Ziele in kleine, verständliche Schritte zu zerlegen. Spieler wissen meistens genau, was sie tun sollen, erkennen ihren Fortschritt und erhalten zeitnah eine Rückmeldung. Dadurch entsteht das Gefühl, etwas erreicht zu haben.
Im Familienalltag fehlt dieses sichtbare Erfolgserlebnis bei vielen Aufgaben. Das Kinderzimmer ist nach dem Aufräumen zwar ordentlich, aber für ein Kind fühlt sich die Aufgabe möglicherweise trotzdem nur wie eine lästige Pflicht an. Wird daraus eine Quest mit einem klaren Ziel und einer sichtbaren Belohnung, verändert sich nicht die Aufgabe selbst, aber häufig die Wahrnehmung.
Die QuestCoins machen Fortschritte greifbar. Kinder erkennen, dass ihre Mithilfe gesehen wird, und können auf ein eigenes Ziel hinarbeiten. Gleichzeitig lernen sie, dass größere Wünsche Geduld erfordern und dass sie ihre gesammelten Coins nicht sofort ausgeben müssen.
Aus unserer Sicht funktioniert das Prinzip vor allem deshalb, weil es nicht darum geht, den gesamten Alltag in ein Spiel zu verwandeln. Vielmehr nutzen wir einzelne bewährte Elemente aus Spielen – klare Ziele, sichtbaren Fortschritt, direkte Anerkennung und eigene Entscheidungen – und übertragen sie in einer familiengerechten Form auf alltägliche Situationen.
Belohnungen können Kinder motivieren. Wie verhindern Sie gleichzeitig, dass Aufgaben irgendwann nur noch für QuestCoins erledigt werden?
Das ist ein sehr wichtiger Punkt. QuestCoin Kids soll Eltern nicht dazu bringen, jede kleine Form der Mithilfe zu bezahlen oder mit einer Belohnung zu verknüpfen. Kinder sollten weiterhin verstehen, dass bestimmte Aufgaben zum gemeinsamen Familienleben gehören und nicht immer eine Gegenleistung erwarten lassen.
Deshalb entscheiden die Eltern selbst, welche Aufgaben sie als Quests anlegen und wie viele QuestCoins dafür vergeben werden. Es muss also nicht für jede alltägliche Handlung eine Belohnung geben. Die App kann gezielt bei neuen Routinen, wiederkehrenden Diskussionen oder Aufgaben eingesetzt werden, bei denen ein zusätzlicher Motivationsimpuls sinnvoll ist.
Auch die Art der Belohnung spielt eine große Rolle. Es müssen keine materiellen Dinge sein. Familien können beispielsweise einen gemeinsamen Spieleabend, die Auswahl des nächsten Films, einen Ausflug, zusätzliche Vorlesezeit oder eine besondere gemeinsame Aktivität als Belohnung festlegen. Dadurch können die QuestCoins sogar bewusst zu mehr gemeinsamer Familienzeit führen.
Wir verstehen QuestCoin Kids nicht als Ersatz für Gespräche, Lob und Erziehung. Die App ist ein unterstützendes Werkzeug. Eltern sollten weiterhin erklären, warum Aufgaben wichtig sind, und die Anstrengung ihres Kindes auch persönlich anerkennen. Im besten Fall hilft das System dabei, positive Routinen aufzubauen. Wenn eine Aufgabe später selbstverständlich geworden ist, kann die Belohnung angepasst oder schrittweise reduziert werden.
Eltern und Kinder nutzen QuestCoin Kids gemeinsam. Wie schaffen Sie eine App, die für beide Seiten einfach und gleichzeitig motivierend funktioniert?
Eltern und Kinder stellen sehr unterschiedliche Anforderungen an eine App. Eltern benötigen Übersicht, Kontrolle und möglichst kurze Abläufe. Kinder brauchen dagegen eine verständliche, visuell ansprechende Umgebung, die sich nicht wie eine Verwaltungsanwendung anfühlt.
Deshalb haben wir die beiden Bereiche bewusst unterschiedlich gestaltet. Im Elternbereich stehen Klarheit und Funktionalität im Vordergrund. Eltern können Kinderprofile verwalten, Quests erstellen, Wiederholungen festlegen, erledigte Aufgaben bestätigen und individuelle Belohnungen hinterlegen. Sie behalten außerdem die Kontrolle darüber, wann QuestCoins gutgeschrieben oder ausgegeben werden.
Der Kinderbereich ist stärker wie eine kleine Abenteuerwelt aufgebaut. Dort sehen Kinder ihre offenen Quests, ihren aktuellen Fortschritt, die gesammelten QuestCoins und die verfügbaren Belohnungen. Die Sprache und die Bedienung sind einfacher gehalten, damit Kinder nicht mit unnötigen Einstellungen überfordert werden.
Trotz dieser unterschiedlichen Darstellung greifen beide Bereiche ineinander. Das Kind kann eine Quest als erledigt markieren, die endgültige Bestätigung erfolgt aber durch die Eltern. So werden Kinder zur selbstständigen Nutzung ermutigt, während die Eltern die Kontrolle behalten. Unser Ziel ist, dass sich QuestCoin Kids für Eltern wie eine praktische Unterstützung und für Kinder wie ein motivierendes Abenteuer anfühlt.
Learning by Doing hat Ihre Entwicklung stark geprägt. Welche technische oder unternehmerische Herausforderung hat Sie bislang am meisten gefordert?
Technisch war eine der größten Herausforderungen, aus einem ersten funktionierenden Konzept eine stabile App zu entwickeln, die auf vielen verschiedenen Geräten und sowohl unter Android als auch unter iOS zuverlässig funktioniert.
Bei einer App sieht man als Nutzer in erster Linie die Oberfläche. Dahinter befinden sich jedoch viele weitere Bereiche: Benutzerkonten, Datenbanken, Rollen und Berechtigungen, die Verknüpfung von Eltern- und Kinderprofilen, In-App-Käufe, Datenschutz, verschiedene Bildschirmgrößen sowie die unterschiedlichen Vorgaben von Google und Apple. Oft hatte eine scheinbar kleine Änderung Auswirkungen auf mehrere andere Bereiche der App.
Besonders anspruchsvoll war auch der Weg bis zur Veröffentlichung in beiden App-Stores. Android und iOS stellen teilweise unterschiedliche technische und formale Anforderungen. Zertifikate, Testversionen, Produktfreigaben und Prüfprozesse waren für uns neue Themen, in die wir uns gründlich einarbeiten mussten.
Unternehmerisch bestand die größte Herausforderung darin, konsequent Prioritäten zu setzen. Während der Entwicklung entstehen ständig neue Ideen, und viele davon klingen zunächst sinnvoll. Als kleines Team können wir aber nicht alles gleichzeitig umsetzen. Wir mussten lernen, Funktionen zurückzustellen und uns zuerst auf einen stabilen Kern zu konzentrieren. Diese Entscheidungen fallen nicht immer leicht, sind für die Qualität des Produkts aber entscheidend.
QuestCoin Kids ist inzwischen für Android und iOS verfügbar. Was haben Sie seit der Veröffentlichung über die tatsächliche Nutzung durch Familien gelernt?
Eine der wichtigsten Erkenntnisse ist, dass eine Familien-App möglichst wenig zusätzliche Arbeit verursachen darf. Eltern haben im Alltag häufig wenig Zeit. Selbst eine gute Funktion wird deshalb nicht dauerhaft genutzt, wenn sie zu kompliziert ist oder zu viele Schritte erfordert. Ein einfacher Einstieg und verständliche Abläufe sind mindestens genauso wichtig wie der Umfang der Funktionen.
Wir haben außerdem gelernt, wie unterschiedlich Familien QuestCoin Kids einsetzen. Manche Eltern nutzen die App hauptsächlich für klassische Aufgaben im Haushalt. Andere legen mehr Wert auf Morgen- und Abendroutinen, schulische Aufgaben oder persönliche Ziele ihrer Kinder. Auch die Belohnungen unterscheiden sich stark. Während manche Kinder auf eine größere Belohnung sparen, motivieren andere eher kleinere gemeinsame Aktivitäten oder zusätzliche Spielzeit.
Diese unterschiedlichen Nutzungsweisen haben uns darin bestätigt, kein starres System vorzugeben. Familien sollen selbst entscheiden können, welche Regeln zu ihnen passen. Gleichzeitig achten wir stärker darauf, Funktionen nicht nur technisch zu erklären, sondern ihren Nutzen sofort verständlich zu machen.
Die Veröffentlichung hat uns auch gezeigt, dass die eigentliche Entwicklung nach dem Start nicht abgeschlossen ist. Erst durch die Nutzung im Alltag erkennt man, an welchen Stellen etwas noch einfacher, klarer oder flexibler gestaltet werden kann. Dieses Feedback ist für unsere weitere Entwicklung besonders wertvoll.
Gamification wird in vielen digitalen Produkten eingesetzt. Was soll QuestCoin Kids von klassischen Aufgaben- und Belohnungs-Apps unterscheiden?
Viele Aufgaben-Apps funktionieren in erster Linie wie digitale Checklisten. Das kann praktisch sein, wirkt auf Kinder aber häufig wenig motivierend. QuestCoin Kids soll sich deshalb nicht wie eine klassische Aufgabenverwaltung anfühlen, sondern wie eine gemeinsame kleine Abenteuerwelt für die Familie.
Bei uns werden Aufgaben zu Quests, gesammelte Punkte zu QuestCoins und größere Ziele zu erreichbaren Belohnungen. Die Begriffe sind dabei nicht nur Dekoration, sondern Teil eines zusammenhängenden Erlebnisses. Kinder sollen ihren Fortschritt sehen und selbst entscheiden können, ob sie ihre QuestCoins sparen, für eine Familienbelohnung einlösen oder für Spielzeit in den integrierten Lern- und Geschicklichkeitsspielen verwenden.
Gleichzeitig bleibt die App klar elterngesteuert. Eltern legen fest, welche Quests und Belohnungen es gibt, und bestätigen erledigte Aufgaben. QuestCoin Kids gibt also kein festes Erziehungsmodell vor, sondern stellt den Familien ein anpassbares Werkzeug zur Verfügung.
Auch gemeinsame Inhalte wie Familien-Challenges sind für uns wichtig. Es soll nicht ausschließlich darum gehen, dass einzelne Kinder Aufgaben erledigen. Die App kann ebenso gemeinsame Ziele und Erlebnisse fördern. Langfristig möchten wir genau diese Verbindung aus Alltag, Lernen, Eigenverantwortung und Familienzeit weiter ausbauen.
Welche Vision verfolgen Sie mit QuestCoin Kids, und wie möchten Sie die App in Zukunft weiterentwickeln?
Unsere Vision ist, dass QuestCoin Kids Familien dabei hilft, alltägliche Aufgaben positiver, verständlicher und gemeinschaftlicher zu gestalten. Kinder sollen erleben, dass ihre Anstrengungen wahrgenommen werden und dass sie durch eigene Entscheidungen Schritt für Schritt Ziele erreichen können.
Kurzfristig möchten wir vor allem die bestehenden Funktionen weiter verbessern und die Nutzung noch einfacher gestalten. Dazu gehören eine verständliche Benutzerführung, weitere Möglichkeiten zur individuellen Anpassung sowie zusätzliche Lern- und Spielinhalte. Dabei ist uns wichtig, dass die App trotz neuer Funktionen übersichtlich bleibt.
Darüber hinaus möchten wir die Abenteuerwelt von QuestCoin Kids weiterentwickeln. Die App soll Kindern langfristig noch stärker das Gefühl vermitteln, mit ihren erledigten Aufgaben und gesammelten QuestCoins Fortschritte zu erzielen. Gleichzeitig soll der reale Familienalltag immer im Mittelpunkt stehen – nicht die möglichst lange Nutzung des Bildschirms.
QuestCoin Kids ist bereits mehrsprachig ausgerichtet, sodass wir die App perspektivisch auch international bekannter machen möchten. Außerdem können wir uns vorstellen, das Konzept durch gezielte Erweiterungen später auch für Schulen nutzbar zu machen. Lehrkräfte könnten dann beispielsweise Lernaufgaben als Quests vergeben, während Eltern weiterhin eingebunden bleiben. Ein solcher Schritt müsste jedoch sehr sorgfältig entwickelt werden. Zunächst konzentrieren wir uns klar auf Familien und die Nutzung zu Hause.
Langfristig soll QuestCoin Kids zu einer Plattform werden, die Motivation, Lernen und gemeinsame Familienerlebnisse sinnvoll miteinander verbindet.
Welche drei Ratschläge würden Sie anderen Gründerinnen und Gründern geben, die ohne klassischen Entwickler-Hintergrund mithilfe von KI ein digitales Produkt aufbauen möchten?
Unser erster Ratschlag ist, mit einem konkreten Problem zu beginnen und nicht mit einer möglichst langen Funktionsliste. Gerade am Anfang besteht die Gefahr, dass man zu viele Ideen gleichzeitig umsetzen möchte. Entscheidend ist zunächst, ob das Grundkonzept einen echten Nutzen bietet. Eine kleine, verständliche Lösung für ein tatsächliches Problem ist eine bessere Grundlage als ein überladenes Produkt.
Der zweite Ratschlag lautet, KI als Werkzeug und Lernpartner zu betrachten, aber niemals blind zu vertrauen. KI kann Code erklären, Lösungswege vorschlagen, Fehler analysieren und Entwicklungsprozesse erheblich beschleunigen. Trotzdem muss man die Ergebnisse prüfen und zumindest so weit verstehen, dass man Fehler erkennen kann. Besonders bei Datenschutz, Sicherheit, Benutzerkonten oder Zahlungen sollte jede Lösung sorgfältig getestet werden.
Unser dritter Ratschlag ist, frühzeitig mit echten Nutzern zu testen und Rückschläge als Teil des Prozesses zu akzeptieren. Man wird Funktionen überarbeiten, technische Wege verwerfen und Entscheidungen korrigieren müssen. Das ist kein Zeichen dafür, dass die Idee gescheitert ist, sondern gehört zur Entwicklung eines digitalen Produkts. Wichtig ist, nicht auf den perfekten Zeitpunkt zu warten. Man sollte mit einer stabilen Grundversion starten, Rückmeldungen ernst nehmen und das Produkt anschließend kontinuierlich verbessern.
Unser Weg mit QuestCoin Kids hat uns gezeigt, dass ein fehlender klassischer Entwickler-Hintergrund kein Ausschlusskriterium mehr sein muss. Man benötigt aber Neugier, Ausdauer und die Bereitschaft, Verantwortung für jede Entscheidung zu übernehmen. KI kann viele Türen öffnen – hindurchgehen und den richtigen Weg wählen muss man weiterhin selbst.
Bildrechte: privat / QuestCoin Kids
Wir bedanken uns bei Dennis Mayer und David Fischer für das Interview
Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

















