Mittwoch, Oktober 14, 2026
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Unabhängige KI aus Baden-Württemberg: Das steckt hinter MARCO KI

MARCO KI ist eine mehrsprachige KI-Plattform, die alltägliche Aufgaben wie Schreiben, Lernen und Recherche erleichtern soll und dabei auch den Datenschutz berücksichtigt. Entwickler Marco erklärt im Interview, warum er die Plattform eigenständig in Baden-Württemberg aufbaut, welche technischen Herausforderungen bestehen und wie er langfristig unabhängiger von großen KI-Anbietern werden möchte.

Marco, kannst du dich und MARCO KI kurz vorstellen und erzählen, wie die Idee entstanden ist, eigenständig eine mehrsprachige KI-Plattform zu entwickeln?

Ich entwickle MARCO KI eigenständig in Baden-Württemberg. Die Idee dahinter ist, KI-Unterstützung für Alltagsfragen, Schreiben, Lernen und Recherche möglichst unkompliziert zugänglich zu machen. Mich interessiert besonders, wie weit man mit offenen Technologien, klarer Nutzerführung und eigenen Qualitätstests kommt.

Der Markt für KI-Anwendungen wird bereits von großen Technologieunternehmen geprägt. Was hat dich dazu bewegt, als Einzelentwickler ein eigenes Angebot aufzubauen?

Ich möchte selbst gestalten, wie eine KI-Plattform funktioniert, welche Grenzen sie offenlegt und wie Fehler korrigiert werden. Dazu gehört das Ziel, einzelne Dienstleister langfristig ersetzen zu können, ohne die Nutzerqualität zu verlieren.

Mit MARCO KI möchtest du alltägliche Aufgaben wie Schreiben, Lernen und Recherche erleichtern. Welche konkreten Probleme soll deine Plattform lösen und welche Zielgruppen möchtest du erreichen?

Die Plattform soll verständliche Antworten geben, beim Formulieren helfen und den Einstieg in neue Themen erleichtern. Angesprochen sind zunächst Privatpersonen; später kommen beispielsweise Schulen, Vereine und kleine Unternehmen als mögliche Nutzergruppen infrage.

Ein zentraler Bestandteil deines Konzepts ist die Nutzung ohne verpflichtendes Nutzerkonto. Warum ist dir dieser unkomplizierte Zugang besonders wichtig und welche Herausforderungen entstehen dadurch?

Wer eine Frage hat, soll nicht zuerst einen Registrierungsprozess durchlaufen müssen. Gleichzeitig braucht ein offen zugänglicher Dienst belastbaren Missbrauchsschutz, Datenschutz und eine realistische Kontrolle der Betriebskosten.

MARCO KI bietet bei aktuellen Themen Antworten mit Quellenangaben. Wie funktioniert dieser Ansatz und wie gehst du mit der Herausforderung um, dass KI-Systeme auch ungenaue oder falsche Informationen liefern können?

Für bestimmte aktuelle Themen werden strukturierte Datenquellen und Quellenhinweise einbezogen. Ein Link allein garantiert aber keine richtige Antwort. Deshalb arbeiten wir an Prüfprozessen, die tatsächliche Antwortqualität und sichtbare Fehlermeldungen erfassen. Der öffentliche Hauptchat hat derzeit noch Anbieter-Ausfälle; diese Lücke benenne ich offen und arbeite an eigenen Ersatzwegen.

Deine Plattform ist mehrsprachig und soll international nutzbar sein. Welche technischen und organisatorischen Herausforderungen bringt dieser Anspruch für dich als Einzelentwickler mit sich?

Mehrsprachigkeit geht weit über Menütexte hinaus. Funktionen, Fehlermeldungen und Antworten müssen auch in unterschiedlichen Sprachen verständlich und konsistent bleiben. Deshalb werden Sprachvarianten schrittweise mit realen Anwendungsfällen getestet.

Viele KI-Plattformen bieten ähnliche Grundfunktionen an. Wodurch möchtest du MARCO KI langfristig von etablierten Angeboten unterscheiden?

Mit einem einfachen Einstieg, austauschbarer Technik und verifizierbarer Qualität. Ich möchte keine unbelegten Überlegenheitsversprechen machen, sondern sichtbar zeigen, welche Funktionen funktionieren und wo wir noch verbessern.

Du entwickelst die Plattform eigenständig in Baden-Württemberg. Wie organisierst du die technische Entwicklung, den laufenden Betrieb und die Weiterentwicklung ohne ein größeres Team?

Ich arbeite mit dokumentierten Entwicklungsaufgaben, automatisierten technischen Prüfungen und einem eigenen MASTER-System zur Nachverfolgung von Fehlern, Änderungen und Wiederanlaufprozessen. Technische Tests sind hilfreich, aber echte Nutzerwege müssen zusätzlich geprüft werden.

Einzelne Funktionen befinden sich noch in der Beta- oder Vorbereitungsphase. Welche Funktionen sind bereits zuverlässig nutzbar und welche Entwicklungsschritte stehen aktuell noch aus?

Die Website ist öffentlich zugänglich und verschiedene Bereiche sind umgesetzt. Ein lokal betriebenes offenes Qwen-Modell konnte bereits echte Testfragen beantworten. Seine sichere, dauerhaft erreichbare Anbindung an die öffentliche Website steht jedoch noch aus. Auch der Hauptchat, mobile Nutzerwege und die Android-App benötigen weitere Qualitätstests.

Datenschutz und der verantwortungsvolle Umgang mit Informationen spielen bei KI-Anwendungen eine wichtige Rolle. Wie gehst du bei MARCO KI mit Nutzerdaten, Sicherheit und Transparenz um?

Ziel sind möglichst sparsame Datenverarbeitung, begrenzte Zugriffsrechte und nachvollziehbare Dienstleisterrollen. Entscheidend ist, dass Datenschutzhinweise und technische Umsetzung übereinstimmen. Das wird fortlaufend überprüft.

Eine öffentlich zugängliche KI-Plattform verursacht laufende Kosten. Wie finanzierst du das Projekt bisher und welches Geschäftsmodell kannst du dir für die Zukunft vorstellen?

Ich entwickle MARCO KI mit begrenzten Ressourcen und prüfe derzeit Förder- und Beratungsmöglichkeiten sowie potenzielle Partner. Für die Zukunft ist ein wirtschaftlich tragfähiger Betrieb wichtig; ein abschließendes Geschäftsmodell steht noch nicht fest.

Welche Ziele verfolgst du mit MARCO KI in den kommenden Jahren und welche drei Ratschläge würdest du anderen Gründern geben, die mit begrenzten Ressourcen ein eigenes Technologieprojekt aufbauen möchten?

Ich möchte zuerst einen zuverlässigen Kern schaffen, unabhängiger von einzelnen KI-Anbietern werden und die Plattform anhand echten Nutzerfeedbacks weiterentwickeln. Meine drei Ratschläge: früh praktisch testen, Fehler transparent dokumentieren und Aufwand sowie Kosten vor jeder Erweiterung realistisch einplanen.

Bildcredits Privat / Marco Klingenberg

Wir bedanken uns bei Marco Klingenberg für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

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