Mit einer Tiefkühlpizza für die Heißluftfritteuse hat das Food-Startup FRYZZA bei „Die Höhle der Löwen“ gleich zwei Investoren überzeugt. Ralf Dümmel und Frank Thelen stiegen gemeinsam ein. Doch wie ging es nach dem TV-Auftritt weiter, warum entschieden sich die Gründer gegen Janna Ensthaler und welche Chancen hat FRYZZA im hart umkämpften Tiefkühlmarkt?
Eine Pizza, fünf Gründer und gleich mehrere interessierte Investoren: Der Auftritt von FRYZZA bei „Die Höhle der Löwen“ hatte einiges zu bieten. Am Ende sicherten sich Ralf Dümmel und Frank Thelen den Zuschlag. Dabei war die Entscheidung für das Gründerteam alles andere als einfach – denn auch Janna Ensthaler wollte investieren.
Für FRYZZA war der Fernsehauftritt allerdings mehr als nur die Suche nach frischem Kapital. Das Startup hatte bereits bewiesen, dass seine Geschäftsidee im Handel funktioniert. Jetzt soll aus einer innovativen Tiefkühlpizza eine etablierte Marke werden.
FRYZZA nach „Die Höhle der Löwen“: Was hat sich verändert?
Der wichtigste Schritt nach der Sendung ist die Zusammenarbeit mit Ralf Dümmel und Frank Thelen. Aus den ursprünglich fünf Gesellschaftern werden sieben. Nach Angaben des Gründerteams läuft die Kooperation bereits auf Hochtouren – einige Entwicklungen gehen demnach sogar schneller voran als geplant.
Die beiden Investoren bringen unterschiedliche Stärken mit:
- Ralf Dümmel verfügt über umfangreiche Erfahrung im Handel und bei der Vermarktung von Konsumgütern (FMCG).
- Frank Thelen kennt den Aufbau, die Skalierung und die Markenführung von Technologie- und Konsumgüter-Unternehmen.
Für FRYZZA könnte genau diese Kombination entscheidend sein. Denn eine innovative Pizza zu entwickeln, ist das eine – sie dauerhaft in den Tiefkühlregalen großer Handelsketten zu etablieren, eine ganz andere Herausforderung.
Warum entschieden sich die Gründer gegen Janna Ensthaler?
Im Pitch verlangten die fünf Gründer zunächst 350.000 Euro für zehn Prozent ihrer Unternehmensanteile (Bewertung: 3,5 Millionen Euro).
Während einige Löwen die hohe Bewertung und den beruflichen Fokus der Gründer kritisch hinterfragten, entwickelten sich zwei konkrete Angebote:
- Janna Ensthaler bot 350.000 Euro für 20 Prozent.
- Ralf Dümmel & Frank Thelen schlugen vor, gemeinsam 350.000 Euro zu investieren, dafür aber zusammen zwei Siebtel (ca. 28,6 Prozent) des Unternehmens zu erhalten.
Nach intensiven Beratungen entschieden sich die Gründer für das Duo Dümmel/Thelen. Ausschlaggebend war nicht die günstigere Bewertung, sondern die Aussicht auf die geballte Handels- und Skalierungspower zweier erfahrener Unternehmer. Dass ihnen die Absage an Janna Ensthaler rein menschlich nicht leichtfiel, machten die Gründer im Pitch überdeutlich.
Vom Sternekoch zur Tiefkühlpizza für den Air Fryer
Die Geschichte von FRYZZA begann im März 2025 mit einer einfachen Frage: Warum gibt es eigentlich keine hochwertige Tiefkühlpizza, die speziell für die Heißluftfritteuse entwickelt wurde?
Sternekoch Alexander Wulf (Restaurant TROYKA in Erkelenz) übernahm die Produktentwicklung. Das Ergebnis: Ein eckiger, handgezogener Sauerteig, der 24 Stunden reift. Anders als klassische Ofenpizzen ist FRYZZA optimal auf die Heißluftzirkulation im Air Fryer abgestimmt und in gerade einmal fünf bis sechs Minuten verzehrfertig.
Zum vielseitigen Gründerteam gehören neben Wulf:
- Ronny Schreiber (Sommelier & Gastronom)
- Dieter Könnes (TV-Moderator & Unternehmer)
- Lars Jansen & Josef Kirisits (Handels- und Produktionsexperten)
Mehr als 500.000 Euro Umsatz vor dem TV-Auftritt
Bemerkenswert ist die Ausgangslage: FRYZZA konnte bereits vor der Ausstrahlung beachtliche Zahlen vorweisen. Im Pitch berichteten die Gründer von über 500.000 Euro Umsatz innerhalb der ersten sechs Monate sowie Listungen in rund 700 Geschäften bei sieben Handelsketten in Deutschland und Österreich.
Wirtschaftlicher Blick: Umsatz allein garantiert noch keine Profitabilität. Entscheidend wird sein, ob FRYZZA bei steigenden Produktionsmengen nachhaltige Margen erwirtschaften kann.
Wo kann man FRYZZA aktuell kaufen?
Seit dem TV-Auftritt wurde der Vertrieb drastisch ausgeweitet. FRYZZA ist unter anderem bei folgenden Partnern erhältlich:
- Deutschland: Lidl (bundesweit), REWE, EDEKA (NRW), Globus, HIT sowie im Heimdienst bei Bofrost.
- Österreich: SPAR, MPreis, BILLA und BILLA PLUS.
Das Sortiment umfasst aktuell die vier Sorten Margherita, Salami, Mediterranean Veggie und Thunfisch. Jede Packung enthält zwei kleinere Pizzen, die perfekt in handelsübliche Fritteusenkörbe passen.
Wie geht es für FRYZZA weiter?
Der Markt ist riesig: Nach Angaben des Deutschen Tiefkühlinstituts wurden 2025 in Deutschland rund 1,2 Milliarden Tiefkühlpizzen verkauft. Neben neuen Handelspartnern arbeitet das Team bereits an weiteren Rezepturen und Produktkategorien rund um den Dauerbrenner Heißluftfritteuse. Auch die Expansion in die Schweiz und weitere EU-Länder ist geplant.
Fazit: FRYZZA hat eine hervorragende Startposition. Die eigentliche Bewährungsprobe folgt nun allerdings nicht mehr vor den TV-Kameras, sondern täglich neu am Supermarktregal.
Foto/Quelle: RTL














