UNICUP COMPANY zeigt, wie KI im Café bei Menüideen, Postern und kreativen Aufgaben unterstützen kann, während die endgültigen Entscheidungen beim Betreiber bleiben.
Kyunghan, stell dich und UNICUP COMPANY bitte kurz vor. Wie bist du dazu gekommen, 2024 ein eigenes Café in Südkorea zu eröffnen?
Ich bin Kyunghan Bae, Geschäftsführer von UNICUP COMPANY. Seit 2024 betreibe ich ein Café in Südkorea; UNICUP Coffee betreiben wir im Busan International Finance Center. Die Idee hinter der Marke ist ein hochwertiges Kaffeeerlebnis zu einem vernünftigen Preis. Mich interessiert dabei auch die Gestaltung: wie ein Getränk präsentiert wird, welche Menüideen zur Marke passen und was ein Poster auf den ersten Blick erzählt. Diese Arbeit gehört für mich zum Unternehmertum genauso wie der Betrieb vor Ort.
Welche Herausforderungen im täglichen Cafébetrieb haben dich dazu gebracht, Künstliche Intelligenz einzusetzen?
Bei mir geht es vor allem um die kreative Arbeit: Poster gestalten und Menüs weiterentwickeln. Ein neues Angebot braucht eine visuelle Idee, die man schnell versteht. Dafür nutze ich KI, um verschiedene Richtungen auszuprobieren, bevor ich mich auf eine Gestaltung festlege. Ein Poster soll das Getränk und den Anlass der Aktion gut zeigen. Dafür möchte ich mehrere Entwürfe vergleichen können.
Du nutzt KI unter anderem für Menütexte, Aktionen und Antworten auf Kundenbewertungen. Wie sieht dieser Prozess im Alltag konkret aus?
Bei einem Poster ist für mich zuerst die Frage wichtig, was sofort ins Auge fallen soll: das Getränk, ein neues Menü oder eine Aktion. Mit KI kann ich unterschiedliche Bildideen und Anordnungen durchspielen. Text und Bild müssen anschließend zusammenpassen, damit Angebot und Preis schnell zu erkennen sind. Für den Menütext zählt, was das Getränk ausmacht. Bei einer Bewertung gehe ich vom Anliegen des Gastes aus und formuliere die Antwort dazu.
Welche Aufgaben kann KI in einem kleinen Geschäft bereits sinnvoll unterstützen und welche eignen sich aus deiner Erfahrung weniger dafür?
Bei der Menüentwicklung kann KI Vorschläge für neue Kombinationen liefern und helfen, eine Idee verständlich zu beschreiben. Auch für ein Poster lassen sich mehrere visuelle Richtungen vergleichen. Ob ein Getränk schmeckt, wie es sich zubereiten lässt und welche Zutatenkosten entstehen, entscheidet sich bei der Zubereitung und Kalkulation. Dort muss aus der Idee ein Produkt werden, das wir tatsächlich anbieten können.
Warum ist es dir wichtig, dass die endgültigen Entscheidungen trotz KI-Unterstützung beim Inhaber bleiben?
Ein überzeugendes Bild prägt die Vorstellung vom Produkt. Wenn das Getränk auf dem Poster üppiger aussieht als das, was wir anbieten, weckt es die falsche Erwartung. Ich entscheide deshalb, welches Motiv unser Angebot gut trifft. Dasselbe gilt für eine neue Menüidee: Ich kenne die Zutaten, die Zubereitung und den Preis, zu dem sie im Café funktionieren muss.
Gerade bei Antworten auf Kundenbewertungen spielt die persönliche Kommunikation eine wichtige Rolle. Wie stellst du sicher, dass diese trotz KI erhalten bleibt?
Ich möchte in einer Antwort den konkreten Punkt aufgreifen, den der Gast angesprochen hat. Wer etwa nach einem Getränk fragt, braucht eine Antwort zu diesem Getränk. Bei einer Beschwerde muss die Antwort auch zeigen, was wir zur Klärung beitragen können. Die Sprache soll so klingen, wie ich selbst mit dem Gast sprechen würde.
Welche Fehler oder unerwarteten Ergebnisse hast du beim Einsatz von KI bereits erlebt und was hast du daraus gelernt?
Früher fand ich die KI-Bilder für Menü- und Posterideen noch unnatürlich. Einige heutige Motive wirken auf mich inzwischen so realistisch, dass ich sie kaum von einem Foto unterscheiden kann. Für mich ist dadurch die Frage wichtiger geworden, ob das Bild das richtige Produkt zeigt und als Poster funktioniert. Bei der Auswahl achte ich darauf, dass das Motiv zu dem passt, was wir im Café anbieten.
Was unterscheidet den Einsatz von KI in einem kleinen Café von der Nutzung in größeren Unternehmen?
Im Café liegen Gestaltung und Umsetzung eng zusammen. Eine Idee für ein Poster muss zu einem Angebot passen, das vor Ort verkauft und zubereitet werden kann. Der Betreiber hat diese Fragen direkt vor sich. In größeren Unternehmen können Gestaltung, Produktentwicklung und Verkauf auf verschiedene Abteilungen verteilt sein. Im Café muss ich den Weg von der Bildidee zum angebotenen Getränk selbst überblicken können.
Welche Rückmeldungen bekommst du von deinen Kunden und Mitarbeitern zum Einsatz von KI im Caféalltag?
Mein eigener Eindruck ist vor allem, wie viel überzeugender die Bildqualität geworden ist. Manche Motive für Menü und Poster wirken heute auf mich nahezu wie fotografiert. Für die Gäste zählt anschließend, ob sie das Angebot sofort verstehen und das gezeigte Produkt wiedererkennen. Für die Arbeit im Café sollte aus dem Poster klar hervorgehen, welches Angebot gilt. Auf diese Punkte würde ich bei Rückmeldungen von Gästen und Mitarbeitern achten.
Wo siehst du die größten Grenzen von Künstlicher Intelligenz im direkten Kontakt mit Kunden?
Geschmack und persönliche Wünsche gehören für mich ins Gespräch. Wenn jemand ein Getränk weniger süß möchte, müssen wir wissen, ob und wie wir es anpassen können. Das entscheidet sich bei der Bestellung und der Zubereitung. Der Gast braucht eine konkrete Antwort und das entsprechend zubereitete Getränk.
Wie möchtest du den Einsatz von KI bei UNICUP COMPANY in Zukunft weiterentwickeln?
Ich möchte KI stärker nutzen, um neue Menüideen und ihre Präsentation gemeinsam zu entwickeln. Zu einer Idee für ein Getränk könnte ich verschiedene Posteransätze ausprobieren und sehen, welcher den Charakter am besten zeigt. Zubereitung und Kalkulation müssen zu dem Angebot passen. Die Poster sollen dabei erkennbar zu UNICUP Coffee gehören.
Welche drei Ratschläge würdest du anderen kleinen Unternehmern geben, die KI erstmals in ihren Geschäftsalltag integrieren möchten?
Erstens: An einer echten Aufgabe anfangen. Wer ein Poster für ein bestimmtes Getränk braucht, hat einen besseren Maßstab als bei einem beliebigen schönen Bild.
Zweitens: Varianten mit einer konkreten Frage vergleichen: Ist das Produkt erkennbar, und lässt sich das Angebot schnell erfassen?
Drittens: Die Idee bis zum fertigen Angebot denken. Ein Menüvorschlag muss sich mit verfügbaren Zutaten zubereiten und zu einem passenden Preis verkaufen lassen.
Bildcredits UNICUP COMPANY
Wir bedanken uns bei Kyunghan Bae für das Interview
Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.
















